<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>jens weinreich &#187; rio de janeiro 2016</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/rio-de-janeiro-2016/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 21:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bbc]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[panorama]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2014]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11332</guid>
		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es seit einigen Tagen beschrieben, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<div id="attachment_11344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-11344" title="Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange." src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/e00213fa.m.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange.</p></div>
<p>Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es <a title="One year after: Wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">seit einigen Tagen beschrieben</a>, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der seit 1963 IOC-Mitglied ist.</p>
<p>Nein, natürlich nicht. Sie haben Havelange eine Goldene Brücke gebaut. Rücktritt statt Rausschmiss.</p>
<p>Der Fall ist spektakulär und wird Weiterungen haben.</p>
<p>Heute Nachmittag habe ich dazu einen Beitrag für den Deutschlandfunk produziert &#8211; noch unter Vorbehalt.</p>
<p>Kaum war der Beitrag zum Sender verschickt, kamen die Meldungen. Als erster war mein Freund Jamil Chade, Schweiz-Korrespondent der <strong>Estado de São Paulo</strong>, damit auf dem Markt:</p>
<ul>
<li><a title="estado de sao paulo" href="http://www.estadao.com.br/noticias/esportes,joao-havelange-pede-renuncia-do-coi-em-meio-a-denuncias-de-corrupcao,806609,0.htm" target="_blank">João Havelange pede renúncia do COI em meio a denúncias de corrupção</a></li>
</ul>
<p>Kurz darauf folgte AP:</p>
<ul>
<li><a title="AP" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5jjZCp96z25nwaNEe_z4tOw3knzwQ?docId=c4c090dd902745eb8f0399293c321b6c" target="_blank">Source: Havelange resigns from IOC</a></li>
</ul>
<p>Die Kurzfassung der Geschichte, über die ich seit Jahren berichte (<em>die Links am Ende des Beitrages liefern alle Informationen, bieten Dokumente und hunderte weitere Links</em>), lief wie gesagt im Deutschlandfunk und ist von der Realität in einem Punkt nun schon überholt. Sehr schön, eigentlich.<span id="more-11332"></span></p>
<p>Hören:</p>
<p><a title="dlf zu havelange" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3">:</a></p>
<p>Lesen:</p>
<blockquote><p>In der kommenden Woche trifft sich in Lausanne das IOC-Exekutivkomitee zur letzten Sitzung des Jahres. Mit großer Spannung wird die Pressekonferenz am Donnerstagabend erwartet, auf der IOC-Präsident Jacques Rogge das Urteil der Ethikkommission gegen drei Mitglieder bekanntgeben dürfte. Es geht um den ISL-Bestechungsskandal – und im Mittelpunkt der Anklage steht das dienstälteste IOC-Mitglied: der Brasilianer João Havelange.</p>
<p>João Havelange ist ein Jahrhundert-Sportfunktionär, und zwar im doppelten Sinne. Havelange, geboren 1913, nahm 1936 als Schwimmer an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil, 1952 noch einmal als Wasserballer. Havelange ist seit 1963 IOC-Mitglied und damit der Doyen des IOC. Er war von 1974 bis 1998 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA – und ist seither FIFA-Ehrenpräsident. Havelange zählt zu jenen Figuren, die das weltumspannende Bestechungssystem der einstigen Sportmarketing-Agentur ISL geprägt haben.</p>
<p>Und er hat selbst viele Millionen kassiert – meist über Tarnfirmen, eine davon, Renford Investments, unterhält er gemeinsam mit seinem einstigen Schwiegersohn Ricardo Teixeira. Teixeira gehört dem FIFA-Exekutivkomitee an, ist seit Ewigkeiten Präsident des brasilianischen Verbandes und auch Chef des WM-Organisationskomitees 2014.</p>
<p>Das ISL-Bestechungssystem ist kein Fall für den History Channel, sondern hochaktuell. Auch wenn der ISL-Konzern schon 2001 mit einem Milliardenloch pleite ging und die Aufarbeitung der kriminellen Aktivitäten nun schon ein Jahrzehnt andauert. Mit mehr als 140 Millionen Schweizer Franken hat die vom Deutschen Horst Dassler gegründete ISL-Gruppe einst hochrangige Sportfunktionäre im IOC, in der FIFA und etlichen anderen Weltverbänden geschmiert, um an milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen. Diese gerichtsfest dokumentierten 140 Millionen sind nur die Spitze des Eisberges.</p>
<p>Havelange, Teixeira und die FIFA haben im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug gezahlt, um im im Deal mit der Staatsanwaltschaft die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten. Da aber Journalisten auf Herausgabe dieser Einstellungsverfügung drängten und die Justiz dem Drängen bald nachgeben wird, gerieten die Korruptionsverheimlicher unter Druck. FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte an, das Papier Mitte Dezember zur nächsten Exekutivsitzung in Tokio zu veröffentlichen. Parallel aber hatte die IOC-Ethikkomission längst Ermittlungen gegen Havelange aufgenommen – und gegen zwei andere IOC-Mitglieder, die kleinere Summen erhalten haben: Lamine Diack aus dem Senegal, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und Issa Hayatou aus Kamerun, Afrikas Fußballchef und FIFA-Vizepräsident.</p>
<p>Was Havelange, Hayatou und Diack eint ist die unverbrüchliche Nähe zum Franzosen Jean-Marie Weber, jenem Mann, der über Jahrzehnte das ISL-Schmiergeld verteilt hat, meist in Bar. Weber feiert alljährlich im Mai mit Havelange dessen Geburtstag in Zürich. Weber arbeitet für Hayatous afrikanischen Verband CAF und für Diacks IAAF. Er taucht bei allen großen Sportterminen auf und ging bis vor kurzem auch im IOC-Hauptquartier ein und aus. Vor sechs Jahren hatte Blatters Anwalt für Weber einen weiteren Korruptionsverdunklungsvertrag geschlossen, um die Namen der bestochenen Funktionäre geheim zu halten. Dafür flossen 2,5 Millionen an den ISL-Konkursverwalter – wahrscheinlich haben Havelange und Teixeira bezahlt.</p>
<p>Nach Informationen des Deutschlandfunks wird das IOC Hayatou und Diack nun verwarnen. Gegen Havelange, der viele Millionen mit Teixeira und einmal 1,5 Millionen allein erhalten hat, soll der Ausschluss verfügt werden. Ein solches Votum wäre geradezu ungeheuerlich in dieser Branche. Zumal die Olympischen Sommerspiele 2016 im Joao-Havelange-Stadion in Rio de Janeiro eröffnet werden sollen, zur Feier des 100. Geburtstages von Havelange – so hatte es der damalige Staatspräsident Lula versprochen, als Rio vor zwei Jahren die Spiele erhielt.</p>
<p>Wie schon in anderen Fällen – etwa beim Mexikaner Ruben Acosta oder beim Koreaner Kim Un Yong oder kürzlich in der FIFA beim Vizepräsidenten Jack Warner – wird Havelange wohl eine goldene Brücke gebaut. Es wird erwartet, dass er seinen Rücktritt aus dem IOC bekannt gibt. IOC-Präsident Jacques Rogge wird dazu am Donnerstag in Lausanne Stellung beziehen.</p>
<div id="attachment_11069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-11069 " title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="400" height="42" /><p class="wp-caption-text">Auszug aus den Bestechungs-Unterlagen</p></div>
<p>Das entscheidende Dokument gegen Havelange ist eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken, die am 3. März 1997 irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete – und von dort auf sein Privatkonto weiter geleitet wurde. Ein dreiviertel Jahr zuvor hatte die FIFA die WM-Fernsehverträge <del>2006 und 2010</del> 2002 und 2006 unter dubiosen Umständen für 2,8 Milliarden Franken an die ISL-Gruppe und den Münchner Mogul Leo Kirch verkauft. Bei dieser Vergabe hat der damalige Generalsekretär Blatter ebenfalls eine zwielichtige Rolle gespielt. Blatter soll dann auch den Transfer der Havelange-Million angeordnet haben – was er stets bestritt.</p>
<p>Insofern könnte das Verdikt – oder der Deal: Rücktritt statt Rausschmiss – im Fall Havelange auch Folgen für Blatter haben. Denn der FIFA-Präsident ist selbst IOC-Mitglied – nun müsste eigentlich ein Verfahren gegen ihn eröffnet werden.</p></blockquote>
<p>Es bleibt spannend in diesem Krimi. Denn da Blatter sich von den alten Kameraden und Ganoven um Teixeira, Havelange, Grondona, Makudi und von anderen trennen will und sich allen Ernstes als Reformer der FIFA verkauft, sinnen die auf Rache. Die Folgen sind unabsehbar.</p>
<p>Oh Gott, was haben gerade englische Journalisten Andrew Jennings vor einem Jahr mit Spott und Hass überzogen, nach dieser neuerlichen BBC-Panaroma-Sendung zur FIFA und zum ISL-Bestechungssystem. &#8220;Ein Fall für den History Channel&#8221;, so lästerten nicht nur die englischen WM-Bewerber, auch Journalisten.</p>
<p>History Channel?</p>
<p>Ich sage es erneut: So ein Unsinn.</p>
<p>Das ISL-Korruptionssystem ist Gegenwart. Und Zukunft. Viele Figuren sind noch in Amt und Würden.</p>
<p><strong>Andrew Jennings</strong> hatte zum Wochenende dem Independent diesen Text angeboten, ich weiß nicht, ob der gedruckt wurde &#8211; in Teilen, dem Havelange-Rücktritt, sind auch diese Zeilen nun überholt:</p>
<blockquote><p><strong>Will IOC condemn FIFA corruption?</strong></p>
<p>Sepp Blatter’s tottering leadership of FIFA is likely to take another knock on Thursday evening when the International Olympic Committee announces its verdicts on the biggest corruption scandal to blight world sport.</p>
<p>For the past 11 months the IOC’s Ethics Commission has investigated allegations that senior FIFA officials – also IOC members &#8211; took kickbacks from a company awarded exclusive World Cup marketing contracts.</p>
<p>On Thursday afternoon in Lausanne IOC President Rogge and his 14-member Executive Board will go into camera to discuss the revelations in a BBC Panorama programme in November last year.</p>
<p>In the frame are former FIFA president Joao Havelange, current president Sepp Blatter and vice-president Issa Hayatou, boss of African football. Also accused is world athletics chief Lamine Diack who first denied taking $41,000, mostly in cash but has recently claimed the money was a gift when his house burned down.</p>
<p>After negotiating protection for their sources, BBC producers handed over a list of 175 bribes totalling an astonishing $100 million paid by the Swiss ISL marketing company. The identities of many recipients were hidden behind Liechtenstein front companies but occasionally officials took money direct. Issa Hayatou who heads African football and named for taking $30,000 in cash claims it was for his confederation’s 40th birthday party.</p>
<p>The IOC’s Ethics commission has eight members, four from outside the organisation. They initiate their own investigations and approached Panorama the day after transmission asking for the bribes evidence.</p>
<p>FIFA’s in-house ethics committee, appointed by Blatter and headed by former Swiss footballer Claudio Sulser, is only permitted to investigate issues chosen by Blatter or his general secretary Jerome Valcke. Last autumn Sulser dismissed the ISL bribes as ‘historic’ and snubbed suggestions they should be investigated.</p>
<p>Sulser looked away when two other members of FIFA’s ruling executive committee &#8211; not IOC members – were revealed taking ISL bribes. Paraguay’s Nicolas Leoz was accused in a Swiss court in 2008 and again in the Panorama file of taking $730,000.</p>
<p>Ricardo Teixeira from Brazil was accused by Panorama of pocketing $9.5 million. Again, Blatter refuses to act but Brazilian Federal police are investigating money-laundering and tax evasion and Teixeira is under pressure by the Brazilian government to quit as head of the 2014 World Cup organising committee.</p>
<p>Teixeira’s former father-in-law Joao Havelange, Blatter’s predecessor as FIFA president, is alleged to be the “JH” named in the list as taking 1.5 million Swiss francs on March 3, 1997 – worth about $1 million.</p>
<p>If Havelange is sanctioned then Blatter, also an IOC member, will be in jeopardy. An earlier Panorama programme in June 2006 revealed that this payment was sent by mistake to FIFA and that after Blatter forwarded it to a Havelange account he tried, unsuccessfully, to persuade FIFA’s bankers to erase the transaction. Blatter has refused to comment.</p>
<p>Sources at FIFA say that Blatter’s handling the Havelange bribe was probed by Swiss Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in his lengthy inquiry into FIFA and the ISL bribes. Last year Blatter and two other FIFA officials signed a confidential settlement with Hildbrand in which 5.5 million was repaid to FIFA. A Panorama programme in May this year claimed the other officials were Teixeira and Havelange.</p>
<p>The BBC and Swiss media are asking the courts to order publication of the settlement document. The public prosecutor is supporting disclosure stating it is in the public interest. Blatter, Teixeira and Havelange are objecting but are expected to lose in the Swiss federal court in 12 month’s time.</p>
<p>Blatter has had his own copy of the settlement since May last year and could publish at any time. But he prevaricates claiming that it is legally complex and must be examined by an ‘independent expert.’</p>
<p>A further mystery surrounds bribes to FIFA officials paid through various ISL slush funds. One named Sicuretta, managed by Swiss lawyer Guido Renggli (correct), handed more than £3 million in cash to ISL director Jean-Marie Weber, known as ‘The Bagman’ and a longtime friend of President Blatter.</p>
<p>Mr Ringgli declined to tell investigator Thomas Hildbrand who got this cash – but did mention that Mr Weber took him to the World Cup in France in 1998 and introduced him to Blatter. Weber says it is ‘a matter of honour’ not to reveal who he bribed.</p>
<p>The IOC has declared Weber persona non grata but he is still welcome at FIFA and Issa Hayatou has appointed him a consultant to the African Football Confederation.</p>
<p>Any IOC findings implicating FIFA officials in corruption will cast new doubt over the decisions to give the 2018 World Cup to Russia and the 2022 tournament to Qatar.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3" length="2360320" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Bundestags-Sportausschuss flüchtet vor der Öffentlichkeit: Business Class nach Brasilien</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 11:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[joachim günther]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11086</guid>
		<description><![CDATA[Halten wir noch einmal fest, was zuletzt geschah: Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: MdB wollen sich nicht beim iPad-spielen beobachten lassen Crowdsourcing: wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen in Ruhe schlafen und am iPad Karten spielen wollen Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Halten wir noch einmal fest, was zuletzt geschah:</p>
<ul>
<li><a title="BT-Sportausschuss schließt Medien aus ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/  " target="_self">Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: MdB wollen sich nicht beim iPad-spielen beobachten lassen</a></li>
<li><a title="Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/  " target="_self">Crowdsourcing: wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag <span style="text-decoration: line-through;">unter sich bleiben wollen</span> in Ruhe schlafen und am iPad Karten spielen wollen</a></li>
<li><a title="Was vom Tage übrig bleibt (64) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/  " target="_self">Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten &#8230;&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Der Sport-Lobbyist im Bundestag Klaus Riegert (CDU/<span style="text-decoration: line-through;">Schwäbischer Turnerbund</span>) hat erfolgreich durchgepeitscht, dass Journalisten und interessierte Bürger ab sofort von den Sitzungen des Bundestags-Sportausschusses ausgeschlossen sind.</p>
<p><strong>Journalisten hätten ihr &#8220;Privileg&#8221;, dabei sein zu dürfen, schamlos &#8220;missbraucht&#8221;, behauptet Riegert, sportpolitischer Sprecher und Obmann der CDU. </strong></p>
<p>Natürlich kann er dafür keinerlei Beweise vorlegen, aber darauf kommt es bei dieser bizarr-frechdummen Wahrheitsbeugung ja auch nicht an. Wichtig ist, dass jetzt &#8220;fachlich&#8221; gearbeitet werden kann, wie Riegert und FDP-Sportsprecher Joachim Günther behaupten.</p>
<p><strong>Deshalb fliegt eine Delegation des Ausschusses, geleitet von Günther, demnächst Business Class nach Chile und Brasilien.</strong></p>
<div id="attachment_11094" class="wp-caption aligncenter" style="width: 517px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa-programm.png"><img class="size-large wp-image-11094 " title="Programmentwurf Reise des BT-Sportausschusses nach Chile und Brasilien" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa-programm-724x1024.png" alt="" width="507" height="717" /></a><p class="wp-caption-text">Programmentwurf Reise des BT-Sportausschusses nach Chile und Brasilien</p></div>
<p>Der Brasilien-Trip wurde <span style="text-decoration: line-through;">im</span> clever vorbereitet: Da Reisen nur unternommen werden können, wenn die Themen zuvor im Ausschuss behandelt wurden, hatte man flink zum 19. Oktober einen TOP &#8220;Stand der Vorbereitungen zur Fußball WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien&#8221; eingefügt und ein Papierchen der brasilianischen Botschaft erbeten.</p>
<p>Dieses Papier ist belanglos genug, um von Fachleuten wie Riegert und Günther, die es ja nicht wirklich wissen wollen, wie vieles andere künftig der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Wer wirklich etwas wissen will, der muss dann schon <span style="text-decoration: line-through;">dieses Blog und</span> Andrew Jennings lesen oder in Brasilia Ausschuss-Sitzungen besuchen &#8211; da geht es anders zur Sache, nicht wie im Bundestag, sondern: öffentlich, fachlich, kritisch, hart.</p>
<ul>
<li><a title="Andrew Jennings: presentation to Senate Committee in Brasilia ..." href="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" target="_self">Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</a></li>
</ul>
<p><span id="more-11086"></span><br />
Der Jennings-Vortrag wurde übrigens auch vom Team der Präsidentin Dilma Rousseff mit Spannung verfolgt. Die Papiere wurden übersetzt und liegen im Präsidialbüro vor.</p>
<p>Im BT-Sportausschuss aber zirkulierte im Oktober nur dies, da ist die Welt voll in Ordnung, und von der flächendeckenden Korruption und Ricky Teixeira und dem gerade wegen Korruption zurückgetretenen Sportminister Orlando Silva und anderen drängenden Fragen &#8230;</p>
<p>&#8230; wurde natürlich nichts erwähnt:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa1.png"><img class="size-thumbnail wp-image-11089 alignnone" title="Brasilien, Oktober, 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa1-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa2.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11090" title="Brasilien, Oktober, 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa2-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa3.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11091" title="Brasilien, Oktober, 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa3-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Probleme in Brasilien?</p>
<p>I wo.</p>
<p>Korruption?</p>
<p>Nicht ein Wort wird darüber verloren. (Wie sagte doch der Fußballfan Klaus Riegert, Kapitän des FC Bundestag? Die Kritik an der FIFA sei mächtig übertrieben.)</p>
<p>Seit 19. Oktober also wissen es die deutschen Abgeordneten genau &#8211; und in einigen Tagen werden sie es in Brasilien noch genauer wissen. Joachim Günther kann schon mal seine Pressemitteilung von Anfang des Jahres umschreiben lassen. Müssen eigentlich nur Jahreszahlen und Orte ausgetauscht werden:</p>
<blockquote><p><a title="PM Joachim Günther" href="http://www.joachimguenther.de/Keine-Bedenken-bezueglich-Fussball-WM-in-Katar/38832c1i1p2410/index.html" target="_blank">Keine Bedenken bezüglich Fußball-WM in Katar</a></p>
<p>Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages beendet heute seinen mehrtägigen Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. &#8220;Ich bin sicher, dass Katar ein hervorragender Gastgeber für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 sein wird&#8221;, so Joachim Günthers Fazit. Bedenken, dass wegen der Hitze, die dort im Sommer herrscht, nicht ordentlich Fußball gespielt werden könne, hat Joachim Günther nach vielen Gesprächen vor Ort nicht mehr. &#8220;Selbst Uli Stielicke, der jetzt in Katar als Trainer arbeitet, hat uns bestätigt, dass die Klimaanlagen in den Stadien ganz hervorragend funktionieren.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p><a title="Uli Stielike" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uli_Stielike" target="_self">Uli Stielike</a> wird natürlich anders geschrieben, aber was weiß ein Fachmann wie Günther schon.</p>
<p><strong>Grit Hartmann</strong> hat die Geschichte gestern Abend im <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1594001/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> so beschrieben:</p>
<blockquote><p><strong>Korruptionsinfos aus erster Hand?</strong></p>
<p><em>Sportausschuss reist nach Südamerika</em></p>
<p><em><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/01/dlf_20111101_2255_bc655be1.mp3" target="_self">:</a></em></p>
<p>Der Sportausschuss des Bundestages, jenes Gremium also, dessen Sitzungen Union und FDP von der Öffentlichkeit abgeschottet haben, will demnächst nach Aussage der Koalitionäre &#8220;effizienter&#8221; arbeiten. Den Anfang macht dabei eine Exkursion nach Brasilien und Chile.</p>
<p>Ungewöhnlich, aber wahr: Der Sportausschuss begibt sich in diesem Jahr schon auf seine zweite sogenannte Delegationsreise. Nach dem Januar-Besuch in Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten steht nun eine einwöchige Exkursion nach Chile und Brasilien an. Wie der Deutschlandfunk erfuhr, starten die Abgeordneten am 12. November von Frankfurt/Main nach Sao Paulo, von dort geht&#8217;s nach Santiago de Chile,  zurück nach Sao Paulo, dann nach Rio und am 18. November spätabends wieder in die Heimat. Der Flugplan ist klar &#8211; das Anliegen des Südamerika-Trips ist es weniger. Das Programm sei noch Änderungen unterworfen, heißt es, Anfang kommender Woche wisse man Genaues.</p>
<p>Dem Deutschlandfunk liegt ein älterer Entwurf des Reiseplans vor: Demnach gönnen sich die Politiker beispielsweise in der chilenischen Hauptstadt erst mal eine Stadtführung. Geplant ist sodann ein Gespräch im Sportministerium, und zwar zu einem Programm namens &#8220;Wähle einen gesunden Lebensstil&#8221;. Für derlei ist der Sportausschuss zwar in Berlin  nicht zuständig, aber womöglich ist das einfach Kontrast zu einem anderen Termin &#8211; zum Besuch im Anti-Doping-Labor.</p>
<p>Brasilien verspricht mehr Spannung. Zwar liegen die Großevents &#8211; Fußball-WM 2014 und Sommerspiele 2016 &#8211; klar außerhalb dieser Legislaturperiode. Aber besonders in Sao Paulo könnte es für Abgeordnete, die unlängst Sachverständige zum Thema Korruption luden und bei deren Vorträgen auf dem iPad Karten spielten, endlich lebensecht zugehen. Sao Paulo ist Bühne für das WM-Eröffnungsspiel; die FIFA vergab es unter dubiosen Umständen an ein noch zu erbauendes Stadion des Erstliga-Clubs Corinthians.</p>
<p>Dessen Präsident gilt als Verbündeter von Verbandschef und FIFA-Vorständler Ricardo Teixeira. Teixeiras illegale Geschäfte werden gerade untersucht, vom Generalstaatsanwalt und vom Senat. Gespräche mit Parlaments-Kollegen beinhaltet die Agenda der Reisegesellschaft nach dem vorliegenden Plan trotzdem nicht &#8211; dafür aber welche in der Stadtverwaltung und, tatsächlich, &#8220;mit Vertretern des brasilianischen Fußballverbandes&#8221;. Es geht also wohl um Korruptionsinfos aus erster Hand.</p>
<p>In Rio wollen die Abgeordneten sich beim Olympia-Org-Komitee informieren und das Maracana-Stadion besuchen. Das ist 2014 Ort des WM-Finales, aber derzeit nicht vorhanden. Das alte wurde abgerissen, das neue ist noch Baugrube.</p>
<p>Und wer nimmt nun die anstrengende Rundreise auf sich? Das steht noch nicht ganz fest. Ein paar Abgeordnete, heißt es, hätten abgesagt. Die Delegationsleitung übernimmt, so viel ist sicher, der Liberale Joachim Günther, der Sportausschuss-Vize.</p>
<p><strong>Ihn kann man nicht befragen, denn Günther tourt gerade mit einer Bundestagsdelegation in Rumänien. Also dort, wo eine Firma, an der er beteiligt ist, Geschäfte macht mit der als Diplomfabrik verrufenen Spiru-Haret-Universität. </strong>Vom Sportausschuss-Trip nach Katar brachte Günther schon interessante Gewissheiten mit: &#8220;Nach vielen Gesprächen vor Ort&#8221;, so ließ er wissen, habe er keine Bedenken, dass in der Hitze dort nicht ordentlich Fußball gespielt werden könne.</p>
<p>Da darf man gespannt sein auf die Frohbotschaften aus Brasilien. Sofern diese mit der Öffentlichkeit geteilt werden.</p></blockquote>
<p><em>Nachtrag, 4. November, 11.23 Uhr:</em> Ich wurde soeben von einem schwäbischen Leser darauf hingewiesen, dass Klaus Riegert nicht mehr Vizepräsident des <a title="Präsidium des Schwäbischen Turnerbundes" href="http://www.stb.de/stb/organisation/praesidium.html" target="_blank">Schwäbischen Turnerbundes</a> ist. Er war es lange Jahre, und auf der <a title="BT Klaus Riegert" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/R/riegert_klaus.html" target="_blank">Bundestags-Webseite</a> allerdings steht das bis zu diesem Moment auch noch so.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>33</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/01/dlf_20111101_2255_bc655be1.mp3" length="1823232" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Nachwehen der Jugendspiele: Dreier-Basketball wird (ziemlich sicher) olympisch</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/08/26/nachwehen-der-jugendspiele-dreier-basketball-wird-ziemlich-sicher-olympisch/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/08/26/nachwehen-der-jugendspiele-dreier-basketball-wird-ziemlich-sicher-olympisch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 09:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[basketball]]></category>
		<category><![CDATA[fiba]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[klaus schormann]]></category>
		<category><![CDATA[moderner fünfkampf]]></category>
		<category><![CDATA[olympische jugendspiele]]></category>
		<category><![CDATA[olympisches programm]]></category>
		<category><![CDATA[patrick baumann]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[singapur 2010]]></category>
		<category><![CDATA[uipm]]></category>
		<category><![CDATA[yog]]></category>
		<category><![CDATA[florian wanninger]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9407</guid>
		<description><![CDATA[IOC-Präsident Jacques Rogge verfolgt mit den Olympischen Jugendspielen mehrere Ziele. Eines lautet: Er will über den Umweg der Youth Olympic Games neue Disziplinen und künftig auch neue Sportarten testen für die echten Olympischen Spiele. „Wir entwickeln neue Formate“, hat er zu Beginn der Premiere in Singapur gesagt, „die sollten wir, wenn sie erfolgreich sind, auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>IOC-Präsident Jacques Rogge verfolgt mit den Olympischen Jugendspielen mehrere Ziele. Eines lautet: Er will über den Umweg der Youth Olympic Games neue Disziplinen und künftig auch neue Sportarten testen für die echten Olympischen Spiele. „Wir entwickeln neue Formate“, hat er zu Beginn der Premiere in Singapur gesagt, „die sollten wir, wenn sie erfolgreich sind, auf die traditionellen Spiele anwenden.“</p>
<ul>
<li>Die <a title="YOG sports 2010" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en/en_sports/en_26sports.html" target="_blank">26 Sportarten der YOG</a> in Singapur</li>
<li><a title="FAZ: Interview mit Jacques Rogge" href="http://www.faz.net/s/Rub734776270C424F488724904F8D09D041/Doc~E312A623F411C4AE5924D99DDAE7A56F7~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ-Interview</a> mit Jacques Rogge vom 25. August</li>
<li><a title="IOC documents" href="http://www.olympic.org/Documents/Reports/EN/en_report_1391.pdf" target="_blank">YOG Sports Programme, athletes quotas and ages groups</a></li>
</ul>
<p>Der Basketball-Weltverband FIBA ist ein Vorreiter dieser Entwicklung. Die FIBA hat für die Jugendspiele in Singapur einen neuen Wettbewerb kreiert, der an die Wurzeln dieser Sportart geht: Mädchen und Jungs spielten drei gegen drei, eine Art Streetball, <a title="FIBA 33" href="http://en.wikipedia.org/wiki/FIBA_33" target="_blank">FIBA 33</a> genannt. Der Schweizer FIBA-Generalsekretär Patrick Baumann, selbst IOC-Mitglied, sprach stets von einem „realistischen Traum“, dass seine neue Basketball-Variante olympisch werden könnte &#8211; etwa bei einem Hintergrundgespräch mit Rogge im April 2010 in Dubai. Hinter diesem Traum steckt eine Strategie – und die ist erfolgreich: Carlos Nuzman, IOC-Mitglied in Brasilien und Chef des Organisationskomitees der Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro, sagt nun, er wünsche sich so ein Basketballturnier, drei gegen drei, in sechs Jahren an der Copacabana. So wird es kommen, so war es von Rogge geplant.</p>
<p>Man könnte natürlich sagen, Nuzmans Reaktion sei bestellt gewesen, war sie sicherlich, denn Rogge will und muss etwas vorzeigen. Man könnte natürlich auch behaupten: Nur FIBA 33 taugt vorerst fürs große Olympia. Ich sage: Es wird viel mehr passieren.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/26/nachwehen-der-jugendspiele-dreier-basketball-wird-ziemlich-sicher-olympisch/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Spätestens auf der IOC-Session 2013, wenn Rogge das Präsidentenamt an seinen Nachfolger übergibt, wird die Dreier-Variante des Basketballs olympisch, behaupte ich einfach mal. Eigentlich bräuchte es die Session dazu gar nicht, denn das IOC-Exekutivkomitee kann das gemeinsam mit der FIBA beschließen. Voraussetzung wäre allerdings, dass die FIBA gleichzeitig einige Teilnehmer beim herkömmlichen Turnier einspart, um die Aktivenzahl insgesamt nicht groß zu erhöhen. Die Sommerspiele sind auf rund 10.500 Athleten limitiert.</p>
<p>Der Fahrplan sei „logistisch und von der Wettbewerbsstruktur her realistisch“, sagte mir FIBA-Sprecher Florian Wanninger. Dreier-Basketball sei so alt wie das Spiel selbst und wurde vor Jahren bereits von den großen Ausrüstern unterstützt. Die Palette der FIBA-Wettbewerbe werde entscheidend erweitert und große Anreize für den Nachwuchs geschaffen. Außerdem sei Dreier-Basketball billig und gebe kleinen Nationen Chancen auf internationalen Ruhm, erklärt Wanninger:</p>
<blockquote><p>„Das wird eine neue Bewegung und ein neues Werkzeug für unsere Mitglieder und es wird neue Fans zum Basketball locken.“</p></blockquote>
<p>Generalsekretär Baumann sagt, 2012 könnte es die erste Weltmeisterschaft geben, es werde sich eine neue Generation von Spielern entwickeln, ähnlich wie vor Jahren im Beachvolleyball. Rios Organisationschef Carlos Nuzman weiß, wovon er redet: Er kommt aus dem Volleyball und hat die Entwicklung begleitet.</p>
<p>Die Deutsche Presse-Agentur trägt dazu u.a. <a title="Pfälzischer Merkur" href="http://www.pfaelzischer-merkur.de/sz-berichte/sport/Sport;art2820,3397655" target="_blank">hier</a> einige Quotes zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin davon begeistert. Es ist unheimlich dynamisch. So hat es auch mit Beachvolleyball begonnen.&#8221;<br />
<em>Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball-Bundes, Vizepräsident des Europäischen Basketball-Verbandes und Chef der Deutschen Sportjugend (u.a.)</em></p>
<p>&#8220;Für mich ist dieses Basketball das Innovativste bei den Spielen.&#8221;<br />
<em>Ulf Tippelt, DOSB-Leistungssportdirektor</em></p></blockquote>
<p>Jacques Rogge hat mit den Jugendspielen, die in wenigen Stunden enden (<a title="YOG TV" href="http://www.youtholympicgames.org/tv_live.asp" target="_blank">hier geht es zur Übertragung der Abschlussfeier</a>), zweifellos Fakten geschaffen. Die Modernisierung des Olympiaprogramms war seit seinem Amtsantritt im Juli 2001 eines seiner wichtigsten Projekte. Damit scheiterte er mehrfach am Widerstand des Establishments – etwa 2002 auf der IOC-Session in Mexiko-City und 2005 auf der Vollversammlung in Singapur. Im Kern wurde das Programm vor mehr als 100 Jahren vom IOC-Gründer Baron de Coubertin geformt. Das IOC hat auf neue Entwicklungen und Trendsportarten selten überzeugende Antworten gegeben. Bei den Winterspielen gelang das besser, etwa mit der Einführung von Snowboard oder zuletzt Skicross. Bei den Sommerspielen aber, wo das Programm viel dichter ist, hat man im Grunde versagt. Die 35 olympischen Sportverbände (derzeit 26, demnächst wieder 28 Sommer/sieben Winter), von denen die meisten ein kolossales Akzeptanzproblem haben und ohne die Millioneneinnahmen aus dem olympischen Marketingprogramm nicht existieren können, hielten stets zusammen und verweigerten sich einer Grundsatzreform.</p>
<p>IOC-Papiere (alle pdf):</p>
<ul>
<li><a title="Evaluation Criteria for Spprts and Disciplines" href="http://www.olympic.org/Documents/Reports/EN/en_report_813.pdf" target="_blank">Evaluation Criteria for Sports and Disciplines</a></li>
<li><a title="Report on the 26 Core Sports for the 2016 Games" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Programme_commission/REPORT_26_CORE_SPORTS_2016_GAMES.pdf" target="_blank">Report on the 26 Core Sports for the 2016 Games</a></li>
<li><a title="Report on the 7 International Federations short-listed for the 2016 Games" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Programme_commission/SEVEN_INTERNATIONAL_FEDERATIONS_SHORT_LISTED_2016_GAMES.PDF" target="_blank">Report on the 7 International Federations short-listed for the 2016 Games</a></li>
</ul>
<p>Blogbeiträge dazu:</p>
<ul>
<li>Juni 2009: <a title="Olympias Programmreform" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/17/olympias-programmreform-transparent-fair-kristallklar/" target="_self">Olympias Programmreform: &#8220;transparent, fair, kristallklar&#8221;?</a></li>
<li>August 2009: <a title="Olympias Programm-Kosmetik" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/14/olympias-programm-kosmetik/" target="_self">Olympias Programm-Kosmetik</a></li>
<li>Oktober 2009: <a title="Akklamation? Nein ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/" target="_self">Akklamation? Nein. Jacques Rogge lässt sich zum IOC-Präsidenten wählen</a></li>
</ul>
<p>Nach lang währenden sportpolitischen Scharmützeln wurden lediglich Softball und Baseball aus dem Programm der Sommerspiele verbannt (ab 2012 in London). Dafür kommen 2016 Golf und eine selten gespielte Rugby-Variante (mit sieben Aktiven) hinzu. Rogge rang der IOC-Session 2007 allerdings Zugeständnisse ab, wonach nun das Executive Board des IOC weitgehend selbständig über neue Disziplinen entscheiden und auch Sportarten zur Aufnahme ins Olympische Programm auswählen darf.</p>
<p>Die Verbände haben die Jugendspiele zunächst nur zögerlich angenommen, dann aber doch in Maßen experimentiert. Die FIBA ist ein Beispiel, andere Verbände führten gemischte Staffeln (Schwimmen) oder Mixed Wettbewerbe (Fechten) ein. Die Kanuten ließen Mann gegen Mann paddeln. Die Wettbewerbe zwischen Kontinental-Teams (u. a. Leichtathletik) und gemischten Nationenteams, die in Singapur ausprobiert wurden, wird es beim großen Olympia allerdings nicht geben. Dort wird weiter strikt in Nationalteams operiert.</p>
<p>Die Modernen Fünfkämpfer mit ihrem deutschen Weltverbandspräsidenten Klaus Schormann gehen wieder einmal voran. Schormann hat seinen Sport, der von Coubertin erfunden wurde, seit Mitte der neunziger Jahre sukzessive erneuert. Damals stand der Fünfkampf – eine Melange aus Laufen, Schwimmen, Schießen, Fechten und Reiten – vor dem Olympia-Aus und damit vor dem Exitus. Schormann knüpfte Allianzen im IOC und unter den anderen Verbänden, vor allem aber revolutionierte er die Sportart. Aus einem behäbigen Fünf-Tage-Wettbewerb ist ein schickes Ein-Tages-Event geworden. In Singapur wurden nun erfolgreich Laser-Pistolen getestet. „Damit kommen sie sogar problemlos durch den Zoll“, sagt Schormann und grinst über seinen neusten Clou. Denn die Frage der Grenzkontrollen ist eine ganz praktische für Waffenbesitzern.</p>
<p>„Die Laser-Pistolen“, teilt der Hesse beschwingt mit, „bauen sie einfach auseinander und dürfen sie sogar auf Flügen im Handgepäck bei sich haben.“ Schormann erfüllt dem IOC-Präsidenten noch jeden Wunsch. Und wer weiß, vielleicht wird er für soviel Folgsamkeit belohnt und erreicht doch noch sein Lebensziel: eine IOC-Mitgliedschaft.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/08/26/nachwehen-der-jugendspiele-dreier-basketball-wird-ziemlich-sicher-olympisch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2018, die Ausgangslage: Pyeongchang vor Pyeongchang vor Pyeongchang</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 11:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[annecy 2018]]></category>
		<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[almaty 2018]]></category>
		<category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category>
		<category><![CDATA[berchtesgaden 1992]]></category>
		<category><![CDATA[berlin 2000]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[durban]]></category>
		<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig 2012]]></category>
		<category><![CDATA[olympia-gmbh]]></category>
		<category><![CDATA[olympic bid]]></category>
		<category><![CDATA[olympic bid 2018]]></category>
		<category><![CDATA[richard adam]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5584</guid>
		<description><![CDATA[Das ist doch mal eine knackige Umfrage, die anderthalb Jahre läuft und im Laufe der Jahre, bis zum 6. Juli 2011, lässig den Umständen angepasst werden kann: Stammgäste mag verwundern, dass ich Jack Warner und JMW diesmal nicht als Antwortoptionen angeführt habe. Mal sehen, welche Entwicklungen die Sportpolitik noch bereit hält. Ich denke, Jack ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist doch mal eine knackige Umfrage, die anderthalb Jahre läuft und im Laufe der Jahre, bis zum 6. Juli 2011, lässig den Umständen angepasst werden kann:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Stammgäste mag verwundern, dass ich Jack Warner und JMW diesmal nicht als Antwortoptionen angeführt habe. Mal sehen, welche Entwicklungen die Sportpolitik noch bereit hält. Ich denke, Jack ist bis Dezember 2010 zunächst mit den Geschäften um die Fußball-Weltmeisterschaften <a title="tag: WM 2010" href="http://jensweinreich.de/?cat=422" target="_self">2010</a>, <a title="tag: WM 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=990" target="_self">2018</a> und <a title="tag: WM 2022" href="http://jensweinreich.de/?cat=991" target="_self">2022</a> voll ausgelastet.</p>
<p>Nun ganz sachlich:</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Heute</span> <a title="München 2018: Bewerbungsstart mit neuem Logo" href="http://jensweinreich.de/?p=5649" target="_self">Morgen</a> gibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Bewerberstädte für die <a title="tag: München 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Olympischen Winterspiele 2018</a> bekannt. <em>(Nachtrag: Ich habe mich im Tag geirrt. Korrekt: Heute ist Bewerbungsschluss. Morgen Bekanntgabe und gleich auch PR-Party in München mit Vorstellung des Logos.)</em> Da man eher nicht davon ausgehen sollte, dass ernst gemeinte Bewerbungen &#8211; es geht schließlich um Milliardenprojekte &#8211; in der letzten Minute in Lausanne abgegeben werden, wird es dabei bleiben, was ich seit Monaten erzähle: Seit drei Jahrzehnten hat es nicht so ein geringes Interesse an Winterspielen gegeben. Daraus erwachsen schon rein rechnerisch größere Chancen für alle ernsthaften und halbwegs ernsthaften Bewerber, also: <a title="Pyeongchang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/home/page/index.asp" target="_blank">Pyeongchang</a> (Südkorea), <a title="München 2018" href="http://muenchen2018.org/de/index.html" target="_blank">München</a> und Satellitengemeinden (Bayern) und <a title="Annecy 2018" href="http://www.annecy-2018.com/" target="_blank">Annecy</a> (Frankreich).</p>
<p>Sollte nun tatsächlich noch eine Stadt wie etwa Almaty auf der Liste der Bittsteller auftauchen, darf man das getrost unter dem Faktor Folklore verbuchen. Die ehemaligen Sowjetrepubliken, allesamt Totaldemokratien, wie wir wissen, haben sich schon immer gern um Olympische Spiele beworben &#8211; oder haben so getan, als würden sie sich bewerben. Taschkent, Baku, Almaty oder einst St. Petersburg &#8211; es ging meistens darum, wie es ein schwedischer Staatsanwalt einst so hübsch formulierte: &#8220;Geld rein, Geld raus, und alles unter dem Deckmäntelchen Olympia.&#8221;</p>
<ul>
<li>Hier <a title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/?p=4485" target="_self">noch einmal</a> das 101 Seiten umfassende <a title="IOC 2018 Candidature Acceptance Procedure" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1451.pdf" target="_blank">2018 Candidature Acceptance Procedure</a> <em>(pdf, 3,5 MB)</em>  des IOC.</li>
</ul>
<p>Die üblichen beiden Phasen einer <a title="tag: Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/?cat=26" target="_self">Olympiabewerbung</a> werden in diesem Fall verschmelzen:</p>
<table style="width: 383pt; border-collapse: collapse;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="510">
<colgroup span="1">
<col style="width: 42pt; mso-width-source: userset; mso-width-alt: 2048;" span="1" width="56"></col>
<col style="width: 78pt; mso-width-source: userset; mso-width-alt: 3803;" span="1" width="104"></col>
<col style="width: 263pt; mso-width-source: userset; mso-width-alt: 12800;" span="1" width="350"></col>
</colgroup>
<tbody>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl83" style="border-right: black 1pt solid; border-top: windowtext 1pt solid; border-left: windowtext 1pt solid; width: 383pt; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 15.75pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="3" width="510" height="21"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"><strong>Zeitplan Olympiabewerbung 2018</strong></span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl80" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: black 1pt solid; height: 210.75pt; background-color: white; text-align: center;" rowspan="8" height="281"><strong><span style="font-size: large; font-family: Calibri;">Phase 1</span></strong></td>
<td class="xl69" style="BORDER-RIGHT: windowtext 0.5pt solid; BORDER-TOP: #f0f0f0; BORDER-LEFT: #f0f0f0; BORDER-BOTTOM: windowtext 0.5pt solid; BACKGROUND-COLOR: transparent; TEXT-ALIGN: center"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">15.10.2009</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: #f0f0f0; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Bewerbungsschluss beim IOC. DOSB hat München angemeldet</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">01.11.2009</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Unterschrift des Candidature Acceptance Procedure</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl70" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 30pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="40"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">01.11.2009</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Zahlung der Bewerbergebühr (Candidature Acceptance Fee) von 150.000 US-Dollar</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl77" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">2.-5.12.2009</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">IOC Seminar für Applicant Cities</span></td>
</tr>
<tr style="height: 45pt;" height="60">
<td class="xl71" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 45pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="60"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">12.-28.02.2010</span></td>
<td class="xl66" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Teilnahme der Bewerber am Olympic Games Observer&#8217;s Programme des IOC bei den Winterspielen in Vancouver</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 30pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="40"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">15.03.2010</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Abgabe der Bewerbungsunterlagen und der Garantien beim IOC</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl72" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">bis Juni 2010</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Prüfung der Unterlagen durch das IOC</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30.75pt;" height="41">
<td class="xl78" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 30.75pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="41"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">7.-10.06.2010</span></td>
<td class="xl79" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Debriefing Vancouver 2010 in Sotschi, Teilnahme der Bewerber für 2018</span></td>
</tr>
<tr style="height: 45pt;" height="60">
<td class="xl80" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext 1pt solid; border-bottom: black 1pt solid; height: 135.75pt; background-color: white; text-align: center;" rowspan="5" height="181"><strong><span style="font-size: large; font-family: Calibri;">Phase 2</span></strong></td>
<td class="xl73" style="BORDER-RIGHT: windowtext 0.5pt solid; BORDER-TOP: #f0f0f0; BORDER-LEFT: #f0f0f0; BORDER-BOTTOM: windowtext 0.5pt solid; BACKGROUND-COLOR: transparent; TEXT-ALIGN: center"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Ende Juni 2010</span></td>
<td class="xl68" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: #f0f0f0; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">IOC-Exekutive wollte über die Finalrunde entscheiden und aus Applicant Cities die Candidate Cities machen &#8211; das ist angesichts des geringen Interesses Formsache</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl75" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">11.01.2011</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Abgabe des Bewerbungsbuches beim IOC</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30pt;" height="40">
<td class="xl71" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 30pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="40"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Frühjahr 2011</span></td>
<td class="xl65" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Besuche der IOC-Evaluierungskommission bei den Candidate Cities</span></td>
</tr>
<tr style="height: 15pt;" height="20">
<td class="xl77" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; height: 15pt; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" height="20"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Frühsommer 2011</span></td>
<td class="xl76" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 0.5pt solid; background-color: #d8d8d8; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Bericht der IOC Evaluierungskommission</span></td>
</tr>
<tr style="height: 30.75pt;" height="41">
<td class="xl74" style="border-right: windowtext 0.5pt solid; border-top: windowtext; border-left: #f0f0f0; border-bottom: windowtext 1pt solid; height: 30.75pt; background-color: transparent; text-align: center;" height="41"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">06.07.2011</span></td>
<td class="xl67" style="border-right: windowtext 1pt solid; border-top: windowtext; border-left: windowtext; width: 263pt; border-bottom: windowtext 1pt solid; background-color: transparent; text-align: center;" width="350"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;">Wahl der Olympiastadt 2018 auf der 123. IOC-Session in Durban</span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Aus dem geringen Interesse an den <a title="tag: Winterspiele 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Winterspielen 2018</a> sollte man nicht zu viel ableiten. Zum einen rekrutierte und dezimierte sich das Feld auf ganz unterschiedliche Weise, der Faktor Zufall spielte ebenso eine Rolle. Zum anderen sind es, wie der Name schon sagt: nur Winterspiele. In weiten Teilen des Planeten interessiert sich niemand dafür. Winterspiele sind, anders als der Gigantenwettstreit um die <a title="tag: Sommerspiele 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1081" target="_self">Sommerspiele 2016</a>, den wir gerade in Kopenhagen erlebten, nun mal ein Minderheitenprogramm. Wo außerhalb Deutschlands und des deutschen Sprachraums interessiert man sich schon für Übungen wie Biathlon, Rodeln, Bobfahren? Hierzulande werden diese Disziplinen allerdings mit soldatischem Eifer von einer Hundertschaft Bundespolizisten und Sportsoldaten betrieben, übertragen öffentlich-rechtliche TV-Stationen tagelang x-beliebige Weltcupveranstaltungen, werden so viele umweltschädliche und die Umwelt verschandelnde Kunsteisbahnen unterhalten wie sonst nirgends auf der Welt, neuerdings wurde mit Steuermitteln in Oberhof gar eine Skilanglaufhalle errichtet. Ziemlich irre, das. Die Sinnfrage sollte man eher nicht stellen.</p>
<p>Einfältige Gemüter leiten nun aber gerade aus dieser Schwäche der Deutschen für derlei deutsche Übungen (etwa Schießen und Weglaufen, vulgo: Biathlon) exorbitante Olympiachancen ab. Einfältige Geister haben auch aus einer eher mangelhaft organisierten und schlecht besuchten Biathlon-WM vergangenen Winter in Pyeongchang abgeleitet, dass Münchens Olympiachancen gestiegen seien. Nun ja, derartige Gedankensprünge sind nicht ganz richtig, aber im Grunde doch grundfalsch. Will sagen: Wir bewegen uns auf dem Feld der internationalen Sportpolitik. Es empfiehlt sich, eher nicht von auf Sachargumenten basierenden Entscheidungen auszugehen.</p>
<p>Von Sachargumenten geleitet und mit sachdienlichen Informationen gespickt sollte allerdings in einem demokratischen Gemeinwesen eine Olympiabewerbung immer sein. Ich verweise gern noch einmal darauf, dass deutsche Bewerbungen dagegen seit Jahrzehnten an Intransparenz laborieren, an chronischer Intransparenz, wenn es um Finanzierungsfragen geht. Die Basis-Lüge war stets: eine Bewerbung würde &#8220;privat finanziert&#8221;. An den Beispielen <a title="Berlin 2000" href="http://jensweinreich.de/?p=177" target="_self">Berlin 2000</a> und <a title="tag: Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipzig 2012</a>, zuvor auch Berchtesgaden, hat man gesehen, dass es sich tatsächlich immer etwas anders verhielt. Der &#8220;private&#8221; Anteil an den Bewerbungskosten war verschwindend gering, wurde teilweise in Sachleistungen erbracht, hat den so genannten Sponsoren oft mehr direkte Aufträge eingebracht, als ins &#8220;Sponsoring&#8221; investiert werden musste. Vor allem: Die wahren Kosten wurden den Steuerzahlern stets verschleiert, verheimlicht, Einblicke in Unterlagen verwehrt &#8211; und wenn es kritisch wurde, Staatsanwaltschaften vorsichtig &#8220;ermittelten&#8221;, sich Rechnungshöfe interessierten und parlamentarische &#8220;Untersuchungskommissionen&#8221; notgedrungen aktiv werden mussten (nach journalistischen Recherchen), dann arbeiteten die Reißwölfe auf Hochtouren. Reißwölfe und Aktenschredder füttern &#8211; auch das ist eine olympische Disziplin. Ich empfehle das Buch: &#8220;<a title="Operation 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Operation 2012, Leipzigs deutscher Olympiatrip</a>&#8220;.</p>
<p>Und, ja, all die Unterlagen, die interessant sind aus den letzten Jahren (Berchtesgaden, Berlin, Leipzig), werde ich bis zur Entscheidung des IOC im Sommer 2011 in Durban hier selbstverständlich aufbereiten. Ich meine, wozu habe ich das Zeug denn gesammelt und so lange aufbewahrt. Wir wollen doch alle Spaß daran haben und etwas genauer erfahren, wie so etwas läuft.</p>
<ul>
<li>An alle, die noch Informationen aus Berchtesgaden, Berlin und Leipzig haben, an alle, die Informationen über die Olympiabewerbung Münchens los werden wollen: <strong>Jede Zuschrift wird selbstverständlich vertraulich behandelt. Jedes Dokument wird sorgfältig geprüft und vor einer eventuellen Veröffentlichung so bearbeitet, dass keine Rückschlüsse auf den Informanten/Whistleblower möglich sind.</strong></li>
</ul>
<p>Ich darf das mal in eigener Sache sagen, bin ja hier der Hausherr: Tiefensee &amp; Co würden noch heute viel dafür geben, dürften sie erfahren, wer meine Informanten waren, die mich während der Leipziger Olympiabewerbung 2003/2004 in die Lage versetzten, mit etlichen Exklusivgeschichten das Tempo zu bestimmen, <a title="Wächterpreis 2005" href="http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=1&amp;NAVZU_ID=16&amp;STORY_ID=5" target="_blank">phasenweise Transparenz herzustellen</a> und die Bewerbung dadurch fast zu stoppen. Ja, noch so eine deutsche Konstante: Transparenz ist keine olympische Disziplin.</p>
<p><span id="more-5584"></span>Auszug aus einem Protokoll des Leipziger Olympia-Aufsichtsrats im Herbst 2003:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5593" title="ar-leipzig-2012" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ar-leipzig-2012.jpg" alt="" width="500" height="83" /></p>
<p>Ich will jetzt gar nicht groß auf die <a title="tag: Finanzierung von Mega-Events" href="http://jensweinreich.de/?cat=692" target="_self">allgegenwärtige Finanzierungsfrage</a> eingehen, habe <a title="tag: Was vom Tage übrig bleibt (45) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5246" target="_self">gestern</a> erst darauf hingewiesen und einiges verlinkt. Ich bin allerdings gespannt, ob München/Freistaat Bayern/DOSB wenigstens pünktlich die Candidature Acceptance Fee von 150.000 US-Dollar aufbringen. Bitte rechtzeitig überweisen!</p>
<p>Nur ganz kurz ein <a title="dpa-Meldung vom 15. Oktober 2009" href="http://www.kreiszeitung.de/sport/mehr-sport/muenchen-gespannt-bewirbt-sich-2018-493444.html" target="_blank">Zitat</a> aus einem Beitrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von gestern, das sehr schön illustriert, wie Journalisten und Olympiabewerber ticken:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Ärgerlich für die Münchner Olympia-Macher, dass kurzfristig die Finanzierung wieder in den Mittelpunkt rückte. Die Bewerbungskosten in Höhe von 30 Millionen Euro sollen ausschließlich über private Sponsoren generiert werden. In der Vorwoche bestätigte die Bewerbungsgesellschaft, ein öffentliches Darlehen in Höhe von einer Million Euro in Anspruch genommen zu haben. Gezwungenermaßen &#8211; denn bereits zugesagte Gelder von Sponsoren waren ausgeblieben.</p>
<p>Dies sei auch ein Resultat der Weltwirtschaftskrise, sagte Adam: &#8220;Es ist nicht mehr so einfach, an private Gelder zu kommen.&#8221; Allein die Bewerbung um Olympische Spiele sei aber derart lohnenswert für München, &#8220;dass es zunächst einmal zweitrangig ist, woher die Finanzierung kommt.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Ich spare mir eine Grundsatzdebatte, möchte vorerst bloß anmerken, mit Wirtschaftskrise hat das weniger zu tun, denn eine weitere deutsche olympische Konstante lautet doch: Unternehmen sind nicht so blöd, Geld in ein Projekt zu stecken, von dem sie wissen, dass die öffentliche Hand ohnehin geschröpft wird und Politiker bereit sind, alles zu unternehmen, um auf legalem und halblegalen Wege (siehe Berlin, siehe Leipzig) an Steuermittel zu gelangen.</p>
<p>Das Thema wird uns noch lange beschäftigen.</p>
<p>Nun aber, <strong><span style="color: #000000;">meine erste Hochrechnung</span></strong>, am Tag 1 des offiziellen Wettbewerbs, 629 Tage vor der Entscheidung:</p>
<ol>
<li><strong><a title="tag: Pyeongchang 2018" href="http://jensweinreich.de/?cat=1414" target="_self">PYEONGCHANG</a></strong></li>
<li>Pyeongchang</li>
<li>Pyeongchang</li>
<li>München</li>
<li>Annecy</li>
</ol>
<p>Die Ausgangslage für Pyeongchang habe ich <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">schon einmal erläutert</a>. Nach der Entscheidung <a title="tag: Rio 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Rio 2016</a> hat sich aus meiner Sicht nur dies geändert:</p>
<ul>
<li>Es hätte schlimmer kommen können für München &#8211; wenn Madrid Olympiastadt geworden wäre.</li>
<li>Es hätte schlimm kommen können für Pyeongchang &#8211; wenn Tokio Olympiastadt geworden wäre.</li>
</ul>
<p>So aber bleibt die Lage im Prinzip unverändert. Nach dem Gesetz der asiatischen Serie ist Pyeongchang (gegen Vancouver für 2010 und Sotschi für 2014 zweimal knapp unterlegen) nun 2018 dran: <a title="tag: Seoul 1988" href="http://jensweinreich.de/?cat=209" target="_self">Seoul 1988</a>, Nagano 1998, <a title="tag: Peking 2008" href="http://jensweinreich.de/?cat=91" target="_self">Peking 2008</a>. Dafür spricht auch die Argumentation des IOC nach der Entscheidung für Rio de Janeiro: Rio habe 2004, als man im Wettbewerb für 2012 in der Vorrunde rausflog (wie Leipzig) gut zugehört und alle Schwächen abgestellt. Man muss das natürlich nicht glauben, nur: Was soll man den Koreanern erzählen, die zweimal knapp unterlagen, weitere Millionen investierten, dem IOC sämtliche Wünsche erfüllen und wieder antreten?</p>
<p>Okay, ist ein Argument: Irgendwas kann man ihnen immer erzählen. Natürlich.</p>
<p>Weil der Text nun doch schon so lang geworden ist, halte ich mich mit meiner Einschätzung einiger Stärken und Schwächen, Plus- und Minuspunkte der Bewerber zurück. Ausführliche Begründungen (sofern nicht längst geschehen) gibt es später. Manches muss man nicht groß begründen, weil es offensichtlich ist und/oder weil hier ja versierte Sportpolitiker lesen und diskutieren :) Anderes erwähne ich aus rechtlichen Gründen lieber nicht. Weiteres, Umweltkonzepte etc., spielt vorerst keine Rolle. Womit ich robust das Thema Bündnis 90/Die Grünen umschiffe, wo außer der Stadtrat-Fraktion in München, eigentlich alle anderen bayerischen Gremien gegen die Bewerbung sind, wenn ich das recht durchschaue.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">1, 2, 3) PYEONGCHANG</span></strong></p>
<p><strong>Plus:</strong></p>
<ul>
<li>Zwei Niederlagen gegen Vancouver und Sotschi.</li>
<li>Geld ist kein Thema.</li>
<li>Koreas Chaebols.</li>
<li>Ausdauer.</li>
<li>Eifer.</li>
<li>Ungesättigter Wintersportmarkt.</li>
<li>Koreas korrupte IOC-Mitglieder, sofern nicht längst rausgeschmissen.</li>
<li>Sie wissen inzwischen, was Biathlon ist.</li>
</ul>
<p><strong>Minus:</strong></p>
<ul>
<li>Pyeongchang ist nicht Rio &#8211; und einkaufen können IOC-Gattinnen anderswo ohnehin besser.</li>
<li>Koreas korrupte IOC-Mitglieder, sofern nicht längst rausgeschmissen.</li>
<li>Keine Wintersportnation, aber es geht ja um neue Märkte.</li>
</ul>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">4) MÜNCHEN</span></strong></p>
<p><strong>Plus:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn Thomas Bach (UDIOCM/DOSB/FDP) seinen IOC-Kollegen sagen würde: <em>Freunde, wählt im Juli 2011 München und vergesst meine Kandidatur für die IOC-Präsidentschaft im Jahr 2013. Ich bin Patriot, eine deutsche Olympiastadt ist mir wichtiger als meine Karriere.</em></li>
<li>International war der deutsche Sport seit Jahrzehnten nicht so straff, zentralistisch und professionell aufgestellt wie derzeit unter dem Dach des DOSB. Dieses &#8220;Mit-einer-Stimme-sprechen&#8221; in der Sport-Außenpolitik muss man nicht gut finden, es entspricht nicht unbedingt demokratischen Usancen. Andererseits: Die Vorarbeiten sind beachtlich.</li>
<li>Wintersportnation Deutschland.</li>
</ul>
<p><strong>Minus:</strong></p>
<ul>
<li>Pyeongchang ist einfach dran.</li>
<li>Europa hat andere Pläne &#8211; für 2020.</li>
<li>Wenn Thomas Bach (UDIOCM/DOSB/FDP) seinen IOC-Kollegen sagen würde: <em>Freunde, vergesst im Juli 2011 München, aber wählt mich zwei Jahre später zum IOC-Präsidenten. Ich bin zwar Patriot, aber ich weiß, dass ich nicht alles haben kann, und eine deutsche Olympiastadt ist mir nun mal weniger wichtig als meine Karriere.</em></li>
<li>Mangelnde Unterstützung der Wirtschaft.</li>
<li>Der Siemens-Skandal.</li>
<li>Fehlendes Finanzierungskonzept, Intransparenz in Finanzfragen.</li>
<li>Gesättigter Wintersportmarkt.</li>
<li>Traditionell: Misstrauen in Führungsgremien. Auch wenn alle offiziell etwas anderes erzählen.</li>
</ul>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>5) ANNECY</strong></span></p>
<p><strong>Plus:</strong></p>
<ul>
<li>?</li>
<li>?</li>
<li>?</li>
</ul>
<p><strong>Minus:</strong></p>
<ul>
<li>Paris 2020?</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>45</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Akklamation? Nein. Jacques Rogge lässt sich zum IOC-Präsidenten wählen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 07:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[golf]]></category>
		<category><![CDATA[gunilla lindberg]]></category>
		<category><![CDATA[hassan moustafa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[kipchoge keino]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[olympisches programm]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[rugby]]></category>
		<category><![CDATA[scheich al-sabah]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[waca]]></category>
		<category><![CDATA[welt-anti-korruptions-agentur]]></category>
		<category><![CDATA[willem alexander]]></category>
		<category><![CDATA[ethik-kommission]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[olympic congress]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[wahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5541</guid>
		<description><![CDATA[Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach (Zweiter von links/Screenshot IOC-TV) hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wäre, wenn einer &#8211; er zum Beispiel &#8211; gegen den Alleinkandidaten angetreten wäre: IOC-Präsident Jacques Rogge mochte seine zweite Amtszeit nicht per Akklamation antreten. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5542" title="IOC-Präsidentenwahl 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/bach-unterschrift.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach (Zweiter von links/<em>Screenshot IOC-TV</em>) hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wäre, wenn einer &#8211; er zum Beispiel &#8211; gegen den Alleinkandidaten angetreten wäre:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5543" title="Wahlergebnis Jacques Rogge" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/vote-rogge.jpg" alt="" width="500" height="553" /></p>
<p>IOC-Präsident Jacques Rogge mochte seine zweite Amtszeit nicht per Akklamation antreten. Er bestand auf einer Abstimmung. Und so wird er, der im Juli 2001 am 81. Geburtstag seines Vorgängers Samaranch zum ersten Mal gewählt wurde, nun bis 2013 als IOC-Chef amtieren.</p>
<p>Der alte Präsident Samaranch (l.), der Amtsinhaber (r.) und derjenige, der gern auf den Thron will und nicht die schlechtesten Chancen hat:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5544" title="Samaranch, Bach, Rogge" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jas-bach-rogge.jpg" alt="" width="500" height="331" /></p>
<p>Es wird weiter gewählt im IOC.</p>
<p>Das nenne ich übrigens mal ein klare Antwort auf die Frage, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht!</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Kip Keino hat sich auch noch geäußert:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg kam heute übrigens zu spät zur Präsidialwahl. Er entschuldigte sich öffentlich, sagte, er sei gestern zu früh verschwunden, weshalb er nicht mitbekommen habe, dass es heute schon um 8.30 Uhr beginnt und nicht erst um 9 Uhr wie an den anderen Tagen. Er kam erst, als Rogge schon bestätigt war. &#8220;Der Präsident hätte meine Stimme bekommen&#8221;, sagte Willem-Alexander. Peinlich zwar, die Nummer, aber er steht zu seinen kleinen Schwächen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5550" title="Prince of Orange" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/willem-tv.jpg" alt="" width="500" height="279" /></p>
<p>Und hier, nur so, zwei Kameraden, die doch ebenfalls als Stammgäste bezeichnet werden können in diesem Theater: <a title="tag: Hassan Moustafa" href="http://jensweinreich.de/?cat=258" target="_self">Hassan Moustafa</a>und sein Boss <a title="tag: Scheich Al-Sabah" href="Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg. Danke." target="_self">Scheich Al-Sabah</a>. Bestimmt haben sie die Raucherpause genutzt, um über Ethikfragen zu debattieren:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5551" title="Hassan Moustafa, Scheich Al-Sabah" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/hassan-al-sabah.jpg" alt="" width="500" height="326" /></p>
<p><strong>11.48 Uhr:</strong> Das <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://jensweinreich.de/?cat=1529" target="_self">Programm</a> für die Olympischen Sommerspiele in <a title="tag: Rio de Janeiro 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Rio 2016</a> steht (fast). Zunächst galt es, diese Frage zu beantworten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5553" title="Sportarten 2016" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sportarten.jpg" alt="" width="500" height="366" /></p>
<p>Ergebnis: 85 Ja-Stimmen &#8211; 8 Nein-Stimmen. Nun wird noch über Golf und Siebener-Rugby abgestimmt. Zuvor aber präsentieren sich beide ein letztes Mal. Jeder darf 20 Minuten. Golf beginnt.</p>
<p>Oh Gott, <a title="Ekstra Bladet" href="http://ekstrabladet.dk/sport/anden_sport/anden_sport/article1236555.ece" target="_blank">Ekstra Bladet</a> begrüt das neue IOC-Mitglied, den dänischen Kronprinzen Frederik.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5555" title="Ekstra Bladet" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ekstra-bladet-frederik.gif" alt="" width="500" height="304" /></p>
<p><strong>13.43 Uhr:</strong> GOLF und RUGBY-seven sind olympisch. Golf mit 63:27 Stimmen. Die Rugby-Variante mit sieben Spielern kommt mit 81:8 Stimmen durch.</p>
<p>to be continued</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>27</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hör-Befehl! Interview mit einem Friedensnobelpreisträger in spe</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/04/hor-befehl/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/04/hor-befehl/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 13:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[friedensnobelpreis]]></category>
		<category><![CDATA[fußball-wm]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[herbert fischer-solms]]></category>
		<category><![CDATA[programmvorschau]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5444</guid>
		<description><![CDATA[Heute Abend, Deutschlandfunk, 23.30 Uhr, Joseph Blatter befragt von Herbert Fischer-Solms und dem Hausherrn: :]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="540" height="400" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/iTGAceEyPEY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="540" height="400" src="http://www.youtube.com/v/iTGAceEyPEY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<ul>
<li>Heute Abend, <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>, <strong>23.30 Uhr</strong>, <a title="tag: Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?cat=5" target="_self">Joseph Blatter</a> befragt von Herbert Fischer-Solms und dem Hausherrn:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/10/04/dlf_20091004_2330_d3c9e022.mp3" target="_self">:</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/04/hor-befehl/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/10/04/dlf_20091004_2330_d3c9e022.mp3" length="12139520" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>The day after, Olympic Congress: IOC sperrt Journalisten aus*</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/the-day-after-olympic-congress/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/the-day-after-olympic-congress/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 08:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[frankie fredericks]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[blutdoping]]></category>
		<category><![CDATA[caster semenya]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2006]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[ekstra bladet]]></category>
		<category><![CDATA[haya von jordanien]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lars jorgensen]]></category>
		<category><![CDATA[lars werge]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2006]]></category>
		<category><![CDATA[manuela di centa]]></category>
		<category><![CDATA[olympic congress]]></category>
		<category><![CDATA[play the game]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2006]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2006]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5399</guid>
		<description><![CDATA[Rios Olympiagastgeber, Bewerber sind sie ja nicht mehr, haben eine hübsche Weltkarte der neuen olympischen Ordnung erstellt: 10.05 Uhr: Moin. Das Bella Center hat sich geleert. Mehr als 1000 Reporter, die gestern nur wegen Obama und der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2016 gekommen waren, sind längst wieder verschwunden. Für das olympische Tagesgeschäft interessieren sich weltweit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rios <a title="tag: Rio de Janeiro 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Olympiagastgeber</a>, Bewerber sind sie ja nicht mehr, haben eine hübsche Weltkarte der neuen olympischen Ordnung erstellt:</p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-5417" title="rio2016map-kl" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/rio2016map-kl.jpg" alt="" width="500" height="281" /></strong></p>
<p><strong>10.05 Uhr:</strong> Moin. Das Bella Center hat sich geleert. Mehr als 1000 Reporter, die gestern nur wegen Obama und der Vergabe der <strong><a title="tag: Sommerspiele 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1081" target="_self">Olympischen Sommerspiele 2016</a></strong> gekommen waren, sind längst wieder verschwunden. Für das olympische Tagesgeschäft interessieren sich weltweit nur wenige Dutzend Journalisten. Immerhin einige mehr, als gewöhnlich die Sitzungen des IOC-Exekutivkomitees, der FIFA-Führung und anderer wichtiger Weltverbände verfolgen. Aber doch eine erschreckend kleine Zahl. <em>(Ich werde übrigens bis zum Ende des zweiten Teils der IOC-Session, die sich dem Kongress anschließt, also bis 9. Oktober, hier bleiben und dauerbloggen.)</em></p>
<p><strong>Absurd wird es, dass diesen Journalisten (zumindest dem Fußvolk, nicht etwa allen Mitgliedern der <a title="IOC Press Commission" href="http://www.olympic.org/en/content/The-IOC/Commissions/Press/" target="_blank">IOC-Pressekommission</a> oder den Topleuten der </strong><a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self"><strong>Olympic Journalists Association</strong></a><strong>) der Zugang zum Kongress verwehrt wird. Wir dürfen nur Fernsehen schauen und ab und zu in die Mixed Zone rennen. Das nennt sich Kommunikation im 21. Jahrhundert.</strong></p>
<p>Unter Samaranch, beim bislang letzten Olympischen Kongress 1994 in Paris, durfte man sich noch frei bewegen. Erst recht natürlich beim wichtigsten Olympischen Kongress der vergangenen hundert Jahre: dem 1981 in Baden-Baden (sagt der altgediente Fahrensmann neben mir).</p>
<p>Also kann ich nur wiedergeben, was ich über Kopfhörer wahrnehme. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat Frankie Fredericks aus Namibia, den ich seit Jahren vergeblich zum Interview überreden will (oder wenigstens zu einem Gespräch unter Männern, einfach so, um ihn besser kennenzulernen), der seit Jahren freundlich ausweicht und den ich deshalb nicht wirklich mehr ernst nehmen kann, hat dieser Frankie Fredericks, der mehrfache Olympiamedaillengewinner im Sprint, also gefordert, Betrüger müssten lebenslang gesperrt werden.</p>
<p>Beifall habe ich dafür nicht vernommen. Wäre auch blöd, denn würde Fredericks&#8217; Forderung umgesetzt, hätte bis auf winzige Ausnahmen der komplette Saal evakuiert werden müssen.</p>
<p><strong>11.35 Uhr:</strong> Zweites Frühstück für die Auserlesenen im Kongress. Am Tisch hinter mir hält Kronprinz Willem Alexander Hof und beantwortet Fragen holländischer Journalisten. Seine drei Bodyguards halten sich gepflegt zurück, in fünfzehn Metern Entfernung.</p>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> Wenn der Kollege neben mir richtig hingehört hat, dann hat Prinzessin <a title="Official Website of Princess Haya" href="http://www.princesshaya.net/" target="_blank">Haya von Jordanien</a> - Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, Gemahlin eines dopenden Reiters, der gleichzeitig Herrscher von Dubai ist &#8211; eben gefordert, jeder Trainer, der im kommenden Jahr zu den <a title="tag: Olympische Jugendspiele" href="http://jensweinreich.de/?s=jugendspiele" target="_blank">Olympischen Jugendspielen</a> in Singapur kommt, müsse überprüft werden bzw. es müsse sichergestellt werden, dass es sich nicht um &#8220;Kinderschänder&#8221; handelt. Der Kollege neben mir, der mir über die Schulter schaut, ist beleidigt: &#8220;Von wegen richtig hingehört&#8221;, sagt er: &#8220;Haya hat das dreimal gesagt und richtig insisiert!&#8221;</p>
<p>Diskutiert wurde u.a. auch über <a title="tag: Caster Semenya" href="http://jensweinreich.de/?s=semenya" target="_blank">Caster Semenya</a>. Arne Ljungqvist sagte, man dürfe nichts verallgemeinern, er wolle keinen Einzelfall diskutieren. Das IOC habe einige solcher Fälle bei Olympischen Spielen gehabt &#8211; und alle vertraulich behandelt.</p>
<p><strong>13.19 Uhr:</strong> Blöde Sache, dies: Der Vorsitzende eines Panels gibt die letzte Frage an &#8220;den Gentleman dort hinten&#8221;. Er meint: <a title="Manuela di Centa Webseite" href="http://www.manueladicenta.it/sportENG.htm" target="_blank">Manuela di Centa</a>. Olympiasiegerin, ehemaliges IOC-Mitglied und stets des Blutdopings verdächtigt.</p>
<p><strong>14.58 Uhr:</strong> Hatte gerade lange Diskussionen mit Kollegen aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Holland, der Schweiz und Italien. Sie alle finden die Restriktionen des IOC empörend und wollen kollektiv protestieren. Einige Reporter, etwa Alain Lunzenfichter, Präsident der <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">OJA</a>, der die offizielle Biografie von Jacques Rogge geschrieben hat, sind zugelassen. Gianni Merlo, Präsident der <a title="AIPS Webseite" href="http://www.aipsmedia.com/index.php" target="_blank">International Sports Press Association</a> (AIPS), versucht sich einzusetzen, kann aber keinen IOC-Offiziellen erreichen &#8211; schon gar nicht Kommunikationsdirektor <a title="Olympias Programmreform" href="http://jensweinreich.de/?p=3994" target="_self">Mark Adams</a>, der selten ans Handy geht und für kaum jemanden erreichbar ist, wie mir etliche Kollegen berichten.</p>
<p><strong>15.50 Uhr:</strong> Dazu noch einige Links:</p>
<ul>
<li>Lars Werge zum Problem auf Dänisch in <a title="Ekstrabladet" href="http://ekstrabladet.dk/sport/anden_sport/anden_sport/article1233369.ece" target="_blank">Ekstra Bladet</a> und auf <a title="Lars Werge: IOC sperrt Journalisten aus" href="http://www.facebook.com/home.php?ref=home#/note.php?note_id=143156174709&amp;ref=nf" target="_blank">Facebook</a></li>
<li><span style="color: #000000;">Lars Jørgensen auf der <strong>Play the Game</strong> Website: &#8220;<a title="PTG: Ring of security aroung IOC in Copenhagen" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/ring-of-security-around-ioc-in-copenhagen-4537.html" target="_self">Ring of security around IOC in Copenhagen</a>&#8221; und &#8220;<a title="PTG: Limited media access to the IOC hotel in Copenhagen" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/limited-media-access-to-the-ioc-hotel-in-copenhagen-4535.html" target="_blank">Limited media access to the IOC hotel in Copenhagen</a>&#8220;</span></li>
</ul>
<p><strong>15.56 Uhr:</strong> Noch zwei Punkte, die ich bisher glatt vergessen habe:</p>
<ul>
<li>Journalisten erhalten keine Kongress-Unterlagen</li>
<li>Eine Übersicht der Redner gibt es nicht</li>
<li>Verschriftete Reden wie etwa des UN-Generalsekretärs gibt es ebenfalls nicht</li>
</ul>
<p><strong>16.32 Uhr:</strong> Mark Adams antwortet etwas schnippisch auf meine Fragen. Ich fragte:</p>
<ul>
<li>Why are journalists not allowed to attend the Congress?</li>
<li>Why are journalists not allowed to have full access?</li>
<li>Why do journalists not even get the Congress Documentation?</li>
<li>By the way: Journalists do not even get the written speech of the UN General Secretary. They do not even get information about the detailed schedule and all speakers at the Congress.</li>
</ul>
<p>Er antwortete:</p>
<blockquote><p>On the access question &#8211; the rules were made like that I think when we had 2000 journalists in attendance &#8211; I realize that has changed now and I&#8217;m working on at least allowing some access.</p>
<p>As for documentation &#8211; please let me know what it is you are missing and I will try to provide it.</p>
<p>You can appreciate that logistics at such events are always a little fraught!</p></blockquote>
<p><strong>16.45 Uhr:</strong> Plötzlich haben einige Kollegen ein mindgrünes Armband erhalten, dass Zugang zur Pausenzone der Delegierten erlaubt, nicht aber zum eigentlichen Kongress. Nachdem mir eine Mitarbeiterin zweimal sagte, ich stehe nicht auf der Liste, steht mein Name plötzlich doch auf einer Zugangs-Liste. Ich erhielt ein Armband, finde aber, das ist nicht genug: Zugang sollte jeder Berichterstatter haben, und zwar vollen Zugang. Einige Kollegen neben mir, u. a. Deutschlandfunk, Süddeutsche Zeitung und Sportinformationsdienst, haben noch kein, nun ja: Armband.</p>
<p><strong>* 16.56 Uhr:</strong> Ich überlege, ob ich die Überschrift des Eintrags jetzt, da neben mir ein Armband liegt, ändert sollte. Bisher steht dort &#8221;IOC sperrt Journalisten aus&#8221;. Ich wollte das ändern in &#8220;IOC sondiert Journalisten aus&#8221;. Aber ich finde ebenso wie einige Kollegen: So lange nicht jeder aus der überschaubaren Zahl der Berichterstatter vollen Zugang hat, kann die Überschrift stehen bleiben. Gerade fragen mich Kollegen aus Holland, was es mit dem Armband auf sich hat. Sie wissen von nichts. Und sie sind ebenfalls langjährige IOC-Berichterstatter.</p>
<p><strong>17.54 Uhr:</strong> Vom den oben geschilderten chinesischen IOC-Bedingungen mal abgesehen. Derzeit laufen drei Panels gleichzeitig mit einigen meiner Lieblingsfunktionären: Blatter/Gosper &#8211; Pound/Pescante &#8211; Smirnow/Verbruggen/Willem Alexander. In eines der Panels zu gehen, ist mir untersagt. Leider habe ich nur zwei Laptops dabei, um auf dem einen ein Panel laufen zu lassen und mit der TV-Karte aufzunehmen, und auf dem anderen ein anderes Panel rudimentär zu verfolgen. Ich switche immer mal zwischen den Panels, womit gewährleistet sein sollte, wie beim Lotto, dass ich keinen Hauptgewinn lande und garantiert das Wichtigste verpasse. All die bahnbrechenden Initiativen, grandiosen Ideen und umwälzenden Beschlüsse.</p>
<p>Nein, jetzt ganz ernsthaft: Es ist eine Schande, dass dieser Kongress, der erste seit 15 Jahren!, auf drei Tage gequetscht wird, von den Zugangsrestriktionen, für die die dänischen Gastgeber nicht verantwortlich sind, ganz abgesehen.</p>
<p>Dieser Kongress hätte meinetwegen auf vier oder fünf Tage verteilt werden sollen, wenn die Themen wirklich so wichtig sind. Dann hätte man alle Themen, vielleicht auch die, die rausgelassen werden, ansprechen können und &#8211; dies mal eine Überlegung für die PR-Abteilung des IOC, obgleich das nicht meine Aufgabe ist &#8211; hätte überdies eine weit umfangreichere Berichterstattung weltweit garantiert. Ich meine: Welchen Sinn macht dieser Ablauf? Ein Kongress am Tag nach dem 2016-Beschluss, der weltweit nachgearbeitet wird und die Schlagzeilen bestimmt. Ein Kongress am Wochenende, wo weltweit der Ligensport dominiert in den Medien, wo also kaum Platz ist für diese wirklich interessanten und wichtigen Themen (unabhängig davon, s. o., dass ich viele extrem wichtige Themen vermisse). Das ist nicht nur eine ungeschickte, sondern dumm-fahrlässige Planung. Eine Planung, die möglicherweise vom Gedanken dominiert wird, dass man gar keine Berichterstattung wünscht, die zu tief geht?</p>
<p>to be continued</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/the-day-after-olympic-congress/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympiasieger Rio de Janeiro: das IOC-Wahlergebnis</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympiasieger-rio-de-janeiro-das-ioc-wahlergebnis/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympiasieger-rio-de-janeiro-das-ioc-wahlergebnis/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 17:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5389</guid>
		<description><![CDATA[Der Präsident schluchzt: Inzwischen hat sich Lula wieder gefangen und spricht, von Tränen und Schluchzen unterbrochen, auf der Sieger-Pressekonferenz. Vorher hat NOK-Präsident Carlos Nuzman die vergangenen vier Jahre minutiös Revue passieren lassen, aufgewühlt, bis Rogge ihm zuflüsterte: Lass Präsident Lula auch mal was sagen! Nach einer Weile reißt Lula den ersten Witz. Er sagt, Obama [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Präsident schluchzt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5395" title="Lula weint, Rio gewinnt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/lula-weint.jpg" alt="" width="500" height="362" /></p>
<p>Inzwischen hat sich Lula wieder gefangen und spricht, von Tränen und Schluchzen unterbrochen, auf der Sieger-Pressekonferenz. Vorher hat NOK-Präsident Carlos Nuzman die vergangenen vier Jahre minutiös Revue passieren lassen, aufgewühlt, bis Rogge ihm zuflüsterte: Lass Präsident Lula auch mal was sagen!</p>
<p>Nach einer Weile reißt Lula den ersten Witz. Er sagt, Obama und Zapatero seien seine guten Freunde, den japanischen Premier aber kenne er leider noch nicht so gut:</p>
<blockquote><p>Denn das Problem ist: In Japan sagst Du &#8220;guten Morgen&#8221; zum einen Premierminister &#8211; und &#8220;gute Nacht&#8221; zu dessen Nachfolger. Die wechseln da so oft.</p></blockquote>
<p>Den Host City Contract haben sie inzwischen unterschrieben. Der Deal ist unter Dach und Fach:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5396" title="host-city-contract" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/host-city-contract.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Hier sind die Protokolle der drei Wahlgänge. Für mich auf den ersten Blick am interessantesten, dass Madrid und der alte Samaranch eine konstante Stimmenzahl haben. Es sind jene Stimmen, von denen ich immer gesprochen habe.</p>
<p>Runde 1:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5390" title="Wahl 2016, Runde 1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/2016-1.jpg" alt="" width="500" height="618" /></p>
<p>Runde 2:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5391" title="Wahl 2016, Runde 2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/2016-2.jpg" alt="" width="500" height="581" /></p>
<p>Finale:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5392" title="Wahl 2016, Runde 3" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/2016-3.jpg" alt="" width="500" height="532" /></p>
<p>Mehr gibt&#8217;s hier, <a title="Spon: Wie sich Südamerika die Spiele sichern konnte" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,652963,00.html" target="_blank">mein Beitrag auf Spiegel-Online</a>.</p>
<p>Boa noite!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympiasieger-rio-de-janeiro-das-ioc-wahlergebnis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>25</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2016: Rio gewinnt, Ohrfeige für Obama</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 14:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[electronic voting system]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[nawal el moutawakel]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5372</guid>
		<description><![CDATA[Ich setze mit der Abstimmung fort. Die Präsentationen gibt es hier. Gerade hat IOC-Chef Jacques Rogge die Kollegen gemahnt: &#8220;Dont leave the room! This is not the end of the session by far. Please stay in the room!&#8221; Da wollten wohl einige ausbüchsen. Sie sollen aber nun Marokkos Sportministerin Nawal El Moutawakel lauschen, Chefin der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich setze mit der Abstimmung fort. Die Präsentationen <a title="Olympia 2016, die Präsentationen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5301" target="_self">gibt es hier</a>. Gerade hat IOC-Chef Jacques Rogge die Kollegen gemahnt:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Dont leave the room! This is not the end of the session by far. Please stay in the room!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Da wollten wohl einige ausbüchsen. Sie sollen aber nun Marokkos Sportministerin Nawal El Moutawakel lauschen, Chefin der Evaluierungskommission. Sie trägt also noch einmal ihre Papiere vor, die keine Rangfolge ermittelt und somit emotionale und politische Entscheidungen ausdrücklich forcieren.</p>
<p>Sie sagt u.a.:</p>
<blockquote><p>&#8220;Thank you for the privilege that you granted me!&#8221;</p></blockquote>
<p>Was mich irritiert: Bei der Sondersitzung im Juni lag den IOC-Mitgliedern der Evaluierungsbericht noch nicht vor. Er kam tatsächlich erst im September heraus. Der Bericht selbst hat, im Gegensatz zu früheren Berichten, kein Erstellungsdatum. Selbst Leute aus dem Circuit haben so getan, als liege der Bericht schon länger vor. Eine Widersprüchlichkeit mehr, ich fasse es nicht.</p>
<p>Kaffeepause im IOC. Um 16.50 Uhr dürfen nur die IOC-Mitglieder wieder in den Saal, nicht aber die Vertreter der Internationalen Verbände. Dann geht&#8217;s richtig los. Hier noch einmal die Abstimmung, die noch wenige Minuten geschaltet ist:</p>
<p>Kurz zum Procedere:</p>
<ul>
<li>Es entscheidet die absolute Mehrheit.</li>
<li>In jedem Wahlgang, bis diese Mehrheit hergestellt ist, fliegt die Stadt mit den wenigsten Stimmen raus.</li>
<li>Es gibt derzeit 106 IOC-Mitglieder, der Korruptionskönig <a title="tag: Kun Hee Lee" href="http://jensweinreich.de/?cat=1439" target="_blank">Kun Hee Lee</a> hat nur eingeschränkte Rechte. Also dürften nur 105 stimmen. Rogge wählt nie. Diallo und Koivu fehlen entschuldigt. Die Mitglieder, deren Nationen/Städte noch im Rennen sind, dürfen im ersten Wahlgang ebenfalls nicht wählen: DeFrantz, Easton (USA), Igaya, Okano (Japan), Hevelange, Nuzman (Brasilien), Samaranch Junior (Spanien).</li>
<li>Bleiben: 95 Stimmen in Wahlgang eins.</li>
<li>Zum Sieg benötigt man im ersten Wahlgang 48 Stimmen.</li>
</ul>
<p>Der formidabel-langweilige IOC-Generaldirektor Urs Lacotte schläfelt der Versammlung die Regularien vor. Zum Wahlsystem habe ich unlängst mal einen <a title="The IOC, the bidding race and the question of an democratic, free and secret voting system" href="http://jensweinreich.de/?p=4657" target="_self">englischen Beitrag</a> gedichtet.</p>
<p><strong>17.24 Uhr:</strong> Chicago ist draußen. Rogge stockte die Stimme.</p>
<p><strong>17.27 Uhr:</strong> Tokio draußen.</p>
<p><strong>17.32 Uhr:</strong> &#8220;The election is over&#8221;, sagt Rogge. Und er hat bald ein politisches Problem.</p>
<p>Ich frage mich, warum die Amis einen schwarzen, demokratischen Präsidenten haben. Das IOC hat jedenfalls nichts davon bemerkt und auch nichts goutiert. 2005 flog New York (mit Hillary) in der ersten Runde raus, wenn ich mich recht erinnere, diesmal Chicago (mit Barack).</p>
<p>Ich sag&#8217;s mal so: Rio und Madrid sind im Finale, also diejenigen, die ich zuletzt immer auf den Favoritenthron gehoben habe. Monatelang Madrid, seit kurzem Rio. Mir schien nur diese absolute Gewissheit, die hier verbreitet wird, in favour of Rio immer etwas verwegen. Ich kann es nicht recht begründen, nur mit einem sportpolitischen Gespür oder von mir aus mit Aberglauben. Das schien mir PLÖTZLICH alles zu klar. Wier werden sehen. Eins ist nur klar: Samaranch, Havelange, Latinofraktion. Die alte Garde &#8211; mit neuen Sprüchen (falls Rio gewinnt: Transformation! Weitsicht! Historisch! Lebensfreude!)</p>
<p>Habe doch gestern in Texten und heute im Blog nochmal erwähnt: 76 Mitglieder (mit Kun Hee Lee) kamen bis 2001 ins IOC &#8211; also in der Samaranch-Ära. Wobei Havelange noch zwei Jahre länger als Samaranch Mitglied ist. Was nur wichtig ist: 76 von 106 (wieder mit Kun Hee Lee gezählt).</p>
<p>Dieses IOC ist noch das IOC von Samaranch, nicht von Rogge. Denn, zum Beispiel, die ersten Sportler wie Roland Baar, die 1999 nach der &#8220;Reform&#8221; reinkamen, sind ja längst wieder verschwunden. Außer Bubka, dessen achtjährige Sportler-Mitgliedschaft verganges Jahr abgelaufen ist &#8211; er wurde von Rogge sofort zum persönlichen Mitglied gemacht. Und Bubka ist einer der alten Garde.</p>
<p>An die NBC-Kiste habe ich lange nicht mehr geglaubt und das kürzlich auch erwähnt. Spätestens seit Ebersol in Denver erzählt hat, dass er ganz gut auch mit Rio leben könne.</p>
<p>Noch ein Hinweis auf eine Frage, die ich kürzlich in den Kommentaren auftauchte, als ich Jean-Marie Weber in Kopenhagen mit Havelange erwähnte und mit Samaranch und meinen Handschlag mit dem IOC-Ehrenpräsidenten: Jean-Marie Weber berät und arbeitet für OCA (Scheich Ahmad Al-Sabah), die CAF (Issa Hayatou), die IAAF (Lamine Diack) und andere. Also unter anderem für die Asian Games, die Afrika-Meisterschaften im Fußball und die Leichtathletik-Vermarktung inkl. der Weltmeisterschaften. Ausgebucht.</p>
<p>Ach ja, das Ergebnis unserer kleinen Abstimmung:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Ich den Kommentaren werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich heute noch nicht auf diesen Beitrag verwiesen habe: &#8220;<a title="Wie sicher ist das Elektronische Wahlsystem des IOC?" href="http://jensweinreich.de/?p=4657" target="_self">The IOC, the bidding race and the question of a secret, democratic election</a>&#8220;. Stimmt. Und weil ja nun Samaranch und Havelange ganz vorn sind, spreche ich für diesen Beitrag einfach mal einen Lesebefehl aus. Die Frage lautet:</p>
<p><strong>Wie sicher, wie glaubwürdig ist das Elektronische Wahlsystem des IOC?</strong></p>
<p>Wenn ich schon dabei bin, es ist noch Zeit, den gesamten Text zu lesen, bis der Sieger verkündet wird:</p>
<blockquote><p>Several IOC members, talking to me under the condition of anonymity, have raised questions about the election system. They have criticized the so called Electronic Voting System (EVS) which was introduced by the IOC at the 111<sup>st</sup> Session in 2000 in Sydney. </p>
<p>“The principal reason for its introduction was to save time?, declares the IOC Press Office. “A manual round of voting and then counting of ballots took at least 30 minutes. Thus in a vote for the election of a Host City with 5 finalists, you could have up to 4 rounds of vote, thus over 2 hours of time.? </p>
<p>But, where is the problem? Is it inappropriate to spend “two hours of time? in a democratic election after an extensive and expensive worldwide competition?</p>
<p>I understand that there has been no official demand by IOC members so far to change the voting system in Copenhagen. But there has always been a discussion. </p>
<p>Do official IOC documents provide sufficient information about important Host City elections and give clear guidance?</p>
<p>Rule 34.3.2 of the <a title="The Olympic Charter" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_122.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Olympic Charter</span></a> only states:</p>
<p>“The election of the host city takes place after the Session has considered the report by the Evaluation Commission.? </p>
<p>In its “<a title="2016 Candidature Precedure and Questionnaire" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1318.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">2016 Candidature Procedure and Questionnaire</span></a>? the IOC administration declares:</p>
<p>1.1.12 Election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016</p>
<p><strong>The IOC members vote in secret ballot.</strong> The ballot will have as many rounds as necessary in order for one city to gain a majority of votes. After each round of voting, the city with the least number of votes is eliminated.</p>
<p>But what exactly is a secret ballot? </p>
<p>There seems to be a lack of definition in the Olympic Charter.</p>
<p>The two main questions are: </p>
<ol>
<li><strong>Is the Electronic Voting System (EVS) to be considered as a “secret ballot??</strong></li>
<li><strong>Is the EVS to be considered as a democratic election? </strong></li>
</ol>
<p>Within the European Union, and Denmark is part of the EU, it is being debated whether electronic voting systems are generally democratic or not.</p>
<p>With respect to the Electronic Voting System there is another irritating point:</p>
<p><strong>The IOC doesn’t make any difference between procedural decisions and important elections.</strong> “We use the same EVS system for all electronic votes. Of course some votes are taken by a show of hands?, declares the Press Office. </p>
<p>In comparison to the IOC practice the Fédération Internationale de Football Association (FIFA) prefers a fundamentally different approach. Nicolas Maingot, Head of FIFA’s Media Department explains: </p>
<p><strong>“First and foremost, it is essential to make the difference between decisions and elections. FIFA uses the Electronic Voting System for decisions, not for elections.?</strong></p>
<p>FIFA has established the EVS at its 55<sup>th</sup> Congress 2005 in Marrakech. “The EVS proved to be an efficient, reliable and tamper-proof tool to faster and easier conduct a voting at the FIFA Congress?, says Mr Maingot and repeats:</p>
<p>“The EVS is only a voting and not an election system. Elections are still conducted with traditional polling booths. Except for the cases when the FIFA President is elected by acclamation as decided by the 57<sup>th</sup> FIFA Congress in 2007.? </p>
<p><strong>What about the results of electronic elections?</strong> </p>
<p>“The results are archived at the IOC and stored indefinitely?, informs the IOC Press Department. “Nobody? is allowed to see the voting results by name (by IOC member), says the statement:</p>
<p><strong>“It is a secret ballot. With the system, it is impossible to know what each member voted for.?</strong></p>
<p>There is only one difference: “With respect to the vote on the inclusion of Sports in the Olympic programme a notary is involved with respect to the sealing and maintaining of the votes.? </p>
<p>In comparison, FIFA describes its storage system as follows: “Regarding EVS, the results are being stored in a safe within the Home of FIFA for the duration of usually ten years. Regarding elections, the ballot papers are kept by the notary public. He/she notarises the correct process of the election and keeps the relevant papers with him/her.? </p>
<p>To the question how many FIFA officials are allowed to see the voting results by name, Mr. Maingot replies: “In principle, all delegates are allowed to look at the detailed result if they wish to. This applies only to polls, not to elections which are secret.?</p>
<p>The IOC administration says: “The IOC is fully satisfied with the current situation. Note that we always have as a backup the manual voting system if the EVS was to fail or if sufficient members were to request for a manual vote.?</p>
<p>I understand that it is up to the IOC members to request a secret ballot with traditional polling booths at the Copenhagen Session.</p></blockquote>
<p>Natürlich hat kein IOC-Mitglied ein sauberes Verfahren verlangt. Auch nicht die, die das bestehende Verfahren mir gegenüber kritisiert haben. Das hätten Samaranch und Havelange ja bemerkt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>29</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2016, die Präsentationen: &#8220;Obama arrived&#8221;, &#8220;the world would be a better place&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 06:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[barack obama]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[albert von monaco]]></category>
		<category><![CDATA[alberto ruiz gallardon]]></category>
		<category><![CDATA[anita defrantz]]></category>
		<category><![CDATA[arne ljungqvist]]></category>
		<category><![CDATA[barbara swan]]></category>
		<category><![CDATA[bob ctvrtlik]]></category>
		<category><![CDATA[bryan clay]]></category>
		<category><![CDATA[carlos nuzman]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[doug arnot]]></category>
		<category><![CDATA[eduardo paes]]></category>
		<category><![CDATA[henrique mereilles]]></category>
		<category><![CDATA[ichiro kono]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[juan carlos]]></category>
		<category><![CDATA[larry probst]]></category>
		<category><![CDATA[mercedes coghen]]></category>
		<category><![CDATA[michelle obama]]></category>
		<category><![CDATA[pat ryan]]></category>
		<category><![CDATA[sergej bubka]]></category>
		<category><![CDATA[sergio cabral]]></category>
		<category><![CDATA[shintaro ishihara]]></category>
		<category><![CDATA[yukio hatoyama]]></category>
		<category><![CDATA[zapatero]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5301</guid>
		<description><![CDATA[(Der Server macht offenbar nicht so mit, es gibt Probleme bei der Darstellung der Seite, was auch daran liegen kann, dass die vielen Bilddateien zu groß sind. Ich mache einige Fotos kleiner oder nehme sie raus. Bei mir läuft es auf Firefox ordentlich, im Explorer fast gar nicht.) Setzen wir doch die Abstimmung fort &#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Der Server macht offenbar nicht so mit, es gibt Probleme bei der Darstellung der Seite, was auch daran liegen kann, dass die vielen Bilddateien zu groß sind. Ich mache einige Fotos kleiner oder nehme sie raus. Bei mir läuft es auf Firefox ordentlich, im Explorer fast gar nicht.)<br />
</em></p>
<p>Setzen wir doch die <a title="Olympia 2016: Einer wird gewinnen!" href="http://jensweinreich.de/?p=5286" target="_self">Abstimmung fort</a> &#8230;</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5304" title="Ankunft Obama CPH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/obama-cph.jpg" alt="" width="500" height="393" /></p>
<p>So Freunde, es ist soweit. &#8220;URGENT: OBAMA ARRIVED&#8221;, meldet AFP gerade. Wird aber auch Zeit. In einer halben Stunde beginnen die Präsentationen der Olympiabewerber für 2016. Das ist sein Plan heute:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5305" title="Obama CPH schedule" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/obama-schedule.jpg" alt="" width="500" height="409" /></p>
<p>Ich sitze im Bella Center und werde ein bisschen live mitbloggen bis heute Abend. Nebenbei läuft das Netbook und zeichnet die Aufnahmen des dänischen Fernsehen und der IOC-Veranstaltung auf. Ist also für alles gesorgt. Kaffee gibts auch. Viel Vergnügen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5302" title="1002075610dvb-tbella-center-ch1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/1002075610dvb-tbella-center-ch1.jpg" alt="" width="500" height="344" /></p>
<p><strong>8.48 Uhr:</strong> Chicago beginnt. Rogge hat nur zwei Sätze gesagt, das First Couple begrüßt. Ab gehts. Zunächst spricht Anita DeFrantz, die 2001 mal IOC-Präsidentin werden wollte. &#8220;Sweet home, Chicago&#8221;. Das übliche Video mit glücklichen Menschen, Rock und professionellen Super-Slomos. Der neue USOC-Präsident Larry Probst macht den Larry, er verbeugt sich verbal vor dem IOC und verspricht, <a title="tag: USOC" href="http://jensweinreich.de/?s=usoc" target="_self">sämtliche Geld-Diskussionen</a>, die die Szene seit langem bestimmen, aufzulösen. Er nennt keine Zahlen, spricht von einer &#8220;new foundation of friendship and trust&#8221;. Ob sie das glauben?</p>
<p>Bürgermeister Richard Daley, seit 20 Jahren im Amt (Weihnachten 2010 hätte er den Bürgermeister-Rekord von 21 Jahren seines Vaters geknackt) verspricht das Blaue vom Himmel. Aber:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Chicago machen wir nicht nur Versprechen. Wir handeln!&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>8.57 Uhr:</strong> Jetzt kommen die Kinder. Wie immer. Verschiedene Nationalitäten, bestimmt gleich auch verschiedene Sprachen.</p>
<p>Bewerberchef Pat Ryan bezeichnet IOC-Mitglieder als Volunteers, die die Welt besser machen wollen. Yep! So muss man reden. Das kommt an. Das wird erwartet.</p>
<p>Ich muss sagen: Sie machen das gut. Sie sind jetzt schon gut und für ihre Verhältnisse anrührend &#8211; dabei hat Barack noch gar nicht gesprochen. Der beste Auftritt von Chicago, den ich in diesem Jahr gesehen habe.</p>
<p>Ryan sagt den Olympiern: Shopping-Malls sind so gut wie in Paris, London und New York &#8211; und vor allem: nur einen Fußmarsch vom IOC-Hotel! &#8220;Bringt eure Kinder und Enkel mit!&#8221; Zum Einkaufen.</p>
<p>Bryan Clay, ein kluger Zehnkampf-Olympiasieger, spricht über Dopingkontrollen und seinen Tagesablauf.</p>
<p>Jetzt spricht Doug Arnot, einer der Architekten der Bewerbung, altgedienter Funktionär. Er beginnt in Französisch. Das ist wichtig. Es muss immer mal eine der anderen IOC-Sprachen benutzt werden. Gehört zum Regelwerk. Rogge hat bei seiner Begrüßung auf der Session gestern im Opernhaus Englisch begonnen, das letzte Drittel dann war Französisch. Oh, Arnot wechselt wieder die Language :)</p>
<p>Jetzt spricht der Mann, der es längst aufgegeben hat, sich darüber zu ärgern, dass fast jeder Journalist seinen Namen falsch schreibt: Volleyball-Olympiasieger und ehemaliger IOC-Athletensprecher Bob CTVRTLIK.</p>
<p>Oops, Google-Boss Eric Schmidt mit einer Video-Botschaft. Die olympische Bewegung ist modern! Das werden sie auch ab morgen beim Olympischen Kongress behaupten. CTVRTLIK: true partners, shoulder on shoulder with the olympic movement! Yep!</p>
<p><strong>9.20 Uhr:</strong> Michelle spricht. &#8220;I am honored to be here!&#8221; Sie erzählt, was sonst, ihre Geschichte als Chicago-Kid. &#8220;I am dreaming of an Olympic and Paralympic Games &#8230;&#8221;</p>
<blockquote><p><strong>I am asking you to choose Chicago. I am asking you to choose America. I am not asking as the First Lady. I am asking as a citizen of Chicago, as a daugther, as a mother &#8230;&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>My dad was my hero, sagt sie. Ihr aktueller Held kommt gleich. Dann stellt sie ihren husband vor.</p>
<p><strong>9.27 Uhr:</strong> Jetzt spricht er. Amerika is ready. Und erwähnt seinen Vater vom afrikanischen Kontinent, wie er sagt. Oops, war das jetzt ziemlich dämlich? Er sagt den IOC-Mitgliedern: Sie haben Michelle die letzten Tage kennengelernt, finden sie nicht auch, dass sie ein USP (unique selling point) für Chicago ist?</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We can make it. If we try! That is not only the american dream. That is the olympic spirit!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Im Pressezentrum ist es übrigens seit 9.27 Uhr mucksmäuschenstill.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5330" title="Barack Obama, IOC Session CPH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/obama-session2.jpg" alt="" width="500" height="380" /></p>
<p>Jetzt sagt er etwas, was in diesen Kreisen kaum jemand sagt: Niemand erwartet, dass Olympia alle Probleme löst. Und das war klar: Jetzt erwähnt er die Novembernacht 2008, in der Amerika den Glauben in die Demokratie wiedergewonnen habe.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I urge you to choose Chicago. I urge you to choose America!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><span id="more-5301"></span>Q &amp; A session. Es dürfen IOC-Mitglieder, IF-Präsidenten und NOK-Vertreter fragen. Keine Fragen vom IOC, nicht mal von Albert von Monaco, der eigentlich immer fragt. Doch, Sergej Bubka will was übers zusätzliche Olympische Dorf für Radsportler an der University of Wisconsin wissen.</p>
<p>Na klar, Albert. Er spricht blöderweise nicht ins Mikrofon, weshalb man kaum was versteht. Redet wohl über den Unterschied zwischen Behauptungen in Bewerberbuch und möglichen Änderungen, sollten sie die Spiele bekommen. Komische Frage. Macht doch jeder. Dass er es fragt, zeigt wohl, dass er Chicago nicht mag.</p>
<p>Wichtig übrigens: Man muss sich für jede Frage bedanken. Und für die weisen Ratschläge des IOC. Immer! Am besten man mach es so wie Bob CTVRTLIK. Der sagte:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Thank you, your Royal Highness! Thank you for this excellent question!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Arne Ljungqvist fragt nach der Möglichkeit, 2016 polizeiliche Ermittlungen in Dopingangelegenheiten zu führen und die Infos mit dem IOC zu teilen. Ryan: &#8220;The answer is absolutely yes.&#8221;</p>
<p>Obama beteiligt sich an der Diskussion. Verspricht volle Unterstützung von White House und State Department. Alle Besucher sollen sich wohl fühlen. Samih Moudallal aus Syrien hatte wohl Zweifel.</p>
<p>Rogge sagt das, was er immer sagt und überreicht ein Diplom: Sie können stolz sein auf das, was sie bisher erreicht haben &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5331" title="Jacques Rogge, Barack Obama" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/diplom-barack.jpg" alt="" width="500" height="377" /></p>
<p>Abmarsch First Couple. Händeschütteln. Wer in der ersten Reihe sitzt, wird von Barack und Michelle kurz begrüßt. In der Schnelle habe ich erkannt: Grüße an Prinzessin Anne, Phil Coles, Kevin Gosper, Joao Havelange, Witali Smirnow, Franco Carraro, Ivan Dibos, Prinz Albert, Anton Geesink, Ching-Kuo Wu und Walther Tröger.</p>
<p><strong>10.27 Uhr:</strong> Tokio. Aber erstmal die Olympische Hymne.</p>
<p>Die 15jährige Turnerin Resa Mishina sagt, dass sie kein Staatschef ist. Eine Spitze in Richtung Obama? Resa führt offenbar durch das Programm. Sie spricht über die Uweltprobleme der Menschheit, sogar über Doping. Wir wissen ja, Olympia kann <a title="FTD vom 30. September 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:olympia-2016-dabei-sein-reicht-gar-nicht/50016883.html?page=2" target="_self">all diese Probleme lösen</a> &#8211; <a title="Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen" href="http://jensweinreich.de/?p=5260" target="_self">die Retter der Welt</a>! Gemäß der Olympischen Charta, die ersten beiden &#8220;fundamentalen Prinzipien&#8221; lauten:</p>
<ul>
<li>Olympism is a philosophy of life, exalting and combining in a balanced whole the qualities of body, will and mind. Blending sport with culture and education, Olympism seeks to create a way of life based on the joy of effort, the educational value of good example and respect for universal fundamental ethical principles.</li>
<li>The goal of Olympism is to place sport at the service of the harmonious development of man, with a view to promoting a peaceful society concerned with the preservation of human dignity.</li>
</ul>
<p>&#8220;Make the world a better place&#8221;, sagt auch Premierminister Yukio Hatoyama.</p>
<p>Oops, nicht dass die jetzt Bilder aus Pearl Harbor zeigen.</p>
<p>Nein, zwar schwarz-weiß Aufnahmen, aber nicht aus World War II.</p>
<p>Tokios Gouverneur spricht von einem See-Forest und von neuen Spielen im 21. Jahrhundert. Dabei ist der Klimagipfel in Kopenhagen doch erst im Dezember. Haben die sich im Termin geirrt?</p>
<p>Nein, er kennt den Termin. Er erwähnt tatsächlich die Klimakonferenz. Die spinnen, die Japaner.</p>
<p>Na bitte. auch Bewerberchef Ichiro Kono wechselt vom Englischen ins Französische. Harte Übung, aber es muss sein. Er atmet kräftig durch und erhält Beifall. Er hat übrigens gerade ausführlich die finanziellen Garantien erwähnt, ein Thema, das die Amis elegant umschifften. Sprach den Premier direkt an, zudem hat Tokios Gouverneur einen Olympia-Fond von 4 Milliarden Dollar aufgelegt. Wo die nur das Geld her haben?</p>
<p><strong>11.06 Uhr:</strong> Bin ich ungerecht, wenn ich sage, dass ich diese Präsentation langweiliger und pathetischer finde, als die der Amerikaner? Es nervt.</p>
<p>Fragerunde. Wieder Arne Ljungqvist und Albert. Die Frage nach dem Fischmarkt habe ich nicht verstanden. Kono antwortet aber darauf. Ich vermute nicht, dass Albert gefragt hat, ob ich 2016 als Reporter in Tokio auch gutes Sushi bekommen würde. Das wäre garantiert. Nun gibt es das Diplom für den Gouverneur Shintaro Ishihara.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5342" title="Rogge Diplom Tokio Gouverneur" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/rogge-diplom-tokio.jpg" alt="" width="500" height="293" /></p>
<p>Pause. Um 12.05 Uhr kommt Rio, bitte vormerken. Bis dahin bleibt Zeit für Lektüre:</p>
<ul>
<li>Mein Dossier in der aktuellen Financial Times: &#8220;<a title="FTD vom 2. Oktober 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:agenda-olympischer-ringkampf/50018039.html" target="_blank">Olympischer Ringkampf</a>&#8220;</li>
<li>Mein Beitrag für Spiegel-Online: &#8220;<a title="SpOn vom 1. Oktober 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,652538,00.html" target="_blank">Möge der Dreistere gewinnen</a>&#8220;</li>
<li>Jörg Winterfeldt in der Welt: &#8220;<a title="Die Welt vom 2. Oktober 2009" href="http://www.welt.de/die-welt/sport/article4705693/Die-Obamas-laecheln-fuer-Olympia.html" target="_blank">Die Obamas lächeln für Olympia</a>&#8220;</li>
<li>Evi Simeoni in der FAZ: &#8220;<a title="FAZ vom 2. Oktober 2009" href="http://tinyurl.com/yjw6c2w" target="_blank">Obamas Liebeswerben</a>&#8220;</li>
<li>Auch nett: Rainer Seele über die Copyright-Frage der Olympischen Jugendspiele: &#8220;<a title="FAZ vom 2. Oktober 2009" href="http://tinyurl.com/ygc58dh" target="_blank">Wer hat&#8217;s erfunden?</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Wer hier lesen will, mein FTD-Text in Originallänge (kann mich nie an Vorgaben halten :) unredigiert:</p>
<blockquote><p>Es war eine kurze Nacht für Paulo Coelho. Seine Augen sind arg verquollen. „Ich kann noch keinen Gedanken fassen&#8221;, sagt er. Was tut man nicht alles, wenn die Heimat ruft. Coelho, der Bestsellerautor, hilft gern. Er war schon im vergangenen Jahr zugegen, als Brasilien vom Fußball-Weltverband (Fifa) die Weltmeisterschaft 2014 zugesprochen wurde. In Kopenhagen geht es nun um die Olympischen Spiele 2016, um die außer Rio de Janeiro noch Chicago, Tokio und Madrid buhlen.</p>
<p>Paulo Coelho trinkt seinen Kaffee im Stehen und verschlingt ein Croissant. Gleich muss er los ins Nimb-Hotel, wo Brasiliens Präsident Lula logiert. Coelho trifft dort die besseren Hälften von etwa 70 IOC-Mitgliedern. Er wird den Frauen viel erzählen über seine Heimat, über sein aufregendes Leben, weniger über die Bedeutung Olympischer Spiele für Brasilien. Wenn, dann wird er es elegant formulieren.</p>
<p>Coelhos Schriftsteller-Kollege Nelson Rodrigues hat das brasilianische Minderwertigkeitsgefühl einmal mit der Metapher vom Straßenköter beschrieben. „Der Brasilianer muss sich klar werden, dass er kein Straßenköter ist&#8221;, formulierte Rodrigues. Der Straßenköter &#8211; das steht für den mangelnden Glauben an sich selbst, für Erniedrigung, für mangelndes Selbstbewusstsein. „Straßenköter sein oder nicht sein, das ist die Frage.&#8221; Diesen Gedanken nahm auch Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unmittelbar nach seiner Ankunft in Kopenhagen auf. Er sprach von einem „magischen Moment&#8221; für sein Land. „Jahrhundertelang haben wir nur darüber geredet, was wir nicht können. Jetzt sind wir selbstbewusst und sprengen wir unsere Grenzen!&#8221;</p>
<p>So reden Politiker. Und was macht Paulo Coelho? Er signiert seine Werke für die Frauen der IOC-Mitglieder. Er hat Bücher in Dutzenden Sprachen dabei. Die Gattin des IOC-Granden Witali Smirnow etwa erfreut er mit einer russischen Übersetzung. Arabische Ausgaben bietet er ebenfalls. „Eine tolle Idee, nicht?&#8221; sagt Coelho, lacht und dreht ab in Begleitung eines sündhaft teuren PR-Agenten aus London. Mike Lee, Inhaber der Firma Vero Communications, hat vor vier Jahren in Singapur schon Cherie und Tony Blair gecoacht, als London Olympiastadt 2012 wurde. Er macht, soweit sich das überblicken lässt, in Kopenhagen den besten Job aller vier Bewerber.</p>
<p>Ist es vorstellbar, dass am Abend vor der Wahl ein paar Dutzend IOC-Mitglieder den Berichten ihrer Frauen vom Damenprogramm mit Paulo Coelho lauschen und sich davon beeinflussen lassen? Das wäre etwas simpel. Doch die Sache ist die: Man darf nichts unversucht lassen. Die Episode verdeutlicht allemal, wie raffiniert Rios Bewerber vorgehen. Sie setzen eben nicht nur auf die politischen Schwergewichte. Sie sind bis 30 Stunden vor der Entscheidung die einzigen, die wirklich Emotionen wecken.</p>
<p>Der Aufmarsch an Staats- und Regierungschefs ist in Kopenhagen wieder gewaltig. Der Termin könnte auch als Gipfeltreffen durchgehen. US-Präsident Barack Obama kommt nun doch, Lula war als erster vor Ort, neben Spaniens König Juan Carlos, der am Mittwoch durch das IOC-Hotel Marriott schlenderte. Die Premierminister Yukio Hatoyama (Japan) und José Luis Rodríguez Zapatero (Spanien) kamen am Donnerstag. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist Ehrengast auf dem Olympischen Kongress. Geschätzte hundert Minister, zwei Dutzend Prinzen und Prinzessinen &#8211; viele sind schon IOC-Mitglieder, Dänemarks Kronprinz Frederik wird es kommende Woche &#8211; sorgen für Promi-Alarm rund um das von meterhohen Metonbollern abgeschirmte Bella-Centre. Für Kopenhagens Innenstadt wird am Freitag kurzzeitiges Verkehrschaos erwartet.</p>
<p>Es gilt als eine Art Grundgesetz der Branche, dass nur gewinnen kann, wer alles aufbietet. Die Sieger der letzten IOC-Entscheidungen beweisen die These: 2003 war Kanadas Premier Jean Chretien mit Vancouver (Winterspiele 2010) erfolgreich, 2005 Tony Blair mit London (Sommerspiele 2012) und 2007 Russlands damaliger Präsident und heutiger Premier Wladimir Putin mit Sotschi (Winterspielen 2014).</p>
<p>Anders als Putin wird Obama wohl keine IOC-Mitglieder vor Ort zu persönlichen Gesprächen treffen, auch wenn sich hartnäckig das Gerücht hielt, er komme doch noch am Donnerstagabend. Diesen Job haben die First Lady Michelle Obama und die Talkshow-Queen Oprah Winfrey für Chicago übernommen. Als die Präsidentengattin am Mittwoch vom Secret Service durch seinen Seiteneingang ins Marriott geschleust wurde, gab sie im Blitzlichtgewitter ein staatstragendes Statement zum Besten: „Es gibt keine Siegesgarantie für uns, sondern noch viel zu tun. Deshalb werde ich jetzt mit den Wählern sprechen.&#8221;</p>
<p>Es gibt viel zu tun für Michelle Obama. Die Rekordhalterin Cherie Blair hat vor vier Jahren in Singapur mit mehr als 70 IOC-Mitgliedern gesprochen. Das ist die Benchmark.</p>
<p>Traditionell werden derlei Wahlen erst in der letzten Nacht entschieden. Legendär die Geschichte aus dem Jahr 1993, als Sydneys Bewerber wenige Stunden vor der IOC-Entscheidung zwei Mitglieder aus Kenia und Uganda zum Nachtmahl baten und mit den Herrschaften Verträge schlossen, die als Entwicklungshilfe deklariert worden. Sydney gewann kurz darauf mit 45:43 gegen Peking. So knapp war es zuletzt meistens: Sotschi siegte 2007 mit 51:47 IOC-Stimmen gegen Pyeongchang (Südkorea). London 2005 mit 54:50 gegen Paris. Vancouver 2003 mit 56:53 ebenfalls gegen Pyeongchang &#8211; jene Stadt, gegen die München ab dem 15. Oktober um die Winterspiele 2018 kämpft.</p>
<p>Im Detail ist es noch komplizierter, weil nach jedem Wahlgang der Bewerber mit der geringsten Stimmenzahl ausscheidet, bis jemand die absolute Mehrheit erreicht. Der Beste des ersten Durchgangs muss nicht zwangsläufig Olympiasieger werden. Es ist nur wichtig, die erste Runde zu überstehen und keine böse Überraschung zu erleben. Dies wissen auch Rios Bewerber.</p>
<p>Wohin die Stimmen der Ausgeschiedenen wandern, ist die große Frage. Brasiliens Präsident Lula hat schon vor Wochen erklärt, Juan Carlos habe ihm die Unterstützung Madrids zugesichert, sollte die spanische Hauptstadt früh ausscheiden. Mit Frankreichs Premier Nicolas Sarkozy vereinbarte Lula einen ähnlichen Deal: Die Grande Nation unterstütze Rio.</p>
<p>Die Latino-Fraktion hält bei derlei Entscheidungen traditionell zusammen. Der 93 Jahre alte IOC Doyen Joao Havelange (Brasilien) und der 89-jährige IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch (Spanien) haben mit diesem Stimmenpaket, zu dem auch die Russen und deren frühere Ostblock-Satelliten gehören, viele Jahrzehnte lang den Lauf der olympischen Dinge bestimmt. Nun aber treten sie gegeneinander an, zumindest in Runde eins.</p>
<p>Es sieht nicht mehr so gut aus um Madrids Pläne, auch wenn Juan Antonio Samaranch Junior &#8211; IOC-Mitglied, Investmentbanker und Sohn des Altmeisters &#8211; weiter mächtig wirbelt. Den Einfluss der Samaranchs sollte man nicht über-, aber erst recht nicht unterschätzen und ins Reich der Fabel verbannen. Denn von den 105 aktuellen Vollmitgliedern wurden 69 in der Präsidentschaft Samaranchs handverlesen aufgenommen! Sechs Mitglieder waren schon dabei, als 1980 die Ära Samaranch begann, fünf davon sind Parteigänger des alten Fürsten.</p>
<p>Es wird zwar immer schwieriger, die Mitglieder Blöcken zuzuordnen, woran manche Bewerber verzweifeln. Andererseits dürften gegen historisch verwurzelte Allianzen Tokio und Rio chancenlos sein. Ein Offizieller aus Tokio sagt im Vertrauen, man rechne mit dem Erstrundenaus und befürchte nur 15 Stimmen. Selbst eine Frohnatur wie Masato Mizuno kann die Stimmung nicht aufhellen. Mizuno ist Chef des gleichnamigen Sportartikelkonzerns, der auch das IOC ausrüstet. Er liebt die olympische Bewegung und ist für seinen Spleen bekannt und allseits beliebt: Mizuno fotografiert sich mit allen und jedem, der seinen Weg kreuzt, sogar mit Journalisten. Die Fotos verschickt er auf herkömmliche Weise per Briefpost mit einem persönlichen Schreiben.</p>
<p>Eine der spannenden Fragen am Freitag lautet, ob die Amerikaner ihre Isolation brechen können. Wegen hartnäckiger Arroganz, etlicher Stümpereien von Funktionären, wegen des langjährigen Streits um die Verteilung der IOC-Marketingeinnahmen und nicht zuletzt nach acht Jahren George W. Bush ist das sportpolitische Renommee der Amerikaner auf den Nullpunkt gesunken. Um die Olympiafinanzen toben gleich zwei heftige Debatten: Zum einen erhält das amerikanische Olympiakomitee (USOC) auf Grundlage eines steinalten Vertragswerks mehr Geld alle anderen 206 NOK zusammen. Nur mit Mühe haben die NOKs und die 33 olympischen Sport-Weltverbände den Amerikanern im Frühjahr einen Kompromiss und damit einige Millionen abgerungen. Zum anderen verlangt das IOC von allen Bewerbern staatliche Garantien, jedweden Verlust der Organisationskomitees zu übernehmen. Erstmals will man den Amerikanern keine Ausnahme gestatten.</p>
<p>Tokio, Rio und Madrid sind argumentativ immer wieder auf das Thema eingegangen, das erst am Freitag während der Präsentation von Obama geklärt werden kann. Ständig hat die Konkurrenz betont, dass in ihren Ländern Milliarden keine Rolle spielen. Für Olympia wird alles aufgeboten. Brasiliens Präsident Lula behauptete am Donnerstagmorgen: „Wir haben das Geld. Unsere Wirtschaft ist in Ordnung, wir sind von der Krise kaum betroffen. Während anderswo die Arbeitslosigkeit steigt, haben wir allein 2009 rund eine Million Arbeitsplätze geschaffen!&#8221;</p>
<p>Dass die Amerikaner doch immer wieder mit Olympischen Spielen versorgt wurden (zuletzt 1996 Atlanta und 2002 Salt Lake City), lässt sich allein mit dem Einfluss der TV-Giganten und IOC-Sponsoren begründen. Noch immer generiert das IOC rund die Hälfte seiner Einnahmen &#8211; im aktuellen Vierjahres-Zyklus mehr als fünf Milliarden Dollar &#8211; in den USA. Wenngleich der Anteil ständig sinkt. Und noch immer sind die amerikanischen Olympiarechte für 2014 und 2016 nicht vergeben. NBC-Sportchef Dick Ebersol, der seit 1995 mehr als sechs Milliarden Dollar in das Olympia-Business investiert hat, deutete mehrfach an, dass seine Anstalt auch gut mit einer Olympiastadt Rio leben könnte.</p>
<p>Achtmal wurden Olympische Spiele (Winter und Sommer) in den USA ausgetragen, betonen die Brasilianer nimmermüde. Doch noch nie in Südamerika. „Gebt uns endlich die Spiele&#8221;, sagt Lula und löst in Kopenhagen Gelächter aus: „Erstmals wollen alle Brasilianer diese Spiele. Wir alle wollen Vater dieses Kindes sein!&#8221;</p>
<p>Auch Lula hat seinen Anteil daran, dass der Obama-Faktor im internationalen Sport reichlich verpufft ist. Denn Lula hat mit öffentlichen Mitteln und Unterstützung brasilianischer Konzerne vor allem dort unter IOC-Mitgliedern gepunktet, wo sich die Amerikaner Großes erhofften: in Afrika, in Nahost. Während Lula Olympia zur Chefsache machte, hatte Obama andere Prioritäten. Der US-Präsident zeigt nun im letzten Moment doch noch Flagge. Er riskiert in Kopenhagen seine bisher größte außenpolitische Niederlage.</p>
<p>Ausweichen aber konnte Obama nicht, hatte er doch schon im Juni 2008, damals noch Präsidentschaftskandidat, in Chicago seinen Wählern und Bürgermeister Richard Daley versprochen: „Ich kann mir nichts Größeres vorstellen, als im Sommer 2016, am Ende meiner zweiten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten, der Welt zuzurufen: Let the Games begin!&#8221; Die Menschen brüllten ihm entgegen: „Yes, we can!&#8221;</p>
<p>Man kann diese Szene auf Youtube ansehen. Das Internet vergisst nichts. Und nun muss Obama dieses Versprechen einlösen. Er kann eigentlich nur verlieren und wird von einem Mann bedrängt, den er selbst als großen Politiker bezeichnet: Luiz Inácio Lula da Silva.</p>
<p>Brasiliens Präsident wirkt in Kopenhagen echt entspannt. Die drei Worte „Yes, we can&#8221;, seien Nordamerikanern „schon immer leicht über die Lippen gekommen&#8221;, sinnierte Lula öffentlich. „Wir aber mussten das erst lernen.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>12.07 Uhr:</strong> Go, Rio, go! Oder wie immer das auf Portugiesisch heißt.</p>
<p>Oh Gott, João Havelange, der alte Haudegen und Freund von Militärdikaturen (politisch verfänglichere Begriffe spare ich mir aus rechtlichen Gründen), der IOC-Doyen, erzählt von 1936. Da war er als Wasserballer (sic!) dabei. Gleich wird er sagen, dass Olympia noch nie in Südamerika stattgefunden hat. Irgendwie setzt Rio auch mit Havelange auf Emotion. Ich sage es nochmal: 75 von 106 Voll-Mitgliedern (minus Kun Hee Lee) sind bis 2001 vor und unter Samaranch ins IOC gekommen.</p>
<p>Auch Carlos Nuzman spricht zuerst Französisch. Warum? Er und Havelange zeigen damit gleich, dass sie für den nicht-englisch dominierten Teil der Welt sprechen.</p>
<p>Soll ich jetzt mal kurz den Korruptions-Index von Havelange und Nuzman ermitteln? Keine Zeit.</p>
<p>Auch Brasilien is ready to take the olympic movement forward! Er redet von transformation &#8211; das ist eins oder vielleicht DAS Leitmotiv.</p>
<p>Und, mein Gott, die Klänge. Allerdings kann man mich nicht mehr mit der Copacabana locken, seit ich Karibikstrände gesehen habe. Sorry für diesen Luxus-Exkurs. (War auch ewig nicht mehr dort, tough times :(</p>
<p>Sehr lustig: Gouverneur Sergio Cabral sagt: &#8220;Our budget is public knowledge.&#8221; Schade, dass das nicht für Havelanges und Ricardo Teixeiras Konten gilt.</p>
<p>Cabral sagt auch: Es werde keine Olympia-Tax geben. Dann spricht er die Kriminalität an. Wegen des Sports und der PanAm-Games 2007 habe sich schon vieles verbessert, sagt er. Eine Polizistin haben sie gleich mitgebracht, die für all die positiven results zuständig war, sagt er. Wie war das nochmal, was hatte der New Yorker gerade geschrieben?</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I guarantee you and every member of the Games family that we deliver secure Games!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Nun wieder Geld: Henrique Mereilles, Chef der Zentralbank. Er wird wieder sagen, dass Brasilien erstaunlicherweise nichts von der Wirtschafts- und Finanzkrise mitbekommen habe. 240 Mio Dollar-Olympiafond ist schon sicher, sagt er. Acht Prozent Wachstum, niedrigste Arbeitslosenrate (im Juli) aller Zeiten. Er wiederholt alles, was in den vergangenen Tagen gesagt wurde: Sie haben das größte Unterwasser-Ölfeld der Welt entdeckt. Brasilien ist die fünftgrößte Wirtschaftsmacht usw. usf.</p>
<blockquote><p>&#8220;Our budget is complete, transparent and totally guaranteed.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gibt es Transparency in Brasilien?</p>
<p>Jetzt Bürgermeister Eduardo Paes. Die Fußball-WM 2014 ist das Sprungbrett für die Olympischen Spiele. Nun spricht er Spanisch &#8211; für alle Latinos.</p>
<p>Die <a title="IOC" href="http://www.olympic.org/" target="_blank">IOC-Webseite</a> präsentiert sich übrigens in neuem Look.</p>
<p>Oh, ich vergesse es oft: Das Olympiastadion heißt &#8220;João Havelange Olympic Stadium&#8221;!</p>
<p>Jetzt stellen sie ihre Sportler vor. Pelé, den &#8220;IOC athlete of the century&#8221;, den &#8220;King of Football&#8221; etc. pp.</p>
<p>&#8220;Our great leader&#8221; kommt: Lula. Er spricht Portugiesisch. Ganz Brasilien steht hinter der Bewerbung, sagt er, ob an der Copa oder am Amazonas. Brasilian vereint die Farben der Olympischen Ringe.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Ich glaube ehrlich: Es ist Zeit für Brasilien! Wir sind die einzigen, die nie diese Ehre hatten. Für die anderen wäre es nur einmal Olympia mehr. Für uns ist es mehr. Es wird Zeit, diese Disproportion aufzuheben!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5355" title="Lula, IOC, Kopenhagen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/lula-ioc.jpg" alt="" width="500" height="390" /></p>
<p>Richten sie die Spiele endlich in Südamerika aus. Endlich in einem tropischen Land! Beweisen sie der Welt, dass die Olympischen Spiele allen gehören. Die Jugend, ja: 65 Millionen Kinder und Jugendliche in Brasilien, 180 Millionen in Südamerika. Ihnen gehören die Spiele, ist die Botschaft.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We asked for your support and vision, ladies and gentlemen! Rio is ready. Give us the chance and we will not disappoint you.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Der alte FIFA-Slogan hieß: &#8220;For the good of the Game!&#8221; Nuzman sagt: &#8220;For the good of the movement!&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Rio offers action, guarantees, certainty, not just words! Reio is ready. Ready to serve. Ready to deliver history! Thank you. Thank you very much.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nuzman ist gut. (Unabhängig von seinen Privatgeschäften.)</p>
<p>Ljungqvist löst den Clown Albert als ersten Fragesteller ab. Rogge hat das in der Hand, er lässt erst immer die Frage nach der Dopinggesetzgebung zu, die Ljungqvist auch Chicago und Tokio gestellt und später Madrid stellen wird. Albert fragt, welche legacy die wichtigste sei. Austin Sealy (Barbados) will von Mereilles etwas über die finanziellen Garantien wissen. Ich denke mal, Sealys Frage ist von anderen Bewerbern bestellt. Nuzman stellt auf Ljungqvists Frage erst mal fest, dass Doping im Sport kein kriminelles Vergehen ist. Aber das ist mal ein anders Thema.</p>
<p>Mein Eindruck: Rio war schlechter, weniger emotional, als ich erwartet hatte (wogegen Chicago insgesamt besser und emotionaler war, als ich erwartet hatte, selbst ohne Obama, der eine normale Vorstelleung geboten hat). Sie haben sich mehr auf die Fakten konzentriert. Fakt ist ja letztlich auch, was Lula hundert Mal wiederholt hat: Südamerika hatte noch nie die Spiele. Jetzt geht es weiter um einige Fakten, Hotelzimmer, Kreuzfahrtschiffe etc. pp.</p>
<p>Der Gouverneur antwortet Albert auf die Vermächtnis-Frage: Keinen andere Stadt hätte so viel von den Spielen wie Rio. Weder Chicago noch Madrid oder Tokio. Und einmal mehr: Das ist nicht nur eine Sache für die Cariocas, sondern für ganz Brasilien und Südamerika.</p>
<p>Zur Finanzfrage antwortet Lula. Das Übliche. &#8221;New stage in the Brazilian history.&#8221;</p>
<p>Rogge obligatorisch:</p>
<blockquote><p>&#8220;You can be proud what you have achieved in your country and your city through the candidature!&#8221;</p></blockquote>
<p>Und noch ein Diplom, erstaunlicher Weise aber nicht für Lula, sondern für Nuzman und Barbara Swan.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5360" title="Rogge, Swan, Nuzman - Diplom CPH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/diplom-rio.jpg" alt="" width="500" height="381" /></p>
<p>Pause. Es geht um 14.45 Uhr mit Madrid weiter.</p>
<p><strong>13.25 Uhr:</strong> Air Force One hat Kurs auf Washington genommen.</p>
<p><strong>14.48: Uhr:</strong> Es geht weiter mit Madrid. &#8220;Hola, everyone&#8221;, sagt <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Juan Antonio Samaranch Junior</a>. Spricht vom &#8220;human touch&#8221;. Das fällt ihm aber schwer. Ist schon seinem Daddy schwer gefallen. Juan Carlos mittenmang. Dona Pilar auch. Der Junior stellt seinen Papa vor:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;The big one, the real one! And of course, my father.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Großes Kino.</p>
<p>Bewerberchefin Mercedes Coghen, Hockeyolympiasiegerin 1992, offers &#8220;truly international global Games&#8221;. Aha. Nächstes Video: Mercedes stellt Madrid vor. Das erste Video war ganz hübsch, ich fand, es war das erste mit einer in Ansätzen witzigen Idee.</p>
<p>Ich halte Zapatero nicht für einen begnadeten Redner. Er hat Stimmung, was sie mühevoll aufkommen ließen, routiniert zerredet.</p>
<p>&#8220;We need you! Give us your help&#8221;, fleht Bürgermeister Alberto Ruiz Gallardon. Der präsentiert einen &#8220;Brief der Einwohner Madrids&#8221;:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5369" title="Brief an das IOC" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/gallardon1.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Nun: drei Sportler, dabei auch Raúl. &#8220;Sport makes us equal &#8211; I believe, we believe&#8221;. In der Dauerschleife.</p>
<p><strong>15.30 Uhr:</strong> Jetzt wird es spannend. Samaranch Senior spricht! Preist Rogge für seine Führungsqualitäten und erwähnt, dass Rogge 1972 gemeinsam mit Juan Carlos den Olympischen Eid geschworen hat.</p>
<p>Nun ein typischer Samaranch-Falangisten-Spruch, den habe ich vermisst!!!!!</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;The IOC is stronger, is stronger than ever.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Jawoll! Danke.</p>
<blockquote><p>&#8220;I know that I am very near to the end of my time. I am 89 years old. My I ask you to grant to my country the honor to host the Olympic and Paralympic Games 2016!&#8221;</p></blockquote>
<p>Juan Carlos:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I am convinced: the world would be a better place following Madrid 2016 &#8230; will have changed life forever!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Natürlich: Ljungqvist Frage 1. Albert Frage 2. Bubka Frage 3. Zapatero sagt: Das Dopinggesetz verträgt sich seit 20. September total mit dem WADA-Code.</p>
<p>Und noch ein Diplom. Das Foto spare ich mir.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>41</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2016: Einer wird gewinnen!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/olympia-2016-einer-wird-gewinnen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/olympia-2016-einer-wird-gewinnen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 18:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[barack obama]]></category>
		<category><![CDATA[first couple]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[jack the ripper]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[kronprinz frederik]]></category>
		<category><![CDATA[lula]]></category>
		<category><![CDATA[michelle obama]]></category>
		<category><![CDATA[niels nygaard]]></category>
		<category><![CDATA[oprah winfrey]]></category>
		<category><![CDATA[orlando silva]]></category>
		<category><![CDATA[paulo coelho]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5286</guid>
		<description><![CDATA[Noch einmal die Frage: Sehen so Sieger aus? Halt, die feiern noch nicht. Die Entscheidung fällt erst am Freitag. Mensch, hätte da mal nicht einer meiner Stammgäste drauf kommen können? Die Olympiawahl morgen in Kopenhagen ist doch das perfekte Umfragethema. Ich habe flink was vorbereitet, während im Opernhaus das Kulturprogramm zur Eröffnung der 121. IOC-Session [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen" href="http://jensweinreich.de/?p=5260" target="_self">Noch einmal die Frage</a>: Sehen so Sieger aus?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-5289" title="Brasiliens Delegation um Lula" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/lula1.jpg" alt="" width="500" height="264" /></p>
<p>Halt, die feiern noch nicht. Die Entscheidung fällt erst am Freitag.</p>
<p>Mensch, hätte da mal nicht einer meiner Stammgäste drauf kommen können? Die Olympiawahl morgen in Kopenhagen ist doch das perfekte Umfragethema. Ich habe flink was vorbereitet, während im Opernhaus das Kulturprogramm zur Eröffnung der 121. IOC-Session läuft. Wer ein paar Infos braucht, bei <strong>Spiegel-Online</strong> habe ich gerade einige Notizen veröffentlicht: &#8220;<a title="SpOn vom 1. Oktober 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,652538,00.html" target="_blank">Möge der Dreistere gewinnen</a>&#8220;.</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Und zur Feier des Tages noch einige Fotos. (Viel habe ich heute nicht gesehen, dafür aber wieder mal gemerkt, dass ich mich fototechnisch unbedingt weiterbilden muss.) Hier ist er also, Paulo Coelho, heute für alle, Brasiliens Sportminister Orlando Silva scheint ziemlich begeistert zu sein vom Dichterfürsten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5291" title="Paulo Coelho, Orlando Silva" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/paulo.jpg" alt="" width="500" height="554" /></p>
<p>Schließlich noch ein Schnappschuss, den ich gestern vergessen hatte. Im April habe ich in Chicago beim Besuch der IOC-Evaluierungskommission auch Oprah Winfrey, nun ja: getroffen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5292" title="Oprah Winfrey, Chicago April 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/oprah-chi.jpg" alt="" width="500" height="307" /></p>
<p>Tatsächlich war es ein dämlicher Abend am roten Teppich. Ich hätte mir in der eiskalten Windy City fast den Tod geholt. Keine Ahnung mehr, warum ich mich da rumgetrieben habe, für das Dinner der Bewerber mit der IOC-Evaluierungskommission war, wenn ich mich recht erinnere, nur der NBC-Universal-Reporter Alan Abrahamson zugelassen.</p>
<p>Im Opernhaus saß Oprah natürlich neben Michelle Obama (alle folgenden Bilder Screenshots vom Dänischen Fernsehen):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5296" title="Michelle Obama, Oprah Winfrey" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle-oprah-daley.jpg" alt="" width="500" height="273" /></p>
<p>Die First Lady:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5297" title="Michelle Obama" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle.jpg" alt="" width="500" height="291" /></p>
<p>Es ist ja mein Blog, deshalb darf ich ausnahmsweise mal das Wort Arschkarte benutzen, oder? Also, die A. das Tages hat einmal mehr Niels Nygaard gezogen, Dänemarks NOK-Präsident.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5295" title="Niels Nygaard" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/nygaard.jpg" alt="" width="500" height="292" /></p>
<p>Nygaard hatte sich zurecht eine IOC-Mitgliedschaft erhofft. Schließlich war sein Vorgänger Kai Holm in seiner Eigenschaft als NOK-Präsident auch IOC-Mitglied ex officio. Doch den Holm-Nachfolger Nygaard mochte Rogge nicht haben. Der IOC-Boss wünschte sich stattdessen mehr Blaublüter im Gremium. Und deshalb wird kommende Woche Kronprinz Frederik aufgenommen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5298" title="Kronprinz Frederik" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/frederik.jpg" alt="" width="500" height="286" /></p>
<p>Über Frederik, seine Verbindung zum Sport, das IOC und warum Frederik Mitglied wird, hat mein alter Kumpel Lars Jørgensen gerade ein Buch geschrieben: &#8220;<a title="Frederik og Flammen - Buchtipp" href="http://www.g.dk/webapp/wcs/stores/servlet/ProductDisplay?catalogId=10002&amp;storeId=10001&amp;langId=100&amp;partNumber=9788770556699&amp;bogpriserRef=139981597&amp;bogpriserKey=BF5F76B9D4C0D0D5A4C771871CE58940#" target="_self">Frederik og Flammen</a>&#8220;.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/olympia-2016-einer-wird-gewinnen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/ggg/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/ggg/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 23:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[alberto ruiz gallardon]]></category>
		<category><![CDATA[barack obama]]></category>
		<category><![CDATA[bart connor]]></category>
		<category><![CDATA[carlos nuzman]]></category>
		<category><![CDATA[cesar cielo]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[fina]]></category>
		<category><![CDATA[first lady]]></category>
		<category><![CDATA[guatemala]]></category>
		<category><![CDATA[hillary clinton]]></category>
		<category><![CDATA[is/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jackie joyner-kersee]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[jewgeni pluschenko]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch junior]]></category>
		<category><![CDATA[juan carlos]]></category>
		<category><![CDATA[julio césar maglione]]></category>
		<category><![CDATA[juri luschkow]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[london 2012]]></category>
		<category><![CDATA[lula]]></category>
		<category><![CDATA[maria teresa samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[michael johnson]]></category>
		<category><![CDATA[michelle obama]]></category>
		<category><![CDATA[moskau 2012]]></category>
		<category><![CDATA[nadja comaneci]]></category>
		<category><![CDATA[new york 2012]]></category>
		<category><![CDATA[patrick ryan]]></category>
		<category><![CDATA[paulo coelho]]></category>
		<category><![CDATA[pelé]]></category>
		<category><![CDATA[richard daley]]></category>
		<category><![CDATA[shin-ichi takamura]]></category>
		<category><![CDATA[singapur]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[tony blair]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5260</guid>
		<description><![CDATA[Promi-Alarm in Kopenhagen. Habe eben gerade vor einem Restaurant, in dem Tokios Gouverneur zum Sushi geladen hatte, Paulo Coelho getroffen. Wir wollen morgen mal länger plaudern, kein Witz. Coelho, dessen Blog ich regelmäßig besuche, war ja auch schon mal bei der FIFA aktiv, als Brasilien die Fußball-WM 2014 erhielt. Nun ist er Rios Vorzeige-Künstler und hilft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Promi-Alarm in Kopenhagen. Habe eben gerade vor einem Restaurant, in dem Tokios Gouverneur zum Sushi geladen hatte, Paulo Coelho getroffen. Wir wollen morgen mal länger plaudern, kein Witz. Coelho, <a title="Blog von Paulo Coelho" href="http://paulocoelhoblog.com/" target="_blank">dessen Blog</a> ich regelmäßig besuche, war ja auch schon mal bei der FIFA aktiv, als Brasilien die Fußball-WM 2014 erhielt. Nun ist er Rios Vorzeige-Künstler und hilft dabei, die Olympischen Sommerspiele 2016 zu akquirieren. Aus Zeitmangel gibts jetzt mal nur eine wirre Bildgeschichte zur olympischen Städtekür 2016. Vorerst. Ich bin noch bis Ende der IOC-Session hier, bis zum 9. Oktober.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5262" title="Michelle Obama, Kopenhagen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle-obama.jpg" alt="" width="500" height="277" /></p>
<p>Was soll ich sagen? Ich habe die First Lady gestern leider verpasst (<em>Foto: Chicago 2016</em>). Am Flughafen Kastrup sowieso. Und leider auch am Nachmittag im Marriott-Hotel Kopenhagen, in das Michelle Obama aus einem schwarzen, gepanzerten Chevi in den Seiteneingang schlüpfte. In der Lobby gab es einen kurzen Fototermin und einige Statements. Das White House hatte zwar schon vor einigen Wochen die Daten ausgewählter Journalisten gesammelt für den obligatorischen Sicherheitscheck, zunächst hieß es, sie werde eine Interviewrunde geben. Doch das fiel aus. Lobbyarbeit für Chicagos Olympiabewerbung ist derzeit wichtiger. Den Donnerstag hat Michelle Obama noch Zeit dazu. Am Freitag stehen im Bella Center auf der 121. IOC-Vollversammlung die Präsentationen an. Chicago beginnt, mit Barack Obama, der mit der Air Force One für einige Stunden einfliegt. Letztes Gerücht: Angeblich soll er nun doch schon Donnerstagabend kommen. Wait and see.</p>
<p>Wen ich sonst noch getroffen habe im Marriott und einigen anderen Hotels: Zunächst das übliche unscharfe Foto, rein der Dokumentation wegen, das muss sein, daran haben sich Stammleser hier längst gewöhnt &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5263" title="Havelange, Weber" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/joaa-jean-marie.jpg" alt="" width="500" height="261" /></p>
<p>Yep, rechts ist <a title="tag: ISL-Skandal" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">Jean-Marie Weber</a>. Gerade begrüßt er seinen alten Kampfgefährten Joao Havelange. Der FIFA-Caesar schritt kurz zuvor übrigens mit Spaniens König Juan Carlos durch die Lobby. Auch den habe ich verpasst, ich saß gerade an der Bar und habe mir von einem Bewerber die IOC-Stimmen durchrechnen lassen. Kein Witz. Statt Juan Carlos zu begrüßen, gehe ich in einigen Stunden zum Frühstück mit Brasiliens Präsidenten Lula. Ich denke, dieser Termin wird spritzig-witzig.</p>
<p>Es ist immer wieder putzig, wenn Staatsoberhäupter und Regierungschef und Angehörige ähnlicher Kategorien der Sportfamilie die Aufwartung machen. (Ich rede mal nicht von Sportministern oder Prinzen wie Henry, Albert, Willem Alexander und ab kommende Woche auch Frederik, die ohnehin IOC-Mitglieder sind und also längst zur Familie gehören, weshalb ich mir ihre Fotos spare, für später mal.) Vor vier Jahren in Singapur, als London Olympiastadt 2012 wurde, gab es mal einen Frühstückstermin bei Hillary. Die war damals Senatorin und für New York aktiv.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5264" title="Hillary &amp; Co, Singapur 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/hillary.jpg" alt="" width="500" height="272" /></p>
<p>Links oben im Bild steht übrigens Nadja Comaneci, neben ihren Mann Bart Connor. Nadja ist so eine Art Olympiabewerbermaskottchen der Amerikaner. Auch in Kopenhagen ist sie dabei, diesmal für Chicago. Sie guckt allerdings &#8211; im roten Leibchen &#8211; nicht viel beteiligter als damals in Singapur:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5265" title="Team Chicago" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/chicago.jpg" alt="" width="500" height="328" /></p>
<p>Und wie erst Bürgermeister Richard Daley (seit 1989 im Amt! sein Vater war noch ein Jahr länger Bürgermeister!) dreinschaut. Und Jackie Joyner-Kersee (Mitte), und Bewerberchef Pat Ryan (mit Mikro) und Michael Johnson (rechts hinter Ryan).</p>
<p>Sehen so Sieger aus?</p>
<p>Ich glaube nicht.</p>
<p>Doch von Daley &amp; Ryan flink zurück zu den A-Promis bei olympischen Städteküren. Und weiter in meiner kleinen Rückschau. Singapur 2005. Ich erwähnte den Termin mit Hillary. Gleich darauf ins Taxi und ab ins nächste Hotel. Denn dort wartete schon &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5267" title="Tonay Blair, Seb Coe, Singapur 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/blair.jpg" alt="" width="500" height="334" /></p>
<p>Ich meine, nicht dass das sonderlich erbaulich gewesen wäre. Aber es spricht ja nichts dagegen, A-Promis, also echte V.I.P.s mal von Nahem zu sehen und ihnen zu lauschen. Von Tony Blair gings damals übrigens zu einem meiner Lieblingsrussen, immer für einen Skandal gut:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5268" title="Juri Luschkow" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/luschkow.jpg" alt="" width="500" height="300" /></p>
<p>Juri Luschkow, Moskaus Bürgermeister. Zwar im Dienst, diesmal aber ohne Wodka und Mädels.</p>
<p>Und noch ein Zeitsprung: Guatemala 2007, die Kür von Sotschi zur Olympiastadt 2014. Eines der Top-Themen war damals der Besuch von Wladimir Putin. Den bekamen Normalsterbliche aber nicht zu Gesicht. Nur seine Sicherheitsjungs, die die ohnehin komfortable Zona 10 noch etwas sicherer machten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5269" title="Guatemala 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/guatemala-sec-rus.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Mir imponierte damals außerdem, wie die Russen im Garten des wunderbaren Steakrestaurant gleich neben dem Tagungshotel eine Eislaufbahn errichteten. Eine Eisbahn mitten in den Tropen. Das war cool. Da hatten sie dann mächtig was zu Feiern, Olympiasieger Jewgeni Pluschenko und Gefährten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5270" title="Pluschenko &amp; Co" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/pluschenko.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Nun aber zurück zu denen, die wohl am Freitag in Kopenhagen feiern.</p>
<p><span id="more-5260"></span>Die Japaner um Professor Shin-ichi Takamura, der uns hier an einem Globus erklärt, wie Olympia die Welt retten kann, werden es eher nicht sein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5271" title="Präsentation Tokio 2016" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/weltkugel.jpg" alt="" width="500" height="332" /></p>
<p>Zu meinem Beitrag über Takamuras Präsentation und einiges mehr gehts <a title="FTD vom 30. September 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:olympia-2016-dabei-sein-reicht-gar-nicht/50016883.html?page=2" target="_blank">hier entlang zur Financial Times</a>.</p>
<p>Diese Truppe aber könnte am Freitagabend gegen 19 Uhr durchaus Grund haben, die Minibar zu leeren &#8211; und noch etwas mehr:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5272" title="Pelé &amp; Co" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/pele-und-co.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Rechts über Pelé das ist Schwimm-Weltmeister Cesar Cielo. Pelé hatte einen ziemlich lässigen Auftritt gestern morgen, den ich in einem Zeitungstext so verarbeitet habe:</p>
<blockquote><p>Pelé hält Hof. Natürlich steigt Brasiliens Idol, der beste Fußballer aller Zeiten, für die Olympiabewerbung Rio de Janeiros in die Bütt. Zum fünften Mal buhlt Rio um die Spiele, zum dritten Mal ist Pelé dabei. Wogegen man Michael Jordan, den erfolgreichsten Basketballer aller Zeiten, beim Konkurrenten Chicago doch sehr vermisst. Also will ein amerikanischer Journalist am Mittwoch von Pelé wissen, warum wohl Jordan nicht nach Kopenhagen gekommen ist. Pelé versteht erst mal nicht, wer gemeint ist. Was hat Michael Jackson mit Olympia zu tun, fragt er. Nichts. Als die Verwechslung geklärt ist &#8211; Jordan, nicht Jackson &#8211; und alle gelacht haben, pariert Pelé die Frage politisch durchaus geschickt. „Ich weiß nicht, ob ich sie recht verstanden habe&#8221;, holt er aus. „Aber bei mir ist es ganz einfach: Ich würde für mein Land sterben. Ich würde für den Sport sterben. Ich habe meinem Land zu helfen. Diese Olympischen Spiele sind für ganz Südamerika. Deshalb bin ich hier!&#8221;</p>
<p>So sind sie, die Brasilianer. Sie argumentieren mit Herz und stellen zunehmend die Konkurrenten aus Chicago, Tokio und Madrid in den Schatten &#8211; zumindest in der veröffentlichten Meinung, die keinesfalls mit den Mehrheiten im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) übereinstimmen muss. Viele IOC-Mitglieder kommen erst am Donnerstag nach Dänemark, wenn abends im Opernhaus die 121. IOC-Vollversammlung eröffnet wird.</p>
<p>Vieles deutet auf ein einsames Duell zwischen Rio und Chicago hin. Der Aufmarsch der A-Prominenz allemal. Am Mittwochmorgen traf die erste Abordnung aus dem Weißen Haus ein, First Lady Michelle Obama landete auf dem Flughafen Kastrup und trat am Nachmittag erstmals im IOC-Hotel Marriott auf. Am Freitagmorgen schwebt ihr Gatte mit der Air Force One ein, um kurz nach der Präsentation Chicagos vor dem IOC wieder nach Washington zu entschwinden. Obama hat in den vergangenen Tagen bereits mit einigen IOC-Vorständlern telefoniert.</p>
<p>Selbst mit Obama werde Chicago nicht gewinnen, glaubt das brasilianische IOC-Mitglied Carlos Nuzman, eine Skandalnudel mit Entertainer-Qualitäten. „Obamas Besuch macht gar nichts, das macht gar nichts aus&#8221;, erklärte Nuzman. Die Amerikaner fassen das als eine Art Gotteslästerung auf. Unmittelbar nach der Äußerung Nuzmans gibt Chicago eine Pressekonferenz. Bewerberchef Pat Ryan sagt: „Carlos ist ein großartiger Typ, ein großer Gegner&#8221;, sagt Ryan. „Aber ich denke doch, dass die First Lady die Menschen hier elektrisiert.&#8221;</p>
<p>So geht das in einem fort. Amerikanische Journalisten thematisieren die Kriminalität in Rio. Die Brasilianer provozieren Chicagos Bürgermeister Richard Daley mit ihren Fragen und hoffen auf einen verbalen Vulkanausbruch. Daley ist als Choleriker bekannt, hat sich aber derzeit gut im Griff. Kürzlich soll er in einem Interview gesagt haben, Rio sei nicht für Olympia bereit. Wegen solcher Äußerungen sei die IOC-Ethikkommission alarmiert, verbreitete Nuzman. „Wie bitte? Ich habe nicht gesagt&#8221;, erklärt Daley daraufhin.</p>
<p>Bei manchen Meldungen fragt man sich, ob sie von jenen PR-Firmen, die für die Bewerber arbeiten (Hill &amp; Knowlton für Chicago, Vero Communications für Rio) bestellt worden sind. So meldete die Nachrichtenagentur AP gerade scheinexklusiv, dass in diesem Jahr kein Schwimm-Weltcup in Brasilien stattfindet. Das weiß man allerdings schon seit einem Monat, worauf die Brasilianer verärgert hinweisen. In den USA gilt der Sachverhalt als Beweis, dass es nicht weit her ist mit der Förderung des olympischen Sports in Brasilien. Pelé wirft dazu lässig ein: In den USA dominieren nur drei Profisportarten, in Brasilien dagegen kennen die Menschen außer Fußball auch alle anderen 27 olympischen Sportarten. Und überhaupt: „Die USA hatten acht Mal Olympische Spiele, Südamerika noch nie!&#8221;</p>
<p>Kaum haben die Brasilianer gepunktet, spricht ein NBC-Reporter ein delikates Thema an. Denn die Titelstory des aktuellen Magazins „New Yorker&#8221; handelt von? Natürlich, der Gewalt in Brasiliens Hauptstadt. „Gangs of Rio&#8221; heißt die lange Reportage, in der auch erwähnt wird, dass allein in Rio und seinen Favelas im vergangenen Jahr 1188 Menschen von Polizisten erschossen worden &#8211; dagegen nur 371 in den gesamten USA. „Was sagen Sie dazu&#8221;, lautet die in ultimativen Ton vorgebrachte Frage. Leonardo Gryner, Kommunikationsdirektor der Bewerbung Rios, entgegnet schnippisch, das IOC habe die Frage längst beantwortet. Im Evaluierungsbericht wird das Problem nur erwähnt, mehr aber nicht. „Beim Karneval, bei der Silvesterfeier und bei den Panamerikanischen Spielen hat es nie große Zwischenfälle gegeben&#8221;, sagt Gryner. Dann erklärt er lässig: „Im Übrigen hatten wir auch noch nie ein Problem mit Terroristen.&#8221;</p>
<p>Das klingt alles nicht sehr souverän. Doch gilt es in einem solchen Wettbewerb ohnehin nur darum, den Gegner auszuspielen. Wer könnte das besser als Pelé. Der Fußballer fasst die den Diskussionsstand und damit die Weltpolitik vorerst so zusammen: „Ihr in den USA macht gerade eine große Finanzkrise durch, Chicago hat Probleme mit der öffentlichen Finanzierung der Spiele, und selbst über Obama müsst ihr diskutieren&#8221;, sagt Pelé. „Brasilien aber ist unter den zehn finanziell ausgeglichensten Ländern der Welt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Prima. Und damit das auch klappt mit Rio und Olympia, macht Chefbewerber Carloz Nuzman (rechts) noch einige Deals mit dem FINA-Präsidenten <a title="Julio Maglione und die Präsidenten der olympischen Weltverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=4326" target="_self">Julio Maglione</a> aus:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5275" title="Maglione, Nuzman" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/cesar-carlos.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Bevor ich aber nachts um halb zwei weiter abschweife und noch krudere Notizen mache, schnell nochmal zurück zu meinem alten Freund Jean-Marie. Ich habe ihm viel zu verdanken, gewissermaßen. Denn als wir im Marriott plauderten, schlenderte nicht nur Havelange vorbei, der bald sein ersten Lebensjahrhundert vollendet, auch ein Männlein, das bald sein neuntes Lebensjahrzehnt beendet und für die olympische Familie durchaus von Bedeutung war und ist, blieb natürlich bei Jean-Marie stehen, grüßte freundlich und, was soll ich sagen, gab selbstverständlich auch mir die Hand. Ja, es war Juan Antonio Samaranch Senior, der IOC-Ehrenpräsident.</p>
<p>Ich weiß noch nicht recht, warum es nicht reicht für das olympische Adelsgeschlecht derer von Samaranch. Ich hatte bis vor <a title="Olympia 2016: Rio vs. Chicago vs. Madrid vs. Tokio" href="http://jensweinreich.de/?p=5161" target="_self">einiger Zeit</a> eigentlich das Gegenteil erwartet. Und beim IOC-Präsidenten Jacques Rogge, der nicht mit abstimmt, muss sich Juan Antonio Samaranch Junior, Juanito genannt, sicherlich nicht bemühen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5277" title="Rogge, Samaranch Junior" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jacques-juanito.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Apropos Samaranch Senior. Was absolut beeindruckend war am Mittwochabend: Sein Auftritt während der Pressekonferenz von Madrid. Dem Team um Bürgermeister Alberto Ruiz Gallardon hat er die Schau gestohlen. Oder sollte man besser sagen: Die Truppe setzt voll auf den Alten. Ganz Spanien setzt auf Samaranch. Es war eine brave Präsentation &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5278" title="Team Madrid" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/madrid.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>&#8230; die erst durch Samaranch aufgewertet wurde &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5279" title="Lissavetzky, Samaranch, Ruiz Gallardon" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/madrid-crowd.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>&#8230; der sich in die erste Reihe setzte und gemeinsam mit Tochter Maria Teresa die müde Show verfolgte &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5280" title="Tochter Maria Teresa, Papa Juan Antonio " src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jas.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Wie sagte Madrids Bürgermeister, ganz im Stile der großen Sportfamilie:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Herr Ehrenpräsident Samaranch: Wir sind ihre Schüler! Wir danken ihnen für die Werte, die sie und anerzogen haben.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Gute Nacht und: Amen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/ggg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Law &amp; Order&#8221; Olympia 2016: Rio vs. Chicago vs. Madrid vs. Tokio</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/08/law-order-olympia-2016-rio-vs-chicago-vs-madrid-vs-tokio/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/09/08/law-order-olympia-2016-rio-vs-chicago-vs-madrid-vs-tokio/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 09:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[evaluation report]]></category>
		<category><![CDATA[law order]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5161</guid>
		<description><![CDATA[Oh ja, es sind nur noch 24 Tage bis zur Entscheidung des IOC über den Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016. Die Bewerber werden nervös. Die Geschichte, die gerade in Brasilien Schlagzeilen macht, stellt ein feines Vorbeben dar. Es geht um eine Folge &#8220;The glory that was&#8221; aus der achten Staffel der TV-Serie &#8220;Law &#38; Order: Criminal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-5171 alignnone" title="Screenshot USA network" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/09/lawandorder-screen.jpg" alt="" width="500" height="300" /></p>
<p>Oh ja, es sind nur noch 24 Tage <a title="The IOC, the 2016 bidding race ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4657" target="_self">bis zur Entscheidung</a> des IOC über den Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016. Die Bewerber werden nervös. Die Geschichte, die gerade in Brasilien Schlagzeilen macht, stellt ein feines Vorbeben dar. Es geht um eine Folge &#8220;The glory that was&#8221; aus der achten Staffel der TV-Serie &#8220;Law &amp; Order: Criminal Intent&#8221; &#8211; und also um die Olympischen Spiele 2016.</p>
<p>In der Beschreibung des <a title="USA network: &quot;Law &amp; Order&quot;" href="http://www.usanetwork.com/series/criminalintent/theshow/episodeguide/episodes/s8_glorythatwas/index.html" target="_blank">USA Networks</a> heißt es dazu u.a.:</p>
<blockquote><p>At the top of the show, a wealthy Belgian diplomat, Caroline Walters, is found murdered in Central Park. Nearby, a second body is discovered: a former secret service agent hired to protect Caroline Walters. Nichols and Wheeler begin their investigation at the Belgian Consulate, where they meet high-profile security consultant, Jack Tayler. Tayler, it turns out, hired the now-dead agent meant to protect Caroline Walters. (&#8230;) In the aria of the show, Nichols interrogates security consultant, Jack Taylor, who has branch offices throughout the world. Pulling on the strings that hold the tightly wound Taylor together, Nichols leads Taylor directly into a noose of self-incrimination. Taylor expected to win a security contract in Rio de Janeiro. Caroline Walters, it turns out, was the vote he needed on the Olympic Site Selection Committee that would throw the Olympics to Rio.</p></blockquote>
<p>Kurzfassung: Firma mit Geschäftsinteressen in Brasilien kauft die Stimme eines weiblichen belgischen IOC-Mitglieds aus Belgien, die dann in New York tot aufgefunden wird &#8230; Rios Bürgermeister Eduardo Paes gefällt diese Story überhaupt nicht: </p>
<ul>
<li>Globoesporte: &#8220;<a title="Globoesporte.com" href="http://globoesporte.globo.com/Esportes/Noticias/Mais_Esportes/0,,MUL1294491-16317,00-CORIO+CRITICA+E+PAES+CHAMA+DE+RIDICULO+EPISODIO+DE+SERIE+AMERICANA.html" target="_blank">Co-Rio critica, e Paes chama de &#8216;ridículo&#8217; episódio de série americana</a>&#8220;</li>
<li>Gamesbids: &#8220;<a title="Gamesbids" href="http://www.gamesbids.com/eng/olympic_bids/1216134643.html" target="_blank">&#8216;Law and Order&#8217; Depiction of Rio 2016 Vote Buying and Corruption Causes Outrage</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Die beanstandete Folge von &#8220;<a title="&quot;Law and Order&quot;" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Law_&amp;_Order" target="_blank">Law and Order</a>&#8221; wurde in den USA auf im Olympiasender NBC schon im Frühsommer ausgestrahlt, auf USA kurz vor der Präsentation der Bewerber vor dem IOC in Lausanne. Vergangenen Donnerstag wurde die Folge in Brasilien gezeigt, am Tag nach Veröffentlichung des Evaluierungsberichts zu den vier Olympiafinalisten. Wenn ich richtig gesehen habe, geht es auf <a title="NBC.com" href="http://www.nbc.com/Law_and_Order/about/" target="_blank">NBC</a> am 25. September mit der nächsten Staffel weiter &#8211; eine Woche vor der Olympiavergabe in Kopenhagen. Das kann noch <a title="Phil Hersh, Globetrotting: Crime more than ``public safety challenges'' for Rio 2016 bid" href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/2009/09/about-24-hours-before-the-international-olympic-committee-release-last-wednesday-of-its-evaluation-commission-report-on-the-f.html" target="_blank">spannend</a> werden.</p>
<p>Am vergangenen Mittwoch hat das IOC den Bericht seiner <a title="IOC releases 2016 Evaluation Commission Report" href="http://www.olympic.org/uk/news/olympic_news/full_story_uk.asp?id=3110" target="_blank">Evaluierungskommission</a> veröffentlicht (<a title="Evaluation Commission Report 2016" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1469.pdf" target="_blank">98 Seiten</a>, pdf). Dazu sollte man lesen:</p>
<ul>
<li>Den <a title="IOC-Absurditätenkabinett" href="http://jensweinreich.de/?p=235" target="_self">Zwischenbericht</a> der Kommission vom Juni 2008 (111 Seiten, pdf)</li>
<li>Die <a title="Bid books der Olympiabewerber 2016" href="http://jensweinreich.de/?p=235" target="_self">Bewerbungsbücher</a> der Finalisten Chicago, Madrid, Rio und Tokio</li>
<li>Hintergrund (Audio und Text) zur <a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">Finanzierung Oympischer Spiele</a></li>
</ul>
<p>Im Zwischenbericht, auf dessen Grundlage im vergangenen Jahr vier Finalisten nominiert wurden, verteilte das IOC wenigstens noch Punkte. <a title="IOC-Absurditätenkabinett" href="http://jensweinreich.de/?p=235" target="_self">Damals</a> lag Tokio vor Madrid, Chicago, Doha und Rio de Janeiro. Weit abgeschlagen waren Prag und Baku &#8211; die genauso aussortiert wurden wie Doha, die Hauptstadt des Emirats Katar. Da Doha mit Infrastruktur punkten konnte, musste eine Notlüge her: Die Kataris wollten die Sommerspiele im Herbst austragen, was angesichts der klimatischen Bedingungen einleuchtete. Das IOC aber sagte: Der Termin im Oktober korrespondiere nicht mit dem Sportkalender und schmiss Doha raus.</p>
<p>In früheren Jahren haben Evaluierungskommissionen mitunter eine Art Schulnotensystem benutzt, um ansatzweise Ranglisten erkennen zu lassen. Doch die von der Marokkanerin Nawal El Moutawakel geleitete Arbeitsgruppe verzichtete darauf, was das gesamte Procedere fragwürdig erscheinen lässt. Denn schließlich sollen derlei Berichte die technischen Kriterien eindeutig beurteilen. Stattdessen dominieren meist sportpolitische Aspekte. Derartige Prüfberichte veröffentlicht das IOC seit 1993. Nur selten gewannen die Kandidaten mit der laut Bericht besten Offerte. Es waren Sydney, Salt Lake City und Vancouver. </p>
<p>Wer die technischen Aspekte aus dem Abschlussbericht (der bereits vor dem IOC-Treffen und <a title="JW in der FTD, Juni 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:bewerber-vor-ioc-olympia-und-der-obama-faktor/528276.html" target="_blank">Präsentationen</a> im Juni in <a title="Jean-Marie Weber: &quot;Ich habe nichts Illegales getan&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4000" target="_self">Lausanne</a> erstellt wurde) mit den sportpolitischen Strömungen und den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahrzehnte zu verbinden versucht, könnte diese Rangliste aus dem olympischen Kaffeesatz lesen &#8211; allerdings ohne Gewähr, wie bei den Lottozahlen:</p>
<ol>
<li>Madrid</li>
<li>Chicago</li>
<li>Rio de Janeiro</li>
<li>Tokio</li>
</ol>
<p>In offiziellen Stellungnahmen sehen alle Bewerber ihre Angebote bestätigt und bedanken sich geradezu unterwürfig beim IOC für die Ratschläge und die Kritik. Interessant: Brasiliens Präsident Lula verkündete einen Pakt mit Spaniens König Juan Carlos. Demnach werden sich die Latinos gegenseitig unterstützen, sollte es einer der Bewerber auf der IOC-Session im Oktober nicht ins Finale schaffen. Nun hat Lula auch <a title="AFP: France backs Rios 2016 Olympic bid" href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gTcj-lKpJdchffjMR2IB-FtLQrtw" target="_blank">mit Sarkozy paktiert</a>. Sollten die Stimmen zwischen den Wahlgängen tatsächlich in der gewünschten Richtung wandern, kann das entscheiden! <a title="tag: Sebastian Coe" href="http://jensweinreich.de/?s=coe" target="_self">Sebastian Coe</a>, der Sieger vor vier Jahren in Singapur, glaubt, das <a title="AP: Coe: 2016 race closer than 2012 contest" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5iJ4hx2vr4BuGa6lE2HZFNrYDd9AgD9AIJAP80" target="_blank">Rennen ist knapper als 2005</a>.</p>
<p>Einige inhaltliche Schwerpunkte:  <span id="more-5161"></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>MADRID:</strong></span> Die Offerte kompakter Spiele hat die IOC-Kommission im Grunde überzeugt. 23 von 33 Sportstätten seien bereits vorhanden, Probleme könne es beim Bau des Olympiastadions und der Kanu-Anlage geben. Die Kommission kritisiert aber, dass die spanische Doping-Gesetzgebung nicht mit dem Welt-Anti-Doping-Code der WADA harmonisiert. Sportminister Jaime Lissaventzky behauptete, man sei auf bestem Wege, dies bis Oktober zu klären. Es geht vor allem um Fragen der Meldepflicht und nächtliche Dopingkontrollen. Inzwischen hat der spanische öffentlich-rechtliche Rundfunk übrigens die Olympiarechte für 2016 erworben. Die von der <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Samaranch</a>-<a title="Samaranch must resign" href="http://jensweinreich.de/?p=5063" target="_self">Dynastie</a> unterstützte spanische Hauptstadt bleibt Favorit.</p>
<ul>
<li><a title="Madrid 2016" href="http://www.madrid2016.es/en/noticias/Paginas/Madrid2016lucharahastael2deoctubreparamostraralCOIqueeslamejoropcion.aspx" target="_blank">Die Bewerber sagen</a></li>
</ul>
<p><strong>RIO DE JANEIRO:</strong> Neben dem obligatorischen Hinweis auf die Sicherheitslage rügt die IOC-Kommission das Transportsystem und mangelnde Hotelkapazitäten. Die Fußball-WM 2014 könne helfen, Infrastrukturprobleme zu lösen, andererseits sei die Vermarktung zweier Mega-Veranstaltungen schwierig. In Südamerika fanden noch nie Olympische Spiele statt. Es fällt auf, dass im Evaluierungsbericht viel Platz verwendet wird, um die Idee Olympias für den Subkontinent zu beschreiben. Ein Hinweis auf Rios Chancen? Die Allianzen mit Spanien und Frankreich scheinen aussichtsreich zu sein.</p>
<ul>
<li><a title="Rio 2016" href="http://rio2016.org/en/Noticias/Noticia.aspx?idConteudo=997" target="_blank">Die Bewerber sagen</a></li>
</ul>
<p><strong>CHICAGO:</strong> In Fragen der Infrastruktur und Nachhaltigkeit schneidet die Stadt hervorragend ab. Erstaunlich auch, wie jetzt auch bekannt ist, dass für die Bewerbung 73 Millionen Dollar aus privaten Mitteln akquiriert wurden. Allerdings machen Chicago die fehlenden staatlichen Bürgschaften zu schaffen. Das IOC verlangt von allen Bewerbern, sämtliche finanzielle Risiken zu übernehmen und eventuelle Verluste der Organisationskomitees auszugleichen. Chicago aber kann bisher nur eine Garantie von 750 Millionen Dollar bieten und „präsentiert dem IOC ein Risiko&#8221;, wie die Kommission notiert. Solche Botschaften kommen im Wahlvölkchen nie gut an. Chicagos Bewerberchef Pat Ryan versprach, das Problem bis Oktober zu lösen.</p>
<ul>
<li><a title="Chicago 2016" href="http://www.chicago2016.org/our-plan/news/press-releases/ioc-evaluation-commission-confirms-chicago.aspx" target="_blank">Die Bewerber sagen</a> </li>
<li><a title="No Games in Chicago" href="http://nogames.wordpress.com/" target="_blank">No Games in Chicago</a></li>
</ul>
<p><strong>TOKIO:</strong> Die Bewerbung wird mit einer Bemerkung regelrecht abgekanzelt: Einige Sportstätten, die von den Japanern als existierend bezeichnet werden, müssen „tatsächlich erst gebaut werden&#8221;, heißt es in dem Bericht.</p>
<ul>
<li><a title="Tokyo 2016" href="http://www.tokyo2016.or.jp/en/news/2009/09/tokyo_2016_starts_sprint_to_fi.html" target="_blank">Die Bewerber sagen</a></li>
</ul>
<p>Was mir sonst noch auffiel: In den vom IOC in Auftrag gegebenen Umfragen gehen die Zustimmungsraten in Bewerberstädten und Ländern leicht zurück. Dafür steigen die Zahlen der Olympiagegner, wenngleich bescheiden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/09/08/law-order-olympia-2016-rio-vs-chicago-vs-madrid-vs-tokio/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>24</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>The IOC, the 2016 bidding race and the question of a secrect, democratic election</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/08/13/the-ioc-the-2016-bidding-race-and-the-question-of-a-secrect-democratic-election/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/08/13/the-ioc-the-2016-bidding-race-and-the-question-of-a-secrect-democratic-election/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 09:59:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[electronic voting system]]></category>
		<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[one world trust]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[elektronisches wahlsystem]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[secret ballot]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=4657</guid>
		<description><![CDATA[The major Olympic decision this year is the election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016 on the 2nd October in Copenhagen. This is the climax of a tough two-year-long worldwide competition. The bidding cities, and the finalists Chicago, Madrid, Rio de Janeiro and Tokyo, have spent hundreds of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The major Olympic decision this year is the election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016 on the 2<sup>nd</sup> October in Copenhagen. This is the climax of a tough two-year-long worldwide competition. The bidding cities, and the finalists Chicago, Madrid, Rio de Janeiro and Tokyo, have spent hundreds of millions of US-dollars over the years. And they have planned billions of dollars for their Olympic projects. The final day of the race at the 121<sup>st</sup> IOC Session in Copenhagen is going to attract extraordinary worldwide attention. Head of states and government ministers from all four bidding countries are expected in Copenhagen. </p>
<p>All bidders expect a truly free, transparent and democratic election system. It is up to the International Olympic Committee, which was described as the &#8220;least accountable global organisation&#8221; in the <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">2008 Global Accountibility Report</a>, to provide such an election system.</p>
<p><strong>Several IOC members, talking to me under the condition of anonymity, have raised questions about the election system.</strong> They have criticized the so called Electronic Voting System (EVS) which was introduced by the IOC at the 111<sup>st</sup> Session in 2000 in Sydney. </p>
<p>&#8220;The principal reason for its introduction was to save time&#8221;, declares the IOC Press Office. &#8220;A manual round of voting and then counting of ballots took at least 30 minutes. Thus in a vote for the election of a Host City with 5 finalists, you could have up to 4 rounds of vote, thus over 2 hours of time.&#8221; </p>
<p>But, where is the problem? Is it inappropriate to spend &#8220;two hours of time&#8221; in a democratic election after an extensive and expensive worldwide competition?</p>
<p>I understand that there has been no official demand by IOC members so far to change the voting system in Copenhagen. But there has always been a discussion. </p>
<p>Do official IOC documents provide sufficient information about important Host City elections and give clear guidance?</p>
<p>Rule 34.3.2 of the <a title="The Olympic Charter" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_122.pdf" target="_blank">Olympic Charter</a> only states:</p>
<blockquote><p>&#8220;The election of the host city takes place after the Session has considered the report by the Evaluation Commission.&#8221; </p></blockquote>
<p>In its &#8220;<a title="2016 Candidature Precedure and Questionnaire" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1318.pdf" target="_blank">2016 Candidature Procedure and Questionnaire</a>&#8221; the IOC administration declares:</p>
<blockquote><p>1.1.12 Election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016</p>
<p><strong>The IOC members vote in secret ballot.</strong> The ballot will have as many rounds as necessary in order for one city to gain a majority of votes. After each round of voting, the city with the least number of votes is eliminated.</p></blockquote>
<p>But what exactly is a secret ballot? </p>
<p>There seems to be a lack of definition in the Olympic Charter.</p>
<p>The two main questions are: </p>
<ol>
<li><strong>Is the Electronic Voting System (EVS) to be considered as a &#8220;secret ballot&#8221;?</strong></li>
<li><strong>Is the EVS to be considered as a democratic election? </strong></li>
</ol>
<p>Within the European Union, and Denmark is part of the EU, it is being debated whether electronic voting systems are generally democratic or not.</p>
<p>With respect to the Electronic Voting System there is another irritating point:</p>
<p><strong><span id="more-4657"></span>The IOC doesn&#8217;t make any difference between procedural decisions and important elections.</strong> &#8220;We use the same EVS system for all electronic votes. Of course some votes are taken by a show of hands&#8221;, declares the Press Office. </p>
<p>In comparison to the IOC practice the Fédération Internationale de Football Association (FIFA) prefers a fundamentally different approach. Nicolas Maingot, Head of FIFA&#8217;s Media Department explains: </p>
<blockquote><p><strong>&#8220;First and foremost, it is essential to make the difference between decisions and elections. FIFA uses the Electronic Voting System for decisions, not for elections.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>FIFA has established the EVS at its 55<sup>th</sup> Congress 2005 in Marrakech. &#8220;The EVS proved to be an efficient, reliable and tamper-proof tool to faster and easier conduct a voting at the FIFA Congress&#8221;, says Mr Maingot and repeats:</p>
<p>&#8220;The EVS is only a voting and not an election system. Elections are still conducted with traditional polling booths. Except for the cases when the FIFA President is elected by acclamation as decided by the 57<sup>th</sup> FIFA Congress in 2007.&#8221; </p>
<p><strong>What about the results of electronic elections?</strong> </p>
<p>&#8220;The results are archived at the IOC and stored indefinitely&#8221;, informs the IOC Press Department. &#8220;Nobody&#8221; is allowed to see the voting results by name (by IOC member), says the statement:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;It is a secret ballot. With the system, it is impossible to know what each member voted for.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>There is only one difference: &#8220;With respect to the vote on the inclusion of Sports in the Olympic programme a notary is involved with respect to the sealing and maintaining of the votes.&#8221; </p>
<p>In comparison, FIFA describes its storage system as follows: &#8220;Regarding EVS, the results are being stored in a safe within the Home of FIFA for the duration of usually ten years. Regarding elections, the ballot papers are kept by the notary public. He/she notarises the correct process of the election and keeps the relevant papers with him/her.&#8221; </p>
<p>To the question how many FIFA officials are allowed to see the voting results by name, Mr. Maingot replies: &#8220;In principle, all delegates are allowed to look at the detailed result if they wish to. This applies only to polls, not to elections which are secret.&#8221;</p>
<p>The IOC administration says: &#8220;The IOC is fully satisfied with the current situation. Note that we always have as a backup the manual voting system if the EVS was to fail or if sufficient members were to request for a manual vote.&#8221;</p>
<p>I understand that it is up to the IOC members to request a secret ballot with traditional polling booths at the Copenhagen Session.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/08/13/the-ioc-the-2016-bidding-race-and-the-question-of-a-secrect-democratic-election/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>IOC-Absurditätenkabinett</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 17:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[baku 2016]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[doha 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[prag 2016]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=235</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Final result&#8221; steht über dem Chart aus dem Bericht der IOC-Evaluierungskommission zu den Bewerbern für die Sommerspiele 2016, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde. Demnach liegt Doha, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, Austragungsort der Asienspiele 2006, einer mit den Olympischen Spielen problemlos vergleichbaren Veranstaltung, fast gleichauf mit dem vermeintlichen Olympiafavoriten Chicago. Vorn liegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/ioc-2016-final.JPG" alt="ioc-2016-final.JPG" /></p>
<p>&#8220;Final result&#8221; steht über dem Chart aus dem <a target="_blank" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1317.pdf">Bericht der IOC-Evaluierungskommission</a> zu den Bewerbern für die <a target="_blank" href="http://jensweinreich.de/?p=224">Sommerspiele 2016</a>, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde. Demnach liegt <strong>Doha</strong>, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, Austragungsort der Asienspiele 2006, einer mit den Olympischen Spielen problemlos vergleichbaren Veranstaltung, fast gleichauf mit dem vermeintlichen Olympiafavoriten <strong>Chicago</strong>. Vorn liegen <strong>Tokio</strong> und <strong>Madrid</strong>, gerade noch im grünen Bereich ist <strong>Rio de Janeiro</strong>. Der Bericht schreibt den Kataris sogar die Fähigkeit zu, Olympische Spiele auszurichten. Dennoch wurde Doha vom IOC-Exekutivkomitee in Athen heute Nachmittag aussortiert &#8211; wie Baku und Prag.</p>
<p>Die Finalisten bereiten sich nun auf die Entscheidung am 2. Oktober 2009 vor. Und das IOC, das nach wie vor über keine transparenten und klar nachvollziehbaren Regeln bei Olympiabewerbungen (und der Bewertung dieser Offerten) verfügt, hat ein weiteres absurdes Kapitel seiner wenig ruhmreichen Geschichte geschrieben: Doha, so suggeriert es der Bericht auf Seite 94, wurde aussortiert, weil das von den Kataris vorgeschlagene Datum (14. Oktober bis 30. Oktober 2016) außerhalb der vom IOC präferierten Zeitmarke liegt (15. Juli bis 31. August).</p>
<p>Natürlich gibt es andere Gründe für den Rausschmiss der arabischen Sportfürsten. Darüber wird noch ausführlich zu reden sein. Vorerst nur ein paar Daten, die die Lächerlichkeit der Entscheidung unterstreichen. Ein Blick in die olympische Geschichte. Sommerspiele, obgleich noch nie in der Wüste, wurden zum Beispiel zu folgenden Terminen ausgetragen:</p>
<ul>
<li>22. November bis 8. Dezember 1956: Melbourne</li>
<li>25. August bis 11. September 1960: Rom</li>
<li>10. Oktober bis 24. Oktober 1964: Tokio</li>
<li>12. Oktober bis 27. Oktober 1968: Mexico City</li>
<li>26. August bis 11. September 1972: München</li>
<li>17. September bis 2. Oktober 1988: Seoul</li>
<li>15. September bis 1. Oktober 2000: Sydney </li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Monopoly 2016</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/monopoly-2016/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/monopoly-2016/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 12:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[baku 2016]]></category>
		<category><![CDATA[bid books]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[doha 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[prag 2016]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=224</guid>
		<description><![CDATA[In ein paar Stunden wählt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fällt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen. Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren Leipzig in der ersten Runde): Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In ein paar Stunden wählt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fällt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.2016baku.org/"><img vspace="5" align="left" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/baku-2016-logo.thumbnail.png" hspace="5" alt="baku-2016-logo.png" /></a><a target="_blank" href="http://www.praha2016.org/olymp/jnp/en/home/index.html"><img vspace="5" align="right" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/prag-2016-logo1.thumbnail.JPG" hspace="5" alt="prag-2016-logo1.JPG" /></a>Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren <a href="http://jensweinreich.de/?p=192">Leipzig</a> in der ersten Runde): Die tapferen Sportkameraden aus Aserbaidshan mit ihrer Hauptstadt Baku und die Hobbybewerber aus Prag. Baku und Prag sind nicht ernst zu nehmen. Beide betrachten ihre &#8220;Bewerbung&#8221; vor allem als touristische Promotion. Mitunter dienen Bewerbungen, gerade die aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, aber auch als veritables Mittel  der Geldwäsche. Anzeichen dafür gibt es viele. Vor einigen Jahren hat dies ein schwedischer Staatsanwalt, der sich mit Olympiabwerbungen beschäftigte, sogar mal laut ausgesprochen: &#8220;Geld rein, Geld raus, und alles unter dem Deckmäntelchen Olympischer Spiele.&#8221;</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.doha2016.org/en/index"><img vspace="5" align="left" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/doha-2016-logo.thumbnail.jpg" hspace="5" alt="doha-2016-logo.jpg" /></a>Nun zu den ernsthaften Kandidaten, die möglicherweise allesamt in die Finalrunde kommen. Vielleicht aber sortiert das IOC von diesem Quintett noch ein oder zwei Anwärter aus. Man weiß es nicht genau. Die Regularien sind auch unter Jacques Rogge alles andere als transparent. Nachdem vor einem Jahr in Guatemala die Öl-Oligarchen aus <a href="http://jensweinreich.de/?p=72">Putins</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=69">Reich</a> die <a href="http://jensweinreich.de/?p=67">Winterspiele</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=66">2014</a> gekauft haben, sind erstmals Ölscheichs vom Persischen Golf am Start. Olympiabewerbungen waren schon immer ein Milliarden-Monopoly. Mit den Kataris wird es nun besonders lustig. Geld spielt dort keine Rolle. Man hat es &#8211; und man weiß es auszugeben. Dabei kann man &#8211; um die Themen Geld und Moral mal außer Acht zu lassen &#8211; trefflich darüber streiten, ob es vielleicht doch Gegenden auf diesem Planeten gibt, in denen keine Spiele ausgetragen werden sollten: Die Antarktis und die Steinwüste von Katar wären da sicher erste Kandidaten.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.rio2016.org.br/en/"><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/rio-2016-logo.thumbnail.JPG" alt="rio-2016-logo.JPG" /></a><a target="_blank" href="http://www.madrid2016.es/en/paginas/home.aspx"><img vspace="5" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/madrid-2016-logo.thumbnail.gif" hspace="5" alt="madrid-2016-logo.gif" /></a><a target="_blank" href="http://www.tokyo2016.or.jp/en/"><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/tokio-2016-logo1.thumbnail.JPG" alt="tokio-2016-logo1.JPG" /></a></p>
<p>Mit den Bewerbern aus Madrid und Tokio werde ich mich später mal befassen. Zunächst zu Chicago, dem Favoriten der <a target="_blank" href="http://www.gamesbids.com/english/index.shtml">Insider</a>-<a target="_blank" href="http://aroundtherings.com/">Dienste</a>. Die olympischen Fachverbände und die Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC) setzen die Amerikaner gehörig unter Druck. Es geht ums Geld, was sonst. Ich habe gestern morgen im Hotel Divani Caravel mit Chicagos Bewerberchef Patrick Ryan gesprochen und folgende (für diesen Blog natürlich überarbeitete) Geschichte für einige Zeitungen geschrieben:<span id="more-224"></span></p>
<blockquote><p><a target="_blank" href="http://www.chicago2016.org/News/Pages/home.aspx"><img vspace="5" align="right" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/chicago-2016-logo.thumbnail.jpg" hspace="5" alt="chicago-2016-logo.jpg" /></a></p>
<p>ATHEN. Wenn es darum geht, die Vorzüge seiner Stadt zu loben, ist <a target="_blank" href="http://www.chicago2016.org/bid-information/Pages/PatRyanBio.aspx">Patrick Ryan</a> um keinen Superlativ verlegen. Seine Botschaft ist ambitioniert und schlicht zugleich. Denn sie lässt sich in einem Wort zusammenfassen: „Weltklasse“. Darunter macht es Ryan kaum. „Weltklasse“ sei in Chicago so ziemlich alles, sagt Ryan, Chef des olympischen Bewerbungskomitees: Architektur, Kultur, Natur und Sport. Glaubt man Ryan, dem Gründer und CEO des Versicherungskonzerns <a target="_blank" href="http://www.aon.com/default.jsp">Aon</a>, dann kann es im Jahr 2016 nur einen Ausrichter der Sommerspiele geben: Chicago.</p>
<p>Dumm nur, dass sich noch sechs andere Städte für Olympia interessieren. Tokio, Rio de Janeiro, Doha (Katar), Baku (Aserbaidhan), Madrid und Prag sind Chicagos Konkurrenten. Am Mittwoch trifft das IOC-Exekutivkomitee in Athen eine Vorauswahl der Finalisten. Prag und Baku werden aussortiert, vielleicht sogar eine weitere Stadt. Chicago aber, das ist klar, wird dabei bleiben bis das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Oktober 2009 in Kopenhagen abstimmt. „Chicago“, sagt Ryan, „ist der ideale Marktplatz für die olympische Bewegung.“</p>
<p>Marktplatz ist ein gutes Stichwort. Denn rund um Chicagos Offerte wird gefeilscht wie auf einem orientalischen Basar. Die Bewerbung ist von der Diskussion um die olympischen Marketingeinnahmen überschattet. Die 35 olympischen Weltverbände und die Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) wollen die Amerikaner schröpfen.</p>
<p>Anfang der achtziger Jahre, als das IOC mit der Kommerzialisierung der Olympischen Spiele begann, wurden mit dem amerikanischen NOK (<a target="_blank" href="http://www.aon.com/default.jsp">USOC</a>) Sonderkonditionen ausgehandelt. Der Vertrag wurde zuletzt 1996 angepasst und galt lange als Geheimsache: Das USOC erhält 12,75 Prozent der amerikanischen TV-Erlöse und 20 Prozent aus dem IOC-Sponsorenprogramm TOP. Im Olympiazyklus 2005-2008 werden rund 364 Millionen Dollar an das USOC überwiesen – mehr als an alle anderen NOK’s zusammen. Von 2009 bis 2012 darf das USOC sogar 450 Millionen erwarten.</p>
<p>„Das ist nicht fair“, sagt der Schweizer Denis Oswald, Chef der Vereinigung der 28 Sommersportverbände (ASOIF) und IOC-Exekutivmitglied. „In den achtziger Jahren kamen fast alle TOP-Sponsoren aus den USA, jetzt sind es gerade noch zwei oder drei.“ Präzise betrachtet sind es sechs von zwölf <a target="_blank" href="http://www.olympic.org/uk/organisation/facts/programme/sponsors_uk.asp">IOC-Sponsoren</a>: Coca-Cola, Kodak, Johnson &amp; Johnson, Gneral Electric, McDonald&#8217;s, Visa. Doch wenn es ums Geld geht, argumentiert selbst ein Jurist wie Oswald nicht immer faktenorientiert. Ob zwei, drei, sechs oder sieben ist letztlich egal: Die Amerikaner haben die gesamte Sportwelt gegen sich.</p>
<p>Manch Funktionär, etwa das dänische IOC-Mitglied Kai Holm, sagt laut, was alle denken: Wenn das USOC nicht auf einen Teil seiner Einnahmen verzichtet, hat Chicago keine Chance. Spricht man Pat Ryan darauf an, wird er leise und einsilbig. „Das hat mit der Bewerbung nichts zu tun“, sagt er. Was natürlich nicht stimmt. Denn die Bewerbung ist das perfekte Druckmittel für alle, die sich größere Stücke vom olympischen Kuchen erhoffen.</p>
<p>Oswald führt die Rebellion an, er ist auch Chef des Ruder-Weltverbandes. Anfang März hatte er einen Brandbrief an seine Kollegen verschickt. Die USOC-Überweisungen seien „moralisch nicht länger zu akzeptieren“, schrieb Oswald. „Wir brauchen eine faire Lösung. Und zwar bald“, sagt er in Athen. Er gehört gemeinsam mit dem Mexikaner Mario Vázqez Rana, Chef der Vereinigung der 205 NOK, und IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg zur kleinen Arbeitsgruppe, die sich mit dem USOC einigen soll. Warum aber sollte das USOC freiwillig Geld abgeben, wenn doch ein Kontrakt existiert? „Die Amerikaner behaupten, der Vertrag sei unbefristet“, sagt Oswald. „Aber Europa kennt man so etwas nicht. Wir müssen da eine friedliche Lösung finden.“</p>
<p>Chicagos Bewerberchef Ryan verweist auf die Verantwortlichkeit des USOC. „USOC-Präsident <a target="_blank" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Ueberroth">Peter Ueberroth</a> hat klar gemacht, dass das Problem recht bald gelöst wird“, sagt er. Wann genau? „Sehr bald.“</p>
<p>Ueberroth aber, der sich olympisch unsterblich gemacht hat, weil er mit den Sommerspielen 1984 in Los Angeles Profit machte, kann nicht zaubern. Sein USOC, geplagt von Jahrzehnten der Misswirtschaft, braucht jeden Dollar. „Wenn wir jetzt anfangen zu feilschen und hier und da ein paar Prozente verschieben, ist niemandem geholfen“, sagt er. „Wir können aber den Kuchen verdoppeln. Dann haben alle mehr davon.“</p>
<p>Wie das gehen soll? Erstmals seit Jahrzehnten wird um Sommerspiele gebuhlt, ohne dass die amerikanischen Fernsehrechte schon vergeben wären. Der Olympiasender NBC zahlt für 2010 (Winterspiele in Vancouver) und 2012 (Sommerspiele in London) rund 2,2 Milliarden Dollar. NBC wünscht sich nach den Quoten-Desastern von Athen (2004) und Turin (2006) endlich wieder Spiele in der eigenen Hemisphäre: mit Live-Übertragungen zur Primetime – und nicht mit zeitversetzten Konserven.</p>
<p>Ueberroth dreht den Spieß also um: Das IOC und die Sportverbände könnten die Rechnung an den amerikanischen Konsumenten weiterreichen. Man müsste nur NBC bedienen und Chicago zur Olympiastadt machen. Doch ob das dem Rest der Welt gefällt?</p></blockquote>
<p>Gestern Abend hat sich die Diskussion etwas zugespitzt, wie Phil Hersh in der <em>Chicago Tribune</em> berichtet: <a target="_blank" href="http://www.chicagotribune.com/news/chi-us-olympic-revenue-share-jun05,0,3063304.story">&#8220;IOC official says &#8216;sign of goodwill&#8217; could help Chicago&#8217;s Olympic bid&#8221;</a>. Ich kann nicht recht verstehen, wie der IOC-Präsident eine solche Aussage treffen kann: &#8220;A clear indication the USOC is willing to find a solution and not refusing a solution could be very good for Chicago. It would not have a negative impact [if there were no such sign], but this sign could have a positive impact.&#8221;</p>
<p>Normalerweise müsste man sagen: Das ist Erpressung &#8211; und somit ein Fall für die IOC-Ethikkommission.</p>
<p>Wie auch immer, Denis Oswald spricht von einer kurzfristigen Lösung und einer langfristigen. Inzwischen hat mir ein anderer Präsident eines Weltverbandes Zahlen genannt: 30 Millionen Dollar mehr für die Sportverbände. Das ist eine schöne runde Summe, die Sinn macht: Denn im Programm der Sommerspiele sind derzeit 28 Sportarten &#8211; zwei weitere hätte man gern dabei (auch wenn das IOC 2007 in Guatemala gerade beschlossen hat, es solle bei 28 Sportarten bleiben). Bliebe also eine schöne Million für jeden. Andererseits: Was sind schon 30 Millionen für das USOC? Sollte man deshalb die Bewerbung Chicagos opfern?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/monopoly-2016/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

