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> <channel><title>jens weinreich &#187; sextest</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/sextest/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Was vom Tage übrig bleibt (44): Caster Semenya oder &#8220;I think it would be the third world war&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/11/was-vom-tage-ubrig-bleibt-44-caster-semenya-oder-i-think-it-would-be-the-third-world-war/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/09/11/was-vom-tage-ubrig-bleibt-44-caster-semenya-oder-i-think-it-would-be-the-third-world-war/#comments</comments> <pubDate>Fri, 11 Sep 2009 18:20:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[berlin 2009]]></category> <category><![CDATA[caster semenya]]></category> <category><![CDATA[iaaf]]></category> <category><![CDATA[leichtathletik]]></category> <category><![CDATA[sextest]]></category> <category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[ekkart arbeit]]></category> <category><![CDATA[helmut digel]]></category> <category><![CDATA[jacqueline magnay]]></category> <category><![CDATA[leichtathletik-wm]]></category> <category><![CDATA[makhenkesi stofile]]></category> <category><![CDATA[presseschau]]></category> <category><![CDATA[südafrika]]></category> <category><![CDATA[sydney morning herald]]></category> <category><![CDATA[the times]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5180</guid> <description><![CDATA[Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat nichts gelernt. Zwar gibt sich die IAAF im aktuellen Statement on Caster Semenya zurückhaltend, aber Jacquelin Magnay vom Sydney Morning Herald berichtete bereits: THE world champion 800m runner Caster Semenya has been revealed to have male and female sexual organs, posing an ethical and political quandary for the sport&#8217;s ruling body, the International Association of Athletics [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
class="alignleft size-full wp-image-5183" title="Cover You" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/09/semenya-you.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="279" height="390" align="left" />Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat nichts gelernt. Zwar gibt sich die IAAF im <a
title="Kommentar zu &quot;I am not a boy. Why did you bring me here?&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4917#comment-14170" target="_self">aktuellen</a> <a
title="IAAF Webseite" href="http://www.iaaf.org/aboutiaaf/news/newsid=54277.html" target="_blank">Statement on Caster Semenya</a> zurückhaltend, aber Jacquelin Magnay vom <a
title="Sydney Morning Herald" href="http://www.smh.com.au/news/sport/secret-of-semenyas-sex-stripped-bare/2009/09/11/1252519599453.html" target="_blank">Sydney Morning Herald</a> berichtete bereits:</p><blockquote><p>THE world champion 800m runner Caster Semenya has been revealed to have male and female sexual organs, posing an ethical and political quandary for the sport&#8217;s ruling body, the International Association of Athletics Federations, and her home nation, South Africa.</p></blockquote><p>Gerade schreibt Magnay, deren Texte ich nicht zum ersten Mal empfehle: &#8220;<a
title="SMH vom 12. September 2009" href="http://www.smh.com.au/news/sport/spare-a-thought-for-semenya-an-innocent-party-in-a-global-debate/2009/09/11/1252519638204.html" target="_blank">Spare a thought for Semenya, an innocent party in a global debate</a>&#8220;.</p><p>Dass Semenya physiologisch gesehen ein <a
title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermaphroditismus#Hermaphroditismus_in_der_Humanmedizin" target="_blank">Hermaphrodit</a> sein könnte, hat die IAAF nicht dementiert, aber ganz offensichtlich durchsickern lassen. Das ist die Potenzierung des während der <a
title="Leichtathletik-WM, Tag 7: &quot;I am not a boy. Why did you bring me here?&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4917" target="_self">WM-Tage von Berlin</a> von den Funktionären bedauerten Skandals. Die 18-Jährige bleibt Objekt einer demütigenden Debatte. In Südafrika, wo Semenya erst vor drei Tagen als Covergirl posierte, was beispielsweise die <a
title="London Times" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/sport/columnists/owen_slot/article6825732.ece" target="_blank">London Times</a> kritisierte &#8230;</p><blockquote><p>Semenya is resembling a pawn being shifted around the chess board by powerful controlling forces. It was never necessary to turn her very personal, medical situation into a national campaign but now that it is, it seems important that the campaign wins.</p></blockquote><p>&#8230; reagierte Sportminister Makhenkesi Stofile auf einer <a
title="www.buanews.gov.za" href="http://www.buanews.gov.za/news/09/09091115351001" target="_blank">Pressekonferenz</a> mit drastischen Ankündigungen  für den Fall ihres Ausschlusses von internationalen Wettbewerben:</p><blockquote><p><strong>I think it would be the third world war. We will go to the highest levels in contesting such a decision. I think it would be totally unfair and totally unjust.</strong> (&#8230;)</p><p>They indicate that she is a hermaphrodite. For me that means nothing. The issue here is not whether she is a hermaphrodite or not. (&#8230;)</p><p>Where is the science that says they [hermaphrodites] have an advantage?</p></blockquote><p>Der Sport kennt kein Regelwerk für den Ausschluss von Zwittern. Im Gegenteil, wie auf sportsscientists.com nachzulesen ist (&#8220;<a
title="sportscientists.com" href="http://www.sportsscientists.com/2009/09/semenya-and-hermaphroditism.html" target="_blank">More on the latest Caster Semenya allegations</a>&#8220;).</p><p>Die IAAF hat also bis zur Council-Tagung Mitte November einiges zu klären, auch Council-Mitglied Prof. Dr. Helmut Digel, der eben in der Wissenschaftssprache des 19. Jahrhunderts über ein &#8221;drittes Geschlecht&#8221; räsonierte:</p><blockquote><p>Das ist ein Problem aller Sportarten, wie wir mit dem dritten Geschlecht umgehen.</p></blockquote><p>Für das IOC-Exekutivkomitee ist das schon seit 1999 kein Problem mehr. Warum das IOC auf Betreiben des früheren norwegischen Mitglieds und Eisschnelllauf-Olympiasiegers Johann Olav Koss vor einem Jahrzehnt beschloss, die <em>gender verification</em> für Frauen ersatzlos zu streichen, hat damals u.a. Barbara Klimke in der Berliner Zeitung hervorragend nachgezeichnet (&#8220;<a
title="Barbara Klimke in der BLZ" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0914/none/0004/index.html" target="_blank">Das Ende der Katastrophe</a>&#8220;):</p><blockquote><p>(&#8230;) &#8220;Man muss wissen, dass es den normalen Mann und die normale Frau nicht mehr gibt&#8221;, sagt Professor Uwe Claussen, Direktor des Instituts für Humangenetik und Anthropologie der Universität Jena: &#8220;Das gilt auch für den Sport. Wir haben eine extreme Vielfalt.&#8221;</p><p>An die Vielfalt knüpfen sich ethische Fragen. Wie kann eine Frau verarbeiten, wenn ihr eröffnet wird, im Prinzip sei sie keine Frau? Claussen nennt die Folgen &#8220;menschlich absolut entwurzelnd&#8221;. Und wenn mit der Enthüllung bis zum Wettbewerb gewartet wird, auf den sich jemand Jahre vorbereitet hat, sei &#8220;die vollendete Katastrophe&#8221;. In Sydney kann die Katastrophe verhindert werden. Nur in Einzelfällen behält es sich das IOC vor, Athletinnen zu überpüfen. Hundert Jahre, nachdem die ersten Frauen bei Olympia antraten, besteht jedoch Hoffnung, dass sich eine Erkenntnis durchsetzt: Es ist unsinnig, im Sport nach der Normfrau zu suchen. &#8220;Wer der Beste ist in seiner Disziplin&#8221;, sagt Claussen, &#8220;liegt schon außerhalb der Norm.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote><p>Sicher scheint, dass Südafrikas Funktionäre an Semenya &#8211; und ohne Wissen der Athletin - schon vor ihrem WM-Start einen Geschlechtstest vornehmen ließen. Ihr Trainer Wilfried Daniels trat deshalb mit einer bemerkenswerten Erklärung zurück:</p><blockquote><p>Mein Schuldbewusstsein ist groß. Wir haben Caster nicht richtig behandelt. Wie wir mit der Sache umgegangen sind, ist scheußlich. Ich kann aber auf niemanden im Speziellen mit dem Finger zeigen, da ich Teil der kollektiven Verantwortung und Schande bin.</p></blockquote><p>Kein Teil einer Schande wollte bekanntlich Ekkart Arbeit gewesn sein, ASA-Chefcoach, einst verantwortlicher Wurftrainer im DVfL der DDR, Fachdoper und Stasi-IM: &#8220;<a
title="leichtathletik.de" href="http://www.leichtathletik.de/index.php?NavID=1&amp;SiteID=28&amp;NewsID=24242" target="_blank">Ich weiß von nichts</a>&#8220;, sagte er zum Vorwurf, Semenyas hohe Testosteronwerte für Dopingtests nach unten manipuliert zu haben. Arbeit wird übrigens von der IAAF-Akademie seit 1996 als &#8220;<a
title="IAAF Academy" href="http://www.iaafacademy.com/view_coach.asp?id=17" target="_blank">wissenschaftlicher Berater</a>&#8221; geführt. Auf wikirun.com ein <a
title="wikirun.com" href="http://wikirun.com/Ekkart_Arbeit" target="_blank">Interview mit Ekkart Arbeit</a>, eine Eloge auf das Sportsystem der DDR. Etwas aus seiner Vergangenheit bereut er aber doch &#8211; dass er nicht Jurist geworden ist (ab Minute 42).</p><p>Caster Semenya will sich morgen auf einer Pressekonferenz äußern. Sie hat für dieses Wochenende auf einen Start verzichtet: &#8221;<a
title="The Star" href="http://www.thestar.co.za/?fSectionId=3268&amp;fArticleId=nw20090911160522246C757982 " target="_blank">Caster&#8217;s not feeling well</a>&#8220;.</p><p>Es sieht so aus, als ob sich daran vorerst nichts ändern wird.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/09/11/was-vom-tage-ubrig-bleibt-44-caster-semenya-oder-i-think-it-would-be-the-third-world-war/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>53</slash:comments> </item> </channel> </rss>
