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live-Blog: Die WM-Auslosung – Deutschland wie immer gut bedient

KAPSTADT. Die WM-Auslosung läuft. Blatter läuft zu großer Form auf, spielt schon wieder den Weltpolitiker, zählt gerade tausend Politiker auf, will die Welt retten. Reißt Zumas linke Hand hoch, ruft: „Education for all!“

Der Weltpokal ist auch schon auf der Bühne. Und ich blogge mal ein bisschen mit.

18.16 Uhr: Kaum zu glauben. Blatter lässt sich auf seinen Platz verweisen. Er räumt die Bühne. Was ist los?

[caption id="attachment_6018" align="aligncenter" width="538"]Jabulani, Spielball in den Händen von: David Beckham, Herbert Hainer, Sepp Blatter, Danny Jordaan und Franz Beckenbauer Jabulani und seine Freunde[/caption]

Das ist übrigens JABULANI, der neue WM-Spielball mit seinen Spielgefährten David Beckham, Herbert Hainer, Sepp Blatter, Danny Jordaan und Franz Beckenbauer. Wie immer hat Adidas seinen Ball kurz vor der WM-Auslsosung vorgestellt. Blatter hat sich gleich mal in Jabulani verliebt. „I love you“, rief er ihm zu.

Sportpolitische Web-Juwelen (1): „Travels with Chuck Blazer“

Auf seltsame und vereinzelte Wünsche wird an dieser Stelle umgehend reagiert. Es hat doch tatsächlich jemand darum gebeten, ich möge eine Weihnachtsserie starten.

Kein Problem, gern geschehen. Nur habe ich nicht so viel Zeit, täglich eine hübsche Geschichte zu erzählen. Arbeit geht vor, und trotz eines schrecklichen Hexenschusses habe ich vor, bis Ende der Woche weiter aus Johannesburg und Kapstadt zu berichten. Sitzen kann ich einigermaßen, schreiben geht auch. Meine Haltung ist allerdings etwas problematisch, ich meine nicht die journalistische oder die weltanschauliche. Nach vorn gebeugt würde ich etwa 120 Grad schätzen – zur Seite sind es auch einige Dutzend Grad Abweichung vom Normalwert. Mindestens.

Doch zurück zum Thema: Bis Heiligabend werde ich täglich manch eine sportpolitische Kostbarkeit aus dem Internetz vorstellen. Manches wurde hier sicher schon verlinkt, einiges wird neu sein.

Beginnen wir mit dem Teufel.

„Law & Order“ Olympia 2016: Rio vs. Chicago vs. Madrid vs. Tokio

Oh ja, es sind nur noch 24 Tage bis zur Entscheidung des IOC über den Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016. Die Bewerber werden nervös. Die Geschichte, die gerade in Brasilien Schlagzeilen macht, stellt ein feines Vorbeben dar. Es geht um eine Folge „The glory that was“ aus der achten Staffel der TV-Serie „Law & Order: Criminal Intent“ – und also um die Olympischen Spiele 2016.

[caption id="attachment_5171" align="aligncenter" width="521"]"The Glory that was" (#CI8016), episode premiere: June 14, 2009 Screenshot USAnetwork.com[/caption]

In der Beschreibung des USA Networks heißt es dazu u.a.:

At the top of the show, a wealthy Belgian diplomat, Caroline Walters, is found murdered in Central Park. Nearby, a second body is discovered: a former secret service agent hired to protect Caroline Walters.

Nichols and Wheeler begin their investigation at the Belgian Consulate, where they meet high-profile security consultant, Jack Tayler. Tayler, it turns out, hired the now-dead agent meant to protect Caroline Walters. (…)

Post vom Anwalt: „private and confidential“

AJ beim Vortrag

Andrew Jennings bekam gerade Post vom Anwalt Peter Hargitays, eines langjährigen Beraters von Joseph Blatter und Mohammed Bin Hammam.

In diesem Brief (9 Seiten pdf), als „private and confidential“ deklariert, geht es scharf zur Sache. Wer die weltumspannende Fifa-Branche und die Arbeit von Journalisten, die sich um Aufdeckung gewisser Vorgänge bemühen, besser verstehen will, sollte sich die Mühe machen, die Unterlagen zu studieren.

Also: Lesebefehl!

Fußball-WM 2018/2022: die Kandidatenliste

Das Teilnehmerfeld am aufregendsten WM-Wettbewerb aller Zeiten steht fest. Einen Tag nach Meldeschluss teilt der Fußball-Weltverband Fifa soeben die Interessenten mit:

  1. Australien
  2. Belgien und die Niederlande
  3. England (Ausrichter 1966)
  4. Indonesien
  5. Japan (Co-Ausrichter 2002)
  6. Korea (Co-Ausrichter 2002)
  7. Mexiko (1970, 1986/für Kolumbien)
  8. Katar
  9. Russland
  10. Spanien und Portugal (Spanien war 1982 Ausrichter)
  11. USA (1994)

Im Vergleich zu den bisher auch von mir genannten Kandidaten gibt es folgende Änderungen: Bewerbungen aus China und Kanada liegen nicht vor – dafür haben die Koreaner noch einmal Lust auf die WM.

Lausanne im Regen

Tja, aufregender sieht der Eingangsbereich des IOC-Hauptquartiers um diese Jahreszeit nicht aus. Rechts der neue Pavillon mit Cafeteria, der auch als Übergang zum alten Chateau de Vidy dient, wo IOC-Präsident Jacques Rogge sein Büro hat.

Eingang IOC-HQ

Peking, Tag 15

10.40: Wieder im Dienst. Gerade spielen sie noch die US-Hymne für Rebecca Soni (200 Brust), gleich wird die für Ryan Lochte gespielt (200 Rücken), und in wenigen Sekunden gewinnt The Big M die 200 IM. Drei mal Gold, drei Mal Weltrekord.

10.51: Dass The Big M seine sechste Goldmedaille (12 overall) gewinnt mit Weltrekord, hatte ich ja schon gesagt. Diskutiere mit David Walsh, dem Armstrong-Jäger, ob Phelps sauber ist. David meint tendenziell: ja. Vielleicht kriege ich ihn noch rum. Er kann übrigens gar nicht glauben, dass die Deutschen seit 1992 auf einen Schwimm-Olympiasieg warten. Und er hat vergessen, dass ich aus dem Osten komme. „Deshalb also weißt du so viel über Doping.“ Das war gehässig. Weiß ich gar nicht.

11.09: She did it. Was für ein Spurt. Jason-Lezak-mäßig. Gold für Britta Steffen, das erste Schwimmgold seit 1992 Dagmar Hase.

12.28: Sieht aus, als sei da jemand glücklich:

Peking, Tag 13

09.26: Im Wasserwürfel. Werde zur Feier des Tages, der 10. und 11. Goldmedaille von Big M, mal den Live Blog probieren. Aber wahrscheinlich schläft in Deutschland noch jeder. Ist ja auch nicht mehr ganz so spannend bei den Schwimmern: Jedes Rennen ein Weltrekord. Wo ist da das Überraschende?

09.32: Kleiner Rückblick auf die Busfahrt ins MPC. Erstaunlich, dass ich nicht ständig Unfälle sehe. Denn rote Ampeln sind in China kein Hindernis. Selbst an größten Kreuzungen, wo sich fünfspurige Autobahnen begegnen, fährt man erst mal in die Mitte vor, um bei Rot zu schauen, was noch geht. Manche drehen auch mitten auf der Kreuzung um und kommen einem entgegen – nicht nur Fahrradfahrer. Aber sie kommen offenbar damit klar, die Chinesen. Undenkbar in Deutschland.

09.43: Aktualisierung von gestern – eine Liste bloggender Olympiareporter: