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	<title>jens weinreich &#187; robben island</title>
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		<title>&#8220;More than just a game&#8221;: PR auf Robben Island</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 15:39:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Geschichte muss ich noch nachtragen, am Donnerstag auf Robben Island geschrieben, ergänzt mit einigen Links, Episoden und Beobachtungen. ROBBEN ISLAND. Blitzende, glückliche Kinderaugen, Fußbälle. „Afrika, Afrika, Afrika&#8221;, rufen die Kinder und tanzen. „Ruft doch mal FIFA&#8221;, bittet ein Fotograf. „FIFA, FIFA, FIFA, FIFA&#8221;, schallt es zurück. Immer wieder, bis alle Bilder gemacht sind. Lebensfreude [...]]]></description>
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<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2CrieyeMffo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/2CrieyeMffo&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Eine Geschichte muss ich noch nachtragen, am Donnerstag auf Robben Island geschrieben, ergänzt mit einigen Links, Episoden und Beobachtungen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6045" title="Robben Island Begrüßungskomitee" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/kids.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>ROBBEN ISLAND. Blitzende, glückliche Kinderaugen, Fußbälle. „Afrika, Afrika, Afrika&#8221;, rufen die Kinder und tanzen. „Ruft doch mal FIFA&#8221;, bittet ein Fotograf. „FIFA, FIFA, FIFA, FIFA&#8221;, schallt es zurück. Immer wieder, bis alle Bilder gemacht sind.</p>
<p>Lebensfreude auf der Gefängnisinsel. Das ist die Nachricht des Tages, denn der Fußball-Weltverband FIFA hat 250 Reporter nach Robben Island geschifft und das Event auf seiner Webseite <a title="www.fifa.com" href="http://de.fifa.com/worldcup/finaldraw/news/newsid=1143295.html" target="_blank">umfassend dokumentiert</a>. Das Fußvolk kommt mit der regulären Fähre. Die V.I.P. der FIFA, die normalen Mitglieder des Exekutivkomitees und ihre Gattinnen, werden mit einer vollklimatisierten Yacht transportiert. Präsident Joseph Blatter, Michel Platini, Franz Beckenbauer und einige andere schweben mit Helikoptern ein. Als sich die Masse der Reporter vom kleinen Hafen Robben Islands durch das ehemalige Gefängnistor gewälzt hat, steigen die Kinder in einen Bus und fahren voraus, um an anderer Stelle erneut als Motive für die Objektive herzuhalten.</p>
<p>„Ich bin zum dritten Mal hier&#8221;, sagt Blatter später auf seiner Pressekonferenz. „Das geht ans Herz.&#8221; Es klang, als würde er weinen. Am anderen Ende des Saales habe ich es beim Brummen der Klimaanlage und anderen störenden Geräuschen nicht richtig ausmachen können.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6050" title="Robben Island" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/zaun.jpg" alt="" width="500" height="280" /></p>
<p>Robben Island. Achtzehn seiner 27 Haftjahre hat Nelson Mandela hier verbracht &#8211; als Gefangener 466-64. Das war seine Zelle, sagt man zumindest Touristen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6051" title="Robben Island, Zelle von Nelson Mandela" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/mandela.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>Robben Island ist ein Symbol der Freiheit geworden, längst ein Museum. In den sechziger Jahren war Fußballspielen verboten im Gefängnis. „Was wir auch immer kicken konnten, haben wir gekickt&#8221;, sagt Tokyo Sexwale. „Aber es war illegal. Wir mussten für das Recht kämpfen, einen Fußball zu besitzen.&#8221; Nach langen Jahren wurde ihnen das Recht gewährt. Sie durften ab 1965 auf einem steinigen Acker spielen Sie trugen eigene Meisterschaften aus. 1969 gründeten sie sogar einen Fußballverband: Makana, benannt nach einem Xhosa-Krieger, den die Buren 200 Jahre zuvor nach Robben Island verbannt hatten.</p>
<p>Tokyo Sexwale hatte im ANC-regierten Südafrika etliche politische Jobs, derzeit ist er Minister für Siedlungswesen. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir haben kein Gesetz des Apartheid-Regimes befolgt, aber immer alle FIFA-Regeln!&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6055" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/netz.jpg" alt="" width="500" height="280" /></p>
<p>Auch Staatspräsident Jacob Zuma hat einst auf Robben Island eingesessen, Fußball gespielt und war Schiedsrichter. „FIFA-Ehrenschiedsrichter&#8221;, wie Blatter sagt. Das alles kann man nachlesen in Büchern, im Internet. In Südafrikas Kinos läuft bereits der Streifen „More than just a game&#8221;, eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentation, der die Geschichte des Fußballs auf Robben Island erzählt, die irre Story des Makana FA, der seit zwei Jahren FIFA-Ehrenmitglied ist. Die internationale Vermarktung des Filmes übernimmt der FIFA-Sponsor Sony. „Mehr als nur ein Spiel&#8221;. Der Titel lehnt sich an den neuen Slogan der Fifa an, dieser heißt schlicht und ergreifend: „For the Game. For the World.&#8221;</p>
<p>Informationen über die Apartheid und die Geschichte Robben Islands nachzulesen, ist das eine; etwas anderes ist es, die Geschichten von jenen vor Ort zu hören, die Jahrzehnte eingesessen haben und für das Recht, einen Ball zu kicken ihre Gesundheit und Einzelhaft riskierten und Gefahr liefen, noch einige Jahre mehr im Kerker zu verbringen. Das haben die PR-Strategen der Fifa sehr wohl verstanden &#8211; und so wird die Welt mit tausenden Geschichten und Bildern und Filmen überschwemmt. Fußball ist Freiheit. Und die FIFA steht auf der Seite der Guten. Diese Botschaft wird das nächste halbe Jahr bis zur Weltmeisterschaft dominieren.</p>
<p>FIFA-Offizielle reagieren empfindlich, wenn man auch nur den Hauch einer Frage an sie richtet, ob sie es mit diesen ständigen politischen Anspielungen, diesen Märchen vom Fußball als Weltverbesserungsanstalt nicht übertreiben. Und schließlich: Ob es nicht zur durchschaubaren Strategie gehört, den Friedensnobelpreis für die FIFA und ihren Präsidenten Joseph Blatter zu akquirieren.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6052" title="Jérôme Champagne" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/jerome.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>Der Franzose Jérôme Champagne, Außenminister der Fifa und wichtigster Mann in Blatter Präsidialbüro, hat die Show auf Robben Island organisiert. „Schau Dir das an&#8221;, sagt er nur und hebt die rechte Faust zum symbolischen Freiheitsgruß. „Ist das nicht beeindruckend?&#8221; Die Broschüre über die Makana FA, die er in der linken Hand hält, ist es tatsächlich. Champagne hat sie selbst mit gestaltet und einige Dokumente aus dem Fundus der Makana FA ausgewählt, etwa die handgeschriebenen Verbandsregeln.</p>
<p>Als Schüler hatte Champagne in Paris gegen die Apartheid demonstriert. Nun gestaltet er, nach langen Jahren als Top-Diplomat im französischen Außenministerium, für Blatter die Weltpolitik.  Champagne hat wirklich schon etliche Konflikte gelöst und bewegt sich nicht nur auf der Seite derjenigen, die Blatter wählen, das bestätigten mir über die Jahre etliche in Bedrängnis Geratene &#8211; wie etwa Bob Munro aus Kenia, dessen Wort zählt. Vor zwei Jahren, zum <a title="Bericht auf www.fifa.com von 2007" href="http://www.fifa.com/worldcup/news/newsid=554548.html" target="_blank">89. Geburtstag Mandelas</a>, haben in Kapstadt eine Afrikaauswahl und eine Weltauswahl gegeneinander gespielt. Damals beschlossen Champagne und Sexwale das Meeting des Exekutivkomitees auf Robben Island.</p>
<p><span id="more-6044"></span>Ein richtiges Interview will mir Jérôme nicht geben. &#8220;Ich weiß, was Du gestern in der NZZ geschrieben hast&#8221;, sagt er. &#8220;Was war daran falsch&#8221;, will ich wissen. Doch ein Beispiel will er mir nicht nennen. Er sagt, er schätze kritischen Journalismus, aber die Fakten müssten stimmen. Ehrlich gesagt, da sind wir ziemlich nah beieinander :)</p>
<p>Präsident Blatter hat kein Problem über den Nobelpreis zu sprechen, wie die <a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_self">Leser (und Hörer) dieses Blogs wissen</a>. Manchmal ist Blatter vielleicht doch zu offenherzig, das würde einem Vollprofi wie Champagne eher nicht passieren. Aber was soll&#8217;s. Es weiß ja eh schon fast jeder, dass Blatter <a title="Sepp, Superstar (1): &quot;The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3672" target="_self">seiner beeindruckenden Sammlung</a> gern eine Trophäe hinzufügen möchte.</p>
<p>„Es gibt so viele Initiativen, die jetzt an mich herangetragen werden, von links und von rechts, wir unterstützen Dich für einen Nobelpreis&#8221;, erzählt Blatter. „Wenn ein Nobelpreis vergeben werden sollte, dann der Institution und nicht einem Mann.&#8221; Sollte er doch persönlich für den Friedensnobelpreis auserwählt werden, könne er diese Auszeichnung nicht ablehnen. Blatter muss grinsen: „Das kann man doch nicht ablehnen. Das gehört sich doch nicht.&#8221;</p>
<p>Natürlich nicht. Und wieder hat Blatter einiges über sich verraten und über das, was ihn antreibt.</p>
<p>Zum Abschluss des Tages gibt es ein Gruppenfoto mit Sepp und den Makana Five auf dem staubigen Acker.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6056" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/makansix.jpg" alt="" width="500" height="280" /></p>
<p>Dann versenkt Sepp den Ball &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6057" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/seppschuss.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>&#8230; im leeren Tor &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6058" title="Robben Island, 3. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/tor.jpg" alt="" width="500" height="281" /></p>
<p>&#8230; und verschwindet zum Helikopter.</p>
<p>Tokyo Sexwale, Südafrikas Minister, hat es nicht so eilig. Ich sehe ihn wieder an der Waterfront, als das Boot anlegt. Sexwale ist mit den Journalisten gefahren.</p>

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		<title>Joseph Blatter, Interpol, Charlize Theron, Handball und die Irland-Frage</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 10:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der ehemaligen Gefängnisinsel [...]]]></description>
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<p>KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der <a title="Robben Island Museum" href="http://www.robben-island.org.za/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=9&amp;Itemid=9" target="_blank">ehemaligen</a> <a title="Wikipedia: Robben Island" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robben_Island" target="_blank">Gefängnisinsel</a> am Ende der Welt verbingen. Das scheint mir allemal wichtiger und interessanter, als die tausendste Interpretation zu möglichen Gruppengegnern der Deutschen bei der WM 2010. Da fällt mir ein, ich habe bei der Gruppenauslosung vor acht Jahren, damals für die WM 2002 in Japan und Südkorea, als den deutschen mal wieder eine Hammergruppe drohte und es dann die Giganten Irland, Saudi-Arabien und Kamerun wurden, <a title="BLZ vom 3. Dezember 2001" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/1203/sport/0081/index.html" target="_blank">dieses Kleinod</a> des Sportjournalismus gedichtet.</p>
<p>Nun aber zurück ins Hier und Jetzt. Zur Reise nach Robben Island inklusive der Frage, was das für Blatters Friedensnobelpreisambitionen bedeutet &#8211; er hat mir ja schon <a title="Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe" href="http://jensweinreich.de/?p=5444" target="_blank">exklusiv gesagt</a>, dass der Preis von vielen Leuten an ihn herangetragen werde und er selbstverständlich nicht Nein sagen könnte, wenn es so weit wäre, wer könne das schon, das gehöre sich doch nicht -, werde ich mich später ausführlich äußern. Nachzutragen ist derweil das letzte Kapitel in der <a title="Blatter lästert über Irlands Fußballverband" href="http://jensweinreich.de/?p=5932" target="_self">Irland</a>-<a title="Blatter lästert über Irlands Fußballverband (2)" href="http://jensweinreich.de/?p=5961" target="_self">Geschichte</a>. Wir hatten Blickkontakt gestern, der Große Vorsitzende und ich:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6003" title="Joseph Blatter, Kapstadt, 2. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/sepp02122009.jpg" alt="" width="448" height="264" /></p>
<p>Nein, er hat nicht die ganze Zeit so grimmig geguckt. Er hat mir sogar zugewunken. Denn er ist nicht (immer) nachtragend, und er weiß, dass er sich dumm benommen hat am Montag in Johannesburg, als er u.a. sagte:</p>
<p>:</p>
<p>Nach zwei Tagen und tausend Schlagzeilen mehr sagte er gestern in Kapstadt:</p>
<p><a title="Blatter Entschuldigung Irland, Kapstadt, 02122009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/irland-kapstadt.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Für die NZZ, die Sepp täglich liest, habe ich es <a title="NZZ vom 3. Dezember 2009" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/blatters_entschuldigung_1.4098939.html" target="_blank">so zusammengefasst</a> (nachfolgender Text ist etwas ausführlicher und, wie immer, mit Links versehen: </p>
<blockquote><p>KAPSTADT. Wenn es darum geht, schwierigen Situationen zu entrinnen, beweist Joseph Blatter oft mirakulöse Fähigkeiten. Gerade hatte sich der Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA) über die leidgeplagten Iren lustig gemacht und ausgeplaudert, dass man vergangenen Freitag in Zürich in vertraulicher Runde kurz über ein 33. WM-Team gesprochen habe. Daraus war schnell die falsche Schlagzeile geworden, der irische Verband (FAI) habe offiziell um die WM-Teilnahme ersucht, nachdem sie wegen eines irregulären Tors im Playoff-Spiel gegen Frankreich die WM-Qualifikation verpasst hatten.</p>
<p>Die Iren waren zu Recht erzürnt. Co-Trainer Liam Brady nannte den Großen Vorsitzenden „eine Peinlichkeit für die FIFA&#8221;. Blatter sei „sein eigenes Gesetz. Er ist ein bisschen wie eine verloren gegangene Kanonenkugel&#8221;. Am Mittwoch, zur Sondersitzung des FIFA-Exekutivkomitees in Kapstadt, legte die FAI in einem <a title="FAI Statement, 2. Dezember 2009" href="http://www.fai.ie/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=100569:fai-statement-ahead-of-fifa-executive-committee-meeting&amp;catid=1:senior-men&amp;Itemid=8" target="_blank">offiziellen Statement</a> nach:</p>
<p>„Anstatt Aufmerksamkeit zu suchen, würden wir es lieber sehen, wenn Herr Blatter die Möglichkeit nutzt, um die Dinge anzusprechen, die dem Fußball weltweit weiterhelfen würden. Für einen Mann in Blatters Position ist es unpassend, mit jemandem zu sympathisieren, der ein Tor durch Betrug ermöglicht hat.&#8221;</p>
<p>Bei der Generalprobe zur Auslosung der WM-Endrunde 2010 ärgerte Hollywood-Star <a title="Irish Independent" href="http://www.independent.ie/sport/soccer/theron-has-a-ball-at-fifas-expense-1962410.html" target="_blank">Charlize Theron</a> die FIFA-Offiziellen, als sie ein Los zog, aber nicht den Namen Frankreich sagte, sondern: „Irland&#8221;. Und was tat Blatter am Abend? Das einzig Richtige. Er entschuldigte sich, sogar mehrfach. „Ich entschuldige mich dafür, was ich angerichtet habe. Diese Schlagzeilen tun mir leid!&#8221; </p>
<p>Der Konflikt soll mit einer weiteren Geste befriedet werden: Die FIFA-Disziplinarkommission eröffnet ein Verfahren gegen den französischen Handballer Thierry Henry, der die Vorlage zum entscheidenden Ausgleich gegen Irland gegeben hatte. Blatter hatte Henry zuvor in einem Telefonat seine Sympathie bekundet und ihn nicht etwa dafür gerügt, dass er dem Schiedsrichter sein Handspiel nicht angezeigt hatte. Ein zweites Verfahren wurde wegen der Ausschreitungen bei den Spielen zwischen Algerien und Ägypten in Kairo und Khartoum eingeleitet.</p>
<p>Grobe Fehlentscheidungen wie in Paris müssen auch bei der WM 2010 in Südafrika befürchtet werden. Denn das Exekutivkomitee lehnte es ab, zur WM-Endrunde technische Hilfsmittel wie einen Video-Beweis und zwei zusätzliche Torrichter einzuführen. Es bleibt alles beim Alten.  Blatter sagte zwar, in der Schiedsrichterfrage stehe man „an einer Wegscheide&#8221;, die Unparteiischen seien kaum mehr in der Lage, mit der Dynamik des Spiels Schritt zu halten. Gleichzeitig aber formulierte er, „Fußball solle ein spontaner Sport&#8221; bleiben. Das Exekutivkomitee sprach sich geschlossen gegen Sofortmaßnahmen aus. Blatter erwähnte UEFA-Präsident Michel Platini und Franz Beckenbauer, die beide argumentiert hätten, man solle das Experiment mit den zusätzlichen Torrichtern in der Europe League erst beenden und auswerten.</p>
<p><span id="more-5999"></span>Blatter deutete an, dass es auch keine Änderungen geben werde, bevor diese Tests nicht in anderen Profiligen auf allen Kontinenten gemacht worden sind. Gleich mehrere Kommissionen der FIFA sollen die Themen nun bearbeiten. Eine weitere Arbeitsgruppe, besetzt mit den Generalsekretären aller sechs Kontinentalverbände ein, soll bis März 2010 zur nächsten Exekutivsitzung in Zürich Vorschläge für künftige WM-Qualifikationen erarbeiten. Zumindest scheint Konsens darin zu bestehen, die Playoffs abzuschaffen.</p>
<p>Irritieren muss aber gleichzeitig <a title="FIFA-PM Dezember 2009" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/media/newsid=1142265.html#fifa+ok+genehmigt+auslosungsverfahren" target="_blank">das System</a>, dass die FIFA gestern bei der Zusammenstallung der vier WM-Lostöpfe angewandt hat. Die Töpfe wurden auf Basis der von einem Brausekonzern gesponserten Weltrangliste eingeteilt. Warum wird das erst zwei Tage vor der WM-Auslosung getroffen? Warum steht das nicht vor Beginn der WM-Qualifikation fest? Eine Antwortdarauf lautet:  Die FIFA und ihr Präsident wollen sich immer Optionen offen halten. Deshalb wurden auch die Playoff-Regeln in Europa so spät festgesetzt. In Kapstadt wandte die FIFA nun ein anderes System an als bei den vergangenen Weltmeisterschaften, wo jeweils auch das Abschneiden der Nationen bei vorherigen WM-Turnieren berücksichtigt wurde. Vor vier Jahren geschah dies sogar <a title="FIFA-PM Dezember 2005" href="http://de.fifa.com/worldcup/archive/germany2006/media/newsid=19269.html#fifa+organisationskommission+verabschiedet+einteilung+mannschaften+prozedere+endrundenauslosung" target="_blank">nach einem ausgeklügelten System</a> &#8211; allerdings auch erst kurz vor der WM-Auslosung.</p>
<p>Zum Wettskandal kündigte Blatter die <a title="FIFA-PM" href="http://de.fifa.com/worldcup/organisation/media/newsid=1142596.html#fifa+exekutivkomitee+einigt+sich+mehrere+maßnahmen+fussball" target="_blank">Gründung einer Taskforce</a> an &#8211; schon wieder eine. Die drei bestehenden Frühwarnsysteme &#8211; er nannte eines der FIFA, das der UEFA und das deutsche System Betradar &#8211; sollen vereint werden. Blatter präsentierte dazu ein Schreiben von Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble, der seine Unterstützung versichert. Interpol kooperiert seit längerem schon mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).</p></blockquote>

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