<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss
version="2.0"
xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
> <channel><title>jens weinreich &#187; wm 2018</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2018/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Lost in translation: &#8220;I have no case. I have no information&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/#comments</comments> <pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[alimsan tochtachunow]]></category> <category><![CDATA[brasilien 2014]]></category> <category><![CDATA[chuck blazer]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[issa hayatou]]></category> <category><![CDATA[joao havelange]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category> <category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category> <category><![CDATA[katar 2022]]></category> <category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category> <category><![CDATA[kriminalistisches]]></category> <category><![CDATA[lügenbarone]]></category> <category><![CDATA[nicolas leoz]]></category> <category><![CDATA[propaganda]]></category> <category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category> <category><![CDATA[russland 2018]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[theo zwanziger]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category> <category><![CDATA[wjatscheslaw koloskow]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[worawi makudi]]></category> <category><![CDATA[audio]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[goal]]></category> <category><![CDATA[julio grondona]]></category> <category><![CDATA[mark pieth]]></category> <category><![CDATA[tokio]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11440</guid> <description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p><p><a
title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p><p><a
title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p><p><a
title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p><p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p><blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote><p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p><blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote><p><span
id="more-11440"></span></p><p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p><blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote><p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p><p><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p><p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p><p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p><p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p><p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p><p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p><blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote><p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p><blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p><p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p><p>Best regards,</p><p>FIFA Media department</p></blockquote><p
style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p><p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a
title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p><p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a
title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p><blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote><p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a
title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p><div
class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img
class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p
class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div><p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p><p
style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p><p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p><p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p><ul><li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li></ul><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p><ul><li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li></ul><p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p><p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p><p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p><p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p><blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote><p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p><blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p><p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote><p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p><div
id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a
href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img
class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p
class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div><p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p><p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p><blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote><p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p><p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p><blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote><p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a
title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p><p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p><blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote><p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a
title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p><p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p><blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote><p>&#8230; sagte Sepp.</p><p>Aber gewiss doch.</p><p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>8</slash:comments> <enclosure
url="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3" length="6542442" type="audio/mpeg" /> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3" length="2211328" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/#comments</comments> <pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:00:14 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[allgemein]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[joao havelange]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category> <category><![CDATA[katar 2022]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[mark pieth]]></category> <category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category> <category><![CDATA[russland 2018]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[spezialethiker]]></category> <category><![CDATA[spin-doktoren]]></category> <category><![CDATA[theo zwanziger]]></category> <category><![CDATA[totaldemokraten]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[alyos hirzel]]></category> <category><![CDATA[chuck blazer]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[issa hayatou]]></category> <category><![CDATA[jack austin warner]]></category> <category><![CDATA[julio grondona]]></category> <category><![CDATA[kriminalistisches]]></category> <category><![CDATA[peter hargitay]]></category> <category><![CDATA[worawi makudi]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11313</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Heute jährt sich zum ersten Mal die bizarre Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an zwei neureiche Powerholder des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, so ging das damals aus: 2018 FIFA World Cup™ Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes (as no [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Heute jährt sich zum <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ersten</a> <a
title="live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Mal</a> <a
title="live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">die</a> <a
title="live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/">bizarre Vergabe</a> der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an <a
title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/">zwei neureiche Powerholder</a> des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, <a
title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/">so ging das damals aus:</a></p><blockquote><p><strong>2018 FIFA World Cup™</strong></p><p><strong>Round 1:</strong> England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes</p><p>(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)</p><p><strong>Round 2:</strong> Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)</p><p><img
title="WM 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2018.gif" alt="" width="425" height="194" /></p><p><strong>2022 FIFA World Cup™</strong></p><p><strong>Round 1: </strong>Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)</p><p><strong>Round 2: </strong>Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)</p><p><strong>Round 3: </strong>Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)</p><p><strong>Round 4: </strong>Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)</p><p><img
title="WM 2022" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2022.gif" alt="" width="425" height="260" /></p></blockquote><p>Der Status Quo ist 365 Tage später unverändert: Russland richtet die WM 2018 aus, Katar die WM 2022 &#8230;</p><p>&#8230; wenn nicht doch etwas dazwischen kommt.</p><p>Wenn nicht Korruption in großem Stil bewiesen werden kann &#8211; bisher ist das noch nicht der Fall.</p><p><strong>Diesen bitteren ersten Jahrestag nutze ich für eine kleine Analyse und als Auftakt zu einer Reihe von Hintergrundtexten und Kurzporträts zu den Personen und Geschäften des FIFA-Exekutivkomitees.</strong><span
id="more-11313"></span></p><p>In den nächsten zwei Wochen wird viel passieren. In einer Woche beispielsweise wird sich das IOC endlich zur <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Bestechung</a> erklären (jedenfalls zu einigen Personen, die IOC-Mitglieder sind und kassiert haben, wie Havelange/FIFA und Hayatou/FIFA und auch Lamine Diack/IAAF). Eine Woche darauf trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Tokio, wo dann Blatter die ISL-Einstellungsverfügung veröffentlichen will. Dies sind die wichtigsten Termine, es gibt weitere hochinteressante, und es laufen Recherchen. Eins kann Mann schon mal sagen: <a
title="&quot;&quot;The truth about FIFA corruption and Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Ricardo Teixeira</a>, der gerade als WM-Organisationschef 2014 die <a
title="sueddeutsche.de" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=ronaldo+teixeira&amp;source=newssearch&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fsport%2Fronaldo-wird-chef-der-wm-brasiliens-beckenbauer-steigt-gross-ein-1.1223375&amp;ei=NKjYTrmXG8bN4QT-xeGODg&amp;usg=AFQjCNFYqLPRa_f2-qbR8km6Ad4X7AzPTw&amp;sig2=6Fdwo8ZCAjLxFBQfXGA54A" target="_blank">Marionette Ronaldo</a> vorgeführt hat, klammert sich weiter an seine Posten als CBF-Präsident und FIFA-Exekutivmitglied, was nicht erfolgreich sein wird &#8211; seine Reise nach Tokio hat er, Stand heute, vorsorglich abgesagt.</p><p>Selten wurden die neuen Machtverhältnisse im Weltsport so manifestiert wie am Abend des 2. Dezember 2010. In der Züricher Messe griffen Russlands Präsident Wladimir Putin und Emir Hamad Al Thani von Katar nach dem faszinierendsten Goldpokal des Planeten. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA sprach unter dubiosen Umständen Russland die Weltmeisterschaft 2018 und Katar die WM 2022 zu. Begleitet war diese irreguläre WM-Vergabe von zahlreichen Korruptionsaffären in der FIFA. Darüber, mit wie vielen Millionen Euro die Öl- und Gasmilliardäre aus Russland und Katar die Stimmen der Exekutivmitglieder gekauft haben könnten, ranken sich seither die wildesten Gerüchte.</p><p>Es ist von mehreren Dutzend Millionen die Rede, die auf verschlungenen, professionellen Wegen quer über den Globus transferiert worden sein sollen.</p><p>Dutzende Millionen – pro Stimme.</p><p>Es war ein Abend, an dem sich den letzten Gutgläubigen die Verkommenheit dieses Gewerbes erschloss. Ein Jahr nach diesem Ereignis muss man allerdings sagen, dass außer zahlreichen Indizien keine gerichtsfesten Beweise vorliegen. Und es gibt in dieser Parallelgesellschaft keine Instanz, keine Kriminalbehörde, die ermitteln würde. Dafür fehlt es teilweise am rechtlichen Rahmen, den unzureichenden Antikorruptionsgesetzen, die einen Weltkonzern wie die FIFA kaum erfassen. Und es fehlt am politischen Willen etwa in jenen neun Nationen, die Russland und Katar unterlagen. Auf der anderen Seite weiß man seit langem, dass Russland und Katar Geheimdienstler und die teuersten Detekteien der Welt damit beauftragt haben, die Lage zu klären und gegebenenfalls Spuren zu verwischen.</p><p>Schon damals, am 2.Dezember 2010, galt das von Präsident Joseph Blatter geführte FIFA-Exekutivkomitee weltweit als Synonym für Korruption, als Musterbeispiel einer mafiosen Familie. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass mit dem Schweizer Korruptionsaufklärer Mark Pieth (Universität Basel) ein Experte für die Organisierte Kriminalität den Vorsitz im neuen Governance-Komitee der FIFAübernahm. Doch auch Pieth wird nicht aktiv ermitteln und kriminelle Umtriebe aufklären, wie er am Mittwoch in Zürich erklärte. „Die forensische Arbeit überlasse ich anderen“, sagte Pieth, er habe sich dafür entschieden, nach vorne zu blicken und die FIFA bei der Umstrukturierung in Compliance- und Transparenzfragen zu beraten.</p><p>Wer aber klärt dann Korruptionsvorgänge auf? Wer bringt Licht in das Dunkel der WM-Vergaben 2018 und 2022? Darauf wusste Pieth keine Antwort.</p><p>[<em>Ich habe vergangenen Mittwoch in Zürich noch ein kurzes Interview mit Mark Pieth geführt. Das reiche ich nach - wie auch eine erste Bewertung seines Papiers. Eine ziemlich gute Fernanalyse dazu habe ich in der taz von <strong>Markus Völker</strong> gelesen: <a
title="taz.de" href="http://www.taz.de/Good-Governance-bei-der-Fifa/!82837/" target="_blank">Ein Wächter für Sepp Blatter</a></em>]</p><ul><li>Das Pieth-Gutachten vom September: <a
title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA &#8211; Concept Paper and Report</a></li></ul><p>So kommt es dieser Tage zu merkwürdigen Vorgängen. Da ermuntern ranghohe FIFA-Mitarbeiter Journalisten sogar, den Machenschaften der Ganoven im Exekutivkomitee nachzugehen: Den Geschäften des argentinischen Vizepräsidenten <a
title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Julio Grondona</a> etwa, der offenbar märchenhaft gefüllte Auslandskonten unterhält. Oder den Umtrieben des Brasilianers Ricardo Teixeira.</p><p>Joseph Blatter, gegen den durchaus Indizien vorliegen, kann und will nichts gegen Russland und Katar unternehmen. Es sind nur einzelne Stimmen, die eine WM-Überprüfung fordern. Zuletzt haben sich Australiens Verbandschef Frank Lowy und der englische Politiker Damian Collins geäußert. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Neuling im Exekutivkomitee, wurde mehrfach so zitiert, als wollte er die Katar-Frage aufklären. Es heißt, er werkle mächtig hinter den Kulissen. Doch unternimmt Zwanziger öffentlich brisante, einschneidende Vorstöße und drängt etwa entschieden auf eine Untersuchungskommission zu den WM-Vergaben?</p><p>Als Chef der Statutenkommission hat er Blatter kürzlich in Zürich ein Papier vorgestellt, in der unter anderem vorgesehen ist, die Stimmverhältnisse auf dem FIFA-Kongress den Mitgliedszahlen und Erfolgsstatistiken der 208 FIFA-Nationen anzupassen. Winzige Eilande wie Anguilla oder Neukaledonien sollen also künftig nicht mehr eine Stimme wie Deutschland oder Brasilien haben. Nur: Um dies durchzusetzen, bedarf es auf einem Kongress der Voten derjenigen, die sich damit selbst beschneiden müssten. Undenkbar, derzeit.</p><p>Im vergangenen Jahr hat sich das FIFA-Exekutivkomitee durchaus verändert &#8211; notgedrungen. Drei Mitglieder wurden wegen Korruption ausgeschlossen, Adamu (Nigeria), Temarii (Tahiti) und der Katari Mohamed Bin Hammam, der Einspruch erhebt vor dem Welt-Sportgerichtshof (CAS). Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad, ein notorischer Absahner, kam seinem Ausschluss durch einen Rücktritt zuvor. Sechs neue Mitglieder wurden in ihren Kontinentalverbänden gewählt. Ein Platz, der von Warner, muss noch neu besetzt werden.</p><p>Und der personelle Umbruch hat gerade erst begonnen. Die Abschiede von Grondona und Teixeira, Worawi Makudi (Thailand), Nicolas Leoz (Paraguay), Chuck Blazer (USA) und Issa Hayatou (Kamerun) stehen bevor. Teixeira, Leoz und Hayatou stehen auch im Fokus des ISL-Korruptionsskandals. Die FIFA hat hier zur nächsten Sitzung in zwei Wochen in Tokio die Veröffentlichung eines Dokumentes versprochen, in dem neben Teixeira auch dessen ehemaliger Schwiegervater Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, als Schmiergeldempfänger genannt wird – was Journalisten bereits recherchiert hatten.</p><p>FIFA-Ehrenpräsident Havelange ist zugleich dienstältestes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Nun mehren sich die Informationen aus eigentlich zuverlässigen Quellen, dass das IOC-Exekutivkomitee in einer Woche in Lausanne der Empfehlung seiner Ethikkommission folgen und Havelange ausschließen könnte.</p><p>[<em>Havelange-Rausschmiss aus dem IOC? Ich kann es immer noch nicht glauben. Doch die Leute, die mir das erzählen, sind nicht blöd und sehr nah dran.</em>]</p><p>Mal davon abgesehen, dass die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro zum hundertsten Geburtstag Havelanges im Joao-Havelange-Stadion ausgetragen werden sollen – diese rigorose Bestrafung könnte ein Erdbeben in der Szene auslösen. Es heißt, die Fraktion um Havelange, Warner, Bin Hammam, Grondona und andere plane einen Vergeltungsschlag gegen Blatter.</p><p>Der Plot hat das Zeug zu einem Thriller, einem Bestseller: Hier Blatter, einer der Architekten des Korruptionssystems, der plötzlich den Aufklärer gibt und allen Ernstes als Reformpräsident in die Geschichte eingehen will – dort eine Bande verantwortungsloser Ganoven. In dieser Konstellation liegt auch ein Schlüssel dafür, endlich die WM-Vergaben an Russland und Katar aufzuklären.</p><p>Insider meinen, in den PR-Aktionen der FIFA auch die Handschrift von Peter Hargitay zu erkennen, der lange Jahre Blatters persönlicher Berater war, der bis vor einem Jahr für die australische WM-Bewerbung werkelte. Hargitay zählt zu den wenigen in der Szene, die direkten Zugang zu Blatter haben, was vielen in der FIFA-Administration nicht gefällt. Hargitay taucht auf FIFA-Pressekonferenzen auf und versucht, Journalisten zu instruieren. Auf Anfrage behauptet er allerdings, nicht vertraglich gebunden zu sein.</p><p>Auf einem etwas anderen Niveau ist der Schweizer Aloys Hirzel tätig. Hirzel, PR-Guru seines Landes, geht derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, sagt er. In der FIFA erfährt man, dass Hirzel auf politischem Parkett tätig sei und etwa das Lobbytreffen des FIFA-Präsidenten kommende Woche in Bern mit den Abgeordneten des Nationalrats maßgeblich vorbereite. Auch dort will Blatter sich als Reformer verkaufen. Eine Studie des Schweizer Sportministeriums zu Korruption in der FIFA und möglichen Gesetzesänderungen wurde bereits erfolgreich verzögert. Statt Ende 2011 soll das Papier nun erst Ende 2012 vorgelegt werden. Zum zweiten Jahrestag der WM-Vergabe.</p><p>Hirzel übrigens, das mag unerheblich sein (oder auch nicht, weil es die Branche gut beschreibt), war mit seinen Dienstleistungen ebenfalls in den Bewerbungsfeldzug der Kataris für die WM 2022 eingebunden.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>The new power holders in world sport</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/#comments</comments> <pubDate>Thu, 05 May 2011 12:03:21 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[english text]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[katar 2022]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[play the game]]></category> <category><![CDATA[russland 2018]]></category> <category><![CDATA[sotschi 2014]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[totaldemokraten]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[wladimir putin]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[totaldemokratie]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10243</guid> <description><![CDATA[Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><a
href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011.html"><img
class="aligncenter size-full wp-image-10245" title="Play the Game 2011 Cologne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/05/web_teaser.ptg2011.jpg" alt="" width="467" height="115" /></a></p><p><strong>Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. </strong></p><p>Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding office. Will he continue to dominate Russia and become president again in the coming year? Or will he yield the second presidential term to his partner Dmitry Medvedev? Is the 58-year-old Putin tired of governing? What else could tempt him? The journalistic astrologers in the Kremlin brought two possibilities into play: The job as Secretary-General of the United Nations (UN) and as the President of the International Olympic Committee (IOC).</p><p>Normally, such speculations would only trigger a pitying smile. IOC experts would argue calmly: To become IOC President Putin would have to become a member of the IOC first. That could, theoretically, happen at the 2012 Session in London. And then? In 2013, a new IOC President will be elected as successor of Jacques Rogge, who retires after his cycle. As said, normally Russian power plays would trigger a chuckle. In the case of Putin, however, nobody is laughing. All smiles are fixed. Fear rules.</p><p>Many believe that Vladimir Putin is already the most powerful man in the Olympic world – one who more or less along the way had his Romanian Judo buddy Marius Vizer elected as President of the International Judo Federation. Not to forget, of course, how Putin virtually dragged IOC chief Rogge around the circus by the nose ring at the IOC Session in Guatemala in July 2007. Putin flew in with a large entourage, met dozens of IOC Members and made all kinds of promises, most likely paid for by the oligarchs or the Gazprom Group; he bent the truth beyond recognition – and flew home as the Olympic champion. Sochi, his summer residence on the Black Sea coast, was awarded the 2014 Winter Olympic Games.</p><p>Since then, Putin has made a deal with Bernie Ecclestone that will bring a Formula One Grand Prix race to Sochi. The Universiade (World Student Games), a little appetiser, will be held in 2013 in Kazan. The same year Moscow will organise the World Championships in Athletics. Just recently Putin organized the 2011 World Figure Skating Championships in Moscow, within a few weeks after the event was taken away from Tokyo because of the tragic earthquake. But the biggest coup ’sports buddy’ Putin had was on 2 December 2010, in Zurich, when the Executive Committee of the world’s football federation (FIFA) awarded the World Cup in 2018 to Russia under scandalous circumstances – of course, matches will also be played in Sochi.</p><p>Putin created some confusion in the bidding process when he decided not to turn up in front of the FIFA Executive Committee at the beginning of December. From a distance, as an oracle, he declared that he did not want to put untimely pressure on the sport administrators. What a trick! In the weeks before, he had already met more than half of FIFA’s board members. Vyacheslav Koloskov, a long-time member of the FIFA Executive Committee, announced in Moscow long before 2 December that the decision was made – in favour of Russia, of course.</p><p>So it eventuated. And while FIFA President Joseph Blatter in Zurich announced Russia and Qatar (2022) as winners, Putin was already sitting on a plane to Switzerland. In the evening the stage was his alone. In front of the assembled world press, he buoyantly took the steps to the podium and gave a casual greeting in Swiss-German. Putin took the journalists’ questions in barely one hour. He demonstrated his power; he celebrated his success.</p><p>On all-sports projects in Russia, of which many swallow up several dozen billion Euros from public funds, especially the big wigs of Putin&#8217;s power structure and those oligarchs, who subordinate to his will, are going to benefit. One of these oligarchs, Roman Abramovich, owner of FC Chelsea, postured in Zurich at friendly photo sessions, not only with Putin. &#8220;I expect Mr Abramovich to invest in this project,&#8221; Putin pontificated. The Russians laughed loudly.</p><p>The oligarchs’ so-called investments will be compensated by the state through all sorts of privileges and benefits – so there is a guaranteed profit at the bottom line. This is the case for Abramovich and the World Cup, just as it is for the billionaire Oleg Deripaska, who not only owns a castle-like property in Sochi, but who is also going to build the port and run other projects, or the Gazprom group, which is responsible for most of the Olympic alpine routes in the North Caucasus.</p><div
id="attachment_5638" class="wp-caption aligncenter" style="width: 438px"><img
class="size-full wp-image-5638" title="(c) Government of Russia" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo41.jpg" alt="(c) Government of Russia" width="428" height="360" /><p
class="wp-caption-text">(c) Government of Russia</p></div><p>According to FIFA no one knew the outcome of the World Cup vote because the results were allegedly kept by the notary of the city of Zurich in sealed envelopes until President Blatter opened them on live-television. However, half an hour before the announcement television station Al Jazeera, based in Doha, Qatar, reported the winner of the World Cup 2022. And Dmitry Chernyshenko, CEO of the Winter Games in Sochi, tweeted, minutes before Blatter took the note with &#8220;Russia&#8221; written on it from the envelope: &#8220;Yesss! We are the champions! Hooray!!!!&#8221;</p><p>They all knew. Not only Al Jazeera, not only Chernyshenko. Even Putin. Hamad bin Khalifa Al-Thani, the Emir of Qatar, to whom Blatter has been obligated for one and a half decades, was already sure of victory and timely flown in.</p><p>On 2 December 2010, when Russia and Qatar became World Cup hosts, a special chapter was written in sports history. Not so much because FIFA thereby opened up new markets, but mainly because these decisions were surrounded by incredible corruption rumours. When those 140 million Swiss francs, which were once paid by the sports marketing agency ISL/ISMM to high IOC and FIFA officials, was the largest fraud scheme of Olympic sports so far – a scheme which ran brilliantly for decades and during which those responsible, bribe donors and bribe recipients, were not criminally prosecuted –, this FIFA World Cup decision could be the largest single case of corruption in sports history.</p><blockquote><p><strong>several related posts:</strong></p><ul><li><a
title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022</a></li><li><a
title="Whistleblower Waleri Morosow: &quot;Es wird Blut fließen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/" target="_self">Whistleblower Waleri Morosow: “Es wird Blut fließen&#8221;</a></li><li><a
title="Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/10/russland-vancouver-und-sotschi-2014-abschied-vom-elbrus/" target="_self">Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus</a></li><li><a
title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</a></li><li><a
title="Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/16/sepp-zu-gast-bei-putin-i-am-really-glad-that-you-greet-me-as-a-friend/" target="_self">Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;</a></li><li><a
title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow</a></li><li><a
title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li><li><a
title="Россия 2018: готова вдохновлять" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Россия 2018: готова вдохновлять</a></li></ul></blockquote><p>&#8220;Corruption is the abuse of entrusted power for private gain,&#8221; goes the definition of the non-governmental organisation Transparency International. It is this corruption concept that is seen here: Russia, not only the Gazprom Group, and Qatar have invested several hundred million Euros in the bidding campaigns. There is only a small probability that evidence showing how Russia and Qatar have bought votes can ever be presented. Russia and Qatar are not exactly model democracies – they guarantee confidentiality.</p><p>The show in Zurich reached its absurd climax when Putin, of all people, criticized English media’s corruption revelations as &#8220;unacceptable&#8221;. But the English bidders were not the only ones who angrily claimed that they had been cheated. &#8220;Do you believe that?&#8221; someone wanted to know from Putin. He grinned. &#8220;No.&#8221; One word was enough.</p><p>The brutality with which the bidding offers from Russia and Qatar were carried through has shocked even savvy business men in this industry, and this highlights the tectonic shifts of power in world sport for every observer: Western Europe and North America, once the dominant regions of sports policy, are continuing to lose influence. The new power holders are Russian oligarchs and ‘super democrats’ like Putin, Chinese Communist Party bosses, Arab oil sheikhs and various other potentates, for example, of the former Central Asian Soviet republics, where many highly decorated sports administrators work as drug barons and close companions of the dictators – like <a
title="† Anwar Chowdhry" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%E2%80%A0-anwar-chowdhry/" target="_self">Gafour Rakhimov in Uzbekistan</a>, Vice President of the International Amateur Boxing Association, AIBA, Vice President of Olympic Council of Asia (OCA) and, according to FBI files, head of the drug cartel in Central Asia.</p><p>At the moment there is not much talk in the public of the Chinese Communist Party bigwigs who, back in 2008, successfully organised the Olympic propaganda games in Beijing, but insiders expect attacks on the power base sooner rather than later – maybe even the candidacy of the Chinese-born Ng Ser Miang (Singapore) for the IOC presidency as early as the Session in Buenos Aires in 2013. One thing is clear: These powers have untold economic resources which they can deploy as targeted. Sport offers many ways to gain prestige and influence, to launder money and, sometimes even, like the Emirate of Qatar, with military precision, to reconstruct an entire country as an international hub and a new Olympic centre. Right now the Qataris are aiming to acquire the 2017 World Championships in Athletics. Doha instead of Lausanne as the &#8220;Capitale Olympique&#8221; – that is the agenda.</p><p>One can easily find the slogan on many billboards in Doha and even in official publications:</p><blockquote><p><strong>Inspiring Qatar: The new global sports capital</strong></p></blockquote><p>Let us have a look at the list of the major upcoming events. Admittedly, 2012 will see the Olympic Summer Games in London, but not much more remains for the old Great Powers in the next few years. In 2012 the European Football Championship will be in Poland and Ukraine; in 2014 the Olympic Winter Games in Sochi and the football World Cup in Brazil; in 2016 the Summer Games in Rio de Janeiro; in 2018 the football World Cup in Russia and surely the Olympic Winter Games in Pyeongchang (South Korea), the latter is the likely outcome when the IOC takes its decision in Durban on 6 July. In 2020 the Summer Games could be held in Turkey (Istanbul) or could, for the first time, be held in Africa. In 2022 the World Cup in Qatar. In 2026, the Chinese will go for the World Cup by all means. In 2030, for the centennial celebration, the World Cup will very likely be awarded to Argentina and Uruguay.</p><p><strong>What then, Europe? </strong></p><p>In 2034, it could work out with the World Cup – in two and a half decades.</p><p><strong>What then, USA?</strong></p><p>The Americans are, after George W. Bush’s scorched earth policy, two disastrous Olympic defeats (New York 2012, Chicago 2016) and numerous other sports political bankruptcies, in such a state of shock and have no qualified sports administrator that they do not dare to make a new bid for 2020.</p><p>The continental distribution of mega-events in the coming years is only one argument; there are more: Those who analyse the key positions in Olympic associations will also find a movement towards new power structures.</p><blockquote><p><strong>Søren Bang: <a
title="Play the Game: Western countries are losing the race for major sporting events  " href="http://www.playthegame.org/news/detailed/western-countries-are-losing-the-race-for-major-sporting-events-5156.html" target="_blank">Western countries are losing the race for major sporting events</a></strong></p></blockquote><p>Take FIFA: Just recently, in early January, long-standing Vice President Chung Mong-Joon (South Korea), a billionaire from the Hyundai-dynasty, was replaced by 35-year-old Jordanian Prince Ali, the brother of King Abdullah II. Although it is not blessed with gushing oil wells and gas stocks like Qatar and Russia, the Jordanian royal family provides a breathtaking Olympic Performance: Princess Haya, sister of Prince Ali and second wife of the ruler of Dubai, has been the President of the International Federation for Equestrian Sports since 2006 and, in that capacity, an IOC Member. Her brother, Feisal, President of the NOC of Jordan, was also sworn in as an IOC Member a year ago in Vancouver. The most powerful Olympic family is sitting in Amman.</p><p>Not far away in the microstate of Qatar, Emir Hamad and his childhood friend, Mohamed Bin Hammam, are tinkering with the most spectacular takeover of the year – maybe of the decade. Bin Hammam will challenge the incumbent Joseph Blatter on the 1st of June at the FIFA Congress in Zurich. Blatter, the man whom he evidently provided votes, bought with money from the Emir in two very dirty election campaigns votes – in 1998 against Lennart Johansson (Sweden) and in 2002 against Issa Hayatou (Cameroon). Bin Hammam is said to have ensured support from 70-80 of the 208 national associations in FIFA already. One month remains to get about 30 more votes.</p><p>According to all the news and gossip from the concrete desert Doha, nothing seems impossible. One rule dominates the environment: Everything is for sale. Who would know that better than Bin Hammam, who is on FIFA&#8217;s Finance Committee, and who has been controlling the development program for a decade – and on top of that also distributes the money of the Emir, especially among poor nations in Africa and Asia. Who would know that better than Vladimir Putin, the wannabe IOC-President?</p><p>Since 2 December 2010, anything is to be believed, and the worst, disturbingly, is to be expected. Putin was, apropos, asked what he could still want after so many successes in the sports arena. &#8220;Russian victory,&#8221; he said. He cannot get enough. Then he left the podium after delivering a piece of folk wisdom: &#8220;Here in Russia we say: One who doesn&#8217;t take risks, never gets to drink champagne!&#8221;</p><p><em>geschrieben für <a
title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/the-new-power-holders-in-world-sport-5157.html" target="_blank">Play the Game</a></em><a
href="http://flattr.com/thing/183578/The-new-power-holders-in-world-sport" target="_blank"><br
/> <img
src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> </item> <item><title>Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/#comments</comments> <pubDate>Thu, 09 Dec 2010 14:24:37 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[jerome valcke]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[journalismus]]></category> <category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category> <category><![CDATA[katar 2022]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[mastercard]]></category> <category><![CDATA[roger köppel]]></category> <category><![CDATA[russland 2018]]></category> <category><![CDATA[visa]]></category> <category><![CDATA[weltwoche]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[carlos hanimann]]></category> <category><![CDATA[lügen]]></category> <category><![CDATA[nation of swine]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10020</guid> <description><![CDATA[Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben. Journalisten-Darsteller Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich mal wieder als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen: &#8220;Arroganz des [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben.</p><p><span
style="text-decoration: line-through;">Journalisten-Darsteller</span> Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich <a
title="Weltwoche: &quot;Ich brachte menschliche Wärme&quot;" href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2007-21/artikel-2007-21-ich-brachte-menschliche-waerme.html" target="_blank">mal wieder</a> als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen:</p><ul><li><a
title="weltwoche.ch" href="http://www.weltwoche.ch/weiche/artikel-fuer-abonnenten.html?hidID=539984" target="_blank">&#8220;Arroganz des Abendlandes&#8221;</a>.</li></ul><p>[<em>So weit ich sehe, ist das Textlein hinter einer Paywall verschwunden, das ist vielleicht ganz gut so.</em>]</p><p>Ich weiß gar nicht, ob de Gregorio noch für den Blick tätig ist, der längst wieder zur Blatter-Liebespostille verkommen ist. Nachdem dort zwischenzeitlich auch solche Doppelseiten zu lesen waren (<a
title="Blick, 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/isl-blick-31032008.pdf  " target="_blank">&#8220;Das perfekte Verbrechen&#8221;</a>), wird im Blick so gedichtet, wie ich es <a
title="live-Blog aus Zürich: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/" target="_self">jüngst</a> bereits zitierte:</p><blockquote><p>Blatters Erfolgsrezept ist ein anderes. Was ihn so unwiderstehlich charismatisch macht, sind zwei Dinge: Bescheidenheit und Demut.</p><p>Bescheidenheit und Demut. Es sind die einfachen, die banalen Dinge, die sein gewaltiges Charisma ausmachen.</p><p>Diesen Geist trägt er ins FIFA-Haus. Der Verband wird zur Familie.</p><p>Natürlich weiß auch ich um die Bestechungsvorwürfe in diesem Haus. Doch das ist ein anderes Thema, dessen Hintergründe ich nicht kenne. Deshalb lasse ich die Finger davon.</p></blockquote><p>In diesem Sinne ist gewiss auch das Elaborat der Weltwoche zu verstehen. Denn im Kern geht es doch wohl um diese Behauptung des Patrons aus dem Wallis:</p><blockquote><p>Es gibt keine <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">systematische Korruption</a> in der FIFA. Das ist <a
title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Unsinn</a>.</p></blockquote><p>Oh.</p><p>Flink nochmal die alten Bestechungszahlen aus dem ISL-Komplex, die folgenlos blieben, die neuen kennt man noch nicht:</p><p
style="text-align: center;"><img
class="aligncenter size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="477" height="432" /></p><p>Ob der Sepp, der <a
title="eurosport-yahoo-sport" href="http://de.eurosport.yahoo.com/09122010/73/int-fussball-wende-blatter-gesteht-fehler.html" target="_blank">gerade ein weiteres Interview</a> lancieren ließ und das FIFA-Image gern aufpolieren würde, schon an <a
title="Wikipedia: Pseudologie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudologie" target="_blank">Pseudologie</a> leidet? Keine Ahnung, dann wäre dringend ein Besuch beim Arzt seines Vertrauens oder beim Generalstaatsanwalt angebracht. Sagen wir es mal so, vorsichtiger: Die Wahrheitsbeugungen, die Blatter begeht, müssen erst noch gezählt werden.</p><p>Zum Beispiel jammert er ja, man würde ihn nicht zum ISL-Komplex fragen. Sepp greint:</p><blockquote><p>Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile.</p></blockquote><p>Oh.</p><p>Wie oft ich ihn dazu seit 2001 befragt habe, das zu zählen, würde mich Jahre kosten.</p><p>Mensch, Sepp, wir haben das doch sogar beim Bier (Radeberger) besprochen, schon vergessen?</p><p>Egal, ich kann mich noch sehr gut an ein echtes Interview erinnern, das wir im Mai 2001 in Zürich geführt haben, und das ihn so mitnahm, dass er eine Pause machen musste. Damals hat er mir, darf man sagen: <a
title="Interview BLZ vom Mai 2001" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0529/sport/0003/index.html" target="_blank">versprochen?</a></p><blockquote><p>Ich bin nicht bestechlich. Da können Sie mir beide Hände abhacken.</p></blockquote><p>Was der Sepp so sagt.</p><p>Hoffentlich hören sie das nicht in Katar. Nicht dass da noch jemand zum Beil greift.</p><p>Mehr möchte ich gar nicht verlinken. Das Blog ist voll von Beispielen, dass Sepp regelmäßig gefragt wurde. Auf Youtube habe ich im Laufe der Zeit auch einiges hochgeladen. Und in meinem Film <a
title="The Untouchable" href="http://www.jensweinreich.de/filme/the-untouchable/" target="_self">&#8220;The Untouchable&#8221;</a> (Schweden/Dänemark 2004), aus dem sich gerade wieder viele Szenen in der jüngsten Dokumentation des Schweizer Fernsehens finden (wie auch einer meiner Youtube-Clips), spielte das ISL-Thema selbstverständlich eine Rolle.</p><ul><li><a
title="SF1 DOK" href="http://www.sendungen.sf.tv/dok/Sendungen/DOK/Archiv/Koenig-Fussball-Kaiser-Sepp" target="_blank">&#8220;König Fußball, Kaiser Sepp&#8221;</a> von Beat Bieri und Belinda Sallin:</li></ul><p><object
style="width: 448px; height: 270px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
name="data" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" /><param
name="quality" value="high" /><param
name="allowFullScreen" value="true" /><param
name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" /><param
name="allowfullscreen" value="true" /><embed
style="width: 448px; height: 270px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" allowfullscreen="true" quality="high" data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413"></embed></object></p><p>Bitte mal lesen:</p><ul><li>Sepp Blatters Wahrheitsbeugungen und Wahrnehmungsstörungen &#8211; Carlos Hanimann <a
title="Nation of Swine" href="http://nationofswine.ch/2010/12/09/blatter-%C2%ABin-der-fifa-gibt-es-keine-korruption%C2%BB/" target="_blank">hat mit dem Zählen begonnen</a>.</li></ul><p>Sepp sagt zum Beispiel:</p><blockquote><p>(&#8230;) Es gibt vor allem einen Mann, den Engländer Andrew Jennings, einen besessenen Anti-Blatter-, Anti-Fifa-Journalisten. Er verfolgt mich seit zwölf Jahren. Und er hört nicht auf, gegen mich und die Fifa zu schiessen. Es ist jedoch nicht an mir zu beurteilen, ob seine Berichterstattung einen Einfluss auf den Ausgang der WM-Vergabe hatte.</p><p>[<em>Stichworte von Köppel/de Gregorio</em>] <strong>Warum gehen Sie nicht gerichtlich gegen die Verunglimpfungen vor?</strong></p><p>Es ist systematisch. Das System wirkt über den englischen Kanal hinweg. Im Schlepptau von Jennings schreiben die deutschen Journalisten Jens Weinreich und Thomas Kistner. Dann gibt es ein paar Schweizer, die das kritiklos nachbeten. Was kann man dagegen unternehmen? Ich argumentiere, es gibt Gerichtsentscheide, die Klartext reden, aber die Argumente werden von diesen Kritikern nicht einmal zur Kenntnis genommen. Sie wärmen uralte Vorwürfe auf und wiederholen sie. Doch die Vorwürfe stimmen nicht. Die jüngste, glasklare Wahl der WM-Orte hat aufgezeigt, wie sehr sich diese extreme Fifa-Kritik auf dem Holzweg befindet. Ich finde es so kleinlich, was hier geschrieben wird. Ich staune, dass sogar qualitativ anspruchsvolle Verlage das überhaupt noch abdrucken.</p><p>[<em>Stichworte von Köppel/de Gregorio</em>] <strong>Das Schweizer Fernsehen versuchte kürzlich in einer Dokumentation nachzuweisen, dass in der Fifa bestochen und betrogen wird.</strong></p><p>Man stürzt sich auf uralte Kamellen im Zusammenhang mit dem Konkurs der Sportvermarktungsfirma <a
title="alle Beiträge zur ISL-Korruption" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">ISL/ISMM</a>. Ich wüsste nicht, was man der Fifa vorwerfen könnte. Nichts, was von juristischer Bedeutung wäre, ist dort geschehen. Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile. (&#8230;)</p><p><small>Quelle: www.weltwoche.ch</small></p></blockquote><p>Ganz davon abgesehen, dass mir Blatter offenbar die Honorare nicht gönnt: Die Chuzpe vom Sepp und seinem als Generalsekretär schauspielernden <em>Lügenbaron</em> (diese Bezeichnung trifft für sein Verhalten in der Visa/Mastercard-Sache gewiss zu) Jérôme Valcke sucht schon seinesgleichen. Die Herren drehen nach der Skandal-Entscheidung vom vergangenen Donnerstag völlig ab, bezeichnen die WM-Vergabe als totaltransparent und wähnen sich als Sieger der Geschichte. Als Herren des Universums.</p><p>Schaun mer mal.</p><p>P.S. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas zu weit führt, aber den Begriff Lügenbaron würde ich doch flink mal mit einigen Passagen und Links zum Visa-Mastercard-Skandal unterminieren. Warum eigentlich nicht. Denn dieser Fall verdeutlicht doch einmal mehr, dass diesen Typen einfach nicht zu trauen ist. Achtung, Kommentar, Meinungsäußerung, nachfolgend belegt: <em>Sie lügen, dass sich die Balken biegen.</em></p><p>Valcke war damals FIFA-Marketingchef, <a
title="FIFA fires four execs after MasterCard mess" href="http://sports.yahoo.com/soccer/news?slug=fifafirings" target="_blank">wurde</a> <a
title="FIFA-Pressemitteilung Dezember 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=108638.html" target="_blank">gefeuert</a>, kam wenige Monate später als <a
title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=540197.html" target="_blank">Generalsekretär</a> wieder, und der Sepp stellte es doch tatsächlich so dar, als sei Valcke nie gefeuert worden.</p><p>Eine feine Analyse dazu gab es mal im Independent:</p><ul><li><a
title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/people/profiles/jr244me-valcke-he-scored-the-worstever-own-goal-now-hes-running-football-398086.html" target="_blank">Jérôme Valcke: He scored the worst-ever own goal. Now he&#8217;s running football</a> - He lost his job in marketing at Fifa after a judge ruled he had lied over a sponsorship deal. But 10 months on, he&#8217;s the boss. David Owen hears his comeback story</li></ul><p>Im Original liest sich das <a
title="findlaw.com" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CC0QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Ffl1.findlaw.com%2Fnews.findlaw.com%2Fhdocs%2Fdocs%2Fsports%2Fmastercardfifa120706opn.pdf&amp;ei=69IATd73HI2MswaglvjyDg&amp;usg=AFQjCNEcSDUzVNAyXQ2N_ZtQspHuYgrkrg&amp;sig2=uMGJn6YFiYBdbH7bfnCFmQ" target="_blank">im ersten Urteil</a> so:</p><blockquote><ul><li>FIFA’s negotiators <strong><em>lied repeatedly</em></strong> to MasterCard, including when they assured MasterCard that, consistently with MasterCard’s first right to acquire, FIFA would not sign a deal for the post-2006 sponsorship rights with anyone else unless it could not reach agreement with MasterCard.</li><li>FIFA’s negotiators <em><strong>lied</strong></em> to VISA when they <strong><em>repeatedly</em></strong> responded to the direct question of whether MasterCard had any incumbency rights by assuring VISA that MasterCard did not.</li><li>FIFA’s negotiators provided VISA with blow-by-blow descriptions of the status of the FIFA-MasterCard negotiations while <em><strong>concealing</strong></em> from its long-time partner MasterCard both the fact of the FIFA-VISA negotiations as well as the status of those negotiations – an action FIFA’s president admitted would not be “fair play.&#8221;</li><li>FIFA’s marketing director <em><strong>lied to both</strong></em> MasterCard, FIFA’s long-time partner, and to VISA, its negotiating counterparty, to both of which FIFA, under Swiss law, owed a duty of good faith. When, pursuant to his engineering, VISA raised its bid to the same level as MasterCard’s, he <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ suggestion to give MasterCard the opportunity to submit a higher bid based on his concern for his own reputation with the FIFA Board. He also <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ recommendation that he recommend to the FIFA Board that it continue with its prior approval of MasterCard as the post-2006 sponsor. Instead, he told the board it was difficult for him to make a recommendation and <em><strong>never mentioned</strong></em> MasterCard’s first right to acquire the post-2006 sponsorship.</li><li>On the morning of the first of March 2006 FIFA board meetings and after all three FIFA boards had previously approved MasterCard as the post-2006 sponsor, FIFA’s marketing director called VISA to say that if VISA increased its cash bid by $30 million to the level of MasterCard’s bid, VISA “would be the partner.&#8221;</li><li>Even after MasterCard had signed the “FINAL version&#8221; of the post-2006 sponsorship agreement and returned it to FIFA, FIFA’s negotiators <em><strong>delayed telling</strong></em> MasterCard that the FIFA Board had chosen VISA; instead they waited for the VISA board to ratify the VISA agreement.</li><li>After the FIFA boards had approved MasterCard as post-2006 sponsor and after MasterCard had agreed to FIFA’s asking price and agreement had been reached on all other terms and after FIFA’s in-house counsel had solicited FIFA members for items that might be used to claim that MasterCard breached the Agreement, FIFA pointed to a trademark issue that had been present since 2000 or 2001 to justify granting the post-2006 sponsorship to VISA and sent a letter to MasterCard &#8212; after the commencement of this lawsuit &#8212; purporting to terminate the Agreement and thus MasterCard’s first right to acquire.</li><li>After MasterCard and FIFA waived, under Swiss law, both the 90-day time periods set out in section 9.2 by their “conclusive conduct&#8221;, FIFA now seeks <em><strong>retroactively to revive</strong></em> one of the 90-day periods, but not the other, to justify its choice of VISA for the post-2006 sponsorship.</li><li>While the FIFA witnesses at trial boldly characterized their breaches as “<em><strong>white lies</strong></em>&#8221;, “<strong><em>commercial lies</em></strong>&#8221;, “<em><strong>bluffs</strong></em>&#8221;, and, ironically, “<strong><em>the game</em></strong>&#8221;, their internal emails discuss the “<em><strong>different excuses</strong></em> to give to MasterCard as to why the deal wasn’t done with them&#8221;, “<em><strong>how we (as FIFA) can still be seen as having at least some business ethics</strong></em>&#8221; and how to “<em><strong>make the whole f***-up look better for FIFA</strong></em>.&#8221; They ultimately confessed, however, that “[I]t’s clear somebody has it in for MC.&#8221;</li></ul></blockquote><p>Habe den Fall damals selbst nur marginal betreut, wohl aber die Entwicklung beschrieben: <span
id="more-10020"></span></p><blockquote><p><em>23.06.2007, BLZ<br
/> </em><strong><a
title="BLZ Juni 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0623/sport/0048/index.html" target="_blank">Nichts als Lügen</a></strong></p><p>Dies ist keine geschönte Geschichte aus dem PR-Arsenal eines Milliardenkonzerns. Dies ist eine wahre Geschichte über den Fußball-Weltverband Fifa. Es ist ein übles Gaunerstück, ein Wirtschaftskrimi und ein neuerlicher Beweis für den Mangel an Kompetenz und Moral. Es ist die Geschichte darüber, wie mal eben 100 Millionen Dollar verbrannt werden können.</p><p>Im Kern geht es darum, dass die Fifa wie ein lumpiger kleiner Geschäftemacherverein zwei konkurrierende Kreditkarten-Multis narrte: Der langjährige Partner Mastercard hatte ein Vorkaufsrecht für die WM-Turniere 2010 und 2014, zugleich aber schloss die Fifa einen Kontrakt mit dem Mastercard-Rivalen Visa. Dabei wurden Dokumente rückdatiert, Unterschriften und Tonaufzeichnungen verfälscht und anderweitig gelogen. Lässt sich alles nachlesen im Urteil eines New Yorker Gerichts, das Ende 2006 entschied, die Fifa habe unredlich gehandelt. Ein amüsanter Beweis für dieses Urteil lag den Akten bei, eine interne Mail aus der Züricher Fußballzentrale, in der gefragt wurde: “Was müssen wir tun, dass es wenigstens ein bisschen so aussieht, als habe die Fifa Geschäftsethik?&#8221;</p><p>100 Millionen Dollar Schaden</p><p>Geschäftsethik? Die Fifa? Das passt nicht zusammen. Jedenfalls: Seit diesem Urteil lagen die Verträge auf Eis. Knapp zwei Millionen Dollar Sponsoreneinnahmen entgingen der Fifa deshalb monatlich. Am Donnerstag nun einigte man sich mit Mastercard auf einen Vergleich: Auflösung des Vorkaufrechtes, Einstellung der Gerichtsverfahren und Kompensationszahlung von 90 Millionen Dollar seitens der Fifa. Zusammen mit den bisherigen Ausfällen, ungeachtet der beträchtlichen Rechtskosten, summiert sich der Schaden auf etwa 100 Millionen. Für die Verursacher dieses Schadens, die Sportkameraden in der Fifa-Zentrale und im Exekutivkomitee, bleibt alles beim Alten. Wie hieß der alte Slogan der Fifa nochmal? “Dem Fußball zuliebe.&#8221; Und wie heißt der neue Slogan? “Für das Spiel! Für die Welt!&#8221; Schade eigentlich, denn mit 100 Millionen Dollar hätte man so viel Gutes tun können.</p><p>Fifa-Papst Joseph Blatter hatte seinem Völkchen kürzlich beim Kongress in Zürich natürlich keine Schadenssumme genannt, stattdessen nur kryptisch zugerufen: “Es wird uns etwas kosten. Aber es wird Sie überhaupt nichts kosten. Sie müssen nichts aus der eigenen Tasche zahlen. Wir werden es woanders wieder reinholen.&#8221; Auch Blatter, über dessen Tisch Verträge dieser Größenordnung laufen, muss den Schaden nicht aus der eigenen Tasche begleichen, natürlich nicht. Das Exekutivkomitee hatte auf Vorschlag von Blatter übrigens drei Mal entschieden: Zwei Mal für Mastercard, ein Mal für Visa. Warum und weshalb, das verstehen die Götter.</p><p>Vor Gericht in New York hatte Jérôme Valcke, Direktor der Fifa Marketing AG, den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; zugegeben. Valcke wurde daraufhin als Bauernopfer entlassen. Ein halbes Jahr und 100 Millionen Schadenssumme später wird er wohl zurückkehren: Nächste Woche entscheidet die Fifa-Exekutive über die neue Besetzung des Generalsekretariats. Valcke gilt als einer der Favoriten. Dem Fußball zuliebe.</p><p><em>28.06.2007, BLZ</em><br
/> <strong><a
title="BLZ Juni 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0628/sport/0048/index.html" target="_blank">Zurück von der Reservebank</a></strong><br
/> Jerôme Valcke ist neuer Generalsekretär der Fifa</p><p>BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen des Weltsports ist neu besetzt worden: Der Franzose Jerôme Valcke (46) wird Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. Als sein Stellvertreter fungiert nach Beschluss des Fifa-Exekutivkomitees der Deutsche Markus Kattner. Er war bislang Finanzdirektor. Jerôme Valcke ist Nachfolger des Schweizers Urs Linsi.</p><p>Erst vor einem halben Jahr hatte sich die Fifa von Valcke, damals war er noch Marketingchef, und drei weiteren Mitarbeitern “mit sofortiger Wirkung getrennt&#8221;. Sie waren für das Finanz- und Vertragsdesaster mit dem Sponsor Mastercard verantwortlich. Die Fifa hatte das Vorkaufsrecht für einen Achtjahresvertrag mit Mastercard missachtet und einen Vertrag mit dem Konkurrenten Visa abgeschlossen, den ein New Yorker Gericht für nichtig erklärte. Dazu teilte die Fifa am 12. Dezember 2006 mit: “Den Fifa-Mitarbeitern, die mit Visa und Mastercard verhandelt haben, wurde wiederholte Unehrlichkeit bei den Verhandlungen und auch Falschinformationen vorgeworfen&#8221;, die Fifa könne “ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen&#8221;. Valcke hatte vor einem Gericht den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; bezeichnet.</p><p>Vielfach-Lügner</p><p>Am Mittwoch, kurz nachdem die Fifa gegen Zahlung von 90 Millionen Dollar einen Vergleich mit Mastercard geschlossen hatte, behauptete Präsident Joseph Blatter, Valcke sei “nie gefeuert worden, nur suspendiert&#8221;. Sein Vertrag laufe bis 30. Juni. Ab 1. Juli erhält er einen neuen Kontrakt, sicher besser dotiert als zuvor. “Wenn jemand auf der Auswechselbank sitzt, ist er nicht aus dem Team&#8221;, sagte Blatter. Den finanziellen Verlust im Mastercard-Desaster spielte Blatter plötzlich auf angeblich 60 Millionen Dollar herunter und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard eine Kompensationszahlung von mehr als 270 Millionen verlangt hatte. Valcke sei eine “dominierende Persönlichkeit&#8221;, sagte Blatter. Es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;.</p><p>Das New Yorker Gericht hatte in seinem Urteil auch interne Besprechungen von Valckes Team zitiert, das darüber rätselte, wie man es so aussehen lassen könne, als habe die Fifa “wenigstens ein bisschen Geschäftsethik&#8221;, und wie es anzustellen sei, damit der “Fuck-up&#8221; für die Fifa besser aussehe. Für den Franzosen Jerôme Valcke, in der Mastercard-Sache Vielfach-Lügner und Verursacher eines Gesamtschadens von etwa 100 Millionen Dollar, sieht es jetzt besser aus: Er ist Fifa-Generalsekretär und damit wichtigster Mitarbeiter des Chef-Ethikers Blatter. Wie sich die Zeiten ändern.</p><p><em>02.07.2007</em><br
/> <strong><a
title="BLZ Juli 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0702/sport/0027/index.html" target="_blank">Im Reich der Lügen</a></strong><br
/> Der Fall Mastercard zeigt: Der Fifa fehlen Kontrolleure</p><p>GUATEMALA-CITY. Tue Schlechtes und rede darüber! So lässt sich ein bemerkenswertes Interview der Züricher Sonntagszeitung mit dem neuen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke beschreiben. Sonntagszeitungs-Reporter Jean François Tanda zählt zu den wenigen Journalisten, die versuchen, die obskuren Praktiken im Reich des Fußball-Weltverbandes zu beleuchten. Dazu gehört das jüngste Finanzdesaster der Fifa: Die Trennung vom Sponsor Mastercard kostet die Fifa rund 100 Millionen Dollar. Dies ist eine der höchsten selbstverschuldeten Schadenssummen in der Geschichte des Weltsports. Der Hauptverantwortliche dafür war Jérôme Valcke, seinerzeit Fifa-Marketingchef – nun Fifa-Generalsekretär.</p><p>Mastercard war als Sponsor mit einem Vorkaufsrecht für den Zeitraum von 2007 bis 2014 ausgestattet. Die Fifa aber wollte aus dubiosen Gründen lieber mit dem Konkurrenten Visa ins Geschäft kommen, der ein paar Millionen Dollar mehr zu zahlen bereit war. Also wurde Mastercard auf rechtswidrige Weise ausgebootet. Perfekt dokumentiert sind die geschäftlichen Usancen der Fifa in einem Urteil eines New Yorker Gerichts. Mit dem Ethik-Code der Fifa lassen sich diese Praktiken nicht vereinbaren. So hat Valcke während der Verhandlungen wiederholt gelogen und stellte das vor Gericht gar als normale Verhaltensweise dar. Am Ende schlossen die Fifa und Mastercard einen Vergleich, der den Weltverband 100 Millionen kostet. Valcke dementiert diese Hochrechnung nicht. “Für Vertragsverhandlungen gelten andere Regeln als für ein Fußballspiel&#8221;, behauptet er. Er sei “nicht alleine verantwortlich für das Sponsoring-Debakel&#8221; gewesen.</p><p>Verkennung der Tatsachen</p><p>Jawohl, Valcke spricht von einem Debakel, und er nennt die Mitverantwortlichen: “Der Verwaltungsrat der Fifa Marketing AG und das Fifa-Exekutivkomitee wurden, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, zumindest über die großen Linien der Verhandlungen informiert.&#8221; Im Exekutivkomitee hat aber auch niemand Konsequenzen aus dem Desaster gezogen. Joseph Blatter, der Fifa-Präsident, erklärte vorige Woche in Verkennung der Tatsachen, es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;. Den Verlust in der Affäre bezifferte Blatter auf nur 60 Millionen Dollar und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard, hintergangen von Valcke &amp; Co., ursprünglich eine Kompensationszahlung von 270 Millionen verlangt hatte.</p><p>Die Vorgänge beweisen erneut, dass es in Blatters Reich keine Kontrollinstanzen gibt. Es wird gelogen, bis sich die Balken biegen. “Manchmal geht es nicht ohne eine Notlüge&#8221;, behauptet Valcke und greint: Er sei “nur angefeindet&#8221; worden, seine Familie habe sehr darunter gelitten. Unter “Anfeindung&#8221; versteht er die seriöse Berichterstattung über den Mastercard-Krimi. “Ich kann Ihnen sagen: Erst seit einem Monat schlafe ich wieder durch. Zuvor bin ich jede Nacht aufgewacht und habe mir unzählige Fragen gestellt.&#8221;</p><p>So hart wird die Selbstbefragung nicht gewesen sein. Zumal er auf nahe liegende Fragen keine Antworten hat: Wie glaubwürdig ist ein Fifa-Generalsekretär, der in wichtigen Geschäften wiederholt gelogen hat? “Die Fifa hat nicht nur dunkle Seiten&#8221;, behauptet Valcke. “Ob ich der richtige Mann bin, weiß ich nicht. Das wird sich noch zeigen.&#8221;</p></blockquote><p><a
href="http://flattr.com/thing/96824/Akute-Wahrheits-Allergie-im-FIFA-Reich-des-Joseph-Blatter" target="_blank"><br
/> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>65</slash:comments> </item> <item><title>Whistleblower Waleri Morosow: &#8220;Es wird Blut fließen&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/#comments</comments> <pubDate>Wed, 08 Dec 2010 10:04:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[alimsan tochtachunow]]></category> <category><![CDATA[aslan usojan]]></category> <category><![CDATA[dmitri medwedjew]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[mafia]]></category> <category><![CDATA[nowaja gaseta]]></category> <category><![CDATA[russland 2018]]></category> <category><![CDATA[sotschi 2014]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[waleri morosow]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[dad hasan]]></category> <category><![CDATA[dmitri medwedew]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[organisierte kriminalität]]></category> <category><![CDATA[russland]]></category> <category><![CDATA[verbrechen]]></category> <category><![CDATA[winterspiele]]></category> <category><![CDATA[wjatscheslaw koloskow]]></category> <category><![CDATA[wladimir putin]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9998</guid> <description><![CDATA[MOSKAU. Dmitri Muratow hat gerade Elektroschocker verteilt. Zwanzig Journalisten der Nowaja Gaseta, die delikate Themen recherchieren, sollen sich damit bei Überfällen verteidigen können. Elektroschocker, beruhigend sind die kaum. Der beste Schutz für Journalisten in Russland sei deshalb, gar nicht erst „über Korruption, Neonazis, den Geheimdienst und den Kaukasus-Konflikt zu berichten“, sagt Chefredakteur Muratow. „Aber dann [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>MOSKAU. Dmitri Muratow hat gerade Elektroschocker verteilt. Zwanzig Journalisten der Nowaja Gaseta, die delikate Themen recherchieren, sollen sich damit bei Überfällen verteidigen können. Elektroschocker, beruhigend sind die kaum. Der beste Schutz für Journalisten in Russland sei deshalb, gar nicht erst „über Korruption, Neonazis, den Geheimdienst und den Kaukasus-Konflikt zu berichten“, sagt Chefredakteur Muratow. „Aber dann wären sie keine Journalisten mehr.“</p><p>Sechs Autoren der <a
title="Nowaja Gaseta.ru" href="http://www.novayagazeta.ru/" target="_blank">Nowaja Gaseta</a> wurden bisher ermordet. Ihre Porträts hängen an der Wand des Besprechungszimmers. Dort sitzt nun Waleri Morosow und redet über – Korruption.</p><div
id="attachment_9999" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img
class="size-full wp-image-9999 " title="Waleri Morosow" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/morosow.jpg" alt="" width="530" height="298" /><p
class="wp-caption-text">Waleri Morosow, Nowaja Gaseta</p></div><p>Natürlich ist auch der Bauunternehmer Morosow in Gefahr, seit er erstmals öffentlich gemacht hat, dass Staatsdiener für Bauaufträge in der <a
title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://www.jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Olympiastadt Sotschi</a> mindestens zwölf Prozent Schmiergeld verlangen. Einer dieser Absahner, Wladimir Leschnewski, ein Direktor aus dem Verwaltungsapparat des russischen Präsidenten Dmitri Medwedjew, wurde inzwischen suspendiert. Leschnewski hat Morosow gewarnt.</p><blockquote><p>Wenn ich nicht aufhöre, die Vorgänge öffentlich zu machen, wird Blut fließen, hat er sogar meiner Frau und meinem Anwalt gesagt.“</p></blockquote><p>Doch Waleri Morosow entschied sich für die Offensiv-Strategie. Er hat es hingenommen, dass das Volumen der Bauaufträge um bis zu zwanzig Prozent erhöht wurde, denn Schmiergeld wird in Russland immer eingepreist. „Bei der <a
title="alle Beiträge zur WM 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2018/" target="_self">Fußball-WM 2018</a>“, sagt Morosow, „wird das nicht anders sein, als bei den Winterspielen in Sotschi.“</p><p>[<em>Ich habe den Fall Morosow und die vielen darin verstrickten Personen und Firmen extrem verkürzt. Es ging mir hier um einen Überblickstext - ein weiteres Puzzleteil zum großen Thema, über das in den kommenden Jahren noch viel zu reden sein wird. Habe mit Morosow einige Stunden diskutiert. Ausführlichere Infos zum Fall finden sich hier:</em>]</p><ul><li>Sunday Times: <a
title="Sunday Times" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article7140175.ece  " target="_blank">Kremlin bribery whistleblower flees to UK</a></li><li><strong>Flarenetwork</strong> (eine Linkempfehlung an sich!) mit Roman Anins Summary des Falls in Englisch: <a
title="Flarenetwork.org" href="http://www.flarenetwork.org/report/novaya_gazeta/article/corruption_case_in_2014_sochi_olympic_winter_games.htm" target="_blank">Corruption case in 2014 Sochi Olympic Winter Games</a></li></ul><p>Auf Sotschi fokussiert sich vieles, denn die Stadt ist 2014 Olympia-Gastgeber und 2018 WM-Spielort. Auch Morosow will an der Weltmeisterschaft verdienen. Aber er will kein Schmiergeld mehr zahlen. Deshalb schart er derzeit Unternehmer und Intellektuelle um sich, will im Januar eine Anti-Korruptions-Konferenz ausrichten und hofft darauf, dass seinem Beispiel viele folgen. „Ich denke, ich treffe einen Nerv der Menschen“, sagt Morosow.</p><p>Offenbar weiß er auch den Präsidenten Medwedjew hinter sich. Es ist Morosow zumindest gelungen, sein Anliegen und die Beweise für systemische Korruption direkt an Medwedjew zu übermitteln. Der hat den Generalstaatsanwalt Juri Tschaika angewiesen, „zu ermitteln und Bericht zu erstatten“. Den Befehl gibt es sogar handschriftlich, und Roman Anin, einer der Reporter der Nowaja Gaseta, trägt die Zeilen des Präsidenten stets bei sich.</p><div
id="attachment_10002" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img
class="size-full wp-image-10002" title="Medwedjews Befehl" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/ukas.jpg" alt="Medwedjews Befehl" width="530" height="298" /><p
class="wp-caption-text">Medwedjews Befehl</p></div><p>„Das ist meine Lebensversicherung“, sagt er. Laut Anin darf man von 20 bis 30 Prozent Schmiergeld bei allen Bauprojekten ausgehen. „Diese Summe wird immer gestohlen.“ In Sotschi war zuletzt die Rede von 25 Milliarden Dollar Investitionen, für die WM 2018 werden es mindestens 40 Milliarden sein, wahrscheinlich das Doppelte.</p><p>Waleri Morosow hat die Flucht an die Öffentlichkeit angetreten, als die Ganoven zu gierig wurden. Die eingepreisten Schmiergelder waren ihnen nicht genug, plötzlich wollten sie zusätzliche Zahlungen. Für sein größtes Projekt in Sotschi sollte er die Rechnungen über dubiose Tarnfirmen auf dem Balkan neu erstellen und damit weitere 20 Millionen Euro abzweigen. Sotschis Bürgermeister Anatoli Pachomow, der selbst an Bauprojekten verdient, hat ihn deshalb als „Wunde auf unserer Haut“ bezeichnet. Eine unverhohlene Drohung.</p><p>Die russische Form der Staatskriminalität ist seit Jahrzehnten hinreichend beschrieben. Die Großereignisse, die Premier Wladimir Putin und die Seinen akquiriert haben, sind ein gigantischer Selbstbedienungsladen für Staatsdiener, Politiker und Oligarchen. Das ist bei den Winterspielen 2014, der Fußball-WM 2018 oder der Universiade 2013 in Kasan nicht anders als etwa beim Bau der Formel-1-Strecke in Sotschi. Neben den Putin-treuen Oligarchen wie Oleg Deripaska, der ein Großteil der Sotschi-Aufträge abwickelt, oder <a
title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">Roman Abramowitsch</a>, vor allem bei der WM engagiert, sind staatsnahe Konzerne wie Gasprom, Rosneft, Rostelekom oder Sberbank stets dabei.</p><div
id="attachment_10007" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img
class="size-full wp-image-10007" title="Großbaustelle Sotschi: das olympische Eisstadion" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/eisstadion.jpg" alt="" width="530" height="298" /><p
class="wp-caption-text">Großbaustelle Sotschi: das olympische Eisstadion</p></div><p>Und schließlich ist da noch eine dritte Gruppe, die abkassiert, wobei die Grenzen fließend sind: Dies sind die lokalen Autoriäten, die Bosse der organisierten Kriminalität, auch Diebe im Gesetz genannt. In Sotschi etwa läuft kein Geschäft ohne Einwilligung von Aslan Usojan alias Großvater Hasan. Der Gangster kassiert kleine und große Unternehmer ab und ist im Fußball-Business aktiv. In jedem russischen Profiklub sind kriminelle Autoritäten und/oder Oligarchen engagiert. Sie bekommen durch die Weltmeisterschaft ultramoderne Arenen, für die sie keinen Rubel zahlen müssen.</p><p>In Sotschi tobt gerade ein blutiger Kampf von georgisch dominierten Clans um die Herrschaft im Schattenreich. Usojan wurde im September in Moskau angeschossen, überlebte den Anschlag glücklich &#8211; Ende Oktober wurde sein Statthalter Eduard Kakosjan ermordet.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Beim WM-Projekt gibt es ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten aus Skandalen vergangener Jahre. Ein Beispiel: <a
title="Beiträge zu Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/category/alimsan-tochtachunow/" target="_self">Alimsan Tochtachunow</a>, alias Taiwantschik, der 2002 für den <a
title="Grüße von der Russenmafia ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">Bestechungsskandal beim olympischen Eislaufen in Salt Lake City</a> verantwortlich war. Tochtachunow darf Russland nicht verlassen, anderswo würde er verhaftet. Er lebt in Moskau, ist in der Stiftung des russischen Fußballverbandes involviert und über seine Statthalter im Baugeschäft der Fußball-EM 2012 in der Ukraine. Tochtachunow trifft sich in Moskau auch gern mal mit einem <a
title="@ email von der FIFA" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/" target="_self">prominenten Bekannten</a> – FIFA-Präsident Joseph Blatter.</p><div
id="attachment_10009" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img
class="size-full wp-image-10009" title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="" width="512" height="342" /><p
class="wp-caption-text">Im Kreise der Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, Blatter-Günstling und ehemaliges FIFA-Exko-Mitglied Wjatscheslaw Koloskow, vom FBI und Interpol mit Haftbefehl gesuchter Dieb im Gesetz Alimsan Tochtachunow (v.l.) (c) Kommersant</p></div><p>„In systemisch korrupten Ländern wie Russland hat das Verbrechen viele Gesichter“, sagt Elena Panfilowa, Chefin der russischen Sektion von Transparency International. Ermitteln kann Panfilowa mit ihren sechs Mitarbeitern und einigen freiwilligen Kräften nicht. Sie kann lediglich Presseberichte auswerten.</p><p>Waleri Morosow hat gehandelt. Er kann nicht mehr zurück. &#8220;Die Öffentlichkeit schützt mich&#8221;, sagt er.</p><blockquote><p>Andernfalls wäre ich wohl schon ermordet worden.&#8221;</p></blockquote><p><a
href="http://flattr.com/thing/95814/Whistleblower-Waleri-Morosow-Es-wird-Blut-fliessen" target="_blank"><img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>15</slash:comments> </item> <item><title>Hörprobe: Korruption im Sport</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/#comments</comments> <pubDate>Thu, 02 Dec 2010 18:52:08 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[britta bannenberg]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9954</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Fast hätte ich es vergessen. Passend zum Tage, wer mag, kann sich meinen &#8220;Hintergrund Politik&#8221; von heute Abend im Deutschlandfunk anhören. Eine weitere Analyse zur Korruption im Sport. Dauert rund 18 Minuten. Der Korruptionsexpertin Britta Bannenberg zu lauschen, lohnt sich immer. Viel Vergnügen. : Über die Ereignisse in Zürich, über Yussuf Blatter (das ist [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Fast hätte ich es vergessen. Passend zum Tage, wer mag, kann sich meinen &#8220;Hintergrund Politik&#8221; von heute Abend im Deutschlandfunk anhören. Eine weitere Analyse zur Korruption im Sport. Dauert rund 18 Minuten. Der Korruptionsexpertin Britta Bannenberg zu lauschen, lohnt sich immer. Viel Vergnügen.</p><p><a
title="Deutschlandfunk, Hintergrund Politik" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p><p>Über die Ereignisse in Zürich, über Yussuf Blatter (das ist wirklich einer seiner Spitznamen) und Wladimir Putin, über den Emir von Katar und andere Milliardäre, die demnächst Fußball-Weltmeisterschaften ausrichten, kann <a
title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">hier weiter diskutiert werden</a>, <span
style="text-decoration: line-through;">da schreibe ich heute auch noch weiter</span>.</p><p><strong>Nachtrag, 3. Dezember: </strong>Nun steht der (redaktionell gekürzte) Text online, den ich flugs hierher kopiere. Manches habe ich schon oft genug besungen, wird ja stets aufs Neue bewiesen. Frau Bannenbergs Analysen, ich sagte es bereits, sind immer eine Lektüre wert. Und Rogges Ausführungen, nun ja, sind schlicht enttäuschend.</p><p>Korruption und Wettbetrug. Täglich werden kleine und große Fälle von Manipulationen im Sport bekannt. Von den großen Verbänden werden diese zumeist als Einzelfälle heruntergespielt. Der organisierte Sport macht Korruption leicht. Denn das Sport-Business mit seiner eigenen Rechtswelt hat strukturelle Probleme.</p><p>Der Fußball-Weltverband FIFA hat heute in Zürich zwei Weltmeisterschaften vergeben: Die WM 2018 findet in Russland statt, die WM 2022 wird in Katar ausgetragen. Die Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees wird seit Wochen von Korruptions-Enthüllungen begleitet. Zwei bestechliche Exekutivmitglieder &#8211; Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti &#8211; wurden suspendiert und durften nicht mit abstimmen. Vier weitere einflussreiche Funktionäre wurden ebenfalls gesperrt.</p><p>Doch drei andere Exekutivmitglieder, die schon vor Jahren eine zweistellige Millionensumme an Schmiergeld von der Vermarktungsagentur ISL/ISMM kassiert haben, durften mit abstimmen. Dazu gehört Ricardo Teixeira, der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes, der auch als Chef des WM-Organisationskomitees 2014 agiert. Gegen ihn wird nun in Brasilien ermittelt. Die Veröffentlichung weiterer Namen von bestochenen Top-Funktionären versuchen FIFA-Anwälte derzeit zu verhindern.</p><p>Derlei Skandale werden von den Amtsträgern gern als Einzelfälle beschrieben. FIFA-Präsident Joseph Blatter kürzlich am Rande des DFB-Bundestages in Essen:</p><blockquote><p>&#8220;Die FIFA hat 208 Verbände. Und wenn einige Individuen aus diesen 300 Millionen Teilnehmern der FIFA vielleicht korrupt sind, dann kann man nicht sagen, die ganze Familie ist korrupt. Das kann man nicht sagen.&#8221;</p></blockquote><p>So kennt man Sepp Blatter. Er spricht stets von seiner &#8220;Familie&#8221;, von Einzelfällen. In Wahrheit sind diese Fälle nur die Spitze des Eisberges. Korruption im Sport ist zu einem Dauerthema geworden. Das globale Geschäft mit den Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften garantiert Milliardengewinne für die Sportverbände. Die Verlockung ist groß, sich dabei auch privat die Taschen zu füllen. Verbände, Funktionäre, Vermarktungsfirmen, Trainer, Betreuer, Athleten, sogar Politiker &#8211; viele Personen und Institutionen verdienen auf illegale Weise.</p><p>Täglich werden kleine und große Fälle von Manipulationen bekannt. Vom größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte rund um die Firma ISL/ISMM, die mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld gezahlt hat, sind auch Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees betroffen: IOC-Doyen Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, Issa Hayatou aus Kamerun und Lamine Diack aus dem Senegal, der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF.</p><p>Korruption folgt nicht dem klassischen Täter-Opfer-Prinzip. Es gibt nur Täter &#8211; Geber und Nehmer. Die sind sich in der Regel einig und schließen auch keine Verträge ab. Das macht die Aufklärung so schwierig. Zumal die Geschädigten anonym bleiben &#8211; meist sind es die Steuerzahler.</p><p>Kriminologen wie Britta Bannenberg, Professorin an der Universität Gießen, gehen davon aus, dass in allen Bereichen der Gesellschaft mehr als 95 Prozent der Korruptionsfälle nie öffentlich werden. Von den wenigen Fällen, die juristisch verhandelt werden, endet nur ein kleiner Prozentsatz mit einem Schuldspruch. Der Sport macht da keine Ausnahme.</p><blockquote><p>&#8220;Nein, im Gegenteil. Der Bereich des Sports ist ja noch abgeschotteter, weil es keine Kontrollstrukturen von außen gibt. Das Strafrecht zum Beispiel, das natürlich im Grundsatz bei Unternehmen und Verwaltungen einsetzbar ist, das greift im Sport ja meistens schon gar nicht. Weil nämlich Akteure gar nicht bestochen werden können. Die eigentliche Bestechung im Kern, die ist vom Strafrecht überhaupt nicht erfasst. Und auch Funktionäre, die ihre Stimme abkaufen lassen, die sind vom Strafrecht in den meisten Ländern nicht erfasst. Und dann ist auch für alles andere, was vielleicht möglich wäre, also Schadensersatzklagen, überhaupt gar kein Raum.&#8221;</p></blockquote><p>In der ISL-Affäre wurden nur wenige der Schmiergeldempfänger bekannt. Die FIFA zahlte sogar ein Schweigegeld von 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug, um die Veröffentlichung weiterer Namen zu verhindern. Experten bezeichnen derlei Abmachungen als Korruptionsverdunklungs-Vertrag. Es war nicht der einzige in der ISL-Affäre.</p><p>Die ISL-Gruppe unterhielt ein ausgeklügeltes Korruptionssystem mit Dutzenden von Briefkastenfirmen, geheimen Stiftungen und Schwarzkonten in zahlreichen Ländern. Mindestens 140 Millionen Franken wurden zwischen 1989 und 2001 bis zum Konkurs der Firma bezahlt. Ein ISL-Manager, der sich vor zwei Jahren nicht etwa wegen Korruption, sondern wegen Unterschlagung vor Gericht verantworten musste, sagte damals aus, Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen sei &#8230;</p><blockquote><p>&#8220;&#8230; als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Sonst wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Praxis war unerlässlich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.&#8221;</p></blockquote><p>Der organisierte Sport macht Korruption leicht. Denn das Sport-Business mit seiner eigenen Rechtswelt hat strukturelle Probleme, die von den Verantwortlichen stets geleugnet werden, sagt Britta Bannenberg:</p><blockquote><p>&#8220;Es sind sehr wenige Menschen mit sehr hoher Macht in diesen Bereichen tätig. Und sie werden im Grunde auch von staatlichen Spitzen hofiert und sind dadurch fast sakrosankt. Das ist eine ganz besondere Konstellation, die ja kaum Vorstandschefs von großen Unternehmen genießen. Und dadurch stehen sie noch mehr außerhalb der staatlichen Kontrolle. Aber es gibt ja auch kaum staatliche Regelungsmechanismen. Das staatliche Strafrecht greift für sie ja nicht. Und deshalb können sie sich auch leicht zurückziehen in ihre wortgewaltigen Ankündigungen der Konsequenzen, die dann aber ohne jegliche rechtliche Relevanz sind, weil selbst ihre Selbstkontrolle oder Eigenkontrolle im Grunde überhaupt nicht ausreichend ist, aber auch nicht konsequent durchgezogen wird.&#8221;</p></blockquote><p><span
id="more-9954"></span>Sportverbände erfreuen sich am Prinzip der partiellen Rechtlosigkeit. Im Sport prallen drei &#8220;juristische Normwelten&#8221; aufeinander, wie Fachleute sagen:</p><ul><li>Die gewöhnliche Rechtswelt,</li><li>das Recht in autonomen Sportorganisationen, also das Verbandsrecht,</li><li>und die sogenannte rechtsfreie Spielwelt, also die Spielregeln.</li></ul><p>Absurd an dieser Konstellation ist, dass milliardenschwere Unternehmen wie das IOC, die FIFA oder der finanzstarke Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach dem Vereinsrecht organisiert sind. Sie operieren zwar wie internationale Konzerne, sind aber &#8211; beispielsweise &#8211; nicht von internationalen Anti-Korruptions-Konventionen erfasst, die im Bereich der Wirtschaft gelten: weder von den Abkommen der Europäischen Union, der OECD, des Europarats noch von dem der Vereinten Nationen.</p><p>Rund 50 internationale Sportverbände residieren in der Schweiz und genießen vielfältige Sonderregeln wie Steuerbefreiungen und werden nicht einmal vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb tangiert. Das hat der Bundesrat, die Regierung der Schweiz, so beschlossen. Zwar gibt es nun, ausgelöst durch die jüngsten Enthüllungen zum FIFA-Sumpf, zaghafte Diskussionen darüber, ob diese Sonderregelungen gerechtfertigt sind, doch ob Schweizer Politiker den Worten Taten folgen lassen und die Korruptionsregeln auf Sportkonzerne und deren Amtsträger ausweiten, steht in den Sternen.</p><p>Jörg Schild war lange Jahre Staatsanwalt im Drogendezernat. Heute ist er ehrenamtlicher Sportfunktionär und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Swiss Olympic. Auch er befürwortet eine Gesetzesverschärfung.</p><blockquote><p>&#8220;Der Sport hatte in den vergangenen Jahren genügend Möglichkeiten zu beweisen, dass er die Probleme selbst lösen kann. Ich meine, der Sport hat diese Chance nicht genutzt. Und jetzt müssen wir diese Diskussion führen.&#8221;</p></blockquote><p>Aktuelle Initiativen zur Korruptionsbekämpfung im Sport sind auch aus Deutschland nicht bekannt. Im Gegenteil: Wann immer sich Deutschland um Sport-Großereignisse bewirbt, werden Institutionen wie FIFA oder IOC Steuerbefreiungen, Sondergesetze und allerlei Vergünstigungen garantiert. So auch in der laufenden Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Das Bundeskabinett machte jüngst rund 50 Zusagen, die finanzielle Konsequenzen haben. Zum Beispiel: eine Ausfallbürgschaft und auch die Zusage, für eventuelle Verluste des Organisations-Komitees geradezustehen.</p><p>Dieser Großzügigkeit der Gastgeberländer großer Sportevents stehen häufig Sportfunktionäre gegenüber, die skrupellos Selbstbedienung betreiben.</p><p>Doch wo beginnt Korruption, was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Es gibt verschiedene Korruptionsbegriffe, juristische, theologische, wirtschaftswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche, politikwissenschaftliche &#8211; und moralische. Die Nichtregierungsorganisation Transparency International verwendet diese schlichte, aber einprägsame Definition:</p><blockquote><p>&#8220;Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.&#8221;</p></blockquote><p>Im vergangenen Jahr hat Bayerns Justizministerin Beate Merk einen Entwurf für ein deutsches &#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; vorgelegt. Sie scheiterte am Widerstand der Sportverbände und zahlreicher Politiker. Selbst in ihrer eigenen Partei fand die CSU-Politikerin dafür keine Mehrheit. Während der Olympiabewerbung Münchens ist erst recht nicht damit zu rechnen, dass der Straftatbestand Sportbetrug eingeführt und damit Doping sowie Bestechlichkeit und Bestechung generell unter Strafe gestellt werden.</p><p>Der einzige Sportpolitiker aus dem Bundestag, der sich stets für einen Straftatbestand Sportbetrug eingesetzt hat, ist der Bündnisgrüne Sportsprecher Winfried Hermann. Selbst er stellt fest &#8230;</p><blockquote><p>&#8220;&#8230; dass eigentlich das Thema Korruption im Sport mindestens genauso wichtig ist wie das Thema Doping. Dass aber, im Unterschied etwa zur Bekämpfung des Dopings, wir bei der Korruptionsbekämpfung im Sport ganz am Anfang stehen, und es eigentlich kaum Strukturen und kaum Maßnahmen gibt, um Korruption im Sport aufzudecken. Und schon gar nicht gibt es Strukturen, die das sozusagen wirksam verhindern.&#8221;</p></blockquote><p>Die Kriminologin Britta Bannenberg kämpft seit Langem für einen Straftatbestand Sportbetrug.</p><blockquote><p>&#8220;Also, im Grunde müsste die gesamte Strafbarkeit im Bereich der Wettbewerbsverstöße und der Bestechungsdelikte ausgeweitet werden auf Verantwortliche des Sports. Das heißt auf der einen Seite auf Sportfunktionäre, auf der anderen Seite aber auch auf Akteure im sportlichen Wettbewerb. Das sind zwei unterschiedliche Ebenen, aber die sind bisher nicht erfasst. Und damit fehlt oft jeglicher Ansatzpunkt für die staatliche strafrechtliche Kontrolle.&#8221;</p></blockquote><p>Auf der politischen Ebene bleibt das Thema also vernachlässigt. Und dies, obwohl der Sport jedes Jahr mit Millionensummen aus den öffentlichen Haushalten gefördert wird.</p><p>Die Strukturen der Korruption im Sportbusiness unterscheiden sich kaum von jenen, die in anderen gesellschaftlichen Bereichen greifen. Der Sport bietet perfekte Schnittmengen von Wirtschaft, Medien und Politik und offeriert eine Grauzone, in der sich trefflich ungeschützt kungeln lässt. Es gibt Korruption in allen Schattierungen und Größenordnungen. Im Grunde kann unterschieden werden zwischen:</p><ol><li>Korruption in der Ausübung bzw. Durchführung des reinen sportlichen Wettkampfes: Geber und Nehmer sind Sportler und Offizielle. Dazu zählen Doping, Spielabsprachen, Manipulationen von Kampf- und Schiedsrichtern.</li><li>Korruption in Verbänden und bei der Organisation von Wettbewerben: Geber und Nehmer sind zumeist Offizielle. Beispiele sind die Vergabe von Ämtern, Marketingrechten oder Großveranstaltungen wie Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften.</li><li>Korruption außerhalb des eigentlichen Wettbewerbs: Geber und Nehmer kommen aus Sport, Politik, Wirtschaft. Hierzu zählt letztlich auch der Missbrauch des Sports zu politischen Zwecken. Und natürlich Formen der organisierten Kriminalität wie Drogenhandel, Menschenhandel, Geldwäsche, die im Sportbusiness akut zunehmen.</li></ol><p>Im Winter 1998/99 erlebte das IOC fast sein Waterloo. Die Abkürzung steht für International Olympic Committee. Für Verbrechensbekämpfer bedeutet das Kürzel IOC auch: International Organized Crime. Im Bestechungsskandal um die Olympiabewerbung von Salt Lake City wurden sechs Mitglieder ausgeschlossen, vier weitere traten zurück, etliche wurden verwarnt. Auch damals lautete die offizielle Sprachreglung: Es handele sich um bedauerliche Einzelfälle. Von systematischer Korruption könne keine Rede sein. Andere Bewerbungen um die Austragung von Olympischen Spielen hat die hausinterne Prüfungskommission gar nicht erst untersucht.</p><p>Auf dem IOC-Gipfeltreffen Ende Oktober dieses Jahres in Acapulco, wo sich unter anderem Vertreter von 130 Sportministerien trafen, stand Korruptionsbekämpfung nicht auf der Tagesordnung. Der belgische IOC-Präsident Jacques Rogge betonte zwar, er begrüße die jüngsten Maßnahmen der FIFA, sechs Funktionäre zu suspendieren. Grundlegende Schritte aber hält Rogge nicht für erforderlich: Auch nicht die Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur analog zur Welt-Anti-Doping-Agentur, über die seit einiger Zeit debattiert wird.</p><p>Die größte Gefahr macht Rogge derzeit im organisierten Wettbetrug aus.</p><blockquote><p>&#8220;Das IOC beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit der Frage der illegalen Wetten. Wir haben von Beginn an mit den Weltverbänden gearbeitet, die am ärgsten betroffen waren: Cricket, Tennis, Reiten &#8211; jenen Verbänden also, die schon etwas getan hatten. Wir haben diese Zusammenarbeit dann auf den gesamten olympischen Bereich ausgeweitet und haben während der Sommerspiele 2008 in Peking erstmals ein weltweites Warnsystem installiert. Es gab absolut keinen Hinweis auf Wettmanipulationen. Auch nicht 2010 bei den Winterspielen in Vancouver. Aber das bedeutet nicht, dass das nicht passieren könnte. Besonders nach unseren Erfahrungen mit dem Korruptionsskandal um Salt Lake City sage ich natürlich: Sag niemals nie!&#8221;</p></blockquote><p>Im Vorfeld der Sommerspiele 2012 in London soll die Zusammenarbeit mit Interpol und anderen Ermittlungsbehörden ausgebaut werden &#8211; aber eben nur auf dem Sektor der Wett-Manipulationen.</p><p>Multifunktionär Thomas Bach ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Chef der Juristischen Kommission des IOC. Er hat ebenfalls ausschließlich den Wettbetrug im Fokus:</p><blockquote><p>&#8220;Der Wettbetrug und die daraus folgende Korruption im Sport, die Manipulation von sportlichen Ereignissen, erfordert ganz eigene Maßnahmen, weil das vollzieht sich alles außerhalb des Sports. Hier hat der Sport keinen Einflussbereich, keine Überwachungsmöglichkeiten, im Gegensatz zu anderen Fällen wie Doping oder auch Korruption &#8211; das vollzieht sich innerhalb der Organisation. Deshalb brauchen wir dort verstärkt die Hilfe von Staaten, Regierungen und Gesetzen.&#8221;</p></blockquote><p>Der Sport, der stets auf seine Unabhängigkeit pocht, kooperiert im Wettbereich auch deshalb mit staatlichen Institutionen, weil die Einnahmen aus einem florierenden Geschäft mit Sportwetten und im Wett-Sponsoring überlebenswichtig sind. Sonst aber verbitten sich Funktionäre und Verbände gern externe Einmischung und verweisen auf die angebliche Unabhängigkeit.</p><p>Die Kriminologin Britta Bannenberg hält nicht viel von selbst ernannten Ethik-Kommissionen und Ethik-Richtlinien, die von Personen bestimmt werden, die selbst im Zentrum der Kritik stehen. Sie zieht Parallelen zu anderen Korruptions-Sphären.</p><blockquote><p>&#8220;Allein ist das völlig nutzlos. Das hatten wir alles schon im Bereich der Wirtschaft aber auch der öffentlichen Verwaltungen. Als die ersten Skandale in Deutschland bekannt wurden, das war in den späten achtziger und in frühen neunziger Jahren, da war die erste Reaktion: Wir verabschieden Ethik-Richtlinien und wir verabschieden Selbstverpflichtungen. Und das allein hat überhaupt gar nichts gebracht.&#8221;</p></blockquote><p>Die strukturellen Probleme geht der Sport aus guten Gründen nicht an. Das System basiert auf vielfältigen Verflechtungen und Mitwisserschaft. Das Geben und Nehmen darf als Aggregatzustand der Branche bezeichnet werden. Oft werden diejenigen geächtet, bestraft und ihrer Ämter enthoben, die sich um Transparenz bemühen, die Vorgänge aufdecken und als sogenannte Whistleblower eigentlich geschützt werden müssten. Britta Bannenberg:</p><blockquote><p>&#8220;Denn letztlich hat man ja die Erfahrung, dass Trainer, Manager, Betreuer, bis hin zu Funktionären eine Einheit bilden, die diese Mauer des Schweigens immer aufrecht erhalten, und die auch einzelne Sportler immer wieder ins Geschehen ziehen. Also, zum Teil ist da ein umfassender Personalaustausch von Doping- und korruptionserprobten Menschen unabdingbar. Mit denen geht es nicht. Setzt man weiterhin auf Selbstkontrolle durch die Verbände, dann wird sich nicht viel ändern.&#8221;</p></blockquote><p>Gegen derlei Parallelgesellschaften empfiehlt die Juristin knallharte juristische Maßnahmen. Gesetze, die in einigen großen Korruptionsfällen &#8211; etwa bei Siemens oder Daimler &#8211; durchaus Wirkung hinterließen.</p><blockquote><p>&#8220;Der wirkliche Druck entstand im Grunde erst dadurch, dass insbesondere das amerikanische Strafrecht weltweit zur Anwendung kam. Das hat halt ein paar Besonderheiten. Und dieses scharfe Schwert bedeutet, dass man die ganze Organisation, das gesamte Unternehmen als Täter ansehen kann. Und wenn man das auf die großen Wirtschaftsunternehmen der Sportverbände, die weltweit natürlich riesige Geschäfte machen, übertragen würde, dann hätten wir die Lösung.&#8221;</p></blockquote><p>Mit anderen Worten: Eine Lösung ist nicht in Sicht. Denn in der Spezialdemokratie Sport gelten weiterhin andere Gesetze.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" length="8658432" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/#comments</comments> <pubDate>Thu, 02 Dec 2010 16:02:14 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[katar 2022]]></category> <category><![CDATA[russland 2018]]></category> <category><![CDATA[sotschi 2014]]></category> <category><![CDATA[wladimir putin]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9940</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Ich mach mal lieber einen neuen Beitrag auf. Den live-Blog von heute morgen hat es layouttechnisch zum wiederholten Mal zerschossen. Der Server wird mit dem Ansturm hier nicht fertig. Das alte Problem, immer mal wieder aufgefrischt. Also, an dieser Stelle keine Bilder, keine Spielerei. Nur einige Notizen. Ab diskutiert werden kann? Keine Ahnung. Das [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Ich mach mal lieber einen neuen Beitrag auf. Den <a
title="live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/" target="_self">live-Blog von heute morgen</a> hat es layouttechnisch zum wiederholten Mal zerschossen. Der Server wird mit dem Ansturm hier nicht fertig. Das alte Problem, immer mal wieder aufgefrischt. Also, an dieser Stelle keine Bilder, keine Spielerei. Nur einige Notizen. Ab diskutiert werden kann? Keine Ahnung. Das muss der Server mal sagen.</p><p>Also. Die Entscheidung ist gefallen. Mit Verspätung.</p><p>Dmitri Tschernitschenko, Organisationschef der Winterspiele 2014 in Sotschi, hat schon Minuten vor der Verkündung den Sieg von Russland getwittert.</p><p><img
class="aligncenter size-medium wp-image-9946" title="Twitter Dmitri Tschernitschenko" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/tsch-300x59.jpg" alt="" width="300" height="59" /></p><p>Um 16.36 Uhr sagte Blatter dann: <a
title="Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/" target="_self">RUSSLAND</a> 2018.</p><p>Um 16.44 Uhr sagte Blatter: <a
title="Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/02/katar-und-die-wm-2022-fusball-im-kuhlschrank/" target="_self">KATAR</a> 2022.</p><p>Mein erster Gedanke: Okay, viele Korruptionsgeschichten in den nächsten Jahren. Good choice. Habe mich von Putins Manöver und den stets so gutgläubigen englischen Reportern durcheinander bringen lassen.</p><p>Mein zweiter Gedanke: Paris 1998. Ich weiß noch sehr gut, wie aufgeregt ich war, als ich Blatter nach dieser dubiosen, so genannten Wahl zum FIFA-Präsidenten gefragt hatte, mit wie viel Geld der Emir von Katar seinen Wahlkampf gesponsert hat. Darüber demnächst mehr.</p><p>Das &#8220;Wahl&#8221;ergebnis gemäß FIFA:</p><p>22 members of the FIFA Executive Committee were entitled to vote. 12 votes were needed for an absolute majority and therefore to obtain the right to host the FIFA World Cup.</p><blockquote><p><strong>2018 FIFA World Cup™ </strong></p><p><strong>Round 1:</strong> England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes</p><p>(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)</p><p><strong>Round 2:</strong> Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)</p><p
style="text-align: center;"><img
class="aligncenter size-full wp-image-9978" title="WM 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2018.gif" alt="" width="425" height="194" /></p><p><strong>2022 FIFA World Cup™</strong></p><p><strong>Round 1: </strong>Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)</p><p><strong>Round 2: </strong>Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)</p><p><strong>Round 3: </strong>Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)</p><p><strong>Round 4: </strong>Qatar 14 votes and USA 8 votes  (Qatar obtained an absolute mayority)</p><p
style="text-align: center;"><img
class="aligncenter size-full wp-image-9979" title="WM 2022" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2022.gif" alt="" width="425" height="260" /></p></blockquote><p><span
style="text-decoration: line-through;">Kann das mal jemand grafisch hübsch aufarbeiten?</span> Merci!</p><p><strong>18.20 Uhr:</strong> Die Russen haben ihre Pressekonferenz abgesagt. Das übernimmt hier um 21 Uhr?</p><p>Wladimir Putin.</p><p><strong>19.39 Uhr:</strong> Ein gemeiner Tweet vom Abend:</p><p></p><blockquote><p><strong>More people have tweeted about the corrupt Qatar 2022 win than there are people in Qatar!</strong></p></blockquote><p><strong>21.17 Uhr:</strong> Warten auf Wladimir Putin. Sogar einige englische Journalisten sind wieder aufgetaucht. Andreas Herren, der lange Jahre als Media Officer der FIFA durch derlei Pressekonferenzen geführt hat, sitzt wieder auf dem Podium &#8211; aber nun als PR-Berater der Russen.</p><p><strong>21.33 Uhr:</strong> Putin grüßt: Grüezi!</p><p>Spricht Englisch. Erzählt von Leningrad und dem 2. Weltkrieg, von der 900-Tage-Blockade und was der Fußball alles verändern kann. Wäre er nicht schon Premier und wollte wieder Präsident werden, wäre vielleicht Tourismusminister ein passender Job für ihn.</p><ul><li>Why you adopted such a different approach to this campaign in comparison to the Sochi campaign?</li></ul><p>Er antwortet Russisch und erzählt tatsächlich noch einmal die Geschichte, dass er nach den vielen so genannten Skandalen, sagt er glaube ich, keinen weiteren Druck aufbauen wollte.</p><p>Oops, jetzt spricht er über Korruption und die Mitglieder der FIFA. Kriege nur nicht alles mit. Meine Übersetzung fällt aus.</p><p>Ah, da schau her. Blatter, sagt er, hat schon immer mit Russland sympathisiert. Klar doch. Bitte unbedingt nochmal diesen Beitrag und das Protokoll überfliegen:</p><ul><li><a
title="Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/16/sepp-zu-gast-bei-putin-i-am-really-glad-that-you-greet-me-as-a-friend/" target="_self">Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend?</a></li></ul><p
style="text-align: center;"><img
class="aligncenter size-full wp-image-5631" title="(c) Government of Russia" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo1.jpg" alt="" width="514" height="288" /></p><p>Eins noch: Auf das ganze Skandalgequatsche gibt er nichts, der Gospodin Putin.</p><p>War es too risky, nicht vorher nach Zürich zu kommen?</p><p>Es war eine schwierige Entscheidung, sagt er. Er habe ständig mit seinen Leuten telefoniert, die ihn hier haben wollten. Doch er blieb dabei. Er sagte, die Bewerbung war gut genug, stark genug. Übersetzt wird er jetzt mit dem schönen Satz:</p><blockquote><p>I decided we should win!</p></blockquote><p>Jetzt kommen die russischen Fragen. Er sagt, das Ausland hege zu viele Stereotypen/Vorurteile gegen Russland.</p><p>Die englischen Bewerber sagten klar, sie wären betrogen. Glauben Sie das?</p><blockquote><p>Nein.</p></blockquote><p>UK ist ein großes Fußballland, sagt er. We are waiting for you in 2018, we will do our best. Großer Beifall von russischen Journalisten und Delegierten.</p><p>Mihir Bose sagt: Sie waren heute der einzige Premier, der nicht bei der Präsentation war. Heißt das, Sie waren auch der cleverste?</p><blockquote><p>Thank you.</p></blockquote><p>Ein Ami fragt, was Russland so gut gemacht habe, weil es jetzt die Winterspiele und die Fußball-WM hat.</p><p>Putin fragt zurück:</p><blockquote><p>Wollen Sie, dass wir Ihnen was abgeben? Sollen wir etwas zurückgeben?</p></blockquote><p>Dann lobt er die starke Wirtschaft und die stabile politische Lage in Russland, hüstel.</p><p><span
id="more-9940"></span>Jetzt lobt er Roman Abramowitsch, der leider nichts selbst sagen kann, wie Putin bedauert. &#8220;Das ist nach den FIFA-Regeln verboten.&#8221; Hey, klar doch. Und die Russen halten sich immer an die Regeln.</p><p>Abramowitsch soll uns Geld geben und ein paar Projekte durchziehen. Sagt Putin. &#8220;Denn der hat genug Geld und Aktien.&#8221; Kann Abramowitschs Gesicht leider nicht sehen. Ob er morgen sicherheitshalber seine Konten räumt?</p><p>Ein Russe fragt: Gefallen Ihnen die Winterspiele mehr oder die Fußball-WM?</p><blockquote><p>Mir gefällt, wenn wir gewinnen.</p></blockquote><p>Rassismus in russischen Stadien?</p><p>Die Probleme gibt es in vielen Ländern, auch in etlichen europäischen Ländern, sagt Putin. Das ist ein weltweites Problem gegen das Russland wie jedes Land auf der Welt kämpft, sagt er.</p><p>[Okay, das reicht jetzt. Waren auch mehr Notizen für mich selbst. Muss ja niemand mitlesen.]</p><p>Jetzt spricht er noch über die Massenmedien, wie er es formuliert. Und über Sotschi und die Bauprojekte. Wird alles fertig &#8211; für Olympia, für die WM und natürlich auch für die Universiade in Kasan, um die nicht zu vergessen.</p><p>Gute Frage: Ob er glaubt, dass sein gestriges Statement der Solidarität mit FIFA-Exekutivlern Stimmen gesichert hat? Er weicht ein bisschen aus und spricht über Russlands Fähigkeiten, eine WM auszurichten.</p><p>Flink korrigiert er einen Journalisten, der meinte, Russland sei nur &#8220;eines der größten Länder der Welt&#8221;.</p><p>tbc</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>82</slash:comments> </item> <item><title>live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen 2018/2022</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/#comments</comments> <pubDate>Thu, 02 Dec 2010 08:08:28 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[angel maria villar llona]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[umfrage]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[abstimmung]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9910</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Moin, moin. Der Tag der Entscheidung. Gerade präsentiert Ruud Gullit die Bewerbung von Holland und Belgien. Hier noch einmal die Bewerbungsdokumente, auch wenn die selbstverständlich keine große Rolle spielen, wie immer bei derlei Entscheidungen. 2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Qatar 2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : USA 2018 FIFA [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Moin, moin. Der Tag der Entscheidung. Gerade präsentiert Ruud Gullit die Bewerbung von Holland und Belgien. Hier noch einmal die Bewerbungsdokumente, auch wenn die selbstverständlich keine große Rolle spielen, wie immer bei derlei Entscheidungen.</p><ul><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/56/b9qate.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Qatar<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/55/b8usae.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : USA<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/54/b7esp-pore.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Spain and Portugal<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/53/b6enge.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : England<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/52/b5ruse.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Russia<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/51/b4ned-bele.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Holland and Belgium<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/50/b3ause.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Australia<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/49/b2kore.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Korea Republic<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/42/b1jpne.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Japan<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/59/45/bid_evaluation_report_1911.pdf">Evaluation reports on the bids for the 2018 and 2022 FIFA World Cups™ – Executive Summaries</a></li></ul><p>Die Übertragung auf <a
title="FIFA" href="http://de.fifa.com/worldcup/bidders/live/index.html" target="_blank">www.fifa.com</a> <a
title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Diese Herrschaften stimmen ab.</a></p><p><strong>10.51 Uhr:</strong> Lieber spät als nie. Da ich mehrfach gemahnt wurde, flink noch zwei Umfragen:</p> Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.<p><strong>11.05 Uhr:</strong> Selten so unsicher gewesen. Ich sage auch, warum: Anders als bei IOC-Wahlen, wenn Olympiastädte gekürt werden, fehlt mir hier etwas die Tuchfühlung zu den Kameraden, die abstimmen. Die sind auf verschiedene Hotels verteilt und gut abgeschirmt, in IOC-Hotels kann man sich, trotz gelegentlicher Restriktionen, grundsätzlich freier bewegen und die Zielgruppe besser anvisieren.</p><p>Ein Gefühl sagt mir, oder sind es zwei: England und Katar. Momentan.</p><p>&#8220;The future king of England is right behind our bid&#8221;, sagt David Cameron gerade. Prinz William hat schon gesprochen.</p><p><strong>11.14 Uhr:</strong> Kamerad ?ngel María Villar Llona muss unbedingt gewürdigt werden. Zunächst mit einem Foto, dass ich vor Jahren mal beim FIFA-Kongress in München geknipst habe.</p> <img
class="size-full wp-image-8692 " title="Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger ?ngel María Villar Llona (Spanien)" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/the-fifa-family.gif" alt="" width="530" height="380" /><p>Also, wenn ich Herrn Villar Llona, Mitglied des <a
title="Sepp Blatters Tafelrunde" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">FIFA-Exekutivkomitees</a>, vorhin richtig verstanden habe, dann hat ziemlich genau das gesagt während seines WM-Bittsteller-Auftritts:</p><blockquote><p>Wir wurden in den Medien oft und ungerecht kritisiert.  Aber die FIFA ist eine saubere Institution!</p><p>Die FIFA arbeitet ehrlich!</p><p>Die FIFA arbeitet For the good of the game und For the world!</p><p>Alle meiner Kollegen hier sind ehrenwerte Herren, alle arbeiten ehrlich und hart, und ich schließe ausdrücklich auch die mit ein, die nicht hier sein können.</p><p>Der gesamte Bewerbungsprozess ist sauber, egal was die Medien erzählen.</p><p>Wir sind alle geachtete, geliebte und respektierte FIFA-Mitglieder!</p></blockquote><p>Amen.</p><p><strong>11.33 Uhr: </strong>Zwei äußerst feinfühlige, gut aussehende und aufmerksame Kollegen aus Österreich und Israel meinen gehört zu haben, dass Blatter gestern bei Katar und heute bei England am freundlichsten gewesen sein soll. Angeblich, ich schätze die Kollegen, hat er bei beiden gesagt, er könne jetzt leider nur eine Urkunde, später aber vielleicht den großen Preis zu überreichen. Bei anderen habe er das so und in diesem blatterschen, grinsenden Grunzton nicht gesagt.</p><p><strong>11.34 Uhr:</strong> Übrigens bekommt Ricki Teixeira daheim doch Probleme. Erst hat der Generalstaatsanwalt (glaub ich) verraten, dass seit Jahren gegen Teixeira ermittelt wird, nun hat sich der Parlamentspräsident für eine Neuaufnahme des Verfahrens aus 2002 (Nike-Verträge &amp; more). Meine brasilianischen Freunde halten mich auf dem laufenden. Jean François Tanda hat es auch schon geschrieben, es steht sicher irgendwo anders, habe jetzt keine Zeit, die Links zu finden. Die Untersuchungsberichte von damals hatte ich vor zweieinhalb Jahren mal <a
title="Zug, das Vorspiel" href="http://www.jensweinreich.de/2008/03/11/zug-das-vorspiel/" target="_self">kurz vor dem ISL-Prozess in Zug</a> rausgesucht, flink reinkopiert, und natürlich auch eine meiner Lieblingsgrafiken aus eben diesen Berichten &#8230;</p><p></p><blockquote><p>Aber was soll’s, Ricardo hat schon ganz andere Sachen gedealt. Nachzulesen etwa in den zentnerschweren <a
href="http://www.senado.gov.br/web/relatorios/cpi/cpiFutebol/volume1.pdf" target="_blank">parlamentarischen<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a> <a
href="http://www.senado.gov.br/web/relatorios/cpi/cpiFutebol/volume2.pdf" target="_blank">Untersuchungsberichten<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a> aus Brasilien. Mein absoluter Favorit, und damit ist Schluss für heute Nacht, ist dieses Dribbling von Ricardo Terra Teixeira – ein stinknormales Dribbling zu ein paar Millionen mehr. Überhaupt nicht der Rede wert:</p></blockquote><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-162" title="Rickis Dribblings zu neuen Millionen" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/03/ricardos-dribbling.jpg" alt="" width="474" height="664" /></p><p><strong>11.46 Uhr:</strong> Manchmal glaube ich ja, ich mache es einigen Kollegen <a
title="München 2018: die Bewerbungsdokumente" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/05/munchen-2018-die-bewerbungsdokumente/" target="_self">zu</a> <a
title="München 2018: die Bewerbungsdokumente (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/munchen-2018-die-bewerbungsdokumente-ii/" target="_self">einfach</a> mit all diesen Verlinkungen und gelegentlichen Exklusiv-Docs :) Interessant übrigens, wer sich jetzt so alles meldet und Einschätzungen haben will. Vielleicht ganz gut heute, dass ich kaum reden kann. Habe leider keinen Honig parat. Kann ich mich wenigstens aufs Schreiben konzentrieren.</p><p><strong>11.53 Uhr:</strong> Übrigens, ganz eigennützig: In der Sidebar rechts und am Ende dieses Artikels findet man Flattr-Buttons. Nur zu.</p><p><strong>11.55 Uhr:</strong> Eine Sensation:</p><p><strong>Andrew Jennings ist am Samstag im Aktuellen Sportstudio.</strong></p><p><strong>12.33 Uhr:</strong> Weiß nicht so recht, warum Jelena Isinbejewa unbedingt um eine Fußball-WM bitten musste. Vielleicht wissen es die Russen. Wenn ich Vize-Premier Igor Schuwalow richtig verstanden habe, dann hat er gerade gesagt:</p><blockquote><p>Nur die FIFA kann soziale und wirtschaftliche Entwicklungen globalen Ausmaßes bewirken.</p></blockquote><p>Finde, das ist ein gutes Schlusswort. Da sitzen 22 Typen, von denen einige besser im Knast sitzen sollten, und werden von einem Politiker nach dem anderen gebauchpinselt. Unglaublich. Einmal mehr. Was wundert mich das eigentlich noch.  [Wiederholte Notiz am mich selbst: So lange mich etwas wundert, bin ich noch lebendig.]</p><blockquote><p>Any decision you take will be a historic one. But only one decision you take will make history. Let us make history together!</p></blockquote><p>Mindestens. Weniger geht nicht. Er hat auch etwas von einer neuen Generation Mensch, von Brüder und Schwestern und der FIFA, die nur dies möglich machen kann &#8230; nun ja, geschwurbelt.</p><p><strong>12.39 Uhr: </strong>Mittagessen hier im Pressezentrum. Offenlegung: Speis und Trank werden von der FIFA spendiert.</p><p><strong>14.18 Uhr:</strong> Und noch eine Tablette. Fürchte, ich werde gleich ein bisschen weinerlich, es ist wohl doch mehr als nur eine verkaufte Stimme. Wo ich die WM-Entscheidung wohl nicht einschätzen kann, weil ich nur krächze und die Menschen sich wg akuter Ansteckungsgefahr eher fernhalten: Schweizer Fernsehen, Schweizer Radio, Phoenix, ZDF, Deutschlandradio Kultur, DRadio Wissen &#8230; es waren noch einige mehr. Habe die Übersicht verloren.</p><p><strong>14.21 Uhr:</strong> Mein israelischer Freund schreckt aus dem Nachdenken auf: &#8220;Hat eigentlich mal jemand Lefkaritis gefragt, wie es ausgeht?&#8221; Gute Frage. Eine Kurzbio vom Zyprioten aus der <a
title="Sepp Blatters Tafelrunde ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Tafelrunde</a>:</p><blockquote><p><strong>Marios Lefkaritis (Zypern, UEFA) </strong>Lefkaritis (63), ein griechischer Zypriot, sitzt seit 2007 im Exko. Um seine Tätigkeit ranken sich viele Legenden. Der Geschäftsmann ist nicht unbedingt auf Geschenke von Vermarktungsfirmen oder WM-Bewerbern angewiesen – er hat genügend Geld, um selbst tätig zu werden. Es fällt auf, wie präzise Lefkaritis Wahlergebnisse vorhersagt, etwa in der UEFA, wo er vor allem auf die kleinen Nationen baut und wichtig war für die Euro-Vergabe an Polen und die Ukraine.</p></blockquote><p><strong>14.33 Uhr:</strong> Interview mit Roland Rino Büchel im Deutschlandfunk:</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_0813_75ebbc2c.mp3" target="_self">:</a></p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_0813_75ebbc2c.mp3" target="_self"></a> Roland Büchel ist regelmäßig hier zu Gast. Seine Voraussage zum ISL-Prozess aber <a
title="&quot;Köpfe werden rollen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2008/03/19/kopfe-werden-rollen/" target="_self">hat sich leider nicht erfüllt</a>.</p><p><strong>14.41 Uhr:</strong> Ich weiß, dass das jetzt blöd kommt, aber für solche Bemerkungen aus dem Bauch heraus ist (m)ein Blog ja auch da. Ich wundere mich schon, wer wo wie jetzt alles über Korruption im Sport und über das ISL-Bestechungssystem berichtet. Hallo? Was habt ihr alle denn 2008 gemacht und 2001 und seither und 1999 und und und? Schön geschlafen?  Aber diese Aufregung wird sich schon wieder legen.  Was mich sonst noch wundert: Wie oft diese Leute den Konjunktiv benutzen, wo er nun wirklich nicht angebracht ist. Aber das ist halt nicht zu ändern. Mutmaßlich :)</p><p><strong>14.55 Uhr:</strong> Muss unweigerlich an die WM-Vergabe 2006 an Deutschland denken, im Juli 2000 an gleicher Stelle. Vielleicht habe ich es schonmal erzählt, egal, stehe ja unter Drogeneinfluss, das kann passieren. Jedenfalls: Denke nur niemand, die Deutschen hätten damals ein rauschendes Fest gefeiert. Es war eher eine Trauerfeier in einem Freiluftrestaurant draußen in Küsnacht in der Nähe des Anwesens von Tina Turner. Das Problem seinerzeit: Die Deutschen hatten Wind von den Bestechungsfaxen der Titanic-Redaktion bekommen, wussten aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wer und was dahinter steckt. Sie hatten nur, das war erstaunlich, keinen Grund zu Feiern. Wenn ich mich recht erinnere, waren nur vier Journalisten vor Ort, nicht mal Bild wusste, wo das stattfindet. Thomas Kistner war dabei, natürlich, David Bond, heute Chef-Newsreporter Sport bei der BBC und noch ein Kollege aus England, dessen Namen ich vergessen habe. Es war einigermaßen bizarr, als dann gegen Mitternacht die deutsche Trauerrunde das Lokal verließ und einer, der in deutschen Medien gerade wieder als Visionär des DFB gepriesen wurde, wütend auf uns zustürmte. Ob wir die Bewerbung und die WM kaputtmachen wollten und allerlei anderes wirres Zeug hat der Mann gegreint. Ein großgewachsener Blonder mit Seitenscheitel aus der Trauerrunde, der in der Nähe residiert, ermahnte den Aufgeregten, doch bitte die Contenance zu wahren und entschuldigte sich geradezu. So ging man schließlich auseinander, damals, vor zehneinhalb Jahren. Ein unvergessener absurder Abend. Alles andere, oft genug gesagt, kann man bei Martin Sonneborn nachlesen.  Ich denke, das war zurückhaltend genug formuliert. Aber so ein kleiner Schwank, herrje, der gehört gerade heute dazu.</p><p><strong>15.19 Uhr:</strong> Wunderbar. Mir gegenüber sitzt ein englischer Radioreporter, der sich gerade unter seinem Mantel versteckt hat und so ziemlich jede Variante des &#8220;Wahl&#8221;ergebnisses vorgesprochen hat. Immer mit &#8220;ecstacy&#8221; und &#8220;agony&#8221;. Also mal agony in Holland und Belgien (sehr wahrscheinlich), mal in Spanien und Portugal (weniger wahrscheinlich), mal in England, mal in Russland &#8211; und umgekehrt. Ich hoffe, der Kollege kriegt diese verschiedenen bzw die richtigen Varianten nachher auch wieder zusammen. Sonst trauert England, obwohl doch ecstacy angesagt wäre. Was weiß ich. Jedenfalls, aus er unter dem Mantel hervorkroch, musste er grinsen.</p><p><strong>15.31 Uhr:</strong> Kann mir nicht vorstellen, dass der Server das mitmacht. Ich empfange bereits merkwürdige Signale hier im Maschinenraum, das Layout ist schon einige Male krepiert. Daumen drücken.</p><p><strong>15.42 Uhr:</strong> Noch ein Versuch, die gigantische Kolumne von Kubilay Türkyilmaz aus dem &#8220;Blick&#8221; aus dem Qualitätsjournalismus-Haus des Michael Ringier zusammenzufassen. Der erste Versuch ist verschwunden im Internetz zwischen Zürich, Timbuktu und Berlin. Er lässt schreiben:</p><blockquote><p>Blatters Erfolgsrezept ist ein anderes. Was ihn so unwiderstehlich charismatisch macht, sind zwei Dinge: Bescheidenheit und Demut.</p><p>Bescheidenheit und Demut. Es sind die einfachen, die banalen Dinge, die sein gewaltiger Charisma ausmachen.</p><p>Diesen Geist trägt er ins FIFA-Haus. Der Verband wird zur Familie.</p><p>Natürlich weiß auch ich um die Bestechungsvorwürfe in diesem Haus. Doch das ist ein anderes Thema, dessen Hintergründe ich nicht kenne. Deshalb lasse ich die Finger davon.</p></blockquote><p><strong>16.03 Uhr:</strong> Die Umfragen oben sollten jetzt eigentlich geschlossen sein. Aber auf WordPress scheint genau so wenig Verlass, wie auf die FIFA. Eigentlich sollten wir die WM-Gastgeber bereits kennen.</p><p><strong>16.32Uhr:</strong> Sepp sagt, Zürich sei Hauptstadt des internationalen Fußballs, wo alle Menschen zusammenfinden und redet, mit halbstündiger Verspätung noch eben über die Bedeutung des Spiele und die Ursprünge in China. Während in England schon das Erstrundenaus betrauert wird und Katar den Sieg 2022 feiert!</p><p><strong>16.34 Uhr:</strong> Sotschis Organisationschef Dmitri Tschernitschenko hat bereits den Sieg von Russland 2018 getwittert.</p><p>tbc</p><p><a
href="http://flattr.com/thing/91846/live-Blog-aus-Zurich-Donnerstag-die-WM-Entscheidungen-20182022" target="_blank"> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>56</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_0813_75ebbc2c.mp3" length="3900928" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/#comments</comments> <pubDate>Wed, 01 Dec 2010 09:22:53 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[jack austin warner]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[wladimir putin]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[jean francois tanda]]></category> <category><![CDATA[tagesanzeiger]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9881</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Auf geht&#8217;s. Auch heute wieder live aus dem Tollhaus &#8211; den ganzen Tag lang. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Recht so. Der Jack ist schon ein Netter. Mein Gott, die paar Millionen, die er bisher beiseite geschafft hat mit seinen beiden Söhnen. Wer wird da [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Auf geht&#8217;s. Auch heute <a
title="live-Blog aus Zürich, Dienstag ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/" target="_self">wieder live</a> aus dem Tollhaus &#8211; den ganzen Tag lang.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Recht so. Der <a
title="alle Beiträge zu Jack the Ripper" href="http://www.jensweinreich.de/category/jack-austin-warner/" target="_self">Jack</a> ist schon ein Netter. Mein Gott, die paar Millionen, die er bisher beiseite geschafft hat mit seinen beiden Söhnen. Wer wird da kleinlich sein. Im kommenden Jahr, wenn Theo Zwanziger ins FIFA-Exekutivkomitee aufrückt, wird endlich aufgeräumt, dann ist&#8217;s bestimmt bald vorbei mit der Korruption. Dann werden keine Geschäfte mehr gemacht mit Jack und Sepp und <a
title="alle Beiträge zu Ricardo Teixeira" href="http://www.jensweinreich.de/?s=ricardo+teixeira" target="_self">Ricki</a> und Chuck und <a
title="mehr über Don Julio? Hier entlang!" href="http://www.jensweinreich.de/category/julio-humberto-grondona/" target="_self">Don Julio</a>.</p><p>Obwohl, ob 20er jemals Sepp zugehört hat? Mann kann es gar nicht oft genug sagen, viele kennen das, für manche ist es halbwegs neu, egal &#8211; es passt in den Kontext, und vielleicht hört und liest der Theo ja mit &#8230;</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p><strong>8.34 Uhr:</strong> Habe <a
title="Sportpolitische Web-Juwelen: Travels with Chuck Blazer ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/01/sportpolitische-juwelen-des-web-1-travels-with-chuck-blazer/" target="_self">lange nicht mehr</a> auf der Webseite des FIFA-Ehrenmannes Chuck Blazer vorbei geschaut. Dabei lohnt sich das doch immer zu sehen, was Chuck, dieser Teufelskerl, so alles treibt. Also, vergangenes Wochenende hat er Weihnachtsgeschenke gekauft. Natürlich im Apple Store an der 5th Avenue. Und bei Wladimir Putin war er auch zu Gast, hat sich sogar ein Autogramm geholt. Ach, schaut doch selbst:</p><ul><li>Webseite des FIFA-Exekutivmitglieds und CONCACAF-Generals: <a
title="Travels with Chuck Blazer and friends ..." href="http://chuckblazer.blogspot.com/" target="_blank">Travels with Chuck Blazer and his Friends&#8230;</a></li></ul><p>Ich bin übrigens auch ein Freund vom Chuck. Auf Facebook.</p><p><strong>9.13 Uhr:</strong> Im Rahmen der Möglichkeiten werde ich die Präsentationen der WM-Bewerber 2022 ab 14 Uhr hier live verfolgen. Noch einmal, wie gestern Abend bereits erwähnt: Fälschlicher Weise habe ich einige Male behauptet, heute würden die 2018er Kandidaten präsentieren und erst morgen die 2022er. Dumm gelaufen, ich hätte die FIFA-Unterlagen besser studieren sollen. Sorry.</p><p><strong>10.14 Uhr:</strong> Was wir hier brauchen, sind ein paar Links zu den besten Texten aus erster Hand (mir fehlt die Zeit zur Presseschau) vor Ort. Einen habe ich gefunden, wieder einmal Jean François Tanda im Tages-Anzeiger:</p><ul><li><a
title="Tages-Anzeiger" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wie-die-Fifa-die-Namen-bezahlter-Funktionaere-geheim-halten-will/story/30396858" target="_blank">Wie die Fifa die Namen bezahlter Funktionäre geheim halten will</a></li></ul><p>Er schreibt u.a.:</p><blockquote><p>Mithilfe von Anwälten, die den besten in der Schweiz zugeordnet werden, versucht der Weltfussballverband Fifa zu verhindern, dass die Namen zweier Männer öffentlich werden. Es handelt sich um Fifa-Männer – keine Schweizer Bürger –, die sich im Frühjahr 2010 an einer Wiedergutmachungszahlung von 5,5 Millionen Franken beteiligt haben, damit eine Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft Zug gegen sie und die Fifa eingestellt werde.</p><p>Die entsprechende Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 dürfte laut Rechtsprechung des Bundesgerichts veröffentlicht werden. Doch die Anwälte der Fifa und der beiden ausländischen Personen wehren sich dagegen: Es sei zu befürchten, so ein Argument, dass die Offenlegung «zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führen würde und eine unverhältnismässige Prangerwirkung zur Folge hätte».</p></blockquote><p>Brandaktuell, das Thema. Aber sollen andere so genannte Journalisten nur behaupten, die <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">neuen Dokumente zur ISL-Affäre</a> gehören in den History Channel. Nein, ich rege mich nicht wieder auf. Ich kopiere nur noch mal diese Übersicht zu den Bestechungszahlungen der ISL-Gruppe an höchste Funktionäre in FIFA, IOC etc. hinein:</p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif"><img
class="aligncenter size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="424" height="384" /></a></p><p><strong>12.05 Uhr:</strong> Okay, bin wieder mal zu großmäulig gewesen. Wird wohl doch nichts mit dem live-Blogging während der Präsentationen. Habe zu viel zu tun. Ich sag doch, Zürich ist teuer, und jeder Auftrag wichtig. Meine Stimme ist übrigens nun (fast) verschwunden. Oder, um beim Thema zu bleiben, ein Wortwechsel der Kollegen Z. und D., als sie mich krächzen hörten:</p><blockquote><p>Z: Was ist denn mit Deiner Stimme los?</p><p>D: Verkauft!</p></blockquote><p>Wenn&#8217;s mal so wäre.</p><p><strong>18.15 Uhr:</strong> Hoppala. Schon sind wieder sechs Stunden und fünf Präsentationen vergangen. Mein Gott, haben die Kameraden gesülzt, den Weltfrieden, traumhafte Renditen und &#8211; wenn ich richtig sehe, die Nummer kam mir noch von der Olympiabewerbung Tokios aus dem vergangenen Jahr bekannt vor &#8211; wohl auch die Rettung des Klimaproblems versprochen. Sehr peinlich, das alles. Und meine Performance im Blog ließ leider auch zu wünschen übrig. Ich musste arbeiten. Sorry. Und muss noch etwas tun, ehe ich mich wieder dem Vergnügen widme.</p><p><strong>18.39 Uhr:</strong> Ist jetzt auch egal. Habe zwischendurch eine Menge gedichtet, ohne wirklich aufmerksam hinhören zu können. Aber ein bisschen habe ich gehört und in einem der Gedichte (wird in der FTD erscheinen) u.a. die Frage gestellt, ob sich die Politik eigentlich für die Korruptionsgeschichten interessiert. Welch dämliche Frage. Ich Schlingel. Hoffentlich habe ich in der Hektik nicht wieder Namen und/oder Titel durcheinander gebracht.</p><blockquote><p>Interessiert das die Politik? Nicht die Bohne. Die Herrschaften sprechen vor den FIFA-Vorständlern, zu denen auch Franz Beckenbauer gehört, lieber über den Weltfrieden, über Menschheitsträume und blühende Landschaften. Südkoreas ehemaliger Ministerpräsident Hong Koo Lee erklärte eine Woche nach dem Raketenangriff der Machthaber des kommunistischen Nordkoreas: „Wir träumen von einem vereinigten Land. Der Fußball kann dazu beitragen. Ich glaube, dass es jetzt am Dunkelsten ist vor dem Sonnenaufgang!“</p><p>Derlei Sprüche aus dem Poesiealbum kommen gut an in der FIFA. Einer der Söhne des Emirs von Katar sprach vom „Rendezvous mit der Geschichte“, dem „Geist der Bruderschaft“, die „die gleichen Werte teile“ und von Angeboten, die die FIFA kaum ausschlagen könne. „Wir sind ein zuverlässiger Partner und halten immer unsere Versprechen!“ Ähnlichkeiten mit Zitaten aus der Trilogie „Der Pate“ waren gewiss rein zufällig und keinesfalls beabsichtigt.</p><p>Oder, noch ein Beispiel, Australiens Generalgouverneurin Quentin Bryce. „Für die WM 2022 in Australien bieten wir ihnen Spaß, Entspannung und Sicherheit“, sagte sie. „Und was verlangen wir als Gegenleistung?“ Es war eine rhetorische Frage, deren Antwort Frau Bryce sogleich gab: „Nur dass sie und der Rest der Welt nach Australien kommen und dort spielen.“</p><p>Das Problem ist nur, und jeder weiß das. Die FIFA und ihre höchsten Funktionäre, die wollen nicht nur spielen. Sie wollen Geschäfte machen, sie wollen verdienen. (&#8230;)</p></blockquote><p>Hat eigentlich jemand die Präsentationen verfolgt?</p><p><strong>18.43 Uhr:</strong> Mir gefällt die Mitteilung zu Putins Zürich-Verzicht außerordentlich. Interessante Darstellung.</p><blockquote><p>RUSSIAN PM PUTIN WILL NOT TO TRAVEL TO ZURICH OUT OF RESPECT TO FIFA – “DECISION WITHOUT ANY OUTSIDE PRESSURE&#8221;</p><p>Moscow, 1 December 2010 – The Prime Minister of Russia, Vladimir Putin, announced today that he will not travel to Zurich to attend the final presentation of the Russian bid for the 2018 FIFA World CupTM, stating that he did not want to put pressure on the FIFA Executive Committee ahead of their momentous decision on 2 December.</p><p>Prime Minister Putin made the following statement at a meeting of the presidium of the Russian government held today in Moscow:</p><p>“I truly would like to present our bid, but under present circumstances and out of respect to the members of the FIFA Executive Committee, I decided to refrain from going to Zurich to allow them to make important decisions calmly and without pressure.</p><p>“I call upon my fellow international colleagues to do the same, and to honor the important and historic FIFA World Cup Host Country selection process taking place this week.</p><p>“As are all fair-minded people, I am very disappointed about the recent allegations against certain FIFA Executive Committee members. I see it as an unfair competition before the vote to choose future hosts of the FIFA World Cup.</p><p>“FIFA is not just a sports organization – it is an international institution, which serves a very important social mission today. It is not simply organizing football matches, but also providing an important social service.</p><p>“Football is one of the most popular sports in the world and it encourages young people towards healthy lifestyles.</p><p>“Russia has both the desire and the resources to host this grand competition. If we are awarded with it, we will do it in the most honorable way.</p><p>“If our country is chosen I will personally meet with President Blatter and the members of the Executive Committee immediately to discuss the staging of the World Cup in 2018&#8221;, the Russian Prime Minister concluded.</p></blockquote><p><strong>19.52 Uhr:</strong> Um mal auf die wirklich wichtigen Stimmverhältnisse zurückzukommen. Ich habe nun drei freundliche Empfehlungen erhalten &#8211; zwei per Kommentar, eine per Email, zwei aus Deutschland, eine aus der Schweiz, vielleicht mag das mal jemand ausprobieren. Für die Nachwelt:</p><ol><li>Zwei Teelöffel Apfelessig auf ein Glas warmes Wasser und Gurgeln.</li><li>in paar Rote Beete frisch mit Schale (sauber in der Hotelbadewanne gebürstelt) fein in einen Teller reiben (- dazu nachhaltig in eine dann dem heimischen Hausrat zu integrierende Rohkostreibe investieren -), Sanddornsaft (Reformhaus) addieren und das Ganze geschmacklich mit Honig (Hotelteeküche) justieren. Ergibt einen feinen, äusserst leckeren Brei, der in ein Gefäß zum Mitnehmen gegeben werden kann. Alle 2 bis 3 Stunden ein paar Löffelchen bzw. einen Happen verspeisen.</li><li>Salbei-Tee 8 Minuten ziehen lassen, 2-3 Löffel Honig rein plus etwas Apfelessig oder Meersalz und dann mit dieser Mischung lange „gurgeln“. Dazu oft Salbei-Tee trinken.</li></ol><p>Danke. Die Rote-Beete-Nummer klingt schrecklich. Ich habe mich derweil für Gurgeln mit Gargarisma und eine ACC akut 600 entschieden.</p><p><strong>20.13 Uhr:</strong> Ich bedanke mich auch sehr herzlich beim Kommentator <em>Greenkeeper_Lothar</em>, der die Präsentationen wunderbar zusammen gefasst hat und ich deshalb per copy-paste einen Ehrenplatz einräume:</p><blockquote><p>Also ich fand die Präsentationen den absoluten Wahnsinn: schönes Kumbaya-Geplänkel, aber zwischendrin ein paar schöne Sätze, um zu zeigen, dass man durchaus verstanden hat, auf was die FIFA Wert legt.</p><ul><li><strong>Australien:</strong> “the Australian government has given Fifa every guarantee&#8221;, also inkl. Steuerfreiheit und unlimited Devisen- Einfuhr/Ausfuhrrecht</li><li><strong>(Süd)Korea:</strong> einen “Global Football Fund&#8221; in Höhe von $ 777 Mio., “to be distributed to Fifa’s confederations by 2022&#8221;. Also für die bekannten Privatprojekte?</li><li><strong>Qatar:</strong> wir halten unsere Versprechen (aller Art); 22 Stadien, die nach der WM abgebaut und verschenkt werden (wahrscheinlich mit den Namen der jeweiligen Exek-Mitgiliedern getauft)</li><li><strong>USA:</strong> Clintons Versprechen: the low-cost of an American World Cup (already have the facilities) and thus the large money-making opportunities for Fifa (so that they can spend it on giving water to Haiti and making the world a better place). Den FIFA-Herren fallen sicher noch andere Orte ein, wo das Geld “versickern&#8221; kann</li><li><strong>Japan:</strong> versucht nur mit Technik zu punkten, daher schon verloren: Full Court Vision, virtuelle Spiele in 400 Stadien in der Welt.</li><li>Im Endeffekt haben nur zwei Kandidaten Nobelpreis-Potential für Herrn Blatter: Korea und Qatar. Also wirds Qatar und die Gelddruck-WM wird als Versöhnungsfest mit der arabischen Welt verkauft; am besten mit Iran – USA als Eröffnungsspiel, denn das die Qataris als Gastgeber gesetzt sind, meint ja hoffentlich keiner ernst.</li></ul></blockquote><p><a
href="http://flattr.com/thing/91138/live-Blog-aus-Zurich-Mittwoch-FIFA-Korruption-WM-Vergabe-Prasentation-2022" target="_blank"> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>23</slash:comments> </item> <item><title>BBC Panorama: FIFA&#8217;s dirty secrets</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/#comments</comments> <pubDate>Wed, 01 Dec 2010 07:07:09 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[andrew jennings]]></category> <category><![CDATA[bbc]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[jean-marie weber]]></category> <category><![CDATA[panorama]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9877</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Wer es noch nicht gesehen haben sollte. Die Panorama-Sendung von Andrew Jennings vom Montagabend: [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Dokumente dazu finden sich reichlich im Blog, einfach mal rechts in der [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Wer es noch nicht gesehen haben sollte. Die Panorama-Sendung von Andrew Jennings vom Montagabend:</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Dokumente dazu finden sich reichlich im Blog, einfach mal rechts in der Sidebar unter der Überschrift &#8220;Korruption in der FIFA&#8221; suchen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/#comments</comments> <pubDate>Tue, 30 Nov 2010 10:12:11 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wladimir putin]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9858</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. An solchen Tagen lernt Mann (einmal mehr) den Vorteil des Bloggens zu schätzen. Ich werde eine Art Live-Blog starten bis zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am Donnerstag. Warum ich die WM 2022 nicht mehr erwähne? Nun, es heißt, die FIFA-Gottheiten hätten ein Krisenmeeting, Sepp Blatter und Jerome Valcke, die 2008 diese irre Idee der [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. An solchen Tagen lernt Mann (einmal mehr) den Vorteil des Bloggens zu schätzen. Ich werde eine Art Live-Blog starten bis zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am Donnerstag. Warum ich die WM 2022 nicht mehr erwähne? Nun, es heißt, die FIFA-Gottheiten hätten ein Krisenmeeting, Sepp Blatter und Jerome Valcke, die 2008 diese irre Idee der Doppelvergabe ausgeheckt haben, könnten umschwenken. Eventuell wird die WM erst in zwei Jahren vergeben.</p><p>Das wäre doch mal was.</p><p>Das IOC will angeblich Beweise von der BBC. Kein Problem, Andrew Jennings wird es dem IOC schon schicken. Komisch nur, dass IOC-Chef Jacques Rogge bisher immer so getan hat, als sei das IOC davon nicht betroffen, und die ISL-Korruption ohnehin eine gaaanz alte Kiste. Mir hat er zwar mal erzählt, das war 2005, dass er das Ganze aufmerksam und kritischst verfolgt. Davon habe ich nie etwas bemerkt. Und als AJ im Oktober 2009 auf dem Olympischen Kongress in Kopenhagen die ISL-Frage stellte, war Rogge ziemlich kurz angebunden. Dabei wollte AJ doch nur wissen, warum der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber ständig IOC-Akkreditierungen erhält.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Als Jens Sejer Andersen als Delegierter auf dem Kongress die Frage stellte, wurde die vom Chef der Ethik-Kommission nicht angenommen. Der Chef von Swiss Olympic, Jörg Schild, hat mir gerade eine ähnliche Geschichte erzählt.</p><p><strong>10.51 Uhr:</strong> Ich dachte eigentlich, ich sei nur noch selten durch Zeitungsartikel zu beeindrucken. Aber, ich fand die Sport-Aufschlagsseite der Neuen Zürcher Zeitung heute sehr hübsch gemacht. [Achtung, Selbstreferenz] Und ich freue mich immer, wenn der Sepp morgens die Zeitung aufschlägt und unter meinem Namen so eine schöne Schlagzeile liest: &#8220;140 Millionen Franken Schmiergeld&#8221;.</p><p>Die Kollegen von der NZZ haben sogar <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">meine Tabelle mit den ISL-Schmiergeldzahlungen</a> gedruckt. Vielen Dank. So macht das Arbeiten Spaß, so gehe ich den Tag doch gleich beschwingter an.</p><p>Ja, es stimmt schon, seit 2008 reden wir über 138 Millionen Schmiergeld. Nun sind es etwas mehr &#8211; vor allem aber: Wir haben die Liste der Jahre 1989 bis 1999. Das ist NEU, liebe Freunde in den Medien, die es nicht einsehen wollen oder nicht einsehen können oder beides (besonders oft lese ich dieses Zeug von <a
title="Twitter: Paul Kelso" href="http://twitter.com/#!/pkelso" target="_blank">Paul Kelso</a>, der auch englische WM-Bewerber zitiert, die behaupten, die Doku hätte besser auf dem History Channel laufen sollen). Ich habe das <a
title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">gestern Nacht</a> schon gesagt und ich scheue mich überhaupt nicht, mich selbst zu zitieren:</p><blockquote><p>Zur BBC: Es war ein typischer Andrew Jennings mit einigen Highlights der vergangenen Jahre, etwa Jack Warner, der sich lieber seine Spucke spart, als auf ein Stück Abfall wie AJ zu spucken, obwohl der es verdient hätte … so sind die, die FIFA-Ehrenmänner.</p><p>Nun wird es wieder Idioten geben im so genannten Journalismus, unter Spindoktoren und Funktionären, die behaupten werden, AJ hätte nichts Neues geliefert. Ich sage: Lüge. Unsinn. Spin. Rufmord.</p><p>Andrew Jennings hat mit diesem Dokument ein wichtiges Puzzleteil der Sportgeschichte geliefert. Wer das nicht begreift oder es nicht begreifen will, dem ist nicht zu helfen. Ich sage einmal mehr, liebe Freunde: Es geht im Journalismus nicht um “he said, she said? und also nicht darum, Halbsätze zu interpretieren und daraus so genannte Exklusivnachrichten zu basteln. Es geht um solche Papiere. Bravo, AJ.</p></blockquote><p>Die FIFA hat in unnachahmlicher Weise reagiert:</p><blockquote><p><strong>FIFA Statement</strong></p><p>In relation to recent media reports, FIFA would like to recall the following:</p><p>The matters concerning the case “ISL/ISMM? which are referred to date back many years ago and were investigated by the relevant authorities in Switzerland.</p><p>In its verdict of 26 June 2008, the Criminal Court of Zug had not convicted any FIFA Officials. It is therefore important to stress again the fact that no FIFA officials were accused of any criminal offence in these proceedings.</p><p>Furthermore, it is important to recall that the decision was made on matters which took place prior to the year 2000 and there has been no court conviction against FIFA. The investigation and the case are definitely closed.</p><p><em>FIFA Media department, 30 November 2010</em></p></blockquote><p>Wie immer wird hier die Wahrheit gebeugt. Komischer Weise wird auch nicht an den Korruptionsverdunklungsvertrag erinnert, den die FIFA mit der Staatsanwaltschaft geschlossen hat. Es war schon der zweite Korruptionsverdunklungsvertrag in dieser über Jahrzehnte BIS HEUTE UND AUCH NOCH MORGEN, DENN TEIXEIRA IST JA ZUM BEISPIEL PRÄSIDENT DES WM-ORGANISATIONSKOMITEES 2014 währenden Affäre. Nein, es ist keine Affäre: Korruption ist der Aggregatzustand in diesem Business.</p><p><strong>11.10 Uhr:</strong> Sehr spannend auch die Twitter-Meldungen zur FIFA. Aber ich höre, dass die Mehrzahl der Journalisten immer noch nicht weiß, was Twitter ist und dass Twitter sehr sinnvoll sein kann. Ein working tool. Echt jetzt.</p><p><strong>11.26 Uhr:</strong> Die Russen eiern ziemlich herum. Kann es tatsächlich sein, dass Putin nicht kommt? Dann ESP/POR oder sogar ENG. Ich habe vor Tagen gesagt, dass er kommt, alles versuchen wird, aber nur in die Bütt steigt vor dem FIFA-Exko, wenn die Signale auf Sieg stehen.</p><p><strong>11.34 Uhr:</strong> &#8220;In Zürich sind alle Luxushotels ausgebucht&#8221;, schreibt der Tages-Anzeiger. &#8220;Die Vergabe der Fußball-WM beschert Zürichs luxuriöser Hotellerie volle Häuser&#8221;. Gut so, warum sollten nur immer Jack &amp; Ricardo &amp; Joao &amp; Nicolas &amp; Co verdienen.</p><p>Da würde ich jetzt gern Mäuschen spielen:</p><p
style="text-align: center;"><img
class="aligncenter size-full wp-image-2658" title="FIFA House, Zürich, Türschloss Sepp Blatter" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/fingerprint.jpg" alt="" width="490" height="367" /></p><p>Für Freunde der gepflegten Undercover-Fotografie: Das ist der Fingerprint-Sensor, also eine Art Türschloss am Büro von Joseph Blatter.</p><p>Nachtrag: Frage mich gerade, was passieren würde, wenn Andrew Jennings da rein fassen würde. Oder meine Wenigkeit. Ob die Falle zuschnappen würde? Finger-Guillotine?</p><p><strong>12.01 Uhr:</strong> Anne Schwöbel von <a
title="TI Schweiz" href="http://www.transparency.ch/de/index.php?navid=1" target="_blank">Transparency International Schweiz</a> hat es drauf. Anders als deutsche Vertreter, die die Arbeit an sich ziehen und wichtig tun, aber kaum etwas liefern und gar nicht so transparent vorgehen und auch Analyse-Probleme offenbaren, geht sie schon mal auf Konfrontationskurs. Ihre Pressemitteilung habe ich gestern Abend bereits kurz im Deutschlandfunk erwähnt. Hier die wichtigste Passage:</p><blockquote><p>Angesichts der aktuellen Vorkommnisse fordert Transparency International Schweiz, die globale zivilgesellschaftliche Organisation zur Bekämpfung der Korruption, dass folgende Massnahmen ergriffen werden:</p><ul><li>Die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022, die für den 2. Dezember vorgesehen sind, müssen vertagt werden bis die in der Presse publizierten Anschuldigungen geklärt sind; diese haben bereits einen grossen Misskredit auf die FIFA und ihren Vergabeprozess geworfen, dass eine Entscheidung unter diesen Umständen die Kontroverse nur schüren würde;</li><li>Die Untersuchung muss von einem unabhängigen Gremium durchgeführt werden, um den Sachverhalt zu ermitteln; die Ethik Kommission der FIFA scheint nicht das erforderte Mass an Unabhängigkeit mitzubringen; darüber hinaus sollte das Gremium, das die Untersuchung durchführt, über umfangreiche investigative Kompetenzen verfügen um in der Lage zu sein den wahren Sachverhalt zu ermitteln;</li><li>Der Rechtsstatus von Verbänden, insbesondere derjenige von Sportverbänden, die ihren Sitz in der Schweiz haben, muss geklärt werden; es ist in der Tat unklar inwiefern diese Verbände unter die gesetzlichen Korruptionsbestimmungen fallen; Sportverbände müssen für Korruptionshandlungen, die in Zusammenhang mit ihren Aktivitäten stehen, gesetzlich verfolgt werden können; die dafür erforderlichen Gesetzesänderungen sowie entsprechende internationalen Konventionen, welche für die Forderungen in diesem Zusammenhang benötigt würden, müssen ohne Verzug eröffnet werden.</li></ul></blockquote><p><strong>14.55 Uhr:</strong> McP fragt in den Kommentaren, warum noch mal die Weltmeisterschaften im Paket vergeben werden. Nichts als Politik und hilfreich für Sepps Dauer-Dealen inkl. seiner Wiederwahl 2011. Ansatzsweise habe ich das immer mal beschrieben, seit Mai 2008, als es überraschend und handstreichartig bekannt gegeben wurde.  Zum Beispiel hier: <a
rel="nofollow" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/28/ungefahr-zwolf-stadien-bewerbung-um-die-fusball-wm-20182022/">Ungefähr zwölf Stadien</a></p><p><strong>16.18 Uhr:</strong> Sollte Putin wirklich nicht nach Zürich kommen, wie <a
title="gaseta.ru" href="http://gazeta.ru/sport/2010/11/a_3450729.shtml" target="_blank">gaseta.ru</a> meldet, dann ist Russland tatsächlich draußen. Denke ich &#8211; und das ist überhaupt kein Widerspruch zu meiner Wasserstandsmeldung von vorvergangener Woche: <a
title="Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть</a>. Hat jemand eine Ahnung, ob man dieser &#8220;Gaseta&#8221; trauen kann? Aber welchen &#8220;Meldungen&#8221; kann man derzeit überhaupt trauen. Da wird gesponnen von professionellen Spindoktoren und hoch bezahlten Lügnern, was das Zeug hält. Vorsichtig.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-9871" title="www.gaseta.ru" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/putin-gaseta-e1291131667493.jpg" alt="" width="530" height="298" /></p><p><strong>16.43 Uhr:</strong> Komisch. Ich kann weder auf der IOC-Webseite eine Erklärung zu den belegten Korruptionsvorwürfen gegen drei Mitglieder finden, noch habe ich eine Pressemeldung per Email erhalten. Kann mir jemand helfen? Habe ich etwas übersehen? Woher kommen die Zitate, die von den Nachrichtenagenturen <a
title="Reuters auf SVT.tv" href="http://sport.stv.tv/football/212979-ioc-asks-bbc-to-give-evidence-to-authorities/" target="_blank">(hier Reuters)</a> verbreitet werden?</p><blockquote><p>&#8220;The IOC has taken note of the allegations made by BBC Panorama and will ask the programme makers to pass on any evidence they may have to the appropriate authorities,&#8221; the IOC said in a statement.</p><p>&#8220;The IOC has a zero tolerance against corruption and will refer the matter to the IOC Ethics Commission.&#8221;</p></blockquote><p>Ich finde es, als Insider sozusagen, im Übrigen befremdlich, was so genannte Journalisten manchmal verbreiten und was sie verschweigen und nie melden. Was sie für bare Münze nehmen, und was sie als Gerücht bezeichnen. Der größte Korruptionsskandal der Sportgeschichte rund um die ISL liefert da Stoff für eine Doktorarbeit.</p><p><strong>16.45 Uhr:</strong> So weit ich weiß, hat <a
title="alle Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a> für Issa Hayatou eine Art Ehrenerklärung abgegeben. Die ersten Statements von Hayatou werden bereits über Twitter verbreitet, sie kommen demnächst auf anderen Kanälen. Korruption? I wo! Quatsch! Ich bin sauber! Das Geld war nur für eine Feier der CAF.</p><p>Klar doch.</p><p><strong>22.44 Uhr:</strong> War kurz im Baur au Lac, die Herrschaften aber waren zum Dinner ausgeflogen. Sah nur einige der Diener, etwa den unvermeidlichen Sekretär von Teixeira. Frage mich, ob der manchmal die Geldkoffer schleppen muss. Der Sicherheitsdienst im Baur au Lac war extremst unfreundlich und auch ein bisschen uncool. &#8220;Was wollen Sie hier?&#8221; Was wohl? Wein für 3.000 CHF schlürfen. Sollen sie doch das Hotel gleich ganz absperren, wäre ja auch zu verstehen, wenn Leute wie David Cameron dort absteigen. Aber so? Selbst die News-Crew von der BBC um <a
title="BBC blogs David Bond" href="http://www.bbc.co.uk/blogs/davidbond/2010/11/england_2018_heavyweights_ente.html" target="_blank">David Bond</a> wurde vorhin rausgeschmissen. Der arme David, der es wegen der Panorama-Sendung eh nicht leicht hatte in den vergangenen Tagen, muss draußen in der Kälte stehen &#8211; bis Cameron gegen Mitternacht zurückkommt ins Hotel.</p><p>Putin übrigens ist noch immer nicht zu sehen.</p><p><strong>22.59 Uhr:</strong> Zum Abschluss des Tages &#8211; <strong>das Eingeständnis eines dämlichen Fehlers</strong>, der mir heute und eventuell leider auch gestern unterlaufen ist. Ich habe einfach nicht genau hingesehen: Zunächst präsentieren am Mittwoch ab 14 Uhr die WM-Bewerber 2022 vor Blatters Tafelrunde (nicht wie ich falsch behauptet hatte, die Bewerber für 2018), erst am Donnerstag ab 9 Uhr sind die Bewerber 2018 dran. Sorry.</p><p>Wladimir Putin also hat noch etwas Zeit. Vielleicht schlägt er ja morgen Abend noch hier auf. Who knows.</p><p>Und ich melde mich am Mittwoch spätestens 14 Uhr live von der Präsentation aus der Messe Zürich. Jetzt wird flink mal eine Erkältung auskuriert, die mich eben schon am Radiobeitragsprechen gehindert hat.</p><p>Krächz, krächz.</p><p><a
href="http://flattr.com/thing/90601/live-Blog-aus-Zurich-Dienstag-FIFA-Korruption-WM-Vergabe" target="_blank"> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> <item><title>Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/#comments</comments> <pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:50:32 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[andrew jennings]]></category> <category><![CDATA[bbc]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[iaaf]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[issa hayatou]]></category> <category><![CDATA[joao havelange]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[lamine diack]]></category> <category><![CDATA[nicolas leoz]]></category> <category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[panorama]]></category> <category><![CDATA[schmiergeld]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9839</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der ISL-Gruppe an höchste Sportfunktionäre, die sich gern mit Millionen freikaufen, in der Übersicht: Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der <a
title="alle Beiträge zur ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">ISL-Gruppe</a> an höchste Sportfunktionäre, <a
title="Wie sich korrupte Sportfunktionäre in der FIFA mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">die sich gern mit Millionen freikaufen</a>, in der Übersicht:</p><p
style="text-align: center;"><img
class="aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="424" height="384" /></p><p>Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten zum größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte liegen vor, pünktlich zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 am Donnerstag durch das FIFA-Exekutivkomitee. Ich hatte es <a
title="Wasserstandsmeldung: FIFA, IOC, Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/" target="_self">gestern bereits angedeutet</a>.</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" target="_self">:</a></p><p>Neue Namen, neue Zahlen, neue Fakten. Dank BBC Panorama, Andrew Jennings und James Oliver. Well done!</p><p>Schmiergeldempfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee:</p><ul><li>Ricardo Teixeira</li><li>Nicolas Leoz</li><li>Issa Hayatou</li></ul><p>Der langjährige FIFA Präsident:</p><ul><li>Joao Havelange</li></ul><p>Schmiergeldempfänger aus dem IOC:</p><ul><li>Joao Havelange</li><li>Issa Hayatou</li><li>Lamine Diack (IAAF-Präsident)</li></ul><p>Was nun in der ISL-Saga dokumentiert ist, und zwar gerichtsfest, ist die Zahlung von</p><p
style="text-align: center;"><strong>140.785.618,93 CHF</strong></p><p>zwischen 1989 und 2001 an Funktionäre der FIFA, des IOC, der IAAF und etlichen anderen Weltverbänden und Kontinentalföderationen. Noch einmal:</p><p
style="text-align: center;"><strong>140.785.618,93 CHF &#8230;</strong></p><p>&#8230; nur von der ISL-Gruppe. Das ist nur, was wir bisher wissen. Es ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Ich sage es erneut: 95-98 Prozent aller Korruptionsfälle (und Zahlungen) bleiben unentdeckt &#8211; jeder kann die Dunkelziffer kalkulieren. Und die ISL war zwar Weltmarktführer im Sportbusiness, aber eben auch nur eine große Firma auf dem Markt, auf dem sich viele andere Giganten und ungezählte kleine Fische tummelten.</p><p>Lesebefehle :)</p><ul><li>Jean Francois Tanda im Tagesanzeiger: <a
title="Tagesanzeiger" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Schmiergeldempfaenger-stimmen-mit-/story/31614596" target="_blank">Schmiergeldempfänger stimmen mit</a></li><li>Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung: <a
title="sueddeutsche.de" href="http://sueddeutsche.de/sport/fifa-korruptionsvorwuerfe-die-naechsten-schwarzen-schafe-1.1029720" target="_blank">Geheime Liste &#8211; Bares für Funktionäre</a></li><li>Ich habe ebenfalls gedichtet für <a
title="Spiegel Online: Neue Bestechungsvorwürfe gegen FIFA-Funktionäre" href="http://news.google.de/news/url?sa=t&amp;ct2=de%2F0_0_s_0_0_t&amp;ct3=MAA4AEgAUABgAWoCZGU&amp;usg=AFQjCNGRxv71pqHNRYJZgE_s8wY3y9bKRw&amp;sig2=N_GHBssr90YVakKOK6FdOw&amp;cid=17593573535099&amp;ei=c-7zTMjTBpCk_AbUheyPAg&amp;rt=SEARCH&amp;vm=STANDARD&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fsport%2Ffussball%2F0%2C1518%2C731731%2C00.html" target="_blank">Spiegel-Online</a>, die FTD und für Play the Game: <a
title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers-5059.html" target="_blank">New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</a></li></ul><p>Sendetermin von <a
title="BBC Panorama" href="http://news.bbc.co.uk/panorama/hi/default.stm" target="_blank">BBC Panorama</a> ist <strong>heute, 21.30 MEZ</strong>! dogfood notierte vorhin in den Kommentaren:</p><blockquote><p>Der Radiosender BBC 5live wird das Andrew Jennings-Feature über die FIFA parallel zu BBC One übertragen und danach mit Interviews und Einschätzungen nachbereiten. BBC 5live ist <a
rel="nofollow" href="http://www.bbc.co.uk/iplayer/console/bbc_radio_five_live">in Deutschland per regulärem Stream<img
id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a> zu hören.</p></blockquote><p>Hier mein Text von heute Nachmittag:</p><blockquote><p>Drei Tage vor der Entscheidung über die Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 liegen weitere Dokumente vor, die Fußballfunktionäre schwer belasten. Mindestens drei aktuelle Mitglieder aus dem Exekutivkomitees des Weltverbandes FIFA haben über Jahre Millionensummen an Schmiergeldern vom ehemaligen Sportrechtehändler ISL/ISMM kassiert: Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, Nicolas Leoz aus Paraguay, Chef der südamerikanischen Fußball-Konföderation CONMEBOL, und Issa Hayatou aus Kamerun, Präsident des afrikanischen Konföderation CAF. Von Teixeira und von Leoz waren andere Vergehen bereits bekannt. Neu ist der Name Hayatou. Alle drei sollen am Donnerstag in Zürich über die beiden Weltmeisterschaften 2018 und 2022 entscheiden. „Schmiergeldempfänger stimmen mit“, titelte am Montag der Züricher „Tagesanzeiger“.</p><p>Der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange, ehemals Schwiegervater Teixeiras, taucht ebenfalls auf der Liste auf, die zwischen 1989 und 1999 insgesamt 175 Zahlungen in einer Gesamthöhe von 122.587.308,93 Schweizer Franken erfasst. An der Echtheit des Dokuments, dass BBC-Reporter Andrew Jennings für die Sendung Panorama (wird am Montagabend ausgestrahlt) enthüllte, besteht kein Zweifel. Denn schon im ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug hatte Marc Siegwart, einer der Richter, süffisant von 120 Millionen Schmiergeld gesprochen – es sind sogar einige Millionen mehr.</p><p>Gerichtsfest dokumentiert waren bislang weitere 18 Millionen Franken, die von der ISL-Gruppe zwischen 1999 und 2001 an höchste Sportfunktionäre gezahlt wurden. Insgesamt wurden mehr als 140 Millionen Franken gezahlt – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Dafür haben diese Top-Offiziellen aus zahlreichen Sportweltverbänden, nicht nur aus der FIFA, der ISL/ISMM Milliardenaufträge verschafft: Sponsorenverträge, Marketingrechte, TV-Rechte. Die meisten Zahlungen liefen über Tarnfirmen und Stiftungen in zahlreichen Ländern. Das ISL-Korruptionssystem wurde 2008 in einem Strafprozess gegen langjährige ISL-Manager in Zug vor Gericht seziert. Auch zahlreiche Barzahlungen gehörten zum Geschäft, die Schmiergeldboten hatten nie Probleme, prall gefüllte Koffer über die Grenze zu bringen, um etwa Geld aus Liechtenstein in Zürich zu übergeben. Einer der ISL-Manager sagte vor Gericht aus: „All diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind Sportfunktionäre/d.A.) sich dran halten.“ Ein anderer sagte: „Das war, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet.“</p><p>Im Juni 2010 war ein Deal zwischen der Staatsanwaltschaft Zug und der FIFA bekannt geworden. Die FIFA zahlte 5,5 Millionen Franken an die Staatskasse – die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Namen der bestechlichen Funktionäre sollten für alle Zeiten geheim bleiben. Nun sind einige Personen mehr bekannt, und etliche Firmen und Stiftungen. Der größte Korruptionsskandal der Sportgeschichte schlägt Kreise und ist damit endgültig im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekommen. Denn neben Havelange, Doyen des IOC, gehört auch Hayatou dem IOC an. Außerdem hat gemäß des Dokuments, das Spiegel Online vorliegt, der Senegalese Lamine Diack Geld kassiert. Diack, in seiner Heimat als künftiger Staatspräsident gehandelt, ist seit 1999 Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und in dieser Eigenschaft IOC-Mitglied.</p><p>Top-Verdiener war der Brasilianer Ricardo Teixeira, der von der ISL über Tarnfirmen bis 1999 rund 9,5 Millionen Dollar erhielt. Weitere 2,5 Millionen, das war seit 2008 bekannt, kassierte er zwischen 1999 und 2001. Teixeiras Vergehen sind Legende und unter anderem in Untersuchungsberichten des brasilianischen Parlaments nachzulesen. Doch Teixeira genießt doppelte Protektion: daheim von der Politik, und in der FIFA von Präsident Joseph Blatter. Erst vor zwei Wochen hatte das brasilianische Magazin „Lance“ enthüllt, dass Teixeira als Präsident des brasilianischen Verbandes CBF und Chef des WM-Organisationskomitees 2014 Verträge mit sich selbst abgeschlossen hat. Die WM wird von einer Firma organisiert, die zu 99,9 Prozent dem CBF und zu 0,1 Prozent Teixeira gehört – über die Aufteilung eines etwaigen WM-Gewinns entscheidet allein Teixeira, unabhängig von den Gesellschaftsanteilen.</p><p>Das IOC und seine so genannte Ethik-Kommission haben sich nie mit dieser Thematik auseinander gesetzt und wie die FIFA stets darauf verwiesen, dass der Erhalt von Bestechungszahlungen zwischen 1989 und 2001 in der Schweiz nicht strafbar gewesen sei. Präzise betrachtet ist es das auch heute noch nicht: Zwar würde ein Korruptionsgeflecht, wie es die ISL-Gruppe aufgebaut hatte, heute vom Gesetz über den unlauteren Wettbewerb erfasst und wäre strafbar. Doch Sportfunktionäre und ihre milliardenschweren Konzerne wie FIFA und IOC, die zumeist in der Schweiz residieren, genießen weiter den rechtlichen Status von Vereinen, werden von Anti-Korruptionsregeln nicht erfasst. Der Erhalt von Bestechungszahlungen etwa im Zusammenhang mit der Vergabe der beiden Fußball-Weltmeisterschaften an diesem Donnerstag gilt quasi als vereinsinterne Angelegenheit der FIFA. Vor zwei Wochen hatte die FIFA-Ethikkommission zwei Exekutivmitglieder und vier weitere Funktionäre suspendiert, die nach Recherchen der Londoner Sunday Times als bestechlich enttarnt wurden.</p><p>Für den IOC-Patron Joao Havelange ist in den Unterlagen am 3. März 1997 eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken verzeichnet. Dies geschah ein dreiviertel Jahr, nachdem die ISL-Gruppe gemeinsam mit dem Münchner Rechtehändler Leo Kirch unter skandalösen Umständen für 2,8 Milliarden Franken die TV-Vermarktung der Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erworben hatte. Im Jahr 1997 sicherte sich die ISL unter ebenso dubiosen Umständen auch die Vermarktung der WM-Sponsorenrechte in Höhe von einer knappen Milliarde Franken.</p><p>Für Nicolas Leoz, schon seit 1986 Südamerikas Fußballchef und eng mit Teixeira und Havelange verbandelt, sind 864.000 Franken Schmiergeld notiert – zuzüglich jene 211.625 Franken, die schon länger bekannt waren. Die IOC-Mitglieder Hayatou und Diack kassierten vergleichsweise Peanuts. Hayatou erhielt 1995 einmal 24.700 Franken in bar. Diack erhielt drei Bar-Tranchen, insgesamt 52.680 Franken. Interessant ist, dass der Schmiergeldbote des ISL-Konzerns, Jean-Marie Weber, bis heute für Hayatou und Diack arbeitet, also für den von Hayatou geleiteten afrikanischen Verband CAF und für die IAAF des Lamine Diack.</p></blockquote><p>Ab jetzt ein Mini-Liveblog.</p><p><strong>19.18 Uhr:</strong> Oh, das ist sogar Thema in der heute-Sendung des ZDF. Wolf Dieter Poschi (so sprach ihn der Kollege zweimal an, der sich von der Auslosung der Frauen-WM an) Poschmann hat in der einen Minute zum Korruptionsthema drei sachliche Fehler gemacht, wenn ich richtig gezählt habe. Oder er wusste nicht richtig Bescheid :)</p><p><strong>19.29 Uhr:</strong> Der Text zum BBC-Beitrag ist teilweise lustig-süffisant. Wie immer bei Andrew Jennings. Ein alter Bekannter bekommt weitere Probleme. Wer könnte das wohl sein?</p><p><strong>19.38 Uhr:</strong> Kuschelsendung im ZDF. WM-Auslosung, kein Journalismus. Der Bursche, der eben in der Nachrichtensendung Herrn Poschmann als &#8220;Poschi&#8221; angesprochen hat, lässt gerade Theo 20er reden. Ich habe es schon mal auf Facebook gefragt: Ich bin sehr gespannt, wie 20er ab Mai kommenden Jahres als neues Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees aufräumen wird mit der Korruption. Btw: Sehr lustig, dass ein gewisser Günter Netzer gleich die WM-Auslosung der Frauen erledigen wird. <a
title="Manager-Magazin" href="http://wissen.manager-magazin.de/wissen/image/show.html?did=26920165&amp;aref=image035/E0317/ROMM200300500520060.PDF" target="_blank">Netzer war einst an dubiosen Deals vor der Vergabe der Männer-WM 2006 an Deutschland beteiligt.</a></p><p><strong>19.45 Uhr:</strong> Wenn ich es richtig gesehen habe, sitzt der Herr 20er neben Morawi Makudi aus Thailand. Soll er ihn doch gleich mal fragen, wo das viele Geld geblieben ist, dass u.a. CWL überwiesen hat.</p><p><strong>20.01 Uhr:</strong> Deutschland spielt gegen Kanada und Nigeria, die zuletzt daheim Fünfnull und Achtnull besiegt wurden. Doch der Reporter macht es spannend und spricht von &#8220;Top-Teams im Frauenfußball&#8221;.</p><p><strong>22.26 Uhr:</strong> Zur BBC: Es war ein typischer Andrew Jennings mit einigen Highlights der vergangenen Jahre, etwa Jack Warner, der sich lieber seine Spucke spart, als auf ein Stück Abfall wie AJ zu spucken, obwohl der es verdient hätte &#8230; so sind die, die FIFA-Ehrenmänner.</p><p>Nun wird es wieder Idioten geben im so genannten Journalismus, unter Spindoktoren und Funktionären, die behaupten werden, AJ hätte nichts Neues geliefert. Ich sage: Lüge. Unsinn. Spin. Rufmord.</p><p>Andrew Jennings hat mit diesem Dokument ein wichtiges Puzzleteil der Sportgeschichte geliefert. Wer das nicht begreift oder es nicht begreifen will, dem ist nicht zu helfen. Ich sage einmal mehr, liebe Freunde: Es geht im Journalismus nicht um &#8220;he said, she said&#8221; und also nicht darum, Halbsätze zu interpretieren und daraus so genannte Exklusivnachrichten zu basteln. Es geht um solche Papiere. Bravo, AJ.</p><p><a
href="http://flattr.com/thing/90321/Korruptionsbilanz-in-FIFA-und-IOC-140-785-61893-CHF-Mindestens-" target="_blank"> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>34</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" length="2418688" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Wasserstandsmeldung: Olympia 2018, FIFA, Korruption, WM-Vergabe 2018/2022</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/#comments</comments> <pubDate>Sun, 28 Nov 2010 19:19:30 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9833</guid> <description><![CDATA[ZÜRICH. Ich bin vom EOC-Kongress aus Belgrad schnurstracks nach Zürich geeilt (eine kleine Summary). Es gibt feine Nachrichten, liebe Leute. Grund zur Freude. Neue Fakten zur FIFA- und zur olympischen Korruption werden die üblichen Verdächtigen aufbereiten: Andrew Jennings am Montag in der BBC (Panorama), und bei Jean Francois Tanda (Tagesanzeiger) und Thomas Kistner (Süddeutsche) gibt [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Ich bin vom <a
title="Pyeongchang 2018 und die Korea-Krise" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/26/pyeongchang-2018-und-die-korea-krise/" target="_self">EOC-Kongress aus Belgrad</a> schnurstracks nach Zürich geeilt (<a
title="mein Beitrag im DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1329736/" target="_self">eine kleine Summary</a>). Es gibt feine Nachrichten, liebe Leute. Grund zur Freude. Neue Fakten zur FIFA- und zur olympischen Korruption werden die üblichen Verdächtigen aufbereiten: Andrew Jennings am Montag in der BBC (Panorama), und bei Jean Francois Tanda (Tagesanzeiger) und Thomas Kistner (Süddeutsche) gibt es ebenfalls etwas zu lesen. Ja, auch die<a
title="Wie sich korrupte FIFA-Funktionäre mit Millionen frei kaufen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self"> ISL-Story wird fortgeschrieben</a>, und zwar von jenen, die sich seit vielen Jahren darum verdient machen. Wunderbar. Verzeihung, wenn ich schon mal öffentlich frohlocke. Es freut mich auch deshalb sehr, weil ich mir gerade von einigen Beratern, die für Olympiabewerber 2018 und für WM-Bewerber 2018/2022 fürstliche Gagen kassieren, anhören musste, Jennings hätte nichts Neues zu bieten.</p><p>Eine erste Lagebeschreibung aus Zürich habe ich gerade im Gespräch mit Astrid Rawohl im Deutschlandfunk abgegeben:<br
/> <a
title="DLF Interview" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" target="_self"> :</a></p><p>Morgen folgt zwischendurch vielleicht noch eine kurze Analyse zum Wettbewerb um die Winterspiele 2018 &#8211; ansonsten aber vor allem: FIFA, FIFA, FIFA, Korruption, ISL, WM 2018/2022. Ich garantiere viel Vergnügen in den nächsten Tagen. Im Blog wird es selbstverständlich etliche Dokumente dazu geben.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>12</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" length="2418688" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Россия 2018: готова вдохновлять</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/#comments</comments> <pubDate>Fri, 19 Nov 2010 01:34:26 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[russland]]></category> <category><![CDATA[sotschi 2014]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[totaldemokraten]]></category> <category><![CDATA[wladimir putin]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[fussball-wm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[oleg deripaska]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9797</guid> <description><![CDATA[Vielleicht war ich dieser Tage nur am falschen Ort und muss deshalb immer noch sagen, was ich seit einigen Monaten behaupte: Russland ist und bleibt der Favorit auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018, wenn Sepp Blatters ehrenwerte Tafelrunde am 2. Dezember entscheidet. Wie heißt es so schön auf Neurussisch in der Bewerbungsbroschüre: Ready to inspire (готовa вдохновлять). [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht war ich dieser Tage nur am falschen Ort und muss deshalb immer noch sagen, was ich seit einigen Monaten behaupte: <a
title="Russia 2018" href="http://russia2018-2022.com/en.aspx" target="_blank">Russland</a> ist und bleibt der Favorit auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018, wenn <a
title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Sepp Blatters ehrenwerte Tafelrunde</a> am 2. Dezember entscheidet. Wie heißt es so schön auf Neurussisch in der Bewerbungsbroschüre: Ready to inspire (готовa вдохновлять).</p><p>Alles ist gerichtet, wie damals, im Juli 2007 in <a
title="tag: Guatemala" href="http://www.jensweinreich.de/?s=guatemala" target="_self">Guatemala</a>, als <a
title="tag Wladimir Putin" href="http://www.jensweinreich.de/?s=wladimir+putin" target="_self">Wladimir Putin</a> mit seinen Oligarchen mal eben die Olympischen Winterspiele 2014 für <a
title="tag Sotschi 2014" href="http://www.jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> akquirierte. Diesmal will er die WM, und wieder geht es um viele Milliarden, die seine Kumpane umsetzen können. Etliche Ganoven aus dem Fußball-Business werden auch genug abbekommen, keine Sorge.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Kürzlich saß ich beim IOC-Termin mit jemandem an einer Bar in <a
title="Olympia 2018: München darf hoffen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/23/olympia-2018-munchen-darf-hoffen/" target="_self">Acapulco</a>, der mal eben auf sein Zimmer verschwinden musste, um für die Russen ein Papier zu schreiben, wie sie Rassismus auf ihren Fußballplätzen zu bekämpfen gedenken. Ein anderer witzelte: Kopier doch einfach den Kram von der FIFA-Webseite, das merkt keiner. Vorgestern hat mir nun ein Tycoon mit wundervollem russischen Galgenhumor Stories darüber erzählt, wie er in Sotschi ein Millionenprojekt gestemmt hat, direkt zwischen den herrschaftlichen Anwesen von Putin und <a
title="Oleg Deripaska in der Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oleg_Wladimirowitsch_Deripaska" target="_self">Oleg Deripaska</a>, ohne die Hoheiten und deren Entourage mit zuviel Baulärm und Dreck zu vergraulen, was sich einigermaßen halsbrecherisch-kurios gestaltete. Diese und andere Geschichten gebe ich gewiss später mal weiter.</p><p>Für mich persönlich ist Russland auch deshalb die spannendste Destination für das 2018er Turnier, überhaupt keine Frage.</p><p>Aber man soll nie nie sagen. Vielleicht liege ich völlig falsch, denn letztlich ist es ja so: Ich habe zuletzt während der <a
title="alle Beiträge zur WM 2010" href="http://jensweinreich.de/?cat=982" target="_self">WM in Südafrika</a> ein wenig WM-Bewerberatmosphäre geschnüffelt. Seither ist viel passiert, weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wer kann schon sagen, ob nicht doch andere Strömungen wirken. Es ist immer wichtig, in den letzten Wochen vor Ort den Puls zu fühlen, sonst kann man sehr schnell die Übersicht verlieren. Als letzter großer Termin steht ab Samstag die <a
title="Soccerex 2011" href="http://www.soccerex.com/" target="_blank">Soccerex</a> in Rico Teixeiras Wohnzimmer an, in Rio de Janeiro. Danach bewegt sich der Tross so langsam aber sicher wieder in die Schweiz.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p><a
title="alle Beiträge von und mit Taiwantschik alias Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/category/alimsan-tochtachunow/" target="_self">Alimsan Tochtachunow</a>, den ich die Tage leider nicht treffen konnte, wird sich gewiss auch freuen über neue Verdienstmöglichkeiten nach dem 2. Dezember.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Hier muss noch der so genannte Evaluierungsbericht der FIFA für die WM-Bewerber 2018 und 2022 nachgetragen werden, im Original auf <a
title="fifa.com, Evaluierungsbericht WM 2018, 2022" href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/59/45/bidevaluationreport.pdf" target="_blank">www.fifa.com</a> und etwas lesefreundlicher (es empfiehlt sich die Fullscreen-Ansicht):</p><p><object
id="doc_997443023702470" style="outline: medium none;" width="100%" height="600" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param
name="wmode" value="opaque" /><param
name="allowFullScreen" value="true" /><param
name="allowScriptAccess" value="always" /><param
name="FlashVars" value="document_id=43229884&amp;access_key=key-s9tf42sjthiugjxrcfe&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param
name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param
name="allowfullscreen" value="true" /><param
name="flashvars" value="document_id=43229884&amp;access_key=key-s9tf42sjthiugjxrcfe&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param
name="allowscriptaccess" value="always" /><embed
id="doc_997443023702470" style="outline: medium none;" width="100%" height="600" type="application/x-shockwave-flash" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" wmode="opaque" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" FlashVars="document_id=43229884&amp;access_key=key-s9tf42sjthiugjxrcfe&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowfullscreen="true" flashvars="document_id=43229884&amp;access_key=key-s9tf42sjthiugjxrcfe&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" /></object></p><p><strong>Nachtrag, 21.50 Uhr:</strong> Die FIFA hat nun auch einzelne Evaluierungsberichte zur Verfügung gestellt.</p><p>&nbsp;</p><ul><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/56/b9qate.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Qatar</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/55/b8usae.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : USA</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/54/b7esp-pore.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Spain and Portugal</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/53/b6enge.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : England</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/52/b5ruse.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Russia</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/51/b4ned-bele.pdf">2018 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Holland and Belgium</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/50/b3ause.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Australia</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/49/b2kore.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Korea Republic</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/74/42/b1jpne.pdf">2022 FIFA World Cup™ Bid Evaluation Report : Japan</a></li><li><a
href="http://www.fifa.com/mm/document/tournament/competition/01/33/59/45/bid%5fevaluation%5freport%5f1911.pdf">Evaluation reports on the bids for the 2018 and 2022 FIFA World Cups™ &#8211; Executive Summaries</a></li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%d1%80%d0%be%d1%81%d1%81%d0%b8%d1%8f-2018-%d0%b3%d0%be%d1%82%d0%be%d0%b2a-%d0%b2%d0%b4%d0%be%d1%85%d0%bd%d0%be%d0%b2%d0%bb%d1%8f%d1%82%d1%8c/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Die Autoritäten der FIFA und ihre Ethik-Narren</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/die-autoritaten-der-fifa-und-ihre-ethik-narren/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/die-autoritaten-der-fifa-und-ihre-ethik-narren/#comments</comments> <pubDate>Thu, 18 Nov 2010 12:36:59 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[andrew jennings]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[sportfamilie]]></category> <category><![CDATA[totaldemokraten]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[ethikfragen]]></category> <category><![CDATA[ethikkommission]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9778</guid> <description><![CDATA[Ganz ehrlich: Es ist mal wieder schlimmer gekommen, als ich vermutet habe. Ich dachte wirklich, das Witz-Organ namens FIFA-Ethikkommission schmeißt wenigstens den Nigerianer Amos Adamu aus dem Exekutivkomitee. Stattdessen reihen sich die nächsten Peinlichkeiten aneinander, die allesamt erneut belegen: In diesem mafiosen System der Sportfamilie ist keinerlei Besserung in Sicht. Lustig, weil ich seit ein [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ganz ehrlich: Es ist mal wieder schlimmer gekommen, als ich vermutet habe. Ich dachte wirklich, das Witz-Organ namens FIFA-Ethikkommission schmeißt wenigstens den Nigerianer <a
title="update: Korruption in der FIFA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/" target="_self">Amos Adamu</a> aus dem <a
title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Exekutivkomitee</a>. Stattdessen reihen sich die nächsten Peinlichkeiten aneinander, die allesamt erneut belegen:</p><p><strong>In diesem mafiosen <a
title="&quot;Bribes as salaries for sports leaders&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/19/bribes-as-salaries-for-sports-leaders/" target="_self">System der Sportfamilie</a> ist keinerlei Besserung in Sicht.</strong></p><p>Lustig, weil ich seit ein paar Tagen in Moskau auf, sagen wir, Korruptionsrecherche bin und mich &#8211; zum Beispiel &#8211; gestern lange mit einem russischen Unternehmer unterhalten habe, der etwa in Sotschi große Geschäfte macht und sich erdreistet hat, sein Leben zu gefährden, weil er gegen die Korruptionszahlungen aufbegehrt, die nicht nur kriminelle Autoritäten fordern, sondern auch staatliche. Bei der FIFA ist das ähnlich, anders kann ich die lächerliche Pressemeldung nicht werten, und wenn ich die Äußerungen lese, die FIFA-Oberethiker Claudio Sulser offenbar in Zürich getätigt hat.</p><p>Perikles Monioudis jedenfalls <a
title="NZZ: FIFA straft milde" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/fifa_reynald_temarii_amos_adamu_1.8418214.html" target="_blank">schreibt in der NZZ</a>:</p><blockquote><p>Sulser verstieg sich in einer Belehrung der Medien, die zwar «für die Demokratie in einem Land» wichtig seien. Im Fussball wollten «die Menschen aber Freude erfahren», keine Zwietracht vorgesetzt bekommen.</p></blockquote><p>Ähnliches Dämliches habe ich doch gerade von Englands WM-Bewerbungs-CEO Andy Anson <a
title="sportbusiness.com" href="http://www.sportbusiness.com/news/182606/england-2018-bid-leader-slams-unpatriotic-bbc?utm_source=sbinsl&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=nov18" target="_blank">gelesen</a>. Der hat Angst vor Andrew Jennings und den Jungs von der BBC, die gerade eine Panorama-Sendung zur FIFA vorbereiten. Seit Wochen versuchen Fußballfunktionäre und sogar Politiker schon, die Ausstrahlung vor dem 2. Dezember, wenn das FIFA-Exekutivkomitee in Zürich die WM-Länder 2018 und 2022 bestimmt, zu verhindern. Anson sagt:</p><p></p><blockquote><p>I am incredibly disappointed with the timing of what the BBC seems to be proposing with Panorama,&#8221; he said. &#8220;If they truly believe there is a journalistic reason to run this programme, then they could have done it any time in the last two years. To do it the week before the vote is about one thing and that&#8217;s sensationalism. I don&#8217;t think that&#8217;s helpful and I don&#8217;t think it&#8217;s patriotic.&#8221;</p></blockquote><p>Mir kommt das alles sehr bekannt vor. Journalisten hätten &#8220;patriotisch&#8221; zu sein, sagen die Patrioten, die nichts von Journalismus verstehen und denen es auch völlig egal ist, etwas davon zu verstehen, so lange diejenigen, die sich Journalisten nennen, sich an die Regeln derjenigen halten, die im Sportbusiness Milliarden umsetzen.</p><p>Mir wird ganz schlecht.</p><p>[<em>Notiz am mich:  Ist doch immer wieder nett, negativ überrascht zu werden. Erhalte Dir nur das bisschen Optimismus. Wäre es nicht viel schlimmer und langweiliger, nie überrascht zu werden und immer zu glauben, alles schon gewusst zu haben?</em>]</p><ul><li><a
title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">Den &#8220;FIFA-Ethikcode&#8221; hatte ich ja kürzlich bereits einer Text- und Stilkritik unterzogen</a></li></ul><p>Oh ja, hier also noch die <a
title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=1336782.html" target="_blank">Meldung</a> der FIFA-Narren:</p><blockquote><p><strong>Ethikkommission suspendiert sechs Offizielle</strong></p><p>Die FIFA-Ethikkommission, bestehend aus Claudio Sulser (Vorsitz, Schweiz), Petrus Damaseb (Namibia), Juan Pedro Damiani (Uruguay), Dominique Rocheteau (Frankreich), Dali Tahir (Indonesien) und Robert Torres (Guam), suspendierte sechs Fussballoffizielle für jegliche Tätigkeit im Fussball (Administration, Sport etc.) für ein bis vier Jahre, nachdem sie des Verstoßes gegen mehrere Artikel des FIFA-Ethikreglements für schuldig befunden worden waren. Bei ihrer Sitzung vom 15. bis 17. November 2010 fällte die Ethikkommission folgende Entscheide:</p><ul><li>Reynald Temarii (FIFA-Vizepräsident) darf während eines Jahres weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 5.000 belegt.</li></ul><ul><li>Amos Adamu (Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li></ul><ul><li>Slim Aloulou (Vorsitzender der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten und Mitglied der Kommission für den Status von Spielern) darf während zweier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li></ul><ul><li>Ahongalu Fusimalohi (Generalsekretär des Fussballverbands von Tonga) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li></ul><ul><li>Amadou Diakite (Mitglied der FIFA-Schiedsrichterkommission) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li></ul><ul><li>Ismael Bhamjee (CAF-Ehrenmitglied) darf während vier Jahren weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li></ul><p>Die FIFA hatte am 18. Oktober 2010 gegen zwei Mitglieder des Exekutivkomitees ein Verfahren eröffnet und die Ethikkommission zu diesem Zweck mit einer unabhängigen, eingehenden Untersuchung beauftragt. Am 20. Oktober verfügte die Ethikkommission daraufhin eine provisorische Suspendierung gegen sechs Offizielle (siehe <a
title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=1320880.html" target="_blank">Medienmitteilung</a> vom 20 Oktober).</p><p>Die Ethikkommission untersuchte darüber hinaus auch die Hinweise auf angebliche Absprachen zwischen Mitgliedsverbänden und ihren Bewerbungskomitees im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018/2022™, fand jedoch keine ausreichenden Beweise für eine Verletzung der Bewerbungsregistrierung und des Ethikreglements.</p></blockquote><p>Ich weiß gar nicht, wie oft Typen wie Bhamjee noch suspendiert werden sollen. Manche von denen gehören, sorry, nirgendwo anders hin als in den Knast. Mich würde natürlich interessieren, ob die FIFA auch diesmal die Geldstrafe für die Ganoven bezahlt, wie etwa die <a
title="Wie sich korrupte FIFA-Funktionäre im Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">5,5 Millionen zum Korruptionsverdunklungsvertrag</a> in der <a
title="Der ISL-Korruptionsskandal" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">ISL-Sache</a>.</p><p><strong>Absurder geht nicht.</strong></p><p><span
id="more-9778"></span>Weshalb ich gern noch einmal daran erinnere, dass wir hier im Blog mal einen passenden <a
title="Voting für Sepp Blatter: wer soll die FIFA-Ethikkommission leiten?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/18/voting-fur-sepp-blatter-wer-soll-die-fifa-ethikkommission-leiten/" target="_self">FIFA-Ethikchef gesucht</a> und also abgestimmt haben. Andrew Jennings <a
title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/and-the-winner-is-andrew-jennings/" target="_self">setzte sich damals knapp durch</a>. Und ich schrieb an die FIFA-Gottheit:</p><blockquote><p><strong>Von:</strong> Jens Weinreich<br
/> <strong>Gesendet:</strong> Freitag, 20. Februar 2009 09:23<br
/> <strong>An:</strong> Joseph S. Blatter<br
/> <strong>Cc:</strong> Klaus, Hans (FIFA); Maingot, Nicolas (FIFA)<br
/> <strong>Betreff:</strong> Vorschlag für die Fifa-Ethikkommission</p><p>Lieber Herr Blatter,</p><p>ich habe mit Interesse vernommen, dass Lord Coe sich entschieden hat, den Vorsitz der FIFA-Ethikkommission ruhen zu lassen, weil er – neben seinen vielen anderen Verpflichtungen in der IAAF und als Chef des Londoner Olympiaorganisationskomitees – gern auch noch Englands Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 unterstützen will.</p><p>Ich habe mir erlaubt, die Leser meines Blogs nach über einen geeigneten Nachfolger (präziser wohl: Stellvertreter für die Zeit, in der Lord Coe sich bei der FIFA um eine WM bewirbt, bevor er dann wieder vollethisch tätig sein will) für Sebastian Coe abstimmen zu lassen.</p><p>Der Favorit des Volkes, Sie verzeihen mir diese schnittige Bemerkung, ich weiß, dass Sie meinen mitunter derben Humor verstehen, kommt nun leider nicht aus der bestehenden Ethik-Kommission. Es ist, sorry, ausgerechnet Andrew Jennings, der sich knapp vor Wladimir Putin durchgesetzt hat. Auf den Plätzen folgen Jack Austin Warner, Gerhard Mayer-Vorfelder, Robert Hoyzer und Sie.</p><p>Meine Stimme hat Andrew Jennings allerdings nicht bekommen. Ich halte ihn zwar geeignet für dieses Ehrenamt, wie Sie wissen – da wird wohl immer Dissens zwischen uns bestehen -, habe aber dennoch für Sie gestimmt und kein Problem damit, das Wahlgeheimnis zu lüften.</p><p>Ich wollte Ihnen diesen Vorschlag gern noch vor der Sitzung der Ethikkommission, die ja um 10 Uhr beginnt, übermitteln.</p><p>Ich grüße Sie herzlich und würde mich sehr freuen, wenn wir uns in naher Zukunft mal wieder über ethische Fragen unterhalten könnten. Gern auch über Fragen, die Sie derzeit mehr bewegen wie etwa die 6+5-Regel. Die Leser meines sportpolitischen Blogs würden sich auch sehr freuen, hier mit Ihnen zu diskutieren. Vielleicht haben Sie ja Lust dazu.</p><p>Jens Weinreich</p></blockquote><p>Andrew Jennings nahm die Wahl mit <a
title="Andrew Jennings nimmt die Wahl zum FIFA-Ethikchef an" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/andrew-jennings-nimmt-die-wahl-zum-fifa-ethikchef-an/" target="_self">diesem Schreiben</a> an:</p><blockquote><p><strong>Von:</strong> Andrew Jennings<br
/> <strong>Gesendet:</strong> Freitag, 20. Februar 2009 11:15<br
/> <strong>An:</strong> Jens Weinreich<br
/> <strong>Betreff:</strong> Re: you are elected!</p><p>Thank you. I promise to follow in the steps of my illustrious predecessor<a
href="http://jensweinreich.de/?p=2990" target="_self">Lord</a> <a
href="http://jensweinreich.de/?p=2406" target="_self">Coe</a> and do absolutely nothing to clean up the racketeering at FIFA. That’s what Seb and Jack and Don Julio and Chuckles and the rest of the gang would want.</p><p>Sorry, must stop, have to rush, my allocation of 5,000 <a
href="http://jensweinreich.de/?p=2099" target="_self">World Cup tickets</a>has arrived.</p><p>Andrew Jennings</p></blockquote><p>Schade eigentlich, er hätte seine Sache besser gemacht als Claudio Sulser. Aber Andrew hat ja noch eine Chance: am 29. November, auf BBC Panorama.</p><p>Good luck.</p><p><strong>Nachtrag:</strong> Hübsche frische Geschichte übrigens: <a
title="T&amp;Ts Newsday" href="http://www.newsday.co.tt/news/0,130997.html" target="_blank">British PM invites Warner to lunch in Zurich</a></p><p><a
href="http://flattr.com/thing/85451/Die-Autoritaten-der-FIFA-und-ihre-Ethik-Narren" target="_blank"><img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/die-autoritaten-der-fifa-und-ihre-ethik-narren/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>5</slash:comments> </item> <item><title>Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Oct 2010 12:54:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korruption im sport]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9669</guid> <description><![CDATA[Unsere Gesellschaft ist voller Teufel und solche Teufel findest du eben auch im Fußball. Joseph Blatter ACAPULCO. Es fällt mir einigermaßen schwer, mich aus der Ferne vom IOC-Termin zu den jüngsten Entwicklungen in FIFA und UEFA zu äußern. Für die NZZ am Sonntag habe ich dennoch mal die Kurzprofile der FIFA-Exekutivmitglieder erstellt. Kann man natürlich [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Unsere Gesellschaft ist voller Teufel und solche Teufel findest du eben auch im Fußball.</p><p><em>Joseph Blatter</em></p></blockquote><p>ACAPULCO. Es fällt mir einigermaßen schwer, mich aus der Ferne vom IOC-Termin zu den jüngsten Entwicklungen in FIFA und UEFA zu äußern. Für die NZZ am Sonntag habe ich dennoch mal die Kurzprofile der FIFA-Exekutivmitglieder erstellt. Kann man natürlich alles ganz anders machen, besser und treffender &#8211; ausführlicher sowieso: über die Untaten etlicher Mitglieder, die 100.000 Dollar jährlich (plus Tagesspesen von 800 Dollar, glaube ich, bitte korrigieren, liebe FIFA-Kommunikationsabteilung, falls die Zahl überholt sein sollte) und je nach Dienstjahren auch eine satte FIFA-Rente kassieren, lassen sich ganze Bücher füllen.</p><p>Zwei Anmerkungen noch: Aus Zeitnot gibt es ausnahmsweise keine umfangreiche Linkliste (einfach mal in der Sidebar rechts unter &#8220;Korruption in der FIFA&#8221; und &#8220;Korruption im Sport&#8221; schmökern). Und ein Hinweis an die FIFA-Juristen: Ich benutze das Wort Korruption im Sinne der Definition von Transparency International, wonach Korruption der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Vorteil ist. Alles klar?</p><p>Hier also <span
style="text-decoration: line-through;">die FIFA-Teufel</span> das ehrenwerte Exekutivkomitee:</p><p><strong>Joseph Sepp Blatter (Schweiz, Präsident)<br
/> </strong>Blatter (76) ist mit der FIFA verheiratet, steht als Direktor, Generalsekretär und Präsident seit 1975 in FIFA-Diensten. Er weiß alles über die Exko-Kollegen, hat aber schwerste Korruptionsfälle <strike>vertuscht</strike> virtuos verwischen lasen, etwa im ISL-Skandal, als die FIFA 5,5 Millionen CHF zahlte, um die Namen der Bestochenen zu verheimlichen. Blatter spielt die zentrale Rolle im System des Gebens und Nehmens und trägt moralisch die volle Verantwortung.</p><p><strong>Julio Humberto Grondona (Argentinien, Senior-Vizepräsident, CONMEBOL)<br
/> </strong>Grondona (79), seit 1988 im Exko, hat im Fußballgeschäft mit dubiosen Deals Millionen gescheffelt. Chef des FIFA-Finanzkomitees, seit 1979 argentinischer Verbandspräsident, spielt stets den Doppelpass mit Blatter. Sein Lebensmotto steht auf seinem goldenen Siegelring: „Todo pasa“ – alles geht vorbei. Ob Insiderhandel, Amtsmissbrauch, Schiedsrichterskandale, Unterschlagung – er überstand trotz drückender Beweislast schwerste Stürme und weiß die Bosse von Medienimperien wie der Clarín-Gruppe hinter sich. Es heißt, die argentinische Fußballmeisterschaft ließe sich nur mit Grondonas Protektion gewinnen.</p><p><strong>Issa Hayatou (Kamerun, Vizepräsident, CAF)<br
/> </strong>CAF-Präsident Hayatou (64), seit 1990 im Exko, stammt aus einem der korruptesten Länder der Welt. Diese Kultur prägt offenbar – vier der sechs soeben suspendierten Funktionäre sind seine Leute. Hayatou wurde 2002 von der UEFA und französischen Sportrechtehändlern als Präsidentschaftskandidat und Gegenpol zu Blatter aufgebaut. Er unterlag deutlich. Im Vergleich zu Hayatou erscheint Blatter als ein volltransparenter Ehrenmann.</p><p><strong>Chung Mong-Joon (Südkorea, Vizepräsident, AFC)<br
/> </strong>Chung (59), seit 1994 im Exko, ist als Sproß der Hyundai-Dynastie auch Sponsor der FIFA. Den Milliardär kann niemand bestechen – im Zweifel besticht er selbst. Sein Reichtum korrespondiert jedoch nicht mit seinem diplomatischen und strategischen Geschick. Insider machen intellektuelle Schwächen aus. Als eines seiner Hobbys nennt er: „Trinken mit Freunden“. Chung will 2011 gegen Blatter kandidieren, wird aber haushoch verlieren.</p><p><strong>Jack Austin Warner (Trinidad und Tobago, Vizepräsident, CONCACAF)<br
/> </strong>Warner (67), seit 1983 im Exko, nennt seine Biografie „From Zero to Hero“. Vom mittellosen Geschichtslehrer schaffte er es zu märchenhaftem Reichtum, machte Millionen mit WM-Tickets und TV-Rechten und versorgte auch seine Söhne mit millionenschweren Verträgen im FIFA-Dunstkreis. Trinidads Transportminister ist einer der korruptesten Figuren der Branche. Blatter würde gern, kann ihn aber nicht feuern, denn Warner weiß zu viel – und liefert auf FIFA-Kongressen stets die 35 CONCACAF-Stimmen für Blatter.</p><p><strong>Angel María Villar Llona (Spanien, Vizepräsident, UEFA)<br
/> </strong>Villar Llona (60), seit 1998 im Exko, wirkt mitunter einfältig, wird deshalb schwer unterschätzt. Der Jurist und ehemalige Profi bringt vieles mit für eine größere Karriere, scheitert aber auch an seinen mangelhaften Sprachkenntnissen. Als Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission und spanischer Verbandspräsident stets im Fokus und desöfteren unsauberer Machenschaften verdächtigt – wie in der WM-Bewerbung 2018, die er selbst leitet.</p><p><strong>Michel Platini (Frankreich, Vizepräsident, UEFA)<br
/> </strong>Der ehemalige Weltfußballer Platini (55), seit 2002 im Exko, galt lange Zeit als Blatter-Nachfolger. Dazu fehlt es ihm an Statur und wohl auch am letzten Einsatz. UEFA-Präsident wurde er 2007 durch Blatters Intervention. In der UEFA ist er schwer gebunden – und hat den nächsten Korruptionsskandal am Hals: Wurde die Euro 2012 für elf Millionen Euro Schmiergeld an die Ukraine und Polen vergeben? Das behauptet ein Funktionär aus Zypern, der Dokumente vorlegen kann – doch die UEFA wimmelt den Whistleblower seit zwei Jahren ab.</p><p><strong>Geoff Thompson (England, Vizepräsident, UEFA)<br
/> </strong>Thompson (65), seit 2007 im Exko, ist eine Marionette Blatters. Als der Schotte John McBeth, der eigentlich den für die vier britischen Verbände reservierten Platz im Exko einnehmen sollte, im Mai 2007 über Korruption in der FIFA und die Privatgeschäfte von Jack Warner plauderte, wurde er sofort gestoppt – und durch Thompson ersetzt. Als Englands WM-Bewerberchef Lord Triesman im Mai 2010 über Korruption bei der WM-Bewerbung plauderte, wurde er ebenfalls durch Thompson ersetzt. Thompson hat keinerlei Profil, er macht, was ihm gesagt wird.</p><p><strong>Reynald Temarii (Tahiti, Vizepräsident, OFC)<br
/> </strong>Temarii (43), seit 2004 im Exko, wegen Korruptionsverdachts suspendiert. Er soll bereit gewesen sein, seine Stimme gegen millionenschwere Infrastruktur-Projekte zu verkaufen. Im FIFA-Jargon nennt sich das Entwicklungshilfe. Oft landet Geld aber auf privaten Konten. Der Fall wird weiter untersucht. Temarii streitet die von der „Sundy Times“ dokumentierten Vorwürfe ab. Ozeaniens Fußballpräsident war einst Profi in Nantes.</p><blockquote><p>Ich bin zu Tode betrübt, ja. Aber sollen wir die FIFA jetzt zumachen?</p><p><em>Joseph Blatter</em></p></blockquote><p><strong>Michel D&#8217;Hooghe (Belgien, UEFA)<br
/> </strong>Der Mediziner D’Hooghe (64), seit 1998 im Exko, ist ein stiller aber doch eher aufrechter Funktionär. Einer seiner besten Kumpels heißt Jacques Rogge, Präsident des IOK, mit dem er einst im Universitätsteam in Gent Fußball gespielt hat, der eine als Links-, der andere als Rechtsverteidiger. D’Hooghe ist weitgehend unabhängig, hat stets ein offenes Ohr, ist allerdings als Korruptionsbekämpfer auch noch nicht aufgefallen.</p><p><strong>Ricardo Terra Teixeira (Brasilien, CONMEBOL)<br
/> </strong>Teixeira (63), kam als Schwiegersohn des damaligen FIFA-Patrons Havelange 1994 ins Exko. Er ist skrupellos wie Jack Warner, wenn es ums schmutzige Geldverdienen geht, nachzulesen etwa in Korruptionsberichten des brasilianischen Parlaments oder in den Unterlagen zum ISL-Korruptionsprozess. Doch Fußball ist Religion in Brasilien – und Verbandschef Teixeira Dank der Protektion von Politik und TV Globo unantastbar. Blatter stützt ihn ebenfalls. Nun kann Teixeira als Chef des WM-Organisationskomitees 2014 und über Quergeschäfte mit Olympia 2016 weitere Millionen scheffeln.</p><p><strong>Mohamed Bin Hammam (Katar, AFC)<br
/> </strong>AFC-Präsident Bin Hammam (61), seit 1996 im Exko, wird vom Emir von Katar gestützt, der wiederum viel Geld in Blatters Wahlkämpfe 1998 und 2002 investierte. Blatter düste im Privatjet des Emirs um die Welt. Katar leistete so genannte Entwicklungshilfe, vor allem in Afrika und Asien, und verschaffte Blatter Stimmen. Seine Freundschaft zu Blatter ist abgekühlt, weil der ihm nicht den Thron überlässt, sondern mindestens bis 2015 weitermacht. Ein Putschversuch Bin Hammams wurde niedergeschlagen. Nun leckt er seine Wunden. Als Chef des Goal-Programms verteilt er so genannte Entwicklungshilfe-Millionen.</p><p><strong>Chuck Blazer (USA, CONCACAF)<br
/> </strong>Blazer (65), seit 1996 im Exko, ist nicht nur seinen Landleuten ein schwergewichtiges Ärgernis. Er blockiert erfolgreich jeden Versuch eines US-Amerikaners (etwa vom 1994er WM-Organisationschef Alan Rothenberg), in der FIFA Fuß zu fassen. Blazer ist als CONCACAF-Generalsekretär mit mondänem Sitz in New York wichtigster Partner von Jack Warner. Das Duo agiert kongenial – und stets in der Nähe der Steueroasen und Briefkastenfirmen in der Karibik.</p><p><strong>Senes Erzik (Türkei, UEFA)<br
/> </strong>Erzik (68), seit 1996 im Exko, hat sich jüngst schwer überschätzt, als er die Euro 2016 in die Türkei holen wollte. Einst Gefolgsmann von Blatters großem Gegenspieler Lennart Johansson. Über seine Rolle bei der skandalösen Vergabe der Euro 2012 wird noch zu reden sein. Erzik war Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission, als bei der WM 2002 Südkorea auf wundersame Weise und Dank zahlreicher umstrittener Referee-Entscheidungen ins Halbfinale gelangte.</p><p><strong>Worawi Makudi (Thailand, AFC)<br
/> </strong>Makudi (58), seit 1997 im Exko, weiß seine Funktion vorteilhaft einzusetzen. Wer an FIFA-Verträge kommen oder Weltmeisterschaften ausrichten will, muss Makudi bedienen. Das wissen alle WM-Bewerber. Als langjähriger Generalsekretär des thailändischen Verbandes sitzt er an der Schnittstelle und handelt dubiose Deals aus, wie im Sommer 2000 unmittelbar vor der Entscheidung über die Fußball-WM 2006: Eine Firma des TV-Rechtehändlers Leo Kirch überwies Geld nach Thailand – Makudi stimmte für Deutschland.</p><p><strong>Nicolás Leoz (Paraguay, CONMEBOL)<br
/> </strong>CONMEBOL-Präsident Leoz (82), seit 1998 im Exko, hat im ISL-Bestechungsskandal mehrere Hunderttausend Franken kassiert, wurde aber nicht bestraft. Leoz gehört zu den Unantastbaren in der FIFA. Sein Insiderwissen schützt ihn. Seit 1986 ist er Südamerikas Fußballchef, schweißte Allianzen mit Havelange, Teixeira, Grondona und Warner – oft packen Süd- und Nordamerika auf FIFA-Kongressen ihre Stimmen zusammen. Das ist eine Hausmacht, von der Blatter stets profitiert.</p><p><strong>Jacques Anouma (Elfenbeinküste, CAF)<br
/> </strong>Anouma (58), seit 2007 im Exko, hat daheim unter schwierigsten Bedingungen keine schlechte Arbeit geleistet und zum Beispiel eine Profiliga aufgebaut. Weil die Nationalelf aber bei der WM die Vorrunde nicht überstand, muss er um das Präsidentenamt im Verband der Elfenbeinküste und damit auch um sein FIFA-Mandat fürchten. Er gehört zur Target Group aller Schmiergeldzahler.</p><p><strong>Franz Beckenbauer (Deutschland, UEFA)<br
/> </strong>Der Weltmeister, Weltmeistertrainer und WM-Ausrichter Beckenbauer (65), seit 2007 im Exko, war einst Geschäftspartner das Adidas-Patrons Horst Dassler, der den Sport mit einem Korruptionssystem überzog. Aus Dasslers Reich entsprang die Marketinggruppe ISL/ISMM, die mindestens 138 Millionen Franken Schmiergeld an Funktionäre zahlte. Beckenbauer war Teilhaber einer ISL-Vorläuferfirma. Rund um die WM-Vergabe 2006 an Deutschland wurden von Agenturen Millionensummen an Personen aus dem FIFA-Umfeld verteilt. Doch Blatter verzichtete auf eine Untersuchung. Beckenbauers Berater Fedor Radmann spielte damals die zentrale Rolle – und arbeitet heute für den WM-Bewerber Australien, angeblich auch für Russland, was Radmann aber bestreitet.</p><p><strong>Rafael Salguero (Guatemala, CONCACAF)<br
/> </strong>Salguero (63) seit 2009 im Exko, hat seine Karriere einzig und allein Jack Warner zu verdanken. Wenn Warner hustet, ist Salguero zur Stelle. Wenn er Warner einen Wunsch ausschlägt, verschwindet er wieder aus dem Exekutivkomitee. Salguero ist eine Marionette, die inhaltlich niemand ernst nimmt. Aber auch er hat eine Stimme bei der WM-Vergabe und ist deshalb für Schmiergeldzahler interessant.</p><p><strong>Witali Mutko (Russland, UEFA)<br
/> </strong>Russlands Sportminister Mutko (63), seit 2008 im Exko, genießt die Protektion von Premierminister Wladimir Putin, mit dem er Anfang der 1990er Jahre in St. Petersburg die politische Karriere begann. Dennoch musste Mutko jüngst nach Ukas des Staatspräsidenten Medwedew den Vorsitz im russischen Fußballverband abgeben. Das war eine klare politische Intervention, was die FIFA normalerweise mit einer Sperre des Verbandes ahndet. Doch Russland ist Russland und ist WM-Bewerber 2018. Die FIFA und ihre Top-Funktionäre wittern das große Geschäft.</p><p><strong>Amos Adamu (Nigeria, CAF)<br
/> </strong>Adamu (57), seit 2006 im Exko, wurde von der Ethik-Kommission suspendiert und hat keine Zukunft in der FIFA. Er wird im Dezember durch den Südafrikaner Danny Jordaan ersetzt. Adamu zapft auch daheim als Funktionär gern fremde Geldflüsse an. An seinem Beispiel offenbart sich dennoch ein Grundsatzproblem: Bestraft werden stets nur die Schmiergeldempfänger, oft aus Schwarzafrika – die Schmiergeldzahler aber, meist Sportmarketingfirmen, werden nie belangt. Sie betreiben ihr Geschäft weiter.</p><p><strong>Junji Ogura (Japan, AFC)<br
/> </strong>Ogura (72), seit 2002 im Exko, ist erst seit drei Monaten Präsident des japanischen Verbandes. Er ist beliebt in der FIFA und gehört eher zu den sicheren Kantonist, nicht zu den anrüchigen Stimmendealern. Japaner haben im ewigen asiatischen Kampf zwischen Chung (Südkorea) und Bin Hammam (Katar) keinen leichten Stand, können sich vor allem Dank der Millionen von FIFA-Sponsoren an der Macht halten.</p><p><strong>Marios Lefkaritis (Zypern, UEFA)<br
/> </strong>Lefkaritis (63), ein griechischer Zypriot, sitzt seit 2007 im Exko. Um seine Tätigkeit ranken sich viele Legenden. Der Geschäftsmann ist nicht unbedingt auf Geschenke von Vermarktungsfirmen oder WM-Bewerbern angewiesen – er hat genügend Geld, um selbst tätig zu werden. Es fällt auf, wie präzise Lefkaritis Wahlergebnisse vorhersagt, etwa in der UEFA, wo er vor allem auf die kleinen Nationen baut und wichtig war für die Euro-Vergabe an Polen und die Ukraine.</p><p><strong>Hany Abo Rida (Ägypten, CAF)<br
/> </strong>Abo Rida (57), seit 2009 im Exko, ist sehr von sich überzeugt. Er repräsentiere „die ägyptische Kultur“ in der FIFA, sagt Blatter. Er spiele sich mitunter auf wie der Erfinder des Fußballs, spotten FIFA-Insider. Abo Rida gehört, wie etwa Makudi, zu den Parteigängern von Bin Hammam. Er wird bei der WM-Vergabe 2022 also für Katar stimmen. Abo Rida gilt als empfänglich für jede Art Wohltat.</p><blockquote><p>Wir müssen die Werte des Fußballs verteidigen gegen die Teufel, die es gibt. Wenn wir gegen die Dämonen kämpfen, müssen wir unsere eigenen Gesetze durchsetzen und nicht darauf warten, bis uns fremde Gerichte sagen, wo es lang geht.</p><p><em>Joseph Blatter</em></p></blockquote><p><a
href="http://flattr.com/thing/76972/Sepp-Blatters-Tafelrunde-das-ehrenwerte-FIFA-Exekutivkomitee" target="_blank"><br
/> <img
src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>24</slash:comments> </item> <item><title>update: Korruption in der FIFA</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/#comments</comments> <pubDate>Mon, 18 Oct 2010 14:53:25 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[sunday times]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[waca]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9610</guid> <description><![CDATA[Das ist doch mal eine klare, schnörkellose Überschrift zu einer schönen Geschichte, die die Kollegen der Sunday Times da veröffentlicht haben und die weltweit Schlagzeilen macht. So bekommt die krude Doppel-Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018/2022, die weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abläuft, doch endlich noch Schwung, nachdem der Schwung dieser Geschichte (aus Australien und Deutschland, mit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Das ist doch mal eine klare, schnörkellose Überschrift zu einer schönen Geschichte, die die Kollegen der <a
title="The Sunday Times" href="http://www.thesundaytimes.co.uk/sto/" target="_blank">Sunday Times</a> da veröffentlicht haben und die <a
title="google search" href="http://news.google.de/news/search?aq=f&amp;pz=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=%22sunday+times%22+fifa" target="_blank">weltweit Schlagzeilen macht</a>. So bekommt die krude Doppel-Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018/2022, die weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abläuft, doch endlich noch Schwung, nachdem der Schwung <a
title="Freunde von FIFA-Franz und FIFA-Sepp: WM-Lobbyisten und Steuermillionen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/" target="_self">dieser Geschichte</a> (aus Australien und Deutschland, mit dem Fedorfranz und dem Petersepp) leider etwas verebbte.</p><p>Ich bin mir nicht zu blöd, zum wiederholten Male die Antwort von FIFA-Chef Joseph Blatter auf meine Frage zu veröffentlichen, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur (WACA) nach dem Vorbild der WADA braucht.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Wieder einmal &#8220;ermittelt&#8221; also die FIFA-Ethikkommission &#8211; diesmal sind es Familienmitglieder aus Nigeria und <strike>Neuseeland</strike> Tahiti, beim nächsten Mal wieder andere. Die üblichen Verdächtigen.</p><p>Strukturell ändert sich ja nichts.</p><div><p>Weshalb ich so frei bin und einen Text mit seinen vielen Verlinkungen hineinkopiere, den ich am 25. Juni 2010 aus Südafrika angeboten habe: <strong>Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen</strong>.</p><p>Das ist gewiss nicht die feine englische Art, eigene Blogbeiträge doppelt zu veröffentlichen. Aber warum nicht? Steter Tropfen höhlt den Stein. Als Hintergrund zur aktuellen Affäre dürfte der Beitrag hilfreich sein. (Ich habe derzeit ohnehin keine Möglichkeit, aktuell zu reagieren, weil ich gerade auf dem Weg zum IOC/ANOC-Gipfel in Acapulco bin, die Qualität der Internetverbindung hier auf dem Airport Mexiko-City lässt auch zu wünschen übrig.)</p><p>Etliche Informationen und Zitate lassen sich sehr schön auf den aktuellen Fall herunter brechen. Nochmal: Es geht ums System.</p><p>Sehr lustig ist der Brief von Blatter an sein Exekutivkomitee:</p><blockquote><p>Sehr geehrte Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees,</p><p>ich habe die unangenehme Pflicht, Sie über eine sehr unerfreuliche Situation zu unterrichten, die im Zusammenhang mit der heutigen Veröffentlichung eines Artikels in der Sunday Times unter dem Titel &#8216;WM-Stimmen zu verkaufen&#8217; entstanden ist. Die Angaben in diesem Artikel haben einen sehr negativen Einfluss auf die FIFA und den Bewerbungsprozess für die Ausrichtung der FIFA WM-Turniere 2018 und 2022 ausgelöst.</p><p>In dem Artikel werden aktuelle und ehemalige Mitglieder des Exekutivkomitees erwähnt. Die FIFA hat als Reaktion darauf die folgende Medienerklärung abgegeben, die ich Ihnen zur Kenntnis bringen möchte: &#8216;Die FIFA und die Ethik-Kommission der FIFA haben die Bewerbungsprozesse für die Ausrichtung der FIFA WM-Turniere 2018 und 2022 genau verfolgt und werden dies auch weiterhin tun. Die FIFA hat bereits alle Informationen und Dokumente im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit angefordert und erwartet den Eingang dieses Materials. Die FIFA wird das gesamte ihr zur Verfügung stehende Material unverzüglich analysieren.</p><p>Erst nach Abschluss dieser Analyse kann die FIFA über weitere Schritte entscheiden. Bis dahin kann die FIFA keine weiteren Erklärungen in dieser Angelegenheit abgeben.&#8217; Die FIFA wird zu dieser Erklärung stehen und unverzüglich gemeinsam mit der Ethik-Kommission und dem FIFA-Generalsekretär eine gründliche Untersuchung einleiten. Ich werde Sie über die weitere Entwicklung der Angelegenheit auf dem Laufenden halten.</p><p><strong>Bis auf weiteres möchte ich Sie bitten, von jeglichen öffentlichen Äußerungen in dieser Angelegenheit abzusehen.</strong> Für Ihre Zusammenarbeit bedanke ich mich im Voraus.</p><p>Hochachtungsvoll</p><p>Joseph S. Blatter<br
/> FIFA-Präsident</p></blockquote><p>Nachtrag 19.14 (MESZ), eine Pressemitteilung der FIFA:</p><blockquote><p>Die FIFA bestätigt, dass sie bei der Ethikkommission heute zwei Anträge gestellt hat:</p><p>Die FIFA hat ein Ethikverfahren gegen zwei aktuelle Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees eingeleitet, um abzuklären, ob diese gegen das Ethikreglement der FIFA verstossen haben, und hat dabei den Vorsitzenden der Ethikkommission eindringlich gebeten, alle möglichen Schritte zu unternehmen, einschliesslich der Prüfung provisorischer Massnahmen, sollten die dafür vorgegebenen Voraussetzungen erfüllt sein. Weiter laufen Untersuchungen gegen andere FIFA-Offizielle, die im Rahmen des Vorfalles eine Rolle gespielt haben könnten.</p><p>Die FIFA bestätigt ebenso, dass Absprachen, wie ein weiterer Vorwurf lautet, ein klarer Verstoss gegen die Bewerbungsregistrierung und das Ethikreglement wären. Aus diesem Grund ist auch in diesem Fall eine Untersuchung gegen die entsprechenden Nationalverbände und entsprechenden Bewerbungskomitees eingeleitet worden. Die FIFA hat auch in diesem Fall den Vorsitzenden der Ethikkommission eindringlich gebeten, alle möglichen Schritte zu unternehmen, einschliesslich der Prüfung provisorischer Massnahmen, sollten die dafür vorgegebenen Voraussetzungen erfüllt sein.</p></blockquote><p>Mein Beitrag vom Juni:</p><p>JOHANNESBURG. Lassen wir Fakten sprechen. Dies ist eine Dokumentation (mehr) aus dem Reich des Joseph Blatter und seiner Fédération Internationale de Football Association (FIFA). Es ist eine Geschichte von jenen, die auszogen, Millionen aus dem Fußballgeschäft auf ihre Privatkonten abzuzweigen, die sich seit Jahrzehnten voll fressen wie Maden im Speck, die über die friedensstiftenden Heilkräfte des Fußballs orakeln, die gerade dieser Tage in Afrika wieder halluzinieren, Familienbande beschwören und doch kaum etwas anderes im Sinn haben, als ihre privaten Interessen. Sie werden von nichts und niemandem kontrolliert. Im Gegenteil: Politiker aller Couleur küssen ihnen die Füße, schließlich bewerben sich gerade wieder elf Länder um <a
title="tag WM 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2018/" target="_self">kommende</a> <a
title="tag WM 2022" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">Weltmeisterschaften</a>.</p><p>Dass sie machen können, was sie wollen, dass in der Spezialdemokratie andere Regeln gelten, wurde selten eindrucksvoller bewiesen als mit jenem Deal, den FIFA-Funktionäre, letztlich auch die FIFA und die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug gerade in der Causa ISL/ISMM geschlossen haben. Der Deal geht so:</p><p>Hohe FIFA-Offizielle haben Millionensummen an Schmiergeld kassiert, FIFA-Offizielle haben sich über Jahre bestechen lassen, FIFA-Offizielle agierten zutiefst korrupt, und weil das ausnahmsweise mal gut dokumentiert ist, zahlt man halt 5,5 Millionen CHF an die Schweizer Staatskasse und kauft sich damit quasi frei. Wichtig ist nur:</p><p>Alle Beteiligten sind sich einig darin, dass die Namen aller Schmiergeldempfänger nie öffentlich werden dürfen.</p><p>Es gibt Juristen, die so etwas als Korruptionsverdunklungsvertrag bezeichnen. Und das ist nicht der erste in diesem Fall. Ich finde den Begriff zutreffend.</p><p>Bevor ich die Einzelheiten dokumentiere, genießen wir zunächst die FIFA-Propaganda und hören auch, was die Staatsanwaltschaft Zug sagt.</p><p>Die FIFA <a
title="FIFA PM vom 24. Juni 2010" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/news/newsid=1256730.html#erklarung+fifa+heutigen+bekanntgabe+staatsanwaltschaft+zug" target="_blank">erklärt</a>:</p><blockquote><p>Die FIFA reagiert mit Befriedigung darauf, dass die Staatsanwaltschaft Zug ihre Ermittlungen im Zuge des &#8220;ISL/ISMM-Falles&#8221; abgeschlossen hat.</p><p>Es sei daran erinnert, dass die Entscheidung einen Sachverhalt betrifft, der vor dem Jahr 2000 lag, und dass es keine gerichtliche Verurteilung der FIFA gab. Der FIFA-Präsident wurde von jeglichem Fehlverhalten in dieser Angelegenheit freigesprochen.</p><p>Da die Untersuchung und damit auch der Fall nun endgültig abgeschlossen sind, wird die FIFA keine weiteren Erklärungen dazu abgeben.</p></blockquote><p>Die Staatsanwaltschaft <a
title="Kanton Zug" href="http://www.zio.ch/verfahren+nach+wiedergutmachung+eingestellt/28202/detail.html  " target="_blank">teilt mit</a>:</p><blockquote><p>Verfahren nach Wiedergutmachung eingestellt</p><p>Der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) wurden Provisionszahlungen von mehreren Millionen Schweizer Franken vorenthalten. Weil die Beschuldigten den Schaden in angemessenem Umfang wiedergutmachten, wurde das Verfahren gegen sie eingestellt.</p><p>Der vorliegende Fall geht zurück ins Jahr 2001. Im Mai 2001 wurde aufgrund einer Anzeige der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) gegen Verantwortliche des Managements der ISMM/ISL-Gruppe ein Verfahren eingeleitet. Das ehemalige Untersuchungsrichteramt Zug schloss jenes Verfahren mit Verfügung vom 18. März 2005 ab und überwies dieses an die damalige Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zur Anklageerhebung. Die Staatsanwaltschaft hat in der Folge „bezüglich der meisten Vorwürfe Schuldsprüche beantragt“. Die anschliessenden Verfahren vor erster und zweiter Instanz der Zuger Gerichtsbehörden führten in den meisten Fällen zu Freisprüchen.</p><p>Im Anschluss an die einleitend erwähnte Strafuntersuchung wurde am 8. August 2005 von Amtes wegen ein weiteres Verfahren gegen Unbekannt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zum Nachteil der FIFA eröffnet. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse, denen ausgedehnte Abklärungen im In- und Ausland zu Grunde liegen, musste das Verfahren auf mehrere Personen ausgedehnt werden. Nachdem die abgenommenen Beweise eine Beurteilung des objektiven Tatbestandes ermöglichten und eine Wiedergutmachung des durch die Beschuldigten verursachten Schadens erfolgt war, wurde das Strafverfahren gestützt auf Art. 53 StGB eingestellt.</p><p>Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig. Provisionszahlungen als Auslöser des Verfahrens Ausländische Personen von FIFA-Organen kamen bis ins Jahr 2000 in den Genuss von Provisionen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden. Diese Zuwendungen standen einerseits im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen dieser Gruppe und andererseits erfolgten diese Zahlungen aus Gründen der Verknüpfung der Provisionsempfänger mit der FIFA. Die Zahlungsadressaten unterliessen es, die Gelder an die FIFA weiterzuleiten und verwendeten die Vermögenswerte für ihre eigenen Zwecke. Die FIFA ihrerseits unterliess es, die ihr zustehenden Vermögenswerte von den Beschuldigten einzufordern. Sie wurde in diesem Umfang geschädigt.</p><p>Die Beschuldigten haben im Rahmen des Verfahrens den Empfang der Gelder nicht in Abrede gestellt, verneinten jedoch eine strafrechtliche Verantwortung. Sie zeigten sich aber bereit, den von der Staatsanwaltschaft als einer Wiedergutmachung zugänglich qualifizierten Betrag von 5.5 Millionen Franken zu bezahlen. Damit konnte der Schaden in diesem Umfang wieder gutgemacht werden. Ein Teil der Wiedergutmachungszahlungen in der Höhe von 2.5 Millionen Franken kommt gemeinnützigen Organisationen zu. Die Beschuldigten haben zudem die Verfahrenskosten übernommen.</p></blockquote><p>Mir fehlt die Zeit, alle Absurditäten dieser Erklärungen aufzulisten.</p><p>Mit diesem Deal könnte das letzte Kapitel in der juristischen &#8220;Aufarbeitung&#8221; des größten Bestechungsskandals der olympischen Sportgeschichte geschrieben worden sein. Es geht um mindestens 138 Millionen Schweizer Franken, mit denen das Firmen-Konglomerat ISL/ISMM, zwanzig Jahre lang unangefochtene Nummer eins der Welt im Sportmarketing, zahlreiche hochrangige Sportfunktionäre geschmiert hat, um an die lukrativsten, milliardenschweren TV- und Sponsorenverträge zu gelangen. Diese 138 Millionen sind aber nur die Spitze des Eisberges, nimmt man kriminalistisches Basiswissen zum Maßstab und bedenkt, dass 95 bis 98 Prozent aller Korruptionsfälle unentdeckt bleiben, so errechnet sich über die zwei Jahrzehnte der ISL-Herrschaft im olympischen Sportmarketing leicht eine Milliardensumme.</p><p>Es ist ein Wirtschaftskrimi, ein Politkrimi, <a
title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">Geheimdienste</a> <a
title="IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/" target="_self">mischten</a> <a
title="† Anwar Chowdhry" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/" target="_self">auch stets mit</a>. Es ist ein Thriller. Denn es war schließlich<a
title="alle Beiträge von und mit Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/page/2/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, der Blatter-Freund, der Havelange-Freund, der Schmiergeldbote und treuer Diener des ISL-Gründers Horst Dassler, der mehrfach in kleinen Kreisen bekannt hat: Wenn er die Namen aller Schmiergeldempfänger ausplaudern würde, wäre er ein toter Mann.</p><p>Präzise betrachtet geht es um mehr als diese 138 Millionen oder von mir aus auch eine Milliarde. Das gesamte System basierte auf Korruption (oder basiert noch?), die Vergabe von Marketingrechten, die Wahl von Präsidenten und anderen Offiziellen, die Vergabe von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften &#8211; alles ist miteinander verwoben. Eigentlich müsste Sportgeschichte neu geschrieben werden.</p><p>Erinnern wir uns an den ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug:</p><p>Der Richter:</p><blockquote><p>“Das hat etwas Verschwörerisches an sich!?</p></blockquote><p>Ein ehemaliger ISL-Manager:</p><blockquote><p>“Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind die Sportfunktionäre/d. A.) sich dran halten.?</p></blockquote><p>Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist:</p><blockquote><p>“Als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Zahlungen sind betriebswirtschaftlich notwendig, sind echte Aufwandspositionen. Nur die andere Seite möchte nicht genannt werden, das ist das Sensitive.?</p></blockquote><p>Ein anderer ISL-Manager:</p><blockquote><p>“Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.?</p></blockquote><p>So lief&#8217;s Business:</p><div><dl
id="attachment_3986"><dt><img
title="Chart ISMM bribery system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="540" height="680" /></dt><dd>Chart ISMM bribery system, basierend auf Gerichtsakten und Zeugenaussagen</dd></dl></div><p>Ich kann es niemandem, der wirklich an diesem Thema und den Hintergründen interessiert ist, abnehmen, sich die Fakten anzusehen, ausführlich dokumentiert:</p><ul><li><a
title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: mitsamt Zeitleisten und Übersicht zum ISL-Portfolio</a></li><li><a
title="Gericht rügt FIFA &quot;täuschendes Verhalten&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/30/gericht-rugt-fifa-tauschendes-verhalten/" target="_self">Gericht rügt FIFA: &#8220;täuschendes Verhalten&#8221;</a></li><li><a
title="Kommunikationsherrscher als Leserbriefschreiber" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/11/die-fifa-kommunikationsherrscher-als-leserbriefschreiber/" target="_self">Kommunikationsherrscher als Leserbriefschreiber: die FIFA</a></li></ul><p>Lange bevor wir an etliche Kilo ISL-Akten kamen, haben Thomas Kistner und ich mal aufgeschrieben (ebenfalls basierend auf etlichen exklusiven Dokumenten), wie sich ISL und Leo Kirch einst die TV-Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 gesichert haben &#8211; auch ein Milliardendeal, wer mal in den ersten Vertrag reinschauen möchte, bitte sehr:</p><ul><li><a
title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/" target="_self">Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL</a></li></ul><p>Bevor Sepps Kommunikationsarbeiter, seine juristische Abteilung und seine teuren Zürcher Anwaltsfreunde aktiv werden, gebe ich den Herrschaften flink jene <a
title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korruption#Transparency_International" target="_blank">Definition von Korruption</a> mit auf den Weg, die hier stets verhandelt wird, die sich die Kameraden aber nie merken können:</p><blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil.</p></blockquote><p>Wer es genauer wissen will, Analysen zu Strukturen und Formen der Korruption im Sport mit Dutzenden Links zu Originaldokumenten:</p><ul><li><a
title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li><li><a
title="Korruptionsmaßnahmen gegen Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/12/korruption-im-sport-praventionsmasnahmen/" target="_self">Präventionsmaßnahmen gegen Korruption im Sport</a></li><li><a
title="Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur" href="http://www.jensweinreich.de/2009/09/24/der-sport-braucht-wohl-doch-eine-welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self">Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur</a></li><li><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self">Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li><li><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self"></a><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-2-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li><li><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-2-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-3-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li><li><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-3-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-4-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li><li><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-4-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-5-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li><li><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-5-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a
title="Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-6-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li></ul><p>Ich habe eingangs gesagt: Lassen wir Fakten sprechen. Propaganda begegnet man am besten mit Fakten, oder?</p><p>Die aktuelle Entwicklung in Zug habe ich seit Mittwochabend für verschiedene Medien aufgeschrieben, am Donnerstag stand schon ein Beitrag exklusiv in der NZZ, heute beispielsweise in der <a
title="Millionenschweres Geheimnis" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0625/wm2010/0017/index.html" target="_self">Berliner Zeitung</a>:</p><p>Millionenschweres Geheimnis</p><p>Hochrangige Fifa-Funktionäre kaufen sich frei</p><p>JOHANNESBURG. Im größten Bestechungsskandal der olympischen Sportgeschichte sind Funktionäre aus dem Umkreis des Fußball-Weltverbands Fifa zentral involviert. Einige dieser Fifa-Offiziellen, die viele Millionen Schweizer Franken kassierten, haben sich nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft Zug nun quasi freigekauft. Nachdem hochrangige Fußballfunktionäre eine sogenannte &#8220;Wiedergutmachungszahlung&#8221; in Höhe von 5,5 Millionen Schweizer Franken geleistet haben, wird das Verfahren eingestellt. Für den Fifa-Präsidenten Joseph Blatter aber kommt dieser Deal einem WM-Gewinn gleich.</p><p>Der Hintergrund: Im Frühjahr 2008 wurde während des Prozesses gegen sechs ehemalige Manager der Sportmarketinggruppe ISL/ISMM die Zahlung von 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an hohe Funktionäre des olympischen Weltsports dokumentiert. Zu den Geschäftsprinzipien der Firmengruppe gehörte es, mit Bestechungszahlungen an lukrative und teilweise milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen, mit Sportorganisationen wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dem Fußball-Weltverband Fifa sowie anderen Verbänden (u. a. Leichtathletik, Schwimmen, Basketball). In Deutschland etwa wurden viele Jahre die dubiosen Umstände diskutiert, unter denen der damalige Fifa-Generalsekretär Blatter half, der ISL und der Kirch-Gruppe die milliardenschweren TV-Rechte an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 zuzuschustern.</p><p>&#8220;Ausländische Personen von Fifa-Organen kamen bis ins Jahr 2000 in den Genuss von Provisionen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden&#8221;, teilt die Staatsanwaltschaft nun mit. &#8220;Die Zahlungsadressaten unterließen es, die Gelder an die Fifa weiterzuleiten und verwendeten die Vermögenswerte für ihre eigenen Zwecke. Die Fifa ihrerseits unterließ es, die ihr zustehenden Vermögenswerte von den Beschuldigten einzufordern. Sie wurde in diesem Umfang geschädigt.&#8221;</p><div><dl
id="attachment_8692"><dt><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/the-fifa-family.gif"><img
title="Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schiedsrichterkommissionschef ?ngel María Villar Llona (Spanien/frag nach bei Lord Triesman)" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/the-fifa-family.gif" alt="" width="530" height="380" /></a></dt></dl></div><p>Der ehemalige ISL-Finanzchef Hans-Jürg Schmid erklärte seinerzeit vor Gericht:</p><blockquote><p>&#8220;Das ist, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden.&#8221;</p></blockquote><p>Der einstige ISMM-Verwaltungsratschef Christoph Malms sagte damals aus:</p><blockquote><p>&#8220;Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts. Ohne das geht es nicht.&#8221;</p></blockquote><p>In den Gerichtsunterlagen tauchten als Zahlungsempfänger die Fifa-Exekutivmitglieder Nicolas Leoz (Paraguay) und Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira auf &#8211; letzterer über seine Firma Renford Investments, die er gemeinsam mit dem langjährigen Fifa-Präsidenten João Havelange betrieb und die von der ISL-Gruppe mindestens 2,5 Millionen Franken erhielt. Nur ein Bruchteil der bestochenen Funktionäre ist namentlich bekannt. Zur Verantwortung wurde allerdings niemand gezogen.</p><p>Im Zusammenhang mit den Ermittlungen, die während des Konkurses der ISMM-Gruppe im Frühjahr 2001 eingeleitet wurden, eröffnete die Staatsanwaltschaft im August 2005 ein weiteres Verfahren &#8211; diesmal gegen unbekannt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zum Nachteil der Fifa. Damals hatte der einstige ISL-Manager und erwiesene Schmiergeldbote Jean-Marie Weber an den Konkursverwalter des ISL-Konglomerats 2,5 Millionen Franken gezahlt. Mit diesem Geld, dessen Herkunft unbekannt ist, wurde ein von Juristen als Korruptionsverdunklungsvertrag bezeichnetes Abkommen geschlossen: Im Gegenzug verpflichtete sich der Konkursverwalter, keine Verfahren gegen Fußballfunktionäre zu eröffnen und die Namen der Schmiergeldempfänger nicht zu veröffentlichen.</p><p>Das zweite Kapitel in diesem Korruptionsverdunklungsvertrag schreibt nun die Staatsanwaltschaft. Die Bestochenen zahlen 5,5 Millionen &#8211; und ihre Namen werden auf immer geheim bleiben. Die Staatsanwaltschaft benutzt erstaunlicher Weise statt der korrekten Begriffe &#8220;Schmiergeld&#8221; oder &#8220;Bestechungsgeld&#8221;, die im Prozess von den Richtern herausgearbeitet wurden, die verharmlosende Vokabel &#8220;Provision&#8221;.</p><p>Die Funktionäre des Weltverbandes Fifa haben &#8220;den Empfang der Gelder nicht in Abrede gestellt, verneinten jedoch eine strafrechtliche Verantwortung&#8221;, heißt es. Strafrechtlich war Korruption zu dieser Zeit in der Schweiz nicht zu ahnden &#8211; zivilrechtlich schon. Gemäß Gerichtsaussage des ehemaligen ISMM-Chefs Malms war das System der Bestechungszahlungen (&#8220;Provisionen&#8221;) von der eidgenössischen Steuer, der KPMG und renommierten Zürcher Kanzleien (Niederer Kraft &amp; Frey, Prager Dreifuss) mit &#8220;abgesegnet und gutgeheißen&#8221; worden. Letztlich hat nun auch die Staatsanwaltschaft das System abgesegnet.</p><div><dl
id="attachment_7526"><dt><img
title="FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/sepp-don-web.jpg" alt="" width="530" height="398" /></dt><dd>FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona</dd></dl></div><p>Natürlich hat Sepp gut Lachen.</p><p>Hier entlang geht es übrigens zum <a
title="Stil- und Textkritik: der FIFA-Ethik-Code" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">FIFA-Ethik-Code</a> und einer Stil- und Textkritik des einmaligen Werkes.<br
/> <a
href="http://flattr.com/thing/74148/update-Korruption-in-der-FIFA" target="_blank"><br
/> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p></div> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>24</slash:comments> </item> <item><title>Freunde von FIFA-Franz und FIFA-Sepp: WM-Lobbyisten und Steuermillionen</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/#comments</comments> <pubDate>Thu, 01 Jul 2010 09:05:54 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[andreas abold]]></category> <category><![CDATA[australien 2022]]></category> <category><![CDATA[dfb]]></category> <category><![CDATA[fedor radmann]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[franz beckenbauer]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[lobbyismus]]></category> <category><![CDATA[peter hargitay]]></category> <category><![CDATA[südafrika 2010]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[australien 2018]]></category> <category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category> <category><![CDATA[interessenskonflikte]]></category> <category><![CDATA[jesoph blatter]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[markus siegler]]></category> <category><![CDATA[wm-bewerbung]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=8841</guid> <description><![CDATA[JOHANNESBURG. Fedor Radmann hat die Weltmeisterschaft für einige Tage verlassen und sich an seinen Schweizer Wohnsitz zurückgezogen. Es gibt immer zu tun für einen wie ihn, einen einflussreichen Fußball-Lobbyisten, den Vertrauten des FIFA-Exekutivmitglieds und Multi-Unternehmers Franz Beckenbauer. Gerade, etwas unangenehm, musste Radmann in Salzburg vor dem Olympia-Untersuchungssausschuss über die Finanzflüsse der einstigen Olympiabewerbung aussagen. Radmann [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>JOHANNESBURG. Fedor Radmann hat die Weltmeisterschaft für einige Tage verlassen und sich an seinen Schweizer Wohnsitz zurückgezogen. Es gibt immer zu tun für einen wie ihn, einen einflussreichen Fußball-Lobbyisten, den Vertrauten des FIFA-Exekutivmitglieds und Multi-Unternehmers Franz Beckenbauer. Gerade, etwas unangenehm, musste Radmann in Salzburg vor dem <a
title="SN: &quot;Wortkarge Geschäftsführer&quot;" href="http://www.salzburg.com/online/ticker/aktuell/Wortkarge-Geschaeftsfuehrer-vor-Olympia-U-Ausschuss.html?article=eGMmOI8V6eK1ZVmYwCwHyimFG1nkJaoSbS87rUw&amp;img=&amp;text=&amp;mode=" target="_blank">Olympia</a>-<a
title="Wirtschaftsblatt: &quot;Beklemmende Vorgänge&quot;" href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/427281/index.do" target="_blank">Untersuchungssausschuss</a> über die Finanzflüsse der einstigen Olympiabewerbung aussagen. Radmann war kurze Zeit Geschäftsführer des Projekts Salzburg 2014, dankte dort unter merkwürdigen Umständen schnell wieder ab. Er führte <a
title="SZ, Januar 2007: &quot;Plötzlich weg von der Bildfläche&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/salzburgs-olympia-bewerbung-ploetzlich-weg-von-der-bildflaeche-1.861625" target="_blank">gesundheitliche Gründe</a> an – gerüchtehalber wurde ihm allerdings eine Nähe zum russischen Konkurrenten <a
title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://www.jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> nachgesagt, der im <a
title="Mickeymaus unter Milliardären" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/02/mickeymaus-unter-milliardaren/" target="_self">Juli</a> <a
title="Ein letztes Säuseln" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/03/ein-letztes-sauseln/" target="_self">2007</a> <a
title="Wettlauf im rechtsfreien Raum" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/04/wettlauf-im-rechtsfreien-raum/" target="_self">den</a> <a
title="Die Spiele unter dem Hammer" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/06/die-spiele-unter-dem-hammer/" target="_self">Wettbewerb</a> um die Olympischen Winterspiele 2014 gewann. Radmann hat derlei Verbindungen stets bestritten.</p><div
id="attachment_8858" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img
class="size-full wp-image-8858" title="Fedor Radmann, Kapstadt 2009" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/07/radmann20091.jpg" alt="Fedor Radmann, Kapstadt 2009" width="530" height="298" /><p
class="wp-caption-text">Fedor Radmann, Kapstadt 2009</p></div><p>Derzeit werkelt Radmann für <a
title="Australia 2022: Come Play!" href="http://www.australia2018-2022.com.au/" target="_blank">Australiens Bewerbung</a> um die Fußball-Weltmeisterschaft <a
title="tag WM 2022" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">2022</a>. Australien ist bisher gegenüber den USA und Katar klar favorisiert (Japan und Südkorea spielen keine Rolle). Beim FIFA-Kongress kürzlich in Johannesburg <a
title="We are the Blatter family!" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/sudafrika-tag-6-we-are-the-blatter-family/" target="_self">saß Radmann wieder ganz weit vorn</a> bei den Ehrengästen, neben ihm Peter Hargitay, der langjährige PR-Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter. Auch Hargitay – gebürtiger Ungar, Schweizer Staatsbürger mit Lebensmittelpunkt in London &#8211; arbeitet für Australiens WM-Projekt. Down Under machen die Summen, die Radmann und Hargitay kassieren sollen, seit Dienstag Schlagzeilen.</p><p>Die Stories wurden Nick McKenzie und Richard Baker recherchiert und erscheinen in den Zeitungen der Fairfax-Gruppe (The Age, SMH etc.), die wichtigsten Beiträge und deren Weiterungen bislang:</p><ul><li>Sydney Morning Herald: <a
title="SMH" href="http://www.smh.com.au/world-cup-2010/world-cup-news/secret-millions-grease-world-cup-bid-20100629-zj9o.html" target="_blank">&#8220;Secret millions grease World Cup bid&#8221;</a></li><li>Sydney Morning Herald: <a
title="SMH" href="http://www.smh.com.au/world-cup-2010/world-cup-news/tortuous-trail-of-our-world-cup-bid-20100630-zmtn.html  " target="_blank">&#8220;Tortuous trail of our World Cup bid&#8221;</a></li><li>The Guardian: <a
title="The Guardian" href="http://www.guardian.co.uk/football/2010/jun/30/fifa-australia-world-cup-bid" target="_blank">&#8220;Fifa investigates claims of Australian World Cup 2022 bid gifts&#8221;</a></li><li>Ben Buckley, CEO der Football Federation Australia /FFA) im SMH: <a
title="SMH" href="http://www.smh.com.au/opinion/fighting-for-the-world-cup-but-by-the-rules-20100630-zmp8.html" target="_blank">&#8220;Fighting for the World Cup &#8211; but by the rules&#8221;</a></li></ul><p>Australiens Regierung, mit 45,6 Millionen Dollar Hauptsponsor der Bewerbung, sollen einige Ausgaben-Details verheimlicht worden sein. So weit ich weiß, können die Kollegen ihre Recherchen mit zahlreichen Dokumenten belegen &#8211; bin da recht optimistisch. &#8220;Geheime Millionen schmieren WM-Bewerbung&#8221;, titelt der Herald. Wofür sind 6,5 Millionen Dollar an Fußballverbände in Afrika, Asien und Ozeanien gezahlt worden?</p><p>Berichtet wird auch über einen Finanztopf von insgesamt 11,37 Millionen australischen Dollar (knapp acht Millionen Euro) inklusive Bonuszahlungen für die beiden Lobbyisten. Radmann soll über die <a
title="Abold" href="http://abold.de/" target="_blank">Münchner Agentur</a> seines langjährigen Geschäftspartners Adreas Abold, die ebenfalls Australiens Bewerbung betreut, bis zu 3,5 Millionen Dollar Honorar plus rund vier Millionen Erfolgsprämie erhalten, wenn Australien im Dezember die WM-Ausrichter wird. Im FIFA-Exekutivkomitee stimmt Radmanns Freund Beckenbauer mit ab. Die engen Beziehung zwischen Beckenbauer und Radmann sind Legende, manche sprechen von einer Symbiose. Eine Episode nur aus Südafrika &#8211; bittet man Beckenbauer um einen Gesprächstermin, sagt der: „Klären’s das mit dem Fedor!“</p><div
id="attachment_6962" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg"><img
class="size-full wp-image-6962" title="Berater Peter Hargitay, FIFA-Präsident Joseph Blatter, Doha 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg" alt="Berater Peter Hargitay, FIFA-Präsident Joseph Blatter, Doha 2003" width="530" height="398" /></a><p
class="wp-caption-text">Berater Peter Hargitay, FIFA-Präsident Joseph Blatter, Doha 2003</p></div><p>Der Fedor klärt vieles. Der Peter auch.</p><p><a
title="tag Hargitay" href="http://www.jensweinreich.de/?s=hargitay" target="_self">Peter Hargitay</a>, vormals &#8220;Special Advisor to the FIFA President&#8221; im &#8220;Presidential Office&#8221;, der angeblich erstklassige Beziehungen zu den FIFA-Exekutivmitgliedern Mohammed Bin Hammam (Katar) und Jack Warner (Trinidad) unterhält, soll in Australien 1,35 Millionen Dollar Honorar und einen Erfolgsbonus von 2,54 Millionen erhalten. Hargitay war zuvor gemeinsam mit dem langjährigen FIFA-Kommunikationsdirektor Markus Siegler für Englands Bewerbung tätig, bis der damals frisch inthronisierte Verbandspräsident Lord David Triesman den Vertrag auflöste. Inzwischen ist auch Triesman nicht mehr dabei – nachdem kürzlich seine <a
title="alle Beiträge zu Lord Triesman" href="http://www.jensweinreich.de/?s=triesman" target="_self">Plaudereien über Korruption bei der WM-Vergabe und bei der Schiedsrichter-Bestellung der Weltmeisterschaft 2010</a> publik wurden.</p><p>Hargitays Tätigkeiten für WM-Bewerbungen wurden im Blog mehrfach thematisiert:</p><ul><li><a
title="Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/21/peter-hargitay-und-die-fifa-fakten-geruchte-freundschaften-und-mandate/" target="_self">Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate</a></li><li><a
title="Bewerbungen um die Fußball-WM 2018 und 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/28/ungefahr-zwolf-stadien-bewerbung-um-die-fusball-wm-20182022/" target="_self">Hargitay/Siegler: &#8220;Ungefähr zwölf Stadien&#8221;: Bewerbungen um die Fußball-WM 2018 und 2022</a></li></ul><p>Andrew Jennings im Februar 2010 auf Transparency in Sport:</p><ul><li><a
title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Billionaire_Lowy_hires_another_Bagman/billionaire_lowy_hires_another_bagman-sub-index.html  " target="_blank">Billionaire Lowy hires another Bagman</a></li></ul><p>Die Agentur Abold soll mit dem australischen Verband FFA einen Vertrag in Höhe von drei Millionen Dollar abgeschlossen haben. Andreas Abold, der zuletzt die siegreichen WM-Bewerbungen von <a
title="DLF: WM-Regisseur im Hintergrund" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1202251/" target="_blank">Deutschland und Südafrika betreute</a>, erklärt auf meine Anfrage:</p><blockquote><p>Bitte sehen Sie mir nach, dass ich Ihre Frage leider nicht beantworten kann. In meinem Vertrag habe ich mich zur Verschwiegenheit bezüglich der Inhalte verpflichtet. Dies einseitig, ohne Zustimmung des Verbandes aufzuheben ist mir nicht möglich. Kann Ihnen daher nicht so viel weiterhelfen.</p></blockquote><p>Hargitay spricht von einigen „unwahren“ Behauptungen in den Berichten. Seine Firma ECN erhalte von der FFA lediglich 25.000 britische Pfund (rund 31.000 Euro) pro Monat. Ein Bonus, über dessen Höhe Hargitay nichts sagt, sei selbstverständlich vereinbart – das sei üblich und deshalb kaum überraschend.</p><p>Peter Hargitay schreibt u.a.:</p><blockquote><p>Our consultancy, ECN Ltd., have a contract with the FFA. The monthly consulting fee to ECN Ltd. is GBP 25&#8217;000.00.</p><p>This covers the remuneration for a team of three consultants and support staff. How this reality tallies with the nonsensical and ludicrous claims that I have read in some Australian media, is beyond comprehension.</p><p>We shall indeed receive a bonus payment if we win the Bid. Why exactly is that surprising? Please revert to the FFA for further details.</p></blockquote><p>Fedor Radmann, dem insgesamt 7,5 Millionen Dollar zugeschrieben werden, erklärt schriftlich: <span
id="more-8841"></span></p><blockquote><p>Die erwähnten Summen sind nicht zutreffend. Einen Bonus als gegeben anzusehen ist unzulässig, da er eine Hypothese darstellt. Bestenfalls.</p></blockquote><p>Ich habe ihn auch danach gefragt, ob er &#8211; wie auf den Fluren gefunkt wird &#8211; zugleich für Russlands WM-Bewerbung 2018 tätig ist. Er sagt:</p><blockquote><p>Dämliches Gerücht. Absoluter Käse.</p></blockquote><p>Zu seinem besten Freund im FIFA-Exekutivkomitee und seinen Australien-Geschäften sagt Radmann:</p><blockquote><p>Franz Beckenbauer ist in keiner Weise eingebunden, noch irgendwie involviert.</p></blockquote><p>Die Grauzone des Bewerber- und Consultantgewerbes ist Radmanns Element. Der Lobbyist gerät immer wieder in die Schlagzeilen, wegen einiger Geschäfte, die mindestens ein Gschmäckle und den Geruch der Vetternwirtschaft haben. So war das seinerzeit auch in Deutschland, als er als Vize des WM-Organisationskomitees 2006, in dem seine Frau für &#8220;Unterbringung und Tourismus&#8221; und den FIFA-Kongress zuständig war, zurücktreten musste, aber weiter die graue Eminenz im Hintergrund blieb. <em>(Wer mehr wissen will: Einfach mal googeln, es finden sich hunderte Beiträge mit allen Details.)</em></p><p>Seine sportpolitische Ausbildung erhielt Radmann wie so viele andere, die bis heute im Geschäft sind, bei Adidas-Boss Horst Dassler, der den Weltsport einst mit einem Korruptionsgeflecht überzog, in dessen Zentrum die <a
title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">Marketingagentur ISL</a> stand. <em>(Radmann hat einst ebenfalls für die ISL gearbeitet &#8211; dies nur als Fakt, ohne dass ich damit einen Zusammenhang herstellen will.)</em> Dokumentiert sind seitens der ISL-Gruppe Schmiergeldzahlungen von mindestens 138 Millionen Schweizer Franken. Vor einer Woche erst wurde bekannt, dass sich hohe Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA, die vom ISL-Konglomerat bestochen wurden, in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft Zug <a
title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">mit 5,5 Millionen Franken freigekauft haben</a> – ihre Namen bleiben geheim.</p><p>Fedor Radmanns Verpflichtung in Australien, auch das gibt der Geschichte eine pikante Note, geht auf einen Deal zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der FFA zurück. Die Abmachung lautete: Australien zieht seine favorisierte Bewerbung um die Frauen-WM 2011 zurück (die dann Deutschland erhielt), dafür unterstützt der DFB Australiens Männer-WM-Bewerbung mit Knowhow und Stimmen. Seit wir im Dezember 2009 in Kapstadt erstmals über seine Tätigkeit für Australien gesprochen haben, verweist Radmann, wie jetzt auch wieder, stets auf</p><blockquote><p>&#8220;die Vereinbarung zwischen DFB und FFA und meine diesbezügliche Beratung&#8221;.</p></blockquote><p>Bin gespannt, was die Kollegen in Australien noch an Details und Dokumenten veröffentlichen. Hier werden einmal mehr typischen Konflikte in der FIFA-Familie herausgearbeitet, die in der FIFA-Familie aber nicht als Interessenskonflikte wahrgenommen werden, sondern Aggregatzustand sind. Warum sollen Berater, Freunde, Familienmitglieder, Kommunikationsdirektoren etc. pp. nicht später (oder gleichzeitig, das auch manchmal) für WM-Bewerber, Mäzene, Vereinspräsidenten, Agenturen etc. pp. arbeiten? Wo ist das Problem? Was kann der Peter schon dafür, dass er den Sepp so gut kennt, was kann der Fedor dafür, dass er mit dem Franz und überhaupt, und der Andreas wird immer nur ungerecht behandelt, wenn seine Verbindung zum Fedor erwähnt wird, der Franz hat damit, wie der Sepp, doch gar nichts zu tun, den schließlich gibt es stets <a
title="tag: vielfältige Lebenssachverhalte" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">vielfältige Lebenssachverhalte</a> und in der Familie läuft man sich halt über den Weg, na logisch. Da schuftet und rackert man, der Peter, der Fedor, der Sepp, der Franz, der Jack. Und wofür? Nur dafür:</p><blockquote><p><a
title="FIFA.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=529894.html" target="_blank">For the Game! For the World!</a></p></blockquote><p><script type="text/javascript">// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>16</slash:comments> </item> <item><title>Südafrika, Tag 8: Frühstück mit Joe Biden</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/#comments</comments> <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 09:58:36 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[franz beckenbauer]]></category> <category><![CDATA[joe biden]]></category> <category><![CDATA[südafrika 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[wm-bewerbung]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=8186</guid> <description><![CDATA[SANDTON. Nicht mal in Ruhe frühstücken kann man während so einer WM. Dennoch finde ich es erstaunlich, dass ich überhaupt in mein Büro in der unteren Bar des Michelangelo Hotels gelassen wurde heute morgen. Draußen schwante mir nichts Gutes, als ich die schweren Autos und die vielen kernigen Jungs mit Knöpfen im Ohr sah. Doch [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>SANDTON. Nicht mal in Ruhe frühstücken kann man während so einer WM. Dennoch finde ich es erstaunlich, dass ich überhaupt in mein Büro in der unteren Bar des Michelangelo Hotels gelassen wurde heute morgen. Draußen schwante mir nichts Gutes, als ich die schweren Autos und die vielen kernigen Jungs mit Knöpfen im Ohr sah. Doch ich durfte passieren, eine derartige Lässigkeit in der Nähe von Joe Biden, US-Vizepräsident, ist erstaunlich. Biden macht sich bald auf den Weg nach Rustenberg zum Spiel USA vs England heute Abend. Vorher wird noch <a
title="Go USA BId" href="http://www.gousabid.com/" target="_blank">WM-Lobbyarbeit</a> betrieben.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-8187" title="Joe Biden, Franz Beckenbauer, Sandton, 12. Juni 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/joe-biden.gif" alt="" width="530" height="298" /></p><p>Ehrlich gesagt, der Franz ist nicht zu beneiden. Ich höre aus guter Quelle, ihm gingen diese Termine schon ziemlich auf die Nerven. Aber: Er hat es sich ausgesucht, er wollte ins FIFA-Exekutivkomitee. Soll er sich also nicht beklagen, auf dem Weg zum Frühstücksbuffet vom US Vice President aufgehalten zu werden. &#8220;Wir haben über die alten Zeiten gesprochen&#8221;, sagt der Franz. Über Cosmos und seine Jahre in New York City.</p><p>Es heißt, die Amis werden in Kürze ihre Bewerbung auf 2022 konzentrieren und die Offerte für 2018 offiziell zurückziehen, so wie das am Donnerstag schon die Australier gemacht haben. Das passt. Denn 2018 bleiben dann Engländer und die favorisierten Russen, wobei ich jetzt auch einiges über die Spanier höre. Und für 2022 heißt es dann Australien, Katar oder USA &#8211; vergessen wir Koreaner und Japaner.</p><p><strong>11.59 Uhr:</strong> Auf gehts. Ich versuche mal mein Glück, in den Ellis Park zu kommen. Messi schauen. Argentina vs Nigeria.</p><p><strong>14.37 Uhr:</strong> Habe übrigens noch immer keinen Zakumi gesehen &#8211; habe ich das Vieh jetzt endlich richtig geschrieben?</p><p>Und noch ein Satz zu Joe Biden. Bei ihm muss ich immer an den so genannten Biden-Report über das US-Doping aus dem Jahr 1989 denken, den er nach etlichen Anhörungen damals als Justizsenator fabrizierte. Spektakuläre Sache. Habe den Bericht auf die Schnelle nicht im Internetz gefunden. Über die Jahre gab es allerdings etliche Berichte dazu. Selbst habe ich das mehrfach erwähnt, in Büchern und Artikeln. Vergangenes Jahr zum 25-jährigen Jubiläum der LA-Spiele wurde das in etlichen Medien erneut erzählt. Wen es interessiert, einfach googlen, etwa nach: <a
title="Google Suche" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=senator+biden+doping+ashford+pdf&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">senator biden doping ashford pdf</a>.<br
/> <script type="text/javascript">var flattr_url = 'http://jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/';
	var flattr_btn='compact';</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>6</slash:comments> </item> <item><title>Grüße aus Usbekistan und Südamerika: die Schiedsrichter der ersten sechzehn WM-Spiele</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/05/gruse-aus-usbekistan-und-sudamerika-die-schiedsrichter-der-ersten-sechzehn-wm-spiele/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/05/gruse-aus-usbekistan-und-sudamerika-die-schiedsrichter-der-ersten-sechzehn-wm-spiele/#comments</comments> <pubDate>Sat, 05 Jun 2010 20:24:26 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[david triesman]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category> <category><![CDATA[südafrika 2010]]></category> <category><![CDATA[schiedsrichter]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[usbekistan]]></category> <category><![CDATA[wm 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[das milliardenspiel]]></category> <category><![CDATA[fussball-wm]]></category> <category><![CDATA[joao havelange]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[schiedsrichterbestechung]]></category> <category><![CDATA[thomas kistner]]></category> <category><![CDATA[wm-bewerbung]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=8057</guid> <description><![CDATA[JOHANNESBURG. Soeben hat die Fedération Internationale de Football Association (FIFA) die Schiedsrichterteams für die ersten sechzehn Spiele bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel leitet also der Sportkamerad Rawschan Irmatow aus Usbekistan. Im ersten Viertel der WM-Begegnungen dabei: Zweimal Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay &#8211; und die Seychellen. Fünfmal Europa, darunter Wolfgang Stark (DFB) und Howard Webb (England) Hier [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>JOHANNESBURG. Soeben hat die Fedération Internationale de Football Association (FIFA) die Schiedsrichterteams für die ersten sechzehn Spiele bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel leitet also der Sportkamerad Rawschan Irmatow aus Usbekistan. Im ersten Viertel der WM-Begegnungen dabei: Zweimal Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay &#8211; und die Seychellen. Fünfmal Europa, darunter Wolfgang Stark (DFB) und Howard Webb (England)</p><ul><li>Hier die komplette <a
title="Schiedsrichteransetzungen der WM" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/2010FWC_referee_designations_01-16.pdf" target="_blank">Liste der FIFA</a></li></ul><p>Ich weiß, ich sehe Gespenster, und es ist sicher total ungerecht, aber ich habe da so ein komisches Gefühl. Tut mir leid, aber ich fühle mich da sehr an die Aussagen von Lord Triesman erinnert, die der kürzlich (unwissentlich) <a
title="Goodbye England oder: Ärger mit der Ex" href="http://jensweinreich.de/2010/05/16/goodbye-england-oder-arger-mit-der-ex/" target="_self">zu Protokoll gegeben hat</a>, von denen er aber später <a
title="Lord Triesman sagt: alles nicht so gemeint" href="http://jensweinreich.de/2010/05/28/lord-triesman-sagt-alles-nicht-so-gemeint/" target="_self">nichts mehr wissen wollte</a>:</p><blockquote><p>‘My assumption is that the Latin Americans, although they’ve not said so, will vote for Spain. And if Spain drop out, because Spain are looking for help from the Russians to help bribe the referees in the World Cup, their votes may then switch to Russia.’</p><p>At this point, Miss Jacobs asks: ‘Would Russia help them with that?’</p><p>Lord Triesman: ‘Oh, I think Russia will cut deals.’</p><p>Miss Jacobs: ‘Why will Russia help? Are Russia in the World Cup?’</p><p>Lord Triesman: ‘No, they’re not.’</p><p>Miss Jacobs: ‘Oh no they’re not, they’ve got nothing to lose?’</p><p>Lord Triesman: ‘Absolutely nothing at all to lose. Exactly.’</p></blockquote><p>Ich behaupte überhaupt nichts. Ich sage nur, dass es manchmal Dinge gibt, die miteinander zusammenhängen. Oder anders herum: Nicht alles, was passiert in diesem oder in einem anderen Leben, geschieht völlig zusammenhangslos.</p><p>Ich hätte mir andere Schiedsrichter-Ansetzungen vorstellen können. Jedenfalls, die berüchtigsten Sportkameraden aus dem totaldemokratischen Wunderland Usbekistan heißen: <a
title="Diebe im Gesetz" href="http://jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/" target="_self">Alimsan Tochtachunow</a>, den Blatter <a
title="Grüße von der Russenmafia ..." href="http://jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">trifft</a> und sich offiziell <a
title="@ email von der FIFA" href="http://jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/" target="_self">nicht daran erinnert</a>, <a
title="Beiträge zu Usmanow" href="http://jensweinreich.de/?s=usmanow" target="_self">Alisher Usmanow</a> und <a
title="Beiträge mit Gafour Rachimow" href="http://jensweinreich.de/?s=rachimow" target="_self">Gafour Rachimow</a>. Allein diese Aufzählung sollte reichen, um gesundes Misstrauen zu hegen.</p><p>Kürzlich habe ich in einem Beitrag für den Deutschlandfunk gedichtet:</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/dlf_20100522_1929_489288ff.mp3" target="_self">:</a></p><p>Im Magazin der <a
title="Badische Zeitung: Die Familienbande" href="http://www.badische-zeitung.de/sport/f-wm/die-familienbande--31865924.html" target="_blank">Badischen Zeitung</a> habe ich ebenfalls an die Zusammensetzung der <a
title="FIFA-Schiedsrichterkommission" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/committee=1882029.html" target="_blank">FIFA-Schiedsrichterkommission</a> erinnert:</p><blockquote><p>Selbst die von Triesman erwähnte Beeinflussung der WM-Schiedsrichter 2010 scheint nicht aus der Luft gegriffen, wenngleich es für die These keine Beweise gibt. Allerdings sitzen in der von Spaniens Verbandschef ?ngel María Villar Llona geleiteten Fifa-Schiedsrichterkommission einige Gestalten, die kaum für Seriosität bürgen: Zur Kommission gehört etwa der Pole Michal Listkiewicz, daheim als ehemaliger Verbandschef für Korruption, Schiedsrichterbestechung und etliche anderer Skandale mitverantwortlich<em> (Ich sage: &#8220;mitverantwortlich&#8221;, das ist er als Verbands-Präsident automatisch, ohne dass ich sage, er persönlich sei korrupt)</em>. <a
title="Und es sprach Sepp Blatter ..." href="http://jensweinreich.de/2008/09/30/und-es-sprach-sepp-blatter/" target="_self">Blatter hat Listkiewicz stets gestützt</a> – über ihn lernte er einst seine langjährige Geliebte Ilona Boguska kennen. Noch so eine Familienbande.</p><p>Vizechef der Schiedsrichterkommission ist Brasiliens Verbandpräsident Ricardo Teixeira, ehemals Schwiegersohn des Fifa-Ehrenpräsidenten Havelange. Auch Teixeira gehört zum Exekutivkomitee. Seine Vergehen sind Legende, allein die parlamentarischen Untersuchungsberichte über das Verschwinden Dutzender Millionen Dollar füllen tausend Seiten Akten <em>(</em><a
title="Zug, das Vorspiel" href="http://jensweinreich.de/2008/03/11/zug-das-vorspiel/" target="_self"><em>hier finden sich die Links dazu</em></a><em> und eine Grafik, die zeigt, wie er mal flink Millionen macht)</em>. Obgleich Teixeiras Mitwirkung an dubiosen Finanztransaktionen bestens dokumentiert ist, wurde er von seinen Freunden in der Politik rausgepaukt, etwa von Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula.</p></blockquote><p>Ich lese also die Ansetzungen der ersten sechzehn WM-Spiele und schaue mir die Zusammensetzung der FIFA-Refereekommission an &#8211; und mache mir so meine Gedanken. Aber sicher völlig unbegründet, denn in Sepps Reich geschehen unter Mitverantwortung von Ricardo Teixeira bestimmt auch Zufälle.</p><p>Kleiner Nachtrag zum Thema Teixeira und Schiedsrichter. Für unser Buch &#8220;<a
title="Das Milliardenspiel" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/milliardenspiel/" target="_self">Das Milliardenspiel</a>&#8221; haben Thomas Kistner und ich vor vielen Jahren mal diese Passage gedichtet, eine Summary nur, allein die Schiedsrichter-Nummern im brasilianischen Fußball, den Teixeira beherrscht und auch von der WM 2014 profitieren darf, geben Stoff genug für Fortsetzungsromane:</p><blockquote><p>Faule Tricks wie diese gehören zum Grundrepertoire des umtriebigen Eidams Ricardo Texeira. Als er 1997 erfuhr, daß Pelé, mittlerweile zum brasilianischen Sportminister ernannt, ein Gesetz plane, das eine Umwandlung der Fußballklubs in Kapitalgesellschaften ermöglichen soll und deren Kontrolle durch eine unabhängige Komission vorsieht, reagierte er konsequent. Das Gesetz lief ja schnurstracks auf eine Entmachtung seines Verbandes hinaus. Also eröffnete Teixeira, statt den Diskurs mit dem Sportminister zu suchen, ein luxuriöses Verbandsbüro in der Hauptstadt Brasilia, um Lobby zu machen. Auch dies erfuhr Pelé nur zufällig bei einer Begegnung mit einem Kongreßabgeordneten: “Der erzählte mir, der CBF habe alle Abgeordneten aus Minas Gerais zum Abendessen eingeladen.? Bei den rauschenden Empfängen am neuen CBF-Sitz hatte es keinen Mangel an Speis und Trank, auch nicht an netten Damen. Denn in angenehmer, entspannter Atmosphäre lassen sich Problemchen und Sorgenfälle der Sportpolitik viel gründlicher lösen. Das weiß so mancher alter Fahrensmann in der internationalen Sportpolitik.</p><p><span
id="more-8057"></span>Auch Havelange kennt diese besonderen Kommunikationsrituale, und offenbar hält er sie für probat. Jedenfalls sah der Chef des Weltfußballverbandes keinen Anlaß, in seiner Heimat, im Lande der erfolgreichsten und begehrtesten Fußballspieler der Welt, eine sachliche Problemerörterung einzugehen. Stattdessen drohte er drolligerweise im August 1997 an, Brasiliens Nationalmannschaft von der Weltmeisterschaft in Frankreich auszuschließen, falls das Gesetz verabschiedet würde: “Der brasilianische Verband ist der FIFA seit achtzig Jahren angeschlossen. Sollte dies jetzt nicht mehr der Fall sein, ist die Mannschaft automatisch ausgeschlossen.?</p><p>Natürlich fehlte bei seinen Statements auch die grollende Gekränktheit des Patriarchen nicht. Ein paar Kostproben: “Ich bin in der ganzen Welt eine Respektsperson, habe viel gearbeitet und pro Tag höchstens fünf Stunden geschlafen, und ausgerechnet in meinem eigenen Land richtet sich nun die Regierung gegen die Institution, die ich leite.? Havelanges übliche Strategie: unliebsame Fachdiskussionen werden sofort auf eine persönliche Ebene umgeleitet. Das hat den unschätzbaren Vorteil, weil es plötzlich nicht mehr um Sachinhalte, sondern allein um die Vertrauensfrage geht. Weiter im Text: “Im brasilianischen Fußball ist alles in Ordnung, das ist ein effizienter Verband. Die Funktionäre sind alle ehrenwerte Männer mit Familie.? Na bitte. Warum die ganze Aufregung? Vertrauen ist besser, liebe Gemeinde! Havelange sah die Skandalfülle, die diese ehrenwerte Gesellschaft aus angesehenen Familienvätern evoziert hat, als “kleinere Zwischenfälle, die überall passieren?.</p><p>Doch leider haben die kleinen Zwischenfälle bewirkt, daß in und um Brasiliens Stadien Anarchie herrscht. Während Havelange bei Königen und Staatschefs von einer Audienz zur nächsten tingelte, um auch mal den Royals dieser Erde und anderen Großkopferten beizubiegen, was Mores und Fairplay im Weltmaßstab bedeuten, prügelte sich Schwiegersohn Ricardo schon mal vor laufender Kamera mit einem frech gewordenen Vereinschef.</p><p>Vergleichsweise läßliche Sünden. Die erste Liga zum Beispiel hat Teixeira auf 26 Klubs aufgebläht. Offenbar kann es sich der CBF-Boß nicht leisten, den einen oder anderen absteigen zu lassen. Im Sommer 1997 waren es Fluminense Rio de Janeiro, Bragantino und Atletico Parana, die er begnadigte. Fluminense zählt zu den Traditionsklubs des Landes und hat Havelange zum Ehrenpräsident. Der Schwiegersohn sprach die Befreiung vom Abstieg aus.</p><p>Bei Parana war die Sache schon schwieriger. Immerhin war der Klub gerade wegen erwiesener Schiedsrichter-Bestechung aus der Liga verbannt worden. Doch auch hier machte der Schwiegersohn ohne Angabe von Gründen den Bannspruch rückgängig. Und das, obwohl der Skandal um Schwarzgeldzahlungen im Mai 1997 sogar zur Auflösung der dem Verband unterstellten Schiedsrichterorganisation COBRAF geführt hatte. Dessen langjähriger Chef Ivens Mendes hatte von verschiedenen Vereinsbossen fünfstellige Dollarsummen eingefordert und erhalten, wofür er ihnen bei bestimmten heiklen Spielen wohlgewogene Schiedsrichter zuteilte. Die Sache flog auf, weil dem Fernsehsender TV Globo plötzlich Tonbandaufnahmen zugespielt worden waren, die Senhor Mendes&#8217; stille Absprachen mit den Klubchefs dokumentierten. Es war deutlich zu hören, wie der oberste Unparteiische des CBF seine Kontonummer nannte. Eine Woche lang konnten die Fußball-Fans dies alles immer wieder via Radio und Fernsehen mitverfolgen.</p><p>Natürlich hatte der arme Teixeira auch von den jahrelangen Umtrieben seines engen Mitarbeiters Mendes keine Ahnung, trotzdem raffte er sich zu einer Suspendierung des Betrügers auf. Pelé nahm dem Schwiegersohn die Ahnungslosigkeit nicht ab. Anders als Havelange, der Dinge wie diese für Zwischenfälle hält, wie sie überall vorkommen, bezeichnete der Sportminister die Schiedsrichter-Affäre als “die Krönung aller Skandale.? Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso wandelte Pelés Gesetzesvorlage sogleich in einen Dringlichkeitsantrag um.</p><p>Der von bestochenen Schiedsrichtern bevorteilte Verein Parana aber überlebte den Skandal dank Teixeiras Gnadenakt. Warum nur, warum? Zumal er sich damit nur weiteren Ärger einhandelte. Dummerweise klagte nun der Zweitligaklub Nautico aus Recife, dem einer der beiden Aufsteigerplätze zugestanden hätte, beim Obersten Sportgericht STJD. Prompt rief Teixeira den für das Bundesland Pernambuco zuständigenVerbandschef an, Carlos Alberto de Oliveira. Er stellte ihm für den Fall, daß der Verband die Klage gegen den CBF zurückziehe, einen mit rund 75.000 Mark monatlich dotierten Werbevertrag mit dem Sportausrüster Nike in Aussicht. Der empörte Oliveira machte die Sache sogleich publik. Passiert jedoch ist nichts, der mächtige Teixeira sitzt mit vielen Politikern im Boot, die auch ins Fußballgeschäft involviert sind. Bezeichnend hierfür ist, daß auch der korrupte Schiedsrichterboß Ivens Mendes das schmutzige Geld nutzen wollte, um seine Wahlkampagne für einen Parlamentssitz in Brasilia zu finanzieren.</p></blockquote><p>Muss ich hinzufügen, dass sich ähnliche Geschichten über korrupte Schiedsrichter in Texeiras Reich bis heute zutragen? Im Buch &#8220;<a
title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/korruption-im-sport/" target="_self">Korruption im Sport</a>&#8221; schreiben Gustavo Poli und Ezequiel Fernandez Moores ganze Kapitel darüber.<br
/> <script type="text/javascript">// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://jensweinreich.de/2010/06/05/gruse-aus-usbekistan-und-sudamerika-die-schiedsrichter-der-ersten-sechzehn-wm-spiele/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/05/gruse-aus-usbekistan-und-sudamerika-die-schiedsrichter-der-ersten-sechzehn-wm-spiele/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>13</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/dlf_20100522_1929_489288ff.mp3" length="2142720" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Minister Jack Warner oder: &#8220;a brilliant piece of ass kissing&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/04/minister-jack-warner-oder-a-brilliant-piece-of-ass-kissing/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/04/minister-jack-warner-oder-a-brilliant-piece-of-ass-kissing/#comments</comments> <pubDate>Fri, 04 Jun 2010 10:06:00 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[david triesman]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[jack austin warner]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[südafrika 2010]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[journalismus]]></category> <category><![CDATA[wm-bewerbung]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=8030</guid> <description><![CDATA[Stimmen wir uns weiter ein auf die Fußball-WM. Was ich zu sagen vergaß (wie so vieles in den vergangenen Wochen): Mein spezieller Freund Jack Austin Warner, der sehr ehrenwerte FIFA-Vizepräsident und UNC-Chairman, war bei den Wahlen daheim auf Trinidad &#38; Tobago nicht ganz unerfolgreich. Jack wurde unter Premier Kamla Persad Bissessar, dessen Website leider gerade [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Stimmen wir uns weiter ein auf die Fußball-WM. Was ich zu sagen vergaß (wie so vieles in den vergangenen Wochen): Mein spezieller Freund <a
title="alle Beiträge von und mit Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?s=warner" target="_self">Jack Austin Warner</a>, der sehr ehrenwerte FIFA-Vizepräsident und UNC-Chairman, war bei den Wahlen daheim auf Trinidad &amp; Tobago nicht ganz unerfolgreich. Jack wurde unter Premier Kamla Persad Bissessar, dessen Website leider gerade <a
title="T&amp;T Government" href="www.opm.gov.tt" target="_blank">offline</a> ist, sogar als <a
title="Trinidad Express - auf die Kommentare kommt es an!" href="http://www.trinidadexpress.com/index.pl/Comments?id=161680120" target="_blank">Arbeits- und Transportminister</a> für vereidigt.</p><p>Glückwunsch! Und: Heißa, was locken da für krumme Geschäfte! Ein perfekter Job. Zur <a
title="Jack the Ripper oder: Fußballfunktionäre und der Umgang mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2008/11/30/jack-the-ripper-oder-fusballfunktionare-und-der-umgang-mit-der-wahrheit/" target="_self">Erinnerung</a>:</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/04/minister-jack-warner-oder-a-brilliant-piece-of-ass-kissing/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Es ist schon erstaunlich, wie oft gerade <a
title="Celebration match proposed ..." href="http://insideworldfootball.biz/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=8109:celebration-match-proposed-for-jack-warner-re-election&amp;catid=50:central-a-north-america&amp;Itemid=62" target="_blank">englische</a> <a
title="Insideworldfootball" href="http://www.insideworldfootball.biz/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=8127:warner-sworn-in-as-trinidads-new-works-and-transport-ministry&amp;catid=50:central-a-north-america&amp;Itemid=62" target="_blank">Insiderdienste</a> in den vergangenen Tagen über Jack Warner berichtet und ihn geradezu zum Helden stilisiert haben. Das mag damit zusammenhängen, dass viele englische Fußballreporter und sogar sportpolitische Reporter über die Enthüllung der Mail on Sunday in Sachen <a
title="Beiträge zum Fall Triesman und Korruptionsvorwürfen" href="http://jensweinreich.de/category/david-triesman/" target="_self">Triesman</a> gar nicht amused waren. Sie wollen sich halt nicht <a
title="Warner gives England the Mexican wave goodbye" href="http://jensweinreich.de/2009/02/08/2018-warner-gives-england-the-mexican-wave-goodbye/" target="_self">Englands Chancen</a> auf die WM 2018 zunichte machen lassen. Warner spielt dabei wie so oft eine entscheidende Rolle, und deshalb schleimt sich ganz England an ihn ran, Funktionäre, Politiker, Journalisten. Ich nehme mal einen Kommentar auf, den ich unter einem dämlichen Artikel im Trinidad and Tobago Guardian gefunden habe, <a
title="T&amp;T Guardian" href="http://guardian.co.tt/news/editorial/2010/05/27/amazing-jack-warner" target="_blank">&#8220;The amazing Jack Warner&#8221;</a>. Da hieß es schlicht und richtig:</p><blockquote><p>A brilliant piece of ass kissing.</p></blockquote><p>Ich freue mich schon, Jack am Wochenende in Johannesburg zu sehen.</p><p><em>(Was ich in den kommenden fünf Wochen vorhabe in Südafrika, im Blog und überhaupt, darf man dann auch am Wochenende hier lesen &#8211; nebst einer Kontonummer :)</em><br
/> <script type="text/javascript">var flattr_url = 'http://jensweinreich.de/2010/06/04/minister-jack-warner-oder-a-brilliant-piece-of-ass-kissing/';
	var flattr_btn='compact';</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/04/minister-jack-warner-oder-a-brilliant-piece-of-ass-kissing/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>Lord Triesman sagt: alles nicht so gemeint!</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/28/lord-triesman-sagt-alles-nicht-so-gemeint/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/28/lord-triesman-sagt-alles-nicht-so-gemeint/#comments</comments> <pubDate>Fri, 28 May 2010 14:51:13 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[david triesman]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[lord triesman]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7994</guid> <description><![CDATA[Der Witz des Tages. Stellungnahme der so genannten FIFA-Ethikkommisison von vor wenigen Minuten. (Nichts anderes hatte ich erwartet.) Alles Paletti. Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022™ Stellungnahme von Lord Triesman Der Vorsitzende der FIFA-Ethikkommission, Claudio Sulser, hat die Vorwürfe untersucht, die Lord Triesman, ehemaliger Präsident des englischen Fussballverbands und des englischen Bewerbungskomitees für [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Witz des Tages. Stellungnahme der so genannten FIFA-Ethikkommisison von vor wenigen Minuten. (Nichts anderes hatte ich erwartet.) Alles Paletti.</p><blockquote><p><em>Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022™</em></p><p><strong>Stellungnahme von Lord Triesman</strong></p><p>Der Vorsitzende der FIFA-Ethikkommission, Claudio Sulser, hat die Vorwürfe untersucht, die Lord Triesman, ehemaliger Präsident des englischen Fussballverbands und des englischen Bewerbungskomitees für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™, vor Kurzem vorgebracht hatte.</p><p>Lord Triesman äusserte u. a. die Behauptung, dass Spanien die Bewerbung für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ zurückziehen könnte, wenn Mitbewerber Russland dabei helfe, diesen Sommer bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Südafrika Schiedsrichter zu bestechen.</p><p>Nach der Veröffentlichung dieser Aussagen bat die FIFA-Ethikkommission Lord Triesman und den englischen Fussballverband um eine Stellungnahme.</p><p>Gemäss den Aussagen beider Parteien gegenüber der FIFA sprach Lord Triesman bei einem Privatgespräch mit einer befreundeten Person, das – ohne sein Wissen – aufgezeichnet und dann einer britischen Zeitung zugesteckt wurde, von <strong>„Spekulationen unter Journalisten in Europa über Verschwörungen weltweit“</strong>.</p><p>In seinem Schreiben an die FIFA erklärte Lord Triesman, dass diese Mutmassung keine Anschuldigung seinerseits, sondern ihm als Privatperson zugetragen worden sei und weder dem englischen Fussballverband noch dem englischen Bewerbungskomitee für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ bekannt sei, was vom englischen Fussballverband bestätigt wurde.</p><p>Lord Triesman fügte an, dass die Spekulation weder seine Meinung noch diejenige des englischen Fussballverbands und des englischen Bewerbungskomitees für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ wiedergebe und die Kommentare, die in der britischen Zeitung abgedruckt worden seien, <strong>in keiner Weise ernst gemeint </strong>gewesen seien.</p><p>In ihren Schreiben an die FIFA sowie an die Fussballverbände Spaniens und Russlands entschuldigten sich der englische Fussballverband und das englische Bewerbungskomitee für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ in aller Form und äusserten ihr tiefes Bedauern über die privaten Aussagen von Lord Triesman. Der englische Fussballverband bestätigte zudem den Rücktritt von Lord Triesman als Präsident sowohl des englischen Fussballverbands als auch des englischen WM-Bewerbungskomitees im Zuge der Veröffentlichung der genannten Vorwürfe.</p><p>Die FIFA kontaktierte in dieser Sache ebenfalls die Fussballverbände Russlands und Spaniens und erhielt von beiden eine Stellungnahme. Die FIFA prüfte ferner alle Informationen, die sie aus verschiedenen Quellen erhalten hatte. <strong>Bei dieser eingehenden Untersuchung fand die FIFA keinerlei Anzeichen für die Stichhaltigkeit der Behauptungen, die Lord Triesman zugetragen worden waren. </strong></p><p>Angesichts dessen beschloss der Vorsitzende der FIFA-Ethikkommission, die Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen. Er ermahnte die Mitgliedsverbände und die Bewerbungskomitees jedoch, während der Bewerbungsphase im Sinne der Integrität, des Ansehens und des Rufs sowohl der FIFA als auch ihrer Wettbewerbe ein ethisch absolut einwandfreies Verhalten an den Tag zu legen.</p><p><strong>Die FIFA-Ethikkommission wird weiterhin wachsam sein</strong> und dafür sorgen, dass beim Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022™ ethisches Verhalten und Fairness garantiert sind.</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/28/lord-triesman-sagt-alles-nicht-so-gemeint/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>15</slash:comments> </item> <item><title>Goodbye England oder: Ärger mit der Ex</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/16/goodbye-england-oder-arger-mit-der-ex/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/16/goodbye-england-oder-arger-mit-der-ex/#comments</comments> <pubDate>Sun, 16 May 2010 20:22:11 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[david triesman]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[fa]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[fußball-wm]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[sebastian coe]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[england]]></category> <category><![CDATA[ethik-kommission]]></category> <category><![CDATA[fifa-geschäftsethik]]></category> <category><![CDATA[fussball-wm]]></category> <category><![CDATA[geoff thompson]]></category> <category><![CDATA[lord coe]]></category> <category><![CDATA[lord triesman]]></category> <category><![CDATA[melissa jacobs]]></category> <category><![CDATA[russland]]></category> <category><![CDATA[schiedsrichterbestechung]]></category> <category><![CDATA[spanien]]></category> <category><![CDATA[video]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7881</guid> <description><![CDATA[Dumm gelaufen für England. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Am Freitag wurden mit großem Brimborium in Zürich die Bewerber-Dokumente der WM-Interessenten 2018/2022 an FIFA-Boss Sepp Blatter und seinen Generalsekretär Valcke übergeben. England, mit David Beckham im Home of FIFA, galt im Wettbewerb um die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Dumm gelaufen für England.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/16/goodbye-england-oder-arger-mit-der-ex/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Am Freitag wurden mit großem Brimborium in Zürich die Bewerber-Dokumente der <a
title="FIFA" href="http://de.fifa.com/newscentre/news/newsid=1210984.html#fifa+erhielt+bewerbungen" target="_blank">WM-Interessenten</a> <a
title="alle Beiträge zur WM-Bewerbung 2018" href="http://jensweinreich.de/category/wm-2018/" target="_self">2018</a>/<a
title="alle Beiträge zur WM-Bewerbung 2022" href="http://jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">2022</a> an FIFA-Boss Sepp Blatter und seinen Generalsekretär Valcke übergeben. England, mit David Beckham im <a
title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/newscentre/news/newsid=1211277.html#reaktionen+abgabe+kandidaturen" target="_self">Home of FIFA</a>, galt im Wettbewerb um die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 zwar zuletzt nur als Außenseiter &#8211; hinter der Totaldemokratie Russland, wo <a
title="alle Beiträge zu Wladimir Putin" href="http://jensweinreich.de/category/wladimir-putin/" target="_self">Wladimir Putin</a> und seine <a
title="Diebe im Gesetz" href="http://jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/" target="_self">Diebe im Gesetz</a> mächtig werkeln. Seit einer hübschen Enthüllung der <strong>Mail on Sunday</strong> (Daily Mail) dürfte es nun ganz vorbei sein.</p><p>Denn dummerweise hat Lord <a
title="alle Beiträge zu Lord Triesman" href="http://jensweinreich.de/?s=triesman" target="_self">David</a> <a
title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Triesman,_Baron_Triesman" target="_blank">Triesman</a>, bis eben noch Chef der Football Association und des <a
title="www.england2018bid.com" href="http://www.england2018bid.com/" target="_blank">Bewerberkomitees</a>, in einem Gespräch mit seiner Ex (Melissa Jacobs) das erzählt, was eh alle in der Szene tuscheln:</p><p>Zum Nachlesen:</p><blockquote><p>‘My assumption is that the Latin Americans, although they’ve not said so, will vote for Spain. And if Spain drop out, <strong>because Spain are looking for help from the Russians to help bribe the referees in the World Cup, their votes may then switch to Russia</strong>.’</p><p>At this point, Miss Jacobs asks: ‘Would Russia help them with that?’</p><p>Lord Triesman: ‘Oh, I think Russia will cut deals.’</p><p>Miss Jacobs: ‘Why will Russia help? Are Russia in the World Cup?’</p><p>Lord Triesman: ‘No, they’re not.’</p><p>Miss Jacobs: ‘Oh no they’re not, they’ve got nothing to lose?’</p><p>Lord Triesman: ‘Absolutely nothing at all to lose. Exactly.’</p></blockquote><p>Zum Nachhören:</p><p><a
title="Audio Lord Triesman" href="http://i.dailymail.co.uk/i/pix/2010/05_03/clip2.mp3" target="_self">:</a></p><p>Was lernen wir daraus? Mann sollte die Ex schon mal fragen, ob sie nicht zufällig ihr iPhone auf Aufnahme gestellt hat, wenn Mann mit heißen Insider-Geschichten angibt.</p><ul><li>Die komplette Story der <strong>Mail on Sunday</strong>: &#8220;<a
title="Mail on Sunday" href="http://www.dailymail.co.uk/news/article-1278706/FA-chief-Lord-Triesman-Spain-bid-bribe-World-Cup-referees.html#ixzz0o7iEMUix" target="_blank"><strong>Lord Triesman quits as FA chairman after accusing Spain and Russia of trying to bribe World Cup referees</strong></a>&#8220;</li></ul><p>Es ging beeindruckend schnell (anders als gewöhnlich beim DFB): Lord Triesman ist die längste Zeit FA- und Bewerbungschef gewesen. Warum eigentlich? Gegen welchen Paragrafen des abenteuerlichen <a
title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">FIFA-Ethikcodes</a> hat er verstoßen?<span
id="more-7881"></span>Die <a
title="FA statement: Lord Triesman" href="http://www.thefa.com/TheFA/NewsAndFeatures/2010/Lord-Triesman-statement" target="_blank">FA teilt mit</a>:</p><blockquote><p>The FA Board today met at Wembley Stadium to discuss allegations published in a national newspaper which have been attributed to The FA and England’s 2018 FIFA World Cup Bid Chairman Lord Triesman.</p><p>After fully discussing and considering the alleged comments with Lord Triesman, The FA Board accepted his resignation as FA Chairman and Chairman of the World Cup Bid Board with immediate effect.</p><p>Lord Triesman said: “I have decided to resign as chairman of The FA and the 2018 Bid board.</p><p>“A private conversation with someone whom I thought to be a friend was taped without my knowledge and passed to a national newspaper. That same friend has also chosen to greatly exaggerate the extent of our friendship.</p><p>“In that conversation I commentated on speculation circulating about conspiracies around the World. Those comments were never intended to be taken seriously as indeed is the case with many private conversations.</p><p>“The views expressed were not the views of the 2018 Bid board or the FA. Nobody should be under any misapprehension that The FA or 2018 Bid board are disrespectful of other nations or FIFA and I regret any such inference that may have been drawn from what has been reported.</p><p>“Entrapment especially by a friend is an unpleasant experience both for my family and me but it leaves me with no alternative but to resign. I have immediately informed The FA Board of my decision.</p><p>“I have enjoyed hugely my time at The FA and the Bid and feel I accomplished a great deal in areas I love – qualification for the World Cup in South Africa, healthy growth in grass roots, women’s and disability football, and changes in the representation of fans who are the lifeblood of English football and the involvement of our diverse communities. The 2018 FIFA World Cup Bid has made enormous progress both around the world and in the technical bid in England. I wish everyone associated with FA all the very best for what is a very exciting future for the game we all love.?</p><p>The FA Board have today appointed Board members David Sheepshanks (Chairman of the Professional Game Board) and Roger Burden (Chairman of the National Game Board) as joint acting Chairmen of The FA.</p><p>Vice-Chairman Barry Bright will take on the role of acting Chairman of The FA Council and will chair this week’s AGM.</p><p>Speaking on behalf of all the Board Barry Bright said: “The Football Association would like to thank Lord Triesman for his efforts over the past two and a half years as the first independent Chairman of The FA. The Board expressed its considerable regret at the circumstances of his departure and wish him and his family well for the future?.</p><p>The FA Board also gave its unanimous support to the World Cup Bid and is working with the Bid Board to plan the most effective way forward.</p></blockquote><p><em>Der erste Nachtrag, 22.53 Uhr:</em> Ich habe es geahnt, dass diese Geschichte noch viele lustige Pointen generieren wird. Die nächste lautet: Lord Coe, der <a
title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">beurlaubte Ethik-Chef</a>, kehrt in FIFA-Gefilde zurück! Gerade meldet <a
title="Insidethegames" href="http://www.insidethegames.biz/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9632:exclusive-coe-and-mills-to-ride-to-rescue-of-england-2018-world-cup-bid&amp;catid=84:london-2012-news&amp;Itemid=89" target="_blank">insidethegames</a>:</p><blockquote><p>Coe , now the chairman of London 2012, is due to speak to FIFA President Sepp Blatter tomorrow to try to begin to repair the damage caused by Triesman&#8217;s comments, he told insidethegames.</p><p>Geoff Thompson, the former chairman of the Football Association and England&#8217;s representative on the FIFA Executive Committee, is set to take over as the new chairman of the World Cup with David Dein, the former Arsenal vice-chairman, as his deputy.</p></blockquote><p>Englischer Humor.</p><p><em>23.17 Uhr:</em> <a
title="England 2018" href="http://www.england2018bid.com/news/236/geoff-thompson-confirmed-as-chairman.aspx" target="_blank">Geoff Thompson confirmed as Chairman</a>, meldet die Bewerber-Webseite.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/16/goodbye-england-oder-arger-mit-der-ex/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>16</slash:comments> <enclosure
url="http://i.dailymail.co.uk/i/pix/2010/05_03/clip2.mp3" length="164808" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Diebe im Gesetz</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/#comments</comments> <pubDate>Mon, 10 May 2010 10:47:23 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[alimsan tochtachunow]]></category> <category><![CDATA[arte]]></category> <category><![CDATA[mafia]]></category> <category><![CDATA[salt lake city 2002]]></category> <category><![CDATA[skategate]]></category> <category><![CDATA[tv-tipp]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[alisher usmanow]]></category> <category><![CDATA[boxen]]></category> <category><![CDATA[fechten]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[gafour rachinow]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[leonid bilunow]]></category> <category><![CDATA[russenmafia]]></category> <category><![CDATA[witali demotschka]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7847</guid> <description><![CDATA[Sieht so ein glücklicher Mensch aus? Alimsan Tochtachunow hat gut lachen. &#8220;Ich bin gut durchs Leben gekommen, ich habe das alles überlebt&#8221;, sagt er. Seit er dem italienischen Knast entronnen ist, daheim in Moskau festsitzt, die Stiftung des russischen Fußballverbandes leitet und sich ab und zu mit dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter trifft, hat er sein [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Sieht so ein glücklicher Mensch aus? <a
title="alle Beiträge zu Alimsan Tochtachunow" href="http://jensweinreich.de/category/alimsan-tochtachunow/" target="_self">Alimsan Tochtachunow</a> hat gut lachen. &#8220;Ich bin gut durchs Leben gekommen, ich habe das alles überlebt&#8221;, sagt er. Seit er dem italienischen Knast entronnen ist, daheim in Moskau festsitzt, die Stiftung des russischen Fußballverbandes leitet und sich ab und zu <a
title="Grüße von der Russenmafia" href="http://jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">mit dem FIFA-Präsidenten Joseph</a> <a
title="Email von der FIFA" href="http://jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/" target="_self">Blatter trifft</a>, hat er sein Vermögen um mindestens das Hundertfache gemehrt. Sagt Tochtachunow. Ich denke, zumindest in diesem Punkt gibt es wenig Grund, Taiwantschik nicht zu glauben. Ganz im Gegenteil: Da er ohnehin schon im Baugeschäft in der Ukraine tätig ist, sollte man ihm jene Aufträge für die Europameisterschaft 2012, die er noch nicht hat, schleunigst zuschreiben &#8211; dann wirds auch mit der EM.</p><p>Wie sagte Alik so schön in der Dokumentation <strong>&#8220;Schattenreich russische Mafia&#8221;</strong> (Dienstag, 11. Mai, 20.15 Uhr) auf <a
title="Arte: Schattenreich russische Mafia" href="http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1128564,day=4,week=19,year=2010.html" target="_blank">Arte</a>?</p><blockquote><p>&#8220;Wir werden gefragt und wir helfen. Das ist echter Respekt.&#8221;</p></blockquote><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-7848" title="Alimsan Tochtachunow, 2009, screenshot, (c) Arte" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/05/alik-arte-web.gif" alt="" width="530" height="309" /></p><p>Respekt muss schon sein. Gerade in seiner Branche. Wer keinen Respekt zeigt, der ist schneller verscharrt, als sich Aliks Kontostand verdoppelt hat. Also ziemlich schnell. Nicht wenige seiner ehemaligen, sagen wir, Geschäftspartner, haben das Zeitliche gesegnet. Der Usbeke <strong>Alimsan Tochtachunow</strong>, Taiwantschik genannt, aber hat überlebt. Er ist einer jener drei <a
title="Wikipedia: Diebe im Gesetz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diebe_im_Gesetz" target="_blank">Diebe im Gesetz</a>, die der Dokumentarfilmer Alexander Gentelev porträtiert. Anders als Witali Demotschka und Leonid Macintosh Bilunow, die durchaus mit ihren Morden und Großgaunereien prahlen, behauptet Tochtachunow stets, kein Ganove zu sein.</p><blockquote><p>&#8220;Ich bin kein Krimineller. Ich habe Euch meine ganze Biografie erzählt. Ich bin ein guter und ordentlicher Bürger Russlands.&#8221;</p></blockquote><p>Als ordentlicher Bürger unterstützt er natürlich die Bewerbung Russlands um die <a
title="Sepp, zu Gast bei Putin ..." href="http://jensweinreich.de/2009/10/16/sepp-zu-gast-bei-putin-i-am-really-glad-that-you-greet-me-as-a-friend/" target="_self">Fußball-WM 2018</a>.</p><p>Bilunow dagegen sagt offen:</p><blockquote><p>&#8220;Kämpfe und nimm es dir. Es ist umsonst. Du musst nur jemanden umbringen!&#8221;</p></blockquote><p>Und Demotschka meint:</p><blockquote><p>&#8220;In Chicago wurden die Leute damals lebend in den See geworfen. Bei uns nur die Leichen. Wir sind einfach humaner.&#8221;</p></blockquote><p>Allerdings, da bin ich sehr beruhigt, werden Herausforderer oder jene, die einfach nicht genug Respekt zeigen, heutzutage nicht mehr mit Lötkolben und Bügeleisen behandelt, wie ein Mafia-Anwalt in Gentelevs Film erzählt. Heute fügt man sich der Respektsperson schon eher. Und wenn doch nicht?</p><blockquote><p>&#8220;Eine Bombe. Der Mensch stirbt.&#8221;</p></blockquote><p>Diebe im Gesetz, der Begriff hat mir schon immer gefallen. Im Buch &#8220;<a
title="Der olympische Sumpf" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">Der olympische Sumpf</a>&#8221; habe ich mal versucht, den Begriff auch auf IOC-Mitglieder anzuwenden, ob nun <a
title="BLZ: &quot;Die Absahner&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">Witali Smirnow, Schamil Tarpischtschew</a>, Lee Kun Hee, Mohamad Bob Hasan oder Yoshiaki Tsutsumi. Viele dieser originalen russisch-usbekischen Diebe im Gesetz tummeln sich auch im Sport. Das hat <a
title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">viele Gründe</a>. Alik Tochtachunow sieht sich allerdings als Opfer bösartiger Medien und arglistiger Mafia-Ermittler. Anders als <a
title="Wikipedia: Alisher Usmanow" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alisher_Usmanov" target="_blank">Alisher Usmanow</a> (Präsident des Fecht-Weltverbandes, Mehrheitseigner an Arsenal London) oder <a
title="Gafur Rachimow" href="http://www.gafurrakhimov.uz/english/main" target="_blank">Gafour Rachimow</a> (Vizepräsident des Box-Weltverbandes und des Olympic Council of Asia/OCA), seine alten Kumpels aus Taschkent, die sich beide als <a
title="Bidding Nation Russia" href="http://russia2018-2022.com/en/news--events/news/“art-and-sport?-foundation-becomes-partner-of-russian-bid-committee-for-20182022-fifa-world-cup™.aspx" target="_blank">Philanthropen</a> <a
title="Gafur Rachimow - charity" href="http://www.gafurrakhimov.uz/english/charity" target="_blank">verkaufen</a>, kann Alik seinen Luxus leider nicht im Ausland zeigen. Taiwantschik darf Russland nicht verlassen, sonst gehts wieder ab in den Knast. Verdammtes Interpol.</p><blockquote><p>&#8220;Ich liebe Luxus, ich liebe Yachten, First-Class-Flüge, Geld ausgeben &#8211; aber sie lassen mich nicht!&#8221;</p></blockquote><p>Alexander Gentelev lässt Bilunow, Demotschka und Tochtachunow erzählen, wie aus Verbrechern kriminelle Autoritäten und aus diesen dann autoritäre Geschäftsleute werden. Der Film lässt einen die wahren Abgründe erahnen. Demotschka und Bilunow können einem Angst einflößen. Dagegen kommt Alik äußerst sympathisch rüber. Wenn man allerdings die Visage seines Assistenten Marek sieht, der die Geschäfte in der Ukraine leitet, fragt man sich unweigerlich, wie viele Leichen Marek wohl schon in Beton versenkt hat. Nein, Spaß ist das nicht.</p><p>Tolles Fernsehen, finde ich. Es gibt etliche gute Bücher über die Russenmafia, über Diebe im Gesetz und Oligarchen. Aber selten plaudern die Kameraden so frei heraus. Unbedingt ansehen, TV-Befehl:</p><ul><li><strong>&#8220;Schattenreich russische Mafia&#8221;, Dokumentation von Alexander Gentelev,<br
/> </strong><strong>Arte: Dienstag, 11. Mai 2010, 20.15 Uhr</strong></li></ul><p>Ein Zitat noch. Und es sprach Alimsan Tochtachunow:</p><blockquote><p>&#8220;Es gibt heute keine Kriminalität in Russland! Heute ist alles in Ordnung! Die alten Zeiten sind vorbei!&#8221;</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>15</slash:comments> </item> <item><title>Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/21/peter-hargitay-und-die-fifa-fakten-geruchte-freundschaften-und-mandate/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/02/21/peter-hargitay-und-die-fifa-fakten-geruchte-freundschaften-und-mandate/#comments</comments> <pubDate>Sun, 21 Feb 2010 00:52:08 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[australien 2022]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[fifa-präsidentschaft]]></category> <category><![CDATA[jack austin warner]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[mohamed bin hammam]]></category> <category><![CDATA[peter hargitay]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[afc]]></category> <category><![CDATA[australien]]></category> <category><![CDATA[frank lowy]]></category> <category><![CDATA[lobbyisten]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=6960</guid> <description><![CDATA[VANCOUVER. Im Beitrag über den bevorstehenden Kampf um die FIFA-Präsidentschaft habe ich etwas nicht zweifelsfrei korrekt dargestellt. Peter Hargitay (links im Bild), vormaliger Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Macchiavelli Blatter und des FIFA-Exekutivmitglieds Mohamed Bin Hammam, weist mich darauf hin, dass er im FIFA-Wahlkampf nicht von Bin Hammam mandatiert ist. Ich hatte geschrieben, er würde für [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Im Beitrag <a
title="Götterdämmerung in der FIFA: Abschied von Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/" target="_self">über den bevorstehenden Kampf um die FIFA-Präsidentschaft</a> habe ich etwas nicht zweifelsfrei korrekt dargestellt. <a
title="Beiträge zu Peter Hargitay" href="http://jensweinreich.de/?s=hargitay" target="_self">Peter Hargitay</a> (links im Bild), vormaliger Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Macchiavelli Blatter und des FIFA-Exekutivmitglieds Mohamed Bin Hammam, weist mich darauf hin, dass er im FIFA-Wahlkampf nicht von Bin Hammam mandatiert ist. Ich hatte geschrieben, er würde für Bin Hammam &#8220;werkeln&#8221;. Peter Hargitay verlangt nicht, dass ich etwas richtigstelle, doch mir ist das ein Vergnügen. Ich stelle gern Sachverhalte richtig, weil es doch auch mir hilft, die Dinge besser zu verstehen und Zusammenhänge zu begreifen. Bei der Gelegenheit habe ich ihn auch gleich gefragt, ob er für Jack Warner arbeitet und wie er für Australiens WM-Bewerbung vertraglich eingespannt ist.</p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg"><img
class="size-full wp-image-6962 aligncenter" title="Peter Hargitay, Joseph Blatter, Doha 2003" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg" alt="" width="530" height="398" /></a></p><p>Die Email von Peter Hargitay (<a
title="Post vom Anwalt: &quot;private and confidential&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/06/01/post-vom-anwalt-private-and-confidential/" target="_self">aus rechtlichen Gründen gekürzt</a> um eine Passage, die mich nicht betrifft und die ich auch nicht überprüfen kann):</p><blockquote><p>Lieber Jens,</p><p>Eigentlich will ich dieses marginale Thema nicht wirklich vertiefen, gebe Ihnen aber gerne Antwort auf Ihre Fragen; ich lege nicht &#8220;Wert darauf, richtigzustellen&#8221; &#8211; vielmehr geht es um Tatsachen, die im Idealfall korrekt wiedergegeben werden sollten; Sie koennen selber entscheiden, ob Sie Fakten oder Geruechte  (falsche) publizieren wollen:</p><p>1) Ich habe von Mohamed keinerlei Mandat, weder bezueglich einer etwaigen Kandidatur, noch ein anders lautendes. Es trifft zu, dass wir im vergangenen Jahr ein Mandat hatten, ihn bei seiner Wiederwahl ins FIFA ExCo zu beraten. (&#8230;) Mohamed und ich sind uns seit Jahren freundschaftlich verbunden, daran aendert sich auch heute nichts, genausowenig wie sich an meiner freundschaftlichen Beziehung zu Joseph nichts aendert. Das eine schliesst das andere nicht aus. In der Vergangenheit fuehrten wir ab und an Beratungsauftraege fuer Mohamed, bzw die AFC aus. Das kann auch inskuenftig wieder mal der Fall sein, allerdings schliesse ich ein Mandat fuer einen Praesidentschaftswahlkampf absolut aus. Wir hatten nie ein langfristiges, noch ein formelles Mandat (ausser letztes Jahr), woran sich auch heute, morgen und uebermorgen nichts aendern wird.</p><p>2) Wir haben seit etwas mehr als einem Jahr ein Mandat, die australische Bewerbung fuer die WM 2018/2022 strategisch zu begleiten. Wir hatten weder in der Vergangenheit, noch haben wir heute ein persoenliches Beratungsmandat von Frank Lowy.</p><p>3) Wir hatten nie ein Mandat von Jack Warner und werden auch inskuenftig nie ein Mandat von ihm haben. Was bei dieser Spekulation &#8211; welche von Jennings lanciert wurde und wie das meiste, was der Typ von sich ruelpst, frei erfunden ist &#8211;  offenbar etwas durcheinander geriet, ist das pro bono Mandat fuer den jamaikanischen Fussballverband; letzeres steht in Zusammenhang mit meiner persoenlichen Verbundenheit zu Jamaika und der Beratungstaetigkeit, welche ich fuer ein Ministerium der jamaikanische Regierung seit etwas weniger als drei Jahren wahrnehme.</p><p>Wenn Sie inskuenftig diese Fakten verwenden, wird nichts Falsches geschrieben.</p><p>Herzliche Gruesse,</p><p>PJH</p></blockquote><p>Gern geschehen.</p><p>Ich habe mit Peter Hargitay in 2003/2004 über einen längeren Zeitraum für eine <a
title="The Untouchable" href="http://jensweinreich.de/filme/the-untouchable/" target="_self">TV-Dokumentation über Joseph Blatter</a> kooperiert. Ich habe ein einigermaßen erträgliches, wenngleich angespanntes und von gelegentlichen Ausbrüchen geprägtes Verhältnis zu ihm, würde ich behaupten. Wir agieren auf unterschiedlichen Seiten. Wir haben diametrale Interessen. Das wird sich nie ändern.</p><p>Zum Hintergrund über die derzeitigen Aktivitäten Hargitays für die australische WM-Bewerbung empfehle ich einen Artikel aus dem <a
title="SMH: Meet FFA's man of mystery" href="http://www.smh.com.au/news/sport/football/meet-ffas-man-of-mystery/2009/10/17/1255624771126.html?page=fullpage#contentSwap2" target="_blank">Sydney Morning Herald</a>. Und da diese Zeitung ungefragt und honorarfrei ein Foto von mir veröffentlicht hat (das hier oben), erlaube ich mir im Gegenzug, den kompletten Artikel reinzukopieren: <span
id="more-6960"></span></p><blockquote><p><strong>Meet FFA&#8217;s man of mystery</strong></p><p><em>Matthew Hall</em></p><p>Sydney Morning Herald, October 18, 2009</p><p>FRANK LOWY claims to not enjoy controversy but that hasn&#8217;t stopped Football Federation Australia&#8217;s chairman from hiring one of international football&#8217;s most colourful characters to help his dream of bringing the 2018 or 2022 FIFA World Cup to Australia.</p><p>Meet Peter Hargitay, a Swiss-Hungarian &#8221;fixer&#8221; and genuine international man of mystery, recently hired by FFA to boost Australia&#8217;s World Cup bid at the expense of Australian taxpayers.</p><p>His job, according to FFA, is to provide &#8220;high-level strategy and networking advice and counsel&#8221;, while Hargitay also claims to offer FFA &#8220;relationship building and advice to the FFA in matters of relevance to Australia&#8217;s bid for the 2018 and 2022 World Cups&#8221;.</p><p>FFA refuses to reveal how much it is paying Hargitay and his company, European Consultancy Network, even though funding for Australia&#8217;s World Cup bids comes from a $45.6 million Federal Government grant.</p><p>At times elusive and initially reluctant to speak about his role for Australia, Hargitay consented to a rare interview, via email and under strict conditions that his answers be &#8220;published in their original form, not shortened, edited or amended in any way, shape or form. If changes are made in one answer, the entire interview MUST NOT be used.&#8221;</p><p>(Still, some questions and subsequent answers for this article have been condensed or omitted for reasons of space).</p><p>Born in Hungary in 1951, Hargitay is undoubtedly as well connected as his language skills are broad.</p><p>He speaks fluent English, Hungarian, German, French and, he said, &#8220;reasonably fluent in Spanish and have a fair command of Portuguese, get by in Dutch and read/understand Swedish and Romanian. If you want to count Jamaican patois and Swiss German, you can add those to the list as well.&#8221;</p><p>Hargitay grew up in Switzerland where he played football as a junior. He says he still follows FC Basel but is also a season ticket-holder at Chelsea, a team he has followed for the past 10 years.</p><p>But importantly, Hargitay was &#8220;special adviser&#8221; to FIFA president Sepp Blatter, one of the most powerful men in world sport, until December 2007 when he quit that role to work for England&#8217;s 2018 World Cup bid.</p><p>Last May, Hargitay narrowly escaped disaster when an earthquake destroyed a Chinese airport from where a private jet he was travelling in had just taken off.</p><p>His fellow passengers? Asian Football Confederation president Mohammed Bin Hammam and controversial FIFA vice-president Jack Warner.</p><p>The connections firm up.</p><p>Hargitay is an adviser to Bin Hammam, who is a close associate of Lowy.</p><p>Earlier this year, Hargitay oversaw Bin Hammam&#8217;s bitter, but ultimately successful, election for a place on FIFA&#8217;s executive committee.</p><p>&#8220;I have been [Hammam's] adviser for a number of years and enjoy his friendship,&#8221; Hargitay told The Sun-Herald. &#8220;There are numerous areas where we have worked together over time, primarily pertaining to developing football in Asia, which is his great passion.</p><p>&#8220;I continue to be close to the AFC president and was happy to assist him and his team during the election for membership in the FIFA executive committee.&#8221;</p><p>The European Consultancy Network was involved in the early stages of England&#8217;s 2018 bid before Lord Triesman was appointed chairman of their campaign and called for all outside consultants to reapply for their jobs through a tender process.</p><p>The European Consultancy Network declined and the Daily Mail reported Hargitay&#8217;s team lost a &#8220;seven-figure contract&#8221; (in British pounds) with the Football Association in the process.</p><p>Hargitay denies the England deal was that lucrative.</p><p>&#8220;The seven-figure contract is a myth,&#8221; he said. &#8220;Our initial work was in the high five figures and would have been in the six over a period of two years.</p><p>&#8221;We received a fee of £75,000 ($134,000) plus expenses for the first phase of our work; upon conclusion and delivery of the strategic plan, we received a further £25,000 fee. As for Australia, our contract is less than that.</p><p>&#8220;After we concluded our work for the England bid, we were approached by several countries, none of which we were interested to work for,&#8221; Hargitay added. &#8220;We put a proposal to the FFA, which was accepted and ECN and I were asked to join them as consultants.&#8221;</p><p>Hargitay&#8217;s colourful CV extends far beyond football, however.</p><p>He spun public relations for the Union Carbide chemical company after the infamous 1984 factory meltdown in Bhopal, India, which killed at least 3000 people at the time and more than 20,000 since from after effects.</p><p>Hargitay also worked for Marc Rich, a US tax-fraud felon, one of America&#8217;s most wanted, and notorious as a sanctions-buster during South Africa&#8217;s apartheid regime.</p><p>In 1995, Hargitay was arrested, and later acquitted, of cocaine trafficking by Jamaican police.</p><p>In 1997, he was arrested by Interpol in Miami after Hungarian officials sought an extradition order and served seven months in prison as a flight risk after being charged with conspiracy to import 18 kilograms of cocaine to the United States.</p><p>He subsequently won an acquittal on all charges.</p><p>&#8220;It was indeed &#8216;something of an experience,&#8217;&#8221; Hargitay said when asked if there was anything positive to take from that period in his life.</p><p>&#8220;Yet, what happened 11 years ago has no bearing on my work and &#8216;acquitted of all charges&#8217; is an accurate summary of what happened. Other than that, I see no reason to revisit a matter ad nauseam where I won and powerful people who tried to frame me lost. The facts speak for themselves.&#8221;</p><p>In 1999, Hargitay was employed by Swiss company ABI, which claimed to specialise in &#8220;covert operations assignments&#8221;, according to its website.</p><p>But it was with the consultancy network and FIFA that he perhaps found his true calling.</p><p>Hargitay&#8217;s son, Stevie, is a partner in the Cyprus company (father and son shared executive producer credits on the FIFA-backed movie trilogy Goal!) and other consultancy network employees have included former FIFA director of communications Markus Siegler.</p><p>A European Consultancy Network website, since shut down, once claimed to help clients &#8220;stay out of the media&#8221; … &#8220;and to prepare such briefs, news items and alternative scoops that would divert, detract and destabilise imminent media interest.&#8221;</p><p>Outside of football, the European Consultancy Network&#8217;s clients include a Swiss private bank with interests in the Middle East and, in an amazing turn of events after his earlier legal drama in the country, Hargitay is now an adviser to Jamaica&#8217;s Minister for Transport and Works, as well as a member of Switzerland&#8217;s federal parliament, among others. He recently earned PR points for his idea to hand out show bags advertising Australia&#8217;s bid at a recent football industry convention in London. As for Australia&#8217;s chances in 2018 or 2022, what feedback has Hargitay received from FIFA&#8217;s executive committee?</p><p>&#8220;I understand that Australia&#8217;s technical bid team have made the best impression of all,&#8221; he said. &#8220;They always meet all the deadlines, they are disciplined, attend all relevant FIFA meetings, deliver all requested materials in a complete manner and have demonstrated a determination and skills that have impressed many at FIFA.&#8221;</p><p>Whether that&#8217;s worth a consultancy network invoice being paid by Australian taxpayers is something for FFA boss Lowy&#8217;s judgement.</p><p>Already well connected to FIFA&#8217;s executive committee &#8211; the 24 men who vote for World Cup hosts &#8211; through his place on the organising committee for the 2010 FIFA World Cup, Lowy would not comment on Hargitay&#8217;s appointment.</p><p>In a statement, FFA confirmed the consultancy network had been working for Australia since January, adding, &#8220;FFA does not disclose the detail of arrangements with consultants.&#8221;</p><p>&#8220;I probably did rather well over time, which is why the trust grew and so did the quality and intensity of my mandate,&#8221; Hargitay said, when asked of his key relationship with FIFA president Blatter. &#8220;Whether my work for FIFA and its president was an important role, as you say, is not something I would want to qualify in those terms.</p><p>&#8221;Any mandate is equally important to me and to my team. That is the nature of the beast called consulting.&#8221;</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/02/21/peter-hargitay-und-die-fifa-fakten-geruchte-freundschaften-und-mandate/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> </channel> </rss>
