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	<title>jens weinreich &#187; sportwissenschaft</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Buchen! Festival for sports democracy: Play the Game 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 09:40:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da haben sie im letzten Newsletter eine feine Formulierung gefunden für die 7. Auflage der Konferenz Play the Game, die nach Stationen in Dänemark, Island und England zum ersten Mal in Deutschland stattfinden wird: Festival for sports democracy &#8230; &#8230; vom 3. bis 6. Oktober an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ich kann Journalisten und allen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da haben sie im letzten Newsletter eine feine Formulierung gefunden für die 7. Auflage der Konferenz <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/home.html" target="_blank"><strong>Play the Game</strong></a>, die nach Stationen in Dänemark, Island und England zum ersten Mal in Deutschland stattfinden wird:</p>
<blockquote><p><strong>Festival for sports democracy &#8230;</strong></p></blockquote>
<p>&#8230; vom <a title="Play the Game 2011 in Köln" href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011.html" target="_blank">3. bis 6. Oktober an der Deutschen Sporthochschule Köln</a>.</p>
<p>Ich kann Journalisten und allen an Sportpolitik Interessierten die Teilnahme an der Konferenz nur wärmstens empfehlen.</p>
<p>Für mich ist Play the Game, initiiert und mit beispiellosem Engagement immer wieder vorangetrieben von Jens Sejer Andersen, die wichtigste Initiative, Kontaktbörse, Weiterbildungsveranstaltung meines journalistischen Lebens. Ich habe Play the Game viel zu verdanken: Freunde, Wissen, Spaß, Energie, Begeisterung, ein Netzwerk Gleichgesinnter, mitunter einen Auftrag. Ich weiß, dass es anderen ähnlich geht.</p>
<p>Play the Game ist mehr als etwas, was Jens Sejer Andersen mal <em>Kommunikationskonferenz</em>, mal <em>home for the homeless questions in sport </em>oder diesmal eben <em>festival for sports democracy</em> nennt. Man muss sich drauf einlassen.</p>
<p>Eines ist gewiss: wer gibt, der bekommt auch etwas zurück.</p>
<p>Logisch, dass eine Organisation wie Play the Game, die im Frühjahr mit dem dänischen Institut für Sportstudien fusionierte (und deren Überleben dadurch glücklicherweise wieder einige Zeit gesichert ist), aus Skandinavien kommt. In Deutschland gibt es keine Tradition für derlei Initiativen abseits des sportiven Mainstreams, des sportpolitischen Komplexes, wie ich gern formuliere. Das ist ein Jammer. Um so erfreulicher ist es, dass einige von der Idee Play the Game Infizierte, wie etwa Michael Sauer, es fertig gebracht haben, diese Veranstaltung an der Sporthochschule Köln auszurichten.</p>
<div id="attachment_10789" class="wp-caption aligncenter" style="width: 528px"><img class="size-full wp-image-10789  " title="Play the Game 2007" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/09/bluelagoon.jpg" alt="" width="518" height="345" /><p class="wp-caption-text">Auch das ist Play the Game: unsere argentinischen Freunde und Stammgäste Pablo Vignone und Ezequiel Fernández Moores 2007 auf Island in der Blue Lagoon. Unvergessen.</p></div>
<p>Ich bin gespannt, ob Play the Game in Deutschland diesmal das Medienecho findet, das diese in der sportpolitischen Branche weltweit einmalige Konferenz verdient. Denn die vergangenen Veranstaltungen wurden von deutschen Journalisten doch leider weitgehend ignoriert. Ich weiß, dass manch einer gern teilgenommen hätte, doch die meisten Redaktionen, auch die der so genannten Qualitätsmedien, die allwöchentlich viel Geld etwa für x-beliebige Fußballberichterstattung (Reisekosten, Honorare) ausgeben, verweigern sich konsequent Konferenzgebühren, wie sie Play the Game erhebt. In Dänemark dagegen buchten Zeitungen schon mal ein halbes Dutzend Tickets, um ihren Reportern die Möglichkeit zur Weiterbildung, Kontaktpflege und, ja, einfach nur zum vernünftigen Arbeiten zu geben.</p>
<p><a title="Preise Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011/prices.html" target="_blank">Das All-inclusive-Paket</a> kostet diesmal für vier Tage, etliche Dutzend Seminare, Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden mit hochrangigen Experten, engagierten Wissenschaftlern, Journalisten, Funktionären: 600 Euro (Vollverpflegung).</p>
<p>Wer mit einer &#8220;Begleitperson&#8221; bucht, zahlt für zwei Personen 800 Euro, also 100 Euro pro Tag pro Person. Wer auch noch die Konferenz des Deutschlandfunks am 2. Oktober (s. u.) besucht, zahlt dafür 30 Euro &#8211; und erhält sein Play-the-Game Rundum-sorglos-Paket für ermäßigte 300 Euro.</p>
<p>Es lohnt sich in jeder Beziehung.</p>
<p>Das Wissen und die Kontakte, vielleicht sogar die Freundschaften, die sich aus dieser Konferenzwoche ergeben, sind ohnehin unbezahlbar.</p>
<p>Aus dem PtG-Programm, das weiter bearbeitet wird, nenne ich mal einige Namen, allesamt gut bekannt hier im Blog: Richard Pound, Declan Hill, William Gaillard, Jérôme Champagne, James Dorsey, Perikles Simon, David Howman, Wilhelm Schänzer, Mario Goijman, Rafael Maranhao, Ezequiel Fernández Moores, Andrew Jennings, Olukayode Thomas, Anne Schwöbel, Willi Lemke, Arne Ljungqvist, Gerhard Treutlein &#8230; alle Nichtgenannten mögen mir verzeihen.</p>
<ul>
<li>Hier ist das <strong><a title="pdf Programm Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/documents/Programme_PtG_150911_2_.pdf" target="_blank">Programm 2011</a></strong></li>
</ul>
<p>Und hier, schon oft verlinkt, sind die Magazine der vergangenen Konferenzen, als Appetizer:</p>
<ul>
<li><a title="Play the Game Magazin 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/play-the-game-magazin-2009.pdf" target="_blank">Magazin 2009</a> <em>(pdf, 33,4 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2007.pdf" target="_blank">Magazin 2007</a> <em>(pdf, 1,3 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2005.pdf" target="_blank">Magazin 2005</a> <em>(pdf, 2,4 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2002.pdf" target="_blank">Magazin 2002</a> <em>(pdf, 2,7 mb)</em></li>
<li><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2000.pdf" target="_blank">Magazin 2000</a> <em>(pdf, 4,6 mb)</em></li>
</ul>
<p>Am Sonntag, d. 2. Oktober, gibt es also im Deutschlandfunk noch eine Art Vorkonferenz unter dem Titel:</p>
<blockquote>
<div id="_mcePaste"><strong>Diktat Gefälligkeits&#8211;Journalismus? Der Sport, die Medien und die deutschen Verhältnisse</strong></div>
</blockquote>
<p>Mitwirkende u.a. Herbert Fischer-Solms, Gunter Gebauer, Kai Pahl, Hajo Seppelt, Ronny Blaschke, Oliver Fritsch, Ute Krause, Jochen Staadt, Michael Vesper</p>
<ul>
<li>das <a title="Programm DLF-Konferenz" href="http://www.dradio.de/download/147367/" target="_blank">Programm der DLF-Konferenz</a></li>
<li><a title="Anmeldung DLF-Konferenz" href="http://www.dradio.de/dlf/veranstaltungen/1542392/" target="_blank">Anmeldung</a></li>
</ul>
<p><em>Offenlegung</em>, auch wenn das Stammleser ohnehin längst wissen, ich habe es in Beiträgen und Kommentaren oft genug erwähnt: Ich bin Mitglied der Programmkommission von Play the Game. In diesem Jahr halte ich einen Workshop zum Thema &#8220;Investigative journalism and social media&#8221; und diskutiere am letzten Tag mit Andrew Jennings und Mario Goijman über Korruptionsthemen. Auf der DLF-Konferenz halte ich einen Vortrag zum Thema &#8220;Ein aussterbendes Modell? Wie kann sportpolitischer Journalismus im dritten Jahrtausend aussehen?&#8221;</p>
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		<title>Das DOSB-Präsidium und das elfte Gebot: Lass dich nicht erwischen!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/21/das-dosb-prasidium-und-das-elfte-gebot-lass-dich-nicht-erwischen/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 19:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Volker Schürmann ist Leiter der Abteilung Philosophie des Instituts für Pädagogik und Philosophie der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hat mir gerade eine Stellungnahme zum Leserbrief des DOSB-Präsidiums in der FAZ übermittelt. Ich dokumentiere das gern. Es wird die Diskussion gewiss befruchten. „Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports.“ Ein „Versuch, ohne Zynismus auszukommen&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. <strong>Volker Schürmann</strong> ist Leiter der Abteilung Philosophie des Instituts für Pädagogik und Philosophie der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hat mir gerade eine Stellungnahme zum <a title="Vancouver, Tag 8/9: Bobfahren &quot;zum Ansehen Deutschlands&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/21/vancouver-tage-89-bobfahren-zum-ansehen-deutschlands/" target="_self">Leserbrief des DOSB-Präsidiums in der FAZ</a> übermittelt. Ich dokumentiere das gern. Es wird die Diskussion gewiss befruchten.</p>
<blockquote><p><strong>„Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports.“ Ein „Versuch, ohne Zynismus auszukommen&#8221;<br />
</strong> (Bourdieu)</p>
<p><em>Zum Leserbrief des DOSB-Präsidiums: Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports vom 3.2.2010</em></p>
<p><em></em>Es ist irritierend, wenn gerade Sportfunktionäre offensichtlich den Sinn des olympischen Leistungssports verkennen und den guten Sinn seiner Förderung auf peinlichste Art und Weise begründen. Deshalb muss diesen Funktionären und der Öffentlichkeit offenkundig noch einmal die banale Weisheit mitgeteilt werden, dass der olympische Gedanke in dem Imperativ besteht, das Beste, nicht aber Alles, für den Sieg zu geben.</p>
<p>Sie hätten diese selbstverständliche Einsicht in jeder ihrer eigenen Sonntagsreden nachlesen können. Solche Sonntagsreden handeln von Fairness und Doping-Verbot, sie sind gespickt mit einem Empörungsgestus gegen Schiedsrichter-Bestechungen und Wettskandale, sie schalten um in den Modus der nachdenklichen Betroffenheit angesichts der Tabu-Themen im Sport, kurz: Sie erinnern daran, dass die Seele des Sports, um im Sprachgebrauch dieser Sonntagsreden zu bleiben, immer in einem konkreten Körper lebt – oder auch stirbt. Die Seele des Sports stirbt, wenn ihr Körper ausschließlich am Erfolg orientiert ist. Ein sportlicher Erfolg ist dann und nur dann ein sportlicher, wenn er auf faire Weise errungen wird.</p>
<p>Das DOSB-Präsidium versteht den Sinn des Sonntags nicht. An Sonntagen muss immer einmal wieder eine Rede gehalten werden, die an den guten Sinn einer guten Idee erinnert. Dass es sich jedoch bei der Stellungnahme des DOSB um eine bloße Sonntagsrede handelt, kann jeder und jede lesen. Die eindeutige Botschaft ist:</p>
<p>„Es geht im Leistungssport um Wettkampf und Erfolg.“</p>
<p>Dann kommt ein Punkt. Und dann geht es weiter mit „und dann“, nämlich: „Dass der Athlet dann(!) in einem ob- jektiven und fairen Wettkampf mit anderen erfolgreich ist &#8230;“.</p>
<p>Das heißt nichts ande- res, als dass das Fairness-Gebot eine einschränkende Bedingung für den Erfolg wäre. Und das wiederum heißt: Wenn man diese einschränkende Bedingung beachtet, ist das schön; wenn man sie nicht einhält oder gar: nicht einhalten kann, um Erfolg zu haben, dann gilt das 11. Gebot, sich nicht erwischen zu lassen.</p>
<p>Ganz offenkundig ist genau damit die Seele des olympischen Sports gestorben, denn diese wahrlich gute Idee besagte, dass Fairness nicht eine einschränkende Bedingung für Erfolg ist, son- dern konstitutiv und damit alles entscheidend für das, was überhaupt als sportlicher Erfolg zählt. Eben nicht Alles, sondern das Beste für den Sieg zu geben. DAS war mal gemeint.</p></blockquote>
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		</item>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (41): &#8220;Dream Chasers&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 10:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Samaranch must resign&#8221; fordert die Initiative Democracy and Dignity in Sport - wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstützen. Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum Gruß, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior ist inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kürzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5070" title="Screenshot Democracy and Dignity in Sport" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/samaranch-must-resign-screen.gif" alt="" width="500" height="187" /></p>
<p><strong>&#8220;Samaranch must resign&#8221;</strong> fordert die <a title="Samaranch must resign" href="http://www.democracyanddignityinsport.cat/" target="_blank"><strong>Initiative Democracy and Dignity in Sport</strong></a> - wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstützen. Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum Gruß, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior ist inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kürzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter für die Olympiabewerbung Madrids, auch wenn <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">sein Filius anderes erzählt</a>.</p>
<p>Lasse sich nur niemand von gelegentlichen Äußerungen täuschen, das Foto sei &#8220;gerade aufgetaucht&#8221;. Andrew Jennings, der Anfang der 1990er Jahre gemeinsam mit katalanischen Gefährten in Barcelonas Archiven schon andere Fotos ausgegraben hat, veröffentlichte <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/The_IOCs_Favourite_Fascist/Images-the_IOCs_favourite_fascist(page1)/(1)samaranch-fascist-salute(full).jpg" target="_blank">das Bild</a> vor einem Jahr kurz vor den Olympischen Spielen in Peking &#8211; verbunden mit der rethorischen Frage: <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/The_IOCs_Favourite_Fascist/the_iocs_favourite_fascist.html" target="_blank">Why Juan Antonio’s right arm is more muscular than his left? </a></p>
<ul>
<li>Nun ist die Petition gegen Samaranch sogar von der traditionell Samaranch-freundlichen <strong>London Times</strong> aufgegriffen wurden (&#8220;<a title="The Times, 12. August 2009" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article6791326.ece" target="_self">Picture of fascist salute by IOC President Juan Antonio Samaranch sparks row</a>&#8220;). Bei der Times trieb jahrzehntelang der Samaranch-Fan, Samaranch-Biograf und olympische Ordensträger David Miller sein Unwesen.</li>
</ul>
<p>Nach der Leichtathletik-WM und einer Woche Durchatmen blieb einiges liegen. Das wird langsam abgearbeitet. Zum Wochenbeginn einige <strong>Lese- und Hörbefehle</strong>:</p>
<ul>
<li>Die neue Flo Jo? Tom Friend auf <strong>ESPN</strong> (&#8220;<a title="ESPN.com" href="http://sports.espn.go.com/espn/eticket/story?page=090826/flojo" target="_blank">Dream Chaser</a>&#8220;) über Mary, die sprintende Tochter der verstorbenen <a title="Florence Griffith-Joyner et al." href="http://jensweinreich.de/?p=994" target="_self">Fabel-Weltrekordlerin</a>, und die Familie Griffith-Joyner: &#8220;Al Joyner feels the presence of Florence Griffith 25 years after Olympic glory. Now, in their daugther, he sees a young Flo Jo&#8221;</li>
<li>Diese &#8220;<a title="Gutachten des Wissenschaftsrats zum BISp 2007" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/7696-07-gutachten-des-wr-zum-bisp-2007.pdf" target="_blank">wissenschaftspolitische Stellungnahme</a>&#8221; <em>(pdf, 65 Seiten, 172 kb)</em> des <a title="Homepage des Wissenschaftsrats" href="http://www.wissenschaftsrat.de/" target="_blank">Wissenschaftsrats</a> ist zwar schon zweieinhalb Jahre alt, sie illustriert dennoch ganz gut die Probleme des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp), die Daniel Drepper in den vergangenen Monaten für <strong>Zeit-online</strong> aufgedröselt hat &#8211; unter anderem in diesem Beitrag: &#8220;<a title="Daniel Drepper zum BISp auf zeit-online" href="http://www.zeit.de/online/2009/36/bundesinstitut-sportwissenschaften-kritik?page=1" target="_blank">Obersten Sportwissenschaftlern droht das Aus</a>&#8220;, über den <a title="Zum Forschungsprojekt Dopinggeschichte" href="http://jensweinreich.de/?p=3513" target="_self">hier</a> bereits <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">einige Zeit</a> diskutiert wird.</li>
<li>Jessica Sturmberg im <strong>Deutschlandfunk</strong> im Interview mit Karl Hagemann (SPD), Mitglied des Bundestags-Haushaltsausschusses, zur Frage, ob Steuergelder für das BISp verschwendet werden:</li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a title="DLF vom 29. August 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/08/29/dlf_20090829_1947_4fea9bc5.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Hans Leyendecker in der <strong>Süddeutschen Zeitung</strong> über den &#8220;<a title="SZ vom 30. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/451/485872/text/" target="_blank">Föderalen Wahnwitz ARD</a>&#8220;, über den in den nächsten Wochen auch am Beispiel des Prozesses gegen den ehemaligen MDR-Sportchef Wilfried Mohren zu reden sein wird</li>
<li>Peter Danckert <em>(SPD/Kuratoriumsmitglied der NADA, Präsident des Reitverbandes in Berlin-Brandenburg/Aufsichtsratsmitglied von Hertha BSC/Vorsitzender des Sportausschusses im Deutschen Bundestag/</em><a title="&quot;We are family&quot;..." href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self"><em>Mitglied der Familie des Sports</em></a><em>) </em>macht Wahlkampf, aber <a title="Peter Danckert (SPD) macht Wahlkampf - aber nicht mit dem Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=4564" target="_self">nicht mit dem Fall Pechstein</a>, wie wir wissen &#8211; und Wolfgang Hettfleisch widmet sich in der <strong>Frankfurter Rundschau</strong> dem &#8220;<a title="FR vom 27. August 2009" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1904942_Peter-Danckert-Der-heimliche-Sportminister.html?sid=40bcf782fe9d87ac824523f0cf71612e" target="_blank">heimlichen Sportminister</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Wenn schon vom alten Samaranch die Rede war, darf ein anderer Spitzbube nicht fehlen: <a title="tag: Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?s=jack+warner" target="_self">Jack Austin Warner</a>, der Altruist vom Weltverbesserer-Verein FIFA und Aktivist der Partei UNP. Ein Youtube-Fundstück &#8211; Jack the Ripper schimpft auf einer UNP-Veranstaltung über Andrew Jennings:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Die dazugehörigen Passagen aus den Jennings-Produktionen für die BBC sind auch ganz nett: <span id="more-5063"></span></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>&#8220;We are family&#8221;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 12:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich ein &#8220;kritischer Schulterschluss&#8220;, über den der FDP-Sportabgeordnete Thomas Bach Detlef Parr neulich im Bundestag fabulierte? Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Aber ich habe da so eine Ahnung. Die Damen und Herren vom Fach, knallharte Kontrolleure der Exekutive, werden es mir sicher nicht verübeln, wenn ich sie einmal mehr zitiere. Nun denn, einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist eigentlich ein &#8220;<a title="Kommentar von Jürgen Kalwa" href="http://jensweinreich.de/?p=4094#comment-10206" target="_self">kritischer</a> <a title="Kommentar von Martin" href="http://jensweinreich.de/?p=4094#comment-10787" target="_self">Schulterschluss</a>&#8220;, über den der FDP-Sportabgeordnete <span style="text-decoration: line-through;">Thomas Bach</span> Detlef Parr <a title="Detlef Parr (FDP) sagt beim Abschied laut Servus" href="http://jensweinreich.de/?p=4094" target="_self">neulich im Bundestag</a> fabulierte?</p>
<p>Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Aber ich habe da so eine Ahnung. Die <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">Damen und Herren vom Fach, knallharte Kontrolleure der Exekutive</a>, werden es mir sicher nicht verübeln, wenn ich sie einmal mehr zitiere. Nun denn, einige (wenige) Beispiele.</p>
<ul>
<li><strong>Feierstunde zum 40-jährigen Bestehen des Bundestagssportausschusses</strong> am 1. Juli 2009 auf der Fraktionsebene des Reichstages:</li>
</ul>
<p><strong>Peter Danckert</strong> (SPD/MdB/Chef des Sportausschusses/Aufsichtsrat Hertha BSC/Präsident Pferdesportverband Berlin-Brandenburg/Nada-Kuratorioum u.a.):</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir sind eine große Familie. Aber in dieser Familie muss nicht immer mit einer Stimme gesprochen werden.&#8221;</p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Wolfgang Schäuble</strong></span> (CDU/BMI/Kuratorium München 2018 u.a.):</p>
<blockquote><p>Sportpolitik &#8220;ist ein Stück weit Kameradschaft&#8221;.</p>
<p>Im Sportausschuss konstatiert er eine &#8220;Begrenztheit der politischen Auseinandersetzung&#8221;.</p>
<p>Mitglieder des Sportausschusses &#8220;haben sich immer auch als Lobby des Sports, als Freund und Freundin des Sports verstanden&#8221;.</p>
<p>&#8220;Der Zusammenhalt ist eine der großen Stärken der Organisationsform unseres Sports.&#8221;</p>
<p>Aus Sicht des BMI sagt er: &#8220;Der Sportausschuss war immer ein verlässlicher Verbündeter.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wir sind gut aufgestellt. Die Nada ist gut aufgestellt. Der Sport ist gut aufgestellt.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Klaus Riegert</strong> (CDU/VP Schwäbischer Turnerbund u.a.):</p>
<blockquote><p>Spricht von der &#8220;Sportfraktion im Deutschen Bundestag&#8221;.</p></blockquote>
<p><strong>Detlef Parr</strong> (FDP):</p>
<blockquote><p>Der Sportausschuss muss zurückfinden &#8220;zu der gemeinsamen Sportfraktion&#8221;.</p></blockquote>
<p>Kurze Unterbrechung:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="445" height="364" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/wSDh94eQTAk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="445" height="364" src="http://www.youtube.com/v/wSDh94eQTAk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<p>Weiter im Thema:</p>
<ul>
<li><a title="vorläufiges Protokoll der BT-Debatte vom 2. Juli 2009" href="http://www.bundestag.de/bic/plenarprotokolle/plenarprotokolle/16230.html" target="_blank"><span style="color: #000000;"><strong>Sport-Debatte im Bundestag</strong></span></a> am 2. Juli 2009 im Reichtag:</li>
</ul>
<p><strong>Peter Rauen</strong> (CDU):</p>
<blockquote><p>&#8220;Sport ist ein zwischenmenschliches Bindeglied, das über die Familienbande hinausgeht: eine Klammer, die aus kleinen sozialen Einheiten ein großes Ganzes bis hin zur staatlichen Gemeinschaft zusammenschweißt.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Detlef Parr</strong> (FDP):</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir &#8211; gestern haben wir, Peter Danckert, während der Feierstunde im Reichstag noch darüber gesprochen &#8211; sind eine Sportfamilie, in der man sich versteht und in der es auch einmal knirscht, etwa beim Thema <span class="textfett">Doping.</span>&#8220;</p></blockquote>
<p><strong><span id="more-4265"></span>Katrin Kunert</strong> (Die Linke):</p>
<blockquote><p>&#8220;Lassen Sie mich abschließend noch etwas zur <span class="textfett">Familie des Sports</span> sagen: Lieber Peter Rauen, ich schätze dich sehr, und ich werde dich im Sportausschuss vermissen, wenn ich denn dort weiter arbeite.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Wolfgang Schäuble</strong> (CDU/ u.a.):</p>
<blockquote><p>&#8220;Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! In vielen Beiträgen der Debatte, die wir heute gegen Ende der Legislaturperiode führen, wurde auf die große gesellschaftliche Bedeutung hingewiesen, die der Sport in unserem Land und für unser Land hat. Dazu trägt ganz sicher auch bei, dass wir in dieser Familie des Sportausschusses &#8211; denn das ist er schon ein wenig, wie wir gestern beim 40-jährigen Jubiläum gesehen haben &#8211; bei allen Unterschieden ein hohes Maß an Gemeinsamkeit in dieser grundsätzlichen Frage haben. Dafür möchte ich mich als der innerhalb der Regierung Zuständige ausdrücklich zum Ende dieser Legislaturperiode bedanken.&#8221;</p>
<p>&#8220;Wir sollten ebenfalls anerkennen, welch große Beiträge der autonome Sport leistet, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu erhalten, und welch große Erfolge er dabei erzielt. Wir sollten alles dafür tun &#8211; auch kartellrechtlich und europarechtlich -, dass die Autonomie des Sports gestärkt und nicht geschwächt wird. Ansonsten werden wir am Ende unter den Gesichtspunkten Markt und Wettbewerb nur noch einen hoch kommerzialisierten Spitzensport mit ein paar Millionären haben, während der andere Sport Not leidet. Das ist nicht der Sport, den wir wollen. Deswegen müssen wir ihn stärken.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Martin Gerster</strong> (SPD/Präsident des Deutschen Sportakrobatik-Bundes u.a.):</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir müssen aufpassen, weil Gefahren vorhanden sind, weil es Feinde gibt, die die Grundwerte des Sports bekämpfen wollen und die Axt an das anlegen wollen, was wir mit dem Sport verbinden.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Peter Danckert</strong> (SPD/ u.a.)</p>
<blockquote><p>&#8220;Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Kollegen! Ich möchte zu Beginn meiner kurzen Rede zunächst einmal den Spitzen der Koalitionsfraktionen danken, dass sie uns zu so prominenter Zeit, allerdings am Ende der Legislaturperiode,</p>
<div class="plenProtK">(Fritz Rudolf Körper (SPD): Aber immerhin!)</div>
<p class="plenProtO">75 Minuten Redezeit eingeräumt haben. Ich danke also Herrn Kauder &#8211; ihm kann ich es jetzt nicht mehr persönlich sagen &#8211; und Herrn Struck, vertreten durch Fritz Rudolf Körper.</p>
<div class="plenProtK">(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</div>
<p class="plenProtO">Ich denke, das muss angesichts der umfangreichen Tagesordnung, die heute bis weit über Mitternacht hinausreicht, auch einmal gesagt werden: Dass wir hier eineinviertel Stunden über den Sport reden dürfen, ist etwas ganz Besonderes.</p>
<p class="plenProtJ">Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um mich bei unserem Bundesinnenminister, dem Sportminister, sehr herzlich dafür zu bedanken, dass er uns in den letzten vier Jahren in so positiver Weise begleitet hat. Ich weiß, Ihr Herz schlägt für den Sport.</p>
<div class="plenProtK">(Fritz Rudolf Körper (SPD): Auch für den SC Freiburg!)</div>
<p class="plenProtO">Ich denke aber, auch angesichts der hohen Prominenz des organisierten Sports, über die ich mich sehr freue, ist es wichtig, zu sagen, dass das <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/?p=2889" target="_self">Innenministerium</a> uns immer positiv begleitet hat. Das gilt auch für <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">Staatssekretär Bergner</a>, der regelmäßig an unserer Seite sein konnte,</p>
<div class="plenProtK">(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</div>
<p class="plenProtO">für <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Herrn Dr. Kass und die von ihm geleitete Abteilung</a> und seinen Vorgänger Herrn Pöhle. Die Zusammenarbeit war immer sehr erfolgreich. Man konnte hören, dass deren Herz für den Sport schlug. Wir waren mit der Arbeit sehr zufrieden.&#8221;</p>
</blockquote>
<p class="plenProtO">Der komplette Wortlaut ist im oben verlinkten Protokoll der Debatte nachzulesen. Das waren nur einige Beispiele. Dabei möchte ich es für heute belassen. Jetzt klar, was &#8220;kritischer Schulterschluss&#8221; meint? Mir schon. Es kann auch gern noch ein wenig geschmökert werden, im Blog finden sich weitere Indizien (!), was es meinen könnte.</p>
<p class="plenProtO">Zwei noch, dann ist für heute wirklich Schluss:</p>
<ul>
<li>
<div class="plenProtO"><strong>Erstens</strong>: Das lang erwartete <a title="Protokoll 60. Sitzung Sportausschuss, BDR" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/bt-sportausschuss-protokoll-60-bdr.pdf" target="_blank">Protokoll der 60. Sitzung</a> des Sportausschusses, in der es <a title="Die Umfaller: Sport-Lobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">am 12. November 2008</a> um die Förderung des <a title="tag: BDR" href="http://jensweinreich.de/?s=bdr" target="_self">BDR</a> mit Steuermitteln ging.</div>
</li>
<li>
<div class="plenProtO"><strong>Zweitens</strong>: Die <a title="Digel Laudatio Ehrendoktor Schäuble vom 26. Juni 2009" href="http://medien2.ifs.sozialwissenschaften.uni-tuebingen.de/ifs/institutsinfo/veranstaltungen/laudatio_schaeuble.pdf" target="_blank">Laudatio von Helmut Digel</a> zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen an Wolfgang Schäuble vom 26. Juni 2009.</div>
</li>
</ul>
<div class="plenProtO">Viel Vergnügen!</div>
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		<title>Kampf um den Kalbskadaver</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/06/19/kampf-um-den-kalbskadaver/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 07:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Habe es doch tatsächlich noch rechtzeitig von der echten Sportpolitik im olympischen Machtzentrum Lausanne zur Theorie an die Universität Göttingen geschafft, um dort dem Symposium &#8220;Sportpolitik als wissenschaftliche Entwicklungsregion&#8221; zu lauschen, über das wir hier ja schon nett diskutiert haben. Mal sehen, was da so alles entwickelt werden kann (Programm, pdf). Gerade spricht der Ethonologe Rolf Husmann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habe es doch tatsächlich noch rechtzeitig von der echten Sportpolitik im olympischen Machtzentrum Lausanne zur Theorie an die Universität Göttingen geschafft, um dort dem Symposium &#8220;Sportpolitik als wissenschaftliche Entwicklungsregion&#8221; zu lauschen, über das wir <a title="Symposium an der Uni Göttingen: Übersetzungshilfe gesucht" href="http://jensweinreich.de/?p=3681" target="_self">hier ja schon nett diskutiert haben</a>. Mal sehen, was da so alles entwickelt werden kann (<a title="Programm Symposium Sportpolitik" href="http://www.uni-gottingen.de/de/document/download/bdf811243a16a281e67dca5fa60324fe/neu.pdf" target="_blank">Programm</a>, pdf).</p>
<p>Gerade spricht der Ethonologe Rolf Husmann über Buzkashi, ein Reiterspiel der Stämme am Hindukush, dessen Weiterentwicklung Qarajai. Natürlich auch über Ehre, Konkurrenz, Rivalität, Stärke &#8211; zentrale Komponenten der Sportpolitik.</p>
<p>to be continued &#8230;</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="445" height="364" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/b8WgCAgZTP8&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="445" height="364" src="http://www.youtube.com/v/b8WgCAgZTP8&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
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		<title>Symposium an der Uni Göttingen: Übersetzungshilfe gesucht!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/29/symposium-an-der-uni-gottingen-ubersetzungshilfe-gesucht/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 12:04:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich weiß ja, dass sich hier im Blog viele kluge Menschen verlustieren. Darf ich mal um Hilfe bitten? Kann mir bitte jemand einen, nun ja, offenbar wissenschaftlichen Text übersetzen? Es geht um ein Thema, das im weitesten Sinne hier verhandelt wird, um einmal mehr den sehr verehrten Sportfreund Hu Jintao zu zitieren: &#8220;Don&#8217;t mix politics with [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ich weiß ja, dass sich hier im Blog viele kluge Menschen verlustieren. Darf ich mal um Hilfe bitten? Kann mir bitte jemand einen, nun ja, offenbar wissenschaftlichen Text übersetzen? Es geht um ein Thema, das im weitesten Sinne hier verhandelt wird, um einmal mehr den sehr verehrten Sportfreund <a title="Olympic Legacy: China und die Todesstrafe" href="http://jensweinreich.de/?p=3346" target="_self">Hu Jintao</a> zu zitieren: <a title="Peking, Tag 2" href="http://jensweinreich.de/?p=368" target="_self">&#8220;Don&#8217;t mix politics with games!&#8221;</a></p>
<p style="text-align: left;">Jedenfalls, ein Team des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Göttingen um den umstrittenen &#8211; ich mache es kurz, sagen wir also - <a title="Göttinger Sportwissenschaftler Krüger fordert weitgehende Doping-Freigabe ..." href="http://www.sportgericht.de/sportrecht-newstext-8130-.html" target="_blank">Dopingfreigabe-Sympathisanten</a> Arnd Krüger lädt für den 18./19. Juni 2009 zu einem öffentlichen Symposium ein:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>„Sportpolitik als wissenschaftliche Entwicklungsregion&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: left;">Auf der Homepage des <a href="http://www.sport.uni-goettingen.de/ifs/aktuelles/news.php" target="_blank">IfS</a> findet sich demnächst vielleicht sogar die Tagesordnung. Einige Themen klingen nicht uninteressant, etwa <span style="text-decoration: line-through;">&#8220;geselliger Abend&#8221;</span>, nein, auch: &#8220;Instrumentalisierung des Sports durch totalitäre Ideologien&#8221;, &#8220;Die <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">Global Players</a> unter den internationalen Sportorganisationen und ihre politische Macht&#8221;, &#8220;Das Verhältnis von Sportorganisationen und demokratischem Staat&#8221; (Eike Emrich), &#8220;Sportpolitische Macht der Medien&#8221;, &#8220;Sportpolitischer Einfluss ökonomischer Mächte?&#8221;, &#8220;Der <a title="Petition des Dopingopferhilfe-Vereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Dachverband DOSB</a> als <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">sportpolitische Brücke</a> zwischen <a title="Wenn Fußballprofis jammern und über Politiker schimpfen" href="http://jensweinreich.de/?p=3645" target="_self">Sportverbänden</a> und <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Staat</a>&#8220;. <span style="text-decoration: line-through;">Wobei ich nicht verhehle, dass mir manche Referenten wegen gewisser Studien und Auftragsstudien und Elaborate in der Vergangenheit nicht sonderlich kompetent und glaubwürdig erscheinen.</span> Zum weiten Feld des <a title="Das große Schweigen: vom Versagen der Sportwissenschaft" href="http://sportnetzwerk.eu/?p=150" target="_blank">Versagens der Sportwissenschaft</a> müsste man sich auch mal wieder äußern.</p>
<p style="text-align: left;">Doch vorerst bitte ich darum, mir jene Sätze zu erklären, mit denen die Organisatoren der Göttinger Konferenz ihre Tagesordnung einleiten. Vielleicht kann mir jemand helfen. Denn das scheint Wissenschaft zu sein. Ich bin nur Journalist. Ich höre zwar gern zu, kann aber leider, weil ich just am 18. Juni in Lausanne Sportpolitik live verfolge (und bestimmt auch blogge), nicht als Zuhörer in Göttingen sein. Sollte dieser Beitrag dennoch einige Interessenten in den Hörsaal locken, ist&#8217;s auch in Ordnung. Wer will schon im stillen Kämmerlein über Probleme der Sportpolitik kommunizieren.</p>
<p style="text-align: left;">Hier also, ganz ohne Häme, die Äußerungen (oder gar Thesen?), mit dem Google Translator kam ich leider nicht weiter:</p>
<p><span id="more-3681"></span></p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">1) Mit der Formulierung „Sportpolitik als wissenschaftliche Entwicklungsregion&#8221; drücken die Veranstalter gleichermaßen Skepsis aus angesichts des bisher sehr unbefriedigenden Diskussionsstandes sowie Zuversicht angesichts der unausweichlichen Herausforderungen zur Änderung dieser Lage.</p>
<p style="text-align: left;">2) Die Olympischen Spiele von Peking 2008 waren abermals ein Realitätstest darauf, was mit guten Gründen von einer verantwortlichen Sportpolitik erwartet werden muss.</p>
<p style="text-align: left;">3) Und sie waren abermals ein Lernort, an dem die Folgen der Versäumnisse bei der Klärung von Voraussetzungen begründeten politischen Handelns im kulturellen Feld des Sports studiert werden konnten.</p>
<p style="text-align: left;">4) Politische und sportpolitische Verantwortungsträger verweigern sich ebenso wie journalistische und wissenschaftliche Beobachter weithin den Klärungen zu Grundsatzfragen, die sich hier stellen.</p>
<p style="text-align: left;">5) Folgerichtig kranken Rechtfertigung wie Kritik des politischen Geschehens im Sport gleichermaßen an diesen Desideraten &#8211; zum Schaden sowohl der öffentlichen Glaubwürdigkeit des aktuellen Sportgeschehens als auch einer überzeugenden Deutung der Botschaften, welche aus politischen Zusammenhängen der Sportgeschichte zu gewinnen wären.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Nachtrag, 30. April: Apropos &#8220;Deutung der Botschaften&#8221;, &#8220;Lernort&#8221;, &#8220;politische Zusammenhänge&#8221;, &#8220;Realitätstest&#8221; &#8211; ich glaube, man versteht die fünf Thesen erst richtig, wenn man einige meiner <a title="Tag &quot;Notizen vom Sportausschuss&quot;" href="http://jensweinreich.de/?s=%22notizen+vom+sportausschuss%22" target="_self">Notizen vom Sportausschuss</a> gelesen hat.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zum &#8220;Forschungsprojekt Dopinggeschichte&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/09/zum-forschungsprojekt-dopinggeschichte/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 09:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Forschungsprojekt Dopinggeschichte, das hier im Blog bereits seit Oktober diskutiert wird, ist umstritten. Auch Ausschreibung und Vergabe des Projektes, das laut DOSB/BMI Bahnbrechendes leisten soll, sind umstritten und nicht eben transparent. Merkwürdig zudem, dass die Propaganda die dubiosen &#8220;Ehrenerklärungen&#8221; als Bestandteil dieses &#8220;wissenschaftlichen&#8221; Projektes wertet. Um die Diskussion mit Argumenten zu erschweren &#8211; hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Forschungsprojekt Dopinggeschichte, das hier im Blog <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">bereits seit Oktober diskutiert wird</a>, ist umstritten. Auch Ausschreibung und Vergabe des Projektes, das laut DOSB/BMI Bahnbrechendes leisten soll, sind umstritten und nicht eben transparent. Merkwürdig zudem, dass die Propaganda die <a title="Die Propgandamaschine brummt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">dubiosen &#8220;Ehrenerklärungen&#8221;</a> als Bestandteil dieses &#8220;wissenschaftlichen&#8221; Projektes wertet. Um die Diskussion mit Argumenten zu erschweren &#8211; hier der Brief, den Professor <a title="Offener Brief von Gerhard Treutlein ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3509" target="_self">Gerhard Treutlein</a> am 5. November 2008 an den Direktor des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (<a title="Webseite des BISp" href="http://www.bisp.de" target="_blank">BISp</a>), Jürgen Fischer, geschrieben hat:</p>
<blockquote><p>Betr.: Forschungsprojekt Dopinggeschichte (vgl. Ausschreibung Oktober 2008)</p>
<p>Sehr geehrter Herr Fischer,</p>
<p>nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, keinen Antrag zu stellen. Nachfolgend werde ich die Gründe für meine Entscheidung aufführen, die Sie bitte der entsprechenden Kommission und den Gutachtern zur Kenntnis bringen wollen.</p>
<p>Folgende Negativerlebnisse mit dem BISp liegen meiner Entscheidung zugrunde:</p>
<ul>
<li>So genannte „Gutachten&#8221; der Herren Keul und Klümper zum Manuskript unseres Forschungsprojekts von 1971 &#8211; 1974 (Pfetsch et al.) (nachzulesen bei Singler/Treutlein 20074, S. 357 &#8211; 384), für die sich nie jemand entschuldigt hat, trotz mehrerer Aufforderungen durch mich.</li>
<li>Ablehnung von zwei Forschungsanträgen 1991 und 1992 zum Doping in der DDR und der BRD (zum zweiten Antrag wurde mir von einem Referenten des BISp bestätigt, dass er gut war) &#8211; Ergebnis des Vorhabens, das dann vorwiegend auf privater Basis finanziert wurde, sind die Veröffentlichungen von Singler/Treutlein (2000,2001), Arndt/Singler/Treutlein (2004) und Knörzer/Spitzer/Treutlein (2006).</li>
<li>Nichtbeantwortung von 2 Schreiben an den BISp-Direktor Dr. Büch (mit der Bitte der Möglichkeit der Einsichtnahme in Forschungszwischen- und Endberichte zu genehmigten Forschungsvorhaben der Sportmediziner Keul, Kindermann, Hollmann, Liesen (Schreiben vom 1.2. und 1.8.2000).</li>
<li>Aktivitäten des Herrn Dr. Müller-Platz gegen meine Person &#8211; er dürfte wohl immer noch der Hauptverantwortliche des BISp für die Dopingthematik sein. Er hat während seiner Amtszeit bei der Aufgabe der Aufarbeitung der westdeutschen Dopinggeschichte aus meiner Sicht völlig versagt.</li>
<li>Nichtumsetzen von relevanten Informationen (z.B. durch Dieter Quarz und Ralf Meutgens) in Forschungsaufträge.</li>
<li>Fehlende Umsetzung der Ergebnisse von Forschungsprojekten in Aufträge zur Umsetzung in Praxisrelevanz.</li>
<li>Ablehnung meines Antrags im November 2007 zur Erhebung der Präventionsaktivitäten in Deutschland zwischen 2004 und 2007.   Vor diesem Hintergrund sehe ich die Formulierung eines Antrags und das Ausfüllen von vielen Formularen als Zeitverschwendung an.   Ich habe aber auch inhaltliche Probleme.</li>
<li>Im Prinzip enthalten die Bücher von Berendonk, Bette/Schimank, Meutgens und Singler/Treutlein alle wesentlichen Fakten. Erkennbare Konsequenzen wurden daraus nicht gezogen; der deutsche Sport und auch die Politik haben weiter agiert, als sei nichts gewesen oder nichts bekannt. Es steht von daher kaum zu erwarten, dass das Ergebnis einer weiteren Forschungsarbeit zu deutlicheren Konsequenzen führen würde.</li>
<li>Von den 45 Zeitzeugen, die Andreas Singler und mir zur Verfügung standen, ist ein Teil bereits verstorben. Während Sportlerinnen und Sportler unserem Eindruck nach recht ehrlich geantwortet haben, war dies aus unserer Sicht umso weniger der Fall, je höher die Funktion des Zeitzeugen im deutschen Sport. Hier wurden meist nur wohlformulierte und oft nichtsssagende Floskeln geäußert. Warum sollte dies Jahre später anders sein oder wo sollen bisher nicht benutzte Dokumente auftauchen?</li>
<li>Zeitzeugen, die etwas aussagen könnten, wie z.B. Prof. Dr. Clasing, Prof. Dr. Steinbach, Prof. Dr. Kindermann, Prof. Dr. Hollmann, Prof. Dr. Liesen (oder Kristin Otto zur Frage der Integration in Gesamtdeutschland nach der Wende) werden dies nicht im nötigen Umfang tun, geschweige denn Ärzte wie Dr. Heinrich, Dr. Huber, Prof. Dr.Schmidt u.a.m.. Warum sollten sie auch, wo sie dies schon in der Vergangenheit nicht getan haben. Wo sollen also neue Erkenntnisse herkommen?</li>
<li>Interessant wäre ja schon, wer solche in der Zwischenzeit schon fast sporthistorischen Figuren wie Clasing, Huber, Kindermann, Hollmann u.a.m. in entsprechende Gremien befördert hat, die entweder sich in der Dopingbekämpfung engagieren sollten oder über Forschungsanträge, die aus unserer Sicht eher zu staatlich geförderter Dopingforschung geführt hat. Darüber dürfte es im Zweifelsfall keine aussagekräftigen Protokolle geben oder der Zugang wird verweigert werden, oder noch besser: Entsprechende Unterlagen wurden vernichtet. Als Erstes könnte das BISp ja die Unterlagen zu den Testosteron-Forschungsprojekten der 80er Jahre offen legen.</li>
</ul>
<p><strong>Es bleibt also die Frage: Was ist der Sinn  dieses Forschungsvorhabens und welches Ergebnis wird angestrebt?</strong></p>
<p><span id="more-3513"></span>Wir haben es mit der gleichen Problematik zu tun wie bei der Aufarbeitung der Geschichte des Sports im Dritten Reich: Einigermaßen emotionslos wird eine Aufarbeitung erst nach dem Tod wesentlicher Akteure und einer Neubesetzung wesentlicher Gremien und Funktionen durch unbelastete Leute möglich sein; dann fehlen aber erst recht die relevanten Zeitzeugen. Und schriftliche Dokumente dürften dann kaum zusätzlich zu finden sein.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund schlage ich eine Abwandlung des Forschungsauftrags vor: Herstellung einer Synopse der oben genannten Bücher und Formulierung von Vorschlägen, wie die Dopingproblematik &#8211; auf der Grundlage der Kenntnisse aus der Vergangenheit &#8211; in Zukunft angegangen werden soll (vgl. hierzu auch das Gutachten von Singler und Treutlein für die Bundestagsstelle für Technologiefolgenabschätzung im letzten Jahr). Für eine solche Aufgabe kommen nur ausgewiesene Experten in Frage, die auch über die nötige Zeit verfügen wie z.B. Andreas Singler, Giselher Spitzer oder Ralf Meutgens. Ohne diese bereits vorliegende Kompetenz könnte die Umsetzung des ausgeschriebenen Auftrags in einer Geldverschwendung münden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen!</p>
<p>Prof. Dr. Gerhard Treutlein</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Gerhard Treutlein: &#8220;Wer die Vergangenheit verdrängt &#8230;&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 12:21:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn das jetzt arg nach PR klingen mag, aber es ist, wie es ist: Dieses Blog &#8211; &#8220;don&#8217;t mix politics with games!&#8221; &#8211; wird zunehmend von Akteuren im sportpolitischen Business frequentiert, darunter sind einige Kommunikationsherrscher. Und das ist auch gut so. Sollen sie mitlesen in Frankfurt am Main und Zürich und Berlin und München. Sie können etwas lernen &#8211; über Öffentlichkeit. Helmut Digel lässt übrigens Grüße ausrichten, hat sich über die <a href="http://jensweinreich.de/?p=2568" target="_self">Veröffentlichung und die Diskussion seines Beitrags</a> gefreut, mag aber nicht selbst mitdiskutieren, weil ihm das neue Medium etwas zu anonym erscheint. Als anonymer Blogger verstehe ich das natürlich und rufe ihm herzlich zu: Herr Digel, nur Mut, das Internet beißt nicht! Auch Andreas Krieger hat sich kürzlich mit einem <a href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">bemerkenswerten Kommentar</a> gemeldet.</p>
<p>Gestern Abend schrieb nun ein anonymer &#8220;Gerhard&#8221; einen Kommentar, dessen Klarname sich unschwer erarbeiten ließ: <strong>Prof. Gerhard Treutlein</strong>, einer der wenigen verdienstvollen Dopingaufklärer, die dieses Land hervor gebracht hat, Autor mehrerer wichtiger Bücher, die hier immer wieder genannt wurden (etwa der beiden Bände &#8220;Doping im Spitzensport&#8221;, gemeinsam mit Andreas Singler; oder: &#8220;Doping-Prävention in Europa&#8221; mit Giselher Spitzer und Wolfgang Knörzer) und Initiator des Heidelberger <a href="http://www.contradoping.de/j2/" target="_blank">Zentrums für Dopingprävention</a>. <span style="text-decoration: line-through;">Gerhard Treutlein ist in einem Atemzug mit Brigitte Berendonk und Werner Franke und Udo Ludwig und Hajo Waldbröl und Thomas Kistner und Grit Hartmann und Herbert Fischer-Solms und einigen anderen zu nennen.</span></p>
<p>Ich fand, der Kommentar von Gerhard Treutlein ging etwas unter, weshalb ich ihn darum bat, den Beitrag hier noch einmal in voller Länge zu veröffentlichen. Treutlein bezieht sich direkt auf einen Text von Anno Hecker in der FAZ, der hier bereits diskutiert wurde. Flink noch zwei Lesebefehle, dann der Kommentar von Gerhard Treutlein, zusammen ergibt sich ein Bild:</p>
<ul>
<li>Anno Hecker in der <strong>FAZ</strong>: <a href="http://berufundchance.fazjob.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E95E9EF3325BA4B72B4342D6C4F402982~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">&#8220;Die westdeutsche Vergangenheit: Doper, vereint Euch&#8221;</a></li>
<li>Großartige Zusammenstellung auf <strong>cycling4fans</strong>: <a href="http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4454" target="_blank">&#8220;Deutsche Ärzte und Doping&#8221;</a></li>
<p>
</ul>
<blockquote><p>Gerhard Treutlein:</p>
<p><strong><em>Wer die Vergangenheit verdrängt, wird immer wieder von ihr eingeholt.</em></strong></p>
<p>Anno Hecker packt das heiße Eisen an, wird er etwas bewirken? Im Prinzip ist spätestens seit 1976/77 alles klar, für die Insider schon seit 1969 (Artikel von Brigitte Berendonk in „Die Zeit&#8221;) bzw. seit 1970 (Artikel von Robert Hartmann in der FAZ), für andere noch früher (vgl. de Mondenard).</p>
<p>Das Sportsystem hat schnell gelernt, dass Verdrängen, Verschweigen, Sich-Tod-Stellen, hartnäckig die Einzelfalltheorie vertreten (Individualisierung der Dopingproblematik nach Bette)und Kritiker rausdrängen (Dropout-Problematik) zunächst einmal &#8220;am besten&#8221; weiterhilft. Dopingfreunde wurden gehätschelt, Dopinggegner wie Kofink oder Munzert rausgemobbt. Stellen und Nominierungen gingen in erster Linie an Dopingfreunde, Dopinggegner schauten in die Röhre. Wer spricht heute über deren entgangene Chancen, etwa der Herr Killing oder die 20 Athleten in ihrem unsäglichen <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Brief zum Fall Goldmann</a>? Wer bekommt bis heute Auszeichnungen, Einladungen, Registrierung auf Ehrengastlisten etc. &#8211; etwa die Dopinggegner?<span id="more-2745"></span></p>
<p>Wer die Vergangenheit verdrängt, wird immer wieder von ihr eingeholt.</p>
<p>Weitere Klarheit wurde für Westdeutschland mit der Untersuchungskommission von 1976/77 geschaffen (Vorsitzender Ommo Grupe), mit der Reaktion von DSB und DLV eines Schweigegebots für das Dopingthema. Leute wie Eberhard Munzert, der nach dem <a href="http://jensweinreich.de/?p=55" target="_self">Tod von Birgit Dressel</a> aufräumen wollte, wurden aus dem System rausgemobbt (laut Aussage von Munzert unter Federführung des Juristen und verurteilten Dopers Spilker, heute Vizepräsident und Rechtswart des LSB Thüringen) und des Stuttgarter Polizeipräsidenten Sturm.</p>
<p>Die Untersuchungskommissionen von Reiter und von Richthofen (1990/91) war zwar ergiebig, ihre Ergebnisse wurden kaum beachtet, denn &#8220;Einzeltäter&#8221; wie der DLV-Präsident Helmut Meyer hatten das <a href="http://jensweinreich.de/?p=1313" target="_self">DDR-Know-How</a> spätestens seit Anfang 1990 an Land gezogen in Form von Referenten bei Lehrgängen und der Anstellung von Trainern, denen dann eine &#8220;unabhängige&#8221; Juristenkommission eine &#8220;günstige Sozialprognose&#8221; ausstellte &#8211; woher wussten Leute wie Meyer schon Anfang 1990 wer die relevanten Forscher und Trainer der ehemaligen DDR waren?</p>
<p>Der DDR-Dopingarzt Riedel wurde nach seiner Flucht zunächst in Paderborn versorgt, dann zum Professor in Bayreuth gemacht (prominente Personen waren da jeweils am Werk, es galt schließlich westdeutsche Medaillenchancen zu erhöhen, Gutachter u.a. der Freiburger Sportmedizinpapst Keul und ein weiterer Sportmedizinpapst, der noch heute eine wesentliche Rolle spielt).</p>
<p>Und immer nach dem Motto &#8220;weiter so, Kopf in den Sand und so tun als ob nichts sei&#8221; wurde weitergewurstelt. Jüngere Leute, die nachkamen, wurden erfolgreich &#8220;sozialisiert&#8221; frei nach dem Olympiasieger Rolf Dannenberg 1984 &#8220;Ethik und Moral, was soll das Gebrabbel und Gesabbel, es geht doch um Medaillen&#8221; &#8211; Bette und Schimank nennen das &#8220;Anpassung durch Abweichung&#8221;. Und den engagierten Vertretern des sauberen Sports an der Basis in den kleinen Vereinen wurde das Lied vom &#8220;sauberen Sport&#8221; und vom &#8220;Ehrenamt&#8221; gesungen (was für schöne Sonntagsreden wurden bei Verbandstagen geschwungen).</p>
<p>Längst ist bekannt, dass der Wille zu Konsequenzen angesichts des umfangreichen bereits vorliegenden Wissens zum Doping in Ost und West in der Vergangenheit weitestgehend fehlt.</p>
<ul>
<li>Warum sollte auch nach vier Jahrzehnten weitgehender dopingbegünstigender Inaktivität sich etwas ändern?</li>
<li>Warum sollten die Mittäter und Mitwisser der früheren Jahre jetzt plötzlich auspacken &#8211; nur weil ein <a href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">500.000-Euro-Forschungsprojekt</a> ausgelobt ist?</li>
<li>Sollte das Bundesinstitut nun plötzlich die Unterlagen früherer Sportmedizinforschungsprojekte, die man leicht als Dopingforschung bezeichnen kann, zur Einsicht freigeben?</li>
<li>Sollten der DOSB und Fachverbände plötzlich Unterlagen aus früheren Jahren wiederfinden oder z.B. die Akten der verschiedenen Untersuchungskommissionen für die Forschung (und auch für Journalisten) freigeben?</li>
<li>Sollten plötzlich Akteure in das Stadium der Altersweisheit gelangen und Verantwortung für ihr früheres Tun übernehmen?</li>
</ul>
<p>Verantwortung übernehmen auch dafür, dass der Spitzensport immer wieder als Modell/Vorbild für den Schulsport hingestellt wurde (und zugleich wurde die Relevanz des Schulsports verringert): Wer&#8217;s glaubt, wird selig.</p>
<p>Die Mächtigen der früheren Jahre sind immer noch mächtig oder haben mächtige Schüler, die bei Stellenbesetzungen kräftig mitmischen und dafür sorgen, dass die &#8220;richtigen&#8221; Personen Stellen bekommen.</p>
<ul>
<li>Oder wie soll das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, das selbst einige Leichen im Keller haben dürfte, für eine sinnvolle Vergabe eines solchen Forschungsauftrags sorgen können?</li>
<li>Wer hat 2002 dafür gesorgt, dass Leute wie Clasing (Mitarbeiter von Klümper) oder Huber (selbst Doper und Mitarbeiter von Keul) an maßgebliche Stellen in der NADA gelangten?</li>
<li>Und sind alle Altlasten in den Gremien der NADA wirklich &#8220;entsorgt&#8221;? Ich wüsste da zumindest noch einen, dessen Namen ich nicht nennen darf, da ich sonst eine Klage am Hals hätte (ich meine nicht Armin Baumert).</li>
</ul>
<p>Fragen über Fragen. Wenn wir überhaupt eine Chance auf eine etwas bessere Zukunft haben wollen, dann über verstärkte Präventionsbemühungen, die Unterstützung hierfür fällt aber bisher knapp aus.</p>
<p>Augen zu und durch &#8211; das Motto wird &#8211; leider &#8211; auch weiterhin Bestand haben. Wie sagte Werner Franke 1990: Wer nichts verändern will, setzt Kommissionen ein. Statt einer Kommission wird heute ein Forschungsprojekt ausgelobt (und vergeben durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, dessen eigene Rolle bei der Dopinggeschichte dann auch zu klären wäre) &#8211; welche Konsequenzen sollen daraus abgeleitet werden?</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Notizen vom Sportausschuss (4): „Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/01/22/notizen-vom-sportausschuss-%e2%80%9eden-mangel-kann-man-nicht-durch-mangel-beseitigen/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 14:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kann auch nichts dafür. Ich konnte es einfach nicht lassen. Hier also in der Tradition einiger anderer früherer Beiträge meine Notizen von der ersten Sitzung des Bundestags-Sportausschusses 2009. Zuvor aber noch einige Verlinkungen. (Die Beiträge in der Süddeutschen und der Welt hat Ralf hier bereits angeboten.) Ein paar Aspekte zur Diskussion über die Trainerproblematik des deutschen Sports habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann auch nichts dafür. Ich konnte es einfach nicht lassen. Hier also in <a href="http://jensweinreich.de/?p=1358" target="_self">der</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1383" target="_self">Tradition</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1556" target="_self">einiger</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">anderer</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">früherer</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=2366" target="_self">Beiträge</a> meine Notizen von der ersten Sitzung des Bundestags-Sportausschusses 2009.</p>
<p>Zuvor aber noch einige Verlinkungen. (Die Beiträge in der Süddeutschen und der Welt hat Ralf <a href="http://jensweinreich.de/?p=2366#comment-5435" target="_blank">hier bereits angeboten</a>.) Ein paar Aspekte zur Diskussion über die Trainerproblematik des deutschen Sports habe ich am Sonnabend im Deutschlandfunk behandelt:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/01/17/dlf_20090117_1927_bf955e0a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Dazu ein Interview von Jessica Sturmberg mit <span style="color: #000000;"><strong>Brigitte Michel</strong></span> &#8230;</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/01/18/dlf_20090118_1934_ff502891.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>&#8230; und ein Gespräch mit <strong>Armin Baumert</strong> &#8230;</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/01/17/dlf_20090117_1942_42076b4f.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die drei Beiträge sind als Package zu sehen bzw. zu hören.</p>
<p>Nun also die Notizen zur 65. Ausschuss-Sitzung und der Anhörung über den <strong>&#8220;Stellenwert der Trainer im deutschen Spitzensport&#8221;</strong>. Um der Diskussion einordnen zu können, empfehle ich zwei Dokumente zur vom <a href="http://www.bisp.de" target="_blank">Bundesinstitut für Sportwissenschaft</a> (BISp) geförderten Trainerstudie der <a href="http://medien2.ifs.sozialwissenschaften.uni-tuebingen.de/ifs/institutsinfo/veroeffentlichungen/pressemitteilung_trainerprojekte.pdf" target="_self">Universität Tübingen</a>:</p>
<ul>
<li>Die <a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/berufsfeld_trainer_pressemappe.pdf" target="_blank">Pressemappe</a> mit einer Zusammenfassung (pdf)</li>
<li>Eine <a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/berufsfeld_trainer_prasentation_bundestrainergrosseminar.pdf" target="_blank">Präsentation</a> auf dem Bundestrainer-Großseminar im Herbst 2008 (pdf)</li>
</ul>
<p>Erster Redner im Sportausschuss war einer der Autoren der Studie:</p>
<p><strong>Prof. Ansgar Thiel (Universität Tübingen)</strong><br />
AUSBILDUNG: „Erfolgreiche Trainer sind gut informierte Trainer.&#8221; Strukturen der Informationsversorgung im Spitzensport sind in vielen Bereichen mangelhaft. Trainer werden nicht unbedingt mit Informationen versorgt. Zwischen dem Trainerstudium (aus soziologischer Perspektive: eine Laienausbildung) und den Erfordernissen der Praxis klafft große Lücke. In anderen Ländern, etwa Australien, werden Trainer in die Forschung einbezogen. </p>
<p>REKRUTIERUNG: Im Prinzip nur eine Person für einen Trainerposten. „Man schaut nur in die Reihen der Bekannten, man sucht nicht gezielt nach Nachwuchs und schaut nicht in die Zukunft.&#8221; Keine Trainee-Programme. Oft nur ein Trainer für eine Disziplin. Anteil der Arbeit mit Athleten zunehmend geringer, weil man auf höchstem Niveau koordinierende Arbeiten machen muss.</p>
<p>BEZAHLUNG: Schlecht, wie ehrenamtliches Engagement, aber es wird von ihnen erwartet, dass sie Olympiasieger oder Weltmeister ausbilden. </p>
<p><strong>Jürgen Mallow (Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes)<br />
</strong>„Wir sollen die eiererlegende Wollmilchsau anbieten.&#8221; Man muss einen Trainermarkt überhaupt erst schaffen, und damit Karrierechancen und einen Wettbewerb ermöglichen. Trainer sind grundlegend abhängig beschäftigt: von Funktionären, von Geldgebern, von Athleten. Abhängigkeiten wirken sich als Disbalance aus, der Trainer entscheidet den Trainingsprozess nicht mehr, sondern gibt den Wünschen der Athleten nach. Es gibt nur einen Wettbewerb um Athleten, aber nicht um Trainer. Der Trainerberuf bringt problematische Anstellungsverhältnisse mit sich. Rekrutierung von Trainernachwuchs ist schwierig. </p>
<p><strong><span id="more-2576"></span>Claudia Bokel (IOC-Mitglied, Aktivenvertreterin)<br />
</strong>Was wünschen wir von unseren Trainern? Hohen Grad an Spezialisierung, Kompetenzen aus psychologischer, medizinischer, pädagogischer und leistungsdiagnostischer Sicht. „Das scheint mir nicht so leicht zu sein.&#8221; Der Trainer &#8211; Stichwort duale Karriere &#8211; soll die Sportler auch noch ins gesellschaftliche Umfeld einbinden. Problem Sportler &#8211; Trainer: „Für Sportler kann es auch beruhigend sein, wenn er eine Klausur geschrieben hat und die bestanden hat. Für den Trainer eher nicht.&#8221; Trainer ist für mich auch der Busfahrer gewesen, der zu den Wettkämpfen fährt, er hat das Hotel gebucht in Budapest und musste sich da auch sprachlich durchsetzen. Trainer haben geringe Karrierechancen, unattraktive Vergütung, hoher Erfolgsdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten. </p>
<p>Lösungsansätze: Trainee-Programme, Sportler schon während der Karriere ausbilden. „Parallele und flexible Trainerausbildung bei Bundeswehr und Bundespolizei hätten wir als Ideen mit anzubieten.&#8221;</p>
<p><strong>Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor/Bündnis 90, Die Grünen)<br />
</strong><em>(Lobt sich zunächst wieder selbst, wie immer.)</em> „Unmittelbar nach der DOSB-Gründung haben wir die Traineroffensive ausgerufen.&#8221; Wollen das Ansehen des Trainerberufs erhöhen, Arbeitsbedingungen verbessern, nicht nur materielle Bedingungen, auch die Qualität. Seit 1997 hat es keine Tarifanpassung der Trainerbezahlung gegeben. Dann 7-prozentige Erhöhung der Trainerbezüge für 2009. Haben für 2010 für Bundeshaushalt um weitere Mittel gebeten. Zusätzliche Trainerstellen mit Mitteln des Bundestages vergangenes Jahr geschaffen: 40 hauptamtliche Bundestrainer, 28 OSP-mischfinanzierte. Leistungsanreize in Olympiajahres schaffen: erfolgsbezogene Prämienausstattung. Prämien <em>(die Rede ist von 50.000 Euro für einen Olympiasieg/Sportler bekommen von der Sporthilfe 15.000 Euro)</em> müssen auf die gesamte Trainerschaft aufgeteilt werden, die an einem Athleten arbeitet oder gearbeitet hat, bis hin zu dem, der das Talent entdeckt hat. In der Trainerausbildung sei „dringend darauf hinzuwirken, dass mit Abschluss an Trainerakademie die Vergabe des Bachelors verbunden sein muss&#8221;. Kettenarbeitsverträge werfen juristische Probleme auf. Vierjährige olympische Verträge: es wäre sicherlich zielführend, wenn man dafür eine juristische Grundlage schaffen könnte. Wäre hilfreich, wenn man sich in den olympischen Zyklen vergewissern könnte, wo ist das Höchstmaß an Kompetenz vorhanden.</p>
<p><strong>Lutz Nordmann (Direktor der Trainerakademie in Köln)<br />
</strong>Instrument Trainerakademie muss geschärft werden. „Viele Trainer haben uns gesagt: diese Ergebnisse (in der Studie) haben wir uns erwartet, in vielen Facetten war uns das klar. Mehr Dynamik und Vernetzung nötig. Kritik:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Mit Gründung des DOSB haben wir den Beirat der Bundestrainer abgeschafft, eine Interessensvertretung der Trainer gibt es kaum.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><strong>Joachim Mester (ehemaliger Rektor der Sporthochschule Köln)<br />
</strong>Dilemma, dass von einem leitenden Bundestrainer eine Kompetenz erwartet wird, die er eigentlich gar nicht leisten kann/gerecht werden kann. „Wenn wir das Problem nicht weiter denken, werden wir das Problem auch nicht lösen können.&#8221; Im Fußball <em>(im Profifußball, der sich kaum mit den Bedingungen im sonstigen olympischen Sport vergleichen lässt)</em> haben das viele Vereine gelernt, sie haben Trainerstäbe geschafft, um den Cheftrainer herum. „Wir brauchen junge Leute, Anforderung: Sie müssen sich in ihrer Sportart auskennen und mindestens ein wissenschaftliches Fach beherrschen, dann kommen sie in Traineeprogramme hinein.&#8221; Wenn wir es nicht schaffen, von unten her, breitere Ausbildungsprogramme zu streuen, ist auch keine Besserung in Sicht.</p>
<p><strong>Klaus Riegert (CDU)<br />
</strong>Spricht darüber, Potenziale besser zu nutzen. Zur Erfolgsprämie: „Entdecker das Talents soll auch davon profitieren &#8211; da würde mich ihre Einschätzung interessieren.&#8221; Arbeitsplatzsicherheit? Erinnert an die Diskussion über „Beamtenmentalität&#8221; Mitte der neunziger Jahre <em>(als beispielsweise <a href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0820/none/0039/index.html" target="_blank">dieses Interview</a> mit Armin Baumert <a href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0926/none/0009/index.html" target="_blank">erhebliche</a> <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/1211/none/0008/index.html" target="_blank">Diskussionen</a> hervorgerufen hatte)</em>. „Zwischen den beiden Extremen wird es für den Einzelnen doch sehr problematisch. Wie können wir diesen Zielkonflikt vernünftig lösen?&#8221; Trainerteams? „Sind die olympischen Sportverbände darauf eingerichtet? Wir nehmen ja in der öffentlichen Wahrnehmung eher war, dass die Bundestrainer und die Heimtrainer miteinander streiten? Besteht da nicht teilweise in der Praxis zu viel Konkurrenz zueinander?</p>
<p><strong>Dagmar Freitag (SPD/DLV-Vizepräsidentin)<br />
</strong>„Der Wissenstransfer weist doch wohl Defizite auf? Wie funktioniert der tatsächliche Wissenstransfer? Wie ist die Aufnahmebereitschaft unser heutigen Trainerinnen und Trainer? Es gibt eine Menge von modernen Kommunikationstechniken, und zwar nicht erst seit letzter Woche. Wie funktioniert das konkret und welche Verbesserungsvorschläge gibt es?&#8221; Will Genaueres zum Thema Bachelor für Trainer wissen. Und zur Frage der Prämierung &#8211; auch an die Entdecker von Olympiasiegern: „Entdecker? Wen suchen wir? Den oder die Grundschullehrerin, der/die gesagt hat, Kind du bist talentiert. Oder wen?&#8221; </p>
<p><strong>Detlef Parr (FDP)<br />
</strong>Zitiert einige erschreckende Fakten aus der Trainerstudie:</p>
<blockquote><p><strong>„Mehr als ein Viertel der Spitzentrainer zählt zu den Informationsabstinenten. Das hat mich fast vom Stuhl gehauen.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Gründe: zu hohe Belastung, die meisten sind Teilzeittrainer, haben noch einen Beruf. Will mehr über das Sabbatjahr wissen? Zu Vesper: Personalentwicklung in Verbänden, in der Trainerschaft &#8211; sind diese Themen Bestandteil der <a href="http://jensweinreich.de/?p=2366" target="_self"><strong>(geheim gehaltenen)</strong></a> Zielvereinbarungen zwischen BMI, Verbänden, DOSB? An den parlamentarischen Staatssekretär Christoph Bergner (CDU): Kettenarbeitsverträge, kommt man da raus? <em>(Interessant auch für den Fall Goldmann. Bergners Antwort habe ich leider verpasst. Vielleicht ist es in einem der verlinkten Berichte erwähnt.)</em></p>
<p><strong>Katrin Kunert (Die Linke)<br />
</strong>Was hat sich seit 1992 im deutschen Sport im Trainerbereich verändert? Angestellte Trainerinnen verdienen 1000 Euro weniger. Ist überhaupt nicht hinnehmbar? Gibt es Unterschiede zwischen den Sommersportarten und den Wintersportarten? Verhältnis von Heimtrainern und Bundestrainern? Es werden laut Mallow im DLV keine Arbeitszeiten für Trainer festgelegt:</p>
<blockquote><p>„Da frage ich mich: wo sind eigentlich die Gewerkschaften?&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen)<br />
</strong>Paradoxe und widersprüchliche Ausführungen hat er gehört. Von den Trainer wird verlangt: Hohe Spezialisierung &#8211; viel Allgemeines. Höchste Erwartungen &#8211; prekäres Beschäftigungsverhältnis. Sport wird immer professioneller, Trainer haben semiprofessionelle Bedingungen, im Grunde. </p>
<p><strong>Eberhard Gienger (CDU/DOSB-Vizepräsident)<br />
</strong><em>(Beweist sich einmal mehr als Lobbyist, der er ist, sorry, aber zunächst gibt er eine kleine Antwort in seiner Eigenschaft als DOSB-Vizepräsident für Leistungssport und nicht als MdB an die rechts von ihm sitzende Kollegin Freitag.)</em> Zuständige Gremien müssen Lösungen finden. <em>(Ah. Ja.)</em> „Ist es denn wünschenswert, Herr Mallow, dass man ein solches einheitliches Trainerbild kreiert? Also ein Berufsbild, wenn man Trainer ist, ist man so etwas wie Bäcker oder Metzger, also ein richtiges Berufsbild, was steckt dahinter?&#8221; Zu Mester: „Ist es wünschenswert, dass die Trainer von den Universitäten herunter kommen? Gewisser Maßen der akademische Grad des Trainers eingeführt wird.&#8221; Bundeswehr/Bundespolizei: soll das noch ausgebaut werden? <em>(Fragt er seine eigenen Leute)</em></p>
<p><strong>Peter Danckert (SPD)<br />
</strong>„Die größte Baustelle des Spitzensports ist die Aus- und Weiterbildung der Trainer. Was mich ratlos lässt: keiner hat mir eine Antwort gegeben, wie das Gebilde, das um den Trainer herum aufgebaut werden soll, eigentlich aussieht? Wie muss das strukturiert sein? Brauchen wie ein mit staatlichen Mitteln finanziert und ausgestattetes Trainerinstitut? Ein großes Trainingszentrum? Ist damit nicht den Sportlern sehr viel mehr gedient, als wenn sie ihren Heimtrainer haben, der weiß, wie viel Übungen es zu machen gilt, aber der andere Fähigkeiten gar nicht haben kann?</p>
<p>Ermahnt den FDP-Kollegen Parr: „Kannst Du mal die Zwischenbemerkungen lassen?&#8221; Parr, beleidigt, petzt: „Das war nicht ich, das war der Kollege Hermann.&#8221;</p>
<p><em>(Danckert stellt eine ganz erstaunliche, aber angesichts der vielen ungelösten Fragen, haarsträubenden Probleme und der wenigen Lösungsangebote naheliegende Frage, wenngleich es ein wenig nach Staatssport klingt)</em></p>
<blockquote><p><strong>Ist das richtig, dass das unter der Ägide des DOSB läuft? Ist das nicht eine gesamtstaatliche Aufgabe?</strong></p></blockquote>
<p><strong>Joachim Mester<br />
</strong>Verdeutlicht die Unterschiede in Mentalität, Tradition und Bereitschaft, Trainerjob mit Wissenschaft zu verbinden, an zwei Beispielen. Das <a href="http://www.acsm.org" target="_blank">American College of Sports Medicine</a> (ACSM) habe rund 50 Prozent Mitglieder aus der Trainerschaft. Das europäische Pendant <span style="text-decoration: line-through;">ACSS </span><em><span style="text-decoration: line-through;">(habe die Abkürzung möglicherweise falsch verstanden)</span></em> <a href="http://www.ecss.de/" target="_blank">European College of Sport Science</a> (ECSS) dagegen nur drei Prozent.  Wie weiter verfahren: Von oben nach unten zu läuft das nicht. „Ich würde empfehlen: einfach mal solche Expertenteams zu machen und mit den Verbänden arbeiten zu lassen.&#8221; Bottom-up-Initiativen! Breit aufgestellt!</p>
<blockquote><p><strong>„Auch wir sind an vielen Stellen ratlos. Es lassen sich wenig Lösungen finden, die das Problem strukturell lösen können. Ich kenne keine.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Das Wissen steht zur Verfügung, es kostet nichts. Ich muss es verarbeiten können, ich muss es verstehen, sonst führt es zu Verunsicherungen.</p>
<p><strong>Lutz Nordmann<br />
</strong>Wissenstransfer, Defizit? „Möglicherweise. Man darf sich Trainerausbildung nicht als Bildungskino vorstellen! Der Trainer muss wissen, wie ein Knie aufgebaut ist. Aber er muss es nicht operieren können.&#8221;</p>
<p><strong>Ansgar Thiel<br />
</strong>Wir haben nur Spitzentrainer befragt, von C-Kader aufwärts, sozusagen erste Bundesliga. Wir wollen keine Verbände desavouieren. Man kann Verbände nicht miteinander vergleichen, monetäre, sachliche Ressourcen. Bsp. Nordischer Skiverband, die sind als Nationalmannschaft mit dem Trainer fast das ganze Jahr zusammen &#8211; vgl Leichtathletik, dezentral, ein Athlet hat dann vier unterschiedliche Ansprechpartner.</p>
<p>Zum Informationsschock von Parr: zu geringe Vernetzung von universitärer Forschung und Trainerpraxis. Manche Erkenntnisse, die in der Wissenschaft drei, vier Jahre existieren, kommen einfach nicht in der Praxis an. Es gibt da keine Info-Netzwerke, Strukturen sind einfach nicht geschaffen, Trainern allein überlassen, ob sie sich vernetzen oder nicht, ob sie sich weiterbilden oder nicht, kann es nicht sein. Arbeitgeber sind gefordert, Weiterbildungsrichtlinien zu erarbeiten. „Ein Drittel aller Befragten hat noch nie eine Hospitation gemacht.&#8221; Gibt nicht so viele vergleichbare Studien. In den USA ist der Anteil der hochschulausgebildeten Trainer deutlich höher. In Kanada und den USA ist die Weiterbildung besser. Kein Modell für Lösung dieses komplexen Problems, aber man kann lernen von anderen Ländern, Systemen, Sportverbände sollte voneinander lernen. Schwierigkeiten bei der Studie, für die 1812 Trainer (ab C-Kader aufwärts) und 616 Funktionäre befragt wurden:</p>
<blockquote><p><strong>„Manche Heimtrainer mussten wir über sehr, sehr viele Umwege herausfinden, weil sie in der Zentrale gar nicht bekannt waren.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><strong>Jürgen Mallow<br />
</strong>Woran wir keinen Mangel haben: Wir haben in aller Regel hochidealistisch engagierte Trainer. Der Mangel ist trotzdem nicht zu beseitigen. Patchwork-Trainer. Arbeitszeitregelung sinnvoller Weise abgeschafft. Es ist nicht sonderlich motivierend, wenn ein Trainer Woche für Woche zehn bis zwanzig Überstunden schreibt und sowieso weiß, er wird nie Geld dafür sehen, er wird auch nie diese Stunden abbummeln können. „Wenn wir das mit einer auch nur annähernd akzeptablen Arbeitszeiten, dann brauchen wir erheblich mehr Stellen.&#8221;</p>
<p>Zahlen des DLV seit 1992: Zunächst 50, dann runter auf 25, jetzt 32,5 hauptamtliche Trainerstellen. Vergleich Skiverband: Er sagt 250 hauptamtliche Trainer. 7,8 Prozent seiner Grundfördermittel gibt DLV aus für Weiterbildung &#8211; trotzdem bleibt am Ende der Mangel. „Das Wesentliche: Wir haben keinen Arbeitsmarkt!&#8221; Verschleißtatbestand nach zehn, fünfzehn, 20 Jahren &#8211; was soll denn einer machen, wenn er hauptamtlicher Hammerwurftrainer war? Wir haben keine hauptamtlichen Nachwuchstrainerstellen. Wenn man weg will von der derzeitigen Überforderung muss man einen  Arbeitsmarkt schaffen. Mangelbeseitigung erfordert strukturierte Optimierung, da sehe ich auch bei uns noch Chancen.</p>
<blockquote><p><strong>„Den Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Dazu wirft Danckert ein: „Das wird morgen die Überschrift in den Zeitungen, das sehe ich schon.&#8221; <em>(Hier im Blog habe ich ihm den Gefallen getan. Gern geschehen.)</em></p>
<p><strong>Michael Vesper<br />
</strong>Ein Großteil der Probleme hängt an den vorhandenen Mitteln. Prämie nach unseren Vorstellungen 50.000 &#8211; aber nicht nur an aktuellen Trainer, Konzept erarbeitet, der jeweilige Verband schlägt sehr konkret vor, an welche Beteiligten diese Prämie ausgezahlt werden soll. Athleten von der Sporthilfe 15.000 Euro. Ist im internationalen Vergleich relativ wenig. Zum Trainerbeirat: „Der ist abgeschafft worden, da war ich noch gar nicht im Amt, um die Gremienvielfalt verschlanken.&#8221; Der Beirat Leistungssport, zu dem auch Mallow gehört: „Das ist jetzt eigentlich der Ort, um all diese Fragen zu diskutieren.&#8221; Teil der Zielvereinbarungen sind auch die Personalkonzepte. „Konsequenzen aus dieser Studie konnten wir noch nicht einarbeiten.&#8221; </p>
<p><strong>Christoph Bergner<br />
</strong><em>(Musste kurz aus dem Saal, habe einiges nicht mitbekommen.)</em> Wenn es um die Flexibilität hinsichtlich Nachverwendung geht &#8230; Verschleißtatbestände müssen berücksichtigt werden. Finanzierung Trainerakademie: Aktuell 260.000 Euro Sockelfinanzierung. Bundesrechnungshof hat gefordert, Finanzierung der TA noch stärker bedarfsgerecht sicherzustellen. Von 2008 auf 2009 Mittel für Aus- und Weiterbildung: 280.000 auf 490.000 Euro gestiegen. </p>
<p><strong>Peter Rauen (CDU)<br />
</strong>„Da wo wir dezentral arbeiten, sind wir weniger erfolgreich.&#8221; Erinnert an Japaner, nachdem die 2004 in Athen so erfolgreich waren, haben wir uns das angeguckt. <em>(Sportausschuss-Mitglieder waren in Japan. Die Ausführungen sind etwas verworren, wenn ich es recht verstanden habe, glaubt Rauen, man müsse nur zentraler arbeiten und ein bisschen rigoroser vorgehen, dann wird das schon. Oder so ähnlich. Jedenfalls führt er immer wieder den Vergleich Wintersport/Sommersport vor, vergisst da aber offenbar, dass es sich bei den erfolgreichen deutschen Wintersportlern fast nur um Sportsoldaten handelt, die in Disziplinen erfolgreich sind, in der es teilweise keinen wirklichen weltweiten Wettbewerb gibt.)</em> </p>
<p><strong>Peter Danckert<br />
</strong>Man darf nicht nur Steuermittel erwarten, sondern muss dafür auch ein schlüssiges Konzept bieten!</p>
<blockquote><p><strong>„Wenn es dem Sport nicht gelingt, hier Abhilfe zu schaffen, dann weiß ich nicht, wie wir dem Parlament gegenüber diese Ausgaben rechtfertigen sollen. So wie sich diese Baustelle im Moment darstellt, kann sie nicht bleiben.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Zum Teilergebnis der Studie, dass fest angestellte Trainerinnen im Schnitt 1000 Euro weniger verdienen als Trainer, sagt er: „Ich finde es skandalös. Ich bitte, das Ministerium hier einen Ausgleich zu schaffen!&#8221;</p>
<p><strong>Dagmar Freitag<br />
</strong>Bittet Vesper, ihnen das Konzept kurzfristig zuzuleiten. <em>(Wie gemein: Gibt es eins?)</em></p>
<p><strong>Winfried Hermann<br />
</strong>Frage der Zentralisierung in einem föderalen System, leichter gesagt als getan. Sport ist das Zerrbild der Föderalisierung. Wir müssen neue Kompetenznetzwerke aufbauen.</p>
<p><strong>Michael Vesper (DOSB)<br />
</strong>Konzentration: Wintersport ist auch deshalb erfolgreicher als der Sommersport, weil die Zentren konzentrierter sind. Das sei alles nicht so einfach. Nennt große Leistungszentren: Kienbaum, Warendorf, Wiesbaden (Schießen). „Aber unsere Athleten machen doch in aller Regel noch etwas anderes.&#8221; Meint: Berufliche Ausbildung. „Ein entscheidendes Problem: was Bundestrainer und Sportdirektoren vorgeben an modernsten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen muss durch die Heimtrainer umgesetzt werden. Diese Verbindlichkeit versuchen wir hinzukriegen.&#8221; Nicht einen Trainer mit 50.000 Euro prämieren, sondern im Grunde genommen an den Verband die 50.000 Euro zu geben. Wir arbeiten seit Gründung des DOSB an einem stärkeren wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport. <em>(Was einige Wissenschaftler im Raum mit Raunen und Grinsen quittieren. Haben sie etwa davon noch nichts gemerkt? Oder malt Vesper sich die Wirklichkeit schön?)</em></p>
<p>Im Prinzip war&#8217;s das, bis auf wenige Anmerkungen sollten die wichtigsten Passagen der Diskussion erwähnt sein. Frage jetzt nur niemand nach Schlussforderungen oder einem Ergebnis der Anhörung. Mal sehen.</p>
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		<title>Forschungsprojekt Doping</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Oct 2008 10:44:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Brandaktuell, ganz frisch aus dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft: Jetzt wollen es die deutschen Sportorganisatoren wissen und schreiben ein hübsches Projekt aus, immerhin: &#8220;Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation&#8221; Der Kontext interessiert mich. Legitimation? Hat jemand Lust, sich zu bewerben? Das Projekt wird immerhin über 36 Monate finanziert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Brandaktuell, ganz frisch aus dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft: Jetzt wollen es die deutschen Sportorganisatoren wissen und schreiben ein hübsches Projekt aus, immerhin:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Der Kontext interessiert mich. Legitimation? Hat jemand Lust, sich zu bewerben? Das Projekt wird immerhin über 36 Monate finanziert, zehn Prozent Eigenmittel vorausgesetzt.</p>
<p>Was man beachten sollte:<span id="more-1330"></span></p>
<blockquote><p><em>Einleitung</em><br />
Doping wird in Deutschland seit den 50er Jahren als Problem des Spitzensports formuliert, wobei die Kriterien seiner Kennzeichnung und die Methoden seiner Bekämpfung in den fünf Jahrzehnten zeitgemäßen Voraussetzungen und Möglichkeiten entsprachen. Eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Entwicklung ist nicht nur eine zentrale Voraussetzung für die aktuelle Arbeit von Vereinen, Verbänden und der Sportpolitik, sondern auch von wesentlicher Bedeutung für die Glaubwürdigkeit des Leistungssports in der Zukunft. Mit der Aufarbeitung von Dopingpraxen in der DDR hat Deutschland einen ersten wichtigen Beitrag dazu geleistet. Mit diesem Projekt „Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation&#8221; werden die Entwicklungen von 1950 bis zur Wiedervereinigung in Westdeutschland und anschließend Deutschland beleuchtet. Dabei sind neue Forschungsperspektiven wie aus der Medizin, Biochemie, Trainingswissenschaft, Pädagogik, Soziologie und Philosophie bedeutsam. Dadurch wird unter Nutzung der bisherigen Veröffentlichungen zum Sport in der DDR ein Vergleich der jeweiligen Entwicklungen Westdeutschlands und der DDR möglich. Das Ziel des Projekts ist eine vorbehaltlose, umfassende Aufklärung und Systematisierung des Phänomens in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart.</p>
<p><em>Problembeschreibung</em><br />
Für den Spitzensport ist Leistung konstitutiv. Entsprechend ist eine erfolgreiche Bilanz für Athletinnen und Athleten, das Team, den Verband und bei internationalen Wettkämpfen für die Nation von hoher Bedeutung. Durch diese prinzipielle Option zur Optimierung erhält das Doping einerseits seine zentrale Bedeutung im Leistungssport. Andererseits gefährdet seine Praxis nicht nur die Gesundheit der Akteure, sondern zerstört als illegitimes Mittel das besondere Handlungssystem des Sports. Aus verschiedenen Blickwinkeln und zeitlichen Perspektiven werden diese konstitutiven Bedingungen individualisiert oder globalisiert. Aufgabe des Projekts ist es, die Komplexität der Voraussetzungen und Bedingungen konkreter Doping-Praxis über eine Zuschreibung individuellen, abweichenden Verhaltens hinaus als eine Verkettung von unterschiedlichen Akteursinteressen bzw. systemimmanenten Funktionen vorrangig im Spitzensport, in den Massenmedien und in der Pharmaindustrie herauszuarbeiten.</p>
<p><em>Zielstellung</em><br />
Ziel des Forschungsprojekts ist die Beschreibung der Komplexität der Thematik Doping, seiner Voraussetzungen, Bedingungen und Wirkungen im Zeitraum zwischen 1950 und 2007. Die Ergebnisse sollen Aufklärung über ein teilweise sich im Dunkelfeld befindendes Phänomen und deren Einzelfälle in Gänze leisten und dieses in einen sozialgeschichtlichen Kontext bringen.</p>
<p><em>Erwartete Leistungen</em><br />
Es wird ein theoretisch-methodisches Rahmenkonzept erwartet, welches offen genug ist, die jeweiligen historischen Bedeutungszusammenhänge zu rekonstruieren und eine Beurteilung von Einzelfällen und Systemeffekten im jeweiligen Kontext seiner Zeit und aus heutiger Sicht zu ermöglichen. Es sind in die Analyse mindestens die vier besonders relevanten Handlungs- (Wirkungs-)felder des Spitzensports &#8211; Wirtschaft, Wissenschaft, Recht und Politik &#8211; mit ihren Diskursen (wertethisch-anthropologisch, gesellschaftskritisch, medizinisch-naturwissenschaftlich, systemtheoretisch) einzubeziehen. Zur Systematisierung und Struktu-rierung der Daten sind aussagekräftige zeitliche Phasen herauszuarbeiten. Bei der Aufarbeitung der Daten soll über z.B. sich überlappende zeitliche Phasen sichergestellt werden, dass strukturelle Bedeutungen sichtbar werden.</p></blockquote>
<p>Klingt nicht so übel, wurde erstaunlicher Weise vom DOSB initiiert. Mal sehen, was das bedeutet. Ich hoffe sehr, dass ausnahmsweise die richtigen Wissenschaftler den Auftrag bekommen. Diejenigen, die sich bisher wirklich um das Thema bemüht haben (nein, nicht die in Freiburg) - eher Kräfte wie <a href="http://jensweinreich.de/?p=297" target="_self">Karl-Heinrich</a> <a href="http://www.ifs-tud.de/ifs/Arbeitsbereiche/Sportsoziologie/Bette/profil.html" target="_blank">Bette</a>, Giselher Spitzer oder <a href="http://www.contradoping.de/j2/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=44&amp;Itemid=34" target="_blank">Gerhard Treutlein</a>. Nicht <a href="http://www.presseportal.de/story.htx?nr=970556&amp;ressort=5" target="_blank">solche</a> <a href="http://www.sportwissenschaft.de/index.php?id=1007" target="_blank">Krügers</a>.</p>
<p>Noch dies: <a href="http://www.bisp.de/cln_099/nn_15924/SharedDocs/Downloads/Ausschreibungen/Ausschreibung__Doping1950ff,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Ausschreibung_Doping1950ff.pdf" target="_blank">hier geht&#8217;s zur Ausschreibung</a>.</p>
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