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„Der Fall DFB“ #WM2006

War doch wohl eine unterhaltsame, spannende Woche, oder? Und ich bin mir sicher: Es wird noch viel spannender. Wir nähern uns ganz langsam erst der gefährlichen Zone.

DER SPIEGEL hat jedenfalls schon wieder eine Titelgeschichte gebastelt. Ich durfte erneut dabei sein – wieder mit Jörg Schmitt, Gunter Latsch, Jürgen Dahlkamp, Udo Ludwig und mit Rafael Buschmann. Außerdem im Team, das einige Hürden meistern musste: Michael Wulzinger, Gerhard Pfeil, natürlich Klaus Brinkbäumer, Andreas Meyhoff u.v.a.m., vor allem die Hausjuristen. Hat Spaß gemacht, hat Nerven und Kraft gekostet. Aber ich finde, es hat sich gelohnt.

Werde mir das Stück, das seit 18.00 Uhr als E-Paper verfügbar ist, jetzt mal in der Wanne zu Gemüte führen. Es darf diskutiert werden, aber bitte zurückhaltend, der Honorarprofessor liest mit oder lässt lesen.

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Vielleicht baue ich später ein paar Tweets ein und mache einige Notizen.

So was zum Beispiel:

Das war übrigens die Vorabmeldung, die seit einigen Stunden schlagzeilt:

„Auch hier bin ich ganz ehrlich. Ich kann mich daran absolut nicht erinnern.“ #WM2006 #DFB #FIFAcrime

Ich frage mich, ob der Noch-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der gelegentlich hochoffiziell die Wahrheit beugt, von einem Plakat abliest, das ihm der Professor Schertz hochhält?

Mich interessiert natürlich auch, wie „intern“ die angebliche „Prüfung“ ist, die Niersbach in Auftrag gegeben haben will?

Niersbach-intern?

(Video abspielen? Auf das Bildchen klicken.)

Quelle: tv.dfb.de, dazu das verschriftete „Interview“ von Niersbach mit sich selbst und/oder Niersbach mit einem Menschen von der Pressestelle – oder vielleicht doch mit Schertz?

„Der DFB und sein Präsident“ lassen den Anwalt Schertz schreiben #WM2006 #FIFAcrime #DFB


Nö, Leute, bitte! Nicht schon wieder.

So hatte ich mir das mit dem Popcorn nicht vorgestellt. Kaum zu Hause und eine Wanne eingelassen, da meldet sich in diesem Internet ein gewisser Christian Schertz aus Berlin, Advokat. Lesern dieses Blogs ist der Mann kein Unbekannter. Mir auch nicht. Er hat mich mal erfolglos gegen die FIFA vertreten – und den damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger ebenso erfolglos gegen mich (6:0).

S. soll nun gegen den SPIEGEL und gegen mich „sämtliche denkbaren presserechtlichen Ansprüche“ prüfen. Mit „aller gebotenen Nachhaltigkeit“ widerspricht der DFB der Titelgeschichte des SPIEGEL über die schwarze Kasse bei der WM-Bewerbung 2006. Soweit ich informiert bin, hatte S. die vergangenen Tage schon geprüft.

Mal schauen.

Ich geh dann mal baden – empfehle aus gegebenem Anlass aber noch diesen Archivtext:

Presserechtliche Information DFB

Berlin (ots) – Aus Anlass der heutigen Spiegel-Berichterstattung bittet mich der DFB mitzuteilen, dass ich seine presserechtlichen Interessen vertrete. Der DFB widerspricht mit aller gebotenen Nachhaltigkeit den im Spiegel aufgestellten Behauptungen, es habe im Zusammenhang mit der Bewerbung für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland beim DFB eine „schwarze Kasse“ gegeben sowie der Behauptung, dass die in dieser schwarzen Kasse angeblich vorhandenen Gelder dazu benutzt worden seien, um Stimmen von Fifa Executive-Mitgliedern zu kaufen. Der Spiegel bleibt für den Kauf von Stimmen im Ergebnis auch den Beweis schuldig. Da ein Kauf von Stimmen insofern tatsächlich nicht stattgefunden hat, entbehrt die ebenso aufgestellte Behauptung, der Präsident des DFB, Wolfgang Niersbach, sei hierbei involviert gewesen, jeglicher Grundlage.

Ich bin beauftragt für den DFB und seinen Präsidenten sämtliche denkbaren presserechtlichen Ansprüche gegen die Veröffentlichung des Spiegels und auch des Interviews von Jens Weinreich auf Spiegel Online zu prüfen.

Professor Dr. Christian Schertz Rechtsanwalt

OTS: Schertz Bergmann Rechtsanwälte newsroom: http://www.presseportal.de/nr/62754 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_62754.rss2

Pressekontakt: Schertz Bergmann Rechtsanwälte Professor Dr. Christian Schertz Kurfürstendamm 53 10707 Berlin

Schwarze Kassen bei der WM 2006 #FIFAcrime #DFB

Ein spannender Tag für den deutschen Fußball, dessen Führungsriege seit etlichen Stunden in heller Aufruhr ist. Stellt schon mal Popcorn-Vorräte bereit, liebe Leute. #FIFAcrime hat endgültig Deutschland erreicht.

Alles weitere in unserer Titelgeschichte im gedruckten SPIEGEL (Samstag), ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL und bei den Kollegen von SPIEGEL ONLINE.

Das zerstörte Sommermärchen -- SPIEGEL 43/2015

Die Vorabmeldung:

Schwarze Kasse für deutsche WM 2006 / 10,3 Millionen ­Franken von Adidas-Chef Louis-Dreyfus / Beckenbauer und Niersbach offenbar eingeweiht

Der deutsche Fußball stürzt in seine größte Krise seit dem Bundesliga-Bestechungsskandal der Siebzigerjahre: Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland war mutmaßlich gekauft. Das Bewerbungskomitee hatte eine schwarze Kasse eingerichtet, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus heimlich mit 10,3 Millionen Schweizer Franken gefüllt hatte – damals 13 Millionen Mark. Eingeweiht waren allem Anschein nach der Chef des Bewerbungskomitees, Franz Beckenbauer, spätestens seit 2005 der heutige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, und weitere hochrangige Fußballfunktionäre.

Das Geld hatte Louis-Dreyfus, damals Vorstandschef von Adidas, dem deutschen Bewerbungsteam vor der WM-Entscheidung am 6. Juli 2000 als Privatmann heimlich geliehen; es tauchte weder im Haushalt des Bewerbungskomitees noch später, nach dem Zuschlag für Deutschland, im Haushalt des Organisationskomitees (OK) auf.

Nur noch 89 Tage: zu den Suspendierungen von Blatter und Platini #FIFAcrime

Das Beben geht weiter. Einige Fakten, Einschätzungen und Hintergründe zu den Entscheiden der sogenannten FIFA-Ethikkommission, ergänzt durch Antworten auf meine Fragen, die mir Andreas Bantel, „Sprecher der unabhängigen Audit & Compliance Kommission und der Untersuchungskammer der Ethikkommission der FIFA“, abends noch zukommen ließ.

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So merkwürdig es klingt, aber ein Sieger dieses Tages (Donnerstag, 8. Oktober 2015) heißt Joseph Blatter, obwohl er selbst für 90 Tage suspendiert wurde. Denn durch den Beschluss der hausinternen Ethikkommission sind zwei Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft verhindert worden, genau so wie es Blatter wollte: Michel Platini und Chung Mong-Joon.

Beide beschweren sich vehement.

Hyundai’s Chung Mong-Joon: „What is FIFA?“ Organized crime.

Ich finde, die Rede von Hyundai-Milliardär Chung Mong-Joon heute auf einem Branchentreff in London sollte man mal im Manuskript nachlesen. Chung nannte Blatter einen Lügner, das sollte inzwischen ohnehin die Welt begriffen haben (nur viele Journalisten noch nicht), Chung kündigte Klagen gegen Blatter an usw. usf – die Fußballfamilie zerfleischt sich. Und das ist auch gut so.

Mit der Veröffentlichung dieses Manuskripts ergreife ich für niemanden Partei, schlage mich auf keine Seite. Was aus dem Milliardär wird, der die FIFA führen will, ist mir schnurzegal. Doch seine Ausführungen kommen in wichtigen Punkten der Wahrheit zweifellos näher als die erneut verlogen-dämlich-weltfremden Äußerungen Blatters in einem Burda-Magazin – da haben seine Propaganda-Knechte wie der komische Herr Stöhlker, dessen geistiger Dünnpfiff durch viele Medien wabert, wieder ganze Arbeit geleistet.

Anyway.

[caption id="attachment_9294" align="aligncenter" width="540"]Fab Four, von links: Zainudin Nordin (Singapur), Mohamed Bin Hammam (AFC, FIFA), Joseph Blatter (Gott), Mong-Joon Chung (Hyundai, FIFA, Milliardär) When they were brothers! Singapur 2010: Mohamed Bin Hammam (AFC, FIFA), Joseph Blatter (Gott), Mong-Joon Chung (Hyundai, FIFA, Milliardär)[/caption]

Chung erwähnt viel interessante Punkte. Das zu lesen und zu durchdenken, macht gewiss nicht dümmer. Macht übrigens gerade weltweit Schlagzeilen – zurecht.

Abstimmung: „Fifty Shames of FIFA“ und andere Buchtitel #FIFAcrime

Ich habe kürzlich auf Twitter und Facebook um Titelvorschläge für das FIFA-Ebook gebeten, das einst mit dem Schwerpunkt Katar 2022 konzipiert war. Der Aspekt Katar bleibt uns erhalten, keine Sorge, das Thema gerät derzeit zu Unrecht etwas in den Hintergrund. Drängender ist momentan die Frage, ob dieses kriminelle Gebilde FIFA überhaupt eine Zukunft hat.

Sieht nicht danach aus.

All das wird im Büchlein besprochen, einige Überraschungen kann ich garantieren.

Hier nun sechs Optionen des neuen Covers und neuer Titel. Wer „2022“ schon bestellt hat, kann natürlich auch ein aktualisiertes 2022-Cover bekommen, kein Akt, ich werde demnächst mit favorisierten Titeln in mehreren Varianten ausliefern. Mein heutiger Favorit heißt: „FIFA Confidential“. Bis vorgestern war noch „CSI: Zürich“ mein Favorit.

[slides]tbfka22_fifa-confidential-v3tbfka22_csi-fifa-v2tbfka22_50-shames-of-fifa-v2tbfka22_fifacrime-v2tbfka22_last-sepp-standing-v2tbfka22_tatort-zürich-pokaledition2022[/slides]

Es darf abgestimmt werden, wenn ich richtig zähle, stelle ich unten 26 Titel zu Wahl. Nur zu.

Weitere Vorschläge werden gegen saftige Überweisung auf mein Schweizer Nummernkonto entgegen genommen und mit Bonusstimmen bedacht.

Sportschurkenstaat Katar vs Theo Zwanziger (II): die Klageerwiderung

Seit Juni 2015 geht der Sportschurkenstaat Katar, hier in Gestalt der Qatar Football Association (QFA), vertreten durch die Münchner Kanzlei Bub Gauweiler & Partner, juristisch gegen den ehemaligen DFB-Präsidenten und Blog-Stammgast Theo Zwanziger vor. Die QFA verlangt eine Unterlassungserklärung von Zwanziger, der die Expansionsportpolitik Katars mehrfach mit einem Krebsgeschwür verglichen hat.

Zwanziger lehnt diese Erklärung ab.

Am 2. Februar trifft man sich vor dem Landgericht Düsseldorf zur mündlichen Verhandlung, zu der Zwanziger eine Reihe von Prominenten als Zeugen einvernehmen lassen möchte: den FIFA-Präsidenten Joseph Blatter, den UEFA-Präsidenten und FIFA-Vize Michel Platini und seinen besonderen Freund, den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach, Nachfolger von Zwanziger in den Exekutivkomitees von FIFA und UEFA.

Ich steige kurz wieder auf aus dem Arbeitskeller, in dem noch immer FIFA-Bücher geschrieben werden, habe für Spiegel Online („Zwanziger kontert Klage aus Katar“) eine Summary der Klageerwiderung von Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz verfasst und stelle die hier gern zur Diskussion.

Das Papier, in dem auch zwei Päpste auftauchen, Benedikt XVI. und Franziskus, einer der beiden (Franziskus) hat auch mal etwas mit einem Krebsgeschwür verglichen – den Konsumismus:

Einige Kernaussagen:

  • Klage sei als unbegründet abzuweisen
  • QFA sei für das Verfahren nicht aktivlegitimiert, könne also gar keine Klage einreichen
  • der Begriff Krebsgeschwür sei stets als Umschreibung eines Systems benutzt worden, „zu keinem Zeitpunkt“ seien „einzelne Personen oder Institutionen angesprochen“ worden
  • Grenzen der Meinungsfreiheit wurden nie überschritten
  • keine Schmähkritik, sondern vielmehr Machtkritik, die einem besonderen Schutzbedürfnis unterliege
  • das Verhalten von Michel Platini in der Causa Katar, sein Votum vom 2. Dezember 2010 sei „verwerflich“, weder „sauber“ noch „neutral“
  • Michel d’Hooghe müsste eigentlich zurücktreten
  • usw usf

Wenn dieses Geschwür sich weiter ausbreiten wird, dann sollte man den Begriff Sport und Ethik aus den Satzungen streichen.“

Jack Warner fires back at John Oliver and reveals secrets about Sepp Blatter’s chihuahua #FIFAcrime

Wow! Brilliant part 4 of the never ending John Oliver vs Jack Warner story.

Says Jack:

Mr Oliver who the hell are you to offer me advise, you comedian fool!

I have brown envelopes with kickbacks that are older than you!

No one can doubt that I can bring down FIFA any time I wish.

You think Chuck Blazer renting an apartment for his cat is bad? I tell you how Sepp Blatter took FIFA money and bought a bentley for his chihuahua. His chihuahua!“

Thanks to Wired868, the formidable Andrew Friday and the irrepressible Lasana Liburd!

Michel Platini als FIFA-Präsident? Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall #UEFADFBFIFA

KUALA LUMPUR. Ich beginne doch nochmal einen extra Artikel. Wie erwartet hat Michel Platini gerade seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft bekanntgegeben. Die mit vielen Millionen aufgepeppte Propaganda-Abteilung der UEFA (unter anderem arbeiten Pedro Pinto und der Spindoktor Mike Lee für Platini) dröhnt die Welt großflächig mit Jubelmeldungen und Heldengeschichten über Platini zu.

Dabei ist oder wäre Michel Platini, der von Joseph Blatter sportpolitisch ausgebildet wurde, zunächst nur eins: Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall.

live aus Zürich: Vorstandssitzung des Crime Syndicates FIFA

ZÜRICH. Grüezi. Es wird wieder ein heißer Tag in Zürich – wie seit Wochen nun schon. Ich werde rund um die außerordentliche Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees den ganzen Tag über live bloggen. Notizen, Beobachtungen, Erklärungen, Links, schräges und dummes Zeug, hoffentlich einige Einordnungen – und bestenfalls sogar hilfreiche Gedanken. Twitter ist wie immer inklusive.

Viel Vergnügen.

Crime Syndicate steht in der Überschrift. Hart aber angemessen.

Interessant wird schon mal sein, wer aus dem Exekutivkomitee auf die Reise nach Zürich verzichtet, eventuell aus Sorge, von der Polizei festgenommen zu werden. Wolfgang Niersbach, der oberste Opportunist des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der sich dieser Tage zahlreicher relativ flacher und mitunter hymnischer Würdigungen in deutschen Medien erfreut, wird im Home of FIFA zugegen sein, davon gehe ich aus.

Die Tagesordnung ist überschaubar:

[caption id="attachment_22723" align="aligncenter" width="800"]AGENDA of the extraordinary meeting of the FIFA EXECUTIVE COMMITTEE at the Home of FIFA, Zurich TOP I: Welcome by the President…, gez. Valcke, Serienlügner Secretary General[/caption]

Joseph Blatter hat also weiter das Kommando, trotz angekündigten Beiseitetretens auf einem außerordentlichen Wahlkongress, der gemäß Traktandenordnung heute einberufen werden soll. Schaun mer mal.

Für 10.30 Uhr haben SKINS Chairman Jaimie Fuller und #NewFIFAnow gemeinsam mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB/ITUC), dem Kampagnen-Netzwerk Avaaz („Rote Karte für Sepp Blatter“) und Transparency International (TI) zur Pressekonferenz ins nahe gelegene Sorrell Hotel Zürichberg geladen – dort hatten Ende November/Anfang Dezember 2010 die australischen WM-Bewerber für 2022 logiert, die vom FIFA-Exekutivkomitee mit einer lausigen Stimme abserviert worden sind.