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	<title>jens weinreich &#187; thierry henry</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Joseph Blatter, Interpol, Charlize Theron, Handball und die Irland-Frage</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 10:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der ehemaligen Gefängnisinsel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der <a title="Robben Island Museum" href="http://www.robben-island.org.za/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9&amp;Itemid=9" target="_blank">ehemaligen</a> <a title="Wikipedia: Robben Island" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robben_Island" target="_blank">Gefängnisinsel</a> am Ende der Welt verbingen. Das scheint mir allemal wichtiger und interessanter, als die tausendste Interpretation zu möglichen Gruppengegnern der Deutschen bei der WM 2010. Da fällt mir ein, ich habe bei der Gruppenauslosung vor acht Jahren, damals für die WM 2002 in Japan und Südkorea, als den deutschen mal wieder eine Hammergruppe drohte und es dann die Giganten Irland, Saudi-Arabien und Kamerun wurden, <a title="BLZ vom 3. Dezember 2001" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/1203/sport/0081/index.html" target="_blank">dieses Kleinod</a> des Sportjournalismus gedichtet.</p>
<p>Nun aber zurück ins Hier und Jetzt. Zur Reise nach Robben Island inklusive der Frage, was das für Blatters Friedensnobelpreisambitionen bedeutet &#8211; er hat mir ja schon <a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_blank">exklusiv gesagt</a>, dass der Preis von vielen Leuten an ihn herangetragen werde und er selbstverständlich nicht Nein sagen könnte, wenn es so weit wäre, wer könne das schon, das gehöre sich doch nicht -, werde ich mich später ausführlich äußern. Nachzutragen ist derweil das letzte Kapitel in der <a title="Blatter lästert über Irlands Fußballverband" href="http://jensweinreich.de/?p=5932" target="_self">Irland</a>-<a title="Blatter lästert über Irlands Fußballverband (2)" href="http://jensweinreich.de/?p=5961" target="_self">Geschichte</a>. Wir hatten Blickkontakt gestern, der Große Vorsitzende und ich:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6003" title="Joseph Blatter, Kapstadt, 2. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/sepp02122009.jpg" alt="" width="448" height="264" /></p>
<p>Nein, er hat nicht die ganze Zeit so grimmig geguckt. Er hat mir sogar zugewunken. Denn er ist nicht (immer) nachtragend, und er weiß, dass er sich dumm benommen hat am Montag in Johannesburg, als er u.a. sagte:</p>
<p>:</p>
<p>Nach zwei Tagen und tausend Schlagzeilen mehr sagte er gestern in Kapstadt:</p>
<p><a title="Blatter Entschuldigung Irland, Kapstadt, 02122009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/irland-kapstadt.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Für die NZZ, die Sepp täglich liest, habe ich es <a title="NZZ vom 3. Dezember 2009" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/blatters_entschuldigung_1.4098939.html" target="_blank">so zusammengefasst</a> (nachfolgender Text ist etwas ausführlicher und, wie immer, mit Links versehen: </p>
<blockquote><p>KAPSTADT. Wenn es darum geht, schwierigen Situationen zu entrinnen, beweist Joseph Blatter oft mirakulöse Fähigkeiten. Gerade hatte sich der Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA) über die leidgeplagten Iren lustig gemacht und ausgeplaudert, dass man vergangenen Freitag in Zürich in vertraulicher Runde kurz über ein 33. WM-Team gesprochen habe. Daraus war schnell die falsche Schlagzeile geworden, der irische Verband (FAI) habe offiziell um die WM-Teilnahme ersucht, nachdem sie wegen eines irregulären Tors im Playoff-Spiel gegen Frankreich die WM-Qualifikation verpasst hatten.</p>
<p>Die Iren waren zu Recht erzürnt. Co-Trainer Liam Brady nannte den Großen Vorsitzenden „eine Peinlichkeit für die FIFA&#8221;. Blatter sei „sein eigenes Gesetz. Er ist ein bisschen wie eine verloren gegangene Kanonenkugel&#8221;. Am Mittwoch, zur Sondersitzung des FIFA-Exekutivkomitees in Kapstadt, legte die FAI in einem <a title="FAI Statement, 2. Dezember 2009" href="http://www.fai.ie/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=100569:fai-statement-ahead-of-fifa-executive-committee-meeting&amp;catid=1:senior-men&amp;Itemid=8" target="_blank">offiziellen Statement</a> nach:</p>
<p>„Anstatt Aufmerksamkeit zu suchen, würden wir es lieber sehen, wenn Herr Blatter die Möglichkeit nutzt, um die Dinge anzusprechen, die dem Fußball weltweit weiterhelfen würden. Für einen Mann in Blatters Position ist es unpassend, mit jemandem zu sympathisieren, der ein Tor durch Betrug ermöglicht hat.&#8221;</p>
<p>Bei der Generalprobe zur Auslosung der WM-Endrunde 2010 ärgerte Hollywood-Star <a title="Irish Independent" href="http://www.independent.ie/sport/soccer/theron-has-a-ball-at-fifas-expense-1962410.html" target="_blank">Charlize Theron</a> die FIFA-Offiziellen, als sie ein Los zog, aber nicht den Namen Frankreich sagte, sondern: „Irland&#8221;. Und was tat Blatter am Abend? Das einzig Richtige. Er entschuldigte sich, sogar mehrfach. „Ich entschuldige mich dafür, was ich angerichtet habe. Diese Schlagzeilen tun mir leid!&#8221; </p>
<p>Der Konflikt soll mit einer weiteren Geste befriedet werden: Die FIFA-Disziplinarkommission eröffnet ein Verfahren gegen den französischen Handballer Thierry Henry, der die Vorlage zum entscheidenden Ausgleich gegen Irland gegeben hatte. Blatter hatte Henry zuvor in einem Telefonat seine Sympathie bekundet und ihn nicht etwa dafür gerügt, dass er dem Schiedsrichter sein Handspiel nicht angezeigt hatte. Ein zweites Verfahren wurde wegen der Ausschreitungen bei den Spielen zwischen Algerien und Ägypten in Kairo und Khartoum eingeleitet.</p>
<p>Grobe Fehlentscheidungen wie in Paris müssen auch bei der WM 2010 in Südafrika befürchtet werden. Denn das Exekutivkomitee lehnte es ab, zur WM-Endrunde technische Hilfsmittel wie einen Video-Beweis und zwei zusätzliche Torrichter einzuführen. Es bleibt alles beim Alten.  Blatter sagte zwar, in der Schiedsrichterfrage stehe man „an einer Wegscheide&#8221;, die Unparteiischen seien kaum mehr in der Lage, mit der Dynamik des Spiels Schritt zu halten. Gleichzeitig aber formulierte er, „Fußball solle ein spontaner Sport&#8221; bleiben. Das Exekutivkomitee sprach sich geschlossen gegen Sofortmaßnahmen aus. Blatter erwähnte UEFA-Präsident Michel Platini und Franz Beckenbauer, die beide argumentiert hätten, man solle das Experiment mit den zusätzlichen Torrichtern in der Europe League erst beenden und auswerten.</p>
<p><span id="more-5999"></span>Blatter deutete an, dass es auch keine Änderungen geben werde, bevor diese Tests nicht in anderen Profiligen auf allen Kontinenten gemacht worden sind. Gleich mehrere Kommissionen der FIFA sollen die Themen nun bearbeiten. Eine weitere Arbeitsgruppe, besetzt mit den Generalsekretären aller sechs Kontinentalverbände ein, soll bis März 2010 zur nächsten Exekutivsitzung in Zürich Vorschläge für künftige WM-Qualifikationen erarbeiten. Zumindest scheint Konsens darin zu bestehen, die Playoffs abzuschaffen.</p>
<p>Irritieren muss aber gleichzeitig <a title="FIFA-PM Dezember 2009" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/media/newsid=1142265.html#fifa+ok+genehmigt+auslosungsverfahren" target="_blank">das System</a>, dass die FIFA gestern bei der Zusammenstallung der vier WM-Lostöpfe angewandt hat. Die Töpfe wurden auf Basis der von einem Brausekonzern gesponserten Weltrangliste eingeteilt. Warum wird das erst zwei Tage vor der WM-Auslosung getroffen? Warum steht das nicht vor Beginn der WM-Qualifikation fest? Eine Antwortdarauf lautet:  Die FIFA und ihr Präsident wollen sich immer Optionen offen halten. Deshalb wurden auch die Playoff-Regeln in Europa so spät festgesetzt. In Kapstadt wandte die FIFA nun ein anderes System an als bei den vergangenen Weltmeisterschaften, wo jeweils auch das Abschneiden der Nationen bei vorherigen WM-Turnieren berücksichtigt wurde. Vor vier Jahren geschah dies sogar <a title="FIFA-PM Dezember 2005" href="http://de.fifa.com/worldcup/archive/germany2006/media/newsid=19269.html#fifa+organisationskommission+verabschiedet+einteilung+mannschaften+prozedere+endrundenauslosung" target="_blank">nach einem ausgeklügelten System</a> &#8211; allerdings auch erst kurz vor der WM-Auslosung.</p>
<p>Zum Wettskandal kündigte Blatter die <a title="FIFA-PM" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/media/newsid=1142596.html#fifa+exekutivkomitee+einigt+sich+mehrere+maßnahmen+fussball" target="_blank">Gründung einer Taskforce</a> an &#8211; schon wieder eine. Die drei bestehenden Frühwarnsysteme &#8211; er nannte eines der FIFA, das der UEFA und das deutsche System Betradar &#8211; sollen vereint werden. Blatter präsentierte dazu ein Schreiben von Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble, der seine Unterstützung versichert. Interpol kooperiert seit längerem schon mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).</p></blockquote>
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		<title>Handspiel? Henry? Blatter lästert über Irlands Fußballverband</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 14:56:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[JOHANNESBURG. Mit einer Indiskretion über ein Treffen vergangenen Freitag mit dem Irischen Fußballverband (FAI) in Zürich hat FIFA-Präsident Joseph Blatter heute wieder weltweit Schlagzeilen gemacht. Ganz so wie es die Deutsche Presse-Agentur darstellt, deren Bericht in deutschen Onlinemedien gut läuft, verhält es sich aber nicht &#8211; der SID hat es korrekter dargestellt. Ich weiß nicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5933" title="Joseph Blatter, Soccerex, 30. November 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/sepp-soccerex.jpg" alt="" width="448" height="259" /></p>
<p>JOHANNESBURG. Mit einer Indiskretion über ein Treffen vergangenen Freitag mit dem Irischen Fußballverband (FAI) in Zürich hat FIFA-Präsident Joseph Blatter heute wieder weltweit Schlagzeilen gemacht. Ganz so wie es die Deutsche Presse-Agentur darstellt, deren Bericht <a title="Google news" href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;num=100&amp;q=blatter+irland&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_blank">in deutschen Onlinemedien gut läuft</a>, verhält es sich aber nicht &#8211; der SID hat es korrekter dargestellt. Ich weiß nicht, wie diese im Detail unzutreffende Meldung entstanden ist &#8211; Fehler können passieren, das weiß ich nur zu gut; bin gespannt, ob dpa den Vorgang korrigiert oder sollte ich besser sagen: etwas zutreffender darstellt? Mehr dazu später. Wer auf der Eröffnungsession der Soccerex in Sandton anwesend war, hat es richtig mitbekommen. Blatter hat sich über die Iren lustig gemacht, als hätten die nach dem unsäglichen, ungeahndeten Henry-Handspiel nicht schon genug zu leiden. So blöd, ganz offiziell einen 33. WM-Startplatz zu fordern, sind die Iren nun auch nicht. Sie sahen sich allerdings gezwungen, <a title="Erklärung der FAI" href="http://www.fai.ie/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=100565:fai-statement&amp;catid=1:senior-men&amp;Itemid=8" target="_blank">diese Erklärung</a> zu veröffentlichen.</p>
<p>Einmal mehr äußerte Blatter übrigens Verständnis für Henry, betrogen und den Schiedsrichter nicht über das Handspiel aufgeklärt zu haben.</p>
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