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Angela Merkel: Dopingbekämpfung als Kernelement der Sportpolitik

Zwischenzeitlich hatte ich Angela Merkels Videobotschaften mal als Videocast in iTunes abonniert. So spannend war das alles nicht, ihre Videos bei Youtube sind zudem witziger. Aber: Es war wohl ein Fehler, das Abo zu löschen. Fast wäre mir die aktuelle Botschaft der Kanzlerin entgangen, die ich gern live hier eingebunden hätte, aber das mögen sie im Kanzleramt wohl nicht so.

(Aber vielleicht war ich nur zu blöd und habe den Code nicht gefunden. Falls jemand helfen kann – gern.)

Jedenfalls, als mp3 sollte es funktionieren:

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Und wenn ich schon dabei bin, gleich noch eine anderer Link zum Thema: Bayerns Justizministerin Beate Merk gestern im Deutschlandfunk in einem Beitrag von Holger Schück zum Thema Dopinggesetz und Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften:

„Der Appetit kam beim Essen“

Ich wollte diesen Eintrag schon immer mal schreiben und finde, das passt jetzt ganz gut, da Andreas Krieger hier gerade einen bemerkenswerten Kommentar geschrieben hat – und überhaupt. Worum geht es? Um die banale Erkenntnis, dass man nicht ewig auf der Stelle treten muss. Dass die Dinge sich entwickeln und dass sich eher selten etwas so gestaltet, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Wer mag, kann flink mal meinen ersten journalistischen Schreibversuch begutachten und sich darüber wundern, dass unter meinem Namen Formulierungen auftauchen wie „unsere Leichtathletik“ oder „unser Olympiasieger“. Probleme sind übrigens da, um gelöst zu werden. Ich sage nicht mal, dass mir das jemand reinredigiert hätte. Spielt keine Rolle, das war damals so. Ich wusste es nicht besser. Dem ersten Text sind rund 3000 andere gefolgt, ein paar Bücher und TV-Dokumentationen auch. Vielleicht war nicht alles so dämlich.

Voila, hier sind also die Zeilen über den Entdecker „unserer“ Kugelstoß-Europameisterin Heidi Krieger, aus der inzwischen Andreas Krieger geworden ist, und der seine Goldmedaille aus jenem Jahr für einen einzigartigen Anti-Doping-Preis gespendet hat. Den SC Dynamo Berlin gibt es nicht mehr, so weit ich weiß, eben so wenig wie das Land, das „unsere Helden“ hervor gebracht hat. Ich sag‘ doch, die Dinge entwickeln sich.

Vom Umgang mit Dopingproben

Ich habe ein paar Emails bekommen, in denen ich gefragt werde, wie ich das denn gemeint habe, mit den Dopingproben, die seit mindestens sieben Wochen (einige seit mehr als zehn Wochen, wenn ich die Olympic Period berechne) in Peking lagern und jetzt doch irgendwie-irgendwo-irgendwann nach Lausanne geschafft werden sollen. (Laut IOC-Boss Rogge sind sie bereits da. Aber wer weiß, wer glaubt das schon.) Alles nur, weil ich heute morgen gefragt habe, ob man den Chinesen trauen kann.

Natürlich kommt es mir spanisch chinesisch vor, wenn IOC-Vertreter wie Medizindirektor Schamasch erst lügen behaupten, das Zeug würde in Windeseile ausgeflogen. Die Proben sind wunderbares sportpolitisches Druckmittel in der Hand der falschen Leute. Zumal in dieser Situation mit all den Versäumnissen, und propagandistischen Manövern. Es fehlt halt an Transparenz.

So lief das schon immer im olympischen Sport, was ich gleich an einigen Beispielen zeigen werde. Sage nur niemand, es handele sich um olle Kamellen, nur weil die Geschichten aus den 1980er Jahren sind. Einige Personen, die erwähnt werden, sind noch in Amt und Würden. Und: So wie die Ostdeutschen, deren Chef-Doping-Spitzel Manfred Höppner alias „IM Technik“ das alles für die Stasi notiert hat, haben das auch andere gemacht.

Also, ein paar Beispiele aus dem reichen Fundus des IM Technik.

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Beispiel 1 – Turn-WM in Moskau: Ein DDR-Turner wird erwischt. Die Russen melden es dem Turn-Weltverband FIG, deren Präsident passender Weise der Russe Juri Titow war, allerdings nicht. Der sowjetische Sportchef Marat Gramow klärt das mit dem DDR-Sportchef Manfred Ewald unter vier Augen – und schon haben die Russen die ostdeutschen Waffenbrüder „in der Hand“, wie der IM notiert.

„Wesentlich wäre jedoch, daß unsere Parteiführung davon nichts erfährt, er habe sein Versprechen abgegeben, daß so etwas bei DDR-Sportlern nicht passiert.“

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