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	<title>jens weinreich &#187; thomas bach</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>live-Blog aus Durban: Olympia 2018. Die Entscheidung fÃ¼r Pyeongchang</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 06:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DURBAN. Moin, moin. Sitze nach einigen Fights mit der Security doch noch pÃ¼nktlich am Platz. In wenigen Minuten erÃ¶ffnet IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge die Show. Ab 8.45 Uhr prÃ¤sentiert MÃ¼nchen. Ich bitte um einen/mehrere Gefallen: Kann mir bitte jemand den SpaÃŸ komplett am Fernseher aufzeichnen? Ich nehme alles fÃ¼r mein Archiv: ARD, ntv, ZDF &#8211; wer [...]]]></description>
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<p>DURBAN. Moin, moin. Sitze nach einigen Fights mit der Security doch noch pÃ¼nktlich am Platz. In wenigen Minuten erÃ¶ffnet IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge die Show. Ab 8.45 Uhr prÃ¤sentiert MÃ¼nchen.</p>
<p>Ich bitte um einen/mehrere Gefallen: Kann mir bitte jemand den SpaÃŸ komplett am Fernseher aufzeichnen? Ich nehme alles fÃ¼r mein Archiv: ARD, ntv, ZDF &#8211; wer auch immer heute Ã¼bertrÃ¤gt. Und zwar in voller LÃ¤nge. Von jetzt bis heute Abend mit allen Sondersendungen. Falls es derartig veranlagte Menschen geben sollte, bitte, denkt an mich. Her damit.</p>
<p><strong>8.39 Uhr: </strong>Christophe de Kepper, als Rogges Mann neuer Generaldirektor des IOC, ist jetzt der Chef im Ring und erklÃ¤rt den Ablauf. Und hier im Pressezentrum tendiert die Temperatur gegen Null. Just to mention that.</p>
<p>Rogge wiederholt die Regeln. Sie sind etwas frÃ¼her bereit und mÃ¼ssen also wg der TV-Ãœbertragung noch vier Minuten warten. Jetzt lÃ¤sst er die Technik prÃ¼fen.</p>
<p>103 von 110 Mitglieder sind anwesend. Davon mÃ¼ssen wir noch jene abziehen, die in der ersten Runde nicht wÃ¤hlen dÃ¼rfen. Dann sollten es 97 bei der Abstimmung sein. Oder?</p>
<p>MÃ¼nchen marschiert ein.</p>
<p><strong>8.45 Uhr: </strong>Auf geht&#8217;s, MÃ¼nchen.</p>
<p>MÃ¼nchen startet mit einem altbekannten BegrÃ¼ÃŸungsvideo. Leicht aufgehÃ¼bscht, das sah man bisher bei fast allen PrÃ¤sentationen.</p>
<p>Thomas <strong>BACH</strong> beginnt.Â Gibt den Olympier. Deshalb der Hinweis, dass es die erste IOC-Vollversammlung in Afrika Ã¼berhaupt ist.</p>
<blockquote><p>Es geht allein um die Verdienste, nicht darum, wie oft sich jemand beworben hat</p></blockquote>
<p>Das bringt er seit einiger Zeit, seit der PrÃ¤sentation in Lausanne im Mai. Da hat er dann auch ausgepackt, dass das Deutschlands vierte Bewerbung ist &#8211; nach Berchtesgaden, Berlin und Leipzig, den drei Katastrophen. Auch damit wollen sie Pyeongchang toppen. Vier gegen drei. Kleine Spitze, dies.</p>
<p>Es geht um soziale Verantwortung, Umweltschutz und das Gedeihen der olympischen Bewegung. Oops?</p>
<p>Oh, der DOSB hat nun schon 28 Millionen Mitglieder. Sagt <strong>BACH</strong>.</p>
<p>Katarina <strong>WITT</strong> spricht von Architekten und Malern, die wie Sportler eine Kunst verrichten.</p>
<p>Sie ist besser als zuletzt bei allen PrÃ¤sentationen. Sie hat&#8217;s halt gelernt, vor vielen Jahren im Olympia-Eisring.</p>
<p>Willy <strong>REHM</strong> jodelt, und dieses katastrophale Internet hier bringt mich mal wieder zur Verzweiflung.</p>
<p>Christian <strong>UDE</strong> Ã¼bernimmt wie immer die Oktoberfest-Nummer, Munich = Party-Town. Er wÃ¼rde gern ein FaÃŸ Bier anstechen mit den IOC-Mitgliedern heute Abend.</p>
<p>Jetzt ein Video, in dem es u.a. um Weltklasse-Bars in MÃ¼nchen geht.</p>
<blockquote><p>Sie kÃ¶nnen drei Wochen jeden Tag in einem anderen Top-Restaurant speisen.</p></blockquote>
<p>Sagt Ude.</p>
<p>Das kann Pyeongchang derzeit nicht bieten. Aber die Koreaner werden ja alles aus Seoul transferieren. Als ich im Februar dort war zum Besuch der Evaluierungskommission, da hat der Chefkoch des Shilla-Hotels serviert. Shilla, natÃ¼rlich, gehÃ¶rt auch Kun Hee Lee bzw Samsung.</p>
<p>Bernhard <strong>SCHWANK</strong> ist fÃ¼rs Sportliche zustÃ¤ndig. Stellt das Konzept vor. Ãœberzieht etwas. Zu aufdringlich. Betont falsch, betont fast jedes Wort.</p>
<p>Seine Botschaft: Deutsche Firmen, die jetzt schon fÃ¼r 50 Prozent des Umsatzes der sieben olympischen WintersportverbÃ¤nde sorgen, werden ihr Sponsoring dramatisch erhÃ¶hen. Jedes Land, jedes NOK, jeder Sportverband wird davon profitieren. Sie alle.</p>
<p>NunÂ Christian <strong>WULFF</strong>. Spricht Deutsch. Peinlich. Er hat ja an den Proben auch nicht teilgenommen. HÃ¤tte schon etwas mehr investieren kÃ¶nnen.</p>
<blockquote><p>Schenken sie uns ihr Vertrauen fÃ¼r die Olympischen Winterspiele 2018. Wir werden daraus, frÃ¶hliche, emotionale und enthusiatische Winterspiele machen.</p></blockquote>
<p>Alle Gesetze sind auf den Weg gebracht. Wir sind verlÃ¤ssliche Partner</p>
<blockquote><p>Schenken sie Stella und der Jugend der Welt im Jahr 2018 erfolgreiche Para- und Olympische Winterspiele im Jahr 2018. Let dreams become true.</p></blockquote>
<p>Wir sind verlÃ¤ssliche Partner. Wir achten die Verantwortung und die Autonomie des Sports.Â (Notiz an mich: Bitte Haltung bewahren und mich nicht Ã¼bergeben. #FIFA #IOC #Korruption #Wahrheitsallergiker)</p>
<p>Claudia <strong>BOKEL</strong>. Gibt es eigentlich auÃŸer mir und einigen Journalisten weitere Personen, die wissen, dass Bokel seit 2008 IOC-Mitglied ist? Ich weiÃŸ nicht, was sie im IOC tut. Sie spricht FranzÃ¶sisch und im Namen der Sportler. Davon kommen dann noch einige. Zum Beispiel gleich VerenaÂ <strong>BENTELE</strong>. Sie ist sehr gut. (George Hirthler flÃ¼stert mir spÃ¤ter zu, darauf sei er besonders stolz gewesen.)</p>
<p>Nun Maria <strong>RIESCH</strong>, die lÃ¤ssig sagt, es habe wÃ¤hrend der Bewerbung viele News aus Garmisch gegeben, aber sie erzÃ¤hle nun ihre, die richtige.</p>
<blockquote><p>Glauben sie mir: Die Garmischer werden sie alle herzlich bei den Winterspielen begrÃ¼ÃŸen. Wie alle Deutschen.</p></blockquote>
<p>DerÂ <strong>FRANZ</strong>.</p>
<blockquote><p>People kohl me se Kaiser. IÂ invite you for the winter dream.</p></blockquote>
<p>Und er will auch sofort mit dem Langlauftraining beginnen.</p>
<p>LÃ¼genbaron Jerome Valcke, FIFA-General, sitzt Ã¼brigens auch im Saal.</p>
<blockquote><p>Once an athletes, always an athlete.</p></blockquote>
<p><strong>WITT</strong> spricht ein bisschen Ã¼ber sich, ihre Olympiaerfolge und ihren Job als Gesicht der Bewerbung und sagt, sie hÃ¤tte gern die IOC-Mitglieder daheim besucht. Aber wie alle wissen, ist das nicht erlaubt.</p>
<p>ZÃ¤hlt dann, wie immer, die Rekordzahlen und vollen Stadien in Deutschland auf. Achtung, Pyeongchang:</p>
<blockquote><p>We are not just promosing full stadia, we guarantee full stadia.</p></blockquote>
<p>Und noch ein wirklich hÃ¼bscher move von George Hirthler:</p>
<blockquote><p>That is the public support that counts.</p></blockquote>
<p>Sein Sportlerherz schlÃ¤gt hÃ¶her, sagtÂ <strong>BACH</strong>.</p>
<blockquote><p>One of the single word in every language is yes.Â Wir bitten sie bescheiden, sagen sie dieses eine Wort zu MÃ¼nchen 2018.</p></blockquote>
<p>KÃ¶nnen Olympische Spiele nachhaltig organisiert werden?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>KÃ¶nnen Olympische Spiele umweltfreundlich organisiert werden?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>&#8230; in magischer AmosphÃ¤re?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>usw usf</p>
<p>Is the election of a host city really about sports and the athletes?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>With stadiumsÂ full of knowledgable fans! Achtung, Pyeongchang!</p>
<blockquote><p>From the buttons of our hearts we humbly askÂ you to say yes.</p></blockquote>
<p>WillyÂ <strong>REHM</strong> jodelt wieder.</p>
<p>Die Fragerunde ist kurz. Was FÃ¼rst Albert &#8220;fragt&#8221; (richtige Fragen stellt er eigentlich nie, er Ã¤uÃŸert sich nur immer als Erster) ist wegen akkustischer MÃ¤ngel nicht zu verstehen. AuÃŸerdem Adam Pengilly (UK) und Ottavio Cinquanta (ITA). Cinquanta will Pyeongchang, das hat er mir schon im Mai klar gesagt. Er will Pyeongchang auch wegen Rom 2020.</p>
<p>Christian <strong>WULFF</strong> antwortet auf seine Frage, ob das nicht nur eine Bewerbung vom Freistaat Bayern, sondern von ganz Deutschland sei.</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen versichern, dass das ganze Land mit einer Ã¼berwÃ¤ltigende Mehrheit hinter dieser Bewerbung stehen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Politik hat all diesen Bewerbungsunterlagen eiserne Garantien gegeben. Ich stehe persÃ¶nlich dafÃ¼r, dass diese Olympischen Spiele ein Ereignis werden, dass wir niemals vergessen werden.</p></blockquote>
<p>Beifall. Diplom. Abgang. <strong>9.43 Uhr</strong>.</p>
<p>Und Patrick Sandusky, der Pressechef des USOC und einstiger Pressechef von Chicago 2016 fragt auf Twitter, wo eigentlich das Diplom ist, dassÂ <a title="Ohrfeige fÃ¼r Obama" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/" target="_self">Chicago 2016</a> imÂ <a title="Obama arrived" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/" target="_self">Oktober 2009</a> als groÃŸer Verlierer bekommen hat. Das liegt noch irgendwo im Bella Centre von Kopenhagen, antwortet jemand.</p>
<p><strong>11.06 Uhr:</strong> Nach der MÃ¼nchen-PK. Annecy prÃ¤sentiert. Ich verfolge das nicht. Treibe mich herum und bin erst spÃ¤ter wieder ganz Ohr bei Pyeongchang.</p>
<p>MÃ¼nchen natÃ¼rlich schwer erleichtert. Wenngleich jeder weiÃŸ, auch Wulff, der es ganz nett formuliert hat, dass das alles nicht bedeutet/bedeuten muss. Es bleibt nur das Beten und Hoffen.</p>
<p><strong>12.07 Uhr:</strong> Let&#8217;s go, Pyeongchang!</p>
<p>ZunÃ¤chst ein stimmungsvolles Video. Auch mein Freund Kwang-Bae Kang tritt auf, VizeprÃ¤sident des Bob-Weltverbandes FIBT. Dessen PrÃ¤sident Ivo Ferriani ist (auch als Italiener) ein absoluter BefÃ¼rworter von Pyeongchang.</p>
<p>TheresaÂ <strong>RAH</strong> stellt das Team vor. PrÃ¤sidentÂ <strong>LEE</strong>, Sportminister, Governor, Sonderbotschafter <strong>KIM</strong>, Yong SungÂ <strong>PARK</strong>, YunaÂ <strong>KIM</strong> (groÃŸer Beifall) &#8230; Kun HeeÂ <strong>LEE</strong>, der Samsung-Herrscher (langer Beifall, echt!), Dae SungÂ <strong>MOON</strong>, Olympiasieger und IOC-Mitglied.</p>
<p>TheresaÂ <strong>RAH</strong> erklÃ¤rt, auch diese Kleinigkeit ist wichtig, dass sie neu ist in der olympischen Bewegung. Die Diplomatengattin, die in vielen LÃ¤ndern gelebt hat, wurde als Kommunikationschefin geholt.</p>
<blockquote><p>Beharrlichkeit und Geduld.</p></blockquote>
<p>Pyeongchang ist immer wieder aufgestanden, hat sich zweimal erholt und alles getan &#8230; neue Horizonte &#8230; Wintersport in neuen Regionen entwickeln &#8230; geht alles ein bisschen zu schnell fÃ¼r mein Empfinden. Bisschen Luft holen, wÃ¤re ganz hÃ¼bsch gewesen. Aber Theresa spricht natÃ¼rlich gut.</p>
<p>Er wÃ¼nscht MÃ¼nchen und Annecy viel GlÃ¼ck, sagtÂ <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">Yang HoÂ <strong>CHO</strong></a>. Aber nicht zu viel davon! Vom GlÃ¼ck.</p>
<p><strong>CHO</strong> hat hart gearbeitet. Er hat bisher noch NIE so gut gesprochen.</p>
<p>SÃ¼dkoreas PrÃ¤sidentÂ <strong>LEE</strong> Myung-Bak.</p>
<p>Spricht Englisch, anders als der deutsche BundesprÃ¤sident.</p>
<p>Ich finde, er macht das ziemlich gut. Den Anfang 1948 in St. Moritz und die koreanische Mini-Delegation kannte ich natÃ¼rlich schon aus anderen PrÃ¤sentationen. Aber auch dieser ganze Aufbau</p>
<blockquote><p>We are working hard. We&#8217;ll make you proud!</p>
<p>I ask you finally that our olympic and paralympic dream come true!</p></blockquote>
<p>Jin-SunÂ <strong>KIM</strong>, heute Special Ambassador, frÃ¼her 12 Jahre Provinz-Gouverneur, ist nun dran. Er verkÃ¶rpert diese Bewerbung, alle drei Bewerbungen. Und er verkÃ¶rpert all die anderen koreanischen Geschichten.</p>
<blockquote><p>Our heart were broken. But we never gave up and tried again!</p>
<p>We have heard your advise.</p></blockquote>
<p>Sie setzen auf diese Karte, und das ist auch okay so. Jetzt heult er, weil er zum dritten Mal hier steht.</p>
<blockquote><p>Our people have waited for over ten years.</p></blockquote>
<p>Ich glaube nicht mal, dass diese Emotionen gespielt sind.</p>
<p>YunaÂ <strong>KIM</strong>.</p>
<p>Sie beginnt viel besser als in Lausanne. Sie hat sieben Wochen hart trainiert, sagt sie. Und nun klingt sie wirklich ziemlich cool. Terrence BURNS hat gut gearbeitet mit seinen Leuten. Es ist MIT ABSTAND die beste PrÃ¤sentation von Pyeongchang bisher, und ich habe fast alle live verfolgen kÃ¶nnen.</p>
<p>Lichtjahre besser, unvergleichbar mit der ersten PrÃ¤sentation im Oktober in Acapulco. Heute kommt es darauf an. Heute bringen sie auch das. Das die Sache mit dem Geld und Samsung und alles lÃ¤ngst geklÃ¤rt ist, glaube ich jetzt erst recht: das Ding ist erledigt.</p>
<blockquote><p>I am an example of a living legacy!</p></blockquote>
<p>Sie darf im Video auch noch das technische Konzept vorstellen. Good move.</p>
<p>IOC-MitgliedÂ <strong>MOON</strong> spricht vom revolutionÃ¤rem Konzept, ein Olympisches Dorf fÃ¼r Olympics and Paralympics.</p>
<p>Yong SungÂ <strong>PARK</strong></p>
<blockquote><p>It has been a loooong day for you. But it has been a loooong time for us too.</p></blockquote>
<p>Sagt FÃ¼rst Albert:</p>
<blockquote><p>Tut mir echt leid, Ihre Hoheit, dass Sie ihre Flitterwochen unterbrechen mÃ¼ssen, um zum dritten Mal eine PrÃ¤sentation von Pyeongchang anzuhÃ¶ren!</p></blockquote>
<p>Park ist witzig. Auch im persÃ¶nlichen GesprÃ¤ch.</p>
<p>Viele IOC-Kollegen (er sagt immer noch: Kollegen, obwohl er lange schon wieder drauÃŸen ist aus dem IOC) hÃ¤tten ihn gefragt, was sie in P so alles machen kÃ¶nnen (nicht viel natÃ¼rlich). Also kommt ein Video zum Programm &#8220;Best of Korea&#8221;: Ich habe das schon oft geschrieben, sie holen wÃ¤hrend der Spiele alles nach P. Restaurants, Shopping Malls, Theater. Was IOC-Members und GefÃ¤hrten und Family halt so brauchen.</p>
<blockquote><p>I hope that you&#8217;ll give us the chance to prove that Pyeongchang is ready!</p></blockquote>
<p>TobyÂ <strong>DAWSON</strong>/<strong>KIM</strong> Bong-Soek, geboren un Busan 1978, 1981 adoptiert und nach Vail/Colorado gezogen. Olympiamedaillengewinner im Freestyle 2006 in Torin. Und hier Stammgast jeden Abend an der Bar.</p>
<p>Sehr, sehr gut.</p>
<p>Er verkÃ¶rpert, sagt er, die Hoffnung und den Traum von Millionen von Kids. New horizons, new markets, new hopes &#8230; sie deklinieren das Thema geschickt &#8211; und emotional. Zum ersten Mal Ã¼berhaupt! Ich sage ja: Auf die Sekunde topfit.</p>
<p>TheresaÂ <strong>RAH</strong> again.</p>
<p><em>(Und ich stelle das Blog mal um, so dass nur noch dieser Beitrag auf der Startseite erscheint. Vielleicht macht der Server dann mit.)</em></p>
<p><strong>RAH</strong> nimmt MÃ¼nchens Argument auf und sagt: Hey, 19 Mal wurden die Spiele schon im traditionellen Markt (USA, Kanada, Europa) ausgetragen &#8211; aber nur zweimal in Asien. Nie in Korea.</p>
<blockquote><p>It is a race about dream. It is a race about human potential.</p></blockquote>
<p>Nun spricht sie FranzÃ¶sisch. Wichtiges Detail, immer mal in die andere offizielle IOC-Spreache zu wechseln. FÃ¼r MÃ¼nchen erledigte das ClaudiaÂ <strong>BOKEL</strong>.Â <strong>BACH</strong> begann, auch das hatten wir schon diskutiert, in Spanisch.</p>
<p>Koreaner sind KÃ¤mpfer. I like that. Sehr guter Wettbewerb. MÃ¼nchen und Pyeongchang sehr gut. Man muss derlei PrÃ¤sentationen nicht mÃ¶gen und kann alles infrage stellen. Aber es gibt sie nun mal. Und ich habe mich in zwanzig Jahren schon mÃ¤chtig gelangweilt.</p>
<p>Heute nicht. Good entertainment.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>VÃ¶llig Ã¼berraschend von Albert, Adam Pengilly und &#8211; Ottavio Cinquanta. (Inhalte sind uninteressant.)</p>
<p>Albert sagt zu <strong>PARK</strong>: No worries, my friend, es war das dritte Mal, aber es war nicht langweilig.</p>
<p>Das stimmt.</p>
<p><strong>13.02 Uhr:</strong> PrÃ¤sentation beendet. Mittagspause. Und ich habe die Ãœberschrift schon mal aktualisiert. Glaube nicht, dass ich mich heute Nachmittag blamiere. (Und wenn: Ich habe ein dickes Fell.)</p>
<p><strong>15.24 Uhr:</strong> Mittagessen, viele GesprÃ¤che, keine GerÃ¼chte mehr Vorstellbar, dass es anders kommt, als oben beschrieben. Dass Rogge nachher nicht den Zettel mit dem Namen PYEONGCHANG aus dem Umschlag nestelt?</p>
<p>Rogge hat in kleiner Runde mal erzÃ¤hlt, das war im FrÃ¼hjahr 2007 in Peking, was das fÃ¼r eine dÃ¤mliche Situation sei, wenn er da, beobachtet von vielen Millionen Menschen, am Umschlag nestelt. Er sei da immer ganz nervÃ¶s, sagt er, und hat Angst, dass irgendjemand einen Fehler gemacht hat. Dass der Zettel fehlt. Dass der Name falsch drauf steht. Dass er sich verspricht. Irgendwas in der Art. Man muss auf Youtube mal schauen, wie ernst er stets dabei ist und wie steif und blass. Da hatten selbst die VerkÃ¼ndungen des abgebrÃ¼hten Samaranch einst mehr Leben. Ich meine das gar nicht gemein, dass Rogge das Ã¼berhaupt erzÃ¤hlte, fand ich sehr sympathisch.</p>
<p><strong>15.31 Uhr:</strong> In vier Minuten beginnt die Abstimmung. Mein Tipp: Nur ein Wahlgang ist nÃ¶tig. An eine knappe Kiste glaube ich nicht mehr. Sorry, MÃ¼nchen. Aber ich denke, sie werden ein fÃ¼r deutsche VerhÃ¤ltnisse stolzes Resultat erzielen.</p>
<p>Ich habe eigentlich nur zwei Fragen:</p>
<ul>
<li>Wie stark engagiert sich BMW wirklich? Oder besser: wie Samsung-mÃ¤ÃŸig? Kann das also etwas wenden?</li>
<li>Ist da was dran, was mir die Koreaner stecken, dass Thomas Bach etlichen Kollegen signalisiert haben soll: Pass mal auf, besser du stimmst fÃ¼r MÃ¼nchen, dann hast du ab 2013 ein angenehmeres IOC-Leben?</li>
</ul>
<p><em>(FÃ¼r Juristen: Ich habe gerade zwei FRAGEN gestellt.)</em></p>
<p><strong>15.39 Uhr: </strong>Sie sind noch bei Verfahrensfragen.</p>
<p>Das IOC-Mitglied Angelo Ruggiero <a title="Angela Ruggiero auf Twitter" href="http://twitter.com/#!/AngelaRuggiero" target="_blank">twittert</a> Ã¼brigens live aus der Session. Andere simsen, wie ich hÃ¶re.</p>
<p><strong>15.44 Uhr: </strong>The vote is now open. Ohne Rogge, Bach, Bokel, Drut, Killy, Lee, Moon und Oswald.</p>
<p><strong>15.46 Uhr: </strong>The vote is now closed.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 14.0px 0.0px; line-height: 19.0px; font: 14.0px Times} --><strong>15.46 Uhr:</strong> Dick Pound informiert Rogge. Der sagt:</p>
<blockquote><p>My dear colleagues: You have elected the host city for the Olympic Winter Games in 2018. The election is over!</p></blockquote>
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		<title>HÃ¶her, schlauer, jÃ¼nger?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Kann man natÃ¼rlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel bÃ¶ser, viel schÃ¶nfÃ¤rberischer und Ã¼berhaupt. Aber so ist mein kleines FragestÃ¼ck zu den Jugendspielen, an dem ich mit SpaÃŸ hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten): : Zu Wort kommen:Â Britta Steffen,Â Kathrin Boron,Â Gudrun Doll-Tepper,Â Jacques Rogge,Â Thomas Bach,Â Joseph Blatter,Â Helmut Digel,Â Eike Emrich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Kann man natÃ¼rlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel bÃ¶ser, viel schÃ¶nfÃ¤rberischer und Ã¼berhaupt. Aber so ist mein kleines FragestÃ¼ck zu den Jugendspielen, an dem ich mit SpaÃŸ hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten):</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_2330_8ac6b877.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu Wort kommen:Â Britta Steffen,Â Kathrin Boron,Â Gudrun Doll-Tepper,Â Jacques Rogge,Â Thomas Bach,Â Joseph Blatter,Â Helmut Digel,Â Eike Emrich und Ulf Tippelt.</p>
<p>Ich habe noch jede Menge O-TÃ¶ne, passendere, bessere, kÃ¼rzere, lÃ¤ngere, und habe ja auch mit einigen Sportlern gesprochen. So ist das nun mal. Im TagesgeschÃ¤ft Journalismus gibt es Andruck- und Sendezeiten und damit einen Redaktionsschluss. Manches, wie die Pound-Passage, habe ich schon vorher produziert, es passt dennoch gut rein.Â Die Youth Olympic Games dauern ja noch ein Weilchen, ich hole noch einiges nach, vielleicht bastle ich aus diesem Beitrag hier noch einen lÃ¤ngeren, ergÃ¤nzenden.</p>
<p>Wer nicht hÃ¶ren mag (oben den Player anklicken), der mag vielleicht lesen, einiges habe ich natÃ¼rlich schon angefÃ¼gt und ergÃ¤nzt:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Der Herzschlag der Jugendspiele. Damit begannen viele Videos, die fÃ¼r die ersten Youth Olympic Games produziert wurden. In Spots auf Youtube und anderen WerbemaÃŸnahmen war auch stets von der DNA der Jugendspiele die Rede. â€žTrÃ¤gst Du die DNA der Jugendspiele in Dir?â€œ wird da gefragt.</p>
<p>YOG-DNA? Wie Michael Phelps?</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Und schon beginnt das Problem.</p>
<p>Denn was ist die DNA der Olympischen Jugendspiele? HeiÃŸt das: HÃ¶chstleistung wie bei den richtigen Olympischen Spielen?</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>&#8230; so wie es Usain Bolt sagt. Der Fabel-Weltrekordler, der schnellste Mann der Welt, um den sich viele GerÃ¼chte ranken. Der als Botschafter avisiert war fÃ¼r Singapur, aber nun doch nicht kommt.</p>
<p>Oder zÃ¤hlen tatsÃ¤chlich Bildung und Kultur zur DNA der Spiele?</p>
<p>Selbst Bolt spricht Ã¼brigens von Bildung â€“ das ist mittlerweile die offizielle Lesart des Internationalen Olympischen Komitees.</p>
<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge betrachtet sich als Vater der Jugendspiele. Auch wenn er noch in eine juristische Auseinandersetzung mit dem Ã–sterreicher Johann Rosenzopf verwickelt ist, der sagt, er habe Ende der neunziger Jahre ein Konzept von olympischen Jugendspielen an den damaligen IOC-PrÃ¤sidenten Samaranch geschickt. Er wirft dem IOC Plagiat vor. Rogge kann dagegen vorbringen, dass er schon vor knapp zwanzig Jahren als Chef der Vereinigung der europÃ¤ischen olympischen Komitees ein kontinentales olympisches Jugendfestival begrÃ¼ndet hat.</p>
<p>Fakt ist: Als IOC-PrÃ¤sident setzte Rogge im FrÃ¼hjahr 2007 in Windeseile die Olympischen Jugendspiele durch. Das IOC folgte fast kollektiv seinem Vorschlag. Drei Jahre spÃ¤ter, kurz vor der Premiere, erklÃ¤rte der 68 Jahre alte Belgier, er sei aufgeregt wie einst vor dem KreiÃŸsaal. Rogge hat zwei erwachsene Kinder und Enkel.</p>
<blockquote><p>â€žGrundsÃ¤tzlich ging es uns bei den Jugendspielen darum, dass wir die Notwendigkeit fÃ¼r Bildung und AufklÃ¤rung gesehen haben â€“ in einem Alter, wo die jungen Sportler noch empfÃ¤nglich sind.Â Wir wollen ihnen Kenntnisse und Fertigkeiten fÃ¼r ihr Leben vermitteln. Nicht nur im Sport, auch auÃŸerhalb des Sports in ihrem ganz normalen Leben, ihren sozialen Beziehungen. Deshalb investieren wir in den Ausbildungsbereich, das ist etwas Neues in der Olympischen Bewegung.</p>
<p>Wir betreiben Doping-AufklÃ¤rung, es geht um gesunde ErnÃ¤hrung, Gesundheitsvorsorge, Krankheitsvorsorge, Umweltschutz â€“ und natÃ¼rlich geht es um die olympischen Werte wie Respekt, Fairplay und die Einhaltung der Regeln.Â Sie bekommen jede Menge MÃ¶glichkeiten. Es geht darum, ihnen so viel wie mÃ¶glich fÃ¼r die Zeit nach der Sportkarriere mitzugeben.</p>
<p>Das wollen wir tun. Und wir glauben, dass wir moralisch dafÃ¼r verantwortlich sind. Wir mÃ¼ssen das tun. Die Olympische Bewegung kann sich nicht nur darauf beschrÃ¤nken, nur Sportereignisse zu organisieren. Wir glauben, dass Sport Bildung ist. Bildung sollten wir den jungen Menschen gerade in dieser Phase angedeihen lassen.â€œ</p>
<p><em>(flÃ¼chtig-schnell Ã¼bersetzt)</em></p></blockquote>
<p>Es ist interessant, wenn Rogge plÃ¶tzlich davon spricht, das IOC sei fÃ¼r Bildung und Erziehung verantwortlich. FÃ¼r Ethik und Fairplay. Ausgerechnet das IOC und sein System des olympischen Hochleistungssports, das bestÃ¤ndig fÃ¼r negative Schlagzeilen sorgt, um nur die Themenfelder Doping und Korruption zu nennen.</p>
<p>Man kann Rogges Ansatz als anmaÃŸend empfinden. Zumal das IOC in den vergangenen Jahren in kritischen Situationen â€“ ob in der Menschenrechtsfrage bei den Olympischen Spielen in Peking oder beim Dopingproblem â€“ stets darauf bestanden hat, nur fÃ¼r die jeweils sechzehn Tage (plus ErÃ¶ffnungsfeier) wÃ¤hrenden Olympischen Spiele in der Verantwortung zu stehen. Und eben nur fÃ¼r den Sport zustÃ¤ndig zu sein.</p>
<p>Rogge wird sich also selbst untreu. Andererseits: Sein Ansatz mit den Jugendspielen ist, wenn man es wohlwollend betrachtet, eine Art RÃ¼ckbesinnung auf den IOC-GrÃ¼nder Pierre de Coubertin. ZurÃ¼ck zu den Wurzeln.</p>
<p>Es fÃ¤llt auf, dass in den Tagen von Singapur viele IOC-Mitglieder so argumentieren. Als hÃ¤tten sie ein Skript auswendig gelernt. Und tatsÃ¤chlich gibt die IOC-Administration ja regelmÃ¤ÃŸig Argumentationshilfen fÃ¼r die Mitglieder auf. Das war vor zwei Jahren kurz vor den Spielen in Peking so, als sich die Antworten zur Frage der Menschenrechte doch sehr Ã¤hnelten. Und das ist jetzt nicht anders.</p>
<p>Joseph Blatter, PrÃ¤sident des FuÃŸball-Weltverbandes FIFA, <a title="Notizen von den Jugendspielen " href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/13/notizen-von-den-jugendspielen/" target="_self">predigt ebenfalls die Verse</a> des Jacques Rogge.</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese Jugendspiele sind sehr wichtig. Weil sie sind eben unter der Bezeichnung respect, education, bringing people together, also sozial-kulturelles Zusammenkommen. Und darum ist es auch fÃ¼r die FIFA sehr wichtig, dass wir hier sind, dass wir nicht mit den groÃŸen Mannschaften oder mit den groÃŸen Namen der Mannschaften gekommen sind, sondern dass wir die MÃ¶glichkeit geben auch den kleinen VerbÃ¤nden, dabei zu sein, und dass sie sich mischen mit der Jugend der Welt.</p>
<p>Das war ja auch der eigentliche olympische Gedanke von Pierre de Coubertin: Bringt die Jugend zusammen und lasst sie miteinander sprechen. Lasst sie spielen, aber nicht wichtig ist das Siegen, sondern wichtig ist das Mitmachen und Sich-Kennenlernen. Und das ist jetzt fÃ¼r die Jugend die Olympischen Spiele. Und darum haben wir auch beschlossen: Wir wollen diese bringen, die sonst nicht dabei sein kÃ¶nnen. Also fÃ¼r uns ist es sehr wichtig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Postulate sind das eine â€“ man kann sie in Singapur an der Wirklichkeit messen. Oder hier verfolgen:</p>
<ul>
<li>Die offizielle WebseiteÂ <a title="Singapore 2010" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en.html" target="_blank">Singapore 2010</a></li>
<li>DieÂ <a title="Olympic.org" href="http://www.olympic.org/" target="_blank">IOC-Webseite</a> zum Thema</li>
<li>DieÂ <a title="ebook DOSB Singapur 2010" href="http://ebook-singapur.dosb.de/" target="_blank">MannschaftsbroschÃ¼re</a> des DOSB und dessenÂ <a title="DOSB, Singapur 2010" href="http://www.dosb.de/de/olympia/olympische-jugendspiele/" target="_blank">Singapur-Schwerpunkt</a></li>
<li>Der Youtube-KanalÂ <a title="Youtube Singapore 2010" href="http://www.youtube.com/user/singapore2010" target="_blank">Singapore 2010</a></li>
</ul>
<p><a title="Frischzellenkur fÃ¼r das Olympia-Business" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/11/frischzellenkur-fur-das-olympia-business/" target="_self">Die Spiele laufen</a>, sie wurden von StaatsprÃ¤sident Sellapan Ramanathan erÃ¶ffnet.Â Ein Video dazu kann natÃ¼rlich nicht mehr eingebettet werden, jedenfalls nicht die offizielle Zusammenfassung der ErÃ¶ffnungsfeier. Denn die ist rechtlich geschÃ¼tzt.</p>
<ul>
<li><a title="YOG News Access Rules" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/YOG-News-Access-Rules-Singapore-2010.pdf" target="_blank">News Access Rules &#8211; Singapore 2010</a></li>
<li>Weil es zuletzt inÂ <a title="tag Blogging-Guidelines, Internet bei Olympia ... " href="http://www.jensweinreich.de/category/blogging-guidelines/" target="_self">Peking und Vancouver</a> immer mal diskutiert wurde und mitunter fÃ¼r Verwirrung gesorgt hat:Â <a title="IOC Social Media Blogging and Internet Guidelines for YOG" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/IOC-Social-Media-Blogging-and-Internet-Guidelines-for-YOG-clean.pdf" target="_blank">IOC Social Media, Blogging and Internet Guidelines for persons accredited at the Youth Olympic Games</a></li>
</ul>
<p>Es gab eine groÃŸe Show in einem schwimmenden Stadion in traumhafter AtmosphÃ¤re, viel Pyrotechnik, ein Medley populÃ¤ren Liedguts aus mehreren Jahrzehnten. Kinder tanzten und lachten.</p>
<p>Die Macht der Bilder. So wirkt Olympia. Auch Rogge ist ein VerfÃ¼hrer. Man kann ihm vieles nachsagen, aber eines gewiss nicht: NaivitÃ¤t.</p>
<p>Irgendwann wurde ein Ã¼berdimensioniertes MÃ¤rchenbuch hereingefahren, dem ein junger Boxer entsprang, der gegen den Teufel ankÃ¤mpfte, mutig und fleiÃŸig blieb â€“ und schlieÃŸlich das BÃ¶se besiegte. StÃ¤ndig flimmerten Mangas Ã¼ber die GroÃŸbildschirme â€“ Bilder von Umweltkatastrophen, Kriegen und der ZerstÃ¶rung des Regenwaldes.</p>
<p>Gemeinsam lÃ¤sst sich eine bessere Welt erschaffen â€“ das ist die Botschaft. Garniert mit den olympischen Insignien. Den Ringen, der Fahne, der Hymne â€“ und dem olympischen Feuer, das bis zum 26. August in der Marina Bay brennt. Das â€žheilige Feuerâ€œ, wie die Kommentatorin auf dem IOC-Kanal formulierte.</p>
<blockquote><p>â€œSo the sacred flame from Olympia burns in the night-sky. A guiding light of inspiration for the next 12 days.â€œ</p></blockquote>
<p>Die olympische Marke, das olympische Portfolio wurde mit diesen Jugendspielen erweitert. DarÃ¼ber haben sich auf dem RÃ¼ckweg ins noble Ritz-Carlton-Hotel tatsÃ¤chlich einige Olympier unterhalten.</p>
<p>Darum geht es zunÃ¤chst einmal. Um die Marke. The Brand. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.</p>
<p>Es ist ein 300 Millionen Euro teueres Experiment &#8211; mit 3.600 Kindern und Jugendlichen aus aller Welt.</p>
<p>Jacques Rogge sagt:</p>
<blockquote><p>â€œIch hoffe, dass der Erziehungspart dieser Olympischen Spiele leichter wird als die Erziehung meiner eigenen Kinder.Â Aber er sei Optimist und glaube an das Konzept, das von allen AktionÃ¤ren Olympias entwickelt worden sei. Dazu zÃ¤hlen die 205 Nationalen Olympischen Komitees und die derzeit 26 olympischen SommersportverbÃ¤nde. Man habe sich alle MÃ¼he gegeben, sei sensitiv vorgegangen, werde aber sicher Fehler machen, schlieÃŸlich wÃ¼rden auch bei den groÃŸen Olympischen Spielen nach mehr als 110 Jahren noch Fehler gemacht.Â Doch der Geist seines, des olympischen Hauses sei: Aus Fehlern lernen und sich stets verbessern.â€œ</p>
<p><em>(flÃ¼chtig-schnell Ã¼bersetzt)</em></p></blockquote>
<p>Auch zwei deutsche Sportwissenschaftler haben in der Vorbereitung der Jugendspiele entscheidend mitgewirkt, in Arbeitsgruppen des IOC und der Organisatoren in Singapur: Gudrun Doll-Tepper aus Berlin und Helmut Digel aus TÃ¼bingen.Â Gudrun Doll-Tepper war lange Jahre PrÃ¤sidentin des <a title="ICSSPE" href="http://www.icsspe.org/" target="_blank">Weltrates fÃ¼r Sportwissenschaft</a> und ist seit 2006 VizeprÃ¤sidentin des Deutschen Sportbundes (DOSB). Sie sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es geht nicht nur um den Sport allein, sondern es geht um den Sport in Verbindung mit etwas. Gesundheit. Bildung und so weiter. Und das denke ich, das ist sozusagen eine MÃ¶glichkeit, die da jetzt beschritten wird, da wird man sehen, ob das so funktioniert. Aber ich glaube, dass das zumindest den Versuch lohnt. Und ob man da jetzt in die letzten Ecken der Welt damit kommt, das wird man sehen. Aber die moderne Kommunikation, muss ich auch sagen, das beeindruckt mich schon sehr. Also die jungen Leute sind hier mÃ¤chtig in Verbindung, digital concierge und was es hier alles gibt. Das scheint die auch alle anzusprechen. Ich habe gestern mir noch einmal die RÃ¤ume angesehen, wo jungen Leuten, die nicht vertraut sind mit solchen Technologien, wo die da EinfÃ¼hrungen bekommen. Das finde ich toll. Das finde ich einfach etwas, wo Ã¼ber den Sport hinaus etwas transportiert wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>IOC-PrÃ¤sident Rogge hat behauptet, er sei gegen einige olympischen Insignien bei den Jugendspielen gewesen. Doch gegen die Mehrheit im IOC habe er sich nicht durchsetzen kÃ¶nnen. â€žIch habe die groÃŸe Schlacht gewonnenâ€œ, hat Rogge gesagt, â€ždie Jugendspiele wurden eingefÃ¼hrt. Aber ich habe auf dem Weg nach Singapur viele kleine Gefechte verloren. Ich wollte keine Flaggen, Hymnen und Podien. Doch die Ã¼berwÃ¤ltigende Mehrheit der IOC-Mitglieder hat gesagt: Nein, nein, nein, es soll alles wie bei den traditionellen Spielen sein!â€œ</p>
<p>Nun gibt es Stimmen im IOC, die das Ganze etwas anders darstellen, was wenig schmeichelhaft fÃ¼r Rogge ist. Doch ganz davon abgesehen, ob er ein die Wahrheit beugt, bleibt doch der grundsÃ¤tzliche Konflikt: Es geht um Medaillen in Singapur â€“ und um Erziehung. In diesem Widerspruch bewegen sich die Jugendspiele.</p>
<blockquote><p>&#8220;Nee, ich sehe darin erstmal keinen Widerspruch, weil ich glaube, dass wir alle letzten Endes auch von Kompromissen leben. Manche Dinge mÃ¶chte man halt durchsetzen, und wenn man sie durchsetzt, wird man als autoritÃ¤r bezeichnet. Setzt man sie nicht durch, dann wird man als schwach bezeichnet. Das ist mir sehr vertraut. Ich glaube, dass das durchaus in Ordnung ist, dass man auch so etwas wie eine Premiere durchaus kritisch analysiert und dann seine Auswertung macht. Das werden sicher die Journalisten tun, aber das werden auch diejenigen tun, die wie ich hier jetzt unterwegs sind und mehr aus einer, ich sage jetzt mal pÃ¤dagogischen oder wissenschaftlichen Perspektive darauf schauen. Also ich bin hier jetzt nicht von irgendjemandem zum Beispiel eingekauft oder Ã¤hnliches, sondern es ist mir wirklich auch ein Anliegen, da rauszufinden, was funktioniert oder was funktioniert nicht, und warum ist das so. Und wie kann man daraus irgendwie seine Lehren ziehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Helmut Digel, langjÃ¤hriger VizeprÃ¤sident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und einst einer der Vordenker des deutschen Sports, versucht sich an der Antwort auf eine simple Frage:</p>
<p>Warum braucht die Welt Olympische Jugendspiele?</p>
<blockquote><p>â€œAlso wenn man Jacques Rogge fragt, ich glaube, er hat hier auf diese Frage eine ganz klare Antwort. Er sieht zwei groÃŸe Probleme. Das eine Problem das hat der Sport selbst. NÃ¤mlich dass er mit seinen Werten nicht mehr richtig umzugehen weiÃŸ, die er selbst propagiert. Und im Zentrum steht dabei der Dopingbetrug. Aber auch Korruption und die ausufernde Kommerzialisierung sind Probleme des Erwachsenensport, die zumindest den Erwachsenensport unter pÃ¤dagogischen Gesichtspunkten entschieden infrage stellen. Und er sieht die Gefahr, dass Eltern die Frage aufwerfen: Kann man seine Kinder in diesen Sport schicken, wenn er als Erwachsenensport diese Deformationen aufweist. Und deswegen glaubt er, dass er fÃ¼r dieses Problem selbst ein Zeichen setzen muss.</p>
<p>Das zweite Problem, das ist nicht weniger gravierend. Das ist ein gesellschaftliches Problem aller fortgeschrittenen Industriegesellschaften. Diese Kinder, die heute aufwachsen, sind einer Konsumwelt ausgesetzt, die dazu fÃ¼hrt, dass sie sich kaum noch bewegen. Er als Arzt sieht Adipositas als ein Problem, das zu bekÃ¤mpfen ist. Und er glaubt, dass der Sport dabei einen wichtigen Beitrag erbringen kÃ¶nnte. Und deswegen mÃ¶chte er mit diesen Olympischen Spielen gleichsam einen Erziehungsprozess in Gang setzen. Ich habe diesbezÃ¼glich meine Zweifel, denn Erziehung ist ein sehr schwieriges GeschÃ¤ft, und man kann nicht mit GroÃŸveranstaltungen Kinder erziehen. Eltern haben schon Probleme, Schulen haben schon Probleme, wenn sie heute Kinder und Jugendliche bilden wollen.â€œ</p></blockquote>
<p>Anderen Branchendenkern, wie etwa Eike Emrich, einst VizeprÃ¤sident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), fÃ¤llt es schwer, derlei GedankengÃ¤nge nachzuvollziehen. Auf seine Initiative hin hat der DLV vor drei Jahren, unmittelbar nach der Entscheidung des IOC fÃ¼r die Jugendspiele, <a title="German road races" href="http://www.germanroadraces.de/224-0-2452-dlv-denkt-ueber-boykott-nach-jugendspiele.html" target="_blank">einen Boykott angekÃ¼ndigt</a>.</p>
<p>Emrich erinnert sich:</p>
<blockquote><p>â€œAlso die vornehmlichen GrÃ¼nde fÃ¼r den DLV waren, dass wir befÃ¼rchtet haben, dass sich das sportliche WettrÃ¼sten in immer frÃ¼here Altersbereiche vorverlagert und dass es kÃ¼nftig, auch wenn es von der olympischen Idee erzÃ¤hlt, faktisch um Medaillen, Nationenvergleiche, Rekordergebnisse und Wettbewerbe unter Kindern und Jugendlichen geht. Und dass einige Nationen die Gelegenheit nutzen werden und in der Folge immer mehr eine Art kleine Olympische Spiele zu machen, in der sich alles sportliches Handeln an der Steigerung von Leistung ausrichtet.â€œ</p></blockquote>
<p>Ã„hnlich dachten zwei deutsche olympische Stars, als sie zum ersten Mal von den Jugendspielen gehÃ¶rt haben. Die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;Als ich noch nichts darÃ¼ber wusste, dachte ich: Oh Gott, jetzt fangen die auch noch damit an. Jetzt werden die jungen Leute verheizt. Hauptsache zu den Olympischen Spielen fahren! Da ist Ã¼berhaupt kein langfristiger Leistungsaufbau mehr denkbar. Da war ich total negativ eingestellt.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#8230;Â und die viermalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron:</p>
<blockquote><p>â€œVor den richtigen Olympischen Spielen heiÃŸt es immer, wir wollen dort Deutschland vertreten und die Zeit auch genieÃŸen. Aber letzten Endes gucken doch alle auf den Medaillenspiegel. Und der Athlet ist derjenige, der zwischen Baum und Borke steht. Wenn es sich dann hinstellt und sagt: Ich will doch hier nur dabei sein, ist es auch nicht die richtige Aussage. Wobei man bei den Jugendspielen das Drumherum bedenken muss. Und da wird ja auch sehr viel gemacht fÃ¼r die Athleten.&#8221;</p></blockquote>
<p>DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach hat in Singapur die Losung ausgegeben, die Nationenwertung sei uninteressant.</p>
<blockquote><p>&#8220;Beides ist gleich wichtig. Die sportliche Leistung, das ist das, was die Athleten auch bringen wollen. Aber genauso wichtig sind die inhaltlichen Fragen, sind, dass sie dort sich international verstÃ¤ndigen, dass sie Freundschaften schlieÃŸen, dass sie fremde Kulturen kennenlernen, dass sie andere Sportarten kennenlernen. Sie wollen beides. Und das ist, glaube ich, eine gesunde Mischung. Medaillenspiegel? Der interessiert uns wirklich nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Andererseits: Der DOSB hat Ulf Tippelt zum Chef de Mission gemacht. Und der Sachse ist keinesfalls Bildungs-Referent beim DOSB, sondern Leistungssportdirektor. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Spannende liegt darin, dass halt wirklich die besten Sportler, die wir in Deutschland in den Sportarten haben, hier am Start sind, andererseits aber dieser Wettkampf in der Regel nicht der JahreshÃ¶hepunkt gewesen ist. Das sind in der Regel die Junioren-Weltmeisterschaften oder die Junioren-Europameisterschaften gewesen. Andererseits die Athleten hier aber ein Umfeld vorfinden, das dem Olympischer Spiele gleicht, was die InternationalitÃ¤t betrifft, was das Olympische Dorf betrifft, was die Ablenkung betrifft. Ich persÃ¶nlich bin der Meinung, auch fÃ¼r den leistungssportlichen Werdegang eines Athleten ist das eine hervorragende Erfahrung. Eben wirklich mal einen anderen Wettkampf zu erleben, als man ihn normalerweise immer hat. Da muss man sich drauf einstellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Medaillenvorgaben habe es nie gegeben, erklÃ¤rt Tippelt. Obwohl einige VerbÃ¤nde im Vertrauen von recht fordernden Anrufen aus der DOSB-Zentrale berichtet haben.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das kann ich mir nicht vorstellen. Es kann Anrufe gegeben haben fÃ¼r die Planung, auch unter anderem fÃ¼r den PrÃ¤sidenten oder unsere EhrengÃ¤ste, wo man gefragt hat: Na, wo rechnet ihr euch was aus? Das kann ich mir vorstellen, das ist wohl auch so gewesen. Aber wir haben um Gottes Willen nicht angerufen und in dem Sinne Leistungsdruck oder Erfolgsdruck auf die VerbÃ¤nde ausgeÃ¼bt.</p>
<p>Wir haben natÃ¼rlich bei VerbÃ¤nden nachgefragt, habt ihr Leute in der Weltspitze, die also in der Weltspitze vorn dran sind, wo man dann sagt, das sind Sportarten, wo mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Finalteilnahme ist. Denn weil, wenn unsere EhrengÃ¤ste oder auch der PrÃ¤sident zum Wettkampf gehen, dann wÃ¤re es natÃ¼rlich schade, wenn dort gerade kein Deutscher mit teilnimmt und im Finale ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>Inzwischen hat Britta Steffen umgedacht. Sie sei informiert worden â€“ und sehe das inzwischen etwas anders, sagt sie.</p>
<blockquote><p>&#8220;Dieser ganzheitliche Ansatz: Es geht eben nicht nur um die Goldmedaille. Das ist nicht die ErfÃ¼llung von allem. Und wenn wirklich schon vom KÃ¶rperlichen her weit entwickelt bist und eben nur in der Jugend die MÃ¶glichkeit hast, sportlichen Erfolg zu haben, dann ist das deine Plattform. WÃ¤hrend die anderen Richtung groÃŸe Olympische Spiele streben, eben da ihren Vorteil sehen. Also so ist irgendwie alles abgedeckt, wenn man das positiv sieht. Aber man kann natÃ¼rlich auch sagen: Ist alles blÃ¶d. Das bringt es so mit sich, dass die Medaille immer zwei Seiten hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und von einem Boykott der Jugendspiele durch den DLV ist schon lange keine Rede mehr. NatÃ¼rlich nehmen deutsche Leichtathleten in Singapur teil. Warum nun doch,Â Eike Emrich?</p>
<blockquote><p>â€œDas ist eine Mischung von allem gewesen, nehme ich an. Und natÃ¼rlich auch das Versprechen des IOC, daraus eine Art Feier der Olympischen Idee zu machen. VÃ¶lkerverstÃ¤ndigung, nationenÃ¼bergreifende Wettbewerbe und so weiter. Wer sich aber die Wirklichkeit anschaut, sieht, dass zwischen olympischer Idee und Betrieb ja schon heute enorme KlÃ¼fte bestehen. Und das wird bei den Jugendspielen genau so werden. Das war sozusagen Gewissensberuhigung. Aber die werden sich in die gleiche Richtung bewegen. Nur wird man hier versuchen, die Jugend der Welt frÃ¼her an die Olympischen Spiele zu binden. Denn das Interesse der Jugend an diesem Ereignis hatte deutlich abgenommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die sinkenden TV-Quoten waren ein wichtiger Grund fÃ¼r die EinfÃ¼rhung der Jugendspiele, Ã¼ber den Jacques Rogge heute nur ungern spricht. Denn die olympische Kundschaft drohte zu vergreisen.</p>
<p>Die Einschaltquoten der Fernsehstationen von den Olympischen Spielen waren alarmierend. Im Vergleich zu Barcelona (1992) oder Atlanta (1996) lagen die Quoten 2004 in Athen in der Kernsportart Leichtathletik unter juvenilen Zuschauern um bis zu 50 Prozent niedriger. Die Jugend interessierte sich kaum noch fÃ¼r die Spiele, und in vielen der 35 olympischen Sportarten, die ohnehin weltweit kaum jemand kennt (etwa Gewichtheben, Rodeln, Bobfahren, Ringen, Moderner FÃ¼nfkampf), blieb der Nachwuchs aus.</p>
<p>Im Kern wurde das Programm vor mehr als 100 Jahren vom IOC-GrÃ¼nder Baron de Coubertin geformt. Das IOC hat auf neue Entwicklungen und Trendsportarten selten Ã¼berzeugende Antworten gegeben â€“ auch weil sich die VerbÃ¤nde <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://www.jensweinreich.de/category/olympisches-programm/" target="_self">kollektiv dagegen stemmten und sich gegenseitig ihren olympischen Status sicherten</a>. FÃ¼r die <a title=".. die PrÃ¤sidenten der olympischen WeltverbÃ¤nde" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/24/julio-maglione-und-die-prasidenten-der-olympischen-weltverbande/" target="_self">meisten SportverbÃ¤nde</a> sind die <a title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/09/lust-und-frust-olympische-tv-milliarden/" target="_self">Ãœberweisungen des IOC aus den olympischen Marketingeinnahmen</a> Ã¼berlebenswichtig.</p>
<p>Bei den Winterspielen gelangen einige Reformen, etwa mit der EinfÃ¼hrung von Snowboard oder zuletzt Skicross. Bei den Sommerspielen aber, wo das Programm viel dichter ist, hat man im Grunde versagt. Darauf hat <a title="Olympias Milliardenmann: Dick Ebersol" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/" target="_self">Dick Ebersol, Sportchef von NBC Universal</a>, zuletzt etwa bei SportAccord 2009 in Denver energisch hingewiesen &#8211; und damals auch gesagt, das IOC riskiere und teste mit den Jugendspielen nicht genug. Rogge hat die Botschaft verstanden.</p>
<p>Die Jugendspiele sollen nun viele Probleme lÃ¶sen. Sie sollen die Kids zum Sporttreiben animieren, sie sollen den SportverbÃ¤nden Nachwuchs generieren, sollen Olympia hip und attraktiv machen und neue Kundschaft heranwachsen lassen â€“ fÃ¼r VerbÃ¤nde, Fernsehanstalten und Sponsoren: Die Finanziers des Olympiakonzerns verstanden als erste, wie wichtig Rogges Projekt ist.</p>
<p>Rogge hat das IOC finanziell hervorragend aufgestellt. Die RÃ¼cklagen steigen kontinuierlich. Da blieben einige Dutzend Millionen fÃ¼r die Promotion der Jugendspiele Ã¼brig, die einher geht mit groÃŸ angelegten AktivitÃ¤ten im Bereich Social Media. Youtube, Facebook, Twitter, Flickr: Hier finden die Jugendspiele statt. Es ist nicht immer professionell, was das IOC dort macht, aber wirkungsvoll, denn die Zugriffszahlen steigen rasant. Und die TV-Quoten stiegen zuletzt auch, was unter anderem daran liegt, das mit China ein neuer Markt mit sehr jungen Zuschauern erschlossen wurde.</p>
<p>Heute stellt Rogge die Lage so dar, als hÃ¤tte es nie ein Problem gegeben. Das ist natÃ¼rlich ein bisschen geflunkert.</p>
<blockquote><p>â€œDie Zahlen sind gut, besonders die Quoten im Bereich der 12- bis 24-jÃ¤hrigen Fernsehzuschauer. Das war bei den Winterspielen Vancouver so â€“ und davor auch in Peking. Wir stehen gut da, besonders seit wir das olympische Programm verÃ¤ndert haben. Die neuen Disziplinen â€“ wie Snowboard, BMX oder Mountainbike â€“ haben viele junge Zuschauer gefunden.</p>
<p>Wir werden diesen Weg weiter gehen. Man muss investieren, auch wenn die Zahlen gut sind und einen zufrieden stellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Womit Rogge kurz vor den ersten Jugendspielen weitere Ã„nderungen im olympischen Programm ankÃ¼ndigte. Erstmals sprach er so klar aus, dass die Jugendspiele letztlich auch ein Testwettbewerb fÃ¼r die groÃŸen Spiele sind.</p>
<blockquote><p>â€œIch denke, da wird es viele Dinge geben, die wir von den Jugendspielen fÃ¼r die traditionellen Olympischen Spiele Ã¼bernehmen werden. Es ist vielleicht noch etwas zu frÃ¼h, darÃ¼ber zu reden. Aber zum Beispiel die Frage, neue Disziplinen oder neue Formate zu entwickeln. Das sollten wir, wenn es erfolgreich ist, auf die traditionellen Spiele anwenden.&#8221;</p></blockquote>
<ul>
<li>Seine Haltung hat er kÃ¼rzlich in einem Interview mit der Zeitung Der Tagesspiegel einmal mehr dargelegt: <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/sport/2010-07/rogge-olympia-jugendspiele?page=all" target="_blank">&#8220;Die Olympischen Jugendspiele sollen den Sport verÃ¤ndern&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Man darf davon ausgehen, dass die Programmreform, mit der er mehrfach schwer scheiterte, Rogges letztes groÃŸes Ziel als IOC-PrÃ¤sident ist, bevor er 2013 nach zwÃ¶lf Jahren Amtszeit satzungsgemÃ¤ÃŸ abtritt.</p>
<p>Helmut Digel glaubt allerdings nicht, dass das einfach wird.</p>
<blockquote><p>â€œAlso ich glaube, dass diese Idee, dass man die Olympischen Jugendspiele benutzen kÃ¶nnte als Erprobungsspiele, als Spielwiese fÃ¼r die internationalen VerbÃ¤nde, dass diese Idee von den VerbÃ¤nden nicht aufgegriffen wird. Aber auch die VerbÃ¤nde, die beispielsweise drei gegen drei Basketball spielen bei den Jugendlichen, die werden ihre Variante bei den Erwachsenen nicht aufrechterhalten. Oder ihre entsprechende Beachvolleyballvariante wird der Volleyballverband beibehalten. Er wird nicht eine neue Beachvolleyballvariante hinzufÃ¼gen.</p>
<p>Das Problem ist, wie die Athleten diese WettkÃ¤mpfe ausfÃ¼hren, wer im Hintergrund diese Athleten beeinflusst, welche Umwelt der Sport aufgebaut hat, ja welche dubiose Welt im Sport existiert mittlerweile, das ist das Problem. Insofern glaube ich, ist es ein vÃ¶llig falscher Ansatz, dass man nun glaubt, man mÃ¼sste den Jugendlichen ihre Trendsportarten anbieten, dann kÃ¶nnte man die Jugendlichen schon fÃ¼r sich gewinnen. Warum die Jugend sich teilweise vom Sport abgewendet hat, das sind ganz andere GrÃ¼nde. Die Sportarten, die attraktiv fÃ¼r die Jugendlichen gestaltet worden, haben nach wie vor ihre Jugendlichen binden kÃ¶nnen. Aber sie werden immer nur eine begrenzte Anzahl von Jugendlichen an sich binden. Und das ist auch gut so. Jugendliche haben unterschiedliche Interessen. Die einen wollen Musik machen. Die anderen interessieren sich fÃ¼r Politik. Und es gibt auch Jugendliche, die sich fÃ¼r Leistungssport interessieren. Darin sehe ich nicht das Problem. Das Problem ist, wie der Sport insgesamt auftritt, wie er sich selbst prÃ¤sentiert und inszeniert, und wie er sich vor allem vervielfÃ¤ltigt, wie er immer umfangreicher, gleichsam imperialistischer wird bezogen auf sein Auftreten. Und hier hÃ¤tten diese Spiele durchaus ihre Funktion, wenn man ein Gegenmodell im Sinne der Bescheidenheit und im Sinne der Nichtkommerzialisierung hÃ¤tte setzen kann. Aber da habe ich eben meine Zweifel.</p>
<p>Die ErÃ¶ffnungsfeier war wahrlich spektakulÃ¤r. Die Gefahr besteht nun, dass der nÃ¤chste Ausrichter diese ErÃ¶ffnungsfeier Ã¼berbieten mÃ¶chte. Und dann befinden wir uns wieder im gleichen Zirkel, den man schon bei den anderen Spielen hat beobachten kÃ¶nnen, dass das Problem des Steigerungsimperativs â€“ eben hÃ¶her, schneller, weiter â€“ eben der allgemeine Imperativ wird fÃ¼r alles, was den Sport betrifft. Und darin hat er offensichtlich ein Steuerungsproblem. Er kann aus sich selbst heraus keine Stoppregeln mehr formulieren, sondern er ist in einem stÃ¤ndigen Steigerungsprozess. Und das ist vor allem geprÃ¤gt durch das Geld, denn es geht im Wesentlichen um die Steigerung der Einnahmen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Trotz allem sieht Digel Rogge mit den Jugendspielen auf einem richtigen Weg.</p>
<blockquote><p>â€œAber was Jacques Rogge mit diesen Jugendspielen sicher erreicht, dass ist, dass er symbolisch in der Welt des Sports ein Zeichen setzt. Es kommt nicht von ungefÃ¤hr, dass die meisten ihn kritisieren, dass sie eigentlich gar nicht engagiert mitarbeiten wollen bei diesen Olympischen Jugendspielen. Auch wenn sie einstimmig abgestimmt haben, das ist typisch fÃ¼r den Weltsport, so gibt es doch intern eine groÃŸe Opposition. Nach wie vor glauben viele FachverbÃ¤nde, man braucht diese WettkÃ¤mpfe nicht. Und das kreative Element, das sich Jacques Rogge von diesen Spielen versprochen hatte, das haben bisher nur einige VerbÃ¤nde erfÃ¼llt. Aber immerhin, er hat auch mit der ErÃ¶ffnungsfeier, mit den Botschaften, zunÃ¤chst einmal ganz andere Zeichen den VerbÃ¤nden, den FunktionÃ¤ren, und das ist wichtig, den FunktionÃ¤ren, die in diesen VerbÃ¤nden Verantwortung Ã¼bernommen haben, gesetzt. Und er hat damit so etwas wie eine Gegenwelt konstruiert. Ob die sich auf Dauer halten lÃ¤sst, und ob er damit am Ende sogar Strukturen beeinflusst, das muss man aus der Sicht von heute bezweifeln.&#8221;</p></blockquote>
<p>GrÃ¶ÃŸte Zweifel an Idee und Umsetzung der Jugendspiele hatte der Kanadier Richard Pound, einer der wichtigsten und einflussreichsten IOC-Mitglieder der vergangenen Jahrzehnte. Pound hat sich mit seiner offenen Art und dem Kampf gegen Doping und Korruption keine Freunde gemacht im IOC. Aber er bleibt sich treu &#8211; und <a title="Der Jugend nah - und doch so fern ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/16/dick-pound-bleibt-den-jugendspielen-fern/" target="_self">so bleibt er, der einzige Kritiker der Olympischen Jugendspiele, diesem Mini-Olympia fern</a>. Richard Pound zieht einen Familienurlaub vor und kommt nicht nach Singapur, wo bis Ende August fast alle IOC-Mitglieder erwartet werden.</p>
<p>Es wÃ¤re heuchlerisch, es wÃ¤re verlogen, bei einer Veranstaltung zu erscheinen, die er so vehement kritisiert hatte und von der er immer noch nicht Ã¼berzeugt ist, teilt Pound mit.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich werde nicht noch mehr Geld des IOC fÃ¼r eine teure Reise zu etwas ausgeben, an das ich nicht glaube!&#8221;</p></blockquote>
<p>Pounds Fernbleiben ist natÃ¼rlich auch eine Ohrfeige fÃ¼r Rogge. Pound dagegen hat das Konzept schon 2007 auf der IOC-Session in Guatemala in Frage gestellt. Rogge redet unentwegt davon, ein weltweites Bildungs- und Erziehungsprogramm anzubieten. Pound hÃ¤lt entgegen, das IOC erreiche mit den Jugendspielen nicht viel mehr als jene Jugendlichen, die ohnehin schon Sport treiben, also nur eine Elite von vielleicht zwei Prozent. Und Pound hat seine Ãœberzeugung deutlich gemacht, dass er das Dopingproblem durch diese Jugendspiele weiter in die unteren Altersklassen verlagert sieht.</p>
<p>Eike Emrich hat grÃ¶ssten Respekt vor der Entscheidung von Pound. Und er weiÃŸ, dass fast alle hohen SportfunktionÃ¤re anders denken:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man ist dort, wird gefeiert, begegnet sich gegenseitig. Also man entkoppelt Denken, Reden und Randeln, und das ganze noch damit garniert, dass es angeblich um die olympische Idee geht. Die betrieblichen Entgleisungen muss man sich ja nicht direkt anschauen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Walther TrÃ¶ger dagegen, IOC-Ehrenmitglied und langjÃ¤hriger Kollege von Pound, meint, es wÃ¤re besser gewesen, Pound hÃ¤tte sich die Jugendspiele angesehen, um dann seine Kritik fundierter vorzubringen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das akzeptiere ich auch. Ich bin mit Dick Pound befreundet, seit vielen Jahren, seit den Spielen in Montreal haben wir eine enge Beziehung. Ich habe hÃ¤ufig mit ihm diskutiert, war oft auf seiner Linie, nicht immer, muss ich sagen. Aber ich habe fÃ¼r eine solche Haltung durchaus VerstÃ¤ndnis. Nun muss man auch sehen: Ihm sind auch nicht alle FrÃ¼chte gereift, die er gerne geerntet hÃ¤tte. Das spielt vielleicht eine Rolle. Aber er ist sehr sachkundig. Er diskutiert zur Sache und er entscheidet zur Sache. Und wenn er der Meinung ist, nein zu sagen und dabei zu bleiben, dann akzeptiere ich das.&#8221;</p></blockquote>
<p>Helmut Digel gehÃ¶rt zu jenen, die zwar kritisieren, aber dann doch stets dabei sind und, wie hier, im Ritz-Carlton logieren. Er war Mitglied des Vorbereitungskomitees und gehÃ¶rt jetzt zu den so genannten Observern, die ihre eigenen Vorbereitungen observen. Ãœber seine Wende vom Kritiker zum Gestalter spricht er u.a. in diesem DLF-Interview mit Astrid Rawohl:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_1925_d9721d06.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und gleich noch ein Interview, mit Ingo Weiss, Chef der Deutschen Sportjugend und PrÃ¤sident des Deutschen Basketball-Bundes:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_1920_19d8368a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Als gewesener Kritiker und unbequemer Geist hat Digel natÃ¼rlich VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Pounds Entscheidung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich kann ihn verstehen. Ich respektiere auch seine Haltung. Er war fÃ¼r mich in allem ein engagierter und konstruktiver Kritiker. Wenn es um die GefÃ¤hrdung des Hochleistungssports geht, hat er immer die Probleme beim Namen genannt. Pound ist nicht beliebt in der olympischen Familie. Er hat mehr Gegner als Freunde. Aber die meisten wissen auch, dass ohne Pound heute die Situation des IOC weit gefÃ¤hrlicher wÃ¤re. Denn er hat immerhin fÃ¼r die WADA Beispielhaftes geleistet. Und er hat den Antidopingkampf salonfÃ¤hig gemacht, auch gegenÃ¼ber der Politik. Und wenn er kritische ZusammenhÃ¤nge sieht, ich denke, damit muss auch Jacques Rogge leben, dass er solche Kritiker hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Leicht fÃ¤llt es ihm nicht.</p>
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<a href="http://flattr.com/thing/50736/Hoher-schlauer-junger-Uber-Sinn-und-Unsinn-Chancen-und-Risiken-der-Olympischen-Jugendspiele" target="_blank"><br />
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]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Notizen von den Jugendspielen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/08/13/notizen-von-den-jugendspielen/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 18:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. So stellen sie es sich vor, so wird es verkauft: Jung, nett, unbeschwert. &#8220;Every child has a wish, to glow like the stars above &#8230; raise your hand for our generation &#8230; time to fly way beyond the skies &#8230;&#8221; [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. So stellen sie es sich vor, so wird es verkauft: Jung, nett, unbeschwert.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Every child has a wish, to glow like the stars above &#8230;</em></p>
<p><em>raise your hand for our generation &#8230;</em></p>
<p><em>time to fly way beyond the skies &#8230;&#8221;</em></p></blockquote>
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<p>Schaun mer mal.</p>
<p>Einige Notizen, bevor es morgen hier richtig los geht und ich mindestens eine sehr hÃ¼bsche Exklusivgeschichte breitwalze, das darf ich schon mal sagen.Â ZunÃ¤chst etwas Selbstreferentielles: Martin Krebbers fÃ¼hrte auf <a title="Deutschlandradio" href="http://www.dradio.de" target="_blank">DRadio Wissen</a> ein Interview mit mir zu den ersten Olympischen Jugendspielen.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/13/drw_201008131202_martin_krebbers_im_gespraech_mit_a2dda9f2.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>ErgÃ¤nzend ein GesprÃ¤ch mit Michael Behringer von der Sporthochschule KÃ¶ln:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/13/drw_201008130802_interview_dr_michael_behringer_ue_52558a4b.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ein Beitrag von der <a title="Frischzellenkur fÃ¼r das Olympia-Business" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/11/frischzellenkur-fur-das-olympia-business/" target="_self">Begegnung mit meinem Freund Sepp</a> vorgestern:</p>
<blockquote><p>Er ist immer einer der ersten. Rechtzeitig vor Ort zu sein, kann nie schaden, sagt Joseph Blatter. Bei Kongressen seines FuÃŸball-Weltverbandes (FIFA) ist er stets zwei Stunden vorher im Saal. Er macht Stellproben, testet das Mikrofon und â€žwill die AtmosphÃ¤re fÃ¼hlenâ€œ. Dieses simple Prinzip der guten Vorbereitung hat ihm so manches Mal aus der Patsche geholfen. Auch zu den Olympischen Jugendspielen ist Blatter zeitig nach Singapur gekommen, vier Tage vor der ErÃ¶ffnung. PrÃ¤zise betrachtet beginnen aber diese ersten Youth Olympic Games nicht erst am Sonnabend mit einer groÃŸen Show in einem schwimmenden Stadion in der Marina Bay, sondern bereits am Donnerstag â€“ mit den ersten Spielen des FuÃŸballturniers. Die FuÃŸballer machen ja auch bei Olympia stets eine Ausnahme und kicken vor der ErÃ¶ffnungsfeier.</p>
<p>Blatter ist, wenn man so will, ein richtiger Olympier. Er hat ungezÃ¤hlte Skandale und brenzlige Situationen Ã¼berstanden, er ist ÃœberlebenskÃ¼nstler. Und er kennt seinen Coubertin. Den IOC-GrÃ¼nder zitiert er in FranzÃ¶sisch. Diese Jugendspiele bringen wirklich die Jugend der Welt zusammen, sagt er. So wie es Coubertin gewollt habe. Andere IOC-Mitglieder hatten zuvor schon die EinfÃ¼hrung der Olympischen Jugendspiele (durch IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge) auf eine Ebene gestellt mit der EinfÃ¼hrung der modernen Olympischen Spiele (durch Coubertin). Blatter beherrscht dieses Spiel. In Singapur, sagt er, â€žkÃ¶nnen die 3.600 Jungen und MÃ¤dchen diskutieren und eine bessere Zukunft aufbauenâ€œ. VoilÃ .</p>
<p>Es wurde viel debattiert Ã¼ber die Jugendspiele, auch in der FIFA. Denn Blatters Verband hatte den MÃ¤dchen aus dem Iran die Teilnahme an den Jugendspielen zunÃ¤chst verweigert. Kopftuchverbot: Sie durften nicht mit dem Hijab spielen. Das Thema machte etliche Wochen Schlagzeilen. SchlieÃŸlich wurde die Disqualifikation zurÃ¼ckgezogen und als Kompromiss ausgehandelt, dass die Iranerinnen mit einer Art Kappe spielen â€“ zum ersten Mal am Donnerstag gegen die TÃ¼rkei, beim eigentlichen Auftakt der Jugendspiele. IOC-Boss Rogge hat kÃ¼rzlich in einem Interview mit der Zeitung &#8220;Tagesspiegel&#8221; erklÃ¤rt, die FIFA habe befÃ¼rchtet, â€ždass durch einen Schleier jemand gewÃ¼rgt werden kÃ¶nnteâ€œ. Die VerbÃ¤nde, auch die FIFA wÃ¼rden die kulturellen Gewohnheiten berÃ¼cksichtigen. Auf den Kopftuchstreit geht Blatter am Mittwoch in Singapur in seiner Nobelabsteige St. Regis nicht weiter ein.</p>
<p>Die FIFA kommt den Vorstellungen des IOC-PrÃ¤sidenten, mit den Jugendspielen etwas Neues zu kreieren und nicht die sportliche HÃ¶chstleistung in den Vordergrund zu stellen, durchaus nahe. <a title="www.fifa.com" href="http://de.fifa.com/mensyoutholympic/index.html" target="_blank">Das beweist schon das Teilnehmerfeld.</a> Bei den MÃ¤dchen: TÃ¼rkei, Iran, Chile, Trinidad, Papua-Neuguinea und Ã„quatorial-Guinea. Bei den Jungen: Bolivien, Montenegro, Haiti, Singapur, Simbabwe und Vanuatu. Die KontinentalverbÃ¤nde durften ihre Vertreter benennen, eine Art Qualifikation gab es nur in Europa. Ein Journalist aus Singapur fragt, ob es nicht besser gewesen wÃ¤re, einige der groÃŸen FuÃŸballnationen dabei zu haben. Dann wÃ¼rden sich die Tickets besser verkaufen. Blatter sagt, das wÃ¼rde â€ždem Geist dieser Jugendspiele widersprechenâ€œ.</p>
<p>Ausgerechnet der PrÃ¤sident des mit Steuerfreiheit gesegneten und stets mit juristischer Wucht agierenden Geldmacher-Konzerns FIFA erklÃ¤rt:</p>
<p><strong>â€žHier geht es nicht darum, Geld zu machen. Es geht um die Teilnahme! Ich wÃ¼rde sogar  die Stadiontore Ã¶ffnen! Wer zuschauen will, soll rein dÃ¼rfen!â€œ</strong></p>
<p><strong> </strong>Singapurs FuÃŸball-PrÃ¤sident Zainudin Nordin schaut nicht gerade glÃ¼cklich, als er das hÃ¶rt. Aber vielleicht spendiert Blatter in seiner altruistischen GÃ¼te den Gastgebern, deren Budget sich vervielfacht hat, einige Millionen.</p>
<p>Als er genug gepredigt hat, kommt Blatter doch wieder auf das TagesgeschÃ¤ft zu sprechen. Etwa auf jene beunruhigenden Meldungen aus Nordkorea, wonach dort die Spieler der WM-Mannschaft und deren Trainer Kim Jong-Hun Ã¶ffentlich gedemÃ¼tigt und mit Strafarbeit belegt worden sein sollen. Sogar von Folter war die Rede.</p>
<p>Blatter sagte, die FÃ¼hrung des nordkoreanischen FuÃŸballverbandes sei von der ParteifÃ¼hrung nach den drei Niederlagen bei der WM in SÃ¼dafrika ausgewechselt worden. Er habe am Dienstag der neuen FÃ¼hrung geschrieben und um AufklÃ¤rung gebeten. Asiens Verbandschef Mohamed Bin Hammam (Katar) sagte, er sei vor zwei Wochen in PjÃ¶ngjang gewesen und habe mit vier WM-Spielern Nordkoreas gesprochen. Den Trainer Kim, dessen Verbleib unklar ist, habe er nicht gesehen. Er kÃ¶nne die Berichte Ã¼ber Folterungen nicht bestÃ¤tigen.</p>
<p>SÃ¼dkoreas FuÃŸball-Chef Chung Mong-Joon, ein MilliardÃ¤r aus der Hyundai-Dynastie und FIFA-VizeprÃ¤sident, wollte sich zu den Meldungen aus dem Norden nicht Ã¤uÃŸern. Als derart prominenter SÃ¼dkoreaner schweigt er besser. Chung leistet sonst aber eine Menge fÃ¼r die AnnÃ¤herung zwischen den verfeindeten BrÃ¼dern. Und er ist natÃ¼rlich auch der Verbindungsmann der FIFA, um die Situation im Nachbarland zu klÃ¤ren. Da kommt Blatter mit seinen Coubertin-Zitaten nicht weiter.</p></blockquote>
<p>Den <a title="Besuch in Nordkorea" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/besuch-in-nordkorea/" target="_self">Nordkorea-Komplex</a> habe ich fÃ¼r den Deutschlandfunk etwas umfassender aufbereitet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/11/dlf_20100811_2250_fd8215fa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Wobei sehr interessant ist, dass eigentlich die ganze Welt &#8211; alle Nachrichtenagenturen, die ich gelesen habe, und damit auch alle, die diese Texte gedruckt haben &#8211; berichtet hat, die FIFA habe eine Untersuchung eingeleitet. Ich halte das fÃ¼r unkorrekt. Denn Blatter hat sich beim PrÃ¤sidenten des nordkoreanischen FuÃŸballverbandes, der gerade neu von den Parteibonzen eingesetzt hat, mal eben erkundigt, was so lÃ¤uft in Nordkorea. Bezeichnend, dass die FIFA einen Tag spÃ¤ter diese Meldung auf ihre Webseite gestellt hat, die in gewisser Weise die Meldungen von der Blatter-Pressekonferenz konterkariert:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA bestÃ¤tigt Schreiben an den Verband der Korea DVR</strong></p>
<p>Die FIFA kann bestÃ¤tigen, dass am 11. August 2010 ein Schreiben an den Fussball-Verband der Korea DVR geschickt wurde, in dem um Informationen zu den jÃ¼ngsten Medienberichten und dem auÃŸerplanmÃ¤ÃŸigen Kongress des Verbandes vom 19. Juni 2010 gebeten wird.</p>
<p>Bis die FIFA eine Antwort vom Verband der Korea DVR erhÃ¤lt, wird sie keine weiteren Stellungnahmen zu diesem Thema abgeben.</p></blockquote>
<p>Und schlieÃŸlich ein Beitrag von mir aus Singapur von heute Nachmittag:</p>
<p>Die olympische Welt ist klar strukturiert. Die einen logieren im Luxushotel Ritz-Carlton. Dort begrÃ¼ÃŸt der frisch gewÃ¤hlte ungarische StaatsprÃ¤sident PÃ¡l Schmitt, im Nebenjob Protokollchef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), beschwingt seine Sportkameraden. Die Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa, russische Serien-Weltrekordlerin, beweist beim FrÃ¼hstÃ¼cksbuffet (fÃ¼r 24 Euro) gesunden Appetit. In der Lobby nebenan fÃ¼hrt John Fahey, PrÃ¤sident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erste Unterredungen. Es ist ein ganz gewÃ¶hnlicher Morgen im olympischen Business â€“ und doch ein besonderer. IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge eilt aus dem Fahrstuhl zur drauÃŸen wartenden Luxuskarosse. Es geht ins Olympische Dorf, wo er sich 30 vom IOC geladenen Nachwuchsreportern zum Interview stellt.</p>
<p>Im Dorf auf dem GelÃ¤nde der Nanyang-UniversitÃ¤t, zwanzig Kilometer vom Ritz entfernt, kurz vor der Grenze zu Malaysia, wohnen die 3.600 Teilnehmer der ersten Olympischen Jugendspiele. Eine sensationell gepflegte Anlage, die teilweise einem botanischen Garten gleicht. Nur die UnterkÃ¼nfte haben einige der 70 deutschen Sportler Ã¼berrascht. Toiletten auf dem Flur und Gemeinschaftsduschen finden manche gewÃ¶hnungsbedÃ¼rftig. Sie sind von Junioren-Weltmeisterschaften ein anderes Niveau gewohnt. â€žDas kÃ¶nnen sie nicht vergleichenâ€œ, sagt IOC-VizeprÃ¤sident Thomas Bach, â€žbei einer Junioren-WM sind die Sportler in Hotels, hier in einem Dorf, denn nur das schafft eine dichte AtmosphÃ¤re.â€œ</p>
<p>Die AtmosphÃ¤re ist sehr wichtig bei diesen Jugendspielen. Denn es soll ja, so die Postulate des IOC, nicht nur um Medaillen gehen, sondern um Bildung und Erziehung, um olympische Werte, um den alten Coubertin im dritten Jahrtausend gewissermaÃŸen. Die 14- bis 18-jÃ¤hrigen werden viel feiern in ihrem Dorf. â€žEs fÃ¼hlt sich an wie Olympia, aber mit ganz viel Drumherumâ€œ, sagt die 15-jÃ¤hrige Berliner Wasserspringerin Kieu Trang Duong, die am Sonnabend bei der ErÃ¶ffnungsfeier die deutsche Fahne in ein auf dem Meer schwimmendes Stadion trÃ¤gt.</p>
<p>Thomas Bach hat als PrÃ¤sident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Losung ausgegeben, nicht auf Medaillen zu schauen. â€žIch freue mich fÃ¼r jeden, der seine Leistung bringt und mit sich selbst zufrieden istâ€œ, sagt Bach. Als deutscher Chef de Mission fungiert allerdings der Sachse Ulf Tippelt, und der ist beim DOSB nicht als Bildungsreferent, sondern als Leistungssportdirektor angestellt. â€žIch komme aber aus dem Landessportbund Sachsenâ€œ, fÃ¼hrt Tippelt zu seiner Verteidigung an, â€žund da habe ich sehr wohl mit Jugend- und Breitensport zu tun gehabt.â€œ</p>
<p><span id="more-9320"></span>In der Regel sind die Jugendspiele fÃ¼r die deutschen Teilnehmer nicht der JahreshÃ¶hepunkt, sagt Tippelt: â€žDas waren Junioren-Welt- oder Europameisterschaften.â€œ Er schwÃ¶rt geradezu, dass er keine Excel-Charts mit Medaillen und LÃ¤nderpunkten in der Arbeitstasche hat â€“ anders als bei den richtigen Olympischen Spielen. Allerdings berichten einige der 20 olympischen FachverbÃ¤nde, in denen deutsche Sportler beteiligt sind, erstaunt von Anrufen aus der DOSB-Zentrale. Da wurde nach Medaillen-Erwartungen gefragt.</p>
<p>Tippelt sagt: â€žEs kann Anrufe gegeben haben fÃ¼r die Planung, fÃ¼r den DOSB-PrÃ¤sidenten oder unsere EhrengÃ¤ste.â€œ Wenn VIPs einen Wettkampf besuchen, â€žwÃ¤re es natÃ¼rlich schade, wenn da kein Deutscher teilnimmt und im Finale istâ€œ. Das sei ganz harmlos gewesen. â€žWir haben keinen Leistungs- oder Erfolgsdruck auf die VerbÃ¤nde ausgeÃ¼bt.â€œ Man wolle nicht zu frÃ¼h Erwartungsdruck aufbauen.</p>
<blockquote><p>â€žDas ist ja gerade die Chance dieser Spiele, dass die Athleten mal ohne Leistungsdruck olympische Luft schnuppern kÃ¶nnen.â€œ</p></blockquote>
<p>Lernen sollen die Kids auch. Die Organisatoren unterbreiten ein umfangreiches Kultur und Bildungsprogramm. Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vize und ehemals PrÃ¤sidentin des Weltrates fÃ¼r Sportwissenschaft, hat daran mitgewirkt. â€žKritik an den Jugendspielen wurde nicht ausgespartâ€œ, behauptet Frau Doll-Tepper. Es sei hart gerungen worden in den Diskussionen mit dem IOC. In Singapur ist keines der Bildungsseminare obligatorisch, es steht den Sportlern frei, hinzugehen oder es sein zu lassen. Nachgefragt sind vor allem Angebote, die sich mit Fragen der langfristigen Karriereplanung und damit beschÃ¤ftigen, wie sportliche, schulische und berufliche Ausbildung in Einklang zu bringen sind. Sind sie das Ã¼berhaupt? AuÃŸerdem gut gebucht:</p>
<blockquote><p>â€žAlles was mit Gesundheit, DopingprÃ¤vention, Internet und neuen Technologien zu tun hat.â€œ</p></blockquote>
<p>Die Jugendspiele sollen das VermÃ¤chtnis des 2013 aus dem Amt scheidenden IOC-Chefs Rogge sein. Rund 300 Millionen Euro kostet das Projekt, es ist alles gerichtet. DrauÃŸen im Olympischen Dorf meldeten die Organisatoren erst einmal Alarm: Eigentlich hatten sie unter den tropischen Bedingungen â€“ Singapur liegt nur etwas mehr als 100 Kilometer vom Ã„quator entfernt â€“ tÃ¤glich mit 20 Wasserflaschen pro Sportler gerechnet. Doch das Wasser ging am Donnerstag aus. Viele Teams hatten VorrÃ¤te gebunkert. Dieses Problem lies sich lÃ¶sen.</p>
<p>Ãœber andere Probleme dieser Jugendspiele aber wird man weiter debattieren.<br />
<a href="http://flattr.com/thing/48604/Notizen-von-den-Olympischen-Jugendspielen" target="_blank"><br />
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (56): Schmitt, Pluschenko, Bach, Gienger, Korruption, Champagne, Pechstein, SÃ¶rgel</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 10:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein Leben neben der FuÃŸball-WM. Linkfutter fÃ¼r zwischendurch, Lesebefehle habe ich zuletzt strÃ¤flich vernachlÃ¤ssigt: Fecht-Olympiasieger und IOC-Mitglied PÃ¡l Schmitt, langjÃ¤hriger Protokollchef des IOC und Mitglied des EuropÃ¤ischen Parlaments, ist zum neuen StaatsprÃ¤sidenten Ungarns gewÃ¤hlt worden. PÃ¡l Schmitt auf Wikipedia Webseite des ungarischen PrÃ¤sidenten Oops, mal wieder eine Entscheidung des Eislauf-Weltverbandes ISU, die anderswo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein Leben neben der FuÃŸball-WM. Linkfutter fÃ¼r zwischendurch, Lesebefehle habe ich zuletzt strÃ¤flich vernachlÃ¤ssigt:</p>
<p>Fecht-Olympiasieger und IOC-Mitglied <strong>PÃ¡l Schmitt</strong>, langjÃ¤hriger Protokollchef des IOC und Mitglied des <a title="PÃ¡l Schmitt im EU-Parlament" href="http://www.europarl.europa.eu/members/archive/alphaOrder/view.do?language=EN&amp;id=28133" target="_blank">EuropÃ¤ischen Parlaments</a>, ist zum neuen <a title="google news zu PÃ¡l Schmitt" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=pal%20schmitt&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;tbo=u&amp;tbs=nws:1&amp;source=og&amp;sa=N&amp;tab=wn" target="_blank">StaatsprÃ¤sidenten Ungarns</a> gewÃ¤hlt worden.</p>
<ul>
<li><a title="Wikipedia: PÃ¡l Schmitt" href="http://en.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1l_Schmitt" target="_blank">PÃ¡l Schmitt</a> auf Wikipedia</li>
<li>Webseite des <a title="Office of the President of the Republic of Hungary" href="http://www.keh.hu/home.html" target="_blank">ungarischen PrÃ¤sidenten</a></li>
</ul>
<p>Oops, mal wieder eine Entscheidung des Eislauf-Weltverbandes ISU, die anderswo mindestens so ausgiebig diskutiert wird, wie in Deutschland der <a title="alle BeitrÃ¤ge zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">Fall Pechstein</a>. Ich wusste gar nicht, dass die ISU noch zwischen Profis und SchaulÃ¤ufern und vielleicht sogar Amateuren unterscheidet. Ich halte es beim ersten Hinsehen fÃ¼r absurd, dass <a title="Jewgeni Pluschenko" href="http://evgeniplushenko.net/" target="_blank"><strong>Jewgeni Pluschenko</strong></a> gesperrt wird und nicht an den Winterspielen 2014 in Sotschi teilnehmen soll. Ausgerechnet Pluschenko! Hier ist er Ã¼brigens kurz nach der VerkÃ¼ndung von Sotschi als Olympiastadt 2014, damals im Juli 2007 in Guatemala City:</p>
<div id="attachment_8825" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8825" title="Jewgeni Pluschenko, Guatemala, Juli 2007" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/pluschenko2007.jpg" alt="Jewgeni Pluschenko, Guatemala, Juli 2007" width="530" height="398" /><p class="wp-caption-text">Jewgeni Pluschenko, Guatemala, Juli 2007</p></div>
<p>Der <a title="ISU" href="http://www.isu.org/vsite/vcontent/content/transnews/0,10869,4844-128590-19728-18885-308215-3787-4771-layout160-129898-news-item,00.html" target="_blank">ISU-Beschluss</a>, gegen den Pluschenko vor den CAS ziehen kann:</p>
<blockquote><p>Decision of the ISU Council on Eligibility of Mr. Evgeny Plushenko (RUS)</p>
<p>Based on evidence presented the Council has concluded that Mr. Evgeny Plushenko breached the ISU eligibility rule 102, paragraph 2, i) of the ISU General Regulations and as a consequence has become ineligible under paragraph 7 a) of that rule. The evidence has proved to the satisfaction of the Council that Mr. E. Plushenko, a skater and member of the Figure Skating Federation of Russia (FSFR), skated in exhibitions held in March and April 2010, in Russia and other countries, without the express prior authorization of the FSFR. Such activity is a breach of the ISU eligibility rules and results in the loss of eligibility.</p>
<p>The present decision communicated to both Mr E. Plushenko and the FSFR may be appealed to the Court of Arbitration for Sport, Lausanne, Switzerland, within 21 days upon receipt of the decision, in accordance with Article 25, paragraph 2, c) of the ISU Constitution.</p></blockquote>
<p>Wie erwartet hat sich <strong>Thomas Bach</strong> dazu durchgerungen, als DOSB-PrÃ¤sident zu verlÃ¤ngern. Ein halbes Jahr vor der Entscheidung Ã¼ber die <a title="alle BeitrÃ¤ge zu MÃ¼nchen 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/munchen-2018/" target="_self">Olympischen Winterspiele 2018</a> wÃ¤re ein Ausstieg ein katastrophales Zeichen gewesen. Die Mitgliederversammlung findet am 4. Dezember 2010 in MÃ¼nchen statt. Der DOSB sagt:</p>
<blockquote><p>Am Montag erklÃ¤rten PrÃ¤sident Thomas Bach, Walter Schneeloch, VizeprÃ¤sident Breitensport/Sportentwicklung, Hans-Peter KrÃ¤mer, VizeprÃ¤sident Wirtschaft und Finanzen, Gudrun Doll-Tepper, VizeprÃ¤sidentin Bildung und Olympische Erziehung, und Ilse Ridder-Melchers, VizeprÃ¤sidentin Frauen und Gleichstellung, dass sie sich am 4. Dezember 2010 dem Votum der Mitgliederversammlung stellen wollen. <a title="alle BeitrÃ¤ge zu Eberhard Gienger" href="http://www.jensweinreich.de/?s=eberhard+gienger" target="_self">Eberhard Gienger, VizeprÃ¤sident Leistungssport</a>, wird wegen der <strong>Doppelbelastung aus seiner politischen TÃ¤tigkeit als Bundestagsabgeordneter und als DOSB-PrÃ¤sidiumsmitglied</strong> nicht erneut antreten. Dies nahm das PrÃ¤sidium mit Bedauern, aber auch mit Respekt und VerstÃ¤ndnis zur Kenntnis. Ingo Weiss wird im Oktober 2010 erneut als Vorsitzender der Deutschen Sportjugend (dsj) kandidieren, ebenso Christian Breuer als Vertreter der Aktiven; die Voten der dsj bzw. der Aktiven wÃ¼rden der Mitgliederversammlung dann im Dezember zur BestÃ¤tigung vorgelegt werden.</p></blockquote>
<p>Ich denke, Ausstiegschancen geben sich fÃ¼r Bach nach der IOC-Session im Juli 2011, wenn Ã¼ber die Winterspiele abgestimmt wird, immer noch. Er muss dann seine IOC-PrÃ¤sidentschaft vorbereiten, das IOC wÃ¤hlt 2013 in Buenos Aires den neuen PrÃ¤sidenten/die erste PrÃ¤sidentin.</p>
<p>Zu Gienger: Ist mir Ã¼berhaupt nicht klar gewesen, dass der CDU-Mann mit seinen Aufgaben belastet ist.</p>
<p>Und noch mal <strong>Russland/Sotschi</strong> bzw. das <a title="Medwedew, Sotschi 2014 und das Vancouver-Nachbeben" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/31/medwedew-sotschi-2014-und-das-vancouver-nachbeben/" target="_self">Vancouver-Nachbeben</a>. Der russische Rechnungshof, wenn ich das auf die Schnelle richtig Ã¼bersetze, hat einen Bericht zum Umgang mit den Olympiafinanzen fÃ¼r die Vorbereitung auf die Vancouver-Spiele vorgelegt. VÃ¶llig Ã¼berraschend ist von Korruption und Misswirtschaft die Rede. Ja, ich weiÃŸ, Putin und Medwedew haben das in Auftrag gegeben, denen ist nicht zu trauen. Egal, was mich hier fast mehr interessiert, warum so genannte olympische Insiderdienste wie <a title="Inside the Games" href="http://insidethegames.biz/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9927:report-finds-russian-preparations-for-vancouver-compromised-by-corruption&amp;catid=86:vancouver-2010-news&amp;Itemid=91" target="_blank">Inside the Games</a> oder <a title="Around the Rings" href="http://aroundtherings.com/" target="_blank">Around the Rings</a> und andere Medien darÃ¼ber berichten, ohne Quellen zu nennen und den Bericht zu verlinken. Mich nervt das kolossal, tÃ¤glich mehr, wenn ich nicht zum Original gefÃ¼hrt werde, wenn Leute meinen, sie mÃ¼ssten Ihre BeitrÃ¤ge stets ohne Belege und weiterfÃ¼hrende Hinweise verÃ¶ffentlichen. Vielleicht war ich nur zu blÃ¶d, sicher kann mir jemand helfen und bessere Links finden als diese, etwa einen zum Originalbericht des russischen Rechnungshofes? Danke schon mal.</p>
<ul>
<li><a title="Webseite des russischen Premiers Putin" href="http://premier.gov.ru/eng/events/news/11213/" target="_blank">Putins Arbeitstag</a> mit dem &#8220;Board of the Council for Physical Fitness and Sports&#8221; vorgestern in Sotschi</li>
<li>Auf <a title="RT.com" href="http://rt.com/prime-time/2010-06-29/vancouver-oplympics-misspending-russia.html#" target="_blank">Russia Today</a> habe ich einen kleinen Bericht gefunden, verzichte aber darauf, das Video einzubinden, weil es meistens Probleme verursacht. Auf dem <a title="RT Youtube" href="http://www.youtube.com/user/RussiaToday" target="_blank">Youtube Channel</a> fand ich den Bericht noch nicht.</li>
<li>Auf der Webseite der <a title="Accounts Chamber Russia" href="http://www.ach.gov.ru/en/bulletin/529/" target="_blank">Accounts Chamber</a>, wenn es die richtige ist, gibt es zwar Bulletins, aber ich kann nichts sehen, Ã¶ffnen bzw. runterladen.</li>
<li>Reuters: <a title="reuters.com" href="http://www.reuters.com/article/idUSTRE65R54Z20100628" target="_blank">&#8220;Evidence of Russian &#8216;corruption&#8217; over 2010 preparation&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Wie gesagt, vielleicht kann jemand mit besseren BeitrÃ¤gen dienen.</p>
<p>Blatters ehemaliger AuÃŸenpolitik-Chef, der kurz vor der WM unter Druck gefeuerteÂ <a title="Unruhe in der FIFA: Blatter feuert Jerome Champagne, seinen wichtigsten Mann" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/16/unruhe-in-der-fifa-blatter-feuert-jerome-champagne-seinen-wichtigsten-mann/" target="_self"><strong>JÃ©rÃ´meÂ Champagne</strong></a>, hat einen neuen Job. Er schreibt:</p>
<blockquote><p>Dear friends,</p>
<p>It is with pleasure that I can announce to you that the Palestinian National Authority appointed me as &#8220;Adviser to the PNA for the development of sport and football&#8221; in Palestine.</p>
<p>Here attached you can find the press release issued in Ramallah on 21st June in Arabic, English and French versions.</p>
<p>This position is attached to the PNA President, H.E. Mr. Mahmoud Abbas, and the PNA Prime Minister, H.E. Mr. Salam Fayyad, and to be executed under the guidance of the Palestinian National Olympic Committee and Palestinian FA President, Mr. Jibril Rajoub.</p>
<p>Four intital directions were given to me:</p>
<ul>
<li>the administration of Palestinian football,</li>
<li>the launch of the Palestinian professional league</li>
<li>the marketing of these activities,</li>
<li>the developement of international relations for Palestinian sport and football with sport organizations at world, continental and national levels (including the sister football federations) AND with foreign governments, international organizations, etc.</li>
</ul>
<p>This mission bears a huge responsability but represents also a privilege for me to continue what I was doing in my eleven FIFA years to help Palestinian football with the support of the FIFA President, Mr. Joseh S. Blatter.</p>
<p>This email is just a first information for you and I will contact you at a later stage when we will be able to start the first concrete projects.</p>
<p>Thanking you in advance for your future support of my new mission,</p>
<p>With my best regards,</p>
<p>Jerome</p></blockquote>
<p><em>Nachtrag</em>, apropos <strong>Pechstein</strong>: Gerade verbreitet ihr PR-BÃ¼ro Powerplay die Meldung, wonach die gesperrte EisschnelllÃ¤uferin eine Einstweilige VerfÃ¼gung gegen Prof. <strong>Fritz SÃ¶rgel</strong> erwirkt hat &#8211; im Eilverfahren ohne mÃ¼ndliche Verhandlung (einen Dringlichkeitsaspekt kann ich anders als der <a title="Buskeismus.de" href="http://www.buskeismus.de/" target="_blank">putzige Richter Buske</a> nicht erkennen).</p>
<p>Demnach</p>
<blockquote><p>&#8230; darf SÃ¶rgel nicht mehr denÂ Eindruck erwecken, die fÃ¼nfmalige Olympiasiegerin hÃ¤tte in ihrer sportlichenÂ Karriere Dopingmittel eingenommen oder verbotene Methoden zurÂ Leistungssteigerung angewandt &#8230;</p></blockquote>
<p>Die VerfÃ¼gung bezieht sich auf ein Rundfunkinterview vom 19. MÃ¤rz 2010! Hochinteressant. Wie gesagt, der Richter heiÃŸt Buske, ProzessbevollmÃ¤chtigte sind &#8220;RechtsanwÃ¤lte Schertz pp.&#8221; &#8211; muss man mehr sagen? Bitte vorsichtig sein mit den Kommentaren &#8211; Abmahngefahr. Die VerfÃ¼gung findet sich auf der Webseite von <a title="Claudia Pechstein.de" href="http://claudiapechstein.de/index2.shtml" target="_blank">Claudia Pechstein</a>.</p>
<p><em>Nachtrag 2:</em> Zur VerfÃ¼gung des Richters Buske teilt Prof. SÃ¶rgel soeben mit:</p>
<blockquote><p>Wir werden diese Entscheidung natÃ¼rlich nicht hinnehmen. Die BegrÃ¼ndetheit der AnsprÃ¼che werden wir in einem Klageverfahren klÃ¤ren lassen.Â KÃ¤me es dann zu einer Verhandlung, kÃ¶nnte auch die Ã–ffentlichkeit einen besseren Eindruck gewinnen was die wissenschaftliche Basis der Pechstein- Seite ist.Â NatÃ¼rlich werden wir die â€žCreme de la Cremeâ€œ nationaler wie internationaler, und wahrhaft unabhÃ¤ngiger Gutachter die Argumentation der Gegenseite kritisch Ã¼berprÃ¼fen lassen.</p>
<p>Diese Entscheidung des Hamburger Gerichtes wÃ¼rde mir einen Maulkorb verhÃ¤ngen, denn Ziel ist es ja mich zum Schweigen zu bringen, zumal ich eben bisher in den wirklich wichtigen Fragen nicht in die Knie zu zwingen war. Das soll auch in Zukunft so bleiben und meine Argumente sollen Gerichten wie Ã–ffentlichkeit jederzeit zur VerfÃ¼gung stehen.</p>
<p>Ich werde so lange kÃ¤mpfen bis die Wissenschaft , wie bisher beim ISU und CAS ihr Recht bekommt. Es kann nicht angehen, dass man Wissenschaftler mit guten und nachvollziehbaren Argumenten einen Maulkorb umhÃ¤ngen kann.</p>
<p>Die nachfolgenden AusfÃ¼hrungen von RA Scholz-Recht legen auch dar wie oft wir uns schon gegen die AntrÃ¤ge der Kanzlei Scherz &amp; Bergmann erfolgreich vor Gericht gewehrt haben. Wir haben daraus aber keine Medienkampagne gemacht. Jetzt mÃ¼ssen die Dinge aber ausfÃ¼hrlich dargestellt werden.</p></blockquote>
<p>Seine RechtsanwÃ¤ltin NicolaÂ Scholz-Recht schreibt: <span id="more-8822"></span></p>
<blockquote><p><strong>1. </strong></p>
<p>Im Oktober 2009 hatte Frau Pechstein durch ihren BevollmÃ¤chtigten, Herrn Rechtsanwalt Bergmann aus Berlin, eine erste Abmahnung aussprechen lassen und UnterlassungsansprÃ¼che wegen drei verschiedener Behauptungen, die Sie im Rahmen einer ZDF-Sendung vom 23.10.2009 aufgestellt hatten, geltend gemacht.</p>
<p>Diese UnterlassungsansprÃ¼che hatte ich mit ausfÃ¼hrlichem Schreiben vom 30.10.2009 als unbegrÃ¼ndet zurÃ¼ckgewiesen.</p>
<p>Um zu verhindern, dass die Gegenseite eine einstweilige VerfÃ¼gung ohne vorherige mÃ¼ndliche Verhandlung erwirkt, hatte ich sodann bei den Landgerichten NÃ¼rnberg-FÃ¼rth, Berlin und Hamburg sogenannte Schutzschriften hinterlegt, um die Gerichte vor Eingang eines entsprechenden VerfÃ¼gungsantrags bereits Ã¼ber unsere Sichtweise und Argumentation zu informieren.</p>
<p>AnschlieÃŸend hatte die Gegenseite beim Landgericht Berlin den Erlass einer einstweiligen VerfÃ¼gung beantragt. Mit diesem Antrag ist Frau Pechstein gescheitert. Das Landgericht Berlin hat ihn als unbegrÃ¼ndet zurÃ¼ckgewiesen mit der BegrÃ¼ndung, dass â€žes sich sÃ¤mtlichst um zulÃ¤ssige MeinungsÃ¤uÃŸerungen [handelt], die auch auf erkennbaren AnknÃ¼pfungstatsachen basierenâ€œ (Beschluss des Landgerichtes Berlin vom 19.11.2009, Az.: 27 O 1084/09, Seite 2).</p>
<p>In Konsequenz musste Frau Pechstein auch die Kosten des Verfahrens tragen und hat die bei mir durch meine TÃ¤tigkeit entstandene VerfahrensgebÃ¼hr erstattet.</p>
<p><strong>2. </strong></p>
<p>Frau Pechstein hat durch ihren anwaltlichen Vertreter eine weitere Abmahnung vom 22.03.2010 wegen einer in der NZZ vom 21.03.2010 erschienenen Behauptung aussprechen lassen und erneut die Abgabe einer strafbewehrten UnterlassungserklÃ¤rung gefordert. Auch diese Abmahnung habe ich nach RÃ¼cksprache mit Ihnen als unbegrÃ¼ndet zurÃ¼ckgewiesen und dargelegt, dass die angegriffene Behauptung den Tatsachen entspricht.</p>
<p>Mir ist nicht bekannt, ob die Gegenseite eventuell versucht hat, auch wegen dieser Behauptung eine einstweilige VerfÃ¼gung zu beantragen. Jedenfalls wÃ¤re ein eventuell bei Gericht eingereichter VerfÃ¼gungsantrag nicht erfolgreich gewesen, weil uns in dieser Angelegenheit niemals ein gerichtliches Verbot zugestellt worden ist. Entweder hat die Gegenseite diesen Anspruch nicht weiterverfolgt oder sie hatte damit keinen Erfolg.</p>
<p><strong>3. </strong></p>
<p>Am 25.03.2010 hat Frau Pechstein durch Herrn Rechtsanwalt Bergmann eine weitere Abmahnung aussprechen lassen wegen eines auf den Internetseiten von â€žZappâ€œ verÃ¶ffentlichten Interviews. Mit dieser Abmahnung wurden insgesamt zwei Behauptungen angegriffen.</p>
<p>Auch diese Abmahnung habe ich als unbegrÃ¼ndet zurÃ¼ckgewiesen.</p>
<p>In diesem Fall hat die Gegenseite erneut beim Landgericht Berlin den Erlass einer einstweiligen VerfÃ¼gung beantragt. Mit diesem Antrag ist sie zur HÃ¤lfte gescheitert, weil das Landgericht Berlin eine der beiden Behauptungen als zulÃ¤ssig angesehen hat. Die andere Behauptung (Stichwort: â€žUntersuchung in QuarantÃ¤neâ€œ) hat das Landgericht Berlin als unzulÃ¤ssig angesehen.</p>
<p>Nach lÃ¤ngeren Ãœberlegungen hatten wir uns allein aus prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nden entschieden, dagegen nicht vorzugehen, weil das Thema heute nicht mehr aktuell ist und es deshalb wirtschaftlich nicht lohnt, darÃ¼ber einen Streit zu fÃ¼hren. Da die Gegenseite in diesem Verfahren die Kosten auch zur HÃ¤lfte selbst tragen musste, war eine Verteidigung gegen dieses Verbot auch aus KostengrÃ¼nden nicht erforderlich.</p>
<p><strong>4. </strong></p>
<p>Am 09.04.2010 hat Frau Pechstein durch Herrn Rechtsanwalt Bergmann eine weitere Abmahnung aussprechen lassen, auf die wir nicht mehr geantwortet haben.</p>
<p>Die Gegenseite hat deshalb erneut einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen VerfÃ¼gung gestellt, diesen aber diesmal beim Landgericht Hamburg eingereicht, vermutlich wegen der BefÃ¼rchtung, beim Landgericht Berlin wiederum nicht in vollem Umfang den gewÃ¼nschten Erfolg zu erzielen.</p>
<p>Das Landgericht Hamburg hat die einstweilige VerfÃ¼gung in dem beantragten Umfang ebenfalls nicht erlassen. Die Gegenseite musste zunÃ¤chst schriftsÃ¤tzlich nochmals nachbessern und schlieÃŸlich den Antrag einschrÃ¤nken, so dass sie auch in diesem Fall nicht in vollem Umfang Erfolg hatte, sondern das Landgericht Hamburg nur ein eingeschrÃ¤nktes Verbot erlassen und der Gegenseite Â¼ der Kosten auferlegt hat. Dieser Beschluss wurde allerdings erlassen, ohne uns Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.</p>
<p>In diesem Fall erwÃ¤gen wir, die Gegenseite zur Einreichung einer Hauptsacheklage zu zwingen, um dann die MÃ¶glichkeit zu haben, die Richtigkeit der angegriffenen Behauptung ggf. auch durch SachverstÃ¤ndigengutachten unter Beweis stellen zu kÃ¶nnen.</p></blockquote>
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (55): Sotschi, KarriereplÃ¤ne des UDIOCM, Samaranch</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 06:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leichte Kost fÃ¼r zwischendurch: einige BeitrÃ¤ge, die ich in den vergangenen Tagen fÃ¼r den Deutschlandfunk produziert habe. Kann das alles aus ZeitgrÃ¼nden nicht webgemÃ¤ÃŸ aufarbeiten, verschÃ¶nern und zu Quellen verlinken &#8211; ausnahmsweise. HÃ¶ren ist gewiss auch mal ganz schÃ¶n. 1) Ein Bericht Ã¼ber die Olympiavorbereitungen in Sotschi Und es sprach Ski-WeltprÃ¤sident Gian-Franco Kasper: â€?Was wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leichte Kost fÃ¼r zwischendurch: einige BeitrÃ¤ge, die ich in den vergangenen Tagen fÃ¼r den Deutschlandfunk produziert habe. Kann das alles aus ZeitgrÃ¼nden nicht webgemÃ¤ÃŸ aufarbeiten, verschÃ¶nern und zu Quellen verlinken &#8211; ausnahmsweise. HÃ¶ren ist gewiss auch mal ganz schÃ¶n.</p>
<p>1) <strong>Ein Bericht Ã¼ber die Olympiavorbereitungen in Sotschi</strong></p>
<p>Und es sprach Ski-WeltprÃ¤sident Gian-Franco Kasper:</p>
<blockquote><p>â€?Was wir jetzt sagen kÃ¶nnen, und das ist natÃ¼rlich rein vom Auge her: Man sieht Ã¼berall eine Riesen-Baustelle, hÃ¶chstwahrscheinlich die grÃ¶ÃŸte Baustelle im Moment in Europa. Und es wird also gearbeitet wie wild, also 24 Stunden. Das sieht gewaltig aus. Wie viel wirklich realisiert wird, das sei dahingestellt. Aber ich muss schon sagen, die meisten PlÃ¤ne, die man seit drei Jahren gehabt hat, die sind jetzt in der Realisation. Es fehlen noch einige Sachen, wenn ich an meinen Sport zum Beispiel denke.Â Ich wÃ¼rde sagen, es sieht im Moment sicher nicht schlecht aus mit den Vorbereitungen. Aber es muss noch enorm viel gearbeitet werden. Und man kann nie damit rechnen, dass alles nach Plan lÃ¤uft, etwa beim Tunnelbau, da kann es immer geologische GrÃ¼nde geben, die eine VerzÃ¶gerung bringen. Aber VerzÃ¶gerungen vertrÃ¤gt man ganz sicher nicht.â€?</p></blockquote>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/17/dlf_20100417_1937_17ebb848.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>2) <strong>Die Zukunft des UDIOCM</strong></p>
<p>Macht Thomas Bach als DOSB-PrÃ¤sident weiter? Kann er DOSB-PrÃ¤sident bleiben und sich gleichzeitig ansprechend um seine IOC-PrÃ¤sidentschaft kÃ¼mmern?Â Erstaunlich dabei, dass mir Eishockey-WeltprÃ¤sident RenÃ© Fasel verraten hat, was Bach in Deutschland ja Ã¶ffentlich einfach nicht zugeben will, oder habe ich etwas verpasst?</p>
<p>RenÃ© Fasel sagt:</p>
<blockquote><p>Thomas sagt das ja selber, er ist ein Kandidat fÃ¼r 2013. Er ist ein fÃ¤higer Kandidat, auch ein guter Kandidat. Warum nicht?</p></blockquote>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/18/dlf_20100418_1950_2aa90e53.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>3) <strong>Nachruf auf Juan Antonio Samaranch</strong></p>
<p>Wie sagte Willi Daume schon zu Samaranchs Amtsantritt Anfang der 1980er Jahre?</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie wissen von bedenklichen Erscheinungen beim IOC. Die tumultarische Entwicklung der Fernseheinnahmen, deren AusmaÃŸ mit den neuen Medien noch gar nicht abzusehen ist, hat einiges Schlimme bewirkt. Organisation breitet sich in unvorstellbarem MaÃŸe aus. Immer neue Organisationen ohne einleuchtende Aufgaben, Wichtigtuerei, Politik und Propaganda im Hintergrund. Kein Wissen um die Grenzen in dieser Hinsicht, keine Bescheidenheit. Sport und die Jugend stehen im Hintergrund, keine geistige FÃ¼hrung. Wohin soll das alles fÃ¼hren?&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/24/dlf_20100424_1951_0dc8c4cb.mp3" target="_self">:</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, Tag 15: Sechskommanull fÃ¼r Anni Friesinger</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/27/vancouver-tag-15-sechskommanull-fur-anni-friesinger/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/02/27/vancouver-tag-15-sechskommanull-fur-anni-friesinger/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 20:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Ich weiÃŸ nicht, ob es kuriosere Szenen gab bei diesen Winterspielen. Aber was Anni Friesinger-Postma da gerade aufs Eis des Olympic Oval gezaubert hat, war schon sehenswert. Ich wÃ¼rde sagen: Sechskommanull, ist noch mal alles gut gegangen, und in anderthalb Stunden gibt es vielleicht sogar eine Goldmedaille. Im Halbfinale des Teamwettbewerbs gegen die USA [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Ich weiÃŸ nicht, ob es kuriosere Szenen gab bei diesen Winterspielen. Aber was Anni Friesinger-Postma da gerade aufs Eis des Olympic Oval gezaubert hat, war schon sehenswert. Ich wÃ¼rde sagen: Sechskommanull, ist noch mal alles gut gegangen, und in anderthalb Stunden gibt es vielleicht sogar eine Goldmedaille.</p>
<p>Im Halbfinale des Teamwettbewerbs gegen die USA rutschte Friesinger gerade so ins Ziel <em>(Screenshot ARD)</em>:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7100" title="Screenshot ARD" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/friesinger1-web.jpg" alt="" width="530" height="311" /></p>
<p>In der Totalen sah das so aus.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7101" title="Screenshot ARD" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/friesinger2-web.jpg" alt="" width="530" height="328" /></p>
<p>War wirklich sehr hÃ¼bsch anzuschauen, der Moment, als sie begriff, dass sie trotzdem im Finale steht. Und ich Ã¤rgere mich, dass ich von der Bilanz-Pressekonferenz im Deutschen Haus nicht eher aufgebrochen bin, um nach Richmond zurÃ¼ckzufahren zum Eisschnelllaufen.</p>
<p>Eine verrÃ¼ckte Zuspitzung <a title="alle BeitrÃ¤ge zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">nach all dem</a>.</p>
<p>Ganz groÃŸes Kino natÃ¼rlich auch im Langlauf der Frauen: Die Dreifachsiegerin Marit BjÃ¶rgen gegen Justyna Kowalczyk, die BjÃ¶rgen gerade Doping vorgeworfen hatte, oder sollten wir sagen: Medikamentenmissbrauch?</p>
<blockquote><p>&#8220;Ohne ihre Medikamente hÃ¤tte sie nicht gewonnen. Marit weiÃŸ genau, dass sie ohne ihre Hilfsmittel nicht viel zu bieten hÃ¤tte.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oh, ich glaube, das war nicht nur Sport. Was fÃ¼r ein Duell. Gold fÃ¼r Kowalczyk. Bin auf den Verbal-Wettbewerb gespannt.</p>
<p><strong>13.24 Uhr:</strong> Kleine Indiskretion: Ich sitze noch im Deutschen Haus. Vor mir ein Flatscreen. Gerade kommt eine Horde jener Bundespolizisten vorbei, die hier als gefÃ¼hlte Hundertschaft fÃ¼r Ordnung und Sicherheit sorgen. Auf dem Bildschirm: der Friesinger-Sturz. Einer der Bundespolizisten im breitesten SÃ¤chsisch: &#8220;Sie hat&#8217;s versaut!&#8221;</p>
<p>Ich glaube, das war Volkes Stimme.</p>
<p><strong>14.16 Uhr:</strong> Kurz vor dem Team-ESL-Finale. Hier schon mal erste deutsche Bilanzen. Unkommentiert. Nur O-TÃ¶ne:</p>
<p>Es spricht <strong>Bernhard Schwank</strong>, ehemals NOK-GeneralsekretÃ¤r, heute einer der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der MÃ¼nchner Olympia GmbH und Chef de Mission des deutschen Olympiateams in Vancouver:</p>
<p><a title="Schwank Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/schwank-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht das <strong>UDIOCM</strong> (FDP):</p>
<p><a title="Bach Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bach-bilanzkl.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht <strong>Michael Vesper</strong> (GrÃ¼ne), DOSB-Generaldirektor und Vorsitzender des Aufsichtsrats (!) der MÃ¼nchner Olympia GmbH:</p>
<p><a title="Vesper Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vesper-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><span id="more-7099"></span>Finale Deutschland vs. Japan mit Katrin Mattscherodt statt Anni Friesinger. Schnell 1,5 Sekunden zurÃ¼ck. 1,7 sogar. GroÃŸe Aufholjagd, Frau Beckert. Gold fÃ¼r die Deutschen.</p>
<p>Und noch eine Indiskretion, die Bundespolizisten stehen hinter mir, neben mir, Ã¼berall, wieder wird gesÃ¤chselt: &#8220;Gottseidank ohne Friesinger! Kriegt die etwa auch eine Medaille?&#8221;</p>
<p>Klar.</p>
<p>Ein letzter Screenshot, die AuflÃ¶sung des Ganzen, bevor ich mich hier verdrÃ¼cke, sonst werde ich wegen fortlaufender Indiskretionen noch verhaftet.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7113" title="Screenshot ARD" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/team-web.jpg" alt="" width="530" height="318" /></p>
<p>Sage nur niemand, die Ãœberschrift stimme nicht: FÃ¼r Sechskommanull gab es frÃ¼her immer Gold.</p>
<p><strong>16.29 Uhr:</strong> Transkript der Pressekonferenz.</p>
<blockquote><p>Â© IOC, VANOC</p>
<p>Ladies&#8217; Team Pursuit: ANSCHUTZ THOMS, MATTSCHERODT, FRIESINGER-POSTMA, BECKERT (GER) &#8211; Gold</p>
<p>RICHMOND, Feb 27 &#8211; Comments from Gold medallists Daniela ANSCHUTZ THOMS (GER),  Katrin MATTSCHERODT (GER),  Anna FRIESINGER-POSTMA (GER), Stephanie BECKERT (GER) after the Ladies&#8217; Team Pursuit Final A at Richmond Olympic Oval on Saturday.</p>
<p><strong>Daniela ANSCHUTZ THOMS (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On winning Gold:</p>
<p>&#8220;I can&#8217;t describe this feeling. I have waited so long for my luck to come back, especially after the disaster of the 3000 m.&#8221;</p>
<p>&#8220;Anni&#8217;s [Anna FRIESINGER-POSTMA, GER] fall gave us the courage to go on.&#8221;</p>
<p><strong>Katrin MATTSCHERODT (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On the Ladies&#8217; Team Pursuit:</p>
<p>&#8220;It is very important. It was a very exciting day. Both the Semifinal and the Final were very close.&#8221;</p>
<p>On their victory:</p>
<p>&#8220;It will take a couple of days to digest our win. The chance to race with the team is better than just watching [in the semifinal race she was the team's reserve].&#8221;</p>
<p><strong>Anna FRIESINGER-POSTMA (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On winning Gold:</p>
<p>&#8220;My feelings are up and down. It was like a carousel. I nearly messed it up.&#8221;</p>
<p>&#8220;I dreamt of Gold. This will be a great farewell to Vancouver.&#8221;</p>
<p>On falling at the finish line in the semifinal race:</p>
<p>&#8220;I thought, &#8216;No, No, I&#8217;m falling. Oh no, oh no no no, I thought I messed up for the team.&#8221;</p>
<p>&#8220;I yelled but no one heard me, so I just kept on going. We decided last night what would happen if one of us had to drop out.&#8221;</p>
<p>On her teammate Stephanie BECKERT (GER):</p>
<p>&#8220;Stephanie BECKERT (GER) is the kick at the end. She just keeps going and going.&#8221;</p>
<p><strong>Stephanie BECKERT (GER) &#8211; Gold</strong></p>
<p>On her teammates:</p>
<p>&#8220;The girls gave me a big push.&#8221;</p>
<p>On winning another medal at the Vancouver Games:</p>
<p>&#8220;I am ecstatic with my third medal. I feel lucky.&#8221;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, MÃ¼nchens Olympiachancen und die IOC-PrÃ¤sidentschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 07:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Das Gesicht der Bewerbung ist mÃ¼de. Willy Bogner sitzt in der Lounge II des Deutschen Hauses in Vancouver und braucht jetzt einen Kaffee. Er ist schon wieder zwÃ¶lf Stunden auf den Beinen, und der Abend hat nicht einmal begonnen. Er muss noch zwei Interviews geben und in KÃ¼rze gibt es ein Essen zur Erinnerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Das Gesicht der Bewerbung ist mÃ¼de. Willy Bogner sitzt in der Lounge II des Deutschen Hauses in Vancouver und braucht jetzt einen Kaffee. Er ist schon wieder zwÃ¶lf Stunden auf den Beinen, und der Abend hat nicht einmal begonnen. Er muss noch zwei Interviews geben und in KÃ¼rze gibt es ein Essen zur Erinnerung an die Sommerspiele 1972 in MÃ¼nchen. Walther TrÃ¶ger kommt gleich, der BÃ¼rgermeister des Olympischen Dorfes von 1972, der in Vancouver mit seinen 81 Jahren â€“ und trotz tagelanger heftiger Zahnschmerzen â€“ tapfer fÃ¼rs Vaterland schuftet. TrÃ¶ger, seit Januar IOC-Ehrenmitglied, damit nicht mehr stimmberechtigt und also relativ unabhÃ¤ngig, blÃ¼ht wieder auf. Denn MÃ¼nchen ist seine olympische Liebe. Er umgarnt die Ã¤lteren IOC-Mitglieder, von denen es viele gibt, und er fÃ¼hrt seinen Kumpel Willy Bogner (68) in diesen bizarren Zirkel ein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7077" title="DFL wirbt fÃ¼r MÃ¼nchen 2018 (c) MÃ¼nchen 2018 GmbH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/dfl_muc2018_trikot-web.jpg" alt="" width="530" height="351" /></p>
<p>So eine Olympiabewerbung ist eine anstrengende Sache. Jeden Morgen um 7.30 Uhr lÃ¤sst Thomas Bach, IOC-VizeprÃ¤sident und Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), seine Pappenheimer aufmarschieren. Dann werden im Deutschen Haus die groÃŸen Themen und winzige Details besprochen. Die Deutschen sind grÃ¼ndlich.</p>
<p>Nach dieser PrÃ¤sidialrunde schwÃ¤rmen sie aus, um IOC-Mitglieder zu treffen und zu antichambrieren. â€žMehr als 90 IOC-Mitglieder habe ich bisher gesprochenâ€œ, sagt Bogner. Ein Dutzend werden in Vancouver dazu kommen. Im Jacket hat er stets ein kleines BÃ¼chlein mit Passfotos, Funktionen und wichtigsten Infos Ã¼ber die Zielpersonen. Sehr hilfreich. Nach jedem Treffen werden Notizen gemacht. Wer, wann, wo, mit wem, was wurde besprochen? â€žIch muss mich doch daran erinnern kÃ¶nnen, und die anderen mÃ¼ssen das wissen.â€œ</p>
<p>Die Notizen werden von der Olympia GmbH zentral erfasst, sagt Bogner. Man hat ihm erklÃ¤rt, dass das mal ein heikles Thema war in einer deutschen Bewerbung: Denn Berlin, das sich damals um Olympia 2000 bewarb, hatte Anfang der neunziger Jahre auch Bemerkungen Ã¼ber sexuelle Orientierungen von IOC-Mitgliedern zusammen getragen. Deshalb fÃ¼gt Bogner flink an: â€žWir stellen nichts Regelwidriges zusammen! Selbst wenn man diese Datei finden wÃ¼rde, steht da nur drin, mit wem wir geredet haben. Wir haben da keine Angst.â€œ</p>
<p>Im Fokus der Medien stehen vornehmlich Olympiasiegerin <a title="Zielgruppenoptimierung: MÃ¼nchen 2018 verpflichtet das schÃ¶nste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/2009/07/09/zielgruppenoptimierung-munchen-2018-verpflichtet-das-schonste-gesicht-des-sozialismus/" target="_self">Katarina Witt</a> und der <a title="World of Bogner" href="http://www.bogner.com/en/WORLD-OF-BOGNER/WILLY-BOGNER-FILM#/de/Home" target="_blank">Textilfabrikant</a> <a title="MÃ¼nchen 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks ..." href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">Bogner</a>. Bei beiden verschwimmt vieles. Die Witt ist ja eigentlich als ARD-Mitarbeiterin vor Ort, co-kommentiert, schreibt ein <a title="www.katarina.de" href="http://www.katarina.de/newstermine/details/article/buuhhuuhhhaahhh.html" target="_blank">Blog</a>, dreht bunte Fernsehschnipsel, ist Olympia-Lobbyistin. <a title="Bogner Junior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Bogner_junior" target="_blank">Bogner</a> war selbst Olympia-Skifahrer, wie sein <a title="Bogner Senior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Bogner_senior" target="_blank">Vater</a>, der 1936 bei den Nazi-Spielen in Garmisch-Partenkirchen den olympischen Eid sprach. Bogner Junior stattet seit Jahrzehnten deutsche Olympiamannschaften aus, hat mal an James-Bond-Filmen mitgewirkt, vor drei Jahren fÃ¼r Sotschi ein Bewerbungsfilmchen produziert, und auÃŸerdem hat er mit seiner brasilianischen Frau Sonia eine Wette laufen: 2016 wollen die beiden die Sommerspiele in ihrer Heimat Rio erleben, 2018 in Bogners Heimat die Winterspiele in MÃ¼nchen.</p>
<p>Katarina Witt und Willy Bogner sind die so genannten Gesichter der Bewerbung. Aber sie machen das, was ihnen andere sagen. Denn Boss des Ganzen ist Thomas Bach. Und im Hintergrund arbeitet ein Team mit einer im sportpolitischen Deutschland nie dagewesenen Vernetzung. Ich habe es <a title="MÃ¼nchen vs. Pyeongchang: Spin doctors und andere Berater" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">kÃ¼rzlich schon angedeutet</a>. Hier noch einige Beispiele:</p>
<p>Frau Merkel spielt eine zentrale Rolle. Nicht die Kanzlerin, Ã¼ber deren UnterstÃ¼tzung Bogner stets in hÃ¶chsten TÃ¶nen redet. Nein, Katrin Merkel, DOSB-Abteilungsleiterin Internationales. Seit drei Jahren ist sie die rechte Hand des DOSB-PrÃ¤sidenten auf Reisen. Sie kennt alle IOC-Mitglieder und deren bessere HÃ¤lften, vor allem: Man kennt sie ebenfalls. Katrin Merkel weiÃŸ, wer mit wem und wieso und warum, nimmt am Damenprogramm teil, koordiniert, zieht die FÃ¤den, kÃ¼mmert sich um Kleinigkeiten: Bezahlt mitunter Bachs Rechnungen an der Bar, und wenn der Ire Patrick Hickey, IOC-Mitglied und Chef der europÃ¤ischen NOK-Vereinigung, hurtig ins Deutsche Haus schreitet, um seinen Alliierten Bach zu treffen, dann nimmt Frau Merkel selbstverstÃ¤ndlich die Garderobe entgegen.</p>
<p>Jeder hat seine Aufgaben. Da greift ein RÃ¤dchen ins andere.</p>
<p>FÃ¼r die internationalen Medienkontakte wurde der EnglÃ¤nder Jon Tibbs verpflichtet. Seine Mitarbeiterin SÃ©verine Hubert betreut auch IOC-Mitglieder. Auf derlei Kontakte spezialisiert ist Carlos Garcia aus Uruguay. Garcia war bis vor kurzem VizeprÃ¤sident des Weltverbandes der Sportjournalisten (AIPS) und ist schon etliche Jahre in der Bewerbungsbranche tÃ¤tig. Nun ist er Experte fÃ¼r die Latino-Fraktion, fÃ¼r SÃ¼damerikaner, Spanier, Italiener. â€žDer Carlos macht gute Arbeitâ€œ, sagt Bogner.</p>
<p>Walther TrÃ¶ger kÃ¼mmert sich um die Routiniers. Thomas Bach um alle.</p>
<p>Als graue Eminenz stets zugegen ist Bachs Freund Dieter KÃ¼hnle, ebenfalls ein ehemaliger Journalist, wie Garcia. KÃ¼hnle ist ein Beobachter, der vielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte und &#8220;den Thomas&#8221; zu schÃ¤tzen weiÃŸ. Er hat stets auch die Medien im Blick, und man fragt sich, ob er vielleicht sogar den einen oder anderen Reporter beeinflussen kÃ¶nnte, wenn er denn wollte. Nur mal so eine Frage.</p>
<p>Dieter KÃ¼hnle war mal Chefredakteur des Sportinformationsdienstes und zeitweise VizeprÃ¤sident des Bundes Deutscher Radfahrer. Vor allem aber ist er Verbindungsmann zwischen <a title="Daimler und das IOC: Entwicklungshilfe und SportfÃ¶rderung" href="http://www.daimler.com/dccom/0-5-1096066-49-1101419-1-0-0-1161484-0-0-135-7145-0-0-0-0-0-0-0.html" target="_blank">Daimler und dem IOC</a>, konzentriert sich auf das Entwicklungshilfeprogramm und hat beispielsweise schon mehr als 100 Kleinbusse in Dritte-Welt- und SchwellenlÃ¤ndern Ã¼bergeben. Oft gemeinsam mit Bach. Aber nicht immer, darauf legt er Wert. Auf einer Liste des IOC, in welchen LÃ¤ndern wann mit welchen IOC-Mitgliedern Kleinbusse und andere Gaben Ã¼berreicht wurden, steht der Name Bach tatsÃ¤chlich nicht hinter jedem Termin &#8211; sondern nur einige Male.</p>
<p>KÃ¼hnle hat viele Dutzend IOC-Mitglieder daheim besucht, er kennt Geschichten und Schicksale. Ich finde, er ist wichtig fÃ¼r diese Geschichte. Und er steht, neben einigen anderen, die noch nicht genannt wurden, fÃ¼r ein Teilchen des Beziehungsnetzwerks im groÃŸen olympischen Puzzle, das, wenn es gelÃ¶st ist, im Juli 2011 (auf der <a title="MÃ¼nchen 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/2009/08/04/munchen-2018-der-weg-nach-durban/" target="_self">IOC-Session in Durban</a>) nicht nur MÃ¼nchen die Winterspiele 2018 beschert haben soll, sondern zwei Jahre spÃ¤ter (auf der IOC-Session in Buenos Aires) auch Thomas Bach die IOC-PrÃ¤sidentschaft.</p>
<p>Das ist der Masterplan, <a title="Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">Ã¼ber den sie nicht gern reden</a>. Den es vielleicht gar nicht gibt, diesen Masterplan, was weiÃŸ ich schon von Lebenssachverhalten, die sich zufÃ¤llig ergeben kÃ¶nnten.</p>
<blockquote><p>Kleiner Einschub. Es ist <a title="Olympia 2018, die Ausgangslage: Pyeongchang vor Pyeongchang vor Pyeongchang" href="http://jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/" target="_self">mal wieder Zeit fÃ¼r eine Wasserstandsmeldung</a>, nach bestem Wissen (beschrÃ¤nkt) und Gewissen (sauber). Ich sage heute:</p>
<p>1) <strong>MÃ¼nchen ist gefÃ¼hlter Front-runner im Wettbewerb um die Winterspiele 2018</strong>, rund sechzehn Monate vor der Abstimmung. MÃ¼nchen arbeitet sehr gut und versucht, eine Idee zu verkaufen. Wogegen Pyeongchang, die Koreaner Ã¼berhaupt, noch mit sich selbst beschÃ¤ftigt sind, nicht in die GÃ¤nge kommen und sogar Schwierigkeiten haben, eine Botschaft zu verkaufen. Sie mÃ¼ssen sich sputen und ein Momentum entwickeln. (DemnÃ¤chst werde ich versuchen, mal eine Rangliste anhand olympischer Kriterien vorzulegen.)</p>
<p>2) Thomas Bach hat momentan keinen ernsthaften Konkurrenten um den IOC-Thron. <strong>MÃ¼sste die Sache heute entschieden werden, wÃ¤re das UDIOCM IOC-PrÃ¤sident.</strong> Ich bin gespannt, ob sich da Ã¼berhaupt noch etwas tut.</p>
<p>3) <strong>Im Moment sieht vieles danach aus, als kÃ¶nnte das olympische Doppel 2011/2013 gelingen.</strong> Zwar gibt es auch in MÃ¼nchen viele, die Bach misstrauen, die Angst haben, ob das eine mit dem anderen vermischt werden kÃ¶nnte, all diese Lebenssachverhalte, doch es deutet kaum etwas darauf hin, dass Bach sich nicht energisch fÃ¼r MÃ¼nchen engagieren wÃ¼rde. Ganz im Gegenteil. So hat man ihn noch fÃ¼r keine deutsche Olympiabewerbung strampeln sehen.</p></blockquote>
<p>Ich finde, es kÃ¶nnte weiter abgestimmt werden:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><span id="more-7069"></span>Neben Frau Merkel sind noch andere Frauen sehr wichtig fÃ¼r die Bewerbung und die Karriere des UDIOCM. Seine SekretÃ¤rin zum Beispiel, hochprofessionell steht sie mitten im olympischen Familienleben, und seine Frau Claudia, die in letzter Zeit erstaunlich offensiv agiert und bei vielen AnlÃ¤ssen aktiv einschreitet. Das war nicht immer so. Manche sagen, Claudia Bach habe in vielerlei Hinsicht Stil entwickelt und sei bereits prÃ¤sidiabel.</p>
<p>FÃ¼r die an Lebensjahren jungen Mitglieder ist Claudia Bokel zustÃ¤ndig. Die ehemalige Fecht-Weltmeisterin kam im Sommer 2008 Ã¼ber die Athletenkommission ins IOC. Es geht um 15-20 Stimmen, wenngleich es der vielsprachigen Bokel sicher nicht gelingen wird, alle zu Ã¼berzeugen. KÃ¼rzlich betreute sie im Deutschen Haus SÃ¼dkoreas Olympiasieger Dae Sung Moon. Dessen Problem ist: Er vertrÃ¤gt nicht viel Alkohol, verbringt aber tÃ¤glich viele Stunden in Lounges und Suiten, wo ihm stets Drinks gereicht werden. Moon wird manchmal etwas lauter, um nicht zu sagen: ruppiger. Er ist eigentlich ein netter Kerl, aber er kommt aus dem Taekwondo-Sport, vielleicht liegt es daran.</p>
<p>Von Willy Bogner wÃ¼rde man derlei Geschichten nie hÃ¶ren. Vermintes Terrain, zu gefÃ¤hrlich. Er bevorzugt aalglatte, politisch korrekte SÃ¤tze. Etwa: â€žEs gilt, das grÃ¶ÃŸte Medien-Event der Welt in unser Heimatland zu holen. Ein Event mit unglaublichem Werbe-Effekt, um unser Land sympathisch und sportlich darzustellen.â€œ</p>
<p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in â€žkonstruktive Kritiker, die man Ã¼berzeugen kannâ€œ und â€žFundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernÃ¼nftig reden kannâ€œ. Im IOC sei man es gewohnt, â€ž<a title="18 GrÃ¼nde gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertretenâ€œ.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem GesprÃ¤ch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der RealitÃ¤t orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und MÃ¼nchen" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu MÃ¼nchen 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="MÃ¼nchen 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Ã–ffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<ul>
<li><a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a></li>
</ul>
<p>Er sagte, natÃ¼rlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste.Â Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur HÃ¤lfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiÃŸ niemand, was aus Lausanne Ã¼berwiesen werden kÃ¶nnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p>
<p>Willy Bogner sieht in MÃ¼nchen und Umgebung keine wirklichen Probleme. Dass in Deutschland heftig Ã¼ber die unglÃ¼cklichen Auftritte von <a title="Olympia mit Christian, BjÃ¶rn und Heidi" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">Christian Ude</a> und Horst Seehofer in Vancouver diskutiert wurde, nimmt er gelassen. â€žDa wurden aus MÃ¼cken Elefanten gemacht.â€œ</p>
<p>Schon ist sie um, die halbe Stunde mit Willy Bogner im Beisein von zwei Medienbetreuern (Simone Seefried/Olympia GmbH, Christian Klaue/DOSB), die wissen, dass ihr Klient keinen Fehler gemacht hat. Es wartet bereits der nÃ¤chste Journalist.</p>
<p>Und drauÃŸen im Flur treffe ich Walther TrÃ¶ger. &#8220;Wie war&#8217;s mit Willy&#8221;, will er wissen. Bisschen zu friedlich, entgegne ich, Bogner habe seine Lektionen gelernt und gebe sich keine BlÃ¶ÃŸe. Damit ist TrÃ¶ger sehr zufrieden. â€žDer Willy lernt schnellâ€œ, sagt TrÃ¶ger und dehnt ein breites olympisches Grinsen. Dann dreht er ab.</p>
<p>Er muss die Tischordnung fÃ¼r das Abendessen mit IOC-Mitgliedern prÃ¼fen.</p>
<p><em>(Eine Kurzfassung dieses Beitrages findet sich in der <a title="Stuttgarter Zeitung" href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2400966_0_9223_-olympia-2018-muenchen-und-die-charmeoffensive.html" target="_blank">Stuttgarter Zeitung</a>.)</em></p>
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		<title>MÃ¼nchen 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &#8220;offizielle Oppositionen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 12:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schÃ¶nste Gesicht des Sozialismus und &#8220;Gesicht&#8221; der MÃ¼nchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (Foto: MÃ¼nchen 2018). Es gibt mehrere gute GrÃ¼nde, das Bild zu verÃ¶ffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der GeschÃ¤ftsleitung und ehemals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schÃ¶nste Gesicht des Sozialismus und &#8220;<a title="Zielgruppenoptimierung: MÃ¼nchen 2018 verpflichtet das schÃ¶nste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesicht</a>&#8221; der MÃ¼nchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (<em>Foto: MÃ¼nchen 2018</em>). Es gibt mehrere gute GrÃ¼nde, das Bild zu verÃ¶ffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der GeschÃ¤ftsleitung und ehemals fÃ¼r <a title="alle BeitrÃ¤ge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Putins Oligarchenbewerbung</a> in Sotschi tÃ¤tig, kam hier bislang zu kurz. Bogner ist der <span style="text-decoration: line-through;">lÃ¤chelnde</span> grinsende Herr ganz links.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5838" title="Gesellschafterversammlung MÃ¼nchen 2018, 20. November 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/mh_gruppenfoto_001-3.jpg" alt="" width="500" height="219" /></p>
<p>Die Installierung von Bogner als Ein-Euro-Mann und Boss der beiden eigentlichen GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Berhard Schwank (DOSB/Bach) und Richard Adam (MÃ¼nchen/Ude) ist ein weiteres Zeichen dafÃ¼r, dass es im GebÃ¤lk sehr knarzt. Ã„hnliche Komplikationen, allerdings etwas heftiger, hatte es bereits bei der <a title="BeitrÃ¤ge zu Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipziger Olympiabewerbung</a> gegeben, als Sportminister Otto Schily im Herbst 2003 in grÃ¶ÃŸter Not den Ein-Euro-Mann Peter ZÃ¼hlsdorff verpflichtete. Es ist halt kompliziert, wenn alles nach den IOC/DOSB-Regeln tanzen soll. Konkret: Der DOSB hat gemÃ¤ÃŸ Olympischer Charta die Mehrheit (51 Prozent) in der Gesellschaft, obgleich er kein Geld aufbringt. Bezahlen mÃ¼ssen die BÃ¼rger &#8211; und die Politiker haben das Geld, die Milliarden, herbeizuschaffen. So simpel ist das.</p>
<p>Schon vorher hatte die Installierung von Schwank bei den eigentlichen Bewerbern in MÃ¼nchen fÃ¼r Unmut gesorgt. Selbst hochrangige Vertreter der Bewerbergesellschaft nehmen kaum noch ein Blatt vor den Mund und kritisieren in kleinen Kreisen ungefragt die Politik des DOSB, wobei der FDP-Mann in der Mitte des Fotos (vierter von rechts), DOSB-Chef und IOC-Vize Thomas Bach, kaum besser wegkommt als der Herr ganz rechts: DOSB-General Michael Vesper, ein BÃ¼ndnisgrÃ¼ner, fÃ¼r den und dessen MethodenÂ - Achtung, Quellenschutz! &#8211; in MÃ¼nchen ein wenig schmeichelhafterÂ <a title="Wikipedia: Stalinismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stalinismus" target="_blank">Begriff</a> verbreitet wird. Ich kann das schlecht einschÃ¤tzen, muss gerade deshalb meinen Quellen trauen. Das Mehrquellenprinzip, das darf ich gern mitteilen, habe ich selbstverstÃ¤ndlich berÃ¼cksichtigt.</p>
<p>Sie haben dennoch Grund zur Freude, die Herrschaften. Alle beteiligten Kommunen sind auf Kurs gebracht, das so genannte <a title="PM MÃ¼nchen 2018" href="http://www.muenchen2018.org/presse/news-55-olympia-bewerbung-muenchen-2018-gesellschafterversammlung-beschliesst-eckpunktepapier.html" target="_blank">Eckpunktepapier</a> verabschiedet. Mit derÂ Transparenz haben sie es nach wie vor nicht so, das wird sich auch nicht Ã¤ndern,Â aber es gibt ja Blogs, in denen man zumindest EntwÃ¼rfe dieses Eckpunktepapiers lesen kann, aus dem das so genannte Mini-Bidbook erstellt wird, das wiederum bis zum 15. MÃ¤rz 2010 dem IOC Ã¼berreicht werden muss.</p>
<p>VoilÃ , ich sage mal nicht: exklusiv. Aber selten:</p>
<ul>
<li><a title="Eckpunkte Minibidbook MÃ¼nchen 2018" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/minibidbook.pdf" target="_blank"><strong>Eckdaten der MÃ¼nchner Olympiabewerbung</strong></a><strong> <em>(69 Seiten, pdf, 3,9 MB)</em></strong></li>
</ul>
<p>Die Meinung der kundigen Leser zu diesem Entwurf interessiert mich natÃ¼rlich sehr. (<em>Achtung, kleine Medienkritik: Es ist Ã¼brigens mal wieder interessant, was die Nachrichtenagentur dpa unter &#8220;Eckpunkte&#8221; der Bewerbung versteht. Keinesfalls Details etwa zur Finanzierung, nein, bloÃŸÂ eine simple Chronik der Ereignisse.</em>)</p>
<p>GemÃ¤ÃŸ <a title="Olympia2018, die Ausgangslage ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5584" target="_self">Timetable der Olympiabewerbung 2018</a> muss dasÂ Bidbook im MÃ¤rzÂ vorliegen, das eigentliche Bewerbungsbuch dann im Januar 2011.</p>
<ul>
<li>Hier <a title="MÃ¼nchen 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/?p=4485" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">einmal mehr</span></a> das 101 Seiten umfassende <a title="IOC 2018 Candidature Acceptance Procedure" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1451.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">2018 Candidature Acceptance Procedure</span></a>Â <em>(pdf, 3,5 MB)</em>Â  des IOC.</li>
</ul>
<p>Andererseits: WomÃ¶glich vergeht den deutschen Olympiabewerber-Bossen das Lachen bald. Denn in SÃ¼dkorea sind die Konkurrenten doch sehr aktiv, wie der <a title="Korea Herald" href="http://www.koreaherald.co.kr/NEWKHSITE/data/html_dir/2009/11/24/200911240016.asp" target="_blank">Korea Herald</a> gerade wieder meldet. Ex-Samsung-Boss <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit fÃ¼r 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Kun</a> <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Kun Hee Lee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Hee</a> <a title="Samsung &amp; Co: &quot;natural partners&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3886" target="_self">Lee</a>Â - mehrfach wegenÂ gigantischer Korruption verurteiltesÂ IOC-Mitglied und Freund des DOSB-ChefsÂ - soll zum wiederholten MaleÂ begnadigt werden.</p>
<p>Muss sich MÃ¼nchen fÃ¼rchten? Gewiss.</p>
<blockquote><p><strong>Amnesty for ex-Samsung-chief?</strong></p>
<p>Korea&#8217;s sports and corporate leaders are calling on the government to grant a presidential pardon to Lee Kun-hee, the former chairman of Samsung Group who received a suspended jail term for breach of trust in August.</p>
<p>Leaders of sports organizations last week suggested that President Lee Myung-bak include Lee in the presidential amnesty to be granted around Christmas. They said that presidential leniency is necessary in part to promote the bid for the 2018 Winter Olympics of the Korean city of Pyeongchang, Gangwon Province.</p>
<p>Lee, a member of the International Olympic Committee since 1996, the Olympic-governing body, voluntarily relinquished his IOC membership in July last year, citing the need to resolve legal disputes surrounding him and Samsung.</p>
<p>Lee was handed a three-year prison term, which was suspended for five years, on conviction of illegal bond trading. He was also fined 110 billion won ($95 million). The 66-year-old tycoon quit as chairman of Samsung Group, Korea&#8217;s largest family-controlled conglomerate, in April last year.</p>
<p>Now that the final court sentencing has been made, an increasing number of people are calling on the government to grant Lee a presidential pardon.</p>
<p>On Nov. 17, Kim Jin-sun, governor of Gangwon Province, called for a presidential amnesty for Lee, saying that Pyeongchang needs Lee&#8217;s assistance at the IOC and other international organizations. Pyeongchang makes its third bid to host the Winter Olympics after it lost to Canada&#8217;s Vancouver and Russia&#8217;s Sochi in its two previous attempts to host the 2010 and 2014 Winter Games. The Korean city is expected to compete with Annecy of France and Munich of Germany for the right to host the 2018 Winter Games.</p>
<p><script src="/khjs/banner/article_340.js"></script>On Nov. 19, Cho Yang-ho, chairman of Hanjin Group who jointly heads the Pyeongchang bidding committee, said in a news conference that the committee suggested to the government that it grant a presidential pardon for Lee.</p>
<p>&#8220;I think his reinstatement will greatly help Pyeongchang expand its support base (in the IOC),&#8221; Cho said.</p>
<p>He said Lee&#8217;s resumption of Olympic activity is &#8220;desperately needed&#8221; ahead of a meeting of IOC members in Vancouver, Canada, next February which will be the last meeting before the IOC decides the venue for the 2018 Winter Olympics in July 2011.</p>
<p>On Friday, Sohn Kyung-sik, chairman of the Korea Chamber of Commerce and Industry, joined the appeal for a presidential pardon for Lee. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Es darf also weiter abgestimmt werden:</p>
<p>Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.Auf die <a title="alle BeitrÃ¤ge: Finanzierung von Mega-Events" href="http://jensweinreich.de/?cat=692" target="_self">Finanzierungsfrage</a> inklusive der <a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein priviligiertes VÃ¶lkchen!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">OCOG- und Non-OCOG-Etats</a> gehe ich demnÃ¤chst wie versprochen noch einmal ausfÃ¼hrlich ein. Zum ReinhÃ¶ren und Nachlesen nur kurz ein Beitrag, den ich vergangenen Samstag fÃ¼r den Deutschlandfunk produziert habe. Inzwischen haben die GrÃ¼nen in Bayern sich tatsÃ¤chlich gegen die Olympiabewerbung ausgesprochen.</p>
<ul>
<li>der Antrag des GrÃ¼nen-Kreisverbandes FÃ¼rstenfeldbruck fÃ¼r die <a title="Resolution der bayerischen GrÃ¼nen gegen die Olympiabewerbung vom 22. November 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/reso_3_olympia_1109.pdf" target="_self">Resolution gegen Olympia</a> (<em>pdf, 3 Seiten</em>)</li>
<li>Mein DLF-Beitrag:</li>
</ul>
<p style="TEXT-ALIGN: center"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1932_1e830c93.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>MÃ¼nchens Olympiabewerber haben die Eckpunkte der Offerte fÃ¼r die Winterspiele 2018 verabschiedet. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen demonstriert man Einigkeit. Getreu dem Motto des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): Der Sport mÃ¶ge â€žmit einer Stimme&#8221; sprechen. Doch unter der OberflÃ¤che brodelt es weiter.</p>
<p>Eine GroÃŸe Koalition von Sport und Politik ist sich einig: Bayerns MinisterprÃ¤sident Horst Seehofer (CSU), MÃ¼nchens OberbÃ¼rgermeister Christian Ude (SPD) und DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach (FDP) verabschiedeten auf der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH die Eckdaten fÃ¼r das erste umfassende Bewerbungsdokument.</p>
<p>DOSB-Chef Bach behauptet eine aktuelle Zustimmungsrate von 82 Prozent fÃ¼r die PlÃ¤ne. Horst Seehofer sagt:</p>
<blockquote><p>â€žIn allen Umfragen ist die ganz groÃŸe Mehrheit der BevÃ¶lkerung hinter dieser Olympiabewerbung. Und deshalb, glaube ich, handeln wir im Interesse der ganz, ganz Ã¼berwiegenden Mehrheit der bayerischen BevÃ¶lkerung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwischen 2,9 und 3,5 Milliarden Euro soll das Abenteuer kosten &#8211; in beiden Etats, dem reinen Organisations- und dem Infrastrukturetat. Detaillierte, nachprÃ¼fbare Posten liegen der Ã–ffentlichkeit allerdings nicht vor.</p>
<p>In den Lokalparlamenten von MÃ¼nchen, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Berchtesgaden gab es zuletzt erbitterte Diskussionen &#8211; doch Mehrheiten stimmten fÃ¼r die â€žEckpunkte&#8221; der Bewerbung.</p>
<p>SPD-Mann Ude bezeichnete Abgeordnete, die Fragen stellten, und Olympiakritiker gemÃ¤ÃŸ SZ als â€žunseriÃ¶s&#8221;, â€žunqualifiziert&#8221; und als â€žradikale Minderheiten&#8221;.</p>
<p>Im Entwurf des Bewerbungsbuches heiÃŸt es:</p>
<blockquote><p><strong>â€žBislang sind keine offiziellen Oppositionen bekannt.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Es werde Wert auf Transparenz und die Einbindung von NGOs in Fachkommissionen gelegt.</p>
<p>Nur: Etliche dieser Gruppen haben sich aus der Fachkommission Umwelt, um die geht es vor allem, lÃ¤ngst verabschiedet. Vor lÃ¤ngerer Zeit schon der <a title="PM Bund Naturschutz" href="http://www.bund-naturschutz.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/1467/pm/cc200efb83.html" target="_blank">Bund Naturschutz</a> &#8211; zuletzt etwa der â€žVerein zum Schutz der Bergwelt&#8221;. Auch dieser Verein kritisiert, unseriÃ¶s vereinnahmt und zu Mitautoren eines angeblichen â€žUmweltkonzeptes&#8221; gemacht worden zu sein. Die Bewerbung sei â€ždie Verschwendung von Natur fÃ¼r Ruhm und Ehre&#8221;.</p>
<p>Das angebliche <a title="MÃ¼nchen 2018" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/umwelt/index.html" target="_blank">Umweltkonzept</a> sei ein PR-Papier, das von den wirklichen Problemen ablenke, sagen Fachleute.</p>
<p>Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz aus Garmisch-Partenkirchen, ist eine Art OppositionsfÃ¼hrer. Er strebt einen BÃ¼rgerentscheid an &#8211; mÃ¶glichst bis zum 15. MÃ¤rz 2010, wenn das Mini-Bidbook beim IOC abgegeben werden muss.</p>
<blockquote><p>â€žAlso wenn ein BÃ¼rgerentscheid negativ ausgeht fÃ¼r die Olympiabewerber, dann ist das hier in Garmisch-Partenkirchen vorbei. Es ist allerdings sehr schwierig. Viele Leute sagen: Wir fÃ¼hlen uns unter Druck gesetzt. Und viele Leute, die eigentlich Olympische Spiele auch nicht wollen, werden deshalb nichts organisieren, das habe ich in letzter Zeit oft erlebt. Das ist natÃ¼rlich sehr schwierig, weil diese ganzen wachs- und windelweichen Versprechungen viele Leute mit diesem Zauberwort Olympia locken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Ort sei zu klein und auÃŸerdem pleite, die Eingriffe zu weitreichend, sagt Doering. Er kritisiert die Informationspolitik der Bewerber, die lediglich Phrasen verbreite.</p>
<blockquote><p>â€žIm Moment ist alles was offiziell kommt, das ist nur: Es ist toll, und das bringt uns weiter, das bringt uns StraÃŸen, das bringt uns Tourismus und das bringt uns das GlÃ¼ck der Welt. Und das kann&#8217;s nicht sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Doering kritisiert auch Diktat des Internationalen Olympischen Komitees, dem Bund, Freistaat und Kommunen zahlreiche Blankovollmachten ausstellen.</p>
<blockquote><p>â€žDas IOC ist ja eine bekannt intransparente Organisation. Und das IOC behÃ¤lt sich also in dieser Vertragsgestaltung bis zuletzt die Ã„nderung aller Bedingungen vor. Es kann seine Zahlungen Ã¤ndern, es kann die Sportarten Ã¤ndern, es kann alles Ã¤ndern. Es ist so, dass dieser entsprechende Vertrag vor drei Jahren in Salzburg zum Beispiel von den Ã¶sterreichischen LandesanwÃ¤lten als sittenwidrig und Knebelungsvertrag gewÃ¼rdigt wurde.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenigstens da widerspricht ihm MÃ¼nchens OB Ude nicht grundsÃ¤tzlich. Ude nennt die IOC-Vertragsgestaltung â€ž<a title="SÃ¼ddeutsche Zeitung" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/820/494160/text/" target="_self">eine Zumutung</a>&#8220;.</p>
<p>Der nÃ¤chste Schreck fÃ¼r die Olympiabewerber kam am Sonntag, als sich Bayerns GrÃ¼ne auf ihrer Landesversammlung in Bamberg gegen die PlÃ¤ne aussprachen. Der GrÃ¼nen-Landesvorsitzende Dieter Janecek sagte vorab:</p>
<blockquote><p>â€žIch rechne damit, dass es einen ablehnenden Beschluss geben wird. Die Leute sind einfach sehr skeptisch. Je nÃ¤her sie dran sind an den SportstÃ¤tten, desto weniger glaubt man den Versprechungen des IOC und der Bewerbergesellschaft. Man glaubt vielmehr, dass man NaturzerstÃ¶rungen erleben wird, dass Schneekanonen massiv eingesetzt werden, dass die Schuldenberge immer hÃ¶her werden, wie bei Garmisch: bereits schon 100 Millionen Schulden. In MÃ¼nchen sieht man das ein bisschen anders, da glauben die Leute anscheinend eher, dass sei so eine Art Oktoberfest mit Schlittenrennen. Aber wenn man drauÃŸen ist auf dem Land, dann hat man da einen ganz anderen Eindruck.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kurios dabei: Die GrÃ¼nen im Bundestag, allen voran Claudia Roth, und die Fraktion im MÃ¼nchner Rathaus sind fÃ¼r Olympia. Alle anderen Gremien und Fraktionen der bayerischen GrÃ¼nen sind dagegen. Dieter Janecek hat sich in einigen Grundsatzpapieren mit der Bewerbung beschÃ¤ftigt. Sein Fazit: â€ž<a title="Blog von Dieter Janecek" href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/" target="_self">Olympische Spiele 2018 sind kein Gewinn fÃ¼r unsere Region.</a>&#8221;</p>
<ul>
<li>Und noch ein Interview im <strong>DLF</strong>: Tobias Oelmaier im GesprÃ¤ch mit Garmisch-Partenkirchens BÃ¼rgermeister Thomas Schmid:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1936_aecf8d64.mp3" target="_self">:</a></p>
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		<title>Olympia 2018, die Ausgangslage: Pyeongchang vor Pyeongchang vor Pyeongchang</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 11:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ist doch mal eine knackige Umfrage, die anderthalb Jahre lÃ¤uft und im Laufe der Jahre, bis zum 6. Juli 2011, lÃ¤ssig den UmstÃ¤nden angepasst werden kann: StammgÃ¤ste mag verwundern, dass ich Jack Warner und JMW diesmal nicht als Antwortoptionen angefÃ¼hrt habe. Mal sehen, welche Entwicklungen die Sportpolitik noch bereit hÃ¤lt. Ich denke, Jack ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist doch mal eine knackige Umfrage, die anderthalb Jahre lÃ¤uft und im Laufe der Jahre, bis zum 6. Juli 2011, lÃ¤ssig den UmstÃ¤nden angepasst werden kann:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>StammgÃ¤ste mag verwundern, dass ich Jack Warner und JMW diesmal nicht als Antwortoptionen angefÃ¼hrt habe. Mal sehen, welche Entwicklungen die Sportpolitik noch bereit hÃ¤lt. Ich denke, Jack ist bis Dezember 2010 zunÃ¤chst mit den GeschÃ¤ften um die FuÃŸball-Weltmeisterschaften <a title="tag: WM 2010" href="http://jensweinreich.de/?cat=422" target="_self">2010</a>, <a title="tag: WM 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=990" target="_self">2018</a> und <a title="tag: WM 2022" href="http://jensweinreich.de/?cat=991" target="_self">2022</a> voll ausgelastet.</p>
<p>Nun ganz sachlich:</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Heute</span> <a title="MÃ¼nchen 2018: Bewerbungsstart mit neuem Logo" href="http://jensweinreich.de/?p=5649" target="_self">Morgen</a> gibtÂ das Internationale Olympische Komitee (IOC) die BewerberstÃ¤dte fÃ¼r die <a title="tag: MÃ¼nchen 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Olympischen Winterspiele 2018</a> bekannt. <em>(Nachtrag: Ich habe mich im Tag geirrt. Korrekt: Heute ist Bewerbungsschluss. Morgen Bekanntgabe und gleich auch PR-Party in MÃ¼nchen mit Vorstellung des Logos.)</em> Da man eher nicht davon ausgehen sollte, dass ernst gemeinte Bewerbungen &#8211; es geht schlieÃŸlich um Milliardenprojekte &#8211; in der letzten Minute in Lausanne abgegeben werden, wird es dabei bleiben, was ich seit Monaten erzÃ¤hle: Seit drei Jahrzehnten hat es nicht so ein geringes Interesse an Winterspielen gegeben. Daraus erwachsen schon rein rechnerisch grÃ¶ÃŸere Chancen fÃ¼r alle ernsthaften und halbwegs ernsthaften Bewerber, also: <a title="Pyeongchang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/home/page/index.asp" target="_blank">Pyeongchang</a> (SÃ¼dkorea), <a title="MÃ¼nchen 2018" href="http://muenchen2018.org/de/index.html" target="_blank">MÃ¼nchen</a> und Satellitengemeinden (Bayern) und <a title="Annecy 2018" href="http://www.annecy-2018.com/" target="_blank">Annecy</a> (Frankreich).</p>
<p>Sollte nun tatsÃ¤chlich noch eine Stadt wie etwa Almaty auf der Liste der Bittsteller auftauchen, darf man das getrost unter dem Faktor Folklore verbuchen. Die ehemaligen Sowjetrepubliken, allesamt Totaldemokratien, wie wir wissen, haben sich schon immer gern um Olympische Spiele beworben &#8211; oder haben so getan, als wÃ¼rden sie sich bewerben. Taschkent, Baku, Almaty oder einst St. Petersburg &#8211; es ging meistens darum, wie es ein schwedischer Staatsanwalt einst so hÃ¼bsch formulierte: &#8220;Geld rein, Geld raus, und alles unter dem DeckmÃ¤ntelchen Olympia.&#8221;</p>
<ul>
<li>Hier <a title="MÃ¼nchen 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/?p=4485" target="_self">noch einmal</a> das 101 Seiten umfassende <a title="IOC 2018 Candidature Acceptance Procedure" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1451.pdf" target="_blank">2018 Candidature Acceptance Procedure</a>Â <em>(pdf, 3,5 MB)</em>Â  des IOC.</li>
</ul>
<p>Die Ã¼blichen beiden Phasen einer <a title="tag: Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/?cat=26" target="_self">Olympiabewerbung</a> werden in diesem Fall verschmelzen:</p>
<table style="width: 383pt; border-collapse: collapse;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="510">
<colgroup span="1">
<col style="width: 42pt; mso-width-source: userset; mso-width-alt: 2048;" span="1" width="56"></col>
<col style="width: 78pt; mso-width-source: userset; mso-width-alt: 3803;" span="1" width="104"></col>
<col style="width: 263pt; mso-width-source: userset; mso-width-alt: 12800;" span="1" width="350"></col>
</colgroup>
<tbody>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl83" style="border-right: black 1pt solid; border-top: windowtext 1pt solid; border-left: windowtext 1pt solid; width: 383pt; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 15.75pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="3" width="510" height="21"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>Zeitplan Olympiabewerbung 2018</strong></span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl80" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: black 1pt solid; height: 210.75pt; background-color: white; text-align: center;" rowspan="8" height="281"><strong><span style="font-size: large; font-family: Calibri;">Phase 1</span></strong></td>
<td class="xl69" style="BORDER-RIGHT: windowtext 0.5pt solid; BORDER-TOP: #f0f0f0; BORDER-LEFT: #f0f0f0; BORDER-BOTTOM: windowtext 0.5pt solid; BACKGROUND-COLOR: transparent; TEXT-ALIGN: center"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">15.10.2009</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: #f0f0f0; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Bewerbungsschluss beim IOC. DOSB hat MÃ¼nchen angemeldet</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">01.11.2009</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Unterschrift des Candidature Acceptance Procedure</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl70" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 30pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="40"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">01.11.2009</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Zahlung der BewerbergebÃ¼hr (Candidature Acceptance Fee) von 150.000 US-Dollar</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl77" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">2.-5.12.2009</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">IOC Seminar fÃ¼r Applicant Cities</span></td>
</tr>
<tr style="height: 45pt;" height="60">
<td class="xl71" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 45pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="60"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">12.-28.02.2010</span></td>
<td class="xl66" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Teilnahme der Bewerber am Olympic Games Observer&#8217;s Programme des IOC bei den Winterspielen in Vancouver</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 30pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="40"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">15.03.2010</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Abgabe der Bewerbungsunterlagen und der Garantien beim IOC</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl72" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">bis Juni 2010</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">PrÃ¼fung der Unterlagen durch das IOC</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30.75pt;" height="41">
<td class="xl78" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 30.75pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="41"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">7.-10.06.2010</span></td>
<td class="xl79" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Debriefing Vancouver 2010 in Sotschi, Teilnahme der Bewerber fÃ¼r 2018</span></td>
</tr>
<tr style="height: 45pt;" height="60">
<td class="xl80" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: black 1pt solid; height: 135.75pt; background-color: white; text-align: center;" rowspan="5" height="181"><strong><span style="font-size: large; font-family: Calibri;">Phase 2</span></strong></td>
<td class="xl73" style="BORDER-RIGHT: windowtext 0.5pt solid; BORDER-TOP: #f0f0f0; BORDER-LEFT: #f0f0f0; BORDER-BOTTOM: windowtext 0.5pt solid; BACKGROUND-COLOR: transparent; TEXT-ALIGN: center"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Ende Juni 2010</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: #f0f0f0; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">IOC-Exekutive wollte Ã¼ber die Finalrunde entscheiden und aus Applicant Cities die Candidate Cities machen &#8211; das ist angesichts des geringen Interesses Formsache</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">11.01.2011</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Abgabe des Bewerbungsbuches beim IOC</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl71" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 30pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="40"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">FrÃ¼hjahr 2011</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Besuche der IOC-Evaluierungskommission bei den Candidate Cities</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl77" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">FrÃ¼hsommer 2011</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Bericht der IOC Evaluierungskommission</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30.75pt;" height="41">
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 30.75pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="41"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">06.07.2011</span></td>
<td class="xl67" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Wahl der Olympiastadt 2018 auf der 123. IOC-Session in Durban</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Aus dem geringen Interesse an den <a title="tag: Winterspiele 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Winterspielen 2018</a> sollte man nicht zu viel ableiten. Zum einen rekrutierte und dezimierte sich das Feld auf ganz unterschiedliche Weise, der Faktor Zufall spielte ebenso eine Rolle. Zum anderen sind es, wie derÂ Name schon sagt: nur Winterspiele. In weiten Teilen des Planeten interessiert sich niemand dafÃ¼r. Winterspiele sind, anders als derÂ Gigantenwettstreit um die <a title="tag: Sommerspiele 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1081" target="_self">Sommerspiele 2016</a>, den wir gerade in Kopenhagen erlebten, nun mal ein Minderheitenprogramm. Wo auÃŸerhalb Deutschlands und des deutschen Sprachraums interessiert man sich schon fÃ¼r Ãœbungen wie Biathlon, Rodeln, Bobfahren? Hierzulande werden diese Disziplinen allerdings mit soldatischem Eifer von einer Hundertschaft Bundespolizisten und Sportsoldaten betrieben, Ã¼bertragen Ã¶ffentlich-rechtliche TV-Stationen tagelang x-beliebige Weltcupveranstaltungen, werden so viele umweltschÃ¤dliche und die Umwelt verschandelnde Kunsteisbahnen unterhalten wie sonst nirgends auf der Welt, neuerdings wurde mit Steuermitteln in Oberhof gar eine Skilanglaufhalle errichtet. Ziemlich irre, das. Die Sinnfrage sollte man eher nicht stellen.</p>
<p>EinfÃ¤ltige GemÃ¼ter leiten nun aber gerade aus dieser SchwÃ¤che der Deutschen fÃ¼r derlei deutsche Ãœbungen (etwa SchieÃŸen und Weglaufen, vulgo: Biathlon) exorbitante Olympiachancen ab. EinfÃ¤ltige Geister haben auch aus einer eher mangelhaft organisierten und schlecht besuchten Biathlon-WM vergangenen Winter in Pyeongchang abgeleitet, dass MÃ¼nchens Olympiachancen gestiegen seien. Nun ja, derartige GedankensprÃ¼nge sind nicht ganz richtig, aber im Grunde doch grundfalsch. Will sagen: Wir bewegen uns auf dem Feld der internationalen Sportpolitik. Es empfiehlt sich, eher nicht von auf Sachargumenten basierenden Entscheidungen auszugehen.</p>
<p>Von Sachargumenten geleitet und mit sachdienlichen Informationen gespickt sollte allerdings in einem demokratischen Gemeinwesen eine Olympiabewerbung immer sein. Ich verweise gern noch einmal darauf, dass deutsche Bewerbungen dagegen seit Jahrzehnten an Intransparenz laborieren, an chronischer Intransparenz, wenn es um Finanzierungsfragen geht. Die Basis-LÃ¼ge war stets: eine Bewerbung wÃ¼rde &#8220;privat finanziert&#8221;. An denÂ Beispielen <a title="Berlin 2000" href="http://jensweinreich.de/?p=177" target="_self">Berlin 2000</a> und <a title="tag: Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipzig 2012</a>, zuvor auch Berchtesgaden, hat man gesehen, dass es sich tatsÃ¤chlich immer etwas anders verhielt. Der &#8220;private&#8221; Anteil an den Bewerbungskosten war verschwindend gering, wurde teilweise in Sachleistungen erbracht, hat den so genannten Sponsoren oft mehr direkte AuftrÃ¤ge eingebracht, als ins &#8220;Sponsoring&#8221; investiert werden musste. Vor allem: Die wahren Kosten wurden den Steuerzahlern stets verschleiert, verheimlicht, Einblicke in Unterlagen verwehrt &#8211; und wenn es kritisch wurde, Staatsanwaltschaften vorsichtig &#8220;ermittelten&#8221;, sich RechnungshÃ¶fe interessiertenÂ und parlamentarische &#8220;Untersuchungskommissionen&#8221; notgedrungen aktiv werden mussten (nach journalistischen Recherchen), dann arbeiteten die ReiÃŸwÃ¶lfe auf Hochtouren. ReiÃŸwÃ¶lfe und Aktenschredder fÃ¼ttern &#8211; auch das ist eine olympische Disziplin. Ich empfehle das Buch: &#8220;<a title="Operation 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Operation 2012, Leipzigs deutscher Olympiatrip</a>&#8220;.</p>
<p>Und, ja, all die Unterlagen, die interessant sind aus den letzten Jahren (Berchtesgaden, Berlin, Leipzig), werde ichÂ bis zur Entscheidung des IOC im Sommer 2011 in Durban hier selbstverstÃ¤ndlich aufbereiten. Ich meine, wozu habe ich das Zeug denn gesammelt und so lange aufbewahrt. Wir wollen doch alle SpaÃŸ daran haben und etwas genauer erfahren, wie so etwas lÃ¤uft.</p>
<ul>
<li>An alle, die noch Informationen aus Berchtesgaden, Berlin und Leipzig haben, an alle, die Informationen Ã¼ber die Olympiabewerbung MÃ¼nchens los werden wollen: <strong>Jede Zuschrift wird selbstverstÃ¤ndlich vertraulich behandelt. Jedes Dokument wird sorgfÃ¤ltig geprÃ¼ft und vor einer eventuellen VerÃ¶ffentlichung so bearbeitet, dass keine RÃ¼ckschlÃ¼sse auf den Informanten/Whistleblower mÃ¶glich sind.</strong></li>
</ul>
<p>Ich darf das mal in eigener Sache sagen, bin ja hier der Hausherr: Tiefensee &amp; Co wÃ¼rden noch heute viel dafÃ¼r geben,Â dÃ¼rften sie erfahren, wer meine Informanten waren, die mich wÃ¤hrend der Leipziger Olympiabewerbung 2003/2004 in die Lage versetzten, mit etlichen Exklusivgeschichten das Tempo zu bestimmen, <a title="WÃ¤chterpreis 2005" href="http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=1&amp;NAVZU_ID=16&amp;STORY_ID=5" target="_blank">phasenweise Transparenz herzustellen</a> und die Bewerbung dadurch fast zu stoppen. Ja, noch so eineÂ deutsche Konstante: TransparenzÂ ist keine olympische Disziplin.</p>
<p><span id="more-5584"></span>Auszug aus einem Protokoll des Leipziger Olympia-Aufsichtsrats im Herbst 2003:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5593" title="ar-leipzig-2012" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ar-leipzig-2012.jpg" alt="" width="500" height="83" /></p>
<p>Ich will jetzt gar nicht groÃŸ auf die <a title="tag: Finanzierung von Mega-Events" href="http://jensweinreich.de/?cat=692" target="_self">allgegenwÃ¤rtige Finanzierungsfrage</a> eingehen, habe <a title="tag: Was vom Tage Ã¼brig bleibt (45) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5246" target="_self">gestern</a> erst darauf hingewiesen und einiges verlinkt. Ich bin allerdings gespannt, ob MÃ¼nchen/Freistaat Bayern/DOSB wenigstens pÃ¼nktlich die Candidature Acceptance Fee von 150.000 US-Dollar aufbringen. Bitte rechtzeitig Ã¼berweisen!</p>
<p>Nur ganz kurz ein <a title="dpa-Meldung vom 15. Oktober 2009" href="http://www.kreiszeitung.de/sport/mehr-sport/muenchen-gespannt-bewirbt-sich-2018-493444.html" target="_blank">Zitat</a> aus einem Beitrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von gestern, das sehr schÃ¶n illustriert, wie Journalisten und Olympiabewerber ticken:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Ã„rgerlich fÃ¼r die MÃ¼nchner Olympia-Macher, dass kurzfristig die Finanzierung wieder in den Mittelpunkt rÃ¼ckte. Die Bewerbungskosten in HÃ¶he von 30 Millionen Euro sollen ausschlieÃŸlich Ã¼ber private Sponsoren generiert werden. In der Vorwoche bestÃ¤tigte die Bewerbungsgesellschaft, ein Ã¶ffentliches Darlehen in HÃ¶he von einer Million Euro in Anspruch genommen zu haben. GezwungenermaÃŸen &#8211; denn bereits zugesagte Gelder von Sponsoren waren ausgeblieben.</p>
<p>Dies sei auch ein Resultat der Weltwirtschaftskrise, sagte Adam: &#8220;Es ist nicht mehr so einfach, an private Gelder zu kommen.&#8221; Allein die Bewerbung um Olympische Spiele sei aber derart lohnenswert fÃ¼r MÃ¼nchen, &#8220;dass es zunÃ¤chst einmal zweitrangig ist, woher die Finanzierung kommt.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Ich spare mir eine Grundsatzdebatte, mÃ¶chteÂ vorerst bloÃŸ anmerken, mit Wirtschaftskrise hat das weniger zu tun, denn eine weitere deutsche olympische Konstante lautet doch: Unternehmen sind nicht so blÃ¶d, Geld in ein Projekt zu stecken, von dem sie wissen, dass die Ã¶ffentliche Hand ohnehin geschrÃ¶pft wird und Politiker bereit sind, alles zu unternehmen, um auf legalem und halblegalen Wege (siehe Berlin, siehe Leipzig) an Steuermittel zu gelangen.</p>
<p>Das Thema wird uns noch lange beschÃ¤ftigen.</p>
<p>Nun aber, <strong><span style="color: #000000;">meine erste Hochrechnung</span></strong>, am Tag 1 des offiziellen Wettbewerbs, 629 Tage vor der Entscheidung:</p>
<ol>
<li><strong><a title="tag: Pyeongchang 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=1414" target="_self">PYEONGCHANG</a></strong></li>
<li>Pyeongchang</li>
<li>Pyeongchang</li>
<li>MÃ¼nchen</li>
<li>Annecy</li>
</ol>
<p>Die Ausgangslage fÃ¼r Pyeongchang habe ich <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit fÃ¼r 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">schon einmal erlÃ¤utert</a>. Nach der Entscheidung <a title="tag: Rio 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Rio 2016</a>Â hat sich aus meiner Sicht nur dies geÃ¤ndert:</p>
<ul>
<li>Es hÃ¤tte schlimmer kommen kÃ¶nnen fÃ¼r MÃ¼nchen &#8211; wenn Madrid Olympiastadt geworden wÃ¤re.</li>
<li>Es hÃ¤tte schlimm kommen kÃ¶nnen fÃ¼r Pyeongchang &#8211; wenn Tokio Olympiastadt geworden wÃ¤re.</li>
</ul>
<p>So aber bleibt die Lage im Prinzip unverÃ¤ndert. Nach dem Gesetz der asiatischen Serie ist Pyeongchang (gegen Vancouver fÃ¼r 2010 und Sotschi fÃ¼r 2014 zweimal knapp unterlegen) nun 2018 dran: <a title="tag: Seoul 1988" href="http://jensweinreich.de/?cat=209" target="_self">Seoul 1988</a>, Nagano 1998, <a title="tag: Peking 2008" href="http://jensweinreich.de/?cat=91" target="_self">Peking 2008</a>. DafÃ¼r spricht auch die Argumentation des IOC nach der Entscheidung fÃ¼r Rio de Janeiro: Rio habe 2004, als man im Wettbewerb fÃ¼r 2012 in der Vorrunde rausflog (wie Leipzig) gut zugehÃ¶rt und alle SchwÃ¤chen abgestellt. Man muss das natÃ¼rlich nicht glauben, nur: Was soll man den Koreanern erzÃ¤hlen, die zweimal knapp unterlagen, weitere Millionen investierten, dem IOC sÃ¤mtliche WÃ¼nsche erfÃ¼llen und wieder antreten?</p>
<p>Okay, ist ein Argument: Irgendwas kann man ihnen immer erzÃ¤hlen. NatÃ¼rlich.</p>
<p>Weil der Text nun doch schon so lang geworden ist, halte ich mich mit meiner EinschÃ¤tzung einiger StÃ¤rken und SchwÃ¤chen, Plus- und MinuspunkteÂ der Bewerber zurÃ¼ck. AusfÃ¼hrliche BegrÃ¼ndungen (sofern nicht lÃ¤ngst geschehen) gibt es spÃ¤ter. Manches muss man nicht groÃŸ begrÃ¼nden, weil es offensichtlich ist und/oder weil hier ja versierte Sportpolitiker lesen und diskutieren :) Anderes erwÃ¤hne ich aus rechtlichen GrÃ¼nden lieber nicht. Weiteres, Umweltkonzepte etc., spielt vorerst keine Rolle. Womit ich robust das Thema BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen umschiffe, wo auÃŸer der Stadtrat-Fraktion in MÃ¼nchen, eigentlich alle anderen bayerischen Gremien gegen die Bewerbung sind, wenn ich das recht durchschaue.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">1, 2, 3) PYEONGCHANG</span></strong></p>
<p><strong>Plus:</strong></p>
<ul>
<li>Zwei Niederlagen gegen Vancouver und Sotschi.</li>
<li>Geld ist kein Thema.</li>
<li>Koreas Chaebols.</li>
<li>Ausdauer.</li>
<li>Eifer.</li>
<li>UngesÃ¤ttigter Wintersportmarkt.</li>
<li>Koreas korrupte IOC-Mitglieder, sofern nicht lÃ¤ngst rausgeschmissen.</li>
<li>Sie wissen inzwischen, was Biathlon ist.</li>
</ul>
<p><strong>Minus:</strong></p>
<ul>
<li>Pyeongchang ist nicht Rio &#8211; und einkaufen kÃ¶nnen IOC-Gattinnen anderswo ohnehin besser.</li>
<li>Koreas korrupte IOC-Mitglieder, sofern nicht lÃ¤ngst rausgeschmissen.</li>
<li>Keine Wintersportnation, aber es geht ja um neue MÃ¤rkte.</li>
</ul>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">4) MÃœNCHEN</span></strong></p>
<p><strong>Plus:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn Thomas Bach (UDIOCM/DOSB/FDP) seinen IOC-Kollegen sagen wÃ¼rde: <em>Freunde, wÃ¤hlt im Juli 2011 MÃ¼nchen und vergesst meine Kandidatur fÃ¼r die IOC-PrÃ¤sidentschaft im Jahr 2013. Ich bin Patriot, eine deutsche Olympiastadt ist mir wichtiger als meine Karriere.</em></li>
<li>International war der deutsche Sport seit Jahrzehnten nicht so straff, zentralistisch und professionellÂ aufgestellt wie derzeit unter dem Dach des DOSB.Â Dieses &#8220;Mit-einer-Stimme-sprechen&#8221; in derÂ Sport-AuÃŸenpolitik muss man nicht gut finden, es entspricht nicht unbedingt demokratischen Usancen. Andererseits: Die VorarbeitenÂ sind beachtlich.</li>
<li>Wintersportnation Deutschland.</li>
</ul>
<p><strong>Minus:</strong></p>
<ul>
<li>Pyeongchang ist einfach dran.</li>
<li>Europa hat andere PlÃ¤ne &#8211; fÃ¼r 2020.</li>
<li>Wenn Thomas Bach (UDIOCM/DOSB/FDP) seinen IOC-Kollegen sagen wÃ¼rde: <em>Freunde, vergesst im Juli 2011 MÃ¼nchen, aber wÃ¤hlt mich zwei Jahre spÃ¤ter zum IOC-PrÃ¤sidenten.Â Ich bin zwar Patriot, aber ich weiÃŸ, dass ich nicht alles haben kann, und eineÂ deutsche Olympiastadt ist mir nun mal weniger wichtig als meine Karriere.</em></li>
<li>Mangelnde UnterstÃ¼tzung der Wirtschaft.</li>
<li>Der Siemens-Skandal.</li>
<li>Fehlendes Finanzierungskonzept, IntransparenzÂ in Finanzfragen.</li>
<li>GesÃ¤ttigter Wintersportmarkt.</li>
<li>Traditionell: Misstrauen in FÃ¼hrungsgremien. Auch wenn alle offiziell etwas anderes erzÃ¤hlen.</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>5) ANNECY</strong></span></p>
<p><strong>Plus:</strong></p>
<ul>
<li>?</li>
<li>?</li>
<li>?</li>
</ul>
<p><strong>Minus:</strong></p>
<ul>
<li>Paris 2020?</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Akklamation? Nein. Jacques Rogge lÃ¤sst sich zum IOC-PrÃ¤sidenten wÃ¤hlen</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 07:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach (Zweiter von links/Screenshot IOC-TV) hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wÃ¤re, wenn einer &#8211; er zum Beispiel &#8211; gegen den Alleinkandidaten angetreten wÃ¤re: IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge mochte seine zweite Amtszeit nicht per Akklamation antreten. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5542" title="IOC-PrÃ¤sidentenwahl 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/bach-unterschrift.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach (Zweiter von links/<em>Screenshot IOC-TV</em>) hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wÃ¤re, wenn einer &#8211; er zum Beispiel &#8211; gegen den Alleinkandidaten angetreten wÃ¤re:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5543" title="Wahlergebnis Jacques Rogge" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/vote-rogge.jpg" alt="" width="500" height="553" /></p>
<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge mochte seine zweite Amtszeit nicht per Akklamation antreten. Er bestand auf einer Abstimmung. Und so wird er, der im Juli 2001 am 81. Geburtstag seines VorgÃ¤ngers Samaranch zum ersten Mal gewÃ¤hlt wurde, nun bis 2013 als IOC-Chef amtieren.</p>
<p>Der alte PrÃ¤sident Samaranch (l.), der Amtsinhaber (r.) und derjenige, der gern auf den Thron will und nicht die schlechtesten Chancen hat:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5544" title="Samaranch, Bach, Rogge" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jas-bach-rogge.jpg" alt="" width="500" height="331" /></p>
<p>Es wird weiter gewÃ¤hlt im IOC.</p>
<p>Das nenne ich Ã¼brigens mal ein klare Antwort auf die Frage, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht!</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Kip Keino hat sich auch noch geÃ¤uÃŸert:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg kam heute Ã¼brigens zu spÃ¤t zur PrÃ¤sidialwahl. Er entschuldigte sich Ã¶ffentlich, sagte, er sei gestern zu frÃ¼h verschwunden, weshalb er nicht mitbekommen habe, dass es heute schon um 8.30 Uhr beginnt und nicht erst um 9 Uhr wie an den anderen Tagen. Er kam erst, als Rogge schon bestÃ¤tigt war. &#8220;Der PrÃ¤sident hÃ¤tte meine Stimme bekommen&#8221;, sagte Willem-Alexander. Peinlich zwar, die Nummer, aber er steht zu seinen kleinen SchwÃ¤chen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5550" title="Prince of Orange" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/willem-tv.jpg" alt="" width="500" height="279" /></p>
<p>Und hier, nur so, zwei Kameraden, die doch ebenfalls als StammgÃ¤ste bezeichnet werden kÃ¶nnen in diesem Theater: <a title="tag: Hassan Moustafa" href="http://jensweinreich.de/?cat=258" target="_self">Hassan Moustafa</a>und sein Boss <a title="tag: Scheich Al-Sabah" href="Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg. Danke." target="_self">Scheich Al-Sabah</a>. Bestimmt haben sie die Raucherpause genutzt, um Ã¼ber Ethikfragen zu debattieren:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5551" title="Hassan Moustafa, Scheich Al-Sabah" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/hassan-al-sabah.jpg" alt="" width="500" height="326" /></p>
<p><strong>11.48 Uhr:</strong> Das <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://jensweinreich.de/?cat=1529" target="_self">Programm</a> fÃ¼r die Olympischen Sommerspiele in <a title="tag: Rio de Janeiro 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Rio 2016</a> steht (fast). ZunÃ¤chst galt es, diese Frage zu beantworten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5553" title="Sportarten 2016" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sportarten.jpg" alt="" width="500" height="366" /></p>
<p>Ergebnis: 85 Ja-Stimmen &#8211; 8 Nein-Stimmen. Nun wird noch Ã¼ber Golf und Siebener-Rugby abgestimmt. Zuvor aber prÃ¤sentieren sich beide ein letztes Mal. Jeder darf 20 Minuten. Golf beginnt.</p>
<p>Oh Gott, <a title="Ekstra Bladet" href="http://ekstrabladet.dk/sport/anden_sport/anden_sport/article1236555.ece" target="_blank">Ekstra Bladet</a> begrÃ¼t das neue IOC-Mitglied, den dÃ¤nischen Kronprinzen Frederik.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5555" title="Ekstra Bladet" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ekstra-bladet-frederik.gif" alt="" width="500" height="304" /></p>
<p><strong>13.43 Uhr:</strong> GOLF und RUGBY-seven sind olympisch. Golf mit 63:27 Stimmen. Die Rugby-Variante mit sieben Spielern kommt mit 81:8 Stimmen durch.</p>
<p>to be continued</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Umfrage unter Top-FunktionÃ¤ren (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 07:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ehre wem Ehre gebÃ¼hrt. Teil 5 der kleinen, nervenden Umfrage: [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ehre wem Ehre gebÃ¼hrt. Teil 5 der kleinen, nervenden Umfrage:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-5-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Thomas Bach antwortet Ute Krieger-Krause</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/07/thomas-bach-antwortet-ute-krieger-krause/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 19:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hoppala, der DOSB-PrÃ¤sident liest offenbar mit und antwortet Ute Krieger-Krause prompt: Sehr geehrte Frau Krieger-Krause, in Ihrem offenen Brief bezÃ¼glich der Behandlung von Trainern mit Doping-Vergangenheit beklagen Sie die angeblich zwei Jahrzehnte wÃ¤hrende Ignoranz gegenÃ¼ber den Dopingopfern. Dies ist fÃ¼r mich Anlass, daran zu erinnern, dass der DOSB bereits unmittelbar nach seiner GrÃ¼ndung im Jahr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hoppala, der DOSB-PrÃ¤sident <span style="text-decoration: line-through;">liest offenbar mit und</span> antwortet Ute Krieger-Krause prompt:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau Krieger-Krause,</p>
<p>in Ihrem offenen Brief bezÃ¼glich der Behandlung von Trainern mit Doping-Vergangenheit beklagen Sie die angeblich zwei Jahrzehnte wÃ¤hrende Ignoranz gegenÃ¼ber den Dopingopfern. Dies ist fÃ¼r mich Anlass, daran zu erinnern, dass der DOSB bereits unmittelbar nach seiner GrÃ¼ndung im Jahr 2006 mit den Doping-Opfern in GesprÃ¤che eingetreten ist. Als deren Ergebnis sind die gemeinsam anerkannten Doping-Opfer vom DOSB mit UnterstÃ¼tzung des BMI entschÃ¤digt worden. DarÃ¼ber hinaus ist es dem DOSB gelungen, eine Einigung Ã¼ber weitere finanzielle EntschÃ¤digungen durch die Firma Jenapharm zu befÃ¶rdern.</p>
<p>Diese LÃ¶sung wurde damals sowohl vom BMI sowie den MitgliedsverbÃ¤nden des DOSB, darunter auch der Deutsche Leichtathletik-Verband, unterstÃ¼tzt. Zudem stand der DOSB in intensivem Kontakt als auch in enger Abstimmung mit dem Doping-Opfer-Hilfeverein. Angesichts dieser Tatsachen weisen wir Ihre Behauptung, dass zu diesem Thema keine GesprÃ¤che stattgefunden haben, entschieden zurÃ¼ck.</p>
<p>Um weitere AufklÃ¤rung zu ermÃ¶glichen und mÃ¶glichst gerechte LÃ¶sungen im Einzelfall zu finden, hat der DOSB eigens eine unabhÃ¤ngige Kommission unter Vorsitz des Bundesverfassungsrichters a.D., Professor Udo Steiner mit den Mitgliedern Heide Ecker-Rosendahl und Steffen Reiche MdB eingerichtet. Diese hat im Fall der fÃ¼nf jetzt gestÃ¤ndigen DLV-Trainer festgestellt, dass die fÃ¼r eine WeiterbeschÃ¤ftigung notwendigen Bedingungen eines umfassenden GestÃ¤ndnisses, einer glaubwÃ¼rdigen Entschuldigung sowie einer â€ždoping-freien&#8221; Arbeit seit 1989 als erfÃ¼llt angesehen werden kÃ¶nnen.</p>
<p><span id="more-3501"></span>DarÃ¼ber hinaus hat der DOSB bereits Anfang letzten Jahres eine Studie mit dem Thema â€žDoping in Deutschland&#8221; initiiert. Diese soll umfassend und eingehend Bedingungen und Folgen des Dopings in beiden Teilen Deutschlands, in beiden gesellschaftlichen Systemen und auch nach der Wiedervereinigung aufarbeiten. Es ist aus meiner Sicht sicher, dass in dieser Studie die Rolle und Leiden der Doping-Opfer eine besondere BerÃ¼cksichtigung finden werden. Deshalb kann auch keine Rede von mangelnder AufklÃ¤rung sein.</p>
<p>Angesicht Ihres persÃ¶nlichen Schicksals habe ich viel VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Ihre Haltung. Allerdings werbe ich auch bei Ihnen um VerstÃ¤ndnis, wenn mÃ¶glich sogar VersÃ¶hnung, nicht jedoch Vergessen. Angesichts der durch GestÃ¤ndnis, Entschuldigung und nunmehr fast 20-jÃ¤hriger BewÃ¤hrung seitens der Trainer gereichten Hand sollte zumindest ein Dialog mit Ihnen jetzt mÃ¶glich sein.</p>
<p>In Ihre Ãœberlegungen sollte auch die Tatsache einbezogen werden, dass es sich bei den vorliegenden FÃ¤llen nicht um Neueinstellungen oder das Vorliegen neuer Erkenntnisse, wie im Fall Goldmann handelt, sondern um Trainer, die seit vielen Jahren unbeanstandet ihrer TÃ¤tigkeit nachgehen.</p>
<p>SelbstverstÃ¤ndlich setzt sich der DOSB auch in Zukunft fÃ¼r Einzellfallgerechtigkeit ein. Deshalb wird er jeden weiteren GesprÃ¤chswunsch oder ErklÃ¤rung, wie in der Vergangenheit, jeweils an die unabhÃ¤ngige Kommission zur Abgabe einer Empfehlung vor einer Entscheidung des DOSB-PrÃ¤sidiums Ã¼bergeben.</p>
<p>Sie werden sicherlich VerstÃ¤ndnis dafÃ¼r haben, dass ich fÃ¼r dieses Schreiben, ebenso wie Sie, die Form eines offenen Briefes wÃ¤hle.</p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p>Dr. Thomas Bach<br />
<em>Dienstag, 7. April 2009</em></p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Interview mit Thomas Bach</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 12:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe den DOSB-PrÃ¤sidenten und IOC-Vize um ein Interview zu aktuell drÃ¤ngenden Themen gebeten: &#8220;fÃ¼r meine Zeitungspartner, fÃ¼r den Deutschlandfunk und fÃ¼r mein Blog&#8221;. Erstaunlicher Weise ist es diesmal zu dem GesprÃ¤ch gekommen, gestern Mittag (Ortszeit) im Pan Pacific Hotel in Vancouver. Es ist, wenn ich mich recht erinnere, das erste lÃ¤ngere Aufeinandertreffen seit Ende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe den DOSB-PrÃ¤sidenten und IOC-Vize um ein Interview zu aktuell drÃ¤ngenden Themen gebeten: &#8220;fÃ¼r meine Zeitungspartner, fÃ¼r den Deutschlandfunk und fÃ¼r mein Blog&#8221;. Erstaunlicher Weise ist es diesmal zu dem GesprÃ¤ch gekommen, gestern Mittag (Ortszeit) im Pan Pacific Hotel in Vancouver. Es ist, wenn ich mich recht erinnere, das erste lÃ¤ngere Aufeinandertreffen seit Ende 1996, aber diese lange Vorgeschichte kÃ¼rze ich jetzt ab. Das Resultat kann man hier in 29 Minuten und acht Sekunden hÃ¶ren. Ein fairer Wortwechsel &#8211; und vor allem: uncensored.</p>
<p>Thomas Bach Ã¼ber den <a title="Pharao auf Dienstreise ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3408" target="_self">Handball</a>-<a title="Korruption im Welthandball ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_self">Pharao</a>, den ISL-Korruptionsskandal und <a title="Zahl des Tages: 138 Millionen" href="http://jensweinreich.de/?p=163" target="_self">138 Millionen</a> <a title="Zug: das Urteil" href="http://jensweinreich.de/?p=242" target="_self">Schmiergeld</a> fÃ¼r SportfunktionÃ¤re, die Amnestie fÃ¼r Dopingtrainer, die Rolle der <a title="&quot;Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">Dopingopfer</a>, das unglaubwÃ¼rdige Leugnen von <a title="Goldmann &amp; Co. oder: der Gordische Knoten" href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">Werner Goldmann</a> und die gefÃ¤hrdeten Olympiamedaillen der Herren Ullrich, Winokurow und KlÃ¶den:</p>
<p><a title="Interview mit Thomas Bach vom 31. MÃ¤rz 2009" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/Bach-Vancouver-30.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>AuÃŸerdem ist festzuhalten: Ich stelle ihm demnÃ¤chst eine Akte aus dem <a title="Gericht rÃ¼gt Fifa ..." href="http://jensweinreich.de/?p=2072" target="_self">ISL-Prozess</a> zusammen, die er freundlicher Weise an die IOC-Ethikkomission weiterleitet. So ist es versprochen &#8211; er erwartet &#8220;den Eingang meiner Unterlagen&#8221;.</p>
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		<title>&#8220;VielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte&#8221; (III)</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 12:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht, dass sich nochÂ eine Fortsetzungsgeschichte ergibt. Das kÃ¤me dann doch etwas Ã¼berraschend. (Btw: Man stelle sich vor, ich hÃ¤tte die Reihe der &#8220;vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalte&#8221; schon Ende des vergangenen Jahrhunderts begonnen, als einige Fragen zu Daimler, Lufthansa, Holzmann, Expo etc. pp. zu klÃ¤ren waren, nachzulesen u. a. hier.) Doch egal, es zÃ¤hlt die Gegenwart. Nun denn: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht, dass sich nochÂ <a href="http://jensweinreich.de/?p=1059" target="_self">eine</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1088" target="_self">Fortsetzungsgeschichte</a> ergibt. Das kÃ¤me dann doch etwas Ã¼berraschend. (Btw: Man stelle sich vor, ich hÃ¤tte die Reihe der <em>&#8220;vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalte&#8221;</em> schon Ende des vergangenen Jahrhunderts begonnen, als einige Fragen zu Daimler, Lufthansa, Holzmann, Expo etc. pp. zu klÃ¤ren waren, <a href="http://jensweinreich.de/?page_id=25" target="_self">nachzulesen u. a. hier</a>.) Doch egal, es zÃ¤hlt die Gegenwart. Nun denn: Christopher Keil ist in der SÃ¼ddeutschen Zeitung auf einen weiteren <em>&#8220;vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalt&#8221;</em> desÂ UDIOCM aufmerksam geworden: <a href="http://www.sueddeutsche.de/052380/020/2685501/Kollision-der-Interessen.html" target="_blank">&#8220;Kollision der Interessen? ZDF-Verwaltungsrat will Rolle von Thomas Bach prÃ¼fen&#8221;</a>. Gleichzeitig ist das UDIOCM ja in die IOC-Truppe eingebunden, die in Europa wenn&#8217;s gehtÂ eine Milliarde, aber doch wenigstens 800 Millionen,Â aus <a href="http://jensweinreich.de/?p=2237" target="_self">olympischen TV-VertrÃ¤gen</a> erlÃ¶sen will.</p>
<blockquote><p>&#8220;Es gibt derzeit keine Verhandlungen zwischen dem IOC und dem ZDF&#8221;, sagte Bach der SZ, &#8220;und deshalb keinen Interessenskonflikt. Sollte es zu solchen Verhandlungen kommen, so habe ich bereits vorsorglich mit dem ZDF darÃ¼ber gesprochen, dass der dann entstehende Interessenskonflikt nach den fÃ¼r Mitglieder des Fernsehrates des ZDF gÃ¼ltigen Regeln gelÃ¶st werden muss.&#8221;</p></blockquote>
<p>Okay, falscher Alarm. Alles kein Problem. Lebenssachverhalt geklÃ¤rt.</p>
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		<title>Exklusiv!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/10/24/exklusiv/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 13:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
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		<description><![CDATA[So ein Mist aber auch, ich habe gerade den gemÃ¼tlichen Kollegen einer groÃŸen Tageszeitung verÃ¤rgert. Nach unserem Versuch, ein Statement des UDIOCM zur Entscheidung von Jacques Rogge einzuholen, sagte der geschÃ¤tzte Autor der Konkurrenz: Jetzt hast Du&#8217;s versaut. Du bist der Leibhaftige fÃ¼r ihn. Wenn Du auftauchst, flÃ¼chtet der gleich. Es war nÃ¤mlich so: Dr. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So ein Mist aber auch, ich habe gerade den gemÃ¼tlichen Kollegen einer groÃŸen Tageszeitung verÃ¤rgert. Nach unserem Versuch, ein Statement des UDIOCM zur Entscheidung von Jacques Rogge einzuholen, sagte der geschÃ¤tzte Autor der Konkurrenz:</p>
<blockquote><p>Jetzt hast Du&#8217;s versaut. Du bist der Leibhaftige fÃ¼r ihn. Wenn Du auftauchst, flÃ¼chtet der gleich.</p></blockquote>
<p>Es war nÃ¤mlich so: Dr. Thomas Bach hatte nach seinem Vortrag (&#8220;Hochleistungssport nach Peking&#8221;) bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Leipzig und einer anschlieÃŸenden kurzen Unterredung mit Ministerialdirektor RÃ¼diger Kass, dem Leiter der Abteilung Sport im Bundesinnenministerium, keine Zeit mehr, ausfÃ¼hrlich auf die nun wirklich weltbewegende sportpolitische Entscheidung des Tages einzugehen. Er hastete aus dem NH-Hotel, zum nÃ¤chsten Termin im IAT. Ich lief neben ihm her und hielt ihm tapfer mein AufnahmegerÃ¤t entgegen. Was tut man nicht alles, um <a href="http://jensweinreich.de/?p=1468" target="_self">ein Versprechen</a> an die Leser dieses Blogs einzulÃ¶sen und &#8211; journalistisch korrekt &#8211; alle Seiten zu hÃ¶ren. Jedenfalls, einen wichtigen Kollegen habe ich verÃ¤rgert fÃ¼r dies hier, das UDIOCM, unkommentiert:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/10/bachzurogge-24102008.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><small>Richtigstellung: Das deutlich vernehmliche, beflissene &#8220;Danke&#8221; am Ende des O-Tons stammt vom gemÃ¼tlichen Kollegen. Ich war nach meinem Sprint an der Seite des UDIOCM vÃ¶llig auÃŸer Puste.</small></p>
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		<title>&#8220;VielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte&#8221; (II)</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 10:16:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oops, fast wÃ¤re mir das hier entgangen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der DOSB seine &#8220;ErklÃ¤rung zu Ehrenamt und Beruf&#8221; als Pressemitteilung verschickt hÃ¤tte. Sollte das doch geschehen sein, habe ich die Email sicher unabsichtlich gelÃ¶scht und entschuldige mich fÃ¼r das Versehen. Wie auch immer, ein Freund machte mich gestern darauf aufmerksam: Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oops, fast wÃ¤re mir das hier entgangen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der DOSB seine &#8220;ErklÃ¤rung zu Ehrenamt und Beruf&#8221; als Pressemitteilung verschickt hÃ¤tte. Sollte das doch geschehen sein, habe ich die Email sicher unabsichtlich gelÃ¶scht und entschuldige mich fÃ¼r das Versehen. Wie auch immer, ein Freund machte mich gestern darauf aufmerksam: Es gibt Neues vom UDIOCM, und zwar als geschwinde Reaktion auf die VerÃ¶ffentlichungen, die ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=1059" target="_self">hier beschrieben hatte</a>. Einen Tag nach der Spiegel-Geschichte traf sich das DOSB-PrÃ¤sidium in Berlin und verabschiedete &#8220;<a href="http://www.dosb.de/de/organisation/verbands-news/detail/news/erste_dosb_praesidiumssitzung_nach_peking_2008/8279/na/2008/cHash/c7cc9a6925/" target="_blank">ohne Mitwirkung von Dr. Thomas Bach</a>&#8220;, wie behauptet wird, eine ErklÃ¤rung, die so schÃ¶n ist, dass ich sie gern vollstÃ¤ndig verÃ¶ffentliche:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1089" title="erklaerung_zu_ehrenamt_und_beruf2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/erklaerung_zu_ehrenamt_und_beruf2.jpg" alt="" width="500" height="694" /></p>
<p>Ich finde daran vieles amÃ¼sant und interessant. So frage ich mich,Â ob eine &#8220;ErklÃ¤rung der Firma Siemens AG&#8221;, die ja nun doch einige Turbulenzen durchlebt,Â ein sonderlich Ã¼berzeugendes Argument sein muss. Daran, dass sich die Betreffenden selbst &#8220;kontrollieren&#8221; und sich gegenseitig Zeugnisse schreiben, habe ich mich im Sport ja schon gewÃ¶hnt, werde es aber nie akzeptieren, muss es auch nicht akzeptieren. Denn Transparenz sieht anders aus. Ã–ffentlich nachprÃ¼fbar ist das alles nicht.</p>
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		<title>&#8220;VielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 14:46:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[presseschau]]></category>
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		<description><![CDATA[Achtung, es wird kompliziert.Â Unmittelbar vor dem Auftakt des Prozesses gegen den frÃ¼heren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer und dessen dubiosen GeschÃ¤ftspartner Wilhelm Schelsky gibt es auch Neues vomÂ UDIOCM. &#8220;Siemens-AffÃ¤re: IOC-Vize Bach und CDU-Abgeordneter Adam in ErklÃ¤rungsnot&#8221;, titelt Spiegel Online. Im Beitrag heiÃŸt es, das UDIOCM (unpolitischstes deutsches IOC-Mitglied) betreffend: Auch IOC-VizeprÃ¤sident Bach, der auf Schelskys Vermittlung einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Achtung, es wird kompliziert.Â Unmittelbar vor dem <a href="http://www.ad-hoc-news.de/Feature-Schelsky-und-Feldmayer-vor-Gericht--/de/Wirtschaft-Boerse/Wirtschaft/19639632" target="_blank">Auftakt des</a> <a href="http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/859010/" target="_blank">Prozesses</a> gegen den frÃ¼heren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer und dessen dubiosen GeschÃ¤ftspartner Wilhelm Schelsky gibt es auch Neues vomÂ UDIOCM. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,579340,00.html" target="_blank">&#8220;Siemens-AffÃ¤re: IOC-Vize Bach und CDU-Abgeordneter Adam in ErklÃ¤rungsnot&#8221;</a>, titelt Spiegel Online. Im Beitrag heiÃŸt es, das UDIOCM (unpolitischstes deutsches IOC-Mitglied) betreffend:</p>
<blockquote><p>Auch IOC-VizeprÃ¤sident Bach, der auf Schelskys Vermittlung einen mit 400.000 Mark dotierten Beratervertrag mit Siemens hatte, gerÃ¤t in ErklÃ¤rungsnot. Der Wirtschaftsanwalt hatte gegenÃ¼ber dem SPIEGEL behauptet, er habe stets strikt zwischen seinen &#8220;geschÃ¤ftlichen TÃ¤tigkeiten&#8221; und seinen &#8220;ehrenamtlichen Funktionen im Sport&#8221; getrennt. Eine E-Mail vom 31. Januar 2005, die Bach an den Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht schickte, liest sich dagegen anders. Damals bemÃ¼hte sich Siemens darum, Kuweit als GroÃŸinvestor zu gewinnen, und Bach meldete, sein &#8220;Freund und Kollege, Energieminister Scheich Ahmed al-Sabah&#8221;, sei derzeit fÃ¼r eine vertrauliche Anfrage zum Stand der Verhandlungen schwer erreichbar. Am 9. MÃ¤rz meldete der IOC-FunktionÃ¤r dagegen an den Siemens-Vorstand, er habe &#8220;die Investitionsfrage noch einmal mit dem Energieminister vertraulich besprochen&#8221;. Da Bach kein Minister und der Scheich kein Rechtsanwalt ist, ergibt sich daraus, dass Bach den Scheich bei seiner Siemens-TÃ¤tigkeit nur in einer anderen Hinsicht als Kollegen angesprochen haben kann: Sabah ist Mitglied des IOC. Bach dementiert dennoch jede Verquickung &#8220;zwischen dem IOC-Ehrenamt&#8221; und seiner &#8220;beruflichen TÃ¤tigkeit&#8221;. Es gebe aber &#8220;<strong>vielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte</strong>, in denen sich persÃ¶nliche, durch Freundschaften oder auch EhrenÃ¤mter begrÃ¼ndete Bekanntschaften und berufliche Kreise Ã¼berschneiden&#8221;.</p></blockquote>
<p>In der Tat sind die Lebenssachverhalte in diesen Kreisen vielfÃ¤ltig. Scheich Ahmed Al-Fahad Al-Ahmed Al-Sabah war Ã¼brigens auch mal Opec-Chef, ist Boss des Olympic Councils of Asia (Oca), mÃ¶chte demnÃ¤chst gern Chef der Weltvereinigung aller NOK werden &#8211; und ist doch eine groÃŸe Skandalnudel, der mit seinen vielfÃ¤ltigen Verstrickungen im Weltsport immer wieder fÃ¼r Ã„rger sorgt. Sein Freund und Kollege, dasÂ UDIOCM, Mitglied der FDP und TrÃ¤ger des Ehrenpreises <a href="http://jensweinreich.de/?p=236" target="_self">&#8220;verschlossene Auster&#8221;</a>, ist u. a. Aufsichtsvorsitzender der Weinig AG, <span id="more-1059"></span>die seit mehr als zwanzig Jahren in den HÃ¤nden kuwaitischer Investoren ist; es vertritt ohnehin Interessen kuwaitischer Investoren; es agiert als PrÃ¤sident der Ghorfa (Arab-German Chamber of Commerce and Industry); es reist mit SchrÃ¶der (mehrfach) und Merkel (2007)Â in den Nahen Osten; und wenn der Weinig-Aufsichtsratskollege Ali Mohamed Thunayan Al-Ghanim das GroÃŸe Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhÃ¤lt, wie im Herbst 2005, ist das UDIOCM natÃ¼rlich mit Schily und SchrÃ¶der zugegen (siehe Foto/Â© <a href="http://www.kuwait.diplo.de/Vertretung/kuwait/en/03/Bilaterale__Beziehungen/Gegenseitige__Besuche.html" target="_blank">Deutsche Botschaft in Kuwait</a>); und wenn das UDIOCM zum EhrenbÃ¼rger von Tauberbischofsheim ernannt wird, hÃ¤lt Al-Ghanim selbstverstÃ¤ndlich eine Rede.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1061 aligncenter" title="orden-al-ghanim-kuweit" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/orden-al-ghanim-kuweit.jpg" alt="" width="500" height="289" /></p>
<p>Das soll nun mal reichen, es gÃ¤be zwar noch mehr zu sagen, und es ist <a href="http://www.ftd.de/koepfe/:Portr%E4t_Thomas_Bachs_Welt/393028.html?p=2" target="_blank">ja</a> <a href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0312/sport/0009/index.html" target="_blank">auch</a> <a href="http://www.cicero.de/dossier_detail.php?ress_id=1&amp;item=2589" target="_blank">wirklich</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/953/170455/" target="_blank">schon</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/945/171443/" target="_blank">viel</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/945/171443/" target="_blank">gesagt</a> worden, aber im Grunde hat das eine mit dem anderen nichts zu tun, die Dinge stehen in keinem Zusammenhang miteinander, nicht politisch, nicht Ã¶konomisch, nicht sportpolitisch; das UDIOCM weiÃŸ zwischen Haupt-, Ehren-, Zweit-, Dritt-Â und NebenÃ¤mtern stets zu trennen. Es gibt eben: nur vielfÃ¤ltige Lebenssachverhalte, weshalb sich Fragen nach Interessenskonflikten und Intransparenz gar nicht erst stellen.</p>
<p>Es gab Ã¼brigensÂ nicht nur den Siemens-Vertrag, sondern auch mal einen mit der konkursiten <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,56059,00.html" target="_blank">Holzmann AG</a>. Aber nurÂ Ã¼ber 250.000 Mark pro Jahr. Wie billig.</p>
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		<title>Hofschranzenkultur</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 06:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der DarmstÃ¤dter Soziologe Karl-Heinrich Bette bescheinigt dem deutschen Sport, namentlich dem DOSB unter Thomas Bach, eine &#8220;Hofschranzenkultur&#8221;. Wer mehr lesen mag, ich habe gerade ein PortrÃ¤t des DOSB-PrÃ¶sidenten fÃ¼r die Financial Times verzapft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der DarmstÃ¤dter Soziologe <a href="http://jensweinreich.de/?p=297" target="_self">Karl-Heinrich</a> <a href="http://www.bpb.de/publikationen/7KJNM9,0,Doping:_der_entfesselte_Leistungssport.html" target="_blank">Bette</a> bescheinigt dem deutschen Sport, namentlich dem DOSB unter Thomas Bach, eine &#8220;Hofschranzenkultur&#8221;. Wer mehr lesen mag, ich habe gerade ein <a href="http://www.ftd.de/koepfe/393028.html?mode=print" target="_blank">PortrÃ¤t des DOSB-PrÃ¶sidenten</a> fÃ¼r die <strong>Financial Times</strong> verzapft.</p>
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