doping

live aus PyeongChang (9): CAS stützt das IOC – und ein Wiedersehen im Intercontinental

ALPENSIA. Moin, moin. Habe mich für einen Besuch beim CAS gegen das Deutsche Haus und den DOSB-Hörmann entschieden. Zu den Deutschen trage ich einen Beitrag nach, vorerst aber – in fünf Minuten – die Entscheidung der Ad hoc Division des Welt-Sportgerichtshofes CAS zu gedopten Russen. Huch, darf ich das so sagen?

Raum für Verschwörungstheorien: Während das Schildchen für CAS-Generalsekretär Matthieu Reeb schon auf dem Podium steht, ist der Saal noch voller amerikanischer Sportler und Journalisten, weil das USOC gerade eine Pressekonferenz hatte.

Währenddessen, am Sonntag wird es gesendet: Ein maskierter Grigori Rodschenkow in 60 minutes.

Russland nimmt Kurs auf die Winterspiele 2018 in PyeongChang: nächste Ausfahrt CAS

[caption id="attachment_29530" align="aligncenter" width="1024"]Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert - und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia) Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert – und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)[/caption]

Kein Tag ohne Dopingmeldungen aus Russland. Der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne teilt heute mit, dass die suspendierten russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below Einspruch gegen ihre vom Ski-Weltverband FIS ausgesprochenen Sperren eingelegt haben. Dies hatte ihr deutscher Anwalt Christof Wieschemann am Mittwoch via Twitter, auf seiner Webseite und schließlich über Nachrichtenagenturen verkündet.

Der Einspruch mit Beantragung eines beschleunigten Verfahrens (die Nordische WM beginnt in zweieinhalb Wochen in Lahti) erfolgte am Montag, am Donnerstag lieferte Wieschemann dem CAS die Begründung nach.

[caption id="attachment_29531" align="aligncenter" width="783"]Bildschirmfoto 2017-02-04 um 00.35.05 Pressemitteilung CAS vom 3. Februar 2017[/caption]

Legkow, der am Schlusstag der Winterspiele 2014 in Sotschi den Marathon über 50 Kilometer gewonnen hatte, ist einer von sechs russischen Langläufern, die im Dezember 2016 nach Veröffentlichung des zweiten Untersuchungsberichts von Richard McLaren vom Ski-Weltverband FIS suspendiert wurden. Die Doping-Kommission der FIS hatte Einsprüche der Russen in der vergangenen Woche abgelehnt. Trotz der Suspendierung soll Maxim Wylegschanin, dreimaliger Silbermedaillengewinner von Sotschi, bei zwei nationalen Wettbewerben gelaufen sein, weshalb ihm die Ausweitung der vorläufigen Sperre droht.

Die wichtigsten Festlegungen der FIS seit Veröffentlichung von McLaren II:

Was vom Tage übrig bleibt (103): die Lügenwelt des ehrenwerten IAAF-Lords Sebastian Coe

Ein großes Thema in den Medien des Vereinigten Königreiches in diesen Tagen: Hat IAAF-Präsident Lord Sebastian Coe, Olympiasieger und Cheforganisator der Olympischen Sommerspiele 2012, gewesener Ethikchef der FIFA, Life Peer des House of Lords etc pp, vor dem Culture, Media and Sport Committee des Unterhauses gelogen, als er im Dezember 2015 in einer Anhörung behauptete, er habe erst im Dezember 2014 nach Ausstrahlung einer ARD-Dokumentation vom Ausmaß der Doping-Korruption (Russland, Diack-Familie etc)in der IAAF erfahren?

Diese Frage wird seit langem debattiert und erhielt durch Veröffentlichungen des Kultur, Medien- und Sportkomitees, das sich seit 2011 auch oft den kriminellen Machenschaften im FIFA-Reich gewidmet hat, neue Nahrung.

Es gibt zum Beispiel diese Email des ehrenwerten Lords an den IAAF-Ethikchef Michael Beloff:

coe-email-beloff-2014-aug

Komiteechef Damian Collins erklärt das so:

Egal, welche Ausrede er hat, es ist klar, dass Lord Coe entschieden hat, nicht alle für unsere Untersuchung relevanten Informationen mit uns zu teilen. Der Ausschuss hat ihn nach seinem Wissen über das Doping in Russland und Korruption innerhalb der Sportart gefragt. In seinen Antworten hat er den Eindruck erweckt, dass er von konkreten Anschuldigungen nichts gewusst hat.“

Lord Coe sah sich nach den Veröffentlichungen der vergangenen Wochen und einer neuerlichen Anfrage des Komitees genötigt, Collins am 26. Januar 2017 diesen Brief zu schreiben und die Diskrepanzen zwischen seiner Email an Beloff und seiner Aussage vor dem parlamentarischen Komitee zu erklären versuchen:

live-Blog zu 1.000 Einzelfällen: der McLaren-Report (II) zum russischen Staatsdoping #Sotschi2014

[caption id="attachment_29296" align="aligncenter" width="940"]Der Boss der Bosse, Mutko, Kozak, IOC-Mitglied Schukow mit Russlands Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele. (Foto: President of Russia) Der Boss der Bosse, Mutko, Kozak, IOC-Mitglied Schukow mit Russlands Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele. (Foto: President of Russia)[/caption]

Moin, moin. So gut es geht werde ich die Vorstellung des zweiten McLaren-Berichts (hier das live-Blog zum ersten Bericht) zum russischen Staatsdoping (Schwerpunkt: Sotschi 2014) in wenigen Minuten in London und später einige Inhalte, Analysen und Reaktionen bis abends live bloggen. Heute erscheinen aktuelle Notizen mal ausnahmsweise oben.

Und hier ist die Webseite zum Schmökern mit 1.166 Dokumenten. Viel Vergnügen!

  • The IP Evidence Disclosure Package
  • Meine Vorab-Analyse auf Spiegel Online:

    Wenn der kanadische Sonderermittler Richard McLaren am Freitag in London seinen zweiten Untersuchungsbericht vorstellt, muss Sportgeschichte umgeschrieben werden. Der Rechts-Professor McLaren ermittelt im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Er gehörte bereits der ersten WADA-Kommission an, die vor einem Jahr einen spektakulären Bericht über das staatlich orchestrierte Doping in Russland veröffentlichte. Er recherchierte weiter, unterstützt von Kriminalisten, und legte im Juli 2016 den ersten sogenannten McLaren-Bericht vor, auf dessen Grundlage etwas mehr als ein Drittel des avisierten russischen Olympiateams für die Sommerspiele in Rio de Janeiro gesperrt wurde.

Was vom Tage übrig bleibt (98): IOC-Ticketdealer Hickey, Kuwait, IPC, CAS, NADA

[caption id="attachment_28318" align="aligncenter" width="640"] Audienz im Vatikan, 2013 (Foto: EOC)[/caption]

Einige Lesebefehle: Dokumente und Beiträge, die man studiert haben sollte. Die Themenliste: IOC-Ticketdealer Pat Hickey, Bachs Mann für Autonomie; Hausdurchsuchungen in Kuwait; das CAS-Urteil zur Sperre des Russischen Paralympischen Komitees in voller Länge, das jüngste Positionspapier von 17 Nationalen Anti-Doping-Agenturen nach deren Treffen gestern in Kopenhagen.

Wladimir Putin: „the Olympic spirit have been insolently trampled underfoot by politics“

We greatly value those who uphold the Olympic movement’s principles and strive to preserve the unity of the big Olympic family. To our great regret however, we have witnessed how the humanitarian foundations of sport and the Olympic spirit have been insolently trampled underfoot by politics. We have seen how issues are decided based on considerations of the moment, and how selfish interest and perhaps even cowardice have triumphed over the Olympic principles.

— Wladimir Putin, Moskau, 25. August 2016

Der unpolitischste und mächtigste olympische Sportführer des Planeten hat seine Untertanen mal wieder im Kreml mit Orden geehrt. Wladimir Putin nutzte die Gelegenheit, um sich mächtig über all jene zu beschweren, die die humanitären Werte des Sports und den olympischen Geist aus politischen Gründen knechten und mit Füßen treten. Nur zur Sicherheit: Er hat sich nicht damit gemeint. Putin sieht sich und seine Sportsoldaten als Opfer böser Kräfte des Westens und ganz böser Medien.

Für seine neue Favoritin Jelena Isinbajewa bleibt er begeistert:

CAS bestätigt die Suspendierung Russlands für die Paralympics

[caption id="attachment_28052" align="aligncenter" width="724"]CAS Media Release: RPC ./. IPC „CAS dismisses the appeal filed by the Russian Paralympic Committee“[/caption]

Ab heute wird sich der Druck des IOC-Imperiums von Thomas Bach auf das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und dessen Präsidenten Sir Phil Craven wieder verstärken. Denn der Weltsportgerichtshof CAS hat die Entscheidung des IPC bestätigt, das russische paralympische Komitee zu sperren und damit von den Paralympics im September in Rio auszuschließen.

Nun sollte man den CAS nicht überschätzen, im Grunde bleibe ich bei meiner Haltung, dass der CAS jederzeit Entscheidungen fällen kann, die von der IOC-Führung erwünscht sind. Hier aber wurde die Haltung des IPC gestärkt. Das ist, natürlich, eine Ohrfeige für die Whistleblower-Feinde und Putin-Freunde und Vasallen um IOC-Präsident Thomas Bach (FDP).

live aus Rio (14): das DOSB-Führungsduo propagiert die Vorgaben des DOSB-Ehrenpräsidenten vom IOC

BARRA DA TIJUCA. Es gibt mal wieder Post vom DOSB, die ich ihnen nicht vorenthalten möchte.

Am 4. August 2016, einen Tag vor der Eröffnung der Sommerspiele, haben DOSB-Präsident Alfons Hörmann und der DOSB-Vorstandsvorsitzende (ehemals Generaldirektor) Michael Vesper den Mitgliedsorganisationen und persönlichen Mitgliedern des DOSB in einem zweiseitigen Schreiben die schwer umstrittene Pro-Russland-Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees vom 24. Juli erläutert. Die Email ging am 4. August raus, das Schreiben datiert vom 3. August.

Im Grunde liegen Hörmann und Vesper als Fanboys fast komplett auf der Linie des DOSB-Ehrenpräsidenten Thomas Bach.

live aus Rio (9), Take that, Bach & Putin: IPC suspends the Russian Paralympic Committee

BARRA DA TIJUCA. Owen Gibson hat schon Recht gehabt gestern im Guardian. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) unter dem britischen IOC-Mitglied Sir Philip Craven macht Ernst und suspendiert das Russische Paralympische Komitee. Die Paralympics im September werden demnach ohne Russland stattfinden.

live aus Rio (8): Gold für Russland und den IJF-Ehrenpräsidenten Wladimir Putin #Stepanowa

[caption id="attachment_27097" align="aligncenter" width="1024"]IJF-Präsident Marius Vizer und sein Ehrenpräsident Wladimir Putin während der Judo-Wettbewerbe in London. Am ersten Tag der Spiele von Rio holt Russland Gold im Judo. (Foto: President of Russia) IJF-Präsident Marius Vizer und sein Ehrenpräsident Wladimir Putin während der Judo-Wettbewerbe in London. Am ersten Tag der Spiele von Rio holt Russland Gold im Judo. (Foto: President of Russia)[/caption]

BARRA DA TIJUCA. Moin, moin. Ist spät heute. Allerlei Vorbereitungen mussten getroffen werden, damit hier in den kommenden Tagen feine Geschichten stehen. Wollte eigentlich heute Abend Phelps Watching betreiben, aber das hat sich wegen eines interessanteren Termins gerade zerschlagen. Stay tuned.

Einige Fundstücke.

Owen Gibson schreibt im Guardian, das International Paralympic Committee (IPC) wolle Russland von den Paralympischen Spielen in September ausschließen:

live aus Rio (6), Nacht der Schande: 271 Russen bei Olympia – aber Sperre für Stepanowa

We admitted not everything is in order maybe in Russian sport, but this is our internal problem.

And we really don’t like when somebody else sticks their nose into our business.

Alexander Popow, Russland, IOC-Mitglied

[caption id="attachment_26247" align="aligncenter" width="525"]Foto: President of Russia Foto: President of Russia[/caption]

BARRA DA TIJUCA. In diesen Minuten putzen sich das IOC, die Olympia-Organisatoren, die olympischen Weltverbandspräsidenten, die wichtigsten Vertreter der mehr als NOK zum President’s Dinner von Thomas Bach heraus.

Es ist eine Nacht der Schande.

Die Folgen dieser schmählichen Entscheidung sind nicht abzuschätzen. Eines der dunkelsten Kapitel in der olympischen Geschichte. Vor zwei Wochen hatte ich in einem Interview 250 russische Sportler in Rio getippt. Später nochmal 250 bis 300. Nun, es sind 271 geworden, teilte das IOC soeben mit.