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IOC-Absurditätenkabinett

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„Final result“ steht über dem Chart aus dem Bericht der IOC-Evaluierungs­kommission zu den Bewerbern für die Sommerspiele 2016, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde. Demnach liegt Doha, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, Austragungsort der Asienspiele 2006, einer mit den Olympischen Spielen problemlos vergleichbaren Veranstaltung, fast gleichauf mit dem vermeintlichen Olympiafavoriten Chicago. Vorn liegen Tokio und Madrid, gerade noch im grünen Bereich ist Rio de Janeiro. Der Bericht schreibt den Kataris sogar die Fähigkeit zu, Olympische Spiele auszurichten. Dennoch wurde Doha vom IOC-Exekutivkomitee in Athen heute Nachmittag aussortiert – wie Baku und Prag.

Monopoly 2016

In ein paar Stunden wählt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fällt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen.

Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren Leipzig in der ersten Runde): Die tapferen Sportkameraden aus Aserbaidschan mit ihrer Hauptstadt Baku und die Hobbybewerber aus Prag. Baku und Prag sind nicht ernst zu nehmen. Beide betrachten ihre „Bewerbung“ vor allem als touristische Promotion.

[caption id="attachment_29020" align="aligncenter" width="400"]2016 Applicant City Logos 'Baku 2016' & und 'Prag 2016' Ohne Chance auf den Finaleinzug: Die 2016er Bewerbungen aus Baku und Prag.[/caption]

Mitunter dienen Bewerbungen, gerade die aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, aber auch als veritables Mittel der Geldwäsche. Anzeichen dafür gibt es viele. Vor einigen Jahren hat dies ein schwedischer Staatsanwalt, der sich mit Olympiabewerbungen beschäftigte, sogar mal laut ausgesprochen:

Das Ergebnis heißt …

Am Sonnabend jährt sich Leipzigs kleiner Olympiasieg zum fünften Mal. Schon vergessen? Den 12. April 2003? München, Hilton Park Hotel. Gerhard Schröders ungelenke Worte:

Das Ergebnis heißt … Leipzig.

Zuvor dona nobis pacem von Wolfgang Tiefensee – es war der Höhepunkt der Karriere des ehemaligen Stadtmusikanten, gegen den gerade die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beihilfe zur Vorteilsnahme ermittelt.

Peter Neumann (MDR Radio Sachsen) erinnert daran in einer einstündigen Dokumentation, die man hier hören kann: Was ist vom olympischen Traum geblieben?