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	<title>jens weinreich &#187; transparenzfragen</title>
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		<title>München 2018 und der intransparente Umgang mit Steuermitteln: Wirtschaftsplan? Welcher &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;?</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Einige Anmerkungen über Intransparenz als Geschäftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von Rechnungsprüfern als &#8220;Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln&#8221; gerügt.</p>
<p>Die Münchner Olympia GmbH schließt nach jüngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit:</p>
<blockquote><p>Gesellschafterversammlung erhöht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschließt engere Koordinierung der Gesellschafter</p>
<p>München, 15. Juli – Im Anschluss an die turnusmäßige Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 am heutigen Donnerstag, schauen die Gesellschafter voller Optimismus auf die kommenden Monate. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach betonte, dass alle Beschlüsse mit absolutem Einvernehmen und großer Entschlossenheit zu Stande kamen. „Mit dem Ziel die Bewerbung noch stärker und positiver in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, haben wir eine engere Verzahnung von Gesellschaftern und Bewerbungsgesellschaft beschlossen“, so Bach weiter. Die Gesellschafter benannten jeweils einen Koordinator, der die Zusammenarbeit stärkt. Prokurist Jürgen Bühl wurde in diesem Zusammenhang zum stellvertretenden Geschäftsführer ernannt.</p>
<p><strong>„Zudem haben wir uns einstimmig und im Einvernehmen der Geschäftsführung auf den Wirtschaftplan der Bewerbung geeinigt.“ </strong></p></blockquote>
<p>Oh, ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;.</p>
<ul>
<li>Auf welchen &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; hat man sich geeinigt?</li>
<li>Gibt es einen Beweis dafür, dass ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; existiert?</li>
<li>Warum ist der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht öffentlich?</li>
<li>Warum wird der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht öffentlich gemacht, so wie es sein sollte, vor allem jetzt, da die öffentliche Hand wieder mit etlichen Millionen als Sponsor auftritt?</li>
<li>Warum wird Abgeordneten der Parlamente von Gesellschaftern trotz mehrfacher Anfrage dieser &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; verheimlicht?</li>
<li>Was soll/darf die Öffentlichkeit, Hauptsponsor der Bewerbung, nicht wissen?</li>
<li>Wo sind die Beweise, dass Sponsoren bislang überhaupt Geldmittel für die Bewerbung bereit gestellt haben?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es überhaupt welche gibt &#8211; in Geld- und Sachmittel?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es überhaupt welche gibt &#8211; auf wirklich private Firmen und auf halbstaatliche bzw. staatliche &#8220;Unternehmen&#8221;, also auf verkappte Subventionen der öffentlichen Hand?</li>
<li>Warum gibt es keine sauberen, öffentlich nachprüfbare OCOG- und Non-OCOG-Etats?</li>
</ul>
<p>Das sind Kernfragen. Das ist so in Deutschland, denn Transparenz ist auch in dieser Olympia GmbH ein Fremdwort. Die Großzügigkeit im Umgang mit öffentlichen Mitteln aber ist enorm. Vor allem der &#8220;Hauptgesellschafter&#8221; DOSB und sein Präsident Thomas Bach demonstrieren das, denn nennenswerte finanzielle Mittel bringt der olympische Dachverband auch diesmal nicht ein.</p>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Münchner Oberbürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Christian Ude stellte heraus, dass auf dem langen Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen auch das eine oder andere Gewitter aufziehen kann.</p>
<p><strong>„Ab heute scheint die Sonne wieder und die Bewerbung wird nicht an finanzpolitischen Aspekten scheitern. Daher haben wir beschlossen, das Bewerbungsbudget innerhalb des geschätzten Rahmens um 10 Prozent auf 33 Millionen Euro zu erhöhen. Gesellschafterdarlehen sind hierfür nicht nötig.“ </strong></p></blockquote>
<ul>
<li>Warum sagt niemand, dass es sich um Steuermittel handelt?</li>
<li>Ist das ein Freibrief für Olympiabewerber, die &#8211; wie Bogner &#8211; ihre Unkenntnis über die Finanzierung Olympischer Spiele mehrfach bewiesen haben und konsequent Unwahrheiten verbreiten?</li>
</ul>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer betonte: „Wir haben genug Projekte in der Pipeline, um genügend Sponsorengelder für die Bewerbung zu akquirieren.“</p>
<p>Aufatmen auch bei den Bürgern in Garmisch-Partenkirchen. Erster Bürgermeister Thomas Schmid weiß: „Durch die Tatsache, dass die Marktgemeinde kein Darlehen nachlegen muss, wird den Bürgerinnen und Bürgern eine große Sorge genommen.“</p>
<p>Auch sicherte Ministerpräsident Seehofer bei den Verhandlungen mit Grundstückseigentümern für die notwendigen Flächen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele seine volle Unterstützung zu. Er betonte, dass alle Entscheidungen gemeinsam mit den Bürgern vor Ort getroffen werden.</p>
<p>Willy Bogner, München 2018-Chef, zeigte sich nach der Sitzung sehr zuversichtlich: „Die zugesicherten 33 Millionen Euro machen eine erstklassige Bewerbung möglich. Ich freue mich besonders, dass sich alle Gesellschafter dazu bekannt haben mit ihrem persönlichem Engagement für die Bewerbung einzutreten und die großen Vorteile der Münchner Bewerbung stärker zu kommunizieren.“</p></blockquote>
<p>Willy Bogner hat übrigens, wenn man den Berichten glauben darf, während der Gesellschafterversammlung zum Thema Finanzen geschwiegen. Eine ausführliche Presseschau findet sich dazu <a title="Dilettantenstadl München 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wächst, Bewerbung am Ende?" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/14/dilettantenstadl-munchen-2018-willy-will-mehr-steuermittel-widerstand-wachst-bewerbung-am-ende/" target="_self">in den Kommentaren dieses Beitrags</a>.</p>
<p>Es ist kein Geheimnis, dass ich die deutsche Intransparenz, die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln und das undemokratische Vorgehen bei der Verschleuderung von Steuermitteln nicht schätze. Den Halbgöttern Seehofer, Bach und Ude seien deshalb als Handzettel Zitate aus den Untersuchungsberichten zu vergangenen deutschen Olympiabewerbungen empfohlen. Das Thema wird in den nächsten Monaten vertieft werden müssen. Aber sicher läuft das in München besser als einst in Berlin und Leipzig.</p>
<p>In der Leipziger Olympia GmbH hatte einst eine Tiefenprüfung im Herbst 2003 ergeben, wenige Monate vor dem blamablen Vorrunden-Aus (sämtlich Zitate aus dem Prüfbericht):</p>
<ul>
<li>Fälle von Aktenvernichtungen.</li>
<li>Dass elf Firmen lediglich auf der Grundlage mündlicher Absprachen gearbeitet haben.</li>
<li>Ein Vier-Augen-Prinzip sei hierbei nicht berücksichtigt worden.</li>
<li>Bis zum 11. November 2003 bestanden keine eindeutigen Vertragszeichnungsregelungen innerhalb der GmbH.</li>
<li>Es bestand kein Vertragscontrolling hinsichtlich der Leistungen und Rechnungen der Vertragspartner.</li>
<li>Ausschreibungsgrundsätze wurden entgegen der Weisung des Aufsichtsrates nicht beachtet.</li>
<li>Für Veranstaltungen der GmbH lagen keine Kostenpläne vor, zum Teil auch keine Nachweise.</li>
<li>Eine laufende Kostenkontrolle sei derzeit in der GmbH nicht möglich.</li>
<li>Bis zum Tage der Prüfung existierte in der GmbH keine ordentliche Buchführung.</li>
<li>Eine einheitliche Anwendung der Reisekostenregelung wurde nicht beachtet.</li>
<li>Die Nutzung von zur Verfügung gestellten Pkws entbehrte jeder klaren vertraglichen Grundlage.</li>
<li>Das Vergaberecht wurde nicht eingehalten.</li>
<li>Die Aktenführung sei zum Teil nicht nachvollziehbar und unvollständig.</li>
</ul>
<p>Der Prüfer nennt Handlungsbedarf, damit die GmbH den Maßstäben &#8220;einer geordneten Tätigkeit&#8221; gerecht wird:</p>
<ul>
<li>Aktenvernichtungen haben zu unterbleiben.</li>
<li>Aktenverläufe müssen in Zukunft nachvollziehbar sein.</li>
<li>Organisatorische und inhaltliche Mängel seien abzustellen.</li>
<li>Die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln sei abzustellen.</li>
<li>Die Beauftragung externer Firmen sei zu reduzieren (im Beauftragungsfall nur mit klarer Begründung).</li>
<li>Die Städte Leipzig und Rostock sollten sich aus dem täglichen operativen Geschäft der GmbH möglichst heraushalten.</li>
<li>Satzung und Geschäftsordnung der GmbH bedürfen einer Überarbeitung.</li>
</ul>
<p>Für Leipzig waren damals 31,5 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln für die Bewerbung verplant, plus etliche hundert Millionen, die bereits verbaut wurden in der Stadt. Wer mehr lesen will: <a title="Operation 2012" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/operation-2012/" target="_self">&#8220;Operation 2012&#8243;</a>.</p>
<p>In Berlin wies der Landesrechnungshof 1996, drei Jahre nach dem Olympia-Desaster (Berlin erhielt nur neun der IOC-Stimmen im Wettbewerb um die Spiele 2000, obwohl noch am Vorabend von mehr als 40 orakelt wurde!) nach, wie seinerzeit exakt 51.305.684,12 DM verpulvert wurden – 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und elf Millionen vom Bund.</p>
<p>Hier einige Kernaussagen aus dem Bericht des Berliner Rechnungshofes vom August 1996, der sich liest wie eine Kopie des Leipziger Prüfungsberichts vom November 2003 bzw. umgekehrt:</p>
<blockquote><p>Eine erhebliche Einschränkung der Erkenntnismöglichkeiten ergab sich auch dadurch, dass der Geschäftsführer der Olympia GmbH Akten der Gesellschaft hatte vernichten lassen (sog. Reißwolfaffäre). Ein Teil der Unterlagen existierte nicht, in der Mehrzahl der Fälle lagen nicht einmal schriftliche Verträge vor. Von den stichprobenweise geprüften Fremdleistungen im Wert von 17,2 Millionen DM lagen jedenfalls nur für Leistungen im Wert von 3,8 Millionen DM (das sind 22 v.H.) Vertragsdokumente vor. Soweit vertragsbegründende Unterlagen wie Angebote, Schriftwechsel über Preisverhandlungen, Aufträge und deren Änderung nicht aufbewahrt wurden oder nicht erstellt worden sind – und das gilt für den weit überwiegenden Teil der geprüften Fremdleistungen –, konnte die Olympia GmbH auch nicht den Nachweis vertragsgemäßer Lieferung und Leistung erbringen. Die Bescheinigung der sachlichen Richtigkeit auf den Rechnungen – soweit vorhanden – allein ist nicht ausreichend. Der Geschäftsführer hat sogar Millionengeschäfte mündlich abgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Besonders lesenswert, Punkt 124 des Rechnungshof-Berichts:</p>
<blockquote><p>Die Olympia GmbH hat keine privat finanzierte Olympiabewerbung durchgeführt, sondern fast ausschließlich Steuergelder für diesen Zweck verwendet, und zwar im Umfang von über 50 Millionen DM.</p>
<p>Werden statt einer durchaus denkbaren privaten Finanzierung öffentliche Mittel eingesetzt, unabhängig in welcher Form, ist mit diesen vom Steuerzahler aufgebrachten Geldern besonders sorgfältig zu wirtschaften.</p>
<p>Die Verwendung dieser Mittel darf in keinem Fall der parlamentarischen Finanzkontrolle entzogen sein.</p>
<p>Somit verbietet es sich auch, den Begriff der Wirtschaftlichkeit neu zu definieren und jedwede allgemeine sinnvolle oder auch nur vertretbare Mittelverwendung für die Olympiabewerbung als wirtschaftlich anzusehen.</p>
<p>Der Rechnungshof verkennt nicht den politischen Stellenwert, den die Olympiabewerbung gehabt hat. Dieser rechtfertigt aber nicht, die Verwendung der Mittel letztlich nach dem Grundsatz &#8220;Der Zweck heiligt die Mittel&#8221; zu beurteilen.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: <a title="Goldener Plan für München 2018: mal eben 1,5 Millionen mehr aus Steuermitteln" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">In München läuft das bestimmt besser.</a></p>
<p>Obwohl ich da arge Zweifel habe. Denn Willy Bogner, ich sage es erneut, <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">kennt sich in der Olympiafinanzierung nachweislich nicht aus und hat seine Falschaussagen aus etlichen Interviews meines Wissens auch nie korrigiert</a>. Mein Vertrauen hält sich also in Grenzen.<br />
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		<title>Dilettantenstadl München 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wächst, Bewerbung am Ende?</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 08:22:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mensch, die kleine &#8220;offizielle Opposition&#8220;, von der im Mini-Bidbook der Münchener Olympiabewerbung die Rede war, ist ganz schön mächtig geworden. Hier geht es zur Unterschriftenliste NOlympia 2018 NOlympia auf Facebook Ist ein echtes Sommertheater, was sich da in Bayern abspielt. Hilflos trudeln die Münchner Olympiabewerber dem Abgrund entgegen. Der Widerstand einiger Einheimischer und ihrer Volksvertreter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Mensch, die kleine &#8220;<a title="Entwirf des Mini-Bidbooks ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">offizielle Opposition</a>&#8220;, von der im Mini-Bidbook der Münchener Olympiabewerbung die Rede war, ist ganz schön mächtig geworden.</p>
<ul>
<li>Hier geht es zur <a title="Unterschriftenliste NOlympia 2018" href="http://nolympia2018.ludwighartmann.de/unterstuetzen/" target="_blank">Unterschriftenliste NOlympia 2018</a></li>
<li><a title="NOlympia" href="http://www.facebook.com/jens.weinreich?ref=profile#!/group.php?gid=71147566404&amp;ref=ts" target="_blank">NOlympia auf Facebook</a></li>
</ul>
<p>Ist ein echtes Sommertheater, was sich da in Bayern abspielt. Hilflos trudeln die Münchner Olympiabewerber dem Abgrund entgegen. Der Widerstand einiger Einheimischer und ihrer Volksvertreter (Oberammergau, Garmisch, <a title="alle Beiträge mit hunderten Links zu München 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/munchen-2018/" target="_self">alle Ereignisse und Berichte sind verlinkt</a>, u.a. hier in der Übersicht oder <a title="die Links zu den aktuellen Medienberichten" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/kleiner-regelbruch-olympia-2018-die-candidate-cities/" target="_self">im letzten Beitrag</a>) lässt die Bewerber-Gesellschaft mächtig ins Schlingern geraten.</p>
<p>Einmal mehr erweist sich, wie schwach diese Gesellschaft besetzt ist: die Geschäftsführer Bernhard Schwank hat seine Stärken im sportfachlichen Bereich, keine Frage, auf Abteilungsleiter-Ebene gewissermaßen.</p>
<p>Und Hauptgeschäftsführer Willy Bogner? Eine absolute Enttäuschung. Eine Fehlbesetzung. Nicht von dieser Welt.</p>
<ul>
<li>Kommunikation? Fehlanzeige. Er weiß nicht, was das ist und wie das geht.</li>
<li>Fachliche Kenntnisse? Fehlanzeige. Er verbreitet <a title="Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Unwahrheiten über die Finanzierung Olympischer Spiele</a>, oft genug nachgewiesen. Und er lässt sich auch gar nicht von der Wahrheit beirren.</li>
<li>Umgang mit Kritik? Kritikfähigkeit? Oooops?</li>
</ul>
<p>Katarina Witt gibt es auch noch, ja, aber sie ist halt die Grüß-Kati.</p>
<p>Und was ist mit Thomas Bach, dem eigentlichen Bewerberchef, dem DOSB-Präsidenten und IOC-Vize, der unbedingt mit München ins Rennen wollte und Hamburg und Berlin deshalb, sagen wir: ein bisschen ausmanövriert hat?</p>
<p>Es bleibt dabei, ob es Bach gefällt oder nicht: Sollte München scheitern, erhöht das seine Chancen auf die IOC-Präsidentschaft, worüber 2013 entschieden wird. Wo ist eigentlich Bach, außer auf den Tribünen der Fußball-WM in Südafrika? Will er sich ähnlich aus der Verantwortung <span style="text-decoration: line-through;">stehlen</span> ziehen wie zuletzt in Berlin und Leipzig? Oder sind die Personalien der vergangenen Woche schon seine letzte Rettungsaktion?</p>
<p>Vergangenen Freitag meldete die Bewerbergesellschaft eigentlich keine schlechten Personalien:</p>
<blockquote><p>München 2018 stellt Managementteam vor</p>
<p>Zu Beginn der Candidate City Phase verstärkt die Bewerbungsgesellschaft ihr Team mit einer Kombination aus Expertise und Leidenschaft für die Winterspiele</p>
<p>München, 9. Juli 2010 – Das Managementteam der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH ist nun komplett. Auf Basis der positiven Bewertung des Internationalen Olympischen Komitees bei der Nominierung zur Candidate City kann München 2018 nun gestärkt mit einem vollzähligen Direktorium die internationale Kampagne als Kandidatenstadt starten.</p>
<p>Das komplette Direktorium besteht aus sechs Personen: Katrin Merkel (International Relations), Jürgen Bühl (Planungsprozesse) und Stefan Bruckner (Marketing). Neu dabei sind: Steffi Klein (Sport), Jochen Färber (Kommunikation) und Andreas Weinberger (Finanzen).</p>
<p>Steffi Klein war vor ihrer jetzigen Aufgabe als Sportdirektorin bei München 2018 sieben Jahre Media und Communications Managerin beim Internationalen Paralympischen Komitee. Jochen Färber wird nach seinen Erfahrungen beim TV Sender Eurosport und als Pressesprecher des Internationalen Fechtverbands die Abteilung Kommunikation leiten. Andreas Weinberger bringt für seine Aufgabe als kaufmännischer Direktor langjährige Erfahrung bei Deloitte mit, die nicht nur eines der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen ist, sondern auch offizieller Nationaler Ausstatter der Münchner Bewerbung.</p>
<p>Willy Bogner freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem vollzähligen Team, das sowohl Expertise und vor allem Leidenschaft für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele mitbringt. „München 2018 ist froh und stolz darauf, ein Team mit herausragenden Know-how, unterschiedlichen Hintergründen und nachweisbaren Erfolgen rekrutiert zu haben. Schließlich hat unsere Reise nach Durban zur IOC Session am 6. Juli 2011 eben erst begonnen. Dank dieser hervorragenden Teamerweiterung können wir nun nochmal einen Gang höher schalten. Neben der unzweifelhaften Expertise war uns auch wichtig, dass alle, wie ich, daran glauben, dass die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in München im Jahr 2018 die freundlichsten Spiele für Athleten, die Olympische Familie und die Zukunft werden, die es je gab.“</p></blockquote>
<p>Frau Merkel koordiniert seit vier Jahren die internationale Arbeit des DOSB und ein bisschen auch die seines Präsidenten. Jochen Färber hat internationale Erfahrung und, wenn ich mich recht erinnere, einmal die Gala zum 50. Geburtstag des heutigen DOSB-Präsidenten moderiert. Zum Deloitte-Vertreter bzw. Deloitte sage ich lieber nichts &#8211; nur so viel: Was da mitunter als <a title="&quot;Olympisches Wachstum&quot;" href="http://members.gaponline.de/spd/ov-gap/aktuell/aktuell_09_11_10_olympiabewerbung2018_deloitte.pdf" target="_blank">&#8220;Studie&#8221;</a> bezeichnet wird, ist aus meiner Sicht doch nicht viel mehr als eine Stoffsammlung aus dem Internet, die ein guter Praktikant auch hinbekommen könnte. Aber ich will gar nicht ins Detail gehen, frei nach Willy Bogner &#8230;</p>
<p>Und was macht der Willy?</p>
<p><strong>Willy Bogner fällt in der Not nichts anderes ein, als nach mehr Geld vom Steuerzahler zu greinen.</strong></p>
<p>Unfassbar.</p>
<p>Warum leitet er eigentlich nicht ein bisschen Geld um, das er mit seinen Stores etwa im Gasprom-Ressort in Krasnaja Poljana (<a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://www.jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi 2014</a>) einnimmt?</p>
<p>Dabei liegt der Öffentlichkeit weder ein sauberes Bewerbungs-Budget vor, noch ein <a title="Finanzierung Olympischer Spiele" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">OCOG-Budget noch ein Non-OCOG-Budget</a>. Nichts, außer einigen wenigen Zahlen, die man mit viel Mühe aus dem Mini-Book herauslesen kann.</p>
<ul>
<li>Spaßeshalber hier nochmal meine <a title="Was das BMI zur Olympiabwerbung sagt" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">Anfragen an das BMI von Anfang 2009</a>. Präzise betrachtet hat sich doch seither nichts verändert, oder?</li>
<li>oder hier einige Aussagen zur Carte Blanche des Bundestages und dem <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">demokratiewidrigen Striptease</a></li>
<li>oder hier ein bisschen was zum <a title="Goldener Plan für München 2018: mal eben 1,5 Millionen mehr aus Steuermitteln" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">Goldenen Plan für München</a>, den der Willy sicher gern erweitern würde</li>
</ul>
<p>Typisch deutsch. Typische deutsche Olympiabewerbungen: Intransparent. Undemokratisch. Würde mich interessieren, ob auch ähnlich gewirtschaftet wird wie zuletzt in Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012). Also zum Beispiel: Ob Aufträge ohne Ausschreibungen vergeben werden (einige Ausschreibungen gab es in München offenbar), ob es kein Controlling gibt, ob am Aufsichtsrat vorbei gewirtschaftet wird etc. pp.</p>
<p>Jedenfalls, vorläufige Höhepunkte im Dilettantenstadl sind ein Brief Bogners an die Gesellschafter und anschließend dieses Kleinod an Pressemitteilung, einfach entzückend:</p>
<blockquote><p>Pressemitteilung vom 13.07.2010</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>Willy Bogner optimistisch für München 2018</p>
<p>Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele sieht hoffnungsvoll nach vorne. „Ich habe nicht mit meinem Rücktritt gedroht und werde dies auch in der Zukunft nicht tun“, erklärte der 68-jährige Manager im Vorfeld der Gesellschafterversammlung.</p>
<p>Am Donnerstag treten zuerst der Aufsichtsrat und später die Gesellschafter in ihrer turnusmäßigen Sitzung in der Staatskanzlei zusammen. Bogner hatte sich in einem vertraulichen Brief an die Gesellschafter und den Aufsichtsrat gewandt. Darin hat der Münchner deutlich gemacht, dass sein Engagement natürlich im Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen der Gesellschaft steht.</p>
<p>Nach der gerade hervorragend überstandenen Vorauswahl sieht Bogner gute Chancen für die Bewerbung. „Dafür ist der Rückhalt und die volle Unterstützung der Gesellschafter nach wie vor gegeben“, so Bogner.</p>
<p>Darüber hinaus liegen den für die Finanzierung verantwortlichen Gesellschaftern der öffentlichen Hand weitere positive Signale aus der Wirtschaft vor. Die Gesamtfinanzierung muss endgültig erst im nächsten Jahr gesichert sein. Über den aktuellen Stand wird am Donnerstag nach der Gesellschafterversammlung im Rahmen einer Pressekonferenz informiert.</p>
<p>Ca 1.300 Zeichen inkl. Leerzeichen</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH</p>
<p><small>Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH</small></p>
<p><small> </small><small>München bewirbt sich zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018. Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Willy Bogner und dem Geschäftsführer Bernhard Schwank erarbeitet die Bewerbung und führt sie durch. Gesellschafter der	 Bewerbungsgesellschaft sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit 51 Prozent, die Landeshauptstadt München (30 Prozent), der Freistaat	 Bayern (neun Prozent), die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen (acht Prozent) und der Landkreis Berchtesgadener Land (zwei Prozent). Unterstützt wird die Bewerbung von den nationalen Förderern Adidas, BayWa AG, BMW Group, Flughafen München GmbH, Lufthansa und Sparkassen-Finanzgruppe sowie den nationalen Ausstattern Deloitte, GfK Verein, Messe München GmbH, Norton Rose LLP, Olympiapark München GmbH und Stadtwerke München GmbH. Informationen zum Konzept, dem Bewerbungsablauf und viele weitere Details finden Interessierte unter www.muenchen2018.org.</small></p></blockquote>
<p>Tendenz derzeit: Die Bewerbung müsste eingestellt werden. Noch aber glaube ich nicht, dass es so weit kommt. Das wusste in einer ähnlichen Situation (nur mit anderen Problemen, etwa Misswirtschaft, Anzeichen von Vetternwirtschaft) schon die Politik im Herbst 2003 im Fall Leipzig zu verhindern. Damals rettete Bundesinnenminister Otto Schily eine alles in allem lächerlich geführte Bewerbung mit einem, nun ja, Machtwort. Macht haben sie ja, wenig Geist, aber Macht &#8211; und damit auch Macht über die Schatullen des Steuerbürgers.</p>
<p>Ich vermute mal, so wird es am Donnerstag auch in München kommen. Kassen auf! Volle Fahrt voraus! Ab gegen den Berg! Oder eben: in den Abgrund! Koste es, was es wolle! (Weiß ja eh niemand, was es kostet.)</p>
<p>Die wichtigsten aktuellen Beiträge zum Dilettantenstadl hat <em>Ralf</em> längst verlinkt unter dem Beitrag <a title="Olympia 2018, die Candidate Cities" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/kleiner-regelbruch-olympia-2018-die-candidate-cities" target="_self">&#8220;Kleiner Regelbruch: Olympia 2018, die Candidate Cities&#8221;</a>. Hier ein Extrakt:</p>
<ul>
<li>AZ: <a rel="nofollow" href="http://www.abendzeitung.de/politik/meinung/198852">Olympisches Gezanke</a></li>
<li>SZ: <a rel="nofollow" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/muenchner-olympiabewerbung-brogner-droht-mit-dem-ruecktritt-1.974471">Olympia in München auf der Kippe – Bogner droht mit Rücktritt</a></li>
<li>sid: <a rel="nofollow" href="http://www.zeit.de/sport-newsticker/2010/7/13/253024xml">Bogner fordert für Olympia Hilfe der Politik</a></li>
<li>AZ: <a rel="nofollow" href="http://www.abendzeitung.de/sport/mehr_sport/198879">Olympia 2018 auf der Kippe</a></li>
<li>Merkur: <a rel="nofollow" href="http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/bogner-will-mehr-geld-olympia-bewerbung-verwirrung-ruecktrittsdrohung-839914.html">„Mehr Geld für Olympia“ – Bogner verwirrt mit Rücktrittsdrohung</a></li>
<li>BR-Video: <a rel="nofollow" href="http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern-aktuell/olympia-olympiaprobleme-hilmer-ID1279031350044.xml">Olympia-Probleme: Garmischer Widerstand</a></li>
<li>SZ: <a rel="nofollow" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/politik/olympia-kandidatenstadt-muenchen-frust-beim-frontmann-1.974567">Frust beim Frontmann</a></li>
</ul>
<p>Wollen wir weiter abstimmen, bevor einige Optionen gestrichen werden müssen?</p>
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<p>Leicht abgewandelt:</p>
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		<title>Grüße aus Usbekistan und Südamerika: die Schiedsrichter der ersten sechzehn WM-Spiele</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/05/gruse-aus-usbekistan-und-sudamerika-die-schiedsrichter-der-ersten-sechzehn-wm-spiele/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 20:24:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[david triesman]]></category>
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		<description><![CDATA[JOHANNESBURG. Soeben hat die Fedération Internationale de Football Association (FIFA) die Schiedsrichterteams für die ersten sechzehn Spiele bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel leitet also der Sportkamerad Rawschan Irmatow aus Usbekistan. Im ersten Viertel der WM-Begegnungen dabei: Zweimal Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay &#8211; und die Seychellen. Fünfmal Europa, darunter Wolfgang Stark (DFB) und Howard Webb (England) Hier [...]]]></description>
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<p>JOHANNESBURG. Soeben hat die Fedération Internationale de Football Association (FIFA) die Schiedsrichterteams für die ersten sechzehn Spiele bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel leitet also der Sportkamerad Rawschan Irmatow aus Usbekistan. Im ersten Viertel der WM-Begegnungen dabei: Zweimal Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay &#8211; und die Seychellen. Fünfmal Europa, darunter Wolfgang Stark (DFB) und Howard Webb (England)</p>
<ul>
<li>Hier die komplette <a title="Schiedsrichteransetzungen der WM" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/2010FWC_referee_designations_01-16.pdf" target="_blank">Liste der FIFA</a></li>
</ul>
<p>Ich weiß, ich sehe Gespenster, und es ist sicher total ungerecht, aber ich habe da so ein komisches Gefühl. Tut mir leid, aber ich fühle mich da sehr an die Aussagen von Lord Triesman erinnert, die der kürzlich (unwissentlich) <a title="Goodbye England oder: Ärger mit der Ex" href="http://jensweinreich.de/2010/05/16/goodbye-england-oder-arger-mit-der-ex/" target="_self">zu Protokoll gegeben hat</a>, von denen er aber später <a title="Lord Triesman sagt: alles nicht so gemeint" href="http://jensweinreich.de/2010/05/28/lord-triesman-sagt-alles-nicht-so-gemeint/" target="_self">nichts mehr wissen wollte</a>:</p>
<blockquote><p>‘My assumption is that the Latin Americans, although they’ve not said so, will vote for Spain. And if Spain drop out, because Spain are looking for help from the Russians to help bribe the referees in the World Cup, their votes may then switch to Russia.’</p>
<p>At this point, Miss Jacobs asks: ‘Would Russia help them with that?’</p>
<p>Lord Triesman: ‘Oh, I think Russia will cut deals.’</p>
<p>Miss Jacobs: ‘Why will Russia help? Are Russia in the World Cup?’</p>
<p>Lord Triesman: ‘No, they’re not.’</p>
<p>Miss Jacobs: ‘Oh no they’re not, they’ve got nothing to lose?’</p>
<p>Lord Triesman: ‘Absolutely nothing at all to lose. Exactly.’</p></blockquote>
<p>Ich behaupte überhaupt nichts. Ich sage nur, dass es manchmal Dinge gibt, die miteinander zusammenhängen. Oder anders herum: Nicht alles, was passiert in diesem oder in einem anderen Leben, geschieht völlig zusammenhangslos.</p>
<p>Ich hätte mir andere Schiedsrichter-Ansetzungen vorstellen können. Jedenfalls, die berüchtigsten Sportkameraden aus dem totaldemokratischen Wunderland Usbekistan heißen: <a title="Diebe im Gesetz" href="http://jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/" target="_self">Alimsan Tochtachunow</a>, den Blatter <a title="Grüße von der Russenmafia ..." href="http://jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">trifft</a> und sich offiziell <a title="@ email von der FIFA" href="http://jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/" target="_self">nicht daran erinnert</a>, <a title="Beiträge zu Usmanow" href="http://jensweinreich.de/?s=usmanow" target="_self">Alisher Usmanow</a> und <a title="Beiträge mit Gafour Rachimow" href="http://jensweinreich.de/?s=rachimow" target="_self">Gafour Rachimow</a>. Allein diese Aufzählung sollte reichen, um gesundes Misstrauen zu hegen.</p>
<p>Kürzlich habe ich in einem Beitrag für den Deutschlandfunk gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/dlf_20100522_1929_489288ff.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Im Magazin der <a title="Badische Zeitung: Die Familienbande" href="http://www.badische-zeitung.de/sport/f-wm/die-familienbande--31865924.html" target="_blank">Badischen Zeitung</a> habe ich ebenfalls an die Zusammensetzung der <a title="FIFA-Schiedsrichterkommission" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/committee=1882029.html" target="_blank">FIFA-Schiedsrichterkommission</a> erinnert:</p>
<blockquote><p>Selbst die von Triesman erwähnte Beeinflussung der WM-Schiedsrichter 2010 scheint nicht aus der Luft gegriffen, wenngleich es für die These keine Beweise gibt. Allerdings sitzen in der von Spaniens Verbandschef Ángel María Villar Llona geleiteten Fifa-Schiedsrichterkommission einige Gestalten, die kaum für Seriosität bürgen: Zur Kommission gehört etwa der Pole Michal Listkiewicz, daheim als ehemaliger Verbandschef für Korruption, Schiedsrichterbestechung und etliche anderer Skandale mitverantwortlich<em> (Ich sage: &#8220;mitverantwortlich&#8221;, das ist er als Verbands-Präsident automatisch, ohne dass ich sage, er persönlich sei korrupt)</em>. <a title="Und es sprach Sepp Blatter ..." href="http://jensweinreich.de/2008/09/30/und-es-sprach-sepp-blatter/" target="_self">Blatter hat Listkiewicz stets gestützt</a> – über ihn lernte er einst seine langjährige Geliebte Ilona Boguska kennen. Noch so eine Familienbande.</p>
<p>Vizechef der Schiedsrichterkommission ist Brasiliens Verbandpräsident Ricardo Teixeira, ehemals Schwiegersohn des Fifa-Ehrenpräsidenten Havelange. Auch Teixeira gehört zum Exekutivkomitee. Seine Vergehen sind Legende, allein die parlamentarischen Untersuchungsberichte über das Verschwinden Dutzender Millionen Dollar füllen tausend Seiten Akten <em>(</em><a title="Zug, das Vorspiel" href="http://jensweinreich.de/2008/03/11/zug-das-vorspiel/" target="_self"><em>hier finden sich die Links dazu</em></a><em> und eine Grafik, die zeigt, wie er mal flink Millionen macht)</em>. Obgleich Teixeiras Mitwirkung an dubiosen Finanztransaktionen bestens dokumentiert ist, wurde er von seinen Freunden in der Politik rausgepaukt, etwa von Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula.</p></blockquote>
<p>Ich lese also die Ansetzungen der ersten sechzehn WM-Spiele und schaue mir die Zusammensetzung der FIFA-Refereekommission an &#8211; und mache mir so meine Gedanken. Aber sicher völlig unbegründet, denn in Sepps Reich geschehen unter Mitverantwortung von Ricardo Teixeira bestimmt auch Zufälle.</p>
<p>Kleiner Nachtrag zum Thema Teixeira und Schiedsrichter. Für unser Buch &#8220;<a title="Das Milliardenspiel" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/milliardenspiel/" target="_self">Das Milliardenspiel</a>&#8221; haben Thomas Kistner und ich vor vielen Jahren mal diese Passage gedichtet, eine Summary nur, allein die Schiedsrichter-Nummern im brasilianischen Fußball, den Teixeira beherrscht und auch von der WM 2014 profitieren darf, geben Stoff genug für Fortsetzungsromane:</p>
<blockquote><p>Faule Tricks wie diese gehören zum Grundrepertoire des umtriebigen Eidams Ricardo Texeira. Als er 1997 erfuhr, daß Pelé, mittlerweile zum brasilianischen Sportminister ernannt, ein Gesetz plane, das eine Umwandlung der Fußballklubs in Kapitalgesellschaften ermöglichen soll und deren Kontrolle durch eine unabhängige Komission vorsieht, reagierte er konsequent. Das Gesetz lief ja schnurstracks auf eine Entmachtung seines Verbandes hinaus. Also eröffnete Teixeira, statt den Diskurs mit dem Sportminister zu suchen, ein luxuriöses Verbandsbüro in der Hauptstadt Brasilia, um Lobby zu machen. Auch dies erfuhr Pelé nur zufällig bei einer Begegnung mit einem Kongreßabgeordneten: “Der erzählte mir, der CBF habe alle Abgeordneten aus Minas Gerais zum Abendessen eingeladen.” Bei den rauschenden Empfängen am neuen CBF-Sitz hatte es keinen Mangel an Speis und Trank, auch nicht an netten Damen. Denn in angenehmer, entspannter Atmosphäre lassen sich Problemchen und Sorgenfälle der Sportpolitik viel gründlicher lösen. Das weiß so mancher alter Fahrensmann in der internationalen Sportpolitik.</p>
<p><span id="more-8057"></span>Auch Havelange kennt diese besonderen Kommunikationsrituale, und offenbar hält er sie für probat. Jedenfalls sah der Chef des Weltfußballverbandes keinen Anlaß, in seiner Heimat, im Lande der erfolgreichsten und begehrtesten Fußballspieler der Welt, eine sachliche Problemerörterung einzugehen. Stattdessen drohte er drolligerweise im August 1997 an, Brasiliens Nationalmannschaft von der Weltmeisterschaft in Frankreich auszuschließen, falls das Gesetz verabschiedet würde: “Der brasilianische Verband ist der FIFA seit achtzig Jahren angeschlossen. Sollte dies jetzt nicht mehr der Fall sein, ist die Mannschaft automatisch ausgeschlossen.”</p>
<p>Natürlich fehlte bei seinen Statements auch die grollende Gekränktheit des Patriarchen nicht. Ein paar Kostproben: “Ich bin in der ganzen Welt eine Respektsperson, habe viel gearbeitet und pro Tag höchstens fünf Stunden geschlafen, und ausgerechnet in meinem eigenen Land richtet sich nun die Regierung gegen die Institution, die ich leite.” Havelanges übliche Strategie: unliebsame Fachdiskussionen werden sofort auf eine persönliche Ebene umgeleitet. Das hat den unschätzbaren Vorteil, weil es plötzlich nicht mehr um Sachinhalte, sondern allein um die Vertrauensfrage geht. Weiter im Text: “Im brasilianischen Fußball ist alles in Ordnung, das ist ein effizienter Verband. Die Funktionäre sind alle ehrenwerte Männer mit Familie.” Na bitte. Warum die ganze Aufregung? Vertrauen ist besser, liebe Gemeinde! Havelange sah die Skandalfülle, die diese ehrenwerte Gesellschaft aus angesehenen Familienvätern evoziert hat, als “kleinere Zwischenfälle, die überall passieren”.</p>
<p>Doch leider haben die kleinen Zwischenfälle bewirkt, daß in und um Brasiliens Stadien Anarchie herrscht. Während Havelange bei Königen und Staatschefs von einer Audienz zur nächsten tingelte, um auch mal den Royals dieser Erde und anderen Großkopferten beizubiegen, was Mores und Fairplay im Weltmaßstab bedeuten, prügelte sich Schwiegersohn Ricardo schon mal vor laufender Kamera mit einem frech gewordenen Vereinschef.</p>
<p>Vergleichsweise läßliche Sünden. Die erste Liga zum Beispiel hat Teixeira auf 26 Klubs aufgebläht. Offenbar kann es sich der CBF-Boß nicht leisten, den einen oder anderen absteigen zu lassen. Im Sommer 1997 waren es Fluminense Rio de Janeiro, Bragantino und Atletico Parana, die er begnadigte. Fluminense zählt zu den Traditionsklubs des Landes und hat Havelange zum Ehrenpräsident. Der Schwiegersohn sprach die Befreiung vom Abstieg aus.</p>
<p>Bei Parana war die Sache schon schwieriger. Immerhin war der Klub gerade wegen erwiesener Schiedsrichter-Bestechung aus der Liga verbannt worden. Doch auch hier machte der Schwiegersohn ohne Angabe von Gründen den Bannspruch rückgängig. Und das, obwohl der Skandal um Schwarzgeldzahlungen im Mai 1997 sogar zur Auflösung der dem Verband unterstellten Schiedsrichterorganisation COBRAF geführt hatte. Dessen langjähriger Chef Ivens Mendes hatte von verschiedenen Vereinsbossen fünfstellige Dollarsummen eingefordert und erhalten, wofür er ihnen bei bestimmten heiklen Spielen wohlgewogene Schiedsrichter zuteilte. Die Sache flog auf, weil dem Fernsehsender TV Globo plötzlich Tonbandaufnahmen zugespielt worden waren, die Senhor Mendes&#8217; stille Absprachen mit den Klubchefs dokumentierten. Es war deutlich zu hören, wie der oberste Unparteiische des CBF seine Kontonummer nannte. Eine Woche lang konnten die Fußball-Fans dies alles immer wieder via Radio und Fernsehen mitverfolgen.</p>
<p>Natürlich hatte der arme Teixeira auch von den jahrelangen Umtrieben seines engen Mitarbeiters Mendes keine Ahnung, trotzdem raffte er sich zu einer Suspendierung des Betrügers auf. Pelé nahm dem Schwiegersohn die Ahnungslosigkeit nicht ab. Anders als Havelange, der Dinge wie diese für Zwischenfälle hält, wie sie überall vorkommen, bezeichnete der Sportminister die Schiedsrichter-Affäre als “die Krönung aller Skandale.” Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso wandelte Pelés Gesetzesvorlage sogleich in einen Dringlichkeitsantrag um.</p>
<p>Der von bestochenen Schiedsrichtern bevorteilte Verein Parana aber überlebte den Skandal dank Teixeiras Gnadenakt. Warum nur, warum? Zumal er sich damit nur weiteren Ärger einhandelte. Dummerweise klagte nun der Zweitligaklub Nautico aus Recife, dem einer der beiden Aufsteigerplätze zugestanden hätte, beim Obersten Sportgericht STJD. Prompt rief Teixeira den für das Bundesland Pernambuco zuständigenVerbandschef an, Carlos Alberto de Oliveira. Er stellte ihm für den Fall, daß der Verband die Klage gegen den CBF zurückziehe, einen mit rund 75.000 Mark monatlich dotierten Werbevertrag mit dem Sportausrüster Nike in Aussicht. Der empörte Oliveira machte die Sache sogleich publik. Passiert jedoch ist nichts, der mächtige Teixeira sitzt mit vielen Politikern im Boot, die auch ins Fußballgeschäft involviert sind. Bezeichnend hierfür ist, daß auch der korrupte Schiedsrichterboß Ivens Mendes das schmutzige Geld nutzen wollte, um seine Wahlkampagne für einen Parlamentssitz in Brasilia zu finanzieren.</p></blockquote>
<p>Muss ich hinzufügen, dass sich ähnliche Geschichten über korrupte Schiedsrichter in Texeiras Reich bis heute zutragen? Im Buch &#8220;<a title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/korruption-im-sport/" target="_self">Korruption im Sport</a>&#8221; schreiben Gustavo Poli und Ezequiel Fernandez Moores ganze Kapitel darüber.<br />
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		<title>Willkommen im Überwachungsstaat: Alpine Ski-WM 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 09:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einem dreiviertel Jahr hatte die Berliner tageszeitung eine überfällige Debatte über die so genannte Sicherheitsüberprüfungen von Journalisten (Stasi 2.0) eröffnet. Damals ging es um das Akkreditierungsverfahren zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Nun setzt die taz diese Debatte fort und eröffnet die Diskussion über die Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen: Jürn Kruse in der taz: Berichterstattung [...]]]></description>
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<p>Vor einem dreiviertel Jahr hatte die Berliner <strong>tageszeitung</strong> <a title="taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM" href="http://jensweinreich.de/2009/08/05/taz-verzichtet-auf-berichterstattung-von-der-leichtathletik-wm/" target="_self">eine überfällige Debatte über die so genannte Sicherheitsüberprüfungen von Journalisten</a> (Stasi 2.0) eröffnet. Damals ging es um das Akkreditierungsverfahren zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Nun setzt die taz diese Debatte fort und eröffnet die Diskussion über die Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen:</p>
<ul>
<li>Jürn Kruse in der taz: <a title="taz vom 26. Mai 2010" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/alle-sind-verdaechtig/" target="_blank">Berichterstattung über Ski-WM: Alle sind verdächtig</a></li>
</ul>
<p>Das ist eine besondere WM, nicht die einzige olympische WM im kommenden Winter in Deutschland &#8211; kurz vor der IOC-Entscheidung über die Olympischen Winterspiele 2018, um die sich auch München bewirbt. In die WM in GaPa werden <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Unmengen von Steuermitteln gepumpt</a>, kürzlich wurden <a title="Goldener Plan für München 2018: weitere 1,5 Millionen aus Steuermitteln ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">weitere 1,5 Millionen</a> vom Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt, für ein so genanntes Kulturprogramm, das nichts ist als eine Subventionierung der Olympiabewerbung, die offiziell allein aus der Privatwirtschaft finanziert wird (tatsächlich aber werden schon wieder dutzende Millionen aus öffentlichen Kassen verpulvert, die in keinem Bewerbungsetat auftauchen).</p>
<p>Kurze Zusammenfassung zur Olympia-Subventionierung und Intransparenz kürzlich im Deutschlandfunk:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/24/dlf_20100524_1955_8ee41036.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Aber ich will nicht abschweifen.</p>
<p>Zur mit Bundesmitteln geförderten &#8220;Kultur&#8221; dieser alpinen WM zählt natürlich auch wieder die Überwachung von Berichterstattern. Könnte ja sein, dass sich einer derjenigen Journalisten, die meist schon viele Großveranstaltungen gecovert haben und deshalb den Organisatoren, dem Ski-Weltverband und auch dem IOC (wir reden hier über olympischen Sport) bestens bekannt sind (man müsste sich nur untereinander mal verständigen), als lang gesuchte Terroristen entpuppen.</p>
<p>Jürn Kruse schreibt:</p>
<blockquote><p>Bei der Ski-WM müssen die Berichterstatter neben persönlichen Daten nun wieder eine Einwilligung zur &#8220;Zuverlässigkeitsüberprüfung&#8221; abgeben. Vollkommen freiwillig natürlich. &#8220;Sollten Sie diese allerdings verweigern, kann eine Akkreditierung nicht erfolgen&#8221;, heißt es in der &#8220;Datenschutzinformation&#8221;. Wie gesagt: vollkommen freiwillig.</p>
<p>&#8220;Das ist ganz klar eine Zwangslage&#8221;, sagt Benno Pöppelmann, Justitiar beim Deutschen Journalistenverband (DJV) – und damit nicht zulässig. Denn Journalisten hätten grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Akkreditierung. Außerdem müssten etwaige Sicherheitsbedenken der Behörden rechtzeitig den Journalisten direkt offenbart werden, um Gelegenheit zu geben, solche Bedenken auszuräumen.</p>
<p>Wer 2011 von der Pressetribüne aus über die Ski-Olympiasiegerinnen Maria Riesch und Viktoria Rebensburg berichten will, wird zuvor vom Bundeskriminalamt (BKA), dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) und dem Landesamt für Verfassungsschutz überprüft. Wer aus dem Ausland kommt, wird vom Bundesnachrichtendienst (BND) durchleuchtet.</p>
<p>Dabei können nicht nur Verurteilungen und laufende Ermittlungen, sondern auch eingestellte Ermittlungsverfahren zu einer Ablehnung führen – genau wie ein Eintrag in der Datei &#8220;Gewalttäter Sport&#8221;. Obwohl die Verwaltungsgerichte Hannover, Lüneburg und Karlsruhe unisono feststellten, dass es der Datensammlung an einer ausreichenden rechtlichen Grundlage fehle.</p></blockquote>
<p>Hier die Originale:</p>
<ul>
<li><a title="Alpine WM 2011, &quot;Datenschutz&quot;" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/05/datenschutzinfo.pdf" target="_blank">Datenschutzinformationen zum Akkreditierungsverfahren</a> der Alpinen WM 2011 <em>(pdf, 5 Seiten, 70 kb)</em></li>
<li><a title="LA-WM 2009 &quot;Datenschutz&quot;" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/berlin2009-stasi20.pdf" target="_blank">Datenschutzinformationen zum Akkreditierungsverfahren</a> der Leichtathletik-WM 2009 <em>(pdf, 6 Seiten, 1 MB)</em></li>
</ul>
<p>Natürlich haben Journalisten auch für die WM 2011 ein Wahlrecht:</p>
<blockquote><p>Es unterliegt Ihrer freien Entscheidung, Ihre Einwilligung in die hier dargestellte Datenverarbeitung, insbesondere in die Zuverlässigkeitsüberprüfung, zu erteilen. Sollten Sie diese allerdings verweigern, kann eine Akkreditierung nicht erfolgen.</p>
<p>Sie haben auch das Recht, eine einmal erteilte Einwilligung nachträglich zu widerrufen. Für diesen Fall müsste Ihnen allerdings eine bis dahin erteilte Akkreditierung wieder entzogen werden.</p></blockquote>

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		<title>Dopingbericht 2008 und säumige Verbände: Christoph Bergners Brief an Dagmar Freitag</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 14:36:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Nach meinen Beiträgen über die Antidopingberichte 2008 und jene Verbände, die gemäß BMI-Staatssekretär Christoph Bergner (CDU, Präsident des SV Halle) wegen ihrer Versäumnisse mit Rückzahlungen belangt werden, haben sich einige Verbandspräsidenten bei mir gemeldet. Sie warfen mir vor, das Material des BMI ungeprüft verbreitet zu haben, und warfen dem BMI Dinge vor, die ich lieber nicht wiederhole. Bin gespannt, ob sie ihre Ankündigungen wahrmachen, juristisch gegen Bergner &amp; Co. vorzugehen. Ich glaube es natürlich nicht, dafür sind ihre Abhängigkeiten zu groß. Sie hängen am Tropf des Staates, sie sind teils auch personell zu sehr im sportpolitischen Komplex verstrickt und verquickt.</p>
<p>Kurz nochmal die Texte, um die es geht:</p>
<ul>
<li><a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">Der sportpolitische Komplex oder: Dopingmängel bei den Goldverbänden BSD und DESG</a></li>
<li><a title="Dopingberichte 2008: die 19 säumigen Verbände" href="http://jensweinreich.de/2010/03/04/dopingbericht-2008-die-19-saumigen-verbande/" target="_self">Dopingberichte 2008: die 19 säumigen Verbände</a></li>
<li><a title="Wie DOSB und BMI den Bundestags-Sportausschuss narren" href="http://jensweinreich.de/2010/03/06/wie-dosb-und-bmi-den-bundestags-sportausschuss-verarschen/" target="_self">Wie DOSB und BMI den Bundestags-Sportausschuss narren</a></li>
</ul>
<p>Den Vorwurf, etwas ungeprüft zu übernehmen, finde ich <strong>einerseits</strong> absurd belustigend. Denn dieser Termin im Bundestags-Sportausschuss, bei dem Bergner nach monatelanger Diskussion (die ich stets begleitet und durchaus mit initiiert habe, ob nun hier, im Deutschlandfunk oder in Zeitungen) endlich einige Fakten preis gab, war natürlich auch für andere Journalisten Anlass genug, aktuell darüber zu berichten. Einige dieser Berichte habe ich verlinkt und selbstverständlich stets darauf hingewiesen &#8211; und zwar seit anderthalb Jahren/auch schon beim Dopingbericht 2007 -, wie sich die Abläufe gestalten. Wenn dann aber ein Parlamentarischer Staatssekretär viel zu spät den Parlamentariern eingeschränkt Bericht erstattet und Unterlagen vorlegt, darf man wohl davon ausgehen, dass auch alles seine Richtigkeit hat. Die Kritik der Verbände, einige Namen darf ich leider nicht nennen, richtete sich indes vor allem auch dagegen, dass das BMI ihnen Fristen zur Stellungnahme eingeräumt hatte, der unter Druck geratene Bergner aber seine Liste verbreitete, noch bevor Fristen verstrichen waren.</p>
<p><strong>Andererseits</strong> ist es also ganz offenbar so, dass das BMI und Bergner eben nicht sauber vorgegangen sind. Das hätte man, das hätte ich ahnen müssen. Man könnte also sagen: Ich habe die Unterlagen erhalten, die ein Staatssekretär einem parlamentarischen Kontrollorgan vorlegte und dachte wirklich, ich Trottel, dass ich das glauben dürfe, dass das so seine Richtigkeit habe. Für so ein foolishes Verhalten kann ich mich nur entschuldigen. Es graust mich geradezu: Habe ich tatsächlich BMI-PR betrieben?</p>
<p>Soweit ich es übersehe, haben sich aber nur zwei der 19 betroffenen Verbände öffentlich dazu geäußert (ich lasse mich gern korrigieren):</p>
<p>Der <strong>Deutsche Ruderverband (DRV)</strong> verbreitete eine <a title="DRV-PM vom 5. März 2010" href="http://www.rudern.de/nachricht/news/2010/03/05/anti-doping-und-wettkampfkontrollen/" target="_blank">Pressemeldung</a>, in der es u.a. hieß:</p>
<blockquote><p>Der Deutsche Ruderverband ist einer der Vorreiter der Anti-Doping-Bewegung und hat sich immer für ein wirkungsvolles Kontrollsystem eingesetzt. Aktuell werden in den Medien Berichte über Rückforderungen verbreitet, da der DRV im Jahr 2008 keine Wettkampfkontrollen durchgeführt habe.</p>
<p>Fakt ist, dass derzeit ein Anhörungsschreiben vorliegt, in dem das Bundesverwaltungsamt den DRV bis Mitte März um eine Stellungnahme gebeten hat. Dabei wird um die Aufklärung des Sachverhalts gebeten. (&#8230;)</p>
<p>Da die damals Verantwortlichen nicht mehr im Amt sind, wurden sie um Auskunft gebeten und haben an der Aufklärung mitgewirkt. Der Ausgang des Verwaltungsverfahrens ist also völlig offen und bleibt abzuwarten. Gleichwohl wurde vor dem Hintergrund der nun bekannten Haltung des Bundes und der NADA das Handeln der Verantwortlichen im Leistungssport zwischenzeitlich angepasst.</p></blockquote>
<p>Andreas Trautvetter, Präsident des <strong>Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD)</strong>, äußerte mir gegenüber deutliche Kritik, die ich in einem Beitrag für den DLF weitergab:</p>
<blockquote><p>“Ich bin jedenfalls sehr befremdet, dass hier Rückforderungen öffentlich verkündet werden und der BSD hat noch gar keinen Bescheid auf dem Tisch. Bei dem Verstoß, den wir gemacht haben, diesem formalen Fehler, ist ja ein Bußgeld von 57.400 Euro vollkommen unverhältnismäßig.”</p>
<p>Sollte der Bescheid demnächst zugestellt werden, gehe der BSD juristisch dagegen vor, sagt Trautvetter. Nach Informationen des Deutschlandfunks planen weitere Verbände juristische Maßnahmen, offenbar auch gegen Personen aus dem Bereich des BMI.</p></blockquote>
<p>Trautvetter bat übrigens auch darum, dass ich seine Parteimitgliedschaft (CDU) nicht mehr parallel zu seinen Ehrenämtern nenne, weil das eine mit dem anderen nichts zu tun habe. Ich sage nur: <a title="tag: vielfältige Lebenssachverhalte" href="http://jensweinreich.de/?s=lebenssachverhalte" target="_self">vielfältige Lebenssachverhalte</a>.</p>
<p>Mit einem dritten Verband, mit <strong>DESG</strong>-Präsident Gerd Heinze, habe ich vergangene Woche bei der <a title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">DGHO-Pechstein-PR-Veranstaltung</a> kurz darüber gesprochen. Auch er sieht, wenn ich das richtig sehe, kein Versäumnis.</p>
<p>Inzwischen hat Christoph Bergner der Chefin des Bundestags-Sportausschusses Dagmar Freitag (SPD, Vizepräsidentin des DLV) einen Brief geschrieben, in dem er die Haltung seines Ministeriums erläuterte. Dies wird zur Stunde möglicherweise gerade im Sportausschuss besprochen. Ich bin nicht dabei, weil sich keines der Medien, für die ich arbeite, außer diesem Blog, dafür interessiert.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7539" title="Brief Bergner (CDU, BMI) an Freitag (SPD, MdB)" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/bergner-freitag-web.gif" alt="" width="530" height="641" /></p>
<p>Bergners Fazit und damit vielleicht auch der vermeldenswerte Zwischenstand lautet:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Vier Verbände werden derzeit noch angehört, um ihre finanzielle Situation aufzuklären, da ausgeschlossen werden muss, dass die Verbände bei sofortiger Durchführung der Sanktion nicht in eine existenzgefährdende Lage geraten. Das BVA wird nach Abschluss der Anhörungen im März dem BMI bis April 2010 Vorschläge zur Umsetzung der Sanktionen unterbreiten.</li>
<li>Den 15 Verbänden, die Widerrufsbescheide des BVA erhalten haben, steht es selbstredend frei, in das Widerspruchsverfahren einzutreten.</li>
<li>Alle Rückzahlungen werden für die Dopingprävention verwendet werden und damit die Umsetzung des Nationalen Dopingpräventionsplanes befördern. Sie bleiben somit in voller Höhe auch dem Sport erhalten.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Hier der komplette Text des Schreibens, auf dessen Grundlage sich besser diskutieren lässt. Vielleicht erfahren die betroffenen Fachverbände ja auch etwas Neues. Wer weiß.</p>
<p><em>(Einige Umlaute werden nicht korrekt wiedergegeben. Es hätte mich noch eine Stunde gekostet, das zu korrigieren. Sorry.)</em></p>
<blockquote><p>Unterrichtung über das Verfahren zur Überprüfung der Anti-Dopingberichte 2008 sowie die Kriterien des Sanktionssystems</p>
<p><strong>I) Überprüfungsverfahren</strong></p>
<p>Die Vorgaben für Anti-Doping Berichte wurden in gemeinsamer Arbeit vom Bundesinnenministerium (BMI), dem Bundesverwaltungsamt (BVA), dem Deutschen Olympi­schen Sportbund (DOSB) und der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) entwickelt. Die Berichte dienen einem standardisierten Verfahren zur Überprüfung der Umsetzung des NADA Codes und der Auflagen des BVA in den Zuwendungsbescheiden an die Bundessportfachverbände. Das Überprüfungsverfahren wird in dieser Form zum zwei­ ten Mal durchgeführt. Bis Ende März 2009 haben alle geförderten Bundessportfachver­ bände fristgemäß ihre Anti-Doping-Berichte für das Jahr 2008 an die NADA abgegeben. Bis Ende Mai 2009 hat die NADA (vorfristig) die Berichte im Hinblick auf die Umsetzung des NADC auf Plausibilität hin überprüft. Das BVA hat sodann bis Mitte August 2009 die von der NADA zusammengefassten Berichte in einem ersten Durchgang geprüft.</p>
<p><span id="more-7538"></span>Zum 14.08.2009 hat das BVA mit einem Zwischenbericht dargelegt, dass bei 30 von 60 geprüften bundesgeförderten Verbänden Beanstandungen nicht ausgeschlossen wer­ den könnten, die nach gemeinsamer Einschätzung von BMI, BVA, DOSB und NADA weitere Nachermittlungen des BVA erforderlich machten. Diese wurden Anfang Sep­ tember 2009 eingeleitet mit Frist Ende September. Unzureichende Auskünfte einiger Verbände machten erneute Nachfragen des BVA erforderlich, so dass die letzte Stel­ lungnahme der Verbände erst Ende Oktober beim BVA einging. Danach wurden bei weiteren neun Verbänden Beanstandungen ausgeschlossen und bei zwei Verbänden zwar Verstöße festgestellt, die aber nicht zu einer Rückforderung Anlass gaben, so dass im Ergebnis bei 19 Verbänden Rückforderungsverfahren einzuleiten waren.</p>
<p>BVA erstellte einen ersten abschließenden Bericht und legte ihn Anfang Dezember 2009 dem BMI vor. Dieser Bericht umfasste erstmals Vorschläge für das Sanktionssys­ tem und die Kategorisierung. Auf Fachebene wurden Änderungen mit dem BVA abge­ stimmt, sodass das BVA seinen abschließenden Bericht zum 14.01.2010 vorlegte. Am 27.01.2010 wurden die Obleute im Sportausschuss über das Sanktionssystem und den Umfang der beabsichtigten Rückforderungen unterrichtet. Am 01.02.2010 leitete BVA ein Anhörungsverfahren bei vier Verbänden ein. Am 01.03.2010 (nach Abschluss der Olympischen Winterspiele von Vancouver) erfolgte der Versand von 15 Rückforde­ rungsbescheiden durch das BVA und am 03.03.2010 die umfassende Unterrichtung des Sportausschusses .</p>
<p><strong>II)	Grundsätzliches zum Auswertungsverfahren (Festlegung der Kriterien)</strong></p>
<p><strong>1. Allgemeines</strong></p>
<p>Die vom BMI geförderten Bundessportfachverbände, bei denen ausweislieh der NADA­ und BVA-Auswertung des Antidopingberichtes 2008 keine Beanstandungen festgestellt wurden, haben Mitte September 2009 ein diesbezügliches Entlastungsschreiben erhal­ ten und bleiben bei der weiteren zuwendungsrechtlichen Bewertung unberücksichtigt.</p>
<p>Ebenso bleiben nach Übereinkunft von BVA und BMI diejenigen Bundessportfachver­ bände außen vor, die als einziges festgestelltes Manko keine ausreichende Möglichkeit haben, Änderungen im NADC kurzfristig in ihr Verbandsregelwerk umzusetzen. Da die Unterwerfung der Athleten zeitnah auch mit Athletenvereinbarungen hergestellt werden kann, ist die fehlende kurzfristige Anpassungsmöglichkeit der Satzungen ein vorüber­ gehend hinnehmbares Hindernis in der Dopingbekämpfung. Gleichwohl sollten die Ver­ bände hier flexible Regelungen einführen. Da Satzungsänderungen eine gewisse Zeit benötigen, soll die Umsetzung 2010 geprüft werden. Die Verbände wurden unter Hinweis auf den derzeitigen Verzicht zuwendungsrechtlicher Konsequenzen von den Be­anstandungen schriftlich in Kenntnis gesetzt und aufgefordert, diese schnellstmöglich zu beheben.</p>
<p><strong>2. Rechtsgrundlage </strong></p>
<p>Aufgrund der in den Zuwendungsbescheiden des Haushaltsjahres 2008 enthaltenen Antidoping-Auflagen waren die Verbände als Zuwendungsempfänger verpflichtet, den NADC in 2008 umzusetzen und darüber hinaus Antidoping-Klauseln in die Arbeitsver­ träge der haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter aufzunehmen. Diese Auflagen gelten sowohl für die olympischen als auch für die nichtolympischen Verbände. Die Verbände mit besonderer Aufgabensteilung haben den NADC lediglich inhaltlich zu beachten, das arbeitsrechtliche Erfordernis gilt jedoch auch für diese Verbände.</p>
<p>Die nicht hinreichende Umsetzung dieser Vorgaben im Jahr 2008 bei den 21 (davon zwei ohne Rückforderung) im Bericht des BVA vom 14.01 .2010 benannten Verbänden stellt einen Auflagenverstoß dar, der zu einem (Teil-) Widerruf der gewährten Zuwen­ dung nach § 49 Abs. 3 Nr. 2 VwVfG führen kann.</p>
<p>Bei den jeweils zu treffenden Ermessensentscheidungen sind die Interessen des Bun­ des und die des jeweiligen Verbandes gegeneinander abzuwägen, wobei in diesem Abwägungsprozess insbesondere der Sinn und Zweck der Antidoping-Auflage berück­ sichtigt werden muss.</p>
<p><strong>3. Bemessung des Widerrufs</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> a. Allgemeines </span></p>
<p>Um zukünftig eine transparente Abwägung und Begründung eines Widerrufs von Bun­ deszuwendungen im Bereich der Antidoping-Bestimmungen zu gewährleisten, wurden Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen in Kategorien eingeordnet, denen pro­ zentuale Rückforderungsanteile zugeordnet sind. Basis der Rückforderung ist bei den olympischen Verbänden die Zuwendung zur Grundförderung (Sockelbetrag) innerhalb der Jahresplanung. Dies ist zum einen ein konstanter Zuwendungsbetrag der Ver­ bandsförderung, zum anderen betreffen die übrigen Zuwendungen das Leistungssport­ personal bzw. die Entsendekosten bei denen Rückforderungsmaßnahmen kontrapro­ duktiv wären. Entsprechend der Regelung für die olympischen Verbände wird bei den übrigen Verbänden 50% der Zuwendung zur Jahresplanung zugrunde gelegt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">b. Einordnung der Verstöße</span></p>
<p>Für die zuwendungsrechtliche Bewertung bzw. Entscheidung kommt es unter Abwä­ gung aller Umstände des Einzelfalles auf die Schwere des jeweiligen Verstoßes an. Verstöße gegen die Antidoping-Auflagen &#8211; wie bereits in der Vergangenheit praktiziert ­ lassen sich den Kategorien &#8220;einfach &#8211; mittel &#8211; schwer&#8221; zuordnen.</p>
<p><strong>Schwere Verstöße</strong> sind durch die schuldhafte Nichtumsetzung der Auflage gekenn­ zeichnet. Der Verband zeigt einen mangelnden Willen zur Bekämpfung von Doping und negiert das Anliegen des Bundes, nur einen dopingfreien Sport fördern zu wollen. Schwere Verstöße haben materiell-rechtliche Wirkung auf den Antidoping-Kampf, z.B. die fehlende Möglichkeit einen Athleten wegen eines Dopingverstoßes mangels Anbin­ dung an den NADC zu sanktionieren.</p>
<p><strong>Mittlere Verstöße</strong> sind solche, bei denen die Auflage nicht hinreichend umgesetzt wurde und bei denen der Verband die Dopingbekämpfung nicht mit der gebotenen Sorgfalt betreibt. Solche Verstöße sind im Hinblick auf die Förderung eines dopingfreien Sports nicht mehr als einfache Verstöße hinnehrnbar, werden aber, da der Antidoping-Kampf nicht gänzlich negiert wird, nicht als schwere Verstöße gewertet.</p>
<p><strong>Einfache Verstöße</strong> hingegen unterlaufen dem Verband trotz ausreichendem Engage­ ment im Kampf gegen Doping und haben keine negativen Auswirkungen auf den Anti­ doping-Kampf, z.B. formelle Verstöße gegen den NADC, die keine Auswirkungen auf ein Sanktionsverfahren bzw. dessen Ergebnis haben.</p>
<p>Eine Einordnung der Verstöße gegen Antidoping-Regelungen ergibt sich damit wie folgt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7542" title="tab1-web" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/tab1-web.gif" alt="" width="430" height="462" /></p>
<p>Die oben gelisteten Verstöße stellen keine abschließende Aufzählung dar, sondern re­ präsentieren die häufigsten bzw. wahrscheinlichsten Verstöße und stellen die Kernele­ mente der Antidoping-Regelungen dar. Sofern sich bei künftigen Bewilligungen darüber hinausgehende Verstöße durch die Sportverbände ergeben, bietet die bereits vorge­ nommene Kategorisierung eine hilfreiche Orientierung, um eine Zuordnung vorzuneh­ men.</p>
<p>Das Raster dient der Orientierung und soll eine Vergleichbarkeit der Fälle im Hinblick auf Art. 3 GG und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewährleisten. Im Rahmen der jeweils zu treffenden Ermessensentscheidung muss die Anwendung dieser Berech­ nungsgrundlagen anhand der im jeweiligen Fall vorliegenden Umstände konkretisiert werden. Dabei sind Abweichungen vom vorgeschlagenen Raster im Einzelfall möglich.</p>
<p>Inhaltlich wird die Einordnung der Verstöße wie folgt begründet:</p>
<p><strong>Keine Umsetzung NADC </strong></p>
<p>Die Nichtumsetzung des NADC stellt grundsätzlich einen schweren Verstoß dar. Ver­ bände, die den NADC nicht umsetzten, verschließen sich dem Antidoping-Kampf und negieren damit den in der Auflage zum Ausdruck kommenden Willen des Bundes, nur einen dopingfreien Sport fördern zu wollen.</p>
<p><strong>Nicht ausreichende und/oder verspätete Umsetzung des NADC </strong></p>
<p>Die nicht ausreichende und/oder verspätete Umsetzung des NADC stellt grundsätzlich einen mittleren Verstoß dar. Die Dopingbekämpfung wird nicht mit der gebotenen Sorg­ falt betrieben und kann schwerwiegende materiellrechtliche Folgen haben, insbesonde­ re dann, wenn die Athleten oder Athletenbetreuer nicht anderweitig an den NADC ge­ bunden sind. Je nach Grad des Verschuldens des Verbandes und den materiellrechtlichen Auswirkungen im Einzelfall kann dieser Verstoß auch als einfacher oder schwerer Verstoß gewertet werden .</p>
<p><strong>Keine Trainingskontrollen durchgeführt </strong></p>
<p>Da Doping im Hinblick auf anstehende Wettkämpfe vorzugsweise im Rahmen des vor­ bereitenden Wettkampftrainings zur Anwendung gelangt, ist die Durchführung von Trai­ ningskontrollen ein elementarer Bestandteil der gewollten Abschreckung der Sportler. Ohne Trainingskontrollen ist eine Manipulation durch Doping nicht mehr auszuschlie­ ßen, mithin kommt dies der Nichtumsetzung des NADC nahezu gleich, so dass eine Bewertung als schwerer Verstoß gerechtfertigt ist. Soweit lediglich eine Unterschreitung des Kontrollkontingents festzustellen ist, kann dies unter Würdigung einer entsprechen­ den Sachverhaltsaufklärung auch zu einer Herabstufung in eine niedrigere Kategorie führen.</p>
<p><strong>Keine Wettkampfkontrollen durchgeführt </strong></p>
<p>Wettkampfkontrollen sind im Hinblick auf die Vielfalt der auch kurzfristigen Manipulati­ onsmöglichkeiten ebenso unverzichtbar, jedoch sind die Manipulationsmöglichkeiten innerhalb eines Wettkampfes begrenzter. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der physische Dopingaufbau im Training erfolgen muss, ist eine Einordnung als mittlerer Verstoß angemessen.</p>
<p><strong>Keine Athletenbetreueranbindung und keine Athletenanbindung an den NADC </strong></p>
<p>Athleten und Athletenbetreuer i.S. des NADC müssen dem NADC rechtlich unterworfen sein, damit der Bundessportfachverband in der Lage ist, die entsprechenden Sankti­ onsmaßnahmen zu ergreifen. Andernfalls wäre keine Chancengleichheit gewährleistet und würden die Antidoping-Regeln ihr Ziel verfehlen. Die fehlende Unterwerfung dieser Personen unter den NADC stellt, vergleichbar mit der Nichtumsetzung des NADC, grundsätzlich einen schweren Verstoß dar. Soweit die Anbindung unvollständig und/oder verspätet erfolgte, ist zumindest der Regelungswille des Bundessportfachver­ bandes erkennbar und durch eine Herabstufung als mittlerer Verstoß zu werten.</p>
<p><strong>Keine Möglichkeit, kurzfristige Änderungen des NADC umzusetzen</strong></p>
<p>In einem solchen Falle hat der Bundessportfachverband zwar den NADC umgesetzt, kann jedoch bei kurzfristigen Änderungen des NADC nicht reagieren und versäumt hierdurch, verfahrenskonform die aktuellen Bestimmungen umzusetzen. Dies kann im Einzelfall zu schwerwiegenden Konsequenzen führen, so dass eine Einordnung als mittlerer Verstoß gesehen werden muss.</p>
<p><strong>Fehler im Sanktionsverfahren </strong></p>
<p>Fehler im Sanktionsverfahren sind grundsätzlich mittlere Verstöße. Soweit ein Bundes­ sportfachverband nicht für ein regelgerechtes Sanktionsmanagement sorgt, führt dies zu einer sportartübergreifenden Ungleichbehandlung und ggf. zu Vorteilen im Vergleich zu anderen Bundessportfachverbänden , die sich regelkonform verhalten. Damit wird der Antidoping-Kampf nicht mit der gebührenden Sorgfalt betrieben, wenn nicht sogar das mangelnde Engagement zum eigenen Vorteil ausgenutzt.</p>
<p><strong>Kein echtes Schiedsgericht i.S. der ZPO </strong></p>
<p>Im neuen NADC ist seit dem 01.01.2009 die Einrichtung eines echten Schiedsgerichtes i.S. der ZPO vorgeschrieben. Die Nichtbeachtung dieser Regelung kann zu Verfahrens­ fehlern führen , in deren Folge ein ordnungsgemäßes Sanktionsmanagement nicht mehr gewährleistet ist, welches zu einer Ungleichbehandlung von Sportlern führen kann. In Anlehnung an die Begründung zu e. muss auch ein derartiger Verstoß als mittelschwer bewertet werden .</p>
<p>Keine Antidoping-Vereinbarungen in Verträgen mit Beschäftigten des Verbandes Soweit ein Beschäftigter des Verbandes, sei es haupt- oder nebenamtlich, an Doping­ manipulationen mitgewirkt hat, muss ein Bundessportfachverband in der Lage sein , das Arbeitsverhältnis im Rahmen des arbeitsrechtlich Zulässigen außerordentlich zu kündigen. Es ist für den Bund als Zuwendungsgeber und letztlich auch für den Sport selbst im Sinne einer glaubhaften Antidoping-Politik nicht akzeptabel, dass ein hiervon betrof­ fener Verband einen solchen Mitarbeiter weiterbeschäftigt. Zum Ausdruck seines Wil­ lens zu einer rigorosen Antidoping-Haltung hat der Bund daher diese Regelung, die nicht auf dem NADC beruht, zusätzlich in die Antidoping-Auflagen seiner Zuwendungs­ bescheide verankert.</p>
<p>Eine Anti-Dopingklausel kann hier die Rechtssicherheit erhöhen. Die Nichtumsetzung in den Arbeitsverträgen zeugt einerseits von mangelndem Engagement im Antidoping­ Kampf, wie ihn der Zuwendungsgeber fordert. Andererseits betrifft dieser Auflagenver­ stoß nicht die Kernelemente des Antidoping-Kampfes, wie sie im NADC verankert sind. Fehlende Anti-Doping Regelungen in den Arbeitsverträgen stellen einen formalen und damit einfachen Verstoß dar.</p>
<p><strong>Verstoß gegen die Mitteilungspflichten</strong></p>
<p>Auch die Verstöße gegen die Mitteilungspflichten sind als mittelschwere Verstöße zu werten, da durch die Unkenntnis beteiligter bzw. zu beteiligender Institutionen ein Auf­ klärungsverfahren ver- bzw. behindert werden könnte und letztlich auch dem Bundes­ sportfachverband hierdurch ein Vertuschen unterstellt werden könnte. In der Außendar­ stellung eines entsprechenden Ereignisses würde hierdurch ein irreparabler Image­ schaden entstehen. Gleichwohl kann es im Einzelfall, soweit es die Umstände eines Sachverhaltes hergeben, zu einer Bewertung als einfacher Verstoß kommen, soweit z.B. lediglich die Mitteilung an einen Olympiastützpunkt unterblieb und hieraus im Fol­ genden kein Schaden entstanden ist.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">c. Berechnung der Höhe des Widerrufes </span></p>
<p><strong>aa. Grundlage</strong></p>
<p>Die Antidoping-Auflage ist Bestandteil sämtlicher Zuwendungsbescheide. Um einen einheitlichen Rückforderungsrahmen zu schaffen, auf den während des gesamten Haushaltsjahres zurückgegriffen werden kann, wurde die Grundförderung der Jahres­ planungen als Grundlage für den Widerruf herangezogen. Diese wird allen Verbänden gewährt und ist anders als die anderen Bewilligungsbestandteile, wie z.B. der Projekt­ förderung innerhalb der Jahresplanung, zeitnah zum Jahres- und Bewilligungsanfang und über den gesamten Zeitraum des olympischen Zyklus fixiert.</p>
<p>Da nichtolympische Verbände und Verbände mit besonderer AufgabensteIlung (einschI. Behindertensportverbände) keine Grundförderung innerhalb der Jahresplanung erhalten und das Fördervolumen der Jahresplanungen im Verhältnis zu den olympischen Ver­ bänden wesentlich geringer ist, wird bei diesen Verbänden die Hälfte der Jahresplanung als Grundlage für einen Widerruf herangezogen.</p>
<p>Der Widerrufsrahmen sollte in der Regel 20 % der Grundförderung nicht überschreiten. Zu berücks!chtigen ist das (förderpolitisch) erhebliche Bundesinteresse an einer konti­ nuierlichen Fortsetzung der Förderung der betroffenen Bundessportfachverbände. Eine (teilweise) Rückforderung von über 20 % der gewährten Bundeszuwendungen würde diesem Interesse des BMI zuwider laufen, da hiermit zwangsläufig erhebliche Kürzun­ gen von Maßnahmen einhergehen müssten, um die Kürzungen oder Rückforderungen innerhalb der Haushaltspläne der Bundessportfachverbände aufzufangen. Eine Rück­ forderung von 20 % ist als erheblicher Einschnitt in die jeweilige Förderung zu sehen.</p>
<p>Gleichwohl darf die vorgeschlagene 20 %-Grenze nicht als Ermessensreduzierung, sondern nur als Richtwert gesehen werden. Soweit außergewöhnliche erschwerende Umstände in einem Einzelfall hinzutreten, muss im Rahmen der freien Ermessensaus­ übung eine darüber hinausgehende Rückforderung möglich sein.</p>
<p><strong>bb. Zuordnung der Verstöße zu prozentualen Anteilen</strong></p>
<p>Ausgehend von einer regelmäßigen Höchstgrenze bei 20 % wurde folgender prozentua­ ler Rückforderungsrahmen festgelegt:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-7541" title="tab2-web" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/tab2-web.gif" alt="" width="430" height="110" /></p>
<p>Innerhalb dieser Kategorien besteht die Möglichkeit, den Umständen des Einzelfalles, seien sie begünstigend oder belastend, Rechnung zu tragen. Soweit außergewöhnliche Umstände vorliegen und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit es erfordert, bleibt eine Abweichung von diesem Rahmen möglich.</p>
<p>Soweit in einem Fall mehrere Verstöße kumulativ auftreten, wird der schwerste Verstoß gewertet und der Rückforderungsrahmen je nach Anzahl der Verstöße um 1 &#8211; 5 % erhöht.</p>
<p><strong>111)	Weiterer Gang des Verfahrens</strong></p>
<p>Vier Verbände werden derzeit noch angehört, um ihre finanzielle Situation aufzuklären, da ausgeschlossen werden muss, dass die Verbände bei sofortiger Durchführung der Sanktion nicht in eine existenzgefährdende Lage geraten. Das BVA wird nach Ab­ schluss der Anhörungen im März dem BMI bis April 2010 Vorschläge zur Umsetzung der Sanktionen unterbreiten.</p>
<p>Den 15 Verbänden, die Widerrufsbescheide des BVA erhalten haben, steht es selbstredend frei, in das Widerspruchsverfahren einzutreten.</p>
<p>Alle Rückzahlungen werden für die Dopingprävention verwendet werden und damit die Umsetzung des Nationalen Dopingpräventionsplanes befördern. Sie bleiben somit in voller Höhe auch dem Sport erhalten.</p></blockquote>

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		<item>
		<title>Kriselnde Olympiabewerbung München 2018: Abschied von Geschäftsführer Adam</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 14:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es geht drunter und drüber zwischen München (Olympia GmbH) und Frankfurt am Main (DOSB, Hauptgesellschafter der Olympia GmbH). Hauptgeschäftsführer Willy Bogner kennt sich offenbar nicht so in der Olympiafinanzierung aus oder sagt gar bewusst die Unwahrheit; der Bewerber-Etat bleibt intransparent und top secret und ist außerdem noch nicht gefüllt; in den Satellitenorten (Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau) wächst der [...]]]></description>
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<p>Es geht drunter und drüber zwischen München (Olympia GmbH) und Frankfurt am Main (DOSB, Hauptgesellschafter der Olympia GmbH).</p>
<ul>
<li>Hauptgeschäftsführer Willy Bogner kennt sich offenbar <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">nicht so in der Olympiafinanzierung aus oder sagt gar bewusst die Unwahrheit</a>;</li>
<li>der <a title="Goldener Plan für München 2018 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">Bewerber-Etat bleibt intransparent</a> und top secret und ist außerdem noch nicht gefüllt;</li>
<li>in den Satellitenorten (<a title="BN-GAP" href="http://www.bn-gap.de/" target="_blank">Garmisch-Partenkirchen</a>, <a title="Gerhard Pfeil im SPIEGEL: Weiße Krawatten" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69174757.html" target="_blank">Oberammergau</a>) <a title="Munich 2018: We do not want the Games!" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">wächst</a> <a title="München 2018: Studie der FH, Annäherung an die Wahrheit?" href="http://jensweinreich.de/2010/01/21/munchen-2018-studie-der-fh-annaherung-an-die-wahrheit/" target="_self">der</a> <a title="NOlympia.de" href="http://www.nolympia.de/" target="_blank">Widerstand</a>;</li>
<li>Versprechen werden gebrochen und groß <a title="Dieter Janecek: Umweltkonzept gescheitert/Bogners Märchenstunde" href="http://blog.dieter-janecek.de/2010/03/21/nolympia2018-umweltkonzept-gescheitert-bogners-marchenstunde/" target="_blank">angelegte Umweltkonzepte beerdigt</a>;</li>
<li>personell kriselt es zwischen den Beteiligten ohnehin gewaltig, <a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks" href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">wie bereits vor Monaten beschrieben</a>.</li>
</ul>
<p>Gerade teilt die Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH mit:</p>
<blockquote>
<div><strong>Änderung in der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH</strong></div>
<p>München, 22. März 2010 – Die Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH und Herr <strong>Richard Adam</strong> haben sich einvernehmlich auf eine Beendigung seiner Tätigkeit als Geschäftsführer verständigt. Herr Adam wird der Gesellschaft im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages weiter zur Verfügung stehen. Die Geschäftsführung wird künftig durch <strong>Willy Bogner</strong> als Vorsitzenden und <strong>Bernhard Schwank</strong> gebildet.</p></blockquote>
<p>Zuvor hatte die Deutsche Presse-Agentur gemeldet &#8230;</p>
<blockquote>
<div id="_mcePaste">Die Münchner Bewerbungsgesellschaft für Olympia 2018 hat Geschäftsführer Richard Adam <a title="Bayern Tourismus Marketing GmbH" href="http://www.bayern.by/de/richard-adam-wechsel-zur-olympia-bewerbungsgesellschaft-muenchen-2018richard-adam-wechsel-zur-olympia-bewerbungsgesellschaft-muenchen-2018.html" target="_blank">nach nur 16 Monaten</a> im Amt mit sofortiger Wirkung beurlaubt.</div>
</blockquote>
<p>&#8230; und <a title="Newsticker Zeit.de" href="http://www.zeit.de/newsticker/2010/3/22/iptc-bdt-20100322-304-24292642xml" target="_blank">schreibt jetzt gar</a> &#8230;</p>
<blockquote><p>Auch der autokratische Führungsstil <a title="Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft" href="http://jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/" target="_self">Bogners</a> löst bei einigen Mitstreitern der Kandidatur Widerstand aus.</p></blockquote>
<p>Auffallend, dass in den dpa-Texten wieder mal der DOSB in bestem Licht erscheint. Armer Richard Adam, das hat er nicht verdient.</p>
<p>Handelt es sich um eine &#8220;Beurlaubung&#8221; oder um eine &#8220;einvernehmliche Trennung&#8221;? Für die Öffentlichkeit ist das egal. Für Adam nicht.</p>
<p>Die Trennung hatte sich angedeutet. Über die Gründe wird noch zu reden sein. Und schließlich liegen derlei Trennungen ganz im deutschen olympischen Trend.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7498" title="Richard Adam, Willy Bogner, Bernhard Schwank (v.l.) Foto: Olympia GmbH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/fab-three.jpg" alt="" width="530" height="354" /></p>
<p>Mit 16 Monaten hat sich Richard Adam (l.), dem ich die Unzufriedenheit stets anzusehen glaubte, andere auch, verhältnismäßig lange im Amt gehalten als Olympia-Geschäftsführer &#8211; seit Februar 2009 an der Seite des ehemaligen NOK-Generalsekretärs und DOSB-Sportdirektors Bernhard Schwank (r.), seit November 2009 dem &#8220;Vorsitzenden der Geschäftsführung&#8221; untergeordnet, Willy Bogner (M.).</p>
<p>Andere deutsche Olympiabewerber-Geschäftsführer waren kürzer zugange:</p>
<ol>
<li><strong>Lutz Grüttke</strong> führte die Berlin 2000 Olympia GmbH einst nur von April bis September 1991. Sein Abgang vollzog sich viel schneller. Anders als Adam aber war Grüttke damals Alleinherrscher.</li>
<li>Ad interim wurde die tolpatschig-lustige Berliner GmbH dann drei Monate vom Senatsrat <strong>Dietrich Hinkefuß</strong> geführt, ehe der unnachahmliche <strong>Axel Nawrocki</strong> (CDU) die Olympiaträume vollstreckte, d.h. den Karren routiniert gegen die Wand steuerte.</li>
<li><strong>Dirk Thärichen</strong> schaffte es im Jahr 2003 kein halbes Jahr an der Spitze der Leipziger Olympia GmbH &#8211; und an der Seite des Co-Geschäftsführers (von NOK-Gnaden) <strong>Mike de Vries</strong> &#8211; bis zu seiner Beurlaubung<strong> </strong>(zuvor war er auch in der nationalen Bewerberphase Geschäftsführer gewesen).</li>
</ol>
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		<title>Goldener Plan für München 2018: Mal eben 1,5 Millionen Euro mehr aus Steuermitteln &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 12:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Für zwischendurch: Sportpolitik, ganz praktisch erklärt von Fachleuten. Es lohnt sich, knapp elf Minuten des Auftritts von Thomas de Maizière (CDU) vergangene Woche in der Haushaltsberatung im Bundestag anzuschauen. Ab etwa 10:05 min geht es um Sport. Dabei auch um jene 1,5 Millionen Euro, die Sportausschuss und Haushaltsausschuss des Bundestages zuvor bereits als so genanntes &#8220;Kulturprogramm der alpinen Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen&#8221; genehmigten. Diese 1,5 Millionen Euro sind astreine Olympiawerbung &#8211; sie tauchen im Etat der Münchner Bewerber GmbH für die Olympischen Winterspiele 2018 aber natürlich nicht auf. So wie viele andere Summen aus öffentlichen Kassen in diesem Etat nicht auftauchen.</p>
<p><object id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><param name="menu" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=540154$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" /><param name="src" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><embed id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="255" src="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" flashvars="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=540154$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" allowfullscreen="true" scalemode="showall" allowscriptaccess="always" swliveconnect="true" wmode="opaque" quality="high" menu="true" data="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf"></embed></object></p>
<p>Der Bundesinnenminister sagt (<a title="Protokoll der 31. Sitzung, 17. Leg-Periode" href="http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/plenarprotokolle/17031.pdf" target="_blank">das Protokoll</a> weicht immer ein bisschen vom tatsächlich Gesagten ab):</p>
<blockquote><p>Ich sage Ihnen Folgendes – das habe ich auch schon im Ausschuss gesagt –, wenn das irgendeine Ski-WM – die Garmischer mögen mir verzeihen – in irgendeinem Jahr gewesen wäre, hätte ich gesagt: Sie brauchen kein Geld für ein Kulturprogramm. Es gibt viele Weltmeisterschaften in Deutschland. Auch bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in unserem Land haben wir, die Bundesregierung und der DFB, auf ein Kulturprogramm verzichtet.</p>
<p>(Dagmar Freitag [SPD]: Sie wollten 6 Millionen bereitstellen!)</p>
<p><strong>Aber die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen findet im Winter 2011 statt. Im Sommer 2011 entscheidet das Olympische Komitee, ob die Olympischen Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und Umgebung stattfinden. Deswegen, ich sage: und nur deswegen, weil die Veranstaltung exakt dort stattfindet, wo wir uns um die Olympischen Spiele bewerben, sind in diesem Fall diese Mittel gerechtfertigt und gut</strong>, begründen aber keinen Anspruch darauf, dass in Zukunft auch alle anderen Weltmeisterschaften teure Kulturprogramme bekommen. Das ist meine Antwort auf Ihre Frage.</p>
<p>(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)</p>
<p>Ich wünsche mir, dass es uns bei allem innenpolitischen Streit, den wir haben – da wende ich mich insbesondere auch an die Grünen –,</p>
<p>(Dr. Dieter Wiefelspütz [SPD]: Die haben von Sport keine Ahnung!)</p>
<p>auf Regionalebene, nicht auf Bundesebene, gelingt, in einer erstklassigen Weise professionell, finanziell und in der Art, wie wir uns um diese Olympischen Spiele bewerben, alles daranzusetzen, was vertretbar ist, um im Juli 2011 die Nachricht entgegennehmen können: Die Olympischen Spiele 2018 finden in Deutschland, in München, Garmisch-Partenkirchen und Umgebung, statt. Das wünsche ich mir. Im Übrigen wünsche ich mir bei allem Streit, dass wir in diesem Haus in dieser Frage einen Konsens erzielen.</p></blockquote>
<p>Offiziell ist es ja so, ich darf das ungern wiederholen und schließe damit kurz an den <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Beitrag über GmbH-Chef-Geschäftsführer Willy Bogner und seine abenteuerliche Argumentation jenseits der Wahrheit</a> an: 30 Millionen sollte angeblich der Bewerber-Etat bis zur IOC-Entscheidung im Juli 2011 betragen. 30 Millionen, die ausschließlich aus der Privatwirtschaft akquiriert werden sollten. So wurde versprochen.</p>
<p>Dass von derlei Postulaten nichts zu halten ist, habe ich oft genug nachgewiesen.</p>
<p>Fakt ist: Deutsche Bewerbungen wurden noch immer vor allem mit öffentlichen Mitteln betrieben. Zuletzt &#8211; Berchtesgaden 1986, Berlin 2000, Leipzig 2012 &#8211; wurden stets in katastrophaler Weise Steuermittel verpulvert, Akten vernichtet, teilweise Millionenaufträge nicht ausgeschrieben etc. pp. Das ist deutsche olympische Kontinuität.</p>
<p>Für München 2018 liegt kein öffentlich einsehbarer Bewerber-Etat vor. Dieser müsste korrekter Weise, doch so weit wird es nie kommen, eigentlich jene 1,5 Millionen für das putzige &#8220;Kulturprogramm&#8221;, die der Bundestag nun absegnete, und etliche andere öffentliche Leistungen enthalten. Aber im olympischen Selbstbedienungsladen, den Sport und Politik da betreiben, kümmert das niemanden.</p>
<p>Seit vergangener Woche ist klar, dass im Bewerberetat (ich wiederhole: der viele andere öffentliche Millionen nicht führt, die man mit gesundem Menschenverstand getrost dazu rechnen darf) noch 10 Millionen Euro fehlen. Mindestens zehn Millionen. Man weiß es nicht genau. Denn der Plan ist nicht öffentlich, wie vieles andere auch. Präzise betrachtet weiß man nicht mal genau, ob überhaupt ein sauberer Etat existiert, oder ob es so zugeht wie zuletzt in Berlin und Leipzig.</p>
<p>Münchens OB Christian Ude (SPD) <a title="Behauptungen von Münchens OB Christian Ude zur Olympiafinanzierung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antwort-Ude.pdf" target="_blank">behauptete auf parlamentarische Anfrage ja nur</a>:</p>
<blockquote><p>Rund zwei Drittel der avisierten 30 Mio. Euro vom geplanten Bewerbungsbudget konnten mittels Sponsoren eingeworben werden.</p>
<p>Die Deckungslücke am geplanten Gesamtbudget beträgt derzeit ein Drittel der avisierten 30 Mio. Euro.</p></blockquote>
<p>Dies übrigens lässt sich auch so interpretieren, als würden gar keine Steuermittel in die Bewerbung fließen. Aber so würde das der Herr Ude sicher nie formulieren, oder?</p>
<p>Ich meine, Bund, Land und Kommunen sind doch auch irgendwie Sponsoren. Sponsoren sind wir alle, wenigstens ein bisschen. Insofern stimmt das bestimmt ganz sehr, was Ude da behauptet &#8211; ohne es zu belegen.</p>
<p>In Garmisch-Partenkirchen aber machen sich Gemeindevertreter bereits Sorgen (ich hatte das kurz erwähnt), dass sie wegen der Unterdeckung im Bewerber-Etat weitere öffentliche Mittel aus einer hochverschuldeten Kommune für die GmbH aufbringen müssen:</p>
<blockquote><p>Unabhängig davon beantragt die CSU-Fraktion die Mitglieder des Marktgemeinderates umgehend in öffentlicher Sitzung über die finanzielle Situation der Bewerbergesellschaft aufzuklären.</p>
<p>Wie der heutigen Presse zu entnehmen ist, fehlen noch über 10 Mio. Euro im Bewerbungsbudget, für die im schlimmsten Fall der Markt mit einer Haftungsquote von 16,22% aufkommen muss.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass der Markt im Haushalt 2010 ein Darlehen über Euro 450.000.— für die Bewerbungsgesellschaft eingestellt hat.</p></blockquote>
<p>Vielleicht sollten sie einfach mal bei Thomas de Maizière und den Bundestags-Haushältern nachfragen. Die werden das schon richten.</p>
<p>De Maizière hat sich im Bundestag dagegen verwahrt, einen Zusammenhang zwischen den 1,5 Millionen für die Olympiawerbung bei der Ski-WM (&#8220;Kulturprogramm&#8221; für IOC-Mitglieder) und der Streichung des <strong>Goldenen Plans Ost</strong> herzustellen.</p>
<p>Der Bündnisgrüne Stephan Kühn sagt dazu in der oben verlinkten Bundestags-Debatte:</p>
<blockquote><p>Ich möchte gleich an die Themen Goldener Plan Ost und Ski-WM anknüpfen. Ich sage das einmal aus haushalterischer Sicht: Sie haben einen investiven Haushaltstitel gestrichen und dafür einen konsumtiven Haushaltstitel aufgesetzt.</p>
<p>(Beifall des Abg. Dr. Peter Danckert [SPD])</p>
<p>Wenn die Veranstaltung in Garmisch so lukrativ ist – übrigens so lukrativ, dass dort in umfangreicher Form Bergwald gerodet wurde –, verstehe ich nicht, warum sich nicht ausreichend Sponsoren finden lassen, um das Kulturprogramm für diese Veranstaltung zu finanzieren.</p>
<p>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</p>
<p>Es ist natürlich richtig, dass der Breitensport eine Angelegenheit der Kommunen ist. Wenn aber die schwarz- gelbe Bundesregierung den Kommunen jeden finanziellen Spielraum, um überhaupt in ihre Sportstätten investieren zu können, raubt, dann ist das keine gute Voraussetzung und schafft auch keine guten Bedingungen für spätere Entwicklungen im Bereich des Spitzensports. So viel dazu.</p></blockquote>
<p>Zu diesem Thema habe ich kürzlich u.a. für die Berliner Zeitung (<a title="BLZ vom 10. März 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0310/sport/0007/index.html" target="_blank">&#8220;Dem Spitzensport geopfert&#8221;</a>) geschrieben. Allein schon der von de Maizière ja völlig zurecht erwähnte Symbolgehalt dieses Goldenen Plans ist es mir wert, den Beitrag einzustellen. In Memoriam sozusagen:</p>
<p><span id="more-7456"></span>BERLIN. Er ruhe in Frieden. Zwei Jahrzehnte war debattiert worden über den Goldenen Plan Ost, das Sportstättenförderprogramm für die ostdeutschen Bundesländer. Nun wurden die Reste dieses Plans vom Haushaltsausschuss des Bundestages überraschend gestrichen – und kaum jemand im Sport hat es bemerkt. Auf dem Kommunalpolitikkongress des DOSB am vergangenen Wochenende in München war der Abschied vom Goldenen Plan Ost (GPO) jedenfalls kein Thema.</p>
<p>Den GPO hatte der Deutsche Sport-Bund Anfang der neunziger Jahre unter seinem Präsidenten Hans Hansen ersonnen, um die Sport-Infrastruktur von Ost und West anzugleichen. Der GPO mit seinen Forderungen nach dutzenden Milliarden Euro war stets eine Illusion, voller Symbolgehalt, politisch umstritten. 1999 wurde unter der rot-grünen Bundesregierung tatsächlich ein Posten in den Bundesetat eingestellt, der zuletzt auf zwei Millionen Euro jährlich gesunken war.</p>
<p>Die Förderung des Breitensports gehört eigentlich nicht zu den Kernaufgaben des Bundes. Dennoch hat das BMI seit 1999 insgesamt 71 Millionen Euro für den GPO aufgebracht – zusammen mit den Mitteln von Ländern und Kommunen (auch von Vereinen) wurden für mehr als 400 Millionen Euro 528 Objekte im Osten realisiert. Das ist nicht wenig. Im Vergleich zu jenen Mitteln, die aus verschiedenen Töpfen (Bund, Länder, Gemeinden, EU) in teil abstruse Vorzeigeobjekte des Hochleistungssports geflossen sind, etwa in überdimensionierte Skisprunganlagen oder einen Skilanglauftunnel, ist das allerdings eine bescheidene Summe. Allein für die beiden ostdeutschen Stadien der Fußball-WM in Berlin und Leipzig, deren Unterhalt weiter viele Millionen Steuermittel verschlingt, hat der Bund 250 Millionen Euro überwiesen.</p>
<p>Das BMI teilte mir übrigens mit:</p>
<blockquote><p><strong>Beitrag zu einer Presseanfrage von Herrn Jens Weinreich</strong></p>
<p><strong></strong>Mit dem „Goldenen Plan Ost“ förderte der Bund von 1999 bis einschließlich 2009 mit den Neubau, die Erweiterung und den Umbau von so genannten Sportstätten der Grundversorgung (Sportplätze, Sporthallen, Schwimmbäder) in den östlichen Ländern und im ehemaligen Ostteil von Berlin. Die Zuwendungen betrugen insgesamt 71 Mio. €. Durch ergänzende Mittel der Länder, Kommunen und Vereine konnten Gesamtinvestitionen von über 400 Mio. € sichergestellt und 528 Einzelmaßnahmen auf den Weg gebracht werden.</p>
<p>Die Verteilung der Bundesmittel erfolgte entsprechend dem Verhältnis der Einwohnerzahlen der neuen Länder und des ehemaligen Ostteils von Berlin. Danach entfielen auf</p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td colspan="2" width="316" valign="top">Bundesanteil in Mio. €</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Berlin (Ost)</td>
<td width="134" valign="top">5,9</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Brandenburg</td>
<td width="134" valign="top">12,0</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Mecklenburg-Vorpommern</td>
<td width="134" valign="top">8,3</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Sachsen</td>
<td width="134" valign="top">21,0</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Sachsen-Anhalt</td>
<td width="134" valign="top">12,4</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Thüringen</td>
<td width="134" valign="top">11,4</td>
</tr>
<tr>
<td width="183" valign="top">Gesamt</td>
<td width="134" valign="top">71,0</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Das Programm konnte in vielen Fällen helfen, die Sportstätteninfrastruktur in den östlichen Ländern effektiv und dauerhaft an die in den westlichen Bundesländern anzugleichen. Der Goldene Plan Ost war eine zusätzliche Leistung des Bundes, da die Förderung von Sportstättenbaumaßnahmen für den Breitensport nach der Zuständigkeitsverteilung des Grundgesetzes grundsätzlich eine Angelegenheit der Länder ist. Ein Anspruch auf eine Verstetigung des Programms besteht nicht.</p>
<p>Es ist davon auszugehen, dass der Wegfall des Goldenen Plans Ost“ keine bedeutsamen Auswirkungen haben wird, da nach Mitteilung der Länder in den nächsten zwei Jahren ca. 600 Mio. € für Sportstätten des Spitzen- und Breitensportes aus dem Konjunkturpaket II verwendet werden.</p></blockquote>
<p>Vergangenen Freitag schaffte der Haushaltsausschuss mit den Koalitionsstimmen von CDU und FDP den Goldenen Plan ersatzlos ab. In derselben Sitzung wurde jedoch ein Bundeszuschuss für das so genannte Kulturprogramm zur Alpinen Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen in Höhe von 1,5 Millionen Euro genehmigt (dies war zuvor im Sportausschuss kollektiv so beschlossen worden). Dies darf als verkappte Unterstützung der Olympiabewerbung 2018 und als politisches Signal gewertet werden: Die Spitzensportförderung wird erhöht, Mittel für den Breitensport werden gestrichen.</p>
<p>Dazu schrieb Timot Szent-Ivanyi in der <a title="BLZ vom 6. März 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0306/politik/0022/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a>:</p>
<blockquote><p>Norbert Barthle ist Skilehrer, Vorsitzender des Deutschen Verbandes des Skilehrwesens und Präsident des Internationalen Verbandes der Schneesportinstruktoren. Das bräuchte einen Flachländer in Berlin eigentlich nicht sonderlich interessieren. Doch <a title="stern.de: Geldregen für Seehofers Milchbauern" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/haushalt-2010-geldregen-fuer-seehofers-milchbauern-1548584.html" target="_blank">Norbert</a> <a title="stern.de: Die Macht der Schwaben-Mafia" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/berlin-vertraulich-die-macht-der-schwabenmafia-1530945.html" target="_blank">Barthle</a> ist außerdem haushaltspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion und damit ein ziemlich wichtiger Mann in der schwarz-gelben Koalition.</p>
<p>Nicht einmal die Opposition hat etwas dagegen, dass der CDU-Politiker Skilehrer und Haushälter ist. Gestern ist jedoch etwas passiert, was die Opposition als neuen Beleg für eine Klientelpolitik der Koalition betrachtet: In den parlamentarischen Schlussberatungen über den Haushalt 2010, der sogenannten Bereinigungssitzung, beantragte die Koalition, die Bundeszuschüsse für das Förderprogramm für ostdeutsche Sportstätten (&#8220;Goldener Plan Ost&#8221;) in Höhe von zwei Millionen Euro zu streichen.</p>
<p>Gleichzeitig wurde im Etat des für den Sport zuständigen Innenministeriums ein neuer Titel mit der Nummer 6820-324 und der Bezeichnung &#8220;Bundeszuschuss für Kulturprogramm zur Ski-WM 2011&#8243; beantragt. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro. Da Union und FDP die Mehrheit haben, wurde das Ganze dann auch umgehend im Haushaltsausschuss beschlossen. Für Etatexpertin Gesine Lötzsch von der Linkspartei ist die Sache klar: Das sei nicht nur Klientelpolitik, sondern sogar Selbstbedienung. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Norbert Barthle verteidigt sich im Video ab 15:48 min in Form von drei Fragen an den Bundesinnenminister. Auch selten:</p>
<p><object id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><param name="menu" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=540154$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" /><param name="src" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><embed id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="255" src="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" flashvars="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=540154$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" allowfullscreen="true" scalemode="showall" allowscriptaccess="always" swliveconnect="true" wmode="opaque" quality="high" menu="true" data="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf"></embed></object></p>
<p>Der Bund habe sich „im Zuge der zwingend notwendigen Einsparungen auf seine Pflichtaufgaben besinnen müssen“, teilt mir FDP-Sportsprecher Joachim Günther auf Anfrage mit. Unions-Sportsprecher Klaus Riegert lässt dieselben Fragen unbeantwortet. In seiner Zeit als Oppositionspolitiker zählte Riegert zu den Unterstützern des Goldenen Plans. So kritisierte er einst die rot-grüne Bundesregierung wegen der Finanzierung der Eröffnungsfeier der Fußball-WM 2006: „Feudales Feiern ist Rot-Grün wichtiger als Sportstätten in den neuen Ländern.“</p>
<p>Das war stets ein Problem des Goldenen Plans: Er wurde von allen Seiten für Parteipolitik missbraucht. Wenig überraschend erklärt die SPD-Fraktion nach der Entscheidung des Haushaltsausschusses, die Sportentwicklung in Ostdeutschland sei gefährdet: „Die schwarz-gelbe Koalition hinterlässt auf den Sportanlagen in den neuen Ländern verbrannte Erde und versenkt ad-hoc ein erfolgreiches Programm.“</p>
<p>Dagegen argumentiert das CDU-geführte BMI, der Wegfall des Goldenen Plans habe „keine bedeutsamen Auswirkungen“, da die Länder 2010/2011 etwa 600 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II für Sportstättenbau erhalten. „Der Goldene Plan war eine zusätzliche Leistung des Bundes: Anspruch auf eine Verstetigung des Programms besteht nicht.“</p>
<blockquote><p>Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch ein elend alter anderer Artikel von mir (<a title="BLZ vom 6. Oktober 1999" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/1006/sport/0020/index.html" target="_blank">&#8220;Überraschung durch Statistiker&#8221;</a>), den ich gerade wieder gefunden habe und in dem aufgezeigt wird, dass schon in den neunziger Jahren aus dem Investitionsförderungsgesetz Aufbau Ost binnen kurzer Zeit mal eben 600 Millionen Euro in den Sportstättenbau flossen.</p></blockquote>
<p>Der DOSB hatte seine Mitglieder angehalten, sich exzessiv um Förderung aus dem Konjunkturpaket II zu bewerben, das vor allem für Bildungseinrichtungen und damit für Schul- und Breitensportanlagen vorgesehen ist. Dennoch wurden gerade im Osten im Rahmen des Konjunkturpakets etliche umstrittene Anlagen des Hochleistungssports genehmigt. Wie so oft in der Sportförderung – und in fast allen ostdeutschen Landssportbünden – offenbarten sich fragwürdige Systeme von Schattenwirtschaft und Klientelpolitik, nicht nur bei SPD-Ministern in Brandenburg, sondern auch in Sachsen-Anhalt: So musste sich Christoph Bergner (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im BMI, fragen lassen, warum ausgerechnet eine für seinen Verein SV Halle vorgesehene Schwimmhalle aus dem Konjunkturpaket finanziert wird.</p>
<p>Auch vor derlei Hintergründen erklärt Winfried Hermann, Sportsprecher der Bündnisgrünen, die Streichung des Goldenen Plans sei „nicht ganz so bedauerlich“. Der Plan sei zu oft unterlaufen worden: Es wurden weniger Projekt mit Modellcharakter finanziert, etwa in sozialen Brennpunkten oder mit dem Fokus auf ökologische Aspekte, Stattdessen wurden herkömmliche Sportanlagen gebaut, was Aufgabe der Kommunen sei.</p>
<p>Der DOSB propagierte auf seinem Kommunalpolitik-Kongress in München gerade die Abkehr von starren Formen der Finanzierung hin zu bedarfsgerechter Planung, wie Teilnehmer berichten. Was das heißt, soll eine Ad-hoc-Kommission formulieren. Vorerst darf als Faustformel gelten: Bedarfsgerecht ist, was den Sportpolitikern in den Kram passt. Der Goldene Plan ist es nicht mehr.</p>

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		<title>München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der <a title="München 2018.org" href="http://www.muenchen2018.org/ueber+uns/team/index.html" target="_blank">Bewerber GmbH</a> für die Olympischen Winterspiele 2018, verbreitet <span style="text-decoration: line-through;">beständig</span> wiederholt Unwahrheiten über die Olympiafinanzierung. Er sagte, zum Beispiel, gestern im Tagesgespräch im Radiosender Bayern 2 (<a title="Bayern 2, Tagesgespräch" href="http://www.br-online.de/bayern2/tagesgespraech/tagesgespraech-olympia-2018-willy-bogner-ID126866027883.xml" target="_blank">&#8220;Sollen die Winterspiele nach Bayern?&#8221;</a>) auf die Frage &#8220;Also, was kost&#8217; die Gaudi denn?&#8221;:</p>
<blockquote><p><strong>Diese Kosten, also das so genannte Organisationskomitee-Budget, das den Löwenanteil der Kosten ausmacht, wird uns vom IOC erstattet. Das heißt, das müssen die Gemeinden und die Bürger nicht bezahlen, sondern das bekommt man bezahlt durch die Fernsehrechte, die das IOC weltweit einnimmt. </strong></p>
<p><strong></strong>Das einzige, was übrig bleibt, sind Infrastrukturmaßnahmen, sagen wir Verkehrsprojekte, die wir aber sowieso bezahlen müssten und die durch die Olympischen Spiele beschleunigt werden. (&#8230;) Also, es ist wirklich kein großes finanzielles Risiko für die Gemeinden und die Bürger des Staates, diese Olympischen Spiele durchzuführen.</p></blockquote>
<p>Dazu in aller Kürze einige Richtigstellungen, nur einige. <em>(Ich hole gar nicht die große Keule raus und erinnere daran, dass in Brasilien gerade die Austragung der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 akut gefährdet sind, weil natürlich zu viel versprochen und vielleicht auch kolossal gelogen wurde. Wenn Willy Bogner mag, kann ich ihm die Zusammenhänge gern mal erklären.)</em></p>
<ul>
<li>Das so genannte Organisationskomitee-Budget (OCOG-Budget) macht nie den Löwenanteil aller Kosten aus, schon deshalb nicht, weil das so genannte Infrastruktur-Budget (Non-OCOG-Budget) stets größer ist, als das Organisations-Budget.</li>
<li>Die Gemeinden und Bürger zahlen indirekt über etliche Kanäle natürlich auch Teile des OCOG-Budgets.<em> (Das war selbst bei der Fußball-WM 2006 so, als das Organisations-Budget nur gedeckt werden konnte, weil staatliche und halbstaatliche Sponsoren sich auf höchste politische Order hin engagierten.)</em></li>
<li>Das OCOG-Budget wurde, wird und wird auch künftig niemandem, auch nicht potenziellen Olympia-Ausrichtern in Bayern, &#8220;vom IOC erstattet&#8221;. Einmal mehr verweise ich &#8211; zum Vergleich &#8211; auf das <a title="VANOC budget January 2010" href="http://www.vancouver2010.com/dl/00/08/78/2009budgetsummary_30d-Xu.pdf" target="_blank">aktuelle Budget</a> der Winterspiele 2010 in Vancouver.</li>
<li>Nicht alle Infrastrukturmaßnahmen, die Teil von Olympiaplanungen sind, sind a) unbedingt nötig für das Gemeinwesen und müssten deshalb b) auch nicht &#8220;sowieso&#8221; bezahlt werden. Das ist in München nicht anders als etwa vor sechs Jahren bei der Olympiabewerbung von Leipzig (da war es nur extremer).</li>
</ul>
<p>Willy Bogner erzählt diesen Nonsens ja nicht zum ersten Mal. Weshalb ich frage:</p>
<ul>
<li><strong>Lügt Willy Bogner oder weiß er es einfach nicht besser?</strong></li>
</ul>
<p>Wenn er es nicht besser weiß, dann würde &#8211; wie ich finde &#8211; dieses Nichtwissen nicht davor schützen,</p>
<ul>
<li>a) Kritik einzustecken,</li>
<li>b) Kritik anzunehmen,</li>
<li>c) sich an der Wahrheit zu orientieren und also</li>
<li>d) die Angaben zu korrigieren, um</li>
<li>e) dem Bürger und Steuerzahler reinen Wein einzuschenken, oder gar</li>
<li>f) seinen Hut als Vorsitzender der Geschäftsführung zu nehmen. Wegen Inkompetenz und Lernunfähigkeit.</li>
</ul>
<p>Tut mir leid, dass ich so resolut argumentiere. Es ist halt keine Gaudi, sondern ein Grundproblem dieser deutschen Demokratie, ja, soweit gehe ich, denn im Prinzip wird Bogners Argumentation doch vom <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss zwischen Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">sportpolitischen</a> <a title="Bundestag zu München 2018: &quot;demokratiewidriger Striptease&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">Komplex</a> <a title="Copy and paste im Bundestag: die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">übernommen</a>.</p>
<p>Die Mär lautet: Olympia trägt sich quasi selbst.</p>
<p>Ich wiederhole: <strong>Es liegt weiterhin keine Kosten-Nutzen-Analyse auf dem Tisch.</strong></p>
<p>Die Steuerzahler werden &#8211; darf man das sagen? &#8211; verarscht.</p>
<p>Und es ist natürlich ärgerlich, wenn Bogner seinen Unsinn auf allen Kanälen landesweit immer wieder verbreiten kann. Ich stelle diese Frage ja auch vor dem Hintergrund, dass ich Bogner selbst auf seine inhaltlich falsche Argumentation hingewiesen habe. Der Mann ist aber ganz offensichtlich lernunfähig, lernunwillig &#8211; oder beides. Vor einigen Wochen habe ich aus Vancouver, nach einem halbstündigen Gespräch mit Bogner und eigenen Recherchen, <a title="Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft" href="http://jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/" target="_self">u.a. geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in „konstruktive Kritiker, die man überzeugen kann“ und „Fundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernünftig reden kann“. Im IOC sei man es gewohnt, „<a title="18 Gründe gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten“.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem Gespräch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der Realität orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Öffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<p><em>(<a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a>)</em></p>
<p>Er sagte, natürlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste. Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur Hälfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiß niemand, was aus Lausanne überwiesen werden könnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p></blockquote>
<p>Entschuldigung, wenn ich das so weitschweifig wiederhole.</p>
<p>Hier übrigens der BR2-Pocast mit der Bogner-Sendung. Interessant ist in der Tat, wie <em>Ralf</em> <a title="Kommentar von Ralf" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/#comment-22176" target="_self">gestern schon anmerkte</a>, dass die meisten Anrufer teilweise Fundamental-Kritik an der Bewerbung äußerten. Aber das nur am Rande.</p>
<p><a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_03/2010_03_18_13_54_57_podcasttagesgesprch18032010_a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Interessant auch, wie Bogner reagierte, als ihn der Salzburger Grüne und Olympia-Kritiker Willi Rehberg auf seine Falschaussagen aufmerksam machte (ab etwa Time Code -10:40):</p>
<blockquote><p>Nein. Selbstverständlich kriegt man einen bestimmten Betrag erstattet. und den kann man aufteilen dann auf die Projekte, wie man selber will. (&#8230;) Insofern können wir eigentlich sehr, ja, mit gutem Vertrauen in die Zahlen und in die Finanzierungsmöglichkeiten des IOC an das heran gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator wollte dann wissen: <strong>&#8220;Also, wo kommt die Milliarde her?&#8221;</strong></p>
<p>Bogner:</p>
<blockquote><p>Also das ist jetzt, das geht sehr in die Details. Man muss da wirklich drin sein, wo was her kommt, und die Ausgaben sind dieselben wie sie jetzt begriffen werden, sei es vom Staat oder eben woanders her, ist ja auch von Land zu Land verschieden, also das kann man nicht so ganz vergleichen. Aber wir sind absolut der Meinung, dass wir alles, oder fast alles, das kann man jetzt noch nicht so genau sagen, eben durch die  Leistungen des IOC abdecken werden, was wirklich Organisationskomitees-Kosten sind. (&#8230;) Es gibt da tausend Einflussfaktoren, da muss man wirklich ins Detail gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator fragt anschließend allen Ernstes, ob es &#8220;ein gutes Zeichen&#8221; sei, wenn ein Drittel der Bewerbungskosten noch nicht abgedeckt sind. Bogner antwortet, er sei &#8220;<a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &quot;offizielle Oppositionen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">erst einige Wochen dabei</a>&#8220;, sei aber &#8220;zuversichtlich, dass wir das Geld auftreiben können&#8221;.</p>
<p>Die Details, ja, die Details, von Land zu Land verschieden, ob nun vom Staat oder eben woanders her oder eben vom IOC. Man steckt eben nicht &#8230; drin!</p>
<p>Es ist erschreckend.</p>
<ul>
<li>Es gibt nach wie vor keinen Finanzplan für die Bewerbung, der öffentlich nachvollziehbar und somit überprüfbar wäre.</li>
<li>Es gibt nach wie vor, außer einigen dürren Angaben im so genannten Mini-Bidbook (Auszug unten), keine öffentlich überprüfbaren Angaben (detaillierte Angaben, nicht nur ein halbes Dutzend dürre Zahlen!) über das OCOG-Budget.</li>
<li>Es gibt nach wie vor (außer Zahlen zu wenigen Einzelprojekten, die sich ganz hinten im <a title="München 2018: Mini-Bidbook" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/mini+bid+book/index.html" target="_blank">Mini-Bidbook</a> verstecken, zum Beispiel S. 83, 85, 107) keinen öffentlich nachvollziehbaren Plan für den Non-OCOG-Etat.</li>
</ul>
<p>Ich bemühe mich, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">dies nur erneut als Transparenzbeweis</a> meiner Dauer-Recherche, seit Ewigkeiten um derlei Angaben. Vergeblich. Nicht einmal die verantwortlichen Lokalpolitiker erhalten derartige Angaben in Gänze, nicht einmal die gewählten &#8220;Volksvertreter&#8221; werden eingeweiht, ganz im Gegenteil, sie fühlen sich oft genug hintergangen.</p>
<p>Flink noch einige aktuelle Dokumente zum Thema:</p>
<p><strong><span id="more-7370"></span>1)</strong> Die Passage aus dem Mini-Bidbook, die beweist, dass derjenige, der das <a title="Willy goes to Lausanne ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/" target="_self">Mini-Bidbook gerade in Lausanne übergeben hat</a>, offenbar nicht weiß, was darin steht. Darin steht eben nicht, dass das IOC alle Kosten trägt. Darin wird, wie ich ständig erkläre, überhaupt keine Zahl genannt zu Überweisungen von IOC-Konten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7387" title="Auszug Mini-Bidbook München 2018, OCOG-&quot;Budget&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/bid-book-finanz-web1.gif" alt="" width="530" height="503" /></p>
<p><strong>2)</strong> Die politisch sicher korrekte, aber dennoch vor Arroganz der Macht nur so strotzende Antwort von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude auf eine wohlmeinende CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung. Oder besser: Da kaum Fakten genannt werden, da es keine öffentlich überprüfbaren Detailinformationen gibt (wie immer bei deutschen Olympiabewerbungen), sollte dieses Schriftstück besser nicht &#8220;Antwort&#8221; bezeichnet werden:</p>
<ul>
<li><a title="Antrag Josef Schmid (CSU) zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antrag-Josef-Schmid.pdf" target="_blank">Anfrage von CSU-Stadtrat Josef Schmid</a></li>
<li><a title="Antwort OB Christian Ude (SPD) auf CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antwort-Ude.pdf" target="_self">Antwort OB Ude (SPD)</a></li>
</ul>
<p><strong>3)</strong> Die jüngste <a title="Anfrage von Ludwig Hartmann (Grüne) im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Anfrage-Hartmann.pdf" target="_blank">Anfrage des Grünen-Abgeordneten Ludwig Hartmann</a> im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung</p>
<p><strong>4)</strong> Die CSU-Gemeinderatsfraktion in Garmisch-Partenkirchen hat dem 1. Bürgermeister Thomas Schmid gestern eine Anfrage zukommen lassen, in der es u.a. heißt:</p>
<blockquote><p>Unabhängig davon beantragt die CSU-Fraktion die Mitglieder des Marktgemeinderates umgehend in öffentlicher Sitzung über die finanzielle Situation der Bewerbergesellschaft aufzuklären.</p>
<p>Wie der heutigen Presse zu entnehmen ist, fehlen noch über 10 Mio. Euro im Bewerbungsbudget, für die im schlimmsten Fall der Markt mit einer Haftungsquote von 16,22% aufkommen muss.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass der Markt im Haushalt 2010 ein Darlehen über Euro 450.000.— für die Bewerbungsgesellschaft eingestellt hat.</p></blockquote>

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		<title>Willy goes to Lausanne &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 08:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Kein Grund zum Jubel und zu überschwänglichen Elogen. Heute ist bloß Einsendefrist für das so genannte Mini-Bidbook für die Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2018. Nichts weiter. Pyeongchang hat <a title="Yonhap-Meldung" href="http://english.yonhapnews.co.kr/culturesports/2010/03/10/59/0702000000AEN20100310004300315F.HTML" target="_blank">bereits abgegeben</a>, was Annecy macht, ist egal, und Münchens Vorzeige-Bewerber <strong><a title="Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/" target="_self">Willy Bogner</a></strong> will heute im IOC-Headquarter vorbei schauen. Den <a title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/2009/08/04/munchen-2018-der-weg-nach-durban/" target="_self">Zeitplan der Bewerbung</a> habe ich etliche Male veröffentlicht, den <a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks ..." href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">Entwurf des Mini-Bidbooks</a> auch. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Bidbook-Schreiber <a title="München vs. Pyeongchang: Spin doctors und andere Berater" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">George Hirthler</a> bessere Arbeit geliefert hat als jüngst beim Verbal-Unfall mit <a title="Vancouver, Tag 5: Olympia mit Christian, Björn und Heidi" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">Christian Ude</a> in Vancouver.</p>
<p>Was mich heute interessiert ist ohnehin nur: Legen die Olympiabewerber, legen die Alliierten in der Politik, endlich belastbares Zahlenmaterial vor. Und zwar komplett, nicht nur einige Ziffern: Wie sollen diese Spiele finanziert werden? Was bezahlt der Steuerbürger in der Bewerbung, im OCOG-Etat, im <a title="Finanzierung Olympischer Spiele ..." href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Non-OCOG-Etat</a>? Dass all die verkappten Subventionen genannt werden, wie etwa jüngst im Bundestag &#8211; als der <a title="Stern: Geldsegen für Seehofers Milchbauern" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/haushalt-2010-geldregen-fuer-seehofers-milchbauern-1548584.html" target="_blank">Haushaltsausschuss</a> den <a title="BLZ: Dem Spitzensport geopfert" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0310/sport/0007/index.html" target="_blank">Goldenen Plan Ost</a> für Breitensport-Sportstätten in den ostdeutschen Bundesländern strich und stattdessen 1,5 Millionen Euro für das &#8220;Kulturprogramm&#8221; der <a title="BLZ: Rekordschulden trotz eines Rekordabbaus" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0306/politik/0022/index.html" target="_blank">Alpinen Ski-WM 2011</a> in GaPa genehmigte -, darf ohnehin niemand erwarten. So transparent ist deutsche Politik nicht, deutsche Sportpolitik eben so wenig.</p>
<p>Und die <a title="Nolympia.de" href="http://www.nolympia.de/" target="_blank">Olympia</a>-<a title="Nolympia2018.de" href="http://www.nolympia2018.de/" target="_blank">Opposition</a> wächst und formiert sich, etliche aktuelle Meldungen <a title="Nolympia 2018 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">sind hier gesammelt</a>.</p>
<p>Es darf natürlich weiter abgestimmt werden:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><em>Nachtrag, 22.04 Uhr:</em> Willy in Lausanne.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-7342" title="Willy Bogner, Lausanne, 15. März 2010 - Foto: Bewerbungskomitee München 2018" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/bogner-lausanne.jpg" alt="" width="530" height="353" /><em>Foto © Bewerbungskomitee München 2018</em></p>
<p>Und hier noch drei Pressemeldungen im Original.</p>
<p>Das IOC sagt: <span id="more-7301"></span></p>
<blockquote><p><strong>2018 Applicant Cities submit Application Files to IOC</strong></p>
<p>The International Olympic Committee (IOC) today announced that all three cities applying to become candidates to host the XXIII Olympic Winter Games in 2018 have submitted their responses to the IOC Candidature Acceptance Procedure questionnaire.</p>
<p>Munich (Germany), Annecy (France) and PyeongChang (Republic of Korea) all had until 15 March to submit their files to the IOC headquarters in Lausanne, Switzerland.</p>
<p>The completed questionnaire provides the IOC with an overview of each Applicant City’s project and is the key element in the first phase of the procedure leading to the election of the host city of the Olympic Winter Games in 2018.</p>
<p>The responses will now be studied by an IOC-appointed working group and a report made to the IOC Executive Board. The Board will meet in June in Lausanne to decide which cities will be accepted as Candidate Cities.</p>
<p>The election of the 2018 host city will take place in Durban, South Africa, on 6 July 2011.</p>
<p>The IOC will not release any document at this stage of the procedure, but has informed Applicant Cities that they can make their responses public and post them on their websites if they so wish, as of 16 March.</p></blockquote>
<p>Das Bewerbungskomitee Pyeongchang 2018 gibt bekannt:</p>
<blockquote><p><strong>PyeongChang 2018 celebrates the submission of its Applicant City File to the International Olympic Committee</strong></p>
<p>15 March 2010, PyeongChang: The PyeongChang 2018 Olympic and Paralympic Winter Games Bid Committee today celebrated the submission of its Applicant City File to the International Olympic Committee (IOC) with a gathering of its most recently celebrated gold medallists from the Vancouver 2010 Winter Games.</p>
<p>Olympic champions Seung-hoon Lee, gold medallist in the men’s 10,000 metres; Sang-Hwa Lee, gold medallist in the women’s 500m; and Tae-Bum Mo, gold medallist in the men’s 500m gathered together at a local ice skating venue to demonstrate their support for the bid and celebrate the official submission of the technical file in Lausanne.</p>
<p>The PyeongChang 2018 Applicant File captures the city’s unique vision for the 2018 Olympic and Paralympic Winter Games, which the Bid Committee and its numerous athlete ambassadors look forward to sharing and bringing to life for the Olympic Family over the course of the campaign.</p>
<p>Seung-hoon Lee said: &#8220;Just a few weeks ago in Vancouver I realised my own sporting dream by becoming an Olympic Champion and experienced the profound joy of winning a gold medal for my country. The elation I felt after my Olympic success was then surpassed by the incredible reception I received from Korean people when I returned home and witnessed the inspiring effect of our Team’s success with young people across the country.</p>
<p>“The public&#8217;s committed and passionate support has inspired me to have a new Olympic dream, to help PyeongChang win the right to host the Winter Games in 2018 and welcome my fellow athletes from around the world to compete in my home country.&#8221;</p>
<p>On Wednesday 10 March 2010 the Bid Committee held an official signing ceremony to mark completion of the Applicant File which was attended by leading figures from PyeongChang 2018.</p>
<p>The IOC Executive Board will review and evaluate Applicant Files and announce the Candidate Cities for the 2018 Olympic and Paralympic Winter Games on 21 June 2010. The 2018 Host City will be announced at the IOC Session in Durban, South Africa on 6 July 2011.</p></blockquote>
<p>Das Bewerbungskomitee München 2018 postuliert:</p>
<blockquote><p><strong>München 2018 präsentiert Zwei-Park-Konzept im Mini Bid Book</strong></p>
<p><em>Das 116 Seiten starke Mini Bid Book eröffnet Vision der „Freundlichen Spiele“, Bewerbung baut auf Nachhaltigkeit und Deutschlands Wintersportbegeisterung</em></p>
<p>München, 15. März 2010 – Das erste Bewerbungsdokument, das sogenannte Mini Bid Book, macht deutlich, dass München 2018 für die Athleten zur ultimativen Olympia-Erfahrung werden soll. Willy Bogner hat am heutigen Montag das Mini Bid Book fristgerecht an das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne übergeben. München 2018 entwirft in seiner Bewerbung die Vision der „Freundlichen Spiele“ und präsentiert sich mit einem Zwei-Park-Konzept. Mit dem Ice Park in München und dem Snow Park in Garmisch-Partenkirchen würden 91 % aller Wettkämpfe in den beiden Parks stattfinden.</p>
<p>Um den eigenen Anforderungen an nachhaltige Spiele gerecht zu werden, wird die bestehende Infrastruktur in Sachen Sportstätten und Transport genutzt, so dass nur drei Sportstätten neu zu bauen wären. In seinem Eingangsstatement im Mini Bid Book erläutert Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): „Für die Olympische Bewegung birgt diese Bewerbung beispiellose Möglichkeiten olympischer Nachhaltigkeit und Innovation im Rahmen einer Vision der Freundlichen Spiele – für Sportler, Zuschauer, Sport und Umwelt.“</p>
<p>„Einer unserer großen Vorteile liegt im Kernstück unseres Konzeptes begründet“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung München 2018, Willy Bogner und ergänzt: „Mit dem Münchner Olympiapark haben wir ein wunderschönes, ausgereiftes Sport-, Kultur-, und Unterhaltungszentrum, das in der Welt seit 40 Jahren hoch geschätzt wird. Die sieben Sportstätten, die 1972 im Park gebaut wurden, werden noch immer intensiv genutzt. Allein im letzten Jahr fanden dort über 300 Veranstaltungen statt. Dies ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte Olympischer Nachhaltigkeit. München 2018 bietet die Möglichkeit, den Park in ein Zentrum für Winter- und Sommersport für die nächsten 40 Jahre umzugestalten. Dadurch würde für die Olympische Bewegung und den weltweiten Wintersport ein einzigartiges Erbe entstehen.“</p>
<p>Indem die Münchner Planer die Bewerbung für die Winterspiele 2018 auf das Olympische Erbe von 1972 – den Olympiapark – stützen und modernste Wettkampfstätten sowie neuen Anlagen in Garmisch-Partenkirchen und die Kunsteisbahn Königssee in das Konzept integrieren, entsteht ein hoher Komfort für die Athleten.</p>
<p>„Die Athleten werden alles, was zum Leben, Training, Wettkampf und zur Erholung notwendig ist, innerhalb weniger Minuten zu Fuß innerhalb des Olympischen Dorfes vorfinden“, erklärt Bogner.</p>
<p>Das Mini Bid Book stellt die Stärken der Münchner Bewerbung deutlich heraus:</p>
<ul>
<li>Die dokumentierte Unterstützung aller Regierungsebenen</li>
<li>Deutschlands Wintersportbegeisterung am Beispiel zahlreicher Sportevents</li>
<li>Die immer wieder unter Beweis gestellte Organisationsfähigkeit des Landes</li>
<li>Eine klare Vision, um jungen Menschen weltweit den Wintersport nahe zu bringen und zum Mitmachen zu bewegen</li>
<li>Münchens und Bayerns Erfahrung als Tourismusdestination mit hervorragenden Bedingungen für die Gäste und Fans</li>
</ul>
<p>Auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erklärt im Mini Bid Book: „Die Bewerbung Münchens um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 ist von nationaler Bedeutung und im Interesse Deutschlands, seiner Bundesländer, Städte und Gemeinden. Sie kann deshalb weiterhin auf die volle Unterstützung und Förderung der Bundesregierung zählen.“</p>
<p>Deutschlands mehrfach bewiesene Fähigkeit, Sportereignisse auf höchstem Niveau organisieren und ausrichten zu können, wird ebenso deutlich gemacht. Die Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen hat Deutschland weltweit den Ruf eines hervorragenden Organisators eingebracht. In Deutschland fanden bereits mehrfach Weltmeisterschaften statt wie die 12. IAAF Leichtathletik-WM 2009 und Mega-Events wie die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006TM. Deutschlands Enthusiasmus für den Wintersport wird ebenfalls im Mini Bid Book hervorgehoben und durch eine Aufstellung der Zuschauerzahlen bei Wintersportveranstaltungen untermauert. Die deutsche Bevölkerung zeigt jährlich eine hohe Wintersportbegeisterung, die sich im Kartenverkauf, in der Zahl der ausverkauften Wettkämpfe in allen olympischen Wintersportarten und in TV-Marktanteilen äußert. Als Land, das Wintersporttraditionen eindeutig pflegt, könnte Deutschland die Stadien bei jeder Veranstaltung und jedem Team mit fachkundigen und jubelnden Fans füllen.</p>
<p>Die Qualität der im Münchner Konzept enthaltenen Wettkampfstätten wird zusätzlich dadurch gesichert, dass Garmisch-Partenkirchen 2011 die FIS World Ski Championships beherbergt und auf der Kunsteisbahn Königssee 2011 die Bob- und Skeleton Weltmeisterschaften abgehalten werden. Beide Venues wurden in der Vorbereitung auf diese Großereignisse modernisiert, so dass sie bereits heute höchstem internationalem Niveau genügen.</p>
<p>Die Bewerbungsunterlagen erläutern außerdem Münchens Konzept um die Jugend der Welt zu erreichen: Aufbauend auf dem Erfolg der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006TM – einem nationalen und globalen Sportfest der Superlative – hat München für die Spiele einen Plan konzipiert, der mehr Teilnahmemöglichkeiten für Jugendliche durch ein Angebot von Wintersport- und Kulturveranstaltungen der Extraklasse schafft.</p>
<p>Das Bewerbungsdokument stellt darüber hinaus Münchens globale Bekanntheit in Sachen Tourismus, Sport, Kultur und Business dar. Rund 5 Millionen Besucher übernachten jährlich in München und nutzen den einzigartigen Mix aus historischer und moderner Architektur, Museen, Theater, Oper, Sport und Bildungseinrichtungen, hervorragenden Unterhaltungsangeboten, Einkaufsmöglichkeiten und kulinarischen Genüssen gepaart mit erstklassigem Service und unvergleichlicher Gastfreundlichkeit.</p>
<p>30 Prozent aller ausländischen Besucher Deutschlands reisen in den Freistaat Bayern, und 27 Millionen Gäste – das sind 77 Millionen Übernachtungen – besuchen die Dörfer und Ferienorte in den Alpen. Jedes Jahr im Herbst macht München in den internationalen Medien mit dem Oktoberfest auf sich aufmerksam, das mit 6 Millionen Besuchern zu den beliebtesten Jahresfesten der Welt gehört.</p>
<p>Das Bewerbungsdokument wurde am Freitag, den 12. März 2010, nach Lausanne gebracht und am 15. März 2010 von Willy Bogner beim IOC persönlich abgegeben.</p></blockquote>

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		<title>Wie DOSB und BMI den Bundestags-Sportausschuss narren</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/03/06/wie-dosb-und-bmi-den-bundestags-sportausschuss-verarschen/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 19:48:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachklapp zur Schein-Debatte im Bundestags-Sportausschuss, zum sportpolitischen Komplex und dem so genannten Antidopingbericht 2008. Zum Reinhören: Gerade hat Astrid Rawohl im Deutschlandfunk ein ausführliches Interview mit der DLV-Vizepräsidentin und Sportausschuss-Chefin im Bundestag geführt, mit Dagmar Freitag (SPD). Es ist in gewisser Weise ein Dokument der Hilflosigkeit, Frau Freitag muss mehrfach schwer schlucken. Wer aufmerksam zuhört, [...]]]></description>
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<p>Nachklapp zur Schein-Debatte im Bundestags-Sportausschuss, zum <a title="Der sportpolitische Komplex oder: Dopingmängel bei den Goldverbänden BSD und DESG" href="http://jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitischen Komplex</a> und dem so genannten <a title="Dopingbericht 2008: die 19 säumigen Verbände" href="http://jensweinreich.de/2010/03/04/dopingbericht-2008-die-19-saumigen-verbande/" target="_self">Antidopingbericht 2008</a>. Zum Reinhören: Gerade hat Astrid Rawohl im Deutschlandfunk ein ausführliches Interview mit der DLV-Vizepräsidentin und Sportausschuss-Chefin im Bundestag geführt, mit Dagmar Freitag (SPD). Es ist in gewisser Weise ein Dokument der Hilflosigkeit, Frau Freitag muss mehrfach schwer schlucken. Wer aufmerksam zuhört, dürfte die These der Überschrift bestätigt finden:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/03/06/dlf_20100306_1941_208411c5.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ich finde ja, demnächst sollte man sich mehr um jene kümmern, die <em>imho</em> ein bisschen Demokratie aushebeln &#8211; wie auch Dagmar Freitag eindrücklich beschrieben hat: Allen voran der Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner (CDU/SV Halle), die BMI-Sportabteilung, die FDP-Bundestagssportler um Joachim Günther und die CDU/CSU-Clique um Klaus Riegert (Schwäbischer Turnerbund) und Eberhard Gienger (DOSB-Vizepräsident) und natürlich DOSB-General Michael Vesper von den Bündnisgrünen.</p>
<p>Einige Informationen mehr zur traurigen Posse um den Antidopingbericht 2008 von Grit Hartmann im DLF:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/03/06/dlf_20100306_1937_60d3e4e9.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und hier jener Brief, den DOSB-General Vesper am 4. März an betroffene Verbände geschickt hat.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7225" title="Vesper Brief vom 4. März 2010, Seite 1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/vesper-brief-1.gif" alt="" width="530" height="750" /><br />
<span id="more-7219"></span><br />
<img class="aligncenter size-full wp-image-7226" title="Vesper Brief vom 4. März 2010, Seite 2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/vesper-brief-2.gif" alt="" width="530" height="498" /></p>
<p>Den Bericht des BVA reiche ich vielleicht noch nach. Ich müsste allerdings erst etliche Daten schwärzen oder weißen. Mal sehen. Mir geht es weniger um einzelne Namen, sondern vor allem um Strukturen.</p>

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		<title>Dopingbericht 2008: die 19 säumigen Verbände</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 14:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kurzer Nachtrag zum gestrigen Beitrag &#8220;Der sportpolitische Komplex &#8230;&#8221; und die Rückforderungen des BMI an 19 Sportverbände wegen Nichteinhaltung der Antidoping-Richtlinien. Mehr als diese zwei Seiten stellt das BMI der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Die Sport-Obleute der Fraktionen erhielten unter Hinweis auf Vertraulichkeit und Geheimhaltung 25 Seiten. Um es noch einmal festzuhalten: Der Antidopingbericht 2007 [...]]]></description>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2010%252F03%252F04%252Fdopingbericht-2008-die-19-saumigen-verbande%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2FcM3dCw%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Dopingbericht%202008%3A%20die%2019%20s%C3%A4umigen%20Verb%C3%A4nde%22%20%7D);"></div>
<p>Kurzer Nachtrag zum gestrigen Beitrag &#8220;<a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/comment-page-1/#comment-21192" target="_self">Der sportpolitische Komplex &#8230;</a>&#8221; und die Rückforderungen des BMI an 19 Sportverbände wegen Nichteinhaltung der Antidoping-Richtlinien.</p>
<p>Mehr als diese zwei Seiten stellt das BMI der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Die Sport-Obleute der Fraktionen erhielten unter Hinweis auf Vertraulichkeit und Geheimhaltung 25 Seiten. Um es noch einmal festzuhalten: Der Antidopingbericht 2007 ist nicht öffentlich. Der Antidopingbericht 2008 ist nicht öffentlich. Und der für 2009 wird es &#8230;</p>
<p>Die Auflistung der 19 Sünder, wobei man sagen muss, dass in der dritten Spalte von rechts eben nur die so genannte Sockelförderung genannt wird. Tatsächlich erhalten die meisten Verbände viel mehr Steuermittel, etwa für die Finanzierung ihres Leistungssportpersonals. Das prozentuale Volumen der Rückforderungen würde sich nach meiner Rechenweise also beträchtlich verkleinern. Ich bitte, die Qualität zu entschuldigen, habe keine Zeit, die Tabelle neu und feiner zu erstellen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7200" title="Dopingbericht 2008 - Übersicht der Sünder" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/s2-web.gif" alt="" width="530" height="318" /></p>
<p>Die vom BMI festgelegten Gattungen der Verstöße: <span id="more-7199"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7201" title="Dopingbericht 2008 - Gattungen der Verstöße" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/s1-web.gif" alt="" width="530" height="672" /></p>
<p>Lektüre dazu:</p>
<ul>
<li>Michael Reinsch in der FAZ: &#8220;<a title="FAZ" href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~ECACECF8347C04F9C9CBB90AB4E36E1E0~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Sanktionen gegen Sportverbände</a>&#8220;</li>
<li>Claudio Catuogno in der SZ: &#8220;<a title="SZ" href="http://www.sueddeutsche.de/p5K38N/3246264/Rueckforderungen-an-19-Verbaende.html" target="_blank">Rückforderungen an 19 Verbände</a>&#8220;</li>
<li>Peter Ahrens auf SpOn: &#8220;<a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,681574,00.html" target="_blank">Doping zum Après -Ski</a>&#8220;</li>
<li>Die <a title="BMI" href="http://www.bmi.bund.de/cln_183/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2010/ohneMarginalspalte/03/antidopingbericht.html" target="_blank">Pressemitteilung</a> des BMI</li>
</ul>
<p>Mein Beitrag im Deutschlandfunk von gestern Abend, wobei ich einen blöden Fehler gemacht und Squash auf die Schnelle den olympischen Status verpasst habe, wobei ich es eigentlich <a title="Olympias Programmreform ..." href="http://jensweinreich.de/2009/06/17/olympias-programmreform-transparent-fair-kristallklar/" target="_self">besser</a> <a title="Olympias Programm-Kosmetik" href="http://jensweinreich.de/2009/08/14/olympias-programm-kosmetik/" target="_self">weiß</a>:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/03/03/dlf_20100303_2256_27bbf917.mp3" target="_self">:</a></p>

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		<item>
		<title>Der sportpolitische Komplex oder: Dopingmängel bei den Goldverbänden BSD und DESG</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 02:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Moin, moin. <span style="text-decoration: line-through;">Bin noch auf der anderen Seite des Atlantiks &#8211; gerade von Seattle in Chicago gelandet,</span> über München geht&#8217;s in die Heimat &#8211; und kann deshalb nicht die Sportausschuss-Sitzung heute in Berlin verfolgen (und kann in diesem Beitrag auch nicht gewohnt oft verlinken). Ich sage das so ausführlich, damit mir Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) nicht Falsches behauptet. Schade eigentlich, dass ich nicht im Bundestag sein kann, denn ich glaube, es ist mal wieder an der Zeit, den Damen und Herren Volksvertretern auf die Finger zu schauen – und natürlich den Sport-Ministerialen des BMI. Die Meldung des Tages gibt es allerdings hier schon vorab, sie lautet:</p>
<p>Zu jenen Sportfachverbänden, die gemäß dem Antidopingbericht 2008 einen Teil ihrer Fördermittel (Steuermittel) zurückzahlen müssen, zählen zwei der gerade in Vancouver erfolgreichen Verbände:</p>
<ul>
<li>Der von Andreas Trautvetter (CDU) &#8211; ehemals thüringischer Landesminister und Hobbysänger, inzwischen mit einem gut dotierten Posten versorgt – geleitete <strong>Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD)</strong>.</li>
<li>Die <strong>Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG)</strong>, geführt von Funktionären wie Gerd Heinze, die im Fall Pechstein <a title="Fall Pechstein: &quot;Notlügen&quot; und andere offene Fragen" href="http://jensweinreich.de/2009/07/05/pechstein-heinze-co-lugen-und-andere-unwahrheiten/" target="_self">die Unwahrheit gesagt</a> und die Öffentlichkeit hinters Licht geführt haben.</li>
</ul>
<p>Nach meinen Informationen müssen auch mindestens drei olympische Sommersportverbände (Reiten, Rudern, Moderner Fünfkampf) Steuermittel zurückzahlen. Für den Fünfkampfverband könnte das Existenz bedrohend sein, heißt es in, nun ja, gut informierten Kreisen. Info am Rande: Die gemessen am Fördervolumen prozentual höchste Rückzahlung muss übrigens der Schachverband leisten: ein Sechstel der bescheidenen Förderung.</p>
<p>Man fragt sich: Wir schreiben das Jahr 2010, warum ist der Dopingbericht 2008 noch nicht abgefrühstückt? Und: Warum sind all diese Details nicht längst öffentlich – und zwar für jeden Steuerzahler online in Gänze abrufbar und überprüfbar?</p>
<ul>
<li>Unter anderem deshalb nicht, weil der sportpolitische Komplex so lange brauchte, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu verhandeln und die Probleme auf ein für alle verträgliches Niveau schrumpfen zu lassen.</li>
<li>Unter anderem deshalb, wie ich aus sicherer Quelle weiß, weil das BMI sowohl die Medaillengaranten BSD und DESG, als auch die gesamte deutsche Sportsoldaten-Kompanie in Vancouver nicht mit so dämlichen Fragen belasten wollte, warum eigentlich die Antidopingrichtlinien nicht in Gänze umgesetzt werden.</li>
<li>Oder darf man sagen: Der Bundesinnenminister und sein Ministerium haben alles ein bisschen verzögert, um das Gold richtig glänzen zu lassen?</li>
<li>Das hätte die Weihestunde des Sportsoldatentums und die Selbstbeweihräucherungen des DOSB (inklusive der Vancouver-Gäste Thomas de Maizière/CDU und Karl-Theodor von Guttenberg/CSU) doch etwas gestört.</li>
</ul>
<p><em>Nachtrag, 6. März:</em> Ach Gottchen, ich hätte das da oben gar nicht so kryptisch formulieren müssen. War keine böse Absicht, ich hatte tatsächlich &#8220;Informationen&#8221;, nur hatte ich jene Passage aus einem Interview mit Thomas de Maizière in der Süddeutschen Zeitung (Thomas Kistner, Claudio Catuogno) vom 13. Februar 2010 gar nicht gesehen &#8211; da sagt der Bundesinnenminister:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Es handelt sich in allen Fällen um formale Verstöße, die nichts mit Sportlerverhalten zu tun haben, etwa eine ungenügende Umsetzung der Anti-Doping-Klauseln in der Satzung. Deshalb habe ich entschieden, dass es nicht zu einer detaillierten Veröffentlichung vor Vancouver kommt: Weil ich jeden Vorwurf einer Beeinflussung der Spiele – so oder so rum – vermeiden will. Da ich das offen sage, kann mir nicht der Vorwurf gemacht werden, dass ich etwas vertuscht hätte. Wie gesagt: Sportler sind nicht betroffen, deshalb will ich ihnen auch nicht das Leben in Vancouver schwer machen. Ich spiele da mit offenen Karten. Aber niemand soll meine Milde im Verfahren mit mangelnder Härte in der Sache verwechseln. (&#8230;) Der Sport kämpft um seine Position, wie andere Zuwendungsempfänger auch. Aber die Entscheidung habe ich nicht auf Wunsch oder Druck des Sports getroffen, sondern vorher selbst.</p></blockquote>
<p>Habe ich mich verhört oder hat die DOSB-Führung zum Abschluss in Vancouver am vergangenen Sonnabend auf der Pressekonferenz ausdrücklich die angeblich untadeligen Deutschen gerühmt, die vorbildlich seien in der Dopingbekämpfung? Natürlich habe ich mich nicht verhört. Und in meinen Notizen von dieser Pressekonferenz habe ich geschrieben:</p>
<blockquote><p>“Das ist wieder einmal so eine Propagandanachricht. Es wird einfach etwas behauptet, was sich nicht beweisen und nicht nachprüfen lässt. Deutschland – Intransparenz – Entwicklungsland – vgl. Antidopingberichte.”</p></blockquote>
<p>So komische Notizen mache ich mir oft.</p>
<p>Das Problem mit diesem Antidopingbericht 2008 ist: Er ist bis heute nicht öffentlich. Er lag bis zu diesem Moment, die Sitzung findet am frühen Nachmittag statt, nicht jedem Abgeordneten vor. Er hätte schon vor Monaten der Öffentlichkeit vorgelegt werden müssen, finde nicht nur ich.</p>
<p><em>Nachtrag, 13.11 Uhr:</em> Bin gerade in München gelandet und finde eine Email von Gabriele Hermani aus dem BMI vor.</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Weinreich,</p>
<p>ich möchte Sie der guten Ordnung halber darauf hinweisen, dass es bewusste Haltung des Hauses war, VOR den Olympischen Winterspielen mit dieser Pressemitteilung zu informieren:</p>
<p>http://www.bmi.bund.de/cln_156/sid_46D3929D8640E2C2BEDB6566AE27E380/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/01/antidoping.html?nn=109632</p>
<p>NACH der Sportausschuss-Sitzung werden Sie mehr zum Thema auch unter:</p>
<p>www.bmi.bund.de finden.</p></blockquote>
<p>Das ist schön. Der Hinweis war gar nicht nötig, glaube ich. Denn sollte der Link bei jemandem funktionieren (bei mir nicht), dann geht es sicher zu der <a title="BMI" href="http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/01/antidoping.html?nn=109632" target="_blank">PM vom 27. Januar 2010,</a> die ich damals hier im Blog zeitnah komplett veröffentlichte, auf diesen Beitrag ist selbstverständlich auch in diesem Text verlinkt. Der guten Ordnung halber weise ich schließlich darauf hin, dass in der PM natürlich nichts von Gold-Verbänden aus Vancouver steht.</p>
<p>Ich wiederhole mich: In Transparenzfragen ist Deutschland ein Entwicklungsland. Am Beispiel des sportpolitischen Komplexes (BMI, Bundestags-Sportausschuss, DOSB, Fachverbände, Parteien etc) habe ich das oft genug nachgewiesen. Der Antidopingbericht 2008 zeigt das erneut. <em>Achtung, Kommentar:</em> Verschleierung statt Transparenz. Kumpanei statt Aufklärung. Parteipolitik statt Realpolitik. Persönliche Interessen statt Allgemeinwohl. Darum geht es.</p>
<p><span id="more-7183"></span>Mitte Dezember hatte ich nach einer Ausschuss-Sitzung u.a. geschrieben:</p>
<blockquote><p>Es war der erste Auftritt des neuen Bundesinnenministers im Sportausschuss des Parlaments. Thomas de Maizière (CDU) würzte seine Grundsatzausführungen zur Sportpolitik mit einigen spitzen Bemerkungen, die man im Bundestag eher selten hört. Als etwa Abgeordnete wissen wollten, ob der Bund künftig noch mehr Mittel zur Dopingbekämpfung bereit stellt, weil sich einige Verbände – allen voran der Deutsche Schwimmverband (DSV) – kaum noch in der Lage sehen, die Kosten zu schultern, konterte de Maizière trocken: „Ich sehe den Nachholbedarf nicht unbedingt beim Bund. Sie machen Sport und die Mittel für die Dopingbekämpfung trägt die öffentliche Hand? Das kann es nicht sein!“</p>
<p>Sicher, im Grundsatz wird sich auch unter einem neuen CDU-Sportminister kaum etwas ändern. Auch hatte de Maizière kürzlich bei der Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Düsseldorf einen äußerst schmusigen Auftritt hingelegt. Doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU) distanzierte er bei seinem ersten Auftritt im Sportausschuss durchaus ein wenig vom Sport und seinen im Parlament vertretenen Lobbyisten. Schäuble, der schon Mitte der 1970er Jahre selbst dem Sportausschuss angehörte, hatte noch kürzlich seine Zugehörigkeit zur „Sportfamilie“ betont und eine „Begrenztheit der politischen Auseinandersetzung im Sportausschuss“ diagnostiziert. De Maizière fehlt dieser Stallgeruch. Sollte er sich diese gewisse Distanziertheit erhalten, könnte es noch unterhaltsam und vielleicht sogar spannend werden in der sportpolitischen Auseinandersetzung.</p>
<p>Beiläufig kündigte de Maizière an, etliche Spitzenverbände könnten demnächst Rückzahlungsforderungen wegen Mängeln in der Dopingbekämpfung erwarten. Da horchten die Abgeordneten von CDU, SPD und FDP auf, die vor einem Jahr an gleicher Stelle noch vehement den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) verteidigt hatten, dem damals ein Stopp der Sportförderung drohte. Nach Recherchen dieser Zeitung müssen mehr als ein Dutzend Spitzenverbände mit einem Strafzoll rechnen. Die Sachverhalte sind bereits vom Bundesverwaltungsamt (BVA) geprüft. Die Verbände haben derzeit noch die Möglichkeit, ihre Argumente vorzubringen. Es sieht indes nicht danach aus, als sollten – wie üblich – alle davonkommen, ohne Bundesmittel zurückzuzahlen.</p>
<p>Bei der nächsten Ausschuss-Sitzung Mitte Januar 2010 wird das Thema behandelt. Minister de Maizière versprach, den kompletten Antidopingbericht, der das Olympiajahr 2008 umfasst und – wie üblich – sehr spät vorliegt, zur Verfügung zu stellen. „Die Luft brennt“, sagte Armin Baumert, Vorstand des Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), am Mittwoch im Parlamentsausschuss. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Wie konnte ich damals nur eine Sekunde lang glauben (oder eher: hoffen), es käme mal ein Sportminister daher, der sich gewissen <a title="&quot;We are family&quot;: Der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Usancen der großen Sportfamilie</a> verschlösse; der sich nicht von den Bürokraten – in diesem Fall in der BMI-Sportabteilung – und dem DOSB am Nasenring durch die Manage ziehen ließe?</p>
<p>Wie naiv von mir. Wie weltfremd. Wie dumm. Ich sagenhafter Trottel.</p>
<p>Gewiss hätte man argumentieren können, der Antidopingbericht 2008 müsste schnellstmöglich auf den Tisch und gehörte öffentlich ausgewertet. Ich habe das im Dezember der Sportausschuss-Chefin Dagmar Freitag (SPD/DLV-Vizepräsidentin) in einer kurzen, kontroversen Gespräch auch gesagt, kann man ja mal machen, eine Meinung sagen, wenn man sich unterhält mit Experten.</p>
<p>Natürlich beließ es Frau Freitag (SPD/DLV), bestimmt in totaldemokratischer, schlafwandlerischer Allianz mit allen Sport-Obleuten der Fraktionen, beim Sportausschuss-Termin im März. So sieht gewiss knallharte Oppositionsarbeit aus. Und so ließen sich doch die Olympischen Winterspiele in Vancouver viel ungestörter verfolgen. Frau Freitag (SPD/DLV) führte die Delegation es Sportausschusses in Kanada selbstverständlich an.</p>
<p>Das BMI also wurde vom Sportausschuss (der ja eigentlich so etwas wie ein Kontrollorgan sein soll, ich komme im Beitrag bestimmt oft darauf zurück) nicht groß behelligt.</p>
<p>Im Januar geruhte das BMI <a title="Antidopingberichte 2008 der deutschen Sportfachverbände" href="http://jensweinreich.de/2010/01/27/antidopingberichte-2007-der-deutschen-sportfachverbande/" target="_self">lediglich eine putzige Pressemeldung</a> zu verschicken (s.o., bestimmt wollte die BMI-Sprecherin darauf hinweisen).</p>
<p>Grit Hartman berichtete daraufhin im Deutschlandfunk:</p>
<blockquote><p>Etwa 200.000 Euro will das BMI von rund 19 der 60 Verbände zurückverlangen. Diese Information sandte Innenstaatssekretär Christoph Bergner per Presseverteiler aus – und mit der speiste er in vertraulicher Runde auch die Obleute des Sportausschusses ab. Details blieben Fehlanzeige. (&#8230;) Die Probleme kennt das BMI seit einem Jahr. Bei den brüskierten Abgeordneten hinterließ Bergner den Eindruck, ihm gehe es mehr um stille Bereinigung von Rechtsverstößen als um konsequente Ahndung.</p>
<p>Darauf deutet auch ein Bewertungskatalog des BMI, der dem Deutschlandfunk vorliegt. Unterschieden wird in einfache, mittlere und schwere Verstöße, zu ahnden mit Rückforderung von maximal 6, 13 und 20 Prozent der Fördersumme. Nur vier Vergehen gelten als schwer, zwei davon existieren in der Praxis nicht: dass der Code der Nationalen Anti-Doping-Agentur komplett nicht umgesetzt wird und dass ein Verband auf Trainingskontrollen verzichtet. Als schwere Delikte gilt zudem, wenn entweder Athleten oder ihre Betreuer nicht auf den Code verpflichtet wurden. Für den Verband, der das bei seinem Sportdirektor versäumt haben soll, sorgt das BMI aber vor: Spitzenpersonal zählt nicht zwingend zu Betreuern – weshalb das als „einfacher Verstoß“ durchgehen kann.</p>
<p>Eine weitere Bewertung erhält ihre Brisanz dadurch, dass die meisten Sünder anno 2008 bei Wettkampfkontrollen auffielen. Hat ein Verband die weggelassen, ist das lediglich ein mittelschweres Vergehen. In der NADA-Statistik mit den Kontrollen der Labore fehlen fünf Verbände: Reiten, Fünfkampf, Snowboard, Taekwondo und Curling. Sie werden wohl zur Kasse gebeten. Unklar ist der Umgang mit offenkundigen Missverhältnissen. So tat nur ein Verband, was der NADA-Code bei Dopingfällen erlaubt: Strafanzeige erstatten. Und 19 von 33 Spitzenverbänden veranlassten weniger Trainingskontrollen, als sie Athleten im Testpool hatten.</p></blockquote>
<p>Wobei man zum Thema der so genannten Antidopingberichte der Verbände, die dann von der NADA in einen großen Bericht zusammengefasst werden, nicht oft genug sagen kann, weil es so skandalös ist: Die Verbände geben Selbstauskünfte zu Fragen, ob sie den NADA-Code in allen Punkten umsetzen. Das wird nicht aktiv geprüft, d.h. theoretisch könnten die Verbände das Blaue vom Himmel herunter lügen, es würde nicht überprüft. Es soll ja vorgekommen sein, dass Verbände nicht die Wahrheit gesagt haben. Was sie allerdings als Selbstauskunft abgeben, das sammelt die NADA und macht dazu Notizen. Dann geht es zum DOSB und zum BMI. Und irgendwann, nachdem es zwischen der BMI-Sportabteilung, dem DOSB und den Verbänden debattiert worden ist, kommt auch das Bundesverwaltungsamt ins Spiel. Und dann geht es noch mal hin und her.</p>
<p>Bis am Ende, Abra Kadabra, ein erträgliches Resultat zusammen gezimmert wurde.</p>
<p>(Die genauen Abläufe schildert das BMI in oben verlinkter PM, ob ich das glauben darf, weiß ich nicht, ich denke, aus guten Gründen ist Skepsis angebracht. Die Abläufe sind auch dem nachfolgend verlinkten <a title="Sportausschuss Protokoll Dez 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/64.-Protokoll.pdf" target="_blank">Sportausschuss-Sitzungsprotokoll zum Antidopingbericht 2007</a> zu entnehmen – bitte mal studieren/<em>pdf, 1,2 MB, 94 Seiten</em>.)</p>
<p>Am Beispiel des “Berichts 2007”, der Ende 2008 <a title="Antidopingberichte der deutschen Sportfachverbände 2007" href="http://jensweinreich.de/?p=2342" target="_self">hier exklusiv veröffentlicht</a> wurde, kann man sich ein Bild davon machen. Ich empfehle zur Lektüre auch noch einmal das Wortprotokoll der Diskussion im Sportausschuss vom Dezember 2008 dazu. Damals, unter Peter Danckert (SPD/Reiterverband Berlin-Brandenburg), war zwar auch nicht alles tutti paletti, wahrlich nicht, aber es wurde etwas offener diskutiert als heute unter der Leichtathletik-Lobbyistin Dagmar Freitag (SPD/DLV-Vizepräsidentin).</p>
<p>Frau Freitag (SPD/DLV) und etlichen anderen – etwa ihrem gewesenen Koalitionspartner und nun heimlichen Sportausschuss-Chef Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) &#8211; hat die <a title="alle Beiträge zum Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?cat=440" target="_self">Berichterstattung über den Ausschuss</a> nicht gepasst, weder hier noch in anderen Medien wie Deutschlandfunk, Berliner Zeitung oder Süddeutscher Zeitung. Besonders hat ihnen <a title="Detlef Parr (FDP) sagt beim Abschied laut Servus" href="http://jensweinreich.de/2009/07/02/detlef-parr-fdp-sagt-beim-abschied-laut-servus/" target="_self">und anderen missfallen</a>, dass an dieser Stelle ihre Sportfunktionen gleichrangig zur Parteizugehörigkeit und politischen Funktionen aufgezählt werden, weil das ja wichtig ist, denn es handelt sich schließlich um Sport-Lobbyisten, die die vielfältigen Lebenssachverhalte aber natürlich stets voneinander trennen können.</p>
<p>Ihnen hat auch missfallen, wie ausführlich an dieser Stelle die Sportausschuss-Sitzungen dokumentiert worden sind. Es wäre ja noch schöner, sollte sich die Öffentlichkeit ein Bild vom Fleiß, von der Kompetenz der Abgeordneten machen können und darüber, ob diese hochdotierten Volksvertreter ihrer verfassungsgemäßen Rolle nachkommen, die nun mal vor allem darin besteht, ich übersetze das mal flink allgemeinverständlich, die Regierung und den Regierungsapparat zu kontrollieren und die sachgemäße Verwendung von Steuermitteln sicherzustellen.</p>
<p>Jedenfalls, Frau Freitag (SPD/DLV) und der Herr Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) und der Herr Gienger (CDU/DOSB-Vizepräsident Leistungssport) und andere haben offenbar sehr gegrübelt und sind schon im Herbst, als ich und einige Kollegen aus gutem Grunde in mehreren Beiträgen und Interviews gefragt haben, ob der Sportausschuss auch in der neuen Legislaturperiode weiter öffentlich tagt, auf die grandiose Idee gekommen, heiße Themen in die so genannten Obleute-Gespräche auszulagern.</p>
<p>Das war eine billige Nummer. Viel mehr ist von diesen Volksvertretern wohl nicht zu erwarten? Offiziell tagt der Ausschuss weiter öffentlich. Doch im Prinzip hatte man den Ausschuss und damit die Demokratie kastriert.</p>
<p>Das war übrigens ein Grund dafür, dass ich in letzter Zeit relativ selten über den Ausschuss berichtet habe (es gab aber auch etliche terminliche Überschneidungen). Ich lasse mich nicht gern verarschen, sorry, aber derbe Begriffe sind hier mal angebracht.</p>
<p>Ein Freund kommentierte die aktuellen Vorgänge soeben in einer Email:</p>
<blockquote><p>1. Es ist ein Skandal, was hier abläuft. Es findet nichts mehr in der Öffentlichkeit statt, sämtliche wichtigen Entscheidungen sind im stillen Kämmerlein ausgehandelt worden. Der Sportausschuss ist zum Alibi-Ausschuss verkommen, weil die Regierungsfraktionen im Zweifelsfall immer dem BMI/DOSB folgen werden und die Opposition zu wirksamer Oppositionspolitik nicht in der Lage ist.</p>
<p>2. Dagmar Freitag ist eben nicht mit Peter Danckert zu vergleichen, sondern Dagmar Freitag sitzt im Gebüsch, wenn es rundherum rumst und knallt. Ihr Maximum erreicht sie, wenn sie einen schönen Satz in irgendeinem Medium sagen darf, ansonsten ist sie hilflos bis zickig.</p>
<p>3. Die Obleute haben zugestimmt, dass der Anti-Doping-Bericht erst am 3. März &#8220;beraten&#8221; wird, obwohl de Maizière schon im Dezember zugesagt hatte, den Bericht schnellstmöglich an die Sportsprecher zu schicken. De Maizière ist ziemlich schnell eingefangen worden von seiner Sportabteilung und dem DOSB. Keiner schreit: &#8220;Skandal, de Maizière hat den Ausschuss verkohlt.&#8221;</p>
<p>4. Weiterer Inkompetenz-Höhepunkt: Alle Obleute haben zugestimmt, dass der Antidopingbericht 2008 erst nach den Haushaltsberatungen 2010 am 25. Februar im Sportausschuss stattfinden soll. Es hätte jedoch Sitzungsmöglichkeiten im Januar gegeben. Selbst wenn dies nicht möglich gewesen wäre, hätte die Opposition spätestens am 25. Februar einen Antrag auf vorsorgliche Sperrung der Gelder für 2010 stellen müssen.</p>
<p>5. Dieses Vorgehen bleibt deutlich hinter den Ergebnissen der Sitzung des Sportausschusses vom 17. Dezember 2008 zurück (Antidopingbericht 2007). Selbst von diesem bisschen Droh-Flüsterei ist heute nichts mehr übrig geblieben.</p>
<p>6. Eine Rückforderungssumme von max. 200.000 Euro für insgesamt 19 Verbände ist ein Skandal. Der Eishockeybund DEB hat 2008 wegen der fehlenden Implementierung des Anti-Doping-Codes (Fall Florian Busch) wohl allein schon 100.000 Euro aufgebrummt bekommen.</p>
<p>7. Wieso wurde denn der DOSB nicht geprüft (BMI-Olympia-Entsendungskosten Peking 2008)? Wieso wurden denn die OSP nicht geprüft (Arbeitsverträge mit Anti-Doping-Klauseln?)</p></blockquote>
<p>Oh ja, jedes Wort dieses Kommentars hätte von mir sein können. Fast alles (von auf den Moment bezogenen Aussagen mal abgesehen) musste in diesem Blog leider schon oft genug gesagt werden. Ich unterstreiche jeden Satz und kann gern noch Fragen anfügen. Obwohl: <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs des Sportausschusses" href="http://jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/" target="_self">Diesen so genannten “Sportpolitikern”, diesen “Volksvertretern” Fragen zu stellen, erübrigt sich fast. Die Mühe kann man sich (fast) sparen.</a> Es interessiert wenig. Und die Neuen sind &#8230;</p>
<ul>
<li>A) nach Monaten offenbar erschreckend inkompetent sind und haben kaum Ahnung von der Materie,</li>
<li>B) nehmen offenbar weder alle Ausschuss-Sitzungen noch die jeweiligen Sportsitzungen der Fraktionen wahr,</li>
<li>C) ziehen offenbar lieber andere Themen und Ausschüsse vor, was natürlich allein der Arbeitsüberlastung geschuldet ist,</li>
<li>D) gibt es noch etliche andere Gründe, über die künftig zu sprechen ist, aber keiner dieser Gründe kann als Entschuldigung dafür herhalten, dass Abgeordnete ihren Pflichten nicht nachkommen.</li>
</ul>
<p>Einige der gestandenen Sportkameraden befassen sich in diversen Zirkeln mitunter auch damit, wie man missliebigen Journalisten das Handwerk legen kann. Es gibt da verschiedene Überlegungen.</p>
<p>Es ist eine Schande.</p>
<p>Die Krönung ist ein Brief, den der Ausschusssekretär im Auftrag von Frau Freitag (SPD/DLV) am Montag an die Sport-Obleute verschickte. Darin heißt es:</p>
<blockquote><p>“Die Vorsitzende regt an, künftig Beratungen von gutachterlichen Stellungnahmen an den Haushaltsausschuss nichtöffentlich durchzuführen, um den Eindruck präjudizierender Vorwegnahme der Entscheidung des Haushaltsausschusses zu vermeiden.”</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7189" title="Brief vom 1. März 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/freitag-sabt-web.jpg" alt="" width="530" height="290" /></p>
<p>Ich bin noch nicht dazu gekommen, die Vorsitzende zu fragen bzw. werde ich das nach meiner Landung in Deutschland tun. Vielleicht kann mir das einstweilen jemand aus dem Beamtendeutsch und Politikersprech ins Deutsche übersetzen?</p>
<p>Frau Freitag (SPD/DLV) ließ auch mitteilen, dass der <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/2009/06/22/die-verbal-salti-des-christoph-bergner/" target="_self">Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner</a> (CDU/BMI/SV Halle) und DOSB-General Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) im Obleutegespräch, also in kleinem Kreis, vorab den Antidopingbericht 2008 erläutern und die Rückzahlungsforderungen bekannt geben. So läuft das im real existierenden sportpolitischen Komplex dieses Landes.</p>
<p>Frau Freitag (SPD/DLV), Herr Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund), Herr Gienger (CDU/DOSB), <a title="&quot;Berliner, steht auf, wenn Ihr Herthaner seid!&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/01/12/berliner-steht-auf-wenn-ihr-herthaner-seid/" target="_self">Herr</a> <a title="Frank Steffel und das doppelte Heimspiel" href="http://jensweinreich.de/2010/02/18/frank-steffel-und-das-doppelte-heimspiel/" target="_self">Steffel</a> (CDU/Reinickendorfer Füchse/siehe auch stern.de: &#8220;<a title="stern.de" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/nebeneinkuenfte-von-abgeordneten-von-goldfasanen-und-vollzeitpolitikern-1547820.html" target="_blank">Von Goldfasanen und Vollzeitpolitikern</a>&#8220;), <a title="München 2018: Wie Mann (CSU) sich um einen Sitz im Olympia-Aufsichtsrat bewirbt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-wie-mann-csu-sich-um-einen-platz-im-olympia-aufsichtsrat-bewirbt/" target="_self">Herr</a> <a title="München 2018: Wie Mann (CSU) Olympia-Aufsichtsrat wird" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-wie-mann-csu-olympia-aufsichtsrat-wird/" target="_self">Mayer</a> (CDU/Aufsichtsrat München 2018), Herr Günther (FDP/ehemals VFC Plauen), Herr Bergner (CDU/BMI/SV Halle):</p>
<blockquote><p>Wissen Sie eigentlich, wer Ihr Gehalt bezahlt, Ihre Privilegien und Ihre fürstlichen Pensionen?</p></blockquote>
<p>Das fragt ein Steuerzahler. Da bin ich mir nicht zu schade.</p>
<p>Sollte es aufrechte Abgeordnete geben in diesem Ausschuss, die Ihre Verpflichtungen gegenüber dem Wähler/Steuerzahler und der Demokratie kennen und ernst nehmen, dann müsste man deren Stimmen jetzt eigentlich hören.</p>
<p>Hört jemand etwas?</p>

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		<title>Vancouver, Tage 8/9: Bobfahren &#8220;zum Ansehen Deutschlands&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 07:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p><img title="Trockenbob FDP/CSU" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bob-fdp-cdu.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="250" height="440" align="left" />VANCOUVER. Im deutschen Haus sind die Koalitionäre gestern Bob gefahren: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Thomas Bach (DOSB, IOC, FDP) und Georg Hackl (CSU/INSM). Umgekippt ist niemand, anders als auf der Bahn in Whistler. Während ich das schreibe, haben die beiden deutschen Zweierbobs nach dem ersten Tag zunächst Rang eins und zwei inne. Es wird wohl wieder Gold und Silber geben. Nirgends sonst lassen sich Medaillen mit solcher Zuverlässigkeit produzieren wie im Eiskanal und seinen exotischen Sportarten. Ich weiß, dass ich manchen Leser damit nerve, ich wiederhole es dennoch: Bob und Rodel sind Randsportarten, die bei detektivischer Auslegung der Olympischen Charta Probleme hätten, Olympiasportarten zu bleiben. Deutsche Sportsoldaten aber, die auf vier Kunsteisbahnen (Weltrekord) für viele Millionen Euro abwärts sausen, verrichten die derlei schräge Übungen vorzüglich.</p>
<p><strong>&#8220;Was kostet das Gold?&#8221;</strong> hatten Michael Reinsch und Michael Horeni am 30. Januar in der FAZ gefragt und etliche Zahlen dazu aufgelistet.</p>
<p>(Den Beitrag finde ich leider nicht online frei verfügbar und kann deshalb nicht verlinken. Sollte mir jemand helfen könne, weil ich einmal mehr zu blöd war, die Bezahlschranke zu umgehen, wird das selbstverständlich umgehend nachgetragen.) Wenn die FAZ mal einen solchen Grundsatzartikel druckt, löst das in der nahe gelegenen Sportverwaltung (DOSB wie auch DFB residieren in Frankfurt) gewöhnlich hektische Betriebsamkeit aus.</p>
<p>Diesmal passierte Erstaunliches: Das UDIOCM ließ im Namen seines Präsidiums einen Leserbrief formulieren, der teilweise abgedruckt wurde und den der DOSB <a title="www.dosb.de" href="http://www.dosb.de/de/leistungssport/spitzensport-news/detail/news/bach_der_olympische_gedanke_ist_die_seele_des_sports/8768/cHash/de74307908/" target="_blank">natürlich komplett veröffentlichte</a>. Statt sachlicher Entgegnungen zur Frage, die ja &#8220;Was kostet das Gold?&#8221; lautete, gab es olympische Worthülsen, die ich gern dokumentiere zur Halbzeit der Winterspiele in Vancouver:</p>
<blockquote><p><strong>Bach: Olympischer Gedanke ist Seele des Sports</strong></p>
<p>01.02.2010</p>
<p><em>Mit einem Leserbrief nimmt das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes Stellung zum Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 30. Januar 2010 &#8220;Was kostet Gold?&#8221;.</em></p>
<p>&#8220;Der Staat ist der größte Förderer des deutschen Olympiateams &#8211; und richtet sich am Medaillenspiegel auf. Doch die Rechnung ist zynisch , ordnet jene als gescheitert ein, die nie auf dem Treppchen stehen &#8211; und vergisst Vorbildwirkung und Freude&#8221;, so lautet die Einleitung des FAZ-Artikels.</p>
<p>Das DOSB-Präsidium veröffentlicht dazu folgenden Kommentar:</p>
<p>&#8220;Es ist irritierend, wenn gerade Sportjournalisten offensichtlich den Sinn des Leistungssports verkennen und seine Förderung auf zynische Art und Weise angreifen. Deshalb muss den beiden Autoren die banale Weisheit, dass es im Leistungssport um Wettbewerb und Erfolg geht, noch einmal mitgeteilt werden.</p>
<p>Sie hätten sich diese selbstverständliche Erkenntnis auch bei jedem Bundesliga-Fußballspieler oder Mitglied einer Olympiamannschaft mit der einfachen Frage erwerben können, ob er denn am Wochenende mit seiner Mannschaft gewinnen oder bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver erfolgreich sein will.</p>
<p>Genau aus diesem Erfolg erwächst die Freude am und die Vorbildwirkung durch den Sport. Sie besteht gerade darin, dass Athletinnen und Athleten Erfolge aufgrund langjährigen täglichen Trainings, sorgfältiger Vorbereitung, hoher Disziplin und Einsatzbereitschaft erzielen. Ihnen und ihren Trainern dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist Aufgabe der Sportförderung. Sportliche Erfolge sind also kein Abfallprodukt einer Spaßgesellschaft Leistungssport, sondern das Ergebnis zielgerichteter Anstrengungen unserer Athleten, Verbände und Förderer. Dass der Athlet dann in einem objektiven und fairen Wettkampf mit anderen erfolgreich ist, macht ihn zum Vorbild und erfüllt ihn mit Freude, um im Sprachgebrauch der Autoren zu bleiben.</p>
<p>Ein Leistungsprinzip, das im Übrigen in Wirtschaft und Gesellschaft akzeptiert und gefordert ist. Wir wollen zur Sicherung der Arbeitsplätze &#8220;Exportweltmeister&#8221; bleiben oder wieder werden, wir wollen zur Sicherung unserer Zukunft &#8220;Spitzenuniversitäten&#8221; im weltweiten Maßstab, wir wollen &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; zur Sicherung der Pressefreiheit. Selbst in der Pädagogik hängt niemand mehr den &#8220;Summerhill-Prinzipien&#8221; losgelöster, falsch verstandener Selbstverwirklichung nach.</p>
<p>Die Autoren verkennen in ihrem Beitrag jedoch nicht nur den Sinn des von Athleten ebenso bewusst wie freiwillig betriebenen Leistungssports. Sie verzerren darüber hinaus die Prinzipien der Förderung des Leistungssports in Deutschland. So wird eben im deutschen Sport gerade nicht die von ihnen als &#8220;zynisch&#8221; angeprangerte Kostenrechnung allein am Medaillenspiegel orientiert und &#8220;alles Sporttreiben allein dem Ziel Olympiasieg&#8221; untergeordnet. Das auch den Autoren bekannte Instrument der Zielvereinbarungen zwischen dem DOSB, dem BMI und den Verbänden beinhaltet vielmehr gemeinsam festgelegte Ziele über mehrere Jahre, auch außerhalb Olympischer Spiele und unterhalb der Medaillenränge.</p>
<p>Es sind im Übrigen weder der DOSB noch das BMI, die Sportler als Versager abstempeln und bei Misserfolg etwa Fördergelder zurückverlangen würden oder die Rückreise selbst bezahlen ließen. Weder Staat noch Sport ordnen Athleten als gescheitert ein, die nie auf dem Treppchen stehen &#8211; wie der Artikel behauptet. Gerade in dieser Hinsicht sollten sich die Medien ihres eigenen Umgangs mit weniger erfolgreichen Athleten selbst erinnern.</p>
<p>Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports. Die Investition darin geht weit über Olympische Spiele und damit weit über den Sport hinaus. Mit 27,5 Millionen Mitgliedschaften ist der Sport die größte Bürgerbewegung Deutschlands. In der olympischen Erziehung werden unter anderem Werte wie Fairplay, Respekt oder Integration vermittelt. Der Sport ist Motor zahlreicher gesellschaftlicher Entwicklungen. Erinnert sei auch an die Wirkung der von Deutschland ausgerichteten internationalen Großereignisse. Die Fußball-WM 2006, die Leichtathletik-WM 2009, um nur zwei Beispiele zu nennen, haben das Bild unseres Landes im Ausland maßgeblich beeinflusst. Weltoffen, freundlich und sympathisch hat sich die Nation bei diesen Gelegenheiten präsentiert.</p>
<p>Ebenfalls bekannt ist den Autoren die Haltlosigkeit der von ihnen unwidersprochen wiedergegebenen Aussage von Wolfgang Maennig, Deutschland handele dem olympischen Geist zuwider, weil wir nicht &#8220;alle Welt zum Training auf unseren Bobbahnen einladen würden&#8221;. Nun kann man über den olympischen Geist, verbale Ansprüche an andere und eigene Verwirklichung trefflich streiten. Fakt ist jedoch, dass Deutschland eines der größten Förderungsprogramme weltweit für Sportler aus Entwicklungsländern hat und in keinem Land der Welt so viele Trainingsläufe ausländischer Bob- und Schlittensportler stattfinden wie in Deutschland.</p>
<p>Anscheinend war den Autoren die nicht vorhandene sachliche Begründung ihrer Thesen bewusst. Denn nur so lässt sich erklären, dass sie schließlich auch noch zum Mittel der persönlichen Diffamierung greifen. Sie werfen unserem Generaldirektor vor, er stelle &#8220;sich wie selbstverständlich in die Tradition von DDR (&#8230;) und Hitlerdeutschland (&#8230;).&#8221; Dies ist aus der Sicht des DOSB Präsidiums völlig inakzeptabel und überschreitet die Grenzen eines verantwortungsvollen Journalismus, wie wir ihn ansonsten gerade bei der FAZ gewohnt sind und schätzen.&#8221;</p>
<p>Das Präsidium des DOSB</p>
<p>Thomas Bach, Eberhard Gienger, Hans-Peter Krämer, Walter Schneeloch, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Ilse Ridder-Melchers, Ingo Weiss, Christian Breuer, Michael Vesper und als ständiger Gast Claudia Bokel</p></blockquote>
<p>Zynischer Journalismus, verantwortungsvoller Journalismus, verantwortungsloser Journalismus, Aufgaben des Journalismus, Staatssport, DDR-Sport, Medaillenfixierung, Nazi Olympics bzw. Propagandaspiele &#8211; ich finde, da geht vieles durcheinander. Was mich bei den Verfassern nicht wundert. Da kommt also eine ganze Menge zusammen, über das sich zu diskutieren lohnt. Auch über das Journalismusbild von Bachgiengervesper. Aber das &#8220;Präsidium&#8221; knallt dem Papierchen mal eben den &#8220;olympischen Gedanken&#8221; drüber, was nichts anderes heißt als: Was wir tun, ist per se gut, was wir tun, rechtfertigt per se die Förderung aus öffentlichen Kassen, was wir tun, rechtfertigt natürlich auch die Intransparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln, was wir tun, entzieht sich per se jedweden Zweifeln.</p>
<p>Ein bisschen Stoff für die Diskussion:</p>
<ul>
<li>Matti Lieske in der Berliner Zeitung: &#8220;<a title="BLZ" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0212/vancouver2010/0004/index.html" target="_blank">Staatsamateure auf Bewährung</a>&#8220;</li>
<li>Nina Klöckner in der Financial Times Deutschland: &#8220;<a title="FTD" href="http://www.ftd.de/sport/olympia/topnews/:unterstuetzung-fuer-sportler-spiele-statt-brot/50073543.html" target="_blank">Spiele statt Brot</a>&#8220;</li>
<li>Markus Völker im taz-Interview mit Wolfgang Maennig: &#8220;<a title="taz" href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=le&amp;dig=2010/02/06/a0163&amp;cHash=08e40197d3" target="_blank">Fast schon Militärfestspiele</a>&#8220;</li>
<li>Die Bundeswehr und der Sport: <a title="www.bundeswehr.de" href="http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd44P83AHSYGYxgEh-pEwsaCUVH1vfV-P_NxU_QD9gtyIckdHRUUAoXr5cQ!!/delta/base64xml/L3dJdyEvd0ZNQUFzQUMvNElVRS82X0NfNEFM" target="_blank">Selbstdarstellung</a></li>
</ul>
<p>Die aktuelle Aufstellung der Bundesmittel für Sport habe ich kürzlich ausführlich dokumentiert (<a title="Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2010" href="http://jensweinreich.de/2010/01/27/sportforderung-des-bundes-im-jahr-2010/" target="_self">mit kompletten Tischvorlagen aus dem Bundestag als pdf</a>). Wichtig sind in diesem Zusammenhang mindestens drei Punkte:</p>
<ol>
<li>Hinzu kommt sicher eine dreistellige Millionensumme aus Kassen von Ländern und Kommunen</li>
<li>Es existiert keine Aufstellung aller Kosten aus öffentlichen Mitteln für den Leistungssport. Die Volksvertreter sind nicht der Meinung, dass man das dem Volk zumuten und eventuell transparent gestalten könnte.</li>
<li>Ich finde, es ist wichtig &#8211; und es wird in journalistischen Beiträgen fast immer falsch notiert &#8211; sich die Auflistung der Bundesministerien genau anzusehen. Insgesamt sind es in diesem Jahr rund 250 Millionen Euro &#8211; und eben nicht nur die Summe, die von BMI-Kostenstellen überwiesen werden.</li>
</ol>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6978" title="Bundesmittel 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bund-sport-2010-blog-web.jpg" alt="" width="530" height="450" /></p>
<p><span id="more-6971"></span>Und schließlich, denn Ausgangspunkt war ja der weltumspannende Bobsport, hier noch die Zielvereinbarung von BMI, <a title="Zielvereinbarung BSD" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/zielvereinbarung-bsd.pdf" target="_self">DOSB und Bob- und Schlittensportverband (BSD)</a>, der passender Weise von einem ehemaligen Politiker und Sänger geführt wird (Andreas Trautvetter, CDU) als pdf-Datei (3,4 MB, 9 Seiten).</p>
<p>Die Qualität der Bilddateien ist nicht die dollste, dafür aber findet man diese <a title="Beiträge zu Zielvereinbarungen" href="http://jensweinreich.de/?s=zielvereinbarungen" target="_self">Zielvereinbarung</a> (die ja nicht öffentlich ist, von BMI/DOSB/Sportausschuss/BSD und entsprechend allen anderen Verbänden gewissermaßen als Privatnummer dem Steuerzahler vorenthalten wird) nur hier. Sonst nirgends. Und hier noch ein <a title="Zielvereinbarungen olympischer Spitzenverbände" href="http://jensweinreich.de/2009/02/11/dokumentation-zielvereinbarungen-olympischer-sportverbande/" target="_self">Mustervertrag</a>.</p>
<p>Die Sportsoldaten, die den Auftrag haben, &#8220;zum Ansehen Deutschlands in der Welt&#8221; beizutragen, liegen blendend im Plan bzw. streben Planübererfüllung an. 9 Medaillen waren vorgesehen. 2 Gold, 2 Silber und 3 Bronze sind es bereits nach Skeleton und Rodeln.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ziel-bsd-web.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-6981" title="Im nationalen Auftrag" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ziel-bsd-web.gif" alt="" width="530" height="195" /></a></p>
<p>Ja wenn das so ist. Mit dem Argument des nationalen Auftrages und <a title="UDIOCM: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">anderer Lebenssachverhalte</a>, lässt sich noch jede Diskussion im Keim ersticken.</p>

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		<item>
		<title>NOlympia 2018: 18 Gründe gegen die Olympiabewerbung</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 22:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
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		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
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<p>VANCOUVER. Das nenne ich Timing: Pünktlich zum bayerischen Abend heute im Deutschen Haus in Vancouver wird die Webseite der Olympia-Opposition lebendig. Auf Facebook ist man auch aktiv. Es bleibt aber natürlich ein ungleiches Duell:</p>
<p>Hier ein politisch-industrieller Komplex &#8211; dort wenige Enthusiasten. Hier in Teilen gesteuerte Medien, mitunter Propagandaaktionen &#8211; dort das Bemühen von Einzelkämpfern, die auf vielfältige Weise unter Druck gesetzt werden. Kommunikationsherrschaft ist allerdings in Zeiten von Social Media schwer aufrechtzuerhalten. Manche haben Probleme damit, das anzuerkennen.</p>
<p>Über das englische Thesenpapier der Olympiagegner, das letzte Woche veröffentlicht wurde (<a title="Munich 2018: We do not want the Games!" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Munich2018: We do not want the Games!</a>), hat man in der Branche schon heftig debattiert.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl: <strong><a title="NOlympia München 2018" href="http://www.nolympia.de" target="_blank">www.NOlympia.de</a></strong></li>
</ul>
<p>Die achtzehn Gründe gegen die Olympiabewerbung lauten:</p>
<ol>
<li><a title="Klimawandel" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/klimawandel/">Klimawandel</a></li>
<li><a title="Schnee?" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/schnee-oder-nicht-schnee/">Schnee?</a></li>
<li><a title="Wasserbedarf" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/wasserbedarf/">Wasserbedarf</a></li>
<li><a title="Naturschutz" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/landschafts-und-naturschutz/">Naturschutz</a></li>
<li><a title="Ski-WM 2011" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/erfahrungen-mit-der-ski-wm-2011/">Ski-WM 2011</a></li>
<li><a title="Sportstätten" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/das-gescheiterte-konzept-der-sportstatten/">Sportstätten</a></li>
<li><a title="Platzbedarf" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/platzbedarf/">Platzbedarf</a></li>
<li><a title="Verkehr" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/verkehrsentwicklung/">Verkehr</a></li>
<li><a title="Finanzrisiko" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/finanzrisiko-fuer-austragungsstaetten/">Finanzrisiko</a></li>
<li><a title="Erfahrungen" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/bisherige-erfahrungen-mit-olympischen-winterspielen/">Erfahrungen</a></li>
<li><a title="Bevölkerung" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/belastungen-fur-bevolkerung/">Bevölkerung</a></li>
<li><a title="Tourismus" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/entwicklung-des-tourismus1/">Tourismus</a></li>
<li><a title="Dialog" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/partizipationsfalle-oder-dialog/">Dialog</a></li>
<li><a title="Sicherheit" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/grunde-gegen-olympia-2018sicherheit/">Sicherheit</a></li>
<li><a title="Verträge IOC" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/vertrage-des-ioc/">Verträge IOC</a></li>
<li><a title="Umweltkonzept 18 Leitprojekte 2018" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/bewertung-18-leitprojekte-2018/">Umweltkonzept 18 Leitprojekte 2018</a></li>
<li><a title="München 2018" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/munchen/">München 2018</a></li>
<li><a title="Vancouver" href="http://www.nolympia.de/grunde-gegen-olympia-2018/vancouver/">Vancouver</a></li>
</ol>
<ul></ul>

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		<title>Munich 2018: &#8220;We do not want the Games!&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 11:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Statement of the Munich 2018 Olympic Resistance Network: NOlympics 2018 in Munich! Resistance network is growing! Amongst the local community the “Munich +2” bid for the Olympic Winter Games 2018 is a topic of ever increasing controversy. The pro Olympic contingent generates glowing prospects of financial gain, an improved infrastructure and a boost for the [...]]]></description>
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<p><em>Statement of the Munich 2018 Olympic Resistance Network:</em></p>
<blockquote><p><strong><span style="font-weight: normal;"><strong>NOlympics 2018 in Munich! Resistance network is growing!</strong></span></strong></p>
<p>Amongst the local community the “Munich +2” bid for the Olympic Winter Games 2018 is a topic of ever increasing controversy. The pro Olympic contingent generates glowing prospects of financial gain, an improved infrastructure and a boost for the region in positive publicity. Garmisch-Partenkirchen maintains that the town to this day still reaps the benefits that are a result of the 1936 Nazi Olympics. Unfortunately, this dark chapter in the history of Garmisch-Partenkirchen has never thoroughly come to light.</p>
<p><strong><em>The dark side of the coin</em></strong></p>
<p>All that glitters is not golden and in reference to the shimmering Olympic medal there is also a darker side of that coin. Greenwashing and Alpine Disneyland in spite of the climate change, zero transparency and lack of democratic control, immoral adhesion contracts for the host towns, the actual expenditure for the games themselves is constantly rising and megalomaniac road construction projects – in short, the Munich, Garmisch-Partenkirchen and Schönau bid for the Olympic Winter Games 2018 represents all of this and more.</p>
<p>If we take a realistic view at the requirements and planning proposals of the Munich bid, it is plain to see that the 2018 games are not only an uncalculated ecological and economical venture but they also pose as a social risk for many local citizens, more so for the people who dwell in the mountains towns of Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgaden and Oberammergau.</p>
<p><strong><em>The opposition is gaining momentum <span id="more-6650"></span><br />
</em></strong></p>
<p>The platform NOlympia was founded in Munich on January 11, 2010, with a view to preventing this pending disaster by stopping the Olympic Winter Games from taking place in these harrowing times of climate change. The platform comprises large nature preserve associations such as the Bund Naturschutz, political parties such as the Greens or the ÖDP, the Society for Ecological Research and dedicated private individuals. In addition, there is growing opposition from the local citizens of Garmisch-Partenkirchen and Oberammergau and from the land owners who will be affected. With each new piece of legitimate information that is added to the growing dossier, this opposing movement finds a mounting response. A survey that was conducted in November 2009 in Garmisch-Partenkirchen revealed that only 57% were in favour of the games. A more detailed and in-depth line of questioning revealed, however, that the votes in favour are generally the people who are uninformed and unaware of the concealed negative effects. In short, this means that the more information gathered, the more likely it will be for the percentage of those who are in favour of the games to decrease.</p>
<p>Currently, there are two websites under construction which will possibly go live in February: <a title="NOlympia.de" href="http://www.nolympia.de" target="_blank">NOlympia</a> and <a title="NOlympia 2018" href="http://www.nolympia2018.de" target="_blank">NOlympia2018</a>. As an example, the website of the Society for Ecological Research reveals the drastic environmental interventions with regards to the forest clearing that will be necessary to create the Ski World Cup slopes in Garmisch-Partenkirchen (www.goef.de : Arbeitsschwerpunkte/Olympische Winterspiele). Several more information events, with – amongst others – the Olympia critic Willy Rehberg from Salzburg, are already planned (March 9 in Garmisch-Partenkirchen and March 11 in Berchtesgaden).</p>
<p><em><strong>No snow guarantee due to climate change</strong></em></p>
<p>“Munich + 2” – the town of Munich and the communities of Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau and Schönau am Königssee – make their bid with the promises of “ecological”, “sustainable” and “climate neutral” games. Even a “green heritage” for the local area has been pledged. But how can they possibly fulfil theses requirements for 2018, i.e. in eight years time, in the times of the climate change? How can they guarantee e.g. reliable snow conditions? It is a fact that the affected Alpine region is ecologically very sensitive and has only low altitudes that range from 900 to 1700 metres.</p>
<p>Currently, the televised images of the drastic measures taken in Vancouver are in view for the whole world see. Gigantic trucks and helicopters hauling massive loads of snow as the slopes of Vancouver are subjected to record spring-like temperatures. This should be a warning of grim prospects for us if the Munich 2018 games take place (as early as 2007, the world cup in Garmisch could only be secured by colossal transportations of snow using trucks from the Wipptal which is 100 km away). The effects of producing snow for a large area are the opposite of sustainable with regards to the local water supply and the massive energy consumption that goes along with it. Already in 2007, the costs for one single snow cannon were greater than the amount of money that the Garmisch council received for the sale of one social flat.</p>
<p><em><strong>What must be built to accommodate the games, interventions into nature and the environment</strong></em></p>
<p>Contrary to the statements of the bidders, a large number of new facilities would have to be built such as the “Snow Village” and the Media Village, the street for the sporting facilities, parking places, a small jump, lifts and even more facilities that would be necessary for the skiing competitions. The construction of these facilities constitutes a massive intervention into nature and will permanently destroy the century old small scale agriculture and valuable cultural landscape devastating the abundant wildlife species in the meadows. The large-scale forest clearings at the Kandahar slope in Garmisch which was within the framework of the preparations for the Ski World Cup 2011 proved that such invention can turn out to be a lot bigger than originally planned and approved: baring this in mind prepare for substantial serious consequences as the results of the Olympic constructions.</p>
<p>Temporary facilities for cross-country skiing and biathlon are planned to be built on the beautiful suntrap meadows of Oberammergau in the midst of a wonderful natural and cultural landscape.</p>
<p>In addition to the plans for road construction, there also exist other extensive construction plans with regards to the bid for 2018:</p>
<p>The plans for motorway and main road construction is estimated at the cost of about 2 billion Euros; whereas the extension of public transport is planned with an investment of only 300 million Euros, a clear thwarting of the goad of sustainable games. If all main roads in the area of the Loisachtal – in which Garmisch-Partenkirchen is located – are built, then the valley will be part of a new transit road, this will result in a massive increase in traffic that will greatly influence the future of the affected towns and the landscapes.</p>
<p><em><strong>Security Costs</strong></em></p>
<p>In Vancouver, the security costs quintupled. According to estimations, the security costs alone will reach 1 billion $ (for the Munich bid the security costs were estimated with 17 to 21 million €, even though the risk of danger is a very real prospect due to the terror attack at the Summer Olympic Games). Up to now, there has been no mention whatsoever in the bidding documents of 16 thousand soldiers and policemen who are planned to be deployed as the security force.</p>
<p><em><strong>The IOC and their adhesion contracts</strong></em></p>
<p>The IOC places all responsibilities and liabilities, all costs and succeeding costs (occurring after the games), all risks firmly onto the shoulders of bidding towns’ in contrast the IOC secures all advantages, rights and financial securities for itself. When Salzburg was still in the bidding, Austrian finance lawyers proclaimed these contracts as “immoral adhesion contracts”.</p>
<p>We do not want to be amongst the towns that submit themselves to the diktat of these immoral contracts through the IOC: Contracts in which the undersigning local councils have to make guarantees at a time where the actual contract is not yet available. The following passage is taken from the annex to the consultation basics: “The decision making on this guarantee must be made without knowing the later content of the contract and the respective duties that have yet to be revealed.”<img title="Weiterlesen..." src="http://jensweinreich.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p><em><strong>The financial effects on the communities and their citizens</strong></em></p>
<p>The bidding towns of Munich, Garmisch-Partenkirchen and Oberammergau are already amongst the towns with the highest rate of debt in Bavaria. The financial effects of hosting the winter games will render these communities unable to act and redeem.</p>
<p>The Olympic winter games lead to massive cost increases in the town, to the construction of second homes and a rise in rents. This means that the living costs of the local population will substantially increase and remain so.</p>
<p><em><strong>We do not want the games!</strong></em></p>
<p>The constant planning and re-planning and the never ending discussion on which location for both the permanent and temporary facilities already makes it quite clear at this early stage that the valley of Garmisch-Partenkirchen is far too small to host such a huge event.</p>
<p>Another example for the insecurity of the planning is the promise of a “lighthouse project within the environmental concept” of the bidding association: Already even before submitting the bidding documents the so-called biosphere reservation – announced as green heritage – was found to be unfeasible.</p>
<p>Knowing that the games will also be a high risk for the tourism branch in a town like Garmisch-Partenkirchen, that the increase in the guest figures are mere fiction, that the debts and problems will suffocate all of the participating towns of the bid “Munich + 2 we do not want the games, especially not here in Upper Bavaria.</p>
<p>In these dire times of the climate change responsible actions to avoid any CO2 output are required more than ever before. Every four years the Olympic winter games in their current dimensions become a massive detriment to each and every new hosting mountain area.</p>
<p>February 11, 2010</p>
<p><strong>NOlympia 2018</strong></p>
<p><em>Contact:</em></p>
<ul>
<li>Axel Doering, Garmisch-Partenkirchen: doering@bn-gap.de</li>
<li>Korbinian Freier, Oberammergau: korbinian.freier@zmaw.de</li>
<li>Christian Hierneis, München: hierneis@gmx.de</li>
<li>Ludwig Hartmann: Ludwig.Hartmann@gruene-fraktion-bayern.de</li>
<li>Bartl Wimmer, Berchtesgadener Land: wimmer@synlab.de</li>
<li>Dieter Janecek, Grüne Bayern: dieter.janecek@bayern.gruene.de</li>
</ul>
</blockquote>

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		<title>Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 04:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Thomas Bach hat blau-gelb gewählt. Eine Krawatte in den Farben der FDP, der er seit Jahrzehnten angehört. Zu seinen Gönnern und gelegentlichen Geschäftspartnern zählten einige frühere FDP-Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher und Hans Friederichs. Derzeit, sagt Bach, habe er aber keine Parteifunktionen mehr. Allein der Sitz im Kuratorium der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung fällt ihm ein. Sein [...]]]></description>
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<p>VANCOUVER. Thomas Bach hat blau-gelb gewählt. Eine Krawatte in den Farben der FDP, der er seit Jahrzehnten angehört. Zu seinen Gönnern und gelegentlichen Geschäftspartnern zählten einige frühere FDP-Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher und Hans Friederichs. Derzeit, sagt Bach, habe er aber keine Parteifunktionen mehr. Allein der Sitz im Kuratorium der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung fällt ihm ein. Sein Blick signalisiert: Können wir jetzt bitte wieder über Sport sprechen?</p>
<p>In der Lounge des Deutschen Hauses in Vancouver hat Bach, DOSB-Präsident und IOC-Vize, zu einem so genannten Hintergrundgespräch geladen. Derlei Runden lässt er seit langem organisieren, immer vor Olympischen Spielen und IOC-Sessionen. Journalisten, von denen er sich ungerechtfertigt kritisiert fühlt, waren von diesen Terminen komischer Weise <a title="Peking, Tag 6" href="http://jensweinreich.de/2008/08/06/peking-tag-6/" target="_self">oft ausgeschlossen</a>. Das hatte Methode, etwa in jenen Jahren als die <strong>TV Media</strong> für das IOC und auch für Bach in Deutschland PR erledigte, zeitlich ungefähr <a title="BLZ: Wettlaufen auf dem Kontakthof" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0702/sport/0005/index.html" target="_blank">bis zu diesem Artikel</a>:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Das vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje geleitete Unternehmen versuchte fortan, den Olympiakonzern und dessen Präsidenten Samaranch hier zu Lande in besserem Licht erscheinen zu lassen. Schnell wurde eine Liste missliebiger Berichterstatter erstellt, wie der damalige IOC-Sprecher Franklin Servan-Schreiber bestätigte, zugleich wurden in den Medien allerlei Kontakte, positive Kommentare und Artikel lanciert. Ganz im Sinne der Firmenphilosophie. &#8220;Unsere Stärke ist es, Themen am Markt der öffentlichen Meinung durchzusetzen. Wir sorgen für öffentliche Meinungsbildung und sind spezialisiert auf mediales Krisenmanagement&#8221;, so formuliert es der Unternehmensberater Roland Berger, der bei der TV-Media-Muttergesellschaft WMP Eurocom AG im Aufsichtsrat sitzt. Die professionellen Netzwerker loben ihre &#8220;effizienten Verbindungen zu den wichtigsten Medien in Deutschland&#8221;.</p>
<p>Als der Vertrag mit dem IOC Anfang des Jahres auslief, hat sich TV Media mit einem 41 Seiten umfassenden Schriftstück für eine weitere Zusammenarbeit empfohlen. (&#8230;) In dem Papier listen die Meinungsmacher ihre vermeintlichen Erfolge im olympischen Dunstkreis auf: Abgesehen von wenigen, namentlich benannten Ausnahmen sei die Berichterstattung über das IOC in Deutschland objektiver geworden, heißt es. Dazu hätten Aktivitäten der PR-Firma beigetragen. So hat TV Media unter anderem &#8220;Statements, Kolumnen und Pressemeldungen, die vom IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach autorisiert worden sind, in Schlüsselmedien lanciert&#8221;. Aufgezählt werden eine Reihe von Journalisten, mit denen angeblich nicht nur die Strategie der Berichterstattung, sondern auch einzelne Artikel abgestimmt werden. Sollte es sich so verhalten, wie von TV Media dargelegt, wäre dies eine alarmierende Zustandsbeschreibung des deutschen Sportjournalismus. Die PR-Firma rühmt sich gleichfalls bester Kontakte und vor allem der Einflussnahme in höchste Kreise der Sportpolitik, etwa zu Sportminister Otto Schily oder dem Sportkoordinator im Bundeskanzleramt, Joachim Krannich. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>TV Media ist eine Tochter der <a title="SPIEGEL: Beraten und verkauft" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29341618.html" target="_blank">WMP Eurocom</a>, in dessen Vorstand neben Hans-Hermann Tiedje auch der langjährige Bertelsmann-Manager <a title="Vorstand WMP Eurocom" href="http://www.wmp-ag.de/vorstand.php" target="_blank">Bernd Schiphorst</a> sitzt, einer der engsten Freunde des UDIOCM. Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der WMP Eurocom ist übrigens Genscher. Eine FDP-Connection.</p>
<p>Diese Erklärung zu manchen Hintergründen von Hintergrundgesprächen musste sein. Nun zurück nach Vancouver: <a title="Was vom Tage übrig bleibt (47)" href="http://jensweinreich.de/2009/10/28/was-vom-tage-ubrig-bleibt-47-koalitionsvertrag-klaue-pechstein-studie-auf-staatskosten/" target="_self">Christian Klaue</a>, ehemals sportpolitischer Korrespondent des SID, nun seit drei Monaten Sprecher des DOSB und seines Präsidenten, bemüht sich um einen professionelleren und fairen Umgang mit den Medien. Aber natürlich auch darum, seinen Chef positiv zu positionieren, das ist nun mal so.</p>
<p>Zu den Regeln derartiger Runden gehört es, dass zwar viel erzählt wird, aber alles, was nicht ausdrücklich freigegeben wurde, nicht zitiert werden darf. Das führt zu absurden Situationen, wenn über banalste Aussagen gefeilscht werden muss. Politikern wie Bach kommt das entgegen. Über den Fall des schwer korrupten Koreaners <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/?s=lee+kun+hee" target="_self">Lee Kun Hee</a>, der IOC-Mitglied bleiben darf (<a title="BLZ: Es bleibt alles in der Familie" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0209/sport/0011/index.html" target="_blank">hier mein Bericht</a>, hier <a title="IOC Ethics" href="http://www.olympic.org/en/content/The-IOC/Commissions/The-ethics-commission/?Tab=4&amp;articleNewsGroup=-1&amp;articleId=76796" target="_blank">das Papier</a> der IOC-Ethikkommission, hier einige <a title="Google News zu Lee Kun Hee" href="http://news.google.de/news/story?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=en&amp;num=100&amp;cf=all&amp;ncl=d_yD6KoxMPxS20MuU1A1aY0zyCQDM" target="_blank">internationale Reaktionen</a>) spricht Bach beispielsweise nur Off the Records, also nicht zu zitieren.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3730" title="Athen 2004, Eröffnung IOC-Session: Thomas Bach, Lee Kun Hee, Juan Antonio Samaranch, Frau Lee" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/lee-jas-bach.jpg" alt="" width="538" height="253" /></p>
<p>Jede Aussage zu Lee, dem langjährigen Samsung-Chef und IOC-Sponsor, könnte als Kritik am Olympiabewerber Pyeongchang interpretiert werden, behauptet Bach. Schließlich bewirbt sich München ebenfalls um die <a title="tag: Winterspiele 2018" href="http://jensweinreich.de/category/winterspiele-2018/" target="_self">Winterspiele 2018</a>, mit Bach an der Spitze des Bewerberkomitees. Und Olympiabewerber dürfen sich nicht kritisieren. So sind die Regeln, und mit den Regeln kennt sich Bach aus. Er darf die Regeln mit gestalten und über deren Einhaltung wachen. Er ist Chef der juristischen Kommission des IOC.</p>
<p>Man muss derartigen Argumentationen nicht reflexartig folgen. Man kann auch fragen, wie groß der Opportunismus eines Sportfunktionärs und Juristen wohl sein muss, <strong>nationales Interesse</strong> vorzuschieben, um sich einer zitierbaren Meinung zu enthalten?</p>
<p>Ich habe genau das gefragt.</p>
<p><span id="more-6627"></span>Wie groß der Schmerz, als Volldemokrat mit einem Korruptionsweltmeister wie Lee im IOC sein zu müssen? Und ob nicht vielleicht auch Bachs Geschäftsinteressen als Lobbyist und Wirtschaftsanwalt im Umgang mit koreanischen Firmen eine unmissverständliche Stellungnahme verhindern? Hat er Geschäfte mit koreanischen Konzernen gemacht, als Berater, Lobbyist, Vermittler, Wirtschaftsanwalt?</p>
<p>Bach hält derartige Fragen für unseriös, das hat er mir auch bei anderen Gelegenheiten deutlich gemacht. Darüber mag er nicht reden. Seine Mandate sind Mandate und damit Geschäftsgeheimnis. Sport ist Sport. Olympia ist Olympia. Politik ist Politik. Und Ehrenamt ist Ehrenamt. Wenn doch öffentlich über pikante Verflechtungen debattiert wird, etwa als seine fürstlich bezahlte Lobbyistentätigkeit für den Siemens-Konzern enthüllt wurde, benutzt er gern den <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte" href="http://jensweinreich.de/2008/09/22/vielfaltige-lebenssachverhalte/" target="_self">Begriff</a> „<a title="Vielfältige Lebenssachverhalte (II)" href="http://jensweinreich.de/2008/09/25/vielfaltige-lebenssachverhalte-ii/" target="_self">vielfältige</a> <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte (III)" href="http://jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">Lebenssachverhalte</a>“. Als sei das Leben eine Ansammlung von real existierenden Zufälligkeiten.</p>
<p>In Vancouver spricht Bach auch darüber, dass er sich noch nicht festgelegt habe, ob er im Dezember für eine weitere Amtszeit als DOSB-Chef zur Verfügung stehe. Er nennt Gründe dafür und dagegen. Nicht alles ist zur Veröffentlichung freigegeben. Vielleicht darf man es ungestraft so umschreiben: Der DOSB-Job fordert Bach mehr als erwartet. Die Zeit fehlt für andere Aktivitäten. Bach will bis Sommer 2010 seine DOSB-Zukunft entscheiden. Im <strong>nationalen Interesse</strong> (München 2018) wird er sich wohl durchringen, mindestens bis zur IOC-Session 2011 in Durban weiterzumachen. Bach ist nicht nur Patriot, letztlich ist es doch so:</p>
<blockquote><p>„Dass ich gern tue, was ich tue, ist kein großes Geheimnis.“</p></blockquote>
<p>Eben.</p>
<p>Gut anderthalb Stunden plaudert Bach über Vancouver, Herrn Lee, Gendoping, den DOSB, München 2018 und das IOC. Dann muss er zum nächsten Termin. Er läuft am selben Nachmittag mit dem olympischen Feuer.</p>
<p>Und ich denke, auch wenn man kaum etwas aus diesem Gespräch verwenden darf, es ist vielleicht interessant, die Umstände zu schildern. Denn inhaltlich ist ja nichts passiert bzw. darf kaum etwas weiter gegeben werden, selbst das nicht, was so banal ist, dass sich kaum jemand dafür interessieren würde, wenn es weiter gegeben werden dürfte.</p>
<p>Mein Lieblingszitat, offiziell freigegeben, glaube ich, ist dies zum Thema Gendoping:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nehmen sie doch mein Zitat aus der Rede in der Paulskirche, das steht ja schon alles drin.&#8221;</p></blockquote>
<p>In Vancouver wird Bach auf der IOC-Session zum dritten Mal als Vizepräsident bestätigt. Anders als <a title="September 2000: Im Niemandsland" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0914/sport/0073/index.html" target="_blank">2000 in Sydney</a> und 2006 in Turin &#8211; oder <a title="Juli 1996: Juans Liebling" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0717/reporter/0003/index.html" target="_blank">1996 in Atlanta</a>, als er ins Exekutivkomitee kam &#8211; hat er keinen Gegenkandidaten.</p>
<p>Das IOC entscheidet in Kanada übrigens auch über den Gastgeber der IOC-Session des Jahres 2013. Dies wird eine ganz wichtige Sitzung für Thomas Bach, denn 2013 wird ein neuer IOC-Präsident gewählt – entweder in Kuala Lumpur oder in Buenos Aires. Beides sind attraktive Destinationen. Bach tendiert eher zur argentinischen Hauptstadt, vergisst aber zu sagen, ob man das schreiben darf oder weglassen soll. In Buenos Aires ist er 1977 mit den Florettfechtern Mannschaftsweltmeister geworden. „Insofern“, formuliert er, juristisch ausgewogen und politisch neutral, „habe ich daran eine schöne Erinnerung.“</p>
<p>Ob er 2013 für den IOC-Vorsitz kandidiert, sagt er natürlich nicht, sondern lediglich, wie so oft: „Ich habe keinen Plan.“</p>
<p>Vielleicht ist alles nur eine Frage der Definition. Was den einen der Plan, sind den anderen die vielfältigen Lebenssachverhalte. Und die können sich allemal günstig gestalten.</p>
<p>Btw: Hatte ich eigentlich schon mal gesagt, wie gut es sich trifft, dass Deutschland gerade einen blau-gelben Außenminister hat? Wie gut sich dies mit ehrgeizigen sportpolitischen Plänen kombinieren lässt? Ich glaube, das ist mal eine andere Geschichte.</p>

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		<title>Hassan Moustafa, Handball, Sportfive, Lobbyismus und Korruption</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 21:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Zu meinen Lieblingsgästen hier im Blog zählt der altruistische <a title="Beiträge zum Pharao" href="http://jensweinreich.de/?cat=258" target="_self"><strong>Pharao Hassan Moustafa</strong></a>, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF. Unermüdlich werkelt er für das Wohl seines Sports, für das Wohl der Familie und &#8211; wer will es ihm verübeln &#8211; auch ein bisschen für das eigene Konto. Bevor ich einige Gedanken zur <a title="SpOn: Moustafa hatte Geheimvertrag mit Vermarktungsagentur" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673558,00.html" target="_blank">Enthüllung von Michael Wulzinger im Spiegel</a> äußere, schlage ich vor, wir hören den Pharao. Denn er hat mir ja nicht nur einmal erklärt, dass es im Sport keine Korruption gibt, ganz einfach, weil der Sport immer sauber ist.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/hassan-moustafa-handball-sportfive-lobbyismus-und-korruption/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Wer mag, kann gern <a title="Umfrage unter Sportfürsten: Braucht der Sport eine WACA?" href="http://jensweinreich.de/?cat=1205" target="_self">die sechs Teile meiner Umfrage</a> unter Weltverbandspräsidenten und IOC-Mitgliedern nachhören (und anschauen). <strong>Es galt, die Frage zu beantworten, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht?</strong></p>
<p>Doch zurück zum Pharao.  Die <a title="SpOn: Moustafa hatte Geheimvertrag mit Vermarktungsagentur" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673558,00.html" target="_blank">Spiegel-Geschichte</a> in Kurzfassung, demnächst wird der gesamte Text aus dem aktuellen Heft ja online verfügbar sein:</p>
<blockquote><p>Hassan Moustafa, der Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hatte über seine nahe Kairo ansässige Firma Sport Group einen geheimen Beratervertrag mit der Sportvermarktungsagentur Sportfive. Demnach zahlte das Hamburger Unternehmen, das bis zum 31. Dezember 2009 die Fernsehrechte des Welthandball-Verbandes verwertete und bis dahin der mit Abstand wichtigste Geschäftspartner der IHF war, dem Spitzenfunktionär <strong>von Oktober 2007 bis zum 31. Dezember 2009 für seine Lobbyistendienste 602.000 Euro</strong>. Mindestens die Hälfte dieses Honorars wurde Moustafa auf ein Privatkonto bei einer Filiale der Bank BNP Paribas in der ägyptischen Stadt Gizeh überwiesen.</p>
<p>Wie es in dem Vertrag heißt, der dem SPIEGEL vorliegt, sollte Moustafa seine &#8220;guten Beziehungen zu Sportorganisationen und ihren Entscheidungsträgern&#8221; sowie zu Mediengesellschaften exklusiv für die kommerziellen Interessen von Sportfive nutzen. Zudem sollte Moustafa Sportfive &#8220;nach besten Kräften in seiner Anstrengung unterstützen, sich die Vermarktungsrechte an bedeutenden Veranstaltungen zu sichern&#8221;.</p></blockquote>
<p>Einige Anmerkungen:</p>
<p><strong>1)</strong> Interessant (oder doch eher wieder typisch) ist zunächst, dass die Enthüllung &#8211; und ich nenne es Enthüllung, wenn ein solcher Vertrag öffentlich wird &#8211; vorab am 23. Januar 2010 veröffentlicht wurde. Deutsche Nachrichtenagenturen haben aber, wenn ich mich nicht täusche, erst am 25. Januar um 9.40 Uhr (SID) bzw. 17.31 Uhr (dpa) darüber berichtet. Hallo? Ich meine, hier geht es nicht um eine beliebige Kleinigkeit, sondern um einen Präsidenten eines olympischen Weltverbandes, um einen vorbelasteten Sportkameraden, der in einer urdeutschen Sportart sein Unwesen treibt, für etliche Skandale und korruptive Umtriebe verantwortlich ist und mächtig abkassiert.</p>
<p>Aber die Zurückhaltung deutscher Agenturjournalisten kann neben allgemeinem Desinteresse an derlei brisanten Themen natürlich auch mit Anordnungen zusammenhängen :), die Stefan Niggemeier gerade dokumentierte: &#8220;<a title="Stefan Niggemeier: Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" target="_self">Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch</a>&#8221;</p>
<p>Nein, ernsthaft: Es liegt ein Vertrag zwischen Moustafa und dem Rechteverwerter vor, den beide Seiten bestätigen, also auch der frühere Sportfive-Geschäftsführer und heutige Ufa Sports-Chef Robert Müller von Vultejus.</p>
<ul>
<li>Sportfive = alter IHF-Vermarkter.</li>
<li>Ufa Sports = neuer Sportvermarkter (Vertrag <a title="Wellnessprogramm für die Sportfamilie" href="http://jensweinreich.de/?p=3928" target="_self">2009 vergeben</a>, Laufzeit 2010-2013, Volumen 60 Millionen Franken).</li>
</ul>
<p>Da gibt es nur eins: Die Geschichte ist zu vermelden. Sie hat Relevanz, und zwar beträchtliche Relevanz.</p>
<p><em>(Wie das mit Vermarktungsverträgen, Bietern und denjenigen, die Verträge vergeben, oftmals läuft, <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://jensweinreich.de/?p=5993" target="_self">habe ich sehr ausführlich hier beschrieben</a>.)</em></p>
<p><strong> 2)</strong> Der Vorgang beweist einmal mehr, wie lächerlich irrelevant die so genannte IOC-Ethikkommission ist. Und wie großzügig das IOC noch unter dem selbst ernannten Null-Toleranz-Präsidenten Jacques Rogge agiert. Daran ändert der Umstand nicht, dass das IOC neuerdings behauptet, <a title="Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?cat=171" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, der in der Familie <a title="Jean-Marie Weber: Ich habe nicht Illegales getan!" href="http://jensweinreich.de/?p=4000" target="_self">nie etwas Illegales getan hat</a> und der nach wie vor für etliche IOC-Mitglieder, deren Verbände und Sportarten arbeitet (Fußball, Leichtathletik etc.), werde <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/Rogge_bans_the_Bagman/rogge_bans_the_bagman.html" target="_blank">nicht mehr zu IOC-Veranstaltungen akkreditiert</a>. (Ich werde mir das in Vancouver anschauen.)</p>
<p><strong>3)</strong> Der Vorgang beweist, dass die von der ISL einst geprägte Praxis des Geben und Nehmen noch immer an der Tagesordnung ist. Wie sagten einst Manager des ISL-Konzerns, der &#8211; nur das wissen wir &#8211; <a title="The ISL bribery system ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">138 Millionen Schweizer Franken Bestechungsgeld</a> an hohe Sportfunktionäre gezahlt hat?</p>
<p>Im ISL-Prozess sagte der ehemalige <a title="Deutschlandfunk: Krumme Geschäfte mit dem Sport" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/" target="_blank">ISL-Finanzchef Hans-Jürg Schmid</a> vor Gericht:</p>
<blockquote><p>„Das ist, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die sich dran halten.“</p></blockquote>
<p>ISL-Vorstand Christoph Malms erklärte damals:</p>
<blockquote><p>„Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts. Ohne das geht es nicht.“</p></blockquote>
<p>In den Prozessunterlagen finden sich etliche andere Aussagen und Beweise. Dies soll heute genügen.</p>
<p><strong>4)</strong> Gemäß dpa von heute (&#8220;<a title="FTD" href="http://www.ftd.de/sport/sportmix/handball/:ihf-praesident-moustafa-weist-vorwuerfe-zurueck/50065391.html" target="_blank">Moustafa weist Vorwürfe zurück</a>&#8220;) hat die IHF inzwischen ein Statement abgegeben, das ich aber weder online finde, noch kann mir ein Kollege, der zurzeit bei der Handball-EM ist, mit einem Schriftstück aushelfen (ich denke, das Original trage ich bald nach). Die dpa schreibt:</p>
<blockquote><p>Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hat Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte zurückgewiesen. Bei dem Vertrag zwischen dem ehemaligen IHF-Sport- und Fernsehrechte-Vermarkter Sportfive und der Firma Sport Group aus Kairo handele es sich um eine &#8220;normale geschäftliche Verbindung&#8221;, betonte der 65-Jährige in einer Verbandsmitteilung am Dienstag. Diese Zusammenarbeit sei Moustafa als Inhaber der Firma eingegangen, und dies habe &#8220;absolut nichts&#8221; mit seiner Funktion als IHF-Präsident zu tun. Zugleich erhielt er Rückendeckung durch den Verband. Die IHF sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Moustafa in allen Belangen korrekt verhalten habe.</p></blockquote>
<p>Ich will das gern auseinandernehmen. Andere werden das demnächst ebenfalls tun, zum Beispiel <a title="www.teamhandballnews.com" href="http://teamhandballnews.com/index.php" target="_blank">Christer Ahl</a>, langjähriger IHF-Schiedsrichterchef, der aus Protest gegen die Machenschaften Hassan Moustafas zurückgetreten ist.</p>
<ul>
<li>&#8220;Angeblich fragwürdig&#8221;? Ein Witz.</li>
<li>&#8220;Normale geschäftliche Verbindung&#8221;? In dieser Branche ja.</li>
</ul>
<p>Tatsächlich aber ist das der <a title="Definition und Formen von Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self">Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil</a> &#8211; und erfüllt damit exakt die <strong>Korruptions-Definition</strong> von Transparency International.</p>
<p>Soviel Klarheit sollte sein. <strong>Korruption ist und bleibt ein illegaler Deal.</strong></p>
<p>Ich finde, das hätte auch im Spiegel besser herausgearbeitet werden können.</p>
<p><strong>5)</strong> Strafrechtlich könnte die Sache für Vermarkter (Sportfive, Ufa Sports) und die entsprechenden Rechtehändler, die Unschuld beteuern, schon noch interessant werden. Ich sage nur: Siemens. Hier mal ein Auszug aus dem Strafgesetzbuch:</p>
<blockquote><p><strong>§ 299 Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr<span id="more-6273"></span><br />
</strong></p>
<p>(1) Wer als Angestellter oder Beauftragter eines geschäftlichen Betriebes im geschäftlichen Verkehr einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er einen anderen bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen im Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs einem Angestellten oder Beauftragten eines geschäftlichen Betriebes einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er ihn oder einen anderen bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen in unlauterer Weise bevorzuge.</p>
<p>(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Handlungen im ausländischen Wettbewerb.</p></blockquote>
<p>Wer selbst in den <a title="Strafgesetzbuch" href="http://bundesrecht.juris.de/stgb/index.html" target="_blank">Paragrafen schmökern möchte</a>. Ich frage mich: Muss die Staatsanwaltschaft Hamburg nach Veröffentlichung des Spiegel-Artikels von Amts wegen ermitteln? Wer ist zuständig oder entziehen sich die Firma Sportfive und deren verantwortliche Manager deutscher Jurisdiktion?</p>
<p><em>Nachtrag:</em> Sportfive veröffentlichte <a title="PM Sportfive" href="http://www.sportfive.com/index.php?id=693&amp;L=1&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=170&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=91&amp;cHash=df06300283" target="_blank">diese PM</a>:</p>
<blockquote><p>In der aktuellen Ausgabe des &#8220;Spiegel&#8221; und auf &#8220;Spiegel Online&#8221; sind Artikel erschienen, die SPORTFIVE unmittelbar betreffen. Die Artikel handeln von Transaktionen und Beratertätigkeiten aus dem Jahr 2007 zwischen SPORTFIVE und der Sport Group, Kairo. Unmittelbar nachdem wir über diesen Sachverhalt informiert und um eine Stellungnahme gebeten wurden, haben wir mit der Überprüfung der Angelegenheit begonnen.</p>
<p>Nach derzeitigem Kenntnisstand gab es zwei Beraterverträge, abgeschlossen im Jahr 2007. Die Personen, die den Vertrag verhandelt und unterzeichnet haben, sind nicht mehr für SPORTFIVE tätig und haben das Unternehmen im Dezember 2007 verlassen. Der Abschluss des im Artikel angesprochenen Vertrags fällt in diesen Zeitraum und damit in die Zeit vor dem Antritt der jetzigen Geschäftsführung.</p></blockquote>
<p><strong>6)</strong> Lustig sind mal wieder die Begrifflichkeiten. Gegenüber Michael Wulzinger orakelt Moustafa über &#8220;Lebenswirklichkeit in meinem Heimatland&#8221;. Deutsche Funktionäre, deren Beraterverträge gelegentlich öffentlich werden, sprechen mitunter von &#8220;<a title="&quot;Vielfältige Lebenssachverhalte&quot; (III)" href="http://jensweinreich.de/?p=2383" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalten</a>&#8220;, und da liegen die Sachverhalte völlig anders.</p>
<p><strong>7)</strong> Das Schlusswort.</p>
<p>Es hat natürlich Hassan Moustafa:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3">:</a></p>
<p>Ging zu schnell?</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3">:</a></p>

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		<title>Antidopingberichte 2008 der deutschen Sportfachverbände</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 17:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Interessante Notiz zwischendurch: Die <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Sportabteilung des BMI</a>, die sich in den vergangenen Jahren doch einige Male vorgeführt fühlte, kommuniziert proaktiv. Noch immer stehen bekanntlich die Antidopingberichte für 2008 aus. Ich meine, wir schreiben das Jahr 2010, demnächst sollen die Spitzensportverbände ihre Berichte für 2009 vorlegen, und der Gesamtbericht für 2008 ist noch immer nicht öffentlich.</p>
<p>Präzise betrachtet wurde der <a title="Antidopingberichte der deutschen Spitzenverbände 2007" href="http://jensweinreich.de/?p=2342" target="_self">Bericht für 2007</a> ja nur von Journalisten veröffentlicht, zuerst von <a title="Holger Schück gestorben" href="http://jensweinreich.de/?p=3553" target="_self">Holger Schück</a>, im Original steht er nur hier.</p>
<p>Ich habe mich leidlich um den Bericht für 2008 bemüht, der derzeit von BMI und DOSB unter Mitwirkung von BVA und NADA aufgehübscht wird. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat <a title="DLF-Beitrag" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1089662/" target="_blank">im Dezember im Sportausschuss</a> angedeutet, dass es mit etlichen Verbänden Probleme gibt. Seither glühen die Drähte. Der Ausschuss will das Thema behandeln, planmäßig aber erst im März.</p>
<p>Und siehe, soeben verkündet das BMI per Presseverteiler:</p>
<blockquote><p><strong>Dr. <a title="Beiträge zu Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?cat=463" target="_self">Christoph Bergner</a>, Parlamentarischer Staatssekretär, zum derzeitigen Stand der Auswertung der Anti-Dopingberichte 2008</strong></p>
<p>Das Bundesministerium des Innern (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben sich auf ein gemeinsames Verfahren verständigt, nach dem die Anstrengungen der Sportfachverbände und Erfüllung ihrer Verpflichtungen bei der Bekämpfung des Dopings im Sport ermittelt und bewertet werden. Dies geschieht in Form der sogenannten Anti-Dopingberichte. Hierbei handelt es sich um Selbstauskünfte der Verbände, die jeweils zum 31. März über das vorangegangene Jahr erhoben werden. Sie werden von der NADA unter Einbeziehung vorhandener Erkenntnisse auf Plausibilität und Schlüssigkeit geprüft und anschließend vom BVA unter zuwendungsrechtlichen Aspekten ausgewertet.</p>
<p>In Auswertung der Anti-Dopingberichte 2008 wurden bei 41 Zuwendungsempfängern (von 60 = 68%) keine Beanstandungen festgestellt. Staatssekretär Dr. Bergner begrüßt ausdrücklich, dass damit die Mehrheit (mehr als Zweidrittel) der Verbände im Berichtsjahr eine vollständige Umsetzung der umfangreichen Vorgaben zur Anti-Dopingbekämpfung erreicht hat.</p>
<p><strong>Bei 19 Zuwendungsempfängern (= 32%) sind Mängel festgestellt worden.</strong> Dabei handelt es sich um &#8211; vielfach formale &#8211; Verstöße aus dem Jahr 2008, die zum Beispiel in der nicht ausreichenden Umsetzung des NADA-Codes in den Satzungen, fehlerhaften Antidopingklauseln in den Arbeitsverträgen der Beschäftigten oder der unzureichenden Durchführung von Wettkampfkontrollen lagen. Hier werden Rückforderungsverfahren eingeleitet. Insgesamt belaufen sich die möglichen Rückforderungen nach heutigem Stand auf gut 200.000 Euro.</p>
<p>Bei einigen Verbänden werden vor Erlass des Rückforderungsbescheides derzeit erneut Anhörungen des BVA durchgeführt. Angesichts der noch laufenden Verwaltungsverfahren können weitergehende Angaben derzeit nicht gemacht werden. Über diesen Sachstand sind heute auch die Obleute im Sportausschuss des Deutschen Bundestages unterrichtet worden.</p>
<p>Verstöße in der Umsetzung des NADA-Codes oder gegen Auflagen in den Zuwendungsbescheiden werden mit diesen Rückforderungen konsequent verfolgt. Damit unterstreicht die Bundesregierung ihren Grundsatz, Steuergelder nur sauberem Sport bei konsequenter Dopingbekämpfung zur Verfügung zu stellen. Diese deutlichen Sanktionen sind schmerzhaft für die verstoßenden Verbände, werden zugleich Signalwirkung für die Zukunft haben und die Verbände zu einer noch konsequenteren Beachtung der Anti-Doping Regelungen anhalten.</p></blockquote>
<p>Soweit zu den Behauptungen des BMI.</p>
<p>Was die Ministerialen und Sportpolitiker, die von Steuermitteln leben, natürlich immer noch nicht begreifen und in ihrer Arroganz nicht begreifen wollen: Dass dieser Bericht, das alle Berichte schon längst öffentlich sein müssten &#8211; im Internetz.</p>

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		<title>Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 14:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Stunde tagt noch der Sportausschuss des Bundestages zur Vorbereitung des deutschen Teams auf die Olympischen Winterspiele in Vancouver (Medaillenziel: Nummer eins in der Nationenwertung) und zum Spitzensport-Haushalt 2010. Vorab oder parallel, egal, hier mal die Zahlen, diesen Umsonst-Service gibt es wie immer mit Originaldokumenten. Zunächst eine Übersicht der Förderung aus allen Bundesministerien. Aus Zeitgründen nur [...]]]></description>
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<p>Zur Stunde tagt noch der Sportausschuss des Bundestages zur Vorbereitung des deutschen Teams auf die Olympischen Winterspiele in Vancouver (Medaillenziel: Nummer eins in der Nationenwertung) und zum Spitzensport-Haushalt 2010. Vorab oder parallel, egal, hier mal die Zahlen, diesen Umsonst-Service gibt es wie immer mit Originaldokumenten.</p>
<p>Zunächst eine Übersicht der Förderung aus <strong>allen Bundesministerien</strong>. Aus Zeitgründen nur als Bild-Datei, nicht als feine Tabelle:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6327" title="Sportförderung Bund 2010, Plan" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/bund-sport-2010-blog.gif" alt="" width="540" height="467" /></p>
<p>Nun die Übersicht der Förderung aus den Mitteln des <strong>BMI</strong>:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6328" title="BMI Sportförderung, Übersicht, Plan 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/bmi-sport-2010-blog.gif" alt="" width="540" height="642" /></p>
<p>Nun etwas detaillierter.</p>
<ul>
<li>Die <a title="Bund Sportförderung 2010, Plan" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/bund-gesamt-2010-blog.pdf" target="_blank">Sportförderung des Bundes</a> &#8211; alle Ministerien &#8211; aufgeschlüsselt in Einzelposten für 2010 (pdf, 12 Seiten, 600 KB)</li>
<li>Die <a title="BMI Sportförderung Plan 2010" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/bmi-ausarbeitung-2010-blog.pdf" target="_blank">BMI-Förderung 2010</a> im Detail (pdf, 29 Seiten, 2,3 MB)</li>
</ul>

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		<title>München 2018: Christian Ude und die &#8220;Kniffe der propagandistischen Darstellung&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 18:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p><em>Achtung, Überlänge:</em> Ich konnte vergangenen Freitag leider nicht beim Neujahrsempfang des DOSB in Frankfurt/Main sein. Und werde morgen leider auch nicht die Pressekonferenz der Münchner Olympiabewerber in München besuchen können. Frankfurt und München sind doch ein bisschen weitab vom Schuss, und mir fehlen die Sponsoren für all die teuren und zeitaufwendigen Reisen. Leipzig war damals bequemer. Doch egal, ich will nicht klagen, im Grunde bleiben wir hier ja durchaus auf dem Laufenden, wenngleich ich den Herrschaften gern energischer auf die Pelle rücken würde, so wie damals in Leipzig.</p>
<p>Für Hartgesottene wieder eine Lektüre: Jener Teil der Rede von Münchens Oberbürgermeister <strong>Christian Ude</strong> (SPD) auf dem Neujahrsempfang, den der DOSB-Pressedienst gerade dokumentiert hat. Klingt kampfeslustig wie immer, aber auch ziemlich angefressen. Kampfeslustig muss er sein, weil er es ja nicht nur, wie es in seinem Vortrag anklingt, mit renitenten Umweltschützern, Grünen, Christsozialen und unverbesserlichen Journalisten zu tun hat, sondern weil er &#8211; wie oft genug aus zuverlässigen Quellen verlautet &#8211; mitunter sehr verärgert gewesen sein soll über den DOSB. Aber er würde es sicher nie öffentlich zugeben. Schließlich ist der Sportbund Mehrheitsgesellschafter (allerdings ohne entsprechend mehr für die Party zu zahlen, zahlen die überhaupt?).</p>
<blockquote><p><strong>Münchens Oberbürgermeister Ude: „Wir werden alle Register ziehen“</strong></p>
<p><em>Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und Vizepräsident des Deutschen Städtetages, hielt die Ansprache beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes am 22. Januar im Frankfurter Römer. Sein Thema: die Bewerbung Münchens und Garmisch-Partenkirchens um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018. Als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ging Ude dabei vor den rund 300 Gästen des Empfangs im Kaisersaal auch auf jüngste Kritik an der Bewerbung ein. Wir veröffentlichen die Rede in Auszügen.</em></p>
<p>„ (&#8230;) Man kann natürlich bei einem Thema wie der olympischen Bewerbung vor einem so sportbegeisterten Publikum wie diesem einfach im Konsens baden oder aber auch den einen oder anderen Widerspruch draußen aufgreifen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich tendiere zur zweiten Möglichkeit, weil es einfach interessanter ist und auch aktuell geboten.</p>
<p>Denn vielleicht haben Sie (&#8230;) gelesen, dass es <a title="München 2018. Studie der FH, Annäherung an die Wahrheit?" href="http://jensweinreich.de/?p=6230" target="_self">ganz triste Nachrichten</a> um die Bewerbung geben soll: (&#8230;) dass es leider nur eine ganz kümmerliche (&#8230;) Mehrheit von 57 Prozent der Garmischer gibt, die für die Spiele sind, während eine beeindruckende (&#8230;) Zahl von 27 Prozent kritisch gegenüberstehen. Das ist mir relativ neu, dass 57 Prozent Mitleid erregend und 27 Prozent imposant sind, aber man kann mit einigen Kniffen der propagandistischen Darstellung natürlich ein gewünschtes Meinungsbild herbei schreiben. Wenn man bedenkt, dass 16 Prozent noch keine Meinung haben, ergibt sogar diese Umfrage eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Und das in einer Situation im November vergangenen Jahres, als die örtliche CSU noch ein Bürgerbegehren gegen Olympia propagiert hat. (&#8230;)</p>
<p>Vielleicht sind wir Kommunalpolitiker einfach bescheidenere Leute – aber ich war mit Zwei-Drittel-Mehrheiten immer ganz zufrieden.</p>
<p>Die Stimmung ist ja in Wahrheit beglückend, wenn ich daran erinnern darf, was alles seit dem 8. Dezember 2007 geschehen ist, als der Deutsche Olympische Sportbund sich einstimmig hinter die Münchner Bewerbung gestellt hat. (&#8230;) Das war die Initialzündung an die Stadt München, an die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und an den Landkreis Berchtesgadener Land, sich um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 zu bewerben.</p></blockquote>
<p>Kurze Unterbrechung, so habe ich damals die DOSB-Mitgliederversammlung in Hamburg erlebt und für die <a title="BLZ vom 10. Februar 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/1210/sport/0005/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a> beschrieben:</p>
<p><strong>Todernste Begeisterung</strong></p>
<p><em>Auf einem Konvent der inhaltlichen Leere beschließt der DOSB die Olympiabewerbung 2018</em></p>
<p>HAMBURG. Um 13.58 Uhr packte Rudolf Scharping seine Sachen. Die Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war noch lange nicht beendet, als Scharping beschwingt aus dem Börsensaal der Hamburger Handelskammer schlenderte. Er hatte genug gehört, korrekter muss es allerdings heißen: Er hatte gar nichts gehört. Denn, rein theoretisch: Hätte man sich nicht vorstellen können, dass der DOSB die erdbebenartigen Skandale des Jahres 2007 thematisiert? Dass die Blutdopingpraktiken der Freiburger Universitätsmedizin, seit Jahrzehnten enger Partner des DOSB und seiner Vorgänger DSB/NOK, in angemessener Weise gewürdigt werden? Etwa in einem Überblick zum Stand der Ermittlungen und möglichen Maßnahmen des Sports? Dass das systematische Doping im Team Telekom, im Radsport überhaupt, verhandelt wird? Das Chaos in der Nationalen Antidopingagentur Nada und in den Verbänden wegen Hunderter verpasste Trainingskontrollen? Die mangelnde Bereitschaft der Spitzenverbände, im kommenden Jahr höhere Kosten für Dopingkontrollen zu begleichen? Oder, weil es ja auch um die Winterspiele 2018 ging: Das Vermarktungsdesaster des Deutschen Skiverbandes &#8211; wurde das etwa thematisiert?</p>
<p>Nein, davon hat Rudolf Scharping, Präsident des unsäglichen Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nichts gehört. Sicher, einige Punkte wurden in der Rede des DOSB-Präsidenten Thomas Bach mit wenigen Worten gestreift. Das meiste aber blieb gänzlich unerwähnt. Niemand wurde kritisiert. Nichts wurde aufgearbeitet. Eine Debatte fand nicht statt. Kein Wunder, dass Scharping lächelnd abmarschieren konnte.</p>
<p><em>100 Prozent Zustimmung</em></p>
<p>Bach sprach von einem Bewusstseinswandel, der nötig sei; regte an, keine Rekordprämien mehr zu zahlen; auf Tempomacher, so genannte Hasen, in der Leichtathletik zu verzichten; im Fernsehen keine Weltrekordmarken mehr einzublenden. Kurzum: Er klaubte ein paar Forderungen zusammen, auf die er nicht das Copyright hat. Forderungen, die von kritischen Geistern in den Medien, in der Wissenschaft, sogar im Sport teilweise seit Jahrzehnten vorgebracht werden, ohne dass Funktionäre vom Schlage Bach dies jemals unterstützt hätten. Und schließlich zwirbelte Bach Halbsätze wie diesen: Er behauptete, deutsche Athleten würden die &#8220;Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports&#8221; unterstützen.</p>
<p>So sieht sie also aus, diese &#8220;Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports&#8221;: Keine Debatte. Das Ausblenden elementarer Sachverhalte. Keinerlei Rechenschaftslegung. Keine Rechenschaftsforderung an jene &#8211; und davon saßen viele im Börsensaal &#8211; die lange Jahre mit Dopern kollaborierten.</p>
<p>In seiner inhaltlichen Leere war es ein beängstigender Konvent. Draußen auf den Fluren, aber nur dort, konnte man es von den Delegierten hören, wenn man hören wollte: Es sei ja kein Wunder, dass es so zugehe; wer hier seine Meinung sage und kritisiere, der habe bald nichts mehr zu sagen &#8211; aber bitte, nicht zitieren! Keiner wollte seinen Namen in der Zeitung sehen. Man frage nach bei Helmut Digel: Wer Wahrheiten formuliert, verliert rasant schnell Einfluss und Posten.</p>
<p>Zu welchem Tagesordnungspunkt auch immer, ob nun zur Münchner Olympiabewerbung oder zur Einführung des Deutschen Sportausweises, wenn sich überhaupt jemand zu Wort meldete aus dem Plenum, dann lieferte er, wie bestellt, eine Grußadresse ab. Hier saßen die Vertreter von 27,5 Millionen Vereinsmitgliedern. Es war eine gespenstische Atmosphäre, die ihren Höhepunkt erreichte, als Bach in der München-Frage Einmütigkeit abverlangte: &#8220;Deshalb rufe ich Ihnen zu, stimmen Sie zu! Wenn wir alle begeistern wollen, müssen wir zunächst selbst begeistert sein! Zeigen Sie Ihre Begeisterung nicht nur mit Ihrer Stimmkarte, zeigen Sie sie mit voller Begeisterung.&#8221;</p>
<p>Daraufhin gab es etwa fünf Sekunden braven Applaus.</p>
<p>Anschließend zückten, wie erwartet, sämtliche Delegierten ihre Kärtchen und erklärten München mit seinen beiden Partnern Garmisch-Partenkirchen und Schönau zum Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2018. Eher zögernd erhoben sich die Funktionäre und applaudierten im Stehen, damit dieser Moment für die Nachwelt festgehalten werden konnte, denn so war es geplant: Einmütigkeit im deutschen Sport. Als Synonyme ließen sich in beliebiger Anzahl und Kombination auch Begriffe wie Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit, Feigheit, Bequemlichkeit, Ideenlosigkeit, Geistlosigkeit, Opportunismus, Oberflächlichkeit verwenden.</p>
<p>Während der anschließenden Kaffeepause wurde nicht etwa vergnügt geplaudert. Es blieb auffällig ruhig &#8211; als sei es den Sportkameraden doch peinlich gewesen, hundertprozentig einer Meinung gewesen zu sein. In einer Ecke sprach Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Mikrofone und erklärte mit todernster Miene seine Begeisterung über die Begeisterungsfähigkeit des deutschen Sports.</p>
<p><em><span id="more-6317"></span>Das alte Bewerbungs-Muster</em></p>
<p>München geht also auf die lange Reise. Die offizielle Bewerbung wird vom Deutschen Olympischen Sportbund erst Ende 2009 beim IOC eingereicht. Bis dahin muss unter anderem das Bewerbungsbudget gesichert werden. Die Rede ist von 30 Millionen Euro, und es wird wie immer interessant zu beobachten sein, ob und in welcher Höhe sich die Wirtschaft an der Finanzierung beteiligt. Vom Sport kommt natürlich kein Geld. In der Regel muss der Steuerzahler den Löwenanteil einbringen. Gesucht wird auch noch ein wettkampftaugliches Bewerberteam. Wer soll den Geschäftsführer geben, der international punkten kann? Schließlich wäre es interessant zu wissen, wie München künftig in der Öffentlichkeit Begeisterung schüren will, wenn schon die Präsentation vor dem DOSB so fade, langweilig und uninspiriert geriet.</p>
<p>Natürlich hat wieder der Münchner PR-Mann Andreas Abold die Darbietung arrangiert. Wie schon für die Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wie schon für Leipzigs Olympiakandidatur vor dem NOK im April 2003, wie schon für Südafrikas WM-Bewerbung 2010, wie zuletzt für die deutsche Bewerbung um die Frauenfußball-WM 2011. Doch Masse bedeutet nicht zwangsläufig Klasse. Die Filmchen sind immer nach demselben Muster gestrickt. Und am Ende erfleht meistens irgendein Prominenter die Unterstützung der Wahlberechtigten. Diesmal war es die unvermeidliche Gold-Rosi Mittermeier, die nicht viel mehr stammelte als: &#8220;Bittebittebitte. Damit wir beim IOC &#8216;nen guten Eindruck hinterlassen, jetzt geht&#8217;s darum, einstimmig abzustimmen.&#8221;</p>
<p>Nichts leichter als das. Die Anweisungen in diesem drittklassigen DOSB-Drehbuch wurden bis ins letzte Detail befolgt.</p>
<ul>
<li>Weiter im Text von <strong>Christian Ude</strong>:</li>
</ul>
<blockquote><p>Wir haben seit diesem Votum des Deutschen Olympischen Sportbundes die Bewerbung in Fahrt gebracht. (&#8230;) Und wenn Ihnen manchmal der Eindruck vermittelt wird, es gebe da ein Kopf-an- Kopf-Rennen von Befürwortern und Gegnern, darf ich Ihnen doch einmal die Tatsachen vorführen, die in den Medien nicht immer ganz klar herüberkommen. In der Landeshauptstadt hat sich der Stadtrat mit 95 Prozent der Stimmen für die Olympiabewerbung ausgesprochen, das waren also nicht nur die SPD und die CSU, das waren auch die FDP und natürlich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. (&#8230;)</p>
<p>Die Voten im Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen und im Landkreisrat von Berchtesgaden <a href="http://jensweinreich.de/?p=5834">waren ebenfalls überwältigend</a>. Und ich finde, in einer <a href="http://jensweinreich.de/?p=2884">Demokratie</a> spielt es auch eine Rolle, dass sich der Bayerische Landtag mit 90 Prozent der Mehrheit für die Bewerbung ausgesprochen hat und der <a href="http://jensweinreich.de/?p=4064">Deutsche Bundestag mit über 80 Prozent</a>.</p>
<p>Ich frage mich wirklich, wie viel Mehrheit und wie viel Bevölkerungs-Zustimmung und wie viel <a href="http://jensweinreich.de/?p=4073">Parlamentsbeschlüsse</a> denn noch beigebracht werden sollen, bis auch <a href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/">die wenigen akzeptieren</a>, dass dies tatsächlich eine auf breiter Mehrheit mitgetragene deutsche Bewerbung ist. Ich weiß es nicht, was noch fehlt. (&#8230;)</p>
<p>Die Bewerbung hat zum Glück auch <a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesichter</a>. Seit dem 15. November steht Willy Bogner als Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft vor. Ich halte diesen Personalvorschlag, den Dr. Bach gemacht hat, für wirklich phantastisch. (&#8230;) Bogner stellt sein ganzes Renommee als Weltmeister, als Wintersportfan, als erfolgreicher Unternehmer, als Kommunikator zur Verfügung und wirft es in die Waagschale. Das hat der Bewerbung Schwung gegeben.</p>
<p>Genauso wie die <a href="http://jensweinreich.de/?p=5144">Vielzahl von Sportbotschaftern</a>, die sich für die Bewerbung einsetzen. Da sind alle großen Namen des deutschen Wintersports aus den vergangenen Jahrzehnten dabei, aber auch viele Vertreter des Sommersports. Ich fand, dass es eine gute Wahl war, dass mit Katarina Witt nicht nur eine international bekannte Wintersportlerin das Kuratorium leitet, sondern dass sie auch die gesamtdeutsche Dimension der Bewerbung deutlich macht. (&#8230;)</p>
<p>Die Frage nach dem Nutzen wird uns immer wieder gestellt. Vor allem dann, wenn <a href="http://jensweinreich.de/?p=2889">Kostenfragen in die Gemeindeparlamente oder in Landtag und Bundestag kommen</a>. (&#8230;) Das Interesse der internationalen Öffentlichkeit wird auf Deutschland, auf Bayern, auf München gelenkt und wir können uns mit Eigenschaften wie Sportbegeisterung und Gastfreundschaft präsentieren. Aber auch (&#8230;) mit ökologischen Anliegen und Pioniertaten, die diese Bewerbung auszeichnen werden. Ich finde die Kritik von Umweltschützern, deren Anliegen ich ja verstehe und teile, auch in diesem Punkt eher ungerecht. (&#8230;)</p>
<p>Ich denke, dass wir gerade jetzt in diesen Wochen am Beispiel Vancouver sehen können, wie ein Land die olympische Bewerbung und die Ausrichtung von Spielen umfangreich nutzen kann. Das wird gemacht mit der Kampagne „Invest in Canada“. Das gesamte diplomatische Korps Kanadas wird weltweit eingesetzt, um zu werbenden Veranstaltungen für Kanada einzuladen, die natürlich nur wegen der Olympischen Spiele jetzt die entsprechende Resonanz finden.</p>
<p>Aber es ist schon wahr, dass es Olympische Spiele nicht zum Nulltarif gibt. Das ist keine Freifahrt. Das haben wir auch nie behauptet. Aber wir haben zunehmende Erfolge bei dem Bemühen, die Kosten der Bewerbung tatsächlich mit Sponsoren zu regeln und nicht mit öffentlichen Geldern. (&#8230;) Sie werden, das verspreche ich Ihnen, in den nächsten Wochen Schlag auf Schlag von weiteren Großsponsoren erfahren, die sich zur Unterstützung dieser Bewerbung entschlossen haben.</p>
<p>Und was die Anstrengungen der öffentlichen Hand angeht, sollten wir auch mehr von den Vorteilen reden (&#8230;).</p>
<p>München zum Beispiel hat eigentlich nur ein wirklich bedrückendes Problem: den Wohnungsmangel. Wir haben die Chance, dank der olympischen Bewerbung vom Bund ein Areal des Verteidigungsministeriums zu erhalten und dort ein ökologisch vorbildliches Olympisches Dorf zu errichten, (&#8230;) das dann dem Münchner Wohnungsmarkt 1.100 Wohneinheiten auf einen Schlag zur Verfügung stellt. (&#8230;)</p>
<p>Genauso gibt es für Garmisch Vorzüge, wieder als Wintersportort weltweit in den Blickpunkt gerückt zu werden, neue Sportstätten zu erhalten und Verbesserungen der öffentlichen Verkehrsanbindung im Schienenverkehr oder Tunnel, die seit Jahrzehnten gefordert werden. Das wird sich im Laufe der kommenden Diskussionen auch vor Ort herumsprechen und sicherlich aus der Zwei-Drittel-Mehrheit eine Drei-Viertel-Mehrheit finden. Und ich verspreche Ihnen eines: Wenn es zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2018 kommt, wird sich, so ist es nun einmal um das politische Kurzzeitgedächtnis bestellt, niemand mehr daran erinnern können, jemals dagegen gewesen zu sein. Es wird nur noch ein Gerangel um die Platzkarten geben. (&#8230;)</p>
<p>Ich kenne keine andere Möglichkeit, so viele Völker der Welt zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu motivieren, die Jugend der Welt auf gemeinsame Spielregeln zu verpflichten (&#8230;). Dies zu negieren und nur noch ein Haar in der Suppe zu finden, weil man damit große Medienresonanz erzielen kann, halte ich nicht nur für leichtfertig, sondern für ausgesprochen dumm. (&#8230;)</p>
<p>Am 12. Februar werden wir in Vancouver Erfahrungen machen und dann hoffentlich am 2. März deutsche Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner (&#8230;) am Schwabinger Siegestor ehren und auf dem Rathausbalkon begrüßen können. Ich denke, dass da die Sportbegeisterung des Publikums in einer Großstadt dann auch im Fernsehen zu besichtigen sein wird. Am 15. März werden wir das Mini Bid Book abgeben. Im Juli werden die Bewerberstädte benannt, dass wir eine Candidate City werden, erscheint mir ziemlich sicher, und dann haben wir hart zu arbeiten, um 2011 im Januar das 500 Seiten starke zweite Bewerbungsdokument abzugeben. Bis dahin können noch letzte Detailfragen, die jetzt noch als Sand im Getriebe empfunden werden, sich in Wohlgefallen auflösen. Und dann gibt es am <a href="http://jensweinreich.de/?p=4485">6. Juli 2011 die Entscheidung in Durban</a>.</p>
<p>Ich kann Ihnen versprechen (&#8230;): Wir werden bis zu diesem Tag alle Register ziehen, um eine optimale Bewerbung abzuliefern und auch ein freundliches Umfeld zu schaffen, die Sportbegeisterung zu dokumentieren und den völkerverbindenden Charakter Olympischer Spiele im In- und Ausland zu propagieren. Sie sind dabei als Repräsentanten des Sports mit die wichtigsten Multiplikatoren, die wir haben. Ich darf Sie um Ihre weitere Mithilfe bitten und mich schon heute ganz herzlich dafür bedanken.“</p></blockquote>
<p><em>Sämtliche Kürzungen wurden von der DOSB-Pressestelle vorgenommen. Ich habe nur einige Fehler korrigiert, verlinkt &#8211; und mir, was schwer fiel, Kommentare verkniffen.</em></p>

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		<title>Public Eye Awards 2010: Das IOC als übelstes Unternehmen des Jahres?</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 07:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist drauf und dran, mal wieder einen einzigartigen Preis einzufahren. Nein, diesmal geht es nicht um gelegentliche feuchte Träume vom Friedensnobelpreis. Vor einem Jahr errang das IOC den Titel &#8220;intransparentestes Unternehmen der Welt&#8220;. Dieser Tage, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, wo sich führende IOC-Mitglieder traditionell gern unter die ganz Wichtigen [...]]]></description>
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<p><a href="http://www.publiceye.ch/de/vote"><img class="alignleft size-full wp-image-6283" title="Voting Public Eye Awards 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/img-180-242-de_.gif" alt="" hspace="5" vspace="5" width="180" height="242" align="left" /></a>Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist drauf und dran, mal wieder einen einzigartigen Preis einzufahren. Nein, diesmal geht es nicht um gelegentliche <span style="text-decoration: line-through;">feuchte</span> Träume vom <a title="tag: Friedensnobelpreis" href="http://jensweinreich.de/?s=friedensnobelpreis" target="_self">Friedensnobelpreis</a>. Vor einem Jahr errang das IOC den Titel &#8220;<a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">intransparentestes Unternehmen der Welt</a>&#8220;. Dieser Tage, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, wo sich führende IOC-Mitglieder traditionell gern unter die ganz Wichtigen mischen (und wo Sepp M. Blatter, der Friedensnobelpreisträger in spe, diesmal u.a. den südkoreanischen Staatspräsidenten trifft), könnte einer der <a title="Public Eye Awards" href="http://www.publiceye.ch/de/about/was-sind-die-public-eye-awards" target="_blank">Public Eye Awards</a> für die &#8220;übelsten Unternehmen des Jahres&#8221; hinzukommen.</p>
<p>Die Chancen auf den Einzug in die <strong>Hall of Shame</strong> sind passabel. Das IOC befindet sich in unguter Gesellschaft, wie man der Kandidatenliste entnehmen kann, und hat es souverän in die Endrunde geschafft. Wer mag, kann noch mit abstimmen, einfach auf den Button links klicken &#8211; gefragt ist der mündige Bürger.</p>
<ul>
<li>Die <a title="Nominierungen PEA 2010" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/Uebersicht_Nominierungen_d_PEA.pdf" target="_blank">Nominierungen</a> für die Public Eye Awards 2010</li>
<li>Die <a title="PEA 2010, IOC" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/IOC_de.pdf" target="_blank">Begründung</a> für das IOC</li>
</ul>
<p>Auszug aus der Begründung, mit einem schönen Gruß nach Garmisch-Partenkirchen, Schönau und Oberammergau:</p>
<blockquote><p>Konzernmanieren unter dem Vereinsdeckmäntelchen: Das in Lausanne ansässige International Olympic Committee (IOC) ist ein weltumspannender Verband, der – auch durch seine Holding-Struktur durchaus vergleichbar mit Grossunternehmen – über sehr viel Macht und Geld verfügt. Mit der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2010 an Kanada vertreibt das IOC nun einen Grossteil der indigenen Bevölkerung rund um den Austragungsort Vancouver. Denn die Spiele werden auf unabgetretenem indianischem Land ausgetragen. Das hat verheerende Folgen für Mensch und Umwelt: Riesige Flächen an Naturlandschaften und Rückzugsorten für Wildtiere wurden dem Aus- oder Neubau von Autobahnen, Wintersportzentren und anderer Infrastruktur geopfert. Die Obdachlosigkeit in der Region Vancouver hat sich seit der Vergabe der Spiele verdreifacht, wovon vor allem die „First Nations“ betroffen sind. Es ist verwerflich, dass global operierende Konzerne an den Spielen Millionen verdienen, während lokale soziale Versprechen nicht eingehalten werden. Die betroffene Bevölkerung wird in ihren Ghettos und Reservaten sich selbst überlassen.</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/25/public-eye-awards-2010-das-ioc-als-ubelstes-unternehmen-des-jahres/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>

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</ul>
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		<title>Die NADA: Ping-Pong-Diplomatie unter Sportsfreunden?</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 08:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2010%252F01%252F08%252Fdie-nada-ping-pong-diplomatie-unter-sportsfreunden%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Die%20NADA%3A%20Ping-Pong-Diplomatie%20unter%20Sportsfreunden%3F%22%20%7D);"></div>
<p><em>Wie glaubwürdig, wie effektiv, wie professionell ist die Arbeit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA)? Selbst in Ländern wie Russland oder Jamaika bleiben mehr namhafte Doper im heimischen Kontrollnetz hängen. Gegen den ethischen Wandel im deutschen Hochleistungssport sprechen akademische Studien.</em></p>
<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p>
<p>Zu den  ersten Amtshandlungen von Ulrike Spitz, Sprecherin der Nationalen  Antidopingagentur (NADA), gehörte im neuen Jahr ein Anruf bei der Münchner  Staatsanwaltschaft I. Die Schwerpunkt-Ermittler in Dopingfragen, die bei den  Kollegen in Wien Amtshilfe erbeten haben, wollen die Frage klären, ob auch  deutsche Spitzenathleten im Nachbarland bei der Blutbank Humanplasma ihr Blut  auffrischten. Ihre Auskunft an Spitz: „Aktuell besteht keinerlei Bezug zu  deutschen Sportlern.“ Weder habe die Wiener Staatsanwaltschaft Hinweise, noch  das österreichische BKA.</p>
<p>Erich Vogl vom in dieser Sache bestinformierten  Wiener „Kurier“ irritiert das nicht. „<a title="Kurier vom 19. Dezember 2009" href="http://kurier.at/sport/1964471.php" target="_blank">Blutspur nach Deutschland</a>“ titelte er  zuletzt im Dezember, und dabei bleibt er: „Nach unserer Recherche wurden bei  der Polizei deutsche Kunden benannt. Die Quelle ist absolut seriös.“ Vogl  vermutet, den Wiener Fahndern, die Delikten wie Untreue und  Steuerhinterziehung nachgehen, sei es „relativ egal“, ob Deutsche in Wien  dopten – „jedenfalls im Moment“. Auch die NADA ahnt, dass ihr noch  Informationen zufallen könnten. „Wir sind“, formuliert Spitz, „ständig in  Bereitschaft.“</p>
<p>Die heikelste Offenbarung über die deutsche Dopingszene  könnte also gut darauf zurückgehen, dass zwei Staatsanwaltschaften im  ansonsten abgeriegelten Reich des Sports ermitteln. Die Bonner Zentrale der  Betrugsbekämpfung kann nur reagieren. Das ist ähnlich verräterisch wie die  aktuellste Mitteilung auf der NADA-Homepage: Ulrike Spitz, auch  stellvertretende Geschäftsführerin, <a title="Ulrike Spitz verlässt die NADA" href="http://www.nada-bonn.de/nc/aktuelles/nachrichten/artikel/artikel/ulrike-spitz-verlaesst-die-nada/4/?cHash=d355b9fd55" target="_blank">verlässt die Stiftung</a> nach drei Jahren zum  1. Februar. Es ist der zweite plötzliche Abschied, seit Mitte 2008 der gerade  mal ein Jahr amtierende Geschäftsführer das Handtuch warf.</p>
<p>Auch diesmal  herrscht offiziell „Bedauern“. Spitz sagt, sie habe „ein gutes Angebot“. Das  klingt nicht nach einem Beben wie Anfang 2007, als die NADA mit veritablen  Pannen bei Dopingkontrollen in die Krise rutschte. Aber der Abgang von Spitz,  die mit einer Präventionstour durch die Eliteschulen des Sports der NADA Lob  eintrug, legt doch den Verdacht nahe, dass sich etwas angesammelt hat in der  Schaltstelle der Dopingwächter.</p>
<p><span id="more-6187"></span>Manches ist von außen erkennbar, zum  Beispiel der Mangel an Nachrichten aus dem Kerngeschäft, der Überführung von  Sündern – ein Gegensatz zu ambitionierten Ankündigungen für 2009. Man habe da  einiges in petto, ließ NADA-Geschäftsführer Göttrik Wewer <a title="Notizen vom Sportausschuss (7): Dopingkontrollen und Datenschutz" href="http://jensweinreich.de/?p=3587" target="_self">im April im  Bundestag anklingen</a>, beobachte verdächtige Top-Athleten „seit längerer Zeit“.  Im Mai, bei der Jahrespressekonferenz, klopfte man sich selbst auf die  Schulter. Als Vorbild für andere Länder gelte die NADA: 1.700 Athleten in  Meldepflicht, so viele wie nirgendwo sonst, jährlich 8.000 „intelligente“  Trainingstests, dazu Analysen von eingefrorenen Proben und Blutprofilen für  indirekte Nachweise.</p>
<blockquote><p>NADA-Übersichten aus dem Beitrag &#8220;<a title="Dopingkontrollen bei deutschen Schwimmern" href="http://jensweinreich.de/?p=4423" target="_self">Dopingkontrollen bei deutschen Schwimmern</a>&#8221;</p>
<table style="width: 360pt; border-collapse: collapse;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="480">
<colgroup span="1">
<col style="width: 60pt;" span="6" width="80"></col>
</colgroup>
<tbody>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl77" style="border-right: black 1pt solid; border-top: windowtext 1pt solid; border-left: windowtext 1pt solid; width: 360pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: transparent; text-align: center;" colspan="6" width="480" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>NADA-Kontrollen in Deutschland</strong></span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl71" style="border-right-width: 0.5pt; border-right-style: solid; border-top-width: initial; border-top-style: initial; border-left-width: 1pt; border-left-style: solid; border-bottom-width: 0.5pt; border-bottom-style: solid; height: 15pt; background-color: #9bbb59; text-align: center; border-color: windowtext;" height="20"><span style="font-family: Calibri;"><span style="font-size: small;"><strong>NADA-Jahresberichte</strong></span></span></td>
<td class="xl72" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #9bbb59; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>TK Urin</strong></span></td>
<td class="xl72" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #9bbb59; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>TK Blut</strong></span></td>
<td class="xl72" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #9bbb59; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>TK gesamt</strong></span></td>
<td class="xl72" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #9bbb59; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>TK für Dritte</strong></span></td>
<td class="xl73" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #9bbb59; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>WK</strong></span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl70" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="20"><strong><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><a title="Jahresbericht 2008" href="http://www.nada-bonn.de/fileadmin/user_upload/nada/Downloads/Dopingbilanzen/090508_NADA_Jahresbericht-2008.pdf" target="_blank">2008</a></span></strong></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">6882</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">1142</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">8026</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">342</span></td>
<td class="xl67" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4900</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl80" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><strong><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><a title="Jahresbilanz 2007" href="http://www.nada-bonn.de/fileadmin/user_upload/nada/Downloads/Dopingbilanzen/080710_NADA_Jahresbericht-2007.pdf" target="_blank">2007</a></span></strong></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4596</span></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">276</span></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4872</span></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">445</span></td>
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4661</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl70" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="20"><strong><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><a title="Jahresbilanz 2006" href="http://www.nada-bonn.de/fileadmin/user_upload/nada/Downloads/Dopingbilanzen/070712_NADA_Jahresbericht_2006_korrigiert.pdf" target="_blank">2006</a></span></strong></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4517</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">0</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4517</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">219</span></td>
<td class="xl67" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">3679</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl80" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><strong><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><a title="Dopingbilanz 2005" href="http://www.nada-bonn.de/fileadmin/user_upload/nada/Downloads/Dopingbilanzen/NADA_Doping-Bilanz-2005.pdf" target="_blank">2005</a></span></strong></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4482</span></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">0</span></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4482</span></td>
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">197</span></td>
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">3839</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 15.75pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="21"><strong><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><a title="Dopingbilanz 2004" href="http://www.nada-bonn.de/fileadmin/user_upload/nada/Downloads/Dopingbilanzen/NADA_Doping-Bilanz-2004.pdf" target="_blank">2004</a></span></strong></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4282</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">0</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4282</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">135</span></td>
<td class="xl69" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">4456</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Diese Kontrollen bezogen sich jeweils auf rund 8000 deutsche Kaderathleten. Die NADA unterscheidet seit Januar 2009 diese neuen Testpools:</p>
<ol>
<li>
<div><strong>RTP, Registered Testpool</strong>: A-Kader-Athleten der Sportarten mit Gefährdungsstufe I sowie Athleten, die einem internationalen Testpool ihres internationalen Verbandes angehören &#8211; etwa <strong>500 Athleten</strong></div>
</li>
<li>
<div><strong>NTP, Nationaler Testpool</strong>: A-Kader-Athleten der Sportarten mit Gefährdungsstufe II und Gefährdungsstufe III &#8211; etwa <strong>1100 Athleten</strong></div>
</li>
<li>
<div><strong>ATP, Allgemeiner Testpool</strong>: B-, C-, D/C- und D-Kader-Athleten &#8211; rund <strong>7000 Athleten</strong></div>
</li>
</ol>
</blockquote>
<p>All die Akribie hat, so scheint’s, wenig ausgerichtet:  ein paar positive Fälle aus dem Radsport, eine Schwimmerin oder ein  Regionalliga-Kicker fielen auf. Kleine Fische, oft bei Wettkämpfen erwischt.  Selbst in Ländern wie Russland oder Jamaika bleiben mehr namhafte Doper im  heimischen Kontrollnetz hängen, und gegen ethischen Wandel bei den deutschen  Höchstleistern sprechen <a title="Was vom Tage übrig bleibt (45): Simon-Dopingstudie ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5246" target="_self">akademische Studien jüngeren Datums</a>.<br />
Immerhin, das  teilt die NADA auf Anfrage mit, wurden 2009 über 30 Doping-Verfahren  abgeschlossen oder eingeleitet. Offenkundig war das nicht. Den Vorwurf, sie  sei eher am Bild vom sauberen Großenganzen interessiert als an Transparenz,  weist die NADA trotzdem zurück, gern auch mit dem irreführenden Hinweis auf  das <a title="Notizen vom Sportausschuss (7)" href="http://jensweinreich.de/?p=3587" target="_self">Datenschutzrecht</a>.</p>
<p><strong> Die Dinge liegen einfacher, nur passen sie schlechter  zum deutschen Musterknaben: Sanktionen und ihre Veröffentlichung überlässt der  NADA-Code den Verbänden, und die vermelden ihre Sünder lieber versteckt.  Anderswo entscheiden die Antidoping-Agenturen und informieren im Internet  ausführlich über Dopingfälle.<br />
</strong></p>
<p>Der Fehler liegt im System, sagen Kritiker  wie der Mainzer Dopingforscher Perikles Simon.</p>
<ul>
<li>Perikles Simon im DLF-Sportgespräch mit Jessica Sturmberg am 20. Dezember 2009 (25 Minuten)</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/12/20/dlf_20091220_2330_e5b70396.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Der Professor sinnierte  unlängst öffentlich über die Unabhängigkeit der NADA und befand, &#8220;die  personelle Durchsetzung“ mit Sportfunktionären sei „natürlich extrem“. Schon  Kuratoriumschef Hanns Michael Hölz besetzt diverse Ämter im Skiverband, und  Vorstand Armin Baumert, früher oberster Leistungsplaner im DSB, war auch im  NADA-Ehrenamt noch der Meinung, er habe Beihilfe zu leisten, „dass deutsche  Athleten konkurrenzfähiger werden“. Die Liste der Gremienmitglieder mit engen  Banden zum Sport ist lang.</p>
<p>Wissenschaftler Simon kam nach einer denkwürdigen  Absage ins Grübeln. Für den Gendoping-Nachweis, an dem er arbeitet, standen im  letzten Jahr zweckgebundene Mittel aus der Wirtschaft bereit. Die NADA verwies  auf einen Vorstandsbeschluss, der zwar nicht mit ihrer Stiftungsverfassung in  Einklang steht, aber besagt, dass Forschung nicht gefördert wird. Die  Sachwalter des Antidoping-Kampfes ließen 250.000 Euro für zwei Projekte  verfallen.</p>
<p>Einen weiteren Fingerzeig auf die Lage hinter den Kulissen gab  <a title="&quot;Schumacher aussi positif!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=1184" target="_self">der Fall Stefan Schumacher</a>. Der Radprofi, nach der Tour 2008 erst von  französischen Dopingjägern und nach Olympia in Peking auch vom IOC als Nutzer  des Epo-Mittels Cera enttarnt, argumentierte öffentlich, es handele sich beim  zweiten Fund um Reste des Langzeitpräparats. Die NADA schwieg, obwohl sie zur  Aufklärung hätte beitragen können: Eine Trainingskontrolle kurz vor Peking war  negativ.</p>
<p>Die Frage ist also, wann die Betrugsbekämpfer jenen Willen zur  Betrugsbekämpfung erkennen lassen, den sie sich so gern bescheinigen. Zuletzt  erledigte das Innenminister Thomas de Maizière, als er im Bundestag über die  von der NADA erstellten Antidopingberichte ausplauderte, <a title="Bericht im Deutschlandfunk" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1089662/" target="_self">dass Verbänden die  Rückforderung von Steuergeldern droht</a>. NADA-Vorstand Baumert sandte sogleich  ein ultimatives „die Luft brennt“ hinterher.</p>
<p>In der <a title="Facetten der Wahrheit: Die Antidopingberichte deutscher Spitzenverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=2165" target="_self">letzten derartigen Debatte</a> griff die NADA noch zum Feuerlöscher. Sie <a title="Die Umfaller: Sport-Lobbyisten im Deutschen Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">entlastete den Bund Deutscher  Radfahrer</a> im Sportausschuss und nahm auch keinen Anstoß daran, dass der kurz  darauf neue Dopingfälle kalkuliert verspätet mitteilte. Der Vorgang belebte  eine Wahrnehmung aus dem Krisenjahr 2007: die der Ping-Pong-Diplomatie unter  Sportsfreunden. Der Gegenbeweis steht noch immer aus.</p>
<p><em>veröffentlicht auch in: Berliner Zeitung, 8. Januar 2010, &#8220;</em><a title="BLZ vom 8. Januar 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0108/sport/0004/index.html" target="_blank"><em>Fehler im Schulterklopfsystem</em></a><em>&#8220;</em></p>

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		<title>Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 23:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>KAPSTADT. Möchte mal jemand einen Original-Milliardenvertrag sehen, in dem die TV-Rechte der Fußball-Weltmeisterschaften geregelt werden?</p>
<p>Kein Problem, zeige ich gern, habe ich noch nie gezeigt. Hier also das so genannte Shortform-Agreement, einst abgeschlossen zwischen der FIFA, der ISL (Sporis Holding) und Leo Kirch (Taurus Film) mitsamt aller Zahlungverpflichtungen. Was fehlt, sind eigentlich nur etwaige Bestechungssummen, sollte es die gegeben haben, rein theoretisch.</p>
<ul>
<li><a title="TV-Vertrag WM 2002 und 2006" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/shortform-agreement.pdf" target="_self">Vertrag über die Fernsehrechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006</a> <em>(pdf, 10 Seiten, 600 kb) </em></li>
</ul>
<p>Ich übertreibe es mal wieder mit dieser Nachtlektüre. <em>Andreas</em> fragt in den Kommentaren zum Beitrag &#8220;<a title="Katar und die Fußball-WM 2002 ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5979" target="_self">Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank</a>&#8220;, wie &#8220;<a title="Kommentar von Andreas" href="http://jensweinreich.de/?p=5979#comment-16457" target="_self">man eigentlich logisch erklären</a>&#8221; könne, dass für die TV-Rechte an der Fußball-WM 2006 plötzlich 1,5 Milliarden CHF gezahlt wurden, wo doch für die drei Weltmeisterschaften zuvor (1990, 1994, 1998) nur 340 Millionen CHF gezahlt worden sind. Nun, die Antwort lautet:</p>
<ol>
<li>Die Verträge zuvor waren vom damaligen FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter dilletantisch ausgehandelt.</li>
<li>Die Verträge 2002 und 2006 mussten offenbar an die ISL-Gruppe (die damalige Holding war die Sporis, aus der später die ISMM wurde) vergeben werden. Denn die ISL hatte im Dezember 1995 im japanischen Karuizawa überraschend vom IOC den Laufpass bekommen und wurde aus dem TOP-Programm katapultiert. Um ohne die IOC-Sponsorenrechte bzw. das Makeln derselben, was mit 20 Prozent Provision plus Erstattung sämtlicher Kosten vergütet wurde (kein Wunder, dass Richard Pound und Michael Payne damals den Vertrag auflösten), hätte die ISL-Gruppe nicht mehr existieren können. Binnen eines halbes Jahres wurde aus der ISL, die bis dahin nur Sponsorenrechte im olympischen Bereich gemakelt hatte, eine TV-Vermarktungsfirma. Jean-Marie Weber (ISL/Sporis) verbündete sich mit Taurus des Leo Kirch. Der wiederum hatte damals in der Schweiz in aller Stille die Vermarktungsfirme Prisma gegründet und zahlreiche Experten aus anderen Firmen abgeworben &#8211; in weiser Voraussicht, dass er mit der ISL die WM-TV-Rechte erwerben würde.</li>
</ol>
<p>Nachfolgend das entsprechende Kapitel aus dem Buch &#8220;<a title="Das Milliardenspiel" href="http://jensweinreich.de/?page_id=6" target="_self">Das Milliardenspiel</a>&#8220;, das ich 1998 gemeinsam mit Thomas Kistner veröffentlicht habe. Das Kapitel ist unredigiert, wurde im Februar 1998 geschrieben. (Der SPIEGEL schrieb damals zum Erscheinen des Buches: &#8220;<a title="Der Spiegel, März 1998" href="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=7851547&amp;aref=image017/SP1998/013/SP199801301520154.pdf&amp;thumb=false" target="_blank">Revolution am Hofe Havelange</a>&#8220;) Insofern ist es wichtig, sich die Erkenntnisse aus dem ISL-Strafprozess hinzuzudenken, wonach <a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">die ISL-Gruppe offenbar sämtliche Verträge mit Schmiergeld akquiriert hat</a> &#8211; das ist gerichtsfest. Es empfiehlt sich außerdem, mal danach zu googeln, wie Kirch in der Fußballwelt seine Verträge finanziert hat. Da ist einiges publiziert worden, als sein Imperium um die Jahrtausendwende zusammenbrach.</p>
<p>Selbstverständlich sind alle Zitate der nachfolgenden Buch-Passage, etwa aus den Briefen von Eric Drossart und denen von Blatter, mit den entsprechenden Dokumenten zu belegen. Ich habe die alten Fax-Kopien auch noch irgendwo eingescannt im Archiv.</p>
<p>Ich erinnere mich an ein Abendessen mit dem damaligen Kirch-Adlatus und Geschäftsführer Dieter Hahn, der in München einige Journalisten ein geladen hatte. Er sagte damals, er hätte &#8220;Das Milliardenspiel&#8221; mit größtem Interesse gelesen. Sehr interessant sei die Lektüre gewesen, aber das Beste, so Hahn, &#8220;haben sie nicht geschrieben&#8221;. Tut mir auch leid, ich hätte das Beste gern gewusst und juristisch wasserdicht gehabt.</p>
<p>Hier also das Kapitel, für Feinschmecker wie <em>Andreas</em>:</p>
<blockquote><p><strong>Der große Coup</strong></p>
<p>Über die besondere Vertrauensbeziehung zwischen Havelange und Weber war in der Branche schon immer getuschelt worden. Manchmal machten fast schon ehrenrührige Geschichten die Runde &#8211; vor allem, als die FIFA am 3. Juli 1996 die Verwertung ihrer Fernsehrechte (außer USA) für die Weltmeisterschaften der Jahre 2002 und 2006 vergab. Nutznießer waren die <em>Sporis</em>-Holding und die <em>TaurusFilm</em> GmbH, ein Unternehmen aus der Firmengruppe des Münchner Medienmoguls Leo Kirch. Erstmals in der Geschichte der Fußball-WM wurde mit dieser Aufgabe also kein öffentlich-rechtliches Fernsehunternehmen mehr betraut. Laut schrien die Verlierer auf nach jener äußerst dubiosen Abstimmung des Exekutivkomitees Anfang Juli 1996. Die Nerven lagen blank. Am besten faßte die Konfusion ein Mitbewerber zusammen: &#8220;Das, was der Herr Kirch meint, gekauft zu haben, was die ISL meint, vermittelt zu haben, und was die FIFA meint, verkauft zu haben, sind drei verschiedene Paar Schuhe.&#8221;</p>
<p>Als schärfste Kritiker der FIFA traten plötzlich jene hervor, die mehr als zwei Jahrzehnte lang die WM-Fernsehrechte innehatten: Das Konsortium unter Führung der EBU, das in dem Bewerbungsprozeß als Vertreter sämtlicher öffentlich-rechtlicher Anstalten des Erdballs aufgetreten war. EBU-Generalsekretär Jean-Bernard Munch wetterte über eine &#8220;nicht transparente Entscheidungsfindung&#8221; durch die FIFA. Er äußerte sogar den Verdacht, daß <em>Sporis</em>/ISL und die Kirch-Gruppe das EBU-Angebot kannten, bevor sie es um 600 Millionen Franken überboten. Munch sagte weiter, ISL-Geschäftsführer Jean-Marie Weber, der auch inoffizieller Berater von Havelange sei, sei der entscheidende Mann in diesem Geschäft gewesen. Zwar könne er es nicht beweisen, so der langjährige Insider, &#8220;aber es wäre mir unverständlich, wenn Weber unser Angebot nicht gesehen haben sollte&#8221;. Dagegen habe die EBU &#8220;bis zuletzt nicht gewußt, daß Kirch/<em>Sporis</em> dabei waren&#8221;, ergänzte Sportdirektor Richard Bunn. FIFA-Direktor Keith Cooper bezeichnete Munchs Vermutung eilig als &#8220;absurd&#8221;. Auch ISL-Sprecher Christoph Malms, der sonst die Kontakte Webers über alle Maßen lobt, wollte davon nichts wissen. Weber sei kein FIFA-Berater und man habe das EBU-Angebot nicht gekannt.</p>
<p>Auch mit einem Abstand von fast zwei Jahren hat sich die Verärgerung in der Branche nicht gelegt. Und sie fokussiert sich immer noch auf den heiklen Verdacht der persönlichen Seilschaften. EBU-Sportdirektor Bunn meint rückblickend, die FIFA habe &#8220;eine völlig unnormale Geschäftspraxis&#8221; bewiesen. Die Entscheidung sei auch deshalb &#8220;absolut merkwürdig&#8221; gewesen, weil sich das EBU-Angebot (2,2 Milliarden, Produktionskosten exklusive) letztlich &#8220;in der gleichen Höhe bewegt hat wie das von <em>Sporis</em> und Kirch&#8221; (2,8 Milliarden, Produktionskosten inklusive). &#8220;Wir waren bereit, viel Geld auszugeben, und wir hatten ja bereits das gesamte Knowhow dazu. Außerdem hätte sich die FIFA den ganzen Ärger mit dem Pay-TV erspart.&#8221;</p>
<p>Die begünstigenden Umstände, unter denen <em>Sporis</em>/ISL in das für sie fremde Fernsehgeschäft eingestiegen sind, waren damals auch anderen Konkurrenten bekannt. Zwischenzeitlich sah sich die FIFA selbst zu der Erklärung genötigt, es habe keinerlei Vorabsprachen mit einer Firma gegeben. Angesichts der eigenartigen Konstellation hatte sich manch einer für den sofortigen Rückzug entschieden: Medienzar Rupert Murdoch etwa, wahrlich kein blutiger Anfänger auf diesem Sektor. Dessen <em>News Corporation</em> sprang vom Bieterkarussell ab, angeblich, weil Murdoch der FIFA nicht über den Weg traute und weil ihm der geplante Abschluß bis ins Jahr 2006 in dem schnellebigen Geschäft einfach zu lang erschien.</p>
<p>Wie Kirch und die <em>Sporis</em>-Tochter ISL zueinander fanden, ist ebenfalls ein gut gehütetes Geheimnis. Malms &#8220;weiß nicht mehr so genau, wie wir mit denen ins Geschäft kamen&#8221; &#8211; was von bemerkenswerter Vergeßlichkeit zeugt, nur ein Jahr nach dem Erhalt der Rechte. Eine wirtschaftliche Notehe sei es aber nicht gewesen, &#8220;wir hätten auch anders die finanziellen Garantien über die Banken bringen können.&#8221; Da verwundert ein wenig, daß es in den ersten Verlautbarungen nach dem Fernsehdeal zunächst Kirch alleine war, der für die Gesamtsumme von 3,4 Milliarden Mark bürgen sollte. Eingeweihte meinen sich erinnern zu können, daß Kirch und der verstorbene Horst Dassler schon in den achtziger Jahren über gemeinsame Projekte nachgedacht haben. Die beiden Bayern waren ja im CSU-Staat nicht allzu fern voneinander.</p>
<p>Weil Kirch dann unmittelbar nach der FIFA-Entscheidung sein Digitalfernsehprojekt DF 1 startete, hub in Deutschland sofort eine erbitterte Diskussion an: Werden die Spiele der Fußballweltmeisterschaften künftig exklusiv nur noch im Pay TV übertragen &#8211; oder weiterhin in frei zugänglichen Kanälen? Medienexperten jeder Couleur wettern seither lautstark durcheinander. Kurioserweise schrieen dabei immer wieder auch Kirchs CDU-Parteifreunde auf, die mit auffallend wachsweichen Mediengesetzen erst zur Ausbreitung seines Imperiums beitrugen. Es ist viel Heuchelei im Spiel, auf allen Seiten. Nüchtern betrachtet ist es so: Die FIFA hat sich an den Fernsehfreibeuter Kirch verkauft. Und der Programmdirektor der Nation nutzt den Fußball, den jetzt so mancher Diskutant als Kulturgut geschützt sehen will, als Vehikel, um seine Herrschaft auf dem Fernsehmarkt weiter auszubauen. Selbst wenn der beträchtliche Betrag von 2,8 Milliarden Schweizer Franken (1,3 Milliarden für 2002 &#8211; 1,5 Milliarden für 2006), den <em>Sporis</em> und Kirch der FIFA garantieren, durch den Weiterverkauf der Rechte nicht gedeckt werden sollte &#8211; Kirch würde daran nicht zugrunde gehen. Zum einen hat er ja nur die Hälfte der Summe zu verantworten, zum anderen ist anzunehmen, daß er raffiniert genug sein wird, im Sog des Fußballs seine umfänglichen Filmpakete teurer zu verkaufen und damit mögliche Verluste im Rechtehandel wettzumachen.</p>
<p>FIFA-Präsident Havelange und Generalsekretär Blatter indes war ein hilfreicher Doppelpaß mit den alten Gefährten gelungen. Vor allem das Kontaktmonopol des Jean-Marie Weber bewahrte die ISL davor, nach dem IOC auch noch die FIFA zu verlieren &#8211; dieser Schluß scheint einleuchtend zu sein. Dem einstigen Branchenführer ISL hatte immerhin der vollständige Abschied aus dem großen Sportgeschäft gedroht. Nachdem die Trennung vom IOC beschlossene Sache war, mußte die ISL, ein Neuling im Fernsehgeschäft, offenbar unbedingt den TV-Vertrag der FIFA bekommen &#8211; zumal es die ISL-Manager in jenen verwirrenden Monaten auch nicht geschafft hatten, ihre Option auf den Marketingvertrag mit der FIFA für 2002/2006 wahrzunehmen. Ein Versäumnis &#8211; oder eine Frage der Finanzierbarkeit künftiger Vorhaben? FIFA-Generalsekretär Blatter bestätigte sogar das Ende der Option im März 1996, was auf Konfusion und Führungslosigkeit innerhalb der <em>Sporis</em>/ISL-Gruppe schließen ließ. Denn immerhin lud Blatter nun andere Unternehmen zum Bieten ein. Auf die Marketingverträge kommen wir später zurück. Bleiben wir zunächst beim Fernsehgeschäft.</p>
<p>Am 18. August 1995 hatten zunächst die International Management Group (IMG) und die Bertelsmann-Tochter Ufa das Rennen eröffnet. IMG-Vizepräsident Eric Drossart schrieb dem &#8220;lieben Sepp&#8221; Blatter, man wolle für die weltweiten Fernsehrechte der Weltmeisterschaft 2002 sowie die dazugehörigen Sponsoren- und Lizenzrechte eine Milliarde Dollar zahlen. Dies sei ein vorläufiges Angebot mit Verhandlungsspielraum nach oben, wie Drossart deutlich zu verstehen gab &#8211; obwohl die FIFA noch nicht einmal klare Angaben darüber gemacht hatte, welche Rechte sie unter welchen Bedingungen überhaupt ausschreiben wollte. Entwickelte sich nun ein knallharter Milliardendeal auf Weltsportniveau? Es war von Anfang an eher kurios-provinziell.</p>
<p>Auch aus der Angst heraus, die FIFA würde ihren alten Partner ISL bevorteilen, bot IMG vorsorglich eine Milliarde für das Rechtepaket &#8211; und mußte bei Blatter zugleich erst einmal Auskunft verlangen über die Konditionen und den Zeitplan der Bewerbungsphase. Kopien des Briefes verschickte Drossart an seinen Partner Bernd Bauer, Geschäftsführer der Ufa, sowie an FIFA-Präsident Havelange und die Mitglieder der Exekutive. Sogleich geschah Erstaunliches: Blatter empörte sich über diesen informativen Geschäftsvorgang. Am 29. August teilte er IMG-Manager Drossart seine &#8220;Überraschung&#8221; mit, &#8220;daß der als streng vertraulich gekennzeichnete Brief per Fax an alle Mitglieder der FIFA-Exekutivkomitees und andere Adressaten verschickt wurde. Wir sind nicht überzeugt, daß dies die geeignetste Methode war&#8221;.</p>
<p><span id="more-5993"></span>Was war so Ungehöriges passiert? Eigentlich nur dies: Ein Firmenverbund (IMG/Ufa) hatte der FIFA ein Angebot unterbreitet, das um ein Vielfaches über den bisherigen Verträgen lag. Doch der FIFA-Angestellte Blatter beschwerte sich, daß IMG/Ufa nicht nur ihn, sondern gleich alle Entscheidungsträger des Sportverbandes informiert hatten. Blatters Bauchschmerzen lassen deutlich erkennen, daß er um sein Informationsmonopol bangte. Es war (und ist, wie wir noch sehen werden) in der FIFA guter Brauch, daß Blatter im stillen Kämmerlein entsprechende Offerten sondiert und dann den verantwortlichen Gremien wie der Finanzkommission und der Exekutive entscheidungsreife Empfehlungen vorlegt. Das Vorgehen von IMG brach mit dieser eigenartigen Tradition, es war nämlich jetzt von Anfang an zwei Dutzend FIFA-Gewaltigen bekannt.</p>
<p>Die von Drossart angeforderten Bedingungen der Rechtevergabe blieb Joseph Blatter schuldig. Man arbeite mit allen Kräften daran, erwiderte Blatter nur am 19. September 1995. Gleichzeitig verlangte er eine Konkretisierung des IMG-Angebots, ohne auf die Fragen einzugehen, die Drossart in seinem ersten Brief aufgeworfen hatte &#8211; zum Beispiel, ob die FIFA neben den Fernseh- auch die Marketingrechte auszuschreiben gedenke. So konnte also Drossart am 9. Oktober nur wiederholen, was er bereits im August angekündigt hatte: Für eine Milliarde Dollar wären IMG und Ufa bereit, sämtliche Rechte an der WM 2002 zu erwerben. Drossart bot der FIFA nun sogar an, eine Art Aufsichtsrat zu bilden, um die Tätigkeit von IMG/Ufa zu kontrollieren. Weil er den Gerüchten entgegnen wollte, es handle sich bei der Offerte um den totalen Rechte-Ausverkauf? Blatter empfand den zweiten Brief Drossarts offenbar als Affront. Der Umgangston wurde rauher. Am 15. November schrieb Blatter nicht mehr an den &#8220;lieben Eric&#8221;, sondern an &#8220;Mr. Drossart&#8221;. Wenigstens erklärte er nun aber, daß die FIFA die Fernseh- und Marketingrechte der WM 2002 im Paket verkaufen wolle. Dabei sei man jedoch gewissen Zwängen unterworfen, denn der aktuelle Marketingpartner ISL besitze noch eine Option für Verhandlungen über die Marketingrechte, welche erst drei Monate vor der Abstimmung durch die FIFA-Exekutive über den neuen WM-Ort 2002 auslaufe. Die FIFA könne mit IMG/Ufa erst nach Ablauf der ISL-Option verhandeln. Von einer ähnlichen Option in TV-Fragen war in diesem Brief noch nicht die Rede.</p>
<p>Drossart sorgte sich nun erst recht, ausgedribbelt zu werden. Er wandte sich an  den FIFA-Vizepräsidenten Chung Mong-Joon, der an der Spitze der südkoreanischen WM-Bewerber für 2002 stand. Drossart schickte Chung &#8220;ein aussagefähiges Dossier unseres Rechtegebots, das für Sie und ihre Kollegen in der Exekutive nützlich sein sollte&#8221;. Dem Schreiben an Chung legte Drossart eine Kopie des Blatter-Briefes vom 15. November bei. Die Sache wurde verworrener, die Widersprüche häuften sich. Daß es in der FIFA durchaus Bestrebungen gab, die Entscheidungsgewalt von Blatters Tafelrunde einzudämmen, belegt auch ein internes Protokoll der IMG-Tochter Trans World International (TWI). Unter Berufung auf Gespräche mit Chung und mit dem afrikanischen Fußballpräsidenten Issa Hayatou unterrichteten die Manager einander, die FIFA-Exekutive hätte sich schon im Mai 1995 ausdrücklich für eine transparente Bewerbungsprozedur zu TV- und Marketingrechten ausgesprochen. Europäische und afrikanische Exekutivmitglieder würden sogar eine Änderung der FIFA-Statuten anstreben: Auf dem FIFA-Kongreß im Juli 1996 sei die Einberufung eines neuen &#8220;Arbeitskomitees&#8221; geplant, dem lediglich Präsident Havelange und die Chefs der Kontinentalföderationen angehören sollten. Allein dieses Komitee, und nicht mehr die von Blatter und Havelange kontrollierte Finanzkommission sollte mit der Auswertung der TV- und Marketingsangebote betraut werden und der Exekutive Empfehlungen unterbreiten. Dazu ist es zwar nie gekommen &#8211; im Dezember 1995 jedoch hofften die TWI/IMG-Manager noch sehr auf die Möglichkeit dieses demokratischen Meinungsbildungsprozeß und hielten fest: &#8220;Wenn das tatsächlich der Fall wäre, sollte Chung von Blatter eigentlich Kopien aller Angebote fordern können, welche die FIFA bis heute erhalten hat.&#8221;</p>
<p>Soweit die interne IMG-Kommunikation. Offiziell bot Eric Drossart dem FIFA-Generalsekretär am 7. Dezember 1995 zum wiederholten Mal ein Gespräch über die Milliardenofferte an. Es sei eine weise Entscheidung der FIFA, Fernseh- und Marketingrechte im Paket zu verkaufen, lobte Drossart. Dann machte er Blatter erneut auf grundlegende Widersprüche in der Haltung aufmerksam. Am 15. November hatte Blatter erklärt, die FIFA schließe für 2002 die TV-Vermarktung im Bezahlfernsehen aus, gleichzeitig aber akzeptiere man sogenanntes &#8220;privat viewing&#8221;. Drossart fragte nun: Was ist darunter genau zu verstehen? Nur &#8220;Privatfernsehen&#8221; oder mehr? &#8220;Wir verstehen die FIFA-Haltung so: Pay TV ist ausgeschlossen, private Fernsehsender aber sind erlaubt. Sehen wir das richtig? Können Sie uns das so bestätigen?&#8221; Drossart ging auch auf das Erstverhandlungsrecht der ISL ein. Man verstehe nicht, warum die ISL eine weltweite Exklusivität erhalte, obwohl sie mit Ausnahme der USA gar keine gebündelten TV- und Marketingrechte besitze. Die TV-Rechte bis 1998 hielt bekanntlich das von der EBU angeführte Konsortium öffentlich-rechtlicher Anstalten. Blatter aber scherte sich nicht um die für die Bewerber elementar wichtigen Fragen. Er vermied ein Gespräch mit IMG/Ufa, bestätigte am 21. Dezember 1995 in dürren Zeilen den Erhalt des Drossart-Briefes und wünschte &#8220;fröhliche Weihnachten und ein glückliches neues Jahr&#8221;.</p>
<p>Die Verhandlungsoption der ISL lief dann am 29. Februar 1996 ab, ohne daß die FIFA mit der Agentur überein gekommen war. Dies bestätigte Blatter per Pressemitteilung vom 19. März 1996. Kurz zuvor hatte er dies bereits der IMG verkündet. In diesem Brief vom 15. März sprach Blatter erstmals davon, daß über die Rechte an der WM 2002 &#8220;und darüber hinaus&#8221; verhandelt werde. Bisher hatte es stets gelautet, es ginge nur um die WM 2002. IMG-Mann Drossart erschrak. Nun mußte er annehmen, daß Blatter mit der ISL schon immer über die Titelkämpfe 2002 und 2006 verhandelt hatte, während die IMG mit ihrem Gebot für 2002 schon mehr als ein halbes Jahr vertröstet worden war. Drossart schrieb also an Blatter, er sehe sich von der FIFA als Rechtebewerber &#8220;nicht gleichberechtigt&#8221; behandelt.</p>
<p><strong>&#8220;Wir sind über viele Dinge verwirrt und bitten dringend um Klarstellung.&#8221;</strong></p>
<p>Drossart listete unter anderem folgende Punkte auf:</p>
<ol>
<li>Im September 1995 hatte Blatter mitgeteilt, die FIFA arbeite hart an einem  Zeitplan der Rechtevergabe. &#8220;Uns wurde nie gesagt, wie die Vergabe-Prozedur aussieht. Ist das System schon etabliert?&#8221; erkundigte sich Drossart.</li>
<li>Im November 1995 hatte Blatter behauptet, TV- und Marketingrechte würden nur im Paket vergeben. Im Frühjahr 1996 aber verhandelte die FIFA getrennt mit der ISL (offiziell nur über Marketing) und mit der EBU (über Fernsehen). Drossart wollte deshalb wissen: &#8220;Akzeptieren Sie jetzt getrennte und integrierte Vermarktungsangebote?&#8221;</li>
<li>&#8220;Uns war nicht bekannt, daß auch das EBU-Konsortium eine ähnliche Option wie die ISL hätte. Ist dies der Fall, und wenn ja, wann läuft sie aus?&#8221;</li>
<li>Beschwerte sich Drossart nach einem halben Jahr, in dem er vergeblich auf die Beantwortung vieler Fragen gewartet hatte, darüber, hören zu müssen, daß nun auch die Rechte 2006 zur Disposition stünden.</li>
</ol>
<p>Drossarts Brief endete mit einem sehr persönlich gehaltenen Absatz, in dem er an Blatters Integrität appellierte und ein Versprechen, das Blatter im Sommer 1995 gegeben hätte, nämlich daß das Gebot der IMG gleichberechtigt neben allen anderen behandelt werde. Das aber war schon lange nicht mehr der Fall. Auch Ende April, als Drossart nun nach Erhalt der offiziellen Ausschreibung (in der plötzlich nur noch von den Fernsehrechten die Rede war) erneut an Blatter schrieb, machte er auf &#8220;eklatante Widersprüche&#8221; aufmerksam:</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">&#8220;Es fällt mir schwer zu glauben, daß die FIFA aufrichtig versucht, unser Angebot in einem fairen Wettbewerb zu behandeln.&#8221;</span></strong></p>
<p>Drossart wiederholte einen Teil seiner Fragen vom 29. März, die immer noch unbeantwortet waren. Diesmal aber wurde er, wohl schon ahnend, ausgebootet zu sein, deutlich schärfer im Ton. So hieß es unter anderem: &#8220;Da die FIFA jetzt nicht mehr über Marketingverträge redet, heißt das, man hat sich mit der ISL geeinigt, obwohl die exklusive Verhandlungsfrist überschritten war? Oder wurden die Marketingrechte zur späteren Vergabe zurückgezogen?&#8221; (Damit lag Drossart richtig, wie sich zeigen sollte, die Marketingrechte wurden im Dezember 1997 an die ISL vergeben &#8211; wieder gegen ein weitgehend ignoriertes Angebot der IMG.) &#8220;Hat sich die Marktsituation in den vergangenen Monaten so radikal geändert, daß die FIFA wieder zur alten, regressiven Struktur der getrennten Rechtevergabe zurückkehrt&#8221;, wollte Drossart wissen, und er schloß mit dem Hinweis:</p>
<p><strong>&#8220;Es fällt sehr schwer, zu einem anderen Schluß zu kommen als dem, daß hier zwei Sorten von Regeln angewendet werden. Eine für das EBU-Konsortium und für die ISL, und eine für alle anderen.&#8221;</strong></p>
<p>Blatters Zwischenbescheide seien lediglich kleine &#8220;kosmetische Übungen&#8221; gewesen, um die FIFA gegen &#8220;künftige Vorwürfe der unfairen und unsauberen Wettbewerbsführung zu schützen&#8221;, die zunehmend in der Presse erhoben worden waren.</p>
<p>Drossarts Gesamteindruck aus dem Versteckspiel war schlicht vernichtend:</p>
<p><strong>&#8220;Mir scheint, die FIFA hat für den Fußballsport und ihre Mitglieder eine Fürsorgepflicht, ihr kommerzielles Eigentum zum besten Vorteil dieses Sports und seiner Mitglieder umzusetzen. Momentan ignorieren Schlüsselfiguren der FIFA jedoch diese Anforderung, in dem sie Wettbewerber abschrecken.&#8221;</strong></p>
<p>Diesen Beschwerdebrief verschickte Drossart wie schon sein erstes Schreiben vom August 1995 an alle Mitglieder des Exekutivkomitees und diesmal auch zusätzlich an alle Konföderations-Präsidenten. Geholfen hat es seiner Sache nicht. In der Zwischenzeit hatte die Blatterfraktion den alten Freunden von der ISL schon den Weg in die Zukunft bereitet. Auf der Strecke blieb dabei auch die EBU, die für die Fernsehrechte an den Endrunden 2002 und 2006 im Februar 1996 insgesamt 2,2 Milliarden Schweizer Franken geboten hatte. Zudem verfügte das EBU-Konsortium ja über langjährige erstklassige Erfahrungen bei der technischen (TV-Übertragung) und organisatorischen (Weitervergabe der Rechte) Abwicklung solcher Mammutprojekte. Auch hatte FIFA-Präsident Havelange dem Partner eine Vertragsverlängerung fest versprochen, wie der EBU-Vorsitzende Albert Scharf erklärte. Die FIFA aber, die offiziell mit der ISL eigentlich nur über die Marketingrechte (insgeheim aber über Fernsehfragen) verhandelte, ignorierte auch das zweite EBU-Angebot.</p>
<p>Im Juni 1996 erklärte die EBU ihre Bereitschaft, den schon zehn Jahre zuvor ausgehandelten Preis für die WM-Endrunde 1998 in Frankreich von 135 Millionen auf 200 Millionen Schweizer Franken zu erhöhen &#8211; sofern ihr auch die Rechte 2002/2006 zugesprochen würden. Die FIFA hatte auf dieser Erhöhung bestanden, nachdem sie das WM-Feld lange nach Abschluß des entsprechenden TV-Vertrages von 24 auf 32 Mannschaften erweiterte. &#8220;Havelange hatte die WM ja aufgestockt, ohne mit uns geredet zu haben, dann wollte er plötzlich mehr Geld&#8221;, erklärte EBU-Manager Richard Bunn. Man habe sich viel zu lange auf das Spiel der FIFA-Spitzen eingelassen. &#8220;Als wir die nachträgliche Aufbesserung des Vertrags in Aussicht stellten, war Havelange ein Held. Da hat es wieder geheißen, Havelange hätte den Fußball gerettet, und wir spielten mit. Dabei hat sich die FIFA ein neues Gebäude gebaut. Das ist im Grunde unser Gebäude. Unsere Fernsehgelder stecken nicht in den Klubs, sondern in dem Gebäude.&#8221;</p>
<p>Am 15. Mai 1996, um zwölf Uhr mittags, war die offizielle Bewerbungsfrist für die TV-Rechteinteressenten abgelaufen. Noch am Nachmittag gab die FIFA bekannt, sieben Offerten erhalten zu haben: &#8220;Von<em> ABC Television</em> (USA), CSI (Schweiz), CWL (Schweiz), IMG (USA), <em>Sporis</em> (ISL)/Kirch (Schweiz) und TEAM (Schweiz).&#8221; Dazu natürlich von der EBU. Die FIFA-Finanzkommission unter Vorsitz des Dänen Poul Hyldgaard werde die Angebote sorgfältig prüfen, so hieß es, und dem Exekutivkomitee am 31. Mai einen Bericht vorlegen.</p>
<p>Die Tagung Ende Mai war dann erst einmal von der Vergabe der WM-Endrunde 2002 überlagert. Die verfeindeten Rivalen Japan und Südkorea hatten sich in jeder Hinsicht den extensivsten Wettbewerb aller Zeiten geliefert &#8211; jede Seite soll 80 Millionen Dollar investiert haben. Präsident Havelange wollte die WM in Japan sehen; einer seiner Vizepräsidenten, der Südkoreaner Chung, war Finanzier und Wortführer der zweiten Bewerbung. Die europäischen Vertreter im Exekutivkomitee hatten sich schon lange vorher für ein Co-Hosting, eine gemeinsame Ausrichtung, ausgesprochen. Diesem Vorschlag mußte sich Havelange zähneknirschend beugen, denn 14 der 21 Mitglieder hatten ein Papier für das Co-Hosting unterzeichnet und darin erklärt, sie würden für Südkorea stimmen, falls ihr Aufruf von der FIFA-Spitze ignoriert werden sollte. Zudem hatte UEFA-Präsident Johansson vorsorglich beantragt, eine eventuelle geheime Abstimmung von den FIFA-Rechnungsprüfern überwachen zu lassen. &#8220;Offensichtlich erschien es ihm zu riskant, das Stimmgut während zweier Stunden (zwischen der Abstimmung und der Resultatsverkündung) in die Obhut von Havelange und Generalsekretär Sepp Blatter zu geben&#8221;, kommentierte der Züricher <em>Sport</em>. Vertrauen ist eben der Anfang von allem &#8230;</p>
<p>Da nach diesem beachtlichen Mißtrauensvotum offenbar auch Blatter keine andere Lösung mehr einfiel, verlas Havelange auf der Sitzung ein Statement für eine gemeinsame WM. Wenige Tage zuvor hatte er noch erklärt, im Sport gebe es nur Sieger und Verlierer, die FIFA-Regeln erlaubten kein Co-Hosting, und dies werde sich nicht ändern, solange er Präsident der FIFA sei. Nun sagte er kleinlaut: &#8220;Ich habe mich einem vom Exekutivkomitee einhellig unterstützten Vorschlag gefügt.&#8221; So war nach außen die Einheit gewahrt, die Funktionärskollegen applaudierten, und die Sache war entschieden. (Allerdings sollte diese Entscheidung noch viele Probleme mit sich bringen.)</p>
<p>Havelange kochte vor Wut, hatte er doch eine seiner seltenen Niederlagen einstecken müssen. Die TV-Frage mußte also nun erst recht so gelöst werden, wie er persönlich sich das vorstellte, und zwar noch zum FIFA-Kongreß im Juli &#8211; nicht erst, wie irreführenderweise noch offiziell behauptet werden sollte, bei der Exekutivsitzung im Dezember. Vielleicht haben sich Havelanges Opponenten in diesen Stunden und Tag<script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/nextgen-gallery/tinymce3/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/cforms/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/skype-online-status/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/wp-polls/tinymce/plugins/polls/langs/de.js?ver=311"></script>en ein wenig zu sicher gefühlt. FIFA-Vize Mong-Joon Chung erklärte jedenfalls abends an der Hotelbar, Havelange habe seine Haut nur vorerst gerettet. Die Opposition habe nun endlich die Gewißheit, erfolgreich &#8220;Hand anlegen zu können&#8221; an das brasilianische Monument. Ein Beweis der wachsenden Macht sei auch, daß man beschlossen habe, mit der Auswertung der TV-Angebote die Finanzkommission zu beauftragen. Chung sollte sich täuschen. Genau das war Havelanges Vorteil. Das Imperium schlug mit aller Macht zurück.</p>
<p>Am 31. Mai 1996 gab die FIFA folgende Pressemitteilung heraus: &#8220;Das Exekutivkomitee pflichtet dem Vorschlag von Präsident Havelange bei, daß die TV-Rechte nur von der Finanzkommission, geleitet von Herrn Hyldgaard, und dem Generalsekretär zu analysieren sind.&#8221; Auf Blatter und dessen engen Freund Poul Hyldgaard, den Chef der Finanzkommission, konnte sich Havelange verlassen &#8211; er selbst wollte dann in Einzelgesprächen den Rest besorgen und die nötige Mehrheit in der Exekutive herbeiführen. Zu dieser Zeit war immer nur von einem Vertrag für 2002 mit einer Option für 2006 die Rede gewesen. Am 17. Juni offerierten die vier verbliebenen Interessenten (CWL, IMG, das EBU-Konsortium und <em>Sporis</em>/Kirch) ihre Angebote noch einmal der Finanzkommission. ABC, TEAM und CSI stiegen aus.</p>
<p>Die Wochen vergingen mit geschäftigem Treiben auf allen Ebenen. Blatter und Hyldgaard bereiteten in der Finanzkommission den Vorschlag zugunsten von <em>Sporis</em> und Kirch vor &#8211; wie so etwas läuft, wird uns später noch ausführlich ein FIFA-Vizepräsident berichten -, und Havelange bestellte Exekutivmitglieder zum persönlichen Gespräch ein. Am Abend vor der entscheidenden Sitzung Anfang Juli 1996 dinierte der Brasilianer in seinem Apartment noch lange mit dem russischen Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow.</p>
<p>Auf der Sitzung des Exekutivkomitees ging Havelange frühmorgens siegessicher zur Sache. Hinter verschlossenen Türen kam er schnell auf den Punkt. Er schlug vor, die Rechte für 2002/2006 an <em>Sporis/Taurus</em> zu vergeben, obgleich er wußte, daß die Europäer, wenn überhaupt, dann nur über 2002 befinden wollten. Havelange beantragte die sofortige, offene und einzelne Abstimmung und überrumpelte damit seine Konkurrenten. Havelange fragte zunächst seinen langjährigen Mitstreiter Koloskow: &#8220;Bist du nicht auch der Meinung, wir sollten das Angebot akzeptieren, mein Freund?&#8221; Gospodin Koloskow, seit vielen Jahrzehnten in der Sportdiplomatie geschult, tat, worum er gebeten worden war. Er nickte. Dies war ein wichtiger Schachzug, weil das erste Jawort aus taktischen Gründen von einem Europäer kommen mußte. War deren Front erst einmal durchbrochen, würden auch die anderen wankelmütig werden.</p>
<p>Die Frage ging reihum und Generalsekretär Blatter notierte eifrig die Stimmenzahl. 21 Mitglieder hatte das Exekutivkomitee damals. Das deutsche Mitglied Gerhard Mayer-Vorfelder und der greise Milliardär Henry Fok aus Hongkong, der damals noch in der Finanzkommission war, fehlten. Von den verbliebenen neunzehn Mitgliedern antworteten nur neun mit Ja &#8211; also nicht einmal die Mehrheit. Sechs waren dagegen. Mit Mayer-Vorfelder wären es sieben gewesen, jedenfalls, wenn er seinen Auftrag im Sinne des DFB wahrgenommen hätte. Die übrigen drei unter den Verdutzten enthielten sich der Stimme. Gewiß kein überzeugendes Votum also für einen Milliardendeal, der die Öffentlichkeit wie kein Sportrechtehandel zuvor beschäftigen sollte. Havelange aber konnte trotzdem generös auf seine Stimmabgabe verzichten.</p>
<p>Später sollte er sagen: &#8220;Das nächstfolgende Angebot lag um 600 Millionen Schweizer Franken niedriger. Da gab es keine Diskussion.&#8221; Im Februar hatte Havelange noch erklärt: &#8220;Unsere Partner sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten der <em>European Broadcasting Union</em>.&#8221; Warum dann aber diese Überrumpelungstaktik? Warum diese irreführende Informationspolitik? Warum wurde erst der Vertrag in Windeseile durchgedrückt &#8211; und dann Kirch und ISL anderthalb Jahre Zeit gegeben, ihre Verkaufsstrategie auszuhandeln? Völlig überraschend sei die Abstimmung für die Hauptakteure im Fernsehgeschäft gekommen, empörte sich EBU-Präsident Albert Scharf. Er wollte &#8220;wie alle anderen erst aus den Nachrichten&#8221; davon erfahren haben. Ein unerhörter Vorgang? Tatsächlich hatte es in der an die Exekutivmitglieder verschickten Tagesordnung unter Punkt 3.1 nur geheißen: &#8220;Bericht der Finanzkommission über die Vergabe der Fernsehrechte&#8221;. Daß dies nichts besagen muß, zählt zur traurigen Tradition der Ära Havelange, in der den Weltfußball betreffende Grundsatzentscheidungen immer wieder ohne sachliche Diskussion und gründliche Analyse getroffen wurden. Der Beispiele gab es viele. Nur hatte sich die EBU, der langjährige Partner, nie dafür interessiert. Als man das erste Mal selbst benachteiligt worden war, regte man sich mächtig auf. Hilflos und viel zu spät.</p>
<p>Generalsekretär Blatter erging sich nach der Abstimmung in Formulierungen, die nach Erlösung klangen: &#8220;Dies ist eine neue Dimension. Erstens in finanzieller Hinsicht. Zweitens, weil die Zusammenarbeit mit dem Konsortium der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, die seit 1974 bestand, beendet wurde.&#8221; Drei Monate zuvor hatte er noch gesagt, man dürfe &#8220;sich nicht blenden lassen von den großen Summen, die da herumgehen&#8221;. Der Sport stehe zu sehr im Mittelpunkt der Finanzen, &#8220;und das gefällt mir gar nicht gut&#8221;.</p>
<p>9:6 war die Abstimmung ausgegangen, die drei Enthaltungen deuteten wohl kaum auf eine Zustimmung hin. Zunächst aber kursierten sogar unter den Bewerbern ganz andere Ergebnisse. &#8220;Das Verfahren bei der Vergabe war äußerst irritierend&#8221;, kritisierte der EBU-Chef. &#8220;Ständig wurden neue Bedingungen gestellt, bis schließlich die Entscheidung mit einer Stimme Mehrheit getroffen wurde.&#8221; Scharf, Intendant des Bayerischen Rundfunks und damals auch ARD-Vorsitzender, äußerte zugleich sein Unverständnis über das sehr &#8220;auffällige&#8221; Fehlen von Gerhard Mayer-Vorfelder &#8211; immerhin Vertreter des mitgliederstärksten Verbandes der Welt und mithin auch des für Kirch interessantesten Fernsehmarktes.</p>
<p>Nicht nur in EBU-Kreisen wurde Naheliegendes vermutet: Der schwäbische CDU-Minister Mayer-Vorfelder habe sich angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse vor einer Entscheidung drücken wollen. Hätte er für die EBU gestimmt, wäre die Situation für die ISL/Kirch-Offerte prekär geworden &#8211; er hätte sich ja dann in Havelanges Fragerunde als Deutscher gegen die deutsche Offerte erklären müssen und damit gewiß den einen oder anderen der drei Unentschlossenen noch abgeworben. Hätte er aber für seinen Parteifreund Kirch gestimmt, wäre er in Deutschland hart angegriffen worden. Er &#8211; nicht Kirch. So hat er gar nicht abgestimmt. Und dafür kaum Prügel kassiert.</p>
<p>Mit welcher Begründung aber fehlte der Finanzminister Baden-Württembergs überhaupt bei der Beratung dieser delikaten Angelegenheit, ausgerechnet bei der teuersten Entscheidung der FIFA-Historie? Nach Angaben seines Ministeriums hatte Mayer-Vorfelder am Vormittag des 3. Juli 1996 &#8220;dringende Haushaltsberatungen&#8221; in Stuttgart. Nachmittag unterstützte er als CDU-Kreisvorsitzender die Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl. Angeblich will sich Mayer-Vorfelder noch einmal rückversichert haben, bevor er auf die Reise nach Zürich verzichtete. &#8220;Ich habe Blatter gefragt, ob über irgend etwas entschieden wird&#8221;, so erklärte er den Vorgang im Mai 1997. Mach dir keine Sorgen, es sei nur eine Orientierungsrunde, so habe dieser darauf geantwortet. Also seien ihm seine Ministertermine wichtiger gewesen. Später will er dann aus allen Wolken gefallen sein, als das Ergebnis verkündet wurde. War es so?</p>
<p>&#8220;Daß ist das erste Mal, daß ich höre, daß Mayer-Vorfelder mich in dieser Angelegenheit kontaktiert hat&#8221;, widerspricht hingegen Blatter. &#8220;Er hat das ganz sicher nicht gemacht, sonst hätte ich ihm gesagt, daß das auf der Traktandenliste steht, die er auch erhalten hat.&#8221; Und was da drauf steht, das stünde eben nie einfach nur zur Diskussion, &#8220;sondern immer zu Diskussion und Entscheid.&#8221; Darüber wiederum gehen die Einschätzungen auch unter Exekutivlern auseinander. Wenn alles, was auf der Tagesordnung steht, automatisch zum Entscheid ansteht, wäre das schon fahrlässig &#8211; etwa, wenn sich dort wie so oft 40 oder 50 Punkte türmen und die Mitglieder sich gar kein Bild mehr machen können über die jeweilig in aller Eile abzuhandelnden Sachverhalte. Blatter jedenfalls bleibt bei seiner Darstellung: &#8220;Über das Thema haben Mayer-Vorfelder und ich nicht gesprochen.&#8221;</p>
<p>Als Mayer-Vorfelder mit diesen Aussagen konfrontiert wurde, grinste er. &#8220;Dann habe ich eben nicht mit Blatter, sondern mit seinem Sekretariat gesprochen. Das weiß ich doch nicht mehr genau.&#8221; Genaugenommen interessiert ihn ja die ganze Sache mit den Fernsehrechten kaum. Die angesichts der Kirchschen Pay-TV-Drohung so aufgewühlten Gemüter in Deutschland beruhigt er gerne mit dem lässigen Hinweis: &#8220;Wissen die denn überhaupt, wie die Fernsehlandschaft im Jahr 2000 oder 2002 aussieht? Das weiß kein Mensch.&#8221; Da ist viel Wahres dran. Nur drängt sich die Frage dann um so mehr auf, warum die FIFA bereits Mitte 1996 in erkennbar allerhöchster Eile Fernsehverträge bis 2006 abschließen mußte?</p>
<p>Auf dem gleich nachfolgenden Kongreß der FIFA, der vierstündigen Mitgliedervollversammlung am 4. Juli 1996, versetzte Havelange seinen europäischen Rivalen um Lennart Johansson noch ein paar genüßliche Rippenstöße. Zunächst versprach er jedem der damals 198 nationalen Verbände aus dem Fernsehvertrag einen Grundbetrag von einer Million Dollar &#8211; eine Idee, die Johansson bereits in seinem ersten Visions-Papier vorgelegt hatte. Für die gerade neu aufgenommenen Föderationen der Jungferninseln, von Montserrat oder Guam hatte sich der erste Besuch beim Fußballpapst somit schon gelohnt. Der Kongreß beschloß mit 130 zu 41 Stimmen, die Zahl der Exekutivmitglieder um je einen Vertreter aus Afrika, Asien und Ozeanien von 21 auf 24 zu erhöhen. Die Europäer blieben bei ihren acht Plätzen. Havelange mußte keine Widerworte erdulden und bedankte sich anschließend für eine &#8220;ruhige und faire&#8221; Versammlung, die in einer &#8220;Atmosphäre des Friedens und des Fairplay&#8221; stattgefunden habe. &#8220;Sie haben sich perfekt verhalten&#8221;, lobte er in die Runde.</p>
<p>Weniger zufrieden war der DFB. Zwei seiner Anträge wurden abgeschmettert, darunter der für die Stärkung der nationalen Sportgerichtsbarkeit bei Entscheidungen, die eigene Wettbewerbe betreffen. Zurückziehen mußte er den dritten: Die Aufnahme einer Klausel, nach der in Zukunft die Vollversammlung die Vorsitzenden und deren Stellvertreter in den FIFA-Kommissionen wählen soll, an Stelle der bisher geübten Ernennung durch die FIFA-Exekutive. So blieb es bei einem winzigen Erfolg für die Europäer &#8211; sie ersetzten ihren Vertreter in der fünfköpfigen Finanzkommission (je ein Mitglied aus Europa, Asien, Afrika, Südamerika und Mittel/Nordamerika), den dänischen Blatter-Freund Poul Hyldgaard, durch den Italiener Antonio Matarrese. Mit Hyldgaards Leistung als Kommissionschef in der Vorbereitung der Kirch-Verträge war man offenbar nicht glücklich gewesen. Dafür aber büßten die Europäer nun ihren Chefstuhl in der Finanzkommission ein, was ein wenig verwundert, weil sie immerhin den Kontinent repräsentieren, aus dem der Weltfußball das weitaus meiste Geld erlöst.</p>
<p>Wie der Zufall so spielt, waren nun die wichtigsten Gremien wieder fest in lateinamerikanischer Hand: Der Brasilianer Havelange als Boß der Exekutive und der Dringlichkeitskommission, der Argentinier Julio Grondona an der Spitze von Finanzkommission und des Komitees für die FIFA-Jugendwettbewerbe, Havelanges mexikanischer Busenfreund, der im Dezember 1996 verstorbene Fernsehmogul Canedo, als Chef des WM-Organisationskomitees sowie des zugehörigen FIFA-Büros.</p>
<p>Hyldgaard übrigens wurde noch am 4. Juli zum Ehrenmitglied der FIFA ernannt. Und auch Wjatscheslaw Koloskow, der ja eine Art Streikbrecher gespielt hatte innerhalb der Oppositionsfront der europäischen Exekutivmitglieder, hatte bald Grund zur Freude. Sicher war es Zufall, daß Koloskow in seiner Eigenschaft als russischer Verbandschef vier Monate nach der TV-Vergabe und dem persönlichen Gespräch mit Havelange einen lukrativen Vertrag unterschrieb &#8211; mit dem Sportartikelgiganten <em>Nike</em>, der auch die Auswahl Brasiliens unter Vertrag hat und sich zu jener Zeit bei Havelange sehr um einen Kontrakt mit der FIFA bemüht hatte. Bis zum Jahr 2000 treten zehn russische Auswahlteams der Männer, Jugendlichen und Frauen sowie sechs Topvereine der ersten Liga in <em>Nike</em>-Ausrüstung an. &#8220;Neben der Ausstattung beinhaltet der Vertrag mit <em>Nike</em> auch Barzahlungen&#8221;, erklärte Koloskow auf einer Pressekonferenz. Wieviel Dollars in den nächsten Jahren nach Moskau transferiert werden, wurde nicht bekannt. Muß auch nicht sein, im Rechtsstaat Rußland gelangen Devisen meist an die richtige Adresse.</p></blockquote>
<p>Ähnlich verlief im Jahr darauf die Vergabe der FIFA-Marketingrechte für 880 Millionen CHF. Das ist mal eine andere Geschichte.</p>

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		<title>Der neue Sportausschuss &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 15:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>&#8230; des Bundestages hat sich etwas verändert. Ein Fußball-Schiedsrichter, ein Reiter, ein Fußballer, ein UDIOCM-Fan fehlen diesmal &#8211; dafür kommen ein Teppichhändler und Handballer (Steffel), eine Leichtathletin (von Cramon-Taubadel), eine ehemalige Drogenbeauftragte (Bätzing) und einige andere Abgeordnete hinzu, deren Wirken hier weiter aufmerksam verfolgt und dokumentiert wird. Allerdings nur, wenn der Ausschuss auch in der 17. Wahlperiode grundsätzlich öffentlich tagen sollte, wonach es derzeit doch wieder aussieht. Wir werden sehen.</p>
<p>Die Übersicht derzeit, etliche Stellvertreter müssen noch zugeordnet werde. Rechts im Vergleich dazu die alte Besetzung in der vergangenen Wahlperiode.</p>
<table style="width: 394pt; border-collapse: collapse;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="526">
<colgroup span="1">
<col style="width: 107pt;" span="1" width="143"></col>
<col style="width: 97pt;" span="1" width="129"></col>
<col style="width: 95pt;" span="2" width="127"></col>
</colgroup>
<tbody>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl80" style="width: 394pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="4" width="526" height="22"><strong>Sportausschuss des Deutschen Bundestages</strong></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl83" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: transparent; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>17. Legislaturperiode</strong></td>
<td class="xl84" style="width: 190pt; background-color: transparent; text-align: center;" colspan="2" width="254">16. Legislaturperiode</td>
</tr>
<tr>
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59;" colspan="2" width="272" height="22">
<div style="text-align: center;"><strong>CDU/CSU (7 Mitglieder)</strong></div>
</td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59;" colspan="2" width="254">
<div>
<div style="text-align: center;">CDU/CSU (6 Mitglieder)</div>
</div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter **)</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl70" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: white;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/strenz_karin.html">Karin Strenz</a></td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/fischin0.html">Ingrid Fischbach</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/B/barthno0.html">Norbert Barthle</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/giengeb0.html">Eberhard Gienger</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/giengeb0.html">Eberhard Gienger</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/fischdi0.html">Dirk Fischer (Hamburg)</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl67" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: white;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/steffel_frank.html">Frank Steffel</a></td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/heynebe0.html">Bernd Heynemann</a></div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kolbema0.html">Manfred Kolbe</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/mayerst0.html">Stephan Mayer</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/mayerst0.html">Stephan Mayer</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/sebaswi0.html">Wilhelm Josef Sebastian</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl67" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/stier_dieter.html">Dieter Stier</a></td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/R/rauenpe0.html">Peter Rauen</a><br />
stellv. Vorsitzender des Ausschusses</div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/singhjo0.html">Johannes Singhammer</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/R/riegekl0.html">Klaus Riegert *)</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/R/riegekl0.html">Klaus Riegert *)</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/W/weinbma0.html">Marcus Weinberg</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl87" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: transparent;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/H/heil_mechthild.html">Mechthild Heil</a></td>
<td class="xl88" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl88" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl89" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl90" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>SPD (4 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl94" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">SPD (6 Mitglieder)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/B/baetzing_sabine.html">Sabine Bätzing</a></div>
</td>
<td class="xl74" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/marksca0.html">Caren Marks</a></div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/D/danckpe0.html">Dr. Peter Danckert</a><br />
Ausschussvorsitzender</div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hemkere0.html">Dr. Reinhold Hemker</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/freitda0.html">Dagmar Freitag</a></div>
<div>Ausschussvorsitzende</div>
</td>
<td class="xl79" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/scholol0.html">Olaf Scholz</a></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/freitda0.html">Dagmar Freitag *)</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/koerpfr0.html">Fritz Rudolf Körper</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl69" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/gerstma0.html">Martin Gerster *)</a></div>
</td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/schaeax0.html">Axel Schäfer</a></div>
</td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/gerstma0.html">Martin Gerster</a></div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kumpfut0.html">Ute Kumpf</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/F/fograscher_gabriele.html">Gabriele Fograscher</a></td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/scheebe0.html">Bernd Scheelen</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/grottwo0.html">Wolfgang Grotthaus</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/marksca0.html">Caren Marks</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl69" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42"></td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hess_pe0.html">Petra Heß</a></div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/schaeax0.html">Axel Schäfer (Bochum)</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42"></td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/schulsw0.html">Swen Schulz</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/scheebe0.html">Bernd Scheelen</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl90" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>FDP (3 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">FDP (2 Mitglieder)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/guentjo0.html">Joachim Günther *)</a></div>
<div>stellv. Vorsitzender des Ausschusses</div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/guentjo0.html">Joachim Günther</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/A/ackerje0.html">Jens Ackermann</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/knopek_lutz.html">Lutz Knopek</a></td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/P/parr_de0.html">Detlef Parr *)</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/grussmi0.html">Miriam Gruß</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl95" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: transparent;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/P/piltzgi0.html">Gisela Piltz</a></td>
<td class="xl88" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl88" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl89" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl96" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>DIE LINKE (2 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">DIE LINKE (1 Mitglied)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: white;" width="143" height="21">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kunerka0.html">Katrin Kunert *)</a></div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kunerka0.html">Katrin Kunert *)</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/sittepe0.html">Dr. Petra Sitte</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl97" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/P/petermann_jens.html">Jens Petermann</a></td>
<td class="xl98" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl98" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
<td class="xl99" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl90" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"> </span></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (2 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (1 Mitglied)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hermawi0.html">Winfried Hermann *)</a></div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hermawi0.html">Winfried Hermann *)</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/goerika0.html">Katrin Göring-Eckardt</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 30.75pt;" height="41">
<td class="xl100" style="width: 107pt; height: 30.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="41"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/C/cramon_taubadel_viola.html">Viola von Cramon-Taubadel</a></td>
<td class="xl101" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl101" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
<td class="xl102" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Anmerkungen:</p>
<ul>
<li>*) sportpolitische Sprecher der jeweiligen Fraktionen</li>
<li>**) Namen und Zuordnung der meisten Stellvertreter fehlen noch. Die CDU hat ihre stellvertretenden Mitglieder benannt, aber noch nicht zugeordnet: <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/knoerig_axel.html">Axel Knoerig</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/fischdi0.html">Dirk Fischer</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/kolbe_manfred.html">Manfred Kolbe</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/stettch0.html">Christian Freiherr von Stetten</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/stettch0.html">Heinz Peter Wichtel</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/grindre0.html">Reinhard Grindel</a></li>
</ul>
<p>Zum Thema habe ich für den Deutschlandfunk diesen Beitrag gedichtet, mit O-Tönen von Winfried Hermann, Klaus Riegert und einem Archiv-Ton von Dagmar Freitag:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/14/dlf_20091114_1937_5809cf02.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die erweiterte und verlinkte Version:</p>
<p>Die Besetzung des neuen Bundestags-Sportausschusses steht im Prinzip, wenngleich formal noch einige Entscheidungen ausstehen. Der Ausschussvorsitz geht nach Verhandlungen unter den Fraktionschefs an die SPD &#8211; und damit an die langjährige Sportsprecherin Dagmar Freitag. Zu einem Interview war Frau Freitag noch nicht bereit, sie will noch den letzten Beschluss ihrer Fraktion abwarten.</p>
<p>Zunächst die Zahlen: Der Ausschuss wurde von 16 auf 18 Abgeordnete erweitert. CDU/CSU stellen 7 Abgeordnete, die FDP 3 &#8211; damit ist die Mehrheit gegen SPD (4), Linke (2) und Grüne (2) gesichert. Die SPD hat zwei Sitze verloren, alle anderen Fraktionen einen gewonnen. Die Frauenquote ist deutlich gestiegen, von 4 von 16 auf 8 von 18 Abgeordnete.</p>
<p>Die designierte Chefin <a title="www.dagmar-freitag.de" href="http://dagmar-freitag.de/" target="_blank">Dagmar Freitag</a> ist 56 Jahre alt, Lehrerin von Beruf und stammt aus Iserlohn. Sie gehört seit 1994 dem Bundestag an, war seit 1998 sportpolitische Sprecherin der SPD, dieses Amt gibt sie nun an Martin Gerster ab. Sie gehörte zum so genannten Kompetenzteam des gewesenen Kanzlerkandidaten Steinmeier &#8211; insofern überrascht ihr Comeback.</p>
<p>Frau Freitag hatte sich mit dem scheidenden Ausschussvorsitzenden Peter Danckert in wichtigen Fragen zerstritten, ich denke, das darf man so sagen. Dicke Freunde waren sie nicht mehr. Danckert, der gern Sportminister geworden wäre, wechselt in den Haushaltsausschuss. Freitag bleibt dem auswärtigen Ausschuss treu, ist aber aufgrund der Fraktionsarithmetik plötzlich sehr im Sportausschuss gebunden.</p>
<p>CDU-Sportsprecher Klaus Riegert erklärt, warum sein Favorit und Parteifreund Eberhard Gienger nicht Sportchef geworden ist.</p>
<blockquote><p>„Ich hätte gern den Vorsitzenden Eberhard Gienger gehabt. Das ging nicht, wenn man so will, aus ganz lapidaren Gründen. Wir kriegen neun Ausschussvorsitzplätze, davon stehen zwei der CSU zu, das heißt die CDU bekommt sieben &#8211; und wir Baden-Württemberger haben mit Recht, mit Geschäftsordnung, mit Europa schon drei gezogen. Und deshalb hatte der Eberhard Gienger schlichtweg das Pech, dass er aus Baden-Württemberg kommt. Wenn er aus Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein kommen würde, hätte er den Ausschussplatz wahrscheinlich sogar bekommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Statt des DOSB-Vizepräsidenten Gienger also die DLV-Vizepräsidentin Freitag. In einer Woche will sie auf dem Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Berlin erneut für das Amt kandidieren, das sie seit 2001 hat. Vier Tage später wird sie offiziell Sportausschuss-Chefin. Interessenskonflikte in dieser Doppelfunktion (wie in vorherigen) <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">sieht sie nicht</a>. Auch CDU-Sportsprecher Riegert hat damit kein Problem. Ebenso wenig die Linke-Sportsprecherin Katrin Kunert, sie sagt:</p>
<blockquote><p>Ein Ausschussvorsitz sollte neutral arbeiten. Einen Interessenkonflikt kann ich derzeit nicht erkennen. Außerdem stellt sich doch immer die Frage, wer zulässt, dass bestimmte Interessen &#8220;mehr&#8221; bedient werden oder nicht, hier ist der Sportausschuss in Zukunft gefragt. Warum fragen Sie nicht nach den vielen privaten Beratern bei der Bundesregierung, die Gesetzesentwürfe mitschreiben?</p></blockquote>
<p>Der neue FDP-Sportsprecher Joachim Günther dagegen ließ diese Fragen unbeantwortet.</p>
<ol>
<li>Werden die Sitzungen des Sportausschusses auch in dieser Legislaturperiode öffentlich sein? Wird sich irgendetwas an der Praxis der vergangenen Legislaturperiode ändern? Welche Haltung haben Sie persönlich, welche Haltung hat Ihre Fraktion dazu?</li>
<li>Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit der designierten Ausschussvorsitzenden Dagmar Freitag? Wie bewerten Sie die Benennung von Frau Freitag als Ausschussvorsitzende?</li>
<li>Sollte Frau Freitag als Ausschussvorsitzende ihr Ehrenamt als DLV-Vizepräsidentin aufgeben oder ruhen lassen? Sehen Sie darin einen möglichen Interessenkonflikt?</li>
</ol>
<p><span id="more-5791"></span>Grünen-Sportsprecher Winfried Hermann rät Frau Freitag, gar nicht erst wieder für den DLV zu kandidieren, sondern sich auf den Ausschussvorsitz und die gebotene Unabhängigkeit zu konzentrieren:</p>
<blockquote><p>„Ich erwarte jedenfalls von einer Ausschussvorsitzenden genügend Distanz auch zu den Sportorganisationen selber. Denn schließlich haben wir die Aufgabe zu kontrollieren, was der Staat macht, wir haben zu kontrollieren, was die Sportorganisationen mit dem Geld der öffentlichen Hand machen. Und da ist kritische Distanz auf jeden Fall gut und da ist es nicht so gut, wenn man selbst Teil des Verbandssystems ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Familie des</a> <a title="Die Qual der Wahl oder: die Einheitsfraktion des Sports" href="http://jensweinreich.de/?p=5222" target="_self">Sports</a>, zu der sich viele Parlamentarier zählen, gehört Lobbyismus allerdings zum Tagesgeschäft. Der Berliner Sportphilosoph Gunter Gebauer hat schon vor Monaten kritisiert:</p>
<blockquote><p>„Nun gibt es sehr viele Lobbyisten im Bundestag. Aber ich habe sehr selten gesehen, dass so offen über Lobbyarbeit gesprochen wird. Das ist eine Nähe zum organisierten Sport, die man in dieser Offenheit und dieser Freude des Bekenntnisses und dieser Bereitschaft, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, in anderen Ausschüssen eigentlich nicht erlebt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Frau Freitag erklärte kürzlich gegenüber der <a title="FAZ zum Thema" href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E54707048D92A4531A95A5C936D15BCFF~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ</a>, die „Männer vor mir haben ihre Ehrenämter auch nie aufgegeben&#8221;. Indes ist die Frage des Lobbyismus und möglicher Interessenkonflikte keine Frage des Geschlechts, sondern eine des Prinzips.</p>
<p>Als Lobbyistin und Unterstützerin der Leichtathletik-WM 2009 hat Frau Freitag ihre Rolle gespielt. Eigenständige sportpolitische Akzente aber vermisste man bislang eher von ihr. In der von Januar bis August 2009 erbittert diskutierten Frage der <a title="alle Beiträge zu diesem Thema" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self">Beschäftigung von Dopingtrainern mit Steuermitteln</a> zählte sie zu jenen, die das Thema gern in aller Stille <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">abgehandelt hätten</a>. Das war im Interesse des DLV, des BMI, des DOSB und der Regierungskoalition. Als es vor einem darum ging wegen anhaltender Versäumnisse in der Dopingbekämpfung Steuermittel etwa für den Bund Deutscher Radfahrer zu sperren, sah auch Freitag <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">keinen Grund</a> für Konsequenzen.</p>
<p>In der vorerst letzten Sportdebatte des Bundestages Anfang Juli erklärte sie:</p>
<blockquote><p>„Wir ziehen Bilanz am Ende einer Legislaturperiode und das ist natürlich Anlass genug, einen kurzen Blick zurückzuwerfen. Und da fällt zwangsläufig der Blick auf die große offene Flanke, nämlich eine wirklich Erfolg versprechende Dopingbekämpfung und deren Auswirkungen in ihrer verheerenden Form auf den gesamten Sport. Meine Fraktion wäre in der Dopingbekämpfung gerne weiter gegangen. Wir sind in der Frage am Koalitionspartner und an großen Teilen des organisierten Sports gescheitert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Als Ausschusschefin der Opposition kann sie daran nichts ändern, selbst wenn sie es tatsächlich wollte.</p>
<p>Die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes hat zwar den