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Dokumente zum russischen “Sauerstoff-Cocktail” mit Xenon im Hochleistungssport #Sochi2014 #Doping?

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Der Economist hat vor drei Wochen einen Beitrag zur Verwendung des Edelgases Xenon im russischen Hochleistungssport veröffentlicht. Der Beitrag wurde in diversen Fach- und Ausdauermedien (Runner’s World, road.cc: “The Next Big Thing in legal doping?”) schnell zitiert, ging aber während der Sotschi-Show weitgehend unter. In meiner Timeline ist mir das bis heute auch durchgerutscht.

ATOM-MED-ZENTR/MEDXENON - "Technologija podatschi gasovoi smjesi pazientu"

Erwünschte Wirkungen: erhöhte körpereigene EPO- und Testosteron-Produktion. Nach Angaben des Moskauer Atom-Med Zentrums (АТОМ-МЕД ЦЕНТР) haben sich während der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen 75 Prozent der russischen Medaillengewinner dem “Sauerstoff-Cocktail” (кислородный коктейль) Medxenon unterzogen. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin waren es 70 Prozent aller Medaillengewinner. 2008 und 2010 wurden (glaube ich) auch in einer der Unterlagen erwähnt. Die Vorbereitung auf London 2012 und Sotschi 2014 ebenfalls.

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Olympic poem (X): Gewichtsvorteile und andere EPO-Wunder #Sochi2014 #Österreich

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Screenshot Krone.at

Screenshot Krone.at

Aus den Trümmern in die Trümmer

Eine Medaille
am Schlusstag
Dürr kann noch
für einen Knalleffekt sorgen

Ein Wunder
Gesundheitliches Wunder
Triumph trotz Stockbruch
Hart erarbeitet
Hoffnungsträger

Acht Jahre
nach den folgenschweren Dopingrazzien von Turin
Salt Lake City 2002
Wiederbelebung
des österreichischen Langlaufs

Ausgerechnet Dürr
Super-GAU!
Das darf doch wohl nicht wahr sein!

Leider haben wir
jetzt einen Einzeltäter
der überführt werden konnte

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Olympic poem (VIII): Dopingfall im deutschen Olympiateam #Sochi2014

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Wir wollten eigentlich feiern!

Die Olympischen Spiele biegen gerade auf die Zielgerade ein
Und das tun sie sehr sehr spektakulär

Wir wollten eigentlich feiern

Mensch, das muss doch nicht sein
So einen Tag wie heute
habe ich in meiner langen Karriere
auch noch nicht erlebt

Ganz ehrlich
Ich hoff weiterhin
Dass es ein Schuss in den Wind ist

Auch die ukrainischen Frauen laufen ja mit dicken dicken Sorgenfalten
Was für ein olympisches Schock-Erlebnis für sie

Evi Sachenbacher-Stehle
Ist also die Person,
nach der heute immer schon gesucht wurde

Warum ist das so
wie es momentan ist?

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Tweets zum Dopingfall im deutschen Olympiateam #Sochi2014

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Evi Sachenbacher-Stehle also? Allgemein bekannt seit ihrer so genannten Schutzsperre bei den Olympischen Winterspielen 2006. Der DOSB will sich gleich dazu äußern.

Work in progress – bis Sendeschluss heute.

Es folgt (sehr wahrscheinlich) noch ein Olympic Poem zum Doping.

Alle Fakten bitte in die Kommentare packen.

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Der Sport im Koalitionsvertrag von CDU/CSU/SPD: “möglichst flächendeckende Einführung von Good Governance Standards” und andere Rätsel

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Naturgemäß spielt der Sport eine untergeordnete Rolle, wenn ein politisches Machtbündnis in einen Koalitionsvertrag (pdf) gegossen wird. Voraussetzung für Inhalte wären ja zunächst überzeugende sportpolitische Konzepte.

Den Bundes-Sportpolitikern der Union traue ich nicht zu, die Vokabel Konzept fehlerfrei zu buchstabieren und an diesem komischen K-Dingens interessiert zu sein. Sie haben den Sportausschuss zum Grüßausschuss verkommen lassen, überflüssig gemacht und sinnvolle sportpolitische Ansätze aus anderen Fraktionen in der Regel boykottiert.

Das ist alles umfangreich beschrieben und belegt. Die Initiativen zu einem Gesetz gegen Doping und Sportbetrug, das den Namen wirklich verdient, kamen aus den Ländern, vor allem von Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU), die nie locker gelassen hat. Etliche Dokumente dazu und der Verlauf der Diskussion in diesem Jahr sind in diesem Beitrag und den Kommentaren verlinkt. Ihr erster Entwurf eines so genannten Sportschutzgesetzes ist nun schon vier Jahre alt.

Hier also die wenigen Passagen aus dem Koalitionsvertrag zum Sport. Präzise betrachtet geht es auf den 185 Seiten auf einer Seite wirklich um den Sport, die gemäß DOSB-Propaganda “größte Bürgerbewegung Deutschlands” (der Begriff fehlt im Vertrag nicht). Beim ersten Überfliegen sage ich: man legt sich nicht fest.

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Play the Game 2013 und die Arbeit am IOC-Ebook

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AARHUS. Luft holen vor dem Endspurt: Bis Freitag bin ich bei der Play the Game Konferenz in Aarhus, die vor zweieinhalb Stunden begonnen hat. Habe die Ehre, drei Workshops (“Investigative corner”) zu leiten, in denen Laura Robinson, Bonita Mersiades, Grit Hartmann, Declan Hill, Andrew Jennings, James Corbett und Lars Andersson ihre Recherchen und Projekte vorstellen und Handwerkliches diskutieren.

Danach wird Tag und Nacht weiter geschrieben, habe mir vorgenommen, das IOC-Buch am 11. November um 11 Uhr 11 zu veröffentlichen. Kein Witz.

Play the Game wird mich wie immer – sorry, großes Wort – inspirieren und meine Arbeit beflügeln. Wenn es nicht wieder einen gesundheitlichen Rückschlag gibt, sollte das zu schaffen sein. Wird aber auch Zeit.

(Hatte heute morgen um 7 Uhr einen wunderbaren Termin beim Geheim­tipp Niels-Jørn Hjermind in Mårslet. Das war bitter nötig und eine perfekte Ergänzung zu meinem Heilpraktiker daheim. Ich hoffe, es geht nun aufwärts. Niels-Jørn hat mit der ihm eigenen Robustheit einiges gerade gerückt, Schmerzen mit Schmerzen bekämpft und mir wichtige Hinweise gegeben. Er glaubt, wenn ich mir Mühe gebe, könnte ich meine Schiefstellungen, die immer wieder auf den Ischias drücken, bis 2020 gerichtet haben. Nur noch sieben Jahre!)

Ich werde nebenher täglich einen Blogeintrag zu Play the Game veröffentlichen. Zur Offenlegung gehört: Auch diesmal, zum vierten Mal, bin ich ehrenamtliches Mitglied der Programmkommission.

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IOC-Countdown (10 Tage): Sportausschuss-Sondersitzung, Kinderdoping, Thomas Bachs Schmalspur-Taktik & more

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Der Hausherr auf dem Flug nach Südamerika. Da wir hier bekanntlich das Bach’sche Wahlkampf-Motto “Einheit in Vielfalt” hochhalten, darf ich für einen Teil der Wochenendunterhaltung sorgen: mit viel Lesestoff für den Montag, zur Sondersitzung des Bundestags-Sportausschusses zur Dopingstudie. Auch wenn jw diesem Gremium bekanntlich nicht (mehr) sonderlich viel Bedeutung beimisst. Es gibt also eine Mischung aus zeithistorischer Recherche – die ausgebaute Version eines Artikels für die Berliner Zeitung zu einigen Schwachstellen des Berliner Studienteils – und Vorschau auf die Sitzung. Zu beidem die wichtigsten Dokumente, inklusive der bisher einzige parlamentarische Antrag aus dem Ausschuss zum Thema, der politischen Gestaltungswillen dokumentiert. Er kommt, wie so oft, von den Grünen. Los geht’s:

* * *

Selten war die Fallhöhe so groß wie für diese Sitzung des Bundestags-Sportausschusses, die Sondersitzung am Montag. Sie ist, ausnahmsweise, öffentlich; man hat einen größeren Saal gebucht, Phönix überträgt live. Auch eine hübsche oppositionelle Unverschämtheit steht auf der Agenda: Die Grünen haben nach dem IOC/DOSB-Kniefall vor dem russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz noch schnell einen zusätzlichen TOP zu Sotschi aufsetzen lassen. Aber zuerst wird die von Forschern aus Berlin und Münster erarbeitete Studie “Doping in Deutschland” debattiert. Bekanntlich wurde sie erst nach öffentlichem Druck teilpubliziert und sorgte im Sport zunächst für nervöse Anspannung. Nur war bald klar, dass ihre Ergebnisse doch ziemlich willkürlich zum “systematischen Staatsdoping West” hochgejazzt worden sind – und nun erhoffen sich die notorischen Bremser leichtes Spiel.

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IOC-Countdown (11 Tage): Kandidat mit Säbel oder: Bach lässt Anwalt Schertz schreiben (II)

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tl;dr: Summary for the rapidly growing international audience on this independent journalistic website devoted to transparency in sport, the fight against corruption in sport, investigative journalism and the so-called Olympic movement:

Thomas Bach, widely seen as the favorite in IOC’s presidential race, which will be decided in Buenos Aires, September 10th, but losing ground in several polls, continues to get nervousobviously.

He has hired Berlin-based lawyer Christian Schertz, who continues to send emails and letters with threatening content to journalists for doing their job – which means: they investigated, they asked questions. […]

* * *

Thomas Bach, Angela Merkel

Foto: Regierung Online/Grabowsky

Vor zwei Wochen habe ich erwähnt, wie der so genannte Prominentenanwalt Christian Schertz in Namen des IOC-Präsidentschaftsfavoriten Thomas Bach (FDP) die freie Journalistin Grit Hartmann unter Druck setzt. Auf einfachste, höflich und fachgerecht formulierte Fragen zu Bachs Vergangenheit als Fechter in Tauberbischofsheim (und seiner medizinischen Betreuung) gab es keine inhaltliche Antwort.

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Doping in Deutschland: Stellungnahme des BISp

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Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat eine 39 Seiten umfassende Stellungnahme zum umstrittenen und teilweise hysterisch diskutierten Dopingforschungsprojekt veröffentlicht.

Ich habe das Papier quer gelesen und bemerkt:

  • Das BISp kommt darin außerordentlich gut weg. Perfekt gearbeitet attestiert sich das Institut – und bietet auch eine Erklärung für die Aktenvernichtung an, alles nach Recht und Gesetz, schon 2006, also zwei Jahre bevor der IOC-Präsidentschaftskandidaten-noch-Favorit und oberste Dopinggegner des Landes die Initiative zu diesem Projekt ergriffen … ach, lassen wir das.
  • Das BISp argumentiert im Sinne des DOSB, wenn notiert wird, dass die Forderung nach einem Dopinggesetz auf der Basis der vorgelegten Forschungsergebnisse und der aktuellen Gesetzgebung nicht nachvollziehbar sei.
  • Der Teilbereich der Uni Münster am Forschungsprojekt kommt gut weg. Im Übrigen hat Münster sich auch finanziell am Projekt beteiligt. Die Humboldt Uni eigentlich auch, aber indirekt: denn über ein zweites, inhaltlich viel verworreneres und fürstlich dotiertes Projekt, von dem manche Leute bis heute nicht wissen, was es sollte und was es gebracht hat (“Translating Doping”) war die Arbeit von Giselher Spitzer finanziert worden, der deshalb am BISp-Projekt ehrenamtlich mitwirkte.
  • Der Teilbereich der Humboldt Uni kommt ziemlich schlecht weg. Grobe wissenschaftliche Mängel werden attestiert. Interessant finde ich in der Tat den Vergleich zwischen Antragstellung der HU und dem Ergebnis. Da passt einiges nicht, vor allem: Strukturelles und Analytisches bietet auch das 804-Seiten-Papier kaum – IMHO.

(In einer Grundfrage ist ja nun die Süddeutsche Zeitung, die im Juli das Thema groß entdeckte, inzwischen klammheimlich zurückgerudert. Die Autoren sprechen nunmehr vom “systemischen” Doping in der Alt-Bundesrepublik, so wie Spitzer seit 2011, und nicht mehr vom “systematischen” Doping, wie die SZ wochenlang geschrieben und damit die Richtung der landesweiten Berichterstattung vorgegeben hatte.)

Ich habe von der HU und den am Projekt beteiligten Personen zwar schon viel gelesen (Arbeiten und Äußerungen), aber wenig bis nichts, was die Darstellung des BISp wirklich erschüttern bzw als Falschdarstellung entlarven würde. Das liegt ganz gewiss allein an meinen Erkenntnis- und Wissenslücken bzw Schwächen. Oder auch nicht.

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