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Cycling boss JimPat McQuaid’s Apartheid Secrets
Who is this cyclist?
Why is this photograph embarrassing?
Where was he riding?
Why was he using a false name?
When did he shave off his moustache?
So many questions.
Are we watching the dirty deed that got him a life ban from the Olympics? Why should he care?
Thirty-eight years later he’s a member of the IOC!
Funny thing: If you look at his official IOC biography, they forgot to mention that 1976 life ban.
This fellow can hand out medals at the Games but, unlike nearly every other citizen of the planet, is refused the opportunity to win one.
Meet Patrick “Pat” McQuaid, born September 1949. Let’s wind back his biographical clock. In the mid-1970s he was one of Ireland’s top amateur cyclists, determined to be selected for the 1976 Montreal Olympics. His fear was that he might not be fit enough. Pat won the 1975 Tour of Ireland but the Irish cycling season ended in September 1975 and he needed more road racing. And not just for Ireland and the Olympic Ideal.
If Pat raced well in Montreal his chances were greater of getting a pro cycling contract and giving up school-teaching. So he was open to offers. And, Pat says, he ‘got an offer he couldn’t refuse’ – to secretly break international bans on competing in apartheid South Africa.
Six thousand miles later, in early October 1975, he left “Pat McQuaid” on the plane and emerged into the bright Spring Cape Town sunshine relabelled as “Jim Burns.” First thing he needed was a leak. OK, there’s the sign for the Gents but with the baffling Afrikaans words, “Net Blankes” – but underneath was the comforting translation “Whites Only.” Phew, no black man was going to peer at JimPat’s penis.
Online-Sittenlehre für Spezialethiker der FIFA-Parallelgesellschaft
Damit auch das nicht untergeht: Vor einigen Tagen hat der Fußball-Weltverband FIFA sein brandneues Ethik-Tool veröffentlicht.
Wow …
… werden jetzt die Millionenbetrüger und Großganoven Chuck Blazer, Julio Grondona, Worawi Makudi und einige andere Gesellen um den moralisch korrupten Vereinschef Joseph Blatter sagen.
Wow!
Und sie werden herzhaft lachen.
Der schwer korrupte Thailänder Makudi beispielsweise, ein großer Freund von Mohamed Bin Hammam, hat gerade seine Kandidatur für die Präsidentschaft in der asiatischen Konföderation AFC bekannt gegeben. James Dorsey fasst einige der Verstrickungen von Makudi & Co noch einmal zusammen:
Mr. Makdudi has repeatedly been investigated for fraud and corruption. He denied last September fraud allegations made by a South Korean firm related to the cancelation of a multi-million-dollar broadcast rights deal. Earlier, he was accused by former English Football Association chairman Lord David Triesman of involvement in an alleged scheme to buy votes for England’s failed 2018 World Cup bid. Makdudi was cleared in 2011 of accusations that funds meant for the Thai soccer association to build facilities were instead spent on building assets on land he owned in Bangkok. Most recently, the Thai parliament investigated FIFA’s refusal to approve a newly futsal facility by his association.
Wie auch immer. Have fun, hier ist das ETHIK-TOOL:
Wer unsaubere Vorgänge im Fußball melden möchte, kann gern auch hier klicken …
“Scheiße gespielt!”
Ausnahmsweise mal zweite Bundesliga. Denn das kann Mann/Frau sich ruhig mal anschauen. Holger Stanislawski (1. FC Köln) selbstkritisch bis zur Selbstzerfleischung, wie kein Trainer je zuvor.
Sportförderung zunehmend fraglicher: “Dysfunktionen des Spitzensports: Doping, Match-Fixing und Gesundheitsgefährdungen …”
Es gibt etliche hochinteressante Dokumente aus den vergangenen Tagen nachzutragen. Ich finde, es diskutiert sich doch besser am Original. Hier also flink die Studie
- “Dysfunktionen des Spitzensports: Doping, Match-Fixing und Gesundheitsgefährdungen aus Sicht von Bevölkerung und Athleten”
von Kirstin Hallmann und Christoph Breuer, erstellt im Auftrag der Stiftung Deutsche Sporthilfe.
Die Deutsche Sporthochschule Köln erklärt dazu:
Gefahren für die Werte des Spitzensports – Wissenschaftliche Studie in Berlin vorgestellt
Gesundheitsgefährdungen und illegale Wettkampfabsprachen beeinflussen Bereitschaft der Bevölkerung zur Spitzensportförderung
Köln, 21. Februar 2013 – Wie nimmt die Bevölkerung in Deutschland den Spitzensport wahr? Überwiegen die positiven Aspekte oder stehen die Schattenseiten, wie Doping oder Wettbetrug, im Vordergrund? Wie hoch ist in diesem Zusammenhang die Bereitschaft, den Spitzensport finanziell zu fördern? Erstmals stellt eine wissenschaftliche Studie die Dysfunktionen des Spitzensports in Deutschland aus Bevölkerungs- und aus Athletensicht dar. Untersucht wurde zum einen die Wahrnehmung der Bevölkerung zur Einnahme verbotener Substanzen und Gesundheitsgefährdungen durch den Athleten/die Athletin, zum anderen das Handeln und die Einstellung der Athleten und Athletinnen in diesem Kontext.
Die Studie, die 2012 im Auftrag der Stiftung Deutsche Sporthilfe von Univ.-Prof. Dr. Christoph Breuer und Dr. Kirstin Hallmann (Institut für Sportökonomie und Sportmanagement) durchgeführt und am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, zeigt als zentrales Ergebnis sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten aus Bevölkerungs- bzw. Athletensicht. Statistisch signifikant konnte nachgewiesen werden, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung zur finanziellen Unterstützung des Spitzensports mit der wahrgenommenen Verbreitung illegaler Spielabsprachen sinkt, und mit dem Ausmaß gesundheitlicher Risiken, die die Athleten in Kauf nehmen, steigt. Andere Dysfunktionen, wie z.B. die Einnahme verbotener Substanzen, haben aktuell noch keine signifikante Auswirkung auf die Förderbereitschaft.
Die Wahrnehmung der einzelnen Dysfunktionen variiert stark. So glaubt die deutsche Bevölkerung, dass 29% der deutschen Spitzensportler regelmäßig zu Dopingmitteln greifen und etwa die Hälfte (49%) regelmäßig Schmerzmittel nimmt. 45,4% der Athleten nehmen, nach öffentlicher Wahrnehmung, in Zusammenhang mit ihrem Sport gesundheitliche Risiken bewusst in Kauf, 14% der Athleten sind bereits an illegalen Absprachen beteiligt gewesen.
Match-Fixing und der Sport: Dämonen in Schlüsselpositionen
In der Diskussion über den Sport und die Wettmafia werden die Korruption und Verbrechen begünstigenden Strukturprobleme der Sportbranche und ihrer Funktionäre vernachlässigt.
[Ich habe für die Themenseite im Politikteil der Basler Zeitung eine Betrachtung zum Sportgeschäft und dem Wettbetrug geschrieben. Habe nicht zum ersten Mal darauf hingewiesen, dass mit der mediale Aufschrei immer etwas zu laut ist und es mir an Analyse fehlt, wenn über den Zugriff der Wettmafia berichtet wird. Denn das Sportgeschäft ist in weiten Teilen quasi mitschuldig an der Situation, weil die intransparenten, teils vorsintflutlichen Strukturen jedwede unsauberen Machenschaften begünstigen. Gewiss gibt es da beträchtliche Unterschiede etwa zwischen den herkömmlich als Verein notierten Weltverbänden und moderneren Unternehmen, wie etwa der DFL. Selbst zwischen DFL und DFB. Derlei Unterschiede müssten sauberer heraus gearbeitet werden - ich konzentriere mich mit ein paar Gedanken wie immer mehr auf den olympischen Sport, also das IOC und die 35 olympischen Weltverbände. Habe noch nicht mal die vielen hochrangigen Funktionäre erwähnt, die selbst im Glücksspiel- und Sportwettengeschäft tätig sind. Es ist eine Anregung, kann man alles besser ausarbeiten, wie immer, aber gewiss genug Stoff für eine sinnvolle Diskussion.]
Die Aufregung war groß, als die Europäische Kriminalbehörde Europol vorvergangene Woche alarmierende Zahlen zum globalen Wettbetrug im Fußballbusiness präsentierte. Von 680 verschobenen Spielen weltweit, 425 verdächtigen Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären und vom „größten Betrug aller Zeiten“ war die Rede. Dabei hatte Europol-Direktor Rob Wainwright, der stets Kameras und Blitzlichter sucht, doch munter alte und neue Zahlen, aufgeklärte und unaufgeklärte Fälle vermengt – und Ermittler in aller Welt damit verärgert. Der Sinn dieser PR-Nummer erschloss sich nicht vollends. Die Sinnhaftigkeit eines koordinierten Kampfes gegen die Wettmafia ist aber gegeben, und zwar auf allen Ebenen.
[youtube DH82kw3jJoo nolink]
Ja, die Wettpaten – ob nun aus Singapur, Thailand, China oder Südosteuropa –, sind eine Gefahr. Ja, die Welt ist klein geworden, moderne Kommunikationsmittel erleichtern Großganoven das Abkassieren. Nur: Das alles ist nicht neu. Das weiß man seit vielen Jahren. Das weiß man aus zahlreichen Prozessen, ob nun in Bochum oder im vergangenen Jahr in Bellinzona. Jenseits der Aufgeregtheiten des Tagesgeschäfts empfiehlt sich deshalb eine Analyse der Lage. Und die sollte mit zwei grundsätzlichen Beobachtungen beginnen.
Programmhinweis, Olympia in Graubünden: Wer kassiert und wer bezahlt die Zeche?
ZÜRICH. Programmhinweis in eigener Sache: Ich freue mich auf die Veranstaltung heute Abend in Chur mit Nationalrätin Silva Semadeni, Präsidentin des Olympiakritischen Komitees Graubünden. Die Schweiz ist ja gewissermaßen meine zweite Heimat, habe auf den Spuren von FIFA, IOC und UEFA schon Jahre hier verbracht. Nun also Olympia 2022. Ich darf etwas über Olympiafinanzierung und [...]
Ringen fliegt aus dem olympischen Programm
LAUSANNE. Der Moderne Fünfkampf des Überlebenskünstlers Klaus Schormann ist mal wieder davon gekommen. Die Doping-Branchen Radsport und Gewichtheben haben ohnehin nichts befürchten müssen. Also fliegt Ringen (Weltverband: FILA) aus dem olympischen Programm – ab 2020.
So hat es das IOC-Exekutivkomitee heute Vormittag hier im Lausanne Palace Hotel beschlossen.
Die Pressekonferenz folgt in Kürze. Ich werde heute und morgen einige Notizen von der ersten IOC-Exko-Sitzung des Jahres bloggen.
Es gibt natürlich noch eine Hoffnungsrunde für die FILA, die jetzt erstmal nur nicht mehr zu den so genannten Kernsportarten bei Sommerspielen zählt.
Aber jetzt mal ehrlich: Wo wird schon noch gerungen, ich meine wirklich g-e-r-u-n-g-e-n, ob im klassischen oder im freien Stil? Im Kaukasus und an US-Unis.
Ringen zählt für mich seit langer Zeit zu den toten Sportarten. (Tradition! Antike! Zerquetschte Ohren! Männerschweiß! Jaja, ich weiß schon.)
12.29 Uhr: Das ging flott. Wie immer nur eine kurze PK mit dem IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams, der weder viel zu sagen hat, noch viel erzählen möchte. Typisch IOC. Fragen kann man sich in der Regel sparen.
Adams las eigentlich nur die Pressemitteilung vor, die online steht:
The Executive Board (EB) of the International Olympic Committee (IOC) today agreed on the 25 sports it will propose to the 125th IOC Session for approval as the core sports for the 2020 Summer Olympic Games.
The 25 sports are:
- athletics,
- rowing,
- badminton,
- basketball,
- boxing,
- canoeing,
- cycling,
- equestrian,
- fencing,
- football,
- gymnastics,
- weightlifting,
- handball,
- hockey,
- judo,
- swimming,
- modern pentathlon,
- taekwondo,
- tennis,
- table tennis,
- shooting,
- archery,
- triathlon,
- sailing,
- volleyball.
The EB recommended that wrestling, governed by the International Federation of Associated Wrestling Styles (FILA), not be included on the list of core sports. Wrestling will now join the seven shortlisted sports – baseball/softball, karate, roller sports, sport climbing, squash, wakeboarding and wushu – vying for inclusion in the 2020 Olympic programme as an additional sport.
The eight sports are scheduled to make presentations to the Executive Board at its meeting in St Petersburg, Russia, in May. The EB will select which of the eight sports to recommend to the 125th IOC Session for inclusion as an additional sport on the 2020 programme.
In an effort to ensure the Olympic Games remain relevant to sports fans of all generations, the Olympic Programme Commission systematically reviews every sport following each edition of the Games.
Golf and rugby sevens were added in 2009 as additional sports to the 2016 Olympic programme.
The 125th IOC Session will take place from 7 to 10 September in Buenos Aires, Argentina.
16.28 Uhr: Mein Gott, noch eine schwere Geburt. Das Machwerk der Dichtkunst wird demnächst auf SpOn zu besichtigen sein. Gerade schrieb ich da noch, dass die FILA in Schockstarre verfällt. Denn auf deren Webseite sind die Neujahrsgrüße ganz oben.
Inzwischen, vor wenigen Minuten, gibt es eine erste Stellungnahme:
FILA was greatly astonished by today’s recommendation of the IOC Executive Board not to maintain wrestling among the 25 core sports for the 2020 Olympic Games. FILA will take all necessary measures to convince the IOC Executive Board and IOC members of the aberration of such decision against one of the founding sports of the ancient and modern Olympic Games. FILA has always complied with the IOC regulations and is reprensented in 180 countries, with wrestling being the national sport in a fair amount of them and the only possibility for athletes to represent their country at the Olympic Games, thus contributing to their universality.
Der aktuelle Report der IOC-Programmkommission liegt natürlich noch nicht vor. Derlei Berichte sind ohnehin schwach, wie bei Olympiabewerbungen ließe sich aus den technischen Kriterien leicht eine Matrix basteln und eine durchaus passable Rangliste der Sportarten (oder eben Olympiabewerber). Aber das will halt niemand in der Branche, weil sonst weniger Politik gemacht werden und auch weniger unsauber kassiert werden könnte. (Kurzfassung)
Hier mal drei Dokumente von der IOC-Webseite zum Olympiaprogramm., (c) IOC …
Zunächst die Kategorienliste (39), nach der die Sportarten durch die Carraro-Kommission, nun ja, evaluiert worden sein sollen:
Was vom Tage übrig bleibt (74): FIFA-Boy Mark Pieth schlägt Alarm; Australian Crime Commission Report “Organised Crime and Drugs in Sport”
Nur der Vollständigkeit halber, so dass wir diese Berichte hier auch diskutieren können, wie viele andere zuvor. FIFA-Fanboy Mark Pieth, vom Paten Youssouf Blatter persönlich auserwählter Governance-Beauftragter, benutzte in den vergangenen Tagen etliche Medien, um seine Botschaft unters Volk zu bringen. Er ist nicht mehr so einverstanden mit den Vorgängen in der FIFA. Sein Institut [...]
Dopingsystem am Universitätsklinikum Freiburg: Aufarbeitung behindert, Arbeitsauftrag manipuliert
Hat es eine Aufarbeitung des systematischen Dopings am Universitätsklinikum nie gegeben? War alles ein gigantischer Fake – zumindest von der Leitung des Klinikums der Universität? Die Verantwortlichen hatten offenbar nie vor, die dreckige Vergangenheit aufzuklären. Sie haben vertuscht und behindert und sogar den Arbeitsauftrag für zwei Kommissionen (Schäfer-Kommission, Paoli-Kommission) manipuliert? Das sagen die Mitglieder der [...]
When Play the Game returns to Denmark, Aarhus is the place to be in October 2013
Auf nach Aarhus! When the Play the Game conference 2013 opens its doors, it will be in Play the Game’s home town Aarhus, Denmark from 28-31 October 2013. More than 300 experts and stakeholders are expected to join this 8th edition of the world communication conference on sport and society. When scandals of doping, match-fixing [...]
Interview with Lance Armstrong’s bike
Zum Fall Armstrong haben sich schon Gott und die Welt geäußert. Doch was Staatsanwälten und USADA bisher nicht gelungen war, schaffte nun Late-Night-Talker Jimmy Fallon (NBC). Er interviewte weltexklusiv den wichtigsten Zeugen … … Lance Armstrongs Fahrrad.
Doprah oder: The Yes Man
You had oxygen boosting drugs that were incredible beneficial for endurance sports. And that is all I needed. My cocktail was EPO, but not a lot, transfusions. And testosterone, which in a weird way I almost justified because of my history [suffering cancer and losing a testicle], running low. It was like saying we have [...]
Messi watching: Ballon d’Or 2012
ZÜRICH. Die Goldpokale für den Weltfußballer 2012 und den besten Coach des Jahres tragen sie schon mal auf die Bühne hier im Pressezentrum des Kongresshauses zu Zürich. Es wird ernst. In einer Minute werden Messi und Ronaldo zur Fragerunde erwartet, gemeinsam!, Iniesta auch. Ich verfolge den Spaß bis zum Abend (und möchte gern Ronaldos Tränen [...]
Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer
Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:
Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.
Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.
Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (…)
¡feliz navidad!
Ich wünsche allen besinnliche Feiertage und bedanke mich für die Treue, den Disput und die ständige Bereicherung. Ich weiß, dass dieses Blog seine besten Zeiten noch nicht erlebt hat. Es geht hier bald weiter. Jedes Ende ist ein neuer Anfang.
Strafbarkeit des Eigendopings der Athleten? Doch nicht in Deutschland!
Zu einem beinahe existenziell zu nennenden Topthema des Hochleistungssports – der Dopinggesetzgebung – tagt der Sportausschuss im Bundestag heute natürlich wieder hinter verschlosenen Türen. Ernst zu nehmen ist das nicht. Das Ergebnis der geschlossenen Veranstaltung steht ja ohnehin schon fest: Die Koalition jubelt gemeinsam mit dem BMI und dem DOSB, dem intransparent-undemokratischen sportpolitischen Komplex, über eine angeblich wirksame Antidopinggesetzgebung.
Unsinn. Irreführung. Propaganda.
Den Bericht der Bundesregierung zur Evaluation des Gesetzes zur Bekämpfung des Dopings im Sport hatte ich unlängst schon in einem Beitrag von Grit Hartmann veröffentlicht. Grit Hartmann hat, ergänzend, heute in der Frankfurter Rundschau (Gott hab sie selig) einen wichtigen, hochinteressanten Bericht über eine viel wirksamere (oder besser: tatsächlich wirksame) Dopinggesetzgebung veröffentlicht – die in Italien:
Römisches Recht
Da heißt es u.a.:
(…) Vesper hat Gründe, die Wirklichkeit ein wenig zu verbiegen, damit nicht allzu viele Fragen aufkommen zur Gesetzeslage hierzulande. Die wird am heutigen Mittwoch im Bundestags-Sportausschuss diskutiert. Laut einem Prüfbericht der Bundesregierung mischt das Arzneimittelgesetz, seit es vor fünf Jahren verschärft wurde, die Dopingszene auf. Beleg? 2011 wurden fast 1600 Dopingverfahren eingeleitet. Die Frage, ob die Gesetzgebung Zugriff auf den Spitzensport ermöglicht, passt der Regierung jedoch so wenig ins Konzept wie dem DOSB, weshalb der Bericht eines gar nicht erst erwähnt: Ermittelt wird in der Bodybuilder-Szene. Nicht eines der Verfahren führte zu Elite-Athleten. (…)
Die Bankrotterklärung (II): “Doping in Deutschland”
FRANKFURT (ODER). Habe die Überschrift des vorgestrigen Beitrages übernommen und nummeriert. Sitze im Senatssaal der Viadrina im Frankfurt an der polnischen Grenze.
Erster Vortrag von RA Prof. Dr. Johannes Weberling, Leiter der Arbeitsgruppe Aufarbeitung und Recht, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder):
Rechtsprobleme gesamtdeutscher Aufarbeitung
Sehr kompliziert und ohne Schriftsatz nicht adäquat wiederzugeben. Doch sein Fazit zum Thema Datenschutz/Persönlichkeitsrecht etc. ist klar:
Die rechtlichen Grundlagen für eine Aufarbeitung sind jedenfalls vorhanden, im Gegensatz zu anderen Informationen. Wer sie nicht zur Kenntnis nimmt oder nicht nutzt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er an einer umfassenden Aufarbeitung interessiert ist.
Das geht an Bisp, BMI, DOSP, Sportverbände etc pp
Die erste Viertelstunde, die ich hier verfolge, ist bereits gehaltvoller als die fünf Stunden vorgestern in Berlin.
Prof. Gerhard Treutlein fragt als ehemaliges Mitglied des wissenschaftlichen Beirates (ergänzt) der Freiburger Kommission nach der Personalakte des Großdopers Josef Keul:
Zu Keuls Personalakte sagt Weberling:
Es gibt zehn Jahre nach seinem Tod absolut keinen Grund, die Herausgabe von Keuls Personalakte zu verweigern.
Die Bankrotterklärung (I): “Doping in Deutschland”
BERLIN. Grüß Gott zum live-Blog aus dem “Presse- und Informationsamt der Bundesregierung”. Offiziöser hätte der Ort der Verkündung kaum gewählt werden können. In der Einladung zur Veranstaltung, die seit 10 Uhr läuft und bis 15 Uhr angesetzt ist, steht:
Ergebnispräsentation: Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation
Dabei weiß man natürlich längst, dass das Projekt geplatzt ist, denn Vertreter der Humboldt-Universität sind heute nicht anwesend. Es referieren allein vier Vertreter der Universität Münster.
Ich versuche, total sachlich zu bleiben, wie immer, auch wenn mir die Wiedergabe von Zeitungsberichten aus den neunziger Jahren, auf denen die ersten beiden Vorträge basieren, schon jetzt ziemlich zum Halse raushängt. Was daran Wissenschaft ist und warum das unter diesem großspurigen Label läuft, erschließt sich mir auch im Jahr fünf des 2008 initiierten Projektes nicht. (Wer ein Archiv mit Texten aus Spiegel, FAZ, SZ und Bild (!) hat, der weiß auch, was die “Forscher” da verkünden. Kann jeder selbst nachlesen. Das Wort “Forscher” setze ich ab jetzt konsequent in Gänsefüsschen.)
Vorträge kann ich online leider nicht anbieten. Es liegt hier nur ein Ausdruck vor, der kaum mehr enthält als das Programm des Tages und eine grobe Zusammenfassung des Projekts. Sehr unprofessionell.
Die Arbeitsbedingungen sind ebenso unprofessionell katastrophal. Keine Arbeitstische. Wenigstens WLAN. Sitze auf der Erde und notiere ein bisschen.
Zum Ablauf und der relativ schwer zu durchschauenden Lage des Projekts empfehle ich das WAZ-Rechercheblog, in dem Daniel Drepper in einem länglichen Artikel versucht hat, alles aufzudröseln:
Verhinderte Doping-Aufklärung: 500.000 Euro-Projekt versinkt im Chaos
Antidopingberichte 2011: Alles paletti! “Ohne Hinweise entlastet”!
Nichts als Routine im Sportausschuss des Deutsches Bundestages: die Antidopingberichte der Sportverbände stehen auf der Agenda. Wie schon im letzten Jahr (wie eigentlich immer) hat das zuständige Bundesverwaltungsamt dem Sport auch für den Prüfungszeitraum 2011 einen Persilschein ausgestellt: Demnach habe kein einziger Verband so gegen die Antidoping-Auflagen verstoßen, dass die Rückforderung von Steuermitteln gerechtfertigt wäre. [...]
Deutsches “Anti-Doping-Gesetz”? Abschreckung ist nicht geplant
Ich denke, gerade in Deutschland wäre ein hartes Anti-Doping-Gesetz sehr wichtig. Es ist doch einfach ein Unterschied, wenn man als Strafe zwei Jahre nicht Radrennen fahren kann – oder ob man vielleicht sogar im Gefängnis sitzt. Marcel Kittel, Radprofi Welche neuen Sündenfälle auch immer offenbar werden aus der Welt des Spitzensports – in der Welt [...]





