sotschi 2014

Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022

ZÜRICH. Ich mach mal lieber einen neuen Beitrag auf. Den live-Blog von heute morgen hat es layouttechnisch zum wiederholten Mal zerschossen. Der Server wird mit dem Ansturm hier nicht fertig. Das alte Problem, immer mal wieder aufgefrischt. Also, an dieser Stelle keine Bilder, keine Spielerei. Nur einige Notizen. Ab diskutiert werden kann? Keine Ahnung. Das muss der Server mal sagen.

Also. Die Entscheidung ist gefallen. Mit Verspätung.

Dmitri Tschernitschenko, Organisationschef der Winterspiele 2014 in Sotschi, hat schon Minuten vor der Verkündung den Sieg von Russland getwittert.

Um 16.36 Uhr sagte Blatter dann: RUSSLAND 2018.

Um 16.44 Uhr sagte Blatter: KATAR 2022.

Mein erster Gedanke: Okay, viele Korruptionsgeschichten in den nächsten Jahren. Good choice. Habe mich von Putins Manöver und den stets so gutgläubigen englischen Reportern durcheinander bringen lassen.

Mein zweiter Gedanke: Paris 1998. Ich weiß noch sehr gut, wie aufgeregt ich war, als ich Blatter nach dieser dubiosen, so genannten Wahl zum FIFA-Präsidenten gefragt hatte, mit wie viel Geld der Emir von Katar seinen Wahlkampf gesponsert hat. Darüber demnächst mehr.

Das „Wahl“ergebnis gemäß FIFA:

22 members of the FIFA Executive Committee were entitled to vote. 12 votes were needed for an absolute majority and therefore to obtain the right to host the FIFA World Cup.

2018 FIFA World Cup™

Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes

(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)

Round 2: Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)

2022 FIFA World Cup™

Round 1: Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)

Round 2: Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)

Round 3: Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)

Round 4: Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)

Kann das mal jemand grafisch hübsch aufarbeiten? Merci!

18.20 Uhr: Die Russen haben ihre Pressekonferenz abgesagt. Das übernimmt hier um 21 Uhr?

Wladimir Putin.

19.39 Uhr: Ein gemeiner Tweet vom Abend:

More people have tweeted about the corrupt Qatar 2022 win than there are people in Qatar!

21.17 Uhr: Warten auf Wladimir Putin. Sogar einige englische Journalisten sind wieder aufgetaucht. Andreas Herren, der lange Jahre als Media Officer der FIFA durch derlei Pressekonferenzen geführt hat, sitzt wieder auf dem Podium – aber nun als PR-Berater der Russen.

21.33 Uhr: Putin grüßt: Grüezi!

Spricht Englisch. Erzählt von Leningrad und dem 2. Weltkrieg, von der 900-Tage-Blockade und was der Fußball alles verändern kann. Wäre er nicht schon Premier und wollte wieder Präsident werden, wäre vielleicht Tourismusminister ein passender Job für ihn.

  • Why you adopted such a different approach to this campaign in comparison to the Sochi campaign?

Er antwortet Russisch und erzählt tatsächlich noch einmal die Geschichte, dass er nach den vielen so genannten Skandalen, sagt er glaube ich, keinen weiteren Druck aufbauen wollte.

Oops, jetzt spricht er über Korruption und die Mitglieder der FIFA. Kriege nur nicht alles mit. Meine Übersetzung fällt aus.

Ah, da schau her. Blatter, sagt er, hat schon immer mit Russland sympathisiert. Klar doch. Bitte unbedingt nochmal diesen Beitrag und das Protokoll überfliegen:

Eins noch: Auf das ganze Skandalgequatsche gibt er nichts, der Gospodin Putin.

War es too risky, nicht vorher nach Zürich zu kommen?

Es war eine schwierige Entscheidung, sagt er. Er habe ständig mit seinen Leuten telefoniert, die ihn hier haben wollten. Doch er blieb dabei. Er sagte, die Bewerbung war gut genug, stark genug. Übersetzt wird er jetzt mit dem schönen Satz:

I decided we should win!

Jetzt kommen die russischen Fragen. Er sagt, das Ausland hege zu viele Stereotypen/Vorurteile gegen Russland.

Die englischen Bewerber sagten klar, sie wären betrogen. Glauben Sie das?

Nein.

UK ist ein großes Fußballland, sagt er. We are waiting for you in 2018, we will do our best. Großer Beifall von russischen Journalisten und Delegierten.

Mihir Bose sagt: Sie waren heute der einzige Premier, der nicht bei der Präsentation war. Heißt das, Sie waren auch der cleverste?

Thank you.

Ein Ami fragt, was Russland so gut gemacht habe, weil es jetzt die Winterspiele und die Fußball-WM hat.

Putin fragt zurück:

Wollen Sie, dass wir Ihnen was abgeben? Sollen wir etwas zurückgeben?

Dann lobt er die starke Wirtschaft und die stabile politische Lage in Russland, hüstel.

Lost in Sochi: Vulkanausbrüche und andere Kleinigkeiten

Dieser verdammte Eyjafjallajökull aber auch. Ich glaube ja fast, das wird hier ein Tage währender Live-Blog. Thema: Wie kommt Mann mit abgelaufenen Russland-Visum und trotz Asche-Wolke des Eyjafjallajökull wieder aus Sotschi nach Berlin?

Wir werden sehen. Wann immer ich kann, werde ich den Eintrag ergänzen. Derzeit lasse ich mir noch ein russisches Schaschlyk schmecken und versuche, nicht hektisch zu werden. Gegen die Kräfte des Eyjafjallajökull ist ohnehin kein Kraut gewachsen.

Ich wäre gestern gern Jean-Claude Killy gewesen. Der Franzose, Chef der IOC-Koordinierungskommission für die Winterspiele 2014 in Sotschi, hatte keine Probleme mit dem Heimflug. Killy ist Teilhaber eines Unternehmens, das Business-Jets vermietet. Als seine Arbeit im Grand Hotel Krasnaja Poljana, dem Edel-Ressort des Gazprom-Konzerns, getan war, flog er im eigenen Jet zurück nach Genf und war so nett, einige Kommissionsmitglieder mitzunehmen, etwa Gian-Franco Kasper, den Präsidenten des Ski-Weltverbandes. Als ich am Abend, nach einem langen Recherchetag in den Bergen, wieder in Sotschi war, sah ich im Hotel die Nachrichten vom Vulkanausbruch auf Island.

Hat jemand einen Tipp, wie ich wieder nach Hause komme?

Auf der Webseite des norwegischen Meteorologisk institutt fand ich eine hübsche Grafik, die die voraussichtliche Entwicklung der Aschewolke zeigt. Es geht gen Süden und irgendwie auch gen Russland. So soll es gegen Mittag aussehen.

Nachdem es erst so schwer war, nach Russland zu kommen, und die Arbeit dort auch nicht unbedingt relaxt, wird es scheinbar noch sehr kompliziert, das Land wieder zu verlassen. Mein Visum gilt nur bis heute 24 Uhr. Und ich fliege mit Aeroflot, mein Vertrauen hält sich also in Grenzen. Mal sehen, was mich noch erwartet. Wird bestimmt spannend.

Berichte und Bilder aus dem Kaukasus folgen später.

12.38 Uhr: Die ersten Tipps in den Kommentaren sind ja gar nicht schlecht. Durchgespielt habe ich nun schon:

  • St. Petersburg – Helsinki – Taxi über das Nordkap nach Berlin
  • Zugfahrt Moskau – Minsk (Übernachtung bei Lukaschenko) – Warschau – Berlin
  • Odessa – Kiew – Berlin
  • Trabzon – Istanbul – Berlin (aber aus Istanbul schreibt mir gerade eine norwegische Kollegin, dass sie dort festhängt auf unbestimmte Zeit)
  • Für einen Fußmarsch habe ich leider keine Zeit.

Ich denke, dass – wie ein gemeiner Kommentator schreibt, auch gegen einen Live-Blog aus russischer U-Haft nichts einzuwenden wäre, sollten die Milizionäre in Moskau-Scheremetjewo kein Verständnis für das heute um Mitternacht abgelaufene Visa Visum haben.

Zum Thema Zugfahrt schreibt mir gerade ein guter Bekannter:

Falls Du wirklich auf den Zug durch die Ukraine nach Berlin angewiesen bist, vergiss nicht, Futter einzupacken. Als ich gefahren bin (35 Stunden), gab es kein Bordrestaurant. Allerdings hält der Zug immer mal wieder 20 Minuten. Dann stürmen Mütterchen heran und verkaufen alles: Brote, Hähnchen, Nüsse, Bier, Kaviar, getrockneten Fisch.

Zugfahrt ist erträglich; Waschbecken, zwei Klos. Nach 30 Stunden fangen aber dann doch die Füße an zu riechen, besser gesagt: Sie riechen wahrscheinlich vorher schon, aber nach 30 Stunden merkt man es auch selbst. Wenn Du Glück hast, kannst Du ein Einzelabteil erschnorren vom Schaffner. Wenn Du ihm am Anfang was zusteckst, wird er das nicht vergessen, kennste ja sicher schon. Möglicherweise kannst Du ihm auch von Deinem Dilemma erzählen; die Schaffner haben immer ganz gute Kontakte zu den Grenzern, weil hin und wieder doch mal was rübergeschmuggelt wird. Bei meiner Fahrt damals schauten Schaffner und Zöllner gemeinsam DVD-Filmchen auf dem Schaffnerlaptop, bis der Waggon kontrolliert war.

DVDs habe ich dabei. Aber ich glaube, die Zugfahrt kommt eher nicht in Frage. Weder von Sotschi, noch von Odessa, noch von Simferopol oder Trabzon. Stattdessen werde ich wohl erstmal nach Moskau fliegen. Wenn etwas fliegt.

Dass Aeroflot unerschrocken den Flugverkehr aufrecht hält, hatte ich ja schon vermutet. Auf der Webseite des Flughafens Schönefeld, wo ich kurz vor Mitternacht landen sollte, gaben die Russen vor wenigen Minuten noch grünes Licht:

Inzwischen heißt es dort nur noch:

Sotschi 2014: Winterspiele unter Palmen

SOTSCHI. Es wird Sommer. Auf der Strandpromenade tragen die Männer ihre neuesten Adidas-Trainingsanzüge aus. Die Frauen führen Gucci-Handtäschchen, Bierbüchsen, Hündchen und Babys spazieren. Eine gewöhnungsbedürftige, aber doch sehr interessante, bunte Mischung. Das schaue ich mir mal ein paar Tage an, höre mich um und beobachte die IOC-Koordinierungskommission bei ihrer Arbeit. Die Vorbereitungen auf die Winterspiele 2014 unter Palmen (ganz speziell) und der russische Sport (ganz allgemein) rücken jetzt für vier Jahre in meinen Fokus. Den großen Fang hat Sotschi ja schon 2007 in Guatemala gemacht, nun schauen wir mal, wie die Beute aufgeteilt und wer außer den Oligarchen und Politniks etwas von den Spielen haben wird.

Angler am Hafen von Sotschi

Medwedew, Sotschi 2014 und das Vancouver-Nachbeben

Kleiner Nachtrag zum russischen Sport und den Reaktionen auf das Vancouver-Desaster: Einer meiner Lieblings-Websites verdanke ich einmal mehr unterhaltsame Lektüre. Also ich finde diesen Vortrag des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew vom vergangenen Freitag vor Russlands Sportführung in Sotschi höchst interessant und aus vielerlei Gründen einen Lesebefehl wert. Nachdem er den Sportbossen die Leviten gelesen hatte, fuhr er mit Putin Ski.

In diesem Text suche ich allerdings jene Passagen vergeblich, aus denen etwa die Moscow Times ihren Beitrag strickt. Demnach hat Medwedew der Korruption im russischen Sport und unter den Sportfunktionären den Kampf angesagt und Maßnahmen angedroht. Das wird noch interessant.

Kleinigkeit am Rande, falls es untergegangen sein sollte: Gemäß Sportminister und FIFA-Exekutivmitglied Witali Mutko sind zwischen 2006 und 2009 insgesamt 343 russische Athleten des Dopings überführt worden. Alles Einzelfälle.

Nachtrag am 1. April (kein Witz) mit Dank an Nosch: Im Video wird ab ca. 9:00 über Doping gesprochen, da sagt Mutko tatsächlich, soviel Russisch verstehe ich schon noch: 343 Athleten!

[Update:] mittlerweile nicht mehr (online verfügbar)

Mutko, kürzlich erst als Präsident des russischen Fußballverbandes von Medwedew rasiert, steht scheinbar vor seinem Rücktritt. Heute musste er sich im Parlament verteidigen.

Hier nun Medwedews Rede, wie sie der Kreml dokumentiert:

Opening Remarks at Meeting of the Council for the Development of Physical Culture and Sport, Excellence in Sports, Preparation and Organisation of the 2014 Sochi XXII Winter Olympics and XI Paralympics and the 2013 XXVII World Student Games in Kazan

March 26, 2010, Sochi

PRESIDENT OF RUSSIA DMITRY MEDVEDEV: Colleagues, A month has gone by since the Vancouver Olympics came to a close. This is enough time for us to have analysed our national team’s performance, drawn our conclusions, and responded with practical measures that will ensure our team’s success at the 2014 Olympics in Sochi.

As far as the conclusions go, eleventh place in the overall team ranking is obviously a bad result which has its roots in causes that reach back quite a way now. Indeed, our teams have shown worsening results in terms of the numbers of medals won over the years from 2006 to 2010. Even in winter sports in which our athletes have traditionally been victorious we all see that over these last years we have been steadily lagging behind our main competitors.

Yet at the same time, we have been investing just as much in training our athletes as have other countries. Indeed, to be absolutely frank, in a number of cases we have even invested more than other countries. The problem today is not so much in a lack of [financial] resources as in their ineffective use, and that is the first point I want to make. I will not name the figures as you all know them well, but however we look at it, we have invested tenfold more than in earlier years.

The second point is that this situation has shown up the shortcomings in our entire athletes training system. As it has been said before, this system must be centred above all on the athletes themselves. In all of the world’s sports powers training programmes and methods take into account each future Olympic competitor’s specific individual particularities, so as to ensure they take their places at the starting line in top shape.

The level of medical, biological and scientific support for the teams plays a crucial part in this respect but we only began using this comprehensive approach in our team’s training last year, and we may as well not hide the fact that it is not yet implemented in full. The task therefore is to dramatically change this situation drawing on the most advanced international experience in this area.

Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus

Interessant, wie es das UDIOCM (FDP) schafft, in einer selbstzufriedenen Vancouver-Bilanz seinen in selbstverschuldete Bedrängnis geratenen Koalitionär Theo Zwanziger (CDU) in höchsten Tönen zu loben. Ich weiß allerdings jetzt nicht so genau, ob die Unterstützung des deutschen Fußballs, ob nun DFB oder DFL, so enorm wichtig für Münchens Olympiabewerbung ist. Aber darum geht es vielleicht ein andermal. Heute kurz noch einige Anmerkungen zur Bilanz von Vancouver, die ja andernorts nicht so rosig ausfiel. Im Gegensatz zum UDIOCM ist etwa der langjährige russische NOK-Präsident Leonid Tjagatschow (IM Elbrus) seinen Job los.

Sportpolitik in Russland fasziniert mich, keine Frage. In den kommenden Jahren werde ich mich dieser Spezialdemokratie ausführlich widmen und wenn alles klappt, im April schon mal in Sotschi nach dem Rechten sehen. Will damit auch sagen: Die Wünsche von Lesern werden immer ernst genommen und nach Möglichkeit erfüllt. Hier mal der Auftritt von Russlands Präsident Dmitri Medwedew aus der vergangenen Woche im Original, als er russische Sportverbände mit – je nach Übersetzung und Neigung der Journalisten – mit faulen, vollgefressenen Katern verglich. Mein Russisch ist auch nicht mehr das, was es einmal war, vielleicht kann jemand die Passage treffender wiedergeben, vielleicht aber sind die Übersetzungen, die dazu in den vergangenen Tagen angeboten wurden, auch einigermaßen korrekt.

Medwedew, dessen Videoblog ich immer wieder gern empfehle, auf Youtube (darunter die englische Übersetzung des Kreml):

[youtube dJdjNF3GMcc nolink]

Beginning of Meeting with Leaders of United Russia Political Party

PRESIDENT OF RUSSIA DMITRY MEDVEDEV: Colleagues, the time has come to examine the latest round of new appointments. This week, as I understand it, we are starting with the candidates for the post of governor of Kemerovo Region. Later, we will have the candidates for governor in a few other regions to consider too.

Mr Gryzlov, you have the floor.

CHAIRMAN OF THE UNITED RUSSIA SUPREME COUNCIL AND SPEAKER OF THE STATE DUMA BORIS GRYZLOV: Thank you, Mr President. We have examined candidates for the post of governor of Kemerovo Region and we want to present three nominees to you: Valentin Mazikin, currently first deputy governor of Kemerovo Region, Sergei Neverov, a deputy of the State Duma of the Federal Assembly, and the incumbent governor, Aman Tuleyev. All three candidates are connected to United Russia. Neverov and Tuleyev are members of the party, and Mazikin is a supporter of United Russia. All three candidates are equal in merit, and so the choice is yours to make.

DMITRY MEDVEDEV: Good, thank you for this presentation. In accordance with the law I will make my proposal in line with the established procedure.

Is there anything else?

BORIS GRYZLOV: There is one other matter. The Olympic Games in Vancouver have just ended. Over these last two weeks we have followed out team’s performance very closely. I think, talking about Russians’ national idea, you could say that one of the things that unites us is a desire to always be first. It is all the more sad therefore to see that our country only reached eleventh place in the overall medal count. This is a worse result than Russia achieved in the first Olympic Games it took part in back in 1912. In other words, this is our worst result ever. I think this is a systemic failure. Of course, the sports officials should take responsibility for this. We have the Sochi Olympics ahead and I think that every day is valuable now and we need to decide how we are going to go about preparing for these Olympics.

We would like to hear your opinion on this situation, because United Russia is ready to get involved in the efforts to get our athletes ready for the Games.

DMITRY MEDVEDEV: Yes, and you should get involved. This is a national affair, something we all need to get involved in. I think it is still too early to make a final analysis, but I will make three points nonetheless.

Vancouver, Closing Ceremony

VANCOUVER. Wer sagt’s denn. Noch 3:30 Minuten und ich bin schon auf meinem Platz. Ein tolles Blogging-Tool kann ich leider nicht mehr einrichten. Also auf die herkömmliche Art. Viel Spaß!

17.30 Uhr: Los geht’s! Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich dachte, die Abschlussfeier beginne erst um 20 Uhr? Ich sage nur: Recherche. Bin eher durch Zufall drauf aufmerksam gemacht worden, dass es sich lohnen würde, mal loszugehen. Danke, Kollegin R!

Wunderbarer Start! Sie machen sich lustig über die Panne bei der Eröffnung. Das nenne ich: Genial! Catriona Le May Doan darf die Flamme nachträglich entzünden. Und so sieht doch das schon besser aus – mit der vierten Pylone:

Und das ist noch von vorhin. Es war ganz großes Kino. Für sternburg:

Jacques heute mit Canada-Schal.

Wer hätte das wohl so gemacht wie die Kanadier? Ich meine, wer hätte sich selbst auf die Schippe genommen für die Hydraulikpanne vor zwei Wochen? Die Chinesen etwa?

Darf ich es nochmal sagen: Diese Zeremonien in einem Hallenstadion haben etwas. Obwohl, bei diesem Wetter hätte man das problemlos auch im Freien veranstalten können. In Lillehammer stand ich mal bei gefühlten Minus 30 Grad an der Skischanze bei so einer Feier. Es war trotzdem nett.

Die Sportler: Offenbar sind kaum noch deutsche Soldaten/Polizisten/Zöllner vor Ort. Anni Friesinger sah ich und André Lange. Im Übrigen habe ich vorhin im kanadischen Fernsehen so eine Highlight-Sendung gesehen. Fast nur Slomos, hübsch auf Musik geschnitten. Der übliche Trick. Wirkt immer wieder. Ich sehe Vancouver jetzt mit ganz anderen Augen.

Kommando zurück: Jetzt kommen doch noch etliche Deutsche. Die Sportlerteams sind ganz bunt gemischt. Kein Kompanie-Zwang. Das gefällt mir. Und denen offenbar auch sehr.

17.55 Uhr: Was mir ebenso gefällt: Wenn sie sich gegenseitig fotografieren. Hoffentlich denken sie aber an die IOC-Blogging Guidelines. Aber ich glaube, der Mann mit dem Canada-Schal wird sich heute nicht so haben. Im Grunde seines Herzens versteht der Spaß. Habe ich eigentlich mal erzählt, dass Rogge 1972 aus dem belgischen Olympiateam geschmissen werden sollte, weil er sich mächtig über Sportfunktionäre aufgeregt und diesen alten, verknöcherten Trotteln die Meinung gegeigt hat. Raoul Mollet, damals Belgiens NOK-Präsident, hat ihn rausgehauen und ihn für die Athletenkommission verpflichtet. Zunächst auf Probe. Ist dann  doch etwas Längeres draus geworden.

18.11 Uhr: @ Chuck: Journalisten finden an ihren Plätzen einen fetten Hefter vor mit allen Details zur Feier. Ist immer so, auch bei der Eröffnung. Fernsehleute bekommen das wohl meist etwas früher, glaube ich. Damit die Moderatoren nicht ganz so unvorbereitet sind.

Ich finde, die drei Langläufer haben gerade eine sehr schöne Siegerehrung. Das werden sie ihren Enkeln erzählen. Hatte gar nicht mitbekommen, dass es noch eine Medaille für Deutschland gab. Nummer 30. Damit zweitbestes Olympia-Abschneiden. Ein bisschen wird es die DOSB-Helden ärgern. Denn sie tun ja immer so, als habe im Mai 2006 eine neue Ära begonnen. Sie wollten mehr Medaillen als 2002 in Salt Lake City (36).

Die neuen Athletenvertreter im IOC vorzustellen, ist auch eine schöne Sache. Gibt es seit 2000 in Sydney.

Ich vermisse meinen Dauerpartner, den Kollegen G.

Stichwort Sportsoldaten:

Jetzt gehts nach Sotschi.

Diese Hymne habe ich schon als Kind gern gehört :) Natürlich wie alles hier: Fantastisch vorgetragen.

Russland, unser geheiligter Staat.
Russland, unser geliebtes Land.
Tatkräftiger Wille und großer Ruhm
Sei dir eigen für alle Zeit.

Refrain

Ruhmreiches Vaterland, unser freies!
Brüderliche Völker, vereint seit Jahrhunderten,
Von den Vorfahren überlieferte Weisheit des Volkes
Ruhmreiches Land, wir sind stolz auf dich!
Von den südlichen Meeren bis zum Polarkreis
Erstrecken sich unsere Wälder und Felder.
Einzig bist du in der Welt, so einzig,
Dass von Gott die Heimaterde beschützt wird.

Refrain

Ein weiter Raum für Träume und Leben
Eröffnet sich uns in den künftigen Jahren.
Uns gibt Kraft unsere Treue zu unserem Vaterland –
So war es, so ist es, und so wird es immer sein.

Refrain

Kleiner Vorgeschmack auf die Spiele am Badestrand. Natürlich dürfen die Kosmonauten nicht fehlen. Waleri Gergijew kommandiert seine Künstler, die in Moskau sitzen, von hier aus. Auch ganz nett. Wenn sie es bei der Musik belassen würden, die Russen, wäre das großartig. Aber so bunt. So durcheinander. Die lieben das eben.

Oh, Alexander Ovechkin hat sich von den letzten Nächten wieder erholt. Er ist hart im Nehmen. In den, nun ja, Tanzlokalen, wurde er stets mit mehreren Blondinen gesichtet. Ich hab’s einmal erlebt. Nähere Angaben kann der Kollege B. machen, der mehrfach Zeuge wurde.

18.40 Uhr: Gaaaanz wichtig: John Furlong spricht nicht nur Englisch, sondern auch Französisch. Das hatte er zu Beginn noch vermieden und wurde dafür scharf kritisiert.

The time is come to say goodbye!

Um mit Furlong zu sprechen: Ja, die Welt kennt Kanada jetzt, eeh!

Oh je, kann mir jemand helfen? Ich bin so leicht zu beeindrucken. Joseph Blatter würde jetzt seine Unterarme freimachen und seine Gänsehaut zeigen: Can you see my emotions?

Es sind die Kleinigkeiten. Er sagt auch nicht einfach, ich danke den Volunteers, nein, er sagt: Blue Jackets. Geradezu liebevoll. Er sagt Blue Jackets 1 – Cypress Mountains Weather 0!

Auch das ist groß: Man stelle sich vor, ein deutscher Organisationschef würde sich beim Kanzler/in und Bundespräsidenten nur so bedanken: Our leaders, sitting over there … Und zeigt mit dem linken Arm rüber zur VIP-Loge.

To the people of Georgia: We are so sad and so sorry for your loss.

Standing ovations.

Rogge. Jetzt ohne Schal. Aber mit roter Krawatte. Hat Anne gut ausgesucht. Kumaritaschwili habe ich auch mit bescheidenen Französischkenntnissen verstanden.

Mir fällt gerade ein: In Sotschi hält ein neuer IOC-Präsident die Rede. Kleine Umfrage:

[poll id=“11″]

19.04 Uhr: Diesmal hat die Hydraulik nicht versagt: Pylonen und Feuerschale sind weisungsgemäß im Boden versunken.

Sehr witzig, so weit ich es verstanden habe: William Shatner, Catherine O’Hara und Michael J. Fox.

Nun kanadische Folklore. Bin großzügig, ist ja die Show von Gastgebern.

Die komplette Rede von John Furlong:

Closing Ceremony speech by VANOC CEO John FURLONG (CAN)

Excellencies, Chiefs, President ROGGE (BEL), Members of the International Olympic Committee, Prime Minister, Heads of State, Premiers, Mayors, Ladies and Gentlemen, Athletes of the World

Good evening.

The 2010 Olympic Winter Games have taught us that we are not 6 billion people. We are all members of the same family. Over these remarkable 17 days we have together demonstrated the remarkable powers of sport to the human world. We have seen first hand that there is indeed a beautiful force that can unite, inspire and liberate – a force that can replace despair with hope and ignite the human spirit. This force is sport in the arena of the Olympic Games. And because we had sport here – we too had peace. And because these Games took place in the spirit of peace, they took place in the spirit of friendship.

But the time has come to say goodbye, to say thank you. And to perhaps compare for a moment the Canada that was with the Canada that now is.

I believe we Canadians tonight are stronger, more united, more in love with our country and more connected with each other than ever before. These Olympic Games have lifted us up. If the Canada that came together on Opening night was a little mysterious to some it no longer is.

Now you know us….eh?

If we were once the few we are surely now the many. That quiet, humble national pride we were sometimes reluctant to acknowledge seemed to take to the streets as the most beautiful kind of patriotism broke out all across our country; so many new and dazzling applications for the Maple Leaf – so many reasons to smile and be joyful.

Canadians you joined each other and our colourful international visitors in common celebration – radiant, jubilant, spontaneous, peaceful. For us you were the wind beneath our wings. You did not just cheer – rather you lived every glorious moment as if you yourselves were competing for gold. You were the bench strength we had hoped for – the difference makers at these Games.

Alexandre [BILODEAU, CAN – Moguls] – your first Gold Medal gave us all permission to feel like and behave like champions. Our last one will be remembered for generations.

To the Men and Women in the Blue Jackets, you are the undisputed heroes of these Games. The class of 2010. A perfect team – you have behaved with great dignity, poured your hearts and souls into every task. You smiled – you cheered and you filled the hearts of our visitors with friendship and goodwill. For many of you who toiled behind the scenes no thanks will ever be enough. You took on a stubborn mountain with all your might. The final result – Blue Jackets 1 Cypress Mountain Weather zero. You were tested again and again and reminded us all every day that there is no force that can sustain itself against the full thrust of a determined human heart. May your contribution here be worn as a badge of honour for the rest of your lives. For you have – through your service – defined for all to see what it is to be a proud, generous Canadian.