<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>jens weinreich &#187; sondergesetze fÃ¼r den sport</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/sondergesetze-fur-den-sport/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Vertraulich: alle BÃ¼rgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC fÃ¼r MÃ¼nchen 2018 geben</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 12:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[mÃ¼nchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympisches marketing]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze fÃ¼r den sport]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[steuerbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[toaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[bid book]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[freistaat bayern]]></category>
		<category><![CDATA[transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9588</guid>
		<description><![CDATA[Wer Olympische Spiele ausrichten will, muss nur flink seine nationale Rechtsordnung auÃŸer Kraft setzen (das ist zuspitzend kommentierend formuliert, liebe Juristen), sich dem Diktat des steuerbefreiten Weltkonzerns IOC und seiner Parallelgesellschaft &#8220;olympischer Sport&#8221; unterwerfen â€“ und natÃ¼rlich einige Dutzend staatliche Garantien abgeben: AusfallbÃ¼rgschaften, viele andere finanzielle BÃ¼rgschaften (wobei die Sicherheitskosten, medizinische Versorgung etc pp in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Olympische Spiele ausrichten will, muss nur flink seine nationale Rechtsordnung auÃŸer Kraft setzen (<em>das ist zuspitzend kommentierend formuliert, liebe Juristen</em>), sich dem Diktat des steuerbefreiten Weltkonzerns IOC und seiner <a title="&quot;Korruption im Sport&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/korruption-im-sport/" target="_self">Parallelgesellschaft</a><a title="tag: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/category/korruption/" target="_self"> &#8220;olympischer Sport&#8221;</a> unterwerfen â€“ und natÃ¼rlich einige Dutzend staatliche Garantien abgeben: AusfallbÃ¼rgschaften, viele andere finanzielle BÃ¼rgschaften (wobei die Sicherheitskosten, medizinische Versorgung etc pp in keinem Etat auftauchen, das wird den Steuerzahler noch einige hundert Millionen Euro kosten, so genau nimmtâ€™s man da nicht) und etliches mehr.</p>
<p><a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Olympia ist ein Franchise-Unternehmen</a>, vergleichbar mit einer McDonald&#8217;s-Filiale: Der Franchise-Geber behÃ¤lt alle Rechte und den Profit. Der Franchise-Nehmer agiert weitgehend rechtlos und trÃ¤gt das finanzielle Risiko komplett. Das Risiko bei Olympischen Spielen trÃ¤gt immer allein der Steuerzahler.</p>
<p>VoilÃ , hier ist die Liste der Garantien, die deutsche SportfunktionÃ¤re (als hÃ¤tten sie etwas zu sagen, als wÃ¼rden sie etwas riskieren, als wÃ¼rden sie finanziell fÃ¼r Kosten einstehen) und deutsche Politiker (Stuttgart21 lÃ¤sst grÃ¼ÃŸen) dem <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">intransparentesten Unternehmen der Welt</a>, dem IOC, demnÃ¤chst fÃ¼r die Bewerbung um die <a title="alle BeitrÃ¤ge zur MÃ¼nchner Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Olympischen Winterspiele 2018</a> abgeben.</p>
<p>Das ellenlange Dokument sind zehn Seiten von rund 800 Seiten Bewerbungsunterlagen, die teilweise als â€œstreng vertraulichâ€? gekennzeichnet sind undÂ die am Mittwoch von den Kommunalparlamenten beschlossen werden. Der <a title="MÃ¼nchen 2018: demokratiewidriger Striptease" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">Bundestag hat ja</a> in einem demokratiewidrigen Striptease bereits <a title="Copy and paste im Bundestag" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">seinen Freibrief gegeben</a>. Ich finde allerdings, Entscheidungen und Garantien solcher Tragweite sollten wirklich Ã¶ffentlich verhandelt werden.</p>
<p>Wenn ich richtig gezÃ¤hlt habe, sind es 47 Garantien/BÃ¼rgschaften, Unterpunkte nicht eingerechnet. Mag sein, dass noch einige dazu kommen, einen Hinweis auf die Steuerbefreiung fÃ¼r IOC-Einnahmen im Zusammenhang mit den Spielen habe ich beim Ãœberarbeiten womÃ¶glich nur Ã¼bersehen.</p>
<p>Ich freue mich auf die Diskussion.</p>
<blockquote><p>Aus dem â€œEckpunktepapierâ€? zum â€œBid Book MÃ¼nchen 2018â€?</p>
<p><strong>Multi Party Agreement</strong></p>
<p><strong>PrÃ¤ambel</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) sowie die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH geben gemeinsam folgende Garantien ab:</p>
<p><strong>Garantie 3.3</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, werden unseren finanziellen Beitrag fÃ¼r die erfolgreiche DurchfÃ¼hrung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 leisten und alle MaÃŸnahmen ergreifen und Ressourcen zur VerfÃ¼gung stellen, welche fÃ¼r die sichere und friedliche DurchfÃ¼hrung der Spiele erforderlich sind. Wir werden fÃ¼r die Achtung der Olympischen Charta einstehen und die hieraus folgenden Verpflichtungen erfÃ¼llen. Wir sichern zu, alle notwendigen MaÃŸnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Ã¼brigen Unterzeichner ihre Verpflichtungen erfÃ¼llen.</p>
<p><strong>Garantie 4.1</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land bestÃ¤tigen, dass wir a) die Achtung der Olympischen Charta und des Host City-Vertrages garantieren;</p>
<ul>
<li>b) verstehen und damit einverstanden sind, dass alle Zusicherungen, GewÃ¤hrleistungen und Zusagen, die sowohl in denÂ Bewerbungsunterlagen der Bewerberstadt als auch in allen anderen VerpflichtungserklÃ¤rungen &#8211; mÃ¼ndlicher oder schriftlicher Art &#8211; von der Bewerberstadt (einschlieÃŸlich der Bewerbungsgesellschaft) oder dem Nationalen Olympischen Komitee (NOC) gegenÃ¼ber dem IOC abgegeben worden sind, fÃ¼r die Bewerberstadt verbindlich sind; und</li>
<li>c) garantieren, dass alle notwendigen MaÃŸnahmen getroffen werden, damit die Bewerberstadt alle ihre Verpflichtungen vollumfÃ¤nglich erfÃ¼llt.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 4.2</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, dass in der Landeshauptstadt MÃ¼nchen, in ihrer Umgebung oder anderen Austragungsorten keine anderen wichtigen nationalen oder internationalen Treffen oder Veranstaltungen wÃ¤hrend der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 in MÃ¼nchen (nachfolgend: &#8220;Spiele&#8221;) oder unmittelbar eine Woche vor oder eine Woche nach den Spielen stattfinden.</p>
<p><strong>Garantie 4.4</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, in Form der beiliegenden Dokumente, dass wir angemessene MaÃŸnahmen ergriffen haben, um die Wortmarken &#8220;Munich 2018&#8243; und &#8220;MÃ¼nchen 2018&#8243; innerhalb der Bundesrepublik Deutschland schÃ¼tzen und die Domains Muenchen2018/Munich2018.com/net/org/de registrieren zu lassen.</p>
<p><strong>Garantie 4.5</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Olympische Sport Bund garantieren, dass der weitgehende Schutz des Olympischen Emblems (die Olympischen Ringe) und der Olympischen Bezeichnungen (&#8220;Olympiade&#8221;, &#8220;Olympia&#8221; &#8220;olympisch&#8221;) durch das Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen vom 31.03.2004 erfolgt. Andere Kennzeichen mit Bezug auf die Olympischen Spiele (z. B. Symbole, Motto) kÃ¶nnen Ã¼ber das Markenrecht einen Markenschutz und bei entsprechender WerkqualitÃ¤t Ã¼ber das Urheberrecht Urheberschutz erlangen.</p>
<p>Deutschland ist Vertragspartei des Madrider Abkommens Ã¼ber die internationale Registrierung von Marken sowie des Protokolls zum Madrider Abkommen Ã¼ber die internationale Registrierung von Marken. Einen im Bereich der EuropÃ¤ischen Union geltenden Markenschutz regelt die Verordnung Nr. 40/94 des Rates Ã¼ber die Gemeinschaftsmarke. DarÃ¼ber hinaus gilt das nationale Markengesetz.</p>
<p>Einen ergÃ¤nzenden Schutz gewÃ¤hrt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Danach kann das Anlehnen an den Ruf und das Ansehen eines fremden Kennzeichens gegen das Wettbewerbsrecht verstoÃŸen.</p>
<p><strong>Garantie 4.7.1</strong></p>
<p>Die Landeshauptstadt MÃ¼nchen garantiert hiermit, dass</p>
<ul>
<li>a) die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH (Bid Committee Munich 2018 GmbH), ermÃ¤chtigt ist, die Organisation und Koordination der Bewerbung fÃ¼r uns durchzufÃ¼hren und uns in Belangen der Bewerbung zu gemÃ¤ÃŸ den GesellschaftervertrÃ¤gen und Vereinbarungen zu vertreten;</li>
<li>b) die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH durch ihre GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Bernhard Schwank und JÃ¼rgen BÃ¼hl gesetzlich vertreten wird, wodurch diese ermÃ¤chtigt sind, rechtsgÃ¼ltig VertrÃ¤ge und andere Dokumente fÃ¼r die Bewerbungsgesellschaft zu schlieÃŸen. Die Vertretungsberechtigung und Berechtigung zum Abschluss von verbindlichen Dokumenten (wie etwa dem Host City-Vertrag) fÃ¼r die Stadt MÃ¼nchen obliegt dem OberbÃ¼rgermeister.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 5.3</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass alle akkreditierten Personen, die Ã¼ber einen gÃ¼ltigen Reisepass und eine Olympische Ausweis- und Akkreditierungskarte verfÃ¼gen, in die Bundesrepublik einreisen und ihre olympische oder paralympische Funktion fÃ¼r die Dauer der Spiele sowie je einen Monat vor und nach den Spielen ausÃ¼ben kÃ¶nnen, in Einklang mit dem &#8220;International Olympic Committee&#8217;s Accreditation and Entries at the Olympic Games &#8211; Users&#8217; Guide&#8221;. Sofern sie nicht zur visumfreien Einreise berechtigt sind, werden ihnen gebÃ¼hrenfreie Visa zur mehrfachen Einreise und zum Aufenthalt in die bzw. der Bundesrepublik erteilt.</p>
<p><strong>Garantie 5.4</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass andere Personen, die an der Organisation der Olympischen Spiele mitwirken und nicht im Besitz einer olympischen Akkreditierungskarte sind, auf der Grundlage entsprechender Nachweise im Rahmen der nationalen und bzw. europÃ¤ischen Aufenthaltsbestimmungen zÃ¼gig und gebÃ¼hrenfrei einen Aufenthaltstitel erhalten werden, der die Einreise, zum Aufenthalt und erforderlichenfalls zur ErwerbstÃ¤tigkeit in der Bundesrepublik berechtigt.</p>
<p>Schon jetzt benÃ¶tigt ein Teil der im 2018 Candidate Procedure and Questionnaire genannten Personengruppen, wie etwa AngehÃ¶rige der meisten EU-Staaten, keine Arbeitsgenehmigung.</p>
<p><strong>Garantie 5.7.1</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass fÃ¼r die Zwecke der DurchfÃ¼hrung der Spiele die vorÃ¼bergehende Einfuhr und anschlieÃŸende Wiederausfuhr und der Gebrauch der vom IOC, vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC), den internationalen SportverbÃ¤nden (IF), den Nationalen Olympischen Komitees und ihren Delegationen, den Medien, Sponsoren und Zulieferern eingefÃ¼hrten Waren inklusive VerbrauchsgÃ¼ter ohne Erhebung von ZÃ¶llen, Einfuhrumsatzsteuer oder sonstigen staatlichen Steuern und Abgaben gestattet wird.</p>
<p><strong>Garantie 6.7</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Freistaat Bayern, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass alle gemeldeten BaumaÃŸnahmen, die im Rahmen der Organisation der Spiele erforderlich sind, kommunalen, landesrechtlichen und bundesrechtlichen Umweltgesetzen und -Verordnungen ebenso entsprechen wie internationalen Vereinbarungen und Protokollen (soweit anwendbar), welche die Planung, Konstruktion und den Schutz der Umwelt betreffen.</p>
<p><strong>Garantie 7.1</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sportbund im Namen des zukÃ¼nftigen &#8220;Organising Committee of the Olympic Games&#8221; (OCOG) garantieren gemeinsam mit der Bundesrepublik Deutschland die Deckung jeglichen potentiellen Fehlbetrags des OCOG, einschlieÃŸlich eventueller RÃ¼ckerstattungen an das IOC solcher Vorausleistungen und BeitrÃ¤ge, die das IOC dem OCOG gegenÃ¼ber erbracht hat und die das IOC im Falle eines Schadens, wie etwa dem teilweisen oder vollstÃ¤ndigen Ausfall der Spiele, Dritten gegenÃ¼ber erstatten muss.</p>
<p><strong>Garantie 7.2</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass sie dem OCOG Dienstleistungen in Bezug auf Zoll und Einreise kostenlos zur VerfÃ¼gung stellt. Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass sie dem OCOG Dienstleistungen betreffend der Ã¶ffentlichen medizinischen Versorgung kostenlos zu VerfÃ¼gung stellen. Die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern garantieren, dass sie dem OCOG Dienstleistungen in Bezug auf die Sicherheit kostenlos zur VerfÃ¼gung stellen werden.</p>
<p><strong>Garantie 7.3</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland bestÃ¤tigt, dass aufgrund des in Deutschland herrschenden Prinzips der freien Marktwirtschaft kein System zur generellen Preiskontrolle besteht. Die bestehenden Zivil- und Strafgesetze der Bundesrepublik Deutschland ermÃ¶glichen jedoch ein Vorgehen gegen Wucher.</p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH bestÃ¤tigt, dass sie mit einer Vielzahl von Hotels im Raum der Austragungsorte OptionsvertrÃ¤ge geschlossen hat, worin feste Hotelpreise vereinbart wurden.</p>
<p><strong>Garantie 8.1</strong></p>
<p>&#8220;Joint Marketing Programme Agreement&#8221; &#8211; Vorlage wird zur VerfÃ¼gung gestellt.</p>
<p><strong>Garantie 8.2</strong></p>
<p>Das Nationale Paralympische Komitee (NPC), der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund &#8211; im Namen des zukÃ¼nftigen &#8220;Organising Committee of the Olympic Games&#8221; (OCOG)</p>
<ul>
<li>a) bestÃ¤tigen hiermit, dass das Paralympische geistige Eigentum innerhalb Deutschlands zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Dezember 2020 einheitlich durch das OCOG vermarktet wird. Zu diesem Zweck werden die Parteien bis zum 31. Juli 2012 ein &#8220;Paralympic Joint Marketing Programme Agreement&#8221; (PJMPA) abschlieÃŸen, welches den Anforderungen des IOC entspricht. Darin werden alle kommerziellen Rechte des NPC von dem OCOG fÃ¼r den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2020 wahrgenommen.</li>
<li>b) erkennen an, dass das PJMPA mit Genehmigung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) in Kraft treten soll.</li>
</ul>
<p>Das NPC verpflichtet sich weiter,</p>
<ul>
<li>a) in die NPC-Sponsoren-VertrÃ¤ge Klauseln aufzunehmen, dass diese VertrÃ¤ge am 31. Dezember 2012 enden und NPC-Sponsoren kein Recht haben, sich wirtschaftlich in irgendeiner Weise mit den Paralympics, dem OCOG, dem NPC (nach dem 31. Dezember 2012) oder den Paralympic Teams des NPC von 2014, 2016 und 2018 zu assoziieren; weiterhin haben sie weder ein Vorrecht aufÂ Verhandlungen (sog. &#8220;right of first discussion&#8221;) noch sonstige Vorzugsrechte in Verbindung mit den Paralympics, dem OCOG, dem NPC oder den Paralympic Teams des NPC von 2014, 2016 und 2018;</li>
<li>b) zu gewÃ¤hrleisten, dass die nationalen paralympischen SportverbÃ¤nde (sowohl der Sommer- als auch der Winterwettkampfdisziplinen, im Folgenden &#8220;NF&#8221;) mit dem OCOG zusammenzuarbeiten, um Gebiete zu identifizieren, in denen gemeinsame Marketing-Interessen bestehen und dass die NFs von jeglichen Ambush-Marketing-AktivitÃ¤ten Abstand nehmen bzw. ihre Sponsoren dazu veranlassen, jegliche Ambush-Marketing-AktivitÃ¤ten zu unterlassen, wie insbesondere die Entwicklung von Marketing-AktivitÃ¤ten, die in irgendeinem Zusammenhang mit den Spielen, der Stadt MÃ¼nchen, dem Jahr der Spiele oder Olympischer und Paralympischer Teams stehen.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 8.3.1</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Olympische Sport Bund garantieren, dass entsprechende Gesetze zur effektiven Reduktion und Sanktionierung von Ambush-Marketing (z. B. zur Verhinderung von unlauterem Wettbewerb durch Wettbewerber der Olympischen Sponsoren) bereits bestehen. Sofern nach dem Olympiaschutzgesetz, dem Markengesetz, der EG-Verordnung Nr. 40/94 Ã¼ber die Gemeinschaftsmarke oder dem Urheberrechtsgesetz geschÃ¼tzte Rechte verletzt werden, besteht Schutz aufgrund der entsprechenden gesetzlichen Regelungen. DarÃ¼ber hinaus gewÃ¤hrt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Schutz, wenn unlautere geschÃ¤ftliche Handlungen, wie etwa irrefÃ¼hrende Werbung oder Ausnutzung oder BeeintrÃ¤chtigung der WertschÃ¤tzung der Ware oder Dienstleistung eines Unternehmens, erfolgen. Die genannten Gesetze sehen insbesondere UnterlassungsansprÃ¼che, die schnell und effektiv im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes durchgesetzt werden kÃ¶nnen, sowie Schadensersatz-AnsprÃ¼che vor. Gegen unerwÃ¼nschte Werbung in den vom Veranstalter genutzten GebÃ¤uden und auf den vom Veranstalter genutzten GrundstÃ¼cke (insbesondere an den AustragungsstÃ¤tten) kann sich dieser durch AusÃ¼bung des ihm zustehenden Hausrechts schÃ¼tzen, wonach WerbemaÃŸnahmen von Nicht-Sponsoren auf dem GelÃ¤nde ausgeschlossen werden kÃ¶nnen.</p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen im Zeitraum von zwei Wochen vor der ErÃ¶ffnungszeremonie bis zur Schlusszeremonie der Spiele StraÃŸenverkÃ¤ufe und WerbeflÃ¤chen im Ã¶ffentlichen Raum (PlakatwÃ¤nde, Werbung in Ã¶ffentlichen Verkehrsmitteln) kontrolliert werden. Der Freistaat Bayern garantiert, dass der Luftraum Ã¼ber den Austragungsorten derart kontrolliert werden kann, dass die Verhinderung von VerÃ¶ffentlichungen im Luftraum sichergestellt ist.</p>
<p><strong>Garantie 8.3.2</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass wir mit allen EigentÃ¼mern verbindliche Vereinbarung zum Erwerb aller existierenden oder noch entstehenden AuÃŸenwerbeflÃ¤chen im Ã¶ffentlichen Raum in MÃ¼nchen und anderen operativen StÃ¤dten (z. B. Austragungsorte, Verkehrsknotenpunkte) zu den 2010 geltenden marktÃ¼blichen Konditionen abgeschlossen haben bzw. noch abschlieÃŸen werden.</p>
<p><strong>Garantie 8.3.3</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass wir mit allen EigentÃ¼mern verbindliche Vereinbarung zum Erwerb aller existierenden oder noch entstehenden WerbeflÃ¤chen in Ã¶ffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. Busse, U-Bahn und Tram) in MÃ¼nchen und anderen operativen StÃ¤dten (Austragungsorte, Verkehrsknotenpunkte) zu den 2010 geltenden marktÃ¼blichen Konditionen abgeschlossen haben.</p>
<p><strong>Garantie 8.3.4</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass sie mit den Betreibergesellschaften der FlughÃ¤fen MÃ¼nchen, Innsbruck und Salzburg verbindliche Vereinbarungen zur Kontrolle aller existierenden oder noch entstehenden WerbeflÃ¤chen (innen und auÃŸen) an den fÃ¼r die Spiele genutzten FlughÃ¤fen zu den 2010 geltenden marktÃ¼blichen Konditionen abgeschlossen hat.</p>
<p><strong>Garantie 8.4</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen , der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, als zukÃ¼nftige Gesellschafter des OCOG, die bedingungslose Teilnahme des OCOG am TOP-Programm (&#8220;The Olympic Partner Programme&#8221;) und anderen Marketing Programmen des IOC. Das TOP-Programm, das vom IOC durchgefÃ¼hrt wird, ist das einzige Sponsoring mit exklusiven Marketingrechten fÃ¼r sowohl die Sommer- als auch die Winterspiele.</p>
<p><strong>Garantie 9.7</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren die Finanzierung sÃ¤mtlicher BaumaÃŸnahmen fÃ¼r Wettkampf- und Nicht-WettkampfstÃ¤tten fÃ¼r die Austragung der Spiele.</p>
<p><strong>Garantie 9.8</strong></p>
<p><strong>(1)</strong> Als EigentÃ¼merin der Olympiapark MÃ¼nchen GmbH garantiert die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, als EigentÃ¼merin der fÃ¼r die Schneewettbewerbe vorgesehen GrundstÃ¼cke im Markt Garmisch-Partenkirchen garantiert der Markt Garmisch-Partenkirchen, als EigentÃ¼mer der Kunsteisbahn KÃ¶nigssee garantiert der Landkreis Berchtesgadener Land, als EigentÃ¼mer des fÃ¼r die Austragung der Biathlon- und Langlaufwettbewerbe benÃ¶tigten GrundstÃ¼cks und des fÃ¼r die temporÃ¤r zu errichtende Eisschnelllaufhalle benÃ¶tigten GrundstÃ¼cks garantiert der Freistaat Bayern, dass das OCOG</p>
<ul>
<li>exklusive Nutzungsrechte Ã¼ber die WettkampfstÃ¤tten fÃ¼r die Spiele erhÃ¤lt;</li>
<li>das Recht (und die Pflicht) erhÃ¤lt, um den Zugang der Delegationen der Nationalen Olympischen Komitees fÃ¼r Trainingszwecke und Kennenlernen der WettkampfstÃ¤tten zu erleichtern; und</li>
<li>alle Rechte hinsichtlich kommerzieller Rechte erhÃ¤lt (einschlieÃŸlich der Konditionen, wie sie im &#8220;Clean Venue Appendix&#8221; aufgefÃ¼hrt sind) fÃ¼r den Zeitraum wÃ¤hrend der Olympischen und Paralympischen Winterspiele sowie der Testevents.</li>
</ul>
<p>Die Garantiegeber verpflichten sich ferner, die Bedingungen der Olympischen Charta und des Host City-Vertrages wÃ¤hrend der Dauer des Miet-/Pachtvertrages mit dem OCOG einzuhalten.</p>
<p><strong>(2)</strong> Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die betroffenen Internationalen SportverbÃ¤nde schriftlich bestÃ¤tigt haben, dass die jeweilige WettkampfstÃ¤tte den spezifischen Anforderungen entspricht bzw. gemÃ¤ÃŸ den Planungen der Bewerbungsgesellschaft entsprechen wird.</p>
<p><strong>Garantie 9.9</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass alle Wettkampf- und Nicht-WettkampfstÃ¤tten, die im Ã¶ffentlichen Eigentum stehen, dem OCOG kostenfrei bzw. gegen eine vom IOC gebilligte Miete fÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der Spiele zur VerfÃ¼gung stehen.</p>
<p><strong>Garantie 10.5.4</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 bestÃ¤tigt, dass gemÃ¤ÃŸ Bid Book alle Venues fÃ¼r die Paralympischen Spiele bereits wÃ¤hrend der Olympischen Winterspiele genutzt werden und somit die Kontrolle der kommerziellen Rechte an diesen Venues durch Garantie 9.8 geklÃ¤rt sind.</p>
<p><strong>Garantie 10.9.2</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass nationale und internationale Richtlinien zur Barrierefreiheit in allen Planungs- und Bauphasen berÃ¼cksichtigt werden, insbesondere, aber nicht abschlieÃŸend,</p>
<ul>
<li>a) das Ãœbereinkommen der Vereinten Nationen Ã¼ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen und dessen Zusatzprotokoll; Ziel des auch von Deutschland ratifizierten Ãœbereinkommens ist es, die Rechte behinderter Menschen zu garantieren, zu schÃ¼tzen und zu fÃ¶rdern;</li>
<li>b) das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG), dessen Ziel es ist, jegliche Benachteiligungen behinderter Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewÃ¤hrleisten und ihnen eine selbstbestimmte LebensfÃ¼hrung zu ermÃ¶glichen;</li>
<li>c) das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), dessen Ziel es ist, jegliche Diskriminierung u. a. aufgrund von Behinderungen zu verhindern; und</li>
<li>d) das Bayerische Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung (BayBGG), wobei insbesondere die unter a), b) und c) aufgefÃ¼hrten Gesetze auch spezielle Vorschriften zur Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr enthalten; hiernach sind zivile Neubauten, Um- und Erweiterungsbauten sowie sonstige Anlagen, Ã¶ffentliche Wege, PlÃ¤tze und StraÃŸen sowie sonstige Ã¶ffentlich zugÃ¤ngliche Verkehrsanlagen und BefÃ¶rderungsmittel im Ã¶ffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 10.12.1</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass sÃ¤mtliche finanziellen Mittel fÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der Paralympischen Winterspiele 2018 gewÃ¤hrleistet werden.</p>
<p><strong>Garantie 11.2</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass die fÃ¼r die Errichtung der Olympischen DÃ¶rfer in MÃ¼nchen, Garmisch-Partenkirchen und der Athletenunterkunft in SchÃ¶nau a. KÃ¶nigssee im Landkreis Berchtesgadener Land (nachfolgend: Olympisches Dorf genannt) dem Stadtentwicklungs- bzw. Raumordnungsplan entsprechen und den Standards, um eine bauliche Genehmigung zu erhalten.</p>
<p><strong>Garantie 11.4</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen als zukÃ¼nftige EigentÃ¼merin des fÃ¼r das in MÃ¼nchen vorgesehene Olympische Dorf vorgesehenen GrundstÃ¼cks, der Markt Garmisch-Partenkirchen als zukÃ¼nftiger EigentÃ¼mer des fÃ¼r das in Garmisch-Partenkirchen vorgesehenen GrundstÃ¼cks, der Landkreis Berchtesgadener Land als Vertragspartner des EigentÃ¼mers der Athletenunterkunft in SchÃ¶nau a. KÃ¶nigssee, garantieren, dass das OCOG in die Planung hinsichtlich der Errichtung des Olympischen Dorfes einbezogen werden wird.</p>
<p><strong>Garantie 11.5</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass ausreichend finanzielle Mittel fÃ¼r die Errichtung des Olympischen Dorfes vorhanden sind bzw. von uns bereitgestellt werden, sofern bei der Errichtung des Olympischen Dorfes durch Private eine DeckungslÃ¼cke entstehen sollte. Die Angaben zu den Finanzierungsfragen und den BetrÃ¤gen entnehmen sie der Tabelle 11.5 im Bid Book.</p>
<p><strong>Garantie 11.7</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass sich auf den GrundstÃ¼cken fÃ¼r das geplante Olympische Dorf keine GebÃ¤ude befinden bzw. diese nicht fÃ¼r das Olympische Dorf genutzt werden mÃ¼ssen.</p>
<p><strong>Garantie 11.8</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land garantieren, dass das Olympische und Paralympische Dorf sÃ¤mtlichen nationalen und internationalen Standards zur Barrierefreiheit entspricht bzw. entsprechen wird, nÃ¤mlich insbesondere, aber nicht abschlieÃŸend,</p>
<ul>
<li>a) das Ãœbereinkommen der Vereinten Nationen Ã¼ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen und dessen Zusatzprotokoll; Ziel des auch von Deutschland ratifizierten Ãœbereinkommens ist es, die Rechte behinderter Menschen zu garantieren, zu schÃ¼tzen und zu fÃ¶rdern;</li>
<li>b) dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG), dessen Ziel es ist, jegliche Benachteiligungen behinderter Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewÃ¤hrleisten und ihnen eine selbstbestimmte LebensfÃ¼hrung zu ermÃ¶glichen;</li>
<li>c) dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), dessen Ziel es ist, jegliche Diskriminierung u. a. aufgrund von Behinderungen zu verhindern; und</li>
<li>d) dem Bayerischen Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung (BayBGG), wobei insbesondere die unter a) b) und c) aufgefÃ¼hrten Gesetze auch spezielle Vorschriften zur Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr enthalten; hiernach sind zivile Neubauten, Um- und Erweiterungsbauten sowie sonstige Anlagen, Ã¶ffentliche Wege, PlÃ¤tze und StraÃŸen sowie sonstige Ã¶ffentlich zugÃ¤ngliche Verkehrsanlagen und BefÃ¶rderungsmittel im Ã¶ffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 11.10</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen und der&#8217; Markt Garmisch-Partenkirchen als zukÃ¼nftige EigentÃ¼mer und der Landkreis Berchtesgadener Land als Vertragspartner des EigentÃ¼mers garantieren, dass die jeweiligen EigentÃ¼mer alle kommerziellen Rechte (einschlieÃŸlich der im &#8220;Clean Venue Appendix&#8221; enthaltenen Konditionen) an den Teilen des Olympischen Dorfes, die unter ihrer VerfÃ¼gungsbefugnis stehen, dem OCOG fÃ¼r den Zeitraum, in dem das OCOG Kontrolle Ã¼ber die WettkampfstÃ¤tten ausÃ¼bt, Ã¼berlassen.</p>
<p><strong>Garantie 11.18.1</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land, und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, als zukÃ¼nftige Gesellschafter des OCOG, dass das OCOG</p>
<ul>
<li>a) die Reisekosten fÃ¼r alle Delegationen der NOCs und der NPCs, die an den Spielen als qualifizierte und akkreditierte Athleten teilnehmen oder akkreditierte Personen sind, die nach Regel 39 der Olympischen Charta berechtigt sind, im Olympischen Dorf zu wohnen, erstatten wird. Diese ReisekostenÃ¼bernahme berechnet sich auf der Grundlage eines Economy Class-Fluges von der Hauptstadt oder eines anderen, vom jeweiligen NOC identifizierten Haupt-Flughafens des Heimatlandes zu dem internationalen Flughafen der Gastgeberstadt MÃ¼nchen;</li>
<li>b) vom IOC gesetzte Verfahren und Fristen befolgen wird; und</li>
<li>c) gewÃ¤hrleisten wird, dass &#8211; im Einklang mit der IOC-IPC-Vereinbarung &#8211; die Reisebedingungen fÃ¼r Athleten und Team-Mitglieder der Paralympischen Winterspiele 2018 die gleichen sein werden wie fÃ¼r die Olympischen Winterspiele.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 12.14</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, dass der Welt-Anti-Doping-Code und die Anti-Doping-Regeln des IOC, die im Jahr 2018 gelten werden, uneingeschrÃ¤nkt auf die Spiele angewendet werden.</p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren unsere volle Kooperation und UnterstÃ¼tzung betreffend der Umsetzung der IOC Anti-Doping-Regeln wÃ¤hrend der Olympischen Winterspiele, insbesondere in Bezug auf Untersuchungen und Verfahren betreffend der Athletenbetreuer oder jede andere Person, die in den illegalen Handel involviert ist oder die in sonst einer strafbaren Weise in Bezug auf die Verwendung von verbotenen Substanzen oder verbotenen Methoden UnterstÃ¼tzung leistet.</p>
<p><strong>Garantie 13.15/13.16</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren die sichere und friedliche Ausrichtung der Spiele. Wir werden alle betroffenen Stellen nachhaltig unterstÃ¼tzen, damit bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2018 fÃ¼r die Delegationen der Nationalen Olympischen Komitees und der Nationalen Paralympischen Komitees, fÃ¼r die Delegationen des IOC und IPC und fÃ¼r alle Zuschauer und Medienvertreter ein grÃ¶ÃŸtmÃ¶glicher Sicherheitsstandard geschaffen wird. Die finanzielle, planerische und organisatorische Verantwortung obliegt dem Freistaat Bayern als einsatzfÃ¼hrendem Land. Die oberste zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ist das Bayerische Staatsministerium des Innern.</p>
<p><strong>Garantie 14.2</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die im Bewerbungsdokument dargestellten GesamtunterbringungskapazitÃ¤ten mittels Optionsvertrag von dem jeweiligen HoteleigentÃ¼mer/-Betreiber zugesichert worden sind und fÃ¼r die Spiele zur VerfÃ¼gung stehen. Die GesamtunterbringungskapazitÃ¤ten wurden ebenfalls durch das &#8220;National Tourist Board&#8221; bestÃ¤tigt.</p>
<p><strong>Garantie 14.7.1</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in den beigefÃ¼gten Tabellen angefÃ¼hrten Hotels und MedienunterkÃ¼nfte zu den entsprechend angefÃ¼hrten Preisen verfÃ¼gbar sind.Â Dies wurde mittels Optionsvertrag von den HoteleigentÃ¼mern/-Betreibern bestÃ¤tigt (OptionsvertrÃ¤ge siehe Anlage).</p>
<p><strong>Garantie 14.7.2</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in der beigefÃ¼gten Liste angefÃ¼hrten GebÃ¤ude zu Unterbringungszwecken zur VerfÃ¼gung stehen.</p>
<p><strong>Garantie 14.7.3</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in der beigefÃ¼gten Liste angefÃ¼hrten Hotels nach Angaben der EigentÃ¼mer und Betreiber in Planung sind. Entsprechende Genehmigungen, ZeitplÃ¤ne, die Finanzierung und die Betreiber lassen sich ebenfalls der Anlage entnehmen.</p>
<p><strong>Garantie 15.3</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in der beigefÃ¼gten Tabelle angefÃ¼hrten KapazitÃ¤ten am Flughafen MÃ¼nchen, Innsbruck und Salzburg durch die Betreibergesellschaften der FlughÃ¤fen schriftlich bestÃ¤tigt wurden (siehe Anlage) und internationalen Standards entsprechen. Der in den Bewerbungsunterlagen dargestellte Standard wird bis und einschlieÃŸlich zum Jahr 2018 aufrecht erhalten.</p>
<p><strong>Garantie 15.6</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass die in der beigefÃ¼gten Tabelle angefÃ¼hrten VerkehrsinfrastrukturmaÃŸnahmen geplant sind. Weiterhin garantieren wir, dass die fÃ¼r diese InfrastrukturmaÃŸnahmen erforderlichen Genehmigungen angeben werden und die Finanzierung gesichert ist. ZeitplÃ¤ne und verantwortliche BehÃ¶rden lassen sich ebenfalls der Anlage entnehmen.</p>
<p><strong>Garantie 15.11</strong></p>
<p>Eine Erweiterung des Fuhrparks von Ã¶ffentlichen Personennah- und Regionalverkehrsmitteln ist nicht erforderlich und somit nicht geplant.</p>
<p><strong>Garantie 15.19</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass sog. Olympic Lanes fÃ¼r den Zeitraum der Spiele bzw. einen angemessenen Zeitraum vor und nach den Spielen zur VerfÃ¼gung stehen. Diese PlÃ¤ne sind im Bewerbungsdokument zu den Spielen nÃ¤her spezifiziert.</p>
<p><strong>Garantie 15.22</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren die Umsetzung eines olympischen Verkehrsmanagementsystems. Die stÃ¤dtische und regionale Transport- und Verkehrsleitung steht wÃ¤hrend der Spiele unter Leitung und Kontrolle des Freistaats Bayern.</p>
<p><strong>Garantie 16.8</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass die erforderlichen Funkfrequenzen fÃ¼r die Ãœbertragung der Spiele bereitgestellt, verwaltet und kontrolliert werden.</p>
<p><strong>Garantie 16.9</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass die Kosten fÃ¼r die Bereitstellung der erforderlichen Funkfrequenzen fÃ¼r die Ãœbertragung der Spiele den Athleten, dem IOC, den NOCs, dem OCOG, den Internationalen SportverbÃ¤nden, den Medien, den Rundfunksendern und den Olympischen Partnern fÃ¼r den Zeitraum eines Monats vor der ErÃ¶ffnungszeremonie der Spiele bis eine Woche nach Ende der Schlussfeier der Paralympischen Winterspiele 2018 von ihr Ã¼bernommen werden.</p>
<p><strong>Garantie 17.1</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund garantieren im Namen des zukÃ¼nftigen OCOG, dass mit dem erforderlichen Zeitvorlauf von mindestens 9 Monaten vor Beginn der Spiele ein auf hÃ¶chstem Ausstattungsniveau stehendes Internationales Radio- und Fernsehzentrum (International Broadcasting Centre, IBC) eingerichtet wird, das allen technischen Anforderungen des 2018 Candidature Procedure and Questionnaire gerecht wird. Eine entsprechende schriftliche Zusage der Messe MÃ¼nchen GmbH (eine Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt MÃ¼nchen) als Betreiber des in den Bewerbungsunterlagen dargestellten GelÃ¤ndes/Hallen liegt vor.</p></blockquote>
<p>Unterschreiben Sie hier:</p>
<blockquote><p>Berlin, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>FÃ¼r die Regierung der Bundesrepublik Deutschland<br />
<strong>Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r die Regierung des Freistaates Bayern<br />
<strong>Horst Seehofer, MinisterprÃ¤sident</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r die Landeshauptstadt MÃ¼nchen<br />
<strong>Christian Ude, OberbÃ¼rgermeister</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r den Markt Garmisch-Partenkirchen<br />
<strong>Thomas Schmid, Erster BÃ¼rgermeister</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r den Landkreis Berchtesgadener Land<br />
<strong>Georg Grabner, Landrat</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r den Deutschen Olympischen Sportbund<br />
<strong>Dr. Thomas Bach, PrÃ¤sident</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH<br />
<strong>Bernhard Schwank, Vorsitzender der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung</strong></p></blockquote>
<p><a href="http://flattr.com/thing/69690/Vertraulich-alle-Burgschaften-und-Garantien-die-deutsche-Volksvertreter-dem-IOC-fur-Munchen-2018-g" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>50</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>MÃ¼nchen 2018 und der intransparente Umgang mit Steuermitteln: Wirtschaftsplan? Welcher &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[berlin 2000]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[landesrechnungshof]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig 2012]]></category>
		<category><![CDATA[mÃ¼nchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[prÃ¼fberichte]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze fÃ¼r den sport]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[willy bogner]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9162</guid>
		<description><![CDATA[Einige Anmerkungen Ã¼ber Intransparenz als GeschÃ¤ftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von RechnungsprÃ¼fern als &#8220;Unkultur im Umgang mit Ã¶ffentlichen Mitteln&#8221; gerÃ¼gt. Die MÃ¼nchner Olympia GmbH schlieÃŸt nach jÃ¼ngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit: Gesellschafterversammlung erhÃ¶ht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschlieÃŸt engere Koordinierung der Gesellschafter MÃ¼nchen, 15. Juli â€“ Im Anschluss an die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Anmerkungen Ã¼ber Intransparenz als GeschÃ¤ftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von RechnungsprÃ¼fern als &#8220;Unkultur im Umgang mit Ã¶ffentlichen Mitteln&#8221; gerÃ¼gt.</p>
<p>Die MÃ¼nchner Olympia GmbH schlieÃŸt nach jÃ¼ngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit:</p>
<blockquote><p>Gesellschafterversammlung erhÃ¶ht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschlieÃŸt engere Koordinierung der Gesellschafter</p>
<p>MÃ¼nchen, 15. Juli â€“ Im Anschluss an die turnusmÃ¤ÃŸige Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 am heutigen Donnerstag, schauen die Gesellschafter voller Optimismus auf die kommenden Monate. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und PrÃ¤sident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach betonte, dass alle BeschlÃ¼sse mit absolutem Einvernehmen und groÃŸer Entschlossenheit zu Stande kamen. â€žMit dem Ziel die Bewerbung noch stÃ¤rker und positiver in das Bewusstsein der Ã–ffentlichkeit zu bringen, haben wir eine engere Verzahnung von Gesellschaftern und Bewerbungsgesellschaft beschlossenâ€œ, so Bach weiter. Die Gesellschafter benannten jeweils einen Koordinator, der die Zusammenarbeit stÃ¤rkt. Prokurist JÃ¼rgen BÃ¼hl wurde in diesem Zusammenhang zum stellvertretenden GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer ernannt.</p>
<p><strong>â€žZudem haben wir uns einstimmig und im Einvernehmen der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung auf den Wirtschaftplan der Bewerbung geeinigt.â€œ </strong></p></blockquote>
<p>Oh, ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;.</p>
<ul>
<li>Auf welchen &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; hat man sich geeinigt?</li>
<li>Gibt es einen Beweis dafÃ¼r, dass ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; existiert?</li>
<li>Warum ist der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht Ã¶ffentlich?</li>
<li>Warum wird der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht Ã¶ffentlich gemacht, so wie es sein sollte, vor allem jetzt, da die Ã¶ffentliche Hand wieder mit etlichen Millionen als Sponsor auftritt?</li>
<li>Warum wird Abgeordneten der Parlamente von Gesellschaftern trotz mehrfacher Anfrage dieser &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; verheimlicht?</li>
<li>Was soll/darf die Ã–ffentlichkeit, Hauptsponsor der Bewerbung, nicht wissen?</li>
<li>Wo sind die Beweise, dass Sponsoren bislang Ã¼berhaupt Geldmittel fÃ¼r die Bewerbung bereit gestellt haben?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es Ã¼berhaupt welche gibt &#8211; in Geld- und Sachmittel?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es Ã¼berhaupt welche gibt &#8211; auf wirklich private Firmen und auf halbstaatliche bzw. staatliche &#8220;Unternehmen&#8221;, also auf verkappte Subventionen der Ã¶ffentlichen Hand?</li>
<li>Warum gibt es keine sauberen, Ã¶ffentlich nachprÃ¼fbare OCOG- und Non-OCOG-Etats?</li>
</ul>
<p>Das sind Kernfragen. Das ist so in Deutschland, denn Transparenz ist auch in dieser Olympia GmbH ein Fremdwort. Die GroÃŸzÃ¼gigkeit im Umgang mit Ã¶ffentlichen Mitteln aber ist enorm. Vor allem der &#8220;Hauptgesellschafter&#8221; DOSB und sein PrÃ¤sident Thomas Bach demonstrieren das, denn nennenswerte finanzielle Mittel bringt der olympische Dachverband auch diesmal nicht ein.</p>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der MÃ¼nchner OberbÃ¼rgermeister und stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Christian Ude stellte heraus, dass auf dem langen Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen auch das eine oder andere Gewitter aufziehen kann.</p>
<p><strong>â€žAb heute scheint die Sonne wieder und die Bewerbung wird nicht an finanzpolitischen Aspekten scheitern. Daher haben wir beschlossen, das Bewerbungsbudget innerhalb des geschÃ¤tzten Rahmens um 10 Prozent auf 33 Millionen Euro zu erhÃ¶hen. Gesellschafterdarlehen sind hierfÃ¼r nicht nÃ¶tig.â€œ </strong></p></blockquote>
<ul>
<li>Warum sagt niemand, dass es sich um Steuermittel handelt?</li>
<li>Ist das ein Freibrief fÃ¼r Olympiabewerber, die &#8211; wie Bogner &#8211; ihre Unkenntnis Ã¼ber die Finanzierung Olympischer Spiele mehrfach bewiesen haben und konsequent Unwahrheiten verbreiten?</li>
</ul>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Bayerische MinisterprÃ¤sident Horst Seehofer betonte: â€žWir haben genug Projekte in der Pipeline, um genÃ¼gend Sponsorengelder fÃ¼r die Bewerbung zu akquirieren.â€œ</p>
<p>Aufatmen auch bei den BÃ¼rgern in Garmisch-Partenkirchen. Erster BÃ¼rgermeister Thomas Schmid weiÃŸ: â€žDurch die Tatsache, dass die Marktgemeinde kein Darlehen nachlegen muss, wird den BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rgern eine groÃŸe Sorge genommen.â€œ</p>
<p>Auch sicherte MinisterprÃ¤sident Seehofer bei den Verhandlungen mit GrundstÃ¼ckseigentÃ¼mern fÃ¼r die notwendigen FlÃ¤chen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele seine volle UnterstÃ¼tzung zu. Er betonte, dass alle Entscheidungen gemeinsam mit den BÃ¼rgern vor Ort getroffen werden.</p>
<p>Willy Bogner, MÃ¼nchen 2018-Chef, zeigte sich nach der Sitzung sehr zuversichtlich: â€žDie zugesicherten 33 Millionen Euro machen eine erstklassige Bewerbung mÃ¶glich. Ich freue mich besonders, dass sich alle Gesellschafter dazu bekannt haben mit ihrem persÃ¶nlichem Engagement fÃ¼r die Bewerbung einzutreten und die groÃŸen Vorteile der MÃ¼nchner Bewerbung stÃ¤rker zu kommunizieren.â€œ</p></blockquote>
<p>Willy Bogner hat Ã¼brigens, wenn man den Berichten glauben darf, wÃ¤hrend der Gesellschafterversammlung zum Thema Finanzen geschwiegen. Eine ausfÃ¼hrliche Presseschau findet sich dazu <a title="Dilettantenstadl MÃ¼nchen 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wÃ¤chst, Bewerbung am Ende?" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/14/dilettantenstadl-munchen-2018-willy-will-mehr-steuermittel-widerstand-wachst-bewerbung-am-ende/" target="_self">in den Kommentaren dieses Beitrags</a>.</p>
<p>Es ist kein Geheimnis, dass ich die deutsche Intransparenz, die Unkultur im Umgang mit Ã¶ffentlichen Mitteln und das undemokratische Vorgehen bei der Verschleuderung von Steuermitteln nicht schÃ¤tze. Den HalbgÃ¶ttern Seehofer, Bach und Ude seien deshalb als Handzettel Zitate aus den Untersuchungsberichten zu vergangenen deutschen Olympiabewerbungen empfohlen. Das Thema wird in den nÃ¤chsten Monaten vertieft werden mÃ¼ssen. Aber sicher lÃ¤uft das in MÃ¼nchen besser als einst in Berlin und Leipzig.</p>
<p>In der Leipziger Olympia GmbH hatte einst eine TiefenprÃ¼fung im Herbst 2003 ergeben, wenige Monate vor dem blamablen Vorrunden-Aus (sÃ¤mtlich Zitate aus dem PrÃ¼fbericht):</p>
<ul>
<li>FÃ¤lle von Aktenvernichtungen.</li>
<li>Dass elf Firmen lediglich auf der Grundlage mÃ¼ndlicher Absprachen gearbeitet haben.</li>
<li>Ein Vier-Augen-Prinzip sei hierbei nicht berÃ¼cksichtigt worden.</li>
<li>Bis zum 11. November 2003 bestanden keine eindeutigen Vertragszeichnungsregelungen innerhalb der GmbH.</li>
<li>Es bestand kein Vertragscontrolling hinsichtlich der Leistungen und Rechnungen der Vertragspartner.</li>
<li>AusschreibungsgrundsÃ¤tze wurden entgegen der Weisung des Aufsichtsrates nicht beachtet.</li>
<li>FÃ¼r Veranstaltungen der GmbH lagen keine KostenplÃ¤ne vor, zum Teil auch keine Nachweise.</li>
<li>Eine laufende Kostenkontrolle sei derzeit in der GmbH nicht mÃ¶glich.</li>
<li>Bis zum Tage der PrÃ¼fung existierte in der GmbH keine ordentliche BuchfÃ¼hrung.</li>
<li>Eine einheitliche Anwendung der Reisekostenregelung wurde nicht beachtet.</li>
<li>Die Nutzung von zur VerfÃ¼gung gestellten Pkws entbehrte jeder klaren vertraglichen Grundlage.</li>
<li>Das Vergaberecht wurde nicht eingehalten.</li>
<li>Die AktenfÃ¼hrung sei zum Teil nicht nachvollziehbar und unvollstÃ¤ndig.</li>
</ul>
<p>Der PrÃ¼fer nennt Handlungsbedarf, damit die GmbH den MaÃŸstÃ¤ben &#8220;einer geordneten TÃ¤tigkeit&#8221; gerecht wird:</p>
<ul>
<li>Aktenvernichtungen haben zu unterbleiben.</li>
<li>AktenverlÃ¤ufe mÃ¼ssen in Zukunft nachvollziehbar sein.</li>
<li>Organisatorische und inhaltliche MÃ¤ngel seien abzustellen.</li>
<li>Die Unkultur im Umgang mit Ã¶ffentlichen Mitteln sei abzustellen.</li>
<li>Die Beauftragung externer Firmen sei zu reduzieren (im Beauftragungsfall nur mit klarer BegrÃ¼ndung).</li>
<li>Die StÃ¤dte Leipzig und Rostock sollten sich aus dem tÃ¤glichen operativen GeschÃ¤ft der GmbH mÃ¶glichst heraushalten.</li>
<li>Satzung und GeschÃ¤ftsordnung der GmbH bedÃ¼rfen einer Ãœberarbeitung.</li>
</ul>
<p>FÃ¼r Leipzig waren damals 31,5 Millionen Euro aus Ã¶ffentlichen Mitteln fÃ¼r die Bewerbung verplant, plus etliche hundert Millionen, die bereits verbaut wurden in der Stadt. Wer mehr lesen will: <a title="Operation 2012" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/operation-2012/" target="_self">&#8220;Operation 2012&#8243;</a>.</p>
<p>In Berlin wies der Landesrechnungshof 1996, drei Jahre nach dem Olympia-Desaster (Berlin erhielt nur neun der IOC-Stimmen im Wettbewerb um die Spiele 2000, obwohl noch am Vorabend von mehr als 40 orakelt wurde!) nach, wie seinerzeit exakt 51.305.684,12 DM verpulvert wurden â€“ 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und elf Millionen vom Bund.</p>
<p>Hier einige Kernaussagen aus dem Bericht des Berliner Rechnungshofes vom August 1996, der sich liest wie eine Kopie des Leipziger PrÃ¼fungsberichts vom November 2003 bzw. umgekehrt:</p>
<blockquote><p>Eine erhebliche EinschrÃ¤nkung der ErkenntnismÃ¶glichkeiten ergab sich auch dadurch, dass der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der Olympia GmbH Akten der Gesellschaft hatte vernichten lassen (sog. ReiÃŸwolfaffÃ¤re). Ein Teil der Unterlagen existierte nicht, in der Mehrzahl der FÃ¤lle lagen nicht einmal schriftliche VertrÃ¤ge vor. Von den stichprobenweise geprÃ¼ften Fremdleistungen im Wert von 17,2 Millionen DM lagen jedenfalls nur fÃ¼r Leistungen im Wert von 3,8 Millionen DM (das sind 22 v.H.) Vertragsdokumente vor. Soweit vertragsbegrÃ¼ndende Unterlagen wie Angebote, Schriftwechsel Ã¼ber Preisverhandlungen, AuftrÃ¤ge und deren Ã„nderung nicht aufbewahrt wurden oder nicht erstellt worden sind â€“ und das gilt fÃ¼r den weit Ã¼berwiegenden Teil der geprÃ¼ften Fremdleistungen â€“, konnte die Olympia GmbH auch nicht den Nachweis vertragsgemÃ¤ÃŸer Lieferung und Leistung erbringen. Die Bescheinigung der sachlichen Richtigkeit auf den Rechnungen â€“ soweit vorhanden â€“ allein ist nicht ausreichend. Der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer hat sogar MillionengeschÃ¤fte mÃ¼ndlich abgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Besonders lesenswert, Punkt 124 des Rechnungshof-Berichts:</p>
<blockquote><p>Die Olympia GmbH hat keine privat finanzierte Olympiabewerbung durchgefÃ¼hrt, sondern fast ausschlieÃŸlich Steuergelder fÃ¼r diesen Zweck verwendet, und zwar im Umfang von Ã¼ber 50 Millionen DM.</p>
<p>Werden statt einer durchaus denkbaren privaten Finanzierung Ã¶ffentliche Mittel eingesetzt, unabhÃ¤ngig in welcher Form, ist mit diesen vom Steuerzahler aufgebrachten Geldern besonders sorgfÃ¤ltig zu wirtschaften.</p>
<p>Die Verwendung dieser Mittel darf in keinem Fall der parlamentarischen Finanzkontrolle entzogen sein.</p>
<p>Somit verbietet es sich auch, den Begriff der Wirtschaftlichkeit neu zu definieren und jedwede allgemeine sinnvolle oder auch nur vertretbare Mittelverwendung fÃ¼r die Olympiabewerbung als wirtschaftlich anzusehen.</p>
<p>Der Rechnungshof verkennt nicht den politischen Stellenwert, den die Olympiabewerbung gehabt hat. Dieser rechtfertigt aber nicht, die Verwendung der Mittel letztlich nach dem Grundsatz &#8220;Der Zweck heiligt die Mittel&#8221; zu beurteilen.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: <a title="Goldener Plan fÃ¼r MÃ¼nchen 2018: mal eben 1,5 Millionen mehr aus Steuermitteln" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">In MÃ¼nchen lÃ¤uft das bestimmt besser.</a></p>
<p>Obwohl ich da arge Zweifel habe. Denn Willy Bogner, ich sage es erneut, <a title="MÃ¼nchen 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">kennt sich in der Olympiafinanzierung nachweislich nicht aus und hat seine Falschaussagen aus etlichen Interviews meines Wissens auch nie korrigiert</a>. Mein Vertrauen hÃ¤lt sich also in Grenzen.<br />
<script type="text/javascript">// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br />
<script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>74</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Finanzierung Olympischer Spiele: â€œWir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen!&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 May 2009 07:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympisches marketing]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze fÃ¼r den sport]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[barack obama]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[denver 1976]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[helmut digel]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch junior]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig 2012]]></category>
		<category><![CDATA[london 2012]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[michael payne]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category>
		<category><![CDATA[olympic bid]]></category>
		<category><![CDATA[olympic bid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[referenzen]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tony blair]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3771</guid>
		<description><![CDATA[Zum HÃ¶ren: : Zum Lesen:Â EinÂ Hintergrund Politik von mir im Deutschlandfunk zum Thema &#8220;Die Finanzierung von Mega-Events in Krisenzeiten&#8221;. (Ich denke, dass ich den Beitrag spÃ¤ter noch mit einigen Zahlen und Links aufhÃ¼bsche.) Olympische Spiele sind die grÃ¶ÃŸte Showveranstaltung auf Erden. Nur 17 Tage dauern die Sportfeste &#8211; und kosten doch jeweils viele Milliarden Dollar. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zum HÃ¶ren:</em></p>
<p><em><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/05/dlf_20090505_1840_86f0052d.mp3" target="_self">:</a></em></p>
<p><em>Zum Lesen:Â EinÂ </em><a title="DLF Hintergrund Politik" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/" target="_blank"><em>Hintergrund Politik</em></a><em> von mir im Deutschlandfunk zum Thema &#8220;Die Finanzierung von Mega-Events in Krisenzeiten&#8221;. (Ich denke, dass ich den Beitrag spÃ¤ter noch mit einigen Zahlen und Links aufhÃ¼bsche.)</em></p>
<p>Olympische Spiele sind die grÃ¶ÃŸte Showveranstaltung auf Erden. Nur 17 Tage dauern die Sportfeste &#8211; und kosten doch jeweils viele Milliarden Dollar. Die Finanzierung von Olympischen Spielen ist, historisch betrachtet, immer ein Risiko. Das kanadische Montreal beispielsweise, Ausrichter der Sommerspiele 1976, brauchte drei Jahrzehnte, um seine Schulden zu tilgen. KÃ¼nftige OlympiastÃ¤dte wie Vancouver, London und Sotschi Ã¤chzen derzeit unter der Last ihrer Verpflichtungen. Die Wirtschaftskrise gefÃ¤hrdet zahlreiche Projekte, notdÃ¼rftig werden die LÃ¶cher gestopft. GroÃŸspurige Versprechen von Finanzinvestoren wurden zu Makulatur.</p>
<p>Deshalb erweisen sich in Vancouver, wo im Februar 2010 die nÃ¤chsten Winterspiele stattfinden, und in London, Gastgeber der Sommerspiele 2012, der Bau der olympischen DÃ¶rfer als die grÃ¶ÃŸten Probleme. Und in Sotschi, Austragungsort der Winterspiele 2014, musste die Stadtverwaltung gerade einrÃ¤umen, dass es wegen Geldmangels zu weiteren VerzÃ¶gerungen kommt. Die schlechten Nachrichten hÃ¤ufen sich. Der Besitzer der Spiele aber, das Internationale Olympische Komitee (IOC), wÃ¤hnt sich in Sicherheit. Marketingchef Gerhard Heiberg aus Norwegen sieht keinen Grund fÃ¼r Ã„nderungen am olympischen Vermarktungsprogramm:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich glaube nicht, denn wir haben ja VertrÃ¤ge fÃ¼r vier und acht und zwÃ¶lf Jahre. Und so lange wird diese Krise wahrscheinlich nicht dauern. Eigentlich haben wir nichts zu Ã¤ndern. Warten wir jetzt ab. Zurzeit bereuen wir nichts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Von seinen Marketingeinnahmen &#8211; knapp fÃ¼nf Milliarden Dollar im Olympiazyklus 2009 bis 2012 &#8211; Ã¼berweist das IOC rund ein Drittel an die OlympiastÃ¤dte: Vancouver bekommt eine halbe Milliarde, London rund eine Milliarde Dollar. Mehr gibt es nicht. Die restlichen Milliarden werden in der so genannten olympischen Familie verteilt: unter 33 WeltsportverbÃ¤nden und 205 Nationalen Olympischen Komitees. Das IOC behÃ¤lt etwa sieben Prozent.</p>
<p>Das IOC hat einige Millionen Dollar am Finanzmarkt verzockt, etwa in Fonds des BetrÃ¼gers Bernard Madoff. Doch dieser Verlust hÃ¤lt sich in Grenzen. Zwar haben vier Firmen ihre SponsorenvertrÃ¤ge nicht verlÃ¤ngert &#8211; dafÃ¼r aber sprangen andere ein, und die zahlen sogar noch mehr. Der belgische IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge sorgt sich deshalb nicht um die Finanzen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die IOC-Finanzen sind gesichert. Wir haben 405 Millionen Dollar RÃ¼cklagen. Sie wissen, dass ich ein sehr vorsichtiger Mensch bin. Die Weltlage ist nicht vorherzusehen. Ich habe keine Kristallkugel. Im Moment gilt: Es gibt kein ernstes Problem.&#8221;</p></blockquote>
<p>Rogge wird kaum etwas anderes erklÃ¤ren, solange das Interesse an den Spielen ungebrochen bleibt. Selbst in Krisenzeiten bewerben sich StÃ¤dte und Nationen um Olympische Spiele, die als Image- und Infrastrukturprogramm betrachtet werden. FÃ¼r die Sommerspiele 2016 gab es sieben Bewerber: Prag, Doha und Baku wurden vor einem Jahr aussortiert. Derzeit prÃ¼ft eine IOC-Kommission die vier Finalisten: Chicago, Tokio, Rio de Janeiro und Madrid &#8211; ein erlesener Wettbewerb.</p>
<p>Brasilien zum Beispiel will in den kommenden Jahren 250 Milliarden Dollar in seine Infrastruktur investieren. FÃ¼nf Prozent dieser Summe sollen in das olympische Abenteuer flieÃŸen. Also wird Rios ehrgeiziger Gouverneur Sergio Cabral es nicht leid, den IOC-PrÃ¼fern immer wieder zu versprechen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir wissen, dass Etat-Probleme das Letzte sind, Ã¼ber das in diesem Finanzklima jemand reden will. Rios Olympia-Etat ist komplett, ehrlich, realistisch und transparent. Er enthÃ¤lt alle Investitionen und die Regierung wird jedes Defizit ausgleichen. Wir richten sogar noch einen Startup-Fonds fÃ¼r das Organisationskomitee mit 700 Millionen Dollar ein!&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-3771"></span>700 Millionen Dollar fÃ¼r ein Startup &#8211; so lÃ¤uft das immer bei Olympischen Spielen. Ohne derartige Gaben ist man chancenlos. Auch Juan Antonio Samaranch Junior, der Sohn des gleichnamigen IOC-EhrenprÃ¤sidenten, verspricht &#8211; was die Bewerbung Madrids betrifft &#8211; den IOC-Kommissaren das Blaue vom Himmel.</p>
<blockquote><p>&#8220;In Madrid sind mehr als 77 Prozent der olympischen StÃ¤tten bereits gebaut oder werden gerade fertiggestellt. Der Etat ist abgesegnet, die Finanzquellen klar. Unser Budget fÃ¼r Olympiabauten liegt unter 300 Millionen Dollar! Es ist schon alles da, alles finanziert. In diesen sehr unsicheren Zeiten glaube ich, dass Madrid Sicherheit bieten kann. Sicherheit ist heutzutage ein groÃŸes Plus, fÃ¼r jedes Projekt im Leben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sicherheit? Samaranch Junior muss es wissen. Denn im Hauptberuf ist er, nun ja: Investmentbanker. Ein delikater Job.</p>
<blockquote><p>&#8220;NatÃ¼rlich muss man beunruhigt sein, denn die olympische Bewegung ist Teil der Gesellschaft und nicht immun gegen die Krise. Dennoch: Heute, und ich kann nur fÃ¼r den Augenblick sprechen, sehen die Olympiafinanzen sehr gesund aus. Das IOC hat aus dem Sommerspielen 2008 sehr viel Geld an die SportverbÃ¤nde und die Nationalen Olympischen Komitees verteilt. Ich muss schon sagen: Wir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das &#8220;privilegierte VÃ¶lkchen&#8221; wird stÃ¤ndig von den GrÃ¶ÃŸen der Weltpolitik umgarnt. Im Oktober vergibt die IOC-Vollversammlung in Kopenhagen die Sommerspiele 2016. Als Stargast auf dieser IOC-Session wird US-PrÃ¤sident Barack Obama erwartet. Obama hat in seiner Heimatstadt Chicago schon im Juni vergangenen Jahres, damals noch als PrÃ¤sidentschaftskandidat, ein Ã¶ffentliches Versprechen gegeben: Er will im Sommer 2016, am Ende seiner zweiten Amtszeit als US-PrÃ¤sident im Olympiastadion von Chicago die Sommerspiele erÃ¶ffnen. &#8220;Let the Games begin!&#8221; Zuletzt haben zwei hochkarÃ¤tige Politiker erfolgreich vor dem IOC um Olympia gebuhlt:</p>
<p>Im Juli 2005 half GroÃŸbritanniens Regierungschef Tony Blair auf der IOC-Session in Singapur, die Sommerspiele 2012 nach London zu holen. Er wurde belohnt. Im Juli 2007 war es Russlands PrÃ¤sident Wladimir Putin, der auf der IOC-Session in Guatemala die Winterspiele 2014 fÃ¼r Sotschi akquirierte. Putin versprach:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir garantieren, dass die SportstÃ¤tten pÃ¼nktlich fertig werden. Wir stellen dafÃ¼r rund zwÃ¶lf Milliarden Dollar zur VerfÃ¼gung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und IOC-PrÃ¤sident Rogge belohnte auch ihn.</p>
<p>Wer zÃ¤hlt die Versprechen, wer die Milliarden?</p>
<p>Der russische Staat hat inzwischen die FÃ¶rderung fÃ¼r Sotschi drastisch zurÃ¼ckgefahren &#8211; die Rede ist nur noch von sechs Milliarden Euro. Von den Milliarden, die Oligarchen in die Region pumpen wollten, spricht niemand mehr. In London wurde schon wÃ¤hrend der Bewerbung ein Regierungsbericht geheim gehalten, der besagte, dass Mega-Events wie Olympische Spiele keine Gewinne abwerfen. Es gehe dabei &#8220;mehr ums Feiern als um wirtschaftlichen Nutzen&#8221;. Das Prinzip &#8220;Brot und Spiele&#8221; halt. Inzwischen haben sich die olympiabedingten Kosten in London fast vervierfacht, von 2,7 auf 10,4 Milliarden Euro &#8211; Tendenz steigend. Olympiaministerin Tessa Jowell musste sich vorwerfen lassen, Parlament und die Ã–ffentlichkeit hinters Licht gefÃ¼hrt zu haben.</p>
<p>Olympische Spiele sind kein Wettbewerb der Wahrheiten. Eine seriÃ¶se Diskussion Ã¼ber Kosten und Risiken wird durch die Transparenzprobleme der Branche erschwert. Erst kÃ¼rzlich hat die Nichtregierungsorganisation &#8220;One World Trust&#8221; das IOC in einer unabhÃ¤ngigen Studie zum intransparentesten von 30 getesteten, weltweit operierenden Unternehmen gekÃ¼rt.</p>
<p>Der vermeintliche Nutzen wird schÃ¶n gerechnet &#8211; die Risiken werden herunter gespielt. Wer Olympische Spiele und andere GroÃŸereignisse wie FuÃŸball-Weltmeisterschaften als Infrastrukturprogramm betrachtet, mag langfristig durchaus messbare positive Effekte verzeichnen. Kurzfristig aber ist die Bilanz negativ. DarÃ¼ber dÃ¼rfen die stets geschÃ¶nten Rechnungen der Organisatoren nicht hinweg tÃ¤uschen.</p>
<p>Helmut Digel ist Direkter des Instituts fÃ¼r Sportwissenschaften der UniversitÃ¤t TÃ¼bingen. Als ehemaliger VizeprÃ¤sident des Leichtathletik-Weltverbandes, verantwortlich fÃ¼r Marketing, hat er Erfahrungen mit der Austragung von Sport-GroÃŸveranstaltungen gesammelt.</p>
<blockquote><p>&#8220;In der Tat gibt es ganz wenige verlÃ¤ssliche Studien, die aufzeigen, welche Ã¶konomischen Gewinne sich mit sportlichen GroÃŸereignissen erzielen lassen. Wir haben bis heute noch keine nachvollziehbare Abrechnung der Weltmeisterschaft im FuÃŸball. Und wenn man Peking nun betrachtet, da wird es ausgesprochen schwierig sein, vor dem Hintergrund der Daten, die zugÃ¤nglich sind, eine volkswirtschaftlich solide Abrechnung bezogen auf dieses GroÃŸereignis vorzulegen. Aber die seriÃ¶sen Volkswirtschaftler, die auf diesem Gebiet auch eine gewisse wissenschaftliche Expertise aufweisen, die Anerkennung gefunden hat, die haben schon lÃ¤ngst davor gewarnt, vor Ã¼berzogenen Erwartungen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Um im hektischen NachrichtengeschÃ¤ft die Ãœbersicht zu bewahren, ist es hilfreich, die beiden wichtigsten Kategorien einer Olympia-Finanzierung zu unterscheiden:</p>
<p>Es gibt den Organisationsetat, kurz: OCOG-Etat genannt, und den Infrastrukturetat, oder Non-OCOG-Etat. Organisationsetats werden von Olympiabewerbern in der Regel mit 1,8 bis 3 Milliarden Dollar veranschlagt. Die tatsÃ¤chlichen Olympiakosten betragen ein Vielfaches.</p>
<p>Der OCOG-Etat soll alle Kosten der unmittelbaren Organisation von der ErÃ¶ffnungs- bis zur Schlussfeier umfassen. Die Kosten fÃ¼r die meisten SportstÃ¤tten jedoch, sogar fÃ¼r Olympiastadien, werden dem Non-OCOG-Etat zugeschlagen, weil es sich bei derartigen Anlagen, so die IOC-Logik, um &#8220;nichtolympiabedingte&#8221; Investitionen handele.</p>
<p>So wird sichergestellt, dass Organisationskomitees Gewinne ausweisen. Es ist alles eine Frage der Buchungstechnik: Was nicht in den OCOG-Etat passt, wird in den Non-OCOG-Etat ausgelagert. Manche Ausrichter fÃ¼hren sogar einen dritten Etat, eine Art nationalen Infrastrukturplan.</p>
<p>Zwei Beispiele aus Deutschland: Leipzig, nationaler Bewerber fÃ¼r die Sommerspiele 2012, kalkulierte einst mit dem Ã¼blichen OCOG-Etat von rund 2 Milliarden Dollar. Der Non-OCOG-Etat aber, inklusive aller &#8220;nichtolympiabedingten&#8221; und &#8220;olympiabedingten&#8221; Kosten, wurde der Ã–ffentlichkeit verschwiegen: Denn die Planer in Bundesinnenministerium und sÃ¤chsischer Staatskanzlei hatten Gesamtkosten von 9 bis 13 Milliarden Euro Ã¼berschlagen.</p>
<p>Belastbare Zahlen des kommenden Olympiabewerbers MÃ¼nchen, der ab Herbst in den offiziellen Wettkampf um die Winterspiele 2018 eintritt, liegen nicht vor. Ein Finanzierungskonzept wird erst erstellt. Das Versprechen lautet: Die Bewerbungskosten von 30 Millionen Euro werden komplett aus der Wirtschaft generiert. MÃ¼nchens OberbÃ¼rgermeister Christian Ude im Sommer vergangenen Jahres:</p>
<blockquote><p>&#8220;30 Millionen, die man ja auch in Kinderkrippen und KindergÃ¤rten umrechnen kann, dÃ¼rfen nicht aus Steuermitteln aufgewendet werden. Unser Ziel ist ja, den Betrag vollstÃ¤ndig aus Sponsorengeldern zu decken. Das ist eine MÃ¶glichkeit auch fÃ¼r unsere Sponsoren, international aufzutreten. Und die Bereitschaft mitzumachen, ist selbst fÃ¼r mich erstaunlich groÃŸ.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Zahlen sind nicht Ã¼berzeugend. Nur ein kleiner Teil dieser Summe wurde bisher erlÃ¶st. Also wird die Bewerbung schon jetzt mit Ã¶ffentlichen Mitteln und Leistungen Ã¶ffentlicher Unternehmen alimentiert.</p>
<p>Derartige Konflikte aber interessieren das IOC kaum. Denn Olympia braucht, anders als der Bankensektor in der Krise, keinen Rettungsplan. Olympia funktioniert schon immer nach dem Prinzip des &#8220;Bail-outs&#8221;: Was auch passiert &#8211; die Zeche begleichen die Steuerzahler. Helmut Digel:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Sport ist heute ohne Ã¶ffentliche UnterstÃ¼tzung nicht denkbar als moderner Hochleistungssport. Wenn man die 210 Mitgliedsnationen bei den Olympischen Spielen etwas genauer betrachtet, so wird es vermutlich keine einzige Nation geben, die ihre Vorbereitung nicht mittels staatlicher Mittel unternimmt. Das heiÃŸt: Der Steuerzahler ist im Wesentlichen der Garant der Olympischen Bewegung. Das wird viel zu selten gewÃ¼rdigt und geschÃ¤tzt. Und gerade mit Blick auf den Steuerzahler stellt sich natÃ¼rlich die Frage, ob in wirtschaftlich schwierigen Zeiten man die Mittel zugunsten einer Sportbewegung verwenden darf, die sich selbst in Frage stellt &#8211; durch Korruption, durch Dopingbetrug, durch Gewaltausschreitungen, also durch eine ganze Reihe von Risiken, die ganz ohne Zweifel im Sport existieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Olympische Spiele sind, sachlich betrachtet, ein globales Franchise-Unternehmen. Die Spiele mit all ihren Insignien und Symbolen bleiben Eigentum des IOC, das alle zwei Jahre den Ausrichtern von Winter- und Sommerspielen die Nutzung seines GeschÃ¤ftskonzeptes erlaubt. Im Kern lÃ¤uft das nicht anders ab als bei Fastfood-Ketten, wo nach genau festgelegter Rezeptur produziert werden muss. Die Rezeptur der Spiele liefert das IOC-Grundgesetz, die Olympische Charta.</p>
<p>Der EnglÃ¤nder Michael Payne war gut zwei Jahrzehnte hauptamtlicher Marketingchef des IOC. Er arbeitet inzwischen fÃ¼r Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Payne hat Anfang der 80er Jahre, nachdem sich Olympia dem Kommerz geÃ¶ffnet hatte, die GrundsÃ¤tze der olympischen Vermarktung ausgearbeitet.</p>
<blockquote><p>&#8220;Franchise ist eine sehr gute Beschreibung. Das IOC ist der Franchisegeber &#8211; die Organisationskomitees, AusrichterstÃ¤dte und LÃ¤nder sind die Franchisenehmer. Das GeschÃ¤ft der Vertragspartner besteht darin, erfolgreiche Olympische Spiele auszurichten. Ich habe das oft so beschrieben. Wenn man es einem AuÃŸenstehenden erklÃ¤ren soll, passt dieses Franchisemodell ziemlich genau.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Franchisegeber IOC verlangt bereits von Bewerbern die bedingungslose Unterwerfung und zahlreiche Regierungsgarantien. Im Vertrag mit dem Olympiaausrichter lautet die Grundregel: Der Franchisenehmer trÃ¤gt das volle finanzielle Risiko. Das IOC ist nicht in Regress zu nehmen.</p>
<p>Das IOC verlangt zum Beispiel diese Regierungsgarantien:</p>
<ul>
<li>Die Verpflichtung, alle Sicherheits-, medizinischen-, Zoll- und andere regierungsbezogenen Dienstleistungen bereitzustellen, ohne dass dem Organisationskomitee (OCOG) Kosten entstehen.</li>
<li>Die Verpflichtung, alle den Ã¶ffentlichen BehÃ¶rden gehÃ¶renden sportlichen und nicht-sportlichen Veranstaltungsorte dem OCOG zur VerfÃ¼gung zu stellen, entweder kostenlos oder fÃ¼r Mietkosten, die vorher durch das IOC genehmigt werden mÃ¼ssen.</li>
<li>Eine BÃ¼rgschaft fÃ¼r die Ãœbernahme eines mÃ¶glichen wirtschaftlichen Verlustes im OCOG-Etat.</li>
<li>Die Verpflichtung, die Entwicklung der Infrastruktur zu Ã¼bernehmen und zu finanzieren.</li>
</ul>
<p>Wegen finanzieller Probleme wurden erst einmal Olympische Spiele zurÃ¼ckgegeben: In einem Referendum stimmten im November 1972 die BÃ¼rger des US-Bundesstaates Colorado gegen eine Finanzierung aus Steuermitteln. Also gab Denver die Winterspiele 1976 zurÃ¼ck, die dann in Innsbruck ausgetragen wurden.</p>
<p>Derartige UnfÃ¤lle kÃ¶nnen sich heute nicht wiederholen, obgleich die Kosten exorbitant steigen &#8211; dafÃ¼r sorgt das IOC in seinem Regelwerk, das Volksentscheide praktisch ausschlieÃŸt. Helmut Digel:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das IOC ist gut beraten, wenn ein Modell fÃ¼r die olympische Bewegung entwickelt wird, dass auch eine Nation mit 20 Millionen Einwohnern Olympische Spiele ausrichten kann. Wenn man Olympische Spiele nicht auch in der Schweiz ausrichten kann, oder nicht auch in BrÃ¼ssel ausrichten kann, dann ist die olympische Idee fÃ¼r meine Begriffe in Frage gestellt. Ich glaube, genau daran muss man es messen. Dass man mit diesen 10.500 Athleten und dem Medienaufwand, den man mit Olympischen Spielen verbindet, einen Weg sucht, der auch machbar ist unter dem Aspekt kleinerer VerhÃ¤ltnisse. Dann hat die olympische Bewegung eine Zukunft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Digel ist ein einsamer Rufer in der WÃ¼ste. Selbst IOC-PrÃ¤sident Rogge ist mit seinem ursprÃ¼nglichen Plan, die Spiele kleiner und feiner zu machen, gescheitert. In den vergangenen Jahren ist Olympia gigantischer geworden. Und damit steigen auch die Gefahren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/05/dlf_20090505_1840_86f0052d.mp3" length="8796672" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Steuerbefreiungen fÃ¼r SportverbÃ¤nde (2): Liebling Schweiz</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/10/steuerbefreiungen-fur-sportverbande-2-liebling-schweiz/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/10/steuerbefreiungen-fur-sportverbande-2-liebling-schweiz/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 22:58:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze fÃ¼r den sport]]></category>
		<category><![CDATA[steuerbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[uefa]]></category>
		<category><![CDATA[aiba]]></category>
		<category><![CDATA[alain berset]]></category>
		<category><![CDATA[alex kuprecht]]></category>
		<category><![CDATA[bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[eidgenÃ¶ssische steuerverwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[estv]]></category>
		<category><![CDATA[fei]]></category>
		<category><![CDATA[fiba]]></category>
		<category><![CDATA[fie]]></category>
		<category><![CDATA[fig]]></category>
		<category><![CDATA[fih]]></category>
		<category><![CDATA[fila]]></category>
		<category><![CDATA[fina]]></category>
		<category><![CDATA[fis]]></category>
		<category><![CDATA[fisa]]></category>
		<category><![CDATA[fita]]></category>
		<category><![CDATA[fivb]]></category>
		<category><![CDATA[hans-rudolf merz]]></category>
		<category><![CDATA[ibaf]]></category>
		<category><![CDATA[ihf]]></category>
		<category><![CDATA[iihf]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[isu]]></category>
		<category><![CDATA[ittf]]></category>
		<category><![CDATA[kantonsrat]]></category>
		<category><![CDATA[maximilian reimann]]></category>
		<category><![CDATA[one world trust]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Rino BÃ¼chel]]></category>
		<category><![CDATA[rolf bÃ¼ttiker]]></category>
		<category><![CDATA[rolf schweiger]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[stÃ¤nderat]]></category>
		<category><![CDATA[uci]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3275</guid>
		<description><![CDATA[Sie haben es nicht leicht, die Schweizer. MÃ¼ssen das Bankgeheimnis wahren, den rund 60 internationalen SportverbÃ¤nden im Land &#8211; neben dem IOC (das neuerdings Beobachterstatus in den Vereinten Nationen anstrebt), der Fifa und der Uefa auch dieÂ olympischen WeltverbÃ¤nde im Rudern (FISA), Baseball (IBAF), Basketball (FIBA), Boxen (AIBA), Radsport (UCI), Reiten (FEI), Fechten (FIE), Turnen (FIG), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie haben es nicht leicht, die Schweizer. MÃ¼ssen das Bankgeheimnis wahren, den rund 60 internationalen SportverbÃ¤nden im Land &#8211; neben dem IOC (das neuerdings <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/489594" target="_blank">Beobachterstatus</a> in den Vereinten Nationen anstrebt), der Fifa und der Uefa auch dieÂ olympischen WeltverbÃ¤nde im Rudern (FISA), Baseball (IBAF), Basketball (FIBA), Boxen (AIBA), Radsport (UCI), Reiten (FEI), Fechten (FIE), Turnen (FIG), <a href="http://jensweinreich.de/?s=pharao" target="_self">Handball</a> (IHF), Hockey (FIH), Ringen (FILA), Schwimmen (FINA), Tischtennis (ITTF), BogenschieÃŸen (FITA), <a href="http://jensweinreich.de/?p=213" target="_self">Volleyball</a> (FIVB), Eishockey (IIHF), Eiskunstlaufen (ISU) und Skisport (FIS) &#8211; wenigstens Steuerleichterungen, wenn nicht gar (den wichtigsten) <a href="http://jensweinreich.de/?p=2194" target="_self">Steuerbefreiungen gewÃ¤hren</a>. Die kÃ¶nnten andernfalls abwandern nach Dubai, Doha, Abu Dhabi, Peking, Sotschi oder andere Totaldemokratien. Die Schweizer mÃ¼ssen zudem sicherstellen, dass die Bestechung von so genannten Privaten, also auch SportfunktionÃ¤ren, weiter nicht im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb erfasst wird. Gern segnet die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung (ESTV) auch Dokumente ab, die <a href="http://jensweinreich.de/?p=2072" target="_self">Schmiergeldzahlungen in HÃ¶he von 138 Millionen Franken</a> an SportfunktionÃ¤re als rechtens erscheinen lassen, wie im Fall ISL/ISMM.</p>
<p>Sie tun also alles, die Schweizer, um die <strong><a href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">intransparenten Weltkonzerne IOC, Fifa</a></strong>, Uefa, hoppla, sagte ich Weltkonzerne?, ich meine natÃ¼rlich: um die Vereine IOC, Fifa, Uefa ungestÃ¶rt ihre GeschÃ¤fte machen zu lassen. Denn es sind Vereine, nach dem Schweizer Recht, es gibt &#8211; wie jeder weiÃŸ &#8211; nicht wirklich Unterschiede zwischen diesen Milliardenkonzernen und anderenÂ Schweizer Vereinen wie etwa dem <a href="http://www.pilze-thurgau.ch/" target="_blank">Verein fÃ¼r Pilzkunde Thurgau</a> oder dem <a href="http://www.femwiss.ch/de/" target="_blank">Verein Feministische Wissenschaft</a>. Nein halt, im Zweifel gibt es doch Unterschiede: Die Pilzkundler und die Wissenschaftlerinnen werden mÃ¶glicherweise hÃ¶her besteuert.</p>
<p>Es kÃ¶nnte alles so schÃ¶n sein, das Leben, ganz ohne Sorgen. Doch leider gibt es immer mal wieder einen aufmÃ¼pfigen Politiker (in der Schweiz! so etwas ist ja selbst in Deutschland und seinem <a href="http://jensweinreich.de/?cat=440" target="_blank">Bundestags-Sportausschuss</a> kaum anzutreffen!), der sich an den paradiesischen Bedingungen fÃ¼r die Profitmacher aus dem Sportbusiness stÃ¶rt. Etwa <a href="http://www.rolandbuechel.ch/" target="_blank">Kantonsrat</a>Â <a href="http://www.ostnews.ch/FIFA+Korruptionsfall+wird+untersucht/374848/detail.htm" target="_blank">Roland BÃ¼chel</a> oder StÃ¤nderat <a href="http://www.alex-kuprecht.ch/" target="_blank">Alex Kuprecht</a>, dem nicht so recht einleuchten will,</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;"><strong>&#8220;warum derartige Organisationen wie die Uefa, die Fifa oder das IOC, die Hunderte von Millionen Franken an Gewinnen erzielen, steuerbefreit werden&#8221;</strong>.</span></p></blockquote>
<p>Er hatte deshalb folgende Fragen an den Bundesrat:</p>
<ol>
<li>VerstÃ¶sst die privilegierte Steuerbehandlung dieser internationalen Sportorganisationen nicht gegen die verfassungsmÃ¤ssig geforderte Besteuerung nach der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit?</li>
<li>Inwiefern ist allenfalls das Rechtsprinzip der Gleichbehandlung tangiert oder gar verletzt worden?</li>
<li>Ist der Bundesrat bereit, fÃ¼r die Zukunft diese Problematik grundsÃ¤tzlich anzugehen und unter Einbezug der Kantone LÃ¶sungen zu erarbeiten?</li>
<li>Was beabsichtigt die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung zu tun, um mit diesen wirtschaftlichen Organisationen einvernehmliche LÃ¶sungen zu finden?</li>
</ol>
<p>Die Antworten auf seine Interpellation kann man <a href="http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20083592" target="_blank">hier nachlesen</a> &#8211; und wird sie als normalsterblicher Nicht-Jurist und Nicht-Steuerexperte kaum verstehen.</p>
<p>Alex Kuprecht sagte sich deshalb: Na, da frage ich lieber nochmal nach, und er tat das heute Morgen im StÃ¤nderat. Ich bin ihm dankbar dafÃ¼r. Zum Beispiel, weil er dies sagte &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Das sind Geldmaschinen, und sie mÃ¼ssen somit als wirtschaftliche Unternehmen betrachtet und besteuert werden. Alles anders ist eine Farce und lÃ¤sst die Vermutung zu, dass man lieber einen BÃ¼ckling vor diesen Organisationen macht, als im Sinne einer gerechten und korrekten Anwendung des DBG vorstellig zu werden und eine adÃ¤quate LÃ¶sung zu suchen. </strong></p></blockquote>
<p>&#8230; und zum Ende der Diskussion dem Finanzminister Hans-Rudolf Merz folgende SÃ¤tze entlockte:</p>
<blockquote><p>Ich glaube deshalb, dass es richtig war, dass der Bundesrat gesagt hat, dass fÃ¼r diese VerbÃ¤nde, fÃ¼r diese Dachorganisationen, fÃ¼r diese Holdings die Steuerbefreiung gilt, nicht aber fÃ¼r all die Mitarbeitenden, die dort beschÃ¤ftigt sind. Damit gelingt es uns, diese VerbÃ¤nde in der Schweiz zu halten. Ob wir aber auf alle Zeit die GewÃ¤hr haben, das kann ich nicht versichern. Es ist auch mÃ¶glich, dass andere Staaten gelegentlich sogar mit aktiven Beihilfen versuchen, solche Organisationen aus der Schweiz wegzulocken. <strong>Es wÃ¤re tragisch, namentlich wenn das Internationale Olympische Komitee unser Land verlassen wÃ¼rde, weil das ganze Netzwerk um dieses IOC herum dann zerfallen wÃ¼rde.</strong></p></blockquote>
<p>Mein Gott, wÃ¤re das tragisch.</p>
<p>Die komplette Diskussion im StÃ¤nderat <a href="http://www.parlament.ch/ab/frameset/d/s/4807/292360/d_s_4807_292360_292448.htm" target="_blank">steht lÃ¤ngst online</a>, da kÃ¶nnen sie sich im Bundestag ein Beispiel nehmen. Da ich zu exzessiven BlogbeitrÃ¤gen neige und die Debatte so interessant finde, ist der Text auch hier nachzulesen, in epischer LÃ¤nge:</p>
<p><span id="more-3275"></span><strong>Interpellation Kuprecht Alex: Besteuerung internationaler Sportorganisationen in der SchweizÂ <br />
</strong>Â <br />
<em>Einreichungsdatum 02.10.08,Â StÃ¤nderat/Conseil des Etats 10.03.09</em></p>
<p><strong>Le prÃ©sident (Berset Alain, prÃ©sident):</strong> Monsieur Kuprecht, Ãªtes-vous satisfait de la rÃ©ponse Ã©crite du Conseil fÃ©dÃ©ral ou demandez-vous la discussion?</p>
<p><strong>Kuprecht Alex (V, SZ):</strong> Ich bedanke mich fÃ¼r die Beantwortung der von mir aufgeworfenen Fragen. Ich bin jedoch mit den vom Bundesrat erteilten Antworten nur teilweise zufrieden und beantrage Diskussion.</p>
<p><strong>Le prÃ©sident (Berset Alain, prÃ©sident):</strong> Monsieur Kuprecht demande l&#8217;ouverture de la discussion. &#8211; Ainsi dÃ©cidÃ©.</p>
<p><strong>Kuprecht Alex (V, SZ):</strong> Gestatten Sie mir, bevor ich auf die Antwort des Bundesrates eingehe, Ihnen anhand eines Beispiels meine Gedanken und die HintergrÃ¼nde zu dieser von mir eingereichten Interpellation darzulegen.</p>
<p>Im Jahr 2006 habe ich als verantwortlicher OK-PrÃ¤sident zusammen mit acht weiteren Kollegen und Ã¼ber 1200 Helferinnen und Helfern das 17. Schwyzer Kantonalturnfest organisiert und durchgefÃ¼hrt. Ãœber 7000 Turnerinnen und Turner haben sich daran beteiligt, mit tollen Leistungen, bei herrlichem und durstig machendem Sommerwetter, in ausgelassener Stimmung und in kameradschaftlicher Geste, ohne nennenswerte BeschÃ¤digungen. Sie haben bei viel FrÃ¶hlichkeit und Enthusiasmus zwei tolle Wochenenden erlebt. Die ganze BevÃ¶lkerung identifizierte sich mit diesem regionalen, bis weit in die Schweiz ausstrahlenden Grossanlass. Das Alter der Teilnehmenden lag zwischen 15 und 75 Jahren. Viele der hierfÃ¼r notwendigen Helferinnen und Helfer haben unzÃ¤hlige Stunden zugunsten dieses Anlasses gearbeitet und teilweise mehrere Ferientage dafÃ¼r eingesetzt. Insgesamt wurden Ã¼ber 17 000 Helferstunden geleistet.</p>
<p>Den krÃ¶nenden Abschluss bildete danach das Rechnungsergebnis. Gesamthaft konnte ein Reingewinn von knapp 300 000 Franken erzielt werden, der zum einen Teil an den Verband und zum anderen Teil an die drei veranstaltenden Vereine ging. Eines der grÃ¶ssten Probleme des Finanzchefs lag nun plÃ¶tzlich darin, dass die Rechnung mÃ¶glichst so abgeschlossen werden musste, dass sowohl den kantonalen wie auch den eidgenÃ¶ssischen SteuerbehÃ¶rden ein im Rahmen der gesetzlichen und rechtlichen MÃ¶glichkeiten mÃ¶glichst tiefer Steuerbetrag Ã¼berwiesen werden musste. Auch die drei Vereine kamen selbstverstÃ¤ndlich fiskalisch zum Handkuss. Die Mehrwertsteuer kam zusÃ¤tzlich noch dazu und betrug rund 35 000 Franken.</p>
<p>Vergleicht man nun diese Situation mit derjenigen der in der Interpellation genannten Sportorganisationen, so muss man sich als Vereins- oder VerbandsprÃ¤sident etwas verschaukelt vorkommen. Man wird fÃ¼r erzielte und grundsÃ¤tzlich wieder dem Vereinszweck und der Nachwuchsbetreuung zugutekommende ErtrÃ¤ge besteuert, wÃ¤hrend diese Organisationen von internationaler Bedeutung mit Sitz in der Schweiz, die Hunderte von Millionen oder gar Ã¼ber eine Milliarde Franken Reingewinn erzielen und heute als sogenannte kommerzielle Unternehmen betrachtet werden mÃ¼ssen, von einer Besteuerung befreit werden.</p>
<p>In der Tat sieht Artikel 56 Buchstabe g des DBG die Ausnahme von der Steuerpflicht fÃ¼r juristische Personen vor, &#8220;die Ã¶ffentliche oder gemeinnÃ¼tzige Zwecke verfolgen, fÃ¼r den Gewinn, der ausschliesslich und unwiderruflich diesen Zwecken gewidmet ist&#8221;. FÃ¼r mich stellt sich dabei jedoch die Frage, inwiefern die Uefa, die Fifa und das IOC noch als Organisationen mit einem gemeinnÃ¼tzigen Zweckhintergrund einzustufen sind. Verfolgen diese Organisationen tatsÃ¤chlich primÃ¤r die GemeinnÃ¼tzigkeit? KÃ¶nnen Organisationen, die derartige Reingewinne machen, derart feudal residieren und ihre Exekutivmitglieder nur in den prunkvollsten Hotels absteigen lassen, noch als gemeinnÃ¼tzig eingestuft werden? Ist es gerecht, dass jede Unternehmung, die in der Schweiz ArbeitsplÃ¤tze schafft, Lernende ausbildet und somit direkt einen Leistungsbeitrag zugunsten unserer gesamten Volkswirtschaft erbringt, ihren Gewinn teilweise mehrfach besteuern lassen muss, wÃ¤hrenddem diese Organisationen davon befreit sind?</p>
<p>Erstaunt bin ich jedoch, dass der Bundesrat mit keinem Wort auf den Begriff und die Frage der GemeinnÃ¼tzigkeit eingeht. Mit beharrlicher Verschwiegenheit und Schweigsamkeit wird meines Erachtens der zentrale Punkt in der Antwort ausgeklammert. Gerade der Begriff der GemeinnÃ¼tzigkeit einer von der Steuer befreiten Organisation muss geklÃ¤rt und zwingend berÃ¼cksichtigt werden. Gerade die Medieninformation vom Mittwoch, dem 3. Dezember 2008, zeigt doch deutlich auf, welche rein wirtschaftliche Handlungsweise und Ausrichtung diese Organisationen eigentlich haben. So konnte man der &#8220;NZZ&#8221; entnehmen, dass das IOK erstmals seit Ã¼ber 50 Jahren einen Fernsehvertrag fÃ¼r die olympischen Spiele mit der Vereinigung der Ã¶ffentlich-rechtlichen Sender Europas abgelehnt hatte. Es verlangte offenbar eine Summe von fast 1 Milliarde Dollar fÃ¼r die Ãœbertragung der Spiele 2014 und 2016, die diese Vereinigung anscheinend nicht bereit war zu bezahlen. Derartige Forderungen sind dreist und haben alles andere als mit einem gemeinnÃ¼tzigen Zweck zu tun, wie das das DBG im zitierten Artikel verlangt.</p>
<p><strong>Das sind Geldmaschinen, und sie mÃ¼ssen somit als wirtschaftliche Unternehmen betrachtet und besteuert werden. Alles anders ist eine Farce und lÃ¤sst die Vermutung zu, dass man lieber einen BÃ¼ckling vor diesen Organisationen macht, als im Sinne einer gerechten und korrekten Anwendung des DBG vorstellig zu werden und eine adÃ¤quate LÃ¶sung zu suchen. </strong></p>
<p>Andere Beispiele fÃ¼r Ã¤hnliche Gepflogenheiten gibt es genug. Man erinnere sich an die letzte Europameisterschaft im Fussball. Die Uefa und deren Organisation verlangte, etwas vereinfacht gesagt, sogar vom Bratwurststandbesitzer horrende PlatzgebÃ¼hren, Ã¼bertrug den grÃ¶ssten Teil der Kosten fÃ¼r die GewÃ¤hrleistung der Sicherheit der Host Cities den Kantonen und dem Bund und bedankte sich nach dem erfolgreich durchgefÃ¼hrten Anlass fÃ¼r die erfolgreiche Organisation. Der Reingewinn in GrÃ¶sse von mehr als hundert Millionen Franken verblieb &#8211; mit dem Vermerk, diesen auch teilweise wieder den nationalen VerbÃ¤nden zukommen zu lassen &#8211; im eigenen Sack. Von etwas muss der zelebrierte Feudalismus ja schliesslich auch bezahlt werden. Dass die GemeinnÃ¼tzigkeit dadurch kaum mehr aufrechterhalten werden kann, liegt wohl auf der Hand und muss meines Erachtens vom Bundesrat und den Kantonen dringendst hinterfragt werden.</p>
<p>Die von den Kantonen entwickelte Praxis muss im Rahmen der Arbeit der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung unbedingt Ã¼berprÃ¼ft werden. Eine extensive Auslegung von Artikel 56 Buchstabe g DBG durch die verschiedenen kantonalen SteuerbehÃ¶rden ist unangebracht und verlangt eine einheitliche Anwendungspraxis. Ob der Bundesrat tatsÃ¤chlich VerstÃ¤ndnis fÃ¼r diese Praxis hat, mÃ¶chte ich im Raum stehenlassen. Wenn dem so wÃ¤re, mÃ¼sste er das ja vertieft prÃ¼fen. Es geht schliesslich auch um die GlaubwÃ¼rdigkeit der Steuerorgane unseres Landes gegenÃ¼ber der steuerzahlenden BevÃ¶lkerung, den KMU-Betrieben und den tatsÃ¤chlich gemeinnÃ¼tzigen und karitativen Organisationen.</p>
<p>Ich bin Ihnen, Herr BundesprÃ¤sident, sehr dankbar, wenn Sie diese Gedanken in die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung hineintragen und dafÃ¼r sorgen, dass eine allseits akzeptable LÃ¶sung gefunden werden kann. Ihre Antwort zeigt ja auch, dass Ihnen nicht so recht wohl ist bei dieser Angelegenheit.Â Unser Land wird zurzeit von verschiedenen Seiten sehr stark unter Druck gesetzt; darunter hat es auch LÃ¤nder, die Ã¼berhaupt keinen Grund dazu hÃ¤tten. Wenn wir nun diesen LÃ¤ndern und Organisationen mit etwas mehr Selbstbewusstsein und einem gewissen nationalen Stolz gegenÃ¼bertreten, so erwarte ich dies auch gegenÃ¼ber den genannten internationalen Sportorganisationen. Wir bieten und leisten etwas fÃ¼r sie, wie sich das unter Partnern und in unserer Tradition auch gehÃ¶rt. Demzufolge kÃ¶nnen wir auch etwas von ihnen verlangen.</p>
<p>Wenn die Pauschalbesteuerung an irgendeinem Ort vorgenommen werden sollte und kÃ¶nnte, dann wÃ¤re dies sicher hier der Fall. Â  Â </p>
<p><strong>BÃ¼ttiker Rolf (RL, SO):</strong> Ich mÃ¶chte Ihnen sagen, dass ich dafÃ¼r bin, dass wir Organisationen wie das IOC, die Fifa, die Uefa und andere in der Schweiz halten kÃ¶nnen. Das muss die Strategie der Schweiz sein. Ich bedaure, dass einige SportverbÃ¤nde und andere Organisationen &#8211; diese muss man dann noch dazunehmen &#8211; ihren Sitz bereits verlegt haben. Ich habe nie richtig herausgefunden, warum z. B. der Internationale Handballverband seinen Sitz nicht mehr in der Schweiz hat. Also diese Strategie muss sein.</p>
<ol>
<li>Ich bin mit Herrn Kuprecht einig, dass man bei gewissen Gebaren dieser Leute, die diese Organisationen vertreten, Vorbehalte anbringen kann. Aber es geht hier um den Grundsatz: Was kÃ¶nnen wir tun, um diese Organisationen hier in der Schweiz zu behalten? Es hat wirtschaftliche Vorteile, es geht auch um Prestige, um Renommee, um die NÃ¤he, es geht um ArbeitsplÃ¤tze usw. In der Regel ist es ja auch so, dass die Schweizer in diesen Gremien noch relativ stark vertreten sind und auch das Sagen haben.</li>
<li>Wir mÃ¼ssen uns nichts vormachen: Es geht auch hier um Standortwettbewerb. Es ist ein knallharter Standortwettbewerb; wir erleben ihn ja gerade jetzt &#8211; so wie vielleicht in der Vergangenheit &#8211; in der Wirtschaft; es geht auch um gesellschaftliche und politische ZusammenhÃ¤nge. Wir haben hier in diesem Saal auch schon Ã¼ber Organisationen mit politischer Ausrichtung in der Schweiz diskutiert, wenn etwa Bonn und Genf im Clinch um den Standort einer Organisation standen; das habe ich hier miterlebt. Es geht dann auch um Steuern, Subventionen und Standortfragen. Und dieser Standortwettbewerb findet auch im Sport statt, machen wir uns da nichts vor, und zwar global, weltweit. Auch SchwellenlÃ¤nder machen heute in diesem Standortwettbewerb mit, ich denke da etwa an SÃ¼dafrika. Einer der Standortfaktoren ist wie auch in der Wirtschaft die SteuerhÃ¶he, das ist zuzugeben.</li>
</ol>
<p>Nun hÃ¤tte Herr Kuprecht natÃ¼rlich Recht. Ich habe mich auch schon aufgeregt etwa als OK-PrÃ¤sident des EidgenÃ¶ssischen Schwingfestes und jetzt dann auch des Solothurner Kantonalen Musikfestes Ã¼ber die Mehrwertsteuerabrechnung usw. Daran hat niemand Freude, vor allem dann nicht, wie es Herr Kuprecht richtig gesagt hat, wenn man das ehrenamtlich tut; das ist so.</p>
<p><strong>Aber wenn es auf der Welt nur schÃ¶ne, weisse Schafe gÃ¤be, Herr Kuprecht, die in Steuerfragen absolut korrekt wÃ¤ren &#8211; vor allem auch im eigenen Haus, sie sollten nicht nur mit den Fingern auf die anderen zeigen -, wÃ¤re das ja alles gut und recht. Dann kÃ¶nnten wir mit den Organisationen in der Schweiz, die hier angesprochen sind, auch reden. Aber wenn es um diese Organisationen geht, gibt es unter den Standorten auch WÃ¶lfe, gegen die man &#8211; ob man will oder nicht &#8211; ZÃ¤une errichten muss. Diese WÃ¶lfe sind da, wenn es um die Standortfragen geht.</strong></p>
<p>Was mir in dieser Interpellation fehlt, ist der internationale Vergleich. NatÃ¼rlich konnte der Bundesrat darauf nicht eingehen, weil dieses Element gefehlt hat. Mich wÃ¼rde interessieren, wie die anderen LÃ¤nder vorgehen. Deutschland zum Beispiel preist immer wieder Ã¼ber alle Dimensionen hinaus seinen Standort Bonn an, den es jetzt zum Teil nicht mehr gebrauchen kann; er soll Sitz von internationalen Organisationen im Kulturbereich, im Wirtschaftsbereich oder eben auch im Sportbereich werden.</p>
<p>Wir haben es gestern schon bei der Euro-2008-Debatte gesehen: Der Kampf ist nicht nur bei der DurchfÃ¼hrung von AnlÃ¤ssen im Gange; wir kennen ja die berÃ¼hmten Dossiers. Manchmal ist das auch bei nationalen AnlÃ¤ssen der Fall, wenn ich an das letzte Wochenende denke, als es zwischen Burgdorf und Thun um das EidgenÃ¶ssische Schwingfest ging. Diese Dossiers habe ich etwas nÃ¤her angeschaut. Diese Standorte haben sich natÃ¼rlich auch angepriesen und nicht nur auf die gute Luft und den blauen Himmel hingewiesen, sondern eben auch auf Geldleistungen, Leistungen der Ã¶ffentlichen Hand usw. Um solche Fragen kommen wir nicht herum, sei es bei den internationalen AnlÃ¤ssen, sei es beim Sitz von VerbÃ¤nden. Wird ein internationaler Anlass ausgeschrieben, dann sehen wir, wer sich bewirbt, welche LÃ¤nder sich bewerben, welche Dossiers eingereicht werden und wie hart dann um die Vergabe gefeilscht wird; das kann man selbst so sagen. Wenn man dann diese Fragen anschaut, Herr Bundesrat, mÃ¶chte ich, dass auch die internationale Dimension einbezogen wird. Ich wÃ¼rde dann auch sagen: Die OECD soll schauen, dass &#8211; wenn es schon gemacht wird &#8211; Ã¼berall die gleichen Bedingungen herrschen und dass nicht nur bei den Standorten, bei denen die Schweiz im Vorteil ist, Ã¼ber diese Dinge und Ã¼ber die Besteuerung gesprochen wird. Dass das auch in unseren KonkurrenzlÃ¤ndern der Fall sein wird, muss gewÃ¤hrleistet sein.</p>
<p>Ein weiterer Punkt: Wir geben in der Schweiz sehr viel Geld aus fÃ¼r WirtschaftsfÃ¶rderung, StandortfÃ¶rderung, TourismusfÃ¶rderung oder KulturfÃ¶rderung; fÃ¼r FreizeitbeschÃ¤ftigungen werden Anstossprogramme finanziert. Ich frage mich, Herr Bundesrat, wenn es um diese Sportorganisationen geht: Welche anderen MÃ¶glichkeiten sehen Sie fÃ¼r die Schweiz &#8211; neben den Steuern, den Geld- und Subventionsfragen -, um diese VerbÃ¤nde zu halten? Das ist in der Interpellation auch nicht enthalten. Wie gesagt, ich mÃ¶chte, dass diese wichtigen Organisationen in der Schweiz bleiben.</p>
<p><strong>Ein letzter Punkt: Seien wir doch ehrlich, wenn einer dieser grossen VerbÃ¤nde aus irgendeinem Grund gehen wÃ¼rde, dann wÃ¼rde in diesem Land ein Hupkonzert losgehen: &#8220;Warum gehen die jetzt, man hÃ¤tte doch alles tun sollen, um die zu halten, das ist doch schade, das Schweizer Renommee geht kaputt&#8221; usw. Wenn einer geht, mÃ¼ssen wir dann auch ehrlich sein und nicht Interpellationen einreichen und fragen, warum der Bundesrat nichts getan hat, um ihn zu halten.</strong></p>
<p>Zusammengefasst: Ich bin dafÃ¼r, dass diese Organisationen ihren Sitz in der Schweiz haben. Wir sollten die internationale Dimension sehen, die das Ganze hat, und es muss ausgeleuchtet werden, dass wir im internationalen Wettbewerb stehen. Wir sollten neben den Steuern auch die andern MÃ¶glichkeiten evaluieren &#8211; es kÃ¶nnen auch andere Bereiche sein -, um diesen VerbÃ¤nden in der Schweiz einen guten Standort anbieten zu kÃ¶nnen.</p>
<p><strong>Reimann Maximilian (V, AG):</strong> Ich finde es gut, dass Kollege Kuprecht dem Bundesrat diese Fragen zur Besteuerung der internationalen SportverbÃ¤nde mit Sitz in der wunderschÃ¶nen Schweiz &#8211; hier trifft dieses Attribut wirklich zu &#8211; gestellt hat. Es wird von vielen Steuerzahlern, die natÃ¼rlich insbesondere durch einige Medien angestachelt weden, als Affront empfunden, dass sogenannt grosse Tiere fiskalisch laufengelassen werden, wÃ¤hrend die kleinen vom Fiskus regelrecht ausgenommen werden. In dieser ganzen Kontroverse dÃ¼rfen wir eines nicht vergessen, das besagte Medien auch vermehrt hervorstreichen sollten; ich bin froh, dass mein Vorredner, Kollege BÃ¼ttiker, auch darauf verwiesen hat:</p>
<p><strong>Es gibt einen knallharten internationalen Steuerwettbewerb, einen Run auf solche VerbÃ¤nde, denn es ist ein Prestige, solche halbgÃ¶ttlichen Institutionen im eigenen Land beherbergen zu dÃ¼rfen. Gehen Sie nur einmal auf den ZÃ¼richberg hinauf oder an die schÃ¶nen Gestade des Lac LÃ©man und schauen Sie sich all die Autos und Busse und die ZaungÃ¤ste darin nÃ¤her an, die extra hierhergekommen sind oder hier einen Stopp einlegen, in der Hoffnung, daselbst nicht nur die prestigetrÃ¤chtigen Bauten von Fifa, Uefa und IOC zu Gesicht zu bekommen, sondern vielleicht gar noch die darin residierenden Superpromis wie einen Sepp Blatter, einen Michel Platini oder die Herren Rogge, Samaranch und wie sie alle heissen oder geheissen haben. </strong></p>
<p>Ich habe jetzt etwas salopp gesprochen, aber allen Ernstes: Andere LÃ¤nder hÃ¤tten diese Sitze noch so gern bei sich zu Hause, und sie buhlen um deren Umsiedlung, indem sie gewaltige Privilegien versprechen, Gratislandparzellen, privilegierte PÃ¤sse, Privilegien bei der Ein- und Ausreise und natÃ¼rlich Steuerprivilegien, nicht nur fÃ¼r die Institutionen selber, sondern auch fÃ¼r die FunktionÃ¤re und Manager.</p>
<p>In diesem harten internationalen Wettbewerb kann die Schweiz natÃ¼rlich nicht mit leeren HÃ¤nden dastehen, will sie lÃ¤ngerfristig ihre Position halten, und ich will das. Die gleiche Entwicklung stellen wir Ã¼brigens auch bei den Abwerbungsversuchen rund um das internationale Genf fest, Bonn am schÃ¶nen Rhein beispielsweise, mit seinen vielen leerstehenden ehemaligen BundespalÃ¤sten, lÃ¤sst grÃ¼ssen.</p>
<p>Deshalb habe ich VerstÃ¤ndnis fÃ¼r die Haltung des Bundesrates bei der Besteuerung internationaler SportverbÃ¤nde.</p>
<p>Leer gehen wir, werter Kollege Kuprecht, aber trotzdem nicht aus. Wir kassieren immerhin Einkommens- und VermÃ¶genssteuern der Belegschaft, auch der obersten Bosse, wenn sie Wohnsitz in der Schweiz haben. Und nicht zu vergessen sind all die anderen Steuereinnahmen: Mehrwertsteuer, Motorfahrzeugsteuer bis hin zu den Verkehrsbussen usw. Das ist immerhin nicht nichts, und diese Einnahmen hÃ¤tten wir nicht mehr, wenn diese VerbÃ¤nde wegzÃ¶gen. Â  Â </p>
<p><strong>Schweiger Rolf (RL, ZG):</strong> Auch ich spreche wieder etwas gegen den medialen Trend, aber man muss mir attestieren, dass ich es zumindest auf alle Seiten gleichzeitig tue. Ich mÃ¶chte nun aber nicht ein Votum halten, dass sich mit den nationalen Fragen befasst, sondern versuchen, das Problem einmal ganz juristisch anzugehen.</p>
<p>Wenn Sie Artikel 56 Litera g des Bundesgesetzes Ã¼ber die direkte Bundessteuer lesen, sehen Sie, dass die Formulierung wie folgt lautet: &#8220;Von der Steuerpflicht sind befreit: juristische Personen, die Ã¶ffentliche oder gemeinnÃ¼tzige Zwecke verfolgen, fÃ¼r den Gewinn, der ausschliesslich und unwiderruflich diesen Zwecken gewidmet ist. Unternehmerische Zwecke sind grundsÃ¤tzlich nicht gemeinnÃ¼tzig.&#8221; Ich meine, dass die Schweiz bzw. die involvierten Kantone sich an das halten, was ihnen von Artikel 56 vorgegeben wird. Ich versuche dies wie folgt zu begrÃ¼nden:</p>
<p>Es sind zwei Zwecke, die mÃ¶glich sind, damit eine Steuerbefreiung erfolgen kann, nÃ¤mlich der Ã¶ffentliche Zweck und der gemeinnÃ¼tzige Zweck. Ich meine, dass hier der Ã¶ffentliche Zweck im Vordergrund steht. Hier sind folgende Fragen zu stellen: Betrachten wir Sport, ganz allgemein gesagt, als einen Ã¶ffentlichen Zweck? Ich glaube, dass man dies bezÃ¼glich desjenigen Sports, der von Amateuren betrieben wird, der eben diese kantonalen Schwing- und Jodlerfeste betrifft, unzweifelhaft bejahen sollte, und ich verstehe die Kantone nicht, die dies anders sehen. Die Frage, die sich aber hier stellt, ist eine etwas andere. GehÃ¶rt auch der &#8211; ich nenne ihn mal so &#8211; &#8220;grosse Sport&#8221; dazu, also derjenige Sport, der auf weltweites Interesse stÃ¶sst? Im Vordergrund stehen hier diejenigen Sportarten, die grosse Zuschauermassen zu mobilisieren pflegen, wie Fussball und die meisten derjenigen Sportarten, die an der Olympiade gepflegt werden. Kann man nun sagen, dieser Show-Sport &#8211; wenn wir das vielleicht auch etwas pointiert sagen wollen &#8211; habe noch einen Ã¶ffentlichen Zweck?</p>
<p>Ich persÃ¶nlich meine, dass man diese Frage bejahen muss.</p>
<p>Es gibt wahrscheinlich keine menschliche TÃ¤tigkeit, die nicht irgendwie durch Vorbilder beeinflusst wird. Es liegt im Ã¶ffentlichen Interesse, dass Grossveranstaltungen stattfinden, eben deshalb, weil sie den einfachen Menschen &#8211; neben der Befriedigung von Show-GelÃ¼sten &#8211; auch dazu animieren, sich mit Sport zu beschÃ¤ftigen. So gesehen sind VerbÃ¤nde, die sich um solche GrossanlÃ¤sse kÃ¼mmern, VerbÃ¤nde, die Ã¶ffentliche Zwecke verfolgen.</p>
<p>Die Frage ist nun: Ist das Gebaren der Leiter, der zentralen Figuren, die in diesen VerbÃ¤nden eine Rolle spielen, ein Grund dafÃ¼r, dies anders zu sehen? Ich glaube, wir mÃ¼ssen auch hier eine gewisse Fairness walten lassen. Diese Grossveranstaltungen finden mit verschiedensten Involvierten statt. Es sind Staaten mit ihren FunktionÃ¤ren, aber auch mit ihren Ministern und Staatschefs daran beteiligt. Es sind Medienunternehmen daran beteiligt, bei denen extrem gewiefte GeschÃ¤ftsherren mit den VerbÃ¤nden darÃ¼ber zu verhandeln haben, wie die Medienrechte verkauft werden. Also ist es doch notwendig, dass in diesen Gremien Personen tÃ¤tig sind, die in der Lage sind, auf gleicher Ebene mit diesen Leuten zu verhandeln. Diese Leute brauchen auf der einen Seite Kompetenz, sie brauchen aber auch ein gewisses Know-how im Umgang und im Verhalten.</p>
<p><strong>SelbstverstÃ¤ndlich kann man sagen, ein Boss der Fifa oder der Uefa oder des Olympischen Komitees kÃ¶nne, wenn er zum Beispiel nach Kapstadt reise, auch in der Pension Abendsonne Ã¼bernachten. Aber irgendwie wÃ¼rde das Ganze dann nicht mehr verstanden. Dass Personen solcher weltweit tÃ¤tigen Organisationen sich im Verhaltenskodex dem anpassen, was Staatsleute und Medienleute eben auch tun, scheint meines Erachtens nur verstÃ¤ndlich. </strong></p>
<p>Wir dÃ¼rfen hier nicht pÃ¤pstlicher als der Papst sein und vor den RealitÃ¤ten kapitulieren. Wichtig ist, dass diejenigen Leute, die an der Spitze solcher Organisationen stehen, kompetent sind, denn die Organisation solcher AnlÃ¤sse ist extrem schwierig.</p>
<p>Ein nÃ¤chster Punkt &#8211; wenn solche Organisatoren den infrage kommenden LÃ¤ndern Auflagen bezÃ¼glich Sicherheit usw. machen, wÃ¤re das ein Grund, ihnen die Steuerbefreiung zu entziehen -: Sehen Sie, diese Organisationen stehen vor der Situation, dass die Interessenten, welche solche Weltschauspiele veranstalten wollen, Schlange stehen. Die FunktionÃ¤re dieser Organisationen sind an sich bedacht, aus dem, was sie tun, ein gewisses Maximum herauszuholen. Das ist eine wirtschaftliche BanalitÃ¤t, die, wenn sie nicht gehandhabt wÃ¼rde, ihnen allenfalls zum Vorwurf gemacht wÃ¼rde. Denn &#8211; nun kommt das Entscheidende -: All das Geld, das die Fifa, die Uefa und das Olympische Komitee einnehmen, wird nicht fÃ¼r irgendwelche dubiosen HintermÃ¤nner, EigentÃ¼mer oder was auch immer bezahlt, sondern es wird fÃ¼r den Sport wiederverwendet. Ich bin zu wenig im Sport drin, um zu wissen, was genau gemacht wird. Ich weiss aber, dass insbesondere die Fifa weltweit die nationalen FussballverbÃ¤nde unterstÃ¼tzt und damit wahrscheinlich die Voraussetzungen fÃ¼r Hunderttausende von jungen Leuten schafft, Ã¼berhaupt Fussball spielen zu kÃ¶nnen.</p>
<p>Dies zusammengefasst lÃ¤sst mich die Aussage wagen, dass die Schweiz rechtlich richtig vorgeht, wenn sie eine Steuerbefreiung bejaht. Ich sage nicht, dass allenfalls auch eine andere rechtliche Betrachtungsweise mÃ¶glich sein kÃ¶nnte. Entscheidend aber ist, dass auch diejenige, die heute in der Schweiz gehandhabt wird, mÃ¶glich ist. Wenn solche Situationen bestehen, muss man sich eben doch die Frage stellen: DÃ¼rfen auch gewisse nationale Interessen berÃ¼cksichtigt werden, die uns, wie von den Vorrednern gesagt, eben doch einiges bringen? Auch ich meine, dass man diese Frage bejahen sollte. Ich stelle mir vor, wie es wÃ¤re, wenn beispielsweise eine dieser grossen Organisationen die Schweiz verlassen wÃ¼rde. Es wÃ¤re dies wahrscheinlich der Anlass fÃ¼r verschiedene Parlamentarier, eine Motion oder Interpellation folgenden Inhalts einzureichen: War es nicht mÃ¶glich zu verhindern, dass das so geschehen ist? Darum meine ich, dass der Bundesrat gut daran tut, so er sich da Ã¼berhaupt engagiert, die Steuerbefreiung der grossen, weltweit tÃ¤tigen VerbÃ¤nde weiterhin zu bejahen.Â Â Â Â <br />
Â <br />
<strong>Merz Hans-Rudolf, BundesprÃ¤sident:</strong> Es ist so, dass das Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer konkrete EinschrÃ¤nkungen des Grundsatzes der Besteuerung zulÃ¤sst, namentlich in dem von Herrn Kuprecht erwÃ¤hnten Artikel 56. Nun ist es so, dass verschiedene kantonale SteuerbehÃ¶rden den Begriff der GemeinnÃ¼tzigkeit, der der Idee zugrunde liegt, extensiv auslegen. Daher gab es die Situation &#8211; schon vor dem Entscheid des Bundesrates -, dass SportverbÃ¤nde mehrheitlich von der direkten Bundessteuer befreit wurden, namentlich auch im Hinblick auf die Zwecke, die sie erfÃ¼llen. Ich glaube, das ist alles von Ihnen gesagt worden. Ich habe eigentlich dieser Diskussion nicht sehr viel beizufÃ¼gen, aber ich mÃ¶chte sie noch illustrieren.</p>
<p>Sie mÃ¼ssen zwei Dinge auseinanderhalten: Das eine sind die SportverbÃ¤nde, das andere sind die Veranstaltungen; das sind zwei Dinge. Die SportverbÃ¤nde sind gewissermassen Dachorganisationen oder eine Art Holdings, die sich aus verschiedenen nationalen Anliegen, Delegierten, SubverbÃ¤nden zusammensetzen und irgendwo eine Zentrale haben. Das typischste Beispiel in der Schweiz ist die Stadt Lausanne. Leider sind jetzt die beiden Vertreter des Kantons Waadt nicht anwesend, sonst kÃ¶nnten sie das noch illustrieren. In der Stadt Lausanne ist das Internationale Olympische Komitee seit Jahren etabliert. Um das Internationale Olympische Komitee herum haben sich etwa zwei Dutzend internationale Organisationen vernetzt und etabliert. In Lausanne und Umgebung sind viele hundert ArbeitsplÃ¤tze von Angestellten dieser Organisationen, und diese haben alle ihre Steuern zu entrichten. Das sind Einkommen natÃ¼rlicher Personen, die besteuert werden. Es ist aber nicht nur das, diese Organisationen beschÃ¤ftigen auch AnwÃ¤lte, sie benutzen AusbildungsstÃ¤tten, Hotels, SeminarrÃ¤ume, Infrastrukturen und den Flughafen. Es sind erwiesenermassen Hunderte von Millionen Franken, die durch diese Organisationen generiert werden. All diese Dienstleistungen werden besteuert, ausser eben bei der Holding, wenn man so sagen kann.</p>
<p>Die Holding &#8211; das ist die internationale Dachorganisation des Sportverbandes &#8211; ist von der Steuer befreit, aber alles andere wird normal besteuert.<br />
Das andere sind die Events, die Veranstaltungen. Wenn irgendwo eine Europameisterschaft stattfindet, dann wird dieses Turnier besteuert. Da gibt es Mehrwertsteuer, die Gewinnsteuer, und wenn die Fussballer je nachdem Gewinne erzielen, sind das Einkommen, und dann gibt es verschiedene Einkommenssteuersysteme; wir hatten bei der Euro 2008 mit Ã–sterreich die ganze Sache international zu regeln. Aber diese Fussballer sind nicht steuerfrei. Es ist nur die Frage, wie die internationale AnknÃ¼pfung gehandhabt wird und in welchem Land sie steuern.</p>
<p>Es gibt gelegentlich die Situation &#8211; das kennen Sie &#8211; der Pauschalbesteuerung fÃ¼r all diejenigen, die z. B. in verschiedensten LÃ¤ndern Einkommen generieren. Dort ist es zum Teil schwierig, diese Einkommen zu erfassen, weil es AbzÃ¼ge gibt, die in jedem Land wieder etwas anders organisiert sind und am Ende durch den Fiskus nicht prÃ¤zis erfasst werden kÃ¶nnen. FÃ¼r solche FÃ¤lle gibt es dann gelegentlich die Pauschalbesteuerung, die ja bekanntlich wieder ein Thema in sich ist.</p>
<p><strong>Nun ist es so, wie Herr BÃ¼ttiker gesagt hat: Es gibt internationale Konkurrenz auf diesem Gebiet. Ich muss nicht lange studieren, um Ihnen zu sagen, dass es Standorte wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, Hongkong gibt &#8211; Sie haben auch Bonn genannt -, die diese VerbÃ¤nde liebend gern bei sich hÃ¤tten. Aber mit diesen VerbÃ¤nden wÃ¼rden Hunderte von Steuerpflichtigen aus der Schweiz abwandern, und sie wÃ¼rden an anderen Orten sogar mit Subventionen empfangen. Diese Gefahr droht.</strong></p>
<p>Ich glaube deshalb, dass es richtig war, dass der Bundesrat gesagt hat, dass fÃ¼r diese VerbÃ¤nde, fÃ¼r diese Dachorganisationen, fÃ¼r diese Holdings die Steuerbefreiung gilt, nicht aber fÃ¼r all die Mitarbeitenden, die dort beschÃ¤ftigt sind. Damit gelingt es uns, diese VerbÃ¤nde in der Schweiz zu halten. Ob wir aber auf alle Zeit die GewÃ¤hr haben, das kann ich nicht versichern. Es ist auch mÃ¶glich, dass andere Staaten gelegentlich sogar mit aktiven Beihilfen versuchen, solche Organisationen aus der Schweiz wegzulocken.</p>
<p><strong>Es wÃ¤re tragisch, namentlich wenn das Internationale Olympische Komitee unser Land verlassen wÃ¼rde, weil das ganze Netzwerk um dieses IOC herum dann zerfallen wÃ¼rde.</strong></p>
<p>Vor dem mÃ¶chte ich Sie ebenso eindringlich warnen, wie das Herr BÃ¼ttiker auch schon getan hat. Herr StÃ¤nderat Kuprecht, ich habe volles VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Ihre Intervention und ich bin mit Ihnen der Meinung, dass wir diese Steuerbefreiungen immer gut reflektieren mÃ¼ssen. Wir mÃ¼ssen sicher sein, dass wir keine Ãœberlegungsfehler machen.</p>
<p>Ich darf Ihnen aber versichern, dass wir uns im Hinblick auf diese Situation &#8211; ich habe mich jetzt insbesondere auf das Beispiel Lausanne bezogen &#8211; die Sache nicht leicht gemacht haben. Wir haben diese VerbÃ¤nde angehÃ¶rt, wir haben auch mit dem Regierungsrat des Kantons Waadt gesprochen, wir haben mit einzelnen Organisationen Kontakte gepflegt; Ã„hnliches gilt auch fÃ¼r den Raum ZÃ¼rich, fÃ¼r den Raum Basel und andere Orte. Ich glaube, dass wir hier einen Weg gefunden haben, der es ermÃ¶glicht, diese Organisationen bei uns zu behalten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/10/steuerbefreiungen-fur-sportverbande-2-liebling-schweiz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>18</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Steuerbefreiungen fÃ¼r SportverbÃ¤nde</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/12/05/steuerbefreiungen-fur-sportverbande/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/12/05/steuerbefreiungen-fur-sportverbande/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 18:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze fÃ¼r den sport]]></category>
		<category><![CDATA[steuerbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[uefa]]></category>
		<category><![CDATA[schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=2194</guid>
		<description><![CDATA[LektÃ¼re fÃ¼r zwischendurch, wÃ¤hrend ich mich in die Bootshalle der Yachthafenresidenz zu einem Empfang des Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern und scheidenden Chef der Sportministerkonferenz, Lorenz Caffier, begebe. Das &#8211; Achtung, wunderbar &#8211; EidgenÃ¶ssische Departement fÃ¼r Verteidigung, BevÃ¶lkerungsschutz und Sport teilt mit, dass profitorientierte Konzerne wie das IOC, die Fifa oder die UefaÂ auch kÃ¼nftig von der Bundesteuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>LektÃ¼re fÃ¼r zwischendurch, wÃ¤hrend ich mich in die Bootshalle der Yachthafenresidenz zu einem Empfang des Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern und scheidenden Chef der Sportministerkonferenz, Lorenz Caffier, begebe. Das &#8211; Achtung, wunderbar &#8211; <strong>EidgenÃ¶ssische Departement fÃ¼r Verteidigung, BevÃ¶lkerungsschutz und Sport</strong> teilt mit, dass profitorientierte Konzerne wie das IOC, die Fifa oder die UefaÂ auch kÃ¼nftig von der Bundesteuer befreit sind. So jedenfalls habe ich die heutige <a href="http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de/home/documentation/news/news_detail.23681.nsb.html" target="_blank">PresseerklÃ¤rung</a> gelesen. Man sollte es zweimal lesen. Dass mir bei diesem Text das <a href="http://jensweinreich.de/?p=2072" target="_self">Urteil im ISL-Korruptionsprozess</a> und <a href="http://jensweinreich.de/?p=2099" target="_self">Jack the Ripper</a> und der <a href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_self">Handball-Weltverband</a> und <a href="http://jensweinreich.de/?p=213" target="_self">King RubÃ©n</a> und die <a href="http://jensweinreich.de/?p=1163" target="_self">Bekanntschaften vom Blatter Sepp</a> und <a href="http://jensweinreich.de/?page_id=25" target="_self">anderes</a> <a href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self">mehr</a> durch den Kopf gehen, ist natÃ¼rlich allein mein Problem. Ich muss die Dinge einfach globaler betrachten. Nicht so einseitig.</p>
<blockquote><p>Internationale SportverbÃ¤nde sind fÃ¼r die direkte Bundessteuer grundsÃ¤tzlich steuerpflichtig. GestÃ¼tzt auf ihre Auslegung von Art. 56 lit. g DBG haben verschiedene kantonale SteuerbehÃ¶rden die internationalen SportverbÃ¤nde mehrheitlich von der direkten Bundessteuer befreit. Der Bundesrat heisst diese wÃ¤hrend vielen Jahren entwickelte Praxis der Kantone gut.</p>
<p><span id="more-2194"></span>Der internationale Sport trÃ¤gt zur VÃ¶lkerverstÃ¤ndigung bei. Sportprogramme sind ein anerkanntes Element der FriedensfÃ¶rderung. Sport vermittelt positive Botschaften und Werte. Dazu gehÃ¶ren Fairplay, Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung sowie FÃ¶rderung der sozialen und kulturellen Integration. Die internationalen SportverbÃ¤nde wirken als Multiplikatoren und leisten bei der Verbreitung dieser Botschaften einen wichtigen Beitrag. Sie unterstÃ¼tzen nationale und lokale Sportorganisationen und leisten so namentlich in den EntwicklungslÃ¤ndern einen wichtigen Beitrag zur Sportentwicklung.</p>
<p>Die Bedeutung des Standorts Schweiz fÃ¼r die VerbandsfÃ¼hrung des Weltsports ist ausserordentlich. 36 internationale SportverbÃ¤nde, darunter Fussball, Radfahren, Ski, Schwimmen, Rudern, Kunstturnen etc., haben heute ihren Sitz in der Schweiz. Hinzu kommen weitere 21 Sportorganisationen wie etwa das IOK die sich in der Schweiz niedergelassen haben. Die Schweiz will ihre fÃ¼hrende Position im Standortwettbewerb auch in Zukunft behaupten. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Bundesrat fÃ¼r attraktive Rahmenbedingungen der internationalen SportverbÃ¤nde ein.</p>
<p>Auf Ersuchen einzelner Kantone hin und unter BerÃ¼cksichtigung der eingangs erwÃ¤hnten GrÃ¼nde hat der BundesratÂ  beschlossen, die Steuerbefreiung fÃ¼r diese internationalen SportverbÃ¤nde gutzuheissen und die Steuerverwaltungen anzuweisen, diese Steuerbefreiung gesamtschweizerisch gleichermassen anzuwenden.</p>
<p>Der sachliche Anwendungsbereich der Steuerbefreiung bleibt in zweierlei Hinsicht eingeschrÃ¤nkt. Erstens gilt die nun vom Bundesrat gut geheissene Steuerbefreiung nur fÃ¼r die direkte Bundessteuer. Zweitens gilt sie nur fÃ¼r die dem Internationalen Olympischen Komitee IOK angeschlossenen, in der Schweiz domizilierten, internationalen SportverbÃ¤nde sowie deren in der Schweiz domizilierten internationalen UnterverbÃ¤nde (KonfÃ¶derationen). Die Ã¼brigen Steuern und Abgaben des Bundes (Mehrwertsteuer etc.) sind davon nicht betroffen. Befreit sind nur die Organisationen als solche. Nicht befreit sind natÃ¼rliche Personen (Mitarbeitende, Personen in Gremien, FunktionÃ¤re etc.).</p>
<p>Adresse fÃ¼r RÃ¼ckfragen: BÃ©atrice Wertli<br />
Leiterin Kommunikation Bundesamt fÃ¼r Sport BASPO<br />
Herausgeber: EidgenÃ¶ssisches Departement fÃ¼r Verteidigung, BevÃ¶lkerungsschutz und Sport</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/12/05/steuerbefreiungen-fur-sportverbande/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

