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Gartenparties bei Scheich Ahmed und Präsident Jacques

| 18.06.2013 | 14 Comments

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

  • 66 %

    erreicht

  • 6.605 €

    finanziert

  • 19 Tage

    übrig

Zurück aus Lausanne.

Es war spannend.

Es bleibt spannend.

Es wird spannender denn je.

Auch im Projekt des IOC-Buch, dessen Vorverkauf sich ganz gut anlässt.

Es ist der siebte Werktag, seit Krautreporter das Projekt am 10. Juni 2013 freigeschaltet hat, und derzeit (Stand 13.58 Uhr) sind 6.295 Euro finanziert.

Das ist fein.

Da geht aber hoffentlich noch ein bisschen.

Einfach mal links klicken.

Nun also zum Kurztrip nach Lausanne am vergangenen Wochenende. Einige Schnappschüsse müssen sein. Diese Bildergeschichte ist vielleicht nicht so spannend wie die letzte aus St. Petersburg, aber ich geh’s dennoch mal an. Mein Problem diesmal: trottelhaft habe ich meine Videokamera daheim im Arbeitszimmer liegen lassen und musste mich mit einer kleinen Schnappschusskamera retten.

Trotzdem: Willkommen im Olympia-Zirkus. Manege frei!

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Da ist er wieder, Sportkamerad Scheich Ahmed Al-Sabah aus Kuwait, Präsident der Weltvereinigung aller 204 Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), Ewig-Präsident des Olympic Council of Asia (OCA), IOC-Mitglied schon in jungen Jahren, ehemals OPEC-Präsident, und der vermeintliche Königsmacher bei der IOC-Wahl in diesem Jahr.

Fast könnte ich ihn lieb gewinnen. Das ist mal ein Scheich! Robuster Kettenraucher. Sitzt bis zwei Uhr nachts in der Freiluftbar im Beau Rivage Palace am Lac Léman, stets an der Seite der Chinesin Shiny Fang, Generalsekretärin des Klaus-Schormann-Weltverbandes der Modernen Fünfkämpfer (UIPM), und: war das etwa Rotwein, der da ständig nachgeschenkt wurde in den Schwenker des Scheichs?

Alle Achtung: Hält stundenlang den ANOC-Kongress bei Laune. Hält Hof in seiner Suite, hat alles im Blick an der Bar, und ist morgens schon wieder einer der ersten. Ein Top-Scheich.

Für den deutschen IOC-Boss-Favoriten Thomas Bach (FDP) habe ich diesmal vielleicht seinen abendlichen Rekord gestoppt. In der Nähe des Scheichs hielt er es bis kurz vor Mitternacht aus, ehe er zurück in die IOC-Nobelabsteige Palace chauffiert wurde. Bis Mitternacht, was tut man nicht alles für die Präsidentschaft.

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Ein bisschen Nachhilfeunterricht in Sportpolitik: Die fünf Ringe auf der ANOC-Flagge stehen für:

  • ANOCA (Association of the National Olympic Committees of Africa), Ausrichter der All Africa Games
  • PASO/ODEPA (Pan-American Sports Organization), Ausrichter der Panamerican Games
  • OCA (Olympic Council of Asia), Ausrichter der Asian Games
  • EOC (The European Olympic Committees), demnächst Ausrichter der European Games
  • ONOC (Oceania National Olympic Committees)

Die Weltvereinigung ANOC führt derzeit 204 NOK als Mitglieder. In Lausanne, so hat die Ewig-Generalin Gunilla Lindberg (Schweden) ausgezählt, fehlten nur Tuvalu und Liberia (entschuldigt) sowie Indien (vom IOC suspendiert). Macau, wo des Scheichs Exko kürzlich tagte, hatte Beobachterstatus.

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Ich gestehe: diesen Scheich, der am Eingang zum Tagungsort Palais de Beaulieu den größten Aufmarsch verursachte, habe ich zuletzt etwas vernachlässigt.

Zu Unrecht.

Es ist der Sheikh Saoud Bin Abdulrahman Al-Thani. Und wie der Name schon sagt, ein Al-Thani, also einer aus der Herrschaftssippe der katarischen Stammesfürsten. Sheikh Saoud Bin Abdulrahman Al-Thani ist Generalsekretär des NOK von Katar und als solcher ein gefragter Mann. Entwicklungshilfe und so.

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Ein geradezu intimer Moment. War lustig, als Rogge und der Kuwait-Scheich erkannten, das ausgerechnet dieser komische Blogger sie als einziger mit ner Kamera begleitet, als sie die Ahnengalerie der ANOC abschritten. Hunderte Fotos von Staatsmännern und Ordensverleihungen und Scheich Al-Sabah und dessen ANOC-Vorgänger Don Mario Vázquez Rana.

Eine putzige Angewohnheit: Der Scheich nennt Rogge immer President Jacques. Konsequent.

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Als der Scheich und President Jacques sich kurz zurückzogen, traf Thomas Bach (FDP) ein, der IOC-Präsidentschaftsfavorit aus Tauberbischofsheim, und begrüßte alte Adidas-Weggefährten wie Jean-Marie Weber, den ISL-Schmiergeldboten. Rechts im Bild: Patrick Baumann, IOC-Mitglied in der Schweiz und Generalsekretär des Basketball-Weltverbandes (FIBA).

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Crowdfunding, das IOC-Buch: “Macht, Moneten, Marionetten”

| 10.06.2013 | 39 Comments

Hatte ich kürzlich eine Überraschung versprochen? Ich finde, dieses Buch muss sein. Genau jetzt. Denn präzise betrachtet wird im IOC gerade die wichtigste Personalie der deutschen Sportgeschichte verhandelt – und mehr.

Voilà:

Sie können das Buch ab sofort kaufen, damit vorfinanzieren und sich mit mir auf die Reise durch die Parallelgesellschaft machen.

  • Hier geht’s zur Crowdfunding-Plattform KRAUTREPORTER, wo sie alle Details erfahren und das Projekt finanzieren können.

Ich habe auf Krautreporter eine Finanzierungssumme von 10.000 Euro aufgerufen.

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

  • 66 %

    erreicht

  • 6.605 €

    finanziert

  • 19 Tage

    übrig

Crowdfunding funktioniert nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip:

Alles: Wird diese Summe bis zur Frist am 8. Juli 2013 erreicht, kann das Projekt starten.

Kommt bis dahin mehr Geld zusammen, kann sich der Autor besser auf die Arbeit konzentrieren und kann also das Produkt besser werden.

Nichts: Kommt bis zur Finanzierungsfrist die Summe nicht zusammen, erhalten alle Unterstützer ihr Geld zurück und das Projekt ist gestorben.

(Mehr dazu in den FAQ.)

Für dieses Projekt hatte ich die Wahl zwischen Krautreporter und Startnext. Ich habe mich für die kleinere und jüngere Plattform entschieden, die sich auf journalistische Projekte konzentriert und jede Aufmerksamkeit verdient.

Eine Entscheidung gegen Startnext ist das ausdrücklich nicht, sondern eher eine Wahl aus dem Bauch heraus, ich hätte es am liebsten auf beiden Plattformen versucht. Mitarbeiter von Startnext haben mich erstklassig und freundlich beraten, wie Sebastian Esser von Krautreporter auch.

Sie können bei Krautreporter folgende Zahlungen leisten/Prämien wählen:

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Wer regiert den Weltsport? Teil 1: Wladimir Putin, Marius Vizer und Scheich Ahmad Al-Sabah

| 31.05.2013 | 15 Comments

ST. PETERSBURG. Ich bin mit Verspätung doch noch in St. Petersburg beim Sportaccord-Kongress und der gleichnamigen Messe gelandet. Ein Journalisten-Visum für Russland zu bekommen, ist immer ein Abenteuer, die Abläufe eine Frechheit, das habe ich jetzt etliche Male erleben müssen.

Egal. Ich bin hier, der Kongress tanzt schon nicht mehr. Ich habe gerade einen Text für Spiegel Online (“Sport-Superboss Vizer: Putins Judo-Kumpel attackiert Olympia”) geschrieben, habe noch Termine und will den Tag (die Tage) mal kurz in einer Bildergeschichte erzählen (oder besser: anreißen).

Wir treffen: gute alte Bekannte, die sich daran machen, die Macht im Weltsport zu übernehmen. Da laufen derzeit tektonische Verschiebungen.

Juniorpartner des russischen Judokas Wladimir Putin: IOC-Präsident Jacques Rogge, der sich von Putin nicht nur 2007 in Guatemala am Nasenring durch die Manege ziehen ließ, als Puztin einflog und die Winterspiele 2014 in seine Residenzstadt Sotschi holte. Danach akquirierte er auch die Formel 1, wobei der langjährige IOC-Marketingchef und heutige Ecclestone-Berater Michael Payne behilflich war, die Fußball-WM 2018, die Universiade 2013 und etliche andere Weltmeisterschaften ...

Juniorpartner des russischen Judokas und größten lebenden Sohnes von Sankt Petersburg, Wladimir Putin: IOC-Präsident Jacques Rogge, der sich von Putin nicht nur 2007 in Guatemala am Nasenring durch die Manege ziehen ließ, als Putin einflog und die Winterspiele 2014 in seine Residenzstadt Sotschi holte. Danach akquirierte er die Formel 1, wobei der langjährige IOC-Marketingchef und heutige Ecclestone-Berater Michael Payne behilflich war, die Fußball-WM 2018, die Universiade 2013 und etliche andere Weltmeisterschaften …

… Putin hat auch seinen Anteil daran, dass Ringen nun doch die Chance erhält, 2020 olympische Sportart zu bleiben. Dies ist Michail Mamiaschwili, Putin-Vasall, Russlands Ringerpräsident, angeblich mit dunkler Vergangenheit aus den Jahren, als die Mafia vorzugsweise unter Kampfsportlern rekrutierte, und angeblich der eigentliche Boss des Weltverbandes FILA, dessen Wahlkongress Putin kürzlich in Moskau ausrichten ließ, natürlich …

Der Totaldemokrat und Vollsymphat Hein Verbruggen (links im Bild, rechts: Ski-Weltverbandsboss Gian-Franco Kasper) trat heute als Präsident des Sportaccord-Verbandes ab, der Vereinigung von insgesamt 107 Weltverbänden. Hier schaut er wieder mal grimmig zu mir, ergeht mir oft so, wenn ich ihn sehe, kurz darauf grummelt er ins Mikro, die Fotografen möchten bitte sofort den Saal verlassen …

Tja, wessen Hände das wohl sind? Any thoughts? Es sind, keine Frage, gaaaanz besondere Hände, die schon viel erlebt und angefasst haben.

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Richard Carrión: die Kampferklärung des Bankers

| 22.05.2013 | 19 Comments

LAUSANNE. Ausnahmsweise strahlte nicht die Sonne über der olympischen Hauptstadt. Und da sind es nun vier Kandidaten, die Boss des Ringe-Konzerns werden wollen …

IOC headquarter, Lausanne

IOC headquarter, Lausanne

Richard Carrion war nicht in Lausanne, wo sich gestern das IOC-Exekutivkomitee mit einigen anderen führenden Olympiern und Verbandsfürsten getroffen hat, um u.a. über die Zukunft der WADA zu beraten. Thomas Bach (FDP) war da, die Nummer eins im Kandidaten-Karussell, auch Ser Miang Ng aus Singapur, der vergangene Woche in der Sorbonne, 1894 Gründungsort des IOC, seine Offerte bekannt gegeben hatte, Ching-Kuo Wu (Taiwan), der früh am Nachmittag zum Flieger eilte und am Donnerstag in Taipeh seine Kandidatur erklärt. Richard Carrion aus Puerto Rico ließ gerade eine Pressemeldung verteilen.

Es spricht: der Banker. Jedes Wort ein Signal. Ich! bin! der! Mann! der! Milliarden! und! der! Stabilität!

Richard Carrión Announces Candidacy for IOC President

“We must embrace the changing dynamics of present times and keep innovating and evolving, or risk becoming less relevant to this and future generations.”

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (III): Im langen Schatten der fünf Ringe

| 20.05.2013 | 2 Comments

16.31 Uhr: JW stellt mal die traurige, aber leider erwartbare News des Tages nachträglich voran:

Und weiter geht es mit Teil 3 der Recherche von Grit Hartmann:

* * *

Es kommt tatsächlich vor, dass der scheidende IOC-Präsident Jacques Rogge auch nach zwölfjähriger Amtszeit noch als „Visionär“ oder „Erneuerer“ gepriesen wird. Hierzulande geschieht das derzeit sogar häufig. Sportpolitische Berichterstatter, denen der Oberolympier einmal im Jahr ein Interview gewährt, integrieren solche Bewertungen in eine Erzähltaktik, die besagen soll: Hier Rogge, der Reformer des Ringezirkels nach Samaranch, dort Thomas Bach, der Kronprinz und Samaranch-Zögling.

IWF-Serie

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Eigentlich dürfte, dass man mit dem deutschen IOC-Vize nicht auf Reformen spekulieren sollte, auch ohne solche Manöver klar sein, die der schrägen Vorstellung frönen, auf dem IOC-Thron wirke derzeit ein Erneuerer. Dafür müsste man schon Rogges Baby, die Olympischen Jugendspiele (2014 veranstaltet das IOC die Sause in Allianz mit den chinesischen Machthabern in Nanjing, das Versagen beim Pekinger Härtetest 2008 lässt grüßen), für einen genialen Coup halten und die Aufnahme von ein paar neuen Sportarten ins bzw. den vorläufigen Rausschmiss der Ringer aus dem olympischen Programm für originär bei der notwendigen Modernisierung der Spiele.

Längst hat Rogge, der einstige Olympia-Segler, sein Schiff in den Wind gedreht, der schon unter Samaranch wehte. Das erschließt sich spätestens, sobald ungelöste Dauerfragen aus der olympischen Unterhaltungsindustrie, etwa zu bezahlbaren Spielen oder zur WADA-Finanzierung, an Rogges Start gemessen werden. Das Programm nach seiner Wahl im Sommer 2001: „Für die Glaubwürdigkeit des Sports. Gegen Doping. Gegen Korruption. Gegen Gewalt.“ Damals meinte Rogge auch, der Sport habe nur dann eine Zukunft, wenn er „seine ethischen Werte wiederentdeckt“.

Wie hält es also die olympische Familie, wenn einer der Ihren in den Ethik-Fokus rückt?

Die detaillierte Beschwerde der Gewichtheber-Offiziellen zu den unter ihrem Präsidenten, dem IOC-Ehrenmitglied Tamás Aján mysteriös verschwundenen olympischen Millionen böte im Wirtschaftsleben reichlich Indizien, um den Staatsanwalt auf den Plan zu rufen.

Im IOC, das sich seinen Rechtsrahmen selber geben darf, dreht sich die Waschanlage drei Monate. Dann antwortet nicht Rogge. Seine Rechtsabteilung teilt mit, warum der Präsident gegen Ermittlungen der Ethik-Kommission entschieden hat:

IOC letter IWF

Für das formale Daumen-runter-Zeichen und die Feststellung, der Fall sei auf „Anwendung der IWF-Statuten“ bezogen, brauchte es wohl kaum die behauptete „seriöse Analyse“ diverser Unterlagen. Die tiefgekühlten sieben Zeilen sind eher ein Paradebeispiel dafür, was man im IOC unter Transparenz versteht: Sie lassen die Beschwerdeführer rätseln, welche Entlastungsbeweise die IWF vorgelegt haben könnte und warum Aján die dem eigenen Verband vorenthielt.

Und hatten die Kläger nicht angeboten, dem IOC-Präsidenten zur Verfügung zu stehen bei weiterem Klärungsbedarf?

Die IOC-Spitze ist gar nicht interessiert an dem, was die Heber vorzutragen haben. Dem erlauchten Kreis geht es nicht um Aufklärung, das ist das eine Problem. Zum anderen Problem sagt einer der Kläger:

Diese Absage war für uns ein echter Schock.

Zuerst deshalb, weil man sich auf einen Passus in der IOC-Anstandsfibel, im Ethik-Code berufen hat. „Die Olympischen Mittel der Olympischen Parteien“, heißt es scheinbar eindeutig in Abschnitt C, „sollen nur für Olympische Zwecke genutzt werden.“ Die Verwendung der Gelder sei außerdem „klar in der Buchführung“ auszuweisen. Auch tun sich gewisse Abgründe auf zwischen dem abschlägigen IOC-Bescheid und jener „Lebensart“ namens Olympismus, die ja, so lautet das erste der „fundamentalen Prinzipien“ der Olympischen Charta, „auf dem erzieherischen Wert des guten Beispiels“ aufbaut.

Antonio Urso, der Präsident des Europäischen Gewichtheber-Verbandes, und Marino Casadei, einer der IWF-Prüfer, wollen sich so einfach nicht abwimmeln lassen. Sie finden, Rogges Absage stehe im Widerspruch zu „den ethischen Werten des Olympismus“. So steht es in der Klage, die sie als Privatleute dem Internationalen Sportgerichtshof CAS vorlegen. Beklagter: das IOC und sein Präsident.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (II): Das Rätsel um die verschwundenen Millionen

Tamás Ajan, IOC-Session Singapur, 2005

Es folgt die ergänzte, etwas anders gefasste und mit Dokumenten versehene Version eines Artikels, der in Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau unter dem Titel “In der Waschanlage” erschienen ist. Play the Game hat die Überschrift “IWF president under suspicion of financial mismanagement” gewählt.

„Finanzielle Misswirtschaft“ – das ist die juristisch korrekte Bezeichnung für den Vorgang, den einige Gewichtheber-Funktionäre bisher vergeblich versucht haben, vollständig aufzuklären. Er illustriert, welcher Geist noch immer weht in den olympischen Weltverbänden und warum es – angesichts oft jahrzehntelang gewachsener Abhängigkeiten – so schwer ist, dem etwas entgegen zu setzen.

* * *

Die Geschichte beginnt vor vier Jahren, beim letzten IWF-Wahlkongress in Madrid Ende März 2009.

Oberflächlich betrachtet, ist alles wie immer: Aján, der es liebt, sich mit den Mächtigen zu zeigen, gibt den galanten Gastgeber. Er begrüßt als Ehrengäste die spanische Infantin, den Sportminister, den Vize-Bürgermeister von Madrid. Er herzt den IOC-Kollegen Samaranch Junior und einen, gegen den gerade eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet hat, den Handball-Pharao Hasan Moustafa.

Es hagelt Grußadressen und Auszeichnungen.

MUST READ!

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Alles könnte so sein wie immer, wären da nicht die vielen lästigen Fragen zum Geld.

Wie immer hat Aján auf dünnen drei Seiten Einnahmen und Ausgaben der IWF aufgelistet. Wie immer haben die hauseigenen Prüfer keine Auffälligkeiten entdeckt, im Gegenteil: Sie haben sogar „gratuliert“ zum kleinen Überschuss, den die IWF erwirtschaftet hat.

Auch dass Aján ein wenig jammert bei der Vorstellung des Finanzberichts – mit dem er angeblich seiner Pflicht nachkommt, die Nationalverbände über die „tatsächliche Finanzlage“ zu informieren – ist nicht ungewöhnlich.

„Es war nie leicht“, behauptet er diesmal, „einen angemessenen finanziellen Hintergrund für unsere Aktivitäten zu sichern.“

Die Dokumente dazu:

In den Jahren zuvor klangen die Klagen des IWF-Bosses ähnlich: „Geld ist schwierig aufzutreiben“ (2000), „extrem schwierige internationale Umgebung“ (2002), „IWF ist nicht ausgenommen von globalen Krisen“ (2006) …

Inzwischen aber hören ein paar Funktionäre solche Sätze nicht mehr gern: Zwar wissen die wenigsten, dass Aján sich mit 300.000 Dollar im Jahr fürs Ehrenamt entschädigen lässt – aber kaum einem entgeht, dass die Kosten fürs Budapester Präsidenten-Büro, wo auch der Schwiegersohn als Wettkampfdirektor wirkt, ständig steigen.

  • Und nun fragt ein Delegierter, an wen denn die Hanteln gegangen sind, die als Ausgaben unter „IWF-Entwicklungsprogramm“ verbucht sind.
  • Ein afrikanischer Delegierter möchte Details zu den Zuschüssen für die fünf Kontinentalverbände, Posten Nr. 15 unter „Ausgaben“, mehr als 300.000 Dollar.
  • Und der Italiener Antonio Urso will wissen, warum die aktuelle Bilanz ohne Vermögen eröffnet, wo doch die vorherige mit 1,6 Millionen Dollar im Plus schloss.

Es gibt weitere Fragen.

So viele, dass dem IWF-Boss ein verräterischer Satz entschlüpft:

Den Überblick „über das gesamte Vermögen“ erhalte nur die Exekutive und das IWF-Prüfkomitee.

Das gesamte Vermögen?

Viele Funktionäre hören davon zum ersten Mal.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (I): Geschäfte mit der Dopingkultur

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Tamás Aján (c) IWF

Dies ist der Auftakt zu einem Mehrteiler, der das Innenleben in einem der olympischen Weltverbände nachzeichnet, die weniger im Fokus stehen als FIFA oder UCI: in der International Weightlifting Federation (IWF) unter Tamás Aján, 74. Der Ungar wirkt seit Anfang der 70er Jahre in der IWF-Spitze, zunächst als Vizepräsident, seit 1976 als Generalsekretär, seit 2000 ist er Präsident. Im selben Jahr rückte er ins IOC ein, noch auf Vorschlag des greisen Juan Antonio Samaranch.

Nicht nur biografisch ist Aján ein Sportkarrierist; er gehört auch mental zu dem Typus, den man gern in irgendeinem entfernten Reich der autokratischen Fossile verorten würde – wüsste man nicht, dass die so genannte olympische Familie noch immer dieses Reich ist. Kritikern hält Aján beispielsweise entgegen, es brauche schon „ein Buch“, um all die „revolutionären Verbesserungen“, die er fürs Gewichtheben erreicht habe, auch nur „aufzulisten“.

Das Zitat stammt aus einem internen Rundbrief – Teil eines Stapels von Dokumenten, die ich seit Dezember zur IWF recherchiert habe, ursprünglich, weil ich über ein Dopingthema schreiben wollte. Das führte dann weiter, dazu in den nächsten Tagen mehr.

IWF-Serie

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Korruption in der IWF? Wo sind die IOC-Millionen?

Aktueller Anlass dieses Mehrteilers: Am Pfingstmontag (20. Mai 2013), beim Wahlkongress der IWF im Radisson Royal in Moskau, dem legendären ehemaligen Ukraina, erlebt die Heberszene ein historisches Ereignis. Erstmals in beinahe vier Jahrzehnten bekommt Aján, der natürlich wieder Präsident werden will, Gegenkandidaten.

Dass der Dauerherrscher die IWF wie ein Familienunternehmen betreibt, inklusive obskurer Geldgeschäfte, hat eine bemerkenswerte Opposition hervorgebracht, mit Ideen, die für die Internationalen Sportföderationen neu sind. Die gute Rolle, die dabei der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) spielt, wird in diesem ersten Teil thematisiert – und auch, wie die deutschen IOC-Granden Thomas Bach und Walther Tröger auf Querdenker in den eigenen Reihen reagieren.

Aján übrigens hat auf eine Anfrage, auch zum Umgang seines Weltverbandes mit der Dopingfrage, nicht geantwortet.

* * *

Ordensverleihungen dürfen bei Kongressen in der Welt des Sports, wo es oft zugeht wie auf kommunistischen Parteitagen, nicht fehlen. Auch Tamás Aján sieht das ganz sicher so: In der vergangenen Woche jedenfalls hat er auf den Zeremonienpart beim Wahlkonvent in Moskau eingestimmt: Per Mail schlug er sieben Funktionäre („distinguished persons“) als künftige Träger des IWF-Ordens in Gold und Silber vor. Die Reaktionen kennzeichnen die aktuelle Stimmungslage unter den Gewichtheber-Funktionären recht gut: Ein Mitglied des Executive Boards protestierte gegen Ajáns Alleingang und fragte nach, warum über diese Personalien nicht in der letzten Sitzung des Gremiums debattiert worden sei. Einer der Ordensträger in spe lehnte ab, er habe schon genug Auszeichnungen. Ein dritter Offizieller quittierte einen der Aján-Vorschläge mit Spott – seine grafische Fingerübung mailte er an die IWF-Mitglieder, die Nationalverbände:

Hassan Akkus

Die rekordverdächtigen zwei Dutzend Dopingfälle unter dem Verbandspräsidenten Hasan Akkus zeigen systematisches Doping beim türkischen Hebernachwuchs an: Der Großteil wurde im letzten Dezember, bei und nach den U23-Europameisterschaften detektiert, Stanozolol-Fälle allesamt. Zu den Hintergründen ist bis heute nichts bekannt. Der altgediente Funktionär Akkus ließ auch gar keine Aufklärungsabsichten erkennen, er trat lieber eilig mitsamt seinem Präsidium zurück. Kuriose Begründung: „Wo Doping ist, da sind wir nicht.“ Akkus, muss man hinzufügen, steht auch der Medizinischen Kommission der IWF vor. 2011 spielte er in Istanbul den Gastgeber für die so genannte „IWF-Welt-Antidoping-Konferenz“ – eine Veranstaltung, für die Aján 250.000 Dollar verausgabte, nach Auffassung seiner Gegner (die vergeblich protestierten) aber bloß eine Beruhigungspille fürs Publikum, weil der Präsident öffentlich unter Druck geraten war in der Dopingfrage.

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Thomas Bach und die vielfältigen Lebenssachverhalte: der neunte IOC-Präsident kommt aus Deutschland …

| 09.05.2013 | 28 Comments

… wenn nichts erdrutschartiges dazwischen kommt bis zum 10. September 2013, wenn die IOC-Vollversammlung in Buenos Aires den Nachfolger von Jacques Rogge wählt.

Doch wann bebt schon mal die Erde im IOC.

Seit dem Olympischen Kongress 1981 in Baden-Baden, spätestens aber seit seiner IOC-Aufnahme in Birmingham 1991, weiß der denkende Teil der Welt, dass der Industrielobbyist Thomas Bach, UDIOCM, Schüler von Horst Dassler, FDP-Mitglied, Günstling von Juan Antonio Samaranch, Herrscher der Grauzone und Mann der vielfältigsten Lebenssachverhalte, IOC-Präsident werden will. Das wichtigste Amt des Weltsports soll es sein.

Seit Jahren zitiere ich einige IOC-Mitglieder wie René Fasel oder Gian-Franco Kasper, die früh aussprachen, was alle in der Szene wussten/wissen: Bach ist erster Kandidat auf den Thron und wird antreten.

Der Wettlauf um die so genannte News, wann er sich denn nun dazu bekennt, war nur Pseudo-Journalismus. Unerheblich, wichtiger sind die Hintergründe. Und über die wird in den kommenden Monaten ausführlich zu reden sein.

Die Frage des Tages lautet: Warum die Hektik? Warum so plötzlich und überhastet?

Zwei Antworten lauten zunächst:

1) Weil Bach unbedingt als erster in den Ring steigen und eventuell einem anderen Kandidaten zuvorkommen wollte. [So eine Art kleiner olympischer Schwanzvergleich.]

2) Weil Bach die IOC-Mitglieder informiert hat und fürchten musste, dass eins der Brieflein schnell öffentlich wird.

In dieser Minute beginnt in Frankfurt am Main, in der Zentrale des Deutschen Olympischen Einheitssportbundes DOSB eine Pressekonferenz mit Bach, um 13.45 Uhr findet eine internationale Telefonkonferenz statt.

Halt! Schrieb ich Pressekonferenz?

So ein Unsinn.

In der heute morgen, 8.32 Uhr (sic!), eilig verschickten DOSB-Mitteilung heißt es:

Einladung zum Statement des DOSB

DOSB-Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper werden am heutigen Donnerstag um 12.30 Uhr im DOSB, Otto-Fleck-Schneise 12, in 60528 Frankfurt/Main ein Statement betreffend des Prozederes der Wahl eines neuen IOC-Präsidenten abgeben. Dazu laden wir Sie in die Räume 10 bis 12 (Erdgeschoss) ein.

Wie putzig:

… ein Statement betreffend des Prozederes der Wahl eines neuen IOC-Präsidenten abgeben …

Ich werde den Tag über an dem Thema arbeiten und live bloggen.

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142 Mio CHF Schmiergeld: full list of ISL bribery payments to senior sport officials 1989-2001

| 28.04.2013

Der Worte sind genug gewechselt. Ich habe mit den Kollegen von Spiegel Online erstmals die komplette Liste zum von der ISL/ISMM-Gruppe geprägten größten Schmiergeldsystem der olympischen Sportgeschichte veröffentlicht.

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Mal sehen, ob sich via Crowdsourcing noch das eine ander andere Detail zu den zahlreichen Tarnfirmen und Stiftungen in Europa, Amerika und Asien finden lässt. Es bleibt noch viel zu tun, denn es ist so:

  • Die 142 Millionen CHF Schmiergeld für Sportfunktionäre sind nur ein Teil dessen, was die ISL-Gruppe gezahlt hat. Die tatsächliche Schmiergeldsumme dürfte ungleich höher sein. Unterlagen für die Zeit von 1982 bis 1989 existieren nicht mehr.
  • Von diesem 142 Millionen sind die Empfänger von mehr als 110 Millionen unbekannt. Nur der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, Freund von Havelange, Blatter und vielen anderen Top-Funktionären, kennt alle Empfänger. Er nimmt sein Geheimnis mit ins Grab. Er hat übrigens mehrfach in kleinem Kreis erklärt, um sein Leben zu fürchten.

Ich biete die Liste in Gänze an und auf die Jahre 1989 bis 2001 aufgeschlüsselt. Zu allen Tabellen werde ich im Laufe des Tages weitere Anmerkungen/Links liefern und weitere Dokumente veröffentlichen. Work in progress – immer mal wieder vorbei schauen.

Einige Dokumente, die ich heute zur Verfügung stelle, waren bislang ebenfalls unveröffentlicht. Wer tiefer eintauchen will in das ISL-Geflecht und die Geschichte, findet über den Button “related posts” am Ende des Artikels und im Archiv Dutzende originäre Blogbeiträge mit vielen hundert externen Links und Dokumenten.

Es gab in den vergangenen Jahren auch viele journalistische Dummköpfe, die plärrten, das ISL-System sei etwas für den History Channel. Wie dämlich. Die ISL-Gruppe wurde vom einstigen Adidas-Zampano Horst Dassler gegründet. Dasslers Erbe beeinflusst den Weltsport bis heute.

So sind einstige ISL-Größen und wichtige Gefährten von Horst Dassler noch in Amt und Würden und in Aktion: Ob nun Schmiergeldbote Jean-Marie Weber & Co. Ob der einstige ISL-Manager Sandro Rossell, Teixeira-Freund und Präsident des FC Barcelona. Ob der FIFA-Präsident, Dasslers Kumpel Sepp Blatter. Oder auch der künftige IOC-Präsident Thomas Bach, Dasslers einstiger Adlatus (1985-87), Adidas-Direktor und damals Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (wie Jean-Marie Weber).

u.e.a.m.

Zudem haben sich in den Wirren des ISL-Konkurses ab 2001 Figuren auf teilweise obskure Weise in Positionen gebracht, die noch auf Jahre wichtige Positionen einnehmen werden: etwa FIFA-Generalsekretär und Serial Liar Jérôme Valcke, der einst als Vivendi-Manager für einen symbolischen Franken die ISL übernehmen wollte, oder sein heutiger Stellvertreter Markus Kattner und Blatters Neffe Philippe (Infront CEO), die beide über die reichlich undurchsichtigen Rettungsarbeiten von McKinsey im FIFA-Business aufschlugen.

Alles hat irgendwie mit dem ISL-Netzwerk und vielfältigen Lebenssachverhalten zu tun.

Wir reden über ein halbes Jahrhundert olympische Machtgeschichte.

Aufgeklärt ist fast nichts.

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Und, ja, Sepp Blatter steht nicht als Schmiergeldempfänger auf der Liste. Er ist gemäß Einstellungsverfügung aber Mitwisser gewesen.

Und viele Geschichten, etwa wie er die ISL/Kirch-Konkurrenz ausgebootet hat, als es um Milliardenverträge ging, erscheinen längst in einem anderen Licht – auch diese Geschichten müssten aufgeklärt werden.

Die ISL-Liste:

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Nicolás Leoz tritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee zurück: 1.075.625 (CHF) “gesundheitliche und persönliche Gründe”

Das Urteil des Münchner Richters Hans-Joachim Eckert zur ISL-Causa rückt näher. Und siehe: Schon verlässt wieder ein Ganove das FIFA-Exekutivkomitee. (Sepp, wann verschwindest Du endlich?)

Diesmal ist es der 84 Jahre alte Ewig-Präsident  der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) Nicolás Leoz.

Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

von links: ISL-Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

Die putzige Propagandameldung der FIFA:

FIFA has taken note of the formal resignation of Nicolás Leoz as a member of the FIFA Executive Committee and as President of CONMEBOL (Confederación Sudamericana de Fútbol) for health and personal reasons. Nicolás Leoz informed FIFA of his decision to resign today by letter.

In accordance with the FIFA Statutes (art. 30 par. 9), CONMEBOL will now have to decide immediately on the replacement of Nicolás Leoz as one of its representatives on the FIFA Executive Committee for the remaining period of office.

Der wahre Grund bzw die 1.075.625 Gründe:

Leoz hat von der ISL-Gruppe insgesamt 1.075.625 Schweizer Franken Schmiergeld erhalten.

  • am 12.11.1997: 282.000 CHF
  • am 13.05.1998: 300.000 CHF
  • am 04.12.1998: 282.000 CHF
  • am 20.01.2000: 159.950 CHF
  • am 04.05.2000: 51.675 CHF

Habe ich korrekt addiert?

Das ist die Summe, die wir kennen.

Ich rechne in derlei Fällen ja gern mal hoch, wohl wissend, dass nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle je öffentlich werden. Weshalb ich sicher bin, dass die ISL-Gruppe ein Mehrfaches jener 142 Millionen Franken an Sportfunktionäre gezahlt hat, die für die Jahre 1989 bis 2001 gerichtsfest dokumentiert werden können.

Die anderen Schmiergeld-Empfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee (ehemals und aktuell):

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Grünes Licht für Winterspiele 2022 in München: DOSB-Bosse beziehen Ruhpolding ein und entlasten Garmisch-Partenkirchen

| 23.04.2013 | 22 Comments

Es gibt Entwicklungen, die nichts mit Uli Hoeneß und Mario Götze zu tun haben.

Die Spitzen des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB), Präsident Thomas Bach (FDP) und Generaldirektor Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen), antichambrieren derzeit in Lima bei der IOC-Konferenz Sport for all. Für Bach hat der Wahlkampf um die IOC-Präsidentschaft längst begonnen – im September entscheidet die IOC-Vollversammlung in Buenos Aires. Vesper will dann kurze Zeit später Bachs Nachfolger als DOSB-Präsident werden – als bezahlter Präsident, versteht sich. Vergangene Woche hat das allmächtige Duo die Weichen für eine vernünftigere – und extrem aussichtsreiche – Olympiabewerbung Münchens für die Winterspiele 2022 gestellt.

Der DOSB rückt von seinem Zwei-Cluster-Prinzip ab, würde bei einer neuerlichen Bewerbung (über die angeblich im Herbst die Bürger abstimmen sollen) die Widerstands-Region Garmisch-Partenkirchen extrem entlasten und Wettbewerbe von GaPa nach München und vor allem nach Ruhpolding in die Biathlon-Hochburg verlegen.

Das ist vernünftig. Der Brief des DOSB wurde in der aktuellen Rathaus-Umschau der Landeshauptstadt München veröffentlicht:

Wobei Ralf in den Kommentaren natürlich längst darauf hingewiesen hat, dass der DOSB und die Olympiabewerbungsgesellschaft 2018 das vor zwei Jahren noch kolossal anders gesehen haben:

Im Folgenden setzen wir uns mit den 18 gebräuchlichsten Thesen gegen Olympische und Paralympische Winterspiele in München und Garmisch-Partenkirchen auseinander und geben Antworten darauf. Alle Belege, die wir vortragen, sind nachprüfbar.

“München plus 4 (Ruhpolding, Inzell, Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen) wäre das ökologisch bessere Modell gewesen, das man hätte unterstützen können.”

Das ist falsch. Im Gegenteil, dieses Modell würde

  • mehr Verkehr auf längeren Wegen auslösen,
  • mehr Flächenverbrauch durch zusätzliche Infrastruktureinrichtungen bedeuten und
  • mehr Eingriffe in Natur und Landschaft notwendig machen.

So müssten bei der Nutzung weiterer Austragungsorte zwangsläufig auch weitere Olympische Dörfer, Medienzentren und Funktionsbauten (Telekommunikation, Organisation etc.) errichtet werden. Darüber hinaus entstünde ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen von München bzw. Garmisch-Partenkirchen zu und innerhalb aller Austragungsorte durch Zuschauer, Verantwortliche und Medienvertreter, das mit dem bestehenden Verkehrsnetz nicht zu bewältigen wäre. Es wäre daher ein erheblicher Aufwand für den Ausbau von Straßen erforderlich, zumal entsprechende Bahnlinien nicht zur Verfügung stehen. Dieser Ausbau würde abgesehen von den enormen finanziellen Belastungen zu erheblichen Umwelteingriffen führen und wäre für das nach-olympische Verkehrsaufkommen nicht nachhaltig.

Zudem würde eine solche Ausweitung Münchens Chancen im internationalen Wettbewerb massiv beeinträchtigen, denn der Grundgedanke Olympischer Spiele ist es, Sportler/innen aus allen Kontinenten und aus den unterschiedlichsten Sportarten zusammenzubringen, um die internationale Verständigung zu fördern. Olympische Spiele sind eben nicht eine Addition von Weltmeisterschaften, sondern haben einen ausgesprochen integrativen Charakter. Sie ziehen ihre Faszination gerade aus der einzigartigen Verbindung ganz unterschiedlicher Nationalitäten und Sportarten an möglichst einem Ort. (…)

Bewerbungsfolklore.

Belege? Nachprüfbar?

Geschenkt.

Im Münchhausen-Test sind Bach & Co wieder einmal durchgefallen.

Hatte der DOSB-Boss doch 2010 im sid-Interview gesagt:

sid: Gerade hat Ruhpolding wieder seinen ausgezeichneten Ruf als Biathlon-Hochburg unter Beweis gestellt. Warum passen die Chiemgauer dennoch nicht in das Konzept für München 2018?

Bach: “Weil es dann keine Olympischen Spiele in Deutschland geben würde. Mit einer Flickenteppich-Bewerbung hätten wir keine Chance. In Ruhpolding müsste unter anderem ein zusätzliches olympisches Dorf errichtet werden, ein solches Subzentrum mit kostenintensiven Verkehrswegen ist nicht zu rechtfertigen.”

Nachtrag, 14.12 Uhr: Das Fragezeichen habe ich flink mal aus der Überschrift getilgt.

Denn das ist wohl der Auftakt der deutschen Olympiabewerbung 2022.

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Die FIFA unter @SeppBlatter: Personenkult, Korruptionsmaschinen, Ethiksimulation und Propaganda

| 21.03.2013 | 9 Comments
Mein Lieblingsfoto von Sepp und Don Julio: von der Krönungsmesse 2007 in Zürich

Mein Lieblingsfoto von Sepp und Don Julio: von der Krönungsmesse 2007 in Zürich

Gerade tagt das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA in Zürich (die Tagesordnung). Bin heute nicht vor Ort, werde die anschließende Pressekonferenz aber online verfolgen und live ein bisschen bloggen. Also bitte immer wieder ans Ende des Beitrags scrollen. Auch die beiden folgenden Texte werden ergänzt und verlinkt.

Es ist noch ein bisschen Zeit. Um was es heute ging/geht, habe ich in den vergangenen Tagen u.a. für die Berliner Zeitung und Spiegel Online aufgeschrieben:

* * *

19. März. Die Propagandaabteilung der FIFA arbeitet hochtourig. Am Tag vor dem Treffen des Exekutivkomitees in Zürich veröffentlichte der Fußball-Weltverband Details aus einem „persönlichen Schreiben“ des Katholiken Joseph Blatter an Pontifex Franziskus. „Ohne den Glauben an Gott mit dem Glauben an den Fußball auf eine Stufe stellen zu wollen, möchte ich anmerken, dass beide gemeinsame Werte haben“, schrieb Blatter. Warum so bescheiden? Blatter betrachtet sich und sein Fußballgeschäft doch allen Ernstes als einzig globale Religion:

Fußball ist mehr als eine einzelne Religion“, hat er einmal gedichtet: „Also nur zu sagen, mehr als die katholische Kirche, das wäre für mich zu wenig.“

DOKUMENTE

Zur Orientierung:

Der Fußballpapst konferiert mit seinen Kardinälen aus dem Exekutivkomitee ab Mittwoch im Home of FIFA auf dem Zürichberg, um so genannte Reformmaßnahmen abzusegnen. Ein kastriertes Programm, das seit dem FIFA-Kongress 2011, als Blatter zum vierten Mal gekrönt wurde, exakt jenem Fahrplan folgt, den er und seine fürstlich entlohnten Paladine, PR-Leute und Lobbyisten, ausgeheckt haben. In deren Diktion heißt es, die „Reformen“ werden beim FIFA-Kongress im Mai auf Mauritius abgeschlossen. Von Blatter Angeheuerte wie der Compliance-Experte Mark Pieth aus Basel, die als Teil der Inszenierung lange Zeit still hielten, geben neuerdings Interviews und drohen mit Abbruch der fragwürdigen Geschäftsbeziehungen zur FIFA.

Pieth legte mit dem Unabhängigen Governance-Komitee (IGC) im Februar den zweiten Bericht und sieben als „unverzichtbar“ bezeichnete Forderungen vor. Dazu zählen die Amtszeitbeschränkung für den FIFA-Präsidenten und die Exekutive sowie ein unabhängiger Integritätscheck von Top-Funktionären. Beides wird so nicht kommen. Pieth müsste dann sein Versprechen wahr machen und als Kommissionschef zurücktreten. Letztlich dürfte er für Blatter, der ihn persönlich ausgesucht hat, den Clown gespielt und der Propagandanummer „Reform“ eine Art Autorität verliehen haben. In der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte die Kanadierin Alexandra Wrage aus dem Pieth-Komitee nun, es gäbe nur „kosmetische Verbesserungen ohne echte Veränderungen “. Es würden „nur die Liegestühle auf der Titanic umgruppiert“.

Die sieben “unverzichtbaren” Forderungen des IGC:

The IGC however, reminds the Members of the ExCo that the revision of the Statutes foreseen for Congress 2013 is fundamental: as highlighted in its First Report of March 2012, the IGC stresses the need to introduce transparency and accountability throughout FIFA.

Therefore it is indispensable:

  1. That the President and all Members of the ExCo as well as the standing Committees of FIFA undergo an integrity check performed by an independent body within FIFA centrally prior to their (re-) election.
  2. In order to underline their role and responsibility as Members of the FIFA’s Executive Body the Members of the ExCo should be confirmed by Congress upon their appointment or reappointment by the Confederations.
  3. In order to guarantee transparency and accountability two independent Members should attend the meetings of the ExCo.
  4. Both, the President and the Members of ExCo should be subjected to limited terms of office.
  5. The IGC supports the redesign of the bidding and decision process for hosting decisions, as well as for the governance of development projects, marketing and procurement activities. The corresponding policies need to be reviewed by the IGC.
  6. The IGC welcomes any steps to make the IFAB more democratic and transparent.
  7. The IGC would like to stress the importance of transparency in the area of compensation and benefits. The establishment of an expert subcommittee to the Audit and Compliance Committee is an important step. However, the decisions of the sub-committee need to be made public, to the same degree as in not-for-profit organizations and other international organizations.

Das war von Blatter nie anders geplant. Der Große Vorsitzende hat gerade in mehreren Interviews deutlich gemacht, was er von derlei Interviews hält: Nichts. Pieth habe sich nur intern zu äußern, dürfe Vorschläge machen, über die das Exekutivkomitee entscheide. „Ich habe mit ihm gesprochen“, sagte Blatter, „er hat akzeptiert, dass er sich nicht mehr öffentlich äußert, wenn ich es ihm nicht erlaubt habe.“

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Cycling boss JimPat McQuaid’s Apartheid Secrets

| 28.02.2013 | 4 Comments

2 McQuaid-Tour of IrelandWho is this cyclist?

Why is this photograph embarrassing?

Where was he riding?

Why was he using a false name?

When did he shave off his moustache?

So many questions.

Are we watching the dirty deed that got him a life ban from the Olympics? Why should he care?

Thirty-eight years later he’s a member of the IOC!

Funny thing: If you look at his official IOC biography, they forgot to mention that 1976 life ban.

This fellow can hand out medals at the Games but, unlike nearly every other citizen of the planet, is refused the opportunity to win one.

Meet Patrick “Pat” McQuaid, born September 1949. Let’s wind back his biographical clock. In the mid-1970s he was one of Ireland’s top amateur cyclists, determined to be selected for the 1976 Montreal Olympics. His fear was that he might not be fit enough. Pat won the 1975 Tour of Ireland but the Irish cycling season ended in September 1975 and he needed more road racing. And not just for Ireland and the Olympic Ideal.

If Pat raced well in Montreal his chances were greater of getting a pro cycling contract and giving up school-teaching. So he was open to offers. And, Pat says, he ‘got an offer he couldn’t refuse’ – to secretly break international bans on competing in apartheid South Africa.

Six thousand miles later, in early October 1975, he left “Pat McQuaid” on the plane and emerged into the bright Spring Cape Town sunshine relabelled as “Jim Burns.” First thing he needed was a leak. OK, there’s the sign for the Gents but with the baffling Afrikaans words, “Net Blankes” – but underneath was the comforting translation “Whites Only.” Phew, no black man was going to peer at JimPat’s penis.

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Match-Fixing und der Sport: Dämonen in Schlüsselpositionen

| 18.02.2013 | 20 Comments

In der Diskussion über den Sport und die Wettmafia werden die Korruption und Verbrechen begünstigenden Strukturprobleme der Sportbranche und ihrer Funktionäre vernachlässigt.

[Ich habe für die Themenseite im Politikteil der Basler Zeitung eine Betrachtung zum Sportgeschäft und dem Wettbetrug geschrieben. Habe nicht zum ersten Mal darauf hingewiesen, dass mit der mediale Aufschrei immer etwas zu laut ist und es mir an Analyse fehlt, wenn über den Zugriff der Wettmafia berichtet wird. Denn das Sportgeschäft ist in weiten Teilen quasi mitschuldig an der Situation, weil die intransparenten, teils vorsintflutlichen Strukturen jedwede unsauberen Machenschaften begünstigen. Gewiss gibt es da beträchtliche Unterschiede etwa zwischen den herkömmlich als Verein notierten Weltverbänden und moderneren Unternehmen, wie etwa der DFL. Selbst zwischen DFL und DFB. Derlei Unterschiede müssten sauberer heraus gearbeitet werden - ich konzentriere mich mit ein paar Gedanken wie immer mehr auf den olympischen Sport, also das IOC und die 35 olympischen Weltverbände. Habe noch nicht mal die vielen hochrangigen Funktionäre erwähnt, die selbst im Glücksspiel- und Sportwettengeschäft tätig sind. Es ist eine Anregung, kann man alles besser ausarbeiten, wie immer, aber gewiss genug Stoff für eine sinnvolle Diskussion.]

Die Aufregung war groß, als die Europäische Kriminalbehörde Europol vorvergangene Woche alarmierende Zahlen zum globalen Wettbetrug im Fußballbusiness präsentierte. Von 680 verschobenen Spielen weltweit, 425 verdächtigen Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären und vom „größten Betrug aller Zeiten“ war die Rede. Dabei hatte Europol-Direktor Rob Wainwright, der stets Kameras und Blitzlichter sucht, doch munter alte und neue Zahlen, aufgeklärte und unaufgeklärte Fälle vermengt – und Ermittler in aller Welt damit verärgert. Der Sinn dieser PR-Nummer erschloss sich nicht vollends. Die Sinnhaftigkeit eines koordinierten Kampfes gegen die Wettmafia ist aber gegeben, und zwar auf allen Ebenen.

[youtube DH82kw3jJoo nolink]

Ja, die Wettpaten – ob nun aus Singapur, Thailand, China oder Südosteuropa –, sind eine Gefahr. Ja, die Welt ist klein geworden, moderne Kommunikationsmittel erleichtern Großganoven das Abkassieren. Nur: Das alles ist nicht neu. Das weiß man seit vielen Jahren. Das weiß man aus zahlreichen Prozessen, ob nun in Bochum oder im vergangenen Jahr in Bellinzona. Jenseits der Aufgeregtheiten des Tagesgeschäfts empfiehlt sich deshalb eine Analyse der Lage. Und die sollte mit zwei grundsätzlichen Beobachtungen beginnen.

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Ringen fliegt aus dem olympischen Programm

| 12.02.2013 | 38 Comments

LAUSANNE. Der Moderne Fünfkampf des Überlebenskünstlers Klaus Schormann ist mal wieder davon gekommen. Die Doping-Branchen Radsport und Gewichtheben haben ohnehin nichts befürchten müssen. Also fliegt Ringen (Weltverband: FILA) aus dem olympischen Programm – ab 2020.

So hat es das IOC-Exekutivkomitee heute Vormittag hier im Lausanne Palace Hotel beschlossen.

Die Pressekonferenz folgt in Kürze. Ich werde heute und morgen einige Notizen von der ersten IOC-Exko-Sitzung des Jahres bloggen.

Es gibt natürlich noch eine Hoffnungsrunde für die FILA, die jetzt erstmal nur nicht mehr zu den so genannten Kernsportarten bei Sommerspielen zählt.

Aber jetzt mal ehrlich: Wo wird schon noch gerungen, ich meine wirklich g-e-r-u-n-g-e-n, ob im klassischen oder im freien Stil? Im Kaukasus und an US-Unis.

Ringen zählt für mich seit langer Zeit zu den toten Sportarten. (Tradition! Antike! Zerquetschte Ohren! Männerschweiß! Jaja, ich weiß schon.)

12.29 Uhr: Das ging flott. Wie immer nur eine kurze PK mit dem IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams, der weder viel zu sagen hat, noch viel erzählen möchte. Typisch IOC. Fragen kann man sich in der Regel sparen.

Adams las eigentlich nur die Pressemitteilung vor, die online steht:

The Executive Board (EB) of the International Olympic Committee (IOC) today agreed on the 25 sports it will propose to the 125th IOC Session for approval as the core sports for the 2020 Summer Olympic Games.

The 25 sports are:

  1. athletics,
  2. rowing,
  3. badminton,
  4. basketball,
  5. boxing,
  6. canoeing,
  7. cycling,
  8. equestrian,
  9. fencing,
  10. football,
  11. gymnastics,
  12. weightlifting,
  13. handball,
  14. hockey,
  15. judo,
  16. swimming,
  17. modern pentathlon,
  18. taekwondo,
  19. tennis,
  20. table tennis,
  21. shooting,
  22. archery,
  23. triathlon,
  24. sailing,
  25. volleyball.

The EB recommended that wrestling, governed by the International Federation of Associated Wrestling Styles (FILA), not be included on the list of core sports. Wrestling will now join the seven shortlisted sports – baseball/softball, karate, roller sports, sport climbing, squash, wakeboarding and wushu – vying for inclusion in the 2020 Olympic programme as an additional sport.

The eight sports are scheduled to make presentations to the Executive Board at its meeting in St Petersburg, Russia, in May. The EB will select which of the eight sports to recommend to the 125th IOC Session for inclusion as an additional sport on the 2020 programme.

In an effort to ensure the Olympic Games remain relevant to sports fans of all generations, the Olympic Programme Commission systematically reviews every sport following each edition of the Games.

Golf and rugby sevens were added in 2009 as additional sports to the 2016 Olympic programme.

The 125th IOC Session will take place from 7 to 10 September in Buenos Aires, Argentina.

16.28 Uhr: Mein Gott, noch eine schwere Geburt. Das Machwerk der Dichtkunst wird demnächst auf SpOn zu besichtigen sein. Gerade schrieb ich da noch, dass die FILA in Schockstarre verfällt. Denn auf deren Webseite sind die Neujahrsgrüße ganz oben.

Inzwischen, vor wenigen Minuten, gibt es eine erste Stellungnahme:

FILA was greatly astonished by today’s recommendation of the IOC Executive Board not to maintain wrestling among the 25 core sports for the 2020 Olympic Games. FILA will take all necessary measures to convince the IOC Executive Board and IOC members of the aberration of such decision against one of the founding sports of the ancient and modern Olympic Games. FILA has always complied with the IOC regulations and is reprensented in 180 countries, with wrestling being the national sport in a fair amount of them and the only possibility for athletes to represent their country at the Olympic Games, thus contributing to their universality.

Der aktuelle Report der IOC-Programmkommission liegt natürlich noch nicht vor. Derlei Berichte sind ohnehin schwach, wie bei Olympiabewerbungen ließe sich aus den technischen Kriterien leicht eine Matrix basteln und eine durchaus passable Rangliste der Sportarten (oder eben Olympiabewerber). Aber das will halt niemand in der Branche, weil sonst weniger Politik gemacht werden und auch weniger unsauber kassiert werden könnte. (Kurzfassung)

Hier mal drei Dokumente von der IOC-Webseite zum Olympiaprogramm., (c) IOC …

Zunächst die Kategorienliste (39), nach der die Sportarten durch die Carraro-Kommission, nun ja, evaluiert worden sein sollen:

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Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer

| 04.01.2013 | 44 Comments

Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:

Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.

Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (…)

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UCI President Pat McQuaid: “Lance Armstrong has no place in cycling. He deserves to be forgotten in cycling.”

| 22.10.2012 | 104 Comments

This is a good day for clean cycling and it would get better if Hein Verbruggan and Pat McQuaid took the honourable course and resigned. — David Walsh (@DavidWalshST) October 22, 2012 Noch läuft die Pressekonferenz des Radsport-Weltverbandes UCI in Genf, die ich live online auf n24 verfolge. Präsident Pat McQuaid hat Kreide gefressen. Radsport [...]

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Romário warns of Hickey ‘influence peddling’ in Rio

Football legend Romário, the great striker turned politician, sickened by Olympic ticket scandals, has launched a blistering campaign to force the International Olympic Committee to share control of the sale of tickets for the 2016 Rio Games. The socialist Congressman last week fired off formal requests for Olympic officials to testify to a Brazilian congressional [...]

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IOC EB member Pat Hickey, his son & the deals they do

“We searched around the globe,” Irish Olympic Committee president Pat Hickey told the Dublin Sunday World in November last year, in his quest for the best commercial partner to sell Ireland’s allocation of tickets for the London Games. Hickey may have searched the globe – but he found the answer close to home. At home, actually. [...]

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Was vom Tage übrig bleibt (72): Paul Kimmage Defensive Fund, UCI in IOC tradition, WADA Independent Oberserver Report #London2012

| 28.09.2012 | 33 Comments

Einige Lesebefehle. Die Arbeit muss nicht doppelt erledigt werden, weshalb ich auf den ausführlichen Beitrag im Blog von Jonathan Sachse verweise, in dem er die juristische Attacke der UCI-Ganoven Pat McQuaid und Hein Verbruggen gegen den ehemaligen Radprofi und Journalisten Paul Kimmage aufdröselt und zahlreiche Informationen/Links dazu zusammengetragen hat: Von den UCI-Präsidenten angeklagt: Helft Paul [...]

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