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> <channel><title>jens weinreich &#187; samsung</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/samsung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Im Tiefflug</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/#comments</comments> <pubDate>Tue, 05 Jul 2011 06:32:55 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[annecy 2018]]></category> <category><![CDATA[durban 2011]]></category> <category><![CDATA[horst dassler]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[korean air]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[münchen 2018]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category> <category><![CDATA[samsung]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[spin-doktoren]]></category> <category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category> <category><![CDATA[yang ho cho]]></category> <category><![CDATA[yong sung park]]></category> <category><![CDATA[jon tibbs]]></category> <category><![CDATA[korruption yang ho cho]]></category> <category><![CDATA[kun hee lee]]></category> <category><![CDATA[mike lee]]></category> <category><![CDATA[thomas bach]]></category> <guid
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Sehr praktisch für einen Hobbyfotografen und Naturliebhaber wie Cho ist es, dass er zugleich über eine Fluglinie herrscht, neben ein paar anderen Firmen, die er besitzt und leitet. Etwa der Hanjin-Konzern, eines der größten Transportunternehmen der Welt. Chos Vater hat einst Korean Air billig von der südkoreanischen Regierung erworben, Cho hat das Unternehmen richtig groß gemacht.</p><p>Kürzlich war Yang Ho Cho auf Dienstreise in der Südsee, auf Neukaledonien. Auf der Rückreise von Noumea nach Seoul hatte er eine Idee: Wäre das Great Barrier Reef nicht ein packendes Motiv? Seine Gefolgschaft war begeistert. Flink handelte Cho mit der australischen Flugsicherung eine Tiefflugerlaubnis über dem größten Korallenriff der Erde aus. „Ich verhandle sowieso gerade mit den Australiern, weil die an einer Direktverbindung zwischen Cairns und Seoul interessiert sind“, sagt Cho. „Da war das schnell geklärt.“</p><p>Sein Jumbo drehte zwei, drei Runden über dem Naturschauspiel. „So lange, bis alle ihre Fotos geschossen hatten. Das war großartig.“ Nach einer halben Stunde ging es wieder auf Reiseflughöhe und ab nach Seoul. Freundlich erkundigt sich Cho: „Wie haben sie das eigentlich rausbekommen? Ich möchte nicht, dass das jeder weiß.“</p><p>Dieser Tage ist Herr Cho wieder dienstlich unterwegs. In Durban, Südafrika. Mag sein, dass er am Wochenende auf dem Rückflug nach Seoul einige Runden über den Seychellen dreht oder über den Malediven. Wenn er in Stimmung ist, warum nicht? Wenn Yang Ho Cho als Olympiasieger nach Hause fliegt, wenn er seine Mission erfüllt hat, ist vieles möglich. Auch das.</p><p>Herr Cho will die Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang holen. Das ist sein Job. Es geht darum, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu überzeugen. Rund 100 IOC-Mitglieder haben am Mittwoch die Wahl zwischen Pyeongchang, einem verschlafenen Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Metropole Seoul, zwischen München und dem französischen Annecy. Pyeongchang ist Favorit. Zuletzt haben die Koreaner zweimal knapp verloren: für die Winterspiele 2010 gegen Vancouver, für 2014 gegen Sotschi.</p><p>Als Chef des Bewerberkomitees arbeitet Cho in Durban Hand in Hand mit Südkoreas Präsidenten Lee Myung-Bak, der schon am Sonnabend anreiste, als die Hälfte der Zielpersonen noch beim IOC-Mitglied Fürst Albert in Monaco Hochzeit feierte. Herr Cho gebietet über mehrere Hundertschaften von Mitarbeitern, Lakaien, Beratern,Vasallen, Lobbyisten. Präsident Lee ist sein Star.</p><p>Staatspräsident Lee hat im vergangenen Jahr einen anderen Wirtschaftsfürsten nach einem Korruptionsurteil begnadigt: Kun Hee Lee, Chef des Samsung-Konzerns, der inKorea einen gottgleichen Status genießt. Kun Hee Lee wurde beauftragt, die Olympischen Spiele nach Pyeongchang zu holen. Der Samsung-Boss ist selbst IOC-Mitglied, er sponsert das IOC, etliche Weltverbände und sogar den Deutschen Olympischen Sportbund. Aber er redet nicht gern über sein Engagement. Seine Adjudanten, die ihn von rechts und links stützen, wenn Chairman Lee durch die Kongresshallen wandelt, blocken jeden Annäherungsversuch ab.</p><p>Es ist eine Tradition in Südkorea, dass Konzernchefs, die Bosse der mächtigen Chaebols, die meist noch in Familienbesitz sind, auch über Sportverbände gebieten. Das Sportbusiness offeriert vielfältige Kontakt- und Geschäftsoptionen. Als Seoul Anfang der 1980er Jahre die Olympischen Sommerspiele 1988 zugesprochen wurden, entließ der damalige Militär-Diktator Chun Doo Hwan die komplette Sportführung und ersetzte sie durch Wirtschaftsbosse.</p><blockquote><p>Samsung-Chef Lee wurde Präsident des Ringerverbandes, ich wurde Präsident des Judoverbandes, der Hyundai-Chef begann mit Reiten und Fußball, und viele andere übernahmen auch Führungspositionen &#8230;</p></blockquote><p>&#8230; sagt Yong Sung Park, dessen Familie den Doosan-Konzern aufgebaut hat.</p><p>Herr Park, 71, beaufsichtigte 1988 in Seoul die olympischen Judo-Wettbewerbe, wurde später IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nach einer Korruptionsaffäre wurde er diese Ehrenämter wieder los. Daheim in Korea aber begnadigte man ihn: Park sollte die Winterspiele 2014 nach Pyeongchang holen. Das Vorhaben misslang sehr wahrscheinlich, weil russische Oligarchen mehr Geld gezahlt haben als koreanische Wirtschaftsführer. Die Spiele gingen nach Sotschi. Erst Vancouver, dann Sotschi. Der Kampf um die Winterspiele wurde zum Trauma für die Südkoreaner.</p><p>YS Park, wie sie ihn nennen, ist auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er hat eine extrem junge Mannschaft um sich geschart. Eine weltoffene Truppe, kein Vergleich zu jenen verschlossenen Teams, die sich in den vergangenen Jahren um Olympia bewarben. Klischees sind unangebracht. Korea öffnet sich weiter. Eine von Parks Mitarbeitern im NOK heißt Yeonji Kim. Sie ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern leben noch immer in Aachen, und vielleicht ist Yeonji Kim mehr Deutsche als Koreanerin. Sogar ihren ersten von zwei Weltmeistertiteln im Taekwondo gewann sie einst in Deutschland: in Garmisch-Partenkirchen, Kernregion der Münchner Olympiapläne.</p><p>Die Welt des Sports ist klein. Herr Park hat Yeonji Kim zuletzt für einige Wochen nach Frankfurt geschickt, damit sie von dort aus die deutschen Medien beobachtet und ihm berichtet. YS Park kennt sich selbst bestens in Deutschland aus. München, das er zwei Dutzend Mal besucht hat, zählt zu seinen Lieblings-Destinationen. Er mag deutsches Bier, hat selbst im Brauerei-Geschäft viele Millionen gemacht, und er liebt deftiges Essen. Park schwört auf Schweinshaxe im Franziskaner in München.</p><p>Anders als YS Park ist Bewerbungschef Yang Ho Cho ein recht scheuer Mensch. Das kann ein Problem sein für Pyeongchang. Denn Cho mag das Rampenlicht nicht. Diese verdammte Aufregung, die ihn stets packt, wenn er vor Kameras steht und das Licht angeht – er kann sie einfach nicht besiegen. Sein Team hat alles versucht. Doch Cho wird fahrig und verliert seine Lässigkeit, die ihn im persönlichen Gespräch auszeichnet. Er gerät ins Stocken, sein Englisch wirkt plötzlich sehr bescheiden, dabei hat er in den USA studiert. Terrence Burns, ein Amerikaner, der für Pyeongchang die Präsentationen vor dem IOC-Wahlvolk komponiert, hat Cho bei einer Probe vorsichtig gefragt, ob er bitte darauf verzichtenkönne, seinen Namen vom Blatt abzulesen.</p><p>Das fällt Herrn Cho schwer. Dagegen kann man nichts tun. Seine Berater und PR-Strategen versuchen ihn deshalb etwas abzuschotten. Das ist sehr misslich für die Bewerbung Pyeongchangs, denn auf der Seite der Konkurrenz strahlt Katarina Witt in jede Kamera und plappert munter drauflos.</p><p>Herr Cho hat Theresa Rah als Sprecherin verpflichtet, eine weltgewandte Diplomatengattin, die auch einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Mit Theresa Rah, mit Pyeongchangs Kommunikationschef Muchol Chin, den er wie viele andere für die Bewerbungszeit von Korean Air abgezogen hat, sowie zwei Beratern aus England, Mike Lee, und Ungarn, Laszlo Vajda, sitzt Cho am Montagnachmittag im Daruma-Restaurant an der Strandpromenade von Durban. Sie besprechen die nächsten Stunden. Die entscheidenden Stunden bis am Mittwoch ab 15.35 Uhr gewählt wird.</p><p>Es geht in diesen Tagen immer darum, ein so genanntes Momentum zu erzeugen. Plötzlich wird wichtig, was die Medien berichten.</p><blockquote><p>Ein Momentum ist, wenn Journalisten nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die Stärken &#8230;</p></blockquote><p>&#8230; sagt der Engländer Jon Tibbs, der für München arbeitet. „Dieses Momentum haben zuletzt die drei Siegerstädte London, Sotschi und Rio de Janeiro demonstriert.“ Tibbs hat für Sotschi gearbeitet. Sein großer Gegenspieler Mike Lee war für London und Rio tätig.</p><p>Schlechte Schlagzeilen in den letzten Tagen wären fatal, denn es geht letztlich bei Olympiabewerbungen mehr um Stimmungen, um politische Verbindungen und private Vorlieben als um Fakten. Kein IOC-Mitglied ist verpflichtet, auf der Grundlage eines IOC-Prüfberichtes zu entscheiden, der die drei Bewerbungen nach sechzehn technischen Kriterien einordnet und Stärken und Schwächen auflistet. Und das ist das Problem in diesem Wettbewerb, bei dem über Milliardeninvestitionen entschieden wird.</p><p>Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkkommission im vergangenen Herbst verwarnt worden, nachdem Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Dennis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Herrn Chos Fluglinie wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p><p>„Die Geschäftskultur in Korea ist aber schon viel transparenter geworden“, sagt Charm Lee. Der Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde hieß früher einmal Bernhard Quandt. Er kam in den 1970er Jahren aus Bad Kreuznach nach Südkorea und erhielt als erster Deutscher die koreanische Staatsbürgerschaft. Charm Lee ist ein Star in Korea, sein Leben wurde als Seifenoper aufgeführt, mit Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent. Lee sagt, das Engagement von Konzernchefs mit Korruptions-Hintergrund könne sich „auch negativ auswirken auf Pyeongchangs Bewerbung“.</p><p>Die Herausforderer aus Deutschland haben die Korruptionsgeschichten des Olympia-Favoriten nie öffentlich kommentiert. Inoffiziell aber haben sie gern darauf hingewiesen und dabei doch stets vergessen, dass die moderne Sportkorruption in Deutschland erfunden wurde.</p><p>Es war der einstige Adidas-Patron Horst Dassler, der den Weltsport seit den 1970er Jahren mit einem Geflecht der Schattenwirtschaft überzog. Zahlungen von rund 100 Millionen Euro aus seiner einstigen Marketingagentur ISL an höchste olympische Sportfunktionäre sind bestens dokumentiert. Dassler machte damals auch beste Geschäfte in Südkorea und förderte das damalige IOC-Mitglied Kim Un Yong sehr.</p><p>Kim ist inzwischen wegen Korruption verurteilt und aus dem IOC verstoßen. Als Kim seinen letzten großen olympischen Angriff startete und 2001 IOC-Präsident werden wollte, wurde er von Thomas Bach unterstützt, dem heutigen DOSB-Präsidenten und IOC-Vize. Bach bürgte für Kim. Früher hat Bach als Adlatus von Dassler gedient. Über derlei Zusammenhänge aber schweigen die Deutschen lieber.</p><blockquote><p>Auf der Zielgeraden können Bewerbungen gewonnen und verloren werden</p></blockquote><p>&#8230; sagt Mike Lee, Chef der Agentur Vero Communications. Er hat einst als politischer Campaigner bei New Labour begonnen. Gewann dann an der Seite von Premier Tony Blair 2005 auf der IOC-Session in Singapur die Olympischen Sommerspiele mit London. 2009 lotste er Brasiliens damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durch die medialen Klippen und gewann auf der IOC-Session in Kopenhagen die Sommerspiele für Rio. In Durban berät er Yang Ho Cho. „Es geht immer um das Gesamtpaket“, sagt Lee.</p><p>Das Gesamtpaket von Pyeongchang stimmt. Das von München auch. Dabei sind die Pakete doch totalunterschiedlich.</p><p>München wirbt mit vollen Stadien, Wintersporttradition und Emotionen. Ein „Festival der Freundschaft“ wolle man feiern. Zuletzt hat sich Sponsor BMW sehr stark engagiert und setzt den koreanischen Konzernen einiges entgegen.</p><p>Pyeongchang wirbt mit Wirtschaftskraft und den Verheißungen eines neuen Marktes. Der Slogan heißt: „Neue Horizonte“. Zwei mal erst wurden die Winterspiele auf denbevölkerungsreichsten Kontinent vergeben – aber 20 Mal nach Europa und Nordamerika. „Pyeongchang ist bereit für die Spiele und wird ein großes Vermächtnis hinterlassen“, sagt Yang Ho Cho. Er hat dem IOC versprochen, bis 2018 auch als Chef des olympischen Organisationskomitees zu arbeiten.</p><p>Die Kernfrage hat sich seit Jahren nicht geändert: Kann das IOC einem Bewerber, der zweimal knapp unterlag und der in zehn Jahren sämtliche Versprechen hielt und Milliardeninvestierte, ein drittes Mal absagen? Kann das IOC den koreanischen Konzernchefs, die mit Milliardensummen den olympischen Betrieb alimentieren, einen Korb geben?</p><p>Es kann. Aber es sieht nicht danach aus.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>8</slash:comments> </item> <item><title>Verwarnung für Pyeongchang: &#8220;IOC rules on potential conflict of interests&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/03/verwarnung-fur-pyeongchang-ioc-rules-on-potential-conflict-of-interests/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/03/verwarnung-fur-pyeongchang-ioc-rules-on-potential-conflict-of-interests/#comments</comments> <pubDate>Wed, 03 Nov 2010 22:37:53 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[denis oswald]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[ethik]]></category> <category><![CDATA[fisa]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[isu]]></category> <category><![CDATA[korean air]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[kun hee lee]]></category> <category><![CDATA[lee kun-hee]]></category> <category><![CDATA[münchen 2018]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[ottavio cinquanta]]></category> <category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category> <category><![CDATA[samsung]]></category> <category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category> <category><![CDATA[yang ho cho]]></category> <category><![CDATA[abstimmung]]></category> <category><![CDATA[bernhard schwank]]></category> <category><![CDATA[christian ude]]></category> <category><![CDATA[gunilla lindberg]]></category> <category><![CDATA[josef fendt]]></category> <category><![CDATA[klaus schormann]]></category> <category><![CDATA[thomas bach]]></category> <category><![CDATA[voting]]></category> <category><![CDATA[winterspiele]]></category> <guid
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title="München vs Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">seit Vancouver</a>, das bestätigte sich in Dubai und <a
title="Olympia 2018: München darf hoffen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/23/olympia-2018-munchen-darf-hoffen/" target="_self">erst recht in Acapulco</a>. Inzwischen ist es nicht mehr überraschend. München holt auch deshalb auf und hat Chancen auf die Spiele, weil die Südkoreaner Fehler machen. Sie können halt nicht anders. In Korea stehen viele Konzerne hinter der Bewerbung, und die machen das, was sie immer machen, so sind sie groß geworden im Olympia-Business. Sie kaufen Image und Stimmen mit Sponsorverträgen, zum Beispiel. Sonderlich geschickt sind sie dabei nicht, aber wenn sie die Spiele haben wollen, müssen sie sich ein wenig smarter anstellen &#8230;</p><ul><li>&#8230; <a
title="Vertrag Korean Air - ISU" href="http://www.koreanair.com/" target="_blank">als gerade Korean Air</a>, in Besitz der Familie Cho, deren Sprössling <a
title="Herr Cho auf Facebook" href="http://www.facebook.com/KoreanAirCEO?v=wall" target="_blank">Yang Ho Cho</a> sowohl als Chairman und CEO von Korean Air als auch des <a
title="Pyeongchang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/language/eng/sub02/sub02_01.asp" target="_blank">Bewerbungskomitees</a> agiert &#8230;</li><li>&#8230; und <a
title="Vertrag Samsung - FISA" href="http://www.worldrowing.com/display/modules/news/dspNews.php?newid=324959" target="_blank">als gerade Samsung</a>, immer noch vom göttergleichen <a
title="Der reichste Koreaner ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/04/der-reichste-koreaner-ioc-mitglied-lee-kun-hee/" target="_self">Lee Kun Hee</a> geführt, dem olympischen Korruptions-Champion &#8230;</li><li>&#8230; oder als <a
title="Kleiner Regelbruch ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/kleiner-regelbruch-olympia-2018-die-candidate-cities/" target="_self">Pyeongchangs PR-Abteilung</a>.</li></ul><p>Nun, der Eislauf-Weltverband ISU muss seinen Vertrag mit Korean Air bis nach der 2018er Entscheidung am 6. Juli 2011 auf Eis legen. Der Samsung-Vertrag mit dem Ruder-Weltverband FISA verstößt angeblich nicht gegen IOC-Regeln, wohl aber wird FISA-Boss und IOC-Exekutivmitglied Denis Oswald in Durban nun nicht mit abstimmen. ISU-Präsident Ottavio Cinquanta dagegen wird <a
title="The IOC, the 2016 bidding race and the question of a secrect, democratic election" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/13/the-ioc-the-2016-bidding-race-and-the-question-of-a-secrect-democratic-election/" target="_self">das elektronische Votingsystem</a> betätigen.</p><p><a
title="IOC PM vom 3. November 2011" href="http://www.olympic.org/en/content/Media/?articleNewsGroup=-1&amp;articleId=105925" target="_blank">Das IOC teilt gerade mit:</a></p><blockquote><p><strong>IOC rules on potential conflict of interests</strong></p><p>After indications last week of potential conflict of interests concerning partnership deals involving International Sports Federations and commercial partners, the IOC Ethics Commission has taken the following action.</p><p>The International Skating Federation (ISU) and Korean Air &#8211; a partner of the Pyeongchang 2018 bid committee &#8211; have agreed to postpone their partnership until after the vote on who will host the Olympic Winter Games in 2018. The election will take place in Durban on 6 July 2011. The Ethics Commission reminded Pyeongchang 2018 and its related organisations to fully respect the Rules of Conduct related to Candidate Cities and issued a warning.</p><p>The Ethics Commission also looked into the partnership deal between the International Rowing Federation (FISA) and Samsung, a global (TOP) sponsor of the Olympic Movement. The agreement did not infringe IOC rules. FISA President and IOC member Denis Oswald decided to abstain from voting in Durban to avoid a perception of conflict of interests. The IOC Ethics Commission recognised that FISA and its President acted in good faith.</p></blockquote><p>Wer mehr wissen will, die Papiere werden gewiss noch gebraucht:</p><ul><li><a
title="IOC Code of Ethics 2009" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/IOC-Code-of-Ethics-2009.pdf" target="_self">IOC Code of Ethics</a></li><li><a
title="Rules of Conduct für Olympiabewerbungen" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/2018-rules-of-conduct.pdf" target="_self">Rules of Conduct für Olympiabewerbungen</a></li></ul><p>Zum Thema Samsung habe ich mich zuletzt aus Acapulco im Hintergrund Politik des Deutschlandfunks geäußert.</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/22/dlf_20101022_1840_d4c77eed.mp3" target="_self">:</a></p><p>Die Original-Passage daraus (es musste für die Sendung gekürzt werden):</p><p>(&#8230;) In der Nacht vor der Wahl hat es oft genug wundersame Entwicklungen gegeben. Sydney gewann einst die Sommerspiele 2000 gegen Peking, nachdem wenige Stunden vor der Abstimmung bei einem Nachtmahl zwei Korruptionsverträge mit afrikanischen IOC-Mitgliedern geschlossen wurden.</p><p>Korruption ist weder Deutschen noch Franzosen fremd. Ein Deutscher, der ehemalige Adidas-Chef Horst Dassler, bei dem Thomas Bach einst als Direktor angestellt war, hat das System der modernen olympischen Korruption sogar erfunden. Bis heute wirkt das Netzwerk Dasslers, der 1987 an Augenkrebs starb. Das von ihm noch gegründete ISL-Firmengeflecht hat in den neunziger Jahren 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an hohe Sportfunktionäre gezahlt, darunter IOC-Mitglieder. Das ist gerichtsfest dokumentiert.</p><p>In Südkorea ist Korruption eine Art Volkssport. NOK-Präsident Park wurde bereits wegen Korruption verurteilt, flog aus dem IOC und verlor seinen Posten als Präsident des Judo-Weltverbandes. Südkoreas Ikone Kun Hee Lee, der Kopf des Samsung-Konzerns, wurde gar schon zweimal verurteilt und wieder begnadigt – zuletzt Anfang des Jahres mit der Begründung, Lee solle im nationalen Auftrag die Winterspiele nach PyeongChang holen.</p><p>Der Milliardär Kun Hee Lee hält derzeit im Acapulco Princess Hotel Hof. Er saß schweigend bei der Präsentation auf dem Podium. Samsung beherrscht den koreanischen Sport und etliche olympische Weltverbände. Lee blieb trotz seiner Dauer-Vergehen IOC-Mitglied – und Samsung Sponsor im IOC-Vermarktungsprogramm TOP. Eine bizarre Konstellation.</p><p>PyeongChang unterbreitete den Nationalen Olympiakomitees für die Winterspielen 2018 neue Angebote. So will man jedem NOK kostenlos ein Haus für Festivitäten bereitstellen. Das dürfte etwas mehr kosten als die von München versprochenen Trainingslager in Deutschlands Spitzensportzentren. Christian Ude preschte mit seiner Kritik vor, die im IOC-Umfeld sicher nicht gern gehört wird.</p><blockquote><p>Wir sollen andere Bewerbungen nicht kommentieren. Das steht uns nicht zu. Persönlich war ich schon überrascht, dass Angebote finanzieller Entlastung von Nationalen Olympischen Komitees Gegenstand einer Bewerbung sind. Aber ich habe gesagt, dass wir uns dadurch nicht einschüchtern lassen, weil solche Offerten ja durchaus auch eine kontraproduktive Wirkung haben können.</p></blockquote><p>Auch Klaus Schormann betrachtet das Engagement von Samsung und Kun Hee Lee kritisch:</p><blockquote><p>Ich selber habe mich mit ihm nie beschäftigt, weil ich aus meinem ethischen Gefühl anders handle und anders arbeite, auch mit meiner Union, wie wir an Gelder kommen und wie wir mit Partnern arbeiten. Wir wissen natürlich, dass die Bewerbung von Pyeongchang weitaus besser aufgestellt ist, finanziell. Aber man weiß, je mehr Geld man hat, je mehr kann man bewegen. Aber nicht das Geld macht&#8217;s nur, sondern das Know-how. Es ist nicht immer nur eine Ikone, die dann den letzten Ausschlag gibt.</p></blockquote><p>Ein gewisses Verständnis für Samsung und Kun Hee Lee äußert Thomas Bach, der zu den Koreanern seit langem beste Beziehungen unterhält und einst sogar den inzwischen wegen Korruption aus dem IOC verbannten Un Yong Kim unterstützte &#8211; etwa mit seiner Unterschrift für die Präsidentschaftskandidatur von Kim im Sommer 2001.</p><blockquote><p>Samsung ist ein TOP-Sponsor des IOC. da sind die Regeln auch klar, dass sich TOP-Sponsoren nicht engagieren dürfen für eine Bewerbung. Aber Natürlich wird wahrgenommen, dass Samsung aus Korea kommt und im übrigen im breitensportlichen Bereich auch ein Förderer des DOSB ist auf der nationalen Ebene. Also es handelt sich hier um ein langwieriges internationales Engagement.</p></blockquote><p>Josef Fendt ist Präsident des Rodel-Weltverbandes und als Berchtesgadener ein Fürsprecher der Münchner Offerte. Er glaubt, dass die Schlagzeilen der vergangenen Tage über Korruption im Fußball-Weltverband FIFA die olympische Szene zumindest momentan beeinflussen.</p><blockquote><p>Kann sein, dass diese Probleme, die sich jetzt in der FIFA abgespielt haben, eine gewisse Rolle spielen. Aber die Wahlen sind erst nächstes Jahr im Juni oder im Juli. Bis dahin kann schon wieder viel vergessen sein.</p></blockquote><p>Für die Einhaltung der Regeln in der Bewerbungsphase ist unter anderen die Schwedin Gunilla Lindberg zuständig, eine der erfahrensten Frauen im olympischen Weltsport. Lindberg, selbst IOC-Mitglied, fungiert als Chefin der Evaluierungskommission, die im kommenden Jahr die Bewerberstädte bereist und danach einen Prüfbericht anfertigt.</p><blockquote><p>Ich glaube nicht, dass irgendjemand versuchen wird, mich zu bestechen. Das wäre absoluter Nonsens. Wir müssen peinlich genau auf die Ethik-Reglen achten. Nun ist es aber so: Samsung ist schon lange IOC-Sponsor. Wenn wir Länder, die TOP-Sponsoren haben, nicht erlauben würden, sich um Olympische Spiele zu bewerben, hätten wir nur noch sehr wenige Bewerber.</p></blockquote><p>Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Olympia GmbH, verspricht:</p><blockquote><p>Also für uns ist eins völlig klar: Wir halten uns an die Regeln. Wir arbeiten auf der Grundlage der Regeln, die vorgegeben sind. Nicht nur weil sie vorgegeben sind, sondern, jedenfalls kann ich das für meiner Person sagen, aus Überzeugung. Ich will einen fairen und sauberen Wettbewerb führen um diese Vergabe der Spiele. Und das werde ich auch bis zum Ende so halten.</p></blockquote><p>Der Wettbewerb um die Olympischen Winterspiele 2018 hat in Acapulco erst richtig begonnen. München startete gut in die finale Phase und erntete Lob von allen Seiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. München ist nicht mehr chancenlos. Aber es ist in der Sportpolitik wie im richtigen Leben: Jähe Wendungen sind nicht ausgeschlossen. (&#8230;)</p><p>Manche finden das albern, egal: Wollen wir weiter abstimmen?</p><p>Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.<br
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isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5834</guid> <description><![CDATA[Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schönste Gesicht des Sozialismus und &#8220;Gesicht&#8221; der Münchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (Foto: München 2018). Es gibt mehrere gute Gründe, das Bild zu veröffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und ehemals [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schönste Gesicht des Sozialismus und &#8220;<a
title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesicht</a>&#8221; der Münchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (<em>Foto: München 2018</em>). Es gibt mehrere gute Gründe, das Bild zu veröffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und ehemals für <a
title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Putins Oligarchenbewerbung</a> in Sotschi tätig, kam hier bislang zu kurz. Bogner ist der <span
style="text-decoration: line-through;">lächelnde</span> grinsende Herr ganz links.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5838" title="Gesellschafterversammlung München 2018, 20. November 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/mh_gruppenfoto_001-3.jpg" alt="" width="500" height="219" /></p><p>Die Installierung von Bogner als Ein-Euro-Mann und Boss der beiden eigentlichen Geschäftsführer Berhard Schwank (DOSB/Bach) und Richard Adam (München/Ude) ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es im Gebälk sehr knarzt. Ähnliche Komplikationen, allerdings etwas heftiger, hatte es bereits bei der <a
title="Beiträge zu Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipziger Olympiabewerbung</a> gegeben, als Sportminister Otto Schily im Herbst 2003 in größter Not den Ein-Euro-Mann Peter Zühlsdorff verpflichtete. Es ist halt kompliziert, wenn alles nach den IOC/DOSB-Regeln tanzen soll. Konkret: Der DOSB hat gemäß Olympischer Charta die Mehrheit (51 Prozent) in der Gesellschaft, obgleich er kein Geld aufbringt. Bezahlen müssen die Bürger &#8211; und die Politiker haben das Geld, die Milliarden, herbeizuschaffen. So simpel ist das.</p><p>Schon vorher hatte die Installierung von Schwank bei den eigentlichen Bewerbern in München für Unmut gesorgt. Selbst hochrangige Vertreter der Bewerbergesellschaft nehmen kaum noch ein Blatt vor den Mund und kritisieren in kleinen Kreisen ungefragt die Politik des DOSB, wobei der FDP-Mann in der Mitte des Fotos (vierter von rechts), DOSB-Chef und IOC-Vize Thomas Bach, kaum besser wegkommt als der Herr ganz rechts: DOSB-General Michael Vesper, ein Bündnisgrüner, für den und dessen Methoden - Achtung, Quellenschutz! &#8211; in München ein wenig schmeichelhafter <a
title="Wikipedia: Stalinismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stalinismus" target="_blank">Begriff</a> verbreitet wird. Ich kann das schlecht einschätzen, muss gerade deshalb meinen Quellen trauen. Das Mehrquellenprinzip, das darf ich gern mitteilen, habe ich selbstverständlich berücksichtigt.</p><p>Sie haben dennoch Grund zur Freude, die Herrschaften. Alle beteiligten Kommunen sind auf Kurs gebracht, das so genannte <a
title="PM München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/presse/news-55-olympia-bewerbung-muenchen-2018-gesellschafterversammlung-beschliesst-eckpunktepapier.html" target="_blank">Eckpunktepapier</a> verabschiedet. Mit der Transparenz haben sie es nach wie vor nicht so, das wird sich auch nicht ändern, aber es gibt ja Blogs, in denen man zumindest Entwürfe dieses Eckpunktepapiers lesen kann, aus dem das so genannte Mini-Bidbook erstellt wird, das wiederum bis zum 15. März 2010 dem IOC überreicht werden muss.</p><p>Voilà, ich sage mal nicht: exklusiv. Aber selten:</p><ul><li><a
title="Eckpunkte Minibidbook München 2018" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/minibidbook.pdf" target="_blank"><strong>Eckdaten der Münchner Olympiabewerbung</strong></a><strong> <em>(69 Seiten, pdf, 3,9 MB)</em></strong></li></ul><p>Die Meinung der kundigen Leser zu diesem Entwurf interessiert mich natürlich sehr. (<em>Achtung, kleine Medienkritik: Es ist übrigens mal wieder interessant, was die Nachrichtenagentur dpa unter &#8220;Eckpunkte&#8221; der Bewerbung versteht. Keinesfalls Details etwa zur Finanzierung, nein, bloß eine simple Chronik der Ereignisse.</em>)</p><p>Gemäß <a
title="Olympia2018, die Ausgangslage ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5584" target="_self">Timetable der Olympiabewerbung 2018</a> muss das Bidbook im März vorliegen, das eigentliche Bewerbungsbuch dann im Januar 2011.</p><ul><li>Hier <a
title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/?p=4485" target="_self"><span
style="color: #6b8e23;">einmal mehr</span></a> das 101 Seiten umfassende <a
title="IOC 2018 Candidature Acceptance Procedure" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1451.pdf" target="_blank"><span
style="color: #6b8e23;">2018 Candidature Acceptance Procedure</span></a> <em>(pdf, 3,5 MB)</em>  des IOC.</li></ul><p>Andererseits: Womöglich vergeht den deutschen Olympiabewerber-Bossen das Lachen bald. Denn in Südkorea sind die Konkurrenten doch sehr aktiv, wie der <a
title="Korea Herald" href="http://www.koreaherald.co.kr/NEWKHSITE/data/html_dir/2009/11/24/200911240016.asp" target="_blank">Korea Herald</a> gerade wieder meldet. Ex-Samsung-Boss <a
title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Kun</a> <a
title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Kun Hee Lee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Hee</a> <a
title="Samsung &amp; Co: &quot;natural partners&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3886" target="_self">Lee</a> - mehrfach wegen gigantischer Korruption verurteiltes IOC-Mitglied und Freund des DOSB-Chefs - soll zum wiederholten Male begnadigt werden.</p><p>Muss sich München fürchten? Gewiss.</p><blockquote><p><strong>Amnesty for ex-Samsung-chief?</strong></p><p>Korea&#8217;s sports and corporate leaders are calling on the government to grant a presidential pardon to Lee Kun-hee, the former chairman of Samsung Group who received a suspended jail term for breach of trust in August.</p><p>Leaders of sports organizations last week suggested that President Lee Myung-bak include Lee in the presidential amnesty to be granted around Christmas. They said that presidential leniency is necessary in part to promote the bid for the 2018 Winter Olympics of the Korean city of Pyeongchang, Gangwon Province.</p><p>Lee, a member of the International Olympic Committee since 1996, the Olympic-governing body, voluntarily relinquished his IOC membership in July last year, citing the need to resolve legal disputes surrounding him and Samsung.</p><p>Lee was handed a three-year prison term, which was suspended for five years, on conviction of illegal bond trading. He was also fined 110 billion won ($95 million). The 66-year-old tycoon quit as chairman of Samsung Group, Korea&#8217;s largest family-controlled conglomerate, in April last year.</p><p>Now that the final court sentencing has been made, an increasing number of people are calling on the government to grant Lee a presidential pardon.</p><p>On Nov. 17, Kim Jin-sun, governor of Gangwon Province, called for a presidential amnesty for Lee, saying that Pyeongchang needs Lee&#8217;s assistance at the IOC and other international organizations. Pyeongchang makes its third bid to host the Winter Olympics after it lost to Canada&#8217;s Vancouver and Russia&#8217;s Sochi in its two previous attempts to host the 2010 and 2014 Winter Games. The Korean city is expected to compete with Annecy of France and Munich of Germany for the right to host the 2018 Winter Games.</p><p><script src="/khjs/banner/article_340.js"></script>On Nov. 19, Cho Yang-ho, chairman of Hanjin Group who jointly heads the Pyeongchang bidding committee, said in a news conference that the committee suggested to the government that it grant a presidential pardon for Lee.</p><p>&#8220;I think his reinstatement will greatly help Pyeongchang expand its support base (in the IOC),&#8221; Cho said.</p><p>He said Lee&#8217;s resumption of Olympic activity is &#8220;desperately needed&#8221; ahead of a meeting of IOC members in Vancouver, Canada, next February which will be the last meeting before the IOC decides the venue for the 2018 Winter Olympics in July 2011.</p><p>On Friday, Sohn Kyung-sik, chairman of the Korea Chamber of Commerce and Industry, joined the appeal for a presidential pardon for Lee. (&#8230;)</p></blockquote><p>Es darf also weiter abgestimmt werden:</p><p>Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.Auf die <a
title="alle Beiträge: Finanzierung von Mega-Events" href="http://jensweinreich.de/?cat=692" target="_self">Finanzierungsfrage</a> inklusive der <a
title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein priviligiertes Völkchen!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">OCOG- und Non-OCOG-Etats</a> gehe ich demnächst wie versprochen noch einmal ausführlich ein. Zum Reinhören und Nachlesen nur kurz ein Beitrag, den ich vergangenen Samstag für den Deutschlandfunk produziert habe. Inzwischen haben die Grünen in Bayern sich tatsächlich gegen die Olympiabewerbung ausgesprochen.</p><ul><li>der Antrag des Grünen-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck für die <a
title="Resolution der bayerischen Grünen gegen die Olympiabewerbung vom 22. November 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/reso_3_olympia_1109.pdf" target="_self">Resolution gegen Olympia</a> (<em>pdf, 3 Seiten</em>)</li><li>Mein DLF-Beitrag:</li></ul><p
style="TEXT-ALIGN: center"><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1932_1e830c93.mp3" target="_self">:</a></p><p>Münchens Olympiabewerber haben die Eckpunkte der Offerte für die Winterspiele 2018 verabschiedet. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen demonstriert man Einigkeit. Getreu dem Motto des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): Der Sport möge „mit einer Stimme&#8221; sprechen. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter.</p><p>Eine Große Koalition von Sport und Politik ist sich einig: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und DOSB-Präsident Thomas Bach (FDP) verabschiedeten auf der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH die Eckdaten für das erste umfassende Bewerbungsdokument.</p><p>DOSB-Chef Bach behauptet eine aktuelle Zustimmungsrate von 82 Prozent für die Pläne. Horst Seehofer sagt:</p><blockquote><p>„In allen Umfragen ist die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hinter dieser Olympiabewerbung. Und deshalb, glaube ich, handeln wir im Interesse der ganz, ganz überwiegenden Mehrheit der bayerischen Bevölkerung.&#8221;</p></blockquote><p>Zwischen 2,9 und 3,5 Milliarden Euro soll das Abenteuer kosten &#8211; in beiden Etats, dem reinen Organisations- und dem Infrastrukturetat. Detaillierte, nachprüfbare Posten liegen der Öffentlichkeit allerdings nicht vor.</p><p>In den Lokalparlamenten von München, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Berchtesgaden gab es zuletzt erbitterte Diskussionen &#8211; doch Mehrheiten stimmten für die „Eckpunkte&#8221; der Bewerbung.</p><p>SPD-Mann Ude bezeichnete Abgeordnete, die Fragen stellten, und Olympiakritiker gemäß SZ als „unseriös&#8221;, „unqualifiziert&#8221; und als „radikale Minderheiten&#8221;.</p><p>Im Entwurf des Bewerbungsbuches heißt es:</p><blockquote><p><strong>„Bislang sind keine offiziellen Oppositionen bekannt.&#8221;</strong></p></blockquote><p>Es werde Wert auf Transparenz und die Einbindung von NGOs in Fachkommissionen gelegt.</p><p>Nur: Etliche dieser Gruppen haben sich aus der Fachkommission Umwelt, um die geht es vor allem, längst verabschiedet. Vor längerer Zeit schon der <a
title="PM Bund Naturschutz" href="http://www.bund-naturschutz.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/1467/pm/cc200efb83.html" target="_blank">Bund Naturschutz</a> &#8211; zuletzt etwa der „Verein zum Schutz der Bergwelt&#8221;. Auch dieser Verein kritisiert, unseriös vereinnahmt und zu Mitautoren eines angeblichen „Umweltkonzeptes&#8221; gemacht worden zu sein. Die Bewerbung sei „die Verschwendung von Natur für Ruhm und Ehre&#8221;.</p><p>Das angebliche <a
title="München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/umwelt/index.html" target="_blank">Umweltkonzept</a> sei ein PR-Papier, das von den wirklichen Problemen ablenke, sagen Fachleute.</p><p>Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz aus Garmisch-Partenkirchen, ist eine Art Oppositionsführer. Er strebt einen Bürgerentscheid an &#8211; möglichst bis zum 15. März 2010, wenn das Mini-Bidbook beim IOC abgegeben werden muss.</p><blockquote><p>„Also wenn ein Bürgerentscheid negativ ausgeht für die Olympiabewerber, dann ist das hier in Garmisch-Partenkirchen vorbei. Es ist allerdings sehr schwierig. Viele Leute sagen: Wir fühlen uns unter Druck gesetzt. Und viele Leute, die eigentlich Olympische Spiele auch nicht wollen, werden deshalb nichts organisieren, das habe ich in letzter Zeit oft erlebt. Das ist natürlich sehr schwierig, weil diese ganzen wachs- und windelweichen Versprechungen viele Leute mit diesem Zauberwort Olympia locken.&#8221;</p></blockquote><p>Der Ort sei zu klein und außerdem pleite, die Eingriffe zu weitreichend, sagt Doering. Er kritisiert die Informationspolitik der Bewerber, die lediglich Phrasen verbreite.</p><blockquote><p>„Im Moment ist alles was offiziell kommt, das ist nur: Es ist toll, und das bringt uns weiter, das bringt uns Straßen, das bringt uns Tourismus und das bringt uns das Glück der Welt. Und das kann&#8217;s nicht sein.&#8221;</p></blockquote><p>Doering kritisiert auch Diktat des Internationalen Olympischen Komitees, dem Bund, Freistaat und Kommunen zahlreiche Blankovollmachten ausstellen.</p><blockquote><p>„Das IOC ist ja eine bekannt intransparente Organisation. Und das IOC behält sich also in dieser Vertragsgestaltung bis zuletzt die Änderung aller Bedingungen vor. Es kann seine Zahlungen ändern, es kann die Sportarten ändern, es kann alles ändern. Es ist so, dass dieser entsprechende Vertrag vor drei Jahren in Salzburg zum Beispiel von den österreichischen Landesanwälten als sittenwidrig und Knebelungsvertrag gewürdigt wurde.&#8221;</p></blockquote><p>Wenigstens da widerspricht ihm Münchens OB Ude nicht grundsätzlich. Ude nennt die IOC-Vertragsgestaltung „<a
title="Süddeutsche Zeitung" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/820/494160/text/" target="_self">eine Zumutung</a>&#8220;.</p><p>Der nächste Schreck für die Olympiabewerber kam am Sonntag, als sich Bayerns Grüne auf ihrer Landesversammlung in Bamberg gegen die Pläne aussprachen. Der Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janecek sagte vorab:</p><blockquote><p>„Ich rechne damit, dass es einen ablehnenden Beschluss geben wird. Die Leute sind einfach sehr skeptisch. Je näher sie dran sind an den Sportstätten, desto weniger glaubt man den Versprechungen des IOC und der Bewerbergesellschaft. Man glaubt vielmehr, dass man Naturzerstörungen erleben wird, dass Schneekanonen massiv eingesetzt werden, dass die Schuldenberge immer höher werden, wie bei Garmisch: bereits schon 100 Millionen Schulden. In München sieht man das ein bisschen anders, da glauben die Leute anscheinend eher, dass sei so eine Art Oktoberfest mit Schlittenrennen. Aber wenn man draußen ist auf dem Land, dann hat man da einen ganz anderen Eindruck.&#8221;</p></blockquote><p>Kurios dabei: Die Grünen im Bundestag, allen voran Claudia Roth, und die Fraktion im Münchner Rathaus sind für Olympia. Alle anderen Gremien und Fraktionen der bayerischen Grünen sind dagegen. Dieter Janecek hat sich in einigen Grundsatzpapieren mit der Bewerbung beschäftigt. Sein Fazit: „<a
title="Blog von Dieter Janecek" href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/" target="_self">Olympische Spiele 2018 sind kein Gewinn für unsere Region.</a>&#8221;</p><ul><li>Und noch ein Interview im <strong>DLF</strong>: Tobias Oelmaier im Gespräch mit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid:</li></ul><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1936_aecf8d64.mp3" target="_self">:</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>44</slash:comments> <enclosure
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isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3886</guid> <description><![CDATA[Achtung, München! Achtung, Olympiabewerber! Der Konkurrent Südkorea Pyeongchang Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband IAAF und sein täppischer, aber geschäftstüchtiger Präsident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost: IAAF signs major marketing partnership with Samsung Monte Carlo &#8211; The IAAF is delighted to announce the conclusion of a [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Achtung, München! Achtung, Olympiabewerber! Der <a
title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Konkurrent</a> <span
style="text-decoration: line-through;">Südkorea</span> <span
style="text-decoration: line-through;">Pyeongchang</span> <a
title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus</a>. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband <a
title="IAAF signs major marketing partnership with Samsung" href="http://www.iaaf.org/aboutiaaf/news/newsid=50615.html" target="_blank">IAAF</a> und sein täppischer, aber geschäftstüchtiger Präsident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost:</p><blockquote><p><strong>IAAF signs major marketing partnership with Samsung</strong></p><p>Monte Carlo &#8211; The IAAF is delighted to announce the conclusion of a worldwide marketing partnership with Samsung, the world&#8217;s leading consumer electronics‘ brand concerning the World Championships in Athletics. Samsung has agreed to become an Official IAAF Partner of the 2009 and 2011 IAAF World Championships in Athletics and the 2010 IAAF World Indoor Championships.</p><p>Samsung will also help the above mentioned World Championships events with products and  provide support for the IAAF&#8217;s Continental and National Championships programmes, thus providing a more direct benefit to the IAAF Areas and Member Federations. With the conclusion of this agreement, the IAAF secures its seventh marketing partner for the 2009 World Championships with the other partners being TDK, Toyota, adidas, Epson, Seiko and VTB as well as Official IAAF Supplier, Mondo. (&#8230;)</p><p>Samsung Electronics Co., Ltd. is a global leader in semiconductor, telecommunication, digital media and digital convergence technologies with 2008 consolidated sales of US$96 billion. Employing approximately 150,000 people in 134 offices in 62 countries, the company consists of two business units: Digital Media &amp; Communications and Device Solutions. Recognized as one of the fastest growing global brands, Samsung Electronics is a leading producer of digital TVs, mobile phones and TFT-LCDs. For more information, please visit <a
href="http://www.samsung.com/">www.samsung.com</a></p><p>IAAF President Lamine Diack said: &#8220;I believe that the IAAF and Samsung are natural partners. I am very proud that a top corporation like Samsung, which is already renowned for its work with the Olympic movement, has now agreed to become the partner of athletics, which has such a historic connection with the summer Olympic Games.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote><p>Mein Beitrag im <a
title="Sportportal des Deutschlandfunks" href="http://www.dradio.de/portale/sport/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> zur Lage der Münchner Bewerbung vom Wochenende &#8211; mit O-Tönen der Geschäftsführer Bernhard Schwank und Richard Adam sowie DOSB-General Vesper, eingeholt nach der letzten <a
title="Notizen vom Sportausschuss (9): &quot;Berlino ist ein Klasse-Sympathieträger&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3814" target="_self">Sportausschuss-Sitzung</a>:</p><p><a
title="DLF vom 16. Mai 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/16/dlf_20090516_1952_be4e8df1.mp3" target="_self">:</a></p><p>Erst am 15. Oktober ist Bewerbungsschluss für Interessenten an den Winterspielen in neun Jahren. Bislang sieht es nach einem historischen geringen Interesse und deshalb schon rein rechnerisch nach einer guten Chance für München aus. Münchens Olympiabewerber stellten sich in dieser Woche im Sportausschuss des Bundestages vor.</p><p>Bisher stehen nur Pyeongchang aus Südkorea und Annecy in Frankreich als Konkurrenten fest. Das kann sich allerdings ändern, vielleicht sogar noch Anfang Oktober nach der IOC-Entscheidung über die Sommerspiele 2016. Bernhard Schwank, einer von zwei Geschäftsführern der Münchner Bewerbergesellschaft: &#8220;Also im Moment ist klar, mit wem wir nicht rechnen müssen. Nämlich mit Norwegen, mit Schweden und der Schweiz, die alle deutlich signalisiert haben, dass sie sich für 2018 nicht bewerben werden. Es gibt immer wieder Hinweise aus Kasachstan mit Almaty. Es gibt aus unserer Sicht keine Hinweise, dass zum Beispiel Harbin, das jetzt die Winter-Universiade ausgetragen hat, sich bewerben wird. Bleibt also aus unserer Sicht der 15. Oktober abzuwarten &#8211; und dann wissen wir es.&#8221;</p><p>Die größte Gefahr für Münchens Bewerbung bleibt ein <a
title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Olympiasieg von Madrid</a>. Wenn die spanische Hauptstadt die Sommerspiele 2016 bekommt, sinken Münchens Chancen exorbitant, weil die Spiele nach London, Sotschi und Madrid sicher nicht zum vierten Mal in Folge in Europa ausgetragen würden. Und diese Gefahr ist in dieser Woche gestiegen, weil sich das Exekutivkomitee der Europäischen Nationalen Olympiakomitees auf seiner Sitzung in Dubrovnik klar zur Unterstützung Madrids ausgesprochen hat.</p><p><span
id="more-3886"></span>In München will man die internationalen Vorgänge nicht kommentieren, sondern sich auf die eigene Arbeit konzentrieren. Richard Adam, der zweite Geschäftsführer: &#8220;Alles was jetzt ist, ist Spekulation. Wir wissen es im Oktober und dann können wir die Sache beurteilen. Weil es kann bis Oktober auch noch Überraschungen geben. Wir wissen es einfach nicht.&#8221;</p><p>Während Schwank für das technische Konzept zuständig ist, kümmert sich Adam, ein Tourismusfachmann, um das Marketing und auch um die Finanzen. Der Finanzplan für eine etwaige Ausrichtung der Spiele, also die Erstellung von <a
title="Finanzierung Olympischer Spiele" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">Organisations- und Infrastrukturetat</a>, wurde gerade ausgeschrieben. Belastbare Zahlen gibt es noch nicht. Die Hochrechnungen in den <strong><a
title="Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/?p=2889" target="_self">Arbeitsgruppen der bayerischen Staatskanzlei und des Bundesinnenministeriums sind nicht bekannt</a></strong>.</p><p>Inzwischen beschäftigt die Bewerber GmbH zwölf Mitarbeiter. Und Adam reagiert auf Fragen nach den Finanzen schon ziemlich genervt &#8211; auch deshalb, weil es selbst in der Region Bayern schwer fällt, die 30 Millionen Euro für die Bewerbungsphase einzutreiben. &#8220;Was die Finanzen betrifft. Es ist doch letztlich so, dass wir nicht in der Goldgräbersituation sind, weltweit. Insofern tue ich mich immer schwer, wenn Leute, die dem Sport verbunden sind, immer so genüsslich, fast sadistisch auf dieser Frage herumreiten. Fest steht, wir müssen uns nicht mit Rücklagen beschäftigen und stillen Reserven, wie sie angelegt werden. Aber es steht genauso gut fest, was wir zum Arbeiten brauchen, das haben wir. Es wird nicht bis zum Jahr 2011 reichen, deswegen müssen wir uns auch strecken, um die Finanzierung für die gesamte Bewerbung noch letztlich einzutreiben. Aber das gehört einfach dazu zu diesem Geschäft.&#8221;</p><p>Zuletzt sind drei deutsche Bewerbungen &#8211; Berchtesgaden, Berlin und <a
title="Das Ergebnis heißt ... Leipzig" href="http://jensweinreich.de/?p=192" target="_self">Leipzig</a> &#8211; desaströs gescheitert. Am Ende aller drei Bewerbungen wiesen Rechnungshöfe und Untersuchungskommissionen die kolossale Verschwendung von Steuermitteln nach. Gegen diese Tradition hat sich München zu behaupten. Michael Vesper, Generaldirektor des Hauptgesellschafters, des Deutschen Olympischen Sportbundes.</p><p>&#8220;Es ist schwieriger geworden, in Zeiten dieser riesigen Finanz- und Wirtschaftskrise Mittel einzuwerben und Förderer zu gewinnen. Gerade deswegen kann man zufrieden sein mit dem bisher erreichten Stand der Zusagen, die noch nicht immer Verträge sind. Aber worauf sie anspielen, das ist ja die Verwendung von Steuergeldern. Bislang sind noch keine Steuergelder in diese Bewerbung geflossen. Es ist deswegen nach wie vor der Wille und die Absicht aller Gesellschafter, dass diese Bewerbung, wie das München ja versprochen hat, aus privaten Mitteln finanziert wird.&#8221;</p><p>Natürlich fließen Steuermittel in die Bewerbung, verkappt und teilweise auch direkt. Ein Beispiel: Die Bob- und Rodelbahn am Königssee wird mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung saniert. Im Vergleich zum Projekt Leipzig 2012, für das bis zu 14 Milliarden Euro nötig gewesen wären, würde die Austragung von Winterspielen allerdings bedeutend billiger sein. Aus der Erfahrung Leipzig habe der Sport in vielerlei Hinsicht gelernt &#8211; behaupten die Sportfunktionäre.</p><p>&#8220;Wir haben gelernt, dass eine solche Bewerbung nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie nicht nur vom gesamten Sport, sondern von der gesamten Nation getragen wird. Wenn es darum keine politischen Scharmützel gibt, sondern wenn es einen übergreifenden Willen gibt, diese Bewerbung zum Erfolg zu führen. Und diesen Eindruck habe ich bei der Bewerbung Münchens um die Paralympics und die Olympischen Winterspiele im Jahr 2018.&#8221;</p><p>Vesper selbst hat damals als Minister in NRW die Bewerbung von Düsseldorf/Rheinruhr unterstützt. Schwank wurde kurz vor der Entscheidung im innerdeutschen Wettbewerb, im Frühjahr 2003, Verwaltungschef des damaligen NOK.</p><p>&#8220;Als ich Generalsekretär wurde, daran kann ich mich noch erinnern, da war die Leipzig-Bewerbung weit fortgeschritten. Und wenn ich das so sagen darf: Die Fehler waren bereits gemacht. Und diese Fehler, die in der Grundausrichtung der Leipziger Bewerbung lagen und auch im Verfahren, dass da vorgeschaltet wurde, die haben wir, glaube ich, dieses Mal nicht gemacht, die haben wir vermieden. Und deswegen ist auch der Start und das weitere Vorgehen dieser Bewerbung zurzeit so stark und läuft auf den richtigen Bahnen.&#8221;</p><p>Für Schwank wird es in den nächsten Monaten übrigens doppelt schwer. Denn er ist nicht nur Olympiageschäftsführer, sondern als Chef de Mission auch für das deutsche Team bei den Winterspielen 2010 in Vancouver verantwortlich.</p><p>&#8220;Im Moment ist die Arbeit als Geschäftsführer der Olympiabewerbung ein Fulltimejob und mehr als das. Als ich noch beim DOSB gearbeitet habe, haben wir schon an der Vorbereitung Vancouver gesessen und viele, viele Dinge schon auf den Weg gebracht. Dort gibt es hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen, die das weiter treiben. Mit denen bin ich regelmäßig in Kontakt und lasse mich informieren, führe aber auch selbst mit den Verbänden von Zeit zu Zeit Planungsgespräche, um da voll auf dem Laufenden zu bleiben.&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/05/19/samsung-co-natural-partners/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>12</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/16/dlf_20090516_1952_be4e8df1.mp3" length="2555392" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/05/04/der-reichste-koreaner-ioc-mitglied-lee-kun-hee/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/05/04/der-reichste-koreaner-ioc-mitglied-lee-kun-hee/#comments</comments> <pubDate>Mon, 04 May 2009 14:31:15 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[chung mong-joon]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[hyundai]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[lee kun-hee]]></category> <category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category> <category><![CDATA[samsung]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[chung mong-koo]]></category> <category><![CDATA[ethik-kommission]]></category> <category><![CDATA[forbes]]></category> <category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category> <category><![CDATA[lee myung-hee]]></category> <category><![CDATA[milliardäre]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category> <category><![CDATA[olympic bid]]></category> <category><![CDATA[olympischer orden]]></category> <category><![CDATA[ranglisten]]></category> <category><![CDATA[südkorea]]></category> <category><![CDATA[sponsoren]]></category> <category><![CDATA[top-programm]]></category> <category><![CDATA[udiocm]]></category> <category><![CDATA[winterspiele]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3727</guid> <description><![CDATA[Ich gestehe eine Schwäche für Ranglisten. Die mächtigsten Sportfürsten der Welt wurden hier schon einige Male abgehandelt &#8211; und es wird Fortsetzungen geben. Heute aber, im Anschluss an die Analyse zur Olympiabewerbung 2018 mit Pyeongchang, Annecy und München, ein erneuter, kurzer Ausflug ins Sportwunderland Südkorea. Laut Forbes hat Sportkamerad Lee Kun Hee, IOC-Mitglied seit 1996 [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ich gestehe eine Schwäche für Ranglisten. Die mächtigsten Sportfürsten der Welt wurden hier schon <a
title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=1203" target="_self">einige</a> <a
title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (II)" href="http://jensweinreich.de/?p=2406" target="_self">Male</a> abgehandelt &#8211; und es wird Fortsetzungen geben. Heute aber, im Anschluss an die Analyse zur <a
title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Olympiabewerbung 2018 mit Pyeongchang</a>, Annecy und München, ein erneuter, kurzer Ausflug ins Sportwunderland Südkorea.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3730" title="Athen 2004, Eröffnung IOC-Session: Thomas Bach, Lee Kun Hee, Juan Antonio Samaranch, Frau Lee" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/lee-jas-bach.jpg" alt="" width="500" height="235" /></p><p>Laut <a
title="Forbes: South Korea's 40 Richest" href="http://www.forbes.com/2009/04/28/korea-richest-billionaires-korea-rich-09-korea-intro.html" target="_blank">Forbes</a> hat Sportkamerad Lee Kun Hee, IOC-Mitglied seit 1996 (damals trotz laufenden Korruptionsprozesses kooptiert), gerade den Fifa-Vizepräsidenten Chung Mong-Joon als reichsten Koreaner abgelöst. Auf dem Foto sehen wir Lee im Gespräch mit Juan Antonio Samaranch Senior, sekundiert vom UDIOCM Thomas Bach. Die Familien Lee (Samsung) und Chung (Hyundai), beide Chaebols zählen zu den weltweit größten Sport-Sponsoren, teilen sich in der jüngsten Rangliste die ersten Ränge:</p><ol><li><a
title="Lee Kun Hee, Forbes" href="http://www.forbes.com/lists/2009/83/korea-rich-09_Lee-Kun-Hee_FFP3.html" target="_blank">Lee Kun Hee</a> mit 3,9 Mrd $</li><li><a
title="Manager-Magazin: Hyundai-Chef muss drei Jahre ins Gefändnis" href="http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,464296,00.html" target="_blank">Chung Mong-Koo</a> (Bruder des Fifa-Vizepräsidenten/Rang 3) mit 1,85 Mrd $</li><li><a
title="Chung Mong-Joon, Forbes" href="http://www.forbes.com/lists/2009/83/korea-rich-09_Chung-Mong-Joon_PPZX.html" target="_self">Chung Mong-Joon</a> mit 1,3 Mrd $</li><li>Lee Myung-Hee (Schwester des IOC-Mitglieds/Rang 1) mit 1,2 Mrd $</li></ol><p>Der Forbes-Beitrag bringt mich dazu, flink meinen Fehler im Beitrag über Pyeongchang und die Olympiabewerbung zu korrigieren: Offiziell trat Lee Kun Hee als Samsung-Chairman vergangenes Jahr ab, das war Teil eines Deals mit den Strafverfolgungsbehörden.</p><blockquote><p>&#8220;We, including myself, have caused troubles to the nation with the special probe; I deeply apologise for that, and I&#8217;ll take full responsibility for everything, both legally and morally.&#8221;</p></blockquote><p>Sonst wäre er womöglich im Knast gelandet &#8211; aber ohnehin schnell wieder begnadigt worden, wie zuvor schon mehrfach. So blieb es bei <a
title="Manager-Magazin: Milde Strafe für Lee Kun Hee" href="http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,566157,00.html" target="_blank">drei Jahren Bewährung</a>, die selbstverständlich angefochten wurden. Und das IOC? Wie schon Samaranch interessiert sich auch <a
title="Korea Times, August 2008: Ex Samsung-Group Chairman Lee to Keep IOC Post" href="http://www.koreatimes.co.kr/www/news/sports/2009/04/253_29365.html" target="_blank">Jacques Rogge kaum</a> für die dauerhaften Vergehen seines Kollegen und <a
title="IOC TOP Programm" href="http://www.olympic.org/uk/organisation/facts/programme/sponsors_uk.asp" target="_blank">TOP-Sponsoren</a>.</p><p><span
id="more-3727"></span>Über <strong>Lee Kun Hee</strong> habe ich zuletzt im Mai vergangenen Jahres ein Textlein für einige Zeitungen geschrieben. Die meisten Fakten sind noch aktuell, Updates zum letzten Prozess gibt es <a
title="Wikipedia, Lee Kun Hee" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lee_Kun_Hee" target="_blank">hier</a>:</p><blockquote><p>Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat einen weiteren spektakulären Kriminalfall zu bewältigen. Der Südkoreaner Lee Kun Hee, Chef des Samsung-Konzerns, ist in seiner Heimat zwar knapp einer neuerlichen Anklage wegen Korruption entgangen &#8211; doch wird Lee wegen Steuerhinterziehung in Höhe von umgerechnet drei Milliarden Euro der Prozess gemacht. Die IOC-Ethikkommission kam nicht umhin, erneut eine Akte zu einer der schillerndsten Figuren des Sportbusiness anzulegen.</p><p>Der Milliardär Lee Kun Hee (66), zählt zu den größten Sport-Sponsoren des Planeten. Er gilt als eigentlicher Herrscher Südkoreas. Chairman Lee führt seit dem Tode seines Vaters im Jahr 1987 den Mischkonzern Samsung, der etwa ein Fünftel des südkoreanischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. In Südkorea gilt ein geflügeltes Wort: Demnach ist jemand, der kein Geld von Samsung kassiert, kein Koreaner.</p><p>Natürlich ist Lee Kun Hee Träger des Olympischen Ordens, der höchsten IOC-Auszeichung. Diese Medaille hat er sich einst mit einer Zwei-Millionen-Dollar-Spende für das Olympische Museum in Lausanne erkauft.</p><p>Samsung ist seit 1997 im Sponsorenprogramm des IOC engagiert. Der Vertrag wurde bereits bis 2016 verlängert. Mit dem IOC-Sponsoring sicherte sich Lee Kun Hee quasi die IOC-Mitgliedschaft. Geradezu abenteuerlich verlief seine Aufnahme ins IOC im Juli 1996 in Atlanta: Obwohl er zur selben Zeit in Seoul wegen Bestechung (in Milliardenhöhe, darunter macht er es nicht) von Staatspräsidenten (die Diktatoren Chun Doo-Hwan und Roh Tae-Woo, beide ürbigens Träger des Olympischen Ordens) und anderen Politikern vor Gericht stand, wurde er auf Wunsch des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch kooptiert. Wenige Tage später wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, und das IOC sah keinen Grund, Lee zur Rechenschaft zu ziehen.</p><p>Ein Jahr später, das IOC-Sponsoring lief gerade an, wurde Lee daheim begnadigt. „Im Interesse der Wirtschaftskraft des Landes&#8221;, hieß es zur Begründung. So läuft das in Korea immer. Konzernführer dürfen sich mit Extrem-Spenden freikaufen. In einem anderen Korruptionsfall hatte 2007 Hyundai-Chef Chung Mong Koo, ebenfalls ein kolossaler Sport-Sponsor, eine Milliarde Dollar für wohltätige Zwecke gespendet. Er sei „zu wertvoll für Korea, um ins Gefängnis zu gehen&#8221;, argumentierte die Justiz.</p><p>Hyundai ist besonders im Fußball sehr aktiv und hatte großen Anteil daran, dass die WM 2002 auch in Korea ausgetragen wurde. Chung Mong-Joon, Bruder des Firmenlenkers und Sohn des Hyndai-Gründers, fungiert sogar als Vizepräsident des Fußball-Weltverbandes Fifa.</p><p>Samsung-Chairman Lee Kun Hee, der von vielen Koreanern wie eine Gottheit verehrt wird, hat ebenfalls schon mehrere Hundert Millionen in öffentliche Kassen gezahlt &#8211; nicht nur in schwarze Kassen. Zuletzt versprach er vor zwei Jahren, 800 Millionen Dollar zu spenden. Auch damals war gegen ihn ermittelt worden, doch wegen Verjährung und einiger erfolgreicher juristischer Winkelzüge wurde das Verfahren eingestellt. Lee hatte es nicht leicht in jenen Monaten. Er verließ vorsorglich das Land, um einer Inhaftierung zu entgehen und sich in den USA, wo er einst studiert hatte, einer Krebstherapie zu unterziehen. Zudem musste einen schweren Schicksalsschlag erleiden: Eine seiner Töchter nahm sich das Leben.</p><p>Lee Kun Hee bezeichnet die Sportförderung seines Konzerns gern als „Betrag zur Glückseligkeit, zum Weltfrieden und zum Kulturaustausch&#8221;. Ähnlich abstrus mutet es an, dass Lee auf der Samsung-Webseite für ethische Prinzipien im Wirtschaftsleben wirbt.</p><p>Samsung sponsert zahlreiche Sport-Weltverbände. Koreas erfolgreiche Olympiabewerbung für 1988 mit Seoul oder die gescheiterten Bewerbungen von Pyeongchang für die Winterspiele 2010 und 2014 wurden zu großen Teilen von Samsung finanziert. In Seoul fanden bereits zwei IOC-Vollversammlungen statt &#8211; beide im Shilla-Hotel, das zur Samsung-Gruppe gehört. Samsung finanziert praktisch auch die Asienspiele: Vor eineinhalb Jahren akquirierte man die Asienspiele 2014 für die Millionenstadt Incheon &#8211; und schlug in letzter Minute mit anrüchigen Offerten den Favoriten Neu Delhi aus dem Rennen. In der Leichtathletik richtet Südkorea 2011 in Daegu die WM aus. Auch hier war Samsung nicht untätig.</p><p>Nach den jüngsten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die zu Hausdurchsuchungen, einer im Fernsehen übertragenen Anhörung des Patriarchen und zu einer Anklage wegen Steuerhinterziehung führten, hat Lee Kun Hee überraschend angekündigt, seine Samsung-Ämter abzugeben. Allgemein wird spekuliert, sein Sohn Jae-Yong, gegen den ebenfalls ermittelt wird, solle nach einer Übergangszeit die Macht übernehmen.</p><p>Südkorea war seit Anfang der achtziger Jahre eine sportpolitische Großmacht. Nun droht das Land sportpolitisch zu einem Zwergstaat zu schrumpfen. Denn in den vergangenen Jahren mussten wegen zahlreicher Korruptionsfälle bereits die IOC-Mitglieder und Weltverbandspräsidenten Kim Un Yong (Taekwondo) und Park Yong Sung (Judo) demissionieren.</p><p>Doch die IOC-Ethikkommission geht das Thema Lee Kun Hee gewohnt gelassen an. Man wolle zunächst den Prozess in Korea abwarten. So geht das seit Jahrzehnten. Lee Kun Hee zahlt. Das IOC kassiert und schweigt.</p></blockquote><p>Dieser Beitrag wurde übrigens auf einem Samsung-Netbook NC 10 geschrieben. Tolles Gerät, ehrlich.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/05/04/der-reichste-koreaner-ioc-mitglied-lee-kun-hee/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> </channel> </rss>
