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	<title>jens weinreich &#187; überwachungsstaat</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Journalisten im polizeilichen Fahndungssystem</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 12:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 21. und 22. Oktober findet in der Philharmonie Essen der &#8220;Ordentliche Bundestag 2010&#8243; des Deutschen Fußball-Bundes statt, inklusive einer Art Krönungsmesse für das DFB-Oberhaupt. Als Journalist darf man sich für diese Veranstaltung, für die laut DFB-Mitteilung &#8221;besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten&#8221;, ab heute akkreditieren. Der DFB verlangt auch eine so genannte &#8220;Einverständniserklärung zur polizeilichen Überprüfung&#8221;. Warum? Keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 21. und 22. Oktober findet in der Philharmonie Essen der &#8220;Ordentliche Bundestag 2010&#8243; des Deutschen Fußball-Bundes statt, inklusive einer Art Krönungsmesse für das DFB-Oberhaupt. Als Journalist darf man sich für diese Veranstaltung, für die laut DFB-Mitteilung &#8221;besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten&#8221;, ab heute akkreditieren. Der DFB verlangt auch eine so genannte &#8220;Einverständniserklärung zur polizeilichen Überprüfung&#8221;. Warum? Keine Ahnung.</p>
<blockquote><p>Hiermit erkläre ich mein Einverständnis, meine Personalien aus dem Anlass der Veranstaltung „ordentlicher DFB-Bundestag“ am 22.10.2010 in Essen durch die Polizei im polizeilichen Fahndungssystem überprüfen zu lassen.</p></blockquote>
<div id="attachment_9519" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/09/dfb-polizei-kl.jpg"><img class="size-full wp-image-9519" title="DFB-Bundestag 2010, Formular zur &quot;polizeilichen Sicherheitsüberprüfung&quot; für Journalisten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/09/dfb-polizei-kl.jpg" alt="" width="530" height="545" /></a><p class="wp-caption-text">DFB-Bundestag 2010, Formular zur &quot;polizeilichen Sicherheitsüberprüfung&quot; für Journalisten</p></div>
<p>Es ist der ganz normale Wahnsinn für etliche lächerliche Akkreditierungen, die Mann als Journalist beantragen muss. Beim DFB heißt es Überprüfung &#8220;im polizeilichen Fahndungssystem&#8221;. Manche nennen es anders, zum Beispiel</p>
<ul>
<li><a title="Willkommen im Überwachungsstaat: die Alpine Ski-WM 2011" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/27/willkommen-im-uberwachungsstaat-die-alpine-ski-wm-2011/" target="_self">&#8220;Einwilligungserklärung zur Zuverlässigkeitsüberprüfung durch die Polizei&#8221;</a> (Alpine Ski-WM 2011)</li>
<li><a title="taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/05/taz-verzichtet-auf-berichterstattung-von-der-leichtathletik-wm/" target="_self">&#8220;Einverständniserklärung zur Zuverlässigkeitsprüfung&#8221;</a> (Leichtathletik-WM 2009)</li>
</ul>
<p>Bin ich &#8220;zuverlässig&#8221;? Sind Journalisten &#8220;zuverlässig&#8221;? Und wer urteilt darüber, ob sie &#8220;zuverlässig&#8221; sind? Ich halte das im Grunde für absurd und erlaube mir dazu die Meinungsäußerung: <a title="Stasi 2.0" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stasi_2.0" target="_blank">Stasi 2.0</a> &#8211; Willkommen im Überwachungsstaat.</p>
<ul>
<li>René Martens in der taz: <a title="taz: Die unfreiwillige Freiwilligkeit" href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010/09/02/a0140&amp;cHash=87e071b4e0" target="_blank">&#8220;Die unfreiwillige Freiwilligkeit&#8221;</a>, Wollen Journalisten in Deutschland von Sport- und Politik-Großereignissen berichten, müssen sie sich von Sicherheitsbehörden überprüfen lassen. Ein breites Medienbündnis fordert ein Ende dieser Praxis</li>
</ul>
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		<title>Willkommen im Überwachungsstaat: Alpine Ski-WM 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 09:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einem dreiviertel Jahr hatte die Berliner tageszeitung eine überfällige Debatte über die so genannte Sicherheitsüberprüfungen von Journalisten (Stasi 2.0) eröffnet. Damals ging es um das Akkreditierungsverfahren zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Nun setzt die taz diese Debatte fort und eröffnet die Diskussion über die Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen: Jürn Kruse in der taz: Berichterstattung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem dreiviertel Jahr hatte die Berliner <strong>tageszeitung</strong> <a title="taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM" href="http://jensweinreich.de/2009/08/05/taz-verzichtet-auf-berichterstattung-von-der-leichtathletik-wm/" target="_self">eine überfällige Debatte über die so genannte Sicherheitsüberprüfungen von Journalisten</a> (Stasi 2.0) eröffnet. Damals ging es um das Akkreditierungsverfahren zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Nun setzt die taz diese Debatte fort und eröffnet die Diskussion über die Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen:</p>
<ul>
<li>Jürn Kruse in der taz: <a title="taz vom 26. Mai 2010" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/alle-sind-verdaechtig/" target="_blank">Berichterstattung über Ski-WM: Alle sind verdächtig</a></li>
</ul>
<p>Das ist eine besondere WM, nicht die einzige olympische WM im kommenden Winter in Deutschland &#8211; kurz vor der IOC-Entscheidung über die Olympischen Winterspiele 2018, um die sich auch München bewirbt. In die WM in GaPa werden <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Unmengen von Steuermitteln gepumpt</a>, kürzlich wurden <a title="Goldener Plan für München 2018: weitere 1,5 Millionen aus Steuermitteln ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">weitere 1,5 Millionen</a> vom Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt, für ein so genanntes Kulturprogramm, das nichts ist als eine Subventionierung der Olympiabewerbung, die offiziell allein aus der Privatwirtschaft finanziert wird (tatsächlich aber werden schon wieder dutzende Millionen aus öffentlichen Kassen verpulvert, die in keinem Bewerbungsetat auftauchen).</p>
<p>Kurze Zusammenfassung zur Olympia-Subventionierung und Intransparenz kürzlich im Deutschlandfunk:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/24/dlf_20100524_1955_8ee41036.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Aber ich will nicht abschweifen.</p>
<p>Zur mit Bundesmitteln geförderten &#8220;Kultur&#8221; dieser alpinen WM zählt natürlich auch wieder die Überwachung von Berichterstattern. Könnte ja sein, dass sich einer derjenigen Journalisten, die meist schon viele Großveranstaltungen gecovert haben und deshalb den Organisatoren, dem Ski-Weltverband und auch dem IOC (wir reden hier über olympischen Sport) bestens bekannt sind (man müsste sich nur untereinander mal verständigen), als lang gesuchte Terroristen entpuppen.</p>
<p>Jürn Kruse schreibt:</p>
<blockquote><p>Bei der Ski-WM müssen die Berichterstatter neben persönlichen Daten nun wieder eine Einwilligung zur &#8220;Zuverlässigkeitsüberprüfung&#8221; abgeben. Vollkommen freiwillig natürlich. &#8220;Sollten Sie diese allerdings verweigern, kann eine Akkreditierung nicht erfolgen&#8221;, heißt es in der &#8220;Datenschutzinformation&#8221;. Wie gesagt: vollkommen freiwillig.</p>
<p>&#8220;Das ist ganz klar eine Zwangslage&#8221;, sagt Benno Pöppelmann, Justitiar beim Deutschen Journalistenverband (DJV) – und damit nicht zulässig. Denn Journalisten hätten grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Akkreditierung. Außerdem müssten etwaige Sicherheitsbedenken der Behörden rechtzeitig den Journalisten direkt offenbart werden, um Gelegenheit zu geben, solche Bedenken auszuräumen.</p>
<p>Wer 2011 von der Pressetribüne aus über die Ski-Olympiasiegerinnen Maria Riesch und Viktoria Rebensburg berichten will, wird zuvor vom Bundeskriminalamt (BKA), dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) und dem Landesamt für Verfassungsschutz überprüft. Wer aus dem Ausland kommt, wird vom Bundesnachrichtendienst (BND) durchleuchtet.</p>
<p>Dabei können nicht nur Verurteilungen und laufende Ermittlungen, sondern auch eingestellte Ermittlungsverfahren zu einer Ablehnung führen – genau wie ein Eintrag in der Datei &#8220;Gewalttäter Sport&#8221;. Obwohl die Verwaltungsgerichte Hannover, Lüneburg und Karlsruhe unisono feststellten, dass es der Datensammlung an einer ausreichenden rechtlichen Grundlage fehle.</p></blockquote>
<p>Hier die Originale:</p>
<ul>
<li><a title="Alpine WM 2011, &quot;Datenschutz&quot;" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/05/datenschutzinfo.pdf" target="_blank">Datenschutzinformationen zum Akkreditierungsverfahren</a> der Alpinen WM 2011 <em>(pdf, 5 Seiten, 70 kb)</em></li>
<li><a title="LA-WM 2009 &quot;Datenschutz&quot;" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/berlin2009-stasi20.pdf" target="_blank">Datenschutzinformationen zum Akkreditierungsverfahren</a> der Leichtathletik-WM 2009 <em>(pdf, 6 Seiten, 1 MB)</em></li>
</ul>
<p>Natürlich haben Journalisten auch für die WM 2011 ein Wahlrecht:</p>
<blockquote><p>Es unterliegt Ihrer freien Entscheidung, Ihre Einwilligung in die hier dargestellte Datenverarbeitung, insbesondere in die Zuverlässigkeitsüberprüfung, zu erteilen. Sollten Sie diese allerdings verweigern, kann eine Akkreditierung nicht erfolgen.</p>
<p>Sie haben auch das Recht, eine einmal erteilte Einwilligung nachträglich zu widerrufen. Für diesen Fall müsste Ihnen allerdings eine bis dahin erteilte Akkreditierung wieder entzogen werden.</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 14:24:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Berliner Tageszeitung verzichtet aus Protest gegen das Akkreditierungsprocedere auf eine Berichterstattung von der Leichtathletik-WM, die kommende Woche in Berlin beginnt. Die Geschichte in eigener Sache wird als Politikschwerpunkt der taz verkauft: &#8220;taz sagt WM-Teilnahme ab&#8221; (dort steht noch &#8220;Leitathletik-WM, aber das lässt sich korrigieren). Die Kurzfassung: taz bleibt draußen Die Sportredakteure der taz, Andreas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berliner Tageszeitung verzichtet aus Protest gegen das Akkreditierungsprocedere auf eine Berichterstattung von der Leichtathletik-WM, die kommende Woche in Berlin beginnt. Die Geschichte in eigener Sache wird als Politikschwerpunkt der taz verkauft: &#8220;<a title="taz vom 5. August 2009" href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/taz-sagt-wm-teilnahme-ab/" target="_blank">taz sagt WM-Teilnahme ab</a>&#8221; (<em>dort steht noch &#8220;Leitathletik-WM, aber das lässt sich korrigieren</em>).</p>
<p>Die Kurzfassung:</p>
<blockquote><p><strong>taz bleibt draußen</strong><br />
Die Sportredakteure der taz, Andreas Rüttenauer und Markus Völker, haben sich um eine Akkreditierung für die Leichtathletik-WM bemüht, sie haben jedoch die &#8220;Einverständniserklärung zur Zuverlässigkeitsprüfung&#8221; nicht unterschrieben beziehungsweise entscheidende Passagen gestrichen. Auf Zuverlässigkeit prüfen Polizei, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst. Das ist unverhältnismäßig. Es fehlt eine Rechtsgrundlage, zudem werden Journalisten ohne Anhaltspunkte zu potenziellen Verdächtigen gestempelt.</p>
<p>Das Organisationskomitee hat den taz-Redakteuren daraufhin keine Akkreditierung ausgestellt. Sie können nicht aus dem Olympiastadion von der WM berichten. De facto wurde ihnen ein Beschäftigungsverbot erteilt. Die Rechtsabteilung der taz hat den Fall geprüft. Es gibt offenbar kein juristisches Mittel, dagegen vorzugehen. <em>TAZ</em></p></blockquote>
<p>Ich kann die Entscheidung verstehen, sich nicht diesen unsäglichen angeblichen &#8220;Sicherheitsüberprüfungen&#8221; zu beugen bzw. zu unterziehen. Allerdings habe ich diese Erklärung im April bei der Abgabe der Akkreditierungsunterlagen unterschrieben. Ich fand es damals empörend, wollte es auch gleich bloggen und hatte die Unterlagen schon eingescannt. Hatte dann aber nach der Zwanziger-Sache keine Lust auf weitere juristische Auseinandersetzungen (diesmal auf einem anderen Gebiet) und habe mich deshalb für die partiell <span style="text-decoration: line-through;">feige</span> unterwürfige Variante entschieden. Zumal: Im Überwachungsstaat 2.0 des Wolfgang Schäuble wird man als Journalist in Berlin ständig aufgefordert, derlei Angaben zu liefern und Einverständniserklärungen zu unterschreiben. Ich weiß gar nicht, wie viele tausend Male ich bereits &#8220;überprüft&#8221; worden bin. Das war bei der Fußball-WM 2006 nicht groß anders und wird &#8211; in kleinerem Format &#8211; selbst bei vergleichsweise drittklassigen Veranstaltungen des DOSB etwa in der Telekom-Dependance gern eingefordert. Bei der Fußball-WM waren die taz-Kollegen akkreditiert.</p>
<p>Zum Nachlesen, wer mag, kann sich am Original ein Urteil bilden: meine <strong>Einverständniserklärung</strong> (ich musste nur wenig schwärzen, denn fast alle Angaben stehen ohnehin online, zum Beispiel im <a title="Impressum" href="http://jensweinreich.de/?page_id=56" target="_self">Impressum</a> und meiner <a title="JW" href="http://jensweinreich.de/?page_id=4" target="_self">Vita</a>) und die sogenannte <strong>Datenschutzinformation zum Akkreditierungsverfahren</strong></p>
<ul>
<li><a title="Berlin 2009, Stasi2.0" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/berlin2009-stasi20.pdf" target="_blank">pdf, 6 Seiten, 1 MB</a></li>
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