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Und noch eine Volksbefragung: Olympische Spiele 2028 in Wien?

Wiens Bürgermeister Michael Häupl bei der Verabschiedung von Olympiateilnehmern im Juli 2012 im Rathaus – Foto: Alex Halada / Pressebilder Stadt Wien
“Wien will’s wissen!” Von heute bis Samstag (9. März) findet in Wien eine Volksbefragung statt. Die Einwohner der Bundeshauptstadt dürfen ihre Meinung kund tun zum alltäglichen Kleinkram und einem Luxusprojekt: Zu Wasserversorgung, Parkraumregelungen, erneuerbaren Energieprojekten, Müllabfuhr – und zu den Olympischen Sommerspielen 2028.
Olympia in Wien?
Tatsächlich.
Und das ist nun schon die zweite Olympia-Abstimmung binnen einer Woche. Erst Graubünden (allerdings mit einem Konzept), nun Wien.
Ein Gastbeitrag von Wilhelm Lilge
Crosspost von Team2012.at
Die meisten dachten wohl zuerst an einen Scherz, der nach ein paar Gspritzten im Wiener Rathaus geboren wurde, als die Idee einer Bewerbung Wiens für die Olympischen Spiele durch die Medien geisterte. Aber aus Spaß wurde bald Ernst. Also mal der Reihe nach:
Für alle sportbegeisterten Wiener wäre es eine Riesensache, wenn Wien tatsächlich in naher Zukunft Austragungsort der wichtigsten Sportveranstaltung der Welt wäre. Für die meisten Spitzensportler mit ambitionierten Zielen gilt: einmal zu Olympischen Spielen kommen – und wenn diese dann noch im eigenen Land stattfinden – das wäre wohl das Größte! Warum dann eigentlich nicht und welche Chancen hätte Wien auf einen Zuschlag im Falle einer Bewerbung?
Da gibt’s gleich mehrere Teilaspekte, die man beleuchten kann:
1) Finanzierung
Olympische Sommerspiele sind teuer, sogar sehr teuer! Selbst wenn Stronach, Mateschitz & Wlaschek alle ihre Ersparnisse zusammenlegen würden und Sportstätten als bleibende Denkmäler für sich selbst finanzieren würden, es fehlt einfach zu viel Geld, das die Steuerzahler (nicht die Politiker!) noch beisteuern müssten.
Programmhinweis, Olympia in Graubünden: Wer kassiert und wer bezahlt die Zeche?
ZÜRICH. Programmhinweis in eigener Sache: Ich freue mich auf die Veranstaltung heute Abend in Chur mit Nationalrätin Silva Semadeni, Präsidentin des Olympiakritischen Komitees Graubünden. Die Schweiz ist ja gewissermaßen meine zweite Heimat, habe auf den Spuren von FIFA, IOC und UEFA schon Jahre hier verbracht. Nun also Olympia 2022. Ich darf etwas über Olympiafinanzierung und [...]
Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer
Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:
Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.
Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.
Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (…)
Münchens Olympiabewerbung 2022 vs Privatinteressen von Christian Ude (SPD) und Thomas Bach (FDP)
Die Chancen Münchens, gemeinsam mit Partnergemeinden (etwa Ruhpolding, Garmisch-Partenkirchen) die Olympischen Winterspiele 2022 auszurichten, würden eigentlich ganz gut stehen.
Wenn da nicht einige Partikularinteressen zu berücksichtigen wären.
Oder besser: wenn da nicht einige Privatinteressen über anderen stehen würden.
Privatinteressen verfolgen zum Beispiel die Bewerbungschefs der 2018er Offerte Christian Ude (SPD) und Thomas Bach (FDP).
Ude, derzeit Oberbürgermeister von München, will im September 2013 Ministerpräsident des Freistaates Bayern werden.
Bach, derzeit Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), will im September 2013 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden.
Und deshalb sind die beiden Sportkameraden seit Juli 2011, als München im Wettbewerb um die Winterspiele 2018 gegen PyeongChang verlor, quasi wortbrüchig geworden.
Bis dahin hatten sie jahrelang behauptet, die Münchner Bewerbung, ohnehin grandios und unübertroffen, sei langfristig angelegt – also auch für spätere Olympische Winterspiele.
Für 2022 zum Beispiel.
#London2012 (XIV), schon wieder: vielfältige Lebenssachverhalte
[Dank an @JSachse, der das Fechtvideo beim Guardian entdeckt hat.] LONDON. Moin, moin, bin noch unterwegs und habe in einem Starbucks Station gemacht, um erste Emails (und Blogeinträge) zu schreiben. “Vielfältige Lebenssachverhalte”, hier regelmäßig beschrieben, habe ich mit Bedacht (sic!) für diese Überschrift gewählt, weil heute gewiss den ganzen Tag (und länger) über 15jährige Schwimm-Olympiasiegerinnen [...]
#London2012 (X): Olympia in Sachsen
LONDON. Was ich heute vor habe: In ein, zwei Stunden wird ein live-Blog für den ganzen Nachmittag/Abend aufgemacht. Da können wir die wunderbar entspannte und witzige Eröffnungsfeier nachklingen lassen und auch sonst über Olympia schwatzen. Abends habe ich ein Ticket, aber “non tabled” für die Schwimm-Finals. Wenn es in der Halle Wlan geben sollte, blogge [...]
Rom 2020: Vernunft und Verantwortung
Zeit für frischen Wind an dieser Stelle. Tasten wir uns also langsam wieder heran, zunächst mit Zweitverwertungen zur Olympiabewerbung 2020. DLF vom 19. Februar 2012: Die italienische Hauptstadt Rom hatte sich vor zwei Jahren als erster Interessent für die Olympischen Sommerspiele 2020 gemeldet. Am vergangenen Mittwoch mussten nun beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne [...]
cheat of the day (I): “We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang”
Neues Jahr, neue Rubrik. “Cheat of the day”, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten. Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus Pyeongchang. Der gewesene Bewerbungschef Cho Yang Ho, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele [...]
18 Gründe für die Niederlage von München 2018
Unser Bid Book ist zu Staub zerfallen. Thomas Bach DURBAN. Vorgestern habe ich mich an einem Olympia FAQ versucht: 18 Fragen und Antworten zur Bewerbung 2018. Gestern habe ich bis zum Absturz des Blogs live berichtet. Heute etwas kürzer und zugespitzter: 18 Gründe für Münchens Niederlage. es war die zweitbeste Bewerbung, sagt nicht nur IOC-Präsident Rogge [...]
live-Blog aus Durban: Olympia 2018. Die Entscheidung für Pyeongchang
DURBAN. Moin, moin. Sitze nach einigen Fights mit der Security doch noch pünktlich am Platz. In wenigen Minuten eröffnet IOC-Präsident Jacques Rogge die Show. Ab 8.45 Uhr präsentiert München. Ich bitte um einen/mehrere Gefallen: Kann mir bitte jemand den Spaß komplett am Fernseher aufzeichnen? Ich nehme alles für mein Archiv: ARD, ntv, ZDF – wer [...]
18 Fragen und Antworten zu Olympia 2018
DURBAN. Habe heute für Spiegel Online 18 Fragen und Antworten zur Olympiaentscheidung 2018 gedichtet. Leicht und hier im Hilton live bearbeitet und erweitert (vielleicht gehe ich in der Nacht nochmal ran): 1. Warum ist Pyeongchang Olympia-Favorit? Pyeongchang, ein Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Seoul gelegen, bewirbt sich zum dritten Mal in Folge. Für [...]
Olympic bidding race 2018: die letzten Stunden
DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen. Im Grunde [...]
Im Tiefflug
DURBAN. Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen: Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender [...]
Olympic bidding race 2018: noch zwei Tage
DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt auf knapp 27 Minuten ganz bequem nachhören, was einige der Olympia-Protagonisten mir erzählt haben: [...]
Olympic bidding race 2018: noch 3 Tage. München hat olympic fever
DURBAN. Lassen wir es langsam angehen. Die erste Nachtschicht ist gemacht, wieder reingeschnuppert in die Welt der Ringe-Dealer. Die Anspannung steigt, halb Südkorea hat Durban schon in Beschlag genommen. Die Ankunft von Staatspräsident Lee Myung-Bak, der vor anderthalb Jahren Samsung-Chef Kun Hee Lee begnadigte, um die Spiele nach Pyeongchang zu holen, verursachte gestern an der [...]
Olympic bidding race 2018: noch 4 Tage
DURBAN. Touchdown. Noch kann Mann ungestört durch jene Bereiche schlendern, die von Montag bis Mittwoch zur Hochsicherheitszone erklärt werden: Immerhin habe ich der Versuchung widerstanden, meinen Schädel erneut in die Kamera zu halten . Und ich habe mich verzählt, denn es sind ja nur noch vier Tage bis zur Entscheidung über die Winterspiele 2018 hier [...]
Durban. The final countdown
Ich bin auf dem Weg nach Durban. Ab Samstag wird hier rund um die IOC-Session und die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 gebloggt. Viel Vergnügen! Wie tausendmal gesagt: Pyeongchang oder München, das ist hier die Frage. “New horizons” oder “festival of friendship”. (Tut mir ja auch leid für die Franzosen.) Hier finden Sie das Bewerbungs-Archiv [...]
Programmhinweis (XI): “Olympiapoker”
Für alle, die heute am Mittwoch, 29. Juni, gegen Mitternacht nichts Besseres zu tun haben sollten, eine Programmempfehlung. ARD-Fernsehen einschalten: 23.45 Uhr, “Olympiapoker”, Film von Albert Knechtel und Jens Weinreich Wiederholungen gemäß ARD-Programmvorschau: Freitag, 1. Juli, 21:02 – 21:45, EinsExtra Sonnabend, 2. Juli, 12:45 – 13:30, WDR Münster Dienstag, 5. Juli, 14:15 – 15:00, Phoenix Pyeongchang oder München, das ist hier [...]
Was vom Tage übrig bleibt (63): olympische TV-Milliarden, NBCU und neue Optionen für die Sommerspiele 2020
Da haben sich zwei gesucht und gefunden. NBC Universal bleibt also bis 2020 Olympiasender. Das ist die sportpolitische Top-Meldung dieser Tage. Die Summe hat es in sich: 4,4 Milliarden Dollar für das Paket von vier Spielen – hinzu kommen die Sponsoren-Millionen von General Electric, die schon die bis 2012 geltenden Vertragssummen um bis zu 200 [...]
Winterspiele 2018: der IOC-Evaluierungsbericht
Das IOC hat soeben den Evaluierungsbericht zu den Olympiabewerbungen 2018 veröffentlicht. Es darf diskutiert werden. Aber bitte bedenken: So ein Bericht ist (fast) nie entscheidend. Die Pressemeldung des IOC dazu: The International Olympic Committee (IOC) today released the report by the Evaluation Commission for the XXIII Olympic Winter Games in 2018. This report follows the [...]





