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	<title>jens weinreich &#187; vancouver 2010</title>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (56): Schmitt, Pluschenko, Bach, Gienger, Korruption, Champagne, Pechstein, Sörgel</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 10:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein Leben neben der Fußball-WM. Linkfutter für zwischendurch, Lesebefehle habe ich zuletzt sträflich vernachlässigt: Fecht-Olympiasieger und IOC-Mitglied Pál Schmitt, langjähriger Protokollchef des IOC und Mitglied des Europäischen Parlaments, ist zum neuen Staatspräsidenten Ungarns gewählt worden. Pál Schmitt auf Wikipedia Webseite des ungarischen Präsidenten Oops, mal wieder eine Entscheidung des Eislauf-Weltverbandes ISU, die anderswo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein Leben neben der Fußball-WM. Linkfutter für zwischendurch, Lesebefehle habe ich zuletzt sträflich vernachlässigt:</p>
<p>Fecht-Olympiasieger und IOC-Mitglied <strong>Pál Schmitt</strong>, langjähriger Protokollchef des IOC und Mitglied des <a title="Pál Schmitt im EU-Parlament" href="http://www.europarl.europa.eu/members/archive/alphaOrder/view.do?language=EN&amp;id=28133" target="_blank">Europäischen Parlaments</a>, ist zum neuen <a title="google news zu Pál Schmitt" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=pal%20schmitt&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;tbo=u&amp;tbs=nws:1&amp;source=og&amp;sa=N&amp;tab=wn" target="_blank">Staatspräsidenten Ungarns</a> gewählt worden.</p>
<ul>
<li><a title="Wikipedia: Pál Schmitt" href="http://en.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1l_Schmitt" target="_blank">Pál Schmitt</a> auf Wikipedia</li>
<li>Webseite des <a title="Office of the President of the Republic of Hungary" href="http://www.keh.hu/home.html" target="_blank">ungarischen Präsidenten</a></li>
</ul>
<p>Oops, mal wieder eine Entscheidung des Eislauf-Weltverbandes ISU, die anderswo mindestens so ausgiebig diskutiert wird, wie in Deutschland der <a title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">Fall Pechstein</a>. Ich wusste gar nicht, dass die ISU noch zwischen Profis und Schauläufern und vielleicht sogar Amateuren unterscheidet. Ich halte es beim ersten Hinsehen für absurd, dass <a title="Jewgeni Pluschenko" href="http://evgeniplushenko.net/" target="_blank"><strong>Jewgeni Pluschenko</strong></a> gesperrt wird und nicht an den Winterspielen 2014 in Sotschi teilnehmen soll. Ausgerechnet Pluschenko! Hier ist er übrigens kurz nach der Verkündung von Sotschi als Olympiastadt 2014, damals im Juli 2007 in Guatemala City:</p>
<div id="attachment_8825" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8825" title="Jewgeni Pluschenko, Guatemala, Juli 2007" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/pluschenko2007.jpg" alt="Jewgeni Pluschenko, Guatemala, Juli 2007" width="530" height="398" /><p class="wp-caption-text">Jewgeni Pluschenko, Guatemala, Juli 2007</p></div>
<p>Der <a title="ISU" href="http://www.isu.org/vsite/vcontent/content/transnews/0,10869,4844-128590-19728-18885-308215-3787-4771-layout160-129898-news-item,00.html" target="_blank">ISU-Beschluss</a>, gegen den Pluschenko vor den CAS ziehen kann:</p>
<blockquote><p>Decision of the ISU Council on Eligibility of Mr. Evgeny Plushenko (RUS)</p>
<p>Based on evidence presented the Council has concluded that Mr. Evgeny Plushenko breached the ISU eligibility rule 102, paragraph 2, i) of the ISU General Regulations and as a consequence has become ineligible under paragraph 7 a) of that rule. The evidence has proved to the satisfaction of the Council that Mr. E. Plushenko, a skater and member of the Figure Skating Federation of Russia (FSFR), skated in exhibitions held in March and April 2010, in Russia and other countries, without the express prior authorization of the FSFR. Such activity is a breach of the ISU eligibility rules and results in the loss of eligibility.</p>
<p>The present decision communicated to both Mr E. Plushenko and the FSFR may be appealed to the Court of Arbitration for Sport, Lausanne, Switzerland, within 21 days upon receipt of the decision, in accordance with Article 25, paragraph 2, c) of the ISU Constitution.</p></blockquote>
<p>Wie erwartet hat sich <strong>Thomas Bach</strong> dazu durchgerungen, als DOSB-Präsident zu verlängern. Ein halbes Jahr vor der Entscheidung über die <a title="alle Beiträge zu München 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/munchen-2018/" target="_self">Olympischen Winterspiele 2018</a> wäre ein Ausstieg ein katastrophales Zeichen gewesen. Die Mitgliederversammlung findet am 4. Dezember 2010 in München statt. Der DOSB sagt:</p>
<blockquote><p>Am Montag erklärten Präsident Thomas Bach, Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung, Hans-Peter Krämer, Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen, Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung, und Ilse Ridder-Melchers, Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, dass sie sich am 4. Dezember 2010 dem Votum der Mitgliederversammlung stellen wollen. <a title="alle Beiträge zu Eberhard Gienger" href="http://www.jensweinreich.de/?s=eberhard+gienger" target="_self">Eberhard Gienger, Vizepräsident Leistungssport</a>, wird wegen der <strong>Doppelbelastung aus seiner politischen Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter und als DOSB-Präsidiumsmitglied</strong> nicht erneut antreten. Dies nahm das Präsidium mit Bedauern, aber auch mit Respekt und Verständnis zur Kenntnis. Ingo Weiss wird im Oktober 2010 erneut als Vorsitzender der Deutschen Sportjugend (dsj) kandidieren, ebenso Christian Breuer als Vertreter der Aktiven; die Voten der dsj bzw. der Aktiven würden der Mitgliederversammlung dann im Dezember zur Bestätigung vorgelegt werden.</p></blockquote>
<p>Ich denke, Ausstiegschancen geben sich für Bach nach der IOC-Session im Juli 2011, wenn über die Winterspiele abgestimmt wird, immer noch. Er muss dann seine IOC-Präsidentschaft vorbereiten, das IOC wählt 2013 in Buenos Aires den neuen Präsidenten/die erste Präsidentin.</p>
<p>Zu Gienger: Ist mir überhaupt nicht klar gewesen, dass der CDU-Mann mit seinen Aufgaben belastet ist.</p>
<p>Und noch mal <strong>Russland/Sotschi</strong> bzw. das <a title="Medwedew, Sotschi 2014 und das Vancouver-Nachbeben" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/31/medwedew-sotschi-2014-und-das-vancouver-nachbeben/" target="_self">Vancouver-Nachbeben</a>. Der russische Rechnungshof, wenn ich das auf die Schnelle richtig übersetze, hat einen Bericht zum Umgang mit den Olympiafinanzen für die Vorbereitung auf die Vancouver-Spiele vorgelegt. Völlig überraschend ist von Korruption und Misswirtschaft die Rede. Ja, ich weiß, Putin und Medwedew haben das in Auftrag gegeben, denen ist nicht zu trauen. Egal, was mich hier fast mehr interessiert, warum so genannte olympische Insiderdienste wie <a title="Inside the Games" href="http://insidethegames.biz/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9927:report-finds-russian-preparations-for-vancouver-compromised-by-corruption&amp;catid=86:vancouver-2010-news&amp;Itemid=91" target="_blank">Inside the Games</a> oder <a title="Around the Rings" href="http://aroundtherings.com/" target="_blank">Around the Rings</a> und andere Medien darüber berichten, ohne Quellen zu nennen und den Bericht zu verlinken. Mich nervt das kolossal, täglich mehr, wenn ich nicht zum Original geführt werde, wenn Leute meinen, sie müssten Ihre Beiträge stets ohne Belege und weiterführende Hinweise veröffentlichen. Vielleicht war ich nur zu blöd, sicher kann mir jemand helfen und bessere Links finden als diese, etwa einen zum Originalbericht des russischen Rechnungshofes? Danke schon mal.</p>
<ul>
<li><a title="Webseite des russischen Premiers Putin" href="http://premier.gov.ru/eng/events/news/11213/" target="_blank">Putins Arbeitstag</a> mit dem &#8220;Board of the Council for Physical Fitness and Sports&#8221; vorgestern in Sotschi</li>
<li>Auf <a title="RT.com" href="http://rt.com/prime-time/2010-06-29/vancouver-oplympics-misspending-russia.html#" target="_blank">Russia Today</a> habe ich einen kleinen Bericht gefunden, verzichte aber darauf, das Video einzubinden, weil es meistens Probleme verursacht. Auf dem <a title="RT Youtube" href="http://www.youtube.com/user/RussiaToday" target="_blank">Youtube Channel</a> fand ich den Bericht noch nicht.</li>
<li>Auf der Webseite der <a title="Accounts Chamber Russia" href="http://www.ach.gov.ru/en/bulletin/529/" target="_blank">Accounts Chamber</a>, wenn es die richtige ist, gibt es zwar Bulletins, aber ich kann nichts sehen, öffnen bzw. runterladen.</li>
<li>Reuters: <a title="reuters.com" href="http://www.reuters.com/article/idUSTRE65R54Z20100628" target="_blank">&#8220;Evidence of Russian &#8216;corruption&#8217; over 2010 preparation&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Wie gesagt, vielleicht kann jemand mit besseren Beiträgen dienen.</p>
<p>Blatters ehemaliger Außenpolitik-Chef, der kurz vor der WM unter Druck gefeuerte <a title="Unruhe in der FIFA: Blatter feuert Jerome Champagne, seinen wichtigsten Mann" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/16/unruhe-in-der-fifa-blatter-feuert-jerome-champagne-seinen-wichtigsten-mann/" target="_self"><strong>Jérôme Champagne</strong></a>, hat einen neuen Job. Er schreibt:</p>
<blockquote><p>Dear friends,</p>
<p>It is with pleasure that I can announce to you that the Palestinian National Authority appointed me as &#8220;Adviser to the PNA for the development of sport and football&#8221; in Palestine.</p>
<p>Here attached you can find the press release issued in Ramallah on 21st June in Arabic, English and French versions.</p>
<p>This position is attached to the PNA President, H.E. Mr. Mahmoud Abbas, and the PNA Prime Minister, H.E. Mr. Salam Fayyad, and to be executed under the guidance of the Palestinian National Olympic Committee and Palestinian FA President, Mr. Jibril Rajoub.</p>
<p>Four intital directions were given to me:</p>
<ul>
<li>the administration of Palestinian football,</li>
<li>the launch of the Palestinian professional league</li>
<li>the marketing of these activities,</li>
<li>the developement of international relations for Palestinian sport and football with sport organizations at world, continental and national levels (including the sister football federations) AND with foreign governments, international organizations, etc.</li>
</ul>
<p>This mission bears a huge responsability but represents also a privilege for me to continue what I was doing in my eleven FIFA years to help Palestinian football with the support of the FIFA President, Mr. Joseh S. Blatter.</p>
<p>This email is just a first information for you and I will contact you at a later stage when we will be able to start the first concrete projects.</p>
<p>Thanking you in advance for your future support of my new mission,</p>
<p>With my best regards,</p>
<p>Jerome</p></blockquote>
<p><em>Nachtrag</em>, apropos <strong>Pechstein</strong>: Gerade verbreitet ihr PR-Büro Powerplay die Meldung, wonach die gesperrte Eisschnellläuferin eine Einstweilige Verfügung gegen Prof. <strong>Fritz Sörgel</strong> erwirkt hat &#8211; im Eilverfahren ohne mündliche Verhandlung (einen Dringlichkeitsaspekt kann ich anders als der <a title="Buskeismus.de" href="http://www.buskeismus.de/" target="_blank">putzige Richter Buske</a> nicht erkennen).</p>
<p>Demnach</p>
<blockquote><p>&#8230; darf Sörgel nicht mehr den Eindruck erwecken, die fünfmalige Olympiasiegerin hätte in ihrer sportlichen Karriere Dopingmittel eingenommen oder verbotene Methoden zur Leistungssteigerung angewandt &#8230;</p></blockquote>
<p>Die Verfügung bezieht sich auf ein Rundfunkinterview vom 19. März 2010! Hochinteressant. Wie gesagt, der Richter heißt Buske, Prozessbevollmächtigte sind &#8220;Rechtsanwälte Schertz pp.&#8221; &#8211; muss man mehr sagen? Bitte vorsichtig sein mit den Kommentaren &#8211; Abmahngefahr. Die Verfügung findet sich auf der Webseite von <a title="Claudia Pechstein.de" href="http://claudiapechstein.de/index2.shtml" target="_blank">Claudia Pechstein</a>.</p>
<p><em>Nachtrag 2:</em> Zur Verfügung des Richters Buske teilt Prof. Sörgel soeben mit:</p>
<blockquote><p>Wir werden diese Entscheidung natürlich nicht hinnehmen. Die Begründetheit der Ansprüche werden wir in einem Klageverfahren klären lassen. Käme es dann zu einer Verhandlung, könnte auch die Öffentlichkeit einen besseren Eindruck gewinnen was die wissenschaftliche Basis der Pechstein- Seite ist. Natürlich werden wir die „Creme de la Creme“ nationaler wie internationaler, und wahrhaft unabhängiger Gutachter die Argumentation der Gegenseite kritisch überprüfen lassen.</p>
<p>Diese Entscheidung des Hamburger Gerichtes würde mir einen Maulkorb verhängen, denn Ziel ist es ja mich zum Schweigen zu bringen, zumal ich eben bisher in den wirklich wichtigen Fragen nicht in die Knie zu zwingen war. Das soll auch in Zukunft so bleiben und meine Argumente sollen Gerichten wie Öffentlichkeit jederzeit zur Verfügung stehen.</p>
<p>Ich werde so lange kämpfen bis die Wissenschaft , wie bisher beim ISU und CAS ihr Recht bekommt. Es kann nicht angehen, dass man Wissenschaftler mit guten und nachvollziehbaren Argumenten einen Maulkorb umhängen kann.</p>
<p>Die nachfolgenden Ausführungen von RA Scholz-Recht legen auch dar wie oft wir uns schon gegen die Anträge der Kanzlei Scherz &amp; Bergmann erfolgreich vor Gericht gewehrt haben. Wir haben daraus aber keine Medienkampagne gemacht. Jetzt müssen die Dinge aber ausführlich dargestellt werden.</p></blockquote>
<p>Seine Rechtsanwältin Nicola Scholz-Recht schreibt: <span id="more-8822"></span></p>
<blockquote><p><strong>1. </strong></p>
<p>Im Oktober 2009 hatte Frau Pechstein durch ihren Bevollmächtigten, Herrn Rechtsanwalt Bergmann aus Berlin, eine erste Abmahnung aussprechen lassen und Unterlassungsansprüche wegen drei verschiedener Behauptungen, die Sie im Rahmen einer ZDF-Sendung vom 23.10.2009 aufgestellt hatten, geltend gemacht.</p>
<p>Diese Unterlassungsansprüche hatte ich mit ausführlichem Schreiben vom 30.10.2009 als unbegründet zurückgewiesen.</p>
<p>Um zu verhindern, dass die Gegenseite eine einstweilige Verfügung ohne vorherige mündliche Verhandlung erwirkt, hatte ich sodann bei den Landgerichten Nürnberg-Fürth, Berlin und Hamburg sogenannte Schutzschriften hinterlegt, um die Gerichte vor Eingang eines entsprechenden Verfügungsantrags bereits über unsere Sichtweise und Argumentation zu informieren.</p>
<p>Anschließend hatte die Gegenseite beim Landgericht Berlin den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt. Mit diesem Antrag ist Frau Pechstein gescheitert. Das Landgericht Berlin hat ihn als unbegründet zurückgewiesen mit der Begründung, dass „es sich sämtlichst um zulässige Meinungsäußerungen [handelt], die auch auf erkennbaren Anknüpfungstatsachen basieren“ (Beschluss des Landgerichtes Berlin vom 19.11.2009, Az.: 27 O 1084/09, Seite 2).</p>
<p>In Konsequenz musste Frau Pechstein auch die Kosten des Verfahrens tragen und hat die bei mir durch meine Tätigkeit entstandene Verfahrensgebühr erstattet.</p>
<p><strong>2. </strong></p>
<p>Frau Pechstein hat durch ihren anwaltlichen Vertreter eine weitere Abmahnung vom 22.03.2010 wegen einer in der NZZ vom 21.03.2010 erschienenen Behauptung aussprechen lassen und erneut die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gefordert. Auch diese Abmahnung habe ich nach Rücksprache mit Ihnen als unbegründet zurückgewiesen und dargelegt, dass die angegriffene Behauptung den Tatsachen entspricht.</p>
<p>Mir ist nicht bekannt, ob die Gegenseite eventuell versucht hat, auch wegen dieser Behauptung eine einstweilige Verfügung zu beantragen. Jedenfalls wäre ein eventuell bei Gericht eingereichter Verfügungsantrag nicht erfolgreich gewesen, weil uns in dieser Angelegenheit niemals ein gerichtliches Verbot zugestellt worden ist. Entweder hat die Gegenseite diesen Anspruch nicht weiterverfolgt oder sie hatte damit keinen Erfolg.</p>
<p><strong>3. </strong></p>
<p>Am 25.03.2010 hat Frau Pechstein durch Herrn Rechtsanwalt Bergmann eine weitere Abmahnung aussprechen lassen wegen eines auf den Internetseiten von „Zapp“ veröffentlichten Interviews. Mit dieser Abmahnung wurden insgesamt zwei Behauptungen angegriffen.</p>
<p>Auch diese Abmahnung habe ich als unbegründet zurückgewiesen.</p>
<p>In diesem Fall hat die Gegenseite erneut beim Landgericht Berlin den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt. Mit diesem Antrag ist sie zur Hälfte gescheitert, weil das Landgericht Berlin eine der beiden Behauptungen als zulässig angesehen hat. Die andere Behauptung (Stichwort: „Untersuchung in Quarantäne“) hat das Landgericht Berlin als unzulässig angesehen.</p>
<p>Nach längeren Überlegungen hatten wir uns allein aus prozessökonomischen Gründen entschieden, dagegen nicht vorzugehen, weil das Thema heute nicht mehr aktuell ist und es deshalb wirtschaftlich nicht lohnt, darüber einen Streit zu führen. Da die Gegenseite in diesem Verfahren die Kosten auch zur Hälfte selbst tragen musste, war eine Verteidigung gegen dieses Verbot auch aus Kostengründen nicht erforderlich.</p>
<p><strong>4. </strong></p>
<p>Am 09.04.2010 hat Frau Pechstein durch Herrn Rechtsanwalt Bergmann eine weitere Abmahnung aussprechen lassen, auf die wir nicht mehr geantwortet haben.</p>
<p>Die Gegenseite hat deshalb erneut einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt, diesen aber diesmal beim Landgericht Hamburg eingereicht, vermutlich wegen der Befürchtung, beim Landgericht Berlin wiederum nicht in vollem Umfang den gewünschten Erfolg zu erzielen.</p>
<p>Das Landgericht Hamburg hat die einstweilige Verfügung in dem beantragten Umfang ebenfalls nicht erlassen. Die Gegenseite musste zunächst schriftsätzlich nochmals nachbessern und schließlich den Antrag einschränken, so dass sie auch in diesem Fall nicht in vollem Umfang Erfolg hatte, sondern das Landgericht Hamburg nur ein eingeschränktes Verbot erlassen und der Gegenseite ¼ der Kosten auferlegt hat. Dieser Beschluss wurde allerdings erlassen, ohne uns Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.</p>
<p>In diesem Fall erwägen wir, die Gegenseite zur Einreichung einer Hauptsacheklage zu zwingen, um dann die Möglichkeit zu haben, die Richtigkeit der angegriffenen Behauptung ggf. auch durch Sachverständigengutachten unter Beweis stellen zu können.</p></blockquote>
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		<title>Im Wortlaut: das Urteil des Bundesgerichts im Fall Pechstein</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 15:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es wird jetzt etwas umfangreicher. Insgesamt knapp 30 Seiten Juristendeutsch müssen sein, denn das Urteil des Schweizer Bundesgerichts im Fall Pechstein vom 10. Februar 2010 liegt nun schriftlich vor. Inzwischen ist zwar einiges passiert &#8211; die Olympia-Kammer des CAS fühlte sich nicht zuständig, Hämatologen bescheinigen der Eisschnellläuferin eine Kugelzell-Anomalie &#8211; und wir sind tausend Kommentare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird jetzt etwas umfangreicher. Insgesamt knapp 30 Seiten Juristendeutsch müssen sein, denn das Urteil des Schweizer Bundesgerichts im Fall Pechstein <a title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self">vom 10. Februar 2010</a> liegt nun schriftlich vor. Inzwischen ist zwar einiges passiert &#8211; die Olympia-Kammer des CAS fühlte sich <a title="CAS-Kammer fühlt sich nicht zuständig: Pechstein-Antrag abgelehnt" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/cas-kammer-fuhlt-sich-nicht-zustandig-pechsteins-antrag-abgelehnt/" target="_self">nicht zuständig</a>, Hämatologen bescheinigen der Eisschnellläuferin eine <a title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Kugelzell-Anomalie</a> &#8211; und wir sind tausend Kommentare weiter, doch die Dokumentation des Falls möchte ich gern komplettieren.</p>
<p>Einige Anmerkungen:</p>
<ul>
<li>Ob das Bundesgerichts-Urteil Neues bringt, weiß ich nicht, ich habe mich bei der Bearbeitung, die einige Zeit gedauert hat, vor allem auf die grafische Aufbereitung und damit Lesbarkeit konzentriert, weniger auf den Inhalt.</li>
<li>Das Argument der Kugelzell-Anomalie hat das Bundesgericht schon behandelt, lässt es allerdings unbeachtet (D 2.4.2). Ich überlege noch, was ich davon halten soll, dass auf dem PR-Termin der DGHO meiner Erinnerung nach (das lässt sich anhand des Audio-Mitschnittes leicht überprüfen und ggf. korrigieren) nicht einmal erwähnt wurde, dass dem Bundesgericht dies bereits vorgetragen worden war.</li>
<li>Erstaunlich finde ich nach erster Durchsicht allemal, dass das Bundesgericht (dem man schwerlich Parteilichkeit vorwerfen kann), die meisten &#8220;Argumente&#8221; ins Leere laufen lässt.</li>
<li>Ich habe den Eindruck, dass das Bundesgericht für mit PR-Gedöns vorgebrachte &#8220;Argumente&#8221; und sportpolitische Quacksalbereien nicht sehr empfänglich ist. Bei der ersten Durchsicht empfinde ich durchaus nicht als skandalös. Ganz im Gegenteil.</li>
</ul>
<p>Ich hoffe, nichts vergessen zu haben:</p>
<ul>
<li><a title="Claudia Pechstein von der ISU wegen Blutdopings gesperrt" href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">ISU-Beschluss</a></li>
<li><a title="CAS-Urteil: Claudia Pechstein bleibt gesperrt und zieht vor das Bundesgericht" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">CAS-Urteil</a></li>
<li><a title="1. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6074" target="_self">1. Verfügung des Schweizer Bundesgerichts</a></li>
<li><a title="2. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6118" target="_self">2. Verfügung des Bundesgerichts</a></li>
<li><a title="3. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6133" target="_self">3. Verfügung des Bundesgerichts</a></li>
<li><a title="4. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6169" target="_self">4. Verfügung des Bundesgerichts</a></li>
<li><a title="... Pechstein nicht in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/2010/01/26/bundesgericht-lehnt-antrag-ab-pechstein-nicht-in-vancouver/" target="_self">5. Verfügung des Bundesgerichts</a></li>
<li><a title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self">6. Verfügung des Bundesgerichts</a></li>
<li><a title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Materialien und Diskussion zur Kugelzell-Anomalie</a></li>
</ul>
<p>Es hat dann, wenn ich mich nicht verzählt habe, vor einigen Tagen noch eine</p>
<ul>
<li>7. Verfügung des Bundesgerichts</li>
</ul>
<p>gegeben, nachdem Claudia Pechstein erneut ihre sofortige Trainingsberechtigung erwirken wollte. Die Verfügung (mit einem weltrekordverdächtig langen Satz) besagt:</p>
<blockquote><p>Bundesgericht/Tribunal fédéral</p>
<p>4A_144/2010</p>
<p>Cause célèbre</p>
<p>Verfügung vom 23. April 2010, I. zivilrechtliche Abteilung</p>
<p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin.</p>
<p><strong>Claudia Pechstein</strong>, (&#8230;) Deutschland, vertreten durch Advokaten Dr. Philippe Nordmann und Eva Senn, Aeschenvorstadt 55, Postfach 659, 4010 Basel, Gesuchstellerin,</p>
<p>gegen</p>
<p><strong>International Skating Union</strong>, chemin de Primrose 2, 1007 Lausanne, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, rue François-Bellot 6, 1206 Genf, Gesuchsgegnerin.</p>
<p>Revision gegen den Entscheid des <strong>Tribunal</strong><strong> Arbitral du Sport</strong> (TAS) vom 25. November 2009</p>
<p>In Erwägung,</p>
<ul>
<li>dass das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) mit Entscheid vom 25. November 2009 die Gesuchstellerin während zwei Jahren, beginnend ab 8. Februar 2009, für gesperrt erklärte und ihr die Resultate aberkannte, die sie am 7. Februar 2009 an der von der International Skating Union (Gesuchsgegnerin) organisierten Weltmeisterschaft im Eisschnelllauf erzielt hatte;</li>
<li>dass die von der Gesuchstellerin am 7. Dezember 2009 gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde in Zivilsachen am 10. Februar 2010 vom Bundesgericht abgewiesen wurde, soweit es darauf eintrat;</li>
<li>dass die Gesuchstellerin mit Rechtsschrift vom 4. März 2010 ein Revisionsgesuch einreichte mit dem Antrag, es sei der Entscheid des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das TAS zurückzuweisen;</li>
<li>dass die Gesuchstellerin zudem den prozessualen Antrag stellte, dass sie superprovisorisch und unverzüglich, eventualiter provisorisch, per sofort zu sämtlichen Trainingsveranstaltungen, inkl. Trainingsrennen, die von der DESG (Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V) und deren Vereinen organisiert werden, zuzulassen sei;</li>
<li>dass dazu festzuhalten ist, dass keine superprovisorische Anordnung durch das Bundesgericht erfolgte, weil die dafür notwendigen Voraussetzungen – namentlich die zeitliche Dringlichkeit – fehlten, wie sich im Folgenden zeigen wird;</li>
<li>dass das TAS und die Gesuchsgegnerin mit Verfügungen vom 10. März 2010 aufgefordert wurden, bis zum 25. März 2010 zum prozessualen Antrag der Gesuchstellerin Stellung zu nehmen;</li>
<li>dass sich das TAS innerhalb der angesetzten Frist nicht vernehmen liess;</li>
<li>dass die Gesuchsgegnerin mit Stellungnahme vom 25. März 2010 beantragte, die prozessualen Begehren der Gesuchstellerin abzuweisen;</li>
<li>dass sich die Gesuchstellerin mit Rechtsschrift vom 29. März 2010 unaufgefordert zur Stellungnahme der Gesuchsgegnerin vom 25. März 2010 äusserte;</li>
<li>dass sich die Gesuchsgegnerin ihrerseits mit Rechtsschrift vom 1. April 2010 unaufgefordert zur Rechtsschrift der Gesuchstellerin vom 29. März 2010 äusserte;</li>
<li>dass die Instruktionsrichterin oder der Instruktionsrichter nach den Re- geln des bundesgerichtlichen Revisionsverfahrens, die hier analog gelten (vgl. BGE 134 III 286 E. 2.1), von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei den Vollzug des angefochtenen Entscheids aufschieben oder andere vorsorgliche Massnahmen treffen kann (Art. 126 BGG);</li>
<li>dass die Gesuchstellerin zur Begründung des Gesuchs um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme in der Rechtsschrift vom 4. März 2010 vorbrachte, sie sei als Spitzensportlerin auf professionelle Trainingsmöglichkeiten angewiesen und ohne solche Möglichkeiten würde sie in ein Formtief geraten, das ein Comeback auf Spitzenniveau zunehmend illusorisch machen würde;</li>
<li>dass die Gesuchstellerin in ihrer Rechtsschrift vom 29. März 2010, mit der sie auf die Stellungnahme der Gesuchsgegnerin vom 25. März 2010 antwortete, im Wesentlichen die erwähnten Behauptungen wiederholte und zudem vorbrachte, es bestehe nach den gegenwärtig gegebenen Umständen die Gefahr, dass sie ihre Profikarriere beenden müsse, wenn sie nicht zu den Trainingsveranstaltungen zugelassen werde;</li>
<li>dass die Gesuchsgegnerin demgegenüber in der Rechtsschrift vom 1. April 2010 – wie bereits in jener vom 25. März 2010 – darauf hinwies, dass nicht nur die Interessen der Gesuchstellerin, sondern auch öffentliche Interessen (Kampf gegen Doping) und die Interessen der anderen Athleten auf dem Spiel stünden, und ihre Auffassung wiederholte, dass kein Revisionsgrund gegeben sei;</li>
<li>dass beim Entscheid über die Anordnung der von der Gesuchstellerin beantragten vorsorglichen Massnahme die sich gegenüber stehenden Interessen abzuwägen sind, wobei auch die voraussichtlichen Erfolgschancen des Revisionsgesuchs berücksichtigt werden können;</li>
<li>dass bei der Interessenabwägung von Bedeutung ist, dass nach den Angaben der Gesuchsgegnerin die Wettkampf-Saison für Eisschnellläuferinnen seit Ende März beendet ist;</li>
<li>dass allerdings der Gesuchstellerin zuzugestehen ist, dass ihr aufgrund der gegenwärtig gegebenen Umstände die Vorbereitung auf zukünftige Wettkämpfe wesentlich erschwert wird, weil sie nicht am Training mit anderen professionellen Eisschnellläuferinnen teilnehmen kann und das private Training, soweit es noch möglich ist, keine gleichwertige Alternative bildet;</li>
<li>dass andererseits die Gesuchsgegnerin zutreffend darauf hinweist, dass auch das öffentliche Interesse am Kampf gegen Doping berücksichtigt werden muss ebenso wie das Interesse der anderen professionellen Eisschnellläuferinnen, die zusammen mit der Gesuchstellerin am Training teilnehmen würden;</li>
<li>dass sodann von Bedeutung ist, dass der von der Gesuchstellerin angerufene Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG an strikte Voraussetzungen gebunden ist, die relativ selten gegeben sind, weshalb die Erfolgschancen eines entsprechenden Revisionsgesuchs generell als unsicher einzustufen sind;</li>
<li>dass schliesslich zu berücksichtigen ist, dass bei normalem Verlauf des Revisionsverfahrens mit einem Entscheid des Bundesgericht bis spätestens Ende Juli 2010 zu rechnen ist und der Ausschluss der Gesuchstellerin von den erwähnten Trainingsveranstaltungen bis zu diesem Zeitpunkt zumutbar erscheint;</li>
<li>dass aus diesen Gründen des Gesuch um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme abzuweisen ist;</li>
</ul>
<p>verfügt die Präsidentin:</p>
<ol>
<li>Das Gesuch um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme wird abgewiesen.</li>
<li>Diese Verfügung wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li>
</ol>
<p>Lausanne, 23. April 2010</p>
<p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p>
<p>Die Präsidentin:</p>
<p>Klett</p></blockquote>
<p>Und hier nun das <strong>eigentliche </strong><a title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self"><strong>Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2010</strong></a>, das für alle, die sich nicht durch die ersten Entscheidungen kämpfen wollen/können, wenigstens einen passablen Überblick gibt. Der Court of Arbitration for Sport (CAS) wird hier &#8211; diese Abteilung des Bundesgerichts sitzt in Lausanne &#8211; stets in der französischen Schreibweise als TAS (Tribunal Arbitral du Sport) bezeichnet. <span id="more-7870"></span></p>
<blockquote><p>Bundesgericht/Tribunal fédéral</p>
<p>4A_612/2009</p>
<p>CAUSE CELEBRE</p>
<p>Urteil vom 10. Februar 2010, I. zivilrechtliche Abteilung</p>
<p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin,<br />
Bundesrichter Corboz,<br />
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,<br />
Bundesrichter Kolly,<br />
Bundesrichterin Kiss,<br />
Gerichtsschreiber Leemann.</p>
<p><strong>Claudia Pechstein</strong>, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Lucien W. Valloni und Dr. Thilo Pachmann, Beschwerdeführerin,</p>
<p>gegen</p>
<p><strong>International Skating Union</strong>, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, Beschwerdegegnerin,</p>
<p><strong>Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V</strong>., vertreten durch Rechtsanwalt Marius Breucker, Verfahrensbeteiligte.</p>
<p>Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des <strong>Tribunal Arbitral du Sport</strong> (TAS) vom 25. November 2009.</p>
<p><strong>Sachverhalt:</strong></p>
<p><strong>A. A.a</strong> Claudia Pechstein, Diensdorf/Deutschland, (Beschwerdeführerin) ist eine 37-jährige deutsche Eisschnellläuferin. Ihre Hauptdisziplinen sind 3&#8217;000 Meter und 5&#8217;000 Meter. Die Beschwerdeführerin gehört seit 1988 zur Eisschnelllauf-Weltelite, als sie die DDR an den Junioren-Weltmeisterschaften vertrat. In ihrer langen Karriere hat sie an fünf Olympischen Spielen (von 1992 bis 2006) teilgenommen. Neben zahlreichen Olympiamedaillen hat sie verschiedene Welt- und Europameisterschaften sowie nationale Wettkämpfe gewonnen. Sie ist daher eine der erfolgreichsten Wintersportlerinnen aller Zeiten.</p>
<p>Die International Skating Union (Beschwerdegegnerin) ist ein Verein schweizerischen Rechts mit Sitz in Lausanne. Sie ist als Weltverband für die Sportarten Eiskunstlauf und Eisschnelllauf anerkannt.</p>
<p>Die Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V. (nachfolgend DESG), München/Deutschland, der die Beschwerdeführerin angehört, ist Mitglied der Beschwerdegegnerin.</p>
<p><strong>A.b</strong> Die Beschwerdeführerin unterzog sich zwischen dem 4. Februar 2000 und dem 30. April 2009 zahlreichen Dopingkontrollen, die keine Hinweise auf verbotene Substanzen ergaben. Im gleichen Zeitraum erhob die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihres Blutprofilprogramms mehr als neunzig Blutproben der Beschwerdeführerin. Insbesondere wurden zwischen dem 20. Oktober 2007 und dem 30. April 2009 siebenundzwanzig Blutproben der Athletin entnommen, die letzten zwölf zwischen Januar und April 2009.</p>
<p>Die im Rahmen des Blutprofilprogramms der Beschwerdegegnerin erhobenen und aufgezeichneten Blutparameter beinhalten unter anderem Hämoglobin, Hämatokrit und den prozentualen Anteil unreifer roter Blutzellen (Retikulozyten). Der Retikulozytenwert ermöglicht als Blutparameter eine aktuelle Beurteilung der Bildung roter Blutkörperchen im menschlichen Organismus.</p>
<p>Während die Beschwerdegegnerin einen Retikulozytenwert zwischen 0.4 % und 2.4 % für normal erachtet, ergaben die Resultate der Blutuntersuchungen bei der Beschwerdeführerin Retikulozytenwerte, die weit über 2.4 % lagen und danach jeweils stark abfielen.</p>
<p>Am 7./8. Februar 2009 fand die von der Beschwerdegegnerin organisierte Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft in Hamar (Norwegen) statt. Am Morgen vor Wettkampfbeginn, also am 6. Februar 2009, wurden von sämtlichen Athleten Blutproben entnommen. Der Retikulozytenwert der Beschwerdeführerin wurde auf 3.49 % gemessen.</p>
<p>Als Folge dieses Resultats erhob die Beschwerdegegnerin am Morgen bzw. am Nachmittag des 7. Februar 2009 zwei weitere Blutproben bei der Beschwerdeführerin. Die gemessenen Retikulozytenwerte betrugen 3.54 % bzw. 3.38 %. Die Beschwerdeführerin und die DESG wurden vom medizinischen Berater der Beschwerdegegnerin, Prof. Harm Kuipers, darüber informiert, dass die Retikulozytenwerte &#8220;abnormal&#8221; seien. Obwohl die Hämoglobin- und Hämatokritwerte dies nicht geboten, teilte die DESG in der Folge mit, dass die Beschwerdeführerin an den Rennen des nächsten Tages nicht teilnehmen werde.</p>
<p>Am 18. Februar 2009 wurde bei der Athletin ausserhalb des Wettkampfs eine weitere Blutprobe entnommen. Diese zeigte einen Retikulozytenwert von 1.37 % an.</p>
<p><strong>B. B.a</strong> Nach Überprüfung des Blutprofils leitete die Beschwerdegegnerin bei ihrer Disziplinarkommission ein Verfahren gegen die Beschwerdeführerin ein. Sie warf der Beschwerdeführerin vor, eine verbotene Substanz bzw. eine unzulässige Methode (d.h. eine Art von Blutdoping) verwendet zu haben, was ein Dopingvergehen gemäss Artikel 2.2 ihrer Anti-Doping Regeln (ADR) darstelle, die am 1. Januar 2009 in Übereinstimmung mit der neuen Version des World Anti-Doping Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Kraft getreten sei.</p>
<p>Nach einem in Bern abgehaltenen Hearing vom 29./30. Juni 2009 stellte die Disziplinarkommission der Beschwerdegegnerin mit <a title="ISU-Beschluss ..." href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">Entscheid vom 1. Juli 2009</a> ein Dopingvergehen nach Artikel 2.2 ADR in Form von Blutdoping fest, aberkannte die anlässlich der Weltmeisterschaft vom 7. Februar 2009 erzielten Resultate und sprach eine zweijährige Sperre ab 9. Februar 2009 gegen die Beschwerdeführerin aus.</p>
<p><strong>B.b</strong> Am 21. Juli 2009 erklärten die Beschwerdeführerin sowie die DESG beim Tribunal Arbitral du Sport (TAS) Berufung gegen den Entscheid der Disziplinarkommission vom 1. Juli 2009.</p>
<p>Am 17. August 2009 gab das TAS die Zusammensetzung des Schiedsgerichts für den vorliegenden Rechtsstreit bekannt. Keine Partei erhob zu jenem Zeitpunkt oder im weiteren Verlauf des Verfahrens Einwände dagegen.</p>
<p>Mit Eingabe vom 3. August 2009 reichte die Beschwerdeführerin dem TAS ihre Berufungsbegründung ein.</p>
<p>Am 16. September 2009 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr zu gestatten, schriftlich zur Berufungsantwort der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen. Diese sprach sich gegen einen weiteren Schriftenwechsel aus. Mit Schreiben vom 23. September 2009 teilte das TAS den Parteien mit, dass es in Anwendung von Artikel R56 des TAS-Code einen weiteren Schriftenwechsel nicht zulasse. Es gewährte der Athletin jedoch ausnahmsweise die Möglichkeit, bis spätestens acht Tage vor dem Hearing neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person sowie entsprechende Bemerkungen dazu einzureichen (&#8220;to present any new evidence deriving from medical investigations performed on her, with comments thereto&#8221;) sowie für das Hearing einen Experten zur Funktion des Messgeräts Advia 120 zu benennen.</p>
<p>Am 29. September 2009 erliess das TAS eine Anordnung über den weiteren Ablauf des Verfahrens (&#8220;Order of Procedure&#8221;). Diese wurde von allen Parteien vor dem Hearing unterzeichnet. Das Hearing wurde auf den 22./23. Oktober 2009 angesetzt.</p>
<p>Am 14. Oktober 2009 reichte die Beschwerdeführerin dem TAS eine Eingabe mit verschiedenen Beilagen ein. Am 17. Oktober 2009 wen- dete die Beschwerdegegnerin dagegen ein, die Eingabe betreffe zu einem grossen Teil nicht neue medizinische Untersuchungen, wie gemäss schiedsgerichtlicher Anordnung vom 23. September 2009 vorgesehen; angesichts des Umfangs neuer Dokumente sei es ihr zudem unmöglich, sich vor dem Hearing mit ihren Sachverständigen zu bera- ten und dazu schriftlich Stellung zu nehmen.</p>
<p>Mit Schreiben vom 19. Oktober 2009 hielt das TAS fest, dass zahlreiche Teile der Eingabe der Beschwerdeführerin den schiedsgerichtlichen Vorgaben vom 23. September 2009 sowie Artikel R56 des TAS- Code nicht entsprächen. Insbesondere seien die meisten der eingereichten Dokumente nicht neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an der Person der Beschwerdeführerin und ihre Eingabe beschränke sich nicht auf Bemerkungen zu diesen medizinischen Untersuchungen, sondern stelle vielmehr eine Replik dar. Entsprechend ordnete das Schiedsgericht unter anderem an, die Eingabe der Athletin vom 14. Oktober 2009 nicht zu den Akten zu nehmen, mit Ausnahme der Beilagen 37, 38, 39, 42, 44 und 53. Im Weiteren liess das Schiedsgericht sämtliche von der Beschwerdeführerin genannten Experten zum Hearing zu, mit Ausnahme von Dr. Damsgaard, der in ihrer Berufungsschrift nicht aufgeführt worden war.</p>
<p>Am 21. Oktober 2009 reichte die DESG dem Schiedsgericht einen weiteren Schriftsatz sowie ein neues Gutachten ein. Mit Verfügung vom gleichen Tag bestätigte das TAS seinen Entscheid, die schriftliche und mündliche Expertenmeinung von Dr. Damsgaard nicht zuzulassen, da sich diese nicht auf neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an der Person der Beschwerdeführerin bezog und die Athletin vor Ablauf der Frist zur Begründung der Berufung am 3. August 2009 auch nicht um eine Fristerstreckung im Hinblick auf die Beibringung der Expertenmeinung von Dr. Damsgaard ersucht hätte. In Anwendung von Artikel R57 des TAS-Code wies es zudem den Antrag der Beschwerdeführerin ab, weiteren interessierten Personen eine Teilnahme am Hearing zu gestatten. Die Eingabe der DESG vom 21. Oktober 2009 nahm es schliesslich nicht zu den Akten, da sie in Missachtung der Verfügung des Schiedsgerichts vom 19. Oktober 2009 erfolgte.</p>
<p>Am Hearing, das am 22. und 23. Oktober 2009 in Lausanne stattfand, wurden insgesamt zwölf von den Parteien bezeichnete Sachverständige angehört. Alle Parteien hatten jeweils die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu richten. Sie hatten daraufhin die Gelegenheit, ihren Fall zu präsentieren, ihre Argumente dazulegen und die Fragen des Schiedsgerichts zu beantworten.</p>
<p>Das Schiedsgericht nahm anlässlich des Hearings den Entwurf der &#8220;Athlete Biological Passport Operating Guidelines&#8221; der WADA vom Oktober 2009 von sich aus zu den Akten und gewährte den Parteien eine kurze Frist zur schriftlichen Stellungnahme.</p>
<p>Nach den letzten Parteivorträgen und der Schlusserklärung der Beschwerdeführerin schloss das Schiedsgericht das Hearing.</p>
<p>Am 27. Oktober 2009 reichten die Parteien ihre Stellungnahmen zum Entwurf der erwähnten Richtlinien der WADA ein.</p>
<p>Mit Faxschreiben vom 23. und 24. November 2009 reichte die Beschwerdeführerin dem Schiedsgericht einen dringlichen Antrag für die Wiedereröffnung des Verfahrens ein, um im Rahmen eines Kreuzverhörs Fragen an Prof. Sottas zu stellen, der am Hearing vom 22./23. Oktober 2009 nicht teilgenommen hatte. Der Antrag wurde damit begründet, dass einer der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vernommen habe, dass Prof. Sottas seine ursprüngliche Meinung aufgrund der von ihr am 14. Oktober 2009 vorgelegten Beweise offenbar geändert habe, und dass er von der Beschwerdegegnerin aus diesem Grund nicht für das Hearing aufgeboten worden sei.</p>
<p>Das TAS wies den Antrag um Wiedereröffnung des Verfahrens und die Berufungen der Beschwerdeführerin sowie der DESG mit <a title="CAS-Urteil im Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">Schiedsentscheid vom 25. November 2009</a> ab und bestätigte die zweijährige Sperre der Athletin, mit der geringfügigen Änderung, dass die Sperre bereits ab dem 8. Februar 2009 gelte.</p>
<p><strong>C.</strong></p>
<p>Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 7. Dezember 2009, die mit Eingabe vom 11. Januar 2010 innert Frist ergänzt wurde, beantragt die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht, es sei der Schiedsspruch des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache sei zu neuer Beurteilung an das Schiedsgericht zurückzuweisen.</p>
<p>Sie stellt zudem die folgenden verfahrensleitenden Anträge:</p>
<ul>
<li><strong>A.</strong> Es sei die Vorinstanz zu verpflichten offenzulegen, inwiefern ihr Generalsekretär oder Dritte auf das Zustandekommen des angefochtenen Urteils eingewirkt haben. Insbesondere sei offenzulegen, wie das angefochtene Urteil nach dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Wiedereröffnung des Verfahrens verändert wurde und wie diese Änderungen zustande gekommen sind.</li>
<li><strong>B. </strong>Es sei der Beschwerdeführerin die Gelegenheit einzuräumen, zu allfälligen Eingaben und Beschwerdeantworten der Beschwerdegegnerinnen sowie zu einer allfälligen Vernehmlassung des Schiedsgerichts Stellung nehmen zu können. Sollte das Bundesgericht der Beschwerdeführerin von sich aus durch Fristansetzung kein Recht zur Stellungnahme einräumen, behält die Beschwerdeführerin sich vor, zu jeweiligen Eingaben der Beschwerdegegner jeweils innert 15 Tagen Stellung zu nehmen.</li>
<li><strong>C. </strong>Es seien die vollständigen Akten des Schiedsgerichts beizuziehen.</li>
<li><strong>D. </strong>Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.</li>
<li><strong>E.</strong> Die Beschwerdegegnerin 1 sei zu verpflichten, die vollständigen Resultate der am 10.-12. Dezember 2009 anlässlich der Weltcuprennen in Salt Lake City vorgenommenen Dopingtests sowie die Protokolle der verwendeten Messmaschinen herauszugeben.</li>
</ul>
<p>Im Weiteren beantragt sie die Gewährung der aufschiebenden Wir- kung sowie die Anordnung verschiedener superprovisorischer bzw. provisorischer Massnahmen.</p>
<p>Die Akten des Schiedsverfahrens wurden beigezogen. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Dringlichkeit im Hinblick auf die Olympischen Spiele wurden zur Beschwerdebegründung keine Vernehmlassungen eingeholt. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2009 nahm das Bundesgericht vom Verzicht der DESG Vermerk, sich aktiv am Verfahren zu beteiligen.</p>
<p><strong>D.</strong></p>
<p>Mit <a title="Verfügung vom 7. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/08/pechstein-lauft-wieder-in-salt-lake-city/" target="_self">Verfügung vom 7. Dezember 2009</a> ordnete das Bundesgericht an, dass die Beschwerdeführerin am 11.-13. Dezember 2009 an den in Salt Lake City stattfindenden 3&#8217;000 Meter Eisschnelllauf-Weltcuprennen teilnehmen dürfe. Mit <a title="Verfügung vom 10. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/10/fall-pechstein-und-noch-eine-eilverfugung-des-bundesgerichts/" target="_self">Verfügung vom 10. Dezember 2009</a> ergänzte es diese Anordnung dahingehend, dass die Beschwerdeführerin auch am Training teilnehmen dürfe, soweit dieses als Vorbereitung auf das 3&#8217;000 Meter Weltcuprennen diene.</p>
<p>Mit <a title="Verfügung vom 11. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/11/fall-pechstein-die-dritte-eilverfugung-des-bundesgerichts/" target="_self">Verfügung vom 11. Dezember 2009</a> wies das Bundesgericht das Gesuch der Beschwerdeführerin ab, es sei superprovisorisch anzuordnen, dass sie in Salt Lake City auch für das Training und den Wettkampf in der Disziplin 1&#8217;500 Meter zuzulassen sei, sofern sie sich über 3&#8217;000 Meter nicht unter die ersten acht Läuferinnen klassiere.</p>
<p>Am 22. Dezember 2009 wies das Bundesgericht das Gesuch um Erlass weiterer superprovisorischer Massnahmen ab. Ein weiterer verfahrensleitender Antrag bezüglich der beantragten vorsorglichen Massnahmen der Beschwerdeführerin wurde mit <a title="Verfügung vom 30. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/30/bundesgericht-lehnt-vierten-pechstein-antrag-ab/" target="_self">Verfügung vom 30. Dezember 2009</a> abgewiesen.</p>
<p>Mit <a title="Verfügung vom 26. Januar 2010" href="http://jensweinreich.de/2010/01/26/bundesgericht-lehnt-antrag-ab-pechstein-nicht-in-vancouver/" target="_self">Verfügung vom 26. Januar 2010</a> wies das Bundesgericht das Gesuch um aufschiebende Wirkung und die Gesuche vom 17. Dezember 2009 und 11. Januar 2010 um superprovisorische Anordnung vorsorglicher Massnahmen ab.</p>
<p>Erwägungen:</p>
<p><strong>1. </strong></p>
<p>Nach Art. 54 Abs. 1 BGG ergeht der Entscheid des Bundesgerichts in einer Amtssprache, in der Regel derjenigen des angefochtenen Entscheids. Wurde dieser Entscheid in einer anderen Sprache abgefasst, bedient sich das Bundesgericht der von den Parteien verwendeten Amtssprache. Der angefochtene Entscheid ist in englischer Sprache abgefasst. Da es sich dabei nicht um eine Amtssprache handelt und sich die Parteien vor Bundesgericht verschiedener Sprachen bedienen, ergeht der Entscheid des Bundesgerichts praxisgemäss in der Sprache der Beschwerde.</p>
<p><strong>2.</strong></p>
<p>Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG zulässig (Art. 77 Abs. 1 BGG).</p>
<p>2.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Die Beschwerdeführerin hatte im relevanten Zeitpunkt weder ihren Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz. Da die Parteien die Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben, gelangen diese zur Anwendung (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).</p>
<p>2.2 Zulässig sind allein die Rügen, die in Art. 190 Abs. 2 IPRG ab- schliessend aufgezählt sind (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187; 128 III 50 E. 1a S. 53; 127 III 279 E. 1a S. 282). Nach Art. 77 Abs. 3 BGG prüft das Bundesgericht nur die Rügen, die in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden sind; dies entspricht der in Art. 106 Abs. 2 BGG für die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht vorgesehenen Rügepflicht (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187 mit Hinweis). Bei Rügen nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG ist die Unvereinbarkeit des angefochtenen Schiedsentscheids mit dem Ordre public im Einzelnen aufzuzeigen (BGE 117 II 604 E. 3 S. 606). Appellatorische Kritik ist unzulässig (BGE 119 II 380 E. 3b S. 382).</p>
<p>2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den das Schiedsgericht festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung des Schiedsgerichts weder berichtigen noch ergänzen, selbst wenn diese offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit von Art. 105 Abs. 2 sowie Art. 97 BGG ausschliesst). Allerdings kann das Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen Schiedsentscheids überprüfen, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 133 III 139 E. S. 141; 129 III 727 E. 5.2.2 S. 733; je mit Hinweisen). Wer sich auf eine Ausnahme von der Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz beruft und den Sachverhalt gestützt darauf berichtigt oder ergänzt wissen will, hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im vorinstanzlichen Verfahren prozesskonform aufgestellt worden sind (vgl. BGE 115 II 484 E. 2a S. 486; 111 II 471 E. 1c S. 473; je mit Hinweisen).</p>
<p>2.4 Die Beschwerde verkennt diese Grundsätze streckenweise.</p>
<p>2.4.1 So verlangt sie eine Erweiterung der Kognition des Bundesgerichts und übersieht dabei, dass die eingeschränkte Prüfungsbefugnis nach Art. 77 Abs. 1 BGG in Verbindung mit Art. 190 Abs. 2 IPRG für sämtliche Verfahren der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit gilt, so auch im Bereich des Sports. Eine Ausweitung der Prüfungsbefugnis des Bundesgerichts, wie sie die Beschwerdeführerin unter Berufung auf die Rechtsweggarantie verlangt, ist nicht zu rechtfertigen.</p>
<p>Da mit einer Beschwerde gegen einen internationalen Schiedsentscheid nach Art. 190 Abs. 2 IPRG ausschliesslich die in dieser Bestimmung abschliessend aufgezählten Beschwerdegründe angerufen werden können, nicht jedoch direkt eine Verletzung der Bundesverfassung, der EMRK oder weiterer Staatsverträge (vgl. Urteile 4P.105/2006 vom 4. August 2006 E. 7.3; 4P.64/2001 vom 11. Juni 2001 E. 2d/aa, nicht publ. in BGE 127 III 429 ff.), ist auf die verschiedentlich gerügte Verletzung entsprechender Bestimmungen grundsätzlich nicht einzutreten. Zwar können die aus der BV bzw. der EMRK fliessenden Grundsätze gegebenenfalls bei der Konkretisierung der nach Art. 190 Abs. 2 IPRG anrufbaren Garantien herangezogen werden; angesichts der strengen Begründungsanforderungen (Art. 77 Abs. 3 BGG) ist jedoch in der Beschwerde eigens aufzuzeigen, inwiefern ein in der genannten Bestimmung vorgesehener Beschwerdegrund gegeben sein soll.</p>
<p>2.4.2 Die Beschwerdeführerin stellt ihren rechtlichen Vorbringen eine ausführliche eigene Sachverhaltsdarstellung voran, in der sie den Ablauf der Ereignisse sowie des Verfahrens aus ihrer Sicht darlegt. Sie weicht darin, wie auch in ihrer weiteren Beschwerdebegründung, in verschiedenen Punkten von den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ab oder erweitert diese, ohne substantiiert Ausnahmen von der Sachverhaltsbindung geltend zu machen. Ihre Vorbringen haben insoweit unbeachtet zu bleiben.</p>
<p>Unbeachtlich sind auch die verschiedenen neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel (Art. 99 Abs. 1 BGG). So trägt die Beschwerdeführerin etwa unter Beilage neuer Parteigutachten vor, es habe sich mittlerweile herausgestellt, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich unter einer <a title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Blutanomalie im Sinne einer Sphärozytose</a> leide. Zudem behauptet sie unter Hinweis auf zahlreiche nach Ergehen des angefochtenen Entscheids verfasste Dokumente, die Anti-Dopingexperten seien sich weltweit einig, dass sich die Blutwerte der Beschwerdeführerin durch keine bekannte Dopingmethode erklären liessen. Ausserdem reicht sie dem Bundesgericht diverse Unterlagen ein, die auf den angefochtenen Entscheid Bezug nehmen und die Schlüsse des Schiedsgerichts in verschiedener Hinsicht in Frage stellen, so unter anderem je ein Schreiben von Prof. Schrezenmeier vom 6. Dezember 2009 und Prof. Dr. Christoph Dame vom 7. Januar 2010 sowie zwei E- Mails vom Dr. Sottas vom 6. sowie 7. Januar 2010.</p>
<p>2.4.3 Bei den von der Beschwerdeführerin erwähnten Resultaten der vom 10.-12. Dezember 2009 anlässlich der Weltcuprennen in Salt Lake City vorgenommenen Dopingtests sowie den Protokollen der dabei verwendeten Messmaschinen handelt es sich um Noven, die im vorliegenden Beschwerdeverfahren unbeachtlich sind (Art. 99 Abs. 1 BGG). Der entsprechende verfahrensleitende Antrag auf Herausgabe dieser Dokumente ist bereits aus diesem Grund abzuweisen.</p>
<p><strong>3.</strong></p>
<p>Die Beschwerdeführerin macht unter Berufung auf Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG eine fehlende Unabhängigkeit und Unbefangenheit des Schiedsgerichts geltend.</p>
<p>3.1 Die Beschwerdeführerin stellt zunächst die Unabhängigkeit des TAS als solches in Frage.</p>
<p>3.1.1 Sie begründet dies damit, dass es im vorliegenden Fall nur in zweiter Linie um das Interesse der Beschwerdegegnerin gehe, sondern primär um das Interesse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sowie der internationalen Sportverbände im Allgemeinen, die durch die Dopingproblematik den ökonomischen Wert der Olympischen Spiele und ihrer Sportanlässe gefährdet sähen. Die Sponsoren und die Öffentlichkeit im Allgemeinen seien an fairen sportlichen Wettkämpfen interessiert, weshalb dieses Image um jeden Preis bewahrt werden müsse. Das IOC und die internationalen Sportverbände hätten zu beweisen, dass sie sich ohne Einschränkung voll und ganz dem Kampf gegen Doping verschrieben und sich für einen gesunden Sport einsetzten.</p>
<p>Aus diesem Grund sei es zu Prozessbeginn für das IOC und die internationalen Sportverbände von äusserst grosser Bedeutung gewesen, dass der indirekte Beweis funktioniere, der durch den WADA-Blutpass eingeführt werden sollte und sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Endphase seiner Entwicklung befunden habe, zumal dieses Nachweisverfahren bedeutend billiger sei als die Urintests, die den Gebrauch unerlaubter Substanzen direkt bewiesen. Es habe daher, so die Beschwerdeführerin weiter, zu einer Verurteilung kommen müssen, koste es was es wolle; nichts sei besser gewesen, als ein Exempel an einer möglichst bekannten Sportlerin zu statuieren. So habe Jacques Rogge, der IOC-Präsident, vor dem Prozess erklärt, es handle sich beim Fall Pechstein um einen &#8220;Lackmus-Test, ob das Langzeit-Profil von der internationalen wissenschaftlichen Gemeinde bestätigt wird&#8221;. Nach dem Urteil habe sich der Vizepräsident des IOC geradezu euphorisch über das angefochtene Schiedsgerichtsurteil geäussert und erklärt, &#8220;[d]er Entscheid des TAS zeigt, dass das Sportrecht mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Doping bei Athleten eröffnet, als es staatliches Recht jemals könnte&#8221;.</p>
<p>3.1.2 Liegen bei einem Schiedsgericht Mängel in Bezug auf die Unabhängigkeit oder Unparteilichkeit vor, handelt es sich um einen Fall vorschriftswidriger Zusammensetzung im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben ist ein solcher Einwand im Schiedsverfahren sofort geltend zu machen, ansonsten der Anspruch auf Anrufung des Beschwerdegrunds verwirkt (BGE 129 III 445 E. 3.1 S. 449 mit Hinweisen).</p>
<p>Die Beschwerdeführerin hat das TAS selbst angerufen und die &#8220;Order of Procedure&#8221; vom 29. September 2009 unterzeichnet, ohne Einwände hinsichtlich der Unabhängigkeit bzw. Unparteilichkeit vorzubringen. Unter diesen Umständen ist es mit dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht zu vereinbaren, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor Bundesgericht erstmals die Frage der Unabhängigkeit des angerufenen Schiedsgerichts aufzuwerfen. Auf die von der Beschwerdeführerin erhobene Rüge der fehlenden Unabhängigkeit des Schiedsgerichts ist daher nicht einzutreten.</p>
<p>3.1.3 Im Übrigen ist das TAS entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin als echtes Schiedsgericht anzusehen. Nach der Rechtspre- chung des Bundesgerichts ist das TAS zudem vom IOC genügend unabhängig, weshalb seine Entscheide auch in Angelegenheiten, welche die Interessen des IOC berühren, als Urteile betrachtet werden können, die mit solchen eines staatlichen Gerichts vergleichbar sind (BGE 129 III 445 E. 3 S. 448 ff. mit Hinweisen).</p>
<p>Abgesehen davon, dass sich die Behauptungen der Beschwerdeführerin in tatsächlicher Hinsicht nicht auf die Sachverhaltsfeststellungen des angefochtenen Entscheids stützten lassen (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG), wären ihre allgemein gehaltenen Ausführungen nicht geeignet, berechtigte Zweifel an der Unabhängigkeit des TAS zu begründen. Die Rüge der fehlenden Unabhängigkeit des TAS wäre daher ohnehin unbegründet.</p>
<p>3.2 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, der Präsident des Schiedsgerichts, Massimo Coccia, sei befangen gewesen. Er habe einem ihrer heutigen Rechtsvertreter gegenüber im Oktober 2007 erklärt, dass er eine &#8220;harte Linie in Dopingfragen&#8221; habe, als dieser ihn in einem anderen Verfahren als Schiedsrichter für einen von ihm vertretenen Sportler habe gewinnen wollen. Mit der Ernennung Coccias durch Gunnar Werner, einem ehemaligen Mitglied eines Nationalen Olympischen Komitees und Präsidenten eines internationalen Sportverbands sowie Mitglied der IOC-Kommission für Sport und Recht, sei das Urteil damit faktisch gesprochen worden.</p>
<p>Die Rüge geht fehl. Der Vorwurf an den Präsidenten des Schiedsgerichts, er habe in anderem Zusammenhang erklärt, in Dopingfragen eine &#8220;harte Linie&#8221; zu vertreten, ist zu vage und allgemein, um berechtigte Zweifel an der Unabhängigkeit von Massimo Coccia zu erwecken, zumal kein unmittelbarer Bezug zum vorliegenden Verfahren erkennbar ist (vgl. BGE 133 I 89 E. 33 S. 92; 105 Ia 157 E. 6a S. 163).</p>
<p>Die Rüge der Beschwerdeführerin, der Präsident des Schiedsgerichts sei befangen gewesen bzw. das IOC habe in unzulässiger Weise auf die Zusammensetzung Einfluss genommen, stossen ins Leere.</p>
<p>3.3 Der weiter erhobene Vorwurf der Beschwerdeführerin, das IOC und die internationalen Sportverbände hätten durch den Generalsekretär des TAS die Entscheidfindung beeinflussen können, indem dieser den angefochtenen Schiedsentscheid möglicherweise nachträglich &#8220;korrigiert&#8221; habe, ist spekulativ und lässt sich nicht auf konkrete Tatsachen stützen. So führt die Beschwerdeführerin selbst aus, sie wisse nicht, ob der Generalsekretär von der Möglichkeit einer &#8220;Korrektur&#8221; des Schiedsspruchs Gebrauch gemacht habe. Sie zeigt zudem keinen Rügegrund nach Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG auf, wenn sie vorträgt, Artikel R59 des TAS-Code sehe vor, dass der Schiedsspruch vor der Unterzeichnung dem Generalsekretär des TAS zu übermitteln sei, und dieser &#8220;Korrekturen der blossen Form&#8221; anbringen und &#8220;ebenso die Aufmerksamkeit des Schiedsgerichts auf grundlegenden Punkte lenken&#8221; dürfe. Entgegen der in der Beschwerde geäusserten Ansicht wird mit diesem Vorgehen nicht in Frage gestellt, dass die Entscheidung allein beim Schiedsgericht liegt. Eine unzulässige Einflussnahme auf das Schiedsgericht, die dessen Unabhängigkeit in Frage stellen würde, ergibt sich daraus nicht.</p>
<p>Der Vorwurf der fehlenden Unabhängigkeit bzw. der vorschriftswidrigen Zusammensetzung des Schiedsgerichts (Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG) ist unbegründet und die in diesem Zusammenhang gestellten verfahrensleitenden Anträge sind abzuweisen.</p>
<p><strong>4.</strong></p>
<p>Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine Verletzung des Anspruchs auf ein öffentliches Verfahren.</p>
<p>4.1 Sie beruft sich dabei zu Unrecht auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 30 Abs. 3 BV sowie Art. 14 Ziff. 1 UNO Pakt II, da diese nach zutreffendem Verständnis der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auf Verfahren der freiwilligen Schiedsgerichtsbarkeit nicht anwendbar sind (vgl. Urteile 4P.105/2006 vom 4. August 2006 E. 7.3; 4P.64/2001 vom 11. Juni 2001 E. 2d/aa, nicht publ. in BGE 127 III 429 ff.). Aus den genannten Bestimmungen lässt sich demnach kein Anspruch auf eine öffentliche Parteiverhandlung im Rahmen des Schiedsverfahrens ableiten.</p>
<p>Indem die Vorinstanz in Anwendung von Artikel R57 TAS-Code, der eine öffentliche Verhandlung nur bei Zustimmung der Parteien vorsieht, den Antrag der Beschwerdeführerin auf Zulassung ihres Managers Ralf Grengel zum Hearing abwies, missachtete sie keinen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung. Inwiefern der ebenfalls ins Feld geführte Gehörsanspruch (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) sowie der Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG) eine öffentliche Verhandlung in internationalen Schiedsverfahren gebieten soll, die regelmässig nichtöffentlich sind, legt die Beschwerdeführerin nicht dar.</p>
<p>Unabhängig von der Frage eines entsprechenden Rechtsanspruchs wäre es angesichts der überragenden Bedeutung des TAS im Bereich des Sports im Hinblick auf das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Fairness der Entscheidfindung immerhin wünschenswert, wenn auf Antrag des betroffenen Sportlers eine öffentliche Verhandlung durchgeführt würde.</p>
<p>4.2 Im Gegensatz zum Verfahren vor dem TAS, das eine freie Prüfung von Tat- und Rechtsfragen vornimmt, ist die Prüfungsbefugnis im Rahmen der Schiedsbeschwerde vor Bundesgericht erheblich eingeschränkt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Entscheid aufgrund der Akten spruchreif; die Anordnung einer öffentlichen mündlichen Parteiverhandlung (Art. 57 BGG), wie von der Beschwerdeführerin beantragt, ist nicht angezeigt.</p>
<p>Eine zwingende öffentliche Parteiverhandlung vor Bundesgericht, wie sie – bei Klagen gemäss Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG oder wenn das Bundesgericht gestützt auf selbst erhobene Sachverhaltsfeststellungen (Art. 55 BGG) einen reformatorischen Entscheid fällen will (vgl. Art. 107 Abs. 2 BGG) – ausnahmsweise durch übergeordnetes Recht geboten sein kann (vgl. HEIMGARTNER/WIPRÄCHTIGER, in: Basler Kommen- tar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 9 ff. zu Art. 57 BGG; JEAN-MAURICE FRÉSARD, in: Commentaire de la LTF, 2009, N. 8 f. zu Art. 57 BGG), fällt im Rahmen des Schiedsbeschwerdeverfahrens nach Art. 77 BGG ausser Betracht.</p>
<p>Der Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung vor Bundesgericht ist abzuweisen.</p>
<p><strong>5.</strong></p>
<p>Die Beschwerdeführerin wirft dem TAS in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) vor.</p>
<p>5.1</p>
<p>5.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe ihr erst am 28. Juli 2009 – nach dem Urteil der Disziplinarkammer und kurz vor Ablauf der am 3. August 2009 endenden Frist zur Begründung der Berufung an das TAS – die vollständigen Resultate der Bluttests vom 6. und 7. Februar 2009 offengelegt. Diese Offenlegung sei notwendig geworden, weil aufgrund der Aussagen der Sachverständigen deutlich geworden sei, dass sich die Retikulozyten als einzelner Wert zum Nachweis von Blutdoping nicht eigneten. Der Beschwerdeführerin sei daher empfohlen worden, möglichst viele zusätzliche Blutwerte zu ermitteln, um eine verlässliche wissenschaftliche Aussage machen zu können.</p>
<p>5.1.2 Die erwähnten Vorbringen lassen keine hinreichende Gehörsrüge erkennen. Die Beschwerdeführerin zeigt weder mit Aktenhinweisen auf, dass sie die späte Offenlegung im Schiedsverfahren gerügt hätte noch wird aus ihren Vorbringen klar, was sie der Vorinstanz in verfahrensrechtlicher Hinsicht vorwirft.</p>
<p>Soweit sie sich in der weiteren Beschwerdebegründung darauf beruft, es sei ihr nicht ausreichend Zeit zur Vorbereitung gegeben worden, so stösst die Gehörsrüge jedenfalls ins Leere. Wie die Vorinstanz in ihrer verfahrensrechtlichen Anordnung vom 21. Oktober 2009 festhält, hat die Beschwerdeführerin, nachdem sie am 21. Juli 2009 die Berufung erklärt hatte, nicht um eine Verlängerung der Frist zur Begründung der Berufung ersucht, wie dies nach Artikel R32 TAS-Code möglich gewesen wäre. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) kann schon aus diesem Grund keine Rede sein.</p>
<p>5.2 Aus dem gleichen Grund stösst auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin ins Leere, wegen der Ferienzeit hätten die Analysen der vollständigen Bluttests, die von Experten hätten vorgenommen werden müssen, erst nach Ablauf der Berufungsbegründungsfrist an das TAS (3. August 2009) erbracht werden können.</p>
<p>Zudem können die Parteien im Schiedsverfahren, wie auch im Zivilprozess, nicht jederzeit und unbeschränkt neue Behauptungen und Beweismittel vorbringen. Dies stellt keine Gehörsverletzung dar, sondern entspricht allgemein anerkannten verfahrensrechtlichen Grundsätzen. Entsprechend hat das Schiedsgericht mit Schreiben vom 23. September 2009 festgehalten, dass es in Anwendung von Artikel R56 TAS- Code keinen weiteren Schriftenwechsel zulasse. Es hat der Beschwerdeführerin jedoch ausnahmsweise die Möglichkeit eingeräumt, bis spätestens acht Tage vor dem Hearing neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person sowie entsprechende Bemerkungen dazu einzureichen. Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 14. Oktober 2009, der unter anderem verschiedene neue Gutachten beigefügt waren, wies das Schiedsgericht mit Schreiben vom 19. Oktober 2009 grösstenteils aus dem Recht, da es sich bei der Mehrheit der eingereichten Dokumente nicht um neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an der Person der Beschwerdeführerin handelte und diese daher der schiedsgerichtlichen Anordnung vom 23. September 2009 widersprachen.</p>
<p>Die Beschwerdeführerin zeigt vor diesem Hintergrund keine Gehörsverletzung auf, wenn sie lediglich vorbringt, aus den eingereichten Sachverständigenmeinungen von Prof. Damsgaard sowie Dr. Faber gehe klar hervor, dass sie sehr wahrscheinlich nicht zu unerlaubten Mitteln gegriffen habe und ihre Blutwerte durch eine Blutanomalie zu erklären seien, und sie gestützt darauf ohne weitere Begründung behauptet, die Gutachten seien vom Schiedsgericht zu Unrecht zurückgewiesen worden. Mit der Behauptung, die eingereichten Gutachten beruhten auf neuen Fakten, die ihr vorher nicht bekannt gewesen seien, legt sie nicht dar, inwiefern sie die erwähnten Gutachten prozesskonform vorgebracht hätte. Insbesondere zeigt sie nicht mit Aktenhinweisen auf, inwiefern es sich bei den zurückgewiesenen Gutachten um neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person (&#8220;new evidence deriving from medical investigations performed on her&#8221;) gehandelt hätte. Damit verfehlt sie die Begründungsanforderungen an eine hinreichende Gehörsrüge.</p>
<p>Entsprechendes gilt für die Rüge, die Vorinstanz habe das von der DESG eingereichte Gutachten von Prof. Schmidt zu Unrecht unberücksichtigt gelassen. Im Übrigen stösst sie damit ohnehin ins Leere, zumal sie mit diesen Vorbringen keine Verletzung ihres eigenen Gehörsanspruchs geltend macht, sondern eine Missachtung der Verfahrensrechte der DESG rügt, die gegen den Schiedsentscheid keine Beschwerde erhoben hat.</p>
<p>5.3 Nicht weiter begründet wird das Vorbringen der Beschwerdeführerin, durch die Verfügung des TAS vom 19. Oktober 2009 sei ihr die Möglichkeit genommen worden, auf den neuen Sachvortrag der Beschwerdegegnerin zu erwidern. Ebenso wenig zeigt die Beschwerdeführerin konkret auf, welche ihrer Kommentierungen vom Schiedsgericht missachtet worden wären, was es ihm verunmöglicht habe, die Tragweite der zugelassenen Gutachten zu erkennen.</p>
<p>Im Übrigen fand am 22./23. Oktober 2009 in Lausanne ein Hearing statt, an dem sich die Beschwerdeführerin ausführlich äussern konnte. In der schiedsgerichtlichen Verfügung vom 19. Oktober 2009 war die Beschwerdeführerin zudem eigens darauf hingewiesen worden, dass sie sich anlässlich des Hearings eingehend werde zur Frage der medizinischen Beweise äussern können.</p>
<p>Der in der Beschwerdeschrift erhobene Vorwurf, es sei ihr nicht ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung gegeben worden, ist auch unter diesem Gesichtspunkt ungerechtfertigt. Zudem stellt der Umstand, dass nach Artikel R56 des TAS-Code grundsätzlich nur ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt wird, bevor nach Artikel R57 das Hearing stattfindet, anlässlich dessen sich die Parteien mündlich äussern können, entgegen der in der Beschwerde geäusserten Ansicht keine Gehörsverletzung dar. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht mit Aktenhinweisen auf, inwiefern ihr das Schiedsgericht anlässlich des Hearings verwehrt hätte, sich in bestimmter Hinsicht zu äussern bzw. zu den Vorbringen der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen. Stattdessen bringt sie lediglich vor, es sei ihr die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme genommen worden. Eine Missachtung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Parteien oder des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) ist damit ebenso wenig dargetan wie mit der Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe die Details zu den Blutproben und zur Kalibrierung der Analysegeräte erst vor dem TAS vorgetragen. Auch lässt sich eine Verletzung des Gehörsanspruchs nicht damit begründen, dass eine von der Gegenseite angebotene Zeugin nicht vor Gericht erschienen sei.</p>
<p>Schliesslich legt die Beschwerdeführerin nicht hinreichend dar, inwiefern sich aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs ein Anspruch ergeben soll, nach den letzten Parteivorträgen und der Schlusserklärung der Beschwerdeführerin, mithin einen Monat nach Beendigung der Hauptverhandlung, aufgrund eines angeblichen Meinungsumschwungs eines Sachverständigen, diesen im Rahmen eines Kreuzverhörs zu befragen. Im Übrigen hatte sich im Schiedsverfahren nicht die Beschwerdeführerin, sondern die Beschwerdegegnerin auf Dr. Sottas berufen. Der Umstand, dass Dr. Sottas von der Beschwerdegegnerin nicht für das Hearing aufgeboten wurde, verletzt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ihren Gehörsanspruch nicht. Stellte das Schiedsgericht unter diesen Umständen nicht auf die schriftliche Stellungnahme von Dr. Sottas ab, leuchtet nicht ein, inwiefern die Ablehnung des Antrags auf Wiedereröffnung des Verfahrens, die mit einem Meinungsumschwung von Dr. Sottas gegenüber seiner schriftlichen Aussage begründet wurde, eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung im Sinne einer Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des verfahrensrechtlichen Ordre public darstellen soll.</p>
<p><strong>6.</strong></p>
<p>Die Beschwerdeführerin rügt verschiedentlich eine Verletzung des Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG).</p>
<p>6.1 Die materiellrechtliche Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids durch das Bundesgericht ist auf die Frage beschränkt, ob der Schiedsspruch mit dem Ordre public vereinbar ist (BGE 121 III 331 E. 3a S. 333). Gegen den Ordre public verstösst die materielle Beurteilung eines streitigen Anspruchs nur, wenn sie fundamentale Rechtsgrundsätze verkennt und daher mit der wesentlichen, weitgehend anerkannten Wertordnung schlechthin unvereinbar ist, die nach in der Schweiz herrschender Auffassung Grundlage jeder Rechtsordnung bilden sollte. Zu diesen Prinzipien gehören die Vertragstreue (pacta sunt servanda), das Rechtsmissbrauchsverbot, der Grundsatz von Treu und Glauben, das Verbot der entschädigungslosen Enteignung, das Diskriminierungsverbot und der Schutz von Handlungsunfähigen. Zur Aufhebung des angefochtenen Schiedsentscheids kommt es nur, wenn dieser nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis dem Ordre public widerspricht (BGE 132 III 389 E. 2.2 S. 392 ff.; 128 III 191 E. 6b S. 198; 120 II 155 E. 6a S. 166 f.).</p>
<p>6.2 Die Beschwerdeführerin verkennt bei einer Grosszahl ihrer Vorbringen sowohl den Begriff des Ordre public als auch die für entsprechende Rügen geltenden strengen Begründungsanforderungen (vgl. BGE 117 II 604 E. 3 S. 606). Über weite Strecken erschöpfen sich ihre Ausführungen in appellatorischer Kritik, was im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht zulässig ist (BGE 119 II 380 E. 3b S. 382).</p>
<p>6.2.1 So behauptet sie zunächst unter Hinweis auf zwei Gutachten von Dr. Sottas vom 19. Mai 2009 und 28. August 2009 sowie den Entscheid der Disziplinarkommission der Beschwerdegegnerin vom 1. Juli 2009, das Schiedsgericht habe den Einfluss der Expertenmeinung von Dr. Sottas &#8220;aktenwidrig verschleiert&#8221;, indem es &#8220;in letzter Minute aufgrund der Meinungsänderung von Dr. Sottas einfach dessen Namen aus dem Urteil gelöscht&#8221; habe. Abgesehen davon, dass diese Vorbringen spekulativ sind und durch die angeführten Beilagen nicht belegt werden, wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz eine Missachtung der Begrün- dungspflicht sowie Aktenwidrigkeit vor, womit sie weder eine Ordre public-Widrigkeit noch einen anderen in Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Beschwerdegrund aufzeigt (vgl. BGE 134 III 186 E. 6.1 S. 187; 127 III 576 E. 2b S. 577 f.; je mit Hinweisen).</p>
<p>6.2.2 Entsprechendes gilt für das Vorbringen, es liege ein &#8220;unauflöslicher innerer Widerspruch in der Begründung&#8221; vor. Zwar hatte das Bundesgericht in einzelnen älteren Entscheiden ein Urteil, das unter einem inneren Widerspruch leidet, als Ordre public-widrig erachtet und dies damit begründet, dass Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG auch bezwecke, eine gewisse Mindestqualität der schweizerischen internationalen Schiedsentscheide zu gewährleisten (Urteile 4P.198/1998 vom 17. Februar 1999 E. 4a; 4P.99/2000 vom 10. November 2000 E. 3b/aa; vgl. auch Urteil 4P.115/1994 vom 30. Dezember 1994 E. 2b). In der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, so insbesondere im letzten Grundsatzentscheid zum Begriff des Ordre public (BGE 132 III 389 E. 2.2.1 S. 392), wird der innere Widerspruch eines Schiedsspruchs im Zusammenhang mit der Auslegung des Begriffs des Ordre public hingegen nicht mehr erwähnt. In einem weiteren in der Amtlichen Sammlung veröffentlichten Entscheid erwog das Bundesgericht zudem, dass ein innerer Widerspruch im Dispositiv des Schiedsspruchs nicht als Verletzung des materiellen Ordre public gerügt werden könne (BGE 128 III 191 E. 6b S. 198), was sich mit den erwähnten unveröffentlichten Entscheiden kaum vereinbaren lässt (in diese Richtung auch BERNARD DUTOIT, Droit international privé suisse, Commentaire de la loi fédérale du 18 décembre 1987, 4. Aufl. 2005, N. 8 zu Art. 190 IPRG S. 678). Es erscheint auch unter dem Gesichtspunkt der Qualität internationaler Schiedsurteile nicht gerechtfertigt, einen an einem inneren Widerspruch leidenden Entscheid anders zu behandeln als solche, die auf unhaltbaren Sachverhaltsfeststellungen oder einer willkürlichen Rechtsanwendung beruhen, die ebenfalls nicht unter Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG fallen. Ein innerer Widerspruch in der Begründung eines Entscheids stellt demnach keine Verletzung des Ordre public dar (Urteil 4A_464/2009 vom 15. Februar 2010 E. 5.1).</p>
<p>6.2.3 Auch mit dem Vorwurf an die Beschwerdegegnerin, sie habe im Wissen darum, dass Dr. Sottas seine persönliche Meinung geändert habe, ihn wider Erwarten nicht an das Hearing vor dem TAS aufgeboten, zeigt die Beschwerdeführerin keine Ordre public-Widrigkeit auf. Abgesehen davon, dass sich ihre Vorbringen nicht auf die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid (Art. 105 Abs. 1 BGG) stützen lassen, ist es nicht am Bundesgericht, den an die Gegenseite gerichteten Vorwurf der arglistigen Vermögensschädigung im Sinne von Art. 151 StGB im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu prüfen.</p>
<p>6.3 6.3.1 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts reicht eine offensichtlich falsche oder aktenwidrige Feststellung für sich allein nicht aus, um einen internationalen Schiedsentscheid aufzuheben. Der Anspruch auf rechtliches Gehör enthält keinen Anspruch auf einen materiell richtigen Entscheid (BGE 127 III 576 E. 2b S. 577 f.). Zudem vermag die Verletzung von durch die Parteien formulierten Verfahrensregeln oder einer schiedsgerichtlichen Verfahrensordnung keinen Verstoss gegen den verfahrensrechtlichen Ordre public zu begründen (BGE 117 II 346 E. 1a S. 347). Der Begriff des Ordre public nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG stimmt nicht mit demjenigen der Willkür überein, sondern ist enger als dieser (BGE 132 III 389 E. 2.2.2 S. 393 mit Hinweisen). Der Vorwurf an das Schiedsgericht, der angefochtene Entscheid beruhe auf einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung reicht zur Begründung eine Rüge nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG daher nicht aus (BGE 117 II 604 E. 3 S. 606).</p>
<p>6.3.2 Unter diesen Voraussetzungen versucht die Beschwerdeführerin vergeblich, unter Bezugnahme auf den WADA-Code, die Anti-Doping Regeln der Beschwerdegegnerin sowie zivilprozessuale und medizinische Argumente, den Ausgang des Beweisverfahrens in Frage zu stellen. Die Ansicht des Schiedsgerichts, dass die Beschwerdegegnerin einen Dopingverstoss &#8220;to the comfortable satisfaction of the hearing panel&#8221; nachzuweisen habe, verstösst nicht gegen den Ordre public, sondern bezieht sich auf die Beweislastverteilung sowie das Beweismass, die sich im Anwendungsbereich des Privatrechts – auch wenn Disziplinarmassnahmen privater Sportorganisationen zu beurteilen sind – nicht unter dem Blickwinkel strafrechtlicher Begriffe wie der Unschuldsvermutung bzw. des Grundsatzes &#8220;in dubio pro reo&#8221; und nach den aus der EMRK fliessenden Garantien bestimmen lassen. Auch mit dem Einwand, das dem Schiedsentscheid zugrunde gelegte Beweismass führe im Rahmen der indirekten Beweisführung zu einer Missachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips, zeigt die Beschwerdeführerin keine Ordre public-Widrigkeit auf. Sie übt mit ihren Vorbringen zum Beweismass und zur angeblichen Umkehr der Beweislast vielmehr appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, was im Beschwerdeverfahren nicht zulässig ist.</p>
<p>6.3.3 Das Schiedsgericht hat es aufgrund des durchgeführten Beweisverfahrens und nach Anhörung zahlreicher Experten für erwiesen erachtet, dass die abnormalen Blutwerte der Beschwerdeführerin vom 6. und 7. Februar 2009 sowie der am 18. Februar 2009 festgestellte starke Rückgang des Retikulozytenwerts nicht durch eine angeborene oder erworbene Anomalie erklärt werden können, sondern auf eine Blutmanipulation zurückzuführen sei.</p>
<p>In ihrer weiteren Beschwerdebegründung wirft die Beschwerdeführerin dem Schiedsgericht in weitschweifigen Ausführungen vor, es habe seinen Entscheid entgegen der einhelligen Meinung der Experten gefällt und die Blutwerte könnten weder durch die vom TAS herangezogene noch eine andere bekannte Dopingmethode erklärt werden. Soweit die Vorbringen angesichts der zahlreichen neu eingereichten Beweismittel überhaupt zu beachten sind (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG), stellen sie lediglich das schiedsgerichtliche Beweisergebnis in Frage und erschöp- fen sich in appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid. Darauf ist nicht einzutreten.</p>
<p>Entsprechendes gilt für die Ausführungen, wonach die verwendeten Testverfahren wissenschaftlich ungenügend gewesen seien, soweit damit nicht verschiedene Rügen wiederholt werden, die sich bereits als unbegründet erwiesen haben. Die Beschwerdeführerin führt zudem unter anderem in pauschaler Weise die Wirtschaftsfreiheit nach Art. 94 BV, das Recht auf Arbeit nach Art. 6 f. UNO Pakt I, ihre Persönlichkeitsrechte, den Anspruch auf ein faires Verfahren sowie die WADA &#8220;Athlete Biological Passport Operating Guidelines&#8221; ins Feld, die auch nach ihrer Darstellung erst am 1. Dezember 2009 in Kraft traten. Damit zeigt sie keinen in Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Rügegrund auf, sondern kritisiert wiederum in unzulässiger Weise das Beweisergebnis der Vorinstanz. Es verstösst entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch weder gegen den Ordre public noch den Gleichbehandlungsgrundsatz, wenn ihre Testresultate nach den im damaligen Zeitpunkt geltenden Richtlinien erhoben wurden, und nicht in Anwendung solcher, die erst nach dem Schiedsurteil – wenn auch nur kurz danach – in Kraft gesetzt wurden. Im Übrigen kann von einer Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) keine Rede sein, wenn das Schiedsgericht die erwähnten WADA-Richtlinien vor Inkraftsetzung derselben für nicht anwendbar erachtete, sie jedoch an zwei Stellen dennoch erwähnte, sei es zu Vergleichszwecken oder um auf ein entsprechendes Argument der Beschwerdeführerin einzugehen.</p>
<p>Ihre Ausführungen unter den Titeln &#8220;Ordre public Verletzung durch Miss- achtung der Sicherheitsmechanismen bei indirekter Beweisführung&#8221; sowie &#8220;Das Verfahren der Beschwerdegegnerin 1 zur Erstellung des biologischen Blutpasses verstösst gegen das Legalitäts- und Verhältnismässigkeitsprinzip&#8221; lassen keine Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids, geschweige denn eine hinreichend begründete Rüge nach Art. 190 Abs. 2 IPRG erkennen. Sie haben daher unbeachtet zu bleiben.</p>
<p>Die Beschwerdeführerin macht sodann keine Ordre public-Widrigkeit geltend, wenn sie das Datenmanagement der Beschwerdegegnerin sowie die Testresultate als fehlerhaft bezeichnet, die Verlässlichkeit der Datenbank anzweifelt oder eine Missachtung der Richtlinien der Beschwerdegegnerin hinsichtlich Bluttests behauptet. Die übrigen Rügen werden, soweit sie sich nicht ohnehin bereits als unbegründet erwiesen haben, lediglich pauschal erhoben, und verfehlen die gesetzlichen Begründungsanforderungen (vgl. Art. 77 Abs. 3 BGG). Fehl gehen im Weiteren die Rügen, das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie die &#8220;lex mitior&#8221;-Regel seien verletzt worden. Damit lässt sich keine Ordre public-Widrigkeit begründen.</p>
<p>6.4 Die Beschwerdeführerin rügt im Zusammenhang mit dem Gutachten von Prof. Schrezenmeier zu Unrecht eine Verletzung des Ordre public sowie des rechtlichen Gehörs.</p>
<p>Sie bringt zur Begründung ihrer Rüge zunächst vor, dass die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz, wonach Prof. Schrezenmeier zum definitiven Schluss gekommen sei, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familienmitglieder nicht an hereditärer Sphärozytose litten, falsch und aktenwidrig sei. Sie legt sodann dar, dass das Schiedsgericht den medizinischen Bericht aktenwidrig als &#8220;final report&#8221; bezeichnet habe, wohingegen im Bericht auf Seite 3 von einer &#8220;vorläufigen Beurteilung&#8221; die Rede sei. Der medizinische Bericht werde zudem in verschiedener Hinsicht unzutreffend wiedergegeben und es würden falsche Schlussfolgerungen daraus gezogen.</p>
<p>Mit diesen Vorbringen zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern ihr das behauptete richterliche Versehen verunmöglichte, ihren Standpunkt in Bezug auf ein prozessrelevantes Thema in den Prozess einzubringen und zu beweisen (BGE 133 III 235 E. 5.2 S. 248 f.; 127 III 576 E. 2b-f S. 577 ff.). Sie behauptet zwar, das Schiedsgericht habe die weiterführenden Gutachten Heimpel und Röcker nicht gewürdigt, legt jedoch nicht dar, inwiefern dies durch das angebliche Versehen bedingt sein soll. Sie beruft sich in anderem Zusammenhang vielmehr darauf, das Schiedsgericht habe ihre Eingabe vom 14. Oktober 2009, der die erwähnten Gutachten beigelegt waren, zu Unrecht aus prozessualen Gründen zurückgewiesen und damit ihre Bemerkungen übergangen. Die in der Beschwerde erwähnten Gutachten mit den Folgeuntersuchungen von Prof. Röcker vom 10. Oktober 2009 sowie von Prof. Heimpel vom 7. Oktober 2009 wurden vom Schiedsgericht als Exhibit 37 und 39 zu den Akten genommen; auf Antrag der Beschwerdeführerin nahm Prof. Röcker zudem am Hearing teil.</p>
<p>Eine Gehörsverletzung infolge der angeblichen Aktenwidrigkeiten ist nicht dargetan. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich vielmehr darauf, auszuführen, inwiefern das behauptete Versehen zu einer fehlerhaften Beweiswürdigung führte. Darin liegt jedoch, wie auch in einer willkürlichen Beweiswürdigung, keine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs (BGE 127 III 576 E. 2f S. 580; vgl. auch Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit von Art. 105 Abs. 2 sowie Art. 97 BGG aus- schliesst).</p>
<p>Der weiter erhobene Vorwurf, das Schiedsgericht habe seine Begründungspflicht verletzt, stösst ins Leere, zumal sich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG kein Anspruch auf Begründung ableiten lässt (BGE 128 III 234 E. 4b S. 343; 116 II 373 E. 7b S. 374 f.).</p>
<p>6.5 Letzteres gilt auch für die entsprechende Rüge unter dem Titel &#8220;Ordre public Verletzung durch entscheidrelevantes Abstellen auf die Meinung eines Tierarztes in einer humanmedizinischen Frage&#8221;. Die Beschwerdeführerin kritisiert darin, ausgehend vom Umstand, dass der am Hearing teilnehmende Prof. Gassmann nur über eine Ausbildung als Tierarzt verfüge, die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz und legt ihre eigene Sicht der Dinge dar. Abgesehen davon, dass sie nicht aufzeigt, entsprechende Einwände bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhoben zu haben, sind ihre Vorbringen appellatorisch und vermögen weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch des formellen Ordre public aufzuzeigen.</p>
<p>Der Vorwurf, es werde durch den Umstand, dass ihre Blutwerte einem Tierarzt zur Prüfung unterbreitet worden seien, der Grundsatz der Menschenwürde gemäss Art. 7 BV verletzt, geht im Übrigen fehl. Von einer medizinischen Behandlung kann entgegen dem, was die Beschwerdeführerin geltend zu machen scheint, keine Rede sein. Dass der Grundsatz der Menschenwürde es einem an der Universität tätigen Wissenschaftler, der unter anderem über eine tierärztliche Ausbildung verfügt, verbieten soll, als Experte im Rahmen eines Dopingverfahrens teilzunehmen, ist nicht dargetan.</p>
<p>6.6 Der weiteren Beschwerdebegründung unter den Titeln &#8220;Ordre public widrige Erstellung des persönlichen Blutprofils der Beschwerdeführerin durch das TAS&#8221;, &#8220;Ordre public widrige Verwendung erwiesenermassen falscher Messungen&#8221; sowie &#8220;Verletzung des Ordre public durch fehlerhafte bestimmte Grenzwerte&#8221; lassen sich keine rechtsgenügend begründeten Rügen nach Art. 190 Abs. 2 IPRG entnehmen. Soweit die Beschwerdeführerin überhaupt auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids eingeht und nicht Vorbringen wiederholt, die sich bereits als haltlos erwiesen haben, kritisiert sie in appellatorischer Weise den angefochtenen Entscheid und legt ihre eigene Sicht der Dinge, insbesondere hinsichtlich der massgeblichen Messmethoden sowie der Beurteilung der Blutwerte, dar. Dabei bezeichnet sie zahlreiche Feststellungen des Schiedsgerichts als willkürlich, widersprüchlich, falsch oder aktenwidrig, zeigt jedoch nicht auf, inwiefern ihr dadurch verunmöglicht worden wäre, ihren Standpunkt in den Prozess einzubringen und zu beweisen (vgl. BGE 133 III 235 E. 5.2 S. 248 f.; 127 III 576 E. 2b-f S. 577 ff.). Sie behauptet lediglich an verschiedenen Stellen in pauschaler Weise einen Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs oder des Ordre public, ohne die gesetzlichen Begründungsanforderungen (vgl. Art. 77 Abs. 3 BGG) zu erfüllen.</p>
<p><strong>7.</strong></p>
<p>Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).</p>
<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:</p>
<ol>
<li>Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</li>
<li>Die Gerichtskosten von Fr. 5&#8217;000.&#8211; werden der Beschwerdeführerin auferlegt.</li>
<li>Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das bundes- gerichtliche Verfahren mit Fr. 3&#8217;000.&#8211; zu entschädigen.</li>
<li>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li>
</ol>
<p>Lausanne, 10. Februar 2010</p>
<p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p>
<p>Die Präsidentin:	Der Gerichtsschreiber:</p>
<p>Klett	Leemann</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Medwedew, Sotschi 2014 und das Vancouver-Nachbeben</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 13:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kleiner Nachtrag zum russischen Sport und den Reaktionen auf das Vancouver-Desaster: Einer meiner Lieblings-Websites verdanke ich einmal mehr unterhaltsame Lektüre. Also ich finde diesen Vortrag des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew vom vergangenen Freitag vor Russlands Sportführung in Sotschi höchst interessant und aus vielerlei Gründen einen Lesebefehl wert. Nachdem er den Sportbossen die Leviten gelesen hatte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kleiner Nachtrag zum russischen Sport und den <a title="Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus" href="http://jensweinreich.de/2010/03/10/russland-vancouver-und-sotschi-2014-abschied-vom-elbrus/" target="_self">Reaktionen auf das Vancouver-Desaster</a>: Einer meiner Lieblings-Websites verdanke ich einmal mehr unterhaltsame Lektüre. Also ich finde <a title="Webseite des Kreml" href="http://eng.kremlin.ru/speeches/2010/03/26/1600_type127286_224993.shtml" target="_blank">diesen Vortrag</a> des russischen Präsidenten <strong>Dmitri Medwedew</strong> vom vergangenen Freitag vor Russlands Sportführung in Sotschi höchst interessant und aus vielerlei Gründen einen Lesebefehl wert. Nachdem er den Sportbossen die Leviten gelesen hatte, fuhr er mit Putin Ski.</p>
<p>In diesem Text suche ich allerdings jene Passagen vergeblich, aus denen etwa die <a title="Moscow Times" href="http://www.themoscowtimes.com/news/article/medvedev-seethes-as-flag-rises-in-sochi/402698.html" target="_blank">Moscow Times ihren Beitrag</a> strickt. Demnach hat Medwedew der Korruption im russischen Sport und unter den Sportfunktionären den Kampf angesagt und Maßnahmen angedroht. Das wird noch interessant.</p>
<p>Kleinigkeit am Rande, falls es untergegangen sein sollte: Gemäß Sportminister und FIFA-Exekutivmitglied Witali Mutko sind <strong>zwischen 2006 und 2009 insgesamt 343 russische Athleten des Dopings überführt worden</strong>. Alles Einzelfälle.</p>
<p><em>Nachtrag am 1. April</em> (kein Witz) mit Dank an <em>Nosch</em>: Im Video wird ab ca. 9:00 über Doping gesprochen, da sagt Mutko tatsächlich, soviel Russisch verstehe ich schon noch: <strong>343</strong> Athleten!</p>
<p><em>[Update:] mittlerweile nicht mehr (online verfügbar)</em></p>
<p>Mutko, kürzlich erst als Präsident des russischen Fußballverbandes von Medwedew rasiert, steht scheinbar vor seinem Rücktritt. Heute musste er sich <a title="Ria Novosti" href="http://en.rian.ru/sports/20100331/158379845.html" target="_blank">im Parlament verteidigen</a>.</p>
<p>Hier nun Medwedews Rede, wie sie der Kreml dokumentiert:</p>
<blockquote><p>Opening Remarks at Meeting of the Council for the Development of Physical Culture and Sport, Excellence in Sports, Preparation and Organisation of the 2014 Sochi XXII Winter Olympics and XI Paralympics and the 2013 <a title="Vancouver, Tag 3: Honored worker of physical training" href="http://jensweinreich.de/2010/02/14/vancouver-tag-3-honoured-worker-of-physical-training/" target="_self">XXVII World Student Games in Kazan</a></p>
<p>March 26, 2010, Sochi</p>
<p><strong>PRESIDENT OF RUSSIA DMITRY MEDVEDEV:</strong> Colleagues, A month has gone by since the Vancouver Olympics came to a close. This is enough time for us to have analysed our national team’s performance, drawn our conclusions, and responded with practical measures that will ensure our team’s success at the 2014 Olympics in Sochi.</p>
<p>As far as the conclusions go, eleventh place in the overall team ranking is obviously a bad result which has its roots in causes that reach back quite a way now. Indeed, our teams have shown worsening results in terms of the numbers of medals won over the years from 2006 to 2010. Even in winter sports in which our athletes have traditionally been victorious we all see that over these last years we have been steadily lagging behind our main competitors.</p>
<p>Yet at the same time, we have been investing just as much in training our athletes as have other countries. Indeed, to be absolutely frank, in a number of cases we have even invested more than other countries. The problem today is not so much in a lack of [financial] resources as in their ineffective use, and that is the first point I want to make. I will not name the figures as you all know them well, but however we look at it, we have invested tenfold more than in earlier years.</p>
<p>The second point is that this situation has shown up the shortcomings in our entire athletes training system. As it has been said before, this system must be centred above all on the athletes themselves. In all of the world’s sports powers training programmes and methods take into account each future Olympic competitor’s specific individual particularities, so as to ensure they take their places at the starting line in top shape.</p>
<p>The level of medical, biological and scientific support for the teams plays a crucial part in this respect but we only began using this comprehensive approach in our team’s training last year, and we may as well not hide the fact that it is not yet implemented in full. The task therefore is to dramatically change this situation drawing on the most advanced international experience in this area.</p>
<p><span id="more-7555"></span>I think we need to set annual performance targets for the different sports, and motivate our athletes and sports specialists to achieve the highest results. We could also look at increasing the size of presidential grants for members of our Olympic and Paralympic teams.</p>
<p>Third, the current system used to build up the pool of athletes we can draw on also has a negative impact. We know that the winter Olympics cover 14 different sports, but more than 90 percent of our country’s athletes are training in just five of these sports. This means that we will soon have trouble finding people to compete for our national team in the other nine sports.</p>
<p>This imbalance in the training system is partly linked to the lack of top quality training facilities in our country, as we all know, and to disproportioned availability of technology and equipment to different sports here. We still do not have training facilities measuring up to world standards for a substantial number of winter Olympic sports. Our athletes train mostly abroad, and in limited numbers. Everyone here knows what difficulties this creates, and what the main problems are that we face here.</p>
<p>We do not have modern training facilities for ski-jumping, Nordic combined, freestyle, snowboard, curling, alpine skiing, bobsled, luge and short track. We do not have enough specialised rinks for figure skating. True, construction is underway on national and regional centres for training athletes in winter sports, but these projects will only be completed by 2011 or 2012. Meanwhile, providing teams with proper training conditions should be one of the top priorities for the sports federations.</p>
<p>We also need to take measures to develop the manufacturing of top-level sports equipment here in Russia. Russian athletes in Vancouver had problems even with sports equipment. Sports in which performance is directly linked to the quality of technology and equipment require particular attention. This goes for bobsled, luge, and biathlon.</p>
<p>It is unacceptable to end up in a situation where we depend completely on foreign manufacturers. We have the full ability to manufacture this equipment ourselves and it is entirely within our powers.</p>
<p>I say once again that I expect to hear explicit reports and proposals from all of the officials present today on the different reasons I have just mentioned for our poor performance in Vancouver.</p>
<p>I note once more, too, that these reasons did not only just now emerge. They have been around for a long time now, and so there is no way that those responsible for our national Olympic team could have failed to notice them.</p>
<p>Some decisions on resignation of officials have already taken place. The president of the National Olympic Committee has stepped down, and so have a number of officials from the Ministry of Sport. The heads of the cross country skiing, alpine skiing, freestyle, snowboard, ski jumping and Nordic combined federations have announced their intention to step down. A number of other officials of sports federations have also found the courage to take this difficult but responsible decision. Thus, of the 12 national federations in Olympic sports seven will get new heads.</p>
<p>We also need to look at the wisdom of having all of these federations exist as separate bodies. I am not imposing any decisions, but respective ideas should be reviewed.</p>
<p>I want to say to the current and future presidents of our sports federations that this is a job where you need to work hard. Not sit on your backside all day or go on jaunts abroad, but slog away 24 hours a day. We need professionals, qualified people who know what our athletes need and know how to organise the training process, where to find the money and so on. All the bosses can move onto supervisory boards and help whichever sport they favour from there. This is the way things will go from now on.</p>
<p>There are still many problems in our system for managing top-level sport. First of all, it is not always clear exactly who is responsible for national teams’ training. You know how fuzzy this responsibility is in our country. It is dispersed between the [National] Olympic Committee, the sports federations, the Ministry of Sport, and the regional authorities too. As always, whenever you have four or five different bodies responsible, no one ends up answering for the situation. We all know the saying about the child looked after by seven nannies. We all know where this leads. I think that above all the federation heads and the teams’ trainers should be responsible for the teams’ performance.</p>
<p>Improving the legal framework for developing sport is another area on which we need to focus. We need to delimit clearly the powers of the authorities at each level in training and building up the pool of athletes, and establish a mechanism for providing federal budget support to regional and municipal sports schools, which must soon become growth centres in the priority Olympic sports.</p>
<p>Finally, we also need to increase Russia’s presence in the international sports organisations. Our current possibilities do not enable us in full measure to promote and protect our athletes’ interests as we have had occasions to see, and, also very important, to take full part in drafting international rules and sports regulations. Overall, Russia has a considerable number of representatives in these organisations, but their level, and more importantly, their activeness leave a lot to be desired. We have 180 representatives, so we are not short of choice and have plenty on our plates.</p>
<p>On a definitely much more positive note, the X Paralympic Games ended on March 21. This kind of competition is getting more attention worldwide with every passing year and is becoming tougher all the time.</p>
<p>Russia’s team in Vancouver was in first place for the total number of medals won, and in second place for the number of gold medals, falling just one ‘gold’ short of the leaders. Our Paralympic athletes, who showed immense willpower and determination to win, deserve full credit for this excellent performance. Good on them, to put it simply. I want to inform you that I signed an executive order today awarding our Paralympic athletes state decorations, and I plan to meet with them and congratulate them very soon. We need to discuss their situation too and look at what we can do to improve things and support Russian Paralympic athletes so as to give them the best chances in Sochi in 2014.</p>
<p>Colleagues, the working group believes that in order to prepare in detail and oversee implementation of all of these measures in regular and ongoing fashion we need a common centre to monitor and analyse the work undertaken to train our athletes, and if need be propose swift measures in addition to the plans set out. Let’s look at this matter too.</p>
<p>At the 2014 Winter Olympics Russia must show the world that it can host a competition of the highest standard. I said this earlier at the ceremony raising the Olympic and Paralympic flags here in Sochi. This is our chance to show the world that we are a capable, hospitable and technologically advanced country. It is also our chance to show the world that we can stand tall and that we know how to win.</p>
<p>Let’s now turn to the reports. I give the floor to the Minister of Sport, Tourism and Youth Policy.</p></blockquote>
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		<title>München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerber GmbH für die Olympischen Winterspiele 2018, verbreitet beständig wiederholt Unwahrheiten über die Olympiafinanzierung. Er sagte, zum Beispiel, gestern im Tagesgespräch im Radiosender Bayern 2 (&#8220;Sollen die Winterspiele nach Bayern?&#8221;) auf die Frage &#8220;Also, was kost&#8217; die Gaudi denn?&#8221;: Diese Kosten, also das so genannte Organisationskomitee-Budget, das den Löwenanteil der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der <a title="München 2018.org" href="http://www.muenchen2018.org/ueber+uns/team/index.html" target="_blank">Bewerber GmbH</a> für die Olympischen Winterspiele 2018, verbreitet <span style="text-decoration: line-through;">beständig</span> wiederholt Unwahrheiten über die Olympiafinanzierung. Er sagte, zum Beispiel, gestern im Tagesgespräch im Radiosender Bayern 2 (<a title="Bayern 2, Tagesgespräch" href="http://www.br-online.de/bayern2/tagesgespraech/tagesgespraech-olympia-2018-willy-bogner-ID126866027883.xml" target="_blank">&#8220;Sollen die Winterspiele nach Bayern?&#8221;</a>) auf die Frage &#8220;Also, was kost&#8217; die Gaudi denn?&#8221;:</p>
<blockquote><p><strong>Diese Kosten, also das so genannte Organisationskomitee-Budget, das den Löwenanteil der Kosten ausmacht, wird uns vom IOC erstattet. Das heißt, das müssen die Gemeinden und die Bürger nicht bezahlen, sondern das bekommt man bezahlt durch die Fernsehrechte, die das IOC weltweit einnimmt. </strong></p>
<p><strong></strong>Das einzige, was übrig bleibt, sind Infrastrukturmaßnahmen, sagen wir Verkehrsprojekte, die wir aber sowieso bezahlen müssten und die durch die Olympischen Spiele beschleunigt werden. (&#8230;) Also, es ist wirklich kein großes finanzielles Risiko für die Gemeinden und die Bürger des Staates, diese Olympischen Spiele durchzuführen.</p></blockquote>
<p>Dazu in aller Kürze einige Richtigstellungen, nur einige. <em>(Ich hole gar nicht die große Keule raus und erinnere daran, dass in Brasilien gerade die Austragung der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 akut gefährdet sind, weil natürlich zu viel versprochen und vielleicht auch kolossal gelogen wurde. Wenn Willy Bogner mag, kann ich ihm die Zusammenhänge gern mal erklären.)</em></p>
<ul>
<li>Das so genannte Organisationskomitee-Budget (OCOG-Budget) macht nie den Löwenanteil aller Kosten aus, schon deshalb nicht, weil das so genannte Infrastruktur-Budget (Non-OCOG-Budget) stets größer ist, als das Organisations-Budget.</li>
<li>Die Gemeinden und Bürger zahlen indirekt über etliche Kanäle natürlich auch Teile des OCOG-Budgets.<em> (Das war selbst bei der Fußball-WM 2006 so, als das Organisations-Budget nur gedeckt werden konnte, weil staatliche und halbstaatliche Sponsoren sich auf höchste politische Order hin engagierten.)</em></li>
<li>Das OCOG-Budget wurde, wird und wird auch künftig niemandem, auch nicht potenziellen Olympia-Ausrichtern in Bayern, &#8220;vom IOC erstattet&#8221;. Einmal mehr verweise ich &#8211; zum Vergleich &#8211; auf das <a title="VANOC budget January 2010" href="http://www.vancouver2010.com/dl/00/08/78/2009budgetsummary_30d-Xu.pdf" target="_blank">aktuelle Budget</a> der Winterspiele 2010 in Vancouver.</li>
<li>Nicht alle Infrastrukturmaßnahmen, die Teil von Olympiaplanungen sind, sind a) unbedingt nötig für das Gemeinwesen und müssten deshalb b) auch nicht &#8220;sowieso&#8221; bezahlt werden. Das ist in München nicht anders als etwa vor sechs Jahren bei der Olympiabewerbung von Leipzig (da war es nur extremer).</li>
</ul>
<p>Willy Bogner erzählt diesen Nonsens ja nicht zum ersten Mal. Weshalb ich frage:</p>
<ul>
<li><strong>Lügt Willy Bogner oder weiß er es einfach nicht besser?</strong></li>
</ul>
<p>Wenn er es nicht besser weiß, dann würde &#8211; wie ich finde &#8211; dieses Nichtwissen nicht davor schützen,</p>
<ul>
<li>a) Kritik einzustecken,</li>
<li>b) Kritik anzunehmen,</li>
<li>c) sich an der Wahrheit zu orientieren und also</li>
<li>d) die Angaben zu korrigieren, um</li>
<li>e) dem Bürger und Steuerzahler reinen Wein einzuschenken, oder gar</li>
<li>f) seinen Hut als Vorsitzender der Geschäftsführung zu nehmen. Wegen Inkompetenz und Lernunfähigkeit.</li>
</ul>
<p>Tut mir leid, dass ich so resolut argumentiere. Es ist halt keine Gaudi, sondern ein Grundproblem dieser deutschen Demokratie, ja, soweit gehe ich, denn im Prinzip wird Bogners Argumentation doch vom <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss zwischen Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">sportpolitischen</a> <a title="Bundestag zu München 2018: &quot;demokratiewidriger Striptease&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">Komplex</a> <a title="Copy and paste im Bundestag: die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">übernommen</a>.</p>
<p>Die Mär lautet: Olympia trägt sich quasi selbst.</p>
<p>Ich wiederhole: <strong>Es liegt weiterhin keine Kosten-Nutzen-Analyse auf dem Tisch.</strong></p>
<p>Die Steuerzahler werden &#8211; darf man das sagen? &#8211; verarscht.</p>
<p>Und es ist natürlich ärgerlich, wenn Bogner seinen Unsinn auf allen Kanälen landesweit immer wieder verbreiten kann. Ich stelle diese Frage ja auch vor dem Hintergrund, dass ich Bogner selbst auf seine inhaltlich falsche Argumentation hingewiesen habe. Der Mann ist aber ganz offensichtlich lernunfähig, lernunwillig &#8211; oder beides. Vor einigen Wochen habe ich aus Vancouver, nach einem halbstündigen Gespräch mit Bogner und eigenen Recherchen, <a title="Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft" href="http://jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/" target="_self">u.a. geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in „konstruktive Kritiker, die man überzeugen kann“ und „Fundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernünftig reden kann“. Im IOC sei man es gewohnt, „<a title="18 Gründe gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten“.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem Gespräch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der Realität orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Öffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<p><em>(<a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a>)</em></p>
<p>Er sagte, natürlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste. Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur Hälfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiß niemand, was aus Lausanne überwiesen werden könnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p></blockquote>
<p>Entschuldigung, wenn ich das so weitschweifig wiederhole.</p>
<p>Hier übrigens der BR2-Pocast mit der Bogner-Sendung. Interessant ist in der Tat, wie <em>Ralf</em> <a title="Kommentar von Ralf" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/#comment-22176" target="_self">gestern schon anmerkte</a>, dass die meisten Anrufer teilweise Fundamental-Kritik an der Bewerbung äußerten. Aber das nur am Rande.</p>
<p><a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_03/2010_03_18_13_54_57_podcasttagesgesprch18032010_a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Interessant auch, wie Bogner reagierte, als ihn der Salzburger Grüne und Olympia-Kritiker Willi Rehberg auf seine Falschaussagen aufmerksam machte (ab etwa Time Code -10:40):</p>
<blockquote><p>Nein. Selbstverständlich kriegt man einen bestimmten Betrag erstattet. und den kann man aufteilen dann auf die Projekte, wie man selber will. (&#8230;) Insofern können wir eigentlich sehr, ja, mit gutem Vertrauen in die Zahlen und in die Finanzierungsmöglichkeiten des IOC an das heran gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator wollte dann wissen: <strong>&#8220;Also, wo kommt die Milliarde her?&#8221;</strong></p>
<p>Bogner:</p>
<blockquote><p>Also das ist jetzt, das geht sehr in die Details. Man muss da wirklich drin sein, wo was her kommt, und die Ausgaben sind dieselben wie sie jetzt begriffen werden, sei es vom Staat oder eben woanders her, ist ja auch von Land zu Land verschieden, also das kann man nicht so ganz vergleichen. Aber wir sind absolut der Meinung, dass wir alles, oder fast alles, das kann man jetzt noch nicht so genau sagen, eben durch die  Leistungen des IOC abdecken werden, was wirklich Organisationskomitees-Kosten sind. (&#8230;) Es gibt da tausend Einflussfaktoren, da muss man wirklich ins Detail gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator fragt anschließend allen Ernstes, ob es &#8220;ein gutes Zeichen&#8221; sei, wenn ein Drittel der Bewerbungskosten noch nicht abgedeckt sind. Bogner antwortet, er sei &#8220;<a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &quot;offizielle Oppositionen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">erst einige Wochen dabei</a>&#8220;, sei aber &#8220;zuversichtlich, dass wir das Geld auftreiben können&#8221;.</p>
<p>Die Details, ja, die Details, von Land zu Land verschieden, ob nun vom Staat oder eben woanders her oder eben vom IOC. Man steckt eben nicht &#8230; drin!</p>
<p>Es ist erschreckend.</p>
<ul>
<li>Es gibt nach wie vor keinen Finanzplan für die Bewerbung, der öffentlich nachvollziehbar und somit überprüfbar wäre.</li>
<li>Es gibt nach wie vor, außer einigen dürren Angaben im so genannten Mini-Bidbook (Auszug unten), keine öffentlich überprüfbaren Angaben (detaillierte Angaben, nicht nur ein halbes Dutzend dürre Zahlen!) über das OCOG-Budget.</li>
<li>Es gibt nach wie vor (außer Zahlen zu wenigen Einzelprojekten, die sich ganz hinten im <a title="München 2018: Mini-Bidbook" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/mini+bid+book/index.html" target="_blank">Mini-Bidbook</a> verstecken, zum Beispiel S. 83, 85, 107) keinen öffentlich nachvollziehbaren Plan für den Non-OCOG-Etat.</li>
</ul>
<p>Ich bemühe mich, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">dies nur erneut als Transparenzbeweis</a> meiner Dauer-Recherche, seit Ewigkeiten um derlei Angaben. Vergeblich. Nicht einmal die verantwortlichen Lokalpolitiker erhalten derartige Angaben in Gänze, nicht einmal die gewählten &#8220;Volksvertreter&#8221; werden eingeweiht, ganz im Gegenteil, sie fühlen sich oft genug hintergangen.</p>
<p>Flink noch einige aktuelle Dokumente zum Thema:</p>
<p><strong><span id="more-7370"></span>1)</strong> Die Passage aus dem Mini-Bidbook, die beweist, dass derjenige, der das <a title="Willy goes to Lausanne ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/" target="_self">Mini-Bidbook gerade in Lausanne übergeben hat</a>, offenbar nicht weiß, was darin steht. Darin steht eben nicht, dass das IOC alle Kosten trägt. Darin wird, wie ich ständig erkläre, überhaupt keine Zahl genannt zu Überweisungen von IOC-Konten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7387" title="Auszug Mini-Bidbook München 2018, OCOG-&quot;Budget&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/bid-book-finanz-web1.gif" alt="" width="530" height="503" /></p>
<p><strong>2)</strong> Die politisch sicher korrekte, aber dennoch vor Arroganz der Macht nur so strotzende Antwort von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude auf eine wohlmeinende CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung. Oder besser: Da kaum Fakten genannt werden, da es keine öffentlich überprüfbaren Detailinformationen gibt (wie immer bei deutschen Olympiabewerbungen), sollte dieses Schriftstück besser nicht &#8220;Antwort&#8221; bezeichnet werden:</p>
<ul>
<li><a title="Antrag Josef Schmid (CSU) zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antrag-Josef-Schmid.pdf" target="_blank">Anfrage von CSU-Stadtrat Josef Schmid</a></li>
<li><a title="Antwort OB Christian Ude (SPD) auf CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antwort-Ude.pdf" target="_self">Antwort OB Ude (SPD)</a></li>
</ul>
<p><strong>3)</strong> Die jüngste <a title="Anfrage von Ludwig Hartmann (Grüne) im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Anfrage-Hartmann.pdf" target="_blank">Anfrage des Grünen-Abgeordneten Ludwig Hartmann</a> im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung</p>
<p><strong>4)</strong> Die CSU-Gemeinderatsfraktion in Garmisch-Partenkirchen hat dem 1. Bürgermeister Thomas Schmid gestern eine Anfrage zukommen lassen, in der es u.a. heißt:</p>
<blockquote><p>Unabhängig davon beantragt die CSU-Fraktion die Mitglieder des Marktgemeinderates umgehend in öffentlicher Sitzung über die finanzielle Situation der Bewerbergesellschaft aufzuklären.</p>
<p>Wie der heutigen Presse zu entnehmen ist, fehlen noch über 10 Mio. Euro im Bewerbungsbudget, für die im schlimmsten Fall der Markt mit einer Haftungsquote von 16,22% aufkommen muss.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass der Markt im Haushalt 2010 ein Darlehen über Euro 450.000.— für die Bewerbungsgesellschaft eingestellt hat.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (54): Paralympics in Vancouver</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 13:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Paralympics haben begonnen. Hier einige Lesebefehle für die nächsten Tage.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/14/was-vom-tage-ubrig-bleibt-54-paralympics-in-vancouver/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Unbedingt bookmarken:</p>
<ul>
<li>Paralympic Crew von Andrea Ramsteck: <a title="Paralympic Crew" href="http://mrsrunfast.wordpress.com/" target="_blank">Das Blog</a> und die <a title="Paralympic Crew aus Facebook" href="http://www.facebook.com/group.php?gid=125964702610" target="_blank">Facebook-Gruppe</a></li>
</ul>
<p>Ganz offiziell:</p>
<ul>
<li>Die Webseite der <a title="Paralympics 2010" href="http://www.vancouver2010.com/paralympic-games/" target="_blank">Paralympics 2010</a></li>
<li>Die Webseite des <a title="IPC" href="http://www.paralympic.org/" target="_blank">Internationalen Paralympischen Komitees</a> (IPC)</li>
</ul>
<p>Es empfiehlt sich dieser Tage nach den Beiträgen von Thomas Hahn (SZ), Ronny Blaschke (frei, u.a. BLZ) und Daniel Drepper (frei, u.a. ZDF.de) zu googeln. Sicher wird besonders Thomas Hahn wieder zu großer Form auflaufen, wie immer bei Paralympics.</p>
<p>Daniel Drepper bietet auf Ruhrbarone.de ein tägliches Tagebuch aus Vancouver bzw. Whistler an. Unbedingt reinschauen. Vielleicht vergeben die Ruhrbarone demnächst einen Tag &#8220;Paralympics&#8221; o.ä., damit man die Beiträge besser findet. Bisher ist das unter dem Tag &#8220;Auf dem Platz&#8221; doch etwas unzureichend kategorisiert. Deshalb hier flink noch die ersten Beiträge von Daniel Drepper komplett verlinkt:</p>
<ul>
<li>Paralympics I: <a title="Ruhrbarone, Paralympics 1" href="http://www.ruhrbarone.de/paralympics-i-und-ab-gehts-hinauf-nach-whistler/" target="_blank">Und ab geht&#8217;s, hinauf nach Whistler</a> (mit etlichen weiterführenden Links)</li>
<li>Paralympics II: <a title="Ruhrbarone, Paralympics 2" href="http://www.ruhrbarone.de/paralympics-ii-von-alteren-herren-und-harntreibenden-mitteln/" target="_blank">Von älteren Herrn und harntreibenden Mitteln</a></li>
<li>Paralympics III: <a title="Ruhrbarone, Paralympics 3" href="http://www.ruhrbarone.de/paralympics-iii-nicht-die-soziale-weihnachtsgans/" target="_blank">&#8220;Nicht die soziale Weihnachtsgans&#8221;</a></li>
<li>Paralympics IV: <a title="Ruhrbarone, Paralympics 4" href="http://www.ruhrbarone.de/paralympics-iv-wie-ich-wegen-einer-flasche-coke-diete-fast-die-eroffnung-der-eroffnungsfeier-verpasste/" target="_blank">Wie ich wegen einer Flasche Coke Diète fast die Eröffnung der Eröffnungsfeier verpasste</a></li>
<li>Paralympics V: <a title="Ruhrbarone, Paralympics 5" href="http://www.ruhrbarone.de/paralympics-v-gold-fur-eine-blinde-biathletin-auf-der-suche-nach-vertrauen/" target="_blank">Gold für eine blinde Biathletin auf der Suche nach Vertrauen</a></li>
</ul>
<p>Erstklassig aufgehoben ist man schon wie bei Olympia auf den Seiten der <a title="Vancouver Sun, Paralympics" href="http://www.vancouversun.com/sports/2010wintergames/index.html" target="_blank">Vancouver Sun</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 09:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interessant, wie es das UDIOCM (FDP) schafft, in einer selbstzufriedenen Vancouver-Bilanz seinen in selbstverschuldete Bedrängnis geratenen Koalitionär Theo Zwanziger (CDU) in höchsten Tönen zu loben. Ich weiß allerdings jetzt nicht so genau, ob die Unterstützung des deutschen Fußballs, ob nun DFB oder DFL, so enorm wichtig für Münchens Olympiabewerbung ist. Aber darum geht es vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interessant, wie es das UDIOCM (FDP) schafft, in einer <a title="DOSB: Präsidium diskutiert Vancouver-Ergebnisse" href="http://www.dosb.de/de/organisation/verbands-news/detail/news/dosb_praesidium_diskutiert_vancouver_ergebnisse/8279/na/2010//cHash/b7a13714cc/" target="_blank">selbstzufriedenen Vancouver-Bilanz</a> seinen in selbstverschuldete Bedrängnis geratenen Koalitionär <a title="alle Beiträge zu Theo Zwanziger" href="http://jensweinreich.de/category/theo-zwanziger/" target="_self">Theo Zwanziger</a> (CDU) in höchsten Tönen zu loben. Ich weiß allerdings jetzt nicht so genau, ob die Unterstützung des deutschen Fußballs, ob nun DFB oder DFL, so enorm wichtig für <a title="alle Beiträge zu München 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Münchens Olympiabewerbung</a> ist. Aber darum geht es vielleicht ein andermal. Heute kurz noch einige Anmerkungen zur Bilanz von Vancouver, die ja andernorts nicht so rosig ausfiel. Im Gegensatz zum UDIOCM ist etwa der langjährige russische NOK-Präsident <a title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">Leonid Tjagatschow</a> (IM Elbrus) seinen Job los.</p>
<p>Sportpolitik in Russland fasziniert mich, keine Frage. In den kommenden Jahren werde ich mich dieser Spezialdemokratie ausführlich widmen und wenn alles klappt, im April schon mal in <a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> nach dem Rechten sehen. Will damit auch sagen: Die <a title="Kommentar von enrasen" href="http://jensweinreich.de/2010/03/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-53-der-dfb-zwanziger-die-fifa-und-der-fehlende-wille-zur-transparenz/#comment-21482" target="_self">Wünsche von Lesern</a> werden immer ernst genommen und nach Möglichkeit erfüllt. Hier mal der Auftritt von Russlands Präsident Dmitri Medwedew aus der vergangenen Woche im Original, als er russische Sportverbände mit &#8211; je nach Übersetzung und Neigung der Journalisten &#8211; mit faulen, vollgefressenen Katern verglich. Mein Russisch ist auch nicht mehr das, was es einmal war, vielleicht kann jemand die Passage treffender wiedergeben, vielleicht aber sind die Übersetzungen, die dazu in den vergangenen Tagen angeboten wurden, auch einigermaßen korrekt.</p>
<p>Medwedew, dessen <a title="Medwedew bloggt zu Sotschi: alles wird gut" href="http://jensweinreich.de/2009/01/14/medwedjew-bloggt-zu-sotschi-alles-wird-gut/" target="_self">Videoblog</a> ich immer wieder gern empfehle, auf Youtube (darunter die englische Übersetzung des <a title="Kremlin.ru" href="http://eng.kremlin.ru/text/speeches/2010/03/01/1856_type84779_224549.shtml" target="_blank">Kreml</a>):</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/10/russland-vancouver-und-sotschi-2014-abschied-vom-elbrus/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>Beginning of Meeting with Leaders of United Russia Political Party</p>
<p>PRESIDENT OF RUSSIA DMITRY MEDVEDEV: Colleagues, the time has come to examine the latest round of new appointments. This week, as I understand it, we are starting with the candidates for the post of governor of Kemerovo Region. Later, we will have the candidates for governor in a few other regions to consider too.</p>
<p>Mr Gryzlov, you have the floor.</p>
<p>CHAIRMAN OF THE UNITED RUSSIA SUPREME COUNCIL AND SPEAKER OF THE STATE DUMA BORIS GRYZLOV: Thank you, Mr President. We have examined candidates for the post of governor of Kemerovo Region and we want to present three nominees to you: Valentin Mazikin, currently first deputy governor of Kemerovo Region, Sergei Neverov, a deputy of the State Duma of the Federal Assembly, and the incumbent governor, Aman Tuleyev. All three candidates are connected to United Russia. Neverov and Tuleyev are members of the party, and Mazikin is a supporter of United Russia. All three candidates are equal in merit, and so the choice is yours to make.</p>
<p>DMITRY MEDVEDEV: Good, thank you for this presentation. In accordance with the law I will make my proposal in line with the established procedure.</p>
<p>Is there anything else?</p>
<p>BORIS GRYZLOV: There is one other matter. The Olympic Games in Vancouver have just ended. Over these last two weeks we have followed out team’s performance very closely. I think, talking about Russians’ national idea, you could say that one of the things that unites us is a desire to always be first. It is all the more sad therefore to see that our country only reached eleventh place in the overall medal count. This is a worse result than Russia achieved in the first Olympic Games it took part in back in 1912. In other words, this is our worst result ever. I think this is a systemic failure. Of course, the sports officials should take responsibility for this. We have the Sochi Olympics ahead and I think that every day is valuable now and we need to decide how we are going to go about preparing for these Olympics.</p>
<p>We would like to hear your opinion on this situation, because United Russia is ready to get involved in the efforts to get our athletes ready for the Games.</p>
<p>DMITRY MEDVEDEV: Yes, and you should get involved. This is a national affair, something we all need to get involved in. I think it is still too early to make a final analysis, but I will make three points nonetheless.</p>
<p><span id="more-7256"></span>First, without question we need to thank our athletes who did produce results, who came through a tough competition to take victory. Sadly, they are fewer than we hoped. The team’s performance was uneven, but no matter what the overall result those who achieved victory deserve the highest praise. Whatever the case, I will therefore meet with our Olympic team and congratulate them, and I also hope to receive the information I need to go ahead with awarding state decorations to those who particularly distinguished themselves.</p>
<p>Second, it is essential that we now proceed smoothly with the preparations for Sochi Olympics. Work is already underway, but it has to continue in two areas. First, and most important, we need to complete the infrastructure for the Games. We have already made considerable progress in all different areas in this respect, and I will soon receive an update report on the situation when the Council for Sport meets in March.</p>
<p>Second, taking into account what happened in Vancouver, we need to radically change the way we train our athletes. Unfortunately, as is clear even to non-specialists now, we were able to keep riding along on the basis of what was developed and achieved during the Soviet period, but this is no longer possible today. We have lost the old Soviet school now. There is no need to idealise it. Quite simply, it no longer exists, but we have not yet built a new school to replace it, even though we have been investing unprecedented levels of funding in sport, and this is also an indisputable fact. This shows that money alone cannot solve all the problems. Money is certainly important and is an essential condition, but it does not solve everything. The results of these Olympics highlight the real problems that we face.</p>
<p>We therefore need to rethink the way we train our athletes. The cornerstone of the system should be the athletes themselves, not the federations, which in some cases are like big fat cats, and not their heads, or even the coaches, for all our immense respect for their work, but ultimately, it is the athletes who produce the results and they must therefore be the centre of attention.</p>
<p>Finally, I cannot but agree with you that those in charge of preparing for these Olympics need to take their share of responsibility for the results. This is obvious. I think that those responsible, some of them at least, should take the brave decision to submit their resignations and step down. If they do not find within themselves the resolve to do so we will help them.</p>
<p>But this is not the most important thing. Most important is to prepare for the 2014 Olympics, and we need to pour all our effort into this work. This is not the time to sink into despair. Of course we were all upset, all had our share of negative emotions, but we need to put this behind us now and move on, get ready for the 2014 Olympics. Look at Canada’s brilliant performance. Who would have guessed that Canada (even though it is a good sporting nation and so on) would win so many gold medals, take first place in the gold medal count? No one expected this. I think the Canadians themselves probably did not expect it. Now we also have just as much chance of putting on a good performance at the 2014 Sochi Olympics. So, let’s get to work on this.</p></blockquote>
<p>Ich habe dazu für den Deutschlandfunk eine kleine Zusammenfassung gedichtet, in die einige, sagen wir: Erkenntnisse, meiner Aufenthalte im Russky Dom zu Vancouver einflossen. Demnächst mehr.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/03/07/dlf_20100307_1935_83fb400c.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><em>(Kleiner Fehler im vertonten Beitrag: Das IOC-Mitglied Wladimir Smirnow heißt tatsächlich natürlich </em><a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank"><em>Witali Smirnow</em></a><em>, der Name zählt eigentlich zu meinem aktiven Wortschatz. Sorry.)</em></p>
<p>Der russische Sport ist nach den Winterspielen von Vancouver in Aufruhr. Nur drei Olympiasiege, Platz elf in der Nationenwertung – während der Spiele wurden deshalb, wie so oft, diffuse Verschwörungstheorien gestrickt. Angeblich hätten sich alle Kampfrichter gegen Russland verschworen. Nach den Spielen aber konzentrieren sich die Russen auf sich selbst – und Präsident Dmitri Medwedew macht den Sport zur Chefsache.</p>
<p>Eigentlich wollte Präsident Medwedew am letzten Wochenende nach Kanada fliegen. Mitarbeiter der Protokollabteilung waren bereits im russischen Haus in Vancouver eingetroffen und planten den Kurzbesuch. Dieser wurde nach der historischen Pleite im Eishockey, dem 3:7 im Viertelfinale gegen Kanada, kurzerhand gestrichen. Statt der erwarteten 30 wurden es nur 15 Medaillen. Zudem ist der russische Wintersport von Dopingskandalen erschüttert, was zwar in Russland traditionell weniger interessiert als im Ausland – doch Medwedew und Premier Wladimir Putin haben dem IOC versprochen, das Dopingproblem anzugehen.</p>
<p>Am Montag nach den Spielen empfing Medwedew im Kreml einige Führungskräfte der Staatspartei “Einiges Russland&#8221;, darunter Boris Gryslow, den Vorsitzenden der Duma. Medwedews Rede wurde ein Tribunal. Die absurden Bilder eines resolut argumentierenden Präsidenten und der nach Anweisungen lechzenden und stets nickenden Gäste kann man auf Youtube betrachten. Zunächst ging es darum, Schuldige am Desaster auszumachen. Medwedew nannte zwar keine Namen, doch jeder wusste, dass er NOK-Präsident Leonid Tjagatschow und Sportminister Witali Mutko meinte.</p>
<blockquote><p>“Ich stimme absolut mit Ihnen überein, dass diejenigen Verantwortung übernehmen müssen, die für die Vorbereitung des Olympiateams verantwortlich waren. Das ist ganz klar. Ich denke, wenigstens einige derjenigen sollten so viel Charakter zeigen, ihre Papiere einzureichen und zurückzutreten. Wenn sie nicht von selber gehen, helfen wir gern nach.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwei Tage später traf sich Medwedew mit Tjagatschow und Mutko. Kurz darauf, nach einigen verwirrenden Meldungen, reichte Tjagatschow putzmunter seinen Rücktritt ein – tags zuvor hieß es noch, er leide an einer schweren Lungenentzündung. Mutko bleibt vorerst im Amt, nachdem sich Premier Wladimir Putin eingeschaltet hatte. Denn die vermeintlichen Aufräumarbeiten im Sport und die Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sind natürlich auch ein Privatduell zwischen Medwedew und Putin, die sehr wahrscheinlich 2012 gegeneinander den Präsidenten-Wahlkampf bestreiten.</p>
<p>Der russische Sport ist total politisiert. Tjagatschow war selbst einmal Sportminister und Putins Skilehrer, er hielt sich nur mit Putins Unterstützung im Amt. Tjagatschow ist eigentlich in Österreich in einem märchenhaften Anwesen zu Hause. In Vancouver fiel er erneut mehr durch Alkoholkonsum und dadurch auf, dass er beim Patriarchen Kyrill, dem Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche, telefonisch um Beistand bat.</p>
<p><a title="Beiträge zu Mutko" href="http://jensweinreich.de/?s=mutko" target="_self">Mutko</a> kommt aus Putins St. Petersburger Clique. Er wurde kürzlich von Medwedew schon als Präsident des russischen Fußballverbandes rasiert, bleibt aber Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Mutko <a title="Moscow Times" href="http://www.themoscowtimes.com/news/article/sports-minister-ready-to-quit-over-olympics/400820.html" target="_self">sagte</a> vergangene Woche, mit seinem Rücktritt als Minister wäre dem russischen Sport nicht geholfen.</p>
<p>Die Frage lautet: Womit ist dem russischen Sport überhaupt zu helfen? Auch einige derjenigen, die jetzt als Tjagatschows Nachfolger gehandelt werden, haben in etlichen Funktionen zum Desaster beigetragen: Etwa Wjatscheslaw Fetisow, der Eishockey-Olympiasieger und gewesene NHL-Profi. Auch er war mal Sportminister, dann Chef des inzwischen wieder aufgelösten staatlichen Sportkomitees. Er ist Tjagatschows Intimfeind und trotzte sogar Putin.</p>
<p>Andere Figuren, wie die russischen IOC-Mitglieder Witali Smirnow und Schamil Tarpischtschew, stehlen sich wieder einmal aus der Verantwortung. Sie haben nicht nur Verbindungen zur organisierten Kriminalität, sie sind auch für das Verschwinden von Milliarden US-Dollar verantwortlich, die eigentlich dem Sport zukommen sollten – ob nun über den so genannten <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">Wodka-Fonds</a> oder diverse Olympia-Lotterien.</p>
<p>Trotz dieser in den neunziger Jahren verschwundenen Milliarden war Geld nie wirklich das Problem – sondern die Funktionärs-Nomenklatura, die sämtliche Innovationen verhinderte und sich die Taschen vollstopfte. Präsident Medwedew: “Das ist nicht allein eine Frage des Geldes. Geld ist wichtig, kann aber nicht alle Probleme lösen. Wir müssen das gesamte System überdenken. Es muss sich alles um die Sportler drehen, nicht um die Verbände, die einem manchmal wie voll gefressene Kater vorkommen, und auch nicht die Funktionäre. Die Sportler müssen im Zentrum aller Aufmerksamkeit stehen.&#8221;</p>
<p>Das Problem ist allerdings: Jede Funktion ist politisiert. Junge, unverbrauchte Kräfte mit frischen Ideen kommen nicht an die Macht. Allenfalls Milliardäre wie Michail Prochorow, der als Mitfavorit auf den NOK-Chefposten gilt. Es gibt sie, diese jungen Kräfte. Einige davon organisieren die Winterspiele in Sotschi, etwa Dmitri Tschernytschenko, der Organisationschef, seine Stellvertreterin Tatjana Dobrochalowa oder Marketingchef Igor Stoljanow.</p>
<p>Doch selbst sie müssen im autokratischen Russland stets einen großen Teil ihrer Energie darauf verschwenden, nicht in Ungnade zu fallen und &#8211; mir nichts, dir nichts &#8211; abgesägt zu werden.</p>
<p><em><strong>Einige Lesebefehle</strong></em>, leider sind die aktuellen Texte von Frank Nienhuysen (SZ), der von den deutschen Korrespondenten die meines Erachtens beste sportpolitische Berichterstattung aus Russland macht, nicht frei online verfügbar. Wer sich mit den Tricks des FAZ-Archivs besser auskennt als ich, der sollte den Text von Michael Ludwig vom 6. März suchen und lesen (&#8220;Nun nimmt Putin die Sache lieber selbst in die Hand&#8221;).</p>
<ul>
<li><strong>ganz frisch</strong>: Moscow Times: &#8220;<a title="Moscow Times" href="http://www.themoscowtimes.com/news/article/putin-suggests-olympic-funds-were-misspent/401124.html" target="_blank">Putin suggests Olympic funds were misspent</a>&#8220;</li>
<li>Moscow Times: &#8220;<a title="Moscow Times" href="http://www.themoscowtimes.com/opinion/article/the-olympic-test/401147.html" target="_blank">The Olympic test</a>&#8220;</li>
<li>The St. Petersburg Times: &#8220;<a title="St. Petersburg Times" href="http://www.times.spb.ru/index.php?action_id=2&amp;story_id=30959" target="_blank">In the spotlight: Winter Olympics</a>&#8220;</li>
<li>Klaus-Helge Donath (NZZ): &#8220;<a title="NZZ am Sonntag" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/katzenjammer_wegen_blamage_in_vancouver_1.5158860.html" target="_blank">Katzenjammer wegen Blamage in Vancouver</a>&#8220;</li>
<li>NZZ: &#8220;<a title="NZZ" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/russland_sucht_schuldige_1.5134690.html" target="_blank">Russland sucht Schuldige &#8211; die Politik fordert die Bestrafung von Sportfunktionären</a>&#8220;</li>
<li>Russland-aktuell: &#8220;<a title="Russland aktuell" href="http://www.aktuell.ru/russland/who_is_who/milliardaer_prochorow_neuer_olympia_chef_in_russland_245.html" target="_blank">Milliardär Prochorow neuer Olympia-Chef in Russland?</a>&#8220;</li>
<li>Markus Völker auf taz.de: &#8220;<a title="taz.de" href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/uebergabe-der-spiele-an-sotchi/" target="_blank">Übergabe der Spiele an Sotschi</a>&#8220;</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Vancouver, Closing Ceremony</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 01:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[abschlussfeier]]></category>
		<category><![CDATA[catriona le may doan]]></category>
		<category><![CDATA[john furlong]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>
		<category><![CDATA[sueddeutsche.de]]></category>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Wer sagt&#8217;s denn. Noch 3:30 Minuten und ich bin schon auf meinem Platz. Ein tolles Blogging-Tool kann ich leider nicht mehr einrichten. Also auf die herkömmliche Art. Viel Spaß! 17.30 Uhr: Los geht&#8217;s! Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich dachte, die Abschlussfeier beginne erst um 20 Uhr? Ich sage nur: Recherche. Bin eher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Wer sagt&#8217;s denn. Noch 3:30 Minuten und ich bin schon auf meinem Platz. Ein tolles Blogging-Tool kann ich leider nicht mehr einrichten. Also auf die herkömmliche Art. Viel Spaß!</p>
<p><strong>17.30 Uhr:</strong> Los geht&#8217;s! Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich dachte, die Abschlussfeier beginne erst um 20 Uhr? Ich sage nur: Recherche. Bin eher durch Zufall drauf aufmerksam gemacht worden, dass es sich lohnen würde, mal loszugehen. Danke, Kollegin R!</p>
<p>Wunderbarer Start! Sie machen sich lustig über die Panne bei der Eröffnung. Das nenne ich: Genial! Catriona Le May Doan darf die Flamme nachträglich entzünden. Und so sieht doch das schon besser aus &#8211; mit der vierten Pylone:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7137" title="Abschlussfeier" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/flamme-ab-web.jpg" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Und das ist noch von vorhin. Es war ganz großes Kino. Für sternburg:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7139" title="Team Canada" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/teamcanada.jpg" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Jacques heute mit Canada-Schal.</p>
<p>Wer hätte das wohl so gemacht wie die Kanadier? Ich meine, wer hätte sich selbst auf die Schippe genommen für die Hydraulikpanne vor zwei Wochen? Die Chinesen etwa?</p>
<p>Darf ich es nochmal sagen: Diese Zeremonien in einem Hallenstadion haben etwas. Obwohl, bei diesem Wetter hätte man das problemlos auch im Freien veranstalten können. In Lillehammer stand ich mal bei gefühlten Minus 30 Grad an der Skischanze bei so einer Feier. Es war trotzdem nett.</p>
<p>Die Sportler: Offenbar sind kaum noch deutsche Soldaten/Polizisten/Zöllner vor Ort. Anni Friesinger sah ich und André Lange. Im Übrigen habe ich vorhin im kanadischen Fernsehen so eine Highlight-Sendung gesehen. Fast nur Slomos, hübsch auf Musik geschnitten. Der übliche Trick. Wirkt immer wieder. Ich sehe Vancouver jetzt mit ganz anderen Augen.</p>
<p>Kommando zurück: Jetzt kommen doch noch etliche Deutsche. Die Sportlerteams sind ganz bunt gemischt. Kein Kompanie-Zwang. Das gefällt mir. Und denen offenbar auch sehr.</p>
<p><strong>17.55 Uhr:</strong> Was mir ebenso gefällt: Wenn sie sich gegenseitig fotografieren. Hoffentlich denken sie aber an die IOC-Blogging Guidelines. Aber ich glaube, der Mann mit dem Canada-Schal wird sich heute nicht so haben. Im Grunde seines Herzens versteht der Spaß. Habe ich eigentlich mal erzählt, dass Rogge 1972 aus dem belgischen Olympiateam geschmissen werden sollte, weil er sich mächtig über Sportfunktionäre aufgeregt und diesen alten, verknöcherten Trotteln die Meinung gegeigt hat. Raoul Mollet, damals Belgiens NOK-Präsident, hat ihn rausgehauen und ihn für die Athletenkommission verpflichtet. Zunächst auf Probe. Ist dann  doch etwas Längeres draus geworden.</p>
<p><strong>18.11 Uhr:</strong> @ Chuck: Journalisten finden an ihren Plätzen einen fetten Hefter vor mit allen Details zur Feier. Ist immer so, auch bei der Eröffnung. Fernsehleute bekommen das wohl meist etwas früher, glaube ich. Damit die Moderatoren nicht ganz so unvorbereitet sind.</p>
<p>Ich finde, die drei Langläufer haben gerade eine sehr schöne Siegerehrung. Das werden sie ihren Enkeln erzählen. Hatte gar nicht mitbekommen, dass es noch eine Medaille für Deutschland gab. Nummer 30. Damit zweitbestes Olympia-Abschneiden. Ein bisschen wird es die DOSB-Helden ärgern. Denn sie tun ja immer so, als habe im Mai 2006 eine neue Ära begonnen. Sie wollten mehr Medaillen als 2002 in Salt Lake City (36).</p>
<p>Die neuen Athletenvertreter im IOC vorzustellen, ist auch eine schöne Sache. Gibt es seit 2000 in Sydney.</p>
<p>Ich vermisse meinen Dauerpartner, den Kollegen G.</p>
<p>Stichwort Sportsoldaten:</p>
<ul>
<li>Kommentar von René Hofmann in der Süddeutschen: &#8220;<a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/380/504590/text/" target="_blank">Linksrum, ab in die Halfpipe!</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Jetzt gehts nach Sotschi.</p>
<p>Diese <a title="Russlands Hymne" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hymne_der_Russischen_Föderation#Deutsche_.C3.9Cbersetzung" target="_blank">Hymne</a> habe ich schon als Kind gern gehört :) Natürlich wie alles hier: Fantastisch vorgetragen.</p>
<blockquote><p>Russland, unser geheiligter Staat.<br />
Russland, unser geliebtes Land.<br />
Tatkräftiger Wille und großer Ruhm<br />
Sei dir eigen für alle Zeit.</p>
<p><em>Refrain</em></p>
<p>Ruhmreiches Vaterland, unser freies!<br />
Brüderliche Völker, vereint seit Jahrhunderten,<br />
Von den Vorfahren überlieferte Weisheit des Volkes<br />
Ruhmreiches Land, wir sind stolz auf dich!<br />
Von den südlichen Meeren bis zum Polarkreis<br />
Erstrecken sich unsere Wälder und Felder.<br />
Einzig bist du in der Welt, so einzig,<br />
Dass von Gott die Heimaterde beschützt wird.</p>
<p><em>Refrain</em></p>
<p>Ein weiter Raum für Träume und Leben<br />
Eröffnet sich uns in den künftigen Jahren.<br />
Uns gibt Kraft unsere Treue zu unserem Vaterland –<br />
So war es, so ist es, und so wird es immer sein.</p>
<p><em>Refrain</em></p></blockquote>
<p>Kleiner Vorgeschmack auf die Spiele am Badestrand. Natürlich dürfen die Kosmonauten nicht fehlen. <a title="Waleri Gergijew" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waleri_Abissalowitsch_Gergijew" target="_blank">Waleri Gergijew</a> kommandiert seine Künstler, die in Moskau sitzen, von hier aus. Auch ganz nett. Wenn sie es bei der Musik belassen würden, die Russen, wäre das großartig. Aber so bunt. So durcheinander. Die lieben das eben.</p>
<p>Oh, Alexander Ovechkin hat sich von den letzten Nächten wieder erholt. Er ist hart im Nehmen. In den, nun ja, Tanzlokalen, wurde er stets mit mehreren Blondinen gesichtet. Ich hab&#8217;s einmal erlebt. Nähere Angaben kann der Kollege B. machen, der mehrfach Zeuge wurde.</p>
<p><strong>18.40 Uhr:</strong> Gaaaanz wichtig: John Furlong spricht nicht nur Englisch, sondern auch Französisch. Das hatte er zu Beginn noch vermieden und wurde dafür scharf kritisiert.</p>
<blockquote><p><strong>The time is come to say goodbye!</strong></p></blockquote>
<p>Um mit Furlong zu sprechen: Ja, die Welt kennt Kanada jetzt, eeh!</p>
<p>Oh je, kann mir jemand helfen? Ich bin so leicht zu beeindrucken. Joseph Blatter würde jetzt seine Unterarme freimachen und seine Gänsehaut zeigen: Can you see my emotions?</p>
<p>Es sind die Kleinigkeiten. Er sagt auch nicht einfach, ich danke den Volunteers, nein, er sagt: Blue Jackets. Geradezu liebevoll. Er sagt Blue Jackets 1 &#8211; Cypress Mountains Weather 0!</p>
<p>Auch das ist groß: Man stelle sich vor, ein deutscher Organisationschef würde sich beim Kanzler/in und Bundespräsidenten nur so bedanken: Our leaders, sitting over there &#8230; Und zeigt mit dem linken Arm rüber zur VIP-Loge.</p>
<blockquote><p><strong>To the people of Georgia: We are so sad and so sorry for your loss.</strong></p></blockquote>
<p>Standing ovations.</p>
<p>Rogge. Jetzt ohne Schal. Aber mit roter Krawatte. Hat Anne gut ausgesucht. Kumaritaschwili habe ich auch mit bescheidenen Französischkenntnissen verstanden.</p>
<p>Mir fällt gerade ein: In Sotschi hält ein neuer IOC-Präsident die Rede. Kleine Umfrage:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><strong>19.04 Uhr:</strong> Diesmal hat die Hydraulik nicht versagt: Pylonen und Feuerschale sind weisungsgemäß im Boden versunken.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7167" title="feueraus" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/feueraus.jpg" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Sehr witzig, so weit ich es verstanden habe: William Shatner, Catherine O&#8217;Hara und Michael J. Fox.</p>
<p>Nun kanadische Folklore. Bin großzügig, ist ja die Show von Gastgebern.</p>
<p>Die komplette Rede von John Furlong:</p>
<blockquote><p><strong>Closing Ceremony speech by VANOC CEO John FURLONG (CAN)</strong></p>
<p>Excellencies, Chiefs, President ROGGE (BEL), Members of the International Olympic Committee, Prime Minister, Heads of State, Premiers, Mayors, Ladies and Gentlemen, Athletes of the World</p>
<p>Good evening.</p>
<p>The 2010 Olympic Winter Games have taught us that we are not 6 billion people. We are all members of the same family. Over these remarkable 17 days we have together demonstrated the remarkable powers of sport to the human world. We have seen first hand that there is indeed a beautiful force that can unite, inspire and liberate &#8211; a force that can replace despair with hope and ignite the human spirit. This force is sport in the arena of the Olympic Games. And because we had sport here &#8211; we too had peace. And because these Games took place in the spirit of peace, they took place in the spirit of friendship.</p>
<p>But the time has come to say goodbye, to say thank you. And to perhaps compare for a moment the Canada that was with the Canada that now is.</p>
<p>I believe we Canadians tonight are stronger, more united, more in love with our country and more connected with each other than ever before. These Olympic Games have lifted us up. If the Canada that came together on Opening night was a little mysterious to some it no longer is.</p>
<p>Now you know us….eh?</p>
<p>If we were once the few we are surely now the many. That quiet, humble national pride we were sometimes reluctant to acknowledge seemed to take to the streets as the most beautiful kind of patriotism broke out all across our country; so many new and dazzling applications for the Maple Leaf &#8211; so many reasons to smile and be joyful.</p>
<p>Canadians you joined each other and our colourful international visitors in common celebration – radiant, jubilant, spontaneous, peaceful. For us you were the wind beneath our wings. You did not just cheer – rather you lived every glorious moment as if you yourselves were competing for gold. You were the bench strength we had hoped for – the difference makers at these Games.</p>
<p>Alexandre [BILODEAU, CAN - Moguls] &#8211; your first Gold Medal gave us all permission to feel like and behave like champions. Our last one will be remembered for generations.</p>
<p>To the Men and Women in the Blue Jackets, you are the undisputed heroes of these Games. The class of 2010. A perfect team – you have behaved with great dignity, poured your hearts and souls into every task. You smiled &#8211; you cheered and you filled the hearts of our visitors with friendship and goodwill. For many of you who toiled behind the scenes no thanks will ever be enough. You took on a stubborn mountain with all your might. The final result &#8211; Blue Jackets 1 Cypress Mountain Weather zero. You were tested again and again and reminded us all every day that there is no force that can sustain itself against the full thrust of a determined human heart. May your contribution here be worn as a badge of honour for the rest of your lives. For you have &#8211; through your service &#8211; defined for all to see what it is to be a proud, generous Canadian.</p>
<p><span id="more-7132"></span>To our many friends and trusted partners, we tip our hat to each of you for a magnificent contribution. To our leaders – sitting over there – full credit for believing in and empowering this great adventure. To those who built the venues, drove the buses, cooked the food, and toiled day and night to complete a million tasks &#8212; may the success of these Games be your reward for all your days to come.</p>
<p>To the people of the host region &#8211; you were magnificent. Your contribution was magical. To our International visitors you were gracious, thoughtful, spontaneous guests and very spirited fans, thank you very much. To our men and women in uniform who kept us safe – you were in a word &#8220;terrific.&#8221;</p>
<p>To the IOC – thank you for trusting us and investing so passionately in our success. It has been our great honour to host the world and we thank you for believing in our vision…we did our best. To our friends from Sochi we are in your corner and wish you every success in 2014.</p>
<p>To the people of Georgia, we are so sad and so sorry for your loss. Your unimaginable grief is shared by every Canadian and all those who have gathered here. May the legacy of your favourite son Nodar KUMARITASHVILI (GEO) never be forgotten and serve to inspire youth everywhere to be champions in life.</p>
<p>Athletes of the world you promised you would play fair and you did. At your hands and through your determination and tenacity we have felt every imaginable emotion. We have lived the agony and the ecstasy with you as if we ourselves were competing. By your example you have injected hope into the lives of youth everywhere – youth that will rise tomorrow ready to emulate you.</p>
<p>Boys and girls you will never meet now know that it is possible to achieve greatness through the power of a dream. You have set the course for the next generation of great champions. You return to your homes as the best ambassadors we have for a better world…you are the future. The youth of the world await your leadership and your example.</p>
<p>And finally to those who have watched us all over the globe we hope you enjoyed these Games and the telling of our humble Canadian story. The young men and women you sent here are coming home – you can be very proud of them.</p>
<p>The Games will have many wonderful legacies.</p>
<p>I wish but for one -that every Canadian child &#8211; be they from Chicoutimi, Moncton, Grand Prairie, Squamish or Niagara Falls &#8211; will have the chance to grow up to experience the pleasure of sport. No one left out. And that we of the Global Olympic family will not rest until the right of every child to play across this planet is secured. Good bye to you all</p>
<p>As Robert CHARLEBOIS (CAN)  said, &#8220;Farewell, you will always be my best memory.&#8221; Thank you very much, good bye. Long live Canada. Thank you, Canada. Thank you Jack [POOLE, CAN, Founding Chairman].</p></blockquote>
<p>Die Rede von Jacques Rogge:</p>
<blockquote><p><strong>Closing Ceremony speech by IOC President Jacques ROGGE (BEL)</strong></p>
<p>Dear Canadian Friends,</p>
<p>We are gathered here again this evening, in your wonderful country, after 16 unforgettable days.</p>
<p>The Olympic Games are a celebration of humanity, and together we have experienced many strong emotions.</p>
<p>We have shared the grief of an Olympic dream cut short. The memory of Nodar KUMARITASHVILI (GEO) will always be with us.</p>
<p>We have shared the joy of dreams fulfilled. We have been moved by tears of elation and tears of disappointment.</p>
<p>We have witnessed extraordinary acts of courage and exceptional determination by athletes who refused to give up.</p>
<p>Thank you to the people of Canada, for your generous hospitality, your warmth, and this unique and joyous celebration of Olympism.</p>
<p>In two weeks’ time, the remarkable Paralympic Games athletes will be able to enjoy your enthusiasm and your support.</p>
<p>Cheer them on!</p>
<p>Thank you to the thousands of marvellous volunteers. Your competency, your kindness and your smiles are worthy of a gold medal!</p>
<p>Thank you, VANOC, for an outstanding job!</p>
<p>You have done it! You have won!</p>
<p>Thank you also to the supportive public authorities, the Four Host First Nations, and the cities of Vancouver, Whistler and Richmond.</p>
<p>To the athletes of these Games, we say: You have made us proud. You are worthy role models. You have reminded us again that people from very different backgrounds can compete in a spirit of respect, friendship and fair play.</p>
<p>May we all take that spirit home with us.</p>
<p>These were excellent and very friendly Games!</p>
<p>And now, in accordance with tradition, I declare the XXI Olympic Winter Games closed, and I call upon the youth of the world to assemble four years from now in Sochi to celebrate the XXII Olympic Winter Games.</p>
<p>Thank you Canada!</p></blockquote>
<p>Ich finde, Jeff Lee (Vancouver Sun) <a title="Twitter, Jeff Lee" href="http://twitter.com/Olympicreporter" target="_blank">twittert großartig</a>.</p>
<p>Sie haben was zu bieten, die Kanadier.</p>
<p><strong>20.01 Uhr:</strong> Good night, everyone, heißt es im Stadion. Sage ich auch bzw: schönen guten Morgen auch in Deutschland. Ich werde mal sehen, was der Tag noch so an Aufgaben bietet.</p>
<p>Doswidanja!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, der letzte Tag</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/28/vancouver-der-letzte-tag/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 10:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Das Ende naht. In 20 Stunden ist alles vorbei. Für mich gibt es aber noch ein volles Programm. IOC-Session am Morgen (ab 18 Uhr MEZ), dann das Eishockeyfinale und am Abend die Abschlussfeier. Das wird stimmungsvoll. Sollte jemand Interesse an einem bescheidenen Live-Blogging von der Abschlussfeier haben &#8211; bitte melden und in die Kommentarliste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Das Ende naht. In 20 Stunden ist alles vorbei. Für mich gibt es aber noch ein volles Programm. IOC-Session am Morgen (ab 18 Uhr MEZ), dann das Eishockeyfinale und am Abend die Abschlussfeier. Das wird stimmungsvoll. Sollte jemand Interesse an einem bescheidenen Live-Blogging von der Abschlussfeier haben &#8211; bitte melden und in die Kommentarliste eintragen. Bei mehr als 30 Interessenten wird gebloggt, einen Arbeitsplatz mit Internet habe ich bekommen.</p>
<p>Und weil ich gerade so in Stimmung gerate, eröffne ich die Notizen vom letzten Tag dieser Olympischen Winterspiele mit einem Freundschaftsfoto. Andere finden sich bereits in der <a title="Die Kammer des Schreckens" href="http://jensweinreich.de/termine/kammer-des-schreckens/" target="_self">Kammer des Schreckens</a>. Ich komme gerade von einem Empfang des Koreanischen Olympischen Komitees (<a title="KOC" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korean_Olympic_Committee#Liste_der_Pr.C3.A4sidenten_des_KOC" target="_blank">KOC</a>), wo ich Gelegenheit hatte, eine Weile mit Präsident <strong>Park Yong Sung</strong> zu plaudern. Herr Park war auch mal IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nun ist er als NOK-Chef eine treibende Kraft der Olympiabewerbung von Pyeongchang 2018. Weil der Fotograf des Herrn Park ohnehin schwer beschäftigt war, hat er für mich auch gleich noch ein Foto fürs Poesiealbum gemacht.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7122" title="Park Yong-Sung (r.), Weinreich (l.)" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/park-jw-web.jpg" alt="" width="530" height="282" /></p>
<p>Die Geschichte dazu erzähle ich später. Nur falls jemand fragen sollte, ob es demnächst auch ein Freundschaftsfoto mit dem DOSB-Präsidenten gibt: Ich weiß nicht. Fürchte, dieses Versprechen kann ich gar nicht erst abgeben.</p>
<p>Was es aber hier gibt, und was ich ausnahmsweise <a title="Vancouver, Tag 15: Sechskommanull für Anni Friesinger" href="http://jensweinreich.de/2010/02/27/vancouver-tag-15-sechskommanull-fur-anni-friesinger/" target="_self">wiederhole</a>, damit es nicht untergeht: Die Bilanzen der deutschen Top-Funktionäre aus Vancouver:</p>
<p>Es spricht <strong>Bernhard Schwank</strong>, ehemals NOK-Generalsekretär, heute einer der Geschäftsführer der Münchner Olympia GmbH und Chef de Mission des deutschen Olympiateams in Vancouver:</p>
<p><a title="Schwank Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/schwank-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht das <strong>UDIOCM</strong> (FDP):</p>
<p><a title="Bach Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bach-bilanzkl.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht <strong>Michael Vesper</strong> (Grüne), DOSB-Generaldirektor und Vorsitzender des Aufsichtsrats (!) der Münchner Olympia GmbH:</p>
<p><a title="Vesper Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vesper-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Eine Mini-Bilanz von einem Frühstück mit <strong>Jacques Rogge</strong>, zu dem etwa 25 Journalisten aus aller Welt in das Westin Bayshore geladen waren, habe ich bereits für den Deutschlandfunk zusammen gefasst. Ich denke, dazu werde ich heute Abend von der Abschlussfeier noch etwas mehr schreiben.</p>
<p><a title="Bilanz Rogge" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/DLF-Bilanz-Rogge-26022010.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>11.50 Uhr:</strong> Dienstbeginn in der Hockey Arena. Habe in der Halle aber leider nur einen Sitz-, keinen Arbeitsplatz. Kann deshalb nicht viel machen. Im Sub-Pressezentrum hat gerade Premier Stephen Harper den Verkehr aufgehalten. Acht schwere Security-Jungs. Die IOC-Session musste ich leider sausen lassen. Problem: Habe die Nacht im Pressezentrum verbracht. War erst nach sieben Uhr im Hotel. Habe kurz überlegt, nach einer heißen Dusche sofort ins IOC-Hotel zu fahren, mich aber dann doch für ein Nickerchen entschieden. Schade eigentlich.</p>
<p>Wie ich sehe, bleibe ich heute Abend bei der Eröffnungsfeier arbeitslos. Nicht genug Interesse.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, Tag 15: Sechskommanull für Anni Friesinger</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 20:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Ich weiß nicht, ob es kuriosere Szenen gab bei diesen Winterspielen. Aber was Anni Friesinger-Postma da gerade aufs Eis des Olympic Oval gezaubert hat, war schon sehenswert. Ich würde sagen: Sechskommanull, ist noch mal alles gut gegangen, und in anderthalb Stunden gibt es vielleicht sogar eine Goldmedaille. Im Halbfinale des Teamwettbewerbs gegen die USA [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Ich weiß nicht, ob es kuriosere Szenen gab bei diesen Winterspielen. Aber was Anni Friesinger-Postma da gerade aufs Eis des Olympic Oval gezaubert hat, war schon sehenswert. Ich würde sagen: Sechskommanull, ist noch mal alles gut gegangen, und in anderthalb Stunden gibt es vielleicht sogar eine Goldmedaille.</p>
<p>Im Halbfinale des Teamwettbewerbs gegen die USA rutschte Friesinger gerade so ins Ziel <em>(Screenshot ARD)</em>:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7100" title="Screenshot ARD" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/friesinger1-web.jpg" alt="" width="530" height="311" /></p>
<p>In der Totalen sah das so aus.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7101" title="Screenshot ARD" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/friesinger2-web.jpg" alt="" width="530" height="328" /></p>
<p>War wirklich sehr hübsch anzuschauen, der Moment, als sie begriff, dass sie trotzdem im Finale steht. Und ich ärgere mich, dass ich von der Bilanz-Pressekonferenz im Deutschen Haus nicht eher aufgebrochen bin, um nach Richmond zurückzufahren zum Eisschnelllaufen.</p>
<p>Eine verrückte Zuspitzung <a title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">nach all dem</a>.</p>
<p>Ganz großes Kino natürlich auch im Langlauf der Frauen: Die Dreifachsiegerin Marit Björgen gegen Justyna Kowalczyk, die Björgen gerade Doping vorgeworfen hatte, oder sollten wir sagen: Medikamentenmissbrauch?</p>
<blockquote><p>&#8220;Ohne ihre Medikamente hätte sie nicht gewonnen. Marit weiß genau, dass sie ohne ihre Hilfsmittel nicht viel zu bieten hätte.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oh, ich glaube, das war nicht nur Sport. Was für ein Duell. Gold für Kowalczyk. Bin auf den Verbal-Wettbewerb gespannt.</p>
<p><strong>13.24 Uhr:</strong> Kleine Indiskretion: Ich sitze noch im Deutschen Haus. Vor mir ein Flatscreen. Gerade kommt eine Horde jener Bundespolizisten vorbei, die hier als gefühlte Hundertschaft für Ordnung und Sicherheit sorgen. Auf dem Bildschirm: der Friesinger-Sturz. Einer der Bundespolizisten im breitesten Sächsisch: &#8220;Sie hat&#8217;s versaut!&#8221;</p>
<p>Ich glaube, das war Volkes Stimme.</p>
<p><strong>14.16 Uhr:</strong> Kurz vor dem Team-ESL-Finale. Hier schon mal erste deutsche Bilanzen. Unkommentiert. Nur O-Töne:</p>
<p>Es spricht <strong>Bernhard Schwank</strong>, ehemals NOK-Generalsekretär, heute einer der Geschäftsführer der Münchner Olympia GmbH und Chef de Mission des deutschen Olympiateams in Vancouver:</p>
<p><a title="Schwank Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/schwank-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht das <strong>UDIOCM</strong> (FDP):</p>
<p><a title="Bach Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bach-bilanzkl.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht <strong>Michael Vesper</strong> (Grüne), DOSB-Generaldirektor und Vorsitzender des Aufsichtsrats (!) der Münchner Olympia GmbH:</p>
<p><a title="Vesper Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vesper-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><span id="more-7099"></span>Finale Deutschland vs. Japan mit Katrin Mattscherodt statt Anni Friesinger. Schnell 1,5 Sekunden zurück. 1,7 sogar. Große Aufholjagd, Frau Beckert. Gold für die Deutschen.</p>
<p>Und noch eine Indiskretion, die Bundespolizisten stehen hinter mir, neben mir, überall, wieder wird gesächselt: &#8220;Gottseidank ohne Friesinger! Kriegt die etwa auch eine Medaille?&#8221;</p>
<p>Klar.</p>
<p>Ein letzter Screenshot, die Auflösung des Ganzen, bevor ich mich hier verdrücke, sonst werde ich wegen fortlaufender Indiskretionen noch verhaftet.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7113" title="Screenshot ARD" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/team-web.jpg" alt="" width="530" height="318" /></p>
<p>Sage nur niemand, die Überschrift stimme nicht: Für Sechskommanull gab es früher immer Gold.</p>
<p><strong>16.29 Uhr:</strong> Transkript der Pressekonferenz.</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>Ladies&#8217; Team Pursuit: ANSCHUTZ THOMS, MATTSCHERODT, FRIESINGER-POSTMA, BECKERT (GER) &#8211; Gold</p>
<p>RICHMOND, Feb 27 &#8211; Comments from Gold medallists Daniela ANSCHUTZ THOMS (GER),  Katrin MATTSCHERODT (GER),  Anna FRIESINGER-POSTMA (GER), Stephanie BECKERT (GER) after the Ladies&#8217; Team Pursuit Final A at Richmond Olympic Oval on Saturday.</p>
<p><strong>Daniela ANSCHUTZ THOMS (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On winning Gold:</p>
<p>&#8220;I can&#8217;t describe this feeling. I have waited so long for my luck to come back, especially after the disaster of the 3000 m.&#8221;</p>
<p>&#8220;Anni&#8217;s [Anna FRIESINGER-POSTMA, GER] fall gave us the courage to go on.&#8221;</p>
<p><strong>Katrin MATTSCHERODT (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On the Ladies&#8217; Team Pursuit:</p>
<p>&#8220;It is very important. It was a very exciting day. Both the Semifinal and the Final were very close.&#8221;</p>
<p>On their victory:</p>
<p>&#8220;It will take a couple of days to digest our win. The chance to race with the team is better than just watching [in the semifinal race she was the team's reserve].&#8221;</p>
<p><strong>Anna FRIESINGER-POSTMA (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On winning Gold:</p>
<p>&#8220;My feelings are up and down. It was like a carousel. I nearly messed it up.&#8221;</p>
<p>&#8220;I dreamt of Gold. This will be a great farewell to Vancouver.&#8221;</p>
<p>On falling at the finish line in the semifinal race:</p>
<p>&#8220;I thought, &#8216;No, No, I&#8217;m falling. Oh no, oh no no no, I thought I messed up for the team.&#8221;</p>
<p>&#8220;I yelled but no one heard me, so I just kept on going. We decided last night what would happen if one of us had to drop out.&#8221;</p>
<p>On her teammate Stephanie BECKERT (GER):</p>
<p>&#8220;Stephanie BECKERT (GER) is the kick at the end. She just keeps going and going.&#8221;</p>
<p><strong>Stephanie BECKERT (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On her teammates:</p>
<p>&#8220;The girls gave me a big push.&#8221;</p>
<p>On winning another medal at the Vancouver Games:</p>
<p>&#8220;I am ecstatic with my third medal. I feel lucky.&#8221;</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 07:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Das Gesicht der Bewerbung ist müde. Willy Bogner sitzt in der Lounge II des Deutschen Hauses in Vancouver und braucht jetzt einen Kaffee. Er ist schon wieder zwölf Stunden auf den Beinen, und der Abend hat nicht einmal begonnen. Er muss noch zwei Interviews geben und in Kürze gibt es ein Essen zur Erinnerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Das Gesicht der Bewerbung ist müde. Willy Bogner sitzt in der Lounge II des Deutschen Hauses in Vancouver und braucht jetzt einen Kaffee. Er ist schon wieder zwölf Stunden auf den Beinen, und der Abend hat nicht einmal begonnen. Er muss noch zwei Interviews geben und in Kürze gibt es ein Essen zur Erinnerung an die Sommerspiele 1972 in München. Walther Tröger kommt gleich, der Bürgermeister des Olympischen Dorfes von 1972, der in Vancouver mit seinen 81 Jahren – und trotz tagelanger heftiger Zahnschmerzen – tapfer fürs Vaterland schuftet. Tröger, seit Januar IOC-Ehrenmitglied, damit nicht mehr stimmberechtigt und also relativ unabhängig, blüht wieder auf. Denn München ist seine olympische Liebe. Er umgarnt die älteren IOC-Mitglieder, von denen es viele gibt, und er führt seinen Kumpel Willy Bogner (68) in diesen bizarren Zirkel ein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7077" title="DFL wirbt für München 2018 (c) München 2018 GmbH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/dfl_muc2018_trikot-web.jpg" alt="" width="530" height="351" /></p>
<p>So eine Olympiabewerbung ist eine anstrengende Sache. Jeden Morgen um 7.30 Uhr lässt Thomas Bach, IOC-Vizepräsident und Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), seine Pappenheimer aufmarschieren. Dann werden im Deutschen Haus die großen Themen und winzige Details besprochen. Die Deutschen sind gründlich.</p>
<p>Nach dieser Präsidialrunde schwärmen sie aus, um IOC-Mitglieder zu treffen und zu antichambrieren. „Mehr als 90 IOC-Mitglieder habe ich bisher gesprochen“, sagt Bogner. Ein Dutzend werden in Vancouver dazu kommen. Im Jacket hat er stets ein kleines Büchlein mit Passfotos, Funktionen und wichtigsten Infos über die Zielpersonen. Sehr hilfreich. Nach jedem Treffen werden Notizen gemacht. Wer, wann, wo, mit wem, was wurde besprochen? „Ich muss mich doch daran erinnern können, und die anderen müssen das wissen.“</p>
<p>Die Notizen werden von der Olympia GmbH zentral erfasst, sagt Bogner. Man hat ihm erklärt, dass das mal ein heikles Thema war in einer deutschen Bewerbung: Denn Berlin, das sich damals um Olympia 2000 bewarb, hatte Anfang der neunziger Jahre auch Bemerkungen über sexuelle Orientierungen von IOC-Mitgliedern zusammen getragen. Deshalb fügt Bogner flink an: „Wir stellen nichts Regelwidriges zusammen! Selbst wenn man diese Datei finden würde, steht da nur drin, mit wem wir geredet haben. Wir haben da keine Angst.“</p>
<p>Im Fokus der Medien stehen vornehmlich Olympiasiegerin <a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/2009/07/09/zielgruppenoptimierung-munchen-2018-verpflichtet-das-schonste-gesicht-des-sozialismus/" target="_self">Katarina Witt</a> und der <a title="World of Bogner" href="http://www.bogner.com/en/WORLD-OF-BOGNER/WILLY-BOGNER-FILM#/de/Home" target="_blank">Textilfabrikant</a> <a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks ..." href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">Bogner</a>. Bei beiden verschwimmt vieles. Die Witt ist ja eigentlich als ARD-Mitarbeiterin vor Ort, co-kommentiert, schreibt ein <a title="www.katarina.de" href="http://www.katarina.de/newstermine/details/article/buuhhuuhhhaahhh.html" target="_blank">Blog</a>, dreht bunte Fernsehschnipsel, ist Olympia-Lobbyistin. <a title="Bogner Junior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Bogner_junior" target="_blank">Bogner</a> war selbst Olympia-Skifahrer, wie sein <a title="Bogner Senior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Bogner_senior" target="_blank">Vater</a>, der 1936 bei den Nazi-Spielen in Garmisch-Partenkirchen den olympischen Eid sprach. Bogner Junior stattet seit Jahrzehnten deutsche Olympiamannschaften aus, hat mal an James-Bond-Filmen mitgewirkt, vor drei Jahren für Sotschi ein Bewerbungsfilmchen produziert, und außerdem hat er mit seiner brasilianischen Frau Sonia eine Wette laufen: 2016 wollen die beiden die Sommerspiele in ihrer Heimat Rio erleben, 2018 in Bogners Heimat die Winterspiele in München.</p>
<p>Katarina Witt und Willy Bogner sind die so genannten Gesichter der Bewerbung. Aber sie machen das, was ihnen andere sagen. Denn Boss des Ganzen ist Thomas Bach. Und im Hintergrund arbeitet ein Team mit einer im sportpolitischen Deutschland nie dagewesenen Vernetzung. Ich habe es <a title="München vs. Pyeongchang: Spin doctors und andere Berater" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">kürzlich schon angedeutet</a>. Hier noch einige Beispiele:</p>
<p>Frau Merkel spielt eine zentrale Rolle. Nicht die Kanzlerin, über deren Unterstützung Bogner stets in höchsten Tönen redet. Nein, Katrin Merkel, DOSB-Abteilungsleiterin Internationales. Seit drei Jahren ist sie die rechte Hand des DOSB-Präsidenten auf Reisen. Sie kennt alle IOC-Mitglieder und deren bessere Hälften, vor allem: Man kennt sie ebenfalls. Katrin Merkel weiß, wer mit wem und wieso und warum, nimmt am Damenprogramm teil, koordiniert, zieht die Fäden, kümmert sich um Kleinigkeiten: Bezahlt mitunter Bachs Rechnungen an der Bar, und wenn der Ire Patrick Hickey, IOC-Mitglied und Chef der europäischen NOK-Vereinigung, hurtig ins Deutsche Haus schreitet, um seinen Alliierten Bach zu treffen, dann nimmt Frau Merkel selbstverständlich die Garderobe entgegen.</p>
<p>Jeder hat seine Aufgaben. Da greift ein Rädchen ins andere.</p>
<p>Für die internationalen Medienkontakte wurde der Engländer Jon Tibbs verpflichtet. Seine Mitarbeiterin Séverine Hubert betreut auch IOC-Mitglieder. Auf derlei Kontakte spezialisiert ist Carlos Garcia aus Uruguay. Garcia war bis vor kurzem Vizepräsident des Weltverbandes der Sportjournalisten (AIPS) und ist schon etliche Jahre in der Bewerbungsbranche tätig. Nun ist er Experte für die Latino-Fraktion, für Südamerikaner, Spanier, Italiener. „Der Carlos macht gute Arbeit“, sagt Bogner.</p>
<p>Walther Tröger kümmert sich um die Routiniers. Thomas Bach um alle.</p>
<p>Als graue Eminenz stets zugegen ist Bachs Freund Dieter Kühnle, ebenfalls ein ehemaliger Journalist, wie Garcia. Kühnle ist ein Beobachter, der vielfältige Lebenssachverhalte und &#8220;den Thomas&#8221; zu schätzen weiß. Er hat stets auch die Medien im Blick, und man fragt sich, ob er vielleicht sogar den einen oder anderen Reporter beeinflussen könnte, wenn er denn wollte. Nur mal so eine Frage.</p>
<p>Dieter Kühnle war mal Chefredakteur des Sportinformationsdienstes und zeitweise Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer. Vor allem aber ist er Verbindungsmann zwischen <a title="Daimler und das IOC: Entwicklungshilfe und Sportförderung" href="http://www.daimler.com/dccom/0-5-1096066-49-1101419-1-0-0-1161484-0-0-135-7145-0-0-0-0-0-0-0.html" target="_blank">Daimler und dem IOC</a>, konzentriert sich auf das Entwicklungshilfeprogramm und hat beispielsweise schon mehr als 100 Kleinbusse in Dritte-Welt- und Schwellenländern übergeben. Oft gemeinsam mit Bach. Aber nicht immer, darauf legt er Wert. Auf einer Liste des IOC, in welchen Ländern wann mit welchen IOC-Mitgliedern Kleinbusse und andere Gaben überreicht wurden, steht der Name Bach tatsächlich nicht hinter jedem Termin &#8211; sondern nur einige Male.</p>
<p>Kühnle hat viele Dutzend IOC-Mitglieder daheim besucht, er kennt Geschichten und Schicksale. Ich finde, er ist wichtig für diese Geschichte. Und er steht, neben einigen anderen, die noch nicht genannt wurden, für ein Teilchen des Beziehungsnetzwerks im großen olympischen Puzzle, das, wenn es gelöst ist, im Juli 2011 (auf der <a title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/2009/08/04/munchen-2018-der-weg-nach-durban/" target="_self">IOC-Session in Durban</a>) nicht nur München die Winterspiele 2018 beschert haben soll, sondern zwei Jahre später (auf der IOC-Session in Buenos Aires) auch Thomas Bach die IOC-Präsidentschaft.</p>
<p>Das ist der Masterplan, <a title="Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">über den sie nicht gern reden</a>. Den es vielleicht gar nicht gibt, diesen Masterplan, was weiß ich schon von Lebenssachverhalten, die sich zufällig ergeben könnten.</p>
<blockquote><p>Kleiner Einschub. Es ist <a title="Olympia 2018, die Ausgangslage: Pyeongchang vor Pyeongchang vor Pyeongchang" href="http://jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/" target="_self">mal wieder Zeit für eine Wasserstandsmeldung</a>, nach bestem Wissen (beschränkt) und Gewissen (sauber). Ich sage heute:</p>
<p>1) <strong>München ist gefühlter Front-runner im Wettbewerb um die Winterspiele 2018</strong>, rund sechzehn Monate vor der Abstimmung. München arbeitet sehr gut und versucht, eine Idee zu verkaufen. Wogegen Pyeongchang, die Koreaner überhaupt, noch mit sich selbst beschäftigt sind, nicht in die Gänge kommen und sogar Schwierigkeiten haben, eine Botschaft zu verkaufen. Sie müssen sich sputen und ein Momentum entwickeln. (Demnächst werde ich versuchen, mal eine Rangliste anhand olympischer Kriterien vorzulegen.)</p>
<p>2) Thomas Bach hat momentan keinen ernsthaften Konkurrenten um den IOC-Thron. <strong>Müsste die Sache heute entschieden werden, wäre das UDIOCM IOC-Präsident.</strong> Ich bin gespannt, ob sich da überhaupt noch etwas tut.</p>
<p>3) <strong>Im Moment sieht vieles danach aus, als könnte das olympische Doppel 2011/2013 gelingen.</strong> Zwar gibt es auch in München viele, die Bach misstrauen, die Angst haben, ob das eine mit dem anderen vermischt werden könnte, all diese Lebenssachverhalte, doch es deutet kaum etwas darauf hin, dass Bach sich nicht energisch für München engagieren würde. Ganz im Gegenteil. So hat man ihn noch für keine deutsche Olympiabewerbung strampeln sehen.</p></blockquote>
<p>Ich finde, es könnte weiter abgestimmt werden:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><span id="more-7069"></span>Neben Frau Merkel sind noch andere Frauen sehr wichtig für die Bewerbung und die Karriere des UDIOCM. Seine Sekretärin zum Beispiel, hochprofessionell steht sie mitten im olympischen Familienleben, und seine Frau Claudia, die in letzter Zeit erstaunlich offensiv agiert und bei vielen Anlässen aktiv einschreitet. Das war nicht immer so. Manche sagen, Claudia Bach habe in vielerlei Hinsicht Stil entwickelt und sei bereits präsidiabel.</p>
<p>Für die an Lebensjahren jungen Mitglieder ist Claudia Bokel zuständig. Die ehemalige Fecht-Weltmeisterin kam im Sommer 2008 über die Athletenkommission ins IOC. Es geht um 15-20 Stimmen, wenngleich es der vielsprachigen Bokel sicher nicht gelingen wird, alle zu überzeugen. Kürzlich betreute sie im Deutschen Haus Südkoreas Olympiasieger Dae Sung Moon. Dessen Problem ist: Er verträgt nicht viel Alkohol, verbringt aber täglich viele Stunden in Lounges und Suiten, wo ihm stets Drinks gereicht werden. Moon wird manchmal etwas lauter, um nicht zu sagen: ruppiger. Er ist eigentlich ein netter Kerl, aber er kommt aus dem Taekwondo-Sport, vielleicht liegt es daran.</p>
<p>Von Willy Bogner würde man derlei Geschichten nie hören. Vermintes Terrain, zu gefährlich. Er bevorzugt aalglatte, politisch korrekte Sätze. Etwa: „Es gilt, das größte Medien-Event der Welt in unser Heimatland zu holen. Ein Event mit unglaublichem Werbe-Effekt, um unser Land sympathisch und sportlich darzustellen.“</p>
<p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in „konstruktive Kritiker, die man überzeugen kann“ und „Fundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernünftig reden kann“. Im IOC sei man es gewohnt, „<a title="18 Gründe gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten“.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem Gespräch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der Realität orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Öffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<ul>
<li><a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a></li>
</ul>
<p>Er sagte, natürlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste. Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur Hälfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiß niemand, was aus Lausanne überwiesen werden könnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p>
<p>Willy Bogner sieht in München und Umgebung keine wirklichen Probleme. Dass in Deutschland heftig über die unglücklichen Auftritte von <a title="Olympia mit Christian, Björn und Heidi" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">Christian Ude</a> und Horst Seehofer in Vancouver diskutiert wurde, nimmt er gelassen. „Da wurden aus Mücken Elefanten gemacht.“</p>
<p>Schon ist sie um, die halbe Stunde mit Willy Bogner im Beisein von zwei Medienbetreuern (Simone Seefried/Olympia GmbH, Christian Klaue/DOSB), die wissen, dass ihr Klient keinen Fehler gemacht hat. Es wartet bereits der nächste Journalist.</p>
<p>Und draußen im Flur treffe ich Walther Tröger. &#8220;Wie war&#8217;s mit Willy&#8221;, will er wissen. Bisschen zu friedlich, entgegne ich, Bogner habe seine Lektionen gelernt und gebe sich keine Blöße. Damit ist Tröger sehr zufrieden. „Der Willy lernt schnell“, sagt Tröger und dehnt ein breites olympisches Grinsen. Dann dreht er ab.</p>
<p>Er muss die Tischordnung für das Abendessen mit IOC-Mitgliedern prüfen.</p>
<p><em>(Eine Kurzfassung dieses Beitrages findet sich in der <a title="Stuttgarter Zeitung" href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2400966_0_9223_-olympia-2018-muenchen-und-die-charmeoffensive.html" target="_blank">Stuttgarter Zeitung</a>.)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, Tag 13</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/25/vancouver-tag-13/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 00:31:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Gleich spielt Kanada gegen Russland. Es hätte das Endspiel sein sollen. Kann mir das leider nicht live anschauen, weil ich ausgerechnet während des Matches einen Termin mit Willy Bogner habe. Lesebefehl für zwischendurch: Thomas Hahn auf sueddeutsche.de: &#8220;Trügerische Sauberkeit&#8220;. Über Rasmus Damsgaard, Blutprofile, zerstörte B-Proben, Dopingkontrollen in Vancouver, das IOC und die Glaubwürdigkeit von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Gleich spielt Kanada gegen Russland. Es hätte das Endspiel sein sollen. Kann mir das leider nicht live anschauen, weil ich ausgerechnet während des Matches einen Termin mit Willy Bogner habe.</p>
<p>Lesebefehl für zwischendurch:</p>
<ul>
<li><strong>Thomas Hahn</strong> auf sueddeutsche.de: &#8220;<a title="sueddeutsche.de: &quot;Trügerische Sauberkeit&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/29/504243/text/" target="_blank">Trügerische Sauberkeit</a>&#8220;. Über Rasmus Damsgaard, Blutprofile, zerstörte B-Proben, Dopingkontrollen in Vancouver, das IOC und die Glaubwürdigkeit von Statistiken.</li>
</ul>
<p>Es gibt <strong>zwei neue IOC-Mitglieder</strong> und damit ausnahmsweise mal eine gute sportpolitische Nachricht für die Amerikaner. Das komplette Ergebnis der Athletenwahlen habe ich noch nicht. Das IOC sagt:</p>
<blockquote><p><a title="Adam Pengilly" href="http://www.adampengilly.com/" target="_blank">Adam Pengilly</a> from Great Britain (bobsleigh) and <a title="Angela Marie Ruggiero" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Angela_Ruggiero" target="_blank">Angela Marie Ruggiero</a> from the USA (ice hockey) have been elected to the Athletes’ Commission of the International Olympic Committee (IOC) by their peers at the Vancouver 2010 Olympic Games for a term of eight years. During this period, they will also serve as IOC members, bringing the athletes&#8217; voice right to the heart of the Olympic Movement. The announcement was made today at Vancouver’s Olympic Village by Anita L. DeFrantz, Chairwoman of the Election Committee and IOC member. The election was held over the past 19 days in the Olympic Villages in Vancouver and in Whistler.</p>
<p>Adam Pengilly was elected with 615 votes, followed by Angela Marie Ruggiero with 605 votes. The two new members will replace Pernilla Wiberg and Manuela Di Centa, who were elected to the Athletes’ Commission at the Games in Salt Lake City in 2002, and have come to the end of their term of office. Pengilly and Ruggiero will be officially introduced at the Closing Ceremony of the Vancouver 2010 Olympic Winter Games on 28 February.</p>
<p><strong>Eligibility and Voting Criteria</strong></p>
<p>Some 1,965 athletes – 75.3 per cent of all eligible voters &#8211; chose from among nine candidates from as many countries. The votes had to be cast for two different athletes from two different sports. All the candidate athletes had to be presented by their National Olympic Committee, which was required to have a properly formed Athletes’ Commission that selected the candidate. In order to be eligible, the candidates had to be 18 years or older on 24 February 2010, have participated either in the Olympic Games in Turin in 2006 or in Vancouver in 2010, and have never been found guilty of a doping offence during their sports career.</p></blockquote>
<p><strong>16.58 Uhr:</strong> Ob sich die Russen davon erholen? Dreinull Kanada nach dreizehn Minuten.</p>
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		</item>
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		<title>Vancouver, Tage 11/12: Human Growth Hormon</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/24/vancouver-tage-1112/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 00:09:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Nach drei Wochen ist es endlich zu dem von einigen schamlosen Lesern sehnsüchtig erwarteten Treffen gekommen. (Ich fühle mich von Gua, sternburg, cf und anderen erpresst.) Da hier ja vor allem humorloser Qualitätsjournalismus geboten werden soll, werden Peinlichkeiten in die Kammer des Schreckens verbannt. Mit viel gutem Willen ließe sich auch sagen: Flauschcontent gibts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Nach drei Wochen ist es endlich zu dem von einigen schamlosen Lesern sehnsüchtig erwarteten Treffen gekommen. (Ich fühle mich von <em>Gua</em>, <em>sternburg</em>, <em>cf</em> und anderen erpresst.) Da hier ja vor allem humorloser Qualitätsjournalismus geboten werden soll, werden Peinlichkeiten in die <a title="Kammer des Schreckens" href="http://jensweinreich.de/termine/kammer-des-schreckens/" target="_self">Kammer des Schreckens</a> verbannt. Mit viel gutem Willen ließe sich auch sagen: Flauschcontent gibts nebenan.</p>
<p><strong>16.43 Uhr:</strong> Zum ersten <strong>Nachweis des Wachstumshormons HGH</strong> bei einem Doper, zu dem hier bereits freundlicher Weise <a title="Ten years after: die Gründung der WADA" href="http://jensweinreich.de/2009/11/10/ten-years-after-grundung-der-wada/" target="_self">etliche Links zusammengestellt wurden</a> (der Zusammensteller mag seinen Namen nicht so oft lesen und will gar nicht gelobt werden), habe ich eine Kleinigkeit für <a title="FTD: Dopingfund elektrisiert die Sportwelt" href="http://news.google.de/news/url?sa=t&amp;ct2=de%2F0_0_s_0_0_t&amp;ct3=MAA4AEgAUABqAmRl&amp;usg=AFQjCNEfq_wztCMKAP8O2-6kLsQfn-mW3A&amp;sig2=qR9Th1CToTk-TfdkdICNkw&amp;cid=8797377697278&amp;ei=VHKES9ihB5HGlQTT9oroAw&amp;rt=SEARCH&amp;vm=STANDARD&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.ftd.de%2Fsport%2Fsportmix%2F%3Aneues-hormon-im-sport-dopingfund-elektrisiert-die-sportwelt%2F50079259.html" target="_blank">Zeitungen</a> gedichtet:</p>
<p>Die Meldung kommt aus England, hat zunächst nicht mit Olympia zu tun, doch sie elektrisiert die Branche. Zum ersten Mal ist das gentechnische hergestellte Wachstumshormon HGH nachgewiesen worden, das seit Anfang der 1980er Jahre im olympischen Hochleistungssport eingesetzt wird. Im November wurde im Blut des englischen Rugbyprofis <a title="BBC" href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/rugby_league/super_league/wakefield/8528477.stm" target="_blank">Terry Newton</a> nach einer unangemeldeten Trainingskontrolle HGH entdeckt. Vergangenen Freitag akzeptierte Newton die von der britischen Antidopingagentur UKAD ausgesprochene zweijährige Sperre. Am Montagabend gab die Weltagentur WADA den Fall bekannt. <a title="UKAD" href="http://www.ukad.org.uk/docLib/Drugs_findings_descisions/UKAD_Written_Decision_Ref_230.pdf" target="_blank">UKAD-Chef Andy Parkinson</a> sprach von einem Durchbruch in der Dopingbekämpfung. „Das ist eine deutliche Nachricht an alle, die HGH für Dopingzwecke missbrauchen“, sagte <a title="WADA" href="http://www.wada-ama.org/en/News-Center/Articles/WADA-Statement-on-First-Worldwide-Human-Growth-Hormone-Case/" target="_blank">WADA-Generalsekretär David Howman</a>: „Letztendlich erwischen wir sie!“ <em>(Habe mich natürlich auch um ein Gespräch mit Howman bemüht, der schon wieder in Montreal ist. Hat leider bis zur Veröffentlichung des Beitrages nicht geklappt. Strasburger erreichte ich heute morgen zu Dienstbeginn in der Charité.)</em></p>
<p>Jener Mann, der den HGH-Nachweis schon <a title="Detection of doping with human growth hormon" href="http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(99)00775-8" target="_blank">1999 mit seinem Forscherteam</a> an der Ludwig-Maximilian-Universität München entwickelt hat, erfuhr vergangenen Freitag vom Fahndungserfolg. „Das war nur eine Frage der Zeit“, sagt Professor Christian Strasburger, inzwischen als Endokrinologe an der Berliner Charité tätig. „Ich habe immer gesagt, dass der Test funktioniert. Das Entscheidende sind die unangekündigten und intelligenten Trainingskontrollen.“</p>
<p>HGH wird gespritzt und hat, wenn es in der Blutzirkulation angekommen ist, eine sehr kurze Verweildauer. Es entfaltet seine Wirkung zwar über mehrere Wochen, ist aber nur einen Tag, maximal 36-48 Stunden lang nachweisbar. In der Regel wird HGH mit anderen Stoffen kombiniert. Überraschend sei für ihn nur, dass der Rugbyprofi Newton die verbotene HGH-Kur sofort zugegeben hat. „Besonders von Radprofis ist man anderes gewohnt“, sagt Strasburger, „manche leugnen ihr ganzes Leben lang.“</p>
<ul>
<li>WADA: <a title="WADA" href="http://www.wada-ama.org/en/Resources1/Q-and-A/Q-A-Human-Growth-Hormone/" target="_blank">Q &amp; A on Human Growth Hormon</a></li>
<li>WADA: <a title="Play True zu HGH Nachweis" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/PlayTrue2007_SummerResearch_15-18_EN.pdf" target="_blank">Play True: The Researcher&#8217;s Perspective</a> (pdf, 4 Seiten)</li>
<li>Übersicht <a title="Institut für Biochemie DSHS" href="http://www.dshs-koeln.de/biochemie/frameset.html" target="_blank">Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln</a> (Antidopinglabor, Wilhelm Schänzer)</li>
</ul>
<p>In Vancouver kursierten Gerüchte, wonach weitere Athleten mit dem Human Growth Hormon (HGH) erwischt worden sein sollen. Die Deutsche Presse-Agentur führte den Brasilianer Eduardo de Rose aus der Medizinkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als Zeugen an: „Es gibt noch mehr Fälle als den Rugbyspieler.“</p>
<p>Christian Strasburger kennt <strong>einen weiteren Fall</strong>.</p>
<blockquote><p>“Also ich weiß von einem Athleten, dessen Probe auch positiv getestet wurde, und das Ergebnis wurde auch als positiv deklariert. Ich habe keine Ahnung, aus welcher Disziplin und aus welchem Land, ich habe nur die Testergebnisse gesehen. Dieser Athlet hat eine so genannte <a title="NADA: Medizinische Ausnahmegenehmigungen" href="http://www.nada-bonn.de/medizin/medizinische-ausnahmegenehmigungen-tue/" target="_blank">TUE, Therapeutic Use Exemption</a>, eine Ausnahmegenehmigung. Das heißt, ihm wurde eine Probe abgenommen, die Probe wurde ins Labor geschafft, das Labor hat gesagt: Hier ist was faul, der hat offenbar künstliches Wachstumshormon an Bord. Sie haben das dem Verband geschickt. Der Verband hat gesagt: Ja, ja, das darf der auch, der hat eine ärztliche Genehmigung, der braucht das als Medizin.&#8221;</p></blockquote>
<p>Prominentester Sportler, der sich legal mit HGH behandeln ließ, ist <a title="Zeit online: Die Hummel, die nicht fliegen darf" href="http://www.zeit.de/2009/27/Messi-27?page=all" target="_blank">Lionel Messi</a>, aktueller Weltfußballer des Jahres. Ihm wurde als Jugendlicher beim FC Barcelona jahrelang dieses Wachstumshormon gespritzt. Er war damals mit der ganzen Familie aus Argentinien übergesiedelt, nachdem Barcelona garantiert hatte, die Kosten für die Behandlung zu übernehmen.</p>
<p>Christian Strasburger begann 1996 mit der Arbeit am HGH-Nachweis. Sein internationales Team, zu dem auch Martin Bidlingmaier gehörte, legte 1999 die Methode vor. Es dauerte weitere fünf Jahre inklusive einiger sportpolitischer Scharmützel, bis der Test 2004 bei den Sommerspielen in Athen erstmals in kleinerem Rahmen bei etwa 150 Blutproben eingesetzt wurde. Auch in Turin (Winter 2006) wurden Blutproben auf HGH überprüft. <a title="Jagd auf die Hormonsünder" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,572130,00.html" target="_blank">In Peking (Sommer 2008)</a> wurde das Programm ausgeweitet. Probleme mit dem Strasburger-Test gab es bis 2008 auch deshalb, weil der WADA nacheinander drei Firmen absprangen, die mit der Herstellung der Test-Sets beauftragt worden waren. Die Firmen fürchteten Schadenersatzforderungen gedopter Athleten in den USA. Nicht nur im olympischen Sport, vor allem in den großen nordamerikanischen Profiligen sind Cocktails mit Wachstumshormon und anderen Drogen ein Renner.</p>
<p>Inzwischen sind die meisten der weltweit 35 von der WADA akkreditierten Kontrolllabore in der Lage, HGH zu detektieren. Während der Winterspiele in Vancouver hat wie immer bei Olympia das IOC die Hoheit über die Dopingkontrollen. Die WADA stellt lediglich so genannte unabhängige Beobachter. Für Vancouver waren 450 Blutkontrollen und mehr als 2000 Urintests bei insgesamt rund 2700 Sportlern geplant.</p>
<p>Ist die erstmalige Überführung eines HGH-Dopers tatsächlich ein Durchbruch in der Dopingbekämpfung, wie nun viele Funktionäre behaupten? Es ist vor allem ein symbolischer Erfolg. Denn es gibt etliche Wachstumsfaktoren, die nicht alle nachzuweisen sind.</p>
<p><strong>17.56 Uhr:</strong> Kollege G. mailt ein neues Foto von seiner großen Liebe, von der <a title="Vancouver, Tag 1: Jacques die Möwe" href="http://jensweinreich.de/2010/02/12/vancouver-tag-1-jacques-die-mowe/" target="_self">Möwe</a> <a title="Vancouver, Tag 7" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/vancouver-tag-7/" target="_self">Jacques</a>. Sage nur niemand, es handele sich nicht um einen echt olympischen Vogel:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7057" title="Jacques die Möwe, Vancouver, 23. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jacques3.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Online-Gebühren: Über den Wert von Qualitätsjournalismus</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/22/online-gebuhren-uber-den-wert-von-qualitatsjournalismus/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 10:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bezahlsysteme]]></category>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Kurz und schmerzlos: Ab heute erhebe ich Gebühren. Ich nenne das einfach mal so. Ich sage: Hier gibt es Journalismus, den es so kaum woanders gibt. Ich frage: Ist das etwas wert? Was ist es wert? Was ist es Ihnen wert? Was ist es Euch wert? Was ist es Dir wert? Obwohl mich einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Kurz und schmerzlos: Ab heute erhebe ich Gebühren. Ich nenne das einfach mal so. Ich sage: Hier gibt es Journalismus, den es so kaum woanders gibt. Ich frage: Ist das etwas wert? Was ist es wert? Was ist es Ihnen wert? Was ist es Euch wert? Was ist es Dir wert?</p>
<p>Obwohl mich einige Leser mehrfach aufforderten, habe ich diese Entscheidung immer wieder hinausgezögert. Ich wollte immer erst etwas bieten, immer mehr bieten, auch jetzt aus Vancouver, um dann anzubieten, für das Gebotene einen Obolus entrichten zu können. Mehr nicht.</p>
<p>Ich will das allerdings nicht tun, ohne einige Notizen und bestenfalls sogar Gedanken nachzuschieben.</p>
<p>Viel wird über die Zukunft des Journalismus geschrieben. Viel Gutes. Viel Kluges. Viel Hilfloses. Viel unsagbar Dummes. Ich halte allerdings wenig davon, derlei Betrachtungen allgemein anzustellen. Journalismus ist immer konkret, finde ich. Und deshalb will ich nicht neunmalklug über eine Branche schwadronieren, in der es angeblich keine einflussreichen Blogs gibt (um mal nur ein kürzlich vorgebrachtes Argument zu nennen), will mir nicht anmaßen, Journalisten zu erzählen, was sie meiner Meinung nach zu tun hätten, das müssen sie schon selber wissen, will mich nicht als Berater aufdrängen, auch wenn ich glaube, einiges über die Verbindung von Recherchejournalismus und neuen medialen Möglichkeiten erzählen zu können &#8211; sondern ich muss zwangsläufig das eigene Schaffen thematisieren. Alles andere wäre etwas unaufrichtig und würde sich auch nicht mit meinem Verständnis von Journalismus im dritten Jahrtausend decken.</p>
<p>Ich bin Dienstleister. Mein Thema sind nicht bunte Multimedia-Präsentationen über Journalismus. Meine Dienstleistung <a title="Unter Druck" href="http://jensweinreich.de/2008/02/18/unter-druck/" target="_self">nennt sich Journalismus</a>, <a title="Vita" href="http://jensweinreich.de/vita/" target="_self">in allen möglichen Medien</a>. Für diese Dienstleistung können meine Leser und Diskussionspartner eine Online-Gebühr entrichten. <strong>Dafür setze ich künftig Bezahlbuttons in Artikel.</strong></p>
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<p>Das ist nichts Neues, das ist nicht sonderlich originell. Das haben andere auch schon getan und wieder sein lassen. Wer nichts zahlen möchte, weil ihm die Dienstleistung nicht gefällt, weil sie ihm nicht gut genug ist oder gar, obwohl sie ihm nützlich erscheint, trotzdem nichts zahlen möchte, weil er sich sagt: das Zeug gibt es doch sowieso umsonst; der hat Argumente, die ich schwerlich entkräften kann. Wahrscheinlich werde ich so verrückt sein und weiter täglich viele Stunden in dieses Projekt investieren – und in das nächste.</p>
<p>Auf das fundamentale Problem der Branche finden Verlage kaum Antworten (sofern sie sich wirklich für die Antwort auf genau diese Frage interessieren), was ist da schon von einem freien Journalisten zu erwarten. Die Frage lautet:</p>
<p><strong>Wie lässt sich Qualitätsjournalismus finanzieren?</strong></p>
<p>Antworten darauf muss jeder selber finden. Oder sich einen anderen Job suchen.</p>
<p>Die Frage interessiert mich brennend, und sie hat mich schon lange interessiert, bevor ich mich entschlossen habe, frei zu arbeiten und die sensationellen Online-Möglichkeiten zu erschließen.</p>
<p>Kaum ein neues Medium, online und offline, hat in den vergangenen Jahren über sportpolitische Themen derart intensiv und umfassend berichtet, wie dieses Blog. Manche werden diese Behauptung als Anmaßung empfinden. Das Tolle am Journalismus ist aber auch, und das wird oft vergessen: Es lässt sich belegen. Mit allen Fehlern und Schwächen.</p>
<p>Ich bin nicht wirklich großmäulig, nur selbstbewusst, wenn ich sage: Dieses Blog setzt Themen. Dieses Blog wird wahrgenommen – von Kommunikatoren und von jenen, über die ich berichte, den internationalen Sportverbänden, weit über den deutschen Sprachraum hinaus. Dieses Blog nervt so manchen selbst ernannten Kommunikationsherrscher. Mehr nicht, aber eben auch nicht weniger. Die Rückmeldungen auf vielen Kanälen sind überaus erstaunlich.</p>
<p>Journalismus kostet Zeit. Journalismus kostet Kraft. Journalismus tut weh. Journalismus macht Spaß. Journalismus ermüdet. Journalismus kostet Geld.</p>
<p>Journalismus, der sich mit internationaler Sportpolitik beschäftigt, bedeutet: Bruder Google allein tut es nicht. Man muss auch manchmal vor Ort sein und seinen Stiernacken zeigen. In Lausanne, in Kapstadt, in Berlin, in Zürich, in München, in Vancouver. Präsent sein, beobachten, reden, fragen, dokumentieren, recherchieren. Das ist nicht Urlaub, sondern Kärrnerarbeit. Das machen wenige. Und das ist zum Beispiel der Grund, dass einige Figuren, die im Milliardengeschäft mit den olympischen Ringen oder dem FIFA-Weltcup zentrale Positionen einnehmen, im deutschen Sprachraum fast nur hier regelmäßig begleitet werden.</p>
<p>Journalismus ist ein verzehrendes Geschäft geworden. Aber dieses Geschäft macht noch immer Spaß. Und ich bin altmodisch genug zu sagen: Dieser Berufsstand hat eine Verpflichtung. Die heißt schlicht: Öffentlichkeit herstellen. Nichts anderes interessiert mich. Nie zuvor war das so gut möglich wie im Internet. Ich blogge, also bin ich. Journalist, Blogger, bloggender Journalist, journalistischer Blogger – für mich gibt es da keinen Unterschied. Ich habe Preise bekommen als Journalist und als Blogger, und ich amüsiere mich darüber, wie man mich bezeichnet. Für manche ist das irritierend.</p>
<p>Journalismus heißt für mich: Dialog. Diskutieren. Lernen. Vernetzen. Fehler eingestehen und korrigieren. Quellen offenlegen, solange nicht Quellenschutz gewährleistet werden muss, weil Hinweisgeber sonst Probleme bekommen. Journalismus heißt für mich: Wissen weitergeben. Verlinken. Dokumente zur Diskussion stellen. Einordnen. Erklären. Analysieren. Kommentieren. Berichten. Recherchieren. Dranbleiben. Beißen. Oder es wenigstens versuchen.</p>
<p>Journalismus heißt: Den Arbeitsprozess transparent gestalten. Den Leser/Hörer/Zuschauer/Diskussionspartner/Experten mit nehmen auf die Reise und immer auch erklären, wie ein Produkt entstanden ist. Ich liebe und lebe das.</p>
<p>Es heißt auch, mit einer Fachkompetenz, die man sich erarbeiten kann, den Lotsen zu spielen, den Moderatoren.</p>
<p><span id="more-7020"></span>Ich mache diesen Job inklusive Volontariat und Studium seit mehr als zwei Jahrzehnten, wobei ich die ersten drei Jahre – die Ausbildung zum sozialistischen Propagandisten, Agitator und Organisator – nicht als Journalismus bezeichnen mag, sondern nur als wichtige Erfahrung, die dazu beigetragen hat, dass ich so arbeite, wie ich arbeite, dass ich mich ungern einspannen und einlullen lassen, dass mich Taten mehr interessieren, als Funktionen, dass ich Kompromisse hasse, keine Zeit zu verlieren habe und, so glaube ich, eine gesunde Respektlosigkeit vor jenen entwickelt habe, die in Machtpositionen agieren. Ungeachtet aller Unsicherheiten und finanzieller Turbulenzen, die die Branche erschüttern, ist dies die spannendste Phase, die ich erlebe. Es ist eine Revolution. Jeder kann in wenigen Minuten für wenig Geld (oder gar umsonst) ein Medium kreieren. Das ist fantastisch.</p>
<p>Wer sich je die ein dreiviertel Jahr alte Präsentation von <a title="Google Wave" href="http://wave.google.com" target="_blank">Google Wave</a> reingezogen hat, bekommt eine Ahnung davon, was möglich ist und möglich sein wird – nicht nur in der Live-Berichterstattung. Ich könnte andere Beispiele nennen.</p>
<p>Journalismus wird völlig neu erfunden. Neu definiert. Und am Ende nennt man das wahrscheinlich nicht mehr Journalismus. Vielleicht stirbt diese Bezeichnung aus. Dann wird es halt andere Vokabeln geben. Schon jetzt ist die Begriffsbestimmung doch reichlich diffus. Denn Journalismus meint viele Dutzend höchst unterschiedliche Tätigkeiten.</p>
<p>Journalismus ist ein kollaboratives Projekt. Nur haben das viele Journalisten, Verleger und Intendanten noch nicht mitbekommen. Es ist mir ziemlich egal, ob sie es je mitbekommen. Ich versuche mich daran. Ich habe mir mein eigenes Aquarium geschaffen. Das ist aufregend, denn es ist eines, in das ich nicht reingucke und mich am Farbenspiel ergötze, sondern in dem ich selber schwimme.</p>
<p>Zu meinen Freischwimmübungen der kommenden Wochen gehören:</p>
<ul>
<li>Ich bemühe mich um Werbung und Mäzene. Bin aber völlig unfähig, mich zu vermarkten. Wenigstens sind endlich die ersten Gespräche geführt. Das Grundproblem besteht natürlich darin: Journalismus, wie ich ihn betreibe, der also dorthin geht, wo es weh tut, der nicht kuschelt, ist nicht gerade das, was Werbepartner suchen, zumal, wenn sie aus der Branche kommen, über die berichtet wird. Das ist ein altes Problem, kein neues.</li>
<li>Im März/April soll www.sportandpolitics.de starten. Dort will ich die sportpolitische Berichterstattung zu neuen Höhen führen. Hier wird es dann ein bisschen privater. Ich habe lange über Sinn und Unsinn eines zweiten Blogs nachgedacht und bin hin- und hergerissen. Ich glaube, dass die Chancen damit steigen, ein – ich traue es mich kaum zu sagen – Geschäftsmodell zu entwickeln. Das Thema würde ich gern diskutieren.</li>
<li>Zur Fußball-WM soll es ein <a title="Meconomy" href="http://www.meconomy.de" target="_blank">E-Book</a> geben, ich will es endlich mal ausprobieren und hätte es längst tun müssen.</li>
<li>Und vielleicht überwinde ich auch meine Feigheit, mich mit einem Projekt ähnlich wie <a title="spot.us" href="http://spot.us/" target="_blank">spot.us</a>, das ich schon lange verfolge, zu blamieren.</li>
</ul>
<p>Ich finde, die Versuche sind es wert, unternommen zu werden.</p>
<p><em>Nachtrag, 14.38 Uhr:</em> Fürs Protokoll: Ich muss mich in Emails mit dem Vorwurf auseinandersetzen, ich würde mich selbst beweihräuchern, den Großkotz machen und die Arbeit anderer Journalisten, die auf diesem Gebiet tätig sind, entwerten. Mag sein, dass Understatement nicht zu meinen Stärken zählt und ich mich gelegentlich wie der Elefant im Pozellanladen benehme. Indes glaubte ich klar gemacht zu haben, über meine Arbeit gesprochen zu haben, über nichts sonst.</p>
<p>Es finden sich hier im Blog hunderte Links zu Beiträgen von Kollegen, Lobpreisungen und Lesebefehle von mir für die Arbeit anderer. Aber mein Thema war ausdrücklich nicht, eine Branche zu beurteilen (weder im Positiven noch im Negativen), das glaube ich ausdrücklich gesagt zu haben. Mein Thema war dieses Blog und mein Versuch, Qualitätsjournalismus zu finanzieren. Dazu habe ich einige Fragen aufgeworfen, die ich gern diskutieren möchte, und einige Projekte genannt, die ich gern angehen möchte.</p>
<p>Ich glaube, es liegt in der Natur der Sache, dass es immer, wenn Geld ins Spiel kommt, brenzlig wird. Darüber redet man nicht gern, schon gar nicht öffentlich. Ich finde es allerdings irgendwie konsequent, darüber zu reden, wo es doch um eine öffentliche Arbeit/Dienstleistung geht.</p>
<p>Ich glaube im Übrigen, aber das fällt jetzt schon in den Bereich des Generalisierens, dass Journalisten gezwungen sind, jetzt und künftig viel mehr über Erlösmodelle nachzudenken und alles auf dem Prüfstand steht. Ich wollte aber nicht Generalisieren, sondern über das eigene Schaffen reden.</p>
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		<title>Vancouver, Tag 10: Super Sunday</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 22:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Für einen ehemaligen Leser. Das Original bringe ich mit und schicke es ihm. Pionierehrenwort :) Kann ich sonst noch was tun? Etwa live bloggen, ahnungslos, vom Spiel der Spiele um 16.40 Uhr? Sicherheitsmaßnahmen wie beim G8-Gipfel. Sogar im Bus wurde gecheckt. Wenn ich mich nicht verzählt habe, vier Sicherheitschecks vom Betreten des MPC bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Für einen ehemaligen Leser. Das Original bringe ich mit und schicke es ihm. Pionierehrenwort :) Kann ich sonst noch was tun? Etwa live bloggen, ahnungslos, vom Spiel der Spiele um 16.40 Uhr?</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/hockey-web.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-7000" title="Kanada - USA, Vancouver, 21. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/hockey-web.gif" alt="" width="530" height="207" /></a></p>
<p>Sicherheitsmaßnahmen wie beim G8-Gipfel. Sogar im Bus wurde gecheckt. Wenn ich mich nicht verzählt habe, vier Sicherheitschecks vom Betreten des MPC bis zum Canada Hockey Place.</p>
<p>Warmup:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7004" title="warm-up Canada vs. USA" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/warmup-web.gif" alt="" width="530" height="129" /></p>
<p>Aber Hallo. Die Yankees meinen es Ernst. Nulleins nach 41 Sekunden.</p>
<p>Sehr intensiv. Wild. Wie auf dem Dorfteich, schreibt jemand auf <a title="aas" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2010/02/20/screensport-am-wochenende-94/" target="_blank">allesaussersport</a>. Ich bin ganz kleinlaut, will mich nicht blamieren. Sitze nur da und schaue mir das an. Versuche mich mit dummen Kommentaren (<span style="text-decoration: line-through;">beim Fußball ist mehr Stimmung, und erst beim Handball!</span>) zurückzuhalten. Ich respektiere die kulturellen Unterschiede. Etwas ganz Großes geht hier ab, ich bekomme es nur nicht mit. Die Fakten: 19:6 Torschüsse für Kanada. Aber 2:1 für die Amis.</p>
<p>Zweites Drittel. 2:2, Heatley (23:32).</p>
<p><strong>Kurzer Themenwechsel:</strong> Wenn es eines weiteren Beweises bedurft hätte, wie unfassbar dämlich Fußballfunktionäre sind, bitte mal das hier lesen. Pressemitteilung der <a title="CAF" href="http://www.cafonline.com/football/news/4780-motion-of-support-to-caf-president-issa-hayatou.html" target="_blank">Confederation of African Football</a> (CAF) zu Togo:  <span id="more-6999"></span></p>
<blockquote><p><strong>Motion of Support to CAF President, ISSA HAYATOU</strong></p>
<p>The Executive Committee of CAF meeting on February 20, 2010, in Lubumbashi (Democratic Republic of Congo) on the heels of the Clubs Cup SuperCup, held to review certain issues with regard to the press campaign aimed at tarnishing the image of high personalities of the hierarchy of African football following the tragic incident that occurred in the Cabinda frontier on January 8, 2010.</p>
<p>The Executive Committee of CAF:</p>
<ul>
<li>Reiterates its sincere condolences which it had already presented on January 10, 2010 to the Togolese People and to the President of the Republic of Togo, His Excellency Mr. Faure Gnassingbe by fax with acknowledgement of receipt.</li>
<li>Recalls that, the following day after the incident, a delegation comprising all members of the Executive Committee of CAF, led by its President Issa Hayatou, went to Cabinda to present its condolences to the team and to the Togolese delegation led by three Members of Government including the Togolese Minister of Sports, Mr. Tchao.</li>
<li>Decries the fact that the Togolese authorities rejected the presence of a CAF Delegation at the funeral in Lome.</li>
<li>Recalls that the suspension of Togo for the next two Africa Cups of Nations is a decision unanimously arrived at by the entire Executive Committee on January 30, 2010 in Luanda on the basis of the regulations of the competition and the statutes of CAF.</li>
<li>Strongly and officially congratulates President Issa Hayatou and reiterates to him its total confidence and also its constant support and encouragement for him to pursue the ambitious and laudable projects for the development of African football.</li>
</ul>
<p>Done in Lubumbashi on February 20, 2010           The Executive Committee</p></blockquote>
<p>Das Spiel wird jetzt richtig unterhaltsam. Die Amis kennen keine Gnade (2:3). Und die Musik ist teilweise wirklich schräg, das stimmt schon.</p>
<p>18.32 Uhr: Was nun, Kanada? 4:2 für die Amis. Noch zwölfeinhalb Minuten.</p>
<p>Kann es sein, dass den Kanadiern der, nun ja, Killerinstinkt fehlt?</p>
<p>3:4 &#8211; jetzt ist es so, wie ich es erwartet hatte. Kein Operettenpublikum. Macht Spaß. Leider nur noch 1:06.</p>
<p>Das wars. Kesler 3:5, noch 44,7.</p>
<p><strong>19.05 Uhr:</strong> Dem Ami neben mir ist gerade seine Cola-Flasche halb explodiert. Millimetersache. Mein Laptop und meine Klamotten blieben trocken.</p>
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		<item>
		<title>Das DOSB-Präsidium und das elfte Gebot: Lass dich nicht erwischen!</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 19:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Volker Schürmann ist Leiter der Abteilung Philosophie des Instituts für Pädagogik und Philosophie der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hat mir gerade eine Stellungnahme zum Leserbrief des DOSB-Präsidiums in der FAZ übermittelt. Ich dokumentiere das gern. Es wird die Diskussion gewiss befruchten. „Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports.“ Ein „Versuch, ohne Zynismus auszukommen&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. <strong>Volker Schürmann</strong> ist Leiter der Abteilung Philosophie des Instituts für Pädagogik und Philosophie der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hat mir gerade eine Stellungnahme zum <a title="Vancouver, Tag 8/9: Bobfahren &quot;zum Ansehen Deutschlands&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/21/vancouver-tage-89-bobfahren-zum-ansehen-deutschlands/" target="_self">Leserbrief des DOSB-Präsidiums in der FAZ</a> übermittelt. Ich dokumentiere das gern. Es wird die Diskussion gewiss befruchten.</p>
<blockquote><p><strong>„Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports.“ Ein „Versuch, ohne Zynismus auszukommen&#8221;<br />
</strong> (Bourdieu)</p>
<p><em>Zum Leserbrief des DOSB-Präsidiums: Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports vom 3.2.2010</em></p>
<p><em></em>Es ist irritierend, wenn gerade Sportfunktionäre offensichtlich den Sinn des olympischen Leistungssports verkennen und den guten Sinn seiner Förderung auf peinlichste Art und Weise begründen. Deshalb muss diesen Funktionären und der Öffentlichkeit offenkundig noch einmal die banale Weisheit mitgeteilt werden, dass der olympische Gedanke in dem Imperativ besteht, das Beste, nicht aber Alles, für den Sieg zu geben.</p>
<p>Sie hätten diese selbstverständliche Einsicht in jeder ihrer eigenen Sonntagsreden nachlesen können. Solche Sonntagsreden handeln von Fairness und Doping-Verbot, sie sind gespickt mit einem Empörungsgestus gegen Schiedsrichter-Bestechungen und Wettskandale, sie schalten um in den Modus der nachdenklichen Betroffenheit angesichts der Tabu-Themen im Sport, kurz: Sie erinnern daran, dass die Seele des Sports, um im Sprachgebrauch dieser Sonntagsreden zu bleiben, immer in einem konkreten Körper lebt – oder auch stirbt. Die Seele des Sports stirbt, wenn ihr Körper ausschließlich am Erfolg orientiert ist. Ein sportlicher Erfolg ist dann und nur dann ein sportlicher, wenn er auf faire Weise errungen wird.</p>
<p>Das DOSB-Präsidium versteht den Sinn des Sonntags nicht. An Sonntagen muss immer einmal wieder eine Rede gehalten werden, die an den guten Sinn einer guten Idee erinnert. Dass es sich jedoch bei der Stellungnahme des DOSB um eine bloße Sonntagsrede handelt, kann jeder und jede lesen. Die eindeutige Botschaft ist:</p>
<p>„Es geht im Leistungssport um Wettkampf und Erfolg.“</p>
<p>Dann kommt ein Punkt. Und dann geht es weiter mit „und dann“, nämlich: „Dass der Athlet dann(!) in einem ob- jektiven und fairen Wettkampf mit anderen erfolgreich ist &#8230;“.</p>
<p>Das heißt nichts ande- res, als dass das Fairness-Gebot eine einschränkende Bedingung für den Erfolg wäre. Und das wiederum heißt: Wenn man diese einschränkende Bedingung beachtet, ist das schön; wenn man sie nicht einhält oder gar: nicht einhalten kann, um Erfolg zu haben, dann gilt das 11. Gebot, sich nicht erwischen zu lassen.</p>
<p>Ganz offenkundig ist genau damit die Seele des olympischen Sports gestorben, denn diese wahrlich gute Idee besagte, dass Fairness nicht eine einschränkende Bedingung für Erfolg ist, son- dern konstitutiv und damit alles entscheidend für das, was überhaupt als sportlicher Erfolg zählt. Eben nicht Alles, sondern das Beste für den Sieg zu geben. DAS war mal gemeint.</p></blockquote>
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		<title>Vancouver, Tage 8/9: Bobfahren &#8220;zum Ansehen Deutschlands&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 07:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Im deutschen Haus sind die Koalitionäre gestern Bob gefahren: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Thomas Bach (DOSB, IOC, FDP) und Georg Hackl (CSU/INSM). Umgekippt ist niemand, anders als auf der Bahn in Whistler. Während ich das schreibe, haben die beiden deutschen Zweierbobs nach dem ersten Tag zunächst Rang eins und zwei inne. Es wird wohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="Trockenbob FDP/CSU" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bob-fdp-cdu.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="250" height="440" align="left" />VANCOUVER. Im deutschen Haus sind die Koalitionäre gestern Bob gefahren: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Thomas Bach (DOSB, IOC, FDP) und Georg Hackl (CSU/INSM). Umgekippt ist niemand, anders als auf der Bahn in Whistler. Während ich das schreibe, haben die beiden deutschen Zweierbobs nach dem ersten Tag zunächst Rang eins und zwei inne. Es wird wohl wieder Gold und Silber geben. Nirgends sonst lassen sich Medaillen mit solcher Zuverlässigkeit produzieren wie im Eiskanal und seinen exotischen Sportarten. Ich weiß, dass ich manchen Leser damit nerve, ich wiederhole es dennoch: Bob und Rodel sind Randsportarten, die bei detektivischer Auslegung der Olympischen Charta Probleme hätten, Olympiasportarten zu bleiben. Deutsche Sportsoldaten aber, die auf vier Kunsteisbahnen (Weltrekord) für viele Millionen Euro abwärts sausen, verrichten die derlei schräge Übungen vorzüglich.</p>
<p><strong>&#8220;Was kostet das Gold?&#8221;</strong> hatten Michael Reinsch und Michael Horeni am 30. Januar in der FAZ gefragt und etliche Zahlen dazu aufgelistet.</p>
<p>(Den Beitrag finde ich leider nicht online frei verfügbar und kann deshalb nicht verlinken. Sollte mir jemand helfen könne, weil ich einmal mehr zu blöd war, die Bezahlschranke zu umgehen, wird das selbstverständlich umgehend nachgetragen.) Wenn die FAZ mal einen solchen Grundsatzartikel druckt, löst das in der nahe gelegenen Sportverwaltung (DOSB wie auch DFB residieren in Frankfurt) gewöhnlich hektische Betriebsamkeit aus.</p>
<p>Diesmal passierte Erstaunliches: Das UDIOCM ließ im Namen seines Präsidiums einen Leserbrief formulieren, der teilweise abgedruckt wurde und den der DOSB <a title="www.dosb.de" href="http://www.dosb.de/de/leistungssport/spitzensport-news/detail/news/bach_der_olympische_gedanke_ist_die_seele_des_sports/8768/cHash/de74307908/" target="_blank">natürlich komplett veröffentlichte</a>. Statt sachlicher Entgegnungen zur Frage, die ja &#8220;Was kostet das Gold?&#8221; lautete, gab es olympische Worthülsen, die ich gern dokumentiere zur Halbzeit der Winterspiele in Vancouver:</p>
<blockquote><p><strong>Bach: Olympischer Gedanke ist Seele des Sports</strong></p>
<p>01.02.2010</p>
<p><em>Mit einem Leserbrief nimmt das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes Stellung zum Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 30. Januar 2010 &#8220;Was kostet Gold?&#8221;.</em></p>
<p>&#8220;Der Staat ist der größte Förderer des deutschen Olympiateams &#8211; und richtet sich am Medaillenspiegel auf. Doch die Rechnung ist zynisch , ordnet jene als gescheitert ein, die nie auf dem Treppchen stehen &#8211; und vergisst Vorbildwirkung und Freude&#8221;, so lautet die Einleitung des FAZ-Artikels.</p>
<p>Das DOSB-Präsidium veröffentlicht dazu folgenden Kommentar:</p>
<p>&#8220;Es ist irritierend, wenn gerade Sportjournalisten offensichtlich den Sinn des Leistungssports verkennen und seine Förderung auf zynische Art und Weise angreifen. Deshalb muss den beiden Autoren die banale Weisheit, dass es im Leistungssport um Wettbewerb und Erfolg geht, noch einmal mitgeteilt werden.</p>
<p>Sie hätten sich diese selbstverständliche Erkenntnis auch bei jedem Bundesliga-Fußballspieler oder Mitglied einer Olympiamannschaft mit der einfachen Frage erwerben können, ob er denn am Wochenende mit seiner Mannschaft gewinnen oder bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver erfolgreich sein will.</p>
<p>Genau aus diesem Erfolg erwächst die Freude am und die Vorbildwirkung durch den Sport. Sie besteht gerade darin, dass Athletinnen und Athleten Erfolge aufgrund langjährigen täglichen Trainings, sorgfältiger Vorbereitung, hoher Disziplin und Einsatzbereitschaft erzielen. Ihnen und ihren Trainern dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist Aufgabe der Sportförderung. Sportliche Erfolge sind also kein Abfallprodukt einer Spaßgesellschaft Leistungssport, sondern das Ergebnis zielgerichteter Anstrengungen unserer Athleten, Verbände und Förderer. Dass der Athlet dann in einem objektiven und fairen Wettkampf mit anderen erfolgreich ist, macht ihn zum Vorbild und erfüllt ihn mit Freude, um im Sprachgebrauch der Autoren zu bleiben.</p>
<p>Ein Leistungsprinzip, das im Übrigen in Wirtschaft und Gesellschaft akzeptiert und gefordert ist. Wir wollen zur Sicherung der Arbeitsplätze &#8220;Exportweltmeister&#8221; bleiben oder wieder werden, wir wollen zur Sicherung unserer Zukunft &#8220;Spitzenuniversitäten&#8221; im weltweiten Maßstab, wir wollen &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; zur Sicherung der Pressefreiheit. Selbst in der Pädagogik hängt niemand mehr den &#8220;Summerhill-Prinzipien&#8221; losgelöster, falsch verstandener Selbstverwirklichung nach.</p>
<p>Die Autoren verkennen in ihrem Beitrag jedoch nicht nur den Sinn des von Athleten ebenso bewusst wie freiwillig betriebenen Leistungssports. Sie verzerren darüber hinaus die Prinzipien der Förderung des Leistungssports in Deutschland. So wird eben im deutschen Sport gerade nicht die von ihnen als &#8220;zynisch&#8221; angeprangerte Kostenrechnung allein am Medaillenspiegel orientiert und &#8220;alles Sporttreiben allein dem Ziel Olympiasieg&#8221; untergeordnet. Das auch den Autoren bekannte Instrument der Zielvereinbarungen zwischen dem DOSB, dem BMI und den Verbänden beinhaltet vielmehr gemeinsam festgelegte Ziele über mehrere Jahre, auch außerhalb Olympischer Spiele und unterhalb der Medaillenränge.</p>
<p>Es sind im Übrigen weder der DOSB noch das BMI, die Sportler als Versager abstempeln und bei Misserfolg etwa Fördergelder zurückverlangen würden oder die Rückreise selbst bezahlen ließen. Weder Staat noch Sport ordnen Athleten als gescheitert ein, die nie auf dem Treppchen stehen &#8211; wie der Artikel behauptet. Gerade in dieser Hinsicht sollten sich die Medien ihres eigenen Umgangs mit weniger erfolgreichen Athleten selbst erinnern.</p>
<p>Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports. Die Investition darin geht weit über Olympische Spiele und damit weit über den Sport hinaus. Mit 27,5 Millionen Mitgliedschaften ist der Sport die größte Bürgerbewegung Deutschlands. In der olympischen Erziehung werden unter anderem Werte wie Fairplay, Respekt oder Integration vermittelt. Der Sport ist Motor zahlreicher gesellschaftlicher Entwicklungen. Erinnert sei auch an die Wirkung der von Deutschland ausgerichteten internationalen Großereignisse. Die Fußball-WM 2006, die Leichtathletik-WM 2009, um nur zwei Beispiele zu nennen, haben das Bild unseres Landes im Ausland maßgeblich beeinflusst. Weltoffen, freundlich und sympathisch hat sich die Nation bei diesen Gelegenheiten präsentiert.</p>
<p>Ebenfalls bekannt ist den Autoren die Haltlosigkeit der von ihnen unwidersprochen wiedergegebenen Aussage von Wolfgang Maennig, Deutschland handele dem olympischen Geist zuwider, weil wir nicht &#8220;alle Welt zum Training auf unseren Bobbahnen einladen würden&#8221;. Nun kann man über den olympischen Geist, verbale Ansprüche an andere und eigene Verwirklichung trefflich streiten. Fakt ist jedoch, dass Deutschland eines der größten Förderungsprogramme weltweit für Sportler aus Entwicklungsländern hat und in keinem Land der Welt so viele Trainingsläufe ausländischer Bob- und Schlittensportler stattfinden wie in Deutschland.</p>
<p>Anscheinend war den Autoren die nicht vorhandene sachliche Begründung ihrer Thesen bewusst. Denn nur so lässt sich erklären, dass sie schließlich auch noch zum Mittel der persönlichen Diffamierung greifen. Sie werfen unserem Generaldirektor vor, er stelle &#8220;sich wie selbstverständlich in die Tradition von DDR (&#8230;) und Hitlerdeutschland (&#8230;).&#8221; Dies ist aus der Sicht des DOSB Präsidiums völlig inakzeptabel und überschreitet die Grenzen eines verantwortungsvollen Journalismus, wie wir ihn ansonsten gerade bei der FAZ gewohnt sind und schätzen.&#8221;</p>
<p>Das Präsidium des DOSB</p>
<p>Thomas Bach, Eberhard Gienger, Hans-Peter Krämer, Walter Schneeloch, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Ilse Ridder-Melchers, Ingo Weiss, Christian Breuer, Michael Vesper und als ständiger Gast Claudia Bokel</p></blockquote>
<p>Zynischer Journalismus, verantwortungsvoller Journalismus, verantwortungsloser Journalismus, Aufgaben des Journalismus, Staatssport, DDR-Sport, Medaillenfixierung, Nazi Olympics bzw. Propagandaspiele &#8211; ich finde, da geht vieles durcheinander. Was mich bei den Verfassern nicht wundert. Da kommt also eine ganze Menge zusammen, über das sich zu diskutieren lohnt. Auch über das Journalismusbild von Bachgiengervesper. Aber das &#8220;Präsidium&#8221; knallt dem Papierchen mal eben den &#8220;olympischen Gedanken&#8221; drüber, was nichts anderes heißt als: Was wir tun, ist per se gut, was wir tun, rechtfertigt per se die Förderung aus öffentlichen Kassen, was wir tun, rechtfertigt natürlich auch die Intransparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln, was wir tun, entzieht sich per se jedweden Zweifeln.</p>
<p>Ein bisschen Stoff für die Diskussion:</p>
<ul>
<li>Matti Lieske in der Berliner Zeitung: &#8220;<a title="BLZ" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0212/vancouver2010/0004/index.html" target="_blank">Staatsamateure auf Bewährung</a>&#8220;</li>
<li>Nina Klöckner in der Financial Times Deutschland: &#8220;<a title="FTD" href="http://www.ftd.de/sport/olympia/topnews/:unterstuetzung-fuer-sportler-spiele-statt-brot/50073543.html" target="_blank">Spiele statt Brot</a>&#8220;</li>
<li>Markus Völker im taz-Interview mit Wolfgang Maennig: &#8220;<a title="taz" href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=le&amp;dig=2010/02/06/a0163&amp;cHash=08e40197d3" target="_blank">Fast schon Militärfestspiele</a>&#8220;</li>
<li>Die Bundeswehr und der Sport: <a title="www.bundeswehr.de" href="http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd44P83AHSYGYxgEh-pEwsaCUVH1vfV-P_NxU_QD9gtyIckdHRUUAoXr5cQ!!/delta/base64xml/L3dJdyEvd0ZNQUFzQUMvNElVRS82X0NfNEFM" target="_blank">Selbstdarstellung</a></li>
</ul>
<p>Die aktuelle Aufstellung der Bundesmittel für Sport habe ich kürzlich ausführlich dokumentiert (<a title="Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2010" href="http://jensweinreich.de/2010/01/27/sportforderung-des-bundes-im-jahr-2010/" target="_self">mit kompletten Tischvorlagen aus dem Bundestag als pdf</a>). Wichtig sind in diesem Zusammenhang mindestens drei Punkte:</p>
<ol>
<li>Hinzu kommt sicher eine dreistellige Millionensumme aus Kassen von Ländern und Kommunen</li>
<li>Es existiert keine Aufstellung aller Kosten aus öffentlichen Mitteln für den Leistungssport. Die Volksvertreter sind nicht der Meinung, dass man das dem Volk zumuten und eventuell transparent gestalten könnte.</li>
<li>Ich finde, es ist wichtig &#8211; und es wird in journalistischen Beiträgen fast immer falsch notiert &#8211; sich die Auflistung der Bundesministerien genau anzusehen. Insgesamt sind es in diesem Jahr rund 250 Millionen Euro &#8211; und eben nicht nur die Summe, die von BMI-Kostenstellen überwiesen werden.</li>
</ol>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6978" title="Bundesmittel 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bund-sport-2010-blog-web.jpg" alt="" width="530" height="450" /></p>
<p><span id="more-6971"></span>Und schließlich, denn Ausgangspunkt war ja der weltumspannende Bobsport, hier noch die Zielvereinbarung von BMI, <a title="Zielvereinbarung BSD" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/zielvereinbarung-bsd.pdf" target="_self">DOSB und Bob- und Schlittensportverband (BSD)</a>, der passender Weise von einem ehemaligen Politiker und Sänger geführt wird (Andreas Trautvetter, CDU) als pdf-Datei (3,4 MB, 9 Seiten).</p>
<p>Die Qualität der Bilddateien ist nicht die dollste, dafür aber findet man diese <a title="Beiträge zu Zielvereinbarungen" href="http://jensweinreich.de/?s=zielvereinbarungen" target="_self">Zielvereinbarung</a> (die ja nicht öffentlich ist, von BMI/DOSB/Sportausschuss/BSD und entsprechend allen anderen Verbänden gewissermaßen als Privatnummer dem Steuerzahler vorenthalten wird) nur hier. Sonst nirgends. Und hier noch ein <a title="Zielvereinbarungen olympischer Spitzenverbände" href="http://jensweinreich.de/2009/02/11/dokumentation-zielvereinbarungen-olympischer-sportverbande/" target="_self">Mustervertrag</a>.</p>
<p>Die Sportsoldaten, die den Auftrag haben, &#8220;zum Ansehen Deutschlands in der Welt&#8221; beizutragen, liegen blendend im Plan bzw. streben Planübererfüllung an. 9 Medaillen waren vorgesehen. 2 Gold, 2 Silber und 3 Bronze sind es bereits nach Skeleton und Rodeln.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ziel-bsd-web.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-6981" title="Im nationalen Auftrag" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ziel-bsd-web.gif" alt="" width="530" height="195" /></a></p>
<p>Ja wenn das so ist. Mit dem Argument des nationalen Auftrages und <a title="UDIOCM: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">anderer Lebenssachverhalte</a>, lässt sich noch jede Diskussion im Keim ersticken.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>NOlympia 2018: 18 Gründe gegen die Olympiabewerbung</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 22:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Das nenne ich Timing: Pünktlich zum bayerischen Abend heute im Deutschen Haus in Vancouver wird die Webseite der Olympia-Opposition lebendig. Auf Facebook ist man auch aktiv. Es bleibt aber natürlich ein ungleiches Duell: Hier ein politisch-industrieller Komplex &#8211; dort wenige Enthusiasten. Hier in Teilen gesteuerte Medien, mitunter Propagandaaktionen &#8211; dort das Bemühen von Einzelkämpfern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Das nenne ich Timing: Pünktlich zum bayerischen Abend heute im Deutschen Haus in Vancouver wird die Webseite der Olympia-Opposition lebendig. Auf Facebook ist man auch aktiv. Es bleibt aber natürlich ein ungleiches Duell:</p>
<p>Hier ein politisch-industrieller Komplex &#8211; dort wenige Enthusiasten. Hier in Teilen gesteuerte Medien, mitunter Propagandaaktionen &#8211; dort das Bemühen von Einzelkämpfern, die auf vielfältige Weise unter Druck gesetzt werden. Kommunikationsherrschaft ist allerdings in Zeiten von Social Media schwer aufrechtzuerhalten. Manche haben Probleme damit, das anzuerkennen.</p>
<p>Über das englische Thesenpapier der Olympiagegner, das letzte Woche veröffentlicht wurde (<a title="Munich 2018: We do not want the Games!" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Munich2018: We do not want the Games!</a>), hat man in der Branche schon heftig debattiert.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl: <strong><a title="NOlympia München 2018" href="http://www.nolympia.de" target="_blank">www.NOlympia.de</a></strong></li>
</ul>
<p>Die achtzehn Gründe gegen die Olympiabewerbung lauten:</p>
<ol>
<li><a title="Klimawandel" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/klimawandel/">Klimawandel</a></li>
<li><a title="Schnee?" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/schnee-oder-nicht-schnee/">Schnee?</a></li>
<li><a title="Wasserbedarf" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/wasserbedarf/">Wasserbedarf</a></li>
<li><a title="Naturschutz" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/landschafts-und-naturschutz/">Naturschutz</a></li>
<li><a title="Ski-WM 2011" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/erfahrungen-mit-der-ski-wm-2011/">Ski-WM 2011</a></li>
<li><a title="Sportstätten" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/das-gescheiterte-konzept-der-sportstatten/">Sportstätten</a></li>
<li><a title="Platzbedarf" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/platzbedarf/">Platzbedarf</a></li>
<li><a title="Verkehr" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/verkehrsentwicklung/">Verkehr</a></li>
<li><a title="Finanzrisiko" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/finanzrisiko-fuer-austragungsstaetten/">Finanzrisiko</a></li>
<li><a title="Erfahrungen" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/bisherige-erfahrungen-mit-olympischen-winterspielen/">Erfahrungen</a></li>
<li><a title="Bevölkerung" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/belastungen-fur-bevolkerung/">Bevölkerung</a></li>
<li><a title="Tourismus" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/entwicklung-des-tourismus1/">Tourismus</a></li>
<li><a title="Dialog" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/partizipationsfalle-oder-dialog/">Dialog</a></li>
<li><a title="Sicherheit" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/grunde-gegen-olympia-2018sicherheit/">Sicherheit</a></li>
<li><a title="Verträge IOC" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/vertrage-des-ioc/">Verträge IOC</a></li>
<li><a title="Umweltkonzept 18 Leitprojekte 2018" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/bewertung-18-leitprojekte-2018/">Umweltkonzept 18 Leitprojekte 2018</a></li>
<li><a title="München 2018" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/munchen/">München 2018</a></li>
<li><a title="Vancouver" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/vancouver/">Vancouver</a></li>
</ol>
<ul></ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, Tag 7</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 08:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Hier ist noch Donnerstag, 18. Februar. Insofern stimmt es: Tag 7 der Spiele. Was soll man sagen: Ich habe ein bisschen Material gesammelt und mir zwischendurch mit Sepp Macchiavelli Blatter die Zeit vertrieben. Demnächst wieder mehr Text, vorerst nur einige Impressionen. Die wichtigen Bekanntschaften zuerst. Ich bin ein Wiedersehensfoto von Jacques der Möwe schuldig. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Hier ist noch Donnerstag, 18. Februar. Insofern stimmt es: Tag 7 der Spiele. Was soll man sagen: Ich habe ein bisschen Material gesammelt und mir zwischendurch mit <a title="Götterdämmerung in der FIFA: Abschied von Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/" target="_self">Sepp Macchiavelli Blatter</a> die Zeit vertrieben. Demnächst wieder mehr Text, vorerst nur einige Impressionen. Die wichtigen Bekanntschaften zuerst. Ich bin ein Wiedersehensfoto von <a title="Vancouver, Tag 1 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/12/vancouver-tag-1-jacques-die-mowe/" target="_self">Jacques der Möwe</a> <a title="Vancouver, Tag 4 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/" target="_self">schuldig</a>. Der Freund (oder die Freundin, woran erkennt man das bei Möwen) des Kollegen G. wird immer zutraulicher. Ihre Lebensgeschichten haben sie sich erzählt, jetzt fangen sie an zu schmusen. Jacques kommt ihm schon ganz nah &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6916" title="Jacques, die IOC-Möwe" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jacques2.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>&#8230; und mag den Imbiss vom IOC-Sponsor &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6917" title="Jacques, die IOC-Möwe" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jacquesmc.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Werde jetzt gleich im Russky Dom die Stimmung testen nach der Niederlage gegen die Slowakei. Hoffentlich komme ich heil da raus. Eishockeyspieler sollen da eigentlich jeden Abend tanzen. Getanzt, eher wild geturnt, wird sonst vor allem im Korean House im Hyatt Hotel, wo natürlich auch Samsung sein Headquarter unterhält &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6924" title="Korean House" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/korea.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>&#8230; während die Deutschen ganz brav ihre Kontakte pflegen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6925" title="Deutsches Haus" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/dh.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Im Deutschen Haus scheint nie viel los zu sein. Es ist sicher etwas überdimensioniert (jedoch winzig klein im Vergleich zum Russky Dom), doch in der Lounge ist stets Betrieb. Heute Abend ist die bisherige Rekordzahl an IOC-Mitgliedern zu vermelden, die allesamt mit dem UDIOCM, Claudia Bokel und Ehrenmitglied Walther Tröger plauderten. Ich sage doch, die machen das gut. Eigentlich können nur Ude oder Seehofer (morgen beim bayerischen Abend, das wird bestimmt eine Gaudi) oder eben Samsung die Tour vermiesen.</p>
<p><strong>Aufgepasst: Wer die meisten IOC-Mitglieder auf dem Foto oben erkennt, dem bringe ich aus Vancouver einen Zauberwürfel der Münchner Olympiabewerbung mit.</strong> Ich hoffe, die Sportfreunde stiften mir einen.</p>
<p>Meine neue Favoritin unter den IOC-Mitgliedern ist übrigens <a title="Weihnachten im IOC: Haya &amp; Feisal und der Heilige Minos" href="http://jensweinreich.de/2009/12/09/weihnachten-im-ioc-haya-feisal-und-der-heilige-minos/" target="_self">Yang Yang</a>, die ich vorgestern beim Eisschnelllaufen an der Seite von Frankie Fredericks traf. Es steht ihr wirklich gut, nicht mehr in Rennanzug und Sturzhelm gekleidet zu sein wie beim Short-Track-Laufen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6926" title="Yang Yang" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/yangyang.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
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		<title>CAS-Kammer fühlt sich nicht zuständig: Pechsteins Antrag abgelehnt</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 01:20:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Fürs Protokoll, die Entscheidung der Ad-hoc-Kammer des CAS im Fall Pechstein. Natürlich im Wortlaut. WOMEN&#8217;S SPEED SKATING THE COURT OF ARBITRATION FOR SPORT (CAS) DOES NOT HAVE JURISDICTION TO RE-HEAR THE CASE OF CLAUDIA PECHSTEIN Vancouver, 18 February 2010 – The ad hoc division of the Court of Arbitration for Sport (CAS) has dismissed [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Fürs Protokoll, die Entscheidung der <a title="www.tas-cas.org" href="http://www.tas-cas.org/news" target="_blank">Ad-hoc-Kammer des CAS</a> im Fall Pechstein. Natürlich im Wortlaut.</p>
<blockquote><p>WOMEN&#8217;S SPEED SKATING</p>
<p>THE COURT OF ARBITRATION FOR SPORT (CAS) DOES NOT HAVE JURISDICTION TO RE-HEAR THE CASE OF CLAUDIA PECHSTEIN</p>
<p>Vancouver, 18 February 2010 – The ad hoc division of the Court of Arbitration for Sport (CAS) has dismissed the application filed by the German speed skater Claudia Pechstein against the German National Olympic Committee (DOSB) and the International Olympic Committee (IOC). In her application, Ms Pechstein requested that she be nominated for and allowed to participate in the speed skating competitions of the Vancouver 2010 Olympic Winter Games.</p>
<p>A CAS Panel composed of Mr Yves Fortier QC (Canada), President, Mr Olivier Carrard (Switzerland) and Mr José-Juan Pintó (Spain) has ruled on the application after having received and examined the written submissions of all parties concerned, including the International Skating Union (ISU) as interested party. The CAS Panel found that Ms Pechstein did not challenge a specific decision of the DOSB not to nominate her for the Winter Olympic Games. Indeed, such a decision could not exist considering that the athlete is currently suspended for a period of two years, since 8 February 2009. As a consequence, Ms Pechstein was ineligible to compete in the 2010 Olympic Winter Games and the DOSB could not have taken any material decision not to select her. In the absence of any decision that could be appealed, the CAS ad hoc Division has ruled that it did not have jurisdiction to entertain Ms Pechstein’s application.</p>
<p>In a desperate attempt to have her case reviewed by the CAS ad hoc division, after the regular CAS in Lausanne had confirmed her two year ban on 25 November 2009, and after the Swiss Federal Tribunal had dismissed her appeal against the CAS award, Claudia Pechstein &#8211; and her lawyer &#8211; have been advised by the Panel that the CAS ad hoc division was not the proper forum for such action.</p></blockquote>
<p>Die vorherigen Entscheidungen von ISU, CAS und Schweizer Bundesgericht in der zeitlichen Reihenfolge:</p>
<ul>
<li><a title="Claudia Pechstein von der ISU wegen Blutdopings gesperrt" href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">ISU-Beschluss</a></li>
<li><a title="CAS-Urteil: Claudia Pechstein bleibt gesperrt und zieht vor das Bundesgericht" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">CAS-Urteil</a></li>
<li><a title="1. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6074" target="_self"><span style="text-decoration: none;">1. Verfügung des Bundesgerichts</span></a></li>
<li><a title="2. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6118" target="_self"><span style="text-decoration: none;">2.  Verfügung des Bundesgerichts</span></a></li>
<li><a title="3. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6133" target="_self"><span style="text-decoration: none;">3.  Verfügung des Bundesgerichts</span></a></li>
<li><a title="4. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6169" target="_self"><span style="text-decoration: none;">4.  Verfügung des Bundesgerichts</span></a></li>
<li><a title="... Pechstein nicht in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/2010/01/26/bundesgericht-lehnt-antrag-ab-pechstein-nicht-in-vancouver/" target="_self"><span style="text-decoration: none;">5.  Verfügung des Bundesgerichts</span></a></li>
<li><a title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self"><span style="text-decoration: none;">6. Verfügung des Bundesgerichts</span></a></li>
</ul>
<p>Ich habe dazu gestern bereits O-Töne eingeholt und eine Meldung für den Deutschlandfunk produziert (außerhalb der offiziellen Olympic Venues, deshalb darf ich die Audio-Datei ausnahmsweise veröffentlichen):<br />
<a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/02/17/dlf_20100217_1246_491f448e.mp3" target="_self">:</a></p>
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		<title>Frank Steffel und das doppelte Heimspiel</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 14:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Ein Gutenachtgruß aus der Olympiastadt. In der beliebten Reihe &#8220;Welche bahnbrechenden Initiativen start eigentlich der Sportpolitiker Frank Steffel (CDU)&#8221; folgt nun der zweite Teil: Frank Steffel stärkt das Wir-Gefühl der Ostdeutschen. Wie einige Kommentatoren im ersten Teil angemerkt haben (&#8220;Berliner, steht auf wenn ihr Herthaner seid!&#8220;), fällt auch diesmal auf, dass Herr Steffel für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Ein Gutenachtgruß aus der Olympiastadt. In der beliebten Reihe &#8220;Welche bahnbrechenden Initiativen start eigentlich der Sportpolitiker Frank Steffel (CDU)&#8221; folgt nun der zweite Teil: Frank Steffel stärkt das Wir-Gefühl der Ostdeutschen.</p>
<p>Wie einige Kommentatoren im ersten Teil angemerkt haben (&#8220;<a title="Berliner, steht auf, wenn Ihr Herthaner seid!" href="http://jensweinreich.de/2010/01/12/berliner-steht-auf-wenn-ihr-herthaner-seid/" target="_self">Berliner, steht auf wenn ihr Herthaner seid!</a>&#8220;), fällt auch diesmal auf, dass Herr Steffel für private Initiativen bzw. Einladungen das Briefpapier des Deutschen Bundestages verwendet. Ich will nicht kleinlich sein, aber darf der das?</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/Steffel-Brief-web.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6904" title="Steffel Brief an CDU/CSU-MdB" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/Steffel-Brief-web.jpg" alt="" width="530" height="749" /></a></p>
<p>Der 7. März ist übrigens ein Sonntag, kein Mittwoch, wie Herr Steffel schreibt.</p>
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		<title>Götterdämmerung in der FIFA: Abschied von Joseph Blatter</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 21:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Themenwechsel. Die sportpolitische Nachricht des Tages kommt aus Asien. Früher als ich erwartet hatte. Das ist ein Hammer. Ich frage mich, warum keine deutsche Nachrichtenagentur darüber berichtet. FIFA-Präsident Joseph Blatter bekommt einen Gegenkandidaten bei der Wahl im Sommer 2011! Die Asian Football Confederation (AFC) wird einen Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft stellen. Ich vermute mal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-6891" title="Doha 2003" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/scheich.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="250" height="435" align="left" />VANCOUVER. Themenwechsel. Die sportpolitische Nachricht des Tages kommt aus Asien. Früher als ich erwartet hatte. Das ist ein Hammer. Ich frage mich, warum keine deutsche Nachrichtenagentur darüber berichtet. FIFA-Präsident Joseph Blatter bekommt einen Gegenkandidaten bei der Wahl im Sommer 2011! Die Asian Football Confederation (AFC) wird einen Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft stellen.</p>
<p>Ich vermute mal, Asiens Ankündigung wird den UEFA-Präsidenten Michel Platini dazu zwingen, selbst anzutreten. So könnte es noch sehr lustig werden. Eine FIFA-Wahl mit drei Kandidaten? Blatter, <a title="alle Beiträge zu Mohammed Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/category/mohamed-bin-hammam/" target="_self">Mohamed Bin Hammam</a> oder <a title="alle Beiträge zu Hyundai, Chung" href="http://jensweinreich.de/?s=hyundai" target="_self">Chung Moon-Jung</a> und Platini?</p>
<p>Die Chaos-WM in Südafrika, die Präsidentenfrage und der von Joseph Macchiavelli Blatter initiierte irre Wettbewerb um die Fußball-Weltmeisterschaften <a title="alle Beiträge WM 2018" href="http://jensweinreich.de/category/wm-2018/" target="_self">2018</a>/<a title="alle Beiträge WM 2022" href="http://jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">2022</a>. Alles parallel. Ich bin gespannt, ob und wie die FIFA das meistert.</p>
<p>Jedenfalls, Asiens Fußball-Präsident Mohamed Bin Hammam (Katar) und Südkoreas Primus, der Milliardär Chung (Hyundai-Dynastie), die ihren Hass aufeinander nie verbergen konnten und sich heftig bekämpft hatten, haben sich verbündet. Allein schon der Umstand, dass die beiden heute in Seoul eine gemeinsame <a title="The AFC.com" href="http://www.the-afc.com/en/inside-afc/676-afc-news/27042-notes-from-afc-presidents-media-conference" target="_blank">Pressekonferenz</a> gaben, ist eine Sensation. Was sie mitteilten erst recht.</p>
<blockquote><p><strong>Asian candidate for FIFA Presidency</strong></p>
<p><strong>Mohamed Bin Hammam:</strong> We would like to see an Asian as the President of FIFA. This represents and reflects the importance of our continent. The AFC’s slogan is ‘The Future is Asia’. And this is true in all spheres of the sport. I believe that the time has come for an Asian to come forward for this position. And there is more than one potential candidate available from Asia to lead world football. When we have that person I hope the whole of Asia will unite behind him.</p>
<p><strong>On Dr Chung</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Mohamed Bin Hammam:</strong> We have had our differences. We have used our differences for the benefit of Asian football. Today, our agreements are more than our differences. Now I and Dr Chung have more agreements than differences. I have to thank Dr Chung for making this happen because in our Executive Committee meeting in November 2009 he told all the members that the past was past and it was time to re-unite behind the AFC President.</p></blockquote>
<p>Da hat also mein alter Freund <a title="Post vom Anwalt: Private and confidential!" href="http://jensweinreich.de/category/peter-hargitay/" target="_self">Peter Hargitay</a> als Spin Doctor offenbar ganze Arbeit geleistet. Hier mal ein Schnappschuss, den ich beim FIFA-Kongress 2003 in Doha gemacht habe, als Hargitay (der Mann mit dem breiten Scheitel im Hintergrund) noch für Sepp als Personal Advisor anschaffte. Blatter ließ ihn später fallen (er hält es nie lange aus mit Mitarbeitern, heuert und feuert auf FIFA-Kosten nach Belieben), so dass Hargitay die Seiten wechselte und für Bin Hammam werkelt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6889" title="FIFA, Doha 2003" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/peterseppbin.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Bitte mal genau hinsehen: Wenn beobachtet Hargitay wohl? Etwa Sepp oder schaut er nicht etwa doch zu Bin Hammam (rechts leider abgeschnitten im Bild) und überlegt, dass in Katar viel bessere Geschäfte zu machen sind als in Zürich?</p>
<p>Das kann das Ende der Ära des Sepp Blatter sein. Schätze, auf den Konjunktiv kann ich verzichten. Denn Bin Hammam, um nur ein Beispiel zu nennen, hat ihm <a title="Oops" href="http://jensweinreich.de/2008/01/30/oops/" target="_self">seit 1998, seit der ersten Wahl in Paris</a> gegen Lennart Johansson, die Stimmen in Afrika gesichert. Die fallen nun weg.</p>
<p><em>Update, 18.2., 10.42 Uhr (Pacific Time): </em>Email von der FIFA. Der Präsident ist überraschender Weise nicht für mich zu sprechen. Folgendes Zitat aber könne ich gern verwenden, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Ich bin zufrieden. </strong>Es gibt nun offenbar Kandidaten &#8211; aus Asien &#8211; für die FIFA Präsidentschaft im Jahr 2011. Meine Position hat sich nicht geändert: Ich habe meine Mission noch nicht beendet, und wenn der Kongress so entscheidet, dann stehe ich zur Verfügung. Die Wahlen sind aber erst im  Juni 2011. Wir konzentrieren uns jetzt aber darauf, eine erfolgreiche Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika durchzuführen.</p></blockquote>
<p>Sollte sich auch noch Jack Warner mit seinen 35 CONCACAF-Stimmen auf die Seite der Asiaten schlagen und sich etwa von Chung bezahlen lassen (Geld genug ist ja vorhanden in der Hyundai-Kriegskasse und auf den Konten des Emirs von Katar), ist alles vorbei.</p>
<p>Ohne Bin Hammam und Jack ist Blatter ein Nichts. Er tut mir schon jetzt leid, denn ich mag ihn ja. Er leidet. Er hat Angst. Er ist einsam. Die plötzliche <a title="Unruhe in der FIFA: Blatter feuert seinen wichtigsten Mitarbeiter" href="http://jensweinreich.de/2010/01/16/unruhe-in-der-fifa-blatter-feuert-jerome-champagne-seinen-wichtigsten-mann/" target="_self">Trennung von Jérôme Champagne</a> vor einigen Wochen hatte schon angedeutet, dass er den Fliehkräften nicht mehr stand halten und heftig aus der Bahn geschleudert werden könnte.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Auf Wunsch eines einsamen Kommentators, die Umfrage:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
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		<title>Vancouver, Tag 6: Kirschblüte</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 11:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Kleine Schwächephase. In ein paar Stunden geht&#8217;s weiter. An der Pechstein-Diskussion mag ich mich momentan nicht beteiligen. Muss jetzt nicht sein, oder? Einstweilen, bis der Akku wieder halb voll ist, flink ein Eindruck aus dem winterlichen Vancouver.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Kleine Schwächephase. In ein paar Stunden geht&#8217;s weiter. An der <a title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/#comment-20049" target="_self">Pechstein-Diskussion</a> mag ich mich momentan nicht beteiligen. Muss jetzt nicht sein, oder? Einstweilen, bis der Akku wieder halb voll ist, flink ein Eindruck aus dem winterlichen Vancouver.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/kirschblüte2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6882" title="Kirschblüte" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/kirschblüte2.jpg" alt="" width="530" height="398" /></a></p>
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		<title>Vancouver, Tag 5: Olympia mit Christian, Björn und Heidi</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 23:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Mag sein, dass ich gestern nicht meinen besten Tag hatte und nicht ganz auf der Höhe war. Der Aussage von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, wonach es in München seit dem Olympia-Attentat 1972 keinen dramatischen Zwischenfall mehr gegeben habe, hatte ich keine große Bedeutung beigemessen. Ein anderer schon. Und die Olympiabewerber wohl auch. Denn noch in der kanadischen Nacht wurde eine <a title="München.de" href="http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/presseservice/2010/pressemitteilungen/396278/Olympia_Missverstaendnis.html" target="_blank">Stellungnahme</a> veröffentlicht.</p>
<blockquote><p><strong>OB Ude bedauert Missverständnis</strong></p>
<p>(16.2.2010) Auf der gestrigen Pressekonferenz der Olympia-Bewerberstädte in Vancouver gab eine Aussage von Oberbürgermeister Christian Ude Anlass zu einem Missverständnis.</p>
<p>Wie der Sport-Informationsdienst (sid) und die AZ berichten, hatte OB Ude in der auf englisch abgehaltenen Pressekonferenz erklärt, auf dem Oktoberfest hätte es noch keinen &#8220;major security incident&#8221; gegeben.</p>
<p>OB Ude: „Ich bedaure dieses Missverständnis außerordentlich. Selbstverständlich sollte mit keinem Wort die Erinnerung an das schreckliche Wiesn-Attentat von 1980 in Frage gestellt werden. Ganz im Gegenteil: Nach der würdigen Umgestaltung des Denkmals auf der Theresienwiese plant die Stadt nun zum 30. Jahrestag eine große Gedenkveranstaltung, mit der die Hintergründe des Attentats beleuchtet und der Opfer gedacht werden soll.</p>
<p>Der falsche Bezug der Aussage auf das Oktoberfest entstand durch eine kurzfristige Änderung des Manuskripts. Gemeint war, dass es im Münchner Olympiapark in den fast 40 Jahren seiner nacholympischen Nutzung keinen &#8220;major security incident&#8221; gegeben habe.</p></blockquote>
<p>Um ganz genau zu sein: <strong>Thomas Häberlein vom SID</strong>, dessen Beitrag etliche Medien verwendet haben, hat als Münchner besondere Sensoren für derlei Fehler und hat, wenn ich das richtig sehe, als einziger darüber berichtet. Die Stellungnahme brachte der SID, wenn ich auch das richtig sehe, zehn Stunden vor der dauerbegeisterten Konkurrenz auf den Markt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6872" title="Katarina Witt, Christian Ude" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/wittude-web.jpg" alt="" width="530" height="313" /></p>
<p>Just in case, die Erklärung aus dem Münchener Rathaus wolle ein bisschen offen lassen, es könne ja anders gewesen sein. Im Protokoll der wichtigsten Aussagen dieser PK in Vancouver, das ich in anderen Beiträgen gestern <a title="München vs. Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">zweimal</a><a title="Vancouver, Tag 4 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/" target="_self"> komplett</a> veröffentlicht habe, steht:</p>
<blockquote><p><strong>“Every year six million people visit our famous Oktoberfest, which will celebrate its 200th year this year and has never had a major security incident.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Anmerkung am Rande: Ich schätze die Öffentlichkeitsarbeit der Bewerber als nicht sonderlich professionell ein. Dieser Vorgang bestätigt mich in meinem Urteil. Vielleicht bekommt das von denen demnächst jemand hin, dass Journalisten, die sich ständig mit dem Thema beschäftigen, auch mit derlei Richtigstellungen versorgt werden. Danke.</p>
<p>Mehr dazu:</p>
<ul>
<li>merkur-online: <a title="Merkur" href="http://www.merkur-online.de/olympia-2010-vancouver/aktuell/vancouver-ude-bedauert-missverstaendnis-632763.html" target="_blank">Ude bedauert Missverständnis</a></li>
<li>sueddeutsche.de: <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/136/503360/text/" target="_blank">Böser Ausrutscher</a></li>
<li>Der Artikel von Thomas Häberlein u.a. auf abendzeitung.de: <a title="Abendzeitung" href="http://www.abendzeitung.de/sport/olympia/166430" target="_blank">Peinlicher Patzer in Vancouver</a></li>
</ul>
<p>Ich werde beim nächsten Mal wieder aufmerksamer sein. Will doch nicht verpassen, wenn sich Münchens selbstverliebter OB in den Spuren der Olympia-Dilettanten Eberhard Diepgen und Wolfgang Tiefensee verfängt.</p>
<p><strong>18.34 Uhr: </strong>Back in office. Ich meine, irgendwo im MPC. Akuter Müdigkeitsanfall. Habe leider meine Isomatte nicht dabei. In Kriechweite sehe ich blaue Sofas. Fürchte aber, ich würde erst morgen aufwachen, sollte ich es wagen &#8230;</p>
<p><strong>20.48 Uhr:</strong> Auch schräg, Björn Ferry ist Biathlon-Olympiasieger. Er hatte vor einigen Tagen noch über eine Todesstrafe für Doper fabuliert. Aber wenigstens sollte man sie &#8220;<a title="Google News zu Ferry/Todesstrafe" href="http://news.google.de/news?source=ig&amp;hl=de&amp;rlz=&amp;q=ferry%20todesstrafe&amp;lr=&amp;oq=&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;tab=wn" target="_blank">mit wiederholten Schlägen auf die Eier</a>&#8221; züchtigen. The Swedish Way. Machen die das da oben so? Kann jemand Schwedisch? Hier seine Webseite: &#8220;<a title="Ferry Tales" href="http://www.bjornferry.com/" target="_blank">Ferry Tales</a>&#8220;.</p>
<p>Es heißt, Ferry sei immer mal mit drastischen Äußerungen aufgefallen. Ist halt ein Mann der Extreme. Seine Frau übrigens auch. Heidi Andersson-Ferry kommt aus dem Dorf Einsamkeit und kann ordentlich zupacken. Nehme ich jedenfalls an, denn sie ist siebenfache <a title="Heidi Andersson" href="http://www.heidiandersson.com/Default.asp?path=5082,5114&amp;pageid=6493" target="_blank">Weltmeisterin im Armdrücken</a>.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<item>
		<title>München vs. Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 10:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Jon Tibbs braucht vor allem Stehvermögen. Die Nächte sind kurz, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten: Den jordanischen Prinzen Feisal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. <strong>Jon Tibbs</strong> braucht vor allem Stehvermögen. <a title="Vancouver, Tag 3: &quot;honored worker of physical training&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/14/vancouver-tag-3-honoured-worker-of-physical-training/" target="_self">Die Nächte sind kurz</a>, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten:</p>
<ul>
<li>Den <a title="Weihnachten im IOC: Haya, Feisal und der Heilige Minos" href="http://jensweinreich.de/2009/12/09/weihnachten-im-ioc-haya-feisal-und-der-heilige-minos/" target="_self">jordanischen Prinzen Feisal</a>, der vergangenen Freitag ins IOC aufgenommen wurde. (Feisal traf ich gestern <a title="Vancouver, Tag 4" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/" target="_self">beim Eiskunstlaufen</a>.)</li>
<li>Tibbs arbeitet seit langem für <a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a>, Gastgeber der Winterspiele 2014.</li>
<li>Seit Oktober ist er auch für <a title="alle Beiträge zu München 2018" href="http://jensweinreich.de/category/munchen-2018/" target="_self">Münchens Olympiabewerber</a> tätig.</li>
</ul>
<p>Tibbs verkauft ein rares Gut im olympischen Zirkus, das er mit zwei Worten beschreibt: „Gewinnbringende Kommunikationskampagnen“.</p>
<p>Die Verpflichtung von Jon Tibbs wurde nicht aktiv kommuniziert. Auf die Personalie angesprochen, reagieren die Münchner recht einsilbig. Oberbürgermeister Christian Ude formuliert kryptisch, er habe „keine einzelnen Bekanntschaften mit Personen, deren Dienstleistung man in Anspruch nimmt“. Co-Geschäftsführer Bernhard Schwank erklärt: „Tibbs ist für internationale Kommunikation zuständig und spielt seine erstklassigen Kontakte aus. Wir haben aber keine Lobbyisten unter Vertrag genommen.“</p>
<p>Lobbyisten gelten im olympischen Bereich spätestens seit dem <a title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://jensweinreich.de/2008/12/11/ten-years-after-marc-hodler/" target="_self">IOC-Bestechungsskandal</a> als Männer mit den Geldkoffern. Das ist so falsch wie richtig. Die Tätigkeit von Auskennern wie Tibbs hat nichts mit der Tätigkeit von Geldkofferträgern wie Jean-Marie Weber zu tun.</p>
<p>„Ich bin kein Lobbyist“, sagt Jon Tibbs. In Vancouver hat er zunächst Katarina Witt und Willy Bogner, die so genannten Gesichter der Bewerbung, mit den wenigen einflussreichen Berichterstattern zusammengebracht: Reporter der großen internationalen Nachrichtenagenturen und Herausgeber von Branchendiensten. Es sind die wenigen Kollegen von AP, Reuters, L&#8217;Equipe, <a title="ATR" href="http://www.aroundtherings.com/" target="_blank">Around the Rings</a>, <a title="Inside the Games" href="http://insidethegames.biz/" target="_blank">Inside the Games</a> u.a., die allen IOC-Terminen folgen, insgesamt nur rund ein Dutzend Multiplikatoren.</p>
<p>Die Bewerbung wird zielgruppenoptimiert betrieben. Es geht um Kommunikationshoheit, um wirkungsvolle Botschaften. (Fast bin ich geneigt zu sagen: Es geht um Kommunikationsherrschaft :)<span id="more-6850"></span></p>
<p>Jon Tibbs sagt: „Wir müssen Tempo aufnehmen!“</p>
<p>Das haben sie versucht, am Montag in Vancouver mit einer Pressekonferenz im MPC, die von den üblichen Verdächtigen hymnisch besungen wird. Auch wenn ich es gestern Nacht schon einmal veröffentlicht habe, kopiere ich die Quotes der PK zum zweiten Mal rein, hier gehört es hin, also, copy &amp; paste:</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>Press Conference Highlights</p>
<p><strong>Munich 2018 Olympic Bid</strong></p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 – Comments from CEO of the Munich 2018 bid Willy BOGNER (GER); IOC Member and President of the German Olympic Sports Confederation (DOSB) Thomas BACH (GER); Lord Mayor of Munich Christian UDE (GER); German Federal Minister of the Interior and Sport Thomas de MAIZIERE (GER); and Chair of the Munich 2018 bid committee Katarina WITT (GER) during a press conference on the Munich 2018 Olympic Bid, at the Main Press Centre on Monday.</p>
<p><strong>Willy BOGNER (GER) – CEO of the Munich 2018 bid</strong></p>
<p>On his background in winter sports, including competing in Alpine Skiing:</p>
<p>“Like all Germans, I love winter sports. I grew up on skis. My father was an Olympian. I became an Olympian in 1960.”</p>
<p>“I’ve carried the Olympic Flame with me my whole life.”</p>
<p>“(As a filmmaker) I even got the chance to make James Bond look like an Olympic skier.”</p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>“We have a clear vision for winter 2018. We’d like to make it the friendly Games.”</p>
<p>“We’ve used existing venues as much as possible and only need to build three new permanent Olympic venues.”</p>
<p>“As a legacy we dream about making friends through sport even 20 or 30 years after the Games.”</p>
<p><strong>Thomas BACH (GER) – IOC member and president of the German Olympic Sports Confederation (DOSB)</strong></p>
<p>On the enthusiasm of the German people for winter sports:</p>
<p>“This enthusiasm you can also see if you look at TV ratings of major winter sports.”</p>
<p>“Our two major channels in Germany, they broadcast eight hours plus of winter sports with high ratings.”</p>
<p>On the proximity of the two major venue clusters, Munich and Garmisch-Partenkirchen:</p>
<p>“Never ever have the two major clusters been closer together as with Munich and Garmisch. This is about 80 km and I don’t know if any of you have ever experienced a German Autobahn without a speed limit, but even if you respect the speed limit in your own country you make it in about one hour. This is more of an advantage as we see it.”</p>
<p>On reusing the Munich Olympic Park from the 1972 Olympic Games:</p>
<p>“We hope this is one of our strengths of our bid, making use of an Olympic legacy to create a new one.”</p>
<p><strong>Christian UDE (GER) – Lord Mayor of Munich</strong></p>
<p>On Munich’s ability to host large events:</p>
<p>“Every year six million people visit our famous Oktoberfest, which will celebrate its 200th year this year and has never had a major security incident.”</p>
<p>“Last year we hosted over 300 events in the park (Munich Olympic Park) and attracted over 400 million people.”</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city’s 2018 bid:</p>
<p>“Of course we remember the incident in 1972, but this was the rise of global terrorism in the world and every country has had its experience with terrorism since.”</p>
<p>“We learned from this incident. We’ve had more than 10,000 events in the Olympic Park without any security issue.”</p>
<p><strong>Thomas de MAIZIERE (GER) – German federal minister of the Interior and Sport</strong></p>
<p>On the support of the German government and people for the Munich 2018 bid:</p>
<p>“The German Chancellor supports this bid. The German government supports this bid. The German Parliament supports this bid.”</p>
<p>“The German public supports this bid. We have polls that show around 75 percent plus support Munich 2018.”</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city’s 2018 bid:</p>
<p>“We learned a lesson and history never repeats.”</p>
<p>On the ability of Munich to host the 2018 Olympic Winter Games:</p>
<p>“As minister of the Interior I can assure you, and we proved this during the FIFA World Cup (in 2006), that we can organize safe and secure Games.”</p>
<p><strong>Katarina WITT (GER) – Chair of the Munich 2018 bid committee:</strong></p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>“In Germany, it seems that winter sport is in our DNA.”</p>
<p>“We’re planning to have a big celebration and the world should be a part of it and they shouldn’t miss it.”</p>
<p>On her recent foray in to social media:</p>
<p>“I went on Facebook 10 days ago and I already have 171 friends.”</p>
<p>ONS aj/brs/jtc/eb/adg</p></blockquote>
<p>Seine Agentur <a title="JTA" href="http://www.jtassocs.com" target="_blank">Jon Tibbs Associates</a> (JTA) ist eigentlich Zwei-Personen-Betrieb, zu dem noch Séverine Hubert gehört, die jeden kennt in der olympischen Familie. Für München arbeiten „sechs oder sieben Leute“, sagt er, unter seiner Ägide.</p>
<p>Hier mal ein Screenshot der Klienten von Tibbs.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jta-screen-web.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6852" title="Screenshot JTA, 16. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jta-screen-web.jpg" alt="" width="530" height="356" /></a></p>
<p>Interessant ist, dass auch Samsung dazu gehört oder gehörte &#8211; ich muss noch nachfragen. Hochinteressant ist das allemal, denn auf Samsung und das wegen Steuerhinterziehung und Korruption schon zweimal zu Haftstrafen verurteilte (und wieder begnadigte) IOC-Mitglied <a title="alle Beiträge zu Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/category/lee-kun-hee/" target="_self">Lee Kun Hee</a> konzentriert sich vieles im Wettbewerb um die Winterspiele 2018. Lee Kun Hee wird von den Münchner Strategen geschickt als Bösewicht aufgebaut &#8211; <a title="Thomas Bach: Lebenssachverhalte in nationalem Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">offiziell aber kommentiert man natürlich nichts</a>.</p>
<p>München hat etliche weitere Fachkräfte angeheuert. Ich werde sie in nächster Zeit allesamt und die Bewerberstrategie analysieren, aufzeigen, wer sich um welche IOC-Mitglieder kümmert, wo die Fäden zusammenlaufen. Etliche dieser Münchner Lobbyisten (ich benutze das Wort an dieser Stelle wertneutral, unterstelle überhaupt nichts, sondern nur: das sich jemand für eine Bewerbung einsetzt und das der Zielperson schmackhaft macht) waren auf der Pressekonferenz am Montag zugegen. Sie saßen aber natürlich nicht auf dem Podium, sondern im Publikum oder standen, wie Tibbs, am Rande.</p>
<p>Die PK, dessen Transkript oben nachzulesen ist, hat maßgeblich <strong>George Hirthler</strong> mit vorbereitet. Der Mann aus Atlanta gilt weltweit als bester Schreiber von Bewerbungsbüchern. Er betreut mit München schon die zehnte Bewerbung und kennt schon deshalb Gott und die Welt in diesem Business. Ich glaube, er ist ein ganz Netter. In Vancouver erstellt George Präsentationen, Reden und Statements, gibt Ratschläge. Man darf davon ausgehen, dass er die Texte und Argumente für de Maizière, Ude, Witt und Bogner zusammengestellt hat. Er hat das Skript der PK geschrieben, <strong><a title="Vancouver, Tag 5: Christian Ude entschuldigt sich" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">die allerdings ärgerliche Folgen hatte</a></strong>.</p>
<p>George Hirthler (Mitte) mit IOC-Mitglied Claudia Bokel und dem ehemaligen NOK-Präsidenten Klaus Steinbach:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6856" title="Klaus Steinbach, George Hirthler, Claudia Bokel" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/hirthler.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>George Hirthler bezeichnet sich als Brand Communications Strategist. Das Profil von <a title="Hirthler &amp; Partners" href="http://www.hirthler.com" target="_blank">Hirthler &amp; Partners</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Premiere Olympic Communications Strategists</strong></p>
<p>Hirthler &amp; Partners is dedicated to helping the Olympic Movement tell its story to the world. To that end, the company offers brand positioning and communications strategies to all members of the Olympic Family — the International Olympic Committee, Organizing Committees, National Olympic Committees, Sports Federations, Bid Cities, Sponsors and Broadcasters. As passionate advocates of the Olympic Ideal, Hirthler &amp; Partners offer unique insights into the power of the Olympic brand. With a combination of seasoned creative strategists in George Hirthler &amp; Rebecca D’Attilio, the firm brings to the table an unrivaled ability to help articulate in word and image the extraordinary promise and potential of the Olympic Movement. While offering the full array of strategic brand and creative services, the firm has developed a particular ability in managing campaigns with specific Olympic objectives for clients around the world.</p>
<p><strong>World’s Foremost Olympic Bid Strategists </strong></p>
<p>For cities with an interest in bidding for the Olympic Games or other international sporting events, Hirthler &amp; Partners is a leading global campaign strategist. The company offers a comprehensive package of brand positioning and communications services designed to enhance a city’s chances for success in their bid campaigns. In Olympic bid circles, George Hirthler is recognized as the world’s leading brand communications strategist.</p></blockquote>
<p>Es heißt, Spitzenkräfte unter den Olympiastrategen könnten bis zu 8.000 Euro pro Tag berechnen. Fürstliche Honorare waren bei zurückliegenden Bewerbungen (etwa Berlin, Leipzig, Salzburg) stets Themen von Debatten und Skandalen. Zahlen zur Verpflichtung von Jon Tibbs werden nicht genannt. „Ich werde dem Markt angemessen bezahlt“, sagt er. „Verträge sind grundsätzlich vertraulich und nicht öffentlich“, sagt Schwank.</p>
<p>Neben München bewerben sich Pyeongchang (Südkorea) und Annecy (Frankreich) um die Winterspiele 2018. Annecy nimmt niemand ernst, nicht einmal die Franzosen. In Wirklichkeit ist es also ein Zweikampf zwischen München und Pyeongchang. Und es ist ein Duell der Spin Doktoren: Jon Tibbs (München) gegen <strong>Mike Lee</strong> (Pyeongchang). Beide Engländer, beide kampferprobt.</p>
<p>Jon Tibbs hat drei Olympiabewerbungen in verschiedenen Funktionen erfolgreich bestritten:</p>
<ul>
<li>Athen 2004</li>
<li>Peking 2008</li>
<li>Sotschi 2014</li>
</ul>
<p>Mike Lee gewann zweimal:</p>
<ul>
<li>London 2012</li>
<li><a title="alle Beiträge zu Rio 2016" href="http://jensweinreich.de/category/rio-de-janeiro-2016/" target="_self">Rio de Janeiro</a> 2016</li>
</ul>
<p>Über ihre Flops reden sie ungern. Tibbs unterlag, zum Beispiel, mit Paris und Tokio. Lee verlor mit Salzburg und <a title="IOC-Absurditätenkabinett" href="http://jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/" target="_self">Doha</a>. In einem kleineren Wettbewerb schlug Lee Tibbs im Oktober 2009 auf der IOC-Session: Lee schaffte es, Rugby olympisch zu machen &#8211; Tibbs scheiterte beim Versuch, Softball wieder ins Programm zu hieven. Man sieht: Es geht nicht nur um Städte, auch mit Sportarten, Funktionären, Nationen, mit allen möglichen, die etwas erreichen wollen im Olymp, lässt sich Geld verdienen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6853" title="Cover: The Race for the 2012 Olympics" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/buch-lee.jpg" alt="" width="240" height="240" hspace="5" vspace="5" /></p>
<p>Anders als Tibbs, der sich lieber im Hintergrund hält und nur selten in Medien erwähnt wird, verkauft Lee sich eher als Held. Über Londons Olympiasieg hat er mit zwei Journalisten ein Buch geschrieben, das viele hübsche Episoden, aber vor allem die Botschaft erzählt, wie man in der Branche lästert: Ohne mich wäre London nichts geworden! Rios Olympiasieg wurde noch nicht in Buchform gewürdigt.</p>
<p>Lees Siege sind spektakulärer. Er ist lauter. Er hat einst mit politischen Kampagnen für die Labour Partei begonnen. Tibbs war bis Ende der 1990er Jahre Direktor der berüchtigten PR-Weißwäscher von Hill &amp; Knowlton, bevor er seine eigene Firma gründete. „Ich bin einige Jahre länger im Geschäft als Mike“, sagt Tibbs. „Ich denke, dass ich mehr Erfahrung habe.“</p>
<p>Ich beobachte Mike Lee seit rund zehn Jahren, als er seinerzeit Kommunikationschef der UEFA war. Bei der Europäischen Fußball-Union legte er eine suboptimale Performance hin, der Versuch, Joseph Blatter abzulösen, scheiterte im Frühsommer 2002 grandios. Im Januar 2007 scheiterte er bei der UEFA-Wahl an der Seite von Lennart Johansson, der ihn für den Wahlkampf angeheuert hatte, ebenfalls grandios &#8211; wieder an Blatter (und Platini). Im Fußball hat Mike Lee halt kein glückliches Händchen. Es irritiert übrigens, dass Lee mit seiner Agentur <a title="Vero Comminications" href="http://www.verocom.co.uk" target="_blank">Vero Communications</a> für die Olympiabewerbung Peyongchangs arbeitet und gleichzeitig für die Bewerbung <a title="Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank" href="http://jensweinreich.de/2009/12/02/katar-und-die-wm-2022-fusball-im-kuhlschrank/" target="_blank">Katars um die Fußball-WM 2022</a>. Einer der Konkurrenten Katars ist Südkorea. Tibbs ist über ein Mandat für die britische Regierung indirekt in die WM-Bewerbung eingebunden.</p>
<p>Der Vollständigkeit halber hier noch eine Auflistung von Klienten (gewesene und aktuelle) von Lees Firma Vero.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6855" title="Screenshot Vero Communications, 16. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vero-screen-web.jpg" alt="" width="530" height="531" /></p>
<p>Die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 werden im Dezember 2010 von der FIFA vergeben. Sieben Monate später, Anfang Juli 2011, entscheidet das IOC in Durban über die Winterspiele 2018. Beide Wahlen sind im Zusammenhang zu betrachten, mit vielfältigen Optionen. Beide Wahlen werden dadurch verkompliziert, dass es in der FIFA auch um die Präsidialwahlen 2011 geht – und im IOC 2013 ein neuer Präsident gewählt wird.</p>
<p>Soviel Sportpolitik war selten. Das wird sehr spannend &#8211; auch hier im Blog. Das Geschäft von Tibbs und Lee besteht u.a. darin, den Bewerbern zu erklären, sie hätten sündhaft teure Strategieberatung nötig, um nicht die Übersicht zu verlieren.</p>
<p>Damit die Kombattanten mal gezeigt werden. Zunächst Mike Lee, ein Foto von gestern, als er (links, gelber Schal) die Bewerber Pyeongchangs zum Gruppenfoto dirigierte:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6857" title="Mike Lee (l.), Pyeongchang 2018" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/lee-2018-web.jpg" alt="" width="530" height="346" /></p>
<p>Von Jon Tibbs habe ich leider kein schönes Foto. Nur eines, das ihn mit dem <a title="Vancouver, Tag 3 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/14/vancouver-tag-3-honoured-worker-of-physical-training/" target="_self">Sportminister von Tatarstan</a> zeigt, aufgenommen vor drei Tagen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6858" title="John Tibbs (l)" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/tibbs.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Wir werden uns noch oft treffen in diesem Jahr. Es gibt viele wichtige Termine. Da werden sich gewiss Gelegenheiten für ansprechende Freundschaftsfotos bieten.</p>
<p><em>(Eine kürzere und unverlinkte Fassung dieses Beitrages ist u.a. in der <a title="Ein Strippenzieher für delikate Aufgaben" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/55/503279/text/" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> erschienen.)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>21</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, Tag 4: &#8220;I don&#8217;t know if any of you have ever experienced a German Autobahn without a speed limit&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 00:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Deutschland schläft, und ich taste mich langsam rein in den Tag. Zunächst etwas Erfreuliches: Es gibt Neues von der <a title="Vancouver, Tag 1: Jacques die Möwe" href="http://jensweinreich.de/2010/02/12/vancouver-tag-1-jacques-die-mowe/" target="_self">Möwe Jacques</a> (Foto wird nachgereicht)! Jacques flirtet weiter mit dem Kollegen G., der auch wieder aufgetaucht ist und mit dem ich vorhin ein Mittagessen genossen habe (Tim Horten&#8217;s). Erstaunlich.</p>
<p>Olympia meint es ja nicht immer gut mit Tieren. Gedopte Pferde (Peking 2008), gebratene Friedenstauben (Seoul 1988/<em>ab 4:40 im Video</em>), das sind so die Schlagzeilen.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Seither müssen keine Tauben mehr bei Eröffnungsfeiern ins Verderben fliegen.</p>
<p>Nicht dass sich Olympia und die Tiere am Ende noch versöhnen. Das wäre doch mal ein Thema, über das Journalisten berichten sollten. G. wird dazu allerdings schweigen. G. ist ein stiller Genießer. Er bevorzugt auch in seiner Arbeit die leisen Töne und meint, wenn ich ab und an im Blog ein Foto veröffentliche, müsse das reichen. Er wolle seine Beziehung  nicht öffentlich besprechen. Das kann ich verstehen und respektieren.</p>
<p><strong>18.50 Uhr:</strong> Lassen wir also den bisherigen Tag Revue passieren. Mich haben besonders die Auftritte der Olympiabewerber 2018 interessiert, was an <a title="Kommentar von mb" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/#comment-19924" target="_self">anderer Stelle</a> kurz angerissen wurde.</p>
<p><strong>Annecy</strong> konnte ich leider nicht sehen. Allgemeines Urteil derjenigen, die ich dazu befragt habe:  Dürftig. Aber die gesamte Bewerbung ist nicht ernst zu nehmen. Geredet wurde viel über das IOC-Mitglied Jean-Claude Killy &#8211; blöd nur, dass Killy durch Abwesenheit glänzte. Guy Drut, ein weiteres französisches IOC-Mitglied, fehlte ebenfalls, tauchte zwei Stunden später aber als Gast in der PK von Pyeongchang auf. Was das wohl bedeutet?</p>
<p>Das Protokoll:</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 &#8211; Comments from Edgar GROSPIRON (FRA), CEO of the Annecy 2018 Olympic bid, Jean-Luc RIGAUT (FRA), mayor of Annecy; Roselyne BACHELOT (FRA), French Minister of Sport and Health; and Denis MASSEGLIA (FRA), president of the French Olympic Committee (CNOSF) on Monday at the Main Press Centre.</p>
<p><strong>Edgar GROSPIRON (FRA) &#8211; CEO of the Annecy 2018 Olympic bid</strong></p>
<p>On the winter climate in Annecy, where weather forecasts predict rain and temperatures of 6 degrees Celsius this week:</p>
<p>&#8220;We chose the date for 2018 Olympic during February and this is the best conditions we can have in the winter. For sure not every day is sunny with big powder snow but if you take (this) Saturday and Sunday, it was great sunshine and the snow was very good over there.</p>
<p>&#8220;For sure we are going to work with the water to make artificial snow also. But the weather is the only thing we cannot totally control. The French Alps for a long time there are good conditions in winter for skiing and I think the place is good for that.&#8221;</p>
<p><strong>Jean-Luc RIGAUT (FRA), the mayor of Annecy</strong></p>
<p>On the region:</p>
<p>&#8220;Annecy is in the heart of the French Alps, at half an hour from Geneva and 45 minutes from Mont Blanc.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mont Blanc, where snow is guaranteed.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our region is the prime destination for winter sports in the world.&#8221;</p>
<p>&#8220;We will be able to welcome the whole Olympic family with our hearts and professionalism, but we also like to party.&#8221;</p>
<p>On existing facilities and infrastructure:</p>
<p>&#8220;It is 65 percent of the sites that are ready.&#8221;</p>
<p>&#8220;We will use the infrastructure in La Plagne in Savoie, which is in the heart of the Alps. We will use the airport in Geneva and the highways of Geneva. Geneva is 30 km, 40 minutes from Annecy. Of course we have an agreement with Geneva, which is our neighbour. But it remains a National French bid, as the rules require.&#8221;</p>
<p>On the venues they need to build:</p>
<p>&#8220;The big project is to build the speed skating oval because we don&#8217;t have one in France.&#8221;</p>
<p>&#8220;This will be the remaining legacy.&#8221;</p>
<p>&#8220;The French federation is in favour of this.&#8221;</p>
<p>&#8220;(But) at La Clusaz there will be no construction of the (ski) jumps because it is a natural slope, what is important is that they will already be inscribed in nature.&#8221;</p>
<p><strong>Roselyne BACHELOT (FRA) &#8211; French minister of sport and health</strong></p>
<p>On funding the Annecy 2018 bid after the failed Paris 2012 bid:</p>
<p>&#8220;I don&#8217;t want to talk about Paris. Paris is in the past.&#8221;</p>
<p>&#8220;We are with the athletes and we will give all the human and financial support required.&#8221;</p>
<p>&#8220;The French state has committed to two thirds of the (bid cost).&#8221;</p>
<p>&#8220;As for the 1.5 billion necessary for this project, we are going to be behind it and behind the project.&#8221;</p>
<p><strong>Denis MASSEGLIA (FRA), president of the French Olympic Committee (CNOSF)</strong></p>
<p>&#8220;France is a resolute candidate and the French Olympic Committee unanimously decided to take up the challenge of organising the Annecy 2018 bid. All the federations, summer and winter, are not only with but by the side of the 2018 bid.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kleiner Einschub: Die Ad hoc Kammer des Weltsportgerichtshofes CAS teilt soeben mit:</p>
<blockquote><p>WOMEN&#8217;S SPEED SKATING</p>
<p>THE AD HOC DIVISION OF THE COURT OF ARBITRATION FOR SPORT (CAS) REGISTERS AN APPLICATION FROM THE GERMAN SPEED SKATER CLAUDIA PECHSTEIN</p>
<p><em>Vancouver</em>, <em>15 February 2010 </em>– The German speed skater <strong>Claudia Pechstein</strong> has filed an application at the ad hoc Division of the Court of Arbitration for Sport against the German Olympic Committee (DOSB) and the International Olympic Committee. In her application, Ms Pechstein requests that she be nominated for and allowed to participate in the female speed skating competitions of the Vancouver 2010 Olympic Winter Games.</p>
<p>The application of Ms Pechstein is being transmitted to the Respondents DOSB and IOC. In the meantime, the CAS will not comment any further on this matter.</p></blockquote>
<p>Ich werde jetzt auch nicht kommentieren on this matter.</p>
<p>Weiter mit den Olympiabewerbungen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6834" title="München 2018 in Vancouver, 15. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/munich-2018.jpg" alt="" width="530" height="271" /></p>
<p>So strahlten Sie um die Wette, die Bittsteller aus <strong>München</strong>, von links: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Thomas Bach (FDP, IOC, DOSB), Willy Bogner, Katarina Witt (ARD). Christian Ude (SPD), Siegfried Schneider (CSU). Ich fand ja, der eindeutig beste Spruch kam vom UDIOCM, den habe ich weiter unten gefettet &#8211; umweltpolitisch ist Bachs Aussage nicht unbedingt das smarteste, was er sagen konnte, aber es war schlagfertig.</p>
<p><em>Nachtrag, einen Tag später:</em> Christian Ude sah sich zu einer <a title="Vancouver, Tag 5: Christian Ude entschuldigt sich" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">Richtigstellung seiner Aussagen</a> gezwungen.</p>
<p>Wer es genau wissen will, dem empfehle ich die unparteiischen Notizen des Olympic News Service: <span id="more-6822"></span></p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>Press Conference Highlights</p>
<p><strong>Munich 2018 Olympic Bid</strong></p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 &#8211; Comments from CEO of the Munich 2018 bid Willy BOGNER (GER); IOC Member and President of the German Olympic Sports Confederation (DOSB) Thomas BACH (GER); Lord Mayor of Munich Christian UDE (GER); German Federal Minister of the Interior and Sport Thomas de MAIZIERE (GER); and Chair of the Munich 2018 bid committee Katarina WITT (GER) during a press conference on the Munich 2018 Olympic Bid, at the Main Press Centre on Monday.</p>
<p><strong>Willy BOGNER (GER) &#8211; CEO of the Munich 2018 bid<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p>On his background in winter sports, including competing in Alpine Skiing:</p>
<p>&#8220;Like all Germans, I love winter sports. I grew up on skis. My father was an Olympian. I became an Olympian in 1960.&#8221;</p>
<p>&#8220;I&#8217;ve carried the Olympic Flame with me my whole life.&#8221;</p>
<p>&#8220;(As a filmmaker) I even got the chance to make James Bond look like an Olympic skier.&#8221;</p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>&#8220;We have a clear vision for winter 2018. We&#8217;d like to make it the friendly Games.&#8221;</p>
<p>&#8220;We&#8217;ve used existing venues as much as possible and only need to build three new permanent Olympic venues.&#8221;</p>
<p>&#8220;As a legacy we dream about making friends through sport even 20 or 30 years after the Games.&#8221;</p>
<p><strong>Thomas BACH (GER) &#8211; IOC member and president of the German Olympic Sports Confederation (DOSB)<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p>On the enthusiasm of the German people for winter sports:</p>
<p>&#8220;This enthusiasm you can also see if you look at TV ratings of major winter sports.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our two major channels in Germany, they broadcast eight hours plus of winter sports with high ratings.&#8221;</p>
<p>On the proximity of the two major venue clusters, Munich and Garmisch-Partenkirchen:</p>
<p>&#8220;Never ever have the two major clusters been closer together as with Munich and Garmisch. <strong>This is about 80 km and I don&#8217;t know if any of you have ever experienced a German Autobahn without a speed limit, but even if you respect the speed limit in your own country you make it in about one hour. This is more of an advantage as we see it.</strong>&#8221;</p>
<p>On reusing the Munich Olympic Park from the 1972 Olympic Games:</p>
<p>&#8220;We hope this is one of our strengths of our bid, making use of an Olympic legacy to create a new one.&#8221;</p>
<p><strong>Christian UDE (GER) &#8211; Lord Mayor of Munich<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p>On Munich&#8217;s ability to host large events:</p>
<p>&#8220;Every year six million people visit our famous Oktoberfest, which will celebrate its 200th year this year and has never had a major security incident.&#8221;</p>
<p>&#8220;Last year we hosted over 300 events in the park (Munich Olympic Park) and attracted over 400 million people.&#8221;</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city&#8217;s 2018 bid:</p>
<p>&#8220;Of course we remember the incident in 1972, but this was the rise of global terrorism in the world and every country has had its experience with terrorism since.&#8221;</p>
<p>&#8220;We learned from this incident. We&#8217;ve had more than 10,000 events in the Olympic Park without any security issue.&#8221;</p>
<p><strong>Thomas de MAIZIERE (GER) &#8211; German federal minister of the Interior and Sport </strong></p>
<p>On the support of the German government and people for the Munich 2018 bid:</p>
<p>&#8220;The German Chancellor supports this bid. The German government supports this bid. The German Parliament supports this bid.&#8221;</p>
<p>&#8220;The German public supports this bid. We have polls that show around 75 percent plus support Munich 2018.&#8221;</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city&#8217;s 2018 bid:</p>
<p>&#8220;We learned a lesson and history never repeats.&#8221;</p>
<p>On the ability of Munich to host the 2018 Olympic Winter Games:</p>
<p>&#8220;As minister of the Interior I can assure you, and we proved this during the FIFA World Cup (in 2006), that we can organize safe and secure Games.&#8221;</p>
<p><strong>Katarina WITT (GER) &#8211; Chair of the Munich 2018 bid committee: </strong></p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>&#8220;In Germany, it seems that winter sport is in our DNA.&#8221;</p>
<p>&#8220;We&#8217;re planning to have a big celebration and the world should be a part of it and they shouldn&#8217;t miss it.&#8221;</p>
<p>On her recent foray in to social media:</p>
<p>&#8220;I went on Facebook 10 days ago and I already have 171 friends.&#8221;</p>
<p>ONS aj/brs/jtc/eb/adg</p></blockquote>
<p>Das muss die Kati noch lernen. Sie hat keine 171 Freunde auf Facebook, sondern Fans, denn sie hat eine Fanseite eingerichtet. Habe mich gerade als 195. Fan bei ihr gemeldet.</p>
<p>Irritierend fand ich, dass Katarina Witt als letzte von Bogner vorgestellt wurde, und auch als letzte die Journalisten begrüßte. Die Rolle der Conférencieuse hätte der Witt zugestanden, ich glaube, sie hätte das auch lässiger erledigt als Bogner, dessen Charme mir verborgen blieb. Bach, Ude, de Maizière hatten ihre Lektionen gelernt, wenngleich Ude sicher seine Behauptung erklären muss, es habe auf dem Oktoberfest nie größere Zwischenfälle gegeben. Ich habe George Hirthler aus Atlanta, der die PK arrangiert hat, gefragt, warum die Witt nicht durchs Programm führte. Aber er fand das so in Ordnung. Das Beste zuletzt, meinte er. Was soll er auch auf so eine dumme Frage sagen: Etwa, dass er einen Fehler gemacht hat?</p>
<p><strong>19.56 Uhr:</strong> Bevor ich zu Pyeongchang komme, noch ein kurzer Einschub. Denn inzwischen sitze ich im Pacific Coliseum &#8211; links neben mir ein Chinese, der noch mehr Knoblauch konsumiert hat, als ich an wilden Tagen, rechts jubelnde russische Reporter &#8211; und schaue mir die Paarlauf-Entscheidung an. Wen traf ich hier wohl als erstes?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6836" title="Juan Antonio Samaranch" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jas-pc.jpg" alt="" width="530" height="351" /></p>
<p>Don Juan Antonio Samaranch mit seiner Ewig-Sekretärin Annie. Ich habe ihn schon vermisst, den Patron. Muss unbedingt regelmäßiger im Westin Bayshore vorbei schauen. Gerade fragt mich Bernhard Schwank, Chef de Mission der Deutschen und München 2018 Geschäftsführer, ob Sawtschenko/Szolkowy es wohl schaffen. Woher soll ich das wissen. <span style="text-decoration: line-through;">Wahrheitsgemäß</span> <a title="Skate-Gate, Teil 2 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/15/skate-gate-teil-2-das-korruptionsproblem-im-preis-und-kampfrichterwesen/" target="_self">vermutungsgemäß</a> sagte ich: nein.</p>
<p><strong>20.24 Uhr:</strong> Kurz vor der Paarlauf-Entscheidung noch schnell das &#8211; wie immer unvollständige und in diesem Fall um die putzigen Passagen (<a title="alle Beiträge zu Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/category/lee-kun-hee/" target="_self">Korruption</a>? Wir schauen nach vorn und nicht zurück!) bereinigte &#8211; Transkript der Presekonferenz von <strong>Pyeongchang</strong>. Das Bewerberthema werde ich später in der Nacht in einem gesonderten Beitrag behandeln.</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 &#8211; Comments from Yang Ho CHO (KOR) co-chair of the bid committee; Jin Sun KIM (KOR), governor of Gangwon Province; Yong Sung PARK (KOR), president of the Korean Olympic Committee; and So Hee KIM (KOR), 1994 Olympic Short Track Gold medallist, during a press conference on the 2018 PyeongChang Olympic Bid at the Main Press Centre on Monday.</p>
<p><strong>Jin Sun KIM (KOR) &#8211; governor of Gangwon Province</strong></p>
<p>On PyeongChang losing its bids for the 2010 and 2014 Olympic Games:</p>
<p>&#8220;We have had our disappointments in the past. But we have never given up our hopes and dreams.&#8221;</p>
<p>On what they have learned from their previous bids:</p>
<p>&#8220;We have learnt that Winter Olympics and all Olympics must be athlete-centred. We also need to find out what is the legacy we can take from the Winter Games.&#8221;</p>
<p>On the PyeongChang Winter Games bringing together the Korean Republic and Democratic People&#8217;s Republic of Korea:</p>
<p>&#8220;Holding the Winter Games in PyeongChang would symbolise the beginnings of reconciliation of the Korean Peninsula.&#8221;</p>
<p>&#8220;We are all making an effort to engage dialogue between North and South Korea.&#8221;</p>
<p><strong>Yang Ho CHO (KOR) &#8211; co-chair of the bid committee</strong></p>
<p>On PyeongChang&#8217;s bid:</p>
<p>&#8220;PyeongChang is the centre of Asia.&#8221;</p>
<p>&#8220;In Asia, there have only been two winter Games and both were in Japan. So Korea would be the perfect place to host another Winter Games in Asia.&#8221;</p>
<p>&#8220;We are the right time, right place, right now.&#8221;</p>
<p>On the legacy PyeongChang wishes to create by hosting the 2018 Olympic Games:</p>
<p>&#8220;We have a Dream Programme for young people who live in countries where winter sports are not developed.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our vision is of a truly world-wide Olympic Winter Games.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our vision of the legacy of a Winter Games in PyeongChang is to help grow winter sports around the world.&#8221;</p>
<p><strong>Yong Sung PARK (KOR) &#8211; president of the Korean Olympic Committee</strong></p>
<p>On this being PyeongChang&#8217;s third Olympic bid:</p>
<p>&#8220;We keep all the promises we made during the past two bids.&#8221;</p>
<p>On whether the Munich and the Annecy bids pose a threat:</p>
<p>&#8220;Munich is Munich. Annecy is Annecy. PyeongChang is PyeongChang.&#8221;</p>
<p><strong>So Hee KIM (KOR) &#8211;  1994 Olympic Short Track Gold medallist</strong></p>
<p>On the popularity of winter sports in Asia:</p>
<p>&#8220;The popularity of winter sports in Korea is increasing.&#8221;</p>
<p>On the PyeongChang 2018 bid:</p>
<p>&#8220;Now I look forward to realising my new Olympic dreams in 2018.&#8221;</p>
<p>&#8220;They will be the most compact Games in the history. Ninety percent of athletes will be able to reach their venue within five minutes of leaving the Athletes Village.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>20.31 Uhr:</strong> Tut mir leid. Aber der Strauchler von Szolkowy hat&#8217;s wohl entschieden.</p>
<p>Ich gestehe meine Schwäche. Aber Eiskunstlaufen, Paarlaufen und Eistanz vor allem, auf diesem Niveau ist was fürs Herz. Schöne Schnulze, toll gelaufen. Gänsehaut, das erste Mal in Vancouver.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6845" title="Sawtschenko/Szolkowy" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/paarlauf2010.jpg" alt="" width="530" height="287" /></p>
<p>Meine persönliche Nummer eins aller Zeiten (vor der 88er Carmen): Marina Klimowa und Sergej Ponomarenko 1992 in Albertville!</p>
<p>Die Chinesen Pang/Tong waren perfekt. Haben das Publikum, aber nicht mich mitgerissen. Jetzt noch Shen Xue und Zhao Hongbo. Großartig. Ich glaube, in meinem zweiten Leben werde ich doch Eiskunstlaufberichterstatter und nicht Sportfunktionär. Zuletzt war ich vor acht Jahren dabei, bei <a title="BLZ, Salt Lake City 2002" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2002/0221/olympischewinterspiele/0267/index.html" target="_blank">Kwan vs. Slutskaja</a>. Ich meine, beim Eiskunstlaufen hat man so ziemlich alles: Herzschmerz, Liebe, Leiden, Korruption, die Mafia.</p>
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