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	<title>jens weinreich &#187; sportbetrug</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>&#8220;Change FIFA!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 12:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir wissen ja nun alle, dass sich der FuÃŸball-Weltverband FIFA gemÃ¤ÃŸ seines Alleinherrschers @seppblatter in bester Verfassung befindet. Krise? NÃ¶. Korruption? Only some difficulties, kreiert von LÃ¼genjournalisten. Komischerweise wÃ¤chst auÃŸerhalb der nach mafiÃ¶sen GesetzmÃ¤ÃŸigkeiten strukturierten FIFA-Familie der Widerstand gegen Sepp und seine Wahrheitsallergiker. Mal sehen, wozu Social Media fÃ¤hig ist. Bisher hat es nur noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wissen ja nun alle, dass sich der FuÃŸball-Weltverband FIFA gemÃ¤ÃŸ seines Alleinherrschers @<a title="Social Media oder Fragen an @SeppBlatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/social-media-oder-fragen-an-seppblatter/" target="_self">seppblatter</a> in bester Verfassung befindet. Krise? NÃ¶. Korruption? Only some difficulties, kreiert von <a title="KrÃ¶nungsmesse fÃ¼r den FIFA-Paten im Ozean der SolidaritÃ¤t" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/live-blog-aus-zurich-kronungsmesse-fur-den-fifa-paten/" target="_self">LÃ¼genjournalisten</a>.</p>
<p>Komischerweise wÃ¤chst auÃŸerhalb der nach mafiÃ¶sen GesetzmÃ¤ÃŸigkeiten strukturierten FIFA-Familie der Widerstand gegen Sepp und seine Wahrheitsallergiker. Mal sehen, wozu Social Media fÃ¤hig ist. Bisher hat es nur noch niemand so richtig versucht.</p>
<p>Es gibt viele Initiativen derzeit, aber noch rollt der Tsunami nicht richtig. ChangeFIFA (<a title="Change FIFA on Twitter" href="http://twitter.com/#!/changeFIFA" target="_blank">Twitter-Account</a>, <a title="Change FIFA on Facebook" href="http://www.facebook.com/changeFIFA" target="_blank">Facebook-Page</a>) ist nur eine dieser Initiativen:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/25/change-fifa/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Schaun mer mal, wo das noch hinfÃ¼hrt. Heute Abend gibt es bei der Junioren-WM in DÃ¤nemark jedenfalls eine Anti-Blatter und Anti-FIFA-Demo.</p>
<p>Ob sich der Sepp morgen bei der ErÃ¶ffnung der Frauen-WM, die in deutschen Medien in vorauseilendem Gehorsam gern auch FIFA-WM genannt wird, an Applaus erfreuen darf? Werden die SicherheitskrÃ¤fte Anti-Blatter und Anti-FIFA-Plakate verbieten? Die Stadion-Regie wird gewiss darauf aus sein, jegliche Missfallensbekundungen des Publikums zu unterbinden, optisch und akkustisch.</p>
<p>Haben FrauenfuÃŸball-Fans Ã¼berhaupt eine Meinung zur flÃ¤chendeckenden Korruption in der FIFA-Familie?</p>
<p>Die Initiatoren von ChangeFIFA bieten ihre Hilfe an, fÃ¼r alle, die am Sonntag noch gegen Sepp und seine Machenschaften Stellung beziehen wollen.</p>
<p>Ich fahr&#8217; dann mal los ins Olympiastadion, Sepp und Makudi treffen.</p>
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		<title>live-Blog aus ZÃ¼rich: &#8220;We are not in a crisis!&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 07:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÃœRICH. Und es sprach der GroÃŸe Vorsitzende: Crisis? What is a crisis? We are not in a crisis! We are only in some difficulties. And the difficulties will be solved, will be solved inside our family. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Ich musste wirklich lachen. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÃœRICH. Und es sprach der GroÃŸe Vorsitzende:</p>
<blockquote><p><strong>Crisis? What is a crisis? We are not in a crisis! We are only in some difficulties. And the difficulties will be solved, will be solved inside our family.</strong></p></blockquote>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Ich musste wirklich lachen. Und ich kann meine Herkunft nicht verleugnen. Die pathologische SturkÃ¶pfigkeit, mit der Sepp gestern seine Pressekonferenz bestritt, erinnerte mich an den hier &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>&#8230; und den hier &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>&#8230; und den hier <em>(Danke SH fÃ¼r den Hinweis)</em> &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>&#8230; und den hier &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Das Ende der Geschichte ist bekannt.</p>
<ul>
<li>Auf dem <a title="NYT: Goal" href="http://goal.blogs.nytimes.com/2011/05/30/blatters-news-conference-live/" target="_blank">Soccer Blog der New York Times</a> steht das Transkript dieser denkwÃ¼rdigen &#8220;Pressekonferenz&#8221;</li>
</ul>
<p>Wobei das nicht ganz sauber ist, es fehlt einiges. Zum Beispiel hat sich Blatter mit den Worten verabschiedet, dass er selbst noch Mitglied der AIPS sei, des Weltverbandes der Sportjournalisten.</p>
<p>Keine Ahnung, was er damit sagen wollte. Ich bin Ã¼brigens kein AIPS-Mitglied.</p>
<p>Ich will auch heute versuchen, die Ereignisse halbwegs regelmÃ¤ÃŸig im Blog zu begleiten. (Hatte gestern ein arges technisches Problem mit dem Laptop, die das Bloggen und das Artikelschreiben schwer behindert haben. Das Problem lÃ¤sst sich nicht beheben, ich muss schwer improvisieren.)</p>
<p>Wichtigster Termin, Tsunami-Warnung, ist um 14 Uhr im Grand Hotel Dolder die Pressekonferenz, auf der ausgerechnet Jack Dokumente (inklusive KontoauszÃ¼ge etc) vorlegen will, um Korruptionszahlungen in HÃ¶he von 20 Millionen Dollar an vier Exekutivmitglieder zu beweisen. Es geht, natÃ¼rlich, um die WM 2022 in Katar. Und, so viel kann ich mal sagen, endlich nÃ¤hern wir uns den wirklichen Dimensionen des Betrugs an.</p>
<p>Einstweilen,Â LektÃ¼re, Lesebefehle!</p>
<ul>
<li>Die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/administration/news/newsid=1444139.html" target="_blank">Behauptungen</a> des FIFA-GeneralsekretÃ¤rs und Wahrheitsallergikers Jerome Valcke zu seiner Email an Jack Warner, in dem er schrieb, Katar habe die WM 2022 gekauft:</li>
</ul>
<blockquote><p>Herr Warner hat eine E-Mail verÃ¶ffentlicht, die ich ihm geschickt habe. Ich mÃ¶chte klarstellen, dass ich in E-Mails â€“ die naturgemÃ¤ÃŸ ein &#8220;leichteres&#8221; Ausdrucksmittel sind â€“ gelegentlich einen wesentlich weniger formalen Ton verwende als bei anderen Formen der Korrespondenz. Dies vorausgeschickt, wollte ich in besagter E-Mail in Bezug auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 zum Ausdruck bringen, dass die erfolgreiche Bewerbung finanzielle StÃ¤rken beim Werben um UnterstÃ¼tzung genutzt hat. Es handelte sich um einen Kandidaten mit sehr wichtigem Budget, welches eingesetzt wurde, um die Kandidatur auf der ganzen Welt sehr wirkungsvoll zu bewerben. Weder habe ich mich zu irgendeinem Zeitpunkt auf den Kauf von Stimmen oder auf anderes unethisches Verhalten bezogen, noch hatte ich die Absicht, dies zu tun. Ferner mÃ¶chte ich klarstellen, dass es, wie ich gestern bereits sagte, bei der FIFA keinerlei Ermittlungen hinsichtlich der Vergabe der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 gibt.</p></blockquote>
<ul>
<li>Charles Sale zeigt in der Daily Mail auf, dass Jack the Ripper sich von der Ãœberweisung Bin Hammams das Ã¼bliche Drittel abzweigte:Â <a title="Daily Mail" href="http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-1392575/FIFAs-Jack-Warner-diverted-Caribbean-Football-Union-travel-funds-CHARLES-SALE.html#ixzz4OeWm1nT8" target="_blank">FIFA&#8217;s Jack Warner &#8216;diverted Caribbean Football Union travel funds&#8217;</a></li>
</ul>
<p>Das kennt man seit Jahrzehnten. Ein Teil ALLER Ãœberweisungen geht stets an die CFU bzw direkt an Jack.</p>
<ul>
<li>Elmar Wagner in der NZZ: <a title="NZZ" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/400_hundert-dollar-noten_1.10761729.html" target="_blank">400 Hundert-Dollar-Noten.</a> Wie der FIFA-PrÃ¤sidentschaftskandidat Bin Hammam Stimmen kaufen wollte.</li>
</ul>
<p>Ooops, da hat die Ethikkommission wohl was durchgesteckt.</p>
<blockquote><p>Aufschlussreich ist bereits die Vorgeschichte jenes Spezialkongresses in der Karibik. Eigentlich war vorgesehen, dass der Fifa-PrÃ¤sidentschafts-Kandidat Bin Hammam am offiziellen Kongress der Concacaf am 2. Mai in Miami anwesend ist, um dort Wahlkampf zu betreiben. Die Concacaf umfasst die zentral- und nordamerikanischen sowie karibischen FussballverbÃ¤nde und versammelt 35 Delegiertenstimmen. Doch zum Besuch Bin Hammams in Miami kam es schliesslich doch nicht â€“ offiziell, weil der Katarer das Visum fÃ¼r die Einreise zu spÃ¤t erhalten hatte.</p>
<p>Aufgrund der Unterlagen im Dossier wird ersichtlich, dass Bin Hammam gar nie beabsichtigte, nach Miami zu reisen. Denn schon am 1. April fragte er den Concacaf-PrÃ¤sidenten Jack Warner, ob er einen eigenen Kongress in Trinidad veranstalten dÃ¼rfe. Warner sagte gemÃ¤ss der vorliegenden E-Mail-Faksimiles zu, wies aber darauf hin, dass Bin Hammam fÃ¼r die Reisekosten der Delegierten aufkommen mÃ¼sse. Der Concacaf-GeneralsekretÃ¤r Chuck Blazer warnte in einer E-Mail davor, dass dieses Vorgehen ethisch nicht vertretbar sei. Warner schrieb: Â«Ich will es aber so.Â»</p></blockquote>
<ul>
<li>Der <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/mm/document/affederation/administration/01/44/40/85/jdqcreview-summary.pdf" target="_blank">&#8220;Untersuchungsbericht&#8221;,</a> in dem die Ã„uÃŸerungen von Lord Triesman zur Korruption bei der WM-Vergabe 2018 und 2022 behandelt und ins Reich der Fabel verbannt werden</li>
</ul>
<p>Schade eigentlich, dass Sepp die Dokumente zum ISL-Bestechungsskandal, etwa die EinstellungsverfÃ¼gung, nicht auch verÃ¶ffentlichen lÃ¤sst. Gegen VerÃ¶ffentlichung der EinstellungsverfÃ¼gung, in der die Namen jener genannt werden, die 5,5 Millionen Schweigegeld an die Staatskasse gezahlt haben, verhindert die FIFA seit Monaten durch Einsatz teuerster Schweizer AnwÃ¤lte.</p>
<ul>
<li>Dazu der Artikel von Jean-Francois Tanda: <a title="tagesanzeiger.ch" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wie-die-Fifa-die-Namen-bezahlter-Funktionaere-geheim-halten-will/story/30396858" target="_blank">Wie die FIFA die Namen bezahlter FunktionÃ¤re geheim halten will</a></li>
</ul>
<p>tbc</p>
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		</item>
		<item>
		<title>live-Blog aus ZÃ¼rich: Jack the Ripper on revenge trail</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/30/live-blog-die-ehrenwerte-familie-1/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 May 2011 06:56:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÃœRICH. Moin, moin, willkommen am Hauptsitz der FIFA-Mafia. Nach einem selten bizarren Erlebnis gestern Abend, der Pressekonferenz der so genannten FIFA-Ethikkommission, flankiert vom LÃ¼genbaron Jerome Valcke, FIFA-GeneralsekretÃ¤r, werde ich an den kommenden drei Tagen bis zur KrÃ¶nungsmesse halbwegs live bloggen. Es gibt mit boshafter RegelmÃ¤ÃŸigkeit Links und Schnipsel und Dokumente des Grauens &#8211; und vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10345" title="crush FIFA!" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/05/FIFA_ftgftf_2A.gif" alt="" width="414" height="255" /></p>
<p>ZÃœRICH. Moin, moin, willkommen am Hauptsitz der FIFA-Mafia. Nach einem selten bizarren Erlebnis gestern Abend, der Pressekonferenz der so genannten FIFA-Ethikkommission, flankiert vom LÃ¼genbaron Jerome Valcke, FIFA-GeneralsekretÃ¤r, werde ich an den kommenden drei Tagen bis zur KrÃ¶nungsmesse halbwegs live bloggen. Es gibt mit boshafter RegelmÃ¤ÃŸigkeit Links und Schnipsel und Dokumente des Grauens &#8211; und vielleicht sogar einige Gedanken. Who knows. Es wird auf jeden Fall ein ziemlich langer Beitrag. Also, immer mal aktualisieren und ans Ende scrollen.</p>
<p>Ehre wem Ehre gebÃ¼hrt: Beginnen wir mit Petrus Damaseb aus Namibia, dem stellvertretenden Chef der &#8220;Ethikkommission&#8221;.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/30/live-blog-die-ehrenwerte-familie-1/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Hier kann man die komplette Pressekonferenz, die vom FIFA-Kommunikationsverhinderer Nicolas Maingot wie Ã¼blich resolut beendet wurde, <a title="FIFA PK 29. Mai 2011" href="http://streamstudio.world-television.com/CCUIv3/frameset.aspx?ticket=645-676-9890&amp;target=en-default-&amp;status=ondemand&amp;browser=ns-0-0-0-10-0&amp;stream=flash-video-300" target="_blank">sehen und hÃ¶ren</a>.</p>
<p>NatÃ¼rlich ist diese &#8220;Ethikkommission&#8221; kein unabhÃ¤ngiges Gremium, sondern eine lÃ¤cherliche Institution, die sich fÃ¼r den bislang grÃ¶ÃŸten Schmiergeldskandal der Sportgeschichte, die <a title="alle BeitrÃ¤ge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">141 ISL-Millionen</a>, nicht interessierte &#8211; warum auch, schlieÃŸlich zahlte die FIFA 5,5 Millionen Franken Schweigegeld (und mehr), um die Namen von SchmiergeldempfÃ¤ngern geheim zu halten. Kurz noch einige Argumente und HintergrÃ¼nde, nichts Neues fÃ¼r Stammleser:</p>
<ul>
<li><a title="Stil- und Textkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/  " target="_self">Stil- und Textkritik: der FIFA-Ethikcode</a></li>
<li><a title="update: Korruption in der FIFA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/" target="_self">update: Korruption in der FIFA</a></li>
</ul>
<p>Ãœber die Entscheidungen der &#8220;&#8221; habe ich fÃ¼r den Deutschlandfunk gestern das SportgesprÃ¤ch mit dem Schweizer Nationalrat <a title="Offener Brief an FIFA-Boss Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/" target="_self">Roland</a> <a title="Roland BÃ¼chel" href="http://www.rolandbuechel.ch/" target="_blank">BÃ¼chel</a> (SVP) und <a title="WOZ: Seco untersucht FIFA" href="http://www.woz.ch/artikel/2011/nr12/wirtschaft/20519.html" target="_self">Carlos</a> <a title="Nation of Swine" href="http://nationofswine.ch/2011/01/12/der-mann-in-blatters-nacken/" target="_blank">Hanimann</a> von der WOZ gefÃ¼hrt:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/05/29/dlf_20110529_2331_d66cd384.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><a title="alle BeitrÃ¤ge von und mit Jack Warner" href="http://www.jensweinreich.de/category/jack-austin-warner/" target="_self">Jack Austin Warner</a> sagt dazu Ã¼brigens &#8211; Lesebefehl! (Gestern Nacht in den <a title="Bin Hammam pulls out ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/29/bin-hammam-pulls-out-step-back-morally-corrupt-sepp/" target="_self">Kommentaren</a> wie einige andere Lesebefehle natÃ¼rlich schon verlinkt.)</p>
<blockquote><p>I attended the FIFA enquiry today at 12 noon pursuant to a request made of me by FIFA to answer allegation made by Chuck Blazer, General Secretary of CONCACAF.</p>
<p>I have learned this evening via the media that I have been provisionally suspended by the FIFA Ethics Committee.  This has come both as a shock and surprise to me.  At the conclusion of the enquiry I specifically requested that I be notified of any decision as I had learned via the media before attending the hearing that a decision would be handed down at 5:00PM.  Despite leaving my contact details, up to this point, I still have not received any notification from the FIFA.</p>
<p>At the hearing I indicated that I submitted two written statements outlining my position.  I expressed my disappointment with the way in which the enquiry was conducted as I was given less than twenty four hours to submit a statement for consideration by the committee and, moreover, one of the five members of the Committee is from Uruguay and did not have the value of a translated version of my or Mr bin Hammam&#8217;s submission.  This lack of translation services brings into question the issue of due process.</p>
<p>In addition, FIFA did not have the courtesy to provide me with copies of the allegations before the hearing and it was only during the hearing were the allegations read to me.</p>
<p>At the hearing, among other things, I was asked about the special meeting with the CFU to hear Mr Bin Hammam and whether such a meeting was normal I indicated that President Blatter earlier this year had held a similar meeting in South Africa with thirty seven countries and no objections had been made of that to date.  In fact this has been the practice of FIFA in holding meetings with member countries before elections.</p>
<p>I denied the allegations that I made statements at the CFU meeting about gifts being given by Mr Bin Hammam.  I also indicated that at the Miami CONCACAF Congress on May 3rd Mr. Blatter made a gift of one million USD to CONCACAF to spend as it deems fit. This annoyed President Michel Platini who was present and he approached Secretary General Jerome Valcke complaining that Mr Blatter had no permission from the Finance Committee to make this gift to which Jerome replied that he will find the money for Mr Blatter.</p>
<p>I also indicated at the CFU meeting held in Trinidad on May 10 which was requested by Mr. Bin Hammam, FIFA through Mr. Blatter organised gifts of laptops and projectors to all members of the Caribbean and no objections have been made today of this to date.</p>
<p>In my statement I attached letters from thirteen Federations whose members attended the CFU Meeting where the allegations of gifts were made.</p>
<p>These statements from the 13 members denied the allegations that have been made against me and any participation of these individuals in the act complained of. While with regard to the allegation of payment only one statement was submitted by Collins &amp; Collins.</p>
<p>On May 18 when I realised that the political battle between Blatter and Bin Hammam was getting out of hand I wrote Secretary General Valcke telling him, among other things, that the outcome of the elections may cause some fracture in the Arab world  which we can ill afford now and that I will like to ask Bin Hammam to withdraw from the race. To which Jerome replied to me and I quote :</p>
<p>&#8220;For MBH, I never understood why he was running. If really he thought he had a chance or just being an extreme way to express how much he does not like anymore JSB. Or he thought you can buy FIFA as they bought the WC. I have a bet since day one, he will withdraw but on June 1st after his 10 min speech. By doing so he can say he push Blatter to make new commitments bla bla bla and get out under applause. Before means he is a looser. So&#8230;He will get some votes. Less than 60 today after CAF support. It will be the &#8220;coup de grace&#8221; if you would officially send a message as the CONCACAF President by saying CONCACAF supports unanimously. So I am not giving you an advice but just my feeling about what I think is the situation.&#8221;</p>
<p>Despite the plea from SG Valcke, I refused to give any advice about how CONCACAF will be voting.</p>
<p>At no time during this matter was I ever contacted by Mr. Blazer nor did he contact the Executive or the Emergency Committee of the CONCACAF and it is informative for one to look at Mr Blazer&#8217;s credibility by referring to the report of the NY District Court Judge in the matter between Master Card and Visa in the FIFA matter of 7th December 2006 .</p>
<p><em>(para 213) Mr. Blazer&#8217;s testimony was generally without credibility based on his attitude and demeanor on his evasive answers on cross-examination.</em></p>
<p><em>(para 214) Thus, for that reason and based on his evasive answers and his attitude and demeanor, Mr. Blazer&#8217;s testimony as the March 14, 2006 Marketing &amp; TV AG Board meeting is rejected as fabricated.</em></p>
<p>The complaints  made in this matter are politically motivated against Mr Bin Hammam and me and are designed, among other things, to cause serious prejudice and damage to both Mr Bin Hammam and myself at one of the most critical times for the FIFA.</p>
<p>It is also shocking that at the close of an inquiry at around 5:47pm when the decision was already delivered new evidence in the form of a fax from the Puerto Rico FF appears making allegations which were treated as part of the evidence in this matter. This further demonstrates in the way the enquiry was conducted and the prejudice against me.</p>
<p>The decision to suspend me is an abuse of the process and achieves no real purpose as stated in the decision and again demonstrates the bias of this enquiry.</p>
<p>I intend to say a lot more on this matter shortly.</p>
<p>In the meantime, I will vigorously defend my reputation as well as the reputation of the rest of the Caribbean members.</p>
<p>Respectfully submitted</p>
<p>Sgd Jack Warner</p></blockquote>
<p>Der Jack will doch nicht wohl doch einen Tsunami auslÃ¶sen, wie er versprochen hat? Ich kann es mir, ganz ehrlich, immer noch nicht vorstellen.</p>
<p>Sehr witzig Ã¼brigens, dass auch Jack (wie ich es gern tue) den Report des New Yorker Distriktgerichts im Visa-Mastercard-Skandal erwÃ¤hnt &#8211; denn da kommen sowohl Chuck Blazer als auch Jerome Valcke verdammt schlecht weg. LÃ¼gen Ã¼ber LÃ¼gen.</p>
<p>Mohamed Bin Hammam erklÃ¤rt:</p>
<blockquote><p><strong>Provisional ban is completely disproportionate â€“ lack of fair play</strong></p>
<p>Doha and Zurich, May 29, 2011 â€“ Mohamed bin Hammam acknowledged the decision taken today by the FIFA Ethics Committee. However, he fails to understand how despite him not being found guilty, but yet, he has been suspended.</p>
<p>â€œI have been referred to the Ethics Committee based on evidence which was strong enough in the views of the FIFA General Secretary for such procedure. However, the Ethics Committee in it&#8217;s meeting today did not find this evidence sufficient to convict me. Consequently, I should have been given the benefit of doubt but instead, I have been banned from all football activities.&#8221;</p>
<p>&#8220;I have been given the impression that the Ethics Committee is absolutely an independent committee, but in the press conference we have seen today, the General Secretary made clear that he is the one who has the influence in this Committee.&#8221;</p>
<p>During today&#8217;s press conference, FIFA General Secretary JÃ©rÃ´me Valcke commented on the decision of the FIFA Ethics Committee and presented new evidence against Mr. Bin Hammam which had not been part of the proceedings so far and which nobody was able to review. He did not hesitate to predict that other parties, in the new fully-fledged investigation, will proof the guiltiness of Mr. Bin Hammam. This is contradictory to the rules of justice by an allegedly independent commission.</p>
<p>Mohamed Bin Hammam said: â€œIâ€™m very disappointed about the way the status of the proceeding has been presented at the media conference. I am expecting that this will continue. This is not how I understand fair play. Iâ€™m reserving all my rights.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und weil ich die Visa-Mastercard-Sache nun schon erwÃ¤hnte (wie Jack), sie ist ja auch wichtig, um das FIFA-GeschÃ¤ftsgebaren zu beschreiben und Valcke als notorischen LÃ¼gner zu brandmarken &#8211; hier flink noch eine Summary reinkopiert, die ich vor einiger Zeit schon mal angeboten habe (<a title="Akute Wahrheitsallergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheitsallergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a>):</p>
<p>Valcke war damals FIFA-Marketingchef,Â <a title="FIFA fires four execs after MasterCard mess" href="http://sports.yahoo.com/soccer/news?slug=fifafirings" target="_blank">wurde<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a> <a title="FIFA-Pressemitteilung Dezember 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=108638.html" target="_blank">gefeuert<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a>, kam wenige Monate spÃ¤ter alsÂ <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=540197.html" target="_blank">GeneralsekretÃ¤r<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a> wieder, und der Sepp stellte es doch tatsÃ¤chlich so dar, als sei Valcke nie gefeuert worden.</p>
<p>Eine feine Analyse dazu gab es mal im Independent:</p>
<ul>
<li><a title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/people/profiles/jr244me-valcke-he-scored-the-worstever-own-goal-now-hes-running-football-398086.html" target="_blank">JÃ©rÃ´me Valcke: He scored the worst-ever own goal. Now heâ€™s running football<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a>-Â He lost his job in marketing at Fifa after a judge ruled he had lied over a sponsorship deal. But 10 months on, heâ€™s the boss. David Owen hears his comeback story</li>
</ul>
<p>Im Original liest sich dasÂ <a title="findlaw.com" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CC0QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Ffl1.findlaw.com%2Fnews.findlaw.com%2Fhdocs%2Fdocs%2Fsports%2Fmastercardfifa120706opn.pdf&amp;ei=69IATd73HI2MswaglvjyDg&amp;usg=AFQjCNEcSDUzVNAyXQ2N_ZtQspHuYgrkrg&amp;sig2=uMGJn6YFiYBdbH7bfnCFmQ" target="_blank">im ersten Urteil<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a> so:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>FIFAâ€™s negotiatorsÂ <strong><em>lied repeatedly</em></strong> to MasterCard, including when they assured MasterCard that, consistently with MasterCardâ€™s first right to acquire, FIFA would not sign a deal for the post-2006 sponsorship rights with anyone else unless it could not reach agreement with MasterCard.</li>
<li>FIFAâ€™s negotiatorsÂ <em><strong>lied</strong></em> to VISA when theyÂ <strong><em>repeatedly</em></strong> responded to the direct question of whether MasterCard had any incumbency rights by assuring VISA that MasterCard did not.</li>
<li>FIFAâ€™s negotiators provided VISA with blow-by-blow descriptions of the status of the FIFA-MasterCard negotiations whileÂ <em><strong>concealing</strong></em> from its long-time partner MasterCard both the fact of the FIFA-VISA negotiations as well as the status of those negotiations â€“ an action FIFAâ€™s president admitted would not be â€œfair play.&#8221;</li>
<li>FIFAâ€™s marketing directorÂ <em><strong>lied to both</strong></em> MasterCard, FIFAâ€™s long-time partner, and to VISA, its negotiating counterparty, to both of which FIFA, under Swiss law, owed a duty of good faith. When, pursuant to his engineering, VISA raised its bid to the same level as MasterCardâ€™s, heÂ <em><strong>declined</strong></em> his subordinatesâ€™ suggestion to give MasterCard the opportunity to submit a higher bid based on his concern for his own reputation with the FIFA Board. He alsoÂ <em><strong>declined</strong></em> his subordinatesâ€™ recommendation that he recommend to the FIFA Board that it continue with its prior approval of MasterCard as the post-2006 sponsor. Instead, he told the board it was difficult for him to make a recommendation and <em><strong>never mentioned</strong></em> MasterCardâ€™s first right to acquire the post-2006 sponsorship.</li>
<li>On the morning of the first of March 2006 FIFA board meetings and after all three FIFA boards had previously approved MasterCard as the post-2006 sponsor, FIFAâ€™s marketing director called VISA to say that if VISA increased its cash bid by $30 million to the level of MasterCardâ€™s bid, VISA â€œwould be the partner.&#8221;</li>
<li>Even after MasterCard had signed the â€œFINAL version&#8221; of the post-2006 sponsorship agreement and returned it to FIFA, FIFAâ€™s negotiatorsÂ <em><strong>delayed telling</strong></em> MasterCard that the FIFA Board had chosen VISA; instead they waited for the VISA board to ratify the VISA agreement.</li>
<li>After the FIFA boards had approved MasterCard as post-2006 sponsor and after MasterCard had agreed to FIFAâ€™s asking price and agreement had been reached on all other terms and after FIFAâ€™s in-house counsel had solicited FIFA members for items that might be used to claim that MasterCard breached the Agreement, FIFA pointed to a trademark issue that had been present since 2000 or 2001 to justify granting the post-2006 sponsorship to VISA and sent a letter to MasterCard â€” after the commencement of this lawsuit â€” purporting to terminate the Agreement and thus MasterCardâ€™s first right to acquire.</li>
<li>After MasterCard and FIFA waived, under Swiss law, both the 90-day time periods set out in section 9.2 by their â€œconclusive conduct&#8221;, FIFA now seeksÂ <em><strong>retroactively to revive</strong></em> one of the 90-day periods, but not the other, to justify its choice of VISA for the post-2006 sponsorship.</li>
<li>While the FIFA witnesses at trial boldly characterized their breaches as â€œ<em><strong>white lies</strong></em>&#8221;, â€œ<strong><em>commercial lies</em></strong>&#8221;, â€œ<em><strong>bluffs</strong></em>&#8221;, and, ironically, â€œ<strong><em>the game</em></strong>&#8221;, their internal emails discuss the â€œ<em><strong>different excuses</strong></em> to give to MasterCard as to why the deal wasnâ€™t done with them&#8221;, â€œ<em><strong>how we (as FIFA) can still be seen as having at least some business ethics</strong></em>&#8221; and how to â€œ<em><strong>make the whole f***-up look better for FIFA</strong></em>.&#8221; They ultimately confessed, however, that â€œ[I]tâ€™s clear somebody has it in for MC.&#8221;</li>
</ul>
</blockquote>
<p><strong>13.06 Uhr:</strong> Hotel-Rundreise beendet. Dolder Grand, Marriott, Savoy, Baur au Lac, Swissotel etc. Sepp getroffen (begleitet von Jerome Valcke und Ahmed SchÃ¤fer). Hand geschÃ¼ttelt. Finger sind noch dran. Havelange gesehen. Platini. Grondona. Jack verpasst. Es ist ein absurder Wettlauf zwischen Hase und Igel. Die einen sind immer schon da gewesen. Vor dem Hotels bzw bei manchen in der Lobby lauern die Agentur-Journalisten. Das he-said-she-said kann man dann nachlesen.</p>
<p>Notiz an den Blog-Betreiber: Lern es doch endlich! Es geht nicht beides! Du kannst nicht vernÃ¼nftig recherchieren und GesprÃ¤che fÃ¼hren &#8211; und gleichzeitig aktuell produzieren! Die richtigen Geschichten wird es so nicht geben.</p>
<p>Doch wer hat die schon?</p>
<p>Die richtigen Geschichten Ã¼ber die FIFA findet man auf Nummernkonten in Steuer-Oasen.</p>
<p><strong>13.40 Uhr:</strong> Jetzt wird weiter produziert. 18 Uhr dann PK vom Sepp oben im Home of FIFA.</p>
<p>Flink noch einige Links:</p>
<ul>
<li>The Guardian: Digger Matt Scott beschreibt den Reformationsbedarf der FIFA an <a title="FIFA scandal: five problems to tackle" href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2011/may/12/fifa-scandal-five-problems?CMP=twt_gu" target="_blank">fÃ¼nf Beispielen</a>. Viel zu kurz gegriffen. Der Laden muss zerschlagen werden. Viele wichtige Dinge fehlen. Okay, ein Versuch, aber zu harmlos.</li>
<li>The Telegraph: <a title="The Telegraph" href="http://www.telegraph.co.uk/sport/sportvideo/footballvideo/8545810/Fifa-executive-Jack-Warner-Sepp-Blatter-must-be-stopped.html" target="_blank">Video</a> von Jack the Ripper: &#8220;Blatter must be stopped!&#8221; Die Reuters-Kollegen haben mir von einem lÃ¤ngeren Interview gestern spÃ¤tabends erzÃ¤hlt. Das findet sich sicher irgendwo, vielleicht kann es jemand verlinken.</li>
<li>Zum KopfschÃ¼tteln: <a title="The Telegraph" href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/8544698/Fifa-president-Sepp-Blatter-doing-a-wonderful-job-says-Franz-Beckenbauer-despite-bribery-crisis.html" target="_blank">Blatter macht einen wunderbaren Job</a>, sagt Firlefranz Beckenbauer im Telegraph.</li>
<li>Fanhouse: <a title="Fanhouse" href="http://www.fanhouse.co.uk/2011/05/30/fifa-soap-opera-latest-jack-warner-says-2022-world-cup-was-bou/" target="_blank">FIFA soap opera &#8230;</a></li>
<li>Paul Kelso im Telegraph:Â <a title="Telegraph: Fifa general secretary Jerome Valcke insists email suggesting Qatar bought 2022 World Cup is genuine" href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/international/8545888/Fifa-general-secretary-Jerome-Valcke-insists-email-suggesting-Qatar-bought-2022-World-Cup-is-genuine.html" target="_blank">Fifa general secretary Jerome Valcke insists email suggesting Qatar bought 2022 World Cup is genuine</a></li>
<li>Kai Pahl auf allesaussersport: <a title="aas: Selbstzerfleischung der FIFA" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2011/05/30/selbstzerfleischung-der-fifa/#comments" target="_blank">Selbstzerfleischung der FIFA</a></li>
</ul>
<p><strong>13.46 Uhr:</strong> Und mal eben noch den Titel fÃ¼r den Beitrag Ã¤ndern. Einige VorschlÃ¤ge kamen per Email. Ich habe mich fÃ¼r den zweiten entschieden. Danke!</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 13.0px Consolas} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 13.0px Consolas; min-height: 15.0px} --></p>
<ul>
<li>Caribbean Tsunami hits Blatter</li>
<li>Jack the Ripper on revenge trail</li>
<li>Jack auÃŸer Kontrolle</li>
</ul>
<p><strong>20.19 Uhr:</strong> Ich hÃ¤tte gern von dieser bizarren PK des Sepp berichtet. Leider ist mein Laptop zwei Stunden zuvor abgeschmiert. Keine Ahnung, was er hat, wahrscheinlich die Hitze. Oder ein FIFA-Hacker. DemnÃ¤chst mehr.</p>
<p>tbc</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>â€  Anwar Chowdhry</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 22:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-8550 alignnone" style="margin: 5px;" title="Anwar Chowdhry" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Chowdhry.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="150" height="200" align="left" />Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo <a title="â€  Juan Antonio Samaranch" href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a>, wurde 1986 von Adidas auf den AIBA-Thron gehievt, in einer sagenumwobenen Wahlschlacht in Bangkok, mit Sex und Huren und Geld und allem &#8211; blendend dokumentiert sind die VorgÃ¤nge Ã¼brigens in Stasi-Akten.</p>
<p>Ich habe in den vergangenen Jahren viel berichtet Ã¼ber Chowdhrys Machenschaften, u.a.Â <a title="Der olympische Sumpf" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">in diesem Buch</a>. Eine Reportage von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney fasst seine Ã„ra ganz gut zusammen, glaube ich. Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten zu Anwar Chowdhry, der sich gern als <strong>&#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Weltâ€?</strong> bezeichnet hat. Ich finde es auÃŸerordentlich schade, dass ich damals noch nicht fotografiert habe. Dieses GesprÃ¤ch mit ihm in den Katakomben der olympischen Box-Arena hÃ¤tte ich auch ganz gern auf Video aufgenommen.</p>
<p>Ching-Kuo Wu, PrÃ¤sident des Amateur-Box-Weltverbandes AIBA und IOC-Exekutivmitglied aus Taiwan, schreibt zum Tode Chowdhrys:</p>
<div id="attachment_8544" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8544" title="Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhry's-Death---June-20" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhrys-Death-June-20.gif" alt="" width="530" height="750" /><p class="wp-caption-text">Condolence Letter to all NFs on Chowdhry&#39;s Death, June 20, 2010 (c) AIBA</p></div>
<p>SYDNEY, 19. September 2000. Wenn sich die Besten der Weltjugend prÃ¼geln im Convention Centre von Darling Harbour, sitzen die beiden Oberaufseher ganz nah am Ring. Anwar Chowdhry und Loring Baker, PrÃ¤sident und GeneralsekretÃ¤r des Box-Weltverbandes AIBA, verfolgen die KÃ¤mpfe an einem Tischchen, auf dem sich Computerbildschirme befinden, mit denen sie die Arbeit der Punktrichter Ã¼berwachen kÃ¶nnen. Die ergrauten Sportfreunde, die gemeinsam Ã¼ber 153 Jahre Lebenserfahrung verfÃ¼gen, sind derzeit hart gefordert. Gilt doch die AIBA als Synonym fÃ¼r Bestechung jeder Art. FÃ¼r Betrug am Sport und an den Athleten. So war es kein Zufall, dass zu jenen beiden des organisierten Verbrechens verdÃ¤chtigen SportfunktionÃ¤ren, denen vor knapp zwei Wochen die Einreise nach Australien verweigert wurde, der AIBA-FunktionÃ¤r <a title="tag: Gafour Rachimow" href="http://www.jensweinreich.de/?s=gafour+rachimow" target="_self">Gafour Rachimow</a> gehÃ¶rte.</p>
<p>Der Pakistani Chowdhry ist zwar dafÃ¼r bekannt, dass er gern laut und viel erzÃ¤hlt, am liebsten wÃ¤hrend ausschweifender nÃ¤chtlicher Saufgelage, doch Interviews liebt er eigentlich nicht. Um so Ã¼berraschender, dass sich Chowdhry diesmal auf ein GesprÃ¤ch einlÃ¤sst, ja sogar in sein BÃ¼ro einlÃ¤dt.</p>
<blockquote><p>â€žIch werde Ihnen mal die Wahrheit erzÃ¤hlen, junger Mannâ€œ, sagt er, â€ždenn in den Zeitungen steht ja nur ScheiÃŸe Ã¼ber mich.â€œ</p></blockquote>
<p>So ist Anwar Chowdhry, der in der AIBA nur â€žder Professorâ€œ genannt wird: auf seine Art sehr direkt.</p>
<p>Einer seiner Bodyguards fÃ¼hrt in prÃ¤sidiale Office, das schmucklos eingerichtet ist. Nur einer von vielen mit WÃ¤nden aus Hartpappe abgetrennten ArbeitsrÃ¤umen in den Katakomben des Convention Centre: Schreibtisch, zwei Sofas, ein Tischlein, wenige StÃ¼hle, in einer Ecke steht ein kleiner Tresor. Chowdhry lÃ¤sst sich tief in seinen Sessel plumpsen und referiert drauflos. Seine schlichten Thesen lassen sich leicht zusammenfassen:</p>
<blockquote><p>â€žIch bin kein Gauner. Ich bin kein Heuchler. Ich sage die Wahrheit. Ich bin ein groÃŸer und geachteter SportfunktionÃ¤r.â€œ</p></blockquote>
<p>Dies verkÃ¼ndet er wÃ¶rtlich und in vielerlei Variationen. In dieser Beziehung ist der Professor sehr erfindungsreich.</p>
<p>NatÃ¼rlich ist es mÃ¼ÃŸig, den Fuchs im HÃ¼hnerstall zu fragen, ob er gerade ein Huhn zu verspeisen beabsichtige oder wie viele er im Laufe seines Lebens bereits verschlungen hat. So wie der Fuchs diese Frage nicht wahrheitsgetreu beantworten wird, sieht auch Chowdhry keinen Grund, sich als derjenige zu enttarnen, als der er in weiten Kreisen des Weltsports verrufen ist: als Ganove.</p>
<p>Der Berliner Karl-Heinz Wehr, der Chowdhry als AIBA-GeneralsekretÃ¤r anderthalb Jahrzehnte die GeschÃ¤fte gefÃ¼hrt hat, beschrieb den Pakistani einmal so:</p>
<blockquote><p>â€žChowdhry ist charakterlich ein absolutes Schwein, unaufrichtig, hinterhÃ¤ltig und verschlagen. Chowdhry ist ein absoluter GeschÃ¤ftemacher und in jeder Beziehung korrupt.â€œ</p></blockquote>
<p>Zahlreiche VerÃ¶ffentlichungen aus Wehrs umfÃ¤nglichen Stasi-Akten haben Chowdhry in den neunziger Jahren Probleme bereitet. So musste auf Grundlage dieser Unterlagen eine der katastrophalsten Fehlentscheidungen der Sportgeschichte Ã¼berprÃ¼ft werden: Das Urteil im Finalkampf der Olympischen Spiele 1988 gegen den Amerikaner Roy Jones. Nach Monaten der Verschleppungstaktik und nicht gar so intensiver Recherche erklÃ¤rte das IOC jedoch, es hÃ¤tten sich keine Beweise fÃ¼r Bestechung am olympischen Boxring gegeben. Ein lÃ¤cherliches Urteil. Roy Jones, inzwischen zum Profi-Weltmeister aufgestiegen, nahm kurz darauf dennoch einen Olympischen Orden an.</p>
<p>Chowdhry hat sich spÃ¤testens 1998 mit Karl-Heinz Wehr entzweiht. Der Deutsche verbÃ¼ndete sich damals mit dem Taiwanesen Ching-Kuo Wu, einem IOC-Mitglied, und mit dem Amerikaner Paul Konnor. Das Trio wollte Chowdhry und seine â€žrussisch-balkanische Fraktionâ€œ (Wehr) stÃ¼rzen. Konnor, damals Chef der AIBA-Rechtskommission, beschwerte sich bei IOC-PrÃ¤sident Samaranch: Goldmedaillen seien kÃ¤uflich, schrieb Konnor, Chowdhry begehe â€žverachtenswerte Verbrechen&#8221; an Sportlern und habe sich mit 400.000 Dollar aus der Verbandskasse bedient. Samaranch hat nie reagiert.</p>
<blockquote><p>â€žKonnor ist ein Feiglingâ€œ, sagt Chowdhry, er hat mir immer gesagt, dass ich ein vorbildlicher PrÃ¤sident bin. Er hat nie den Mut gehabt, etwas Ã¶ffentlich gegen mich vorzubringen. Als er dann den Mund aufgemacht hat, wurde er aus der AIBA rausgeschmissen. Das ist unsere Demokratie. So einfach ist das.â€œ</p></blockquote>
<p>Wehr formulierte seinerzeit gemeinsam mit Wu ein Manifest fÃ¼r â€žEhrlichkeit und Fairplay im olympischen Boxen &#8211; gegen alle Formen der Manipulation, der Korruption, der Bestechung und des Dopingsâ€œ. Doch Samaranch unterstÃ¼tzte auch diese beiden Opponenten nicht. So wurden Wehr, Wu und Konnor auf dem AIBA-Kongress im November 1998 im tÃ¼rkischen Antalya vorgefÃ¼hrt. Sie verloren alle Posten, auch ihre Sitze im Exekutivkomitee.</p>
<p>â€žIch habe Karl-Heinz Wehr immer wie einen Bruder behandeltâ€œ, sÃ¤uselt Chowdhry, â€žich weiÃŸ nicht, was plÃ¶tzlich in ihn gefahren war, dass er gegen mich arbeitet und auch noch glaubt, er hÃ¤tte damit Erfolg.â€œ Es habe vor Antalya sogar Morddrohungen gegen ihn gegeben, berichtete Wehr. Dies und die Anschuldigung, dass die â€žWahlenâ€œ von Chowdhrys Gefolgsleuten gekauft worden seien, bestreitet der AIBA-PrÃ¤sident. SelbstverstÃ¤ndlich. Im Reiche Chowdhry funktioniert das ganz anders, viel einfacher, nÃ¤mlich so:</p>
<blockquote><p>â€žIch bin auf der ganzen Welt fÃ¼r meine Rechtschaffenheit bekannt. Die Leute lieben mich. Kann etwa jemand immer wieder einstimmig gewÃ¤hlt werden, der ein Schweinehund ist? Wir haben 190 MitgliedsverbÃ¤nde in der AIBA. Glauben sie, das diese 190 WahlmÃ¤nner alle Trottel sind?â€œ</p></blockquote>
<p>Im Arbeitsraum haben sich inzwischen einige KampfgefÃ¤hrten versammelt. Auch der TÃ¼rke Caner Doganeli, VizeprÃ¤sident der AIBA und angeblich Favorit auf die Nachfolge Chowdhrys. Die Claqueure begleiten jeden Satz ihres Meisters mit Beifall.</p>
<blockquote><p>â€žDer Professorâ€œ, sagt Doganeli, â€žhat unendlich viel fÃ¼r den Boxsport getan. Es ist ein Skandal, dass er sich stÃ¤ndig mit solchen bÃ¶sen Unterstellungen herumÃ¤rgern muss.â€œ</p></blockquote>
<p>Zu dumm aber auch, dass Chowdhry &amp; Co. inzwischen in aller Welt als Gangsterbande bezeichnet werden. Angeblich hat die Mafia, ob nun russische, mittelasiatische oder tÃ¼rkische Gruppierungen, lÃ¤ngst das Kommando in der AIBA Ã¼bernommen. â€žDie VorgÃ¤nge sind eine Schandeâ€œ, hat das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg Ã¶ffentlich gesagt, eine ÃœberprÃ¼fung gefordert und den Ausschluss aus dem olympischen Programm angedroht.</p>
<blockquote><p>â€žNichts wissen Leute wie Heibergâ€œ, entgegnet Chowdhry, â€žmit mir hat er kein Wort gesprochen. Und was da in den Zeitungen geschrieben steht, ist shit, shit, shit. Bloody shit.â€œ</p></blockquote>
<p>GroÃŸvater Chowdhry redet sich schnell in Rage. Er brÃ¼llt oft und im Verlauf des einstÃ¼ndigen GesprÃ¤chs knallt er dutzende Male die FÃ¤uste auf den Tisch. Der kleine Recorder, der das Interview mitschneidet, hÃ¼pft jedesmal zehn Zentimeter in die HÃ¶he. Die Tischplatte biegt sich gefÃ¤hrlich tief. Doch dann hat sich der Choleriker auch schon wieder beruhigt.</p>
<p>Am meisten hat Chowdhry verletzt, dass sein â€žFreund Gafourâ€œ Rachimow aus Usbekistan nicht nach Australien einreisen durfte. Chowdhry sagt, er sei wie IOC-PrÃ¤sident Samaranch bereits Ende August vom SOCOG-Sicherheitschef Sandy Hollway informiert worden, dass es Schwierigkeiten geben wÃ¼rde mit Rchimow, dem mutmaÃŸlichen Mafiapaten und Chef der AIBA-Businesskommission. Er hat daraufhin die Usbeken informiert, die beschwerten sich bei der australischen Botschaft in Moskau â€“ aber die Olympiagastgeber blieben hart.</p>
<div id="attachment_8548" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8548" title="SMH" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/SMH.gif" alt="" width="530" height="485" /><p class="wp-caption-text">Titelseite Sydney Morning Herald, September 2000</p></div>
<p>Das IOC, das laut Chowdhry doch lÃ¤ngst Bescheid wusste, tat dann so, als sei die Einreiseverweigerung Ã¼berraschend gekommen. FÃ¼r Chowdhry ist Rachimow selbstverstÃ¤ndlich ein Ehrenmann.</p>
<blockquote><p>â€žEr hatte bereits eine VIP-Akkreditierung, so wie auch Nelson Mandela. Ich begreife nicht, warum man ihm die wieder wegnehmen kann.â€œ</p></blockquote>
<p>Chowdhry redet noch eine Weile Ã¼ber seinen aufopferungsvollen Kampf gegen korrupte Kampfrichter, lobt sich als Erfinder des Punktcomputers (was er in Wirklichkeit nicht ist) und beschlieÃŸt dann die Audienz mit einer milden Gabe zu beenden. Ein Lakai trÃ¤gt eine schwarze UmhÃ¤ngetasche fÃ¼r den Gast herbei.</p>
<blockquote><p>â€žNehmen Sie ruhig, das ist keine Bestechung, das fÃ¤llt noch unter die IOC-Geschenkregel von 200 Dollarâ€œ, witzelt der AIBA-PrÃ¤sident.</p></blockquote>
<p>200 Dollar ist die Grenze, die das IOC 1999 auf seiner Krisensession nach dem <a title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/11/ten-years-after-marc-hodler/" target="_self">Bestechungsskandal von Salt Lake City</a> festgelegt hat. Ein Blick zu seinen mÃ¼rrisch dreinschauenden Gorilla lÃ¤sst den Gedanken aufkommen, es sei vielleicht besser, das PrÃ¤sent nicht abzulehnen. Also trollt man sich mit dem TÃ¤schen, neugierig darauf, was der Professor da so alles verschenkt.</p>
<p>Eine Mappe mit all seinen Verdiensten und Ehrentiteln findet sich darin, eine Krawatte, eine Uhr â€“ alles ist in irgendeiner Form mit Chowdhrys Namen geschmÃ¼ckt. SchlieÃŸlich noch eine GeldbÃ¶rse. Wie beziehungsreich. Jedoch finden sich keine Dollarscheine.</p>
<p><em>(Ich habe die Uhr Ã¼brigens noch irgendwo liegen.)</em></p>
<p>Okay, die Nacht ist lang, und da ich stets zu Ãœbertreibungen neige, flink noch die wichtigsten Geschichten nach dieser, meiner Lieblingsgeschichte Ã¼ber die Ã„ra Chowdhry. Aus den Jahren zuvor, wer das leider vergriffene Buch &#8220;Der olympische Sumpf&#8221; nicht lesen kann, wÃ¤re noch diese Seite-3-Geschichte aus der Berliner Zeitung vom September 1996 interessant, als Ãœbersichtstext:</p>
<ul>
<li><a title="BLZ, September 1996" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0918/reporter/0003/index.html" target="_blank">Ein paar Millionen sollen die IOC-Direktorin kalt gestellt haben</a></li>
</ul>
<p>Samaranch, <a title="KGB Gate" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">der mutmaÃŸliche KGB-Spion</a>, hat nach dieser Geschichte in Spanien auf einer Pressekonferenz Ã¼brigens gesagt, wenn alle Informationen der Stasi (ich habe lang aus Akten zitiert) so unzutreffend wÃ¤ren, wie diese, kÃ¶nne er nur lachen.</p>
<p>Die weiteren Geschichten zur unendlichen AIBA-Story:</p>
<p><em>30. Oktober 2002</em></p>
<blockquote><p><strong>Sein Wille geschehe</strong></p>
<p>Die olympische Bewegung erlebt in dieser Woche ein weiteres Beispiel gelebter Demokratie: den &#8220;Wahl&#8221;-Kongress im Weltverband der Amateurboxer (AIBA) im ziemlich teuren Hotel Meridien in Kairo. Obwohl die BoxfunktionÃ¤re erst von Donnerstag bis Sonnabend in der Ã¤gyptischen Metropole tagen und tafeln, stehen die wichtigsten Ergebnisse dieses sehr speziellen Konvents bereits fest. Anwar Chowdhry, dieser routiniert jung gebliebene Ehrenmann aus Pakistan, bleibt auch die nÃ¤chsten vier Jahre PrÃ¤sident.</p>
<p>Als &#8220;epochales Ereignis&#8221; wurde in der AIBA bereits Chowdhrys Benennung von 97 der 190 MitgliedsverbÃ¤nde gefeiert. Einen Gegenkandidaten gibt es selbstverstÃ¤ndlich nicht (das wÃ¤re ja auch einmal etwas Neues), nachdem die zeitweise interessierten Robert Voy (USA) und Ching-Kuo Wu (IOC-Mitglied aus Taiwan) unter Druck rechtzeitig ihren Verzicht erklÃ¤rten. So wird also Anwar Chowdhry, der am 26. Oktober bereits sein 79. Lebensjahr vollendete und der sich gern als &#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Welt&#8221; bezeichnet, in Kairo per Akklamation im Amt bestÃ¤tigt werden, das er bereits seit 1986 einnimmt.</p>
<p>Die Mitglieder des AIBA-Exekutivkomitees wurden ausnahmslos von Chowdhry selbst auserwÃ¤hlt. Sekundiert wird Chowdhry auch weiterhin von seinen wichtigsten langjÃ¤hrigen Getreuen: Caner Doganeli (TÃ¼rkei), dem neuen AIBA-GeneralsekretÃ¤r, und Gafour Rachimow (Usbekistan), dem VizeprÃ¤sidenten und Chef der so genannten AIBA-Business-Kommission.</p>
<p>Nur zur Erinnerung: Rachimow ist jener Ehrenamtler aus dem total-demokratischen Sportwunderland Usbekistan, der zu den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney keine Einreise erhalten hatte, weil ihn die BehÃ¶rden des Gastgeberlandes als &#8220;Gefahr fÃ¼r die Sicherheit des australischen Volkes&#8221; geortet hatten. Rachimow soll einer der KÃ¶pfe des Drogenhandels in Mittelasien sein. Rachimow zÃ¤hlt zu den GeschÃ¤ftspartnern und Freunden des derzeit in Italien inhaftierten mutmaÃŸlichen Mafioso Alimsan Tochtachunow, der vom FBI unter anderem verdÃ¤chtigt wird, Kampfrichter-Entscheidungen bei den Eiskunstlaufwettbewerben (Paarlauf, Eistanz) bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City manipuliert zu haben. So viel zum ruhmreichen Einfluss usbekischer Granden im olympischen Sport.</p>
<p><span id="more-8542"></span>ZurÃ¼ck zur AIBA. Zwar steht das Amateurboxen nicht auf jener umfassenden Streichliste, Ã¼ber die Ende November auf der IOC-Vollversammlung in Mexiko-Stadt entschieden wird, doch ist der Verbleib im olympischen Programm keinesfalls hundertprozentig gesichert. Denn die von der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees im August abgesegneten Reform-VorschlÃ¤ge sagen relativ klar aus, dass Amateurboxen, ein Hort der Korruption, stÃ¤ndig auf dem PrÃ¼fstand steht. Sollten weitere negative Schlagzeilen folgen, soll das IOC-Exekutivkomitee MaÃŸnahmen ergreifen. Nimmt man nun jene BeschlÃ¼sse zum MaÃŸstab, die nach Chowdhrys heiligem Willen in Kairo gefasst werden sollen, dann dÃ¼rfte die IOC-FÃ¼hrung gefordert sein.</p>
<p>Beispiele gefÃ¤llig? Der Berliner Karl-Heinz Wehr, von Chowdhry abservierter langjÃ¤hriger AIBA-GeneralsekretÃ¤r, hat die AntrÃ¤ge und BeschlussentwÃ¼rfe des AIBA-Kongresses in Kairo analysiert. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil: &#8220;Normalerweise hatte man erwartet, dass die AIBA aus den Diskussionen um den Verbleib im olympischen Programm einige positive VorschlÃ¤ge umsetzt. Leider ist dies nicht der Fall. Die Leute um Chowdhry sind Ã¼berhaupt nicht an VerÃ¤nderungen interessiert. Das olympische Boxen wurde in eine Katastrophe gefÃ¼hrt.&#8221;</p>
<p>Es wird im Amateurboxen auch kÃ¼nftig keine offene Wertung geben. Die ebenfalls vom IOC geforderte RÃ¼ckkehr zur Kampfzeit von 3 x 3 Minuten (derzeit 4 x 2) wurde verworfen. Bei der Benennung der Ring- und Punktrichter (traditionell durch Chowdhry &amp; Co.) bleibt alles beim Alten. Zudem werden die weiÃŸen TrefferflÃ¤chen an den Boxhandschuhen abgeschafft, was fÃ¼r noch mehr Verwirrung in der Wertungsfrage sorgen wird. SchlieÃŸlich will man die Grenzen zwischen Amateur- und Profiboxer weiter verwischen. Das Exekutivkomitee der AIBA wird ermÃ¤chtigt, KÃ¤mpfen zwischen Amateuren und Profis zuzustimmen, zudem sollen Profis kÃ¼nftig an nationalen, kontinentalen und Weltmeisterschaften teilnehmen kÃ¶nnen. Das AIBA-Exekutivkomitee werde &#8220;den Profis schon den Weg ins olympische Boxturnier ebnen&#8221;, hatte Chowdhry schon im MÃ¤rz dieses Jahres getÃ¶nt.</p>
<p>Es hat vor dem Kongress durchaus vernÃ¼nftige VorschlÃ¤ge gegeben &#8211; Chowdhry hat sie abgelehnt. So wurden von 40 VorschlÃ¤gen, die europÃ¤ische VerbÃ¤nde eingereicht haben, lediglich vier akzeptiert. Dem gegenÃ¼ber stehen 85 teilweise recht unsinnige Ideen, die sich Chowdhry und seine Vasallen in Kairo absegnen lassen. Dazu gehÃ¶rt nicht zuletzt der Plan, Weltmeisterschaften kÃ¼nftig jÃ¤hrlich auszutragen.</p>
<p>Ein nicht ganz unwichtiger Tagesordnungspunkt sei nicht verschwiegen. Der Verband wird umbenannt: Statt Amateur International Boxing Association soll er kÃ¼nftig Olympic International Boxing Association (OIBA) heiÃŸen. Irgendwie legt man auf das Wort &#8220;olympic&#8221; doch groÃŸen Wert. SchlieÃŸlich lebt die AIBA/OIBA vor allem von jenen vier Millionen Dollar, die das IOC als Anteil an den olympischen Fernsehrechten Ã¼berweist. Dummerweise weiÃŸ niemand genau, was mit dem Geld geschieht.</p></blockquote>
<p><em>6. November 2006</em></p>
<blockquote><p><strong>Letzter Gang fÃ¼r den Box-Paten</strong></p>
<p><em>Der Weltverband wÃ¤hlt den PrÃ¤sidenten Chowdhry ab</em></p>
<p>Das ist doch mal eine gute Nachricht fÃ¼r den Sport: Anwar Chowdhry (83) ist gestÃ¼rzt. Der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) hat einen neuen PrÃ¤sidenten. 20 Jahre lang hat der Pakistani Chowdhry die AIBA mit vorsintflutlichen Methoden gefÃ¼hrt, auf dem Kongress in Santo Domingo verlor er die Abstimmung gegen den 60 Jahre alten Taiwanesen Ching-Kuo Wu mit 79:83 Stimmen bei einer Enthaltung. Eine so knappe Entscheidung hat es in der olympischen Welt bisher kaum gegeben.</p>
<p>FÃ¼r das Amateurboxen ging es um Leben oder Tod. Zwar hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC), zu dessen Mitgliedern Ching-Kuo Wu seit 1988 zÃ¤hlt, auf seiner Session im Juli 2005 in Singapur dem Sport noch einmal bis 2012 den Olympiastatus verpasst, eine Zahlung aus den Fernsehgeldern in HÃ¶he von 9,15 Millionen US-Dollar war jedoch eingefroren worden. Das Problem der AIBA heiÃŸt seit zwei Jahrzehnten Anwar Chowdhry. Es ist selten nachvollziehbar, auf welchen Konten in diesem Verband Geld verschwindet. Von der Opposition war moniert worden, dass Ã¼ber Ausgaben von 670 000 Dollar keine Belege existieren. Verantwortlich dafÃ¼r: Chowdhry und sein GeneralsekretÃ¤r Caner Doganelli (TÃ¼rkei).</p>
<p>Chowdhry hatte noch in Santo Domingo getÃ¶nt, nur er allein kÃ¶nne die AIBA fÃ¼hren. &#8220;Wu hat keine Ahnung, der weiÃŸ nichts Ã¼ber Boxen&#8221;, sagte er. Nun wurde Chowdhry davon gejagt. Doganelli allerdings, der ebenfalls einen katastrophalen Ruf genieÃŸt und dem NÃ¤he zur organisierten KriminalitÃ¤t nachgesagt wird, darf bleiben. Wegen des Umsturzes nun aber von einer Revolution zu sprechen, wÃ¤re verfrÃ¼ht. Sicher, Sportkamerad Wu hat einen guten Leumund; allerdings darf man nicht vergessen, dass sein Weg ins PrÃ¤sidentenamt vor allem durch die zurÃ¼ckgezogene Kandidatur eines mutmaÃŸlichen Drogendealers namens Gafour Rachimow mÃ¶glich wurde. Der Usbeke, der im Visier von Europol, FBI und anderen GanovenjÃ¤gern steht, hatte selbst PrÃ¤sident werden wollen. Zuletzt empfahl er dem AIBA-VÃ¶lkchen &#8211; und hier besonders den afrikanischen Delegierten -, Ching-Kuo Wu zu wÃ¤hlen. Er dÃ¼rfte seine freundliche Empfehlung unterlegt haben mit diversen Gaben, anders lÃ¤uft es in diesem Verband kaum.</p>
<p>Das Problem der AIBA ist also noch lange nicht gelÃ¶st. Korruption, ob nun in Form von Unterschlagung, Kampfrichterbetrug oder Erpressung, dominiert nach wie vor den klinisch toten Verband. Herr Dr. Wu, ein ehemaliger Basketballer und Architekt, steht eine titanische Aufgabe bevor. Es wird interessant sein, welche Skandale er ans Tageslicht befÃ¶rdert und wie er sich zu Doganelli und Rachimow verhÃ¤lt.</p>
<p>Die NÃ¤he zum IOC ist schon mal gegeben. Durch Ching-Kuo Wu persÃ¶nlich und durch den Umstand, dass die AIBA in der Schweiz ihre GeschÃ¤ftsstelle hat. Eines hat sogar Rachimow begriffen, wie er den nationalen BoxverbÃ¤nden kÃ¼rzlich schriftlich mitteilte: &#8220;Eine der perspektivischen Aufgaben der AIBA besteht meiner Ansicht nach darin, in einen konstruktiven Dialog mit dem IOC zu treten und bedingungslos alle Empfehlungen des IOC zu akzeptieren.&#8221; Nun dann.</p></blockquote>
<p><em>20. Februar 2007</em></p>
<blockquote><p><strong>Thriller von Taipeh</strong></p>
<h4><span style="font-weight: normal;"><em>Der Amateurbox-Weltverband AIBA suspendiert seinen dubiosen GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli</em></span></h4>
<p>Im Weltverband der Amateurboxer geht es weiter herzhaft zur Sache. Wie AIBA-Sprecher Richard Baker dieser Zeitung bestÃ¤tigte, wurde in der vergangenen Woche in aller Stille der AIBA-GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli (TÃ¼rkei) suspendiert. Ihm wird Misswirtschaft und Veruntreuung vorgeworfen. Es geht, vorerst, um mehr als eine halbe Million US-Dollar. Die Sache wurde der Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Ã¼bergeben.</p>
<p>Der Fall Doganeli beweist, dass nach einer 20 Jahre wÃ¤hrenden Diktatur der Korruption durch den PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry (Pakistan) die AufrÃ¤umarbeiten begonnen haben. Auf dem AIBA-Kongress in Santo Domingo im November 2006 war ja nicht nur unter mysteriÃ¶sen UmstÃ¤nden ein Delegierter aus Mali, Pierre Diakite, ums Leben gekommen (er hatte sich gegen Chowdhry ausgesprochen und wurde spÃ¤ter tot im Fahrstuhlschacht seines Hotels gefunden), der Kongress hatte auch einen neuen PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt: Ching-Kuo Wu aus Taiwan gewann mit 83:79 Stimmen gegen Chowdhry. Wu setzte allerdings zunÃ¤chst weiter auf GeneralsekretÃ¤r Doganeli und hatte sich auch mit dem Usbeken Gafur Rachimow verbÃ¼ndet. Rachimow, der in Dokumenten von polizeilichen ErmittlungsbehÃ¶rden mit der organisierten KriminalitÃ¤t und Drogenhandel in Verbindung gebracht wird, ist AIBA-VizeprÃ¤sident. Den Wahlkampf des Dr. Wu hatte mit Ho Kim (SÃ¼dkorea) ein weiterer FunktionÃ¤r zweifelhaften Rufes gemanagt. Kim wurde dafÃ¼r zum Exekutivdirektor der AIBA berufen.</p>
<p>Drei Monate spÃ¤ter trennt sich Wu von Doganeli. Schweizer RechnungsprÃ¼fer, die AIBA-Zentrale sitzt in Lausanne, haben ihren Bericht in Taipeh dem neuen AIBA-Exekutivkomitee vorgetragen. Das Exko leitete den Fall an seine Reformkommission weiter, die vom Norweger Gerhard Heiberg geleitet wird, dem Chef der IOC-Marketingkommission. Heiberg hatte schon im Herbst 2000 in dieser Zeitung Reformen in der AIBA angemahnt: &#8220;Wenn Boxen olympisch bleiben soll, muss sich schleunigst etwas Ã¤ndern.&#8221; Nun soll er im Auftrag von IOC-Chef Jacques Rogge handeln.</p>
<p>Das IOC hat inzwischen 300 000 Dollar, einen Teil der eingefrorenen olympischen Fernsehgelder, an die AIBA Ã¼berwiesen. Die Lage ist vertrackt, denn Wu, selbst IOC-Mitglied, hat sich mit Personen verbÃ¼ndet, die Dreck am Stecken haben. Zudem werden Wu von einigen VerbÃ¤nden SatzungsverstÃ¶ÃŸe vorgeworfen. MerkwÃ¼rdig erscheinen auch die UmstÃ¤nde der Ausbootung seines grÃ¶ÃŸten Kritikers, des russischen Verbandschefs und AIBA-VizeprÃ¤sidenten Eduard Kusainow. Dieser hatte Wu am 18. Januar in einem Brief vorgeworfen, er habe die eine Diktatur durch eine andere abgelÃ¶st, setze auf den &#8220;absolut identischen Clan&#8221; von Chowdhry und verletze die Regeln auf &#8220;kriminelle&#8221; Weise. Kurz darauf wurde Kusainow von der AIBA-FÃ¼hrung suspendiert. Es wurde behauptet, er gehÃ¶re einer islamischen Terrorgruppe an. Kusainow durfte deshalb nicht an der AIBA-Exekutivsitzung teilnehmen, er musste sich stattdessen einem VerhÃ¶r durch die Kollegen stellen.</p>
<p>Der russische NOK-PrÃ¤sident Leonid Tjagatschow erklÃ¤rte umgehend schriftlich, Kusainow sei mit einem bereits verurteilten Terroristen verwechselt worden. Daraufhin wurden die Russen mit der Austragung der Box-WM im September 2007 besÃ¤nftigt. Aber auch das war kurios: Denn eigentlich wurde die WM schon vor einiger Zeit vergeben. Weil nun aber Sportkamerad Ho Kim, der neue AIBA-Exekutivdirektor, die WM gern in SÃ¼dkorea gesehen hÃ¤tte, wurde vergangene Woche in Taipeh ein zweites Mal abgestimmt. 22:9 fÃ¼r Moskau.</p>
<p>Kompliziert ist die Welt des Amateurboxens. Wer lÃ¼gt oder wer vielleicht sogar die Wahrheit sagt, ist schwer auszumachen. Zu den vielen MerkwÃ¼rdigkeiten zÃ¤hlt auch, dass die Suspendierung des GeneralsekretÃ¤rs Doganeli nicht Ã¶ffentlich publik gemacht wurde. PrÃ¤sident Wu hat lediglich E-Mails an seine Exekutive geschrieben. AIBA-Sprecher Richard Baker, frisch im Amt, hat Schwierigkeiten, die AblÃ¤ufe darzulegen. BlÃ¶de Lage fÃ¼r ihn, den Neuling. &#8220;Geben Sie uns beziehungsweise der IOC-Ethikkommission einige Wochen Zeit&#8221;, sagt Baker. Es wird weiter nach belastendem Material gefahndet. Und sicher wird sich Caner Doganeli, kein Kind von Traurigkeit, der gern Mal mit teuren Klagen droht, demnÃ¤chst lautstark verteidigen.</p></blockquote>
<p><em>21. Februar 2007.</em> Nach diesem Interview mit Ching-Kuo Wu, das ins Englische Ã¼bersetzt und verbreitet wurde, habe ich mal Post von Gafour Rachimows Anwalt bekommen. Es ging glimpflich aus.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten&#8221;</strong></p>
<p><em>Weltbox-PrÃ¤sident Ching-Kuo Wu Ã¼ber KorruptionsfÃ¤lle und die Zukunft des olympischen Boxen</em></p>
<p>Etwas hat sich schon geÃ¤ndert im Amateurbox-Weltverband AIBA. Wer je versuchte, den langjÃ¤hrigen PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry zu kontaktieren, konnte verzweifeln. Bei Chowdhrys Nachfolger Ching-Kuo Wu, einem Architekten aus Taiwan, lÃ¤uft das so: Man schickt ihm eine Email, die er prompt beantwortet; und kaum ist man am nÃ¤chsten Morgen im BÃ¼ro eingetroffen, ruft das IOC-Mitglied bereits an. Dr. Wu meldet sich aus Los Angeles. Seine Botschaft: &#8220;Die Leute sollen nicht lÃ¤nger glauben, die AIBA sei ein korrupter Verein.&#8221;</p>
<p><em>Herr Wu, warum wurde GeneralsekretÃ¤r Doganeli suspendiert?</em></p>
<p>Ich wurde im November 2006 zum PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt. Auf diesem Kongress in Santo Domingo wurde ja kein Finanzbericht vorgelegt. Also war es meine erste Aufgaben, unabhÃ¤ngige RechnungsprÃ¼fer anzufordern. Wir haben die Akten im AIBA-Hauptquartier von PriceWaterhouseCoopers prÃ¼fen lassen. Das hat sehr viele Fragen aufgeworfen. Der Umgang mit den Finanzen der AIBA zeichnet meiner Meinung nach ein klares Bild.</p>
<p><em>Werden die Unterlagen der gesamte Chowdhry-Ã„ra geprÃ¼ft?</em></p>
<p>Nur die letzten vier Jahre.</p>
<p><em>Aus AIBA-Quellen heiÃŸt es, bei Doganeli gehe es um mehr als eine halbe Million Dollar, bei Chowdhry wahrscheinlich um mehrere Millionen.</em></p>
<p>Ich spreche nicht Ã¼ber Zahlen, ich kenne sie gar nicht. Ich habe, wie alle Kollegen im Exekutivkomitee, ja nur einen Kurzbericht der PrÃ¼fer gehÃ¶rt. Es geht um viele UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten und wohl auch um Unterschlagung. Es sind ernste VorwÃ¼rfe, sehr gut dokumentiert. Die BuchprÃ¼fer haben viele Personen interviewt, auch die Herren Chowdhry und Doganeli. Aber die AuskÃ¼nfte waren offenbar nicht Ã¼berzeugend. Der gesamte Bericht, ein sehr dicker Ã¼brigens, wurde unserer Ethikkommission Ã¼bergeben, die eine vorlÃ¤ufige Empfehlung ausgesprochen hat. Deshalb wurde Herr Doganeli suspendiert. Er kann sich nun verteidigen und alle VorwÃ¼rfe aufklÃ¤ren.</p>
<p><em>Es ist nicht etwa die IOC-Ethikkommission damit befasst?</em></p>
<p>Nein, das ist ein MissverstÃ¤ndnis. Der Fall liegt in den HÃ¤nden der AIBA-Ethikkommission. Die wird vom langjÃ¤hrigen IOC-Generaldirektor FranÃ§ois Carrard geleitet. Wir warten nun auf die abschlieÃŸenden Empfehlungen. Ich denke, im Mai oder Juni werden wir auf einer auÃŸerordentlichen Sitzung des Exekutivkomitees entscheiden mÃ¼ssen.</p>
<p><em>Also noch vor der IOC-Vollversammlung in Guatemala, auf der Sie Anfang Juli gern eine erneuerte AIBA prÃ¤sentieren wÃ¼rden.</em></p>
<p>Wir haben in der Tat schon viel erreicht fÃ¼r unseren Sport. Jedem unserer 197 NationalverbÃ¤nde kÃ¶nnen wir AusrÃ¼stung im Wert von 5 000 Dollar schicken. Wir haben unsere Regeln transparenter gemacht. Bei der Frauen-WM in Indien und den Asienspielen in Katar wurde ganz offen gewertet: Jeder Aktive, jeder Zuschauer, jeder Offizielle war jederzeit Ã¼ber die ZwischenstÃ¤nde informiert. Es gab keine Beschwerden. Das wird nie wieder anders sein. IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge hat anderthalb Stunden zugesehen. Er war sehr beeindruckt. Wir erleben ein anderes Boxen. Die Zeit der Mauscheleien von Kampfrichtern und FunktionÃ¤ren ist vorbei. Dieses Versprechen habe ich gemacht, ich werde es halten.</p>
<p><em>Haben Sie Kontakt zu Chowdhry?</em></p>
<p>Er ist ein alter und kranker Mann. Er hat mir eine Email geschickt und seine UnterstÃ¼tzung versprochen. Er hat auch einige Briefe geschrieben, in denen er auf die UnterschlagungsvorwÃ¼rfe eingegangen ist. Ich habe diese Post an die BuchprÃ¼fer weiter gereicht.</p>
<p><em>War es wirklich nÃ¶tig, sich mit Doganeli zu verbÃ¼nden, um die Macht Ã¼bernehmen zu kÃ¶nnen?</em></p>
<p>Ich arbeite mit allen Menschen zusammen, die ein ehrliches Interesse am Boxsport haben. Aber sie mÃ¼ssen sauber und transparent agieren. Herr Doganeli wurde bisher von keinem Gericht verurteilt.</p>
<p><em>Warum haben Sie sich noch nicht vom AIBA-VizeprÃ¤sidenten Gafur Rachimow getrennt, der als &#8220;Pate von Taschkent&#8221; bezeichnet wird, der laut Polizeiberichten angeblich im mittelasiatischen Drogenhandel eine groÃŸe Nummer sein soll.</em></p>
<p>Ich kenne diese VorwÃ¼rfe, und ich bin vorsichtig. Ich will die AIBA sÃ¤ubern. Aber ich brauche bessere Beweise. Auch Gafur Rachimow wurde bisher nie verurteilt.</p>
<p><em>Den russischen VerbandsprÃ¤sidenten Eduard Kusainow haben Sie allerdings aufgrund von Zeitungsberichten suspendiert. Hat das damit zu tun, dass Kusainow Sie scharf kritisierte, Rachimow aber mit Ihnen zusammenarbeitet?</em></p>
<p>Es gab in der Tat die Ã¶ffentliche Information, wonach Kusainow in terroristische AktivitÃ¤ten verwickelt sein soll und deshalb zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Wir haben ihn um eine ErklÃ¤rung gebeten. Er hat nichts Substanzielles gesagt. Wir haben eine halbe Stunde lang gefragt. Er hat nicht geantwortet. So haben wir einstimmig entschieden. Auch dieser Fall liegt bei der Ethikkommission. Das hat Ã¼berhaupt nichts mit seiner Kritik an meiner Arbeit zu tun. Mir wird ja auch vorgeworfen, dass ich Ho Kim (umstrittener Wahlkampfmanager von Ching-Kuo Wu/d. R.) zum GeschÃ¤ftsfÃ¼hrenden Direktor der AIBA gemacht habe. Das ist ebenfalls Unsinn. Denn diese Personalie wurde auf einer Exekutivsitzung von Leuten bestÃ¤tigt, die mir nun deshalb VorwÃ¼rfe machen.</p>
<p><em>Sportpolitik ist kompliziert.</em></p>
<p>Ich weiÃŸ, dass die AIBA gerade in Deutschland sehr kritisch gesehen wird. Fragen Sie doch Gerhard Heiberg aus Norwegen, der unsere Reformkommission leitet. Sie wissen, dass er zu den angesehensten IOC-Mitgliedern gehÃ¶rt. Er hat sich immer fÃ¼r Transparenz im Boxen eingesetzt. Er weiÃŸ, dass es mir nur um die Zukunft des olympischen Boxens geht. Ich habe keine finanziellen Interessen an diesem Amt. Gerhard Heiberg traut mir, jeder kann mir trauen.</p>
<p><em>Sie sind zumindest das einzige IOC-Mitglied, das all seine Telefonnummern und Email-Adressen auf seiner eigenen Webseite bereitstellt.</em></p>
<p>Ich bin total transparent und offen. Mit mir kann man jederzeit reden. Die Zeiten, als in der AIBA nur eine Stimme gehÃ¶rt wurde, sind ein fÃ¼r alle Mal vorbei. Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten.</p></blockquote>
<p>Ich finde ja Sportpolitik noch immer faszinierend.<br />
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		<title>Das Original: &#8220;Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 18:16:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass ich das noch erleben darf! Einen Entwurf fÃ¼r ein &#8220;Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8220; zu verÃ¶ffentlichen, ist eine feine Sache. Tausendmal habe ich darÃ¼ber geschrieben und dargelegt, warum der Straftatbestand Sportbetrug wichtig ist, habe das &#8220;Strukturproblem Korruption in der Spezialdemokratie Sport&#8221; beschrieben und die strÃ¤fliche VernachlÃ¤ssigungÂ des Thema Korruption in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ich das noch erleben darf! Einen Entwurf fÃ¼r ein</p>
<blockquote><p>&#8220;<strong>Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport</strong>&#8220;</p></blockquote>
<p>zu verÃ¶ffentlichen, ist eine feine Sache.</p>
<p>Tausendmal habe ich darÃ¼ber geschrieben und dargelegt, warum der Straftatbestand Sportbetrug wichtig ist, habe das &#8220;<a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self">Strukturproblem Korruption in der Spezialdemokratie Sport</a>&#8221; beschrieben und die strÃ¤fliche VernachlÃ¤ssigungÂ des Thema Korruption in den drei Rechtswelten des Sports,Â habe versucht,Â <a title="Korruption im Sport: PrÃ¤ventionsmaÃŸnahmen" href="http://jensweinreich.de/?p=3243" target="_self">PrÃ¤ventionsmaÃŸnahmen</a> zu entwickelnÂ usw. usf&#8230;Â Ich kann es mittlerweile auswendig. Und darf einmal mehr unser gemeinsames Buch &#8220;<a title="Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self">Korruption im Sport</a>&#8221; aus dem Jahr 2006 empfehlen, mit BeitrÃ¤gen von Experten wie Britta Bannenberg, Andrew Jennings, Thomas Kistner und vielen anderen.</p>
<p>Die Debatte ist durch die Initiative der bayerischen Justizministerin <a title="Beate Merk vs. Thomas Bach 0:6" href="http://jensweinreich.de/?p=1460" target="_self"><strong>Beate Merk</strong></a> (CSU) extrem bereichert worden. Frau Merk engagiert sich auf diesem Gebiet schon lange (SZ-Interview: &#8220;<a title="SZ vom Mai 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/71/467642/text/" target="_blank">Ich bin ja der Depp, wenn ich nichts nehme</a>&#8220;). Ãœber ihre aktuelle Gesetzesvorlage hatÂ Heribert Prantl heute in der SÃ¼ddeutschen Zeitung geschrieben &#8211; &#8220;<a title="SZ vom 26. November 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/312/495636/text/" target="_blank">Zehn Jahre Haft fÃ¼r Doping und Sportbetrug</a>&#8220;Â -, es war der Aufmacher, und hier stelle ich den Gesetzentwurf zur Diskussion.</p>
<p>NatÃ¼rlich im Original, natÃ¼rlich in GÃ¤nze als pdf-Datei. Niemand sagt, dieser Entwurf sei die Rettung, sei genial, sei wasserdicht. Mir fÃ¤llt bei der ersten Durchsicht zum Beispiel auf, dass FunktionÃ¤rskorruption gar nicht erfasst wird, oder? AberÂ es ist ein hoffentlich ernsthafter Versuch, Ã¼ber den auf Grundlage aller Details debattiert werden sollte. Deshalb gibt es das Dokument, den Referentenentwurf, der noch andere bayerische Ministerien passieren muss und sicher verÃ¤ndert wird, hier im Blog komplett zum Lesen, zum Downloaden &#8211; und zum gehaltvollen Diskutieren. Auch wenn es manchen nervt, ich sage es noch einmal und werde es noch etliche Male sagen: das ist meine Vorstellung von Journalismus im dritten Jahrtausend.</p>
<p>Bevor ich zum Merk-Papier komme, noch einige Dokumente zum Vergleich:</p>
<ul>
<li>Das derzeit in Deutschland gÃ¼ltige <a title="Arzneimittelgesetz" href="http://bundesrecht.juris.de/amg_1976/BJNR024480976.html" target="_blank">Arzneimittelgesetz</a>Â (AMG)</li>
<li>Dazu die letzten Ã„nderungen aus dem Jahr 2007 zur <a title="AMG Ã„nderungen 2007" href="http://starweb.hessen.de/cache/bund/lesezeichen/dopingsport.pdf" target="_blank">BekÃ¤mpfung des Dopings im Sport</a>Â <em>(ich hoffe mal, dass ich die Dokumente nicht durcheinander bringe)</em></li>
</ul>
<p>Demnach sind empfindliche Geldstrafen und Haftstrafen von bis zu zehn Jahren in schweren FÃ¤llen schon heute mÃ¶glich. Schon lange mÃ¶glich. BloÃŸ, das ist die Crux, es gibt nicht nur ein kolossales Vollzugsdefizit, sondern auch eine unheilige Allianz von Sport, Politik und allerlei anderen Playern, die die Umsetzung verhindert. DarÃ¼ber sind schon viele BÃ¼cher und Zeitungsartikel geschrieben worden, dass ein ganzer Wald dafÃ¼r abgeholzt werden musste. (Beispielsweise ist ja auch <a title="Stellungnahme &quot;Doping und Ã¤rztliche Ethik&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3027" target="_self">nie einem Dopingarzt die Zulassung entzogen</a> worden in diesem Lande.)</p>
<p>Wenn ich es also richtig verstehe, sollen die derzeit gÃ¼ltigen Doping betreffenden Passagen im AMG und in der Strafprozessordnung aufgehoben und ersetzt werden durch das:</p>
<ul>
<li>
<div style="text-align: left;"><strong><a title="Entwurf Sportschutzgesetz vom 25. November 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/referentenentwurf-sportschutzgesetz.pdf" target="_self">Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport, Sportschutzgesetz</a> </strong><em>(pdf-Datei, 29 Seiten, 0,6 MB, das Wasserzeichen als Blog-Werbung habe ich mir mal erlaubt, sorry.)</em></div>
</li>
</ul>
<p>Absolut neu und zentral sind beispielsweise <strong>Â§ 5 (Sportbetrug)</strong> und <strong>Â§ 6 (Bestechlichkeit und Bestechung im Sport)</strong>. Insgesamt liest sich das derzeit so:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 1</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Sportschutzgesetz (SportSG)</strong></p>
<p><strong>Â§ 1 Definitionen</strong></p>
<p>(1) Doping ist die Anwendung, Aufnahme, Injektion oder Einnahme eines Dopingmittels im Sinne des Absatzes 2 oder die Anwendung einer Dopingmethode im Sinne des Absatzes 3, sofern dies im Einzelfall anderen Zwecken als der Behandlung von Krankheiten dient und bei Menschen erfolgt oder erfolgen soll.</p>
<p>(2) Als Dopingmittel im Sinne dieses Gesetzes gelten die in der Anlage zu diesem Gesetz aufgefÃ¼hrten Stoffe und Zubereitungen.</p>
<p>(3) Als Dopingmethoden im Sinne dieses Gesetzes gelten die im Anhang des Ãœbereinkommens gegen Doping (Gesetz vom 2. MÃ¤rz 1994 zu dem Ãœbereinkommen vom 16. November 1989 gegen Doping, BGBl. 1994 II S. 334) in der jeweiligen Fassung aufgefÃ¼hrten Methoden zur ErhÃ¶hung des Sauerstofftransfers sowie die dort beschriebene nicht therapeutische Anwendung von Zellen, Genen, Genelementen oder der Regulierung der Genexpression (Gendoping).</p>
<p>(4) Das Bundesministerium fÃ¼r Gesundheit wird ermÃ¤chtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates weitere Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen im Sinne von Absatz 2 oder Methoden im Sinne von Absatz 3 zu bestimmen, soweit dies geboten ist, um eine unmittelbare oder mittelbare GefÃ¤hrdung der Gesundheit des Menschen durch Doping zu verhÃ¼ten.</p>
<p>(5) Als sportlicher Wettkampf im Sinne dieses Gesetzes gilt ein sportlicher Wettkampf, an dem Sportler ihres VermÃ¶gensvorteils wegen teilnehmen.</p>
<p><strong>Â§ 2 AufklÃ¤rung der BevÃ¶lkerung</strong></p>
<p>Die nach Landesrecht zustÃ¤ndigen Stellen sowie die BundesbehÃ¶rden im Rahmen ihrer ZustÃ¤ndigkeit, insbesondere die Bundeszentrale fÃ¼r gesundheitliche AufklÃ¤rung, sollen die BevÃ¶lkerung, namentlich Kinder und Jugendliche, Ã¼ber die Gefahren des Dopings aufklÃ¤ren und Beratung anbieten.</p>
<p><strong>Â§ 3 Berichtspflichten</strong></p>
<p>Die Bundesregierung berichtet dem Bundestag im Abstand von drei Jahren unter Einbeziehung der LÃ¤nder Ã¼ber die in diesem Zeitraum ergriffenen MaÃŸnahmen zur BekÃ¤mpfung des Dopings.</p>
<p><strong>Â§ 4 Straftaten</strong></p>
<p>(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fÃ¼nf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer</p>
<p>1. mit Dopingmitteln (Â§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einfÃ¼hrt, ausfÃ¼hrt, verÃ¤uÃŸert, abgibt oder sonst in den Verkehr bringt,</p>
<p>2. Dopingmittel (Â§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport verschreibt, verabreicht oder zum unmittelbaren Verbrauch Ã¼berlÃ¤sst,</p>
<p>3. einem anderen eine Gelegenheit zum Erwerb oder zur Abgabe von Dopingmitteln (Â§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport verschafft oder gewÃ¤hrt, eine solche Gelegenheit Ã¶ffentlich oder eigennÃ¼tzig mitteilt oder einen anderen zum Verbrauch solcher Dopingmittel zu Dopingzwecken im Sport verleitet oder</p>
<p>4. Dopingmittel (Â§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport sich zu verschaffen unternimmt oder besitzt.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Dopingmethode im Sinne des Â§ 1 Abs. 3 zu Dopingzwecken im Sport bei einem anderen anwendet oder einen anderen dazu verleitet, dass er eine solche Dopingmethode an sich vornehmen lÃ¤sst.</p>
<p>(3) In den FÃ¤llen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 3 und des Absatzes 2 ist der Versuch strafbar.</p>
<p>(4) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer</p>
<p>1. in den FÃ¤llen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 3 oder des Absatzes 2 gewerbsmÃ¤ÃŸig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten zusammengeschlossen hat,</p>
<p>2. in den FÃ¤llen des Absatzes 1 Nr. 1, 2, 3 oder des Absatzes 2 einen anderen in die Gefahr des Todes oder einer schweren SchÃ¤digung an KÃ¶rper oder Gesundheit bringt oder</p>
<p>3. Dopingmittel (Â§ 1 Abs. 2) zu Dopingzwecken im Sport an Personen unter 18 Jahren abgibt, verabreicht, diesen Personen zum unmittelbaren Verbrauch Ã¼berlÃ¤sst oder diese Personen zum Verbrauch solcher Dopingmittel zu Dopingzwecken im Sport verleitet oder in den FÃ¤llen des Absatzes 2 gegenÃ¼ber Personen unter 18 Jahren handelt.</p>
<p>(5) In minder schweren FÃ¤llen des Absatzes 4 ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.</p>
<p>(6) Handelt der TÃ¤ter in den FÃ¤llen des Absatzes 1 oder 2 fahrlÃ¤ssig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.</p>
<p><strong>Â§ 5 Sportbetrug</strong></p>
<p>(1) Wer an einem sportlichen Wettkampf (Â§ 1 Abs. 5) teilnimmt und dabei ein Dopingmittel im Sinne des Â§ 1 Abs. 2 oder eines seiner Metabolite oder Marker im KÃ¶rper hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fÃ¼nf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Satz 1 gilt nicht, wenn das Dopingmittel, der Metabolit oder der Marker aus der bestimmungsgemÃ¤ÃŸen Einnahme eines fÃ¼r einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrÃ¼hrt.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer nach Anwendung einer Methode zur ErhÃ¶hung des Sauerstofftransfers (Â§ 1 Abs. 3) an einem sportlichen Wettkampf (Â§ 1 Abs. 5) teilnimmt.</p>
<p>Satz 1 gilt nicht, wenn die Anwendung der Methode nach Ã¤rztlicher Erkenntnis wegen eines konkreten Krankheitsfalles angezeigt gewesen ist.</p>
<p>(3) Der Versuch ist strafbar.</p>
<p>(4) In besonders schweren FÃ¤llen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn</p>
<p>1. sich die Tat auf einen VermÃ¶gensvorteil groÃŸen AusmaÃŸes bezieht oder</p>
<p>2. der TÃ¤ter gewerbsmÃ¤ÃŸig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach Â§Â§ 4 oder 5 zusammengeschlossen hat.</p>
<p><strong>Â§ 6 Bestechlichkeit und Bestechung im Sport</strong></p>
<p>(1) Wer als Teilnehmer, Trainer eines Teilnehmers oder Schiedsrichter eines sportlichen Wettkampfes (Â§ 1 Abs. 5) einen Vorteil fÃ¼r sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafÃ¼r fordert, sich versprechen lÃ¤sst oder annimmt, dass er das Ergebnis oder den Verlauf eines sportlichen Wettkampfes in unlauterer Weise beeinflusse, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fÃ¼nf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer einem Teilnehmer, Trainer eines Teilnehmers oder Schiedsrichter eines sportlichen Wettkampfes (Â§ 1 Abs. 5) einen Vorteil fÃ¼r diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafÃ¼r anbietet, verspricht oder gewÃ¤hrt, dass er das Ergebnis oder den Verlauf eines sportlichen Wettkampfes in unlauterer Weise beeinflusse.</p>
<p>(3) Die AbsÃ¤tze 1 und 2 gelten auch fÃ¼r Handlungen in einem auslÃ¤ndischen Wettkampf.</p>
<p>(4) In besonders schweren FÃ¤llen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn</p>
<p>1. sich die Tat auf einen VermÃ¶gensvorteil groÃŸen AusmaÃŸes bezieht oder</p>
<p>2. der TÃ¤ter gewerbsmÃ¤ÃŸig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten zusammengeschlossen hat.</p>
<p><strong>Â§ 7 Erweiterter Verfall und Einziehung</strong></p>
<p>(1) Â§ 73d des Strafgesetzbuches ist anzuwenden in den FÃ¤llen des Â§ 4 Abs. 4 Nr. 1, des Â§ 5 unter den in Â§ 5 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 bezeichneten Voraussetzungen und des Â§ 6 unter den in Â§ 6 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 bezeichneten Voraussetzungen.</p>
<p>(2) GegenstÃ¤nde, auf die sich eine Straftat nach den Â§Â§ 4 bis 6 bezieht, kÃ¶nnen eingezogen werden. Â§ 74a des Strafgesetzbuches ist anzuwenden.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 2</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Ã„nderung der Strafprozessordnung</strong></p>
<p>Â§ 100a Satz 1 der Strafprozessordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. April 1987 (BGBl. I S. 1074, 1319), zuletzt geÃ¤ndert durch &#8230;, wird wie folgt geÃ¤ndert:</p>
<p>1. In Nummer 4 wird das Wort â€žoder&#8221; durch ein Komma ersetzt.</p>
<p>2. In Nummer 5 wird nach dem Wort â€žAsylverfahrensgesetzes&#8221; das Wort â€žoder&#8221; angefÃ¼gt.</p>
<p>3. Folgende neue Nummer 6 wird eingefÃ¼gt: â€žeine Straftat nach Â§ 4 Abs. 4 des Sportschutzgesetzes, nach Â§ 5 des Sportschutzgesetzes unter den in Â§ 5 Abs. 4 Satz 2 des Sportschutzgesetzes bezeichneten Voraussetzungen oder nach Â§ 6 des Sportschutzgesetzes unter den in Â§ 6 Abs. 4 Satz 2 Nr. 2 des Sportschutzgesetzes bezeichneten Voraussetzungen.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 3</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Ã„nderung des Arzneimittelgesetzes</strong></p>
<p>Das Arzneimittelgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Dezember 2005 (BGBl. I S. 3394), zuletzt geÃ¤ndert durch &#8230;, wird wie folgt geÃ¤ndert:</p>
<p>1. Â§ 6a wird aufgehoben.</p>
<p>2. Â§ 95 wird wie folgt geÃ¤ndert:</p>
<p>a) Absatz 1 Nr. 2 a und Nr. 2b werden aufgehoben.</p>
<p>b) Absatz 3 Satz 2 Nr. 2 wird aufgehoben.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 4</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>EinschrÃ¤nkung von Grundrechten</strong></p>
<p>Das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10 des Grundgesetzes) werden nach MaÃŸgabe dieses Gesetzes eingeschrÃ¤nkt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Artikel 5</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong>In-Kraft-Treten</strong></p>
<p>Dieses Gesetz tritt am Tag nach der VerkÃ¼ndung in Kraft.</p></blockquote>
<p>Im Gesetzentwurf (Stand: 25. November 2009) heiÃŸt es einleitend: <span id="more-5904"></span></p>
<blockquote><p><strong>Gesetz zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport</strong></p>
<p><strong>A. Problem und Ziel</strong></p>
<p>Immer neue Dopingskandale erschÃ¼ttern die GlaubwÃ¼rdigkeit des Sports. Der Ã–ffentlichkeit vermittelt sich zunehmend der Eindruck, dass es dem Sportler namentlich in bestimmten Kraft- und Ausdauersportarten nicht gelingen kann, in den Spitzensport vorzudringen, wenn er nicht zu Dopingmitteln und Dopingmethoden greift. Die Problematik ist jedoch nicht auf den Spitzensport beschrÃ¤nkt. Doping ist auch im Breitensport anzutreffen. Einen gesonderten Komplex bildet der Missbrauch vor allem anaboler Steroide im Fitness- und Bodybuildingbereich.</p>
<p>Mit dem Missbrauch von Dopingmitteln und -methoden sind schwerwiegende Gefahren fÃ¼r die Gesundheit und das Leben des Sportlers verbunden. DafÃ¼r liefern wissenschaftliche Erkenntnisse und bekannt gewordene FÃ¤lle von DauerschÃ¤digungen nach langjÃ¤hrigem Doping sowie eine Reihe von TodesfÃ¤llen, die auf Doping zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden, deutliches Zeugnis. SchÃ¤dliche Wirkungen hat das Doping aber nicht nur fÃ¼r die Sportler selbst, sondern fÃ¼r die gesamte Gesellschaft. Der Sport nimmt in der modernen Gesellschaft einen herausragenden Stellenwert ein und wird dementsprechend vielfÃ¤ltig, auch staatlich, gefÃ¶rdert. Wird in breitem Umfang gedopt, so geht die Legitimation fÃ¼r die FÃ¶rderung verloren. Hinzu kommt, dass der Spitzensportler Vorbildfunktion fÃ¼r junge Menschen hat. Verfestigt sich der Eindruck, dass der Spitzensport von Manipulationen geprÃ¤gt ist, so geht diese Vorbildfunktion verloren bzw. wirkt sich negativ im Sinne eines Anreizeffekts auf den jungen Menschen aus, selbst zum Doping zu greifen. SchlieÃŸlich werden im professionellen Sport hohe Summen verdient. Doping stellt Ã¼ber die Verhaltensweisen hinaus, in denen der Betrugstatbestand schon heute greift, auch in einem weiteren Sinn Betrug namentlich zulasten der Mitkonkurrenten und der Zuschauer dar.</p>
<p>Trotz erhÃ¶hter Anstrengungen der SportverbÃ¤nde sowie des Gesetzgebers ist es bislang augenscheinlich nicht gelungen, das Dopingproblem effektiv zurÃ¼ckzudrÃ¤ngen. Auch aus dem Sport wird unter Hinweis auf spezifische Anti-Doping-Gesetze in anderen Staaten daher vermehrte UnterstÃ¼tzung durch den Staat eingefordert. Verwiesen wird vorrangig darauf, dass den staatlichen BehÃ¶rden Zwangsbefugnisse und ErmittlungsmaÃŸnahmen zu Gebote stÃ¼nden, Ã¼ber die der Sport nicht verfÃ¼ge. Das gelte umso mehr, als beim Vertrieb von Dopingmitteln netzwerkartige Strukturen festgestellt worden seien. Es sei darÃ¼ber hinaus angezeigt, gegen den Sportler, der der Nachfrager nach Dopingmitteln sowie Dopingmethoden und damit eine Zentralgestalt des Geschehens sei, mit spezifischen strafrechtlichen Handhaben vorzugehen.</p>
<p>Die GlaubwÃ¼rdigkeit des Sports leidet zudem unter den Wett- und Manipulationsskandalen der jÃ¼ngeren Vergangenheit. Manipulationen im Sport rÃ¼tteln an den Grundfesten des sportlichen Wettkampfes, da die Unvorhersehbarkeit des Ausgangs seine Basis ist und der Wettkampf hieraus seinen besonderen Reiz gewinnt.</p>
<p>Es werden immer neue VorwÃ¼rfe erhoben, Sportler wÃ¼rden gegen Bezahlung ihr Verhalten unter Hintanstellung des Wettkampfgedankens nicht an den Wettkampferfordernissen ausrichten, sondern an den Vorgaben des Bezahlenden betreffend Verlauf und Ergebnis. Im Herbst 2009 hat die Uefa 40 Partien der Champions League und des Uefa Cup auf UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten untersucht. Zuletzt hatte die Uefa im April 2009 einen mazedonischen Verein wegen Spielmanipulationen fÃ¼r acht Jahre von allen europÃ¤ischen WettkÃ¤mpfen ausgeschlossen. Die Problematik der Manipulation von sportlichen WettkÃ¤mpfen ist nicht auf den Spitzensport beschrÃ¤nkt. So besteht der Verdacht, dass in Deutschland u.a. FuÃŸballspiele von der zweiten Liga bis zur sechsten Liga verschoben wurden. Die derzeitige Rechtslage wird den manipulativen Erscheinungsformen im Bereich sportlicher WettkÃ¤mpfe nicht hinreichend gerecht. Nach dem Bundesliga-Skandal im Jahr 2005 hat der Sport erhÃ¶hte Anstrengungen unternommen, um mit Ãœberwachungssystemen Manipulationsversuche aufdecken und Manipulationen verhindern zu kÃ¶nnen. Dennoch ist es nicht gelungen, Manipulationen von sportlichen WettkÃ¤mpfen effektiv einzudÃ¤mmen. Aus den Reihen des Sports wird daher eine bessere Hilfe des Staates gefordert. Von den SportverbÃ¤nden wird vorgebracht, die Strategie, die Preisentwicklungen auf den WettmÃ¤rkten zu verfolgen, greife hÃ¤ufig nicht mehr, da oft erst dann gewettet werde, wenn die WettkÃ¤mpfe schon begonnen haben. SportverbÃ¤nden fehlten Ermittlungsbefugnisse wie Wohnungsdurchsuchungen oder TelefonÃ¼berwachungen. Dies wÃ¤re jedoch in vielen FÃ¤llen erforderlich, um Beweismittel zu finden. Die Manipulation von sportlichen WettkÃ¤mpfen habe erhebliche Dimensionen. Zumeist stÃ¼nden groÃŸe Organisationen mit netzwerkartigen Strukturen hinter den Manipulationen. Ein GroÃŸteil der Manipulationsversuche laufe Ã¼ber das Ausland. Dort liege das Zentrum der illegalen WettgeschÃ¤fte.</p>
<p><strong>B. LÃ¶sung</strong></p>
<p>Der Entwurf greift die Forderungen nach einem Gesetz zum Schutz des Sports vor Manipulationen durch Doping und Korruption im Sport auf. Er will zur BekÃ¤mpfung des Dopings im Sport neben AufklÃ¤rungs- sowie Beratungspflichten eine turnusmÃ¤ÃŸige Berichtspflicht einfÃ¼hren. Ferner will er zur BekÃ¤mpfung des Dopings und der Korruption im Sport ein effektiveres straf- und strafverfahrensrechtliches Instrumentarium schaffen. Die verbesserten Handhaben im Strafrecht sollen dabei MaÃŸnahmen des Sports und der Sportgerichtsbarkeit nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergÃ¤nzen.</p>
<p>Der Entwurf enthÃ¤lt im Wesentlichen die folgenden VorschlÃ¤ge:</p>
<ul>
<li>AufklÃ¤rungs- und Beratungspflichten Ã¶ffentlicher Stellen Ã¼ber die Gefahren des Dopings.</li>
<li>TurnusmÃ¤ÃŸige Berichtspflichten Ã¼ber die gegen Doping gerichteten MaÃŸnahmen und deren BewÃ¤hrung vor allem im prÃ¤ventiven Bereich.</li>
<li>Erweiterte Strafvorschriften gegen den Vertrieb und die Abgabe von Dopingmitteln; VerbrechenstatbestÃ¤nde namentlich gegen gewerbs- und bandenmÃ¤ÃŸiges Handeln.</li>
<li>Strafbarkeit der Anwendung von Dopingmethoden bei anderen.</li>
<li>Strafbarkeit des Besitzes und der Besitzverschaffung von Dopingmitteln.</li>
<li>Schaffung eines Vorfeldtatbestandes des â€žSportbetrugs&#8221;.</li>
<li>Schaffung eines Tatbestandes der Bestechlichkeit und Bestechung im Sport.</li>
<li>ErmÃ¶glichung der Ãœberwachung der Telekommunikation bei bestimmten schweren Straftaten nach dem Sportschutzgesetz.</li>
</ul>
<p><strong>C. Alternativen</strong></p>
<p>Keine.</p>
<p><strong>D. Finanzielle Auswirkungen auf die Ã¶ffentlichen Haushalte</strong></p>
<p><strong>I. Bund</strong></p>
<p>FÃ¼r den Bund entstehen weder Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand noch nennenswerter Aufwand beim Vollzug.</p>
<p><strong>II. LÃ¤nder und Kommunen</strong></p>
<p>FÃ¼r die LÃ¤nder und Kommunen entstehen keine Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand. Die Schaffung neuer Strafbarkeiten und die ErmÃ¶glichung bestimmter Ermittlungsmethoden wird zu einem Mehraufwand bei der Strafjustiz und der Polizei fÃ¼hren, der allerdings nicht sicher abgeschÃ¤tzt werden kann.</p>
<p><strong>E. Sonstige Kosten</strong></p>
<p>Der Wirtschaft und den sozialen Sicherungssystemen entstehen keine Kosten. Auswirkungen des Gesetzes auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.</p></blockquote>
<p>Alternativen? Keine &#8211; heiÃŸt es im Entwurf. Das sehe ich auch so.</p>
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