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	<title>jens weinreich &#187; pyeongchang 2018</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>cheat of the day (I): &#8220;We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 12:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[cheat of the day]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
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		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
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		<description><![CDATA[Neues Jahr, neue Rubrik. &#8220;Cheat of the day&#8221;, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten. Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus Pyeongchang. Der gewesene Bewerbungschef Cho Yang Ho, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11492" title="68minutes" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/01/68minutes.jpg" alt="" width="530" height="289" /><p class="wp-caption-text">Screenshot aus einem offiziellen Bewerber-Video</p></div>
<p>Neues Jahr, neue Rubrik. <strong>&#8220;Cheat of the day&#8221;</strong>, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten.</p>
<p>Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus <a title="alle Beiträge zu Pyeongchang 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/pyeongchang-2018/">Pyeongchang</a>.</p>
<p>Der gewesene Bewerbungschef <strong><a title="Beiträge von und mit Cho Yang Ho" href="http://www.jensweinreich.de/?s=cho+yang+ho">Cho Yang Ho</a></strong>, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, <a title="reuters.com: Q&amp;A with Pyeongchang 2018 Games bid chief Cho Yang-ho" href="http://uk.reuters.com/article/2011/07/04/uk-olympics-2018-pyeongchang-qa-idUKTRE7632MD20110704" target="_blank">unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele 2018</a>, in Durban:</p>
<blockquote><p>The investment programme for the Winter Games infrastructure is already underway with projects such as the double-track express railroad which will connect Seoul&#8217;s Incheon Airport directly to Pyeongchang in 68 minutes.&#8221;</p></blockquote>
<p>Inzwischen haben es sich die Koreaner anders überlegt.<br />
<span id="more-11485"></span><br />
<strong>Sohn Chang Hwan</strong>, ein Direktor des Organisationskomitees <a title="PyeongChang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/language/eng/index.asp?hb_Manager_PK=VDENAA01&amp;s=" target="_blank">Pyeongchang 2018</a>, erklärt <a title="WSJ Asia" href="http://blogs.wsj.com/korearealtime/2012/01/04/68-minutes-to-pyeongchang-about-that/" target="_blank">nunmehr</a> <a title="Korean Herald" href="http://www.koreaherald.com/national/Detail.jsp?newsMLId=20120104000714" target="_blank">feierlich</a>:</p>
<blockquote><p>The claim is falsely reported. We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang, but the media did. The only proposed plan is connecting Wonju and Gangneung with a new express railroad”</p></blockquote>
<p>Die Medien sind an allem schuld.</p>
<p>Was sagt man dazu?</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Im Youtube-Kanal der Organisatoren kann man die 68-Minuten-Lüge auch noch finden, und nicht nur dort.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>18 Gründe für die Niederlage von München 2018</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/07/18-grunde-fur-die-niederlage-von-munchen-2018/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/07/18-grunde-fur-die-niederlage-von-munchen-2018/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 16:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[durban]]></category>
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		<description><![CDATA[Unser Bid Book ist zu Staub zerfallen. Thomas Bach DURBAN. Vorgestern habe ich mich an einem Olympia FAQ versucht: 18 Fragen und Antworten zur Bewerbung 2018. Gestern habe ich bis zum Absturz des Blogs live berichtet. Heute etwas kürzer und zugespitzter: 18 Gründe für Münchens Niederlage. es war die zweitbeste Bewerbung, sagt nicht nur IOC-Präsident Rogge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Unser Bid Book ist zu Staub zerfallen.</strong></p>
<p><em>Thomas Bach</em></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10678" title="Result Election of the Host City of the 2018 Olympic Winter Games" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/election-2018.gif" alt="" width="429" height="496" /><br />
DURBAN. Vorgestern habe ich mich an einem Olympia FAQ versucht: <a title="18 Fragen und Antworten zu Olympia 2018" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/18-fragen-und-antworten-zu-olympia-2018/" target="_self">18 Fragen und Antworten zur Bewerbung 2018</a>. Gestern habe ich bis zum Absturz des Blogs <a title="live-Blog aus Durban: die Entscheidung für Pyeongchang" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/06/live-blog-aus-durban-olympia-2018-die-entscheidung/" target="_self">live berichtet</a>.</p>
<p>Heute etwas kürzer und zugespitzter: 18 Gründe für Münchens Niederlage.</p>
<ol>
<li>es war die zweitbeste Bewerbung, sagt nicht nur IOC-Präsident Rogge</li>
<li>das Asien-Argument: es sind schließlich globale Spiele</li>
<li>Axel Doering und der Widerstand in Garmisch-Partenkirchen</li>
<li>Arroganz von Chef-Bewerbern und uninformierten Politikern im Umgang mit der Bevölkerung</li>
<li>diese Bewerbung war nie eine nationale Aufgabe</li>
<li>Pyeongchang 2010</li>
<li>Pyeongchang 2014</li>
<li>Samsung und Kun Hee Lee</li>
<li>Korean Air</li>
<li>BMW war zu geizig</li>
<li>Kim Un Yong</li>
<li>Madrid 2020</li>
<li>Rom 2020</li>
<li>Thomas Bach und seine Thron-Ambitionen</li>
<li>die DOSB-Entscheidung im Dezember 2007 für München, um Sommerbewerbungen Hamburg und Berlin zu verhindern</li>
<li>Willy Bogner</li>
<li>FIFA-Mann Franz Beckenbauer in Durban (DFB-Maskottchen Claudia Roth hätte es gerichtet)</li>
<li>IOC-Mitglieder mit politischem Verstand: Deutschland soll lieber den Euro retten!</li>
</ol>
<p>Weil die Berichterstattung durch die <a title="Aus dem Maschinenraum (VII)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/07/aus-dem-maschinenraum-vii/" target="_self">Server-Probleme</a> einen Tag eingeschränkt war, kopiere ich flink noch meine halb-analytischen Schnellschüsse von gestern Abend und heute Nachmittag hinein. Eigentlich müsste Mann mal wieder ein Buch drüber schreiben.</p>
<p>Bei allem Respekt vor jenen in der Olympia GmbH, die hart und aufrecht für diesen Traum gearbeitet haben, ich verfalle nicht in Häme, ich respektiere ehrliche Bemühungen, aber diese Fragen müssen gestellt werden:</p>
<blockquote><p>Sogar die Koreaner haben nicht mit einem so klaren Sieg gerechnet. München trauten sie 35 Stimmen zu.</p>
<p>Interessant in der Nachbereitung wird nun sein, wie es der vom DOSB dominierten Bewerbungsgesellschaft gelang, dem Sponsor aus der Politik – Bundesregierung, Bundestags-Sportausschuss, Landesregierung – jahrelang den Eindruck zu vermitteln, München habe eine reelle Chance?</p>
<p>Darf man von einer bewussten Irreführung sprechen, um viele Millionen Steuermittel zu akquirieren?</p>
<p>Eine andere Frage ist natürlich auch, warum es bequeme, ahnungslose und eingebildete Politiker nicht besser wissen wollten und sich von Olympia-Lobbyisten aus dem DOSB instrumentalisieren ließen/lassen?</p></blockquote>
<p>Wenn ich dann lese, dass Münchner CSU-Trottel schon wieder über 2022 palavern, ohne Zusammenhänge zu begreifen, wird mir übel.</p>
<p>Die beiden Texte:</p>
<p><em>Mittwochabend, 6. Juli</em></p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 16.0px Consolas} -->DURBAN. Die Olympischen Winterspiele 2018 finden in der südkoreanische Kleinstadt Pyeongchang statt. 63 von 95 stimmberechtigten Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entschieden sich im ersten Wahlgang für Pyeongchang. München erhielt nur 25 Stimmen. Für das französische Annecy votierten sieben IOC-Mitglieder. Um 17.18 Uhr gab IOC-Präsident Jacques Rogge das Resultat bekannt. Wenige Minuten später wurden die Verträge mit dem neuen Olympiagastgeber unterschrieben.</p>
<p>Wie erwartet lobte Rogge die Koreaner für ihre Ausdauer, denn es war Pyeongchangs dritte Bewerbung in Folge nach zwei knappen Niederlagen. „Die Höhe des Erstrundensieges überrascht mich“, sagte Rogge:</p>
<blockquote><p>Die beste Bewerbung hat überzeugend gewonnen. Pyeongchang hat sein Angebot kontinuierlich verbessert.</p></blockquote>
<p>Für 2010 hatte Pyeongchang gegen Vancouver und für 2014 gegen Sotschi verloren.</p>
<p>25 Stimmen sind enttäuschend für München, die auch die Unterstützer in der Politik kaum in einen Sieg umdeuten können. Intern hatten Berater schon vor einiger Zeit mit einer Niederlage gerechnet, am Ende aber sprachen alle über eine Aufholjagd und die zweite Runde. 25 Stimmen hatte vor vier Jahren, als die Spiele 2014 vergeben worden, auch Salzburg aus Österreich geholt – mit nur zehn Millionen Euro, statt 34 Millionen wie München. Und ohne ein einflussreiches IOC-Mitglied wie es die Deutschen mit Vizepräsident Thomas Bach haben, der in zwei Jahren Nachfolger von Rogge werden will.</p>
<p>Im IOC wird die Frage gestellt, ob sich Bach mit diesen 25 Stimmen blamiert hat. „Ich glaube nicht“, sagt der Kanadier Richard Pound. „Das ist eine ganz andere Veranstaltung.“ Von einem „Kantersieg“ für Pyeongchang sprach er aber auch.</p>
<p>„Wahrscheinlich ist die Entscheidung ja wirklich schon vorher gefallen“, vermutet Münchens Frontfrau Katarina Witt unter Tränen. Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin hat sich nichts vorzuwerfen. Sie hat beizeiten energisch den überforderten ehemaligen Geschäftsführer Willy Bogner bedrängt, endlich die Zügel anzuziehen. Bogner ist einer der Hauptverantwortlichen für das Kommunikationsdesaster mit den Widerständlern in Garmisch-Partenkirchen, der olympischen Kernregion. Die mangelnde Zustimmung der Bevölkerung sei der Schwachpunkt der Bewerbung gewesen, analysierte das ehemalige deutsche IOC-Mitglied Roland Baar.</p>
<p>Trotz nationaler Querelen trat München mit Witt international extrem besser auf als 1986 Berchtesgaden, 1993 Berlin und 2004 Leipzig, deren Bewerbungen von Skandalen und finanzieller Misswirtschaft geprägt waren.</p>
<p>Am Mittwoch präsentierten sich die Bewerber ein letztes Mal vor den IOC-Mitgliedern. München und Pyeongchang lieferten sehr gute Vorstellungen, die zu den besten der vergangenen zwanzig Jahre im Bewerber-Zirkus zählten. Einen Olympiasieg kann man mit Präsentationen nicht erringen, wohl aber mit einer uninspirierten Vorstellung noch Stimmen verlieren.</p>
<p>Münchens Offerte wurde geprägt von Katarina Witt, der Blindensportlerin Verena Bentele, von Thomas Bach, Franz Beckenbauer und Bundespräsident Christian Wulff. „Alle Gesetze sind auf den Weg gebracht, wir sind ein verlässlicher Partner“, sagte Wulff. „Wir achten die Autonomie des Sports.“ Alle korrupten Funktionäre im Saal wie etwa etliche Vertreter des Fußball-Weltverbands FIFA um Joseph Blatter werden derlei Aussagen erfreut zur Kenntnis genommen haben. Besonders Bach warf sich mächtig ins Zeug und bewies wohl doch, dass ihm diese Bewerbung am Herzen gelegen hat und er nicht nur auf die IOC-Präsidentschaft konzentriert ist. Mit Tränen in den Augen sagte er:</p>
<blockquote><p>Aus tiefstem Herzen bitten wir sie, Ja zu München zu sagen.</p></blockquote>
<p>Dann die Koreaner. Der Amerikaner Terrence Burns, der schon drei Olympiabewerbungen (Peking, Vancouver, Sotschi) und zuletzt die Fußball-WM 2018 mit Russland gewonnen hatte, bereitete diese Präsentation vor. „Noch nie ist mir das so schwer gefallen“, sagte Burns erleichtert, nachdem seine Präsentatoren über sich hinaus gewachsen waren. Die Südkoreaner waren spritzig und witzig. Und sieattackierten immer wieder elegant den Herausforderer München. Herausragendagierte dabei Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Yuna Kim. Koreas NOK-Präsident Yong Sung Park, Chef des Doosan-Konzerns, witzelte in Richtung des IOC-MitgliedsFürst Albert von Monaco:</p>
<blockquote><p>Tut mir echt leid, Ihre Hoheit, dass Sie Ihre Flitterwochen unterbrechen müssen, um zum dritten Mal eine Präsentation von Pyeongchang zu verfolgen.</p></blockquote>
<p>Der Auftritt habe ihn nicht gelangweilt, sagte Albert wenig später. Es sei sehr unterhaltsam gewesen. Einen vierten Auftritt von Pyeongchang wird es nicht geben, aber vielleichteinen zweiten von München – in vier Jahren? Weder Thomas Bach noch Oberbürgermeister Christian Ude wollten im ersten Schock über eine zweiteBewerbung sprechen. Ude sagte zunächst nur, es sei „keine Fehlinvestition“ gewesen.</p>
<p>Die Koreaner haben die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt und agierten weniger aggressiv, entspannt aber bestimmt.</p>
<blockquote><p>Das war eine psychologische Meisterleistung &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte das Schweizer IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper. &#8220;Man hat ein bisschen Mitleid geweckt und jederzeit die richtige emotionale Ansprache getroffen.“</p>
<p>Historisch betrachtet war der Sieg im dritten Anlauf verdient. Bisher waren 20 Winterspiele nach Europa und Nordamerika vergeben worden – nun die dritten nach Asien. Dieses krasse Missverhältnis hat das IOC etwas aufgehübscht. Andererseits haben derlei Abstimmungen stets einen schlechten Beigeschmack, weil letztlich ein Systembelohnt wurde, das seit Jahrzehnten mit einer einzigartigen Symbiose aus Wirtschaftsmacht und sportpolitischem Einfluss dauerhaft für Korruptionsskandale sorgte. Ob Samsung-Boss Kun Hee Lee, der als IOC-Mitglied Milliarden ins Sportsponsoring steckt, oder die ehemaligen IOC-Mitglieder Park und Kim Un Yong – sie alle wurden bereits wegen Korruption verurteilt. Lee sogar zweimal. Der Samsung-Chef, der einen gottähnlichen Status in Südkorea genießt, entzog sich einer dritten Haftstrafe durch eine gigantische Geldspende. Zuletzt wurde er im Januar 2010 begnadigt, um die Spiele nach Pyeongchang zu holen.</p>
<p>In Durban ging Kun Hee Lee nicht mal mehr in die Bütt. Er wusste, dass es für den souveränen Sieg reichen würde. Vor vier Jahren noch in Guatemala, als Russlands damaliger Präsident Wladimir Putin eingeflogen kam und mit dem Geld seinerOligarchen die IOC-Mitglieder beeinflusste, sprang der öffentlichkeitsscheue Kun Hee Lee noch über seinen Schatten, trat zum ersten Mal überhaupt ans Podium und flehte:</p>
<blockquote><p>Im Namen von 70 Millionen Koreanern, geben Sie uns die Spiele!</p></blockquote>
<p>Mission erfüllt, vier Jahre später. Und Bewerbungschef Yang Ho Cho, der Boss von Korean Air, jubelte: „Heute feiert ganz Korea!“</p>
<p><em>Donnerstagabend, 7. Juli</em></p>
<p>DURBAN. Der Nacht der Tränen folgte der große Kater. Während sich die IOC-Mitglieder längst wieder ihren Geschäften widmeten und routiniert die nächsten Programmpunkte ihrer 123. Vollversammlung abhandelten, räumten die Mitarbeiter der Münchner Olympia GmbH ihre Büros. Am Donnerstagabend verließ das Team um Katarina Witt und den Geschäftsführer Bernhard Schwank fast komplett den Ort der heftigen Niederlage. Es wird daheim nun einige Abschiedsessen geben zur kollektiven Schmerzbetäubung. Ab nächster Woche zerstreut sich die Mannschaft in alleWinde.</p>
<p>Nur die IOC-Mitglieder Thomas Bach und Claudia Bokel, IOC-Ehrenmitglied Walther Tröger und Bachs Adjudantin Katrin Merkel blieben in Durban. Ob sich München noch einmal umWinterspiele bewirbt, steht in den Sternen. Nächste Woche trifft sich das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und wird auch darüber beraten. Ein Schnellschuss kann ausgeschlossen werden. Der DOSB könnte sich dafür aussprechen, doch die wichtigste Lehre, eine immer wieder neue, aus dieser Bewerbung lautet: Es muss transparenter zugehen in finanziellen Fragen – und zunächst sollten die Steuerzahler befragt werden, ob sie Olympia wirklich wollen.</p>
<p>Im IOC-Reich konzentriert sich jetzt alles auf die Sommerspiele 2012 in London und auf die Session im September 2013 in Buenos Aires, wo der Nachfolger von Präsident Jacques Rogge gewählt wird. DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach ist erster Anwärtert. „Dass weiß doch jeder“, hat IOC-Kollege und Eishockey-Weltpräsident Rene Fasel schon vergangenes Jahr zu Protokoll gegeben. Darauf ist die Karriere des Fecht-Olympiasiegers von 1976 angelegt. Genau deshalb hatte Bach die Sommerbewerbungen von Berlin und Hamburg für 2020 verhindert und sich für München 2018 entschieden.</p>
<p>Was bedeuten diese 25 Stimmen, die München bei der Niederlage gegen Pyeongchang (63 Stimmen) erhalten hat, für Bachs präsidiale Ambitionen? Ist es denkbar, dass Bach 2013 Präsident wird, und zwei Jahre später München Olympiastadt 2022? Ist es überhaupt sinnvoll, sich für 2022 zu bewerben, wenn doch 2020 voraussichtlich Olympische Sommerspiele in Europa stattfinden: in Rom (bislang einziger erklärter Kandidat), Istanbul, Madrid oder Paris?</p>
<p>Gegen Pyeongchang, das zum dritten Mal antrat, war Münchens Offerte immer aussichtslos. Das darf man ohne jede Häme und unabhängig von der Klasse der Bewerbung formulieren. Die 63:25 Stimmen sind eindeutig. 25 nur. Thomas Bach hat geweint. Manche interpretieren seine Reaktionen als Schock. Bach ist in zwanzig Jahren im IOC immer mit dem Stimmenpaket unterwegs gewesen, das einst die korrupten südkoreanischen Funktionäre um Kim Un Yong mit dem ehemaligen IOC-Präsidenten Samaranch geschmiedet haben. Diese rund 35 Stimmen kamen stets auch Bach zugute. Mit München musste er nun erstmals in seiner Karriere gegen den Block der alten Koalitionäre kämpfen. Man könnte sagen, er hat immerhin 25 Stimmen erhalten und sich damit als präsidiabel erwiesen, denn in zwei Jahren werden ihm aus Pyeongchangs Paket wieder viele Voten zufließen.</p>
<p>Jeder im Business weiß, dass sich Bach wirklich für München ins Zeug gelegt hat. Es mag anfangs die Überlegung gegeben haben, Münchens Bewerbung seinen präsidialen Plänen zu opfern. Doch das war zu riskant. Eine schwache Bewerbung mit neun Stimmchen wie sie einst Berlin erhielt, konnte sich Bach nicht leisten. Seine Rede während der Münchner Präsentation in Spanisch, Englisch und Französisch war natürlich auch ein Wahlkampfauftritt in eigener Sache. Er hat viel getan, und gemäß Flurfunk nicht wirklich Chancen auf die Präsidentschaft eingebüßt.</p>
<p>Dennoch sollen potenzielle Herausforderer wie Richard Carrion (Puerto Rico) oder Ser Miang Ng (Singapur) leuchtende Augen bekommen haben, als sie das Wahlergebnis lasen. Carrion hat als TV-Unterhändler des IOC vor wenigen Tagen einen <a title="Was vom Tage übrig bleibt (63): olympische TV-Milliarden, NBCU und neue Optionen für die Sommerspiele 2020" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-63-olympische-tv-milliarden-nbcu-und-neue-optionen-fur-die-sommerspiele-2020/" target="_self">4,4-Milliarden-Dollar-Vertrag</a> mit dem amerikanischen Network NBC-Universal ausgehandelt. Für Carrion, den Banker, spricht auch, dass das IOC in 117 Jahren acht Präsidenten hatte, von denen sieben aus Europa kamen. Die Machtverschiebung im Weltsport, die seit langem zu beobachten ist, kann sich auch schnell in der IOC-Präsidentschaft manifestieren.</p>
<p>Sogar die Koreaner haben nicht mit einem so klaren Sieg gerechnet. München trauten sie 35 Stimmen zu. Interessant in der Nachbereitung wird nun sein, wie es der vom DOSB dominierten Bewerbungsgesellschaft gelang, dem Sponsor aus der Politik – Bundesregierung, Bundestags-Sportausschuss, Landesregierung – jahrelang den Eindruck zu vermitteln, München habe eine reelle Chance? Darf man von einer Irreführung sprechen, um viele Millionen Steuermittel zu akquirieren? Eine andere Frage ist natürlich auch, warum es Politiker nicht besser wissen wollen und sich von Olympia-Lobbyisten aus dem DOSB instrumentalisieren lassen?</p>
<p>Müsste morgen schon, und nicht erst 2013, ein neuer IOC-Präsident gewählt werden, würde alles auf Thomas Bach hinauslaufen. Daran hat sich nichts geändert. Als IOC-Präsident würde Bach in Sachen deutscher Olympiabewerbung jedoch wieder vorsichtiger, vielleicht sogar neutral agieren müssen. Sogar sein großes Vorbild Juan Antonio Samaranch hat einst sechs Jahre verstreichen lassen, um die Sommerspiele in seine Heimatstadt Barcelona zu holen. Auch Bach wird Ruhe bewahren. Und Deutschland wird noch ein Jahrzehnt auf Olympia warten müssen.</p>
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		<title>live-Blog aus Durban: Olympia 2018. Die Entscheidung für Pyeongchang</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/06/live-blog-aus-durban-olympia-2018-die-entscheidung/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 06:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[annecy 2018]]></category>
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		<description><![CDATA[DURBAN. Moin, moin. Sitze nach einigen Fights mit der Security doch noch pünktlich am Platz. In wenigen Minuten eröffnet IOC-Präsident Jacques Rogge die Show. Ab 8.45 Uhr präsentiert München. Ich bitte um einen/mehrere Gefallen: Kann mir bitte jemand den Spaß komplett am Fernseher aufzeichnen? Ich nehme alles für mein Archiv: ARD, ntv, ZDF &#8211; wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
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<p>DURBAN. Moin, moin. Sitze nach einigen Fights mit der Security doch noch pünktlich am Platz. In wenigen Minuten eröffnet IOC-Präsident Jacques Rogge die Show. Ab 8.45 Uhr präsentiert München.</p>
<p>Ich bitte um einen/mehrere Gefallen: Kann mir bitte jemand den Spaß komplett am Fernseher aufzeichnen? Ich nehme alles für mein Archiv: ARD, ntv, ZDF &#8211; wer auch immer heute überträgt. Und zwar in voller Länge. Von jetzt bis heute Abend mit allen Sondersendungen. Falls es derartig veranlagte Menschen geben sollte, bitte, denkt an mich. Her damit.</p>
<p><strong>8.39 Uhr: </strong>Christophe de Kepper, als Rogges Mann neuer Generaldirektor des IOC, ist jetzt der Chef im Ring und erklärt den Ablauf. Und hier im Pressezentrum tendiert die Temperatur gegen Null. Just to mention that.</p>
<p>Rogge wiederholt die Regeln. Sie sind etwas früher bereit und müssen also wg der TV-Übertragung noch vier Minuten warten. Jetzt lässt er die Technik prüfen.</p>
<p>103 von 110 Mitglieder sind anwesend. Davon müssen wir noch jene abziehen, die in der ersten Runde nicht wählen dürfen. Dann sollten es 97 bei der Abstimmung sein. Oder?</p>
<p>München marschiert ein.</p>
<p><strong>8.45 Uhr: </strong>Auf geht&#8217;s, München.</p>
<p>München startet mit einem altbekannten Begrüßungsvideo. Leicht aufgehübscht, das sah man bisher bei fast allen Präsentationen.</p>
<p>Thomas <strong>BACH</strong> beginnt. Gibt den Olympier. Deshalb der Hinweis, dass es die erste IOC-Vollversammlung in Afrika überhaupt ist.</p>
<blockquote><p>Es geht allein um die Verdienste, nicht darum, wie oft sich jemand beworben hat</p></blockquote>
<p>Das bringt er seit einiger Zeit, seit der Präsentation in Lausanne im Mai. Da hat er dann auch ausgepackt, dass das Deutschlands vierte Bewerbung ist &#8211; nach Berchtesgaden, Berlin und Leipzig, den drei Katastrophen. Auch damit wollen sie Pyeongchang toppen. Vier gegen drei. Kleine Spitze, dies.</p>
<p>Es geht um soziale Verantwortung, Umweltschutz und das Gedeihen der olympischen Bewegung. Oops?</p>
<p>Oh, der DOSB hat nun schon 28 Millionen Mitglieder. Sagt <strong>BACH</strong>.</p>
<p>Katarina <strong>WITT</strong> spricht von Architekten und Malern, die wie Sportler eine Kunst verrichten.</p>
<p>Sie ist besser als zuletzt bei allen Präsentationen. Sie hat&#8217;s halt gelernt, vor vielen Jahren im Olympia-Eisring.</p>
<p>Willy <strong>REHM</strong> jodelt, und dieses katastrophale Internet hier bringt mich mal wieder zur Verzweiflung.</p>
<p>Christian <strong>UDE</strong> übernimmt wie immer die Oktoberfest-Nummer, Munich = Party-Town. Er würde gern ein Faß Bier anstechen mit den IOC-Mitgliedern heute Abend.</p>
<p>Jetzt ein Video, in dem es u.a. um Weltklasse-Bars in München geht.</p>
<blockquote><p>Sie können drei Wochen jeden Tag in einem anderen Top-Restaurant speisen.</p></blockquote>
<p>Sagt Ude.</p>
<p>Das kann Pyeongchang derzeit nicht bieten. Aber die Koreaner werden ja alles aus Seoul transferieren. Als ich im Februar dort war zum Besuch der Evaluierungskommission, da hat der Chefkoch des Shilla-Hotels serviert. Shilla, natürlich, gehört auch Kun Hee Lee bzw Samsung.</p>
<p>Bernhard <strong>SCHWANK</strong> ist fürs Sportliche zuständig. Stellt das Konzept vor. Überzieht etwas. Zu aufdringlich. Betont falsch, betont fast jedes Wort.</p>
<p>Seine Botschaft: Deutsche Firmen, die jetzt schon für 50 Prozent des Umsatzes der sieben olympischen Wintersportverbände sorgen, werden ihr Sponsoring dramatisch erhöhen. Jedes Land, jedes NOK, jeder Sportverband wird davon profitieren. Sie alle.</p>
<p>Nun Christian <strong>WULFF</strong>. Spricht Deutsch. Peinlich. Er hat ja an den Proben auch nicht teilgenommen. Hätte schon etwas mehr investieren können.</p>
<blockquote><p>Schenken sie uns ihr Vertrauen für die Olympischen Winterspiele 2018. Wir werden daraus, fröhliche, emotionale und enthusiatische Winterspiele machen.</p></blockquote>
<p>Alle Gesetze sind auf den Weg gebracht. Wir sind verlässliche Partner</p>
<blockquote><p>Schenken sie Stella und der Jugend der Welt im Jahr 2018 erfolgreiche Para- und Olympische Winterspiele im Jahr 2018. Let dreams become true.</p></blockquote>
<p>Wir sind verlässliche Partner. Wir achten die Verantwortung und die Autonomie des Sports. (Notiz an mich: Bitte Haltung bewahren und mich nicht übergeben. #FIFA #IOC #Korruption #Wahrheitsallergiker)</p>
<p>Claudia <strong>BOKEL</strong>. Gibt es eigentlich außer mir und einigen Journalisten weitere Personen, die wissen, dass Bokel seit 2008 IOC-Mitglied ist? Ich weiß nicht, was sie im IOC tut. Sie spricht Französisch und im Namen der Sportler. Davon kommen dann noch einige. Zum Beispiel gleich Verena <strong>BENTELE</strong>. Sie ist sehr gut. (George Hirthler flüstert mir später zu, darauf sei er besonders stolz gewesen.)</p>
<p>Nun Maria <strong>RIESCH</strong>, die lässig sagt, es habe während der Bewerbung viele News aus Garmisch gegeben, aber sie erzähle nun ihre, die richtige.</p>
<blockquote><p>Glauben sie mir: Die Garmischer werden sie alle herzlich bei den Winterspielen begrüßen. Wie alle Deutschen.</p></blockquote>
<p>Der <strong>FRANZ</strong>.</p>
<blockquote><p>People kohl me se Kaiser. I invite you for the winter dream.</p></blockquote>
<p>Und er will auch sofort mit dem Langlauftraining beginnen.</p>
<p>Lügenbaron Jerome Valcke, FIFA-General, sitzt übrigens auch im Saal.</p>
<blockquote><p>Once an athletes, always an athlete.</p></blockquote>
<p><strong>WITT</strong> spricht ein bisschen über sich, ihre Olympiaerfolge und ihren Job als Gesicht der Bewerbung und sagt, sie hätte gern die IOC-Mitglieder daheim besucht. Aber wie alle wissen, ist das nicht erlaubt.</p>
<p>Zählt dann, wie immer, die Rekordzahlen und vollen Stadien in Deutschland auf. Achtung, Pyeongchang:</p>
<blockquote><p>We are not just promosing full stadia, we guarantee full stadia.</p></blockquote>
<p>Und noch ein wirklich hübscher move von George Hirthler:</p>
<blockquote><p>That is the public support that counts.</p></blockquote>
<p>Sein Sportlerherz schlägt höher, sagt <strong>BACH</strong>.</p>
<blockquote><p>One of the single word in every language is yes. Wir bitten sie bescheiden, sagen sie dieses eine Wort zu München 2018.</p></blockquote>
<p>Können Olympische Spiele nachhaltig organisiert werden?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>Können Olympische Spiele umweltfreundlich organisiert werden?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>&#8230; in magischer Amosphäre?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>usw usf</p>
<p>Is the election of a host city really about sports and the athletes?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>With stadiums full of knowledgable fans! Achtung, Pyeongchang!</p>
<blockquote><p>From the buttons of our hearts we humbly ask you to say yes.</p></blockquote>
<p>Willy <strong>REHM</strong> jodelt wieder.</p>
<p>Die Fragerunde ist kurz. Was Fürst Albert &#8220;fragt&#8221; (richtige Fragen stellt er eigentlich nie, er äußert sich nur immer als Erster) ist wegen akkustischer Mängel nicht zu verstehen. Außerdem Adam Pengilly (UK) und Ottavio Cinquanta (ITA). Cinquanta will Pyeongchang, das hat er mir schon im Mai klar gesagt. Er will Pyeongchang auch wegen Rom 2020.</p>
<p>Christian <strong>WULFF</strong> antwortet auf seine Frage, ob das nicht nur eine Bewerbung vom Freistaat Bayern, sondern von ganz Deutschland sei.</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen versichern, dass das ganze Land mit einer überwältigende Mehrheit hinter dieser Bewerbung stehen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Politik hat all diesen Bewerbungsunterlagen eiserne Garantien gegeben. Ich stehe persönlich dafür, dass diese Olympischen Spiele ein Ereignis werden, dass wir niemals vergessen werden.</p></blockquote>
<p>Beifall. Diplom. Abgang. <strong>9.43 Uhr</strong>.</p>
<p>Und Patrick Sandusky, der Pressechef des USOC und einstiger Pressechef von Chicago 2016 fragt auf Twitter, wo eigentlich das Diplom ist, dass <a title="Ohrfeige für Obama" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/" target="_self">Chicago 2016</a> im <a title="Obama arrived" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/" target="_self">Oktober 2009</a> als großer Verlierer bekommen hat. Das liegt noch irgendwo im Bella Centre von Kopenhagen, antwortet jemand.</p>
<p><strong>11.06 Uhr:</strong> Nach der München-PK. Annecy präsentiert. Ich verfolge das nicht. Treibe mich herum und bin erst später wieder ganz Ohr bei Pyeongchang.</p>
<p>München natürlich schwer erleichtert. Wenngleich jeder weiß, auch Wulff, der es ganz nett formuliert hat, dass das alles nicht bedeutet/bedeuten muss. Es bleibt nur das Beten und Hoffen.</p>
<p><strong>12.07 Uhr:</strong> Let&#8217;s go, Pyeongchang!</p>
<p>Zunächst ein stimmungsvolles Video. Auch mein Freund Kwang-Bae Kang tritt auf, Vizepräsident des Bob-Weltverbandes FIBT. Dessen Präsident Ivo Ferriani ist (auch als Italiener) ein absoluter Befürworter von Pyeongchang.</p>
<p>Theresa <strong>RAH</strong> stellt das Team vor. Präsident <strong>LEE</strong>, Sportminister, Governor, Sonderbotschafter <strong>KIM</strong>, Yong Sung <strong>PARK</strong>, Yuna <strong>KIM</strong> (großer Beifall) &#8230; Kun Hee <strong>LEE</strong>, der Samsung-Herrscher (langer Beifall, echt!), Dae Sung <strong>MOON</strong>, Olympiasieger und IOC-Mitglied.</p>
<p>Theresa <strong>RAH</strong> erklärt, auch diese Kleinigkeit ist wichtig, dass sie neu ist in der olympischen Bewegung. Die Diplomatengattin, die in vielen Ländern gelebt hat, wurde als Kommunikationschefin geholt.</p>
<blockquote><p>Beharrlichkeit und Geduld.</p></blockquote>
<p>Pyeongchang ist immer wieder aufgestanden, hat sich zweimal erholt und alles getan &#8230; neue Horizonte &#8230; Wintersport in neuen Regionen entwickeln &#8230; geht alles ein bisschen zu schnell für mein Empfinden. Bisschen Luft holen, wäre ganz hübsch gewesen. Aber Theresa spricht natürlich gut.</p>
<p>Er wünscht München und Annecy viel Glück, sagt <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">Yang Ho <strong>CHO</strong></a>. Aber nicht zu viel davon! Vom Glück.</p>
<p><strong>CHO</strong> hat hart gearbeitet. Er hat bisher noch NIE so gut gesprochen.</p>
<p>Südkoreas Präsident <strong>LEE</strong> Myung-Bak.</p>
<p>Spricht Englisch, anders als der deutsche Bundespräsident.</p>
<p>Ich finde, er macht das ziemlich gut. Den Anfang 1948 in St. Moritz und die koreanische Mini-Delegation kannte ich natürlich schon aus anderen Präsentationen. Aber auch dieser ganze Aufbau</p>
<blockquote><p>We are working hard. We&#8217;ll make you proud!</p>
<p>I ask you finally that our olympic and paralympic dream come true!</p></blockquote>
<p>Jin-Sun <strong>KIM</strong>, heute Special Ambassador, früher 12 Jahre Provinz-Gouverneur, ist nun dran. Er verkörpert diese Bewerbung, alle drei Bewerbungen. Und er verkörpert all die anderen koreanischen Geschichten.</p>
<blockquote><p>Our heart were broken. But we never gave up and tried again!</p>
<p>We have heard your advise.</p></blockquote>
<p>Sie setzen auf diese Karte, und das ist auch okay so. Jetzt heult er, weil er zum dritten Mal hier steht.</p>
<blockquote><p>Our people have waited for over ten years.</p></blockquote>
<p>Ich glaube nicht mal, dass diese Emotionen gespielt sind.</p>
<p>Yuna <strong>KIM</strong>.</p>
<p>Sie beginnt viel besser als in Lausanne. Sie hat sieben Wochen hart trainiert, sagt sie. Und nun klingt sie wirklich ziemlich cool. Terrence BURNS hat gut gearbeitet mit seinen Leuten. Es ist MIT ABSTAND die beste Präsentation von Pyeongchang bisher, und ich habe fast alle live verfolgen können.</p>
<p>Lichtjahre besser, unvergleichbar mit der ersten Präsentation im Oktober in Acapulco. Heute kommt es darauf an. Heute bringen sie auch das. Das die Sache mit dem Geld und Samsung und alles längst geklärt ist, glaube ich jetzt erst recht: das Ding ist erledigt.</p>
<blockquote><p>I am an example of a living legacy!</p></blockquote>
<p>Sie darf im Video auch noch das technische Konzept vorstellen. Good move.</p>
<p>IOC-Mitglied <strong>MOON</strong> spricht vom revolutionärem Konzept, ein Olympisches Dorf für Olympics and Paralympics.</p>
<p>Yong Sung <strong>PARK</strong></p>
<blockquote><p>It has been a loooong day for you. But it has been a loooong time for us too.</p></blockquote>
<p>Sagt Fürst Albert:</p>
<blockquote><p>Tut mir echt leid, Ihre Hoheit, dass Sie ihre Flitterwochen unterbrechen müssen, um zum dritten Mal eine Präsentation von Pyeongchang anzuhören!</p></blockquote>
<p>Park ist witzig. Auch im persönlichen Gespräch.</p>
<p>Viele IOC-Kollegen (er sagt immer noch: Kollegen, obwohl er lange schon wieder draußen ist aus dem IOC) hätten ihn gefragt, was sie in P so alles machen können (nicht viel natürlich). Also kommt ein Video zum Programm &#8220;Best of Korea&#8221;: Ich habe das schon oft geschrieben, sie holen während der Spiele alles nach P. Restaurants, Shopping Malls, Theater. Was IOC-Members und Gefährten und Family halt so brauchen.</p>
<blockquote><p>I hope that you&#8217;ll give us the chance to prove that Pyeongchang is ready!</p></blockquote>
<p>Toby <strong>DAWSON</strong>/<strong>KIM</strong> Bong-Soek, geboren un Busan 1978, 1981 adoptiert und nach Vail/Colorado gezogen. Olympiamedaillengewinner im Freestyle 2006 in Torin. Und hier Stammgast jeden Abend an der Bar.</p>
<p>Sehr, sehr gut.</p>
<p>Er verkörpert, sagt er, die Hoffnung und den Traum von Millionen von Kids. New horizons, new markets, new hopes &#8230; sie deklinieren das Thema geschickt &#8211; und emotional. Zum ersten Mal überhaupt! Ich sage ja: Auf die Sekunde topfit.</p>
<p>Theresa <strong>RAH</strong> again.</p>
<p><em>(Und ich stelle das Blog mal um, so dass nur noch dieser Beitrag auf der Startseite erscheint. Vielleicht macht der Server dann mit.)</em></p>
<p><strong>RAH</strong> nimmt Münchens Argument auf und sagt: Hey, 19 Mal wurden die Spiele schon im traditionellen Markt (USA, Kanada, Europa) ausgetragen &#8211; aber nur zweimal in Asien. Nie in Korea.</p>
<blockquote><p>It is a race about dream. It is a race about human potential.</p></blockquote>
<p>Nun spricht sie Französisch. Wichtiges Detail, immer mal in die andere offizielle IOC-Spreache zu wechseln. Für München erledigte das Claudia <strong>BOKEL</strong>. <strong>BACH</strong> begann, auch das hatten wir schon diskutiert, in Spanisch.</p>
<p>Koreaner sind Kämpfer. I like that. Sehr guter Wettbewerb. München und Pyeongchang sehr gut. Man muss derlei Präsentationen nicht mögen und kann alles infrage stellen. Aber es gibt sie nun mal. Und ich habe mich in zwanzig Jahren schon mächtig gelangweilt.</p>
<p>Heute nicht. Good entertainment.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Völlig überraschend von Albert, Adam Pengilly und &#8211; Ottavio Cinquanta. (Inhalte sind uninteressant.)</p>
<p>Albert sagt zu <strong>PARK</strong>: No worries, my friend, es war das dritte Mal, aber es war nicht langweilig.</p>
<p>Das stimmt.</p>
<p><strong>13.02 Uhr:</strong> Präsentation beendet. Mittagspause. Und ich habe die Überschrift schon mal aktualisiert. Glaube nicht, dass ich mich heute Nachmittag blamiere. (Und wenn: Ich habe ein dickes Fell.)</p>
<p><strong>15.24 Uhr:</strong> Mittagessen, viele Gespräche, keine Gerüchte mehr Vorstellbar, dass es anders kommt, als oben beschrieben. Dass Rogge nachher nicht den Zettel mit dem Namen PYEONGCHANG aus dem Umschlag nestelt?</p>
<p>Rogge hat in kleiner Runde mal erzählt, das war im Frühjahr 2007 in Peking, was das für eine dämliche Situation sei, wenn er da, beobachtet von vielen Millionen Menschen, am Umschlag nestelt. Er sei da immer ganz nervös, sagt er, und hat Angst, dass irgendjemand einen Fehler gemacht hat. Dass der Zettel fehlt. Dass der Name falsch drauf steht. Dass er sich verspricht. Irgendwas in der Art. Man muss auf Youtube mal schauen, wie ernst er stets dabei ist und wie steif und blass. Da hatten selbst die Verkündungen des abgebrühten Samaranch einst mehr Leben. Ich meine das gar nicht gemein, dass Rogge das überhaupt erzählte, fand ich sehr sympathisch.</p>
<p><strong>15.31 Uhr:</strong> In vier Minuten beginnt die Abstimmung. Mein Tipp: Nur ein Wahlgang ist nötig. An eine knappe Kiste glaube ich nicht mehr. Sorry, München. Aber ich denke, sie werden ein für deutsche Verhältnisse stolzes Resultat erzielen.</p>
<p>Ich habe eigentlich nur zwei Fragen:</p>
<ul>
<li>Wie stark engagiert sich BMW wirklich? Oder besser: wie Samsung-mäßig? Kann das also etwas wenden?</li>
<li>Ist da was dran, was mir die Koreaner stecken, dass Thomas Bach etlichen Kollegen signalisiert haben soll: Pass mal auf, besser du stimmst für München, dann hast du ab 2013 ein angenehmeres IOC-Leben?</li>
</ul>
<p><em>(Für Juristen: Ich habe gerade zwei FRAGEN gestellt.)</em></p>
<p><strong>15.39 Uhr: </strong>Sie sind noch bei Verfahrensfragen.</p>
<p>Das IOC-Mitglied Angelo Ruggiero <a title="Angela Ruggiero auf Twitter" href="http://twitter.com/#!/AngelaRuggiero" target="_blank">twittert</a> übrigens live aus der Session. Andere simsen, wie ich höre.</p>
<p><strong>15.44 Uhr: </strong>The vote is now open. Ohne Rogge, Bach, Bokel, Drut, Killy, Lee, Moon und Oswald.</p>
<p><strong>15.46 Uhr: </strong>The vote is now closed.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 14.0px 0.0px; line-height: 19.0px; font: 14.0px Times} --><strong>15.46 Uhr:</strong> Dick Pound informiert Rogge. Der sagt:</p>
<blockquote><p>My dear colleagues: You have elected the host city for the Olympic Winter Games in 2018. The election is over!</p></blockquote>
</div>
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</div>
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		<title>18 Fragen und Antworten zu Olympia 2018</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 20:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. Habe heute für <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,772506,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a> 18 Fragen und Antworten zur Olympiaentscheidung 2018 gedichtet. Leicht und hier im Hilton live bearbeitet und erweitert <em>(vielleicht gehe ich in der Nacht nochmal ran)</em>:</p>
<p><strong>1. Warum ist Pyeongchang Olympia-Favorit?</strong></p>
<p>Pyeongchang, ein Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Seoul gelegen, bewirbt sich zum dritten Mal in Folge. Für 2010 haben die Südkoreaner gegen Vancouver und für 2014 gegen Sotschi jeweils knapp verloren. Normalerweise belohnt das IOC derartige Ausdauer. Zumal die Südkoreaner dem IOC nun seit zehn Jahren jeden Wünsch erfüllen und bereits Milliarden investiert haben. Sie tun alles für Olympia. Zudem haben sich koreanische Firmen wie Samsung als Sponsoren des IOC und vieler olympischer Sport-Weltverbände in den vergangenen Jahrzehnten unentbehrlich gemacht. Da dürften alles in allem Milliarden an Sponsoring- und anderen Mitteln geflossen sein.</p>
<p><strong>2. Kennt das IOC denn tatsächlich so etwas wie Dankbarkeit?</strong></p>
<p>Eigentlich nicht, sonst wären die Sommerspiele 2016 ja nach Chicago und nicht nach Rio vergeben worden &#8211; schließlich hatte das US-Network NBC bis dahin schon sieben Milliarden Dollar in das Geschäft gepumpt (und kürzlich weitere 4,4 Mrd). In der Olympischen Charta, dem Grundgesetz des IOC, ist natürlich nicht festgeschrieben, dass die Spiele an einen Bewerber gehen müssen, dessen Konzerne den Sportbetrieb großzügig alimentieren. Aber zuletzt hat nicht nur IOC-Präsident Jacques Rogge immer wieder gesagt, dass man es schätzt, wenn Olympia-Interessenten Niederlagen verkraften, sich wieder bewerben, ihre Offerten verbessern und die Ratschläge des IOC befolgen – dann werden sie auch belohnt. Diese Argumente brachte er etwa nach der Wahl von Rio de Janeiro zum Austragungsort der Sommerspiele 2016. Insofern wäre Pyeongchang im dritten Anlauf der perfekte Sieger.</p>
<p><strong>3. Hat München eine reelle Chance?</strong></p>
<p>München hat eine Außenseiterchance. Vor einiger Zeit sah es noch so aus, als würde Pyeongchang souverän mit rund 70 Stimmen einen Erstrundensieg landen. Davon spricht kaum jemand mehr, jedenfalls nicht von einem Erfolg in dieser Höhe. Man darf eher einen knappen Ausgang erwarten, vielleicht schafft München sogar die zweite Runde. Das Münchener Team hat international seit reichlich zwei Jahren, seit den Winterspielen 2010 in Vancouver, gut gearbeitet. Keine deutsche Bewerbung der letzten Jahrzehnte (Berchtesgaden, Berlin, Leipzig) war so gut aufgestellt. Bei den bisherigen Präsentationen vor IOC-Mitgliedern auf diversen Sportkongressen hinterließ München den besten Eindruck. Die technisch-organisatorischen Aspekte der Bewerbung stimmen im Grunde, bis auf kleine Abstriche.</p>
<p><strong>4. Warum ist Annecy überhaupt Kandidat?</strong></p>
<p>Normalerweise führt das IOC bei Olympiabewerbungen einen Vorentscheid durch und sortiert die schwächsten Bewerber ein Jahr vorher aus. Da sich diesmal nur drei Städte bewarben – es ist das geringste Interesse an Olympischen Spielen seit drei Jahrzehnten -, machte man eine Ausnahme und winkte Annecy trotz gewaltiger Schwächen durch. Denn es ist wichtig für das IOC, den Eindruck eines echten Bewerberwettstreits zu erwecken. In Wirklichkeit ist Annecy kein ernst zu nehmender Kandidat, sondern gewissermaßen ein Platzhalter für die nächste Bewerbung von Paris für Olympische Sommerspiele. Die Franzosen wollen dann ähnlich argumentieren wie die Koreaner: Seht her, wir bewerben uns immer wieder, stecken Niederlagen weg, hören auf euren Rat und stellen uns wieder an!</p>
<p><strong>5. Belasten die nationalen Querelen, der Widerstand in Garmisch-Partenkirchen die deutsche Kandidatur?</strong></p>
<p>Im Grunde sind Winterspiele im IOC ein Minderheitenprogramm. Die meisten der 110 Mitglieder kommen aus Ländern, die schon wegen der geografischen Anforderungen keine Wintersporttradition haben und nie Winterspiele ausrichten könnten. Folglich ist das Interesse gering. Man nimmt das Medienecho sehr wohl wahr, doch problematisch wird es für IOC-Mitglieder meist erst dann, wenn Olympia-Widerstand lautstärker und auch international geäußert wird. So gab es vor etlichen Jahren gewaltsame Proteste bei den Olympiabewerbungen von Amsterdam und Berlin. Folglich waren diese Städte absolut chancenlos. So wie sich die Garmischer Olympiagegner aber auf die Sachebene konzentrieren und die IOC-Verträge mit Bewerbern und Olympia-Ausrichtern als sittenwidrig brandmarken, bleibt das eine Belastung und bringt die Münchener Bewerber in Erklärungsnot.</p>
<p><strong>6. Welche Rolle spielt Katarina Witt für München?</strong></p>
<p>Katarina Witt kann die deutsche Bewerbung in der Szene glaubwürdig vertreten. Sie ist ein Weltstar des Wintersports. Es kam vor, dass sie IOC-Mitgliedern Autogramme gab. Sie wurde vom internationalen Team der Bewerber GmbH und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gut eingeführt und hat hart gearbeitet, um auf dem sportpolitischen Geläuf zu bestehen. Das ist ihr zunehmend besser gelungen. Vor allem aber zieht sie das Interesse der internationalen Medien auf sich. Weder Pyeongchang noch Annecy können das bieten – schon deshalb ist Katarina Witt ein Gewinn für die Bewerbung, auch wenn sie sich kaum in die Problemregion Garmisch-Partenkirchen getraut hat. Intern hat die Witt im Sommer 2009 gegen den damaligen Olympia-Geschäftsführer Willy Bogner opponiert. Bogners Rückzug war eine Stärkung der Bewerbung, denn er hatte zahlreiche Versäumnisse zu verantworten.</p>
<p><strong>7. DOSB-Präsident Thomas Bach will in zwei Jahren IOC-Präsident werden. Kollidiert dieses Vorhaben mit Münchens Olympiaplänen?</strong></p>
<p>2013 wird auf der IOC-Session in Buenos Aires der Nachfolger von Jacques Rogge gewählt. 2013 wird auch der Austragungsort der Sommerspiele 2020 bestimmt. Deshalb galt es für Bach zunächst einmal zu verhindern, dass sich Berlin oder Hamburg um die Sommerspiele 2020 bewerben. Denn auf derselben IOC-Session hätte Deutschland nicht mit Bach und einem Sommer-Bewerber erfolgreich sein können. Münchens Interesse an den Winterspielen 2018 kam Bach gerade recht, er setzte die Bewerbung ohne Widerstände durch. Da er derzeit keinen echten Konkurrenten um die IOC-Präsidentschaft hat und die Winterspiele im IOC ohnehin nicht die große Rolle spielen, ist durchaus beides denkbar: Am 6. Juli 2011 erst ein Olympiasieg von München, 2013 dann ein IOC-Präsident Bach.</p>
<p><strong>8. Und was, wenn München am Mittwoch deutlich verliert: Wäre das ein Zeichen der Schwäche für Bach?</strong></p>
<p>Das ist eine Gefahr. Das IOC will einen starken Führer. Ein Desaster wie einst der Olympiabewerber Berlin mit nur 9 Stimmen kann sich Bach nicht erlauben. Wenn München verliert, dann sollte es knapp sein, mit einer stolzen Anzahl von Stimmen. So wie für München hat sich Bach noch für keine deutsche Olympiabewerbung engagiert.</p>
<p><strong>9. Was sagt der Prüfbericht des IOC?</strong></p>
<p>Der Bericht der so genannten Evaluierungskommission wurde im Mai vorgelegt. Er bewertet die Bewerbungsbücher der Kandidaten, stellt aber keine Rangliste auf. Angeblich sind alle drei Bewerber olympiatauglich. Je nach Lesart liegen München und Pyeongchang nach den technischen Kriterien ungefähr gleichauf. Nur haben derlei Prüfberichte kaum Einfluss auf die Entscheidung. Zuletzt gewannen mit Sotschi (Winterspiele 2014) und Rio (Sommerspiele 2016) die Bewerber mit den technisch schlechtesten Angeboten, die dem IOC Potemkinsche Dörfer offerierten. Kein IOC-Mitglied ist an den Evaluierungsbericht gebunden, viele lesen das Papier nicht einmal. Das IOC könnte mit dem riesigen Datenmaterial vergangener Spiele und den Daten neuer Bewerber sehr leicht eine durchaus objektive Rangliste erstellen. Doch daran hat niemand Interesse. Der subjektive Faktor soll dominieren.</p>
<p><strong>10. Nach welchen Kriterien entscheiden die IOC-Mitglieder?</strong></p>
<p>Es soll Mitglieder geben, die sich in die Berichte einlesen und nach bestem Wissen und Gewissen unabhängig entscheiden. Andere wiederum, die beispielsweise gleichzeitig in bestimmten Sportverbänden hohe Funktionen haben, entscheiden im Sinne dieser Verbände über die Olympiaaustragung. Eine dritte Fraktion lässt sich auch von anderen Faktoren leiten.</p>
<p><strong>11. Ist Korruption im Spiel?</strong></p>
<p>Davon darf man ausgehen. Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil. Es hat bislang noch bei jeder Olympiabewerbung Korruptionsfälle gegeben. Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkommission im Herbst 2010 verwarnt worden, nachdem die koreanischen Firmen Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Denis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch in Durban nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Korean Air wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p>
<p><strong>12. Und München kommt ganz ohne solche Zugaben aus?</strong></p>
<p>Fakt ist: Deutsche Firmen finanzieren mehr als 50 Prozent des Umsatzes der sieben olympischen Wintersport-Weltverbände. BMW unterstützt diese Bewerbung weltweit mit seinem gigantischen politischen Netzwerk und hat große Pläne als Olympiasponsor. Viele IOC-Mitglieder sehen in diesem Engagement keinen großen Unterschied zu den Avancen der koreanischen Firmen. Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes, etwa sagt: Wenn man den Maßstab der IOC-Ethikkommission anlegen wollte, dürften die Wintersportverbände keine Verträge mit deutschen Firmen und überhaupt nie Verträge mit Firmen abschließen, die aus Ländern kommen, die sich um Olympische Spiele bewerben.</p>
<p><strong>13. Was können die Bewerber in den letzten Stunden noch tun?</strong></p>
<p>Beten. Lächeln. Reden. Zählen. Zahlen. Im Ernst: Es geht zunächst darum, keine Fehler zu machen. Diejenigen, die man auf seiner Seite glaubt, müssen bei Laune gehalten werden. Andere IOC-Mitglieder werden weiter bearbeitet. Mit manchen, die man sicher auf der Gegenseite wähnt, muss man gar nicht erst sprechen. Katarina Witt hatte noch eines der insgesamt 110 IOC-Mitglieder vor Durban nicht gesprochen: Den Finnen Saku Koivu. Das hat sie inzwischen nachgeholt. Es gab schon Olympiabewerbungen, die wurden in der Nacht wenige Stunden vor der Wahl entschieden: So sicherte sich Sydney einst die Sommerspiele 2000, als man mit zwei afrikanischen IOC-Mitgliedern Verträge abschloss. Einige Stunden später gewann Sydney mit 45:43-Stimmen gegen Peking. Der Vorfall ist bestens dokumentiert. Für die IOC-Führung war diese Bestechung allerdings keine Bestechung, sondern: Entwicklungshilfe.</p>
<p>Im Moment, da dieser Text hier im Blog veröffentlicht wird, sitze ich im Hilton Hotel. Münchens Bewerber sind gerade auf vier Dinner verteilt, wo sie 20 IOC-Mitglieder bearbeiten. Gerade kommt CEO Bernhard Schwank vorbei, absolut relaxt, und sagt mir: &#8220;Zu lange arbeiten ist ungesund!&#8221;</p>
<p><strong>14. Wie wichtig sind die Abschlusspräsentationen vor der IOC-Vollversammlung?</strong></p>
<p>Diese Vorstellungen werden kolossal überschätzt. Es mag eine verschwindend geringe Zahl von IOC-Mitgliedern geben, die sich von einer berauschenden Präsentation umstimmen lassen. Niemand weiß das. Im Prinzip kann es nur darum gehen, Fehler zu vermeiden. Eine uninspirierte Präsentation mit technischen Pannen, kann Stimmen kosten. Wer seinen Job professionell erledigt, ist auf der sicheren Seite.</p>
<p><strong>15. Hat die Debatte über Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften Auswirkungen auf diese Olympia-Entscheidung?</strong></p>
<p>Einige IOC-Mitglieder haben auch in der FIFA hohe Funktionen und sind in Korruptionsskandale verstrickt: etwa das FIFA-Exekutivmitglied Issa Hayatou aus Kamerun oder FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange. Gegen beide ermittelt die IOC-Ethikkommission. Havelange, der IOC-Alterspräsident, kommt deshalb nicht nach Durban. FIFA-Boss Joseph Blatter, Hauptverantwortlicher für die Skandale in seinem Verband, ist ebenfalls IOC-Mitglied und stimmt am Mittwoch mit ab. Es mag sein, dass manche empfängliche IOC-Mitglieder wegen der lang anhaltenden FIFA-Skandale, die weltweit Schlagzeilen machen, vorsichtiger geworden sind.</p>
<p><strong>16. Was macht Franz Beckenbauer eigentlich in Durban?</strong></p>
<p>Als Ur-Münchner verkörpert Beckenbauer Bewerbung auf der Abschlusspräsentation glaubhaft. Andererseits sind Fußballstars im IOC nicht unbedingt gern gesehen. Auch steht Beckenbauer, bis vor kurzem FIFA-Exekutivmitglied, für das System Blatter in der FIFA – insofern könnte sein Auftritt bei manchen aufrechten Mitgliedern durchaus kontraproduktiv sein. Im olympischen Bereich fühlt sich Beckenbauer nicht zu Hause, vor acht Jahren trat er schon einmal vergeblich für den Olympiakandidaten Salzburg 2010 an, bekannte seine Unsicherheit und hat seine Reise zur IOC-Session in Prag eher bereut.</p>
<p><strong>17. Ist Europa insgesamt nicht mehr so sexy für das IOC?</strong></p>
<p>Im Weltsport findet eine Machtverschiebung statt, weg vom alten Kontinent, weg auch von den USA, hin zu den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) und nach Arabien. Olympia 2014 in Sotschi, 2016 in Rio de Janeiro, Fußball-WM-2014 in Brasilien, 2018 in Russland und 2022 in Katar. Das sind alles Beweise für diese erdrutschartigen Verschiebungen. Bislang wurden 22-mal Olympische Winterspiele vergeben: sechsmal an Nordamerika, 14-mal an Europa &#8211; aber nur zweimal an Asien. Südkorea ist dran &#8211; und würde damit einer europäischen Sommer-Olympiabewerbung für 2020 den Weg ebnen. Denn das IOC wechselt gern zwischen den Kontinenten. Bisher gibt es für 2020 nur einen Interessenten: Rom. In Kürze wird sich entscheiden, ob sich auch Istanbul bewirbt: Die Türken wären Favorit, weil sie die Brücke von Europa nach Asien schlagen. Sie können als erstes muslimisch geprägtes Land Olympiagastgeber werden.</p>
<p><strong>18. Plant München im Falle einer Pleite eine erneute Bewerbung?</strong></p>
<p>Der Deutsche Olympische Sportbund wappnet sich für den Fall, dass die Kandidatur Münchens für 2018 scheitert. Axel Achten, der Chef der Sportmarketing-Agentur des DSOB, hat sich die Internetadresse muenchen2022.org gesichert. Die Internetadresse der Bewerbungsgesellschaft, die die Kandidatur für die Winterspiele 2018 vorantreibt, lautet muenchen2018.org. &#8220;Wir müssen vorausschauend denken&#8221;, sagt Achten gemäß SPIEGEL. Der Vorgang sei aber nicht als Hinweis darauf zu werten, dass sich die bayerische Landeshauptstadt im Falle einer Niederlage tatsächlich nochmals bewerben würde.</p>
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		<title>Olympic bidding race 2018: die letzten Stunden</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 15:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen.</p>
<p>Im Grunde halte ich es eher mit Gian-Franco Kasper, IOC-Mitglied und Ski-Weltverbandspräsident aus der Schweiz, der mir vorhin gesagt hat, das Desinteresse im IOC an den Winterspielen 2018, die am Mittwoch vergeben werden, sei geradezu beängstigend.</p>
<p>Aber das nur am Rande.</p>
<p>Denn: It&#8217;s showtime, folks!</p>
<p>Oder, um mit <a title="JTA" href="http://www.jtassocs.com/" target="_blank"><strong>Jon Tibbs</strong></a> zu sprechen, zu dessen Kernaufgaben es zählt, für München 2018 ein Momentum zu kreieren:</p>
<blockquote><p><strong>Ein Momentum ist für mich, wenn die Medien nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die positiven Aspekte.</strong></p>
<p><strong> </strong>Die Leute sprechen dann nur noch über Positives und ignorieren die Schwächen.</p></blockquote>
<p>Ich brauche jetzt mal eine Pause, bevor es in die nächste Schicht geht, zur Eröffnung der IOC-Session, und hier ein weiteres Textlein erscheint.</p>
<ul>
<li>Hören Sie doch gern noch mal rein, das war eine Heidenarbeit, diese 27 Minuten über olympische Spindoktoren zu produzieren:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Oder lesen Sie <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">diese Geschichte</a>.</li>
<li>Oder schauen Sie gar <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">auf</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Youtube</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">vorbei</a>, zum <a title="Programmhinweis (XI): &quot;Olympiapoker&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">Olympiapoker</a>.</li>
</ul>
<p>Für morgen, Mittwoch, kündige ich schon mal einen echten <strong>Live-Blog von der Entscheidung an</strong>.</p>
<p>Bis gleich.</p>
<p><strong>21.22 Uhr:</strong> Treffe gerade Sepp Blatters beiden Reisebegleiter im wegen der IOC-Sessionseröffnung verwaisten Hilton Hotel. Blatter war mit den beiden gestern bei Robert Mugabe in Harare.</p>
<p>Ich: Habt ihr denn kein Gewissen? Schämt ihr euch nicht?</p>
<p>Walter Gagg, Sepps Freund und FIFA-Direktor:</p>
<blockquote><p>Wieso? Ich war doch auch schon bei Videla und bei Pinochet.</p></blockquote>
<p><strong>21.25 Uhr:</strong> Momentaufnahmen von heute Nachmittag im Hilton, verfasst für einige Zeitungen:</p>
<p>Gesund leben nicht alle im hektischen olympischen Zirkel. Gian-Franco Kasper schon gar nicht. Wer Kasper sucht, muss nur vor die Tür gehen, dort wo die Raucher stehen. Im Hilton Hotel zu Durban ist das nicht anders als kürzlich in Lausanne oder in London. Kasper braucht seine Dosis Nikotin, anders kann man es nicht sagen. Er hat schon viele Bewerbungen verfolgt, ob nun als IOC-Mitglied oder im Ski-Weltverband FIS, wo er Jahrzehnte Generalsekretär war und seit einer weiteren Ewigkeit als Präsident amtiert. Vor einigen Wochen hat er Olympiabewerber als „paranoid“ bezeichnet und kürzlich die im Umkreis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) herum wuselnden Lobbyisten als „Schmarotzer“. So kennt und schätzt man Kasper. Er liebt klare Worte so sehr wie seine Zigaretten.</p>
<p>Das IOC-Hotel in Durban, fünfzig Meter neben dem Internationalen Kongresszentrum gelegen, in dem amMittwoch auf der 123. IOC-Session die Winterspiele 2018 vergeben werden, ist eigentlich für derlei Anlässe nicht geeignet. Denn es bietet nur eine winzige Lobby, da bleibt kaum Platz für Lobbyisten, die ihre Zielpersonen anvisieren können. Die Olympiabewerber aus Pyeongchang, München und Annecy stört das ein bisschen, Kasper aber ist zufrieden. „Da lassen sie mich in Ruhe.&#8221;</p>
<p>Als Wintersport-Präsident muss man ihm ohnehin nichts mehr erzählen. Andererseits aber wundert sich Kasper, wie wenig Interesse seine IOC-Kollegen an dieser Bewerbung haben. Viele trafen erst am Dienstag in Durban ein, etwa Schwimm-Weltpräsident Julio Maglione aus Uruguay, der beim Check-In sofort vom Münchner Lobbyisten Carlos Garcia belagert wurde, der ebenfalls aus Uruguay stammt; oder der Franzose Guy Drut, der einmal mehr bewies, wie egal ihm die Offerte aus Annecy ist.</p>
<blockquote><p>Das Desinteresse ist fast schon beschämend und beängstigend &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Gian-Franco Kasper. „Da sollte man besser eine Briefwahl machen als so eine Show.“ Olympische Winterspiele sind schon deshalb ein Minderheitenprogramm, weil die meisten der 110 IOC-Mitglieder aus Ländern kommen, die keine große Wintersporttradition haben oder aus geografischen Gründen ohnehin nie für Winterspiele infrage kommen. Manche Mitglieder lesen den Prüfbericht nicht, das ist bekannt, darauf haben kritische Zeitgenossen wie Kasper oder der Kanadier Richard Pound immer wieder hingewiesen. Für 2018 bewerben sich nur drei Städte, Annecy nicht einmal richtig – es ist das kleinste Feld seit drei Jahrzehnten. Die Absagen für Durban häufen sich. Da die Mitglieder aus den Bewerbernationen nicht votieren dürfen, so lange ihre Städte dabei sind, könnten am Mittwoch im ersten Wahlgang schon 49 Stimmen für die absolute Mehrheit reichen.</p>
<p>Katarina Witt hat am Montag in Durban das letzte Häkchen machen können, denn es gab bis dahin noch ein IOC-Mitglied, das sie nicht gesprochen hatte: Den Finnen Saku Koivu, der für die Anaheim Ducks in der NHL Eishockey spielt. Als NHL-Profi ist man gut beschäftigt. „Ein Treffen hat sich einfach nie ergeben“, sagt Witt. Das ist nun auch erledigt.</p>
<p>Eine Momentaufnahme, 20 Stunden vor der Wahl: Am Dienstagnachmittag, als Guy Drut gerade eincheckte, sitzt die Witt mit dem Ukrainer Sergej Bubka im Cafe. Zwei Tische weiter bearbeitet Pyeongchangs Bewerbungschef Yang Ho Cho den Präsidenten des Amateurbox-Weltverbandes, Ching-Kuo Wu aus Taiwan. John Furlang, Organisationschef der Winterspiele 2010 in Vancouver ist ebenfalls gerade angekommen, Carlos Nuzman, IOC-Mitglied und Organisationschef der Sommerspiele 2016 in Rio, eilt zum Aufzug. Der Russe Schamil Tarpischtschew, der als Sportminister einst Milliarden veruntreut hat, schlurft gemeinsam mit Shagdarjav Magvan aus der Mongolei durch die Lobby. Magvan ist aber uninteressant für die Bewerber, denn als IOC-Ehrenmitglied hat er keine Stimme.</p>
<p>Für München ist wieder die Frauen-Combo am Start: Katarina Witt und Claudia Bokel, als Athletensprecherin selbst IOC-Mitglied, assistiert von Severine Hubert aus dem Team des Spindoktors Jon Tibbs und von Katrin Merkel, die beim DOSB und in der Olympia GmbH als Direktorin für Internationales agiert. Außerdem stets in der Nähe sind Judith Bongard und Angela Grammatikos aus der Bewerbergesellschaft. Dieses kleine Team hat in den vergangenen zwei Jahren gewiss mehr als 1.000 Gespräche angebahnt und tat das noch bis weit in die Nacht. Nebenan im Pressezentrum hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gerade TV-Interviews gegeben, stürzte in eine BMW-Limousine und zum nächsten Medientermin mit Münchens Sportbotschaftern. Hektische Betriebsamkeit auf allen Ebenen, ein reichlich absurdes Theater, wobei die interessantesten Termine ja hinter geschlossen Türen ablaufen, auf anderen Etagen des Hilton und in weiteren Etablissements.</p>
<p>Was bespricht etwa Bundespräsident Christian Wulff mit IOC-Mitgliedern. Was versprechen die Abgesandten von BMW? Was machen die Geldverteiler von Samsung, dem IOC-Sponsor, der vom hochkorrupten IOC-Mitglied Kun Hee Lee geführt wird? Das sind entscheidende Fragen, auf die es keine verlässlichen Antworten gibt. Wie immer im Olympiapoker.</p>
<p>Charles Beigbeder, der erst seit einem halben Jahr die Geschäfte des Kandidaten Annecy führt und stets für naiv-spitze Kommentare gut ist, hat auch diesmal Schlagzeilen gemacht. Eine französische Nachrichtenagentur zitierte ihn mit den Worten, die Olympischen Winterspiele sollten keine Trophäe für einen Konzern sein. Natürlich wurde dies als Attacke auf die Bemühungen von Samsung, Korean Air und BMW verstanden. Am Dienstag erklärte der arg in Bedrängnis geratene Beigbeder, wenig überraschend, er sei missverstanden worden und habe das alles nicht so gemeint.</p>
<p>Schon klar.</p>
<p>Der Irrsinn geht weiter. Die Lobbyisten lauern. IOC-Mitglieder schlendern mit Schals in den südafrikanischen Nationalfarben vorbei, offenbar gab es irgendwo eine Einkleidung. In Kürze wird im Durban Play House die IOC-Session eröffnet. Vorher aber gibt auch FranzBeckenbauer noch eine Pressekonferenz für München. Während ein Reporter aus Holland gerade belustigt von einem Eislauftermin mit Pyeongchangs SuperstarYuna Kim berichtet. Es war ein Fiasko: Denn Fräulein Kim hatte leider nicht die richtigen Schlittschuhe parat, das Eis war ihr zu weich – und überhaupt. Man kann nicht alles haben.</p>
<p>Am Mittwoch aber wollen sie alles. München und Pyeongchang. Es gibt nur eine Goldmedaille, kein Silber.</p>
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		<title>Im Tiefflug</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 06:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. <em>Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen:</em></p>
<p>Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender mit seinen Fotos verschenkt er an Freunde und Geschäftspartner. Sehr praktisch für einen Hobbyfotografen und Naturliebhaber wie Cho ist es, dass er zugleich über eine Fluglinie herrscht, neben ein paar anderen Firmen, die er besitzt und leitet. Etwa der Hanjin-Konzern, eines der größten Transportunternehmen der Welt. Chos Vater hat einst Korean Air billig von der südkoreanischen Regierung erworben, Cho hat das Unternehmen richtig groß gemacht.</p>
<p>Kürzlich war Yang Ho Cho auf Dienstreise in der Südsee, auf Neukaledonien. Auf der Rückreise von Noumea nach Seoul hatte er eine Idee: Wäre das Great Barrier Reef nicht ein packendes Motiv? Seine Gefolgschaft war begeistert. Flink handelte Cho mit der australischen Flugsicherung eine Tiefflugerlaubnis über dem größten Korallenriff der Erde aus. „Ich verhandle sowieso gerade mit den Australiern, weil die an einer Direktverbindung zwischen Cairns und Seoul interessiert sind“, sagt Cho. „Da war das schnell geklärt.“</p>
<p>Sein Jumbo drehte zwei, drei Runden über dem Naturschauspiel. „So lange, bis alle ihre Fotos geschossen hatten. Das war großartig.“ Nach einer halben Stunde ging es wieder auf Reiseflughöhe und ab nach Seoul. Freundlich erkundigt sich Cho: „Wie haben sie das eigentlich rausbekommen? Ich möchte nicht, dass das jeder weiß.“</p>
<p>Dieser Tage ist Herr Cho wieder dienstlich unterwegs. In Durban, Südafrika. Mag sein, dass er am Wochenende auf dem Rückflug nach Seoul einige Runden über den Seychellen dreht oder über den Malediven. Wenn er in Stimmung ist, warum nicht? Wenn Yang Ho Cho als Olympiasieger nach Hause fliegt, wenn er seine Mission erfüllt hat, ist vieles möglich. Auch das.</p>
<p>Herr Cho will die Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang holen. Das ist sein Job. Es geht darum, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu überzeugen. Rund 100 IOC-Mitglieder haben am Mittwoch die Wahl zwischen Pyeongchang, einem verschlafenen Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Metropole Seoul, zwischen München und dem französischen Annecy. Pyeongchang ist Favorit. Zuletzt haben die Koreaner zweimal knapp verloren: für die Winterspiele 2010 gegen Vancouver, für 2014 gegen Sotschi.</p>
<p>Als Chef des Bewerberkomitees arbeitet Cho in Durban Hand in Hand mit Südkoreas Präsidenten Lee Myung-Bak, der schon am Sonnabend anreiste, als die Hälfte der Zielpersonen noch beim IOC-Mitglied Fürst Albert in Monaco Hochzeit feierte. Herr Cho gebietet über mehrere Hundertschaften von Mitarbeitern, Lakaien, Beratern,Vasallen, Lobbyisten. Präsident Lee ist sein Star.</p>
<p>Staatspräsident Lee hat im vergangenen Jahr einen anderen Wirtschaftsfürsten nach einem Korruptionsurteil begnadigt: Kun Hee Lee, Chef des Samsung-Konzerns, der inKorea einen gottgleichen Status genießt. Kun Hee Lee wurde beauftragt, die Olympischen Spiele nach Pyeongchang zu holen. Der Samsung-Boss ist selbst IOC-Mitglied, er sponsert das IOC, etliche Weltverbände und sogar den Deutschen Olympischen Sportbund. Aber er redet nicht gern über sein Engagement. Seine Adjudanten, die ihn von rechts und links stützen, wenn Chairman Lee durch die Kongresshallen wandelt, blocken jeden Annäherungsversuch ab.</p>
<p>Es ist eine Tradition in Südkorea, dass Konzernchefs, die Bosse der mächtigen Chaebols, die meist noch in Familienbesitz sind, auch über Sportverbände gebieten. Das Sportbusiness offeriert vielfältige Kontakt- und Geschäftsoptionen. Als Seoul Anfang der 1980er Jahre die Olympischen Sommerspiele 1988 zugesprochen wurden, entließ der damalige Militär-Diktator Chun Doo Hwan die komplette Sportführung und ersetzte sie durch Wirtschaftsbosse.</p>
<blockquote><p>Samsung-Chef Lee wurde Präsident des Ringerverbandes, ich wurde Präsident des Judoverbandes, der Hyundai-Chef begann mit Reiten und Fußball, und viele andere übernahmen auch Führungspositionen &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Yong Sung Park, dessen Familie den Doosan-Konzern aufgebaut hat.</p>
<p>Herr Park, 71, beaufsichtigte 1988 in Seoul die olympischen Judo-Wettbewerbe, wurde später IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nach einer Korruptionsaffäre wurde er diese Ehrenämter wieder los. Daheim in Korea aber begnadigte man ihn: Park sollte die Winterspiele 2014 nach Pyeongchang holen. Das Vorhaben misslang sehr wahrscheinlich, weil russische Oligarchen mehr Geld gezahlt haben als koreanische Wirtschaftsführer. Die Spiele gingen nach Sotschi. Erst Vancouver, dann Sotschi. Der Kampf um die Winterspiele wurde zum Trauma für die Südkoreaner.</p>
<p>YS Park, wie sie ihn nennen, ist auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er hat eine extrem junge Mannschaft um sich geschart. Eine weltoffene Truppe, kein Vergleich zu jenen verschlossenen Teams, die sich in den vergangenen Jahren um Olympia bewarben. Klischees sind unangebracht. Korea öffnet sich weiter. Eine von Parks Mitarbeitern im NOK heißt Yeonji Kim. Sie ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern leben noch immer in Aachen, und vielleicht ist Yeonji Kim mehr Deutsche als Koreanerin. Sogar ihren ersten von zwei Weltmeistertiteln im Taekwondo gewann sie einst in Deutschland: in Garmisch-Partenkirchen, Kernregion der Münchner Olympiapläne.</p>
<p>Die Welt des Sports ist klein. Herr Park hat Yeonji Kim zuletzt für einige Wochen nach Frankfurt geschickt, damit sie von dort aus die deutschen Medien beobachtet und ihm berichtet. YS Park kennt sich selbst bestens in Deutschland aus. München, das er zwei Dutzend Mal besucht hat, zählt zu seinen Lieblings-Destinationen. Er mag deutsches Bier, hat selbst im Brauerei-Geschäft viele Millionen gemacht, und er liebt deftiges Essen. Park schwört auf Schweinshaxe im Franziskaner in München.</p>
<p>Anders als YS Park ist Bewerbungschef Yang Ho Cho ein recht scheuer Mensch. Das kann ein Problem sein für Pyeongchang. Denn Cho mag das Rampenlicht nicht. Diese verdammte Aufregung, die ihn stets packt, wenn er vor Kameras steht und das Licht angeht – er kann sie einfach nicht besiegen. Sein Team hat alles versucht. Doch Cho wird fahrig und verliert seine Lässigkeit, die ihn im persönlichen Gespräch auszeichnet. Er gerät ins Stocken, sein Englisch wirkt plötzlich sehr bescheiden, dabei hat er in den USA studiert. Terrence Burns, ein Amerikaner, der für Pyeongchang die Präsentationen vor dem IOC-Wahlvolk komponiert, hat Cho bei einer Probe vorsichtig gefragt, ob er bitte darauf verzichtenkönne, seinen Namen vom Blatt abzulesen.</p>
<p>Das fällt Herrn Cho schwer. Dagegen kann man nichts tun. Seine Berater und PR-Strategen versuchen ihn deshalb etwas abzuschotten. Das ist sehr misslich für die Bewerbung Pyeongchangs, denn auf der Seite der Konkurrenz strahlt Katarina Witt in jede Kamera und plappert munter drauflos.</p>
<p>Herr Cho hat Theresa Rah als Sprecherin verpflichtet, eine weltgewandte Diplomatengattin, die auch einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Mit Theresa Rah, mit Pyeongchangs Kommunikationschef Muchol Chin, den er wie viele andere für die Bewerbungszeit von Korean Air abgezogen hat, sowie zwei Beratern aus England, Mike Lee, und Ungarn, Laszlo Vajda, sitzt Cho am Montagnachmittag im Daruma-Restaurant an der Strandpromenade von Durban. Sie besprechen die nächsten Stunden. Die entscheidenden Stunden bis am Mittwoch ab 15.35 Uhr gewählt wird.</p>
<p>Es geht in diesen Tagen immer darum, ein so genanntes Momentum zu erzeugen. Plötzlich wird wichtig, was die Medien berichten.</p>
<blockquote><p>Ein Momentum ist, wenn Journalisten nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die Stärken &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt der Engländer Jon Tibbs, der für München arbeitet. „Dieses Momentum haben zuletzt die drei Siegerstädte London, Sotschi und Rio de Janeiro demonstriert.“ Tibbs hat für Sotschi gearbeitet. Sein großer Gegenspieler Mike Lee war für London und Rio tätig.</p>
<p>Schlechte Schlagzeilen in den letzten Tagen wären fatal, denn es geht letztlich bei Olympiabewerbungen mehr um Stimmungen, um politische Verbindungen und private Vorlieben als um Fakten. Kein IOC-Mitglied ist verpflichtet, auf der Grundlage eines IOC-Prüfberichtes zu entscheiden, der die drei Bewerbungen nach sechzehn technischen Kriterien einordnet und Stärken und Schwächen auflistet. Und das ist das Problem in diesem Wettbewerb, bei dem über Milliardeninvestitionen entschieden wird.</p>
<p>Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkkommission im vergangenen Herbst verwarnt worden, nachdem Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Dennis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Herrn Chos Fluglinie wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p>
<p>„Die Geschäftskultur in Korea ist aber schon viel transparenter geworden“, sagt Charm Lee. Der Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde hieß früher einmal Bernhard Quandt. Er kam in den 1970er Jahren aus Bad Kreuznach nach Südkorea und erhielt als erster Deutscher die koreanische Staatsbürgerschaft. Charm Lee ist ein Star in Korea, sein Leben wurde als Seifenoper aufgeführt, mit Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent. Lee sagt, das Engagement von Konzernchefs mit Korruptions-Hintergrund könne sich „auch negativ auswirken auf Pyeongchangs Bewerbung“.</p>
<p>Die Herausforderer aus Deutschland haben die Korruptionsgeschichten des Olympia-Favoriten nie öffentlich kommentiert. Inoffiziell aber haben sie gern darauf hingewiesen und dabei doch stets vergessen, dass die moderne Sportkorruption in Deutschland erfunden wurde.</p>
<p>Es war der einstige Adidas-Patron Horst Dassler, der den Weltsport seit den 1970er Jahren mit einem Geflecht der Schattenwirtschaft überzog. Zahlungen von rund 100 Millionen Euro aus seiner einstigen Marketingagentur ISL an höchste olympische Sportfunktionäre sind bestens dokumentiert. Dassler machte damals auch beste Geschäfte in Südkorea und förderte das damalige IOC-Mitglied Kim Un Yong sehr.</p>
<p>Kim ist inzwischen wegen Korruption verurteilt und aus dem IOC verstoßen. Als Kim seinen letzten großen olympischen Angriff startete und 2001 IOC-Präsident werden wollte, wurde er von Thomas Bach unterstützt, dem heutigen DOSB-Präsidenten und IOC-Vize. Bach bürgte für Kim. Früher hat Bach als Adlatus von Dassler gedient. Über derlei Zusammenhänge aber schweigen die Deutschen lieber.</p>
<blockquote><p>Auf der Zielgeraden können Bewerbungen gewonnen und verloren werden</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Mike Lee, Chef der Agentur Vero Communications. Er hat einst als politischer Campaigner bei New Labour begonnen. Gewann dann an der Seite von Premier Tony Blair 2005 auf der IOC-Session in Singapur die Olympischen Sommerspiele mit London. 2009 lotste er Brasiliens damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durch die medialen Klippen und gewann auf der IOC-Session in Kopenhagen die Sommerspiele für Rio. In Durban berät er Yang Ho Cho. „Es geht immer um das Gesamtpaket“, sagt Lee.</p>
<p>Das Gesamtpaket von Pyeongchang stimmt. Das von München auch. Dabei sind die Pakete doch totalunterschiedlich.</p>
<p>München wirbt mit vollen Stadien, Wintersporttradition und Emotionen. Ein „Festival der Freundschaft“ wolle man feiern. Zuletzt hat sich Sponsor BMW sehr stark engagiert und setzt den koreanischen Konzernen einiges entgegen.</p>
<p>Pyeongchang wirbt mit Wirtschaftskraft und den Verheißungen eines neuen Marktes. Der Slogan heißt: „Neue Horizonte“. Zwei mal erst wurden die Winterspiele auf denbevölkerungsreichsten Kontinent vergeben – aber 20 Mal nach Europa und Nordamerika. „Pyeongchang ist bereit für die Spiele und wird ein großes Vermächtnis hinterlassen“, sagt Yang Ho Cho. Er hat dem IOC versprochen, bis 2018 auch als Chef des olympischen Organisationskomitees zu arbeiten.</p>
<p>Die Kernfrage hat sich seit Jahren nicht geändert: Kann das IOC einem Bewerber, der zweimal knapp unterlag und der in zehn Jahren sämtliche Versprechen hielt und Milliardeninvestierte, ein drittes Mal absagen? Kann das IOC den koreanischen Konzernchefs, die mit Milliardensummen den olympischen Betrieb alimentieren, einen Korb geben?</p>
<p>Es kann. Aber es sieht nicht danach aus.</p>
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		<title>Olympic bidding race 2018: noch zwei Tage</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 07:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[samsung]]></category>
		<category><![CDATA[yong sung park]]></category>
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		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/04/olympic-bidding-race-2018-noch-zwei-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt auf knapp 27 Minuten ganz bequem nachhören, was einige der Olympia-Protagonisten mir erzählt haben:</p>
<p>Ein Bericht zur Lage, den ich gestern Nachmittag für den Deutschlandfunk produziert habe, mit O-Tönen von Münchens Spindoktor Jon Tibbs, Charm Lee ehemals Bernhard Quandt, Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde, Koreas NOK-Präsident Yong Sung Park, Münchens OB Christian Ude, Bewerbungs-CEO Bernhard Schwank, DOSB-General Michael Vesper, Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes und IOC-Mitglied, Dennis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes und IOC-Mitglied, sowie Pyeongchangs Spindoktor Mike Lee. Jemanden vergessen?</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und weiter mit der Selbstreferenz, irgendwie muss ich das Blog ja füllen, DLF-Gespräch mit Philipp May:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1945_62f21931.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Hier kann man <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">ein</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Filmchen</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">betrachten</a>.</p>
<p><strong>9.01 Uhr:</strong> So, und dann vertraue ich mal wieder der Crowd: Bitte her mit den Links zu den <em>besten</em> Geschichten rund um diese Olympiabewerbung!</p>
<p>Hier ist schon mal einer, Annecys Newcomer Charles Beigbeder ist immer für Sprüche gut:</p>
<ul>
<li><a title="AFP" href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jB0lCc7g9G31PcTtLcUwI_c3tMSA?docId=CNG.20b633520b3633169526e8afcac80e43.711  " target="_blank">Annecy bid chief launches veiled attack on rivals</a> schreibt AFP</li>
</ul>
<p>Aus dieser Geschichte destillieren Branchendienste diese Headline:</p>
<blockquote><p>The Olympics is not a trophy for a company!</p></blockquote>
<p>Was nun, <a title="tag Samsung im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/?s=samsung" target="_self">Samsung</a>? Was nun, Korean Air? Was nun, BMW?</p>
<p>Einfach weitermachen.</p>
<p><strong>9.33 Uhr:</strong> Zum Ablauf bis Mittwoch habe ich schon <a title="The bidding race 2018: noch 3 Tage" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/03/olympic-bidding-race-2018-noch-3-tage/" target="_self">gestern</a> kurz notiert, was ich, da nun eine neue Bürowoche beginnt, flink wiederhole:</p>
<p>Bis zur IOC-Entscheidung am Mittwoch werden oft nur Notizen und Links erscheinen. Wenn es ernst wird, werde ich mich auch über Twitter und Facebook melden, technisch sollte das okay sein hier, das Netz ist stabiler als bei der WM 2010. Wer also auf dem Laufenden bleiben möchte:</p>
<ul>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Facebook" href="http://www.facebook.com/jens.weinreich" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a></li>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank"><strong>Twitter</strong></a></li>
<li>Für die Zeit in Durban steht unter den Beiträgen auch wieder eine zusätzliche Facebook-Button-Zeile, um die Vernetzung zu erleichtern.</li>
</ul>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> An <em>sternburg</em> et al, die weiter unten kommentieren, flink mein Kommentar #11 reinkopiert: Jungs, bevor Ihr Euch weiter über das Gesichtsbuch/Facebook aufregt, lasst Euch (einmal mehr) gesagt sein: Ich mache das nur deshalb, bzw warne nur vor, weil ich in der Hektik, besonders am Mittwoch, kaum längere Blogbeiträge/Einträge fabrizieren kann. Außerdem bricht in derlei Situationen meist das überlastete Internet in den Pressezentren zusammen bzw wäre es schneller, die Bytes zu Fuß nach Deutschland zu tragen. So wie kürzlich beim <a title="Live-Blog aus Zürich ..." href="live-Blog aus Zürich: Krönungsmesse für den FIFA-Paten im Ozean der Solidarität" target="_self">FIFA-Kongress in Zürich</a> geschehen. That&#8217;s it. Nur deshalb. Bleibt dann oft nur diese Möglichkeit, mit der Welt zu kommunizieren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Olympic bidding race 2018: noch 3 Tage. München hat olympic fever</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 10:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DURBAN. Lassen wir es langsam angehen. Die erste Nachtschicht ist gemacht, wieder reingeschnuppert in die Welt der Ringe-Dealer. Die Anspannung steigt, halb Südkorea hat Durban schon in Beschlag genommen. Die Ankunft von Staatspräsident Lee Myung-Bak, der vor anderthalb Jahren Samsung-Chef Kun Hee Lee begnadigte, um die Spiele nach Pyeongchang zu holen, verursachte gestern an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. Lassen wir es langsam angehen. Die erste Nachtschicht ist gemacht, wieder reingeschnuppert in die Welt der Ringe-Dealer. Die Anspannung steigt, halb Südkorea hat Durban schon in Beschlag genommen. Die Ankunft von Staatspräsident <a title="Lee Myung-bak" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lee_Myung-bak">Lee Myung-Bak</a>, der vor anderthalb Jahren Samsung-Chef Kun Hee Lee begnadigte, um die Spiele nach Pyeongchang zu holen, verursachte gestern an der Snell Parade vor dem Southern Hotel Elangeni einen mächtigen Auflauf von Sicherheitskräften, Polizeiwagen und, klar, Koreanern. Alle waren sie da, Korean-Air-Chef Yang Ho Cho, der Boss der Bewerbung, Doosan-Anteilseigner Yong Sung Park, der Boss des NOK &#8211; und ihre vielen Helfer und Berater. Über das, was da so gewispert wurde, was sie sagen, fragen, vielleicht sogar wirklich wissen wollen, über die Gerüchte und den Spin, den sie verbreiten, werde ich nun zunächst für einige Medien berichten. Dazu später mehr in diesem Theater.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-10590" title="unbekanntes Wesen" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/Foto.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="320" height="240" align="left" /><strong>12.49 Uhr:</strong> Es war schon witzig, dass die Herrschaften vorzugsweise im Elangeni absteigen, in dessen Ground Floor sich das Daruma befindet, mein Lieblingsrestaurant hier in Durban. Ich hatte das Glück, hier vor zwei Jahren mal <a title="Südafrika 2010: &quot;The kingdom of FIFA&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/16/sudafrika-2010-the-kingdom-of-fifa/" target="_self">Seminare</a> abhalten zu dürfen. Im Elangeni haben München und Pyeongchang je 50 Zimmer gebucht. Im Daruma ist Mann übrigens derzeit nicht mal vor Groupies sicher, die mit ihren Smartphones alles und jeden fotografieren. Wenn einem solche Exemplare über den Weg laufen, muss Mann halt einfach selbst schnell auf den Auslöser drücken.</p>
<p>Neben dem Hilton, wo das IOC absteigt, dürfte das Elangeni so etwas wie das zweite Zentrum des Business werden bis Mittwoch, bis &#8230; ich zeigs einfach nochmal &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/03/olympic-bidding-race-2018-noch-3-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> Kurz noch einiges zum Ablauf meiner Berichterstattung im Blog bis Mittwoch.</p>
<p>Ich muss in erster Linie meine Auftragnehmer bedienen und meine Reisekosten einspielen. Deshalb werden bis zur Vergabe oft nur Notizen und Links erscheinen. Ich werde dann, öfter als sonst, jeweils meine journalistischen Ergüsse hier einstellen, nachdem sie anderswo veröffentlicht wurden. Halbwegs kontinuierlich werde ich mich über Twitter und Facebook melden, technisch sollte das okay sein hier, das Netz ist stabiler als bei der WM 2010, iPhone und iPad (wieder mal Schleichwerbung) sind einsatzbereit. Wer also auf dem Laufenden bleiben möchte:</p>
<ul>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Facebook" href="http://www.facebook.com/jens.weinreich" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a></li>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank"><strong>Twitter</strong></a></li>
<li>Für die Zeit in Durban steht unter den Beiträgen auch wieder eine zusätzliche Facebook-Button-Zeile, um die Vernetzung zu erleichtern.</li>
<li>Wer beim Einspielen der Reisekosten behilflich sein möchte, kann mir gern Aufträge schicken und/oder den <a title="JW on Flattr" href="http://flattr.com/thing/30835/jensweinreich-de-dont-mix-politics-with-games" target="_blank"><strong>Flattr-Button</strong></a> hier und in der Sidebar rechts benutzen.</li>
</ul>
<p>That&#8217;s it. Nun kann es bald richtig losgehen. Noch einmal: Viel Vergnügen!</p>
<p><strong>14.23 Uhr: </strong>Münchens erste Pressekonferenz. Bernhard Schwank spricht gerade über die olympischen Benimm-Regeln und sagt also gar nichts über die Mitbewerber. Nur soviel: Es sei ein Dreikampf, kein Zweikampf.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Arial} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Arial; min-height: 14.0px} -->Die drei Herren Vesper, Ude und Schwank haben allesamt <em>olympic fever</em>. Muss man sich Sorgen machen?</p>
<p>Wow, <em>olympic fever</em>, da haben sich die teuren Berater aber was Tolles ausgedacht.</p>
<p>Übrigens:</p>
<p>Michael Vesper:</p>
<blockquote><p>new global standards in green mega events staging</p></blockquote>
<p>Bernhard Schwank:</p>
<blockquote><p>new white elephants anywhere. magical atmosphere in our stadiums</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10599" title="PK München, Durban, 3. Juli 2011" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/pkmuc.jpg" alt="" width="512" height="382" /></p>
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		<item>
		<title>Olympic bidding race 2018: noch 4 Tage</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 17:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DURBAN. Touchdown. Noch kann Mann ungestört durch jene Bereiche schlendern, die von Montag bis Mittwoch zur Hochsicherheitszone erklärt werden: [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Immerhin habe ich der Versuchung widerstanden, meinen Schädel erneut in die Kamera zu halten . Und ich habe mich verzählt, denn es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. Touchdown.</p>
<p>Noch kann Mann ungestört durch jene Bereiche schlendern, die von Montag bis Mittwoch zur Hochsicherheitszone erklärt werden:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/02/olympic-bidding-race-2018-noch-4-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Immerhin habe ich der Versuchung widerstanden, meinen Schädel <a title="Programmhinweis (XI): " href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">erneut</a> in die <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">Kamera</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">zu</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">halten</a> . Und ich habe mich verzählt, denn es sind ja nur noch vier Tage bis zur Entscheidung über die Winterspiele 2018 hier im International Congress Centre zu Durban. Nicht fünf, so viel zum Thema Qualitätsjournalismus.</p>
<p>Aber zum Thema Countdown habe ich gerade dieses hübsche Video gefunden:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/02/olympic-bidding-race-2018-noch-4-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Okay. Am Mittwoch ist die Sache entschieden &#8211; und das ist dann auch gut so.</p>
<p>Die Akkreditierung der olympischen Familie baumelt mir um den Hals. Für das IOC-Hotel Hilton, wenige Meter neben dem ICC, gibt es später noch einen zweiten Badge, wie immer für die Mitglieder der so genannten <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/14/open-letter-to-the-olympic-journalists-association/" target="_self">Olympic</a> <a title="IOC-Direktor Mark Adams sagt: “They want to have a quiet meeting to discuss their issues?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/ioc-direktor-mark-adams-sagt-they-want-to-have-a-quiet-meeting-to-discuss-their-issues/" target="_self">Journalists</a> <a title="The day after, Olympic Congress: IOC sperrt Journalisten aus*" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/the-day-after-olympic-congress/" target="_self">Association</a>, die olympischen Dauerberichterstatter sind schon ein privilegiertes Völkchen.</p>
<p>Noch herrscht Ruhe vor dem kurzen Sturm in Durban. Die IOC-Mitglieder feiern Hochzeit mit Fürst Albert, die Truppe, sogar der Präsident, trudelt erst Montag ein. Da können die Olympiabewerber in Ruhe proben. Erster Eindruck, erste Infos: Durban ist fest in koreanischer Hand. Korean Air, die Gesellschaft des Bewerbungschefs Yang Ho Cho hat mehrere Hundertschaften runtergeflogen.</p>
<p>Ich gehe jetzt ein bisschen arbeiten.</p>
<p><em>(Musste mir übrigens unterwegs in Johannesburg neue Schuhe kaufen, weil ich jenes Paar, das ich mir im März gekauft hatte, bei den Dreharbeiten zum Olympiapoker tatsächlich durchgelaufen habe. Kein Witz.)</em></p>
<p>Gerade im Deutschlandfunk gelaufen, Beitrag von Herbert Fischer-Solms zu letzten Fragen und Hochrechnungen:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1943_52f0c8b3.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Philipp May versucht mich auf einen Sieger festzulegen und ich komme gegen Ende ziemlich ins Schwimmen:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1945_62f21931.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Mehr Links später.</p>
<p><strong>21.22 Uhr: </strong>Mann kann nicht mal in Ruhe Sushi essen in Durban @Daruma grosser Polizei- und Koreaner-Auflauf. Denn Koreas Praesident checkt gerade ein im Hotel im selben Gebaeude. #VIP-Alarm</p>
<p><strong>21.09 Uhr:</strong> &#8230; oh, gut wenn Mann die Restaurants in Durban in frueheren Jahren geckeckt hat. Right place, right moment: Frau Witt kommt auch gerade rein. Ziemlich erschoepft.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Durban. The final countdown</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 10:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[annecy 2018]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin auf dem Weg nach Durban. Ab Samstag wird hier rund um die IOC-Session und die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 gebloggt. Viel Vergnügen! [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Wie tausendmal gesagt: Pyeongchang oder München, das ist hier die Frage. &#8220;New horizons&#8221; oder &#8220;festival of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin auf dem Weg nach Durban. Ab Samstag wird hier rund um die IOC-Session und die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 gebloggt. Viel Vergnügen!</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Wie <a title="Programmhinweis (XI): &quot;Olympiapoker&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">tausendmal gesagt</a>: Pyeongchang oder München, das ist hier die Frage. &#8220;New horizons&#8221; oder &#8220;festival of friendship&#8221;.</p>
<p>(Tut mir ja auch leid für die Franzosen.)</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<ul>
<li>Hier finden Sie das <a title="Archiv Olympiabewerbung 2018" href="http://jensweinreich.de/category/olympiabewerbung/" target="_self">Bewerbungs-Archiv</a> dieses Blogs mit tausenden Links und vielen, vielen Dokumenten.</li>
<li>Das jüngste Gutachten über die Rechtswirksamkeit der IOC-Host-City-Verträge <a title="NOlympia 2018" href="http://www.nolympia.de/2011/06/pm-olympiabewerbung-munchen-2018-gutachten-bestatigt-host-city-vertrag-nicht-rechtswirksam/" target="_blank">im Original auf NOlympia2018</a>.</li>
</ul>
<p>Oops, <strong><a href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">ein</a>, <a href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">zwei</a>, <a href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">drei</a> </strong>Überraschungen.</p>
<p>Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Was geht ab in Durban?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban1.gif"><img class="size-full wp-image-10563 aligncenter" title="Schedule IOC-Session Durban 2011 - 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban1.gif" alt="" width="491" height="174" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10564" title="Schedule IOC-Session Durban 2011 - 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban2.gif" alt="" width="491" height="337" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10565" title="Schedule IOC-Session Durban 2011 - 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban3.gif" alt="" width="491" height="259" /></p>
<p>Also, bis demnächst in diesem Theater.</p>
<p>Ein Ende mit Schrecken.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Programmhinweis (XI): &#8220;Olympiapoker&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 14:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ard]]></category>
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		<category><![CDATA[programmhinweis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10537</guid>
		<description><![CDATA[Für alle, die heute am Mittwoch, 29. Juni, gegen Mitternacht nichts Besseres zu tun haben sollten, eine Programmempfehlung. ARD-Fernsehen einschalten: 23.45 Uhr, &#8220;Olympiapoker&#8221;, Film von Albert Knechtel und Jens Weinreich Wiederholungen gemäß ARD-Programmvorschau: Freitag, 1. Juli, 21:02 &#8211; 21:45, EinsExtra Sonnabend, 2. Juli, 12:45 &#8211; 13:30, WDR Münster Dienstag, 5. Juli, 14:15 &#8211; 15:00, Phoenix Pyeongchang oder München, das ist hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle, die <span style="text-decoration: line-through;">heute</span> am Mittwoch, 29. Juni, gegen Mitternacht nichts Besseres zu tun haben sollten, eine Programmempfehlung. ARD-Fernsehen einschalten:</p>
<ul>
<li><a title="ard.de" href="http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,wlzsyp1nkjnu83s7~cm.asp" target="_blank">23.45 Uhr, <strong>&#8220;Olympiapoker&#8221;</strong></a>, Film von Albert Knechtel und Jens Weinreich</li>
</ul>
<p>Wiederholungen gemäß ARD-<a title="Termine Olympiapoker" href="http://programm.ard.de/Programm/Sender?suche=olympiapoker#top" target="_self">Programmvorschau</a>:</p>
<div id="_mcePaste">
<ul>
<li>Freitag, 1. Juli, 21:02 &#8211; 21:45, <strong>EinsExtra</strong></li>
<li>Sonnabend, 2. Juli, 12:45 &#8211; 13:30, <strong>WDR Münster</strong></li>
<li>Dienstag, 5. Juli, 14:15 &#8211; 15:00, <strong>Phoenix</strong></li>
</ul>
</div>
<p><a title="alle Beiträge zum Bidding Race hier im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/category/olympiabewerbung/" target="_self">Pyeongchang oder München</a>, das ist hier die Frage.</p>
<p>Was soll ich sagen. Mir ist noch immer unwohl dabei, ständig durchs Bild zu laufen. Aber das ist nun mal die Lösung, für die wir uns entschieden haben, <a title="tagesspiegel.de" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/muenchen-auf-silberkurs/4333726.html" target="_blank">rasender Reporter</a>. Die Szenen, als ich auf einer einsamen Südseeinsel den Strand beschlendere und mir einen mächtigen Sonnenbrand geholt habe, sind (leider) genauso rausgeflogen, wie die enthüllenden Bilder mit Laptop und Drink am Hotelpool, die Bussis mit/für Katarina &#8211; und manches andere Entlarvende mehr. Etwa die Aufsager, die wir an allen möglichen Orten geprobt haben, und bei denen ich den famosen Kameramann Frank zur Weißglut gebracht habe. Ist auch blöd, wenn einer 30 Mal ansetzen muss, oder waren es wirklich 300 Mal, wie Lehmann behauptet?</p>
<p>Die Location will bei derlei Dreharbeiten natürlich stets exakt besprochen werden, manchmal schon morgens um sieben in gleißendem Sonnenlicht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10543" title="Teambesprechung auf irgendeiner einsamen Südsee-Sonneninsel" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/teambesprechung.jpg" alt="" width="515" height="293" /></p>
<p>Jedenfalls, ich bedanke mich bei Simone, Albert, Frank und Felix und anderen, dass sie es so lange ausgehalten haben.</p>
<p>Diese TV-Dokumentation war ein Grund dafür, dass ich mich hier im Wohnzimmer zuletzt etwas zurückgehalten habe. Versprechen darf ich jedoch, dass diese Erfahrungen, Gespräche und Recherchen in den kommenden Tagen verwoben werden und vielleicht dabei helfen, den Blick auf den Olympiapoker zu weiten, der am 6. Juli entschieden wird. <span style="text-decoration: line-through;">Da bin ich mir sogar relativ sicher.</span></p>
<p><strong>Ich werde so ab 2. Juli auch im Blog live aus Durban berichten, natürlich &#8211; über die Spiele-Vergabe hinaus &#8211; bis zum Ende der IOC-Session am 9. Juli.</strong></p>
<p>Habe lange überlegt, ob ich den &#8220;Olympiapoker&#8221; hier bewerbe. Würde mir untreu werden, sollte ich mich der Kritik nicht auch diesmal stellen. Deshalb doch noch ein Programmhinweis kurz vor Ausstrahlung.</p>
<p><em>Mitwirkende am &#8220;Olympiapoker&#8221; sind übrigens, in der Reihenfolge ihres Auftretens: Bernhard Schwank, Thomas Bach, Yang Ho Cho, Theresa Rah, Yuna Kim, Katarina Witt, Richard Pound, Walther Tröger, Juan Antonio Samaranch †, Jean-Pierre Méan, Angela Merkel, Axel Doering, Chin Im, Yong Sung Park, Kun Hee Lee, Ottavio Cinquanta, Manfred von Richthofen, Jacques Rogge, Leo Wallner, Robin Mitchell, Kevan Gosper, Ian Robertson, Jon Tibbs, George Hirthler, Gian-Franco Kasper, Terrence Burns, Sam Ramsamy. Was unweigerlich bedeutet, dass die gefühlten 200 anderen Personen, die uns dankenswerter Weise zumindest für Kurzgespräche zur Verfügung standen, aus verschiedenen Gründen nicht untergebracht werden konnten &#8211; in den knapp 44 Minuten.</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Winterspiele 2018: der IOC-Evaluierungsbericht</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/10/winterspiele-2018-der-ioc-evaluierungsbericht/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 08:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Das IOC hat soeben den Evaluierungsbericht zu den Olympiabewerbungen 2018 veröffentlicht. Es darf diskutiert werden. Aber bitte bedenken: So ein Bericht ist (fast) nie entscheidend. Die Pressemeldung des IOC dazu: The International Olympic Committee (IOC) today released the report by the Evaluation Commission for the XXIII Olympic Winter Games in 2018. This report follows the [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das IOC hat soeben den Evaluierungsbericht zu den Olympiabewerbungen 2018 veröffentlicht. Es darf diskutiert werden. Aber bitte bedenken: So ein Bericht ist (fast) nie entscheidend.</p>
<p><iframe class="scribd_iframe_embed" src="http://www.scribd.com/embeds/55078081/content?start_page=1&#038;view_mode=list&#038;access_key=key-a0higa7lu7s646wae0z" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="1" scrolling="no" id="doc_74780" width="100%" height="600" frameborder="0"></iframe><script type="text/javascript">(function() { var scribd = document.createElement("script"); scribd.type = "text/javascript"; scribd.async = true; scribd.src = "http://www.scribd.com/javascripts/embed_code/inject.js"; var s = document.getElementsByTagName("script")[0]; s.parentNode.insertBefore(scribd, s); })();</script></p>
<p>Die <a title="IOC Press Release" href="http://www.olympic.org/media?articlenewsgroup=-1&amp;articleid=128019&amp;searchpageipp=10&amp;searchpage=1" target="_blank">Pressemeldung des IOC</a> dazu:</p>
<blockquote><p>The International Olympic Committee (IOC) today released the report by the Evaluation Commission for the XXIII Olympic Winter Games in 2018. This report follows the Commission’s visits to the three Candidate Cities bidding to host the Games: Munich (Germany), Annecy (France) and PyeongChang (Republic of Korea).*</p>
<p>The Evaluation Commission, chaired by the IOC member in Sweden Gunilla Lindberg, spent four days in each Candidate City earlier this year (see dates below) to conduct on-site inspections and carry out an assessment of the cities’  2018 Olympic Winter Games projects.</p>
<p>The report is a technical analysis which is being provided to IOC members prior to the “2018 Briefing for IOC Members&#8221; which will be held on 18 and 19 May in Lausanne.  During this meeting the Candidate Cities will have the opportunity to present the technical aspects of their candidatures to the IOC members and answer questions.</p>
<p><a title="Evaluierungsbericht 2018" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Evaluation_Commission/FINAL_DRAFT_2018_EV_COM-ENG.pdf" target="_blank">Download the report</a></p>
<p>The election of the host city of the 2018 Olympic Winter Games will take place on 6 July 2011 during the 123rd IOC Session in Durban (South Africa). Prior to the IOC members casting their votes, the Candidate Cities will make their final presentations, followed by a final report by Evaluation Commission Chair Gunilla Lindberg. The city that obtains an absolute majority of votes will be elected.</p>
<p>The election in Durban will be the culmination of a process that began on 31 July 2009, when the IOC asked National Olympic Committees to nominate cities for the 2018 Games. On 16 October 2009, the IOC announced Munich, Annecy and PyeongChang as the three Applicant Cities. The cities’ responses to the IOC’s Applicant City Questionnaire were studied by an IOC Working Group, which produced a report for the IOC Executive Board (EB). Based on this report, all three cities were named Candidate Cities by the EB at its meeting on 22 June 2010. The cities submitted their Candidature Files, based on the 17 themes outlined in the IOC’s Candidature Procedure and Questionnaire, by the deadline of 11 January 2011.</p>
<p>* Cities are listed in the order of drawing of lots as performed by the IOC Executive Board on 10 December 2009. This is the order in which the cities bidding for the 2018 Games will be listed, make presentations, etc., until the election of the host city in July 2011.</p>
<p>Note to the editors:</p>
<p>The dates of the Evaluation Commission visits were:</p>
<ul>
<li>Annecy: 9–12 February 2011</li>
<li>PyeongChang: 16–19 February 2011</li>
<li>Munich: 1–4 March 2011</li>
</ul>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2018: Au revoir, Annecy!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/05/olympia-2018-au-revoir-annecy/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 22:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[edgar grospiron]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe es oft genug angedeutet, etwa nach meinem merkwürdigen Gespräch mit dem Olympiasieger Edgar Grospiron im August in Singapur: Annecy ist nicht wirklich ein Anwärter auf die Olympischen Winterspiele 2018. Da weltweit kaum Interesse an diesen Winterspielen besteht &#8211; so wenige Bewerber gab es für Spiele seit 30 Jahren nicht -, ließ das IOC-Exekutivkomitee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe es oft genug angedeutet, etwa nach <a title="Olympia 2018: Eine Wasserstandsmeldung und ein nervöser Bewerber" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/20/olympia-2018-eine-wasserstandsmeldung-und-ein-nervoser-bewerber/" target="_self">meinem merkwürdigen Gespräch mit dem Olympiasieger Edgar Grospiron</a> im August in Singapur: <a title="Annecy2018.org" href="http://www.annecy2018.com/en/" target="_blank">Annecy</a> ist nicht wirklich ein Anwärter auf die Olympischen Winterspiele 2018. Da weltweit kaum Interesse an diesen Winterspielen besteht &#8211; so wenige Bewerber gab es für Spiele seit 30 Jahren nicht -, ließ das IOC-Exekutivkomitee <a title="Kleiner Regelbruch: Olympia 2018, Candidate Cities" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/kleiner-regelbruch-olympia-2018-die-candidate-cities/" target="_self">Annecy dennoch im Wettbewerb</a>. Denn nur Pyeongchang und München hätte einfach zu blöd ausgesehen.</p>
<p>Während also Münchens Olympiabewerber dieser Tage in Durban den Ernstfall für die IOC-Session im Juli 2011 proben und die Location checken, steht Annecy kurz vor dem Aus.</p>
<p>Grospiron kommt ja nicht nur mir wegen harmloser Bemerkungen in meinen Texten blöd, er legt sich auch ständig mit den beiden sportpolitischen Korrespondenten der L&#8217;Equipe an. Die L&#8217;Equipe schrieb nun, dass es dem Aufsichtsrat des Bewerberkomitee an Zuversicht mangelt, um weitere zwei bis vier Millionen Euro für eine Bewerbung locker zu machen, die ohnehin gegen die Wand gesteuert wäre, wie Frankreichs IOC-Mitglied Guy Drut meint. Drut hat sich, im Gegensatz zum zweiten IOC-Mitglied der Franzosen, Jean-Claude Killy, wenigstens gelegentlich für Annecy engagiert. (Online finde ich im L&#8217;Equipe-Angebot leider <a title="L'Equipe" href="http://www.lequipe.fr/Aussi/breves2010/20101205_200215_2-a-4-m-de-plus-pour-annecy.html" target="_blank">nur</a> <a title="L'Equipe" href="http://www.lequipe.fr/Aussi/breves2010/20101205_184347_drut-rectifie-mais-ne-nie-pas.html" target="_blank">diese</a> <a title="L'Equipe" href="http://www.lequipe.fr/Aussi/breves2010/20101205_095454_killy-et-drut-lachent-annecy.html" target="_blank">Links</a>.)</p>
<p>Grospiron, derzeit ebenfalls in Durban bei der Weltkonferenz für <a title="Was vom Tage übrig blieb (29): Staumauern in Berglandschaften" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-29-staumauern-in-berglandschaften/" target="_self">Sport und Umwelt</a>, veröffentlicht soeben eine interessante Presseerklärung:</p>
<blockquote><p><strong>Annecy adapts its international setup for the home straight</strong></p>
<p>Edgar Grospiron, CEO of Annecy 2018, currently on a visit to South Africa, has confirmed Guy Drut and Jean-Claude Killy&#8217;s support for the French bid to host the 2018 Olympic and Paralympic Games. This statement comes in response to an article published in French sports daily L&#8217;Equipe on Sunday 5th December.</p>
<p>Christian Monteil, Chairman of the Annecy 2018 Supervisory Board and President of the Haute-Savoie General Council, and all the members of the Supervisory Board (the Government&#8217;s representative, the President of the French National Olympic Committee (CNOSF), the President of the Rhône-Alpes Region, the Mayor of Annecy) have reaffirmed their confidence in the project, highlighting the progress made during the past months:</p>
<p>&#8220;Last June, the International Olympic Committee asked Annecy to present a more compact organisation. Three months later, with the unfailing support of all concerned, Annecy 2018 presented a new, ultra-compact concept organised around the two main bases, Annecy and Chamonix Mont-Blanc. This concept is fully in line with the IOC&#8217;s demands, and was welcomed at the majors’ international presentations. Annecy 2018 has thus demonstrated its ability to adapt quickly in response to the IOC&#8217;s remarks, with the ultimate aim of submitting the best offer to host the 2018 Winter Games.</p>
<p>In a month&#8217;s time, on 11th January 2011, Annecy 2018 will submit its bid book to the IOC, along with guarantees issued by the State, all the local authorities and economic stakeholders. In February, Annecy will welcome the IOC Evaluation Commission.</p>
<p>The bid is therefore about to move into a new phase of its project&#8217;s international promotion.</p>
<p>To prepare for this new phase, the supervisory board has taken stock of the progress still to be made in terms of its international promotion efforts, which began at the Vancouver Olympics. Fully aware of the level of demand on the international stage, the Bid Committee has already put together a new organisation, designed to strengthen this international promotion, calling upon the necessary financial and human resources, in absolute compliance with Annecy 2018&#8242;s declared values.&#8221;</p>
<p>The Bid Committee and the French IOC members will meet in a week&#8217;s time to study this new organisation and move forward into the home straight for a final win, together, on 6th July 2011 in Durban.</p></blockquote>
<p>Ich denke mal, das war&#8217;s. Au revoir, Monsieur Grospiron!</p>
<p>Frankreich will zur 100-Jahr-Feier die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris, nachdem man für 2012 gegen London im letzten Moment an der eigenen Arroganz gescheitert ist. In Frankreich interessiert sich außer Grospiron und einigen Unentwegten kaum jemand für Olympia 2018 in Annecy.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Pyeongchang 2018 und die Korea-Krise</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/26/pyeongchang-2018-und-die-korea-krise/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 09:33:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BELGRAD. Herr Cho schleppt zwei schwere Kameras. An jeder Schulter baumelt ein teures Objektiv. Sightseeing ist angesagt am Donnerstagmorgen. Herr Cho will sich die Belgrader Altstadt anschauen, und wie er durch die Lobby des Hyatt Regency Hotels schreitet, erfüllt er zweifellos jenes Klischee, dass Europäer von asiatischen Touristen pflegen. Doch Yang Ho Cho ist geschäftlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>BELGRAD. Herr Cho schleppt zwei schwere Kameras. An jeder Schulter baumelt ein teures Objektiv. Sightseeing ist angesagt am Donnerstagmorgen. Herr Cho will sich die Belgrader Altstadt anschauen, und wie er durch die Lobby des Hyatt Regency Hotels schreitet, erfüllt er zweifellos jenes Klischee, dass Europäer von asiatischen Touristen pflegen. Doch Yang Ho Cho ist geschäftlich in Belgrad. Cho, CEO von Korean Air, ist auch Präsident des Bewerbungskomitees, das die Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang holen will. Am Freitag präsentieren sich Pyeongchang, München und Annecy (Frankreich) vor der Vollversammlung der europäischen Nationalen Olympischen Komitees.</p>
<p>Während die Artillerie-Attacke Nordkoreas auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong weltweit Schlagzeilen macht, während der Machthaber des Nordens weitere Drohungen gegen den Süden ausstößt und damit auch die Frage akut wird, ob dieser Konflikt der Olympiabewerbung Pyeongchangs schadet, entspannt sich Herr Cho für ein paar Stunden. Die Südkoreaner nehmen es demonstrativ gelassen. „Sie müssen das verstehen“,sagt Muchol Chin, PR-Chef des Bewerbungskomitees: „Wir leben seit sechzig Jahren mit dem Problem.“ Er verweist auf die einseitige schriftliche Stellungnahme vom Vortag. Darin wird korrekt erwähnt, dass 1988 die Olympischen Sommerspiele und 2002 die Fußball-Weltmeisterschaft ohne Zwischenfälle ausgetragen wurden, so wie kürzlich auch der G20-Gipfel in Seoul. „Pyeongchang und die südkoreanische Regierung werden alles tun, um 2018 sichere Winterspiele auszutragen“, heißt es. Man glaube, dass diese Winterspiele zum Frieden in der Region beitragen können.</p>
<p>Sie werden das Thema auf der Präsentation vor den europäischen NOK kaum offensiv ansprechen. Die Stellungnahme soll vorerst reichen. Aber sie sind auf Fragen eingestellt. Ändern können sie ohnehin nichts. Sie haben nicht den Fehler gemacht und Olympiawettbewerbe im Norden geplant – so wie etwa Südkoreas Offerte für die Fußball-WM 2022, über die kommende Woche entschieden wird, vier Spiele im Norden einplant. Dieses Versprechen wirkt angesichts der kriegerischen Attacke des ungleichen Bruders nur bizarr.</p>
<p>„Terroranschläge und bewaffnete Konflikte können generell ein Kriterium für die Vergabe von Olympischen Spielen sein“, sagt Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes (FIS) und IOC-Mitglied. Der Schweizer erinnert an die Bombenattentate in der Londoner U-Bahn im Juli 2005, als 52 Menschen getötet wurden – einen Tag nachdem das IOC die Sommerspiele 2012 nach London vergeben hatte. Mike Lee war damals Kommunikationsdirektor der Londoner Olympiabewerbung. Heute berät er Pyeongchang und sagt, man werde sich nicht auf ein Sicherheitsthema fokussieren, das nicht neu ist, sondern Teil der koreanischen Geschichte und der Weltpolitik. Man werde stattdessen weiter Pyeongchangs Vorzüge preisen: etwa den ungesättigten asiatischen Wintersportmarkt.</p>
<p>So tragisch es ist, aber Attentate sind Teil der olympischen Geschichte. In Atlanta explodierte 1996 eine Splitterbombe, und in München wurden 1972 die als „heiter“ apostrophierten Sommerspiele vom Mordanschlag auf israelische Olympiateilnehmer überschattet. Es gab andere Zwischenfälle, nicht nur bei Olympia. Der Sport lebt mit der Gefahr. 1981, als Südkoreas Hauptstadt Seoul vom IOC die Sommerspiele 1988 zugesprochen wurden, hatte es zuvor auch eine bewaffnete Auseinandersetzung gegeben.</p>
<p>Vor drei Jahren, als Pyeongchang sich um die Winterspiele 2014 bewarb und knapp an Sotschi scheiterte, hatte man die Offerte noch mit kühnen Botschaften, dem Traum von der Wiedervereinigung und vom ewigen Frieden in Korea garniert. Das war zu doll aufgetragen. Ähnlich argumentierte Pyeongchang im Kampf um die Winterspiele 2010, als es gegen Vancouver unterlag. Die Bewerber für 2018 haben daraus gelernt. Sie äußern sich sehr zurückhaltend und verzichten auf blumige Friedensbotschaften.</p>
<p>Glaubt man dem Flurfunk in Belgrad und den ersten Wortwechseln mit IOC-Insidern, die meist nicht zitiert werden wollen, dann dürften die Zwischenfälle in Korea keinen negativen Einfluss auf Pyeongchangs Olympiabewerbung haben. Noch nicht. Das sei Tagespolitik – die IOC-Abstimmung am 6. Juli 2011 in Durban aber eine strategische Entscheidung, heißt es. „Kurz vor der Wahl könnte so eine kriegerische Attacke vielleicht Verunsicherung schaffen“, sagt Gian-Franco Kasper am Telefon. „Momentan ist es aber zu früh, darüber zu spekulieren.“ Er schiebt schnell nach: „Und das ist keinesfalls zynisch gemeint.“</p>
<p><em>P.S.: Verlinkt wird später (vielleicht :), bin etwas im Stress derzeit.</em><br />
<a href="http://flattr.com/thing/88809/Winterspiele-2018-Pyeongchang-und-die-Korea-Krise" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Verwarnung für Pyeongchang: &#8220;IOC rules on potential conflict of interests&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/03/verwarnung-fur-pyeongchang-ioc-rules-on-potential-conflict-of-interests/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/03/verwarnung-fur-pyeongchang-ioc-rules-on-potential-conflict-of-interests/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 22:37:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es wird noch spannend in diesem Wettbewerb um die Winterspiele 2018. Und München holt international auf, das erzähle ich seit Vancouver, das bestätigte sich in Dubai und erst recht in Acapulco. Inzwischen ist es nicht mehr überraschend. München holt auch deshalb auf und hat Chancen auf die Spiele, weil die Südkoreaner Fehler machen. Sie können [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird noch spannend in diesem Wettbewerb um die Winterspiele 2018. Und München holt international auf, das erzähle ich <a title="München vs Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">seit Vancouver</a>, das bestätigte sich in Dubai und <a title="Olympia 2018: München darf hoffen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/23/olympia-2018-munchen-darf-hoffen/" target="_self">erst recht in Acapulco</a>. Inzwischen ist es nicht mehr überraschend. München holt auch deshalb auf und hat Chancen auf die Spiele, weil die Südkoreaner Fehler machen. Sie können halt nicht anders. In Korea stehen viele Konzerne hinter der Bewerbung, und die machen das, was sie immer machen, so sind sie groß geworden im Olympia-Business. Sie kaufen Image und Stimmen mit Sponsorverträgen, zum Beispiel. Sonderlich geschickt sind sie dabei nicht, aber wenn sie die Spiele haben wollen, müssen sie sich ein wenig smarter anstellen &#8230;</p>
<ul>
<li>&#8230; <a title="Vertrag Korean Air - ISU" href="http://www.koreanair.com/" target="_blank">als gerade Korean Air</a>, in Besitz der Familie Cho, deren Sprössling <a title="Herr Cho auf Facebook" href="http://www.facebook.com/KoreanAirCEO?v=wall" target="_blank">Yang Ho Cho</a> sowohl als Chairman und CEO von Korean Air als auch des <a title="Pyeongchang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/language/eng/sub02/sub02_01.asp" target="_blank">Bewerbungskomitees</a> agiert &#8230;</li>
<li>&#8230; und <a title="Vertrag Samsung - FISA" href="http://www.worldrowing.com/display/modules/news/dspNews.php?newid=324959" target="_blank">als gerade Samsung</a>, immer noch vom göttergleichen <a title="Der reichste Koreaner ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/04/der-reichste-koreaner-ioc-mitglied-lee-kun-hee/" target="_self">Lee Kun Hee</a> geführt, dem olympischen Korruptions-Champion &#8230;</li>
<li>&#8230; oder als <a title="Kleiner Regelbruch ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/kleiner-regelbruch-olympia-2018-die-candidate-cities/" target="_self">Pyeongchangs PR-Abteilung</a>.</li>
</ul>
<p>Nun, der Eislauf-Weltverband ISU muss seinen Vertrag mit Korean Air bis nach der 2018er Entscheidung am 6. Juli 2011 auf Eis legen. Der Samsung-Vertrag mit dem Ruder-Weltverband FISA verstößt angeblich nicht gegen IOC-Regeln, wohl aber wird FISA-Boss und IOC-Exekutivmitglied Denis Oswald in Durban nun nicht mit abstimmen. ISU-Präsident Ottavio Cinquanta dagegen wird <a title="The IOC, the 2016 bidding race and the question of a secrect, democratic election" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/13/the-ioc-the-2016-bidding-race-and-the-question-of-a-secrect-democratic-election/" target="_self">das elektronische Votingsystem</a> betätigen.</p>
<p><a title="IOC PM vom 3. November 2011" href="http://www.olympic.org/en/content/Media/?articleNewsGroup=-1&amp;articleId=105925" target="_blank">Das IOC teilt gerade mit:</a></p>
<blockquote><p><strong>IOC rules on potential conflict of interests</strong></p>
<p>After indications last week of potential conflict of interests concerning partnership deals involving International Sports Federations and commercial partners, the IOC Ethics Commission has taken the following action.</p>
<p>The International Skating Federation (ISU) and Korean Air &#8211; a partner of the Pyeongchang 2018 bid committee &#8211; have agreed to postpone their partnership until after the vote on who will host the Olympic Winter Games in 2018. The election will take place in Durban on 6 July 2011. The Ethics Commission reminded Pyeongchang 2018 and its related organisations to fully respect the Rules of Conduct related to Candidate Cities and issued a warning.</p>
<p>The Ethics Commission also looked into the partnership deal between the International Rowing Federation (FISA) and Samsung, a global (TOP) sponsor of the Olympic Movement. The agreement did not infringe IOC rules. FISA President and IOC member Denis Oswald decided to abstain from voting in Durban to avoid a perception of conflict of interests. The IOC Ethics Commission recognised that FISA and its President acted in good faith.</p></blockquote>
<p>Wer mehr wissen will, die Papiere werden gewiss noch gebraucht:</p>
<ul>
<li><a title="IOC Code of Ethics 2009" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/IOC-Code-of-Ethics-2009.pdf" target="_self">IOC Code of Ethics</a></li>
<li><a title="Rules of Conduct für Olympiabewerbungen" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/2018-rules-of-conduct.pdf" target="_self">Rules of Conduct für Olympiabewerbungen</a></li>
</ul>
<p>Zum Thema Samsung habe ich mich zuletzt aus Acapulco im Hintergrund Politik des Deutschlandfunks geäußert.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/22/dlf_20101022_1840_d4c77eed.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die Original-Passage daraus (es musste für die Sendung gekürzt werden):</p>
<p>(&#8230;) In der Nacht vor der Wahl hat es oft genug wundersame Entwicklungen gegeben. Sydney gewann einst die Sommerspiele 2000 gegen Peking, nachdem wenige Stunden vor der Abstimmung bei einem Nachtmahl zwei Korruptionsverträge mit afrikanischen IOC-Mitgliedern geschlossen wurden.</p>
<p>Korruption ist weder Deutschen noch Franzosen fremd. Ein Deutscher, der ehemalige Adidas-Chef Horst Dassler, bei dem Thomas Bach einst als Direktor angestellt war, hat das System der modernen olympischen Korruption sogar erfunden. Bis heute wirkt das Netzwerk Dasslers, der 1987 an Augenkrebs starb. Das von ihm noch gegründete ISL-Firmengeflecht hat in den neunziger Jahren 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an hohe Sportfunktionäre gezahlt, darunter IOC-Mitglieder. Das ist gerichtsfest dokumentiert.</p>
<p>In Südkorea ist Korruption eine Art Volkssport. NOK-Präsident Park wurde bereits wegen Korruption verurteilt, flog aus dem IOC und verlor seinen Posten als Präsident des Judo-Weltverbandes. Südkoreas Ikone Kun Hee Lee, der Kopf des Samsung-Konzerns, wurde gar schon zweimal verurteilt und wieder begnadigt – zuletzt Anfang des Jahres mit der Begründung, Lee solle im nationalen Auftrag die Winterspiele nach PyeongChang holen.</p>
<p>Der Milliardär Kun Hee Lee hält derzeit im Acapulco Princess Hotel Hof. Er saß schweigend bei der Präsentation auf dem Podium. Samsung beherrscht den koreanischen Sport und etliche olympische Weltverbände. Lee blieb trotz seiner Dauer-Vergehen IOC-Mitglied – und Samsung Sponsor im IOC-Vermarktungsprogramm TOP. Eine bizarre Konstellation.</p>
<p>PyeongChang unterbreitete den Nationalen Olympiakomitees für die Winterspielen 2018 neue Angebote. So will man jedem NOK kostenlos ein Haus für Festivitäten bereitstellen. Das dürfte etwas mehr kosten als die von München versprochenen Trainingslager in Deutschlands Spitzensportzentren. Christian Ude preschte mit seiner Kritik vor, die im IOC-Umfeld sicher nicht gern gehört wird.</p>
<blockquote><p>Wir sollen andere Bewerbungen nicht kommentieren. Das steht uns nicht zu. Persönlich war ich schon überrascht, dass Angebote finanzieller Entlastung von Nationalen Olympischen Komitees Gegenstand einer Bewerbung sind. Aber ich habe gesagt, dass wir uns dadurch nicht einschüchtern lassen, weil solche Offerten ja durchaus auch eine kontraproduktive Wirkung haben können.</p></blockquote>
<p>Auch Klaus Schormann betrachtet das Engagement von Samsung und Kun Hee Lee kritisch:</p>
<blockquote><p>Ich selber habe mich mit ihm nie beschäftigt, weil ich aus meinem ethischen Gefühl anders handle und anders arbeite, auch mit meiner Union, wie wir an Gelder kommen und wie wir mit Partnern arbeiten. Wir wissen natürlich, dass die Bewerbung von Pyeongchang weitaus besser aufgestellt ist, finanziell. Aber man weiß, je mehr Geld man hat, je mehr kann man bewegen. Aber nicht das Geld macht&#8217;s nur, sondern das Know-how. Es ist nicht immer nur eine Ikone, die dann den letzten Ausschlag gibt.</p></blockquote>
<p>Ein gewisses Verständnis für Samsung und Kun Hee Lee äußert Thomas Bach, der zu den Koreanern seit langem beste Beziehungen unterhält und einst sogar den inzwischen wegen Korruption aus dem IOC verbannten Un Yong Kim unterstützte &#8211; etwa mit seiner Unterschrift für die Präsidentschaftskandidatur von Kim im Sommer 2001.</p>
<blockquote><p>Samsung ist ein TOP-Sponsor des IOC. da sind die Regeln auch klar, dass sich TOP-Sponsoren nicht engagieren dürfen für eine Bewerbung. Aber Natürlich wird wahrgenommen, dass Samsung aus Korea kommt und im übrigen im breitensportlichen Bereich auch ein Förderer des DOSB ist auf der nationalen Ebene. Also es handelt sich hier um ein langwieriges internationales Engagement.</p></blockquote>
<p>Josef Fendt ist Präsident des Rodel-Weltverbandes und als Berchtesgadener ein Fürsprecher der Münchner Offerte. Er glaubt, dass die Schlagzeilen der vergangenen Tage über Korruption im Fußball-Weltverband FIFA die olympische Szene zumindest momentan beeinflussen.</p>
<blockquote><p>Kann sein, dass diese Probleme, die sich jetzt in der FIFA abgespielt haben, eine gewisse Rolle spielen. Aber die Wahlen sind erst nächstes Jahr im Juni oder im Juli. Bis dahin kann schon wieder viel vergessen sein.</p></blockquote>
<p>Für die Einhaltung der Regeln in der Bewerbungsphase ist unter anderen die Schwedin Gunilla Lindberg zuständig, eine der erfahrensten Frauen im olympischen Weltsport. Lindberg, selbst IOC-Mitglied, fungiert als Chefin der Evaluierungskommission, die im kommenden Jahr die Bewerberstädte bereist und danach einen Prüfbericht anfertigt.</p>
<blockquote><p>Ich glaube nicht, dass irgendjemand versuchen wird, mich zu bestechen. Das wäre absoluter Nonsens. Wir müssen peinlich genau auf die Ethik-Reglen achten. Nun ist es aber so: Samsung ist schon lange IOC-Sponsor. Wenn wir Länder, die TOP-Sponsoren haben, nicht erlauben würden, sich um Olympische Spiele zu bewerben, hätten wir nur noch sehr wenige Bewerber.</p></blockquote>
<p>Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Olympia GmbH, verspricht:</p>
<blockquote><p>Also für uns ist eins völlig klar: Wir halten uns an die Regeln. Wir arbeiten auf der Grundlage der Regeln, die vorgegeben sind. Nicht nur weil sie vorgegeben sind, sondern, jedenfalls kann ich das für meiner Person sagen, aus Überzeugung. Ich will einen fairen und sauberen Wettbewerb führen um diese Vergabe der Spiele. Und das werde ich auch bis zum Ende so halten.</p></blockquote>
<p>Der Wettbewerb um die Olympischen Winterspiele 2018 hat in Acapulco erst richtig begonnen. München startete gut in die finale Phase und erntete Lob von allen Seiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. München ist nicht mehr chancenlos. Aber es ist in der Sportpolitik wie im richtigen Leben: Jähe Wendungen sind nicht ausgeschlossen. (&#8230;)</p>
<p>Manche finden das albern, egal: Wollen wir weiter abstimmen?</p>
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<a href="http://flattr.com/thing/80366/Verwarnung-fur-Pyeongchang-IOC-rules-on-potential-conflict-of-interests" target="_blank"><br />
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]]></content:encoded>
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		<title>Olympia 2018: München darf hoffen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/10/23/olympia-2018-munchen-darf-hoffen/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 23:51:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ACAPULCO. Wie sieht es aus für München in der internationalen Arena? Ich bleibe dabei: besser als daheim. Die Dienstreise nach Acapulco hat sich für die Olympiabewerber definitiv gelohnt. Und mir gerade eine Nacht ohne Schlaf beschert. Das ist dabei herausgekommen: : Ein Hintergrund Politk gestern Abend im Deutschlandfunk, mit O-Tönen von Olympia-Kuratoriumschefin Katarina Witt, IOC-Chefprüferin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ACAPULCO. Wie sieht es aus für München in der internationalen Arena? Ich bleibe dabei: besser als daheim. Die Dienstreise nach Acapulco hat sich für die Olympiabewerber definitiv gelohnt. Und mir gerade eine Nacht ohne Schlaf beschert. Das ist dabei herausgekommen:</p>
<p><a title="DLF Hintergrund Politik München 2018" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/22/dlf_20101022_1840_d4c77eed.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ein Hintergrund Politk gestern Abend im <a title="DLF, Hintergrund Politik vom 22. Oktober 2010" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1302136/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>, mit O-Tönen von</p>
<ul>
<li>Olympia-Kuratoriumschefin Katarina Witt,</li>
<li>IOC-Chefprüferin Gunilla Lindberg,</li>
<li>Spin Doctor Jon Tibbs,</li>
<li>Bernie-Ecclestone-Berater Michael Payne,</li>
<li>Rodel-Weltverbandspräsident Josef Fendt,</li>
<li>IOC-Vize Thomas Bach,</li>
<li>Südkoreas NOK-Boss Park Yong Sung,</li>
<li>Moderner-Fünfkampf-Weltverbandspräsident Klaus Schormann,</li>
<li>Olympia-Geschäftsführer Bernhard Schwank,</li>
<li>Ski-Weltverbandspräsident Gian-Franco Kasper,</li>
<li>Oberbürgermeister Christian Ude und</li>
<li>Bob-Weltverbandspräsident Ivo Ferriani</li>
</ul>
<p>Es fehlt ein bisschen Atmo von den Präsentationen. Die Mexikaner hatten einfach keine Mitschneidemöglichkeit eingerichtet. Ich werde den Text sicher auch noch reinkopieren, allerdings etwas erweitert. Bis dahin, ich wurde schon gemahnt, sollten wir mal wieder abstimmen.</p>
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<p>Diesen Text für die <a title="Winter voller Wunder" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1023/seite3/0006/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a> habe ich auch noch gebastelt:</p>
<p>ACAPULCO. Richard Pound hat einige Bücher gelesen in seinem sieben Jahrzehnte währenden Leben. Der Top-Jurist und langjährige Vizepräsident des IOC hat sogar etliche geschrieben. Der Kanadier mit schottischen Wurzeln liebt klare, deftige Worte. Nirgendwo werde so viel gelogen, pflegt er zu sagen, wie in olympischen Bewerbungsbüchern.</p>
<p>Derlei Sprüche sind unter deutschen Politiker und Sportfunktionäre, die nach Monaten und verzehrenden Auseinandersetzungen mit Mühe die kleine bavarische Olympia-Opposition ausmanövriert haben, nicht eben beliebt. Gerade jetzt nicht, wo die Olympiabewerber aus München doch ihre internationale Tour beginnen und im nationalen Auftrag um die Austragung der Olympischen Spiele 2018 buhlen. Ohne alle Planungszahlen zu kennen, hat so ziemlich jedes Parlament, vom Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen bis zum Bundestag (der schon vorab im Sommer vergangenen Jahres), dem Abenteuer einen Freibrief erteilt. Die Politik hat dem IOC rund 50 umfassende Zugeständnisse gemacht und sich natürlich auch verpflichtet, mit Steuermitteln für etwaige Verluste eines olympischen Organisationskomitees aufzukommen.</p>
<p>Zuletzt haben alle siegreichen Truppen – ob Sydney, Salt Lake City, Athen, Turin, Vancouver und natürlich Peking – gelogen, dass sich die Balken bogen. Da wurden angebliche Planungen in Windeseile zu Makulatur, das vervielfachten sich Kosten im Sprinttempo, da wollte man von zahlreichen Versprechen nichts mehr wissen. So ist das im Leben. Und im Milliardengeschäft mit den Olympischen Spielen. So werden auch die Kosten der Münchner Offerte, die bislang auf maximal drei Milliarden Euro geschätzt wurden, in Bälde steigen, sollte München auf der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 6. Juli 2011 in Durban zum Sieger erklärt werden.</p>
<p>Die Konkurrenten sind Pyeongchang aus Südkorea und Annecy aus Frankreich. Beide wurden von Münchens Bewerbern in der Nacht zum Donnerstag an pazifischen Gestaden empfindlich distanziert. Obwohl: Annecy, nun ja, ist kein wirklicher Bewerber. Warum, das wurde bei der Präsentation vor der Vollversammlung aller 205 nationalen Olympiakomitees, an der drei Dutzend IOC-Mitglieder teilnehmen, sehr deutlich. Annecy schaffte es nicht einmal, die französischen IOC-Mitglieder nach Acapulco zu locken. Das mag daran liegen, dass der Weltenbummler und Privatjetflieger Jean-Claude Killy den Zustand des Fairmont Princess Hotel einzuschätzen weiß. Die Absteige trägt fälschlicher Weise noch das Label eines Luxushotels, verbreitet allerdings den Charme heruntergekommener Plattenbauten. Doch immerhin: zwischen den dunklen Betonplatten stolzieren hübsch-rosarote Flamingos.</p>
<p>Und draußen wachen die testosterongeschwängerten, schwer bewaffneten Jungs von der Policía Federal über die Sicherheit der wichtigen Kunden. Don Mario Vázquez Rana, Multimillionär, Multifunktionär und Freund von Fidel Castro, ist Gastgeber des Kongresses. Er hat sich um die Bundespolizei bemüht, weil er den Ordnungskräften in Acapulco nicht traute. Die Barones, die Drogenbosse, so heißt es, haben während der IOC-Tagung aber Ruhe versprochen. Keine Entführungen und andere unappetitliche Taten.</p>
<p>Auch Carlo Bruni kam nicht nach Acapulco. Sie übermittelte, wie Angela Merkel für München, eine Grußbotschaft per Video. Während das Sportvölkchen der Kanzlerin aber höflich lauschte, wurde die Bruni verspottet. Mon Dieu, die Franzosen, was sie sich antun müssen. Das IOC ließ sie im Rennen, weil es sich nicht die Blöße geben wollte, das ohnehin kleinste Starterfeld seit drei Jahrzehnten vorab auf München und Pyeongchang zu reduzieren.</p>
<p>So stiehlt also in Acapulco niemand Katarina Witt die Show. „The legendary Witt“, wie der deutsche Oberolympier und IOC-Vizepräsident Thomas Bach antichambrierte. Die Witt ist im olympischen Zirkus tatsächlich noch eine große Nummer, und sie hat sich im vergangenen Jahr durchaus beeindruckend eingearbeitet in das Business, in dem sie berühmt geworden ist. „Damals, in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts“, wie sie vor den Hundertschaften einflussreicher Sportfunktionäre kokettierte. Die Südkoreaner hatten darauf verzichtet, ihren Teenager Kim Yu-Na, die aktuelle Olympiasiegerin und einkommensstärkste Sportlerin des Planeten, gegen die Witt aufzubieten. Fräulein Kim hat sich gerade von ihrem Coach Brian Orser getrennt und hat einige Probleme.</p>
<p>Katarina Witt kennt Brian Orser natürlich bestens und sie erwähnt gütig, dass es für Kim Yu-Na sicher besser ist, „sich auf die kommende Weltmeisterschaft vorzubereiten“. Wer kann eleganter als eine Eislauf-Diva keifen?</p>
<p>Die 20 Minuten währende Präsentation der Münchner Olympiabewerber erfüllte gewiss keine gehobenen künstlerischen Ansprüche. Doch in dieser Branche ist man bescheiden geworden. Präzise betrachtet war es der beste Auftritt einer deutschen Delegation seit Jahrzehnten. Das mag angesichts der Dilettanten aus Berlin (Bewerbung für die Sommerspiele 2000) und Leipzig (Sommer 2012) nicht viel heißen. Doch es zählt der Moment. Und der spricht nicht gegen München.</p>
<p>Es ging darum, im Wahlvölkchen Emotionen zu wecken, mit den olympischen Vokabeln und Sehnsüchten zu spielen. Eine heile, hoffnungsfrohe Welt zu suggerieren, im Fall München mit den zentralen, oft wiederholten Vokabeln: Oktoberfest, Festival, „unvergessliches Winterwunder“ (Witt). Dazu gab es nett geschnittene Videos mit lustigen Bayern, die mehrheitlich einen Migrationshintergrund vorweisen konnten.</p>
<p>Die Witt führte sicher durchs Kurzprogramm und war nicht sklavisch an ihr Skript gebunden. FDP-Mann Thomas Bach, fürs Sportpolitische zuständig, ist kein Showman, sondern Wirtschaftslobbyist. Aber er weiß wie kein Zweiter, was so ein Gremium hören möchte. Fehlerfrei blieb diesmal auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der wie auf einer Tourismus-Börse minutenlang das Kulturangebot, die Shopping Malls und Nobel-Restaurants seiner Heimatstadt lobte. Das Sportkonzept wurde vom Olympia-Geschäftsführer Bernhard Schwank vorgestellt, ebenfalls kein Showmaster, aber den meisten Delegierten bestens vertraut, weil er seit in etlichen Funktionen mit ihnen arbeitet.</p>
<p>Und schließlich die Kanzlerin. Es wäre ihr eine Ehre, die Sportführer 2018 in München begrüßen zu dürfen, hat sie gesagt. Sie wird doch wohl nicht? Dazwischen liegen noch mindestens zwei Bundestagswahlen.</p>
<p>Waren deutsche Olympiabewerber jemals so aufgekratzt? Man muss weit in den sechziger Jahren recherchieren, um ähnliche Endorphin-Ausschüttungen zu attestieren. Vom Glückshormon beseelt werden Willi Daume und seine Gefährten 1966 in Rom die IOC-Abstimmung über die Sommerspiele 1972 aufgenommen haben. München wurde zum Ausrichter bestimmt. 44 Jahre später lässt sich sagen: München hat durchaus Chancen auf die Winterspiele 2018. Das ist kein schlechter Start in die internationale Kampagne.</p>
<p>Was passiert ist in den vergangenen Monaten daheim in Bayern – der tapfere Kampf der Opposition, die hausgemachten Pannen, das Kommunikationsdesaster -, es hat die internationale Stellung der Bewerbung nicht nachhaltig geschwächt. Denn es gibt keinen Überflieger in diesem kleinsten Wettbewerb seit dreißig Jahren.</p>
<p>Die Koreaner aus Pyeongchang, lange Zeit klarer Olympiafavorit, waren nicht viel besser als die Franzosen. Sie verfügen Dank der Unterstützung von Staat und etlichen Chaebols zwar über märchenhafte Geldmittel, schaffen es aber nicht, eine technisch saubere Präsentation mit einigermaßen verständlichen Sprechern abzuliefern. „Neue Horizonte“ heißt ihr Slogan. Doch die haben sich nicht wirklich eröffnet. Stattdessen müssen sie sich vor München fürchten.</p>
<p>Natürlich weiß niemand, was so eine gefühlte Rangliste, so ein deutlicher Erfolg bei einer Präsentation, für die es weder Punkte noch Orden gibt, wirklich bedeutet.</p>
<p>Die Architekten dieses Auftritts, der Amerikaner George Hirthler und der Engländer Jon Tibbs, verkündeten stolz, dies sei erst der Anfang. Man werde weiter hart arbeiten und die Vorstellungen professionalisieren.</p>
<p>Hinter dem Schleier aus Folklore und Süßholzraspeln verbergen sich – bei München und Peyongchang – eindeutige Botschaften, die beide bis Juli 2011 penetrieren werden. München protzt mit den wintersportverrückten deutschen Fans, die bei den Weltcups und Weltmeisterschaften des kommenden Winters so manche gigantische Kulisse für neue Werbefilmchen abgeben. Der München-Befürworter Michael Payne, langjähriger Marketingdirektor des IOC und heute Berater von Formel-1-Boss Bernie Ecklestone, spricht von einer „Rückkehr in die Heimat des Wintersports“, von einer Phase der Besinnung nach dem artifiziellen Abenteuer Sotschi 2014. Das würde auch Sponsoren und TV-Anstalten gefallen, glaubt Payne. Und der Mann hat Ahnung.</p>
<p>Die Koreaner wollen Neuland betreten. „New Horizons“ eben. Sie erzählen wieder und wieder, dass sie seit einem Jahrzehnt alle Forderungen des IOC erfüllt, Milliardensummen investiert und viele hundert junge Sportler aus allen Teilen der Welt, die umsonst in den Sportzentren residieren, glücklich gemacht haben. Sie haben zuletzt zwei Mal äußerst knapp gegen Vancouver (Winterspiele 2010) und Sotschi (Winterspiele 2014) verloren. Nun sind sie dran, fordern sie und wollen neuerdings Theater, Restaurants und Einkaufszentren während der Spiele temporär von Seoul nach Pyeongchang verlegen, um damit Münchens Luxus-Verlockungen zu entgegnen. Und sie werden allen NOK sie während der Spiele Dependancen für umfassende Festivitäten einrichten. Auf zweihundert Häuser mehr kommt es nicht an. Geld ist reichlich vorhanden. Christian Ude fand das gar nicht lustig. Derlei Offerten „könnten auch eine kontraproduktive Wirkung haben“. Pyeongchang, so der unterschwellige Vorwurf, wolle sich alles, was es nicht habe, flink noch kaufen.</p>
<p>Der große Zampano Südkoreas, den sie wie eine Gottheit verehren, saß während der Präsentation schweigend auf dem Podium: Samsung-Gebieter Kun Hee Lee, selbst IOC-Mitglied und vor Monaten vom Staatspräsidenten mal wieder nach einem schweren Korruptionsfall begnadigt. Herr Lee hält seit Tagen Hof im Princess Hotel. Was er am Donnerstag sah, konnte ihm nicht gefallen. Da muss er wohl noch einige Millionen drauflegen. Mit welchen Folgen, das ist eine der spannenden Fragen.</p>
<p>Sepp Fendt, der Rodel-Weltverbandspräsident aus Berchtesgaden, attestiert der Szene derzeit eine gewisse Gereiztheit wegen der Korruptionsgeschichten, die gerade im Fußballweltverband FIFA verhandelt werden. In einem halben Jahr aber, meint Fendt, „kann das schon wieder vergessen sein“.<br />
Dann geht die Olympiabewerbung in die entscheidende Phase.<br />
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		<title>&#8220;Festival of Friendship&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 06:33:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ACAPULCO. Münchens Olympiabewerbern steht der bisher wichtigste internationale Auftritt bevor. In der Nacht zum Freitag (MESZ) müssen sich die drei Interessenten für die Olympischen Winterspiele 2018 zum ersten Mal einem großen Kreis von Sportfunktionären präsentieren, seit sie im Juni vom IOC-Exekutivkomitee in den Rang von „Candidate Cities“ erhoben wurden. Auf der Vollversammlung aller 205 Nationalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ACAPULCO. Münchens Olympiabewerbern steht der bisher wichtigste internationale Auftritt bevor. In der Nacht zum Freitag (MESZ) müssen sich die drei Interessenten für die Olympischen Winterspiele 2018 zum ersten Mal einem großen Kreis von Sportfunktionären präsentieren, seit sie im Juni vom IOC-Exekutivkomitee in den Rang von „Candidate Cities“ erhoben wurden. Auf der Vollversammlung aller 205 Nationalen Olympischen Komitees nehmen im Fairmont Acapulco Princess Hotel einige Dutzend IOC-Mitglieder teil. Für München, den Favoriten Pyeongchang (Südkorea) und Annecy (Frankreich) geht es um mehr als Sympathiepunkte. Es ist bei derlei Offerten stets wichtig, die Stimmungslage im Internationalen Olympischen Komitee auszuloten und von Beginn an einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.</p>
<p>Die harten innerdeutschen Auseinandersetzungen mit der Olympia-Opposition blieben dem Wahlvolk nicht verborgen. Die Schwedin Gunilla Lindberg ist Chefin der IOC-Evaluierungskommission, die Anfang 2011 die Bewerberstädte besucht. „In Demokratien sind derartige Diskussionen selbstverständlich“, sagt Lindberg. „In einer freien Gesellschaft werden sie nie hundertprozentige Zustimmung haben.“ Für die Visite im März in München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau kündigt sie an:</p>
<blockquote><p>„Natürlich treffen wir uns mit den Olympiagegnern.“</p></blockquote>
<p>Für München gehen in Acapulco Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt, Chefin des Olympia-Kuratoriums, IOC-Vizepräsident Thomas Bach (FDP), Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Olympia-Geschäftsführer Bernhard Schwank in die Bütt. Die Aufgaben sind 20 Minuten lang klar verteilt: Witt ist für Emotionen zuständig, Bach fürs Sportpolitische, Ude für Lokalkolorit, Schwank für den sporttechnischen Aspekt. Bei der Präsentation mit Video-Einlagen wird auch der neue Bewerberslogan vorgestellt. National wirbt München seit einigen Wochen mit dem Claim „die freundlichen Spiele“. International soll nun der Slogan „Festival of Friendship“ beeindrucken. Ein Festival der Freundschaft.</p>
<p>Eigentlich war am Dienstag die Generalprobe angesagt. Der Engländer Jon Tibbs, der als Berater einst mit Peking (Sommerspiele 2008) und Sotschi (Winterspiele 2014) Olympiasiege feierte, übernahm im Sitzungssaal schon das Kommando. Einige wenige Journalisten mussten den Raum verlassen. Doch als Münchens Delegation proben wollte, wurde sie von mexikanischen Technikern vertröstet. Der Saal war noch nicht fertig hergerichtet. Der Test musste um 24 Stunden verschoben werden. München passt das durchaus, denn dadurch konnte auch Christian Ude noch an der Generalprobe teilnehmen. Ude kam am Mittwoch in Acapulco an, er reiste gemeinsam mit Claudia Bokel, dem zweiten deutschen IOC-Mitglied.</p>
<p>Ude hatte bei der ersten internationalen Pressekonferenz der Bewerbergesellschaft im Februar 2010 in Vancouver einen Fauxpas begangen, als er einen englischen Text vortrug und dabei behauptete, es habe auf dem Oktoberfest niemals einen ernsthaften Zwischenfall gegeben. Die Verantwortung für den Fehler, das Bombenattentat von 1980 zu unterschlagen, übernahm der Amerikaner George Hirthler. Er fertigt nicht nur die englische Version des Bewerbungsbuchs, das München im Januar 2011 beim IOC in Lausanne abgeben muss, sondern schreibt alle wichtigen Reden der Bewerber. In Acapulco choreographiert er auch die Präsentation. Es ist Hirthler etwas unangenehm, an Vancouver erinnert zu werden. „Das passiert uns nicht noch einmal“, verspricht der Mann aus Atlanta, der an drei siegreichen Bewerbungen mitwirkte: Atlanta 1996, Peking 2008 und Vancouver 2010.</p>
<p>Im Nachbarhotel probte die Konkurrenz aus Pyeongchang mehrere Stunden lang, gecoacht von Terrence Burns, einem ehemaligen Geschäftspartner von Hirthler. Die Welt der Consultants ist klein. Man kennt sich. Auch Burns führt drei Olympiasiege im Portfolio: Peking, Vancouver und Sotschi 2014. Je zwei davon errang er mit Hirthler und Tibbs, die jetzt auf der Gegenseite für München werkeln.</p>
<p>Die Koreaner verzichten in Acapulco nun doch auf ihre Nationalheldin Kim Yu-Na. Die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin von 2010 war eigentlich im Charme-Duell gegen Katarina Witt erwartet worden. Diese Auseinandersetzung wird es erst im Frühjahr geben: Bei den Präsentationen im April auf der Branchen-Messe Sportaccord in London, vor dem IOC im Mai in Lausanne – und auf der entscheidenden IOC-Vollversammlung am 6. Juli 2011 in Durban.</p>
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		<title>Olympia 2018: eine Wasserstandsmeldung und ein nervöser Bewerber</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 09:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Hoppala. Da ist aber jemand empfindlich. Das hatte ich auch noch nicht. Edgar Grospiron, Chef der Olympiabewerbung von Annecy, gibt mir meine Visitenkarte zurück, weil ihm irgendwas an der Übersetzung (oder am Inhalt) eines Textes nicht gefallen hat, den ich über die Lage der Olympiabewerbung 2018 gedichtet habe. Ich hätte Grospiron für viel cooler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Hoppala. Da ist aber jemand empfindlich. Das hatte ich auch noch nicht. <a title="Edgar Grospiron" href="http://www.grospiron.net" target="_blank">Edgar Grospiron</a>, Chef der Olympiabewerbung von <a title="Annecy 2018" href="http://www.annecy2018.com/en/" target="_blank">Annecy</a>, gibt mir meine Visitenkarte zurück, weil ihm irgendwas an der Übersetzung (oder am Inhalt) <a title="FTD: Wie München IOC-Vize Bach in die Bredouille bringt" href="http://www.ftd.de/sport/:olympiabewerbung-wie-muenchen-ioc-vize-bach-in-die-bredouille-bringt/50158375.html" target="_blank">eines Textes</a> nicht gefallen hat, den ich über die Lage der Olympiabewerbung 2018 gedichtet habe. Ich hätte Grospiron für viel cooler gehalten. Aber okay, Mann kann sich täuschen. Er sagt, es herrsche zwischen allen Bewerbern eine faire Atmosphäre. Tut mir leid, das habe ich nie anders behauptet und versucht, ihm das klarzumachen.</p>
<p>Aber das interessiert ihn nicht, er hat sich gewiss erkundigt. Und da in diesen Kreisen, die Kreise sind ja überschaubar, sehr gern olympische Dauer-Berichterstatter (ja, so genannte Journalisten), Funktionären einreden, dass es besser ist, mit diesem oder jenem Journalisten nicht zu sprechen, und viele Funktionäre und Angestellte von Sportverbänden, ob sie nun IOC oder FIFA heißen, derlei Ratschläge befolgen, wie ich regelmäßig und ehrlich gesagt immer öfter erfahren darf, deshalb also befindet sich Edgar Grospiron in guter Gesellschaft.</p>
<p>Ich weiß nicht, wo das noch hinführen soll. Bin gespannt, wann jemand auf die Idee kommt, Journalisten, jedenfalls bestimmten Reportern, die Anwesenheit in den Luxushotels zu verbieten, wo die Olympier stets absteigen. Ich denke, viel fehlt nicht, das kann noch lustig werden in den kommenden Monaten. In Singapur gab es trotz Sicherheitscheck am Eingang des Ritz-Carlton keinerlei Restriktionen. (Anders als unlängst in Sotschi bzw Krasnaja Poljana, als ich nicht ins IOC-Hotel durfte, wir Journalisten von den Organisatoren verarscht und nicht über die Pläne der IOC-Prüfungsgruppe informiert wurden, und als schließlich sich die Pressechefin sogar erlaubte, ein Interview, das ich gerade mit ISU-Präsident Ottavio Cinquanta führte, zu unterbrechen. Cinquanta klärte die Sache schnell und energisch, denn welches IOC-Mitglied lässt sich schon gern unterbrechen.) Ich habe hier tagelang herumgelungert und problemlos mit vielen Leuten gesprochen, mal offen, oft konspirativ. Höflicher Weise habe ich darauf verzichtet, Fotos zu machen. Das fand ich nur fair, ich muss Leute nicht beim Kaffeetrinken fotografieren, bei offiziellen Anlässen ist das etwas anderes.</p>
<p>Ich stelle mir gerade vor, die <a title="München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/" target="_blank">Münchener Olympiabewerber</a> wären so empfindlich wie Monsieur Grospiron. Nicht auszudenken. Aber sie stecken es sportlich lässig weg, angesichts der andauernden Kritik daheim hätten sie ihre Bewerbung sonst längst schon einstellen müssen. Die Südkoreaner aus <a title="Pyeongchang" href="http://www.pyeongchang2018.org/language/eng/index.asp?hb_Manager_PK=VDENAA01&#038;s=" target="_blank">Pyeongchang</a> sind übrigens auch ganz locker, mit denen kann man erstaunlich gut plaudern.</p>
<p>Grospiron ist ja nicht gegenüber allen, nun ja, Journalisten, so garstig. Dem so genannten Branchendienst <a title="ATR" href="http://aroundtherings.com/" target="_blank">Around the Rings</a> sponsert Annecy sogar die YOG-Berichterstattung, obwohl Around the Rings Annecy nur auf Rang drei im Rennen um die Winterspiele 2018 führt. Man könnte trefflich darüber streiten, ob Around the Rings stets Journalismus macht, aber das mit Rang drei geht schon in Ordnung, das weiß jeder.</p>
<p>Anyway, der Stein des Anstoßes, eine harmlose Lagebeschreibung:</p>
<p>SINGAPUR. Ginge es nach dem größten Aufgebot an Lobbyisten, stünde der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018 fest. Es wäre Pyeongchang aus Südkorea. Platz zwei ginge an München, abgeschlagener Letzter wäre das französische Annecy. Edgar Grospiron, Bewerberchef Annecys und 1992 erster Olympiasieger auf der Buckelpiste, ist zumindest technisch chic ausgestattet. Er sitzt mit seiner Assistentin tagelang in der Chihuly Lounge des Nobelhotels Ritz-Carlton von Singapur und präsentiert Annecys Vorzüge auf einem iPad. Der Ire Patrick Hickey, IOC-Mitglied und Chef der Vereinigung europäischer NOK, lässt das iPad in der Jackettasche verschwinden. &#8220;Das trifft sich gut&#8221;, witzelt er, &#8220;so ein Ding wollte ich ohnehin haben.&#8221;</p>
<p><em> (Kurz bevor ich den Beitrag hier rein kopierte hat übrigens gerade Albert von Monaco einen Blick auf die iPad-Präsentation geworfen :)</em></p>
<p>Doch Grospiron hat nichts zu verschenken, er hat nur um etwas zu bitten. Eigentlich hieß es bis vor kurzem noch, IOC-Präsident Jacques Rogge wünsche keine größeren Auftritte der Bewerber in Singapur, wo sich sein Völkchen bei den Olympischen Jugendspielen vergnügt. Selbst IOC-Vizepräsident und DOSB-Boss Thomas Bach hatte Ende Juli noch behauptet, man müsse erstmal prüfen, ob das IOC in Singapur etwas zulässt. Nun sind sie doch wieder mit großen Abordnungen dabei, außer Annecy und dem tapferen Fast-Einzelkämpfer Grospiron natürlich. Akkreditierungen für die Jugendspiele haben die Bewerber zwar nicht, aber das ist nur eine Formalie, die niemanden hindert.</p>
<p>München logiert im Mandarin Oriental nebenan und bearbeitet die Zielpersonen im Ritz zeitweise mit einem Dutzend Leuten. Alle Fäden laufen bei Bach zusammen, koordiniert wird der Einsatz von Katrin Merkel, die in einer Doppelfunktion als DOSB-Direktorin für Internationales und als Direktoriumsmitglied der Bewerber GmbH agiert. Eines Abends wuselten ein Dutzend Münchner durch die Lobby, inklusive Bach, Katarina Witt und Willy Bogner, der aber schon wieder abgereist ist. Zahlenmäßig werden die Deutschen natürlich von den Koreanern übertroffen. Deren Bewerberchef Cho Yang-Ho, Chef von Korean Air, ist zwar schon wieder daheim. Doch NOK-Präsident Park Yong-Sung, der einst wegen Korruption aus dem IOC scheiden musste, nimmt die Sache selbst in die Hand. Den ehemaligen Gouverneur Kim Jin-Sun, der die vorherigen beiden Bewerbungen betreute – Pyeongchang verlor jeweils knapp gegen Vancouver und Sotschi -, wurde ebenfalls eingeflogen.</p>
<p>Die Koreaner bevorzugen die Überfalltaktik. Vorzugsweise arbeiten sie in den Hotelsuiten, doch wenn IOC-Mitglieder in größerer Zahl etwa zu dinieren gedenken oder Termine wahrnehmen, wie die Gedenkfeier für den verstorbenen IOC-Ehrenpräsidenten Juan Antonio Samaranch, tauchen sie aus allen Richtungen in Dreier- oder Vierergruppen auf. Keiner kann ihnen entkommen.</p>
<p>Der wachsende Widerstand in bayerischen Gemeinden und München wird im IOC noch nicht groß thematisiert. Aber diejenigen, die sich für Winterspiele interessieren, nehmen die Probleme der Münchner natürlich wahr. Erfahrungsgemäß spielt derartiger Widerstand erst in den letzten Monaten einer Bewerbung eine größere Rolle – abgestimmt wird am 6. Juli 2011.</p>
<p>Interessanter sind derzeit andere sportpolitische Konstellationen. Etwa eine mögliche Olympia-Offerte von St. Moritz für 2022. Swiss Olympic wertet gerade den Bericht einer Arbeitsgruppe aus. Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes (FIS) spricht bereits von einer Kandidatur: „Aber nur, wenn die Spiele 2018 nicht nach München gehen.“ Welchen Grund sollte es also für die fünf Schweizer IOC-Mitglieder geben, 2011 in Durban für München zu stimmen? Sie würden damit die Bewerbung von St. Moritz beerdigen, weil die Winterspiele kaum zweimal (Sotschi 2014, München 2018), aber schon gar nicht dreimal in Folge (St. Moritz 2022) nach Europa kämen. Für die Schweizer um die vier Weltpräsidenten Gian-Franco Kasper (Ski), Denis Oswald (Rudern), Joseph Blatter (Fußball) und René Fasel (Eishockey) käme eigentlich nur Pyeongchang in Frage.</p>
<p><em>(Ich weiß schon, Ihre Heiligkeit Sepp entzieht sich derlei Betrachtungen. Für ihn gelten ganz andere Regeln.)</em></p>
<p>Es ist noch komplizierter, auch das europäische Interesse (Rom) für die Sommerspiele 2020 will beachtet werden. Und Denis Oswald wird nachgesagt, er überschätze sich so sehr, dass er 2013 IOC-Präsident werden wolle. Will er das tatsächlich, dann wäre es ein probates Mittel, München zum Olympiasieg zu verhelfen, um einen IOC-Präsidenten Thomas Bach zu verhindern. Denn der Flurfunk sagt: Zwei deutsche Siege gehen nicht, das IOC wird nie erst München küren und zwei Jahre später Bach zum Präsidenten wählen. Im Grunde hat sich an dieser Konstellation seit Bewerbungsbeginn nichts geändert. Geht die Goldmedaille aber nach Pyeongchang, ist Bachs IOC-Präsidentschaft nach jetzigem Stand so gut wie sicher.</p>
<p>Opfert Bach München? Derlei Befürchtungen kursieren seit Jahren, auch in München <em>(und sie wurden hier im Blog schon oft genug diskutiert)</em>. Bach sagte mir kürzlich dazu:</p>
<blockquote><p>&#8220;Also so weit sollten sie mich eigentlich kennen, dass ich noch nie gerne angetreten bin, um zu verlieren. Das macht keinen Sinn. Wir kämpfen mit vollem Einsatz für München 2018. Der gesamte deutsche Sport steht dahinter. Und insoweit verbieten sich schon andere Überlegungen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es gibt IOC-Mitglieder, die über solche Aussagen schallend lachen. Sie möchten sich nur nicht zitieren lassen. Anders als etwa Eishockey-Präsident Fasel, der mir schon vor Monaten in Sotschi sagte:</p>
<blockquote><p>„Thomas sagt das ja selber. Praktisch alle Mitglieder wissen, dass er ein seriöser Kandidat ist und sein wird.“</p></blockquote>
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		<title>Kleiner Regelbruch: Olympia 2018, die Candidate Cities</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 09:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal nur aus der Ferne, ausnahmsweise nicht live beim IOC, sage ich: Selten so einen Quatsch beobachtet in einem olympischen Städtewettstreit! Das Interesse an den Olympischen Winterspielen ist so gering wie seit dreieinhalb Jahrzehnten nicht. Nur Pyeongchang, der große Favorit, München und Annecy bewerben sich. Und dennoch macht das IOC einen so genannten Vorausscheid, gibt heute Mittag in Lausanne jene Städte bekannt, die ab sofort den Titel &#8220;Candidate City&#8221; tragen dürfen &#8211; bis zur Entscheidung am 6. Juli 2011 in Durban.</p>
<p>Besonders in München wird daraus ein PR-Gegacker erster Güte gemacht. Als hätte das irgendetwas zu bedeuten, was Rogge nachher erzählt. Oder anders herum: Vielleicht sehen sich Münchens Bewerber in Wirklichkeit so schlecht (sie müssten es eigentlich wissen), dass sie es ehrlich als Erfolg feiern, unter lediglich drei &#8220;Applicant Cities&#8221; zu einer der &#8220;Candidate Cities&#8221; auserwählt zu werden.</p>
<p>Wer weiß, ich traue Willy Bogner, der die Öffentlichkeit in Bezug auf die Olympiafinanzierung konsequent narrt, Unsinn erzählt und hinters Licht führt, einiges zu, auch das.</p>
<p>Mir imponiert dagegen das Understatement der Südkoreaner. Zwar ist noch etwas Zeit bis zur IOC-Pressekonferenz, die Koreaner wissen aber längst bescheid und teilen das auf ihrer Homepage (<em>Dank an Henry M</em>) auch mit:</p>
<div id="attachment_8567" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/screen-candidate-city-pc.gif"><img class="size-full wp-image-8567" title="Screenshot Pyeongchang 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/screen-candidate-city-pc.gif" alt="" width="530" height="407" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot PyeongChang 2018, 22. Juni 2010, 11.03 Uhr</p></div>
<p>Formal ein Bruch der Bewerberregeln, schon jetzt mit den Olympischen Ringen zu werben. Doch wer will schon kleinlich sein bei dieser heutigen Farce in Lausanne.</p>
<p>Ich werde zu diesem Thema heute noch einiges bloggen. Immer mal vorbei schauen, es lohnt sich vielleicht.</p>
<p>Noch einige Hintergründe zum Tage, klingt nur selbstreferenziell, ist erstklassiges Material :) mit Hunderten Links auch zu anderen Autoren:</p>
<ul>
<li>Der <a title="Zeitplan der Olympiabewerbung" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/" target="_self">Zeitplan der Olympiabewerbung</a> 2018</li>
<li><a title="Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Willy Bogners Unwahrheiten</a> zur Olympiafinanzierung</li>
<li>So werden <a title="Finanzierung Olympischer Spiele ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Olympische Spiele finanziert</a></li>
<li><a title="Spin Doctors und andere Berater ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">Spin Doktoren und Lobbyisten</a> der Münchner Bewerbung</li>
<li>Christian Udes <a title="Christian Ude und die Kniffe der propagandistischen Darstellung" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/26/munchen-2018-christian-ude-und-die-kniffe-der-propagandistischen-darstellung/" target="_self">Kniffe der propagandistischen Darstellung</a></li>
</ul>
<p>Die Umfrage wollen wir nicht vergessen:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><strong>13.29 Uhr:</strong> Auf Facebook werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Pyeongchang das Erscheinungsbild der Homepage geändert hat. Also noch ein Screenshot, sie sind wieder &#8220;Applicant City&#8221;:</p>
<div id="attachment_8574" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8574" title="PyeongChang 2018, Screenshot 22. Juni 2010, 13.23 Uhr MESZ" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/pyeongchang-screen2-1323.gif" alt="" width="530" height="414" /><p class="wp-caption-text">PyeongChang 2018, Screenshot 22. Juni 2010, 13.23 Uhr MESZ</p></div>
<p>Ich sage schon mal voraus, dass sie in Kürze wieder &#8220;Candidate City&#8221; sein werden.</p>
<p><strong>14.04 Uhr:</strong> Die Sache ist überraschend ausgegangen wie das Hornberger Schießen (hoffentlich ist das Bild nicht zu unstimmig). Jedenfalls hat das IOC doch tatsächlich drei Applikanten zu Kandidaten gemacht. Wow! Und München ist mächtig stolz!</p>
<p>Die deutschen Nachrichtenagenturen greifen das Thema oben nun auch auf und sprechen von einem Regelverstoß. Willy Bogner wird so zitiert:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das ist ein Verstoß gegen die Regeln, dies müsste das IOC in irgend einer Form ahnden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Tut mir leid, aber das ist sportpolitisch wieder mal dumm vom Bogner. Er sollte lässig schweigen. Kann er aber nicht. Es fehlt ihm das politische Gespür. Das hat Katarina Witt, seine Frontfrau, auch nicht. Und deshalb kann es noch lustig werden. Sie werden in viele Fettnäpfchen treten.</p>
<p><strong>14.10 Uhr:</strong> So, jetzt ist in Pyeongchang wieder alles im Lot. Sie sind erwartungsgemäß Kandidat, auch online:</p>
<div id="attachment_8576" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8576" title="Screenshot PyeongChang 2018, 22. Juni 2010, 14.09 Uhr MESZ" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/screenshot-3-1409.gif" alt="" width="530" height="437" /><p class="wp-caption-text">Screenshot PyeongChang 2018, 22. Juni 2010, 14.09 Uhr MESZ</p></div>
<p><strong>14.15 Uhr:</strong></p>
<ul>
<li>Das IOC-Dokument zur Bewerbung: <a title="IOC 2018 Working Group Report" href="http://www.olympic.org/Documents/Host_city_elections/2018_Working_Group_Report_EN.pdf" target="_blank">Working Group Report</a></li>
<li>Die IOC-Pressemitteilung:</li>
</ul>
<blockquote><p>The International Olympic Committee (IOC) announced today that Munich (Germany), Annecy (France) and PyeongChang (Republic of Korea)* have all been selected as Candidate Cities to host the 2018 Olympic Winter Games. The IOC Executive Board (EB), which took the decision unanimously this morning during its meeting in Lausanne, nonetheless asked Annecy to review its venue concept.</p>
<p>‘The Executive Board today decided that all three Applicant Cities deserved to move to the second phase of the bidding procedure,? said IOC Olympic Games Executive Director Gilbert Felli. “It has been made clear, however, that Annecy needed to review its project. We look forward to working with the three Candidate Cities and wish them good luck for the year of competition ahead.?</p>
<p>The EB’s decision was based on a technical analysis of the Applicant Cities’ applications submitted earlier this year. The analysis and subsequent report was made by an IOC-appointed working group of Olympic Games experts who assessed each Applicant City&#8217;s potential for staging successful Olympic Winter Games in 2018. The technical assessment was based on a number of criteria, covering a variety of areas such as venues, transport, accommodation and security. Click here for the full report.</p>
<p>The three Candidate Cities now have until 11 January 2011 to submit their Candidature File to the IOC. These files will be analysed in detail by an IOC Evaluation Commission, which will also visit the Candidate Cities, before issuing a report no later than one month prior to the election. At this point of the bidding procedure, the EB has the possibility of narrowing down the number of cities which will be given the opportunity to present their project to the IOC Session. The cities will also take part in a technical briefing to IOC members in May. The final decision on the host city for the 2018 Olympic Winter Games will be made by the full IOC membership on 6 July 2011 in Durban, South Africa.</p>
<p>Please note: the Candidature Procedure and Questionnaire, which outlines the procedures, rules and deadlines to be respected until the election of the host city, as well as the in-depth questionnaire which Candidate Cities must respond to in their Candidature File, will be available on the IOC website as of tomorrow, www.olympic.org.</p>
<p>*Cities are listed in the order of drawing of lots.</p></blockquote>
<p>tbc<br />
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		<item>
		<title>Und es sprach der Ruler of Dubai: &#8220;This is your chance! I have my people here. What can I do for you?&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 10:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DUBAI. Ich bin ein Idiot. Habe gerade die Chance meines Lebens verpasst. War heute morgen von Scheich Mohammed, dem Ruler of Dubai, zum Stehfrühstück geladen. Angemessen lässig plauderten der Scheich und seine Junior-Gattin Haya, iOC-Mitglied und Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, über die olympische Welt, Dubais Olympia-Ambitionen, den Reitsport und die Messe Sportaccord, dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DUBAI. Ich bin ein Idiot. Habe gerade die Chance meines Lebens verpasst. War heute morgen von <a title="The Ruler of Dubai" href="www.sheikhmohammed.ae" target="_blank">Scheich Mohammed</a>, dem Ruler of Dubai, zum Stehfrühstück geladen. Angemessen lässig plauderten der Scheich und seine Junior-Gattin Haya, iOC-Mitglied und Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, über die olympische Welt, Dubais Olympia-Ambitionen, den Reitsport und die Messe <a title="Sportaccord 2010" href="http://www.sportaccordconvention.com" target="_blank">Sportaccord</a>, dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und Sportpolitik, das dieser Tage im Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel stattfindet. Über die <a title="Steroid Nation" href="http://grg51.typepad.com/steroid_nation/2009/08/dubai-shiekh-mohammed-bin-rashid-almaktoum-du-winny-horse-doper.html" target="_blank">Dopingsperre</a>, die Mohammed gerade hinter sich hat, wurde nicht geredet. Nach einer Weile geruhte der Ruler of Dubai, den Haya stets mit His Highness ansprach, recht eindringlich und äußerst nett zu fragen, ob er etwas für mich tun könne. Ob ich Wünsche hätte. Ich solle es nur sagen, frei heraus.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;This is your chance! I have my people here. What can I do for you?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Ja, ich hatte Wünsche. Jede Menge. Aber ich war zu feige, die auszusprechen. Schätze mal, es ging dem Dutzend Kollegen, die Mohammed lauschen durften, ähnlich. Im Einzelgespräch mit dem Scheich wäre uns der eine oder der andere Wunsch gewiss über die Lippen gekommen.</p>
<p>Ein paar Minuten später gab es eine zweite Chance, als der Scheich und Ruler seinem Bruder Scheich Ahmed das Wort erteilte. Der jüngere Scheich ist u.a. Boss der <a title="Scheich Ahmed, Emirates Airline" href="http://www.theemiratesgroup.com/english/our-company/leadership/leadership.aspx" target="_blank">Emirates Airline</a> und zählt als solcher zu den größten Sport (vor allem Fußball) Sponsoren des Planeten. Auch diese Chance ließ ich ungenutzt verstreichen.</p>
<p>Von dieser Unfähigkeit muss ich mich erstmal erholen und meinem Tagesgeschäft nachgehen, das heute darin besteht, eine kleine Geschichte über <a title="alle Beiträge zu Pyeongchang 2018" href="http://jensweinreich.de/category/pyeongchang-2018/" target="_self">Pyeongchang</a> und die Olympiabewerbung 2018 zu basteln. Vor dem Frühstück beim Scheich Mohammed war ich zum Frühstück bei Governor Kim aus Pyeongchang, bei NOK-Präsident Park und Yang Ho Cho, dem Chairman of Korean Air. Auf dem Rückweg vom Sofitel ins Atlantis plauderte ich von Freelancer zu Freelancer mit meinem alten Freund Jean-Marie. Ich erwähne das nur deshalb, weil <a title="alle Beiträge mit Erwähnung von Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie</a> ja Stammgast ist hier im Blog und zuletzt während der Olympischen Winterspiele in <a title="alle Beiträge zu den Winterspielen in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/category/vancouver-2010/" target="_self">Vancouver</a> die Frage aufgeworfen wurde, ob er in Kanada weilte oder nicht. Er war nicht dort. Hatte viel zu tun in Angola beim Africa Cup of Nations im Auftrag von CAF-Präsident und IOC-Mitglied Issa Hayatou und war dann froh, wieder nach Hause zu kommen.</p>
<p>Das ist übrigens das Hotel <a title="Atlantis the Palm" href="http://www.atlantis-the-palm.dubai.de/2-Fakten.html" target="_blank">Atlantis the Palm</a> der <a title="Kerzner Group" href="http://www.kerzner.com/kerzner.html" target="_blank">Kerzner Group</a>, ich fand immer, so ein Sportkongresss müsste mal hier ausgetragen werden, seit ich vor Jahren mal das Atlantis auf den Bahamas gesehen hatte (wo inzwischen die FIFA tatsächlich einen Kongress tanzen ließ).</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/atlantis.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-7829" title="Atlantis the Palm Dubai" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/atlantis.gif" alt="" width="530" height="298" /></a></p>
<p>Und das ist, nur zur Dokumentation, so viel Öffentlichkeit muss sein in diesem Blog, Jean-Marie im Gespräch mit IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss &#8211; von Elsässer zu Elsässer.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7830" title="JMW, Dubai" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/jmw.gif" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Die beiden verbliebenen Geschäftsführer der Münchner Olympiabewerbung, <a title="Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Willy Bogner</a> und Bernhard Schwank sind natürlich auch da, nach dem Abschied von <a title="München 2018: Abschied von Richard Adam" href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/munchen-2018-trennt-sich-von-geschaftsfuhrer-adam/" target="_self">Richard Adam</a> haben sie gut Lachen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7831" title="Willy Bogner, Bernhard Schwank" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/bognerschwank.gif" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Neulich in <a title="alle Beiträge zu Sotschi" href="http://jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> und Krasnaja Poljana habe ich übrigens jede Menge Bogner-Läden in Bestpositionen gesehen. Dazu, wie zu vielem anderen, später mehr. Ich muss mal wieder vertrösten, bin noch den Reisebericht von Moskau nach Berlin schuldig und vieles andere mehr. Als Beweis meines guten Willens liefere ich zunächst den Reisebericht meines <a title="Berlin - Moskau. Mit dem Bus." href="http://jensweinreich.de/2010/04/18/moskau-berlin-mit-dem-bus/" target="_self">Leidensgefährten</a> <a title="alle Beiträge zu Klaus Schormann" href="http://jensweinreich.de/?s=schormann" target="_self">Klaus Schormann</a>, Präsident des Weltverbandes der Modernen Fünfkämpfer.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>Vancouver, der letzte Tag</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 10:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Das Ende naht. In 20 Stunden ist alles vorbei. Für mich gibt es aber noch ein volles Programm. IOC-Session am Morgen (ab 18 Uhr MEZ), dann das Eishockeyfinale und am Abend die Abschlussfeier. Das wird stimmungsvoll. Sollte jemand Interesse an einem bescheidenen Live-Blogging von der Abschlussfeier haben &#8211; bitte melden und in die Kommentarliste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Das Ende naht. In 20 Stunden ist alles vorbei. Für mich gibt es aber noch ein volles Programm. IOC-Session am Morgen (ab 18 Uhr MEZ), dann das Eishockeyfinale und am Abend die Abschlussfeier. Das wird stimmungsvoll. Sollte jemand Interesse an einem bescheidenen Live-Blogging von der Abschlussfeier haben &#8211; bitte melden und in die Kommentarliste eintragen. Bei mehr als 30 Interessenten wird gebloggt, einen Arbeitsplatz mit Internet habe ich bekommen.</p>
<p>Und weil ich gerade so in Stimmung gerate, eröffne ich die Notizen vom letzten Tag dieser Olympischen Winterspiele mit einem Freundschaftsfoto. Andere finden sich bereits in der <a title="Die Kammer des Schreckens" href="http://jensweinreich.de/termine/kammer-des-schreckens/" target="_self">Kammer des Schreckens</a>. Ich komme gerade von einem Empfang des Koreanischen Olympischen Komitees (<a title="KOC" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korean_Olympic_Committee#Liste_der_Pr.C3.A4sidenten_des_KOC" target="_blank">KOC</a>), wo ich Gelegenheit hatte, eine Weile mit Präsident <strong>Park Yong Sung</strong> zu plaudern. Herr Park war auch mal IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nun ist er als NOK-Chef eine treibende Kraft der Olympiabewerbung von Pyeongchang 2018. Weil der Fotograf des Herrn Park ohnehin schwer beschäftigt war, hat er für mich auch gleich noch ein Foto fürs Poesiealbum gemacht.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7122" title="Park Yong-Sung (r.), Weinreich (l.)" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/park-jw-web.jpg" alt="" width="530" height="282" /></p>
<p>Die Geschichte dazu erzähle ich später. Nur falls jemand fragen sollte, ob es demnächst auch ein Freundschaftsfoto mit dem DOSB-Präsidenten gibt: Ich weiß nicht. Fürchte, dieses Versprechen kann ich gar nicht erst abgeben.</p>
<p>Was es aber hier gibt, und was ich ausnahmsweise <a title="Vancouver, Tag 15: Sechskommanull für Anni Friesinger" href="http://jensweinreich.de/2010/02/27/vancouver-tag-15-sechskommanull-fur-anni-friesinger/" target="_self">wiederhole</a>, damit es nicht untergeht: Die Bilanzen der deutschen Top-Funktionäre aus Vancouver:</p>
<p>Es spricht <strong>Bernhard Schwank</strong>, ehemals NOK-Generalsekretär, heute einer der Geschäftsführer der Münchner Olympia GmbH und Chef de Mission des deutschen Olympiateams in Vancouver:</p>
<p><a title="Schwank Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/schwank-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht das <strong>UDIOCM</strong> (FDP):</p>
<p><a title="Bach Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/bach-bilanzkl.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Es spricht <strong>Michael Vesper</strong> (Grüne), DOSB-Generaldirektor und Vorsitzender des Aufsichtsrats (!) der Münchner Olympia GmbH:</p>
<p><a title="Vesper Bilanz" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vesper-bilanz.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Eine Mini-Bilanz von einem Frühstück mit <strong>Jacques Rogge</strong>, zu dem etwa 25 Journalisten aus aller Welt in das Westin Bayshore geladen waren, habe ich bereits für den Deutschlandfunk zusammen gefasst. Ich denke, dazu werde ich heute Abend von der Abschlussfeier noch etwas mehr schreiben.</p>
<p><a title="Bilanz Rogge" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/DLF-Bilanz-Rogge-26022010.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>11.50 Uhr:</strong> Dienstbeginn in der Hockey Arena. Habe in der Halle aber leider nur einen Sitz-, keinen Arbeitsplatz. Kann deshalb nicht viel machen. Im Sub-Pressezentrum hat gerade Premier Stephen Harper den Verkehr aufgehalten. Acht schwere Security-Jungs. Die IOC-Session musste ich leider sausen lassen. Problem: Habe die Nacht im Pressezentrum verbracht. War erst nach sieben Uhr im Hotel. Habe kurz überlegt, nach einer heißen Dusche sofort ins IOC-Hotel zu fahren, mich aber dann doch für ein Nickerchen entschieden. Schade eigentlich.</p>
<p>Wie ich sehe, bleibe ich heute Abend bei der Eröffnungsfeier arbeitslos. Nicht genug Interesse.</p>
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		<title>Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 07:01:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Das Gesicht der Bewerbung ist müde. Willy Bogner sitzt in der Lounge II des Deutschen Hauses in Vancouver und braucht jetzt einen Kaffee. Er ist schon wieder zwölf Stunden auf den Beinen, und der Abend hat nicht einmal begonnen. Er muss noch zwei Interviews geben und in Kürze gibt es ein Essen zur Erinnerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Das Gesicht der Bewerbung ist müde. Willy Bogner sitzt in der Lounge II des Deutschen Hauses in Vancouver und braucht jetzt einen Kaffee. Er ist schon wieder zwölf Stunden auf den Beinen, und der Abend hat nicht einmal begonnen. Er muss noch zwei Interviews geben und in Kürze gibt es ein Essen zur Erinnerung an die Sommerspiele 1972 in München. Walther Tröger kommt gleich, der Bürgermeister des Olympischen Dorfes von 1972, der in Vancouver mit seinen 81 Jahren – und trotz tagelanger heftiger Zahnschmerzen – tapfer fürs Vaterland schuftet. Tröger, seit Januar IOC-Ehrenmitglied, damit nicht mehr stimmberechtigt und also relativ unabhängig, blüht wieder auf. Denn München ist seine olympische Liebe. Er umgarnt die älteren IOC-Mitglieder, von denen es viele gibt, und er führt seinen Kumpel Willy Bogner (68) in diesen bizarren Zirkel ein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7077" title="DFL wirbt für München 2018 (c) München 2018 GmbH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/dfl_muc2018_trikot-web.jpg" alt="" width="530" height="351" /></p>
<p>So eine Olympiabewerbung ist eine anstrengende Sache. Jeden Morgen um 7.30 Uhr lässt Thomas Bach, IOC-Vizepräsident und Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), seine Pappenheimer aufmarschieren. Dann werden im Deutschen Haus die großen Themen und winzige Details besprochen. Die Deutschen sind gründlich.</p>
<p>Nach dieser Präsidialrunde schwärmen sie aus, um IOC-Mitglieder zu treffen und zu antichambrieren. „Mehr als 90 IOC-Mitglieder habe ich bisher gesprochen“, sagt Bogner. Ein Dutzend werden in Vancouver dazu kommen. Im Jacket hat er stets ein kleines Büchlein mit Passfotos, Funktionen und wichtigsten Infos über die Zielpersonen. Sehr hilfreich. Nach jedem Treffen werden Notizen gemacht. Wer, wann, wo, mit wem, was wurde besprochen? „Ich muss mich doch daran erinnern können, und die anderen müssen das wissen.“</p>
<p>Die Notizen werden von der Olympia GmbH zentral erfasst, sagt Bogner. Man hat ihm erklärt, dass das mal ein heikles Thema war in einer deutschen Bewerbung: Denn Berlin, das sich damals um Olympia 2000 bewarb, hatte Anfang der neunziger Jahre auch Bemerkungen über sexuelle Orientierungen von IOC-Mitgliedern zusammen getragen. Deshalb fügt Bogner flink an: „Wir stellen nichts Regelwidriges zusammen! Selbst wenn man diese Datei finden würde, steht da nur drin, mit wem wir geredet haben. Wir haben da keine Angst.“</p>
<p>Im Fokus der Medien stehen vornehmlich Olympiasiegerin <a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/2009/07/09/zielgruppenoptimierung-munchen-2018-verpflichtet-das-schonste-gesicht-des-sozialismus/" target="_self">Katarina Witt</a> und der <a title="World of Bogner" href="http://www.bogner.com/en/WORLD-OF-BOGNER/WILLY-BOGNER-FILM#/de/Home" target="_blank">Textilfabrikant</a> <a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks ..." href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">Bogner</a>. Bei beiden verschwimmt vieles. Die Witt ist ja eigentlich als ARD-Mitarbeiterin vor Ort, co-kommentiert, schreibt ein <a title="www.katarina.de" href="http://www.katarina.de/newstermine/details/article/buuhhuuhhhaahhh.html" target="_blank">Blog</a>, dreht bunte Fernsehschnipsel, ist Olympia-Lobbyistin. <a title="Bogner Junior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Bogner_junior" target="_blank">Bogner</a> war selbst Olympia-Skifahrer, wie sein <a title="Bogner Senior" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Bogner_senior" target="_blank">Vater</a>, der 1936 bei den Nazi-Spielen in Garmisch-Partenkirchen den olympischen Eid sprach. Bogner Junior stattet seit Jahrzehnten deutsche Olympiamannschaften aus, hat mal an James-Bond-Filmen mitgewirkt, vor drei Jahren für Sotschi ein Bewerbungsfilmchen produziert, und außerdem hat er mit seiner brasilianischen Frau Sonia eine Wette laufen: 2016 wollen die beiden die Sommerspiele in ihrer Heimat Rio erleben, 2018 in Bogners Heimat die Winterspiele in München.</p>
<p>Katarina Witt und Willy Bogner sind die so genannten Gesichter der Bewerbung. Aber sie machen das, was ihnen andere sagen. Denn Boss des Ganzen ist Thomas Bach. Und im Hintergrund arbeitet ein Team mit einer im sportpolitischen Deutschland nie dagewesenen Vernetzung. Ich habe es <a title="München vs. Pyeongchang: Spin doctors und andere Berater" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/" target="_self">kürzlich schon angedeutet</a>. Hier noch einige Beispiele:</p>
<p>Frau Merkel spielt eine zentrale Rolle. Nicht die Kanzlerin, über deren Unterstützung Bogner stets in höchsten Tönen redet. Nein, Katrin Merkel, DOSB-Abteilungsleiterin Internationales. Seit drei Jahren ist sie die rechte Hand des DOSB-Präsidenten auf Reisen. Sie kennt alle IOC-Mitglieder und deren bessere Hälften, vor allem: Man kennt sie ebenfalls. Katrin Merkel weiß, wer mit wem und wieso und warum, nimmt am Damenprogramm teil, koordiniert, zieht die Fäden, kümmert sich um Kleinigkeiten: Bezahlt mitunter Bachs Rechnungen an der Bar, und wenn der Ire Patrick Hickey, IOC-Mitglied und Chef der europäischen NOK-Vereinigung, hurtig ins Deutsche Haus schreitet, um seinen Alliierten Bach zu treffen, dann nimmt Frau Merkel selbstverständlich die Garderobe entgegen.</p>
<p>Jeder hat seine Aufgaben. Da greift ein Rädchen ins andere.</p>
<p>Für die internationalen Medienkontakte wurde der Engländer Jon Tibbs verpflichtet. Seine Mitarbeiterin Séverine Hubert betreut auch IOC-Mitglieder. Auf derlei Kontakte spezialisiert ist Carlos Garcia aus Uruguay. Garcia war bis vor kurzem Vizepräsident des Weltverbandes der Sportjournalisten (AIPS) und ist schon etliche Jahre in der Bewerbungsbranche tätig. Nun ist er Experte für die Latino-Fraktion, für Südamerikaner, Spanier, Italiener. „Der Carlos macht gute Arbeit“, sagt Bogner.</p>
<p>Walther Tröger kümmert sich um die Routiniers. Thomas Bach um alle.</p>
<p>Als graue Eminenz stets zugegen ist Bachs Freund Dieter Kühnle, ebenfalls ein ehemaliger Journalist, wie Garcia. Kühnle ist ein Beobachter, der vielfältige Lebenssachverhalte und &#8220;den Thomas&#8221; zu schätzen weiß. Er hat stets auch die Medien im Blick, und man fragt sich, ob er vielleicht sogar den einen oder anderen Reporter beeinflussen könnte, wenn er denn wollte. Nur mal so eine Frage.</p>
<p>Dieter Kühnle war mal Chefredakteur des Sportinformationsdienstes und zeitweise Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer. Vor allem aber ist er Verbindungsmann zwischen <a title="Daimler und das IOC: Entwicklungshilfe und Sportförderung" href="http://www.daimler.com/dccom/0-5-1096066-49-1101419-1-0-0-1161484-0-0-135-7145-0-0-0-0-0-0-0.html" target="_blank">Daimler und dem IOC</a>, konzentriert sich auf das Entwicklungshilfeprogramm und hat beispielsweise schon mehr als 100 Kleinbusse in Dritte-Welt- und Schwellenländern übergeben. Oft gemeinsam mit Bach. Aber nicht immer, darauf legt er Wert. Auf einer Liste des IOC, in welchen Ländern wann mit welchen IOC-Mitgliedern Kleinbusse und andere Gaben überreicht wurden, steht der Name Bach tatsächlich nicht hinter jedem Termin &#8211; sondern nur einige Male.</p>
<p>Kühnle hat viele Dutzend IOC-Mitglieder daheim besucht, er kennt Geschichten und Schicksale. Ich finde, er ist wichtig für diese Geschichte. Und er steht, neben einigen anderen, die noch nicht genannt wurden, für ein Teilchen des Beziehungsnetzwerks im großen olympischen Puzzle, das, wenn es gelöst ist, im Juli 2011 (auf der <a title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/2009/08/04/munchen-2018-der-weg-nach-durban/" target="_self">IOC-Session in Durban</a>) nicht nur München die Winterspiele 2018 beschert haben soll, sondern zwei Jahre später (auf der IOC-Session in Buenos Aires) auch Thomas Bach die IOC-Präsidentschaft.</p>
<p>Das ist der Masterplan, <a title="Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">über den sie nicht gern reden</a>. Den es vielleicht gar nicht gibt, diesen Masterplan, was weiß ich schon von Lebenssachverhalten, die sich zufällig ergeben könnten.</p>
<blockquote><p>Kleiner Einschub. Es ist <a title="Olympia 2018, die Ausgangslage: Pyeongchang vor Pyeongchang vor Pyeongchang" href="http://jensweinreich.de/2009/10/15/olympia-2018-die-ausgangslage-pyeongchang-vor-pyeongchang-vor-pyeongchang/" target="_self">mal wieder Zeit für eine Wasserstandsmeldung</a>, nach bestem Wissen (beschränkt) und Gewissen (sauber). Ich sage heute:</p>
<p>1) <strong>München ist gefühlter Front-runner im Wettbewerb um die Winterspiele 2018</strong>, rund sechzehn Monate vor der Abstimmung. München arbeitet sehr gut und versucht, eine Idee zu verkaufen. Wogegen Pyeongchang, die Koreaner überhaupt, noch mit sich selbst beschäftigt sind, nicht in die Gänge kommen und sogar Schwierigkeiten haben, eine Botschaft zu verkaufen. Sie müssen sich sputen und ein Momentum entwickeln. (Demnächst werde ich versuchen, mal eine Rangliste anhand olympischer Kriterien vorzulegen.)</p>
<p>2) Thomas Bach hat momentan keinen ernsthaften Konkurrenten um den IOC-Thron. <strong>Müsste die Sache heute entschieden werden, wäre das UDIOCM IOC-Präsident.</strong> Ich bin gespannt, ob sich da überhaupt noch etwas tut.</p>
<p>3) <strong>Im Moment sieht vieles danach aus, als könnte das olympische Doppel 2011/2013 gelingen.</strong> Zwar gibt es auch in München viele, die Bach misstrauen, die Angst haben, ob das eine mit dem anderen vermischt werden könnte, all diese Lebenssachverhalte, doch es deutet kaum etwas darauf hin, dass Bach sich nicht energisch für München engagieren würde. Ganz im Gegenteil. So hat man ihn noch für keine deutsche Olympiabewerbung strampeln sehen.</p></blockquote>
<p>Ich finde, es könnte weiter abgestimmt werden:</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p><span id="more-7069"></span>Neben Frau Merkel sind noch andere Frauen sehr wichtig für die Bewerbung und die Karriere des UDIOCM. Seine Sekretärin zum Beispiel, hochprofessionell steht sie mitten im olympischen Familienleben, und seine Frau Claudia, die in letzter Zeit erstaunlich offensiv agiert und bei vielen Anlässen aktiv einschreitet. Das war nicht immer so. Manche sagen, Claudia Bach habe in vielerlei Hinsicht Stil entwickelt und sei bereits präsidiabel.</p>
<p>Für die an Lebensjahren jungen Mitglieder ist Claudia Bokel zuständig. Die ehemalige Fecht-Weltmeisterin kam im Sommer 2008 über die Athletenkommission ins IOC. Es geht um 15-20 Stimmen, wenngleich es der vielsprachigen Bokel sicher nicht gelingen wird, alle zu überzeugen. Kürzlich betreute sie im Deutschen Haus Südkoreas Olympiasieger Dae Sung Moon. Dessen Problem ist: Er verträgt nicht viel Alkohol, verbringt aber täglich viele Stunden in Lounges und Suiten, wo ihm stets Drinks gereicht werden. Moon wird manchmal etwas lauter, um nicht zu sagen: ruppiger. Er ist eigentlich ein netter Kerl, aber er kommt aus dem Taekwondo-Sport, vielleicht liegt es daran.</p>
<p>Von Willy Bogner würde man derlei Geschichten nie hören. Vermintes Terrain, zu gefährlich. Er bevorzugt aalglatte, politisch korrekte Sätze. Etwa: „Es gilt, das größte Medien-Event der Welt in unser Heimatland zu holen. Ein Event mit unglaublichem Werbe-Effekt, um unser Land sympathisch und sportlich darzustellen.“</p>
<p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in „konstruktive Kritiker, die man überzeugen kann“ und „Fundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernünftig reden kann“. Im IOC sei man es gewohnt, „<a title="18 Gründe gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten“.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem Gespräch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der Realität orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Öffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<ul>
<li><a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a></li>
</ul>
<p>Er sagte, natürlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste. Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur Hälfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiß niemand, was aus Lausanne überwiesen werden könnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p>
<p>Willy Bogner sieht in München und Umgebung keine wirklichen Probleme. Dass in Deutschland heftig über die unglücklichen Auftritte von <a title="Olympia mit Christian, Björn und Heidi" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">Christian Ude</a> und Horst Seehofer in Vancouver diskutiert wurde, nimmt er gelassen. „Da wurden aus Mücken Elefanten gemacht.“</p>
<p>Schon ist sie um, die halbe Stunde mit Willy Bogner im Beisein von zwei Medienbetreuern (Simone Seefried/Olympia GmbH, Christian Klaue/DOSB), die wissen, dass ihr Klient keinen Fehler gemacht hat. Es wartet bereits der nächste Journalist.</p>
<p>Und draußen im Flur treffe ich Walther Tröger. &#8220;Wie war&#8217;s mit Willy&#8221;, will er wissen. Bisschen zu friedlich, entgegne ich, Bogner habe seine Lektionen gelernt und gebe sich keine Blöße. Damit ist Tröger sehr zufrieden. „Der Willy lernt schnell“, sagt Tröger und dehnt ein breites olympisches Grinsen. Dann dreht er ab.</p>
<p>Er muss die Tischordnung für das Abendessen mit IOC-Mitgliedern prüfen.</p>
<p><em>(Eine Kurzfassung dieses Beitrages findet sich in der <a title="Stuttgarter Zeitung" href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2400966_0_9223_-olympia-2018-muenchen-und-die-charmeoffensive.html" target="_blank">Stuttgarter Zeitung</a>.)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>München vs. Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/munchen-vs-pyeongchang-spin-doctors-und-andere-berater/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 10:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Jon Tibbs braucht vor allem Stehvermögen. Die Nächte sind kurz, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten: Den jordanischen Prinzen Feisal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. <strong>Jon Tibbs</strong> braucht vor allem Stehvermögen. <a title="Vancouver, Tag 3: &quot;honored worker of physical training&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/14/vancouver-tag-3-honoured-worker-of-physical-training/" target="_self">Die Nächte sind kurz</a>, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten:</p>
<ul>
<li>Den <a title="Weihnachten im IOC: Haya, Feisal und der Heilige Minos" href="http://jensweinreich.de/2009/12/09/weihnachten-im-ioc-haya-feisal-und-der-heilige-minos/" target="_self">jordanischen Prinzen Feisal</a>, der vergangenen Freitag ins IOC aufgenommen wurde. (Feisal traf ich gestern <a title="Vancouver, Tag 4" href="http://jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/" target="_self">beim Eiskunstlaufen</a>.)</li>
<li>Tibbs arbeitet seit langem für <a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a>, Gastgeber der Winterspiele 2014.</li>
<li>Seit Oktober ist er auch für <a title="alle Beiträge zu München 2018" href="http://jensweinreich.de/category/munchen-2018/" target="_self">Münchens Olympiabewerber</a> tätig.</li>
</ul>
<p>Tibbs verkauft ein rares Gut im olympischen Zirkus, das er mit zwei Worten beschreibt: „Gewinnbringende Kommunikationskampagnen“.</p>
<p>Die Verpflichtung von Jon Tibbs wurde nicht aktiv kommuniziert. Auf die Personalie angesprochen, reagieren die Münchner recht einsilbig. Oberbürgermeister Christian Ude formuliert kryptisch, er habe „keine einzelnen Bekanntschaften mit Personen, deren Dienstleistung man in Anspruch nimmt“. Co-Geschäftsführer Bernhard Schwank erklärt: „Tibbs ist für internationale Kommunikation zuständig und spielt seine erstklassigen Kontakte aus. Wir haben aber keine Lobbyisten unter Vertrag genommen.“</p>
<p>Lobbyisten gelten im olympischen Bereich spätestens seit dem <a title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://jensweinreich.de/2008/12/11/ten-years-after-marc-hodler/" target="_self">IOC-Bestechungsskandal</a> als Männer mit den Geldkoffern. Das ist so falsch wie richtig. Die Tätigkeit von Auskennern wie Tibbs hat nichts mit der Tätigkeit von Geldkofferträgern wie Jean-Marie Weber zu tun.</p>
<p>„Ich bin kein Lobbyist“, sagt Jon Tibbs. In Vancouver hat er zunächst Katarina Witt und Willy Bogner, die so genannten Gesichter der Bewerbung, mit den wenigen einflussreichen Berichterstattern zusammengebracht: Reporter der großen internationalen Nachrichtenagenturen und Herausgeber von Branchendiensten. Es sind die wenigen Kollegen von AP, Reuters, L&#8217;Equipe, <a title="ATR" href="http://www.aroundtherings.com/" target="_blank">Around the Rings</a>, <a title="Inside the Games" href="http://insidethegames.biz/" target="_blank">Inside the Games</a> u.a., die allen IOC-Terminen folgen, insgesamt nur rund ein Dutzend Multiplikatoren.</p>
<p>Die Bewerbung wird zielgruppenoptimiert betrieben. Es geht um Kommunikationshoheit, um wirkungsvolle Botschaften. (Fast bin ich geneigt zu sagen: Es geht um Kommunikationsherrschaft :)<span id="more-6850"></span></p>
<p>Jon Tibbs sagt: „Wir müssen Tempo aufnehmen!“</p>
<p>Das haben sie versucht, am Montag in Vancouver mit einer Pressekonferenz im MPC, die von den üblichen Verdächtigen hymnisch besungen wird. Auch wenn ich es gestern Nacht schon einmal veröffentlicht habe, kopiere ich die Quotes der PK zum zweiten Mal rein, hier gehört es hin, also, copy &amp; paste:</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>Press Conference Highlights</p>
<p><strong>Munich 2018 Olympic Bid</strong></p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 – Comments from CEO of the Munich 2018 bid Willy BOGNER (GER); IOC Member and President of the German Olympic Sports Confederation (DOSB) Thomas BACH (GER); Lord Mayor of Munich Christian UDE (GER); German Federal Minister of the Interior and Sport Thomas de MAIZIERE (GER); and Chair of the Munich 2018 bid committee Katarina WITT (GER) during a press conference on the Munich 2018 Olympic Bid, at the Main Press Centre on Monday.</p>
<p><strong>Willy BOGNER (GER) – CEO of the Munich 2018 bid</strong></p>
<p>On his background in winter sports, including competing in Alpine Skiing:</p>
<p>“Like all Germans, I love winter sports. I grew up on skis. My father was an Olympian. I became an Olympian in 1960.”</p>
<p>“I’ve carried the Olympic Flame with me my whole life.”</p>
<p>“(As a filmmaker) I even got the chance to make James Bond look like an Olympic skier.”</p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>“We have a clear vision for winter 2018. We’d like to make it the friendly Games.”</p>
<p>“We’ve used existing venues as much as possible and only need to build three new permanent Olympic venues.”</p>
<p>“As a legacy we dream about making friends through sport even 20 or 30 years after the Games.”</p>
<p><strong>Thomas BACH (GER) – IOC member and president of the German Olympic Sports Confederation (DOSB)</strong></p>
<p>On the enthusiasm of the German people for winter sports:</p>
<p>“This enthusiasm you can also see if you look at TV ratings of major winter sports.”</p>
<p>“Our two major channels in Germany, they broadcast eight hours plus of winter sports with high ratings.”</p>
<p>On the proximity of the two major venue clusters, Munich and Garmisch-Partenkirchen:</p>
<p>“Never ever have the two major clusters been closer together as with Munich and Garmisch. This is about 80 km and I don’t know if any of you have ever experienced a German Autobahn without a speed limit, but even if you respect the speed limit in your own country you make it in about one hour. This is more of an advantage as we see it.”</p>
<p>On reusing the Munich Olympic Park from the 1972 Olympic Games:</p>
<p>“We hope this is one of our strengths of our bid, making use of an Olympic legacy to create a new one.”</p>
<p><strong>Christian UDE (GER) – Lord Mayor of Munich</strong></p>
<p>On Munich’s ability to host large events:</p>
<p>“Every year six million people visit our famous Oktoberfest, which will celebrate its 200th year this year and has never had a major security incident.”</p>
<p>“Last year we hosted over 300 events in the park (Munich Olympic Park) and attracted over 400 million people.”</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city’s 2018 bid:</p>
<p>“Of course we remember the incident in 1972, but this was the rise of global terrorism in the world and every country has had its experience with terrorism since.”</p>
<p>“We learned from this incident. We’ve had more than 10,000 events in the Olympic Park without any security issue.”</p>
<p><strong>Thomas de MAIZIERE (GER) – German federal minister of the Interior and Sport</strong></p>
<p>On the support of the German government and people for the Munich 2018 bid:</p>
<p>“The German Chancellor supports this bid. The German government supports this bid. The German Parliament supports this bid.”</p>
<p>“The German public supports this bid. We have polls that show around 75 percent plus support Munich 2018.”</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city’s 2018 bid:</p>
<p>“We learned a lesson and history never repeats.”</p>
<p>On the ability of Munich to host the 2018 Olympic Winter Games:</p>
<p>“As minister of the Interior I can assure you, and we proved this during the FIFA World Cup (in 2006), that we can organize safe and secure Games.”</p>
<p><strong>Katarina WITT (GER) – Chair of the Munich 2018 bid committee:</strong></p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>“In Germany, it seems that winter sport is in our DNA.”</p>
<p>“We’re planning to have a big celebration and the world should be a part of it and they shouldn’t miss it.”</p>
<p>On her recent foray in to social media:</p>
<p>“I went on Facebook 10 days ago and I already have 171 friends.”</p>
<p>ONS aj/brs/jtc/eb/adg</p></blockquote>
<p>Seine Agentur <a title="JTA" href="http://www.jtassocs.com" target="_blank">Jon Tibbs Associates</a> (JTA) ist eigentlich Zwei-Personen-Betrieb, zu dem noch Séverine Hubert gehört, die jeden kennt in der olympischen Familie. Für München arbeiten „sechs oder sieben Leute“, sagt er, unter seiner Ägide.</p>
<p>Hier mal ein Screenshot der Klienten von Tibbs.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jta-screen-web.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6852" title="Screenshot JTA, 16. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jta-screen-web.jpg" alt="" width="530" height="356" /></a></p>
<p>Interessant ist, dass auch Samsung dazu gehört oder gehörte &#8211; ich muss noch nachfragen. Hochinteressant ist das allemal, denn auf Samsung und das wegen Steuerhinterziehung und Korruption schon zweimal zu Haftstrafen verurteilte (und wieder begnadigte) IOC-Mitglied <a title="alle Beiträge zu Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/category/lee-kun-hee/" target="_self">Lee Kun Hee</a> konzentriert sich vieles im Wettbewerb um die Winterspiele 2018. Lee Kun Hee wird von den Münchner Strategen geschickt als Bösewicht aufgebaut &#8211; <a title="Thomas Bach: Lebenssachverhalte in nationalem Interesse" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">offiziell aber kommentiert man natürlich nichts</a>.</p>
<p>München hat etliche weitere Fachkräfte angeheuert. Ich werde sie in nächster Zeit allesamt und die Bewerberstrategie analysieren, aufzeigen, wer sich um welche IOC-Mitglieder kümmert, wo die Fäden zusammenlaufen. Etliche dieser Münchner Lobbyisten (ich benutze das Wort an dieser Stelle wertneutral, unterstelle überhaupt nichts, sondern nur: das sich jemand für eine Bewerbung einsetzt und das der Zielperson schmackhaft macht) waren auf der Pressekonferenz am Montag zugegen. Sie saßen aber natürlich nicht auf dem Podium, sondern im Publikum oder standen, wie Tibbs, am Rande.</p>
<p>Die PK, dessen Transkript oben nachzulesen ist, hat maßgeblich <strong>George Hirthler</strong> mit vorbereitet. Der Mann aus Atlanta gilt weltweit als bester Schreiber von Bewerbungsbüchern. Er betreut mit München schon die zehnte Bewerbung und kennt schon deshalb Gott und die Welt in diesem Business. Ich glaube, er ist ein ganz Netter. In Vancouver erstellt George Präsentationen, Reden und Statements, gibt Ratschläge. Man darf davon ausgehen, dass er die Texte und Argumente für de Maizière, Ude, Witt und Bogner zusammengestellt hat. Er hat das Skript der PK geschrieben, <strong><a title="Vancouver, Tag 5: Christian Ude entschuldigt sich" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">die allerdings ärgerliche Folgen hatte</a></strong>.</p>
<p>George Hirthler (Mitte) mit IOC-Mitglied Claudia Bokel und dem ehemaligen NOK-Präsidenten Klaus Steinbach:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6856" title="Klaus Steinbach, George Hirthler, Claudia Bokel" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/hirthler.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>George Hirthler bezeichnet sich als Brand Communications Strategist. Das Profil von <a title="Hirthler &amp; Partners" href="http://www.hirthler.com" target="_blank">Hirthler &amp; Partners</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Premiere Olympic Communications Strategists</strong></p>
<p>Hirthler &amp; Partners is dedicated to helping the Olympic Movement tell its story to the world. To that end, the company offers brand positioning and communications strategies to all members of the Olympic Family — the International Olympic Committee, Organizing Committees, National Olympic Committees, Sports Federations, Bid Cities, Sponsors and Broadcasters. As passionate advocates of the Olympic Ideal, Hirthler &amp; Partners offer unique insights into the power of the Olympic brand. With a combination of seasoned creative strategists in George Hirthler &amp; Rebecca D’Attilio, the firm brings to the table an unrivaled ability to help articulate in word and image the extraordinary promise and potential of the Olympic Movement. While offering the full array of strategic brand and creative services, the firm has developed a particular ability in managing campaigns with specific Olympic objectives for clients around the world.</p>
<p><strong>World’s Foremost Olympic Bid Strategists </strong></p>
<p>For cities with an interest in bidding for the Olympic Games or other international sporting events, Hirthler &amp; Partners is a leading global campaign strategist. The company offers a comprehensive package of brand positioning and communications services designed to enhance a city’s chances for success in their bid campaigns. In Olympic bid circles, George Hirthler is recognized as the world’s leading brand communications strategist.</p></blockquote>
<p>Es heißt, Spitzenkräfte unter den Olympiastrategen könnten bis zu 8.000 Euro pro Tag berechnen. Fürstliche Honorare waren bei zurückliegenden Bewerbungen (etwa Berlin, Leipzig, Salzburg) stets Themen von Debatten und Skandalen. Zahlen zur Verpflichtung von Jon Tibbs werden nicht genannt. „Ich werde dem Markt angemessen bezahlt“, sagt er. „Verträge sind grundsätzlich vertraulich und nicht öffentlich“, sagt Schwank.</p>
<p>Neben München bewerben sich Pyeongchang (Südkorea) und Annecy (Frankreich) um die Winterspiele 2018. Annecy nimmt niemand ernst, nicht einmal die Franzosen. In Wirklichkeit ist es also ein Zweikampf zwischen München und Pyeongchang. Und es ist ein Duell der Spin Doktoren: Jon Tibbs (München) gegen <strong>Mike Lee</strong> (Pyeongchang). Beide Engländer, beide kampferprobt.</p>
<p>Jon Tibbs hat drei Olympiabewerbungen in verschiedenen Funktionen erfolgreich bestritten:</p>
<ul>
<li>Athen 2004</li>
<li>Peking 2008</li>
<li>Sotschi 2014</li>
</ul>
<p>Mike Lee gewann zweimal:</p>
<ul>
<li>London 2012</li>
<li><a title="alle Beiträge zu Rio 2016" href="http://jensweinreich.de/category/rio-de-janeiro-2016/" target="_self">Rio de Janeiro</a> 2016</li>
</ul>
<p>Über ihre Flops reden sie ungern. Tibbs unterlag, zum Beispiel, mit Paris und Tokio. Lee verlor mit Salzburg und <a title="IOC-Absurditätenkabinett" href="http://jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/" target="_self">Doha</a>. In einem kleineren Wettbewerb schlug Lee Tibbs im Oktober 2009 auf der IOC-Session: Lee schaffte es, Rugby olympisch zu machen &#8211; Tibbs scheiterte beim Versuch, Softball wieder ins Programm zu hieven. Man sieht: Es geht nicht nur um Städte, auch mit Sportarten, Funktionären, Nationen, mit allen möglichen, die etwas erreichen wollen im Olymp, lässt sich Geld verdienen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6853" title="Cover: The Race for the 2012 Olympics" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/buch-lee.jpg" alt="" width="240" height="240" hspace="5" vspace="5" /></p>
<p>Anders als Tibbs, der sich lieber im Hintergrund hält und nur selten in Medien erwähnt wird, verkauft Lee sich eher als Held. Über Londons Olympiasieg hat er mit zwei Journalisten ein Buch geschrieben, das viele hübsche Episoden, aber vor allem die Botschaft erzählt, wie man in der Branche lästert: Ohne mich wäre London nichts geworden! Rios Olympiasieg wurde noch nicht in Buchform gewürdigt.</p>
<p>Lees Siege sind spektakulärer. Er ist lauter. Er hat einst mit politischen Kampagnen für die Labour Partei begonnen. Tibbs war bis Ende der 1990er Jahre Direktor der berüchtigten PR-Weißwäscher von Hill &amp; Knowlton, bevor er seine eigene Firma gründete. „Ich bin einige Jahre länger im Geschäft als Mike“, sagt Tibbs. „Ich denke, dass ich mehr Erfahrung habe.“</p>
<p>Ich beobachte Mike Lee seit rund zehn Jahren, als er seinerzeit Kommunikationschef der UEFA war. Bei der Europäischen Fußball-Union legte er eine suboptimale Performance hin, der Versuch, Joseph Blatter abzulösen, scheiterte im Frühsommer 2002 grandios. Im Januar 2007 scheiterte er bei der UEFA-Wahl an der Seite von Lennart Johansson, der ihn für den Wahlkampf angeheuert hatte, ebenfalls grandios &#8211; wieder an Blatter (und Platini). Im Fußball hat Mike Lee halt kein glückliches Händchen. Es irritiert übrigens, dass Lee mit seiner Agentur <a title="Vero Comminications" href="http://www.verocom.co.uk" target="_blank">Vero Communications</a> für die Olympiabewerbung Peyongchangs arbeitet und gleichzeitig für die Bewerbung <a title="Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank" href="http://jensweinreich.de/2009/12/02/katar-und-die-wm-2022-fusball-im-kuhlschrank/" target="_blank">Katars um die Fußball-WM 2022</a>. Einer der Konkurrenten Katars ist Südkorea. Tibbs ist über ein Mandat für die britische Regierung indirekt in die WM-Bewerbung eingebunden.</p>
<p>Der Vollständigkeit halber hier noch eine Auflistung von Klienten (gewesene und aktuelle) von Lees Firma Vero.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6855" title="Screenshot Vero Communications, 16. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vero-screen-web.jpg" alt="" width="530" height="531" /></p>
<p>Die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 werden im Dezember 2010 von der FIFA vergeben. Sieben Monate später, Anfang Juli 2011, entscheidet das IOC in Durban über die Winterspiele 2018. Beide Wahlen sind im Zusammenhang zu betrachten, mit vielfältigen Optionen. Beide Wahlen werden dadurch verkompliziert, dass es in der FIFA auch um die Präsidialwahlen 2011 geht – und im IOC 2013 ein neuer Präsident gewählt wird.</p>
<p>Soviel Sportpolitik war selten. Das wird sehr spannend &#8211; auch hier im Blog. Das Geschäft von Tibbs und Lee besteht u.a. darin, den Bewerbern zu erklären, sie hätten sündhaft teure Strategieberatung nötig, um nicht die Übersicht zu verlieren.</p>
<p>Damit die Kombattanten mal gezeigt werden. Zunächst Mike Lee, ein Foto von gestern, als er (links, gelber Schal) die Bewerber Pyeongchangs zum Gruppenfoto dirigierte:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6857" title="Mike Lee (l.), Pyeongchang 2018" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/lee-2018-web.jpg" alt="" width="530" height="346" /></p>
<p>Von Jon Tibbs habe ich leider kein schönes Foto. Nur eines, das ihn mit dem <a title="Vancouver, Tag 3 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/14/vancouver-tag-3-honoured-worker-of-physical-training/" target="_self">Sportminister von Tatarstan</a> zeigt, aufgenommen vor drei Tagen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6858" title="John Tibbs (l)" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/tibbs.jpg" alt="" width="530" height="398" /></p>
<p>Wir werden uns noch oft treffen in diesem Jahr. Es gibt viele wichtige Termine. Da werden sich gewiss Gelegenheiten für ansprechende Freundschaftsfotos bieten.</p>
<p><em>(Eine kürzere und unverlinkte Fassung dieses Beitrages ist u.a. in der <a title="Ein Strippenzieher für delikate Aufgaben" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/55/503279/text/" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> erschienen.)</em></p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>21</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vancouver, Tag 4: &#8220;I don&#8217;t know if any of you have ever experienced a German Autobahn without a speed limit&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 00:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Deutschland schläft, und ich taste mich langsam rein in den Tag. Zunächst etwas Erfreuliches: Es gibt Neues von der <a title="Vancouver, Tag 1: Jacques die Möwe" href="http://jensweinreich.de/2010/02/12/vancouver-tag-1-jacques-die-mowe/" target="_self">Möwe Jacques</a> (Foto wird nachgereicht)! Jacques flirtet weiter mit dem Kollegen G., der auch wieder aufgetaucht ist und mit dem ich vorhin ein Mittagessen genossen habe (Tim Horten&#8217;s). Erstaunlich.</p>
<p>Olympia meint es ja nicht immer gut mit Tieren. Gedopte Pferde (Peking 2008), gebratene Friedenstauben (Seoul 1988/<em>ab 4:40 im Video</em>), das sind so die Schlagzeilen.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/16/vancouver-tag-4/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Seither müssen keine Tauben mehr bei Eröffnungsfeiern ins Verderben fliegen.</p>
<p>Nicht dass sich Olympia und die Tiere am Ende noch versöhnen. Das wäre doch mal ein Thema, über das Journalisten berichten sollten. G. wird dazu allerdings schweigen. G. ist ein stiller Genießer. Er bevorzugt auch in seiner Arbeit die leisen Töne und meint, wenn ich ab und an im Blog ein Foto veröffentliche, müsse das reichen. Er wolle seine Beziehung  nicht öffentlich besprechen. Das kann ich verstehen und respektieren.</p>
<p><strong>18.50 Uhr:</strong> Lassen wir also den bisherigen Tag Revue passieren. Mich haben besonders die Auftritte der Olympiabewerber 2018 interessiert, was an <a title="Kommentar von mb" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/#comment-19924" target="_self">anderer Stelle</a> kurz angerissen wurde.</p>
<p><strong>Annecy</strong> konnte ich leider nicht sehen. Allgemeines Urteil derjenigen, die ich dazu befragt habe:  Dürftig. Aber die gesamte Bewerbung ist nicht ernst zu nehmen. Geredet wurde viel über das IOC-Mitglied Jean-Claude Killy &#8211; blöd nur, dass Killy durch Abwesenheit glänzte. Guy Drut, ein weiteres französisches IOC-Mitglied, fehlte ebenfalls, tauchte zwei Stunden später aber als Gast in der PK von Pyeongchang auf. Was das wohl bedeutet?</p>
<p>Das Protokoll:</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 &#8211; Comments from Edgar GROSPIRON (FRA), CEO of the Annecy 2018 Olympic bid, Jean-Luc RIGAUT (FRA), mayor of Annecy; Roselyne BACHELOT (FRA), French Minister of Sport and Health; and Denis MASSEGLIA (FRA), president of the French Olympic Committee (CNOSF) on Monday at the Main Press Centre.</p>
<p><strong>Edgar GROSPIRON (FRA) &#8211; CEO of the Annecy 2018 Olympic bid</strong></p>
<p>On the winter climate in Annecy, where weather forecasts predict rain and temperatures of 6 degrees Celsius this week:</p>
<p>&#8220;We chose the date for 2018 Olympic during February and this is the best conditions we can have in the winter. For sure not every day is sunny with big powder snow but if you take (this) Saturday and Sunday, it was great sunshine and the snow was very good over there.</p>
<p>&#8220;For sure we are going to work with the water to make artificial snow also. But the weather is the only thing we cannot totally control. The French Alps for a long time there are good conditions in winter for skiing and I think the place is good for that.&#8221;</p>
<p><strong>Jean-Luc RIGAUT (FRA), the mayor of Annecy</strong></p>
<p>On the region:</p>
<p>&#8220;Annecy is in the heart of the French Alps, at half an hour from Geneva and 45 minutes from Mont Blanc.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mont Blanc, where snow is guaranteed.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our region is the prime destination for winter sports in the world.&#8221;</p>
<p>&#8220;We will be able to welcome the whole Olympic family with our hearts and professionalism, but we also like to party.&#8221;</p>
<p>On existing facilities and infrastructure:</p>
<p>&#8220;It is 65 percent of the sites that are ready.&#8221;</p>
<p>&#8220;We will use the infrastructure in La Plagne in Savoie, which is in the heart of the Alps. We will use the airport in Geneva and the highways of Geneva. Geneva is 30 km, 40 minutes from Annecy. Of course we have an agreement with Geneva, which is our neighbour. But it remains a National French bid, as the rules require.&#8221;</p>
<p>On the venues they need to build:</p>
<p>&#8220;The big project is to build the speed skating oval because we don&#8217;t have one in France.&#8221;</p>
<p>&#8220;This will be the remaining legacy.&#8221;</p>
<p>&#8220;The French federation is in favour of this.&#8221;</p>
<p>&#8220;(But) at La Clusaz there will be no construction of the (ski) jumps because it is a natural slope, what is important is that they will already be inscribed in nature.&#8221;</p>
<p><strong>Roselyne BACHELOT (FRA) &#8211; French minister of sport and health</strong></p>
<p>On funding the Annecy 2018 bid after the failed Paris 2012 bid:</p>
<p>&#8220;I don&#8217;t want to talk about Paris. Paris is in the past.&#8221;</p>
<p>&#8220;We are with the athletes and we will give all the human and financial support required.&#8221;</p>
<p>&#8220;The French state has committed to two thirds of the (bid cost).&#8221;</p>
<p>&#8220;As for the 1.5 billion necessary for this project, we are going to be behind it and behind the project.&#8221;</p>
<p><strong>Denis MASSEGLIA (FRA), president of the French Olympic Committee (CNOSF)</strong></p>
<p>&#8220;France is a resolute candidate and the French Olympic Committee unanimously decided to take up the challenge of organising the Annecy 2018 bid. All the federations, summer and winter, are not only with but by the side of the 2018 bid.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kleiner Einschub: Die Ad hoc Kammer des Weltsportgerichtshofes CAS teilt soeben mit:</p>
<blockquote><p>WOMEN&#8217;S SPEED SKATING</p>
<p>THE AD HOC DIVISION OF THE COURT OF ARBITRATION FOR SPORT (CAS) REGISTERS AN APPLICATION FROM THE GERMAN SPEED SKATER CLAUDIA PECHSTEIN</p>
<p><em>Vancouver</em>, <em>15 February 2010 </em>– The German speed skater <strong>Claudia Pechstein</strong> has filed an application at the ad hoc Division of the Court of Arbitration for Sport against the German Olympic Committee (DOSB) and the International Olympic Committee. In her application, Ms Pechstein requests that she be nominated for and allowed to participate in the female speed skating competitions of the Vancouver 2010 Olympic Winter Games.</p>
<p>The application of Ms Pechstein is being transmitted to the Respondents DOSB and IOC. In the meantime, the CAS will not comment any further on this matter.</p></blockquote>
<p>Ich werde jetzt auch nicht kommentieren on this matter.</p>
<p>Weiter mit den Olympiabewerbungen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6834" title="München 2018 in Vancouver, 15. Februar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/munich-2018.jpg" alt="" width="530" height="271" /></p>
<p>So strahlten Sie um die Wette, die Bittsteller aus <strong>München</strong>, von links: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Thomas Bach (FDP, IOC, DOSB), Willy Bogner, Katarina Witt (ARD). Christian Ude (SPD), Siegfried Schneider (CSU). Ich fand ja, der eindeutig beste Spruch kam vom UDIOCM, den habe ich weiter unten gefettet &#8211; umweltpolitisch ist Bachs Aussage nicht unbedingt das smarteste, was er sagen konnte, aber es war schlagfertig.</p>
<p><em>Nachtrag, einen Tag später:</em> Christian Ude sah sich zu einer <a title="Vancouver, Tag 5: Christian Ude entschuldigt sich" href="http://jensweinreich.de/2010/02/17/vancouver-tag-5-christian-ude-entschuldigt-sich/" target="_self">Richtigstellung seiner Aussagen</a> gezwungen.</p>
<p>Wer es genau wissen will, dem empfehle ich die unparteiischen Notizen des Olympic News Service: <span id="more-6822"></span></p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>Press Conference Highlights</p>
<p><strong>Munich 2018 Olympic Bid</strong></p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 &#8211; Comments from CEO of the Munich 2018 bid Willy BOGNER (GER); IOC Member and President of the German Olympic Sports Confederation (DOSB) Thomas BACH (GER); Lord Mayor of Munich Christian UDE (GER); German Federal Minister of the Interior and Sport Thomas de MAIZIERE (GER); and Chair of the Munich 2018 bid committee Katarina WITT (GER) during a press conference on the Munich 2018 Olympic Bid, at the Main Press Centre on Monday.</p>
<p><strong>Willy BOGNER (GER) &#8211; CEO of the Munich 2018 bid<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p>On his background in winter sports, including competing in Alpine Skiing:</p>
<p>&#8220;Like all Germans, I love winter sports. I grew up on skis. My father was an Olympian. I became an Olympian in 1960.&#8221;</p>
<p>&#8220;I&#8217;ve carried the Olympic Flame with me my whole life.&#8221;</p>
<p>&#8220;(As a filmmaker) I even got the chance to make James Bond look like an Olympic skier.&#8221;</p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>&#8220;We have a clear vision for winter 2018. We&#8217;d like to make it the friendly Games.&#8221;</p>
<p>&#8220;We&#8217;ve used existing venues as much as possible and only need to build three new permanent Olympic venues.&#8221;</p>
<p>&#8220;As a legacy we dream about making friends through sport even 20 or 30 years after the Games.&#8221;</p>
<p><strong>Thomas BACH (GER) &#8211; IOC member and president of the German Olympic Sports Confederation (DOSB)<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p>On the enthusiasm of the German people for winter sports:</p>
<p>&#8220;This enthusiasm you can also see if you look at TV ratings of major winter sports.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our two major channels in Germany, they broadcast eight hours plus of winter sports with high ratings.&#8221;</p>
<p>On the proximity of the two major venue clusters, Munich and Garmisch-Partenkirchen:</p>
<p>&#8220;Never ever have the two major clusters been closer together as with Munich and Garmisch. <strong>This is about 80 km and I don&#8217;t know if any of you have ever experienced a German Autobahn without a speed limit, but even if you respect the speed limit in your own country you make it in about one hour. This is more of an advantage as we see it.</strong>&#8221;</p>
<p>On reusing the Munich Olympic Park from the 1972 Olympic Games:</p>
<p>&#8220;We hope this is one of our strengths of our bid, making use of an Olympic legacy to create a new one.&#8221;</p>
<p><strong>Christian UDE (GER) &#8211; Lord Mayor of Munich<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p>On Munich&#8217;s ability to host large events:</p>
<p>&#8220;Every year six million people visit our famous Oktoberfest, which will celebrate its 200th year this year and has never had a major security incident.&#8221;</p>
<p>&#8220;Last year we hosted over 300 events in the park (Munich Olympic Park) and attracted over 400 million people.&#8221;</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city&#8217;s 2018 bid:</p>
<p>&#8220;Of course we remember the incident in 1972, but this was the rise of global terrorism in the world and every country has had its experience with terrorism since.&#8221;</p>
<p>&#8220;We learned from this incident. We&#8217;ve had more than 10,000 events in the Olympic Park without any security issue.&#8221;</p>
<p><strong>Thomas de MAIZIERE (GER) &#8211; German federal minister of the Interior and Sport </strong></p>
<p>On the support of the German government and people for the Munich 2018 bid:</p>
<p>&#8220;The German Chancellor supports this bid. The German government supports this bid. The German Parliament supports this bid.&#8221;</p>
<p>&#8220;The German public supports this bid. We have polls that show around 75 percent plus support Munich 2018.&#8221;</p>
<p>On whether the 1972 massacre at the Olympic Games in Munich will have any impact on security for the city&#8217;s 2018 bid:</p>
<p>&#8220;We learned a lesson and history never repeats.&#8221;</p>
<p>On the ability of Munich to host the 2018 Olympic Winter Games:</p>
<p>&#8220;As minister of the Interior I can assure you, and we proved this during the FIFA World Cup (in 2006), that we can organize safe and secure Games.&#8221;</p>
<p><strong>Katarina WITT (GER) &#8211; Chair of the Munich 2018 bid committee: </strong></p>
<p>On the Munich 2018 bid:</p>
<p>&#8220;In Germany, it seems that winter sport is in our DNA.&#8221;</p>
<p>&#8220;We&#8217;re planning to have a big celebration and the world should be a part of it and they shouldn&#8217;t miss it.&#8221;</p>
<p>On her recent foray in to social media:</p>
<p>&#8220;I went on Facebook 10 days ago and I already have 171 friends.&#8221;</p>
<p>ONS aj/brs/jtc/eb/adg</p></blockquote>
<p>Das muss die Kati noch lernen. Sie hat keine 171 Freunde auf Facebook, sondern Fans, denn sie hat eine Fanseite eingerichtet. Habe mich gerade als 195. Fan bei ihr gemeldet.</p>
<p>Irritierend fand ich, dass Katarina Witt als letzte von Bogner vorgestellt wurde, und auch als letzte die Journalisten begrüßte. Die Rolle der Conférencieuse hätte der Witt zugestanden, ich glaube, sie hätte das auch lässiger erledigt als Bogner, dessen Charme mir verborgen blieb. Bach, Ude, de Maizière hatten ihre Lektionen gelernt, wenngleich Ude sicher seine Behauptung erklären muss, es habe auf dem Oktoberfest nie größere Zwischenfälle gegeben. Ich habe George Hirthler aus Atlanta, der die PK arrangiert hat, gefragt, warum die Witt nicht durchs Programm führte. Aber er fand das so in Ordnung. Das Beste zuletzt, meinte er. Was soll er auch auf so eine dumme Frage sagen: Etwa, dass er einen Fehler gemacht hat?</p>
<p><strong>19.56 Uhr:</strong> Bevor ich zu Pyeongchang komme, noch ein kurzer Einschub. Denn inzwischen sitze ich im Pacific Coliseum &#8211; links neben mir ein Chinese, der noch mehr Knoblauch konsumiert hat, als ich an wilden Tagen, rechts jubelnde russische Reporter &#8211; und schaue mir die Paarlauf-Entscheidung an. Wen traf ich hier wohl als erstes?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6836" title="Juan Antonio Samaranch" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/jas-pc.jpg" alt="" width="530" height="351" /></p>
<p>Don Juan Antonio Samaranch mit seiner Ewig-Sekretärin Annie. Ich habe ihn schon vermisst, den Patron. Muss unbedingt regelmäßiger im Westin Bayshore vorbei schauen. Gerade fragt mich Bernhard Schwank, Chef de Mission der Deutschen und München 2018 Geschäftsführer, ob Sawtschenko/Szolkowy es wohl schaffen. Woher soll ich das wissen. <span style="text-decoration: line-through;">Wahrheitsgemäß</span> <a title="Skate-Gate, Teil 2 ..." href="http://jensweinreich.de/2010/02/15/skate-gate-teil-2-das-korruptionsproblem-im-preis-und-kampfrichterwesen/" target="_self">vermutungsgemäß</a> sagte ich: nein.</p>
<p><strong>20.24 Uhr:</strong> Kurz vor der Paarlauf-Entscheidung noch schnell das &#8211; wie immer unvollständige und in diesem Fall um die putzigen Passagen (<a title="alle Beiträge zu Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/category/lee-kun-hee/" target="_self">Korruption</a>? Wir schauen nach vorn und nicht zurück!) bereinigte &#8211; Transkript der Presekonferenz von <strong>Pyeongchang</strong>. Das Bewerberthema werde ich später in der Nacht in einem gesonderten Beitrag behandeln.</p>
<blockquote><p>© IOC, VANOC</p>
<p>VANCOUVER, Feb 15 &#8211; Comments from Yang Ho CHO (KOR) co-chair of the bid committee; Jin Sun KIM (KOR), governor of Gangwon Province; Yong Sung PARK (KOR), president of the Korean Olympic Committee; and So Hee KIM (KOR), 1994 Olympic Short Track Gold medallist, during a press conference on the 2018 PyeongChang Olympic Bid at the Main Press Centre on Monday.</p>
<p><strong>Jin Sun KIM (KOR) &#8211; governor of Gangwon Province</strong></p>
<p>On PyeongChang losing its bids for the 2010 and 2014 Olympic Games:</p>
<p>&#8220;We have had our disappointments in the past. But we have never given up our hopes and dreams.&#8221;</p>
<p>On what they have learned from their previous bids:</p>
<p>&#8220;We have learnt that Winter Olympics and all Olympics must be athlete-centred. We also need to find out what is the legacy we can take from the Winter Games.&#8221;</p>
<p>On the PyeongChang Winter Games bringing together the Korean Republic and Democratic People&#8217;s Republic of Korea:</p>
<p>&#8220;Holding the Winter Games in PyeongChang would symbolise the beginnings of reconciliation of the Korean Peninsula.&#8221;</p>
<p>&#8220;We are all making an effort to engage dialogue between North and South Korea.&#8221;</p>
<p><strong>Yang Ho CHO (KOR) &#8211; co-chair of the bid committee</strong></p>
<p>On PyeongChang&#8217;s bid:</p>
<p>&#8220;PyeongChang is the centre of Asia.&#8221;</p>
<p>&#8220;In Asia, there have only been two winter Games and both were in Japan. So Korea would be the perfect place to host another Winter Games in Asia.&#8221;</p>
<p>&#8220;We are the right time, right place, right now.&#8221;</p>
<p>On the legacy PyeongChang wishes to create by hosting the 2018 Olympic Games:</p>
<p>&#8220;We have a Dream Programme for young people who live in countries where winter sports are not developed.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our vision is of a truly world-wide Olympic Winter Games.&#8221;</p>
<p>&#8220;Our vision of the legacy of a Winter Games in PyeongChang is to help grow winter sports around the world.&#8221;</p>
<p><strong>Yong Sung PARK (KOR) &#8211; president of the Korean Olympic Committee</strong></p>
<p>On this being PyeongChang&#8217;s third Olympic bid:</p>
<p>&#8220;We keep all the promises we made during the past two bids.&#8221;</p>
<p>On whether the Munich and the Annecy bids pose a threat:</p>
<p>&#8220;Munich is Munich. Annecy is Annecy. PyeongChang is PyeongChang.&#8221;</p>
<p><strong>So Hee KIM (KOR) &#8211;  1994 Olympic Short Track Gold medallist</strong></p>
<p>On the popularity of winter sports in Asia:</p>
<p>&#8220;The popularity of winter sports in Korea is increasing.&#8221;</p>
<p>On the PyeongChang 2018 bid:</p>
<p>&#8220;Now I look forward to realising my new Olympic dreams in 2018.&#8221;</p>
<p>&#8220;They will be the most compact Games in the history. Ninety percent of athletes will be able to reach their venue within five minutes of leaving the Athletes Village.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>20.31 Uhr:</strong> Tut mir leid. Aber der Strauchler von Szolkowy hat&#8217;s wohl entschieden.</p>
<p>Ich gestehe meine Schwäche. Aber Eiskunstlaufen, Paarlaufen und Eistanz vor allem, auf diesem Niveau ist was fürs Herz. Schöne Schnulze, toll gelaufen. Gänsehaut, das erste Mal in Vancouver.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6845" title="Sawtschenko/Szolkowy" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/paarlauf2010.jpg" alt="" width="530" height="287" /></p>
<p>Meine persönliche Nummer eins aller Zeiten (vor der 88er Carmen): Marina Klimowa und Sergej Ponomarenko 1992 in Albertville!</p>
<p>Die Chinesen Pang/Tong waren perfekt. Haben das Publikum, aber nicht mich mitgerissen. Jetzt noch Shen Xue und Zhao Hongbo. Großartig. Ich glaube, in meinem zweiten Leben werde ich doch Eiskunstlaufberichterstatter und nicht Sportfunktionär. Zuletzt war ich vor acht Jahren dabei, bei <a title="BLZ, Salt Lake City 2002" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2002/0221/olympischewinterspiele/0267/index.html" target="_blank">Kwan vs. Slutskaja</a>. Ich meine, beim Eiskunstlaufen hat man so ziemlich alles: Herzschmerz, Liebe, Leiden, Korruption, die Mafia.</p>
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		<slash:comments>32</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &#8220;offizielle Oppositionen&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 12:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schönste Gesicht des Sozialismus und &#8220;Gesicht&#8221; der Münchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (Foto: München 2018). Es gibt mehrere gute Gründe, das Bild zu veröffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und ehemals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gruppenbild ohne Dame bzw. ohne Katarina Witt, das schönste Gesicht des Sozialismus und &#8220;<a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesicht</a>&#8221; der Münchner Olympiabewerbung. So strahlten die Herrschaften am Freitag nach der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH in die Kameras (<em>Foto: München 2018</em>). Es gibt mehrere gute Gründe, das Bild zu veröffentlichen, zum Beispiel diesen: Willy Bogner, neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und ehemals für <a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Putins Oligarchenbewerbung</a> in Sotschi tätig, kam hier bislang zu kurz. Bogner ist der <span style="text-decoration: line-through;">lächelnde</span> grinsende Herr ganz links.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5838" title="Gesellschafterversammlung München 2018, 20. November 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/mh_gruppenfoto_001-3.jpg" alt="" width="500" height="219" /></p>
<p>Die Installierung von Bogner als Ein-Euro-Mann und Boss der beiden eigentlichen Geschäftsführer Berhard Schwank (DOSB/Bach) und Richard Adam (München/Ude) ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es im Gebälk sehr knarzt. Ähnliche Komplikationen, allerdings etwas heftiger, hatte es bereits bei der <a title="Beiträge zu Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipziger Olympiabewerbung</a> gegeben, als Sportminister Otto Schily im Herbst 2003 in größter Not den Ein-Euro-Mann Peter Zühlsdorff verpflichtete. Es ist halt kompliziert, wenn alles nach den IOC/DOSB-Regeln tanzen soll. Konkret: Der DOSB hat gemäß Olympischer Charta die Mehrheit (51 Prozent) in der Gesellschaft, obgleich er kein Geld aufbringt. Bezahlen müssen die Bürger &#8211; und die Politiker haben das Geld, die Milliarden, herbeizuschaffen. So simpel ist das.</p>
<p>Schon vorher hatte die Installierung von Schwank bei den eigentlichen Bewerbern in München für Unmut gesorgt. Selbst hochrangige Vertreter der Bewerbergesellschaft nehmen kaum noch ein Blatt vor den Mund und kritisieren in kleinen Kreisen ungefragt die Politik des DOSB, wobei der FDP-Mann in der Mitte des Fotos (vierter von rechts), DOSB-Chef und IOC-Vize Thomas Bach, kaum besser wegkommt als der Herr ganz rechts: DOSB-General Michael Vesper, ein Bündnisgrüner, für den und dessen Methoden - Achtung, Quellenschutz! &#8211; in München ein wenig schmeichelhafter <a title="Wikipedia: Stalinismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stalinismus" target="_blank">Begriff</a> verbreitet wird. Ich kann das schlecht einschätzen, muss gerade deshalb meinen Quellen trauen. Das Mehrquellenprinzip, das darf ich gern mitteilen, habe ich selbstverständlich berücksichtigt.</p>
<p>Sie haben dennoch Grund zur Freude, die Herrschaften. Alle beteiligten Kommunen sind auf Kurs gebracht, das so genannte <a title="PM München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/presse/news-55-olympia-bewerbung-muenchen-2018-gesellschafterversammlung-beschliesst-eckpunktepapier.html" target="_blank">Eckpunktepapier</a> verabschiedet. Mit der Transparenz haben sie es nach wie vor nicht so, das wird sich auch nicht ändern, aber es gibt ja Blogs, in denen man zumindest Entwürfe dieses Eckpunktepapiers lesen kann, aus dem das so genannte Mini-Bidbook erstellt wird, das wiederum bis zum 15. März 2010 dem IOC überreicht werden muss.</p>
<p>Voilà, ich sage mal nicht: exklusiv. Aber selten:</p>
<ul>
<li><a title="Eckpunkte Minibidbook München 2018" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/minibidbook.pdf" target="_blank"><strong>Eckdaten der Münchner Olympiabewerbung</strong></a><strong> <em>(69 Seiten, pdf, 3,9 MB)</em></strong></li>
</ul>
<p>Die Meinung der kundigen Leser zu diesem Entwurf interessiert mich natürlich sehr. (<em>Achtung, kleine Medienkritik: Es ist übrigens mal wieder interessant, was die Nachrichtenagentur dpa unter &#8220;Eckpunkte&#8221; der Bewerbung versteht. Keinesfalls Details etwa zur Finanzierung, nein, bloß eine simple Chronik der Ereignisse.</em>)</p>
<p>Gemäß <a title="Olympia2018, die Ausgangslage ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5584" target="_self">Timetable der Olympiabewerbung 2018</a> muss das Bidbook im März vorliegen, das eigentliche Bewerbungsbuch dann im Januar 2011.</p>
<ul>
<li>Hier <a title="München 2018: der Weg nach Durban" href="http://jensweinreich.de/?p=4485" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">einmal mehr</span></a> das 101 Seiten umfassende <a title="IOC 2018 Candidature Acceptance Procedure" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1451.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">2018 Candidature Acceptance Procedure</span></a> <em>(pdf, 3,5 MB)</em>  des IOC.</li>
</ul>
<p>Andererseits: Womöglich vergeht den deutschen Olympiabewerber-Bossen das Lachen bald. Denn in Südkorea sind die Konkurrenten doch sehr aktiv, wie der <a title="Korea Herald" href="http://www.koreaherald.co.kr/NEWKHSITE/data/html_dir/2009/11/24/200911240016.asp" target="_blank">Korea Herald</a> gerade wieder meldet. Ex-Samsung-Boss <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit für 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Kun</a> <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Kun Hee Lee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Hee</a> <a title="Samsung &amp; Co: &quot;natural partners&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3886" target="_self">Lee</a> - mehrfach wegen gigantischer Korruption verurteiltes IOC-Mitglied und Freund des DOSB-Chefs - soll zum wiederholten Male begnadigt werden.</p>
<p>Muss sich München fürchten? Gewiss.</p>
<blockquote><p><strong>Amnesty for ex-Samsung-chief?</strong></p>
<p>Korea&#8217;s sports and corporate leaders are calling on the government to grant a presidential pardon to Lee Kun-hee, the former chairman of Samsung Group who received a suspended jail term for breach of trust in August.</p>
<p>Leaders of sports organizations last week suggested that President Lee Myung-bak include Lee in the presidential amnesty to be granted around Christmas. They said that presidential leniency is necessary in part to promote the bid for the 2018 Winter Olympics of the Korean city of Pyeongchang, Gangwon Province.</p>
<p>Lee, a member of the International Olympic Committee since 1996, the Olympic-governing body, voluntarily relinquished his IOC membership in July last year, citing the need to resolve legal disputes surrounding him and Samsung.</p>
<p>Lee was handed a three-year prison term, which was suspended for five years, on conviction of illegal bond trading. He was also fined 110 billion won ($95 million). The 66-year-old tycoon quit as chairman of Samsung Group, Korea&#8217;s largest family-controlled conglomerate, in April last year.</p>
<p>Now that the final court sentencing has been made, an increasing number of people are calling on the government to grant Lee a presidential pardon.</p>
<p>On Nov. 17, Kim Jin-sun, governor of Gangwon Province, called for a presidential amnesty for Lee, saying that Pyeongchang needs Lee&#8217;s assistance at the IOC and other international organizations. Pyeongchang makes its third bid to host the Winter Olympics after it lost to Canada&#8217;s Vancouver and Russia&#8217;s Sochi in its two previous attempts to host the 2010 and 2014 Winter Games. The Korean city is expected to compete with Annecy of France and Munich of Germany for the right to host the 2018 Winter Games.</p>
<p><script src="/khjs/banner/article_340.js"></script>On Nov. 19, Cho Yang-ho, chairman of Hanjin Group who jointly heads the Pyeongchang bidding committee, said in a news conference that the committee suggested to the government that it grant a presidential pardon for Lee.</p>
<p>&#8220;I think his reinstatement will greatly help Pyeongchang expand its support base (in the IOC),&#8221; Cho said.</p>
<p>He said Lee&#8217;s resumption of Olympic activity is &#8220;desperately needed&#8221; ahead of a meeting of IOC members in Vancouver, Canada, next February which will be the last meeting before the IOC decides the venue for the 2018 Winter Olympics in July 2011.</p>
<p>On Friday, Sohn Kyung-sik, chairman of the Korea Chamber of Commerce and Industry, joined the appeal for a presidential pardon for Lee. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Es darf also weiter abgestimmt werden:</p>
<p>Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.Auf die <a title="alle Beiträge: Finanzierung von Mega-Events" href="http://jensweinreich.de/?cat=692" target="_self">Finanzierungsfrage</a> inklusive der <a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein priviligiertes Völkchen!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">OCOG- und Non-OCOG-Etats</a> gehe ich demnächst wie versprochen noch einmal ausführlich ein. Zum Reinhören und Nachlesen nur kurz ein Beitrag, den ich vergangenen Samstag für den Deutschlandfunk produziert habe. Inzwischen haben die Grünen in Bayern sich tatsächlich gegen die Olympiabewerbung ausgesprochen.</p>
<ul>
<li>der Antrag des Grünen-Kreisverbandes Fürstenfeldbruck für die <a title="Resolution der bayerischen Grünen gegen die Olympiabewerbung vom 22. November 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/reso_3_olympia_1109.pdf" target="_self">Resolution gegen Olympia</a> (<em>pdf, 3 Seiten</em>)</li>
<li>Mein DLF-Beitrag:</li>
</ul>
<p style="TEXT-ALIGN: center"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1932_1e830c93.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Münchens Olympiabewerber haben die Eckpunkte der Offerte für die Winterspiele 2018 verabschiedet. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen demonstriert man Einigkeit. Getreu dem Motto des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): Der Sport möge „mit einer Stimme&#8221; sprechen. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter.</p>
<p>Eine Große Koalition von Sport und Politik ist sich einig: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und DOSB-Präsident Thomas Bach (FDP) verabschiedeten auf der Gesellschafterversammlung der Olympia GmbH die Eckdaten für das erste umfassende Bewerbungsdokument.</p>
<p>DOSB-Chef Bach behauptet eine aktuelle Zustimmungsrate von 82 Prozent für die Pläne. Horst Seehofer sagt:</p>
<blockquote><p>„In allen Umfragen ist die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hinter dieser Olympiabewerbung. Und deshalb, glaube ich, handeln wir im Interesse der ganz, ganz überwiegenden Mehrheit der bayerischen Bevölkerung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwischen 2,9 und 3,5 Milliarden Euro soll das Abenteuer kosten &#8211; in beiden Etats, dem reinen Organisations- und dem Infrastrukturetat. Detaillierte, nachprüfbare Posten liegen der Öffentlichkeit allerdings nicht vor.</p>
<p>In den Lokalparlamenten von München, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Berchtesgaden gab es zuletzt erbitterte Diskussionen &#8211; doch Mehrheiten stimmten für die „Eckpunkte&#8221; der Bewerbung.</p>
<p>SPD-Mann Ude bezeichnete Abgeordnete, die Fragen stellten, und Olympiakritiker gemäß SZ als „unseriös&#8221;, „unqualifiziert&#8221; und als „radikale Minderheiten&#8221;.</p>
<p>Im Entwurf des Bewerbungsbuches heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>„Bislang sind keine offiziellen Oppositionen bekannt.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Es werde Wert auf Transparenz und die Einbindung von NGOs in Fachkommissionen gelegt.</p>
<p>Nur: Etliche dieser Gruppen haben sich aus der Fachkommission Umwelt, um die geht es vor allem, längst verabschiedet. Vor längerer Zeit schon der <a title="PM Bund Naturschutz" href="http://www.bund-naturschutz.de/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/1467/pm/cc200efb83.html" target="_blank">Bund Naturschutz</a> &#8211; zuletzt etwa der „Verein zum Schutz der Bergwelt&#8221;. Auch dieser Verein kritisiert, unseriös vereinnahmt und zu Mitautoren eines angeblichen „Umweltkonzeptes&#8221; gemacht worden zu sein. Die Bewerbung sei „die Verschwendung von Natur für Ruhm und Ehre&#8221;.</p>
<p>Das angebliche <a title="München 2018" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/umwelt/index.html" target="_blank">Umweltkonzept</a> sei ein PR-Papier, das von den wirklichen Problemen ablenke, sagen Fachleute.</p>
<p>Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz aus Garmisch-Partenkirchen, ist eine Art Oppositionsführer. Er strebt einen Bürgerentscheid an &#8211; möglichst bis zum 15. März 2010, wenn das Mini-Bidbook beim IOC abgegeben werden muss.</p>
<blockquote><p>„Also wenn ein Bürgerentscheid negativ ausgeht für die Olympiabewerber, dann ist das hier in Garmisch-Partenkirchen vorbei. Es ist allerdings sehr schwierig. Viele Leute sagen: Wir fühlen uns unter Druck gesetzt. Und viele Leute, die eigentlich Olympische Spiele auch nicht wollen, werden deshalb nichts organisieren, das habe ich in letzter Zeit oft erlebt. Das ist natürlich sehr schwierig, weil diese ganzen wachs- und windelweichen Versprechungen viele Leute mit diesem Zauberwort Olympia locken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Ort sei zu klein und außerdem pleite, die Eingriffe zu weitreichend, sagt Doering. Er kritisiert die Informationspolitik der Bewerber, die lediglich Phrasen verbreite.</p>
<blockquote><p>„Im Moment ist alles was offiziell kommt, das ist nur: Es ist toll, und das bringt uns weiter, das bringt uns Straßen, das bringt uns Tourismus und das bringt uns das Glück der Welt. Und das kann&#8217;s nicht sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Doering kritisiert auch Diktat des Internationalen Olympischen Komitees, dem Bund, Freistaat und Kommunen zahlreiche Blankovollmachten ausstellen.</p>
<blockquote><p>„Das IOC ist ja eine bekannt intransparente Organisation. Und das IOC behält sich also in dieser Vertragsgestaltung bis zuletzt die Änderung aller Bedingungen vor. Es kann seine Zahlungen ändern, es kann die Sportarten ändern, es kann alles ändern. Es ist so, dass dieser entsprechende Vertrag vor drei Jahren in Salzburg zum Beispiel von den österreichischen Landesanwälten als sittenwidrig und Knebelungsvertrag gewürdigt wurde.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenigstens da widerspricht ihm Münchens OB Ude nicht grundsätzlich. Ude nennt die IOC-Vertragsgestaltung „<a title="Süddeutsche Zeitung" href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/820/494160/text/" target="_self">eine Zumutung</a>&#8220;.</p>
<p>Der nächste Schreck für die Olympiabewerber kam am Sonntag, als sich Bayerns Grüne auf ihrer Landesversammlung in Bamberg gegen die Pläne aussprachen. Der Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janecek sagte vorab:</p>
<blockquote><p>„Ich rechne damit, dass es einen ablehnenden Beschluss geben wird. Die Leute sind einfach sehr skeptisch. Je näher sie dran sind an den Sportstätten, desto weniger glaubt man den Versprechungen des IOC und der Bewerbergesellschaft. Man glaubt vielmehr, dass man Naturzerstörungen erleben wird, dass Schneekanonen massiv eingesetzt werden, dass die Schuldenberge immer höher werden, wie bei Garmisch: bereits schon 100 Millionen Schulden. In München sieht man das ein bisschen anders, da glauben die Leute anscheinend eher, dass sei so eine Art Oktoberfest mit Schlittenrennen. Aber wenn man draußen ist auf dem Land, dann hat man da einen ganz anderen Eindruck.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kurios dabei: Die Grünen im Bundestag, allen voran Claudia Roth, und die Fraktion im Münchner Rathaus sind für Olympia. Alle anderen Gremien und Fraktionen der bayerischen Grünen sind dagegen. Dieter Janecek hat sich in einigen Grundsatzpapieren mit der Bewerbung beschäftigt. Sein Fazit: „<a title="Blog von Dieter Janecek" href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/" target="_self">Olympische Spiele 2018 sind kein Gewinn für unsere Region.</a>&#8221;</p>
<ul>
<li>Und noch ein Interview im <strong>DLF</strong>: Tobias Oelmaier im Gespräch mit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/21/dlf_20091121_1936_aecf8d64.mp3" target="_self">:</a></p>
]]></content:encoded>
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