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	<title>jens weinreich &#187; transparency international</title>
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		<title>Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 18:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfältigen Lebenssachverhalte, die Deutschen und der sportpolitische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre <a title="Die beschämende Wahrheit: was die DFB-Vertreter Zwanziger und Beckenbauer auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA</a>, die Deutschen und die <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalte</a>, die Deutschen und der <a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitische Komplex</a>, die Deutschen und der peinliche <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Bundestags-Sportausschuss</a>, durchsetzt von Wichtigtuern, Duckmäusern und <a title="tag: Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a>, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker &#8230;</p>
<p>&#8230; ach, das sind Skandale für sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.</p>
<p>Es muss dennoch immer wieder neu erzählt und kommentiert werden.</p>
<p>Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:</p>
<blockquote><p><strong>Wer schweigt, macht sich mitschuldig.</strong></p></blockquote>
<p>Und ob.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalösen Vorfällen umtosten FIFA-Kongress in Zürich unterstützte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hörbar, who knows &#8211; hörbar gab er während des Kongresses allerdings <a title="Die beschämende Wahrheit: was DFB-Vertreter auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">Lobpreisungen für die FIFA</a> zu Protokoll. In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun über seine Leib- und Magen-Blätter <a title="Bild.de: Zwanziger beruft Blatter-Gipfel ein" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">aus dem Hause Springer</a> mit, er wolle noch vor der Fußball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.</p>
<p>Wow.</p>
<p>Wenn man nicht weiter weiß oder Engagement vortäuschen will, gründet man eine Kommission – oder lädt an einen so genannten Runden Tisch.</p>
<p>Gemäß Springer-Medien will DFB-Boss Zwanziger also am 21. Juni, fünf Tage vor Eröffnung der Frauen-WM, in Frankfurt  a. M. über das Korruptionsthema diskutieren. Wobei: Von Korruption redet der DFB-Präsident ja nicht so gern. Personen wie er haben Probleme mit der Begriffsbestimmung, behaupten gern, es lägen keine Beweise vor, verstecken sich, wenn es darauf ankommt, wie auf dem FIFA-Kongress, und laden dann die üblichen Verdächtigen – die längst hätten klar Stellung beziehen können. Es aber nicht taten.</p>
<p>Es gibt verschiedene Definitionen von Korruption. Für Zwanziger und Co noch einmal die allumfassende, für den Sportbetrieb absolut ausreichende, formuliert von Transparency International:</p>
<blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p></blockquote>
<p>Das passt. Da erübrigt sich jede Diskussion.</p>
<p>Da muss man gar nicht staatstragend tun wie Zwanziger, der nun anmaßend formuliert, man wolle <em>&#8220;konzeptionelle Grundlagen für eine deutsche Position entwickeln, die anschließend mit UEFA und FIFA&#8221;</em> besprochen werde.</p>
<p><strong>Deutsche Position? Hier kann es nur eine Position geben: Für oder gegen Korruption.</strong></p>
<p>Es ist viel einfacher: Deutsche Sportfunktionäre und Sportpolitiker müssen handeln, sollten sie dazu willens, ehrlich genug und intellektuell fähig sein.</p>
<p>Sie hätten schon längst handeln können. Aber sie tun (fast) nichts.</p>
<p>Deutschland zählt in der internationalen Korruptionsbekämpfung zu den Schlusslichtern. Das Nichtstun hat System in Deutschland.</p>
<p>Beweise und Nachhilfeunterricht gefällig?</p>
<ul>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens</a></li>
<li><a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a></li>
<li><a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/" target="_self">The new power holders in world sport</a></li>
<li><a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li>
<li><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen</a></li>
</ul>
<p>Eine Initiative der bayerischen Justizministerin Beate Merk für ein <a title="Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; </a> ist 2009 grandios gescheitert – vor allem am Widerstand der Sportverbände und ihrer Lobbyisten, die beispielsweise im Sportausschuss des Bundestages sitzen.</p>
<p>Vertreter des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums spielen auf Arbeitsebene der Sportminister im Europarat und der Europäischen Union ebenfalls eine durchaus schändliche Rolle. Den BMI-Staatssekretär Christoph Bergner interessiert das Thema nicht die Bohne.</p>
<p>Die Bundesrepublik zählt zu einer alarmierenden Minderheit von Staaten, die die Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) nicht ratifiziert haben. Deutschland spielt in einer Liga mit Totaldemokratien wie Nordkorea, Somalia, Tschad, Oman, Saudi-Arabien, Myanmar – bis hin zu Kiribati und Tuvalu. Nur drei G-20-Staaten haben die UN Konvention nicht ratifiziert, nur drei EU-Staaten nicht – und nur vier OECD-Nationen. Deutschland ist Schlusslicht. Der Gipfel der Peinlichkeit.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl! <strong>Christian Humborg</strong>: <a title="Space for Transparency" href="http://blog.transparency.org/2011/05/16/in-the-fight-against-corruption-germany-falls-behind/" target="_blank">In the fight against corruption, Germany falls behind </a></li>
</ul>
<p>Christian Humborg, Geschäftsführer der deutschen Sektion von Transparency International, schrieb kürzlich: Deutschland verlangt von anderen Ländern wie etwa Afghanistan, gegen Korruption zu kämpfen, keht aber den Dreck vor der eigenen Tür nicht. Gänzlich bizarr wird es, wenn der deutsche Steuerzahler Projekte des UNCAC finanziert, die über die GTZ in Ländern wie Kolumbien, Indonesien oder Sierra Leone abgewickelt werden – Deutschland selbst aber UNCAC nicht vollends unterstützt.</p>
<p>Der Wahnsinn hat Methode. Ob bei Themen wie Abgeordneten-Bestechung – oder eben bei Korruption im Sport.</p>
<p>Die moderne Sportkorruption, man muss es immer wieder sagen, denn es ist die historische Wahrheit, wurde in Deutschland von einem Deutschen erfunden. Das System, dass der einstige Adidas-Chef Horst Dassler in den frühen siebziger Jahren geprägt und mit seiner ISL-Firmengruppe in den Achtzigern zur Blüte gebracht hat, wirkt bis heute nach. Etliche der engsten Dassler-Mitarbeiter sind noch immer in Amt und Würden. Allen voran Joseph Blatter, der FIFA-Pate.</p>
<p>Auch Jean-Marie Weber, der mehr als 141 Millionen Franken Schmiergeld an höchste Sportfunktionäre aus FIFA, IOC und anderen olympischen Weltverbänden verteilt hat, mischt noch munter mit. Er berät die IOC-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Scheich Al-Sabah (Kuwait) und Lamine Diack (Senegal). Er zählte am Mittwoch als Ehrengast des FIFA-Kongresses in Zürich zu den ersten Gratulanten Blatters. Er nahm kürzlich in Lausanne an einem Journalisten-Empfang der Münchner Olympiabewerber GmbH teil.</p>
<p>Übrigens zählte auch DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach einst zu Dasslers Vertrauten, er war zeitweise sein Adlatus, will aber nie etwas von unsauberen Machenschaften erfahren haben.</p>
<p>Und selbst die deutsche Sektion von Transparency International hinkt anderen Sektionen, etwa der in der Schweiz, meilenweit hinterher. Während TI-Sportsprecherin Sylvia Schenk inhaltlich selten auf der Höhe ist, hat die Schweizer Sektion gemeinsam mit der olympischen Dachorganisation Swiss Olympic schon vor einem Jahr einen <a title="Checkliste Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/07/checkliste-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Ratgeber für Verbände&#8221;</a> erarbeitet. Gewiss kein bahnbrechendes Dokument, als Mix aus rechtlichen Tipps, einer Korruptions-Checkliste und Fallbeispielen jedoch ein bemerkenswertes Heftchen, dass es in Deutschland nicht gibt.</p>
<p><em>(Nachtrag, 7. Juni, 14.21 Uhr: TI Schweiz macht mich per Email darauf aufmerksam, dass Frau Schenk &#8220;bei der Erstellung dieses Ratgebers massgeblich beteiligt war. Ihre Hinweise und Anmerkungen waren für den Inhalt des Ratgebers für Sportverbände mitentscheidend&#8221;. Das ist dann mal eine Überraschung.)</em></p>
<p>In Deutschland wird zudem, erst jüngst wieder in Stellungnahmen des DOSB-Präsidenten nachzulesen, das Thema &#8220;Korruption im Sport&#8221; argumentativ gern mit dem Bereich Wettbetrug gleichgesetzt. Das entspricht der politischen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Präsident Jacques Rogge kürzlich in Lausanne einen Wettgipfel abgehalten hat, bei dem es den anwesenden Politikern quasi verboten wurde, über andere Themen zu reden.</p>
<p>Die Propaganda von Sportkonzernen wie dem IOC zielt darauf ab, das Thema Korruption unter Funktionären mit all seinen Implikationen aus dem öffentlichen Blickfeld zu nehmen. Stattdessen wird die Wettmafia seit einiger Zeit als größte Geißel des Sports gebrandmarkt.</p>
<p>Ich nenne das: Irreführung mit System.</p>
<p><em><strong>Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie können etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Sponsern Sie diesen Blog oder investieren Sie in andere journalistische Arbeit, wir können gern über Rechercheprojekte reden. </strong></em></p>
<p><em><strong>Eine schöne Enthüllung ist gar nicht so teuer &#8211; man muss es nur wollen.</strong></em><br />
<a href="http://flattr.com/thing/301511/Deutschland-und-die-Korruption-Kartell-der-Schande" target="_blank"><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/24/der-sport-braucht-wohl-doch-eine-welt-anti-korruptions-agentur/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/09/24/der-sport-braucht-wohl-doch-eine-welt-anti-korruptions-agentur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 12:22:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oops, kommt etwa Bewegung in die Korruptionsbekämpfung? Die European Sports Security Association (ESSA) &#8211; wenn ich es recht verstehe: eine von Sportwettenanbietern betriebene Non-Profit-Organisation (geht das?) &#8211; fordert eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur im Sport. Spontan sage ich: Gute Idee, so eine World-Anti-Corruption-Agency (WACA). Hatte ich auch schon :) Jedenfalls, die ESSA, bereits im Gespräch mit etlichen Sportverbänden, teilt mit: URGENT [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oops, kommt etwa Bewegung in die Korruptionsbekämpfung? Die European Sports Security Association (<a title="ESSA Webseite" href="http://www.eu-ssa.org/Aboutus/tabid/55/Default.aspx" target="_blank">ESSA</a>) &#8211; wenn ich es recht verstehe: eine von Sportwettenanbietern betriebene Non-Profit-Organisation (geht das?) &#8211; fordert eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur im Sport.</p>
<p>Spontan sage ich: Gute Idee, so eine <strong>World-Anti-Corruption-Agency (WACA)</strong>. Hatte <a title="NZZ, März 2009: Korruption? Fehlanzeige!" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/korruption_fehlanzeige_1.2185060.html" target="_blank">ich</a> <a title="tag: WACA" href="http://jensweinreich.de/?s=waca" target="_self">auch</a> <a title="World-Anti-Corruption-Agency?" href="http://jensweinreich.de/?p=3970" target="_self">schon</a> :)</p>
<p>Jedenfalls, die ESSA, bereits im Gespräch mit etlichen Sportverbänden, <a title="ESSA Pressemitteilung" href="http://www.eu-ssa.org/LinkClick.aspx?fileticket=K0B%2bTQppbiY%3d&amp;tabid=55&amp;mid=372" target="_blank">teilt mit</a>:</p>
<blockquote>
<p align="center"><strong>URGENT NEED FOR GLOBAL BODY TO TACKLE SPORTS CORRUPTION</strong></p>
<p style="text-align: left;"><em>The European Sports Security Association calls for a robust and independent global sports anti-corruption body</em></p>
<p style="text-align: left;">The European Sports Security Association (ESSA) today called for the establishment of a robust and independent global body able to hand down tough penalties and sanctions that will act as effective disincentives in tackling corruption in sport. (&#8230;)</p>
</blockquote>
<p>In der vergangenen Woche hatte Transparency International (TI) ein Arbeitspapier zur Korruption im Sport vorgelegt, das weit hinter dieser WACA-Forderung zurückbleibt. Schade eigentlich. Dieses Dokument, maßgeblich von der deutschen TI-Chefin und langjährigen Sportfunktionärin Sylvia Schenk erarbeitet, die u.a. Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer war, stellt erstmals einen übergreifenden Rahmen für die nationalen Chapter von Transparency International dar. Der Sportsektor schaffe „bei der Finanzierung, der Sorgfaltsprüfung, in der Kultur und bei den Strukturen ein Umfeld, das verführerisch für Geldwäsche durch organisierte Kriminalität ist&#8221;, heißt es in dem Papier. „Dies kann angesichts der Gelegenheiten, schmutziges Geld zu investieren und kleine Summen in große zu verwandeln, letztlich alle Sportbereiche betreffen.&#8221; Sportorganisationen beweisen „generell wenig Transparenz, wenn es darum geht, wichtige Informationen und Dokumente öffentlich zu machen&#8221;. Geld werde innerhalb der Sportverbände „oft ohne oder nur mit geringer Aufsicht verteilt, so dass Korruptionsrisiken entstehen&#8221;.</p>
<ul>
<li><a title="TI Arbeitspapier Korruption im Sport, englisch" href="http://transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Sport/Sports_and_Corruption_Working_Paper_9_September_2009.pdf" target="_blank">englische Version</a> des Papiers (pdf, 8 Seiten)</li>
<li><a title="TI Arbeitspapier Korruption im Sport, deutsche Version" href="http://www.transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Sport/Working_Paper_Sport_03-2009_deutsch.pdf" target="_blank">deutsche Version</a> des Papiers (pdf, 10 Seiten)</li>
<li>die deutsche Sektion hatte schon einmal einen <a title="TI Aufruf Korruption im Sport, Stand Mai 2007" href="http://transparency.de/fileadmin/pdfs/Themen/Sport/Aufruf_TransparenzSport_update_07-05-21.pdf" target="_blank">Aufruf gegen Korruption und für Transparenz im Sport</a> gestartet</li>
<li>der brandneue <a title="TI: Global Corruption Report 2009" href="http://www.transparency.org/news_room/in_focus/2009/gcr2009#dnld" target="_blank">Global Corruption Report 2009</a> (pdf, knapp 500 Seiten)</li>
</ul>
<p>Schwerpunktmäßig behandelt das Papier die Bereiche: Wettbetrug, Einfluss der organisierten Kriminalität, demokratische Führung von Verbänden, Transferfragen, Sponsoring, Korruption in Medien sowie Korruption bei Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Austragung sportlicher Großereignisse wie Olympischer Spiele oder Welt- und Europameisterschaften im Fußball. Transparency International ist in mehr als 90 Ländern aktiv, mit dem Thema Sport befasste man sich bislang in Maßen in Kenia, Argentinien, der Schweiz, Deutschland und Italien. Zuarbeiten für das Papier kamen nun auch aus Dänemark, Tschechien, Kamerun, Südafrika, Polen und der Ukraine &#8211; wobei letztere drei Länder die nächsten großen Fußballmeisterschaften ausrichten: die WM 2010 und die EM 2012.</p>
<p>Ich finde, dem Thesenpapier fehlt es gewaltig an Systematik. Es erinnert über weite Strecken an eine schlecht sortierte Presseschau der vergangenen Jahre. Die Auswahl der erwähnten Korruptionsfälle leuchtet mir nicht ein. Der Adressat des Papiers wird ebenfalls nicht genannt. Kurz vor dem Olympischen Kongress Anfang Oktober in Kopenhagen hätte eine überzeugende Argumentation in Richtung des Internationalen OIympischen Komitees (IOC) angeboten. Diese Chance wurde vertan. Soweit ich die Grundlinien von TI verstehe, soll niemand offen kritisiert und schon gar nicht attackiert werden, man strebt vielmehr gemeinsam mit den Betreffenden Lösungen an. Eine ganz andere Herangehensweise als im Journalismus, wo es vor allem darum geht, Missstände aufzudecken, um es kurz zu fassen.</p>
<p><span id="more-5214"></span>Erstaunlich zudem, dass im Arbeitspapier einige Vorleistungen nicht erwähnt wurden: Schon 2005 erarbeitete ein Vertreter des norwegischen Chapters von TI gemeinsam mit der Kommunikationskonferenz &#8220;Play the Game&#8221; einen Forderungskatalog zur Korruptionsbekämpfung im olympischen Weltsport vor (ich war in einer Arbeitsgruppe während der PtG-Konferenz daran beteiligt):</p>
<ul>
<li><a title="PTG: Statement for Integrity and Anti-Corruption in Sport" href="http://www.playthegame.org/search-results/news-article.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1451" target="_blank">Statement for Integrity and Anti-Corruption in Sport</a></li>
</ul>
<p>Vor zwei Jahren hatte der langjährige IOC-Vizepräsident Richard Pound (Kanada) die Einrichtung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur (WACA) analog zur Welt-Anti-Doping-Agentur angeregt. Verbündete für diese Idee fand er im IOC nicht, ob er es auch energisch verfolgt hat, weiß ich allerdings nicht. IOC-Präsident Rogge hat die Korruptionsbekämpfung, die angeblich einmal zu seinen wichtigsten Themen gehörte, jedenfalls nicht prominent auf die Tagesordnung des Olympischen Kongresses gesetzt. IOC-Präsident Rogge, das ist jener Mann, der auch nichts gegen <a title="We are family: Jean-Marie Weber, das IOC und die IAAF" href="http://jensweinreich.de/?p=4667" target="_self">Jean-Marie Weber</a> hat, den womöglich größten Schmiergeldzahler des olympischen Sports. Über das Thema Korruption und Weber und ISL/ISMM habe ich übrigens schon vor langer Zeit mit Rogge gesprochen. Eine Passage aus einem <a title="BLZ: Interview mit Jacques Rogge" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0615/sport/0001/index.html" target="_blank">Interview</a>, das im Juni 2005 in der Berliner Zeitung erschien:</p>
<blockquote><p><em>Es deutet sich neues Ungemach an im Zusammenhang mit den Prozessen gegen Manager des langjährigen IOC-Marketingpartners ISL. Es geht um Schwarzgeld, geheime Konten, dubiose Stiftungen und Bestechungsgelder in Millionenhöhe; mutmaßlich auch an Funktionäre aus dem Umfeld des IOC. Wie genau sind Sie darüber informiert?</em></p>
<p>Jacques Rogge: Wie jeder in dieser Branche habe ich die ISL-Krise aufmerksam verfolgt. Ich weiß, dass der Untersuchungsrichter seine Arbeit abgeschlossen hat und in einigen Monaten Prozesse beginnen sollen. Sie kennen mich gut genug, um meine Haltung einschätzen zu können. Ich sage: Wenn da schmutzige Wäsche zu waschen ist, soll es passieren. Dann soll die Wahrheit ans Licht gelangen, dann sollen die Richter ihr Urteil sprechen. Ich habe damit kein Problem. Ich würde das begrüßen. Das würde uns allen helfen.</p>
<p><em>Erinnern Sie sich an den drastischen Vergleich, den Sie für derartige Aufklärungsarbeit mal gewählt haben?</em></p>
<p>Klar, diese Aussage gilt noch immer. Insofern habe ich als Chirurg für die Sportpolitik gelernt, denn beim Kampf gegen die Korruption geht man nicht anders vor, als wenn man versucht, einen Abzess abzutöten: Man muss die Beule aufschneiden, den Eiter ausfließen und dann die Wunde austrocknen lassen. </p></blockquote>
<p>Ich darf in diesem Zusammenhang einmal mehr auf das Buch &#8220;<a title="Buch &quot;Korruption im Sport&quot;" href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_blank">Korruption im Sport</a>&#8221; verweisen. Für den einen oder die andere mag es sich großkotzig anhören, nun denn, aber in diesem Sammelband waren wir doch sehr um Systematik bemüht. Zum Beispiel &#8230;</p>
<p>&#8230; um diesen <a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self"><strong>Definitionsversuch und eine einordnende Darstellung</strong></a> des Strukturproblems Korruption im olympischen Weltsport</p>
<p>&#8230; um die Formulierung von <a title="Korruption im Sport: Präventionsmaßnahmen" href="http://jensweinreich.de/?p=3243" target="_self"><strong>Präventionsmaßnahmen</strong></a>, als da wären (ich sage immer wieder: man wird doch mal träumen dürfen):</p>
<ol>
<li>Transparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln im Sport</li>
<li>Transparenz der Sportverbände und ihrer Funktionsträger</li>
<li>Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Lobbyisten-Registers (national und international) im Sport</li>
<li>Einrichtung eines Korruptionsregisters</li>
<li>Erstellung nationaler und internationaler Korruptionsranglisten im Sport</li>
<li>Bestellung von Ombudsmännern in allen nationalen und internationalen Verbänden, Kronzeugenregelung, Schutz von Whistleblowern</li>
<li>Einführung verbindlicher und aufeinander abgestimmter Ethik-Richtlinien in allen olympischen Verbänden</li>
<li>Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur des Sports (WACA)</li>
<li>Kontrolle durch Nichtregierungsorganisationen</li>
<li>Schwerpunktthema Korruptionsprävention auf dem Olympischen Kongress 2009 in Kopenhagen</li>
<li>Implementierung des Sportbetrugs, der Korruption im Sport in nationale Rechts­systeme und in internationale Anti-Korruptions-Konventionen</li>
<li>Einbeziehung der internationalen Sportkonzerne (auch Sportverbände genannt) in internationale Anti-Korruptions-Konventionen</li>
</ol>
<p>Pasend dazu und hier im Blog <a title="Kommentar von indykiste" href="http://jensweinreich.de/?p=5199#comment-14327" target="_blank">bereits verlinkt</a>: Am Rande der Jahrestagung der <a title="krimg.de: Fachtagungen" href="http://www.krimg.de/drupal/node/3" target="_blank">Kriminologischen Gesellschaft</a> hat deren Vorsitzende Britta Bannenberg erneut die mangelnde Korruptions-Prävention im Sport kritisiert. Sie sprach von einer „klandestinen Struktur des schweigenden Sports&#8221;. Im Deutschlandfunk sagte Frau Bannenberg, Rechts-Professorin an der Universität Gießen: „Ich entdecke starke Parallelen zwischen der organisierten Wirtschaftskriminalität, Korruption und Sport-Strukturen.&#8221; Bannenberg setzt sich etwa für den Straftatbestand Sportbetrug ein und hat dazu wissenschaftliche Arbeiten vorgelegt. „Mich wundert seit langem, dass die Sportverbände sich in keiner Weise mit Whistleblower-Systemen, mit anonymen Meldesystem und Ombudsleuten auseinandersetzen&#8221;, sagte sie.</p>
<p>Das komplette Sportgespräch im DLF vom 20. September 2009 zum Thema Korruption (ein halbes Jahr lang online):</p>
<p><a title="Sportgespräch DLF vom 20. September 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/09/20/dlf_20090920_2330_27ac8d91.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Wolfgang Schaupensteiner, Deutschlands bekanntester Korruptionsbekämpfer, wies auf rechtliche Probleme hin: „Vieles was als Korruption im Sport wahrgenommen wird, etwa Schiedsrichterbestechung, ist im Strafgesetzbuch einfach nicht abgebildet&#8221;, sagte er. „Es gibt Lücken im Strafrecht. Korruption im Sport ist im deutschen Strafrecht, anders als in anderen Ländern, nicht strafbar.&#8221; An Selbstreinigungskräfte der Branche glaubt Schaupensteiner nicht. Bei Ethik- und ähnlichen Kommissionen in Sportorganisationen sei kritisch zu hinterfragen: „Ist das nur Popanz oder steht eine ernstgemeinte Struktur dahinter? Sind diese Kontrollen nur zum Schein oder sind sie wirklich flächendeckend?&#8221;</p>
<ul>
<li><em>disclosure 1: Auch Britta Bannenberg und Wolfgang Schaupensteiner sind/waren Autoren im von mir konzipierten und herausgegebenen Sammelband &#8220;Korruption im Sport&#8221;, ebenso Herbert Fischer-Solms (DLF) und Anno Hecker (FAZ), die das oben verlinkte Sportgespräch geführt haben.</em></li>
<li><em>disclosure 2: Ich zahle Beitrag im deutschen Chapter von Transparency International.</em></li>
</ul>
<p><small>Dies ist eine überarbeitete, für das anonyme Internet zugeschnittene und damit verlinkte Variante eines Beitrags, der heute in Kurzfassung in der Berliner Zeitung, der Financial Times und der Frankfurter Rundschau erschien.</small></p>
]]></content:encoded>
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	</channel>
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