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Freiburger Sportmedizin: “systematische Manipulationen im Radsport und Fußball”

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Die Vorgänge rund um die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin sind in all ihren Verästelungen schwer zu durchschauen. Ich habe hier im Blog lange Zeit versucht, Informationen weiterzugeben und auf dem Laufenden zu bleiben (einfach mal unten die Tags benutzen oder den related posts folgen). Heute gewissermaßen ein bisschen Forschungs-PR, die Pressemitteilung und die Zusammenfassung eines Sondergutachtens der von Letizia Paoli geleiteten Kommission. Es geht um systematische Dopingmanipulationen im Radsport und Fußball der alten DopingBundesrepublik.  Zentrale Figur ist dabei natürlich der im südafrikanischen Exil lebende Dopingprofessor Armin Klümper, Heilsbringer einer Armada westdeutscher Athleten.

  • Dazu passt auch dieser TV-Beitrag (sport inside, WDR) von Mitte Januar, in dem es um die Frage geht, dass Steuermittel damals in Klümpers Freiburger Dopingsystem investiert wurden.
  • Letizia Paoli hat die jüngsten Dokumente zur Diskussion um die Dopingaufarbeitung in Freiburg hier zusammengefasst.

Die PM und die Kurzstudie von heute Mittag:
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Boris Jefimowitsch Nemzow (†)

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Boris Nemtzow wurde vor etwa zwei Stunden in Moskau in der Nähe des Kreml erschossen. Der Sohn Sotschis hat u.a. die wahren Kosten für die Olympischen Winterspiele 2014 aufgeschlüsselt. Dazu zählen auch jene Milliarden, die enge Freunde Wladimir Putins (wie Wladimir Jakunin und Arkadi Rotenberg aus der Osero-Kooperative in St. Petersburg) abgezockt haben.

Erst vor wenigen Tagen hat Nemtzow erklärt, er fürchte, Putin werde seinen Mord befehlen.

RIP!

Ich halte es für wahrscheinlich, dass Personen, die in diesem Bericht genannt werden, hinter Nemtzows Tod stehen.

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Olympiabewerbung Berlin (2000): “Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln”

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Berlins Sport- und Politikfürsten biedern sich beim DOSB an, schalten Anzeigen in Berliner Tageszeitungen, beugen sich einem skandalös-intransparenten Verfahren, machen mit öffentlichen Mitteln Stimmung für die angeblich repräsentative Umfrage in der kommenden Woche und sind auch sonst sehr kreatief darin, zum Beispiel Olympiakosten zu verschleiern.

Da ich dem ulkigen Glauben anhänge, olympische Gegenwart und Zukunft habe etwas mit olympischer Vergangenheit zu tun, werde ich in den nächsten Tagen und Wochen immer mal ein süßes Dokument aus dem Fundus vergangener deutscher Olympiabewerbungen posten.

Beginnen möchte ich mit einem meiner Lieblingspapiere überhaupt, mit dem Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert:

  • 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und
  • weitere elf Millionen vom Bund.

Niemand wurde zur Verantwortung gezogen.​ Diese gemäß Rechnungshof “Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln” wurde auch während der Leipziger Olympiabewerbung 2012 von Buchprüfern gerügt.

Lesen. Staunen. Wundern. Begreifen.

Begreifen?

152 Seiten aus dem prallen olympischen Leben.

In Kurzfassung einige Kernaussagen aus dem Bericht, der sich liest wie eine Kopie des Leipziger Prüfungsberichts vom November 2003 bzw. umgekehrt:

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Berlins Olympiabewerbung 2024: was die Bürger auf Tischdecken schreiben …

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Es ist spät geworden nach dem ersten Bürgerforum des Senats zur Berliner Olympiabewerbung 2024. Mehr als 300 interessierte Bürger, PR-Leute, Medienvertreter, Sportfunktionäre, Stadtplaner, MdB, Lokalpolitiker, Olympiagegner sollten es im Ewerk gewesen sein.

  • Meine Betrachtung dazu wird am Freitagmittag auf Krautreporter veröffentlicht, wo ich kürzlich einen einführenden Beitrag zum abstrusen Wettrennen ohne Regeln und Wertungskategorien zwischen Hamburg und Berlin geschrieben habe: “Olympia 2024: Spiel mit dem Feuer”.
  • Mein Twitterstream, gut gelesen gestern Abend mit 80.000 Impressions, gibt bereits einige Eindrücke wieder.

Hier nun eine kleine Bildgeschichte. Ohne Kommentar. Es schreiben jene, die das milliardenschwere Olympia-Abenteuer finanzieren müssen: die Berlinerinnen und Berliner. Die Gäste dieses Bürgerforums waren ausdrücklich aufgefordert, ihre Gedanken, Vorschläge, Fragen, Kritik etc auf den Tischdecken zu verewigen. Als alles vorbei war, habe ich die meisten dieser Notizen im Bild festgehalten – ungeordnet, ungefiltert.

Wer neu hier vorbei schaut, sollte Suchfunktion und Navigation benutzen und erfährt viel, was er gestern nicht erfahren konnte, wäre er im Ewerk gewesen.

Wer noch mehr wissen will, sollte den Kauf des Ebooks “Macht, Moneten, Marionetten” erwägen – kann sich damit olympisch weiterbilden und nebenbei Recherchejournalismus finanzieren, damit es hier hochklassig weitergehen und Öffentlichkeit über das Olympiabusiness geschaffen werden kann. Aufklärung tut Not, das habe ich nicht nur gestern in Berlin wieder gemerkt, sondern auch tags zuvor, als ich mich in Hamburg und Norderstedt herumtrieb. Recherchejournalismus und Faktenvermittlung sind nötig – solche Texte, oder solche, diese und jene. Sie sind nicht alltäglich.

Und nun wünsche ich eine möglichst erhellende Lektüre der olympischen Tischdecken-Notizen!
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Jérôme Champagne beendet seine FIFA-Kampagne mit Attacken gegen Platini und die UEFA

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“The institutions have mobilized to eliminate the only independent candidate”, sagt Jérôme Champagne.

Er hatte angedeutet, dass es nicht reichen könnte und er seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zurückziehen müsse. Das hat er am Sonnabend mit seinem achten Rundschreiben an alle 209 Nationalverbände getan. Er ist raus.

Er hat nur die Unterstützung von drei Verbänden erhalten, brauchte aber nach den neuesten Wahlregeln, die ich immer als Lex Champagne bezeichnet habe, fünf Verbände hinter sich. Ich habe vor zwei Jahren die ersten drei großen Texte von Champagne zur Zukunft der FIFA und im vergangenen Jahr auch sein Manifesto veröffentlicht. Deshalb hier nun auch sein aktuelles Schreiben in Gänze, das er heute Vormittag Medienvertretern schickte und in dem er vor allem die UEFA und das undurchsichtige Treiben von UEFA-Präsident Michel Platini kritisiert, ohne Platini, vom dem er nicht viel hält, namentlich zu erwähnen.

Mit dem Stand im präsidialen Rennen in der FIFA habe ich mich vergangenen Freitag ausführlich in einem Text auf der Plattform Krautreporter befasst: “FIFA-Präsidentschaft: eine schrecklich nette Familie”. Als Kandidaten müssen von der Ad-hoc-Wahlkommission also bestätigt werden:

  • Prinz Ali Bin Al-Hussein (Jordanien)
  • Michael van Praag (Niederlande)
  • Luís Figo (Portugal)

Dass Joseph Blatter bestätigt wird, ist keine Frage. Ein Problem könnte allenfalls Luìs Figo bekommen, Werbepartner des asiatischen Wettanbieters Dafabet.

Ich bin hoffentlich nicht der Parteinahme von Joseph Blatter verdächtig. Aber ich sage: Was die UEFA mit dem Feigling Michel Platini an der Spitze hier abzieht, ist ähnlich unappetitlich wie das System Blatter.

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Dokumente zum russischen “Sauerstoff-Cocktail” mit Xenon im Hochleistungssport #Sochi2014 #Doping?

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Der Economist hat vor drei Wochen einen Beitrag zur Verwendung des Edelgases Xenon im russischen Hochleistungssport veröffentlicht. Der Beitrag wurde in diversen Fach- und Ausdauermedien (Runner’s World, road.cc: “The Next Big Thing in legal doping?”) schnell zitiert, ging aber während der Sotschi-Show weitgehend unter. In meiner Timeline ist mir das bis heute auch durchgerutscht.

ATOM-MED-ZENTR/MEDXENON - "Technologija podatschi gasovoi smjesi pazientu"

Erwünschte Wirkungen: erhöhte körpereigene EPO- und Testosteron-Produktion. Nach Angaben des Moskauer Atom-Med Zentrums (АТОМ-МЕД ЦЕНТР) haben sich während der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen 75 Prozent der russischen Medaillengewinner dem “Sauerstoff-Cocktail” (кислородный коктейль) Medxenon unterzogen. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin waren es 70 Prozent aller Medaillengewinner. 2008 und 2010 wurden (glaube ich) auch in einer der Unterlagen erwähnt. Die Vorbereitung auf London 2012 und Sotschi 2014 ebenfalls.

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Der Sport im Koalitionsvertrag von CDU/CSU/SPD: “möglichst flächendeckende Einführung von Good Governance Standards” und andere Rätsel

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Naturgemäß spielt der Sport eine untergeordnete Rolle, wenn ein politisches Machtbündnis in einen Koalitionsvertrag (pdf) gegossen wird. Voraussetzung für Inhalte wären ja zunächst überzeugende sportpolitische Konzepte.

Den Bundes-Sportpolitikern der Union traue ich nicht zu, die Vokabel Konzept fehlerfrei zu buchstabieren und an diesem komischen K-Dingens interessiert zu sein. Sie haben den Sportausschuss zum Grüßausschuss verkommen lassen, überflüssig gemacht und sinnvolle sportpolitische Ansätze aus anderen Fraktionen in der Regel boykottiert.

Das ist alles umfangreich beschrieben und belegt. Die Initiativen zu einem Gesetz gegen Doping und Sportbetrug, das den Namen wirklich verdient, kamen aus den Ländern, vor allem von Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU), die nie locker gelassen hat. Etliche Dokumente dazu und der Verlauf der Diskussion in diesem Jahr sind in diesem Beitrag und den Kommentaren verlinkt. Ihr erster Entwurf eines so genannten Sportschutzgesetzes ist nun schon vier Jahre alt.

Hier also die wenigen Passagen aus dem Koalitionsvertrag zum Sport. Präzise betrachtet geht es auf den 185 Seiten auf einer Seite wirklich um den Sport, die gemäß DOSB-Propaganda “größte Bürgerbewegung Deutschlands” (der Begriff fehlt im Vertrag nicht). Beim ersten Überfliegen sage ich: man legt sich nicht fest.

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IOC-Countdown (10 Tage): Sportausschuss-Sondersitzung, Kinderdoping, Thomas Bachs Schmalspur-Taktik & more

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Der Hausherr auf dem Flug nach Südamerika. Da wir hier bekanntlich das Bach’sche Wahlkampf-Motto “Einheit in Vielfalt” hochhalten, darf ich für einen Teil der Wochenendunterhaltung sorgen: mit viel Lesestoff für den Montag, zur Sondersitzung des Bundestags-Sportausschusses zur Dopingstudie. Auch wenn jw diesem Gremium bekanntlich nicht (mehr) sonderlich viel Bedeutung beimisst. Es gibt also eine Mischung aus zeithistorischer Recherche – die ausgebaute Version eines Artikels für die Berliner Zeitung zu einigen Schwachstellen des Berliner Studienteils – und Vorschau auf die Sitzung. Zu beidem die wichtigsten Dokumente, inklusive der bisher einzige parlamentarische Antrag aus dem Ausschuss zum Thema, der politischen Gestaltungswillen dokumentiert. Er kommt, wie so oft, von den Grünen. Los geht’s:

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Selten war die Fallhöhe so groß wie für diese Sitzung des Bundestags-Sportausschusses, die Sondersitzung am Montag. Sie ist, ausnahmsweise, öffentlich; man hat einen größeren Saal gebucht, Phönix überträgt live. Auch eine hübsche oppositionelle Unverschämtheit steht auf der Agenda: Die Grünen haben nach dem IOC/DOSB-Kniefall vor dem russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz noch schnell einen zusätzlichen TOP zu Sotschi aufsetzen lassen. Aber zuerst wird die von Forschern aus Berlin und Münster erarbeitete Studie “Doping in Deutschland” debattiert. Bekanntlich wurde sie erst nach öffentlichem Druck teilpubliziert und sorgte im Sport zunächst für nervöse Anspannung. Nur war bald klar, dass ihre Ergebnisse doch ziemlich willkürlich zum “systematischen Staatsdoping West” hochgejazzt worden sind – und nun erhoffen sich die notorischen Bremser leichtes Spiel.

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IOC-Countdown (11 Tage): Kandidat mit Säbel oder: Bach lässt Anwalt Schertz schreiben (II)

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tl;dr: Summary for the rapidly growing international audience on this independent journalistic website devoted to transparency in sport, the fight against corruption in sport, investigative journalism and the so-called Olympic movement:

Thomas Bach, widely seen as the favorite in IOC’s presidential race, which will be decided in Buenos Aires, September 10th, but losing ground in several polls, continues to get nervousobviously.

He has hired Berlin-based lawyer Christian Schertz, who continues to send emails and letters with threatening content to journalists for doing their job – which means: they investigated, they asked questions. […]

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Thomas Bach, Angela Merkel

Foto: Regierung Online/Grabowsky

Vor zwei Wochen habe ich erwähnt, wie der so genannte Prominentenanwalt Christian Schertz in Namen des IOC-Präsidentschaftsfavoriten Thomas Bach (FDP) die freie Journalistin Grit Hartmann unter Druck setzt. Auf einfachste, höflich und fachgerecht formulierte Fragen zu Bachs Vergangenheit als Fechter in Tauberbischofsheim (und seiner medizinischen Betreuung) gab es keine inhaltliche Antwort.

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