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	<title>jens weinreich &#187; vergangenheitsbewältigung</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Lost in translation: &#8220;I have no case. I have no information&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p>
<p><a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p>
<p><a title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p>
<p><a title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p>
<p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p>
<blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote>
<p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p>
<blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote>
<p><span id="more-11440"></span></p>
<p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p>
<p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p>
<p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p>
<p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p>
<p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p>
<p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p>
<blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote>
<p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p>
<blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p>
<p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p>
<p>Best regards,</p>
<p>FIFA Media department</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p>
<p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p>
<blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div>
<p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p>
<p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p>
<ul>
<li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p>
<ul>
<li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li>
</ul>
<p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p>
<p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p>
<p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p>
<p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p>
<blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p>
<blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p>
<p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote>
<p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p>
<p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p>
<p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p>
<blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p>
<p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p>
<blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p>
<p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p>
<blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte Sepp.</p>
<p>Aber gewiss doch.</p>
<p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p>
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		<title>Doping, Kies und Politik in Freiburg: Einzelfälle mit System</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 08:38:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grit Hartmann hat sich dem eng vernetzten Freiburger Doping- und Politiksystem genähert &#8211; und befasst sich auch mit Freiburger Kies. Ein feines Stück Journalismus, wie ich finde, mit etlichen Hintergründen, die es weiter zu beleuchten lohnt. Mein Hörbefehl, ganz rigoros: : Diese Recherche des Deutschlandfunks vom Sonntag, 1. Mai, gibt es hier mit Genehmigung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grit Hartmann hat sich dem eng vernetzten Freiburger Doping- und Politiksystem genähert &#8211; und befasst sich auch mit Freiburger Kies. Ein feines Stück Journalismus, wie ich finde, mit etlichen Hintergründen, die es weiter zu beleuchten lohnt.</p>
<p>Mein <strong>Hörbefehl</strong>, ganz rigoros:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/05/01/dlf_20110501_2330_0bad1b1b.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Diese Recherche des <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1447409/" target="_blank">Deutschlandfunks</a> vom Sonntag, 1. Mai, gibt es hier mit Genehmigung der Autorin zum Nachlesen.</p>
<p><strong>Lesebefehl!</strong></p>
<p>Eine Bemerkung noch vorab: Im Vergleich zu Freiburg und das west- bzw bundesdeutsche Dopingsystem ist das ostdeutsche Dopingsystem längst ein offenes Buch, das vergleichsweise wenig Geheimnisse birgt. Ergänzend zur folgenden Lektüre das auf <a title="Dopingdokumente auf Cycling4fans" href="http://www.cycling4fans.de/index.php?id=5084" target="_blank">Cycling4fans zusammengetragene Archiv</a>.</p>
<p><em>(Mir fehlt momentan die Zeit für die vielen, vielen Links, die dieser großartige Text verdient hätte. Wer mag, bitte her mit den Links, ich trage demnächst alles nach.)</em></p>
<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p>
<p>Im Mai 2007 räumten Ärzte des Freiburger Universitätsklinikums Doping im Radsport ein. Die Affäre, die als Telekom-Skandal bekannt wurde, ist bis heute nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter; für die Universität soll eine Kommission die Breisgauer Dopinghistorie der letzten Jahrzehnte aufklären. Kann das gelingen? Wie steht es in Freiburg &#8211; vier Jahre danach?</p>
<blockquote><p>Der Baggersee ist sehr beliebt. Erst mal wegen seiner schönen Wasserqualität, und zweitens ist er auch ein sozialer Treffpunkt, und zwar ein sozialer Treffpunkt, wie kein Verein ihn bieten kann. Da treffen sich Leute aus verschiedenen Schichten, verschiedene Altersgruppen, vom Baby bis zum Rentner, von der Hartz-IV-Empfängerin bis zur großen Unternehmerin mit&#8217;m Sechszylinder. Die liegen dann nebeneinander auf der Wiese und reden miteinander, und wenn&#8217;s nur ums Wasser oder um die Sonne geht. Und so Leute würden sich im richtigen Leben niemals begegnen und nie ein Wort miteinander reden. Und das find ich so schön an unserm Baggersee.&#8221;</p></blockquote>
<p>Niederrimsingen, wenige Kilometer entfernt von Freiburg. Gleich hinter den Weinbergen liegt Merdingen, einst Heimat von Jan Ullrich. Die Gegend wirkt idyllisch. Bis Bauingenieur Gustav Rosa zeigt, was einmal eine Liegewiese am Baggersee war und nun, Ende März, aussieht wie eine Reihe Schützengräben. So ähnlich verhält es sich mit der Stadt Freiburg, von der manche sagen, sie sei wegen ihrer beschaulichen Abgelegenheit ausgewählt worden als sportmedizinische Zentrale der Bundesrepublik. Andere sagen: wegen ihrer Tradition.</p>
<p><strong>Früh befasste man sich an der Albert-Ludwigs-Universität mit Leistungsmaximierung. Herbert Reindell war ab 1941 Chefmediziner, seit den 50ern Olympiaarzt, danach Präsident des Deutschen Sportärztebundes. Joseph Keul folgte ihm auf allen drei Posten. Armin Klümper, für Spitzensportler nur &#8220;der Doc&#8221;, bekam eine eigene Klinik aus Steuermitteln. Doping, bei hier betreuten Athleten, gab es immer. Einzelfälle, hieß das dann. Erst 2007, als Georg Huber, auch er Olympiaarzt, Andreas Schmid und Lothar Heinrich Radsport-Doping einräumten, taten sich Gräben auf im Bild, das eine Lobby aus Politikern, Beamten und Sportfunktionären gern pflegte von der Breisgauer Mediziner-Elite. Oder eher kleine Risse. Denn hier gelten nun diese drei Ärzte als: Einzelfälle.</strong></p>
<p>Zurück zu den richtigen Gräben. Im See baut die Firma Hermann Peter KG Kies ab. Das Werk liegt am anderen Ufer, der neue Bagger brummt im Hintergrund. Auch hier gibt es ein Problem mit Lobbyisten. Vielleicht mit denselben. Offiziell hat das Landratsamt die Zerstörung der Wiese genehmigt und Dorfbewohner zu Wutbürgern gemacht:</p>
<blockquote><p>Da muss jemand zeigen, dass er den größten Bagger hat. In meinen Augen sind das Machtspiele. Das ist auch Maßnahme sechs, und Maßnahme eins bis fünf sind zum Teil oder gar nicht erfüllt, und die sind eigentlich viel wichtiger. Mit der 400 Meter langen Flachwasserzone und all so Sachen. Oder Renaturierung und Wiederaufforstung &#8211; die Maßnahmen sind nicht erfüllt worden. Aber diese Maßnahme, die die Badegäste ärgert oder die Besucher ärgert, die ist doppelt und dreifach durchgezogen worden, total überhöht auch. Weil, auf dem Plan fängt sie siebzig, achtzig Meter weiter hinten an.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der &#8220;Kiespeter&#8221;, sagt man hier über den Firmenchef, genieße Narrenfreiheit. Derzeit will er die Abbaugenehmigung erweitern lassen. Mit der gültigen, sie sollte bis 2018 reichen, kommt er angeblich nur noch zwei Jahre hin. Für Gustav Rosa steht schon fest, wie das ausgeht. Hätte Peter sonst den neuen Bagger aufs Wasser gesetzt? In Niederrimsingen meint man zu wissen, wer die &#8220;Kieser&#8221; stützt:</p>
<blockquote><p>Bei der letzten Landtagswahl sind die LKW der Firma Hermann Peter KG mit großer Wahlwerbung für Herrn Gundolf Fleischer und für die CDU durch die Gegend gefahren. War schon deutlich, also man konnte gut sehen, in welche Richtung das geht. In diesem Jahr hat er sich zurückgehalten. Ich hab keine Laster mit Wahlwerbung gesehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gundolf Fleischer kandidierte nicht mehr für den Landtag. Das Ende einer Ära. 37 Jahre lang vertrat er den Wahlkreis Breisgau-Hochschwarzwald, war schon unter Hans Filbinger Generalsekretär der Landes-CDU und seit Lothar Späth Staatssekretär in vier Ministerien. &#8220;Fleischerismus&#8221; nannte man seinen Politstil. In Stuttgart machte er viel Geld für den Wahlkreis locker und ließ sich dann persönlich dafür feiern. Nur Wenige spotteten über den &#8220;Sonnenkönig von Südbaden&#8221;.</p>
<p>Anfang 2010 sank die Sonne &#8211; &#8220;Gundolfdämmerung&#8221; titelte dann das Lokalblatt, die &#8220;Badische Zeitung&#8221;. Staatsanwälte interessierten sich für die Finanzen seines CDU-Kreisverbandes. Und bekannt wurde, wie Fleischer Bauprojekte zum Hochwasserschutz am Oberrhein verzögert hatte &#8211; zugunsten der heimischen Kiesbarone. Die wiederum hatten gespendet, an Fleischers klamme Kreis-CDU und die Landespartei.</p>
<blockquote><p>Unsere Einstellung zu Doping ist ja bekannt, und jeder von uns ist Zeit seines Lebens in aller Klarheit auch dagegen angegangen, im Rahmen dessen, was man überhaupt eben tun kann. Und das war für uns natürlich schon ein Schock und eine Belastung, als wir das erfahren haben. Wieso haben wir das nicht mitbekommen? Konnten wir gar nicht. Das war der Profibereich. Das hat ja mit dem Olympiastützpunkt überhaupt nichts zu tun gehabt, die Telekom. Ich hab beispielsweise Jan Ullrich auch nur gesehen, wenn er einen großen Erfolg hatte und nachher die Gemeinde Merdingen für ihn einen Empfang gegeben hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Sport bleibt Gundolf Fleischer unumstrittenes Schwergewicht. Als Trägervereins-Vorsitzender am Olympiastützpunkt, seit 1995 als Präsident des Badischen Sportbundes. Schon in den 70ern war er sportpolitischer Sprecher seiner Partei. Man ist ein wenig überrascht, dass er, der den Aufstieg Freiburgs zur Hochburg der Sportmedizin so eng begleitete, kaum zu tun hatte mit ihren Protagonisten. Vom Klümper-Cocktail habe er gehört &#8211; aber, versichert er, ein Schoppen Gutedel sei ihm lieber. Mit Georg Huber sei er befreundet, aber nur privat. Und Joseph Keul? Keul, sagt Fleischer, war ja Präsident des Sportärzte-Bundes in Baden-Württemberg:</p>
<blockquote><p>Und da hatten wir dann vor allem natürlich immer über finanzielle Fragen eben zu sprechen. Das ging&#8217;s eben um Landeshaushaltsfragen und solche Geschichten. Ich erinnere mich konkret an zwei Besuche, die ich bei ihm in Sportinstitut gemacht hab, wo&#8217;s eben um finanzielle Fragen gegangen ist.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Im Nachruf auf Keul vor elf Jahren klang das viel persönlicher. Da schrieb Fleischer: &#8220;Jupp war ein Freund.&#8221; Fredy Stober, langjähriges NOK-Mitglied aus Freiburg, nannte Fleischer den &#8220;immer präsenten politischen Macher&#8221; hinter der Sportmedizin. Gemeinsam habe man auch die Berufung von Keul-Nachfolger Hans-Hermann Dickhuth durchgesetzt.</strong></p>
<p>Sport und Kies &#8211; ist beides in Niederrimsingen verknüpft? Im Freiburger Regierungspräsidium erinnert man sich gut, wie Fleischer Ende der 90er Jahre mehrfach mit Thomas Birkenmeier vorsprach. Dessen Firma &#8220;Stein und Design&#8221; liegt auch am Baggersee. Birkenmeier bezieht Kies von Peter. Fleischer und er drängten auf Abbau ins zweite Grundwasserstockwerk. Hier, wo das größte und besonders geschützte Grundwasservorkommen der Gegend liegt. Birkenmeier ist auch Miteigentümer der Rheintalklinik in Bad Krozingen. Dort kam Dopingarzt Andreas Schmid unter, nach der Entlassung von der Uni. Galt Schmid als unsicherer Kantonist, der mit dem Job ruhig gestellt werden sollte? Hat Kieser Birkenmeier Fleischer damit etwas zurückgegeben, diesmal dem Sportfunktionär?</p>
<p><span id="more-10230"></span>Fleischer sagt, er kannte Schmid nicht. Dass der auch die Fußballer des SC Freiburg verarztete, hat er, seit den 60ern im Verein engagiert, spät gehört, vom inzwischen verstorbenen Präsidenten des Bundesligisten:</p>
<blockquote><p>Das hab ich erst erfahren, als gegen Schmid ermittelt wurde und der Achim Stocker sich ganz auf die Seite von Schmid damals in der Öffentlichkeit gestellt hat und gesagt hat: &#8216;Mensch, das ist doch ein prima Kerl, und was wollt ihr denn!&#8217; &#8230; und eben viel Sympathie ihm gegenüber. Da hab ich dabei erfahren, dass er, damals war Finke hier noch Trainer, dass er eben hier auch Mannschaftsarzt gewesen ist. Meine Funktion: Ich bin Vorsitzender vom Wahlausschuss. Das ist so&#8217;n Mini-Aufsichtsrat, den der DFB vorgeschrieben hat. Aber mit dem rein operativen Bereich hab ich natürlich überhaupt nichts. Ich meine, man trifft sich ab und zu und spricht. Oder auch Spieler, die man dann ab und zu mal trifft. Weihnachtsfeier, wo man dann auch eingeladen wird &#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei Feiern ist Fleischer dem Doktor nie begegnet. Nur in Bad Krozingen. In der Klinik von Birkenmeier lässt er sich seit Jahren von einer Physiotherapeutin behandeln:</p>
<blockquote><p>Dann war ich einmal &#8211; jetzt komm ich zu Schmid, den ich ja nicht kannte -, mir wurd&#8217;s auf einmal schlecht während meiner Behandlung bei der Frau Wohlburg. Und die hat bisschen Angst gehabt, dass ich nen Herzkasperle krieg. Und die hat nachher nach oben telefoniert, dass sie doch bitte einen Arzt runterschicken. Dann kam ein Arzt, den ich wie gesagt nicht kannte, der dann bei mir den Puls gemessen hat und einige Untersuchungen durchgeführt, wie man&#8217;s macht, wenn so etwas im Raum steht. Er kannte wahrscheinlich mich. Weil, er hat mich dann immer so angeschaut. Übrigens ein sehr sympathischer Mann, kann man wirklich nicht anders sagen, also ich versteh da den Achim Stocker gut. Und nachher hat er sich dann geoutet und hat sich zu erkennen gegeben. Ich: &#8216;Nein, jetzt liege ich hier auf dem Wagen, und dann lerne ich ausgerechnet Sie jetzt hier auch kennen!&#8217; Aber er hat mich prima behandelt, wirklich sehr gut behandelt und ist dann wieder weggegangen. Ich hab keinen Herzinfarkt gehabt. Und ich hab ihn auch seitdem dann nie mehr gesehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hatte Fleischer nichts zu tun mit der Unterbringung von Schmid in der Rheintalklinik?</p>
<blockquote><p>Keine Rede! Ich hab in keiner Weise dabei mitgewirkt.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der Rathaus-Apotheke in Elzach, nördlich von Freiburg, waren die Doping-Ärzte Stammkunden. Dort bezogen sie Epo. Im selben Haus hat ein Bruder Gundolf Fleischers seine Arztpraxis. Wusste Fleischer davon?</p>
<blockquote><p>Das ist nicht zu fassen! Ich weiß auch nicht, dass die Praxis meines Bruders, der eine Praxis in Elzach hat, dass die über der Apotheke liegt. Also. Das hat überhaupt nichts damit zu tun!&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Der Bruder promovierte 1980 an der Uni, an der &#8220;Abteilung Leistungs- und Sportmedizin&#8221;. Erster Gutachter war Joseph Keul. &#8211; Viele Zufälle verbinden Gundolf Fleischer mit der Sportmedizin. Falsche Fährten, allesamt? Wir hätten gern Andreas Schmid gefragt. Doch der schweigt, auch gegenüber Journalisten. Das übermittelt sein Anwalt. Es ist derselbe, der Gundolf Fleischer vertritt.</strong></p>
<p>Schmid arbeitet nicht mehr in der Rheintalklinik. Ihm wurden kürzlich &#8220;die Räume gekündigt&#8221;, behauptet der Geschäftsführer. Und dass Schmid nie angestellt war, bloß seine private Praxis hier betrieb. Als wir im Winter die Klinik besucht haben, wies nirgendwo ein Schild auf diese Praxis hin. Patienten erzählten, ja, der Doktor Schmid sei auf der Station Innere Medizin. Die Rheintalklinik, dies ist am Hintereingang vermerkt, gehört zum Reha-Netzverbund des Uniklinikums. Das überweist Patienten. Und: Die Privatklinik ist Ausbildungskrankenhaus für Studenten. Schmids Wirken dort war in Freiburg bekannt, Zeitungen berichteten. Der Universität kann das kaum entgangen sein. Druck machte sie erst, nachdem der Deutschlandfunk Ende 2010 anfragte. Wie, wollten wir wissen, lässt sich das vereinbaren mit dem neuen &#8220;Anti-Doping-Konzept&#8221; des Uniklinikums? Das besagt zum Beispiel: Die Lehre, in Medizin und Sportwissenschaft, soll Bewusstsein wecken gegen Leistungsmanipulation.</p>
<p>Angehende Trainer studieren am Institut für Sport und Sportwissenschaften, kurz IfSS. Kommt das Thema Doping vor? Institutsdirektor Albert Gollhofer:</p>
<blockquote><p>Ich bin Physiker, Biomechaniker und bin von Natur aus eigentlich kein Biochemiker. Und zu blöd, die Facetten genau rüberzubringen. Wir haben in der Trainingswissenschaft schon so Eckpunkte, wo man sagen kann, wo die biologischen Limits sitzen, und dass man natürlich auch jetzt durch ein verstärktes Testosteronprofil ein verstärktes Muskeldickenwachstum oder ne beschleunigte Regeneration kriegt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Mediziner würden das Thema wohl einbeziehen, glaubt er. Im Fach Ethik könne es vorkommen. Die Wochenzeitung &#8220;Die Zeit&#8221; setzte Gollhofers Institut gerade auf Platz 1 ihres Rankings. Der Professor sagt, Weltspitze sei man in der Sportmotorik, der neuromuskulären Forschung. Gollhofer hält auch einen Gesellschafteranteil an der Radlabor GmbH. Die Firma wurde 2007 ausgegründet aus dem IfSS, kurz nach dem Telekom-Skandal. Sie wirbt auch mit dem, womit die Universität offiziell nichts mehr zu tun hat: mit der Betreuung von Radprofis. Als der Deutschlandfunk Anfang März berichtete, protestierten Gollhofer und Björn Stapelfeldt, der Firmenchef. Stapelfeldt zeigt nun Existenzgründeranträge von 2005. Beim Rundgang sagt er, Leistungsdiagnostik sei nur ein Geschäftsfeld:</p>
<blockquote><p>Wir haben hier in der Mitte Sitzposition, Biomechanik. Wir setzen den Menschen aufs Rad, messen Pedalkräfte, können Videoanalyse betreiben. Und wir haben hier verschiedene Trainingsprogramme, die sich an unterschiedliche Klientel richten: Fitnesssportler, Gesundheitssportler, Unternehmer, die irgendwas verbessern wollen. Und hintendrauf haben wir die Preise.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Radlabor GmbH entwickelt Messgeräte, die sie weltweit verkauft. Für den Bund Deutscher Radfahrer betreut sie Athleten. Profis nur noch vereinzelt. Stapelfeldt fühlt sich betrogen von den Ärzten, mit denen er arbeitete, und von den einstigen Stars, die auf seinen Geräten saßen:</p>
<blockquote><p>Woher wissen wir, welche Leistungen überhaupt möglich sind? Wenn man in Lehrbücher schaut, dann gab&#8217;s schon, als Epo noch gar kein Thema war, Sauerstoffaufnahmen von 90. Wurden von Radfahrern, von Ruderern berichtet.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gollhofer leitete ein Projekt im &#8220;Arbeitskreis Dopingfreier Sport&#8221;, über den ab 1998 der Telekom-Konzern offiziell Forschung im Dienste der Sauberkeit finanzierte: &#8220;Leistungsdiagnostische Betreuung im Radsport &#8211; Team Telekom&#8221;. Trainingsprogramme sollten geliefert werden. War es in Freiburg ganz anders als etwa in der ostdeutschen Sportforschungszentrale Leipzig, wo Trainingsmethodik auf Dopingkuren aufbaute? Waren keine seltsamen Leistungssprünge bemerkbar? Dafür müsse man, sagt Gollhofer, Sportler lange beobachten.</p>
<blockquote><p>Wir hatten die Leute projektbezogen bei uns, und wir hatten die immer so punktuell gesehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Projektdarstellung besagt etwas anderes: &#8220;Regelmäßig&#8221;, heißt es darin, würden &#8220;die Athleten des Team Telekom leistungsdiagnostisch erfasst&#8221;; &#8220;langfristig&#8221; die Daten im Radlabor dokumentiert. Kurz nach dem Gespräch geht uns ein internes Protokoll zu. Verklausuliert ist die Rede von &#8220;Ereignissen in der Sportmedizin&#8221;, die nun Einfluss hätten auf Institut und Radlabor. Das Rektorat habe jetzt &#8220;strukturelle Entflechtung&#8221; angeordnet. Heißt: Gollhofer wird nicht mehr Gesellschafter im Radlabor bleiben und Stapelfeldt nicht mehr am Sportinstitut angestellt.</p>
<p>Die Ergebnisberichte des Telekom-Arbeitskreises wären nützlich für die Große Kommission mit der Kriminologie-Professorin Letizia Paoli an der Spitze. Sie prüft die wissenschaftliche Arbeit der Sportmediziner auf Dopingrelevanz. Die Papiere seien unauffindbar, teilt die Uni mit. Einige Projekttitel riechen nach Beihilfe zum Doping. Dem Projektleiter Andreas Schmid etwa sponserte die Telekom Erkundungen zur &#8220;prospektiven&#8221; Analyse von Parametern für den indirekten Epo-Nachweis. Mit derlei Vorsorge ermittelt die Szene auch Abklingraten.</p>
<p>Die Kommission geht komplizierten Fragen nach. Eine: Schmid, der so genannte Einzelfall, forschte mit vielen Kollegen; die meisten sind noch an der Uni. Welchen Anteil hatten sie? Oder: Welche Expertise erwarben hier jene Doktoren, die heute bundesweit Lehrstühle besetzen und Athleten betreuen? Einfach wird das nicht. Noch ist offen, ob das Rektorat eher Rufschaden begrenzen will oder tatsächlich an Wahrheitsfindung interessiert ist. Letzten Sommer ließ man ein Rechtsgutachten anfertigen. Dem Deutschlandfunk liegt es vor.</p>
<p><strong>Es sperrt Unterlagen der Kleinen Doping-Kommission, die 2009 zum Telekom-Team berichtete, für die Große. Hauptgrund: Datenschutzgesetze. Nur Gutgläubige werden am Gutachter keinen Beigeschmack finden: Der Anwalt aus der Kanzlei Graf von Westphalen vertritt die Uni oft; er steht dem Verein &#8220;Freunde der Rechtswissenschaftlichen Fakultät&#8221; vor. Verwehrt wird der Paoli-Kommission auch Einsicht in die Personalakten von Armin Klümper und Joseph Keul.</strong></p>
<p>Mit Keul ist eine zentrale Frage verknüpft. Stimmt, was die Kleine Kommission feststellte? Dass Keul zwar Doping verharmloste, sich auch am Versand von Mitteln an Athleten beteiligte, dass ihm aber sonst nichts vorzuwerfen ist? Ging der Epo-Einsatz, angeblich erst ab 1996 und nur im Radsport, wirklich auf seine Schüler Schmid und Heinrich zurück? Ihr Meister interessierte sich beizeiten für den Stoff: Der sei &#8220;bei richtiger Anwendung ungefährlich&#8221; und könne &#8220;das Höhentraining durchaus ersetzen&#8221;, dozierte Keul 1991. Epo war neu damals. Woher wusste der Sportmediziner das?</p>
<p>An der Uni gab es eine Fachkraft: den Onkologen Roland Mertelsmann, als Pionier der Gentherapie gefeiert. Er setzte das Medikament als einer der Ersten in Deutschland bei Krebspatienten ein. Mertelsmann geriet 1997 in den Strudel des bis dato größten Skandals in der deutschen Medizin. Arbeiten des Krebsforschers Friedhelm Herrmann beruhten auf falschen Daten &#8211; und viele von Mertelsmann, seinem Doktorvater. Auch damals berief der Rektor eine Kommission:</p>
<blockquote><p>Das war keine einfache Aufgabe, weil unsere Kommission ja eigentlich gegen den Widerstand der Medizinischen Fakultät eingesetzt war und auch immer wieder konfrontiert wurde mit anwaltlichen Angriffen. Da kam mir als langjährigem Richter zustatten, dass man weiß, was man hinnehmen muss oder nicht hinnehmen muss. Und wir haben dann ohne Wenn und Aber unsere Kommissionsarbeit durchgezogen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Albin Eser leitete die Untersuchung. Der weltweit renommierte Emeritus war unter anderem Dekan an mehreren Universitäten, Richter in Den Haag, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Seine Kommission attestierte Mertelsmann grobe Regelverletzung und &#8220;fehlende Glaubwürdigkeit&#8221;.</p>
<blockquote><p>Unsere Kommission hatte von vornherein nur den Auftrag, Feststellungen zu treffen. Deshalb haben wir uns strikt darauf beschränkt, haben allerdings im Gespräch mit dem Rektor zum Ausdruck gebracht, dass jetzt die Universität gefragt sei und letztlich das Ministerium für Wissenschaft in Stuttgart, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Im Ministerium sind die Dinge dann nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hätte. Erstens ist man nur sehr zögerlich an die Sache herangegangen, und es ist eigentlich auch nicht sehr viel dabei herausgekommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mertelsmann stieg auf &#8211; die Kollegen bestellten ihn als Zeichen ihrer Solidarität zum geschäftsführenden Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum. Die Bitte um ein Gespräch beantwortet er nicht, auch keine schriftlichen Fragen zur Verbindung mit Keul. Die wichtigste: Führt eine Linie vom einen großen Skandal zum anderen, vom Wissenschaftsbetrug zum Sportbetrug? Mertelsmann und Keul waren befreundet. Sie publizierten gemeinsam. 1996 starteten sie mit der Firma CellGenix ins Stammzellen-Business. Den Pioniergeist der Professoren belobigte auch der US-Gentechnik-Riese Amgen, Weltmarktführer für Epo. CellGenix existiert noch &#8211; mit Mertelsmann und seiner Familienstiftung als Hauptgesellschafter. Die Universität hält Anteile. Und bis heute beteiligt: Die Erben von Joseph Keul.</p>
<p>Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt ermittelt in Freiburg Staatsanwalt Christoph Frank gegen Andreas Schmid, Lothar Heinrich, gegen weitere Ärzte und Betreuer des einstigen Telekom-Teams. Ein Verfahren hat er schon eingestellt, das gegen die Apothekerin in Elzach.</p>
<blockquote><p>Wir stellen ein System fest, das wohl alles andere als transparent ist, und müssen sehen, dass wir die strafrechtlich relevanten Vorwürfe rausfiltern können. Der Ausgang der Ermittlungen ist noch offen, wir gehen aber davon aus, in den nächsten Wochen das Verfahren abschließen zu können. Wenn das Verfahren abgeschlossen wird, wird sich die Abschlussverfügung der Staatsanwaltschaft natürlich auch mit der Beschreibung des Systems der Behandlungen am Universitätsklinikum Freiburg befassen, um auch deutlich zu machen, welche geringen Möglichkeiten das Strafrecht hat, um Dopingpraktiken im Nachhinein zu bewerten und strafrechtlich einzuordnen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mit geschlossenen Systemen kennt Frank sich aus. In den 80ern ermittelte er gegen Armin Klümper. Es ging um Abrechnungsbetrug. Als verhandelt wurde, lag der qualvolle Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel, auch sie von Klümper gespritzt, noch nicht lange zurück.</p>
<blockquote><p>Es gab damals, von Sportlern gegründet, eine Initiative, die den Prozess sehr eng begleitet hat und immer wieder darauf hingewiesen hat, dass in der Abwägung der medizinischen Leistungen von Professor Klümper und den strafrechtlichen Vorwürfen ein Ungleichgewicht bestehe. Eberhard Gienger hat damals diese Gruppe organisiert. Die Sportler &#8211; die Hauptverhandlung hat sich ja über viele Monate hin erstreckt &#8211; haben die Hauptverhandlung begleitet durch Interviews, durch Pressearbeit, um Professor Klümper zu unterstützen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Neben Gienger, heute für die CDU im Bundestag, gewesener Vizepräsident im Deutschen Olympischen Sportbund und einst von Klümper mit Anabolika versorgt, gehörten die Fechterin Anja Fichtel oder die Hoeneß-Brüder zur Sportlerfront. Und was Rang und Namen hatte im aktiven Spitzensport, pilgerte weiter zu ihm &#8211; oder zu Keul. Freiburger Mediziner-Erfolg schätzte auch die Politprominenz, nicht nur in Form von Medaillen. Landesminister wie Fußballfunktionär Gerhard Mayer-Vorfelder, sein Kollege aus dem Justizressort, Beamte aus dem Bundesinnenministerium &#8211; sie waren Geldgeber und Patienten. Das Offensichtliche gehörte zum System:</p>
<blockquote><p>In den Verfahren gegen Professor Klümper hat, ohne dass Professor Keul beteiligt war, Professor Keul immer eine Rolle gespielt. Im Hintergrund war immer auch der nicht offen geäußerte Vorwurf des Dopings beidseits erhoben worden. Nach meinem Eindruck aus dem Verfahren gegen Professor Klümper war es ihm jedenfalls wichtig, auch immer wieder sich von Herrn Keul zu unterscheiden, deutlich zu machen, dass er andere Maßstäbe für seine medizinischen Behandlungen habe als Professor Keul. Der wiederum hat außerhalb des Prozesses seine Vorstellungen über die Behandlungsmethoden von Professor Klümper sehr deutlich geäußert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Fall Klümper waren politische Einflussnahme und medienwirksamer Beistand offen zu besichtigen. Ein wenig haben sie sich doch geändert, die Zeiten. Jetzt, mit der grün-roten Revolution im Musterländle, soll ohnehin alles anders werden, auch im Sport. In der Opposition interessierten sich Grüne und SPD wenig für die Breisgauer Dopingpraxis. Wie sie offengelegt wird, das könnte ein Maß sein für die neue Politik.</p>
<p>Gundolf Fleischer, der badische Sportpräsident, will selbstverständlich auch Aufklärung. Nur schnell soll sie gehen:</p>
<blockquote><p>Heinrich und Schmid &#8211; das waren zwei. Und alle anderen, die haben Zeit ihres Lebens tadellose Arbeit geliefert. Und deswegen muss ich schauen, dass die auch bald wieder dazu kommen, dass sie diese Arbeit machen können. Und dass auch dieser gute Ruf, den Freiburg immer wieder gehabt hat, auf die Weise wieder hergestellt wird. Einerseits Aufklärungsgebot und auf der anderen Seite auch alles zu tun, damit nicht diese über Jahrzehnte hervorragende Einrichtung über Gebühr und unverhältnismäßig Schaden nimmt. Sondern wieder zu alten Zeiten möglichst sogar zurückkehren kann.&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Die Autobahnen und Wunderpillen des DDR-Doping-Funktionärs Thomas Köhler</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:48:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: <a title="Berliner Zeitung vom 13. September 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0913/seite3/0001/index.html" target="_blank">&#8220;Dem Herzen trauen&#8221;</a>.</p>
<p>Und nun das.</p>
<blockquote><p>(dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400)</p>
<p>Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport</p>
<p>Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa</p></blockquote>
<p>Ich weiß nicht, was so exklusiv daran ist, wenn das Buch von Köhler am Donnerstag doch auf den Markt kommt. Ich würde eher mal vorschnell sagen: Es ist gute PR für ein Buch, das <a title="Verlag Das Neue Berlin" href="http://www.eulenspiegel-verlag.de/programm-1/titel/913-Zwei_Seiten_der_Medaille.html" target="_blank">&#8220;Zwei Seiten der Medaille heißt&#8221;</a>. Eine wichtige Passage aus dem Elaborat wird ja bereits heiß diskutiert:</p>
<blockquote><p>Doping sei nur &#8220;für ausgewählte Kadersportler vorgesehen gewesen, die in der Regel erwachsen waren. Ausnahmen bestanden zum Beispiel im Schwimmen, einer Sportart mit einem geringeren Höchstleistungsalter, wobei nur Sportler einbezogen wurden, die nach einem mehrjährigen Trainingsprozess zur Leistungsspitze zählten.&#8221;</p>
<p>Den Sportlern unterstellt der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) grundsätzlich eine Mitwisserschaft. &#8220;Alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht. Mir ist aus meiner Tätigkeit im Leistungssport nicht bekannt, dass ein Trainer oder ein Sportler von oben angewiesen wurde, Dopingmittel zu verwenden&#8221; &#8230;</p>
<p><em>(Quelle: SID)</em></p></blockquote>
<p>Ich frage mich zunächst natürlich, warum dieser &#8220;Exklusiv&#8221;-Beitrag der Deutschen Presse-Agentur ausgerechnet von einem ehemaligen Stasi-IM mit verfasst wurde, der zwar Manfred heißt, aber eben nicht Leopold.</p>
<p>Wieder werden die <a title="tag: Dopingopfer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingopfer/" target="_self">Dopingopfer</a> <span style="text-decoration: line-through;">verhönelt</span> verhöhnt.</p>
<p>Höflich formuliert: Das ist irgendwie unpassend.</p>
<p>Irgendwie passend ist allerdings die <a title="Eklat bei erster Lesung ..." href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1039519" target="_blank">Geschichte</a> von der ersten &#8220;Lesung&#8221; aus Köhlers Buch beim Lügen-Verein von Altkadern und Stasileuten, dem so genannten <a title="Sport und Gesellschaft" href="http://www.sport-gesellschaft.de/" target="_blank">Verein Sport und Gesellschaft e. V.</a>, wo sich Dopingopfer <a title="tag: Uwe Trömer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=uwe+tr%C3%B6mer" target="_self">Uwe Trömer</a> <a title="FAZ: Unverschämte Lüge" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E858F84DD47B94696BCF82EA2E3D521AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">eingemischt hat</a>.</p>
<p>Es tut mir leid, ich weiß, neue Freunde mache ich mir auch mit diesen Bemerkungen nicht. Und alte Bekannte werden sich abwenden, sofern sie es nicht längst getan haben. Aber es gibt Grenzen im Leben, und es gibt Grenzen im Journalismus. Das darf man auf einem privaten Blog sicher sagen, ohne sich zum journalistischen Chefethiker aufspielen zu wollen.</p>
<p>Ich traf Thomas Köhler im vergangenen Jahr zweimal: Zunächst beim <a title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Festakt zum 40. Jahrestag des Sportausschusses</a> des Deutschen Bundestages, als er sich angeregt mit DOSB-Vizepräsident Eberhard Gienger (CDU) unterhielt. Und später bei der Pressevorführung des Filmes <a title="Tagesspiegel: Die Goldmacher" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/medaillen-mit-kehrseite/1608396.html" target="_blank">&#8220;Die Goldmacher&#8221;</a> meines Freundes Albert Knechtel, als ich eine kurze Gesprächsrunde leitete und irgendwann Thomas Köhler, der im Publikum saß, fragte, ob er sich als Fachmann nicht an der Diskussion beteiligen wolle. Er mochte nicht. Ich weiß nicht mehr genau, ob er damals gesagt hat, er schreibe ein Buch und wolle sich lieber auf diese Art äußern.</p>
<p>Muss sich die Welt mit den Ergüssen von Thomas Köhler befassen? Köhler, Olympiasieger im Rennrodeln und langjähriger Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR. Einer der Verantwortlichen für das staatlich sanktionierte Massendoping an Kindern und Jugendlichen. Einer, der immer noch Lügen verbreitet. Zu behaupten, die/alle gedopten Athleten hätten gewusst (&#8220;alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht&#8221;), was sie einnehmen bzw. was ihnen verabreicht wird, ist nicht nur eine Lüge, es ist die Negierung einer historischen Wahrheit.</p>
<p>Es ist, als ob Köhler argumentieren würde, Mensch, der Hitler war ja gar nicht so schlecht, schließlich hat er Autobahnen gebaut &#8230;</p>
<p>Sorry, aber auf diesem Niveau agiert der DTSB-Vize, der so gern Nachfolger von Manfred Ewald geworden wäre.</p>
<p>Wie konnte ich nur so naiv sein, darauf zu hoffen, dass nach den unsäglichen Diskussionen um die <a title="tag: Dopingtrainer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingtrainer/" target="_self">Dopingtrainer</a> im deutschen Sport im vergangenen Jahr endlich Ruhe einkehren würde. Dumm von mir. Foolish.</p>
<p>Ich war den ganzen Tag privat unterwegs und habe erst am Nachmittag durch Anrufe einiger Redaktionen von den Meldungen erfahren. Mag sein, dass ich jetzt etwas vorschnell reagiere, ohne das Buch gelesen zu haben (was ich natürlich tun werde, ich lese sogar sämtliche Elaborate des o. g. Vereins und anderer Missetäter, sofern sie mir zugänglich sind), ich glaube aber nicht. Ich wiederhole mich: Manches muss raus, das ist gut für den Magen.</p>
<p>Ich fürchte, dass ich diesen Beitrag am Abend noch etwas verlängern und umschreiben werde. Vorerst aber nur eine meiner Lieblingspassagen (darf man das bei diesem Thema sagen?) aus Doping-Stasi-Akten, aufgeschrieben von einem der DDR-Chefdoper, von Manfred Höppner, stellvertretender Leiter des Sportmedzinischen Dienstes der DDR, alias IMB Technik, Ende 1985:</p>
<blockquote><p>Am 28. November 1985 fand eine Beratung mit den beiden Vizepräsidenten, Genossen Köhler und Röder, über den weiteren perspektivischen Einsatz von uM statt. Grundlage für dieses Gespräch war das bekannte interne Material, welches im Auftrag des Genossen Ewald durch den IMB und Prof. Lehnert erarbeitet wurde.</p>
<p>Beide Vertreter des DTSB brachten ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass bis 1988 angeblich nur vorrangig die bisher bekannten Pharmaka zur Anwendung kommen in differenzierter Form und umfassender Abstimmung mit dem Trainingsprozess.</p>
<p>Sie waren der Auffassung, dass es möglich sein müsste, noch bis zu den Olympischen Spielen 1988 eine sogenannte &#8220;Wunderpille&#8221; zu erforschen.</p>
<p><strong>Speziell Genosse Köhler stellte konkret die Forderung, ein solches Präparat aus der Reihe der Psychopharmaka zu entwickeln, um bei den Sportlern zum Wettkampf eine gewisse Aggressivität zu entwickeln und vorhandene Anzeichen von Angst und Nervosität auszuschalten &#8230;</strong></p>
<p>Im Gespräch machte der IMB weiterhin darauf aufmerksam, dass bereits seit einigen Jahren durch ihn das Präparat STS (Steroidsubstanz) an die Sportler verabreicht wird, ohne dass dieses jemals entsprechend dem Arzneimittelgesetz geprüft wurde &#8230;</p></blockquote>
<p>Thomas Köhler wurde im Oktober 1999 wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 107 Fällen (zwischen 1977 und 1989) zu einer Geldstrafe in Höhe von 26.400 Mark verurteilt.</p>
<p>tbc</p>
<ul>
<li>Ralf hat etliche Meldungen zum Köhler-Buch bereits in den Kommentaren zum Artikel <a title="Historische Hypotheken des deutschen Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports" target="_self">&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</a> verlinkt</li>
<li>Bevor die Ratten wieder aus ihren Löchern kriechen und blödes Zeug behaupten: Ja, ich war die ersten zehn Monate meines &#8220;journalistischen&#8221; Lebens Volontär der FDJ-Zeitung Junge Welt und habe die Dinge seinerzeit <a title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">etwas naiver betrachtet</a></li>
</ul>
<p>Lesebefehl, Verzeihung (zumindest noch mal drin schmökern, gerade heute), mein wichtigster Beitrag der vergangenen Jahre, die andere Seite der Medaille:</p>
<ul>
<li><a title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/" target="_self">Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</a></li>
</ul>
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href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/"></a></p>
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		<title>&#8220;Du bist gegangen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 14:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie waren Helden, aber keine Widerstandkämpfer. Sie haben Großes geleistet im Sport. Sie waren in der DDR äußerst erfolgreich. Sie waren privilegiert. Sie alle haben einst dennoch die DDR verlassen: Jürgen Sparwasser, Hans-Georg Aschenbach, Falko Götz, Jürgen May, Claus Tuchscherer, Lutz Eigendorf, Wolfgang Thüne, Jörg Berger und viele andere. Die Stasi nannte sie &#8220;Sportverräter&#8221; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie waren Helden, aber keine Widerstandkämpfer. Sie haben Großes geleistet im Sport. Sie waren in der DDR äußerst erfolgreich. Sie waren privilegiert. Sie alle haben einst dennoch die DDR verlassen: Jürgen Sparwasser, Hans-Georg Aschenbach, Falko Götz, Jürgen May, Claus Tuchscherer, Lutz Eigendorf, Wolfgang Thüne, Jörg Berger und viele andere. Die Stasi nannte sie &#8220;Sportverräter&#8221; und hat ihnen einen so genannten Zentralen Operativen Vorgang (ZOV) gewidmet.</p>
<p>Das &#8220;Zentrum Deutsche Sportgeschichte&#8221; um die Historiker Jutta Braun und Michael Barsuhn will ihre Geschichten aufarbeiten. Eine Diskussionsveranstaltung in der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ vergangenen Mittwoch in Berlin soll ein Anfang sein. Die Frage ist nur: Wer zahlt die Forschung? Seit 1994 die damalige Gauck-Behörde eine bemerkenswerte Studie veröffentlichte, gibt es zum ZOV „Sportverräter“ eigentlich keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse. Mindestens 615 Leistungssportler, Funktionäre, Sportmediziner und Trainer haben die DDR verlassen. Zahlen sind das eine. Geschichten das andere. Jede Generation kennt ihre Fluchtgeschichten. Manche Abtrünnige Karin Balzer, die Hürden-Olympiasiegerin von 1964, oder die Eishockeyspieler Guido Hiller und Stefan Steinbock, wurden von der Stasi zurückgeholt und durften als Sportler weitermachen. Andere, wie der Fußballer Lutz Eigendorf, wurden wahrscheinlich von der Stasi im Westen ermordet.</p>
<p>Man kann sich durch Berge von Stasi-Akten wühlen. Man kann, wie manche Forscher, akribisch die Zahl von inoffiziellen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Stasi zusammentragen, die auf Sportler angesetzt waren und etwa bei Olympischen Spielen im DDR-Team zugegen waren. Man kann Befehlsstrukturen beschreiben. Was aber mehr wirkt und was der Geschichte und den Geschichten die Tiefe gibt, sind Sätze wie diese, ausgesprochen von Hans-Georg Aschenbach, 22 Jahre nach seiner Flucht in den Westen:</p>
<blockquote><p>„Die einzige, die mich verstanden hat, war meine Mama.“</p></blockquote>
<p>Aschenbach war 1974 Weltmeister und 1976 Olympiasieger im Skispringen. Er blieb 1988, da war er schon Verbandsarzt, bei einem Mattenspringen in Hinterzarten in der Bundesrepublik. Er holte ein knappes Jahr später, in einer erstaunlichen Aktion unter Einschaltung der Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen und der Bundesregierung, noch vor dem Fall der Mauer seine Familie nach. Doch die Ehe zerbrach. Seine erste Frau und seine Kinder „können nicht vergessen und nicht verzeihen, was da passiert ist“, sagt Aschenbach.</p>
<blockquote><p>„Und mit meinem Vater kann ich heute noch nicht darüber diskutieren, weil er es nicht versteht.“</p></blockquote>
<p>Es ist diese menschliche Dimension, die nachwirkt und beeindruckt. Tragik und Brüche im engsten Familienkreis.</p>
<p>Der Turner Wolfgang Thüne ist 1975 von der Europameisterschaft in Bern von seinem westdeutschen Kontrahenten Eberhard Gienger in dessen Opel Mantra über die Grenze gebracht worden. Gienger fuhr danach zurück, um am Abschlussbankett teilzunehmen, zu feiern und sich bei allen sehen zu lassen, damit niemand auf die Idee käme, er habe mit Thünes Flucht zu tun. 25 Jahre lang blieb diese Geschichte nur wenigen Eingeweihten bekannt. Für Gienger, heute CDU-Bundestagsabgeordneter und Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), war es eine abenteuerliche Episode. Für Thüne war es der Schritt in ein neues Leben. Seine Tochter, geboren 1973, hat er erst 1989 nach dem Mauerfall wieder gesehen.</p>
<p>Hans-Georg Aschenbach sagt: „Zu Hause ist der halbe Ort gegen mich.“ Er meint damit nicht seine zweite Heimat Freiburg. Er meint Brotterode in Thüringen. „Ich gehe trotzdem nach Hause und grüße alle ganz arg freundlich!“ Vor allem im Sport, sagt er, wird nur übereinander, aber kaum miteinander geredet.</p>
<blockquote><p>„Es ist immer noch ein System dazwischen. Geht aber niemand aufeinander zu, wird es nie bereinigt.“</p></blockquote>
<p>Er hat versucht, mit Jens Weißflog zu reden. Aber ein wirkliches Gespräch kam nicht zustande. Weißflog zählte neben Katarina Witt, Kristin Otto und Wolfgang Hoppe zu jenen Olympiasiegern, die im Sommer 1989 in DDR-Zeitungen Aschenbach verdammen mussten. „Erst der Verrat, dann die Lüge“, titelte damals die FDJ-Zeitung <a title="&quot;Der Appetit kam beim Essen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">Junge Welt</a>, nachdem Aschenbach in der Bild-Zeitung über das DDR-Dopingsystem berichtet hatte. 30.000 Westmark gab es dafür, ein vergleichsweise bescheidener Lohn. „Damals ging es mir noch um die Wahrheit, weniger ums Geld“, sagt Aschenbach und grinst. Geld hat er im Umfeld der Freiburger Dopingärzte Klümper und Keul später genug verdient, das ist eine andere Wahrheit, über die er am Sonntag im „Sportgespräch“ des Deutschlandfunks berichtet.</p>
<p>Heute geht es Aschenbach um Rehabilitation. Diesen Begriff benutzt er oft. Dabei weiß er doch genau, dass es die Rehabilitation für einen wie ihn nicht gibt. Er ist eben der „Sportverräter“, der Armeearzt, der Oberstleutnant der Nationalen Volksarmee, der hochrangigste republikflüchtige Sportler, wenn man so will. Die einen sagen noch immer vorwurfsvoll: „Du bist gegangen!“ Die anderen sahen ihn kommen und hatten doch kaum Interesse an seiner Geschichte.</p>
<p>Dazwischen gibt es nicht viel.</p>
<p>„Das ist eine Frage der Generationen. Das sitzt in den Köpfen“, sagt Wolfgang Thüne. Mit den jüngeren, „den 30-jährigen, die nicht in dieser Zeit gelebt haben“, könne man reden. „Da geht es wieder.“ Doch mit den älteren, seinen ehemaligen Sportkameraden in Potsdam? Kaum. Funkstille. Kürzlich war er bei einem Ehemaligentreffen. Da sitzt man dann eben an anderen Tischen. Mit einem der Stasi-IM, die ihn bespitzelt haben, teilte er einst die Zimmer im Internat und auf Reisen. Der Spitzel hat sich nie erklärt.</p>
<p>Thüne legt nun keinen Wert mehr darauf.</p>
<p><em>Ich wollte diesen Text &#8211; erschienen in der Berliner Zeitung und in der Stuttgarter Zeitung &#8211; eigentlich gründlich aufmöbeln mit einigen Dokumenten, vielen Links und etlichen Buch-Empfehlungen. Doch dazu komme ich in diesen Tagen leider nicht. Das Thema ist mir allerdings sehr wichtig &#8211; steht deshalb ziemlich weit oben auf der to-do-Liste für das Blog.</em><br />
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (52): Gesine Tettenborn lässt ihren Doping-Weltrekord streichen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 12:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus dem aktuellen Spiegel: Gesine Tettenborn, geb. Walther, ließ ihren Namen aus der Rekordliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes streichen. Frau Tettenborn rannte gemeinsam mit Marita Koch, Sabine Busch und Dagmar Rübsam im Juni 1984 in Erfurt einen &#8220;Weltrekord&#8221; in der Rundenstaffel. Nachdem vor einigen Jahren bereits Ines Geipel ihren Namen aus der Rekordliste der Klub-Sprintstaffel tilgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus dem aktuellen <a title="Vorabmeldung zum Interview mit Gesine Tettenborn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673530,00.html" target="_blank">Spiegel</a>: <strong>Gesine Tettenborn</strong>, geb. Walther, ließ ihren Namen aus der <a title="DLV-Rekordliste" href="http://www.leichtathletik.de/image.php?AID=9312&amp;VID=0" target="_blank">Rekordliste</a> des Deutschen Leichtathletik-Verbandes streichen. Frau Tettenborn rannte gemeinsam mit Marita Koch, Sabine Busch und Dagmar Rübsam im Juni 1984 in Erfurt einen &#8220;Weltrekord&#8221; in der Rundenstaffel. Nachdem vor einigen Jahren bereits Ines Geipel ihren Namen aus der Rekordliste der Klub-Sprintstaffel tilgen ließ, stehen nun zwei Sternchen in den Annalen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6258" title="Rekordliste des DLV, Januar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/4x400ddr.gif" alt="" width="500" height="117" /></p>
<p>Dazu zwei Hörbefehle, zwei Interviews von Astrid Rawohl gestern im Deutschlandfunk:</p>
<ul>
<li>Interview mit Spiegel-Autor <strong>Udo Ludwig</strong>:</li>
</ul>
<p><a title="DLF-Interview mit Udo Ludwig" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/01/23/dlf_20100123_1922_29647c4c.mp3">:</a></p>
<ul>
<li>Interview mit Gesine Tettenborn:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/01/23/dlf_20100123_1925_19655c97.mp3">:</a></p>
<ul>
<li>Weitere Informationen/Links zum Thema &#8220;<a href="http://jensweinreich.de/?p=3420">Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Ergänzend eines meiner Lieblingsdokumente aus dem DDR-Dopingfundus, ein Treffbericht von Manfred Höppner alias IM Technik. <span id="more-6257"></span>Für die DDR-Meisterschaft in Erfurt war damals &#8220;grünes Licht&#8221; erteilt, absolute Dopingfreigabe auch für die zweite und dritte Garde:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6264" title="Treffbericht IMB Technik" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/ewald1984technikerfurt.gif" alt="" width="500" height="311" /></p>
<p>In der <a title="Rekordliste der IAAF" href="http://www.iaaf.org/statistics/toplists/inout=o/age=n/season=0/sex=W/all=y/legal=A/disc=4X4/detail.html" target="_blank">Rekordliste</a> des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF steht die DDR-Staffel noch auf Rang drei. Was soll&#8217;s, die Mädels davor waren auch gedopt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6265" title="IAAF Rekordliste 4 x 400 Meter Frauen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/iaaf-liste-4400.gif" alt="" width="500" height="135" /></p>
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		<title>9. November</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/09/9-november/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 13:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war die wichtigste Seite der Tageszeitung &#8220;Deutsches Sportecho&#8221; vom 9. November 1989, den ich an meinem Roten Kloster in Leipzig verbracht habe. Der DTSB wollte das Ruder herumreißen, irgendwie. Das Sportecho war Bückware in der DDR, es war &#8211; wenn ich mich recht erinnere &#8211; Organ des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war die wichtigste <a title="pdf: Deutsches Sportecho vom 9. November 1989" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/sportecho-09111989.pdf" target="_blank">Seite</a> der Tageszeitung &#8220;Deutsches Sportecho&#8221; vom 9. November 1989, den ich an meinem <a title="&quot;Der Appetit kam beim Essen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2534" target="_self">Roten Kloster</a> in Leipzig verbracht habe. Der DTSB wollte das Ruder herumreißen, irgendwie. Das Sportecho war Bückware in der DDR, es war &#8211; wenn ich mich recht erinnere &#8211; Organ des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der Deutschen Demokratischen Republik. Oder so.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5777" title="Deutsches Sportecho, 9. November 1989" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/se1-09111989.jpg" alt="" width="500" height="389" /><img class="aligncenter size-full wp-image-5778" title="Deutsches Sportecho, 9. November 1989" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/se2-09111989.jpg" alt="" width="500" height="377" /></p>
<p>Jedenfalls werde ich gerade sehr melancholisch. Habe am Schreibtisch nebenbei &#8220;Das Leben der Anderen&#8221; gucken wollen. So ganz nebenbei ist es dann doch nicht geworden. Mit einer Chronik des Sports wollte ich die Turbulenzen des Herbstes 89 und des Jahres 1990 eigentlich immer mal begleiten. Einige Notizen habe ich in den vergangenen Wochen für den Deutschlandfunk zusammengetragen. Es geht viel schöner, professioneller, umfassender, korrekter &#8211; ich weiß. Es gäbe viel mehr zu sagen. Darüber sind ja schon Bücher geschrieben worden, wenngleich wenige richtig gute. Wohin mit all den Dokumenten, Akten und Erinnerungen? Das nächste Jubiläum kommt bestimmt, dann kann man/ich die Sache etwas gründlicher angehen. Vielleicht. Meine wichtigste Geschichte dieses Jahres hat auch mit dem DDR-Sport zu tun, es ist die Geschichte der <a title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4893" target="_self"><strong>Johanna Sperling</strong></a>.</p>
<p>Wer reinhören mag, hier einige Impressionen einer kleinen Sport-Wendechronik, die der Deutschlandfunk in den kommenden Wochen in unregelmäßigen Abständen hoffentlich fortsetzt. Es sind bisher 20 Minuten geworden &#8211; und das Thema ist nur ansatzweise ohne Anspruch auf Vollständigkeit behandelt.</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/Teile1-3.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Den erweiterten Text werde ich demnächst online stellen, um gemeinsam daran zu arbeiten, jeder der Lust hat, ist herzlich eingeladen &#8211; bis zum 3. Oktober 2010 ist ja noch etwas Zeit. Suche gerade das passende Tool.</p>
<ul>
<li>Absolut zu empfehlen: Herbert Fischer-Solms im DLF-Sportgespräch mit <strong>Roland Jahn</strong> und <span style="color: #000000;"><strong>Manfred Kruczek</strong></span>, vor denen ich größten Respekt habe, zur &#8220;Rolle des Sports bei der deutschen Vereinigung&#8221;.</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/08/dlf_20091108_2330_854f4c51.mp3" target="_self">:</a></p>
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		<title>Der Fuchs im Hühnerstall lehnt die Petition des Dopingopferhilfevereins ab</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 22:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade wurde hier die Frage diskutiert, was eigentlich aus der Petition des Dopingopferhilfevereins geworden ist. Nun, die Antwort lautet: Klaus Zöllig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH), hat Post bekommen. Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-Petitionsausschusses teilt zur Petition 1-16-06-228-053614 mit: Sehr geehrter Herr Dr. Zöllig, als Anlage übersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade wurde <a title="Kommentare zu Johann Sperling ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4893#comment-14364" target="_self">hier</a> die Frage diskutiert, was eigentlich aus der <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Petition des Dopingopferhilfevereins</a> geworden ist. Nun, die Antwort lautet: Klaus Zöllig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH), hat Post bekommen. Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-Petitionsausschusses teilt zur Petition 1-16-06-228-053614 mit:</p>
<blockquote>
<p align="left">Sehr geehrter Herr Dr. Zöllig,</p>
<p align="left">als Anlage übersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte um Kenntnisnahme.</p>
<p align="left">Darüber hinaus möchte ich Sie auf die Beschlussempfehlungen und Berichte des Sportausschusses &#8211; Bundestags-Drucksachen 16/13175, 16/13579, 16/5937, 16/5526, 16/4738, 16/4166 &#8211; sowie auf die Antwort der Bundesregierung &#8211; Bundestags-Drucksache 16/4264 &#8211; hinweisen. Diese können Sie im Internet unter www.bundestag.de. dort unter Dokumente/Datenbank Dokumente einsehen und ausdrucken.</p>
<p align="left">Vor dem Hintergrund der Ausführungen des BMI und der angeführten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte für darüber hinausgehende parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses. Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet. Sollten aus Ihrer Sicht jedoch noch Einwände bestehen, bitte ich, diese möglichst konkret darzulegen.</p>
<p align="left">Mit freundlichen Grüßen</p>
<p align="left">Im Auftrag </p>
</blockquote>
<p align="left">Ich habe mir die Mühe gemacht, sämtliche erwähnten Drucksachen zu verlinken. Allein diese Auflistung der Dame vom Bundestag ist schon eine Frechheit, weil sich darunter <a title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">Anträge wie jener</a> der Grünen (16/13175) befinden, die ja nicht wirklich diskutiert, sondern nur kollektiv abgelehnt wurden. Demokratie nennt man so etwas.</p>
<ul>
<li><a title="Drucksache 16/13175" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/131/1613175.pdf" target="_blank">Drucksache 16/13175</a>, Antrag der Grünen: Dopingvergangenheit umfassend aufarbeiten</li>
<li><a title="Drucksache 16/13579" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/135/1613579.pdf" target="_blank">Drucksache 16/13579</a>, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag der Grünen</li>
<li><a title="Drucksache 16/5937" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/059/1605937.pdf" target="_blank">Drucksache 16/5937</a>, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zu 16/5526, 16/4738, 16/4166</li>
<li><a title="Drucksache 16/5526" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/055/1605526.pdf" target="_blank">Drucksache 16/5526</a>, Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport</li>
<li><a title="Drucksache 16/4738" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/047/1604738.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4738</a>, Antrag der FDP: Bekämpfung des Dopings im Sport vorantreiben und Optimierungsmöglichkeiten ausschöpfen</li>
<li><a title="Drucksache 16/4166" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/041/1604166.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4166</a>, Antrag der Grünen: Bekämpfung des Dopings im Sport</li>
<li><a title="Drucksache 16/4264" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/042/1604264.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4264</a>, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP</li>
</ul>
<p>Volldemokratisch auch das Verfahren mit Zölligs Petition: Der sagen wir: Beschuldigte, also das BMI, wird um eine Stellungnahme gebeten. Der Sportabteilungschef des Bundes sagt, er könne <strong>&#8220;fehlerhaftes Verhalten des Bundes nicht erkennen&#8221;</strong>. Dann ist ja alles gut. Damit hat sich die Sache erledigt.</p>
<p>Tatsächlich?</p>
<p>Das erinnert mich an die Geschichte vom <a title="tag: der Fuchs im Hühnerstall" href="http://jensweinreich.de/?s=%22fuchs+im+h%C3%BChnerstall%22" target="_self">Fuchs im Hühnerstall</a>, die hier am Beispiel einiger Korruptionsthemen immer mal wieder erwähnt wurde.</p>
<p align="left">Eigentlich müsste ich sagen: Mir fehlen die Worte. Ich bin schockiert &#8211; und bestimmt auch reichlich dumm anzunehmen, so eine Petition könne ernsthaft behandelt werden. Doch nicht in dieser <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportfamilie</a>. Doch <a title="Bundesinnenministerium unterstützt den Bund Deutscher Radfahrer" href="http://jensweinreich.de/?p=1556" target="_self">nicht</a> <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">in</a> <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">dieser</a> <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">Spezialdemokratie</a>.</p>
<ul>
<li>Hier ist das <a title="Brief BMI an Petitionsausschuss" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/09/bmi-kass-an-petitionsausschuss-2009.pdf" target="_blank"><strong>Schreiben des BMI-Abteilungsleiters</strong></a> Rüdiger Kass an den Petitionsausschuss (pdf, 11 Seiten, 1 MB) </li>
</ul>
<p>Wie schrieb doch die Dame vom Amt?</p>
<blockquote><p><strong>Vor dem Hintergrund der Ausführungen des BMI und der angeführten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte für darüber hinausgehende parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses. Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet. </strong></p></blockquote>
<p><span id="more-5248"></span>Ich habe dazu für den <a title="DLF vom 26. September 2009: Beitrag zur Ablehnung der DOH-Petition" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1040832/" target="_blank">Deutschlandfunk gedichtet</a>. Und in Kurzfassung für einige Zeitungen geschrieben:</p>
<blockquote><p>Die Debatte über die Beschäftigung dopingbelasteter Trainer mit Steuermitteln im deutschen Spitzensport erhält eine weitere bizarre Zuspitzung. Der Petitionsausschuss des Bundestages hat die Eingabe des Dopingopferhilfevereins (DOH) wegen der unsachgemäßen Verwendung von Sportfördermitteln abgelehnt. Es gebe „keine Anhaltspunkte für parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses&#8221;, wird dem Petenten und DOH-Vorsitzenden Klaus-Dieter Zöllig mitgeteilt. „Ihre Eingabe wird als erledigt betrachtet.&#8221; </p>
<p>Die Debatte hatte sich im Frühjahr am Fall Werner Goldmann und anderen ehemaligen DDR-Dopingtrainern erhitzt, die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nach pauschalen Erklärungen weiter beschäftigt wurden. Die Petition, die der DOH-Vorsitzende Klaus Zöllig Ende April 2009 eingereicht hatte, richtete sich gegen das für die Spitzensportförderung zuständige Bundesinnenministerium (BMI). Minister Wolfgang Schäuble (CDU) habe „pauschal Verstöße von Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften&#8221; und damit auch „die rechtwidrige Verwendung von Steuermitteln&#8221; akzeptiert, argumentierte Zöllig. Er verlangte „die Einhaltung der entsprechenden Gesetze&#8221; und eine rückwirkende Überprüfung von Steuermitteln. Der von Kersten Naumann (Die Linke) geleitete Petitionsausschuss holte lediglich eine Stellungnahme des BMI ein, die im Kern sagt: „fehlerhaftes Verhalten des Bundes&#8221; sei „nicht zu erkennen&#8221;.</p>
<p>Rüdiger Kass, Leiter der Sportabteilung des BMI, behauptet in seinem elfseitigen Schreiben, in den aktuellen Antidoping-Klauseln des BMI mit den Sportverbänden sei „eine zurückliegende Dopingbelastung von Trainern der ehemaligen DDR nicht erfasst&#8221; und könne keiner „zuwendungsrechtlichen Überprüfung bzw. Sanktion unterliegen&#8221;. Zudem seien die von Zöllig „behaupteten Gerichtsentscheidungen über nachgewiesene Dopingtaten nicht bekannt&#8221;. </p>
<p>Tatsächlich verweisen die Antidoping-Klauseln auf Empfehlungen des Deutschen Sportbundes vom Dezember 1991. In den aktuellen Verträgen mit den Spitzenverbänden ist „Mittelwiderruf bei Zuwiderhandlung&#8221; ausdrücklich vorgesehen. Doch so genau wollte es der Petitionsausschuss nicht wissen. DOH-Chef Zöllig versteht die Welt nicht mehr. „Das ist empörend&#8221;, sagt er: „Der Kritisierte, das BMI, schreibt sich selbst eine Entschuldigung, die der Petitionsausschuss ohne Prüfung akzeptiert. Das wird einem Rechtsstaat nicht gerecht.&#8221;</p>
<p>BMI-Abteilungsleiter Kass stellt einige Behauptungen auf, die näherer Prüfung schwer standhalten. So sagt er, Staatsanwaltschaften hätten Dopingtaten „nicht nachweisen können&#8221;, die von Zöllig erwähnten Gerichtsentscheidungen seien dem BMI „nicht bekannt&#8221;. Zöllig hatte sich auch gegen die Beschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter ausgesprochen. Ministerialdirektor Kass teilt dazu mit, er könne „tragende Gründe der Beschwerde des DOH nicht erkennen&#8221;. </p>
<p>Die kritisierte Behörde entlastet sich selbst &#8211; dies ist für den Petitionsausschuss Grund genug, die Petition abzulehnen. Dabei widerspricht sich der BMI-Abteilungsleiter widerspricht sich, wenn er einerseits gerichtsfeste Belege in Abrede stellt, andererseits mit „belastbaren Fakten im Einzelfall&#8221; notiert. Da werden Taten negiert, gleichzeitig von „Tätern&#8221; gesprochen. Die Lügen der Trainer um Goldmann etwa bei der Abgabe von „Ehrenerklärungen&#8221; werden nicht erwähnt. Die maßgeblichen Zuwendungsbescheide werden genauso wenig veröffentlicht wie andere wichtige Dokumente. Manche Sachverhalte sind nicht zu überprüfen, weil Sport und Politik Exklusivzugang zu den Akten haben.</p>
<p>Klaus Zöllig wird die Darlegungen des BMI nun prüfen lassen &#8211; und danach entscheiden, ob er die Kraft aufbringt, juristische Maßnahmen einzuleiten.</p></blockquote>
<p>Klaus Zöllig wird Unterstützung und Kraft und Zeit und Geld brauchen, sollte er Rechtswege beschreiten. Es wäre sicher hilfreich, sich zunächst gründlich mit den Darlegungen des BMI zu beschäftigen und den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 15:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist die (extrem verkürzte) Geschichte eines der bewegendsten Dokumente von Zivilcourage, das ich zum Themenkomplex Doping je gesehen habe. Dieser Brief stammt aus dem Jahr 1963. Johanna Sperling hat damals in ihre &#8220;Sperlinge&#8221;, wie sie die von ihr betreuten Rudererinnen nannte, ins Trainingslager der DDR-Nationalmannschaft für die EM in Moskau geschrieben. Es ist das &#8220;erste Dokument eines individuellen Widerstands&#8221;, sagt Werner Franke. Ich habe mit einigen Dopingaufklärern darüber gesprochen. Niemand kennt etwas Vergleichbares.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4933" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/briefumschlag-sperling.gif" alt="" width="500" height="313" /></p>
<p>Was diesen Brief so besonders macht, ist diese Passage:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4932" title="Johanna Sperling, 1963" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/brief-sperling.gif" alt="" width="500" height="548" /></p>
<blockquote><p>&#8220;Noch eins: Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein, aber auch kein einziges Mittelchen zu schlucken, das Eure Leistung angeblich steigert, und wenn es als noch so harmlos, als vollkommen unschädlich oder wunderwirkend Euch gepriesen wird; auch wenn man Euch sagt, dass Ihr dann die einzigen seid, die nichts zu sich nehmen, bitte weist es zurück, seid stolz darauf und denkt an die kommenden Wettkampfjahre und denkt an Eure Gesundheit.</p>
<p>An der eigenen Willensstärke erleidet Ihr keinen Schaden, und davon habt Ihr genügend zur Verfügung. Ich kann Euch Beispiele nennen, welche Auswirkungen solche Mittel der Wettkampfvorbereitung hatten &#8211; jetzt würde das zu weit führen, glaubt mir nur soviel, dass es nie gut ist.</p>
<p>Und wenn es nur das Schamgefühl wäre, das sich Eurer nach einem erfolgreichen Rennen bemächtigen würde &#8211; Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen. Erspart es Euch und geht mit gutem Gewissen an den Start, die Nationalhymne klingt dann umso erhebender.&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4934" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/portrat-sperling-alt.jpg" alt="" width="500" height="321" /></p>
<p>Ich kann diese Geschichte nicht wiedergeben, ohne nicht auch einige journalistische Aspekte anzureißen, die mich seit März stark beschäftigt haben. Ich habe mich im Frühjahr mehrfach mit Frau Sperling in Leipzig getroffen. Wir haben einige Male telefoniert und immer wieder die Frage diskutiert: Soll dieser Brief öffentlich werden? Ist Frau Sperling bereit, ihre Geschichte zu erzählen? Habe ich als Journalist das Recht, sie nach 46 Jahren an die Öffentlichkeit zu zerren? Wie weit kann ich gehen, welche Berichterstattung ist angemessen? Fragen über Fragen. Es gibt viele Antworten darauf. Viele unterschiedliche Antworten.</p>
<p>Die wichtigste Antwort aber konnte nur Frau Sperling geben. Sie war unsicher, sie wollte niemanden verletzen, weder ihre ehemaligen Kollegen, noch ehemalige Athleten. Gewiss hat auch eine Unsicherheit, vielleicht sogar Angst mitgespielt, wie man in Leipzig auf die Geschichte reagieren würde. Ich habe versucht, Frau Sperling nicht über die Maßen zu bedrängen. Stoff genug für ein Journalismus-Seminar. Frau Sperling hat es sich gewiss nicht leicht gemacht, war hin und her gerissen und hat sich erst sehr spät, Anfang August, dazu durchgerungen, sich vom <a title="tag: Dopingopfer" href="http://jensweinreich.de/?s=dopingopfer" target="_self">Dopingopferhilfeverein</a> (<a title="Dopingopferhilfeverein" href="http://www.dohev.de" target="_self">DOH</a>) nun doch für ihre couragierte Haltung im DDR-Sportsystem, in das sie tief involviert war, ehren zu lassen.</p>
<p>&#8220;Ich kann doch diese Persönlichkeiten, die sich so sehr im Kampf gegen Doping engagieren, nicht enttäuschen&#8221;, hat sie gesagt.</p>
<p>Ein Satz, der viel verrät über Frau Sperling.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4935" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/portrat-sperling.jpg" alt="" width="500" height="353" /></p>
<p>Als Johanna Sperling <em>(Foto: Sven Sonntag/Picture Point)</em> sich entschieden hatte, zur Verleihung des Heidi-Krieger-Preises, zu dem ich <a title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://jensweinreich.de/?p=2534" target="_self">eine besondere Beziehung</a> habe, nach Berlin zu kommen, habe ich für Spiegel-Online (&#8220;<a title="SpOn vom 19. August 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643727,00.html" target="_blank">Ich bitte euch, kein Mittelchen zu schlucken</a>&#8220;) doch noch diese Kurzfassung einer großen Geschichte notiert:</p>
<blockquote><p>Eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit kann irritieren. Johanna Sperling, 77, ehemalige Rudertrainerin des SC DHfK Leipzig, sitzt in einem Café im Leipziger Hauptbahnhof. Sie blickt auf sieben eng beschriebene Seiten. Lehnt sich zurück im braunen Ledersessel und sagt: „Dieser Brief ist nicht von mir. Das muss eine Fälschung sein!&#8221;</p>
<p>Dann beginnt sie jenen Brief zu lesen, den eine „Johanna Sperling, Leipzig&#8221; 1963 ihren Sportlerinnen ins Trainingslager der Nationalmannschaft nach „Berlin-Grünau, Regattastraße 211&#8243; geschickt hat. Sie murmelt: „Das ist eine perfekte Fälschung.&#8221;</p>
<p>Es ist keine Fälschung.</p>
<p>Eine ihrer Ruderinnen hat die handgeschriebenen Zeilen aufbewahrt. Es ist ein sporthistorisches Dokument, weil es beweist, dass schon Anfang der sechziger Jahre, lange vor dem eigentlichen Doping-Staatsplan 14.25, gedopt wurde &#8211; und dass schon damals die gefährlichen Wirkungen der Dopingmittel bekannt waren.</p>
<p>Weil es beweist, dass sich DDR-Trainer dem Doping-Dogma verweigern konnten, zumindest noch in den 1960er Jahren.</p>
<p>Es ist ein Sensationsfund. Es gibt nichts Vergleichbares.</p>
<p>„Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein, aber auch kein einziges Mittelchen zu schlucken, das Eure Leistung angeblich steigert, und wenn es als noch so harmlos, als vollkommen unschädlich oder wunderwirkend Euch gepriesen wird&#8221;, steht in dem Brief, den Sperling vor einem halben Jahrhundert geschrieben hat und im Sommer 2009 wieder sieht. „Auch wenn man Euch sagt, dass Ihr dann die einzigen seid, die nichts zu sich nehmen, Bitte weißt es zurück, seid stolz darauf und denkt an die kommenden Wettkampfjahre und denkt an Eure Gesundheit. An der eigenen Willensstärke erleidet Ihr keinen Schaden, und davon habt Ihr genügend zur Verfügung. Ich kann Euch Beispiele nennen, welche Auswirkungen solche Mittel der Wettkampfvorbereitung hatten &#8211; jetzt würde das zu weit führen, glaubt mir nur soviel, dass es nie gut ist.&#8221;</p>
<p>Johanna Sperling hat Tränen in den Augen. Es dauert fast eine Viertelstunde, bis sie sagt: „Das dieser Brief noch existiert. Unglaublich.&#8221;</p>
<p>Sie hat ganz offen mit ihren „Sperlingen&#8221;, wie sie die Ruderinnen nannte, über die Gefahren des Dopings diskutiert. Zunächst ging es vor allem um Psychopharmaka. Später um das von der Firma Jenapharm produzierte anabole Steroid Oral-Turinabol (OT). Sperling hat sich von Ärzten über die Wirkungen von OT aufklären lassen und ihren Mädchen davon abgeraten.</p>
<p>Irgendwann wurde sie ausgebremst von anderen Trainern. Sie durfte nur noch Nachwuchssportler trainieren. Sie glaubte, sie sei nicht gut genug und hat darunter gelitten. Sie studierte nebenbei ein zweites Mal, Psychologie, weil sie sich selbst erklären wollte, was passiert war mit ihr und den „Sperlingen&#8221;, die unter anderen Trainern Medaillen gewannen. Trainern, von denen sie sagt, sie hätten sich mehr „bei der Pharmaindustrie aufgehalten, als beim Training&#8221;.</p>
<p>Der Sporthistoriker Giselher Spitzer hat so viele Akten zum DDR-Dopingsystem studiert, wie kaum ein Zweiter. Er hat zahlreiche Dopingopfer interviewt und mehrere Bücher zum Thema publiziert. Aber auch Spitzer kennt kaum Verweigerer. Er sagt: „Bislang konnte noch nicht quantifiziert werden, wie viele Frauen und Männer in Arzt- oder Trainerfunktion das Dopingsystem zu behindern suchten.&#8221; Unter aufgeklärten Ärzten sei die Ablehnungsrate weit größer gewesen als unter Trainern, besonders in den achtziger Jahren, kurz vor dem Zusammenbruch der DDR. Wohl hat er in Bergen von Stasi-Akten Hinweise zu Widerständlern gefunden, doch kein Dokument von der Qualität jenes Briefes, den Johanna Sperling einst an ihre Sportlerinnen schrieb.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4962" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sperling-boot-alt.jpg" alt="" width="436" height="277" /></p>
<p>Johanna Sperling will nicht anklagen. Sie will „den DDR-Sport nicht verdammen&#8221;. Sie war eine überzeugte Sozialistin. Sie hat in der DDR alle Chancen bekommen. Ist selbst gerudert, wurde <a title="Statistik Ruder-Europameisterschaften" href="http://www.rrk-online.de/rudern/chronrudern/emwmolyrud/emrud.htm" target="_blank">1957 Dritte bei der Europameisterschaft</a> in Duisburg. Sie hat an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) studiert, war eine harte Trainerin, wie sie sagt. Sie hatte eine Vorstellung vom Sport, die allerdings immer weniger mit der Doktrin der Medaillenproduktion korrespondierte. Sie hat sich diese Vorstellung bis heute erhalten. „Wenn ich Medaillen nur mit Doping erreiche, muss etwas faul sein&#8221;, sagt sie. „Das galt für die DDR und das gilt heute. Das ist nicht mein Sport. Das interessiert mich nicht mehr.&#8221;</p>
<p>Johanna Sperling hat sich dem System im System widersetzt. Sie wurde in die zweite Reihe verbannt, wie man damals sagte. Sie arbeitete als Nachwuchstrainerin und im Studentensport. Am Donnerstag (20. August) wird sie vom Verein Dopingopferhilfe e. V. in Berlin mit der Heidi-Krieger-Medaille geehrt, gemeinsam mit drei anderen Aufrechten aus Ost und West, die sich dem Dopingsystem verweigerten: Henner Misersky aus Stützerbach in Thüringen, ehemals Skilanglauftrainer beim SC Motor Zella-Mehlis, Hansjörg Kofink (Rottenburg), ehemaliger Bundestrainer für Kugelstoßen, und Horst Klehr, Apotheker aus Mainz und Gründungsmitglied der ersten Dopingkommission des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.</p>
<p>Johanna Sperling hat lange überlegt, ob sie diese Auszeichnung annehmen soll. Sie weiß nicht, wie ihr Umfeld in Leipzig reagieren wird. Sie fürchtet die Schlagzeilen. Vor allem aber: Sie ist überzeugt davon, nichts Besonderes getan zu haben.</p>
<p>„An meiner Stelle hätten viele so gehandelt&#8221;, sagt sie. Außer ihr und Misersky ist aber kaum jemand bekannt.</p>
<p>„Es ist nie gut&#8221;, schrieb sie vor 46 Jahren. Es ist nie gut, zu dopen. Eine große Botschaft in einfachen Worten: „Und wenn es nur das Schamgefühl wäre, das sich Eurer nach einem erfolgreichen Rennen bemächtigen würde &#8211; Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen. Erspart es Euch und geht mit gutem Gewissen an den Start, die Nationalhymne klingt dann umso erhebender.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun hat sie die Heidi-Krieger-Medaille. Und sagt:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sperling-kl.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Wir haben uns gestern noch eine Stunde unterhalten und werden die Geschichte demnächst nachbereiten.</p>
<p>Mein Bericht von der Preisverleihung am Donnerstag im Virchow-Klinikum:</p>
<p>Im Umfeld der Leichtathletik-WM tummeln sich die Politiker, nicht nur Gastgeber Klaus Wowereit (SPD). Auch Bundeskanzlerin <a title="Problembär für Angela Merkel" href="http://jensweinreich.de/?p=4824" target="_self">Angela Merkel</a> oder Verteidigungsminister <a title="Leichtathletik-WM, Tag 6 ..." href="http://jensweinreich.de/?s=detlef+parr" target="_self">Franz-Josef Jung</a> (beide CDU), sonnen sich im Glanz der Weltmeister, wie jüngst im WM-Club des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in der Französischen Straße: Merkel, die in ihrer klaren Führungsposition ja nicht wirklich wahlkämpfen muss, scherzte entspannt mit Weltmeisterin Steffi Nerius, Ralf Bartels, Jennifer Oeser und Nadine Kleinert. Jung tätschelte tags darauf die Goldmedaille von Robert Harting und posierte mit dem Diskus-Problembär. Jung ist oberster Dienstherr Hartings, der noch einer Sportfördergruppe der Bundeswehr angehört. Meinen speziellen Freund <a title="Detlef Parr (FDP) sagt zum Abschied leise Servus" href="http://jensweinreich.de/?p=4094" target="_self">Detlef</a> <a title="Archiv: Detlef Parr" href="http://jensweinreich.de/?s=detlef+parr" target="_self">Parr</a> (FDP) sah ich dieser Tage im DLV-Club ebenfalls.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4950" title="Heidi-Krieger-Preis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/heidi-krieger-preis.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="253" height="392" align="right" />Am Donnerstag aber fehlten Politiker, als der Verein Dopingopferhilfe den europaweit einzigen Antidopingpreis vergab: Die in einer Plastik-Pylone verpackte Goldmedaille, die Heidi Krieger vom SC Dynamo Berlin bei den Leichtathletik-EM 1986 im Kugelstoßen gewann. Aus Heidi Krieger ist inzwischen Andreas Krieger geworden, und seine Geschichte geht auch diesmal um die Welt. Vereinschef Klaus Zöllig hatte zwar alle 16 Mitglieder des Bundestags-Sportausschusses eingeladen, musste allerdings süffisant mitteilen: <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">„Die Politiker mussten leider kollektiv absagen.&#8221;</a></p>
<p>Auch <a title="tag: Peter Danckert" href="http://jensweinreich.de/?cat=338" target="_self">Peter Danckert</a> (Sportausschuss-Chef von der SPD) und <a title="Archiv: Dagmar Freitag" href="http://jensweinreich.de/?s=dagmar+freitag" target="_self">Dagmar Freitag</a> (SPD-Sportsprecherin) fehlten. Beide verbreiten seit Wochen propagandistische Parolen, mit denen sie den Opferbegriff in Frage stellen, damit die Geschädigten beleidigen und historische Wahrheiten missachten. „Wer von so genannten Opfern spricht, hat keine Ahnung&#8221;, rügte der Heidelberger Dopingaufklärer Werner Franke  in seiner Laudatio. „Ich erkläre hiermit öffentlich: Diese Menschen verstehen vom Sujet nicht die Bohne in dieser Pisa-Nation!&#8221; DOV-Chef Klaus Zöllig fragte bissig: „Leiden denn alle Sportpolitiker in diesem Lande an retrograder Amnesie und epedemischen Gedächtnisverlust?&#8221;</p>
<p>Die Bundestagsabgeordnete Freitag, die zum so genannten Kompetenzteam des Kanzlerkandidaten gehört, ist in diesen Tagen und Nächten in Berlin als DLV-Vizepräsidenten unterwegs &#8211; in den Logen und Clubs der WM, aber nicht im Virchow-Klinikum, in das der DOH geladen hatte. Der DOH ehrt mit dem Heidi-Krieger-Preis „Personen einer ganz besonderen Kategorie&#8221;, sagte Laudator Franke.</p>
<p>Zweimal Ost, zweimal West:</p>
<ul>
<li><strong>Johanna Sperling</strong> aus Leipzig, eine ehemalige Rudertrainerin des SC DHfK, die ihren Schützlingen schon 1963 in einem bewegenden Brief von jeglichen Dopingmitteln abriet.</li>
<li><strong>Henner Misersky</strong> aus Stützerbach in Thüringen, ehemals Skilanglauftrainer beim SC Motor Zella-Mehlis, Vater der Biathlon-Olympiasiegerin Antje Misersky.</li>
</ul>
<div><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/misersky.mp3" target="_self">:</a></div>
<ul>
<li><strong>Hansjörg Kofink</strong> (Rottenburg), ehemaliger Bundestrainer für Kugelstoßen, der diese Position wegen der Dopingpraktiken des DLV vor den Olympischen Spielen 1972 aufgab und später noch lange Jahre Vorsitzender des Sportlehrerverbandes war.</li>
</ul>
<div><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/kofink-kl.mp3" target="_self">:</a></div>
<ul>
<li>Und <strong>Horst Klehr</strong>, Apotheker aus Mainz, Gründungsmitglied der ersten Anti-Dopingkommission des DLV, der in den siebziger Jahren bis zur Resignation einen einsamen verzweifelten Kampf kämpfte.</li>
</ul>
<div>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/klehr-kl.mp3" target="_self">:</a></div>
<p><span id="more-4893"></span>Nur ein Promi des Sportbusiness machte den Preisträgern seine Aufwartung: Manfred von Richthofen, der langjährige DSB-Präsident. „Ich habe Hochachtung vor ihnen&#8221;, sagte er: „Es werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die Zivilcourage praktiziert haben. Vorbilder brauchen wir im Sport!&#8221; Allerdings verließ er die Veranstaltung vorzeitig noch während der überlangen Laudatio von Franke. Der Heidelberger Professor argumentierte gewohnt fulminant und pointiert. Es wäre allerdings galanter gewesen, Richthofen die Hand zu reichen.</p>
<blockquote><p><strong>Preisträger der Heidi-Krieger-Medaille</strong></p>
<p>2000: <strong>Christian Strasburger</strong> (Hormonforscher)<br />
2001: <strong>Brigitte Berendonk</strong> (Lehrerin, Autorin)<br />
2003: <strong>Giselher Spitzer</strong> (Sporthistoriker)<br />
2005: <strong>Antje Misersky</strong> (Olympiasiegerin im BIathlon, WM-Medaillengewinnerin im Skilanglauf)<br />
2007: <strong><span style="color: #000000;">Anne-Kathrin Elbe</span></strong> (Hürdenläuferin)<br />
2009: Johanna Sperling, Henner Misersky, Hansjörg Kofink, Horst Klehr</p></blockquote>
<p>aktuelle <strong>Lesebefehle</strong>:</p>
<ul>
<li>Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung: &#8220;<a title="SZ vom 19. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/355/484788/text/" target="_self">Sperlinge, weist es zurück!</a>&#8221; und &#8220;<a title="SZ vom 21. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/K5A38V/3014819/Trainer-mit-Gewissen.html" target="_blank">Trainer mit Gewissen</a>&#8220;</li>
<li>Michael Horeni in der FAZ: &#8220;<a title="FAZ vom 21. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub446A669E5FA042659ADDB04EA66EFD48/Doc~E0F27A63ECA4E4B1BAE0B7E73CF427B5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein einziges Mittelchen zu schlucken</a>&#8220;</li>
<li>Maik Großekathöfer auf Spiegel-Online über Andreas Krieger: &#8220;<a title="SpOn vom 18. August 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643223,00.html" target="_blank">Vom Staat missbraucht</a>&#8220;</li>
<li>Oliver Händler im Neuen Deutschland: &#8220;<a title="ND vom 21. August 2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/154346.vier-mutige-menschen-im-abseits.html" target="_blank">Vier mutige Menschen im Abseits</a>&#8220;</li>
<li>
<div>Tom Mustroph im Tagesspiegel: &#8220;<a title="Tagesspiegel vom 21. August 2009" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/doping/Werner-Franke;art2650,2878801" target="_blank">Die pinkeln rechtzeitig</a>&#8220;</div>
</li>
</ul>
<div>Diese Texte muss ich unbedingt nachtragen:</div>
<ul>
<li>Das Interview von Michael Reinsch in der FAZ mit Werner Goldmann: &#8220;<a title="FAZ vom 21. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub42A42B1FCA924E1DAFA3266FE72A1937/Doc~EF5EF6E4F29A34BB4BD78068D7E8BB058~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Das härteste Jahr meines Lebens</a>&#8220;</li>
<li>Michael Horeni in der FAZ über Andreas Krieger: &#8220;<a title="FAZ vom 24. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E96B830E64F0E425E9BD8427E7A4B9954~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Das verlorene Leben der Heidi K.</a>&#8220;</li>
</ul>
<p><em>Nachtrag, 25. August:</em> Auf besonderen Wunsch einige Schnappschüsse von der Preisverleihung.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5018" title="Werner Franke" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh1.jpg" alt="" width="500" height="321" /></p>
<p>Laudator Werner Franke</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5023" title="Urkunde für Johanna Sperlin, ganzb rechts oben: Andreas Krieger" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh2.gif" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Urkunde für Johanna Sperling, rechts oben: Andreas Krieger</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5019" title="v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Klaus Zöllig, Horst Klehr" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh3.jpg" alt="" width="500" height="320" /></p>
<p>v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Klaus Zöllig, Horst Klehr</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5020" title="v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Horst Klehr, Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh4.jpg" alt="" width="500" height="276" /></p>
<p>v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Horst Klehr, Johanna Sperling</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5021" title="Interviews mit Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh5.jpg" alt="" width="500" height="596" /></p>
<p>Interviews mit Johanna Sperling (im Bild u.a. die Kollegen Seppelt, Horeni, Catuogno)</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5022" title="Heidi-Krieger-Medaille" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh6.jpg" alt="" width="363" height="552" /></p>
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		<title>Leichtathletik-WM, Tag 6: Harting schläft nicht, Bolt joggt wieder Weltrekord</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 00:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[02.36 Uhr: Um die letzte Frage von heute Nacht aufzugreifen: Wie war die Pressekonferenz mit Robert Harting? Es gibt nicht viel zu sagen. Er hat sich irgendwie bei den Dopingopfern entschuldigt. Im ARD-Fernsehen, das Harting als Vertragspartner der IAAF zuerst ans Mikro bekam, sagte er, es würde ihm &#8220;wirklich von Herzen leid tun&#8221;. Im nächsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>02.36 Uhr:</strong> Um die <a href="http://jensweinreich.de/?p=4841#comment-13111" target="_self">letzte Frage</a> von heute Nacht aufzugreifen: Wie war die Pressekonferenz mit Robert Harting? Es gibt nicht viel zu sagen. Er hat sich irgendwie bei den Dopingopfern entschuldigt. Im ARD-Fernsehen, das Harting als Vertragspartner der IAAF zuerst ans Mikro bekam, sagte er, es würde ihm &#8220;wirklich von Herzen leid tun&#8221;. Im nächsten Satz aber formulierte er: &#8220;Was man schreibt und was man sagt, ist heutzutage leider ein Unterschied.&#8221; Tatsächlich auch in diesem Fall? (Mein Beitrag auf Spiegel-Online: &#8220;<a title="Spon: &quot;Gold ist erst der Anfang&quot;" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643865,00.html" target="_self">Gold ist erst der Anfang</a>&#8220;)</p>
<p>Auf der Pressekonferenz im Olympiastadion machte er es ähnlich kurz und verwies auf die DLV-Pressekonferenz heute um 9 Uhr. In einem Radio-Interview (die Rechteinhaber vom Radio stehen nach den TV-Rechtehaltern in der zweiten Reihe, erst ganz am Ende der Verwertungskette kommen Schreiber) der ARD wurde er wohl schon klarer, sagte mir eine Kollegin. Ich habe den O-Ton noch nicht gehört.</p>
<p>Er hat auf jeden Fall das getan, was er im Wettkampf nicht getan hat: die Energie gedrosselt. Das ist auch gut so. Mal sehen, was er heute zu sagen hat. Bisher hat er nach seinem Weltmeistertitel diejenigen, mit deren Beiträgen er nicht so einverstanden ist und sein Trainer ihn vor Kontaktaufnahme gewarnt hat (hier schreibt einer davon), nur mit grimmigen Blicken bestraft. Lassen wir uns überraschen.</p>
<p>Im WM-Club des DLV, wo vorgestern <a title="Leichtathletik-WM, Tag 4: Robert Harting, das Adrenalin und die Dopingopfer" href="http://jensweinreich.de/?p=4824" target="_self">die Kanzlerin einschwebte</a>, traf Harting seinen Dienstherren Franz-Josef Jung (CDU). Der Bundesverteidigunsminister, der ganze Bataillone von Sportsoldaten befehligt, durfte auch mal an die Goldmedaille:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4880" title="Franz-Josef Jung (CDU), Medaille, Robert Harting" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/jung-harting.jpg" alt="" width="500" height="328" /></p>
<p>Und dann war da noch DOSB-General Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4881" title="Michael Vesper, Robert Harting" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/vesper-harting.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Robert Harting wollte danach noch in den Champions Club und dann in eine Disco. Wenn ich mich recht erinnere, hat er gesagt, er mache jetzt bis Freitag durch. Oder so. (Links blickt übrigens Frank Busemann ins BIld, der mit einem ARD-Radiokoffer unterwegs war und Harting später interviewte.)</p>
<p><strong>02.53 Uhr:</strong> Ich schlaf dann mal ein bisschen. Bin ja nicht Weltmeister.</p>
<p><strong>11.53 Uhr:</strong> Sitze in einem Hörsaal im Virchow-Klinikum, wo gerade Werner Franke seine Laudatio auf die diesjährigen Preisträger des Heidi-Krieger-Preises hält. Dazu folgt später ein Beitrag.</p>
<p>Was bisher an diesem wunderbaren, total relaxten Tag geschah: Fahre ziemlich genau um acht Uhr los, um pünktlich um neun bei der PK von Robert Harting zu sein. Um 9.17 Uhr hatte ich es immerhin bis zur Leipziger Straße geschafft. Zu Fuß wäre fast schneller gewesen. Nach 110 Minuten hatte ich es wenigstens ins Parkverbot im Virchow-Klinikum geschafft.</p>
<p>Deshalb lasse ich Harting heute Harting sein, höre mir vielleicht nachher noch einen Mitschnitt der PK an, um mir ein Bild zu machen. Die Dopingopfer &#8211; und vor allem diejenigen, die sich in Ost und West den Dopingsystemen widersetzt haben &#8211; kommen aber hier nachher zu Wort.</p>
<p>Zu Harting nur noch eine Notiz, die mir ein Freund heute morgen schrieb. Fast jedes Wort hätte von mir stammen können. Darüber haben wir hier ja nun seit Januar ausgiebig diskutiert.</p>
<blockquote><p>Harting wird gar nichts sagen. Ich bedaure es nicht, denn allen anderen und dem Anliegen würde es schaden.</p>
<p>DLV / DOSB werden ihn gemeinsam auf Linie gebracht haben, indem sie ihm gesagt haben, erstens: Das mit Deinem Trainer haben wir doch bestens geregelt. Und wenn Du brav bist, bleibt das auch so. Zweitens: Du machst nur PR für die Dopingopfer.</p>
<p>Das war der Kern der Aktion, die keine Folgen haben wird, die eine kurzfristige Zuspitzung war, eine Art Panikblüte, bevor das Thema stirbt. Das Trainer-Thema ist politisch zu Grabe getragen, am Ende noch mit dem unklaren Vorgehen der Geschädigten, die Konsequenzen zwar ankündigen, aber ansonsten quatschen oder Briefe schreiben &#8211; daran wird keine Petition, keine Medienöffentlichkeit noch etwas ändern können. Nun ist auch Goldmann erledigt, denn lauter als in diesen beiden Tagen kann es nicht mehr werden. (Außer: Nada veranlasst Zielkontrollen und findet was. Bloß bezweifle ich, dass sie das jemals bekanntgeben würde.)</p></blockquote>
<p><strong>18.43 Uhr</strong>: Überraschung: Das Stadion ist gut gefüllt. Der Moderator selten dämlich: &#8220;Hallo Berlin&#8221;, &#8220;Hallo Berlin&#8221;, schreit er. Zirkusclown. Ich werde natürlich auch Fotos vom vollen Stadion machen, die aber zumindest jetzt noch nicht veröffentlichen. Vielmehr werde ich mich zu Hause hinsetzen und die Besucher für jeden Tag auszählen und das dann mit den Zahlen des BOC vergleichen.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>18.46 Uhr:</strong></span> Übrigens, das sollte gerade ein Witz sein. Alle Reflex-Kommentierer dürfen sich wieder beruhigen.</p>
<p><strong>18.48 Uhr:</strong> Am Hot-Dog-Stand gleich neben dem Coca-Cola-Stand traf ich JBK. Ich meine, das war kein Gutfried-Würstchen, was er da mit Gurken und allerlei anderem Kram einhüllte. War auch nicht von Johann Lafer oder Kolja Kleeberg. Sondern einfach nur: ein Hot Dog. 6 Mark übrigens. Cola 10 Mark. Womit einiges über meine Macken gesagt wäre: Wenn nicht gerade Olympia oder WM ist, ernähre ich mich gesünder. Ich stehe allerdings dazu, gern in Mark zu rechnen, um die absurden Preise besser einordnen zu können. Der eine oder die andere wird sich vielleicht dran erinnern, was man zu Beginn des Jahrtausends für 16 Mark bekommen konnte. Aber, okay, Themenwechsel.</p>
<p><strong>19.27 Uhr:</strong> Hochsprung hat begonnen. Es ist richtig gut voll. Also in BOC-Zählweise, ich würde sagen, nun &#8211; mindestens 145.000 Menschen.</p>
<p><strong>20.24 Uhr:</strong> Ariane Friedrich ist schon ne Type.</p>
<p><strong>20.26 Uhr:</strong> Ich sehe das Witzbolt-T-Shirt, über dass unten diskutiert wird, gerade zum ersten MAl. Eine aufdringliche, anbiedernde Sponsoren-Aktion. So sind die halt. Peinlich. Er macht das, und Berlins Problembär (Wowereit), der jeden Abend durch die WM-Klubs tourt, ließ über seinen Sprecher heute ausrichten, dass Berlin sich ein Geschenk für Bolt ausdenkt. PR-Gewäsch, Wowereit kriegt halt wieder Oberwasser. Ich nehme so etwas nicht ernst. Einfach noch ein paar Tage ertragen. Nach der Fußball-WM drehte sich die Erde imho auch ganz normal weiter.</p>
<p><strong>20.33 Uhr:</strong> Der Witzbolt nervt. Zu oft gesehen. Ist ungefähr so spritzig wie ein Blog, in dem fünf Tage lang Bilder von leeren Zuschauerrängen veröffentlicht werden.</p>
<p><strong>20.37 Uhr:</strong> 19,20. Aber: Er hat sich angestrengt.</p>
<p><strong>20.38 Uhr:</strong> Nein. 19,19 Sekunden. Dieses Hocken und Zubodenblicken kenne ich. Ich nenne es: die D-Hocke. Habe ich 1992 erstmals live in Barcelona bei Kevin Young und Quincy Watts und anderen gesehen. Und natürlich später bei Michael Johnson.</p>
<p><strong>20.47 Uhr:</strong> Das Zielfoto. Es gibt aber leider nicht den Abstand wieder.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4901" title="Zielfoto IAAF 200 m Männer" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/finish-200.jpg" alt="" width="500" height="367" /></p>
<p><strong><span id="more-4879"></span>20.49 Uhr:</strong> <span style="text-decoration: line-through;">Friedrich ist raus.</span> Fast. Wird erst spannend.</p>
<p><strong>20.52 Uhr:</strong> Cool. Das ZDF wagt die Totale. Vor allem: den Schwenk über die Ränge. Heute geht das. Warum eigentlich nicht am Sonnabend oder vorgestern? (Wahrscheinlich, weil da die Kollegen übertragen haben. Klar doch.</p>
<p><strong>21.07 Uhr:</strong> Ich denke, dieser Screenshot von der ZDF-Übertragung sagt mehr als das Zielfoto mit dem großen Fuß.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4904" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/bolt-200-vorsprung.jpg" alt="" width="500" height="409" /></p>
<div><strong>21.08 Uhr:</strong> War knapp. Vlasic gewinnt. Friedrich Dritte.</div>
<p><strong>21.11 Uhr:</strong> Das ist mal ein hübsches Zielfoto, anders als beim Bolt. 110 Meter Hürden:</p>
<div><img class="aligncenter size-full wp-image-4906" title="m_110h_f_1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/m_110h_f_1.jpg" alt="" width="500" height="365" /></div>
<p><strong>21.25 Uhr:</strong> Kann mir mal jemand sagen, warum der öffentlich-rechtliche Sender abschaltet, bzw. irgendein lächerliches Fußballspiel zeigt, während noch der Zehnkampf läuft? Haben die das begründet? Kommen die wieder?</p>
<p>21.34 Uhr: Auch schön. Am fünften Tag machen die Organisatoren erstmals getrennte Zuschauerangaben, was meiner Meinung nach beweist (Meinung!), dass wir an den ersten Tagen belogen wurden. Denn würden sie &#8211; wie bisher immer &#8211; zusammen zählen, wären sie auf angeblich mehr als 100.000 Zuschauer im Stadion gekommen. Und das geht bekanntlich nicht. So aber melden sie um 15.12 Uhr &#8230;</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,</p>
<p>die offizielle Zuschauerzahl der 12. IAAF Leichtathletik WM <strong><em>berlin</em></strong><em> 2009</em><sup>TM</sup> für die Vormittagsveranstaltung am Donnerstag, den 20. August 2009, im Olympiastadion Berlin lautet 32.514.</p></blockquote>
<p>&#8230; und um 21.32 Uhr &#8230;</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,</p>
<p>die offizielle Zuschauerzahl der 12. IAAF Leichtathletik WM <strong><em>berlin</em></strong><em> 2009</em><sup>TM</sup> für die Abendveranstaltung am Donnerstag, den 20. August 2009, im Olympiastadion Berlin lautet 57.937. Die Vormittagsveranstaltung besuchten 32.514 Zuschauer.</p></blockquote>
<p>&#8230; am zweiten Tag sah das zum Beispiel so aus:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,</p>
<p>am zweiten Veranstaltungstag der 12. IAAF Leichtathletik WM <strong><em>berlin</em></strong><em> 2009</em><sup>TM</sup> kamen insgesamt 74.413 Besucher in das Olympiastadion Berlin. Die Morgenveranstaltung besuchten 23.300 Zuschauer, die Nachmittagsveranstaltung 51.113.</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (39): Whistleblower diesseits und jenseits des Teiches</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/08/04/was-vom-tage-ubrig-bleibt-39-whistleblower-diesseits-und-jenseits-des-teiches/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 08:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Lesebefehle. Zunächst Fachliteratur von und mit Volksvertretern des Deutschen Bundestages: Das Protokoll der Sportausschuss-Sitzung (pdf) vom November 2008, als der Grünen-Antrag, die Steuermittel für den Bund Deutscher Radfahrer wenigstens einzufrieren, kollektiv abgeschmettert wurde. Es war eine denkwürdige Sitzung der Sportfamilie. Ebenfalls aus dem Sportausschuss: Fachgespräch zum Thema Gendoping &#8230; &#8230; und Protokoll der 76. Sitzung: Medikamentenmissbrauch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Lesebefehle. Zunächst Fachliteratur von und mit Volksvertretern des Deutschen Bundestages:</p>
<ul>
<li>Das <strong><a title="Protokoll 60. Sitzung Sportausschuss, BDR" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sportausschuss-protokoll-bdr1.pdf" target="_blank">Protokoll</a></strong> der Sportausschuss-Sitzung (pdf) vom November 2008, als der Grünen-Antrag, die Steuermittel für den <a title="Steuermittel für Sondermittel" href="http://jensweinreich.de/?p=1579" target="_self">Bund Deutscher Radfahrer</a> <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">wenigstens</a> <a title="Notizen vom Sportausschuss (2): Steuermittel für den BDR?" href="http://jensweinreich.de/?p=1383" target="_self">einzufrieren</a>, <a title="Bundesinnenministerium unterstützt den Bund Deutscher Radfahrer" href="http://jensweinreich.de/?p=1556" target="_self">kollektiv</a> <a title="Der Umfaller" href="http://jensweinreich.de/?p=1652" target="_self">abgeschmettert</a> wurde. Es war eine <a title="Die Umfaller: Sport-Lobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">denkwürdige Sitzung</a> der <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Sportwissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportfamilie</a>.</li>
<li>Ebenfalls aus dem Sportausschuss: Fachgespräch zum Thema <a title="Protokoll Sportausschuss 49. Sitzung" href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a05/anhoerungen/49__Protokoll__Thema_Gendoping_.pdf" target="_blank"><strong>Gendoping</strong></a> &#8230;</li>
<li>&#8230; und Protokoll der <a title="Notizen vom Sportausschuss (10): Doping im Freizeit und Breitensport" href="http://jensweinreich.de/?p=3899" target="_self">76. Sitzung</a>: <a title="Protokoll 76. Sitzung Sportausschuss, BDR" href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a05/anhoerungen/76__Protokoll.pdf" target="_blank">Medikamentenmissbrauch im Freizeit- und Breitensport</a></li>
</ul>
<p>Korruption &amp; more:</p>
<ul>
<li>Das ging ein wenig unter in den vergangenen Tagen (und Wochen zuvor): <a title="EHF Pressemitteilung" href="http://www.eurohandball.com/article/12472" target="_blank">EHF Arbitration Tribunal takes final decision in prominent case</a>. Dazu Andreas Lesch in der <strong>Berliner Zeitung</strong>: &#8220;<a title="BLZ vom 1. August 2009" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0801/sport/0025/index.html" target="_blank">Landschaft voller Mauscheleien &#8211; Die Sperre der Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich versetzt den Handball in Aufruhr</a>&#8220;</li>
<li>Und dieses Interview hier auf &#8220;<strong>Planet Interview</strong>&#8220;, das ich eben erst entdeckt habe, ausgerechnet mit <a title="Bernd-Uwe Hildebrandt" href="http://jensweinreich.de/?p=88" target="_self">Bernd-Uwe Hildebrandt</a> finde ich dann doch etwas gewagt schräg: &#8220;<a title="Planet Interview" href="http://planet-interview.de/interview-bernd-uwe-hildebrandt-24042009.html#4" target="_blank">Das Potential für Manipulationen ist sehr groß</a>&#8220;</li>
<li>Die pdf-Zeitschrift der Antikorruptionsorganisation <strong>Transparency International</strong> (deutsche Sektion) mit einem <a title="TI, Scheinwerfer 44: Whistleblower" href="http://transparency.de/fileadmin/pdfs/Rundbriefe/Scheinwerfer_44_III_2009_Hinweisgeber.pdf" target="_blank">Themenschwerpunkt Whistleblower</a> (Hinweisgeber)</li>
</ul>
<p>Andere Länder, andere Sportarten, andere Sitten:</p>
<ul>
<li>In Thüringen, in der Tageszeitung <strong>Freies Wort</strong>, <a title="Freies Wort, Interview mit Frank Ullrich" href="http://www.freies-wort.de/sport/sport/thueringensportfw/art2491,1009978" target="_blank">interviewt</a> Thomas Sprafke den Thüringer Helden und von einer <a title="Renaissance der Gänsefüsschen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4365" target="_self">Gänsefüsschen-Kommission</a> des Deutschen Skiverbandes entlasteten Biathlontrainer Frank Ullrich</li>
</ul>
<p>Meine, nun ja, Lieblingspassage:</p>
<blockquote><p><em>Denken Sie jetzt ernsthaft darüber nach, von dem vor einem Jahr angekündigten Rücktritt abzurücken?</em></p>
<p>Der gewaltige Zuspruch hat mich tatsächlich zum Nachdenken animiert. Doch ich will das Thema gar nicht so hoch hängen. Bis zum Ende des Winters möchte ich meine ganze Energie in die Mannschaft stecken. Ich werde nach der Saison gewiss nicht mehr Bundestrainer sein. Es ist aber nun viel wahrscheinlicher, dass ich dem Biathlonsport weiter verbunden bleibe.</p>
<p><em>In welcher Form?</em></p>
<p>Das wird man sehen.</p>
<p><em>Als Funktionär?</em></p>
<p>Möglicherweise.</p>
<p><em>Gab es Anfragen aus anderen Bereichen wie der Politik oder der Wirtschaft?</em></p>
<p>Einige wenige.</p>
<p><em>Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Wie ist die Saison angelaufen?</em></p>
<p>Planmäßig. (&#8230;)</p></blockquote>
<ul>
<li><a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">Henner Misersky</a> hat sich hier im Blog <a title="Kommentar von Henner Misersky zu: Renaissance der Gänsefüsschen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4365#comment-11707" target="_self">einmal mehr</a> in die Diskussion über die Doping- und Stasitrainer eingeschaltet</li>
</ul>
<p>Doping auf der anderen Seite des großen Teiches:</p>
<ul>
<li>Scott M. Reed im <strong><span style="color: #000000;">Orange County Register</span></strong> 25 Jahre nach den Spielen von Los Angeles über die Dopingvertuschungen des USOC: &#8220;<a title="Orange County Register" href="http://www.ocregister.com/articles/usoc-testing-athletes-2515888-positive-drug" target="_blank">Early effort to drug test Olympic athletes kept secret</a>&#8221; - with organizers and athletes alike uncomfortable with testing regimen, officials chose to keep 1984 results confidential</li>
</ul>
<p><em>(Just in case, ich müsste mich wieder gegen Vorwürfe verteidigen, hier würden </em><a title="Vor 25 Jahren: Uwe Hohn &amp; Co. &amp; grünes Licht für Dopingmittel" href="http://jensweinreich.de/?p=4299" target="_self"><em>sonst nur DDR-Doper gewürdigt</em></a><em>: Über die Vertuschungsaktionen in Los Angeles und jenen angeblichen mysteriösen Einbruch im Biltmore-Hotel im Zimmer des IOC-Medizinchefs, bei dem positive Proben verschwanden, habe ich schon vor anderthalb Jahrzehnten geschrieben, u.a. im Buch &#8220;Muskelspiele&#8221; gemeinsam mit Thomas Kistner. Eine Zusammenfassung zur &#8220;</em><a title="BLZ vom 26. April 2003" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0426/sport/0005/index.html" target="_blank"><em>Achse der Täuscher</em></a><em>&#8220;)</em></p>
<ul>
<li>James Christie in <strong>The Globe and Mail</strong> über Beckie Scott, die zwei Jahre nach den Winterspielen in Salt Lake City, wo sie zunächst &#8220;Dritte&#8221; geworden war, zur Olympiasiegerin aufstieg: &#8221;<a title="The Globe and Mail, 3. August 2009" href="http://www.theglobeandmail.com/sports/beckie-scott/article1239758/" target="_blank">Cross-country skier who captured the country&#8217;s imagination now a mother and advocate for Olympic athletes for the IOC</a>&#8220;</li>
<li>Auf <strong>trackalerts.com</strong> finden sich <a title="trackalerts.com" href="http://www.trackalerts.com/?p=2304" target="_blank">etliche Geschichten</a> zu den jamaikanischen Dopingfällen, einfach mal vorbeischauen</li>
<li>Jürgen Kalwa berichtet in der <strong>American Arena</strong> über die Haltung der Baseball-Gewerkschaft: Für die ist <a title="Jürgen Kalwa, American Arena" href="http://american-arena.blogspot.com/2009/08/baseball-gewerkschaft-veroffentlichung.html" target="_blank">die Veröffentlichung der Namen von Dopern ein Verbrechen</a></li>
</ul>
<p>Schließlich noch etwas Harmloses für Statistik-Freaks (und Liebhaber):</p>
<ul>
<li><a title="www.rsssf.com" href="http://www.rsssf.com/players/prolific.html#gmueller" target="_blank">Die besten Torjäger des Weltfußballs</a> (via <a title="Probek Blog" href="http://www.probek.net" target="_blank">Probek</a> auf Twitter)</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Renaissance der Gänsefüsschen: &#8220;DDR-Doping&#8221;, &#8220;Bock&#8221;, &#8220;Ullrich&#8221;, &#8220;Stasi&#8221;, &#8220;Verbotenes&#8221; und eine &#8220;Opferdebatte&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/07/27/renaissance-der-gansefusschen-ddr-doping-bock-ullrich-stasi-verbotenes-und-eine-opferdebatte/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 14:10:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine &#8220;Sonderermittlungskommission&#8221; des &#8221;Deutschen Skiverbandes&#8221; hat sich zu den &#8220;Doping-Verdachtsmomenten&#8221; und zur &#8220;sonstigen Belastung&#8221; der ehemaligen &#8220;DDR&#8221;- und heutigen &#8220;Bundestrainern&#8221; &#8220;Frank Ullrich&#8221; und &#8220;Wilfried Bock&#8221; nun ja: &#8221;geäußert&#8221;. Ich empfehle vor oder nach der Lektüre der DSV-Pressemitteilung (hier oder hier) folgende Beiträge: Günter Gaus in der SZ über &#8220;Gänsefüßchen&#8221; und die &#8220;DDR&#8220; Die Vorgeschichte mit etlichen Links: Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine &#8220;Sonderermittlungskommission&#8221; des &#8221;Deutschen Skiverbandes&#8221; hat sich zu den &#8220;Doping-Verdachtsmomenten&#8221; und zur &#8220;sonstigen Belastung&#8221; der ehemaligen &#8220;DDR&#8221;- und heutigen &#8220;Bundestrainern&#8221; &#8220;Frank Ullrich&#8221; und &#8220;Wilfried Bock&#8221; nun ja: &#8221;geäußert&#8221;.</p>
<p>Ich empfehle vor oder nach der Lektüre der DSV-Pressemitteilung (<a title="Ski online" href="http://www.ski-online.de/1900-e_31909,r_5432.htm" target="_blank">hier</a> oder <a title="Biathlon online" href="http://www.biathlon-online.de/content/view/3620/89/" target="_blank">hier</a>) folgende Beiträge:</p>
<ul>
<li><strong>Günter Gaus in der SZ über &#8220;Gänsefüßchen&#8221; und die &#8220;</strong><a title="sueddeutsche.de &quot;Die 'DDR'&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/179/404957/text/" target="_blank"><strong>DDR</strong></a><strong>&#8220;</strong></li>
<li>Die Vorgeschichte mit etlichen Links: <a title="Der DSB sagt im Jahr 1991 ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3360" target="_self">Der Deutsche Sportbund sagt im Jahr 1991 &#8230;</a></li>
<li>Thomas Purschke im Deutschlandfunk: &#8220;<a title="DLF vom 25. Juli 2009" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1005119/" target="_blank">Ein unbewusst gesteuerter Verdrängungsmechanismus</a>&#8220;</li>
<li>Thomas Hahn in der Süddeutschen: &#8220;<a title="SZ vom 27. Juli 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/35l38G/2982567/Leugnen-erlaubt.html" target="_blank">Leugnen erlaubt</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Die Pressemitteilung in voller Länge:</p>
<blockquote><p><strong>„DDR-Doping“ &#8211; Kommission legt Abschlussbericht vor</strong></p>
<p><em>DSV-Pressestelle am 27.07.2009 &#8211; 11:58 Uhr</em></p>
<p>Die fünfköpfige Kommission „DDR-Doping“, die vom Präsidium des Deutschen Skiverbandes beauftragt worden war, die Doping-Verdachtsmomente gegen die ehemaligen DDR-Trainer Frank Ullrich und Wilfried Bock zu untersuchen, hat ihre Arbeit beendet und ihren Abschlussbericht vorgelegt. Nach sorgfältiger Prüfung empfiehlt die Kommission dem DSV, aus sportpolitischen Gründen von einer weiteren haupt- oder ehrenamtlichen Beschäftigung des Altenberger Stützpunkttrainers Wilfried Bock auf DSV-Ebene abzusehen. Herrn Bock bleibt es aber unbenommen, von der DOSB-Steiner-Kommission eine andere Empfehlung zu erwirken. Hingegen sieht die Kommission keinen Anlass für arbeits- oder dienstrechtliche Schritte beziehungsweise sportpolitische Konsequenzen gegen den derzeitigen Biathlonbundestrainer Frank Ullrich. In ihrem Abschlussbericht spricht die Kommission gleichzeitig klare Empfehlungen aus, wie der Deutsche Skiverband zukünftig bei ähnlich gelagerten Vorwürfen aus der DDR-Vergangenheit verfahren sollte. <span id="more-4365"></span></p>
<p><strong>Mitglieder der Kommission</strong><br />
Die Kommission – bestehend aus Dr. Franz Steinle (Vorsitz), Gerhard Dambeck und Stefan Krauß, sowie den externen Mitgliedern, dem Präsident des Internationalen Rennrodelverbandes Josef Fendt und PD Dr. med. Dr. jur. Heiko Striegel, Mitglied des AK Recht der NADA und Anti-Doping-Beauftragter des WLV – war vom DSV-Präsidium beauftragt worden, die im März erhobenen Vorwürfe gegen die beiden ehemaligen DDR-Trainer Frank Ullrich und Wilfried Bock zu untersuchen.</p>
<p><strong>Ergebnisse des Abschlussberichts</strong><br />
Die Kommission weist in ihrem Abschlussbericht darauf hin, dass im Zuge der Untersuchungen keine erneute Aufarbeitung des komplexen Themas „Doping im Hochleistungssport zu DDR-Zeiten“ stattfinden sollte und konnte. Grundlage der Ermittlungen waren vielmehr die Ergebnisse der so genannten „ad-hoc-Kommisson“ unter Vorsitz von Manfred von Richthofen vom 14. Dezember 1991 sowie der so genannten „Reiter-Kommission“ vom 19. Juli 1991 mit Empfehlung des erweiterten BA-L-Vorstandes. Neben der sorgfältigen Prüfung einer Vielzahl an Unterlagen und schriftlichen Aussagen von ehemaligen Mitgliedern der DDR-Biathlon-Nationalmannschaft wurden im Rahmen der Kommissionsarbeit auch zahlreiche mündliche Anhörungen von Betroffenen und Zeugen &#8211; unter anderem auch von Jürgen Wirth und Dr. Jens Steinigen &#8211; durchgeführt. Nach Abschluss der Untersuchungen kommt die Kommission „DDR-Doping“ zu folgendem Ergebnis:</p>
<ol>
<li>Zumindest bei mehrtägigen Lehrgängen der Nationalmannschaft wurden auch im Biathlonbereich in der ehemaligen DDR Dopingmittel verabreicht. Diese so genannten „blauen Pillen“ oder „blauen Blitze“, bei denen es sich um das Präparat Oralturinabol handelte, wurden zur Beschleunigung der Regeneration eingesetzt.</li>
<li>Bei einem Herbstlehrgang der damaligen DDR-Biathlonnationalmanschaft im Jahre 1985 in Kiruna (SWE) wurde auf Nachfrage von Sportlern in einer Mannschaftssitzung von dem damaligen Mannschaftsarzt bestätigt, dass es sich bei den blauen Pillen um Dopingmittel handelte, während die Trainer immer nur von „trainingsunterstützenden Mitteln“ gesprochen haben.</li>
<li>Alle im sportlichen Umfeld der Spitzenathleten tätigen Personen mussten auf Grund der Art und Weise der Verabreichung dieser so genannten „Blauen Pillen“ davon gewusst haben, dass es sich um etwas „Verbotenes“ handelte. Darüber hinaus ist die Kommission davon überzeugt, dass zumindest die Chefverbandstrainer näher informiert gewesen sein mussten.</li>
</ol>
<p><strong>KOMMISSIONSERGEBNIS ZU FRANK ULLRICH</strong></p>
<p>Frank Ullrich war im maßgeblichen Zeitraum (ab 1986) Teildisziplintrainer „Lauf“ der DDR- Biathlonnationalmannschaft. Er hat die Einnahme von Dopingmitteln weder angewiesen, noch selbst welche an Athleten verabreicht und auch nicht die Einnahme überwacht beziehungsweise kontrolliert. Er gehörte nicht zu den „Cheftrainern“, die im engeren Kreis eingebunden waren und die im Sinn der ad-hoc-Kommission als „besonders belastet“ gelten.</p>
<p><strong>DSV-Bundestrainer Ullrich entlastet</strong><br />
Auch nach heutigen Maßstäben hätte er sich keines Dopingverstoßes zu verantworten, ungeachtet dessen, dass die Kommission davon ausgeht, dass eventuelle Dopingverstöße sowohl in strafrechtlicher wie auch in dopingrechtlicher Hinsicht verjährt wären.</p>
<p><strong>„Trainingsunterstützende Mittel“</strong><br />
Andererseits geht die Kommission davon aus, dass auch Frank Ullrich zumindest ahnen konnte, dass in Form der sog. „blauen Pillen“ etwas „Verbotenes“ verabreicht wurde, selbst wenn er bei dem Kiruna-Lehrgang 1985 noch nicht dabei war und angenommen werden kann, dass in seinem Beisein niemals das Wort „Doping“ gefallen ist.</p>
<p>Wenn Frank Ullrich auch heute daran festhält, er sei davon ausgegangen, dass es sich lediglich um trainingsunterstützende Mittel im legalen Bereich gehandelt hat, geht die Kommission von einem unbewusst gesteuerten Verdrängungsmechanismus aus. Dahingehend, dass er sich die Dinge als junger, ehrgeiziger und an Spitzenleistungen orientierter Trainer in dem Sinne zurechtgelegt hat, dass dies nach dem damaligen Erkenntnisstand notwendig gewesen sei.</p>
<p><strong>Empfehlung an das Präsidium </strong><br />
&#8220;Infolge der zuvor getroffenen Tatsachenfeststellungen und ihrer Bewertung sieht die Kommission keinen Anlass, rechtliche Schritte gegen Frank Ullrich einzuleiten, zumal darüber hinaus strafrechtliche und/oder dopingrechtliche Sanktionsmöglichkeiten offensichtlich verjährt wären.</p>
<p>Ob arbeits- oder dienstrechtlich Konsequenzen angezeigt wären, bedarf keiner Empfehlung der Kommission an das DSV-Präsidium, nachdem Anstellungsträger von Frank Ullrich die Bundeswehr ist. Allerdings würde die Kommission aufgrund der zuvor getroffenen Feststellungen und Bewertungen für solche Schritte keine Veranlassung sehen.</p>
<p>Gleiches gilt für sportpolitische und sportethische Konsequenzen im Hinblick auf den Einsatz von Frank Ullrich als Bundestrainer Herren im Biathlonbereich. Frank Ullrich hatte als DDR-Disziplintrainer „Lauf“ im Biathlon zum einen nicht die Möglichkeit, aktiv zum Doping in der ehemaligen DDR beizusteuern und hat dies nach dem Erkenntnisstand der Kommission auch tatsächlich nicht getan. Es verbleibt somit allenfalls das Wissenselement, ohne freilich gegensteuern oder die Dinge positiv beeinflussen zu können. Dies wäre ihm in einem System, in dem Leistungsmanipulation als Staatsziel vorgegeben und flächendeckendes Doping in einer hierarchischen Struktur von Befehl und Gehorsam von oben nach unten zwingend angeordnet worden ist, mit Sicherheit nicht möglich gewesen.</p>
<p>Nicht unberücksichtigt darf in diesem Zusammenhang bleiben, dass bis heute kein Athlet aus dem Biathlonbereich der ehemaligen DDR den Vorwurf gegen Frank Ullrich erhoben hat, durch eine von ihm zu verantwortende Doping-Verstrickung gesundheitlich geschädigt worden zu sein. Auch nicht seitens der Biathleten, die ihn im gegenständlichen Verfahrenszusammenhang beschuldigt haben. Damit kann zugunsten von Frank Ullrich auch berücksichtigt werden, dass er – im Gegensatz zu ehemaligen DDR-Trainern in anderen Sportdisziplinen – nicht mit einer „Opferdebatte“ belastet ist.</p>
<p>Weiter ist Frank Ullrich nunmehr fast 20 Jahre nach der Wiedervereinigung als Trainer tätig und hat sich in dieser Funktion immer uneingeschränkt zu einem dopingfreien Sport bekannt. Dass es sich hierbei nicht um Lippenbekenntnisse gehandelt hat beweist die Tatsache, dass während dieser langen Zeit niemals auch nur ansatzweise ernst zu nehmende Verdachtsmomente gegen ihn persönlich oder seinen Verantwortungsbereich zu Tage getreten sind.&#8221;</p>
<p><strong>KOMMISSIONSERGEBNIS ZU WILFRIED BOCK</strong></p>
<p>Verbandstrainer Wilfried Bock war aktiv in die Verabreichung von Dopingmitteln involviert. Dies hat er bei seiner Vernehmung vor der DSV-Kommission auch einge¬räumt. Nicht glaubhaft erscheint in diesem Zusammenhang seine Relativierung da¬hingehend, dass er es jedem Athleten freigestellt habe, ob er die Mittel nehme oder nicht.</p>
<p><strong>Empfehlung an das Präsidium </strong><br />
„Auch wenn Wilfried Bock schon allein auf Grund seiner Verbandstrainerposition eine mit Frank Ullrich nicht vergleichbare aktive Rolle innehatte, sind dennoch straf- und dopingrechtliche Schritte verjährt.</p>
<p>Allerdings wäre es für die Kommission aus sportpolitischen Gründen bedenklich, wenn Bock weiterhin eine haupt- oder ehrenamtliche Funktion innerhalb des Deutschen Skiverbandes ausüben würde. Sie empfiehlt daher dem DSV-Präsidium, davon Abstand zu nehmen. Wilfried Bock bleibt es selbstverständlich unbenommen, in einem Verfahren vor der DOSB-Steiner-Kommision eine anderslautende Empfehlung zu erwirken.</p>
<p><strong>KOMMISSIONSEMPFEHLUNG ZU ÄHNLICHEN VORWÜRFEN </strong></p>
<p>„Noch einmal sei betont, dass eventuelle Verstöße dopingrechtlich wie auch strafrechtlich längst verjährt wären. Zum Maßstab für Verhaltensanforderungen des DSV können daher nur sportpolitische und sportethische Erwägungen gemacht werden. Danach ist aus Sicht der Kommission wie folgt zu verfahren, wenn künftig Vorwürfe gegenüber Funktionären, Trainern, Ärzten, Physiotherapeuten etc. aus dem DSV-Bereich erhoben werden:</p>
<p>1. Waren die Vorwürfe schon Gegenstand einer validen Untersuchung (staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren, Gerichtsverfahren, Disziplinarverfahren, Untersuchungskommission etc.) sollte unter Verweis auf deren Ergebnis den Vorwürfen nicht erneut nachgegangen werden.</p>
<p>2. Betreffen die Vorwürfe den Personenkreis aus der 2. Linie, die im Sinn der ad-hoc-Kommission nicht als besonders belastet gilt, sollte den Vorwürfen nicht weiter nach gegangen werden. Hier wäre auf das seinerzeit von Staats wegen angeordnete und hierarchisch von oben nach unten strukturierte flächendeckende Doping zu verweisen. Hervorzuheben wäre, dass der Betroffene in dieser Struktur nur ein Glied in der Kette war, ohne jede Möglichkeit, die Dinge in irgendeiner Art und Weise aktiv und/oder gar positiv beeinflussen zu können.</p>
<p><strong>Ausnahme </strong><br />
Vorwürfe gegen einen Angehörigen dieses Personenkreises unter drei Voraussetzungen:</p>
<p>a. Doping an namentlich genannten Personen mit gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen</p>
<p>b. und/ oder gegenüber Minderjährigen</p>
<p>c. sowie die substanzielle Behauptung eines aktiven Beteiligungsbeitrages, die geeignet ist, einen dringenden Tatverdacht zu begründen.</p>
<p>3. Ist der Personenkreis betroffen, der im Sinn der ad-hoc-Kommission als besonders belastet gilt, ist diesen Vorwürfen nur dann nach zu gehen, wenn es sich nicht nur um allgemeine Verdächtigungen, sondern um substanzielle Tatsachenbehauptungen handelt, die geeignet sind, einen dringenden Tatverdacht zu begründen.“</p>
<p><strong>PRESSEMITTEILUNG DSV-PRÄSIDIUM </strong></p>
<p>Das DSV-Präsidium folgt Empfehlungen der Kommission „DDR-Doping“. Nach einem einstimmigen Beschluss des DSV-Präsidiums wird der Deutsche Skiverband die Empfehlungen der Untersuchungskommission „DDR-Doping“ in allen Punkten umsetzen. Frank Ullrich wird demnach auch im kommenden Olympiawinter als Bundestrainer für die Biathlonherren verantwortlich zeichnen. Das Arbeitsverhältnis mit Wilfried Bock wird zum 31. Oktober beendet.</p>
<p><strong>Hörmann: Verantwortungsbewusste Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit </strong></p>
<p>„Ich danke allen Kommissionsmitgliedern für ihre umfangreiche, gewissenhafte und hochqualifizierte Arbeit sowie die ausgesprochenen Empfehlungen“, erklärte DSV-Präsident Alfons Hörmann. „Mit der Einsetzung der Kommission hat der DSV aus Verbandssicht alles getan, um der Aufarbeitung der „DDR-Vergangenheit“ nicht nur im aktuellen Fall, sondern auch zukünftig verantwortungsbewusst Rechnung tragen zu können.“</p></blockquote>
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		<title>Kuhhandel im olympischen Sport: Pechstein, Breuer, Goldmann und der DLV</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 09:46:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Apropos, weil die des Blutdopings stark verdächtige und zwei Jahre gesperrte Olympiasiegerin Claudia Pechstein bei jeder Gelegenheit von einem angeblichen &#8220;Kuhhandel&#8221; des Eislauf-Weltverbandes ISU spricht; und weil der DESG-Präsident Gerd Heinze, der Monate lang gelogen hat, ebenfalls von einem &#8220;Kuhhandel&#8221; spricht; und weil jetzt bestimmt gleich viele Meinungen und Meldungen auf dem Markt sein werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Apropos, weil die des <a title="Claudia Pechstein wegen Blutdopings gesperrt" href="http://jensweinreich.de/?p=4108" target="_blank">Blutdopings stark verdächtige</a> und zwei Jahre gesperrte Olympiasiegerin <a title="Erklärung von Claudia Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=4138" target="_blank">Claudia Pechstein</a> bei jeder Gelegenheit von einem angeblichen &#8220;Kuhhandel&#8221; des <a title="Was vom Tage übrig bleibt (35): Der ISU-Beschluss im Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=4140" target="_blank">Eislauf-Weltverbandes ISU</a> spricht; und weil der DESG-Präsident Gerd Heinze, der Monate lang gelogen hat, ebenfalls von einem &#8220;Kuhhandel&#8221; spricht; und weil jetzt bestimmt gleich viele Meinungen und Meldungen auf dem Markt sein werden, die sich über die angeblichen &#8220;Kuhhandel&#8221; im internationalen Sport echauffieren &#8230;</p>
<p>Ach ja, die vorbildlichen Deutschen. Mir fällt da ein schöner &#8220;Kuhhandel&#8221; ein. Ich finde, die Lösung, die der Deutsche Leichtathletik-Verband im Januar 2007 im Fall Grit Breuer (u.a) gefunden hat, kommt dem, was die ISU laut Heinze (Beweise gibt es bislang nicht, vielleicht hat er ja im ZDF erneut die Unwahrheit gesagt, wer weiß) angeboten haben soll (also keine Bestrafung bei Beendigung der Karriere von Pechstein) ziemlich nahe. Soll sich jeder selbst ein Urteil bilden. Die Fälle lassen sich sehr wohl vergleichen. Stichworte: Keine positive Probe, Unschuldsvermutung etc. pp.</p>
<blockquote><p><small>DLV-Pressemitteilung vom 12. Januar 2007</small></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Überprüfungsverfahren abgeschlossen</span></p>
<p><strong>Der Disziplinarausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat die verbandsrechtlichen Überprüfungsverfahren gegen Ulrike Urbansky, Grit Breuer und Nils Schumann wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen Dopingbestimmungen nach eingehender Prüfung der Sach- und Rechtslage beendet bzw. vorläufig eingestellt. Es wird keine Sanktionierungsverfahren gegen diese Athleten geben.</strong></p>
<p>Die Verfahren waren nach Auswertung der Akten aus dem Strafverfahren gegen den ehemaligen Trainer Thomas Springstein eingeleitet worden. Dokumente darin enthielten Hinweise auf mögliche Dopingverstöße der Athleten. Die Besonderheit der Überprüfungsverfahren bestand darin, dass keiner der genannten Athleten bei einer Dopingkontrolle positiv getestet worden war.</p>
<p>Die Verdachtsmomente stützten sich einzig auf Unterlagen, die von der Staatsanwaltschaft Magdeburg sichergestellt worden waren, und betrafen zurückliegende Zeiträume. Damit musste der DLV für eine Sanktionierung den vollen Beweis für einen Dopingverstoß erbringen. Die für den Fall einer positiven Urinprobe festgelegte Umkehr der Beweislast, nach der der Athlet beweisen muss, dass er keinen Dopingverstoß begangen hat, griff in den vorliegenden Verfahren nicht.</p>
<p>Im Fall der Athletin Ulrike Urbansky entschied der Disziplinarausschuss mit den Beisitzern von Lienen (Richter am Bundesgerichtshof) und Dr. Fritzweiler (Rechtsanwalt, Präsident der International Sport Lawyers Association), dass der sich aus den Unterlagen möglicherweise ergebende Dopingverstoß Ende August 2006 verjährt sei. Nachdem Anhaltspunkte oder Beweismittel für unverjährte Verstöße nicht zur Verfügung standen, könne der DLV Sanktionen wegen eines Dopingverstoßes, sollte er beweisbar sein, nicht mehr verhängen.</p>
<p><strong>Unschuldsvermutung bei Nils Schumann</strong></p>
<p>Im Fall der Athletin Grit Breuer entschied der Disziplinarausschuss mit den Beisitzern Maihold (Richter am OLG) und Dr. Krogmann (Rechtsanwalt), dass das Verfahren vorläufig eingestellt werde. <strong>Frau Breuer sei infolge ihres zwischenzeitlichen Vereinsaustritts der Entscheidungskompetenz des Disziplinarausschusses zurzeit nicht unterworfen. Sollte die Athletin ihre Teilnahme am organisierten Sport wieder aufnehmen, sei das Verfahren fortzusetzen.</strong></p>
<p>Im Fall des Athleten Nils Schumann entschied der Disziplinarausschuss mit den Beisitzern Prof. Dr. von Heintschel-Heinegg (Vorsitzender Richter am OLG) und Prof. Dr. Becker (Leiter eines Max-Planck-Instituts), dass die vorliegenden Unterlagen nicht ausreichen würden, die umfangreiche Einlassung des Athleten zu widerlegen. Weitergehende Beweismittel standen dem Disziplinarausschuss nicht zur Verfügung, nachdem der Trainer Springstein sich dem Disziplinarausschuss nicht als Zeuge zur Verfügung stellte. Mangels einer positiven Dopingkontrolle habe daher für Nils Schumann die Unschuldsvermutung zu gelten.</p></blockquote>
<p>Ach ja, und wenn wir schon beim Thema Kuhhandel sind. Der DLV bietet dem Dopingtrainer <a title="tag: Werner Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?s=goldmann" target="_self">Werner Goldmann</a> einen neuen Vertrag an, natürlich, meldet gerade der Sportinformationsdienst: <span id="more-4158"></span></p>
<blockquote><p>Ulm (SID) Der wegen seiner DDR-Dopingvergangenheit entlassene Kugelstoß-Bundestrainer Werner Goldmann steht offenbar vor der Wiederanstellung beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus liegt dem seit 1. Januar 2008 arbeitslosen 60-jährigen Berliner ein neuer Vertrag des DLV vor. Zu diesem Schritt habe sich das DLV-Präsidium nach einer erneuten juristischen Prüfung entschlossen. Es handele sich um einen Kontrakt &#8220;mit klar definierten Rahmenbedingungen, die aber nicht mehr verhandelbar sind&#8221;, wie DLV-Generalsekretär Frank Hensel sagte. Eine Einigung würde auch ein Ende des derzeit laufenden Arbeitsgerichtsprozesses bedeuten.</p>
<p>DLV-Präsident Clemens Prokop bestätigte am Rande der DM in Ulm, dass sein Verband ein Angebot vorgelegt habe, ließ nähere Details aber offen: &#8220;Wir sind nach wie vor in Gesprächen miteinander und haben einen Vorschlag unterbreitet, der von Herrn Goldmann aber noch nicht angenommen worden ist. Ich halte es für unsinnig, jetzt jeden Schritt von uns zu kommentieren.&#8221;</p>
<p>DDR-Dopingopfer Gerd Jacobs, der heute mit einem Spenderherz lebt und dessen Aussagen zur Entlassung von Goldmann führten, reagierte geschockt: &#8220;Unfassbar &#8211; Goldmann hat sich nicht mal bei mir entschuldigt. Und kein DDR-Dopingopfer erhält bis heute eine Entschädigungsrente.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich will eigentlich nur sagen, um im Bild zu bleiben: Die größten Kuhhändler sind immer noch die Deutschen, die also, die einst das Doping perfektioniert hatten. Und immer noch fleißig betrügen.</p>
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		<title>Der Sport, die Politik, die Dopingopfer und der Bundesgerichtshof</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 09:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wurde aber auch Zeit. Zum Treffen von Dopingopfern mit der DOSB-Spitze gestern in Berlin mein Kurzbeitrag im Deutschlandfunk:</p>
<p><a title="DLF vom 30. Juni 2009 - Dopingopfer/DOSB" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/06/30/dlf_20090630_2257_7fc98652.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die überarbeitete und verlinkte Variante des Beitrags folgt sofort. Zuvor aber noch einige Gedanken zur Frage: Was/wer ist eigentlich ein Dopingopfer? Die Frage ist ja seit einigen Tagen brennend aktuell, nicht nur deshalb, weil in SPD-Kreisen (Dagmar Freitag/DLV-Vizepräsidentin), Clemens Prokop (DLV-Präsident), Peter Danckert (Sportausschuss-Chef) ganz plötzlich Irritationen auftreten. Werden hier Opfer gezielt diskreditiert?</p>
<p>Es lohnt sich, derlei Fragen zu erörtern. Für Juristen und für solche, die es werden wollen, als Argumentationshilfe: Der Beschluss des Bundesgerichtshofes vom 9. Februar 2000 in der Strafsache gegen den Dopingarzt und Stasispitzel (IM <a title="BLZ: Von &quot;Hirnhormonen&quot; und &quot;kriminellen Vergehen&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0416/sport/0020/index.html" target="_self">Jürgen Wendt</a>) Bernd Pansold, der bei Red Bull in Salzburg für Nachwuchssportler zuständig ist.</p>
<ul>
<li><a title="BGH-Beschluss vom 9. Februar 2000" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/bgh-pansold-dopingopfer.pdf" target="_blank">BGH-Beschluss</a>, pdf (9 Seiten &#8211; 1,3 MB)</li>
</ul>
<p>Darin geht es vor allem um die Frage der Verjährung von Dopingtaten, auf Seite 7 wird eine Art Opfer-Definition getroffen, finde ich.</p>
<blockquote><p><strong>Die betroffenen minderjährigen Sportlerinnen wurden von Staats wegen unter Hintanstellung wesentlicher persönlicher Belange für staatliche Zwecke instrumentalisiert.</strong></p></blockquote>
<p>Weiter, und nachfolgende Passage gilt m. E. auch für erwachsene Sportler, die gedopt wurden:</p>
<blockquote><p><strong>Obgleich sie nicht als Systemgegner angesehen waren, vielmehr vom System als besonders förderungswürdig anerkannt waren, wurden auch sie zu Opfern des Systems, da ihnen ohne Rücksicht auf ihren Willen eine sogar ihrem Wissen vorenthaltene Aufopferung ihrer Gesundheit durch Hinnahme beträchtlicher gesundheitlicher Gefährdung abverlangt wurde.</strong></p></blockquote>
<p>Es ist traurig und beschämend, dass diese Frage im Jahr 20 nach der Wende noch diskutiert werden muss und neu aufgeworfen wird.</p>
<p>Hier nun meine Anmerkungen &#8211; sachlich, versteht sich &#8211; zum gestrigen Termin:</p>
<p>Die Eckdaten des Treffens am 30. Juni in der Berliner Dependance des Deutschen Olympischen Sportbundes: Das Gespräch dauerte zweieinhalb Stunden. Auf Seiten des DOSB diskutierten: Präsident Thomas Bach, Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper und Generaldirektor Michael Vesper. Für die Dopingopfer sprachen: Ines Geipel, <a title="Andreas Krieger zum Fall Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a>, Uwe Trömer und Bernd Richter. Geipel, Trömer und Krieger sind seit langem Wortführer der Dopinggeschädigten. Bernd Richter, ehemals Hammerwerfer beim ASK Potsdam, wurde in der DDR auch politisch verfolgt und saß im Stasi-Gefängnis.</p>
<p>In Kernfragen der Auseinandersetzung über den Umgang mit Dopingtätern gab es keine Annäherung. Ines Geipel: „Klar ist, dass wir zu den belasteten Dopingtrainern unterschiedliche Positionen haben. Wir haben noch mal sehr klar gemacht, dass eine Entschuldungspauschale nicht reicht. Wir bleiben dabei, dass es konkreter zugehen muss im Zusammenhang mit den belasteten Trainern.&#8221;</p>
<p>Die Opfer werden weiter dagegen angehen und <a title="&quot;Historische Hypotheken des deutschen Sports&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4057" target="_self">rechtliche Mittel gegen Trainer und die Vergabe von Sportfördergeldern</a> prüfen. Eine umfassende <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Eingabe beim Petitionsausschuss</a> des Bundestages ist anhängig. Es bleibt auch bei den bereits angekündigten Protestaktionen im August rund um die Leichtathletik-WM in Berlin. „Es wird eine internationale Pressekonferenz geben. Es wird die Andreas-Krieger-Medaille vergeben werden&#8221;, sagt Ines Geipel. Damit werden wir ein deutliches Signal auch im Kontext dieser Trainerdebatte setzen. Also soviel Unabhängigkeit muss es von unserer Seite aus geben. Und das, dächten wir, erträgt der freie Sport in Deutschland auch.&#8221;</p>
<p><span id="more-4081"></span>DOSB-Generaldirektor Vesper hatte sich am Montag vehement gegen eine Pressemitteilung der Dopingopfer verwahrt (<em><a title="&quot;Historische Hypotheken des deutschen Sports&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4057" target="_self">hier wurde darüber diskutiert</a>, der DOSB-General fürchtete offenbar um seine Kommunikationsherrschaft</em>). Er machte nun im Gespräch erneut die Grundhaltung von Sport und Politik deutlich: „Unsere Position ist klar: <a title="Die Propagandamaschine brummt" href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Wir stehen gegen eine Generalamnestie für Trainer</a>, die sich am Doping in der DDR, am Staatsdopingsystem beteiligt haben. Wir stehen aber auch gegen eine Generalverurteilung dieser Trainer für immer und ewig, sondern wir sagen: Wir möchten uns gerne mit den Einzelfällen beschäftigen und die Kommission, die wir eingesetzt haben unter Udo Steiner, sich damit befassen lassen.&#8221; (<em>Es wäre übrigens dringend geboten, würde die Steiner-Kommission endlich sämtliche zur Verfügung stehenden Dokumente, etwa Gerichtsbeschlüsse, wahrnehmen. Die Opfer wollen wohl einige pdf-Dateien und Originale zur Verfügung stellen.</em>)</p>
<p>Gleichzeitig sagt Vesper, er wende sich gegen jede <a title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">Verunglimpfung von Dopingopfern</a>, wie sie in diesen Tagen vor allem aus dem Sportausschuss des Bundestages zu vernehmen waren. Dazu hat Andreas Krieger einen persönlichen Brief an Peter Danckert (SPD/Pferdesportverband Berlin-Brandenburg/Nada-Kuratorium) geschrieben. Danckert kämpft um seine Wiederwahl in einem Ost-Wahlkreis und würde nur zu gern eine Art Sportminister werden. Seine Haltung - geschichtsklitternd? ostalgisch? populistisch auf seinen Wahlkreis zugeschnitten? - illustriert vielleicht dieses <a title="DLF-Interview mit Peter Danckert vom 28. Juni 2009" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/990503/" target="_blank">Interview</a> im Deutschlandfunk mit Herbert Fischer-Solms:</p>
<p><a title="Interview Danckert, DLF, 28. Juni 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/06/28/dlf_20090628_1940_9880f141.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>DOSB und Dopingopfer wollen künftig punktuell gemeinsam arbeiten. Die Opfer sollen in Präventionsmaßnahmen des Sports eingebunden werden (dieses Versprechen hatte es vor Jahren schon einmal gegeben), es soll einen Ansprechpartner beim DOSB geben, das wird wahrscheinlich der Justitiar Holger Niese sein, außerdem eine gemeinsame Beratungsstelle (mit dem DOH/auch dieses Projekt wurde vor Jahren schon einmal besprochen). In Berlin suchten beide Seiten den Dialog, ohne sich zu verleugnen. Die Opferrente ist dabei eine zentrale Forderungen der ehemaligen Athleten. Vesper sagt: „Wir haben verabredet, dass wir uns sehr bald nach der Bundestagswahl wieder zusammensetzen. Weil eine der Fragen, die wir heute diskutiert haben, die Frage der Rentenzahlungen für schwer geschädigte Dopingopfer, diese Frage ist nicht von uns zu lösen, die ist allein von der Politik zu lösen. Und da denken wir, dass wir Gespräche führen werden nach der Bundestagswahl, wenn die neue Regierung sich gebildet hat.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 10:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die aktuelle Pressemitteilung einiger DDR-Dopingopfer vor dem Gespräch mit DOSB-Präsident Thomas Bach am morgigen Dienstag in Berlin: DDR-Dopingopfer fordern: DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen und dabei zu verbindlichen Vereinbarungen kommen Eine Gruppe von anerkannten DDR-Dopingopfern (Andreas Krieger, Uwe Trömer, Bernd Richter, Ines Geipel) wird am Dienstag, den 30. Juni 2009, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Pressemitteilung einiger DDR-Dopingopfer vor dem Gespräch mit DOSB-Präsident Thomas Bach am morgigen Dienstag in Berlin:</p>
<blockquote><p><strong>DDR-Dopingopfer fordern: DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen und dabei zu verbindlichen Vereinbarungen kommen</strong></p>
<p>Eine Gruppe von anerkannten DDR-Dopingopfern (Andreas Krieger, Uwe Trömer, Bernd Richter, Ines Geipel) wird am Dienstag, den 30. Juni 2009, in einem Gespräch in Berlin mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach, die aus ihrer Sicht dringendsten Themen zum Umgang mit der Dopinghistorie des deutschen Spitzensports besprechen und dabei auf verbindliche Lösungen drängen. </p>
<p>Die Anfang April diesen Jahres erfolgten <a title="Die Propagandamaschine brummt" href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Pauschalentschuldungen</a> für fünf dopingbelastete Bundestrainer des Deutschen Leichathletikverbandes (DLV) waren auf den <a title="DDR-Dopingopfer zur &quot;Entschuldungspauschale für Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">massiven</a> <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">Protest</a> der <a title="Erklärung von DDR-Dopingopfern: &quot;Kein fauler Frieden in der Doping-Aufarbeitung&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3152" target="_self">Geschädigten</a> getroffen. Ihre Begründung lautet:</p>
<p>„Diese Art anonymisierter Aufarbeitung nivelliert nicht nur die historischen Tatsachen, sie wird auch dem erlittenen Unrecht im DDR-Sport in keiner Weise gerecht&#8221;.</p>
<p>Nach Auffassung der Doping-Geschädigten ist im Vorfeld der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin „eine politisch durchsichtige, aber umso <a title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">aggressivere Diskreditierung der Opfer</a> von Seiten der <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden" href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">Politik</a> und des Sports im Gange.&#8221;</p>
<p><strong>Sie weisen diese Verleumdungen entschieden zurück und verlangen, dass der Regression in der Aufarbeitung deutlich Einhalt geboten wird.</strong></p>
<p><span id="more-4057"></span>In der Frage der dopingbelasteten Trainer halten die ehemaligen Athleten ihren Protest aufrecht und verweisen darauf, dass eine Weiterbeschäftigung dieser Trainer nur in Betracht kommen kann, wenn sie ihren Aufklärungspflichten nachkommen und endlich konkrete Aussagen zum Tatgeschehen treffen, die der Überwindung der vorsätzlichen Schädigungen der Sportlerinnen und Sportler dienen.</p>
<p>Zugleich erinnern sie daran, dass die Verjährungsfrist bei zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen wegen Körperverletzung nach §199 Abs. 2 BGB grundsätzlich 30 Jahre dauert, gerechnet ab Begehung der Tat. </p>
<p>In das Gespräch mit DOSB-Präsident Bach gehen die früheren Athleten mit der Forderung nach einem gemeinsamen Treffen mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, mit dem DLV-Präsidenten Clemens Prokop sowie mit einem unabhängigen Juristen zur Klärung rechtlicher Fragen sowie zur Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Arbeit der Steiner-Kommission des DOSB.</p>
<p>Gesprächsthema wird außerdem die <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">rechtswidrige Mittelvergabe der Sportförderpolitik des Bundes</a> sein, die im Juni des Jahres auch Gegenstand einer <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Petition des Dopingopferhilfevereins</a> (DOH) geworden ist. Hier ist zu klären, ob eine Strafverfolgung der dafür Verantwortlichen wegen Untreue gemäß §66 StGB in Betracht kommt. In jedem Fall sei es politisch angreifbar, dass BMI-Staatssekretär Bergner erst kürzlich widersprüchliche Äußerungen hinsichtlich der Mittelrückgabepolitik gemacht hat.</p>
<p>Der DOSB hatte in seinem „Zehn-Punkte-Aktionsplan gegen Doping&#8221; im Dezember 2006 angekündigt, DDR-Dopingopfer zu bitten, an der Dopingprävention mitzuwirken, denn niemand könne „glaubwürdiger als sie über die schlimmen Folgen des Dopings berichten&#8221;. Da der DOSB das Angebot der Doping-Geschädigten bisher nicht angenommen hat, fordern sie nunmehr die aktive Einbeziehung bei Planung, Durchführung und Evaluation von Anti-Doping-Aktivitäten des DOSB, etwa des seit einem Jahr angekündigten Forschungsprojektes zur Aufarbeitung der Dopinggeschichte Deutschlands. Des weiteren soll das Gespräch ergeben, wie die Möglichkeit einer speziellen Dopingopferrente gemeinsam in Angriff zu nehmen ist und wie eine unabhängige Doping-Präventions- und Beratungsstelle in Trägerschaft des DOH verwirklicht werden kann. Hier geht es darum, DOSB, Sportverbände und Stiftungen zu finanzieller Beteiligung und zu mehr Kooperation zu bewegen, um das Schadensvolumen des deutschen Sports projektiv und nachhaltig aufzufangen.</p></blockquote>
<p>Nachtrag, 15.16 Uhr: Oh, der Herr <a title="www.michael-vesper.de" href="http://www.michael-vesper.de/" target="_blank">Vesper</a> (DOSB-Generaldirektor/Bündnis 90/Die Grünen) ist verärgert über die Pressemitteilung. Tja, er ist es gewöhnt, die Nachrichten zu bestimmen. Christian Klaue schreibt im <strong>Sportinformationsdienst</strong> u.a.:</p>
<blockquote><p>Berlin (SID) Mit der Veröffentlichung eines Forderungskatalogs haben DDR-Dopingopfer vor einem Gespräch mit DOSB-Präsident Thomas Bach am Dienstag in Berlin (15 Uhr) den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verärgert. In einer Pressemitteilung, verbreitet von der Autorin und Literatur-Professorin Ines Geipel, hatte es zuvor geheißen: &#8220;Der DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen. Wir werden auf verbindliche<br />
Lösungen drängen.&#8221;</p>
<p>Der DOSB zeigte sich befremdet, dass vor einem internen Gespräch via Presse ein Forderungskatalog &#8220;auf den Tisch geknallt wird&#8221;, wie Generaldirektor Michael Vesper sagte: &#8220;Das ist kein Umgang miteinander. Es lässt befürchten, dass hier kein ernsthaftes Gespräch gesucht wird, sondern eine öffentliche Show inszeniert werden soll.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Ich betrachte Vespers Behauptung, es werde &#8220;kein ernsthaftes Gespräch gesucht&#8221; nicht nur als Nonsens, sondern als perfide. Politische Propaganda halt.</p>
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		<title>Die Verbal-Salti des Christoph Bergner</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 22:54:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit welchen Methoden arbeitet die Abteilung Sport des Bundesinnenministeriums, mit welchen Methoden arbeitet der Sportminister Wolfgang Schäuble (CDU), wie sein Sport-Staatssekretär Christoph Bergner (CDU/SV Halle), wie die so genannten Kontrolleure des Sports und des BMI-Sports, also die Umfaller und MdB&#8217;s aus dem Sportausschuss? Stammlesern sind diese Fragen nicht fremd. Es sind Kernfragen in diesem Theater. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit welchen Methoden arbeitet die <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Abteilung Sport</a> des Bundesinnenministeriums, mit welchen Methoden arbeitet der Sportminister <a title="Wolfgang Schäuble oder vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">Wolfgang</a> <a title="Dichtung und Wahrheit und Ehrendoktor Schäuble" href="http://jensweinreich.de/?p=3945" target="_self">Schäuble</a> (CDU), wie sein Sport-Staatssekretär <a title="tag: Bergner" href="http://jensweinreich.de/?s=bergner" target="_self">Christoph Bergner</a> (CDU/SV Halle), wie die so genannten Kontrolleure des Sports und des BMI-Sports, also die <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">Umfaller</a> und <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">MdB&#8217;s</a> aus dem Sportausschuss?</p>
<p>Stammlesern sind diese Fragen nicht fremd. Es sind Kernfragen in diesem Theater. Und das Theater geht weiter.</p>
<p>Am vergangenen Montag, zwei Tage vor der letzten <a title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">Sportausschuss-Sitzung</a>, teilte Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär im BMI, dem Sportausschuss-Chef Peter Danckert (SPD/Pferdesportverband Berlin-Brandenburg/Nada-Kuratorium) mit, dass von Sportverbänden, die Dopingtrainer mit Steuermitteln beschäftigt haben, durchaus Geld zurückgefordert werden kann. &#8220;Kann sanktioniert werden&#8221;, schreibt er.</p>
<p>Zwei Tage später stellte Bergner den Sachverhalt in der öffentlichen Debatte im Bundestags-Sportausschuss allerdings anders dar und behauptete, es gäbe „keine Möglichkeiten&#8221;, Fördermittel zurückzufordern. Er sehe es als „nicht gerechtfertigt&#8221; an. Komisch.</p>
<p>Hier ist übrigens der Brief von Bergner:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4033" title="Bergner Brief an Danckert, Seite 1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/bergner-brief-1.jpg" alt="" width="500" height="583" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4034" title="Bergner Brief an Danckert, Seite 2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/bergner-brief-2.jpg" alt="" width="500" height="593" /></p>
<p>Hat Bergner die Wahrheit gebeugt? Haben Abgeordnete der Regierungskoalition, die den Brief kannten, wider besseren Wissens entschieden, als sie den <a title="Antrag Bündnis 90/Die Grünen" href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/131/1613175.pdf" target="_self">Antrag der Bündnisgrünen</a>, die u. a. eine unabhängige Überprüfung entsprechender Sportfördermittel seit 1991 (insgesamt in Größenordnungen von mehreren hundert Millionen Euro) gefordert hatten, kollektiv abschmetterten? Steht es in der Macht des Innenministers und seiner Sportabteilung, sich selbst von der Kontrollpflicht zu befreien und dauerhafte Verstöße über beinahe 20 Jahre zu bereinigen?</p>
<p>Am 15. Juni schrieb Bergner, dass die Zuwendungsbescheide des BMI für Sportverbände zum Teil schon seit 1982 Anti-Doping-Klauseln enthalten. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), um dessen sechs Trainer es derzeit geht, habe vorbildliche Arbeitsverträge abgeschlossen, die ausdrücklich das Recht auf außerordentliche Kündigung bei Dopingvergehen enthalten. Interessant, dass Bergner einen siebten Fall erwähnt, allerdings nicht namentlich. Es folgt ein Bandwurmsatz:</p>
<blockquote><p>In Bezug auf den DLV ist festzustellen, dass auf der Basis der Nebenbestimmungen der gegenwärtigen Bewilligungsbescheide eine Weiterbeschäftigung von Trainern, bei denen ein Verstoß gegen die &#8220;Rahmenrichtlinien zur Bekämpfung des Dopings&#8221; des DOSB vorliegt und der DLV nicht die nach den Nebenbestimmungen vorgesehenen Konsequenzen zieht, sanktioniert werden kann.</p></blockquote>
<p>Noch einmal: Zwei Tage später behauptete Bergner in der Öffentlichkeit das Gegenteil.</p>
<p>„Dieser Widerspruch ist völlig inakzeptabel&#8221;, kommentierte Grünen-Sportsprecher Winfried Hermann im Deutschlandfunk im Gespräch mit Herbert Fischer-Solms. „Schriftlich erklärt Bergner: Es geht. Mündlich erklärt er: Es geht nicht.&#8221; Das komplette Interview:</p>
<p><a title="Interview mit Winfried Hermann, DLF vom 20. Juni 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/06/20/dlf_20090620_1946_bef2dd06.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zur Information gern auch noch einmal die <a title="Dopingtrainer: Das Gutachten von Martin Nolte" href="http://jensweinreich.de/?p=4019" target="_self">Stellungnahme</a> von Martin Nolte.</p>
<p>Sportpolitisch und zuwendungsrechtlich birgt Bergners Brief enormen Zündstoff. Denn eigentlich müsste die Vergabe der Sportfördermittel überprüft werden, müsste der Verband wegen fortgesetzter Verstöße über einen Zeitraum von fast 20 Jahren sanktioniert werden. Das Parlament wäre in der Pflicht, eine solche Überprüfung anzuordnen. Doch der Antrag wurde abgelehnt. „Ein Allparteien-Kartell von CDU und SPD, bis hin zu FDP und Linken, ist nicht bereit, Konsequenzen zu ziehen&#8221;, rügt Hermann.</p>
<p>Der Sportausschuss soll ein Kontrollorgan der Regierung sein. In der Leistungssportförderung müssen also vor allem das Bundesministerium des Innern, Minister Wolfgang Schäuble und die in Bonn angesiedelte Abteilung Sport kontrolliert werden &#8211; und natürlich auch die Sportverbände. Doch immer, wenn es ernst wird, wird es im Ausschuss schnell peinlich. Das mag vielleicht auch an den Vielfach-Funktionen zahlreicher Abgeordneter liegen.</p>
<p>Nur einige Beispiele: <span id="more-4031"></span></p>
<ul>
<li>Sportausschuss-Chef Peter <strong>Danckert</strong> (SPD) sitzt im Nada-Kuratorium und leitete den Landesverband Pferdesport Berlin-Brandenburg.</li>
<li>Dagmar <strong>Freitag</strong>, Sportsprecherin der SPD, ist VIzepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und als solche in der Trainer-Diskussion und der Causa Goldmann sicher nicht befangen, da sie ja stets zwischen ihren Ämtern <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">zu trennen weiß</a>.</li>
<li>Klaus <strong><span style="color: #000000;">Riegert</span></strong>, Sportsprecher der CDU, der die Aufarbeitungsversuche der Grünen vergangenen Mittwoch als „Blödsinn in Potenz&#8221; bezeichnete, ist Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes.</li>
<li>Martin <strong>Gerster</strong> (SPD), der vergangenen Freitag bei einem Vortrag in <a title="Kampf um den Kalbskadaver" href="http://jensweinreich.de/?p=4017" target="_self">Göttingen</a> jammerte, BMI und der Sport &#8220;stellen uns nur ein Bruchteil der Informationen zur Verfügung&#8221;, ist Präsident des Deutschen Sportakrobatik-Bundes.</li>
<li>Eberhard <strong>Gienger</strong> (CDU) hat einst selbst <a title="Spon: Turnweltmeister Gienger hat Anabolika genommen" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,415938,00.html" target="_blank">Anabolika eingenommen</a> und ist dem Herrn <a title="faz.net: Eberhard Gienger: Habe Anabolika genommen" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E1D7D53EDF30A4CB688F0921FC8C198FE~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Klümper noch immer dankbar</a>. Ach, und ja, er ist Vizepräsident Leistungssport des DOSB.</li>
</ul>
<p>Kommen wir nun zum Staatssekretär Christoph <strong>Bergner</strong>, der gern über <a title="Antidopingberichte 2007 der deutschen Spitzensportverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=2342" target="_self">Klamaukberichterstattung</a> <a title="Notizen vom Sportausschuss (3): &quot;I want to break free&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2366" target="_self">schimpft</a>:</p>
<ul>
<li>Bergner ist Präsident des SV Halle. Dieser Großverein beschäftigt als Hauptgeschäftsführer den ehemaligen Stasi-Spitzel <strong>Klaus-Dieter Malzahn</strong>. Malzahn, alias IM „Olaf Bachmann&#8221;, bereitet in Halle gerade die <a title="mz-web: Elefantenhochzeit in Halles Sport" href="http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&amp;atype=ksArtikel&amp;aid=1228807354480&amp;openMenu=1012569559900&amp;calledPageId=1012569559900&amp;listid=1127925101321" target="_blank">Fusion mit dem Universitätssportverein</a> (USV) vor. USV-Geschäftsführer <strong>Thomas Prochnow</strong> ist ebenfalls schwer belastet: Er hat in der DDR als Dopingwissenschaftler am berüchtigten FKS zum Thema <a title="BLZ vom 21. Juli 2005: Doktor ohne Doktorarbeit" href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0721/sport/0007/index.html" target="_blank">„Doping und Lauf&#8221;</a> und die Wirkung des Hormonpräparats STS promoviert, allerdings als Thomas Ferkl. Er nahm später den Nachnamen seiner Frau an. <a title="pdf, Manuskript Frontal 21 vom 7. April 2009" href="http://woelfe.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7009827,00.pdf" target="_blank">Siehe auch</a>.</li>
</ul>
<p>Dies in Kurzfassung einige weitere personelle Stränge, die zahlreiche Fragen aufwerfen. Staatssekretär Bergner kann seine Geschäfte im Haupt- und Ehrenamt quasi bar jeder öffentlichen Kontrolle betreiben. Und er kann gewiss immer zwischen all den vielen Funktionen und Interessen trennen und unterscheiden.</p>
<p><small><em>(Varianten dieses Beitrages wurden im Deutschlandfunk und in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht.)</em></small></p>
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		<title>Dichtung und Wahrheit und Ehrendoktor Schäuble</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 11:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Damit es nicht untergeht in den langen Kommentarspalten: Andreas Krieger schrieb gerade: Wissen sie, was mich an der ganzen Geschichte stört? Solche Behauptungen wie von den Herren Schneider und Pottel wären vor zehn Jahren noch nicht gefallen. Heute greift die Verjährung. Von dieser Seite aus kann ihnen nichts mehr passieren. Dazu bekommen sie durch ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Damit es nicht untergeht in den langen <a title="Kommentar von Andreas Krieger zu Werner Goldmann darf wieder ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3918#comment-9529" target="_self">Kommentarspalten</a>: <a title="Andreas Krieger zum Fall Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a> schrieb gerade:</p>
<blockquote><p>Wissen sie, was mich an der ganzen Geschichte stört? Solche Behauptungen wie von den Herren Schneider und Pottel wären vor zehn Jahren noch nicht gefallen.</p>
<p>Heute greift die Verjährung. Von dieser Seite aus kann ihnen nichts mehr passieren. Dazu bekommen sie durch ihre &#8220;Pauschalentschuldigung&#8221; auch noch Rückendeckung von Seiten des Sports und dürfen damit ihre Jobs behalten. &#8220;Wie feige!&#8221;</p>
<p>Ich habe mein EM-Gold nicht umsonst abgegeben. Denn ich wusste als Werfer (auch wenn Herr Schneider es anders behauptet) <strong>nicht</strong>, was mir dort verabreicht wurde. Ich habe es erst durch die Prozesse erfahren.</p>
<p>Was wirklich schlimm ist?</p>
<p>Ich komme mir vor wie ein Vergewaltigungsopfer, das vor Gericht zwar Recht bekommen hat, der Täter wurde auch verurteilt, aber dennoch werde ich durch damalige Mittäter immer wieder als die eigentliche Hure hingestellt, die für ihr eigenes Schicksal selbst verantwortlich gemacht wird.</p>
<p>Das ist schlimm und das tut weh.</p></blockquote>
<p>Und das ist die menschliche Dimension dieser Diskussion. Die Opfer werden nicht gehört, daran ändert auch ein Treffen nicht, dass es irgendwann vor der Leichtathletik-WM geben soll, das kommt zu spät und wird letztlich nur die Propaganda stärken. Täter und deren Gönner setzen sich einmal mehr durch, in schamloser Weise. Und sie verstoßen gegen zahlreiche Regeln, die in einer demokratischen Gesellschaft eingehalten werden sollten, und deren Nichteinhaltung zunächst parlamentarische und möglicher Weise juristische Konsequenzen haben sollten. Etwa die unsachgemäße Verwendung von vielen Millionen aus Steuermitteln über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten. Aber die &#8220;Volksvertreter&#8221; <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">spielen ja mit in diesem unwürdigen Spiel</a>, mit <a title="Reaktion im Sportausschuss ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3895" target="_self">einer Ausnahme</a>. Dies ist die, sagen wir, technokratische Dimension dieser Diskussion. Auch die kommt leider zu kurz, weil jene, die die <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Verwendung von Steuermitteln</a> zu verantworten haben, sich mit diesen &#8220;Pauschalentschuldigungen&#8221; selbst aus der Verantwortung stehlen wollen. Dazu zählen DOSB und Vorgängerorganisationen, DLV und andere Fachverbände, und das BMI &#8211; aber das habe ich oft genug gesagt und dokumentiert.</p>
<p>Passend zur Diskussion ist übrigens diese Pressemitteilung, die mich soeben aus Tübingen erreicht (mit falschem Datum, es geht um den 26. Juni 2009):</p>
<blockquote><p>Ehrendoktorwürde für den Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble</p>
<p>An der Eberhard Karls Universität Tübingen findet im Sommersemester 2009 eine au­ßergewöhnliche Feierstunde statt. Am Freitag, 26. Mai 2009 wird die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften dem Bundesminister des Innern, </p>
<p align="center"><strong>Herrn Dr. jur. <a title="tag: Wolfgang Schäuble" href="http://jensweinreich.de/?s=sch%C3%A4uble" target="_self">Wolfgang Schäuble</a>,</strong></p>
<p>die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Promotionsfeier findet um 12.00 Uhr s.t. im His­torischen Lesesaal (Bonatzbau, Wilhelmstraße 32) statt, bei der u.a. der Minister­präsident des Landes Baden-Württemberg, Herr Günther Oettinger, ein Grußwort und Prof. Dr. Helmut Digel, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft, die Laudatio spre­chen werden. Hierzu sind Medienvertreter herzlich eingeladen.</p>
<p>Die Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen würdigt damit die Verdienste von Bundesinnenminister Schäuble um die Sportwissenschaft, die sich in einer Vielzahl von Reden und Beiträgen zu Fragen der Sportpolitik, der Sportwissen­schaft und der Sportentwicklung in Deutschland doku­mentieren. Er hat sich dabei als scharfsinniger Analyti­ker der Sportentwicklung und als Initiator sportwissenschaftlicher Diskurse erwiesen. Mit der Konzipierung von Fachkonferenzen hat er in der Bundesrepublik Deutschland als ein anerkannter Vor­denker auf dem Gebiet der Sportentwicklung ein besonderes Profil gewonnen.</p></blockquote>
<p>Ach ja, Helmut Digel.</p>
<p>Was <a title="tag: Hansjörg Kofink" href="http://jensweinreich.de/?s=kofink" target="_self">Hansjörg Kofink</a> davon hält, kann man <a title="Offener Brief Kofink, Juni 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/kofink-7609.pdf" target="_blank">hier als pdf-Datei nachlesen</a> (5 Seiten), ein weiterer Offener Brief von Kofink an die üblichen Verdächtigen in BMI, DLV und DOSB etc. pp.</p>
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		</item>
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		<title>Werner Goldmann darf wieder &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/06/03/werner-goldmann-darf-wieder/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 15:23:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; Medaillen produzieren. Für Deutschland. Christian Klaue meldet im Sportinformationsdienst exklusiv u. a.: Trainer Goldmann soll noch eine Chance erhalten Empfehlung der Steiner-Kommission / Jetzt entscheiden DOSB und DLV Rolle rückwärts im Fall Werner Goldmann: Der wegen seiner Doping-Vergangenheit in der früheren DDR vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) entlassene Kugelstoß-Bundestrainer soll nun doch weiterbeschäftigt werden und eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; Medaillen produzieren. Für Deutschland.</p>
<p>Christian Klaue meldet im Sportinformationsdienst exklusiv u. a.:</p>
<blockquote><p><strong>Trainer Goldmann soll noch eine Chance erhalten</strong></p>
<p><em>Empfehlung der Steiner-Kommission / Jetzt entscheiden DOSB und DLV</em></p>
<p>Rolle rückwärts im Fall Werner Goldmann: Der wegen seiner Doping-Vergangenheit in der früheren DDR vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) entlassene Kugelstoß-Bundestrainer soll nun doch weiterbeschäftigt werden und eine zweite Chance erhalten. Diese Empfehlung hat die unabhängige Anti-Doping-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (SID) an die Präsidien von DOSB und DLV gegeben. Die beiden Gremien müssen nun entscheiden, wie mit dem Berliner weiter verfahren wird.</p>
<p>Noch im vergangenen Herbst hatte die Kommission unter Vorsitz von Udo Steiner, Bundesverfassungsrichter a.D., einen gegenteiligen Beschluss verkündet. Daraufhin war der Trainer von Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting zum 31. Dezember vom DLV entlassen worden und klagt seitdem vor dem Arbeitsgericht Darmstadt. Die Wende brachte nun eine Erklärung, die Goldmann der vom DDR-Dopingopfer Gerd Jacobs schwer belastete Trainer im April zu seiner Doping-Vergangenheit in der DDR eingereicht hatte. Fünf andere ehemalige DDR-Trainer sicherten mit einer solchen Erklärung vom 6. April bereits ihre Jobs. Dies löste heftige Kritik bei den Dopingopfern aus. (&#8230;)</p>
<p>Das DOSB-Präsidium muss nach der Empfehlung der Kommission nun die Frage klären, ob Goldmann die Entsendungskosten für Olympia zurückzahlen muss, weil er in einer Ehrenerklärung zuvor versichert hatte, niemals mit Doping in Berührung gekommen zu sein. Der DLV-Spitze obliegt die Entscheidung, ob Goldmann wieder angestellt wird. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Ich muss Christian Klaue nur in einem Punkt korrigieren: Von zweiter Chance kann kaum die Rede sein. Der Dopingtrainer hat immer alle Chancen gehabt.</p>
<p>Natürlich gibt es dazu noch keine Pressemitteilung, auch keine Stellungnahme, keinen öffentlich nachvollziehbaren Bericht der Kommission &#8211; so wie es <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">keine Debatte</a> im Sportausschuss <a title="Reaktion im Sportausschuss ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3895" target="_self">gab</a>. Warum auch? <strong><a title="Die Propagandamaschine brummt" href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Die Propaganda wirkt doch so viel besser.</a></strong></p>
<p>Der Fall Werner G. &#8211; man betrachte den gesamten Vorgang seit 1990 &#8211; ist nur ein Beweis mehr, wie verlogen und verkommen die deutsche Sportpolitik agiert. Gestern noch an <a title="ddp: Merkel macht sich für Olympiabewerbung München 2018 stark" href="http://www.dernewsticker.de/news.php?id=116546" target="_blank">Kanzlerins Tafelrunde</a> &#8211; heute die Meldung zum Persilschein des Dopingtrainers. Und immer mit Steuermitteln. Und demnächst mit neuen Steuermilliarden. Kontrolle? Fehlanzeige. Moral? Ehre? Verantwortung? Das sind Begriffe, die sich diesen Herrschaften nicht einmal mit Hilfe eines Fremdwörterbuchs erschließen (oder von mir aus auch mit Hilfe des Dudens, in den Sportfunktionäre mitunter zu schauen behaupten). &#8220;Unabhängige Kommission&#8221;?</p>
<p>Nichts hören, nichts sehen, nichts fühlen, nichts begreifen &#8211; das fällt mir dazu ein.</p>
<p>Das System Hochleistungssport, die Sportpolitik dieses Landes, mit all ihren Lobbyisten und Propagandisten, ist zutiefst verkommen. In einer Demokratie gäbe es womöglich Mittel, erfolgreich dagegen anzugehen. In dieser Spezialdemokratie aber ist es nur logisch, dass Leute wie Goldmann als Sieger vom Platz gehen.</p>
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		<title>Reaktion im Sportausschuss: Dopingtrainer-Diskussion am 17. Juni</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/05/27/reaktionen-im-sportausschuss-dopingtrainer-diskussion-am-17-juni/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 12:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal geschehen doch noch Wunder. Ich habe ja unlängst mal nachgefragt, warum sich der Sportausschuss des Bundestages in nun gut fünf Monaten noch nicht mit dem dominierenden sportpolitischen Thema eben jener Monate befasst hat: der Frage von Persilscheinen für Dopingtrainer. Das Protokoll dieser Anfrage, auf die nur vier von 16 Abgeordneten geantwortet haben, ist hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal geschehen doch noch Wunder. Ich habe ja unlängst mal nachgefragt, warum sich der Sportausschuss des Bundestages in nun gut fünf Monaten noch nicht mit dem dominierenden sportpolitischen Thema eben jener Monate befasst hat: der Frage von <a title="tag: Vergangenheitsbewältigung" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self">Persilscheinen für Dopingtrainer</a>. Das Protokoll dieser Anfrage, auf die nur vier von 16 Abgeordneten geantwortet haben, <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self"><strong>ist hier nachzulesen</strong></a>.</p>
<p>Nun steht fest: <strong>Der Ausschuss wird das Thema in seiner Sitzung am 17. Juni behandeln</strong> &#8211; das perfekte Datum für diese Diskussion. Geladen wurde u. a. <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Klaus Zöllig</a>, der Vorsitzende des <a title="Der Dopingopferhilfeverein sagt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3504" target="_self">Dopingopferhilfevereins</a> (DOH).</p>
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		<title>Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB&#8217;s im Sportausschuss</title>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 09:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bin etwas verspätet, aber rechtzeitig vor den nächsten Sitzung des Sportausschusses, die in knapp zwei Stunden beginnt, wollte ich diesen Beitrag noch veröffentlichen, wenngleich nur in Kurzfassung, anders als gedacht. Seit mehr als vier Monaten dominiert eine Diskussion die deutsche Sportpolitik: Die Frage der Persilscheine für ehemalige Dopingtrainer sorgt für erbitterte Auseinandersetzungen über die Dopingvergangenheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin etwas verspätet, aber rechtzeitig vor den nächsten Sitzung des Sportausschusses, die in knapp zwei Stunden beginnt, wollte ich diesen Beitrag noch veröffentlichen, wenngleich nur in Kurzfassung, anders als gedacht.</p>
<p>Seit mehr als vier Monaten dominiert eine Diskussion die deutsche Sportpolitik: Die Frage der Persilscheine für ehemalige Dopingtrainer sorgt für erbitterte Auseinandersetzungen über die Dopingvergangenheit in Ost und West &#8211; auch hier im Blog (tag <a title="tag: Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?s=goldmann" target="_self"><em>Werner Goldmann</em></a>, tag <a title="tag: Vergangenheitsbewältigung" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self"><em>Vergangenheitsbewältigung</em></a>). Auffällig und nur schwer zu begreifen ist dabei, dass sich der Sportausschuss des Bundestages, der sonst nahezu jede aktuelle Problematik aufgreift, in vier Monaten in keiner der öffentlichen Sitzungen damit befasst hat.</p>
<p>Warum eigentlich nicht? Wird das noch geschehen?</p>
<p>Ich habe am 4. Mai einen Fragenkatalog an alle sechzehn Mitglieder des Sportausschusses geschickt. Die Fragen und die wichtigsten Teile der Email-Konversation dokumentiere ich nachfolgend. Zunächst aber das Resultat meiner Anfrage an die Volksvertreter, die &#8211; wie ich irrtümlicher Weise vermutete &#8211; zum wichtigsten sportpolitischen Thema der vergangenen vier Monate doch sicherlich eine Meinung haben, weil sie ihren Job ja gewissenhaft verrichten und voll im Stoff stehen.</p>
<ul>
<li>Nur ein MdB, <a title="Winfried Hermann ./. Burckhard Bremer" href="http://jensweinreich.de/?p=3558" target="_self">Winfried Hermann</a> von den Bündnisgrünen, beantwortete alle 20 Fragen. Er bedauert, dass sich der Sportausschuss bisher nicht mit dem Thema befasst hat und entschuldigt sich, weil er sich wegen einer ernsten Erkrankung zuletzt nicht nachdrücklich genug einbringen konnte.</li>
<li>Fünf von sechzehn Abgeordneten reagierten eine Woche lang überhaupt nicht, bestätigten nicht einmal den Eingang der Emails: die MdB&#8217;s Wolfgang Grotthaus (SPD), Petra Heß (SPD), der ehemalige Fußballschiedsrichter Bernd Heynemann (CDU), Joachim Günther (FDP) und Ingrid Fischbach (CDU).</li>
<li>Die/eine Vertreterin der Linken (Katrin Kunert) antwortete ebenfalls nicht. Sie ließ vergangenen Montag lediglich anrufen und mitteilen, da sie den von mir erbetenen Termin nicht einhalten könne und die Fragen somit als erledigt betrachte.</li>
<li>Sportausschuss-Chef Peter Danckert (SPD) teilte mir mit, er wisse gar nicht, warum ich ihm diese Fragen stelle, er habe sich doch in etlichen Interviews zur Problematik geäußert.</li>
<li>Einige Abgeordnete der Koalition aus CDU (Peter Rauen, Eberhard Gienger, ) und der SPD (Swen Schulz, Martin Gerster) kündigten Kollektiv-Antworten ihrer jeweiligen Sport-Obleute an. Diese Schreiben von Dagmar Freitag (SPD) und Klaus Riegert (CDU) beantworten jedoch kaum eine der 20 Fragen explizit.</li>
<li><a title="München 2018: Wie Mann (CSU) sich um einen Platz im Olympia-Aufsichtsrat bewirbt" href="http://jensweinreich.de/?p=2884" target="_self">Stephan Mayer</a> (CSU) hat zwar eine Meinung, wollte sie aber auch nicht schriftlich mitteilen, sondern in einem Gespräch, das noch nicht zustande gekommen ist.</li>
<li>Am Montagnachmittag, 11. Mai, nachdem ich über die Anfrage bereits im Deutschlandfunk berichtet hatte, erreichte mich eine Email von <a title="Notizen vom Sportausschuss (3): &quot;I want to break free&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2366" target="_self">Detlef Parr</a> (FDP). Er antwortet zwar auch nicht auf die Fragen, versuchte sich stattdessen als Humorist, mehr aber hätte ich mich über Antworten gefreut.</li>
</ul>
<p>Detlef Parr schrieb:</p>
<div>
<blockquote>
<p align="left">Sehr geehrter Herr Weinreich,</p>
<p align="left">die von Ihnen an mich als Oppositionspolitiker gerichteten Fragen in Ihrem Schreiben vom 4. Mai 2009 könnten eine hervorragende Grundlage für eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung sein. Insofern danke ich Ihnen für Ihre Zuarbeit.</p>
</blockquote>
<p align="left">Bitte, gern geschehen. MdB Parr findet seine Zeilen gewiss ganz cool und lustig. Aber ob ausgerechnet der <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">Freund des UDIOCM</a> eine solche Anfrage wagen sollte, die &#8211; wenn sie denn ernst genommen würde &#8211; der Sportpolitik des DOSB Probleme bereiten müsste?</p>
<p align="left"><img class="size-full wp-image-3806 alignnone" title="Schreiben von MdB Detlef Parr vom 11. Mai 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/parr_seite_1.jpg" alt="" width="500" height="640" /></p>
</div>
<p>Hier meine Fragen an alle MdB&#8217;s im Original, ohne Schönheitskorrekturen:</p>
<blockquote><p>1) Warum hat sich der Sportausschuss seit Beginn der Debatte, die im Januar 2009 am Fall Goldmann entbrannte, bisher nicht mit dem Thema der Trainererklärungen und der Beschäftigung von Dopingtrainern im deutschen Hochleistungssport befasst?</p>
<p>2) Haben sich die Obleute der Fraktionen mit diesem Thema befasst? Wenn ja, wann und zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen? </p>
<p>3) Was haben Sie als Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Mitglied des Sportausschusses seit Januar persönlich im parlamentarischen Rahmen in diesem Themenbereich unternommen?</p>
<p>4) Wie schätzen Sie die von DOSB, DLV und BMI abgesegneten Trainererklärungen (Originaltext am Ende dieser Email) grundsätzlich ein, die laut Aussagen zahlreicher Funktionsträger auch auf andere Verbände ausgeweitet werden sollen?</p>
<p>5) DOSB, DLV und BMI betrachten diese Erklärungen als ausreichend für eine Weiterbeschäftigung. Wie sehen Sie das?</p>
<p>6) In den Erklärungen wird mit Vokabeln des DDR-Staatssports und historischen Fakten widersprechende Behauptungen operiert. (siehe Originaltext am Ende dieser Email.) So ist von Einzelfällen die Rede, wird das Dopingsystem mit dem Begriff „unterstützende pharmazeutische Substanzen&#8221; verharmlost, die DDR-Sportführung und die Stasi prägten einst den Begriff „unterstützende Mittel&#8221;. Meine Fragen dazu: Spiegeln diese Erklärungen aus Ihrer Sicht historische Realitäten wider? Sind derartige Chiffrierungen im Jahr 20 nach der Maueröffnung und angesichts erdrückender Dokumentationen über das kriminelle Dopingsystem der Wirklichkeit angemessen?</p>
<p>7) Die Dopingopfer kritisierten mehrfach und mehrfach kollektiv in scharfer Form diese Art der Vergangenheitsbewältigung. Sie kritisieren, vom organisierten Sport nicht in die Aufarbeitung und auch nicht in die Präventionsarbeit einbezogen zu sein. (Dies ist gut dokumentiert &#8211; es gibt keine entsprechenden Gesprächsrunden und Projekte, obgleich von den Opfern wiederholt vorgeschlagen.) Wie schätzen Sie diese Proteste ein?</p>
<p>8) Haben Sie in diesem Jahr Kontakt zu Dopingopfern aufgenommen? Wird der Sportausschuss zum Themenkomplex Vertreter der Dopingopfer anhören?</p>
<p>9) Warum akzeptieren Sportverbände (DLV, DOSB) und deren Kommissionen sowie das für Sport zuständige BMI offensichtlich die Aussagen ehemaliger Doper &#8211; verzichten aber darauf, Berichte von Dopingopfern und historische Fakten zu würdigen?</p>
<p>10) Ist diese Form der Aufarbeitung akzeptabel?</p>
<p>11) Steht es in der Macht des Innenministers und seiner Sportabteilung, sich selbst von der Kontrollpflicht über die Zuwendungsbescheide zu befreien und dauerhafte Verstöße über einen langen Zeitraum zu bereinigen?</p>
<p>12) Gab es nicht für den DLV, für den DOSB und seine Vorgängerorganisationen DSB und NOK, Antidopingklauseln, gegen die mit der Beschäftigung belasteter Trainer über Jahrzehnte verstoßen wurde? </p>
<p>13) Um wie viele dopingbelastete Trainer aus der DDR und den alten Bundesländern, die seit der Vereinigung mit Steuermitteln beschäftigt wurden, handelt es sich nach Ihrer Kenntnis/Ihrer Schätzung insgesamt?</p>
<p>14) Um wie viele stasibelastete Trainer und Funktionäre aus der DDR und den alten Bundesländern, die seit der Vereinigung mit Steuermitteln beschäftigt wurden, handelt es sich nach Ihrer Kenntnis/Ihrer Schätzung insgesamt?</p>
<p>15) Um wie viele doping- und stasibelastete Mediziner aus der DDR und den alten Bundesländern, die seit der Vereinigung mit Steuermitteln beschäftigt wurden, handelt es sich nach Ihrer Kenntnis/Ihrer Schätzung insgesamt?</p>
<p>16) Sollte eine derartige Erklärung &#8211; wie sie am 6. April vorgelegt wurde &#8211; als Entschuldigungspauschale auf alle anderen Sportarten und Personenkreise (Trainer, Mediziner, Funktionäre) aus Ost und West angewendet werden? Etwa auch auf die derzeit verhandelten Fälle der Biathlontrainer Ullrich und Bock?</p>
<p>17) Mit den bisher vorliegenden Erklärungen wurde einmal mehr der Beweis erbracht, dass seit 1991 Bundesmittel zweckentfremdet &#8211; im Sinne von: nicht den Zuwendungsbescheiden entsprechend, denn darin geht es ja (auch) um dopingfreien Sport mit unbelasteten Kräften &#8211; verwendet wurden. Gedenken Sie Ihrer Rolle als Kontrollinstanz nachzukommen und die rückwirkende Überprüfung der entsprechenden Zuwendungsbescheide zu verlangen?</p>
<p>18) Welche Maßnahmen gedenken Sie einzuleiten?</p>
<p>19) Der Dopingopferhilfeverein (DOH) in der Person seines Vorsitzenden Klaus Zöllig fordert in einer <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Eingabe an den Petitionsausschuss</a> des Bundestages vom 26. April 2009 (Originaltext am Ende dieser Email) unter anderem:</p>
<ul>
<li>a) Rückwirkende Überprüfung von DOSB (sowie Vorgängerverbänden), Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten seit 1991 bezüglich der Einhaltung von zuwendungsrechtlichen Vorschriften, der Förderrichtlinien und sonstiger Bestimmungen;</li>
<li>b) Offenlegung der Ergebnisse der Untersuchungen von Verstößen im Hinblick auf die Beschäftigung Doping- und MfS-belasteter Trainer, Ärzte und Betreuer;</li>
<li>c) Befassung folgender Ausschüsse des Deutschen Bundestages mit den Überprüfungsergebnissen sowie Entscheidung über die Rückzahlung von Bundesmitteln nach den maßgeblichen Bestimmungen des Verwaltungsverfahrengesetzes: Sportausschuss, Haushaltsausschuss, Ausschuss für Gesundheit, Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe;</li>
<li>d) Suspendierung der „Trainererklärung&#8221; vom 6. April d. J. bzw. ein Moratorium bis zum Vorliegen der Überprüfungsergebnisse;</li>
<li>e) Hinwirken des Parlaments auf Einzelfallentscheidungen des deutschen Sports über die Weiterbeschäftigung belasteter Trainer, auf Begründung dieser Entscheidung für oder gegen Beschäftigung gegenüber dem Parlament und Einbeziehung der Doping-Geschädigten in die Bewertung der betreffenden Einzelfälle;  </li>
</ul>
<p>Unterstützen Sie die vom DOH/Herrn Zöllig gestellten Forderungen 19 a bis 19 e? </p>
<p>20) Zahlreiche Mitglieder des Sportausschusses sind im Ehrenamt als Präsidenten oder Vizepräsidenten diverser Sportorganisationen tätig. (DOSB, Leichtathletik, Reiten, Tanzen, Turnen etc.) Inwiefern beeinflusst diese Tätigkeit, die ja mit Interessenlagen verbunden ist, Ihre Arbeit im Sportausschuss? Wie schätzen Sie diese Interessenskonflikte generell ein? Fühlen Sie sich deshalb im Themenbereich „Dopingtrainer&#8221; befangen?</p></blockquote>
<p><a title="pdf-Datei des Schreibens von Klaus Riegert (CDU)" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/Riegert.pdf" target="_blank"><strong>Klaus Riegert</strong> schrieb</a> für die CDU u. a.:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir vertreten die Auffassung, dass der autonome Sport selbstverständlich alle Fakten auf den Tisch legen muss und treten der Forderung nach einer Generalamnestie für Dopingtrainer entgegen.&#8221;</p></blockquote>
<p><a title="pdf-Datei des Schreibens von MdB Dagmar Freitag (SPD)" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/freitag.pdf" target="_blank"><strong>Dagmar Freitag</strong></a> teilte für Arbeitsgruppe Sport der SPD mit, man wolle mit der Steiner-Kommission reden und stehe „auch für erneute Gespräche mit den Dopingopfern zur Verfügung&#8221;. Eine „Verharmlosung oder Verzerrung historischer Realitäten&#8221; könne sie in den Trainererklärungen nicht erkennen. Aussagen zum BMI und zur Vergabe öffentlicher Mittel traf sie nicht.</p>
<p><strong>Winfried Hermann</strong> (Bündnis 90/Die Grünen) teilte mir wenige Stunden nach meiner Anfrage mit: <span id="more-3781"></span></p>
<blockquote><p>zu 1./2./3.</p>
<p>Was die Obleute in der Angelegenheit (nicht) gemacht haben und warum, kann ich mangels Präsenz nicht sagen. Ich selbst bin allerdings der Meinung, dass der SpA sich damit befassen muss. Ich werde dazu einen Vorstoß machen. Ich selbst habe mich in beschränktem Umfang (Berl.Zeitg.,ZdF, WDR) ziemlich kritisch geäußert. Ein von mir zugesagtes und vereinbartes Interview im DLF wurden zugunsten von Th. Bach („der bzw. das sei interessanter&#8221;) leider abgesagt.</p>
<p>zu 4./5./6.</p>
<p>Ich halte die Trainererklärung in der Sache für unangemessen und politisch für unanständig. Schuld und Verantwortung sind individuell und können eben nicht pauschaliert (es gibt zu Recht keine Kollektivprozesse und Sippenhaft) „entschuldet&#8221; werden. Hier gibt es nur den Weg der Einzelfallprüfung von Schuld, Verantwortung und Einsicht.</p>
<p>Besonders ärgerlich ist, dass die „Schläfer von einst&#8221;, will sagen: diejenigen Institutionen, die Anfang der 90er Jahre in Fachverbänden, DSB/NOK und im BMI großzügig belastete Doping/Stasi-Trainer/innen übernommen/eingestellt haben bzw. zugestimmt oder nichts dagegen unternommen haben, trotz klarer Hinweise in den Medien (z.B. im Spiegel 1993), die darüber hinaus über all die Jahre die fortwährenden Regelverstöße bei der Nutzung öffentlicher Mittel für solche Trainer/innen nicht aufklärt haben,  sich nach dem alles verjährt ist, sagen: wir können leider nichts machen; denn alles ist verjährt. Da haben sich die Sünder selbst die Absolution erteilt. By the way: der Betrug ist nicht verjährt.</p>
<p>Der pauschalierte Entschuldungstext zeugt nicht gerade von Einsicht. Im Gegenteil. Es ist die alte anpasslerische Haltung ohne Zivilcourage, verantwortlich waren die anderen, „wir mussten das aus Liebe zum Sport leider mitmachen&#8221;.</p>
<p>zu 7.-10.</p>
<p>Ich teile den Ärger und die Kritik der Dopingopfer und unterstütze, dass sie in dieser Sache vom Parlament gehört werden sollen. Diese Art der Aufarbeitung ist inakzeptabel.</p>
<p>zu 10.ff</p>
<p>Dringend notwendig ist die kritische Aufklärung von Doping im Sport (Ost und ! West) Dazu gehört auch die Aufarbeitung der Verstrickung des BMI bzw. dessen „Schlafmützigkeit&#8221;.</p>
<p>zu 13.ff</p>
<p>Um wie viele Personen es sich genau handelt, kann man nur schätzen. M.E. sind es leider nicht nur Einzelfälle, sondern viele.</p>
<p>zu 16.</p>
<p>Nein !</p>
<p>zu 17.</p>
<p>Dieser Frage werde ich nachgehen. Ich halte es für fortgesetzte Verstöße gegen Zuwendungsbescheide, die auch nicht verjährt sind.</p>
<p>zu 18.und 19.</p>
<p>Alle diese Punkte sind unterstützungswürdig.</p>
<p>zu 20.</p>
<p>Leider sind diese Interessenverquickungen hinderlich bei der Aufklärung, meine KollegInnen sehen das gar nicht so. Vermutlich würden sie ohne diese Ämter auch (unkritisch) auf Seiten des Sports sitzen. Ich versuche Interessenskonflikte zu vermeiden. Als Vorsitzender einer Verbände-Organisation „Kuratorium Sport und Natur&#8221;, das keine öffentlichen Mittel erhält, sehe ich aber keine solchen Konflikte bei mir.</p></blockquote>
<p>Soweit das karge Ergebnis meiner Anfrage an sechzehn Sportpolitiker, Sportexperten, Volksvertreter, Kontrolleure zum wichtigsten sportpolitischen Thema der vergangenen Monate. Ich möchte das gar nicht ausschmücken und (relativ) unkommentiert lassen. Nur noch zwei Anmerkungen:</p>
<p>Zu Peter Danckert (SPD). Der Sportausschuss-Chef schrieb mir am 5. Mai:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Weinreich, </p>
<p>ich weiß gar nicht, warum Sie mir diese Fragen stellen. Meine Position ist seit Wochen / Monaten bekannt und veröffentlicht. Dem ist nichts hinzuzufügen. Im Übrigen habe ich gestern Abend im MDR-Fernsehen meine Position erneut geäußert. </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Peter Danckert</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Danckert,</p>
<p>Ihre Position, die ich als Generalamnestie betrachte, kenne ich selbstverständlich. Diese Fragen gehen jedoch weit darüber hinaus. Ich frage u. a. danach, warum sich der Sportausschuss, der sich doch &#8211; auch Dank Ihres Engagements &#8211; mit den meisten wichtigen Themen deutscher Sportpolitik befasst (und oft genug sehr aktuell reagiert), ausgerechnet zu diesem Thema, das seit vier Monaten dominiert, nicht berät. </p>
<p>Diese Fragen harren weiter einer Beantwortung. Genau wie die Fragen nach politischen Verantwortlichkeiten, nach der Rechtmäßigkeit der Verwendung von Steuermitteln in zahlreichen Fällen seit 1991, der Einhaltung von Zuwendungsbescheiden etc. pp.</p>
<p>Es geht mithin um die Wahrnehmung und Erfüllung des &#8211; wenn ich das so sagen darf &#8211; verfassungsmäßigen Auftrag des Sportausschusses. </p>
<p>Ich gehe nicht davon aus, dass ich meinen Leser und Hörern erklären muss, dass der Vorsitzende des Sportausschusses eine Beantwortung detaillierter Fragen verweigert, weil er der Meinung ist, er habe zu diesem Thema in anderen Medien und zu anderen Journalisten bereits viel gesagt. Darf ich Ihre Zeilen so interpretieren, dass Sie gewissen Journalisten Interviews gewähren, anderen aber nicht? Gibt es zwei Kategorien von Journalisten, zwei Kategorien von Fragen? Das würde mich doch sehr wundern &#8211; und es widerspräche gewiss dem Pflichtenheft eines Abgeordneten.</p>
<p>Ich darf Sie weiter um die Beantwortung meiner Fragen bitten. </p>
<p>Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Freundliche Grüße,</p>
<p>Jens Weinreich</p></blockquote>
<p>Am Tag darauf hat mir Peter Danckert am Rande der Sitzung des Sportausschusses ein kurzes Interview gegeben, dessen wichtigste Sequenzen in <a title="DLF: Fragwürdige Passivität" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/963086/" target="_blank">diesen Beitrag für den Deutschlandfunk</a> eingeflossen sind, man kann es auf der DLF-Webseite auch nachhören.</p>
<p>Zum Thema der <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">möglicherweise widersprüchlichen Interessen</a> in den Personen, die MdB&#8217;s und hohe Sportfunktionäre zugleich sind, zum Thema, das ich Lobbyismus nenne, habe ich mich gelegentlich geäußert. Einige Beispiele: Eberhard Gienger (CDU), DOSB-Vizepräsident Leistungssport; Klaus Riegert (CDU), Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes; Martin Gerster (SPD), Präsident des Sportakrobatik-Bundes; Dagmar Freitag (SPD), Vizepräsidentin des DLV. (Bis vor kurzem war auch Steffen Reiche/SPD noch stellvertretendes Mitglied des Ausschusses, jener Mann, der zugleich als Präsident des brandenburgischen Leichtathletik-Verbandes und als Mitglied der Steiner-Kommission agiert und Werner Goldmann zur Erklärung überredet hat.)</p>
<p>Außer Frau Freitag &#8211; und Winfried Hermann (siehe oben, siehe Beitrag im DLF) &#8211; wollte sich niemand zur Frage von Interessenskonflikten äußern. Die Abgeordnete Freitag teilte mit, sie könne ihre berufliche Tätigkeit strikt von ihrem ehrenamtlichen Engagement im Deutschen Leichtathletik-Verband trennen.</p>
<p>Dann ist ja alles gut.</p>
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		<title>Wolfgang Schäuble lässt Ute Krieger-Krause antworten</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/30/wolfgang-schauble-lasst-ute-krieger-krause-antworten/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 10:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einer fehlte noch: Nach DOSB-Präsident Thomas Bach (UDIOCM) und DLV-Präsident Clemens Prokop hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nun seinen Parlamentarischen Staatssekretär Christoph Bergner auf den offenen Brief von Dopingopfer Ute Krieger-Krause antworten lassen. Hier als jpg, ich hoffe, es lässt sich lesen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer fehlte noch: Nach DOSB-Präsident <a title="Thomas Bach antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3501" target="_self">Thomas Bach</a> (UDIOCM) und DLV-Präsident <a title="Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3542" target="_self">Clemens Prokop</a> hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nun seinen Parlamentarischen Staatssekretär <a title="Tag Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?s=christoph+bergner" target="_self">Christoph Bergner</a> auf den <a title="Offener Brief von Ute Krieger-Krause ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3492" target="_self">offenen Brief</a> von Dopingopfer Ute Krieger-Krause antworten lassen.</p>
<p>Hier als jpg, ich hoffe, es lässt sich lesen.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/bergner1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3710" title="Brief Bergner/Schäuble an UKK, Seite 1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/bergner1.jpg" alt="" width="500" height="630" /></a></p>
<p><span id="more-3708"></span><img class="aligncenter size-full wp-image-3711" title="Brief Bergner/Schäuble an UKK - Seite 2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/bergner2.jpg" alt="" width="500" height="554" /></p>
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		<title>Petition des Dopingopferhilfe-Vereins an den Bundestag</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 10:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Klaus Dieter Zöllig, Vorsitzender des Vereins Dopingopferhilfe (DOH), hat gestern Abend nachfolgende Einzelpetition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages übermittelt. Die Meldung darüber und über die angekündigten Protestaktionen der Dopingopfer im Umfeld der Leichtathletik-WM im August in Berlin gingen am Sonntag bereits durch die Medien. Für mich ist diese Petition zunächst wichtiger als andere Aktionen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klaus Dieter Zöllig, Vorsitzender des <a title="Webseite des DOH" href="http://dohev.de/" target="_self">Vereins Dopingopferhilfe</a> (DOH), hat gestern Abend nachfolgende Einzelpetition an den <a title="Petitionsausschuss im Internet" href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a02/index.html" target="_blank">Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages</a> übermittelt. Die Meldung darüber und über die angekündigten Protestaktionen der Dopingopfer im Umfeld der Leichtathletik-WM im August in Berlin gingen am Sonntag bereits durch die Medien.</p>
<p>Für mich ist diese Petition zunächst wichtiger als andere Aktionen, weil sie den Fokus endlich wieder auf die politisch Verantwortlichen der Anstellung von ehemaligen Dopern und dieser <a title="DDR-Dopinggeschädigte zur &quot;Entschudlungspauschale für Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">Entschuldungspauschale für Dopingtrainer</a> (und Ärzte und Betreuer?) richtet: die Sportpolitiker im Bundesinnenministerium (BMI), im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und seinen Vorgängerorganisationen DSB und NOK sowie in den Fachverbänden. Auf jene also, die im fragwürdigen Zeitraum seit 1990 insgesamt Steuermittel in Höhe von mehreren Milliarden Euro in den Hochleistungssport gepumpt haben und damit auch zahlreiche dopingbelastete Trainer und Mediziner aus Ost und West (<a title="Dopingsystem Freiburg ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3310" target="_self">Freiburg</a> u.a.) finanziert haben. Die Petition richtet sich explizit gegen das für Sport verantwortliche BMI. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat bereits erklärt, die umstrittenen Trainererklärungen <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden" href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">akzeptieren zu wollen</a>. Der DOH drängt darauf, dass nicht im Stile eines Duodez-Fürstentums zuwendungsrechtliche Verfehlungen folgenlos bleiben, sondern verlangt, dass bestehende Gesetze, Bestimmungen und Verordnungen eingehalten werden. Laut DOH dienen die Trainererklärungen auch dazu, die Verantwortung von Sportfunktionären und Politikern zu vertuschen.</p>
<p>Vor der Petition zunächst einige Beiträge aus dem <strong>Deutschlandfunk</strong> vom gestrigen Sonntag zum Nachhören:</p>
<p>Mein Bericht über die Petition mit O-Tönen von Klaus Zöllig und Andreas Krieger:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="DLF, Bericht vom 26. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/26/dlf_20090426_1944_3e072c42.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Sebastian Krause im Gespräch mit Zehnkampf-Bundestrainer Rainer Pottel über seine Dopingvergangenheit:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="DLF, Beitrag vom 26. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/26/dlf_20090426_1938_2dc0cc26.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Sportgespräch von Herbert Fischer-Solms mit Ines Geipel, Ute Krieger-Krause, Andreas Krieger, Uwe Trömer und Klaus Zöllig:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="Sportgespräch im DLF vom 26. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/26/dlf_20090426_2330_8dd098f7.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und hier die komplette Petition als Dokumentation:</p>
<blockquote><p><strong><span style="color: #000000;">Über welche Entscheidung/welche Maßnahme/welchen Sachverhalt wollen Sie sich beschweren?</span></strong></p>
<p>Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), zwei aus Bundesmitteln geförderte Verbände, veröffentlichten am 6. April d. J. eine gemeinsame Pressemitteilung zu einer Erklärung von fünf aus dem DDR-Sportsystem übernommenen Bundestrainern zu ihrer Doping-Vergangenheit. Klaus Baarck, Gerhard Böttcher, Rainer Pottel, Maria Ritschel und Klaus Schneider bekennen darin pauschal ihre seit mehr als einem Jahrzehnt bekannte Beteiligung am kriminellen DDR-Staatsdoping. Der staatlich organisierte Doping-Missbrauch im DDR-Sport ist belegt durch vorliegende Akten über den DDR-Sport, zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten (darunter Promotionen und Dissertationen) sowie Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, durch Recherchen und Befragungen zweier von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) Anfang der neunziger Jahre eingesetzter Kommissionen („Richthofen&#8221;- bzw. „Reiter&#8221;-Kommission), durch Ermittlungen der „Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs-und Vereinigungskriminalität der DDR&#8221; (ZERV), durch Medienrecherchen sowie durch mehrere Gerichtsentscheidungen.</p>
<p>Die am DDR-Dopingsystem beteiligten Trainer entschuldigen sich, ebenfalls pauschal, bei den Opfern, den ihnen einst anvertrauten Athleten und Athletinnen,  &#8211; „soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche Schäden davon getragen haben sollten&#8221;.</p>
<p>Der DOSB hat daraufhin erklärt, „dass diejenigen Trainer, die diese Erklärung unterzeichnen, im Bereich des DLV als Trainer beschäftigt oder weiterbeschäftigt werden&#8221;. Obendrein werde auf Rückforderung der aus Bundesmitteln finanzierten Entsendungskosten zu den Olympischen Spielen in Peking verzichtet, die sich einige dieser Trainer mit der Unterzeichnung wahrheitswidriger „Ehrenerklärungen&#8221; zu einer angeblich dopingfreien Vergangenheit erschlichen hatten. Nach diesem Muster sollen laut Mitteilung von DOSB und DLV weitere dopingverstrickte Trainer und sonstige Betreuer aus dem deutschen Spitzensport entlastet und zudem ihre berufliche Beschäftigung gesichert werden. </p>
<p>Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erklärte mit gleichem Datum 06. April 2009 in einer Pressemitteilung, „eine Weiterbeschäftigung der DLV-Trainer im Sport&#8221; sei „in erster Linie eine Angelegenheit des Sportes selbst&#8221;. Er nehme die Befürwortung einer Weiterbeschäftigung „zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;.</p>
<p>Sowohl DOSB und DLV als auch BMI haben die vorab in Erklärungen und Offenen Briefen vorgetragenen Einwände der vom Bundesverwaltungsamt gemäß Dopingopfer-Hilfegesetz (DOHG) anerkannten Doping-Geschädigten, Mitglieder des DOH e.V., ignoriert. Die Opfer haben sich gegen die seit Monaten geplante pauschale Entlastung von Dopingtätern gewandt und erklärt, dass sie „Geständnisse&#8221; oder „Entschuldigungen&#8221;, die keinen Beitrag zur konkreten Aufklärung begangenen Unrecht im Einzelfall leisten, nicht akzeptieren.</p>
<p><span id="more-3635"></span>Der deutsche Sport, seine Landessportbünde, Fachverbände und Olympiastützpunkte beschäftigen diese und Dutzende weitere Bundes-, Landes- und Stützpunkttrainer seit z. T. fast zwei Jahrzehnten trotz deren bekannter und dokumentierter Vergangenheit als Dopingtäter und/oder Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS). Wissentlich wurde und wird damit gegen die verbindlichen Antidoping-Klauseln in den Fördermittel-Zuwendungsbescheiden des BMI an DOSB, Sportfachverbände und Olympiastützpunkte sowie in einigen Fällen gegen Auflagen des BMI entsprechend dem Gesetz über die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (Stasi-Unterlagen-Gesetz &#8211; StUG) verstoßen. </p>
<p>Auch die vom BMI eingesetzte „<a title="zum Prüfbericht, im Beitrag: Antidopingberichte 2007 der Spitzenverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=2342" target="_self">Projektgruppe Sonderprüfung Doping</a>&#8221; stellte in ihrem Bericht vom 31. Juli 2007 fest, dass „in Dopingpraktiken verwickelte&#8221; Trainer entgegen den zwischen BMI und Sport getroffenen Vereinbarungen „mittelbar von Bundeszuwendungen&#8221; profitieren. Dieser Bericht hält auch fest, dass das Bundesverwaltungsamt „im Rahmen der Überprüfung der ordnungsgemäßen Verwendung der Fördermittel in der Vergangenheit (seit 1982) nie untersucht [hat], ob die im Bewilligungsbescheid erhobenen Anforderungen der Anti-Doping-Klausel eingehalten wurden&#8221;.</p>
<p>Diese Verstöße gegen die Bewilligungsbescheide, d.i. missbräuchliche Verwendung von Steuergeldern, sollen nun mit dieser o.g. pauschalen Erklärung im Nachhinein als bereinigt gelten.</p>
<p><strong>Was möchten Sie mit Ihrer Bitte/Beschwerde erreichen?</strong></p>
<p>Der DOH e.V. verlangt: </p>
<ol>
<li>Rückwirkende Überprüfung von DOSB (sowie Vorgängerverbänden), Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten seit 1991 bezüglich der Einhaltung von zuwendungsrechtlichen Vorschriften, der Förderrichtlinien und sonstiger Bestimmungen;</li>
<li>Offenlegung der Ergebnisse der Untersuchungen von Verstößen im Hinblick auf die Beschäftigung Doping- und MfS-belasteter Trainer, Ärzte und Betreuer;</li>
<li>Befassung folgender Ausschüsse des Deutschen Bundestages mit den Überprüfungsergebnissen sowie Entscheidung über die Rückzahlung von Bundesmitteln nach den maßgeblichen Bestimmungen des Verwaltungsverfahrengesetzes: Sportausschuss, Haushaltsausschuss, Ausschuss für Gesundheit, Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe;</li>
<li>Suspendierung der „Trainererklärung&#8221; vom 6. April d. J. bzw. ein Moratorium bis zum Vorliegen der Überprüfungsergebnisse;</li>
<li>Hinwirken des Parlaments auf Einzelfallentscheidungen des deutschen Sports über die Weiterbeschäftigung belasteter Trainer, auf Begründung dieser Entscheidung für oder gegen Beschäftigung gegenüber dem Parlament und Einbeziehung der Doping-Geschädigten in die Bewertung der betreffenden Einzelfälle;</li>
<li>Erwägung eines vom Bundestag zu initiierenden Forschungsprojektes zu den gesundheitlichen Langzeitschäden von Doping als Beitrag zur historischen Aufarbeitung und als Teil der angesichts aktueller Dopingfälle im deutschen Spitzensport notwendigen Präventionsarbeit</li>
</ol>
<p><strong>Gegen wen, insbesondere welche Behörde/Institution richtet sich Ihre Beschwerde?</strong></p>
<p>Die Beschwerde richtet sich gegen das Bundesministerium des Innern. Mit der Pressemitteilung vom 6. April d. J. akzeptierte der Bundesinnenminister pauschal die genannten Verstöße von Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften, mithin die rechtswidrige Verwendung von Steuermitteln, ohne Offenlegung und ohne Einbeziehung des Parlaments. </p>
<p><strong>Muss nach Ihrer Vorstellung ein Gesetz/eine Vorschrift geändert/ergänzt werden? Wenn ja, welche(s)? </strong></p>
<p>Verlangt wird die Einhaltung der entsprechenden bestehenden Gesetze bzw. Bestimmungen und Verordnungen.</p>
<p><strong>Bitte geben Sie eine kurze Begründung für Ihre Bitte/Beschwerde:</strong></p>
<p>Wie oben bereits angeführt, verweisen wir auf mutmaßlichen Anstellungsbetrug der Doping- und MfS-belasteten Trainer, die über Jahre hinweg ihre Vergangenheit geleugnet haben. Außerdem verweisen wir auf den fortgesetzten Rechtsbruch durch DOSB, Sportfachverbände und Olympiastützpunkte, die wissentlich und willentlich gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften über die Gewährung und Verwendung von Bundesmitteln verstoßen haben.</p>
<p>Wir verweisen darüber hinaus auf das StUG, das auch nach Auslaufen der Regelüberprüfung mit der Siebten Novelle vom 21. Dezember 2006 nach § 21, Abs. 6 g) die „Überprüfung von Trainern und verantwortliche Betreuern von Mitgliedern der deutschen Nationalmannschaften&#8221; explizit ermöglicht. Diese Ausnahmeregelung wurde seinerzeit auf Betreiben des DOSB in das StUG aufgenommen, um, wie in einem Schreiben des DOSB an den federführenden Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vom 27.Oktober 2006 formuliert wurde, den Anforderungen an <a title="DOSB-General Michael Vesper schreibt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3524" target="_self">„Glaub- und Vertrauenswürdigkeit&#8221; sowie die „Vorbildwirkung&#8221;</a> von leitenden Mitarbeitern des Sports sowie von Trainern und Betreuern von deutschen Nationalmannschaften gerecht werden zu können. Weiter heißt es in diesem Schreiben, nach den Zuwendungsrichtlinien des BMI „werden die Spitzenverbände des Sports ausdrücklich verpflichtet, keine Personen zu beschäftigen, die früher für die Stasi tätig waren&#8221;. Im März d.J. wurde der Fall des einstigen Biathlon-Cheftrainers der DDR, Wilfried Bock, öffentlich, der seit 2002 am Olympiastützpunkt Chemnitz/Dresden bzw. am Biathlon-Stützpunkt Altenberg/Sachsen trotz bekannter Verpflichtung als Führungs-IM (Inoffizieller Mitarbeiter zur Führung anderer IM) beschäftigt ist und u.a. aus Bundesmitteln finanziert wurde. Bock betreut Athleten der Nationalmannschaft. </p></blockquote>
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		<title>Hansjörg Kofink sagt &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 14:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; zur angeblichen, von dpa wieder einmal zielgerichtet geförderten &#8221;Initiative&#8221; des DLV-Präsidenten Clemens Prokop: Diese Meldung macht mich fast genau so wütend wie das verantwortungslose Geschwätz des NOK-Ehrenpräsidenten Tröger. Wer hat den die &#8220;West-Trainer&#8221; eingestellt, wer war verantwortlich für ihre Arbeit? Ich war einer von Ihnen, und ich habe 1971/72 aus gegebenem Anlass mit Präsidiumsmitgliedern des DLV die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; zur angeblichen, von dpa wieder einmal zielgerichtet geförderten &#8221;<a title="Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3542#comment-8776" target="_blank">Initiative</a>&#8221; des DLV-Präsidenten Clemens Prokop:</p>
<blockquote><p>Diese Meldung macht mich fast genau so wütend wie das verantwortungslose Geschwätz des NOK-Ehrenpräsidenten Tröger. Wer hat den die &#8220;West-Trainer&#8221; eingestellt, wer war verantwortlich für ihre Arbeit?</p>
<p>Ich war einer von Ihnen, und ich habe 1971/72 aus gegebenem Anlass mit Präsidiumsmitgliedern des DLV die Situation &#8220;Doping&#8221; mündlich und schriftlich diskutiert. Schriftlich gab es nie eine Antwort. Die damalige, heute noch lebende Frauenwartin, die mich &#8211; eigentlich müsste ich sagen &#8211; gekeilt hat, wusste über die Situation genau Bescheid, vor allem über meinen Nachfolger, der mit der Antibaby-Pille arbeitete.</p>
<p>Es ist doch zutiefst heuchlerisch heute in der Öffentlichkeit um &#8220;geständige Westtrainer&#8221; zu betteln, wenn man handfeste Aussagen über die Medien schon seit Jahrzehnten kennt.</p>
<p>Hier eine fast zufällige Auswahl von Fernsehmitschnitten von 1991 bis 2000, der die wirklich Verantwortlichen, die jeweiligen Präsidien des DLV deutlich genug benennt. Vielleicht gibt es unter Sportfunktionären auch eine Rechtsnachfolge &#8211; oder wenigstens ein Archiv mit Protokollen, um nicht weiter nach West-Trainer-Geständnissen mit Krokodilstränen in den Augen gieren zu müssen. Meine Korrespondenz mit NOK und DLV 1972 liegt noch vor, von Seiten des DLV allerdings Fehlanzeige: Er hat nie geantwortet! </p>
<p>Mit besten Grüßen und immer noch mit der Hoffnung, dass sich die Verantwortlichen bekennen. Immerhin hat Manfred von Richthofen nach knapp 20 Jahren gesprochen (<a href="http://jensweinreich.de/?p=2952#comment-6468" target="_self">Daume</a>!).</p></blockquote>
<p>Hansjörg Kofink war einmal Bundestrainer Kugelstoß/Frauen und ist Ehrenvorsitzender des <a title="Webseite des DSLV" href="http://www.dslv.de/index.php" target="_blank">Deutschen Sportlehrerverbandes</a>. Auch weil mich Gerhard Treutlein, der ja Prokop bereits einen <a title="Offener Brief von Gerhard Treutlein ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3509" target="_self">offenen Brief</a> geschrieben hat, darum bat, kopiere ich hier noch einmal einen <a title="Antje und Henner Misersky ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3468#comment-8553" target="_self">Text von Hansjörg Kofink</a> hinein, den manche als herausragenden Beitrag in der West-Doping-Debatte bezeichnen. <em>(Ich wurde in den vergangenen Tagen ohnehin mehrfach gebeten, manche wichtigen Kommentare, die vielen Lesern nicht auffallen, als Blogbeitrag nachzutragen, das finde ich okay.)</em></p>
<blockquote><p><strong>Im Westen &#8211; noch immer &#8211; nichts Neues<br />
</strong><em>oder frei nach Brecht<br />
</em><strong>Erst die Medaillen und dann &#8211; vielleicht &#8211; die Moral</strong></p>
<p>Walter Tröger, der im Februar 80 wurde, verkörpert wie kaum ein anderer den (west)deutschen Sportfunktionär der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts: seit 1961 Geschäftsführer, dann Generalsekretär des NOK für Deutschland, 1972 Bürgermeister im Olympischen Dorf in München, ab 1976 achtmal Chef de Mission bei Olympischen Winterspielen, seit 1989 Mitglied des IOC, von 1992-2002 Präsident des NOK, seit 2003 Ehrenpräsident.</p>
<p>Der alte Mann des deutschen Sports sagt heute, über die DDR-Dopingvergangenheit von Trainern, die heute noch tätig sind:</p>
<p><em>&#8220;Die ist irrelevant und die ist vergeben.&#8221;</em></p>
<p>Diese Aussage ist so ungeheuerlich, dass es des nachfolgenden geschmacklosen und falschen Vergleichs nicht mehr bedurft hätte.</p>
<p>Mit dieser Aussage trifft Tröger den gesamten Olympischen Sport der beiden deutschen Staaten, auch die sportlichen Leistungen dieser Epoche. Sie wirft auch ein Schlaglicht auf die Repräsentanten des Sports und auf ihre Haltung zur Olympischen Idee, vor allem aber auf den Olympischen Sport in Deutschland.</p>
<p><span id="more-3611"></span>Die Spitzenfachverbände, der DSB und die Sportpolitik des BMI haben die ihnen zugefallene Vereinigung 1990/91 nach Gutdünken genutzt, benutzt und verwaltet; Medaillen haben interessiert, Menschen nicht.</p>
<p>Die Schande, dass man nach 20 Jahren Trainerverträge in Frage stellen muss, haben ausschließlich die Führungsgremien der betroffenen Verbände seit den 90er Jahren zu verantworten.</p>
<p>Manfred von Richthofen, ein weiterer Spitzenfunktionär, der sich derzeit fast täglich zu Wort meldet &#8211; warum eigentlich erst jetzt? &#8211; berichtet von der Unfähigkeit, der Unwilligkeit der Spitzenfunktionäre jener Tage eigene sportliche Regeln zu befolgen</p>
<p>&#8220;Doping macht vergesslich&#8221;</p>
<p>Unter diesem Titel hat die ZEIT schon 1998 die gesamte Problematik in aller Ausführlichkeit behandelt; Dr. Höppner (Sportmedizinischer Dienst der DDR) legte seine medizinischen Beweggründe offen und mit Klaus Huhn (<span style="text-decoration: line-through;">Chefredakteur</span> Ressortleiter Sport der SED-Zeitung „Neues Deutschland&#8221;): Jetzt rächen West-Richter ihre schwachen Sportler kam auch die Gegenseite zu Wort.</p>
<p>Alles ist seit langem bekannt; doch die Spitzenfunktionäre des deutschen Sports waren unfähig, ihre Vereinigung sportlich fair und unter Beachtung eigener Regeln so zu vollziehen, dass sie nicht vor jeder internationalen Sportveranstaltung ins Wanken geriet. Besonders beispielhaft dafür ist die Galerie der DLV-Präsidenten dieser Jahre.</p>
<p>Sportsystem und sportliche Regeln</p>
<p>„Der Sport ist gelebtes Bekenntnis zu Leistung und Eigenverantwortung. Der Spitzensport hat Vorbildwirkung hinsichtlich des Leistungsgedankens und vermittelt einen positiven Elitebegriff&#8221;</p>
<p>Diese Feststellung im Positionspapier des DOSB Staatsziel Sport hat wohl fundamentale Schwierigkeiten mit dem Verweis auf Befehlsnotstand, mit dem die fünf DLV-Trainer ihren Dopingmitteleinsatz einräumen.</p>
<p>Das durch Sport gelebte Bekenntnis zur Eigenverantwortung kollidiert mit der Pauschalentschuldigung:</p>
<p>Haben internationale Sporterfolge zum Ruhme eines Staatssystems das Recht, sportliche Regeln außer Kraft zu setzen? Gilt Trögers ‚Irrelevant&#8217; auch für Medaillen, die unter solchen Bedingungen errungen wurden?</p>
<p>Während der Sportminister „das Eingeständnis, die Reue und Entschuldi-gung der Täter&#8221; einfordert, stellt IOC-Mitglied Tröger knallhart fest: „Das Einbringen von Reue in diese Geschichte finde ich absurd. Wir sind keine Richter, ich fühle mich überhaupt nicht veranlasst, jemand zu fragen, ob er bereut, was er getan hat.&#8221;</p>
<p>Wie nun, wer hat recht? In der ehemaligen DDR wüsste man das genau.</p>
<p>Auch Dr. Schäuble hat in der Dopingbewältigung schon eine 30jährige Geschichte. Man wird es ihm dieses Jahr noch danken. Seinem inzwischen legendären ‚kleines bisschen Doping unter ärztlicher Verantwortung&#8217; (DB 1977, 101f.), das wohl ein Kompromiss zwischen erfolgsbesessenen Sportfunktionären, Sportmedizinern und Sportpolitikern sein sollte, folgten die Querelen der Vereinigung 1990/91, die er als verantwortlicher Minister begleitete unter besonderer Berücksichtigung der Dopingbrutstätten FKS und Kreischa im Einigungsvertrag. Damals, vor den OS in Barcelona, stand eine 10%ige Mittelkürzung für die Sportverbände im Raum, weil nur drei (!) von 50 Verbänden auf Anfragen der Reiter-Kommission zur Trainer-Situation geantwortet hatten. Gekürzt wurde nie, aber eingestellt!</p>
<p>Nach 18 Jahren noch immer Trainerprobleme!</p>
<p>Erfolgreicher war der Zahn der Zeit. In den 90er Jahren war eine Wiederverwendung von Trainern, Funktionären und Ärzten mit Dopinghinter-grund kategorisch ausgeschlossen. Heute feiern DOSB und DLV per Pressemitteilung das Bekennen von fünf ehemaligen DDR-Trainern zu ihrer Dopingvergangenheit als einen Durchbruch, als „sportethischen Schritt&#8221; (Steiner-Kommission), der ihre Weiterbeschäftigung beim DLV erlaubt.</p>
<p>Wem sind da die Maßstäbe verrutscht?</p>
<p>Wer trägt Verantwortung im Sport?</p>
<p>Die Pressemitteilung des BMI „begrüßt die Geständnisse&#8221;. Die Weiterbeschäftigung sei eine Angelegenheit des Sportes selbst. Seine Bewertungen durch Steiner-Kommission, DOSB und DLV „kommen insbesondere auch wegen der langen Tätigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Bekenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu dem Ergebnis, die Trainer weiterzubeschäftigen.</p>
<p>Dazu der Minister: „Dies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;.</p>
<p>Und wie kam es zu dieser „langen Tätigkeit nach der Wende&#8221;?</p>
<p>Das darf man sich wohl genauso wie diesmal vorstellen. Anstelle der langen Tätigkeit gab es eine mündliche oder vielleicht sogar eine schriftliche Versicherung der Betroffenen gegenüber dem interessierten Fachverband.</p>
<p>Nachzulesen ist das im Spiegel 8/1993, S. 194ff. unter dem Titel „Schlimme Finger&#8221;, der die Reformerin Heide Rosendahl schwer enttäuscht im ‚Haifischbecken DLV&#8217; sieht.</p>
<p>In der Bundesrepublik gibt es keine strenge Hierarchie des Sportsystems. Das BMI bezahlt, der DOSB gibt Grundsatzerklärungen heraus und der Fachverband entscheidet. Natürlich kann keiner Verantwortung überneh-men, wenn irgendwann irgendwo irgendetwas herauskommt („organisierte Unverantwortlichkeit&#8221;, Singler/Treutlein).</p>
<p>Der Leiter der DLV-Trainerschule Dr. Killing hat in der Zeitschrift ‚Leichtathletik&#8217; Bedenkenswertes dazu in Erörterung des Falles Goldmann zu Papier gebracht:</p>
<p>„Denn nicht Trainer haben über die Vorwürfe gegen ihn und über seinen Ausschluss befunden, sondern Juristen, Politiker, Verwaltungsfachleute &#8211; allesamt trainerische Laien. Dies wird wie selbstverständlich hingenommen.&#8221;</p>
<p>Trainerprofis haben 2002 Thomas Springstein zum Trainer des Jahres im DLV gewählt!</p>
<p>Jetzt darf die Wissenschaft: Studie „Doping in Deutschland&#8221;</p>
<p>Zur Aufarbeitung der Dopingfälle in Ost und West soll eine Studie ‚DOPING IN DEUTSCHLAND&#8217; einen wichtigen Beitrag leisten. Der Innenminister hat damit das Bundesinstitut für Sportwissenschaft beauftragt. Dem oder den zukünftigen Bearbeitern schlägt riesiges Interesse entgegen. Welche Materialien stehen zur Verfügung: DSB-Kommission 1977, Unterlagen des BISP seit 1972, Reiterkommission, Kommissionen der Fachverbände, Dopingakten, Unterlagen der internationalen Fachverbände, des IOC, Presse seit 1969 und ein gewaltiger Bestand an wissenschaftlicher und anderer Literatur.</p>
<p>Ein Halbjahrhundertwerk! Der Augiasstall wartet auf seinen Herkules! Erfolg eher unwahrscheinlich &#8211; warum sollen Personen, die seit Jahrzehnten schweigen, mitvertuschen und lügen, jetzt plötzlich auspacken? Wo bleiben die Geständniswilligen im Westen?</p>
<p>Hansjörg Kofink<br />
7. April 2009</p>
<p>p.s. Vor 40 Jahren hat Brigitte Berendonk die erste Athletensprecherin des DLV &#8211; eben gewählt nach der Katastrophe bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Athen &#8211; ihren Artikel „Züchten wir Monstren&#8221; in der ‚ZEIT&#8217; veröffentlicht. Das war die erste Veröffentlichung über den Anabolikamissbrauch im Hochleistungssport. Berendonk nahm an den Olympischen Spielen in Mexiko und in München teil.</p></blockquote>
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		<title>Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 15:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Antwort von DOSB-Chef Thomas Bach auf den offenen Brief von Ute Krieger-Krause kam per Email und ist schon veröffentlicht. (Bach führt neuerdings in Interviews an, er stehe mit Frau Krieger-Krause im Briefwechsel&#8221;.) Die Antwort von DLV-Präsident Clemens Prokop kam per Post und wird hier nun veröffentlicht. Steht noch aus: ein Schreiben von Wolfgang Schäuble. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="Thomas Bach antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3501" target="_self">Antwort</a> von DOSB-Chef Thomas Bach auf den <a title="Offener Brief von Ute Krieger-Krause ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3492" target="_self">offenen Brief von Ute Krieger-Krause</a> kam per Email und ist schon veröffentlicht. (Bach führt neuerdings <a title="DLF vom 9. April 2009: Interview mit Thomas Bach" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/947604/" target="_blank">in Interviews</a> an, er stehe mit Frau Krieger-Krause im Briefwechsel&#8221;.) Die Antwort von DLV-Präsident Clemens Prokop kam per Post und wird hier nun veröffentlicht. Steht noch aus: ein Schreiben von Wolfgang Schäuble.</p>
<p>Prokop schreibt am 8. April 2009:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau Krieger-Krause,</p>
<p>eigentlich antworte ich auf „offene Briefe&#8221; nicht, da in der Regel Mit solchen Briefen nur öffentliche Wirkungen, nicht aber Problemlösungen angestrebt werden. Bei Ihrem Brief mache ich eine Ausnahme. Allerdings antworte ich nur mit einem an Sie persönlich adressierten Brief, weil ich mich um eine Lösung des Konfliktes bemühen möchte.</p>
<p>Ich kann Ihre persönliche Betroffenheit, die aus jeder Zeile Ihres Briefes spricht, grundsätzlich nachvollziehen. Allerdings muss ich den Passagen, die sich auf den DLV beziehen, doch wiedersprechen. So erscheint es mir unrichtig, dass Betroffene, die den DLV Gesprächsbedarf signalisiert hatten, vor verschlossenen Türen gestanden wären. Für mich selbst gilt, dass ich jedem Doping-Opfer, das um ein Gespräch gebeten hat, persönlich für ein solches zur Verfügung gestanden habe. Unrichtig ist auch die Behauptung, der DLV würde sich weigern, das Problem der dopingverseuchten Rekorde ernsthaft zu behandeln.<span id="more-3542"></span></p>
<p>Tatsächlich haben wir auf nationaler und internationaler Ebene versucht, mit Wirkung ab 01.01.2000 neue Rekordlisten einzuführen. Leider waren unsere Bemühungen erfolglos. Danach haben wir versucht, Rekorde, die auf Doping beruhen, als Einzelrekorde zu löschen. Hierbei sind wir vor allem auf juristische Probleme gestoßen. Rechtsexperten haben uns darauf hingewiesen, dass die  von Rekordhaltern gegen uns bereits angekündigten gerichtlichen Schritte mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein würden und wir mit erheblichen Schadensersatzforderungen zu rechnen hätten.</p>
<p>Angesichts dessen hat der DLV beschlossen, vorläufig die Streichung der Rekorde nicht weiter zu verfolen und stattdessen alle verfügbaren finanziellen Mittel in die aktuelle Bekämpfung des Dopings zu investieren. Den Rekordlisten wurde ein Hinweis vorangestellt, in dem auf die Dopingproblematik hingewiesen wurde.</p>
<p>Ich bedaure, dass Sie unser Angebot zur Kommunikation ablehnen. Ich möchte aber betonen, dass ich unverändert und persönlich zu Gesprächen bereit bin. </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Clemens Prokop</p></blockquote>
<p>Nun gut, die Darstellung der Rekordfrage ist nicht unstrittig undf etwas einseitig verkürzt, so wie es auch der Bundesinnenminister nicht korrekt darstellt, worauf ich bereits hingewiesen habe. Alle Gutachten zur Rekordfrage finden sich ebenfalls in diesem Beitrag verlinkt: <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">&#8220;Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden&#8221;</a>.</p>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (30): DLF-Gespräche mit Misersky, Kofink, Treutlein &#8211; und Thierse</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 12:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stammgästen dieses Blogs sind Gerhard Treutlein, Henner Misersky und Hansjörg Kofink bestens bekannt. In den Kommentaren schreibt der Leser &#8220;rentner&#8221;, der sich hervorragend auskennt in der Szene, zu Kofinks Beitrag: Kofinks Anmerkung zur Dopingproblematik West/Ost ist das Beste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Alle mit der so genannten Aufarbeitung in den 1990er-Jahren Beschäftigten sollten sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stammgästen dieses Blogs sind <a title="Wer die Vergangenheit verdrängt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=2745" target="_self">Gerhard Treutlein</a>, <a title="&quot;Erst die Medaillen, dann die Moral!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">Henner Misersky</a> und <a title="Kommentar von Hansjörg Kofink" href="http://jensweinreich.de/?p=3468#comment-8553" target="_self">Hansjörg Kofink</a> bestens bekannt. In den Kommentaren schreibt der Leser <a title="Kommentar von rentner" href="http://jensweinreich.de/?p=3468#comment-8569" target="_self">&#8220;rentner&#8221;</a>, der sich hervorragend auskennt in der Szene, zu Kofinks Beitrag:</p>
<blockquote><p>Kofinks Anmerkung zur Dopingproblematik West/Ost ist das Beste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Alle mit der so genannten Aufarbeitung in den 1990er-Jahren Beschäftigten sollten sie so lange lesen, bis sie sie auswendig können und sich dann ins Kloster verabschieden. Im Übrigen für all die, die mit dem Namen Kofink nicht so viel anfangen können: Der schwäbische Pädagoge war Bundestrainer für Kugelstoßen/Frauen zu einer Zeit, da man im DLV begann wegzuschauen. Weil ihm die Heuchelei gegen den Strich ging, zog er sich angewidert zurück. Kofink weiß also, wovon er schreibt.</p></blockquote>
<p>Im <strong>Deutschlandfunk</strong> führte Jessica Sturmberg die drei Dopingaufklärer Treutlein, Kofink und Misersky gestern zu einem Gespräch zusammen. Zum Nachhören, 19:10 Minuten, eine Diskussion über den Umgang mit der Vergangenheit, Lügen der Dopingtäter und Abhängigkeiten einer angeblich unabhängigen Kommission, die mit zwei Leichtathletik-Funktionären (Reiche, Ecker-Rosendahl) vielleicht doch etwas einseitig und parteiisch besetzt ist:</p>
<p><a title="DLF vom 12. April 2009: Gespräch mit Henner Misersky, Hansjörg Kofink und Henner MIsersky" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/12/dlf_20090412_1937_b0bee982.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Mich überrascht besonders die plötzliche Erklärung des Brandenburger <a title="Webseite des Brandenburger Leichtathletikverbandes" href="http://leichtathletikverband-brandenburg.de/index.php?id=101" target="_blank">Leichtathletik-Präsidenten</a> Steffen Reiche (SPD), wonach <a title="Werner Goldmann oder: wenn &quot;die Stimmbänder lähmen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Werner Goldmann</a>, der vor Monaten noch als untragbar eingeschätzt, nun plötzlich wegen eines Satzes, dass er den Fall Jacobs bedauere (ein dahingeschriebener Satz, mehr nicht), wieder der geeignete DLV-Bundestrainer sein soll. Das verstehe, wer will. Das UDIOCM, der DOSB-Präsident Thomas Bach, hat mir vor wenigen Tagen <a title="Interview mit Thomas Bach" href="http://jensweinreich.de/?p=3458" target="_self">im Interview</a> noch gesagt, Goldmann habe &#8220;gegenüber dem Zeugen nicht sehr glaubwürdig geleugnet&#8221;, man müsse erst mal sehen, wie glaubwürdig ein eventuelles Umdenken einzuschätzen sei. Keine Sorge, gemäß UDIOCM geht die Kommission in aller &#8220;Objektivität und Neutralität&#8221; an die Aufgabe und ist in ihrer Zusammensetzung ohnehin über jeden Zweifel erhaben.</p>
<p>Mein Kommentar gestern in der Sendung &#8220;Themen der Woche&#8221; im Deutschlandfunk:</p>
<p><a title="Kommentar DLF vom 11. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/11/dlf_20090411_1324_3cfbef17.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><em>Nachtrag</em>: Herbert Fischer-Solms im Gespräch mit Wolfgang Thierse:</p>
<p><a title="Gespräch mit Wolfgang Thierse, DLF vom 13. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/13/dlf_20090413_1931_33f40116.mp3" target="_self">:</a></p>
<blockquote><p><strong>Wolfgang Thierse:</strong></p>
<ul>
<li>Es ist eine Entschuldigung und damit ein Geständnis, sehr spät, 20 Jahre danach, und irgendwie wirkt sie auf mich nachgereicht, erdrängt, erzwungen.</li>
<li>Vertrauen stellt sich her durch Aufrichtigkeit, durch Wahrhaftigkeit. Deshalb ist ein Gespräch notwendig, damit Vertrauen wirklich entsteht und nicht nur Vertrauen herbei gezwungen wird.</li>
<li>Wer soll ihnen vergeben? Doch nicht Sportfunktionäre der Bundesrepublik. Sondern das setzt wieder voraus das Gespräch mit den Betroffenen, mit den Opfern. Denn die müssen die schwierige, schmerzliche Leistung der Vergebung aufbringen. Ich glaube nicht, dass die Trainer von damals und die Sportfunktionäre von heute sich davor wirklich drücken dürfen.</li>
<li>Geht zu den Opfern und schaut ihnen ins Gesicht!</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Noch einige Leseempfehlungen, manche Texte sind in den Kommentaren bereits verlinkt worden: <span id="more-3537"></span></p>
<ul>
<li>Kommentar von Jörg Hahn in der <strong>FAZ</strong>: <a title="FAZ vom 8. April 2009" href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~EEF0920E460A443248FE30F897FE103D9~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Unpersönliches Papier</a></li>
<li>Florian Bauer auf <strong>tagesschau.de</strong> im Interview mit Walther Tröger: <a title="Interview mit Walther Tröger vom 6. April 2009" href="http://sport.ard.de/sp/weitere/news200904/06/interview_troeger.jsp" target="_blank">&#8220;Vergangenheit ist irrelevant und vergeben&#8221;</a></li>
<li>Susanne Rohlfing im <strong>Kölner Stadt-Anzeiger</strong> im Interview mit Ute Krieger-Krause: <a title="KStA vom 8. April 2009" href="http://www.ksta.de/html/artikel/1238966795786.shtml" target="_blank">&#8220;Ich will gar nicht mehr verzeihen&#8221;</a></li>
<li>Karin Bühler in der <strong>Berliner Zeitung</strong> im Interview mit Henner Misersky: <a title="Berliner Zeitung vom 8. April 2009" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0408/sport/0017/index.html" target="_blank">&#8220;Das ist der schwärzeste Tag für die Dopingopfer&#8221;</a></li>
<li>Kommentar von Cornelie Barthelme in der <strong>Frankenpost</strong>: <a title="Frankenpost vom 8. April 2009" href="http://www.frankenpost.de/nachrichten/standpunkte/meinungenhifpva/art2395,994403" target="_blank">Scheinheilige</a></li>
<li>Jens Hungermann in der Zeitung <strong>Die Welt</strong>: <a title="Die Welt vom 8. April 2009" href="http://www.welt.de/die-welt/article3523239/Ein-Akt-politischer-Perversion.html" target="_blank">&#8220;Ein Akt politischer Perversion&#8221;</a></li>
<li>Kommentar von Reinhard Sogl in der <strong>Frankfurter Rundschau</strong>: <a title="FR vom 8. April 2009" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1714475_Kommentar-Richtiger-Schritt.html?sid=7ca99daee749795becbbdb0dc008d6c2" target="_blank">Richtiger Schritt</a></li>
<li>Kommentar von Reinhard Schüssler in der <strong><span style="color: #000000;">Neuen Rhein Zeitung</span></strong>: <a title="NRZ vom 8. April 2009" href="http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2009/4/7/news-116612737/detail.html" target="_blank">Täter und Opfer</a></li>
<li>Frank Bachner und Friedhard Teuffel in der Zeitung <strong>Der Tagesspiegel</strong>: <a title="Der Tagesspiegel vom 8. April 2009" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/doping/DDR-Doping-Leichtathletik-1989;art2650,2768976" target="_blank">Ist zur Vergangenheit schon alles gesagt?</a></li>
<li>Thomas Reichart auf <strong>ZDF.de</strong> im Interview mit Werner Franke: <a title="ZDF.de vom 7. April 2009" href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,7553408,00.html" target="_blank">&#8220;Man hat wissentlich Täter eingestellt&#8221;</a></li>
</ul>
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		<title>DOSB-General Michael Vesper schreibt &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 12:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Im Sport spielt die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit seiner leitenden Mitarbeiter eine herausragende Rolle. Haupt- und ehrenamtliche Funktionäre im Sport sollten &#8211; orientiert an den in seinen Leitbildern formulierten Grundsätzen &#8211; Vorbildwirkung entfalten. Bundestrainern/-innen und Stützpunktleitern/-innen sind viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anvertraut, so dass es gerade bei ihnen in besonderem Maße auf Vertrauenswürdigkeit und Vorbildwirkung ankommt. Dies gilt auch im Hinblick auf breite öffentliche Wirkung vieler Sportarten und die damit einhergehende Publizität jedes auftretenden Problemfalls.</p>
<p><em>Michael Vesper, DOSB-Generaldirektor</em></p></blockquote>
<p>Vorsorglich, falls die <a title="Die Propagandamaschine brummt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Propaganda</a> darauf hinaus laufen sollte, dass künftig auch die Stasi-Richtlinien und die entsprechenden Überprüfungen gelockert oder ganz und gar aufgegeben werden sollten, stelle ich ein wichtiges Dokument zur Diskussion. Anbei also als <a title="Brief Michael Vesper zum StUG vom 23. Oktober 2006" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006.pdf" target="_blank">pdf-Datei</a> und nachfolgend komplett als jpg ein Brief aus dem Oktober 2006, in dem DOSB-General Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) ausdrücklich im Namen seines Vorgesetzten Thomas Bach (FDP) darum bittet, dem organisierten Sport im damals zu novellierenden Stasiunterlagengesetz weitere Überprüfungsmöglichkeiten einzuräumen. Momentan aber hört man, es gebe Bestrebungen, Überprüfungen für die kommenden Winterspiele in Vancouver nicht mehr durchzuführen.</p>
<p>Vesper argumentierte im Oktober 2006 u. a.:</p>
<blockquote><p>Die finanzielle Föderung durch das Bundesministerium des Innern, dessen Zuwendungsrichtlinien und die damit verbundene Erwartungshaltung eines &#8220;sauberen Sports&#8221; spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Beurteilung des Sachverhalts, In diesen Richtlinien werden die Spitzenverbände des Sports ausdrücklich verpflichtet, keine Personen zu beschäftigen, die früher für die Stasi tätig waren. Somit verlangt die Bundesregierung vom Sport explizit, Fälle von Stasi-Verwicklungen aufzudecken und die ggfs. notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Ohne fortgeltende Überprüfungsmöglichkeiten könnte der Sport dieser Aufgabe in den Bewilligungsbescheiden nicht in dem zu Recht erwarteten Umfang entsprechen.</p>
<p>Wie den jährlichen Berichten der Bundesbeauftragten zu entnehmen ist, sind die dort liegenden Unterlagen bisher nur zu ca. 60 % erschlossen und ausgewertet. Es steht daher zu erwarten, dass in den kommenden Jahren noch viele Unterlagen gefunden werden, aus denen sich eine Verstrickung von Mitarbeitern/-innen des deutschen Sports in Aktivitäten der Stasi ergeben könnte. (&#8230;)</p>
<p>Es wäre den Bürgerinnen und Bürgern nicht zu vermitteln, dass die Bespitzelung und Denunziation von Mannschaftsmitgliedern nunmehr plötzlich keine Rolle mehr bei der Besetzung von Führungspositionen im Sport spielen soll.</p></blockquote>
<p>Hier das komplette Schreiben:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3527" title="dosb-stug-23102006_seite_1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_1.jpg" alt="" width="500" height="718" /><br />
<span id="more-3524"></span><br />
<img class="aligncenter size-full wp-image-3528" title="dosb-stug-23102006_seite_2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_2.jpg" alt="" width="500" height="593" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3529" title="dosb-stug-23102006_seite_3" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_3.jpg" alt="" width="500" height="594" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3530" title="dosb-stug-23102006_seite_4" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_4.jpg" alt="" width="500" height="599" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3531" title="dosb-stug-23102006_seite_5" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_5.jpg" alt="" width="500" height="417" /></p>
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