<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>jens weinreich &#187; propaganda</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/propaganda/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Grit Hartmann: Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[claudia pechstein]]></category>
		<category><![CDATA[dgho]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[dopingärzte]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[uv-doping]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[blutbestrahlung]]></category>
		<category><![CDATA[blutdoping]]></category>
		<category><![CDATA[cas]]></category>
		<category><![CDATA[desg]]></category>
		<category><![CDATA[erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[fritz sörgel]]></category>
		<category><![CDATA[winfried gassmann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11632</guid>
		<description><![CDATA[Eine Hommage an Grit Hartmann: Ihre hartnäckigen Recherchen und Texte haben die Diskussion über den Fall Pechstein und die Unkultur im deutschen Sport (am Beispiel Thüringen) neu befruchtet. Sie hat sich auch in beeindruckender Weise gegen die die juristischen Attacken der Olympiasiegerin gewehrt. In der Hektik dieser Tage geht nun leider etwas unter, wer der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Hommage an <strong>Grit Hartmann</strong>:</p>
<p>Ihre hartnäckigen Recherchen und Texte haben die Diskussion über den Fall Pechstein und die Unkultur im deutschen Sport (am Beispiel Thüringen) neu befruchtet. Sie hat sich auch in beeindruckender Weise gegen die die juristischen Attacken der Olympiasiegerin gewehrt.</p>
<p>In der Hektik dieser Tage geht nun leider etwas unter, wer der Urheber dieser neuen Entwicklungen war. Manches, was derzeit von aufgeregten Reportern als exklusiv verkündet wird, hat sie längst schon ruhig und bestimmt vermeldet. Man muss nur lesen wollen. (Andere Journalisten zitieren seit Wochen aus ihren Beiträgen, ohne Quellen zu nennen. Manche tun beides. Aber so ist das Geschäft.)</p>
<p>Ich weiß, dass noch einiges kommen wird. Und ich freue mich drauf.</p>
<p>Zunächst ihre jüngste Recherche, dann die älteren Texte ab April vergangenen Jahres:</p>
<blockquote><p><strong>Neue Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</strong></p>
<p>Als Claudia Pechstein nach ihrer Dopingsperre aufs Eis zurückkehrte, rechnete einer ihrer eifrigsten Fürsprecher noch einmal ab mit den „Antidoping-Jägern“. Der Siegener Krankenhausarzt Winfried Gassmann schimpfte über die „Ungerechtigkeit“, die Pechstein durch den Weltsportgerichtshof CAS und ihre Kritiker widerfahren sei. „Ich bin froh, wenn ich mit dieser Szene nichts mehr zu tun habe.“</p>
<p>Das war vor einem Jahr. Längst hat es sich Gassmann, der wie andere Experten aus der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) beim Schweizer Bundesgericht ein Gutachten für Pechstein vorlegte, anders überlegt. Vor kurzem flatterte dem Bundestags-Sportausschuss wieder mal ein Brief von ihm auf den Tisch. Die aktuellen, nach wie vor schwankenden Blutwerte bei Pechstein, belehrte Gassmann die Abgeordneten, hätten „bewiesen, dass die zentrale Aussage des Richterspruchs biologisch falsch ist“. Der CAS erklärte bekanntlich die Ausschläge bei den jungen roten Blutkörperchen, den Retikulozyten, mit Doping – die Hämatologen mit einer vererbten Anomalie.</p>
<p>Spannend dürfte nun werden, was die professoralen Parteigänger der Kufenläuferin zu Erfurt vortragen, zu Pechsteins Blutbestrahlung mit ultraviolettem Licht. „Für die Wissenschaft waren die Hämatologen-Auftritte blamabel“, sagt schon jetzt der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel, einer der Wenigen, der an der Anomalie-These zweifelte. Die DGHO sei wohl „der Prominenz Pechsteins und ihrem PR-Tross“ erlegen – statt „objektiv zu arbeiten und intensiv zu recherchieren“.</p>
<p>Sörgel wagt sich nicht nur eingedenk der Hinterlassenschaft der DDR-Doktoren so weit vor: Schon die setzten die Blutpraxis in mehrwöchigen Kuren zu Dopingzwecken ein. Österreichs Skandaltrainer Walter Mayer schätzte sie ebenfalls – 2002 in Salt Lake City flogen seine Athleten damit auf. Bei den Winterspielen in Turin stießen Carabinieri im Teamquartier dann auch auf UV-Lampen.</p>
<p>Zum Mysterium der UV-Lampen hat Sörgel einige der raren Arbeiten ausgegraben.</p>
<ul>
<li><strong>1964 etwa legte ein Ärzteteam der Universität Göttingen Patienten mit diversen Hautkrankheiten unters UV-Licht. Resultat: Die Retikulozyten-Zahl fällt erst, zwischen dem 13. und 15. Tag aber kommt es zur „überschießenden Regeneration“, zu einem Plus von 36 Prozent. Hämatokrit und Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff und wichtigste Sauerstofftransporter, bleiben unverändert.</strong></li>
<li><strong>1976 experimentierten polnische Forscher an Ratten und Hasen. Die UV-Bestrahlung „steigerte die Blutbildung im Knochenmark“. Weil eine stärkere Dosis abgefeuert wurde, stiegen die Reti-Werte um mehr als 200 Prozent, aber auch der Hämatokrit.</strong></li>
<li><strong>Die dritte Arbeit schließlich, publiziert 1986 von der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, hält ebenfalls Interessantes fest: UV-Licht schädigt die Membranen der roten Blutkörperchen.</strong></li>
</ul>
<p>Anomalie der Membranen, verrückt spielende Retis – auf den ersten Blick verblüffende Parallelen zu Pechsteins Blutbild.</p>
<p>Allerdings: UV-Lampen wirken anders als Eigenblutmanipulation, wie der Arzt und Epo-Forscher Stefan Franz ergänzt: „Bei UV-Bestrahlung des Körpers kommt es durch eine Aktivierung verschiedener Mechanismen offensichtlich zur Freisetzung von Hormonen. Die wiederum aktivieren das Knochenmark.“</p>
<p>Bei der in Erfurt angewandten Prozedur hält Franz dies – auch er ein profunder Kritiker der DGHO-Gutachter – für unwahrscheinlich: „Obwohl Ausschließen in der Wissenschaft immer schwierig ist.“ Die Veränderung der Membranen sei „im Kontext jedoch ein interessanter Aspekt“.</p>
<p>Und wie wirkt direkte Blutbestrahlung?</p>
<p>Dazu kursieren viele von der Schulmedizin skeptisch beäugte Thesen. Einer ihrer bekannteren Vertreter ist Gerhard Frick. Er führt eine Naturheilkunde-Praxis und sitzt im Vorstand einer „Internationalen Ärztlichen Arbeitsgemeinschaft“, die der UV-Blutmethode Wunder zuschreibt. Heilkräfte soll sie bei Magen-Darm-Leiden, bei Lungen-, Nieren- und Herzkrankheiten entfalten sowie generell bei Altersbeschwerden. Zu DDR-Zeiten war Frick, damals Leiter der Transfusionsmedizin an der Universität Greifswald, noch bescheidener. In einem Artikel für die „Zeitschrift für Ärztliche Fortbildung“ sah er 1986 vor allem eine medizinische Indikation, nämlich das Kurieren arterieller Verschlusserkrankungen.</p>
<p>Das wichtigste Plus der UV-Strahlen: „Steigerung der Fließbarkeit und somit erhöhte Mikrozirkulation des Blutes“. Sogar der Physiker Manfred von Ardenne, einer der Entwickler von Stalins Atombombe und in der DDR hoch geehrter Erfinder, interessierte sich dafür. Ardenne fand angeblich „verbesserte Sauerstoffausnutzung im Gewebe“. Davon würden auch Athleten profitieren. DDR-Kliniken zögerten jedoch mit Einführung der UVB. Frick: „Weil die Wirkungen molekularbiologisch noch nicht ganz aufgeklärt sind.“</p>
<p>Kann die UV-Blutpraxis eine Erklärung für Werte wie die von Claudia Pechstein liefern? Das ist nun eine von vielen Fragen. Zumal:</p>
<p><strong>Die DGHO-Gemeinde um Gassmann lavierte in der Causa schon hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit.</strong></p>
<p>Anfang 2010 attestierte sie zunächst eine Kugelzellanomalie, eine Sphärozytose. Die „neue Methode“, mit der diese angeblich sicher detektiert war, erwies sich indes als ungeeignet für Pechsteins Werte – das stellte sich Ende 2010 heraus, als sie publiziert wurde. Der Münchner Professor Stefan Eber entdeckte dann eine andere Anomalie, eine Xerozytose.</p>
<p>Schließlich einigte man sich auf eine Art Morbus Pechstein, eine „bisher unbekannte Mischform“ beider Zytosen.</p>
<p><strong>Nach dem Gen, auf dem beide gemeinsam lokalisiert sein sollen, wird noch gefahndet.</strong></p>
<p><em>(Erstveröffentlichung 1m 1. Februar 2012 in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau)</em></p></blockquote>
<p>Die Vorgeschichte:</p>
<p><span id="more-11632"></span>16. April 2011:</p>
<blockquote><p><strong>Dopingermittlungen gegen Erfurter Mediziner</strong></p>
<p>In Thüringen geht die Staatsanwaltschaft einem Dopingverdacht nach. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen einen Mediziner, der dem Olympiastützpunkt eng verbunden ist und auch Eisschnellläufer betreut.</p>
<p>Es war ein durchaus auffälliger Vorgang, der sich letzen Montag in Erfurt ereignete: Im Olympiastützpunkt am Steigerwald, nur wenige Gehminuten vom Thüringer Landtag entfernt, marschierte ein halbes Dutzend Herren ein. Beobachtern der Szenerie entging nicht, dass es sich um eine Ermittlertruppe der Staatsanwaltschaft handelte. Durchsucht wurde ebenfalls, und auch das sprach sich schnell herum, eine Arztpraxis. Ihr Inhaber gilt im Erfurter Spitzensport als Koryphäe. Der Mediziner ist dem Olympiastützpunkt vertraglich verbunden; er betreut Kaderathleten aus Radsport, Leichtathletik und Eisschnelllauf.</p>
<p>Die Aktion warf eine spannende Frage auf: Geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass in Erfurt Spitzensportler gedopt wurden? Auf Deutschlandfunk-Anfrage bestätigt OSP-Leiter Bernd Neudert &#8220;Durchsuchungen in einem Teil der Räume&#8221;. Auch habe sich der anwesende Staatsanwalt für &#8220;kooperative Zusammenarbeit und Unterstützung&#8221; bedankt. Mehr will Neudert vorerst nicht sagen; fügt aber hinzu, er werde gern Auskunft geben, &#8220;sobald das Verfahren einer rechtsstaatlichen Klärung zugeführt&#8221; sei.</p>
<p>Weniger zurückhaltend ist die Staatsanwaltschaft. Sprecher Hannes Grünseisen teilt mit, ermittelt werde gegen &#8220;einen Mediziner aus Erfurt&#8221;, und zwar wegen &#8220;unerlaubter Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken bei Anderen&#8221;. Er bestätigt auch eine Durchsuchungsaktion, nennt aber nicht die Objekte. Die Staatsanwaltschaft habe Beweismittel sichergestellt.</p>
<p>Der nach Deutschlandfunk-Informationen betroffene Mediziner, Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, ließ eine detaillierte Anfrage unbeantwortet. Für ihn gilt, selbstverständlich, die Unschuldsvermutung. Im Angebotskatalog seiner Praxis findet sich das Übliche für Spitzensportler: Laktatmessungen oder Leistungsdiagnostik. In einer Rubrik namens &#8220;individuelle Gesundheitsleistungen&#8221; gibt es indes eine Offerte, deren Anwendung jedenfalls bei Athleten verboten wäre, nämlich: &#8220;UV-Bestrahlungen des Blutes&#8221;.</p>
<p>Dafür wird Patienten Blut entnommen, in der Regel eine kleine Menge, mit ultraviolettem Licht bestrahlt und dann zurück injiziert. Die Eigenblut-Therapie muss mehrfach wiederholt werden, soll sie eine Wirkung haben. Ob sie überhaupt eine hat, ist wissenschaftlich so umstritten, dass Kritiker von Scharlatanerie sprechen. Angeblich soll UV-Bestrahlung des Blutes aber gegen allerlei Beschwerden helfen: Infektionen, Stoffwechselstörungen, gegen das Altern und sogar gegen Krebs. Und sie soll &#8211; das macht die vermeintliche Wundermethode für Spitzensportler interessant &#8211; die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Gewebes erhöhen. Nachgewiesen ist indes auch das nicht. Berthold Mertes, Sprecher der Nationalen Antidoping-Agentur Nada, sagt dennoch:</p>
<p>&#8220;Die Nada und genauso die Antidopinglabore und die AG der Nada haben die intravenöse Rückfuhr von Eigenblut stets unter die verbotene Methode &#8216;Erhöhung des Sauerstofftransfers&#8217; gefasst, und insofern würde es sich um einen Verstoß gegen die Antidoping-Bestimmungen gehandelt haben.&#8221;</p>
<p>Allerdings: Der Wada-Code ließ lange einen interpretationsfähigen Spielraum. Ärzte konnten Athletenblut reinfundieren, allerdings nicht mehr als 50 Milliliter und nur bei klarer medizinischer Indikation. Erst seit Anfang des Jahres sind jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Vollblut explizit untersagt. Sollten sich also Athleten in Erfurt einer solchen Behandlung unterzogen haben, und auch die Frage danach ließ der Mediziner unbeantwortet, wäre das ein sportrechtlich komplizierter Fall.</p>
<p>Die Erfurter Staatsanwaltschaft gibt noch eine interessante Information preis: Das Ermittlungsverfahren gegen den Sportarzt habe eine andere Staatsanwaltschaft von Amts wegen eingeleitet und Ende 2010 nach Thüringen abgegeben. Die deutschlandweit laufenden Verfahren zu Doping im Spitzensport sind überschaubar, auch in den Sportarten, die dieser Mediziner betreut. Im Radsport sind einige abgeschlossen, in der Leichtathletik ist keins bekannt. Geht es also um Eisschnelllauf? Die Erfurter Ermittler geben keine Auskunft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München sagt immerhin so viel: Ja, man habe &#8220;ein Verfahren nach Erfurt&#8221; abgegeben. Eines aus den Ermittlungen gegen Unbekannt &#8220;im Fall Claudia Pechstein&#8221;.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>11. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Neuer Blutdoping-Verdacht im deutschen Eisschnelllauf</strong></p>
<p>Der Deutschlandfunk hatte im April letzten Jahres exklusiv berichtet: In Erfurt durchsuchte die Staatsanwaltschaft den Olympiastützpunkt und die Praxis eines Mediziners. Sie ging und geht der Frage nach, ob der Arzt Spitzenathleten unter anderem im Eisschnelllauf gedopt hat. Nun weitet sich die Affäre aus.</p>
<p>Noch versucht der Sport, die mutmaßliche Blutdoping-Causa in Erfurt klein zu halten, denn die könnte sich zu einer Lawine entwickeln. Den ersten Stein haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen langjährigen Vertragsarzt des Olympiastützpunktes schon ins Rollen gebracht: Nach Deutschlandfunk-Informationen wurde ein Disziplinarverfahren gegen eine Eisschnellläuferin eingeleitet, die ihr Blut bei dem Mediziner behandeln ließ. Die Nationale Antidoping-Agentur bestätigt das: Es handele sich um ein laufendes Verfahren, so die knappe Antwort.</p>
<p>Gegen den Arzt ermitteln die Thüringer Staatsanwälte seit Monaten. Er steht im Verdacht, Spitzensportler gedopt zu haben, und zwar nicht nur aus Erfurt. Im Frühjahr beschlagnahmten die Fahnder Unterlagen in seiner Praxis und im Olympiastützpunkt, für den der Arzt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Behördensprecher Hannes Grünseisen sagte dem Deutschlandfunk, die Ermittlungen dauerten an. Wie lange noch, sei offen.</p>
<p>Das deutet auf einen komplexen Fall. Der Arzt soll eine fragwürdige Dienstleistung an Athleten praktiziert haben: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und an den Sportler zurückgeführt. Angeblich verbessert das den Sauerstofftransport im Gewebe. Erst seit Anfang 2011 untersagt der Welt-Anti-Doping-Code explizit jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Sportlerblut. Vorher war das in kleinen Mengen erlaubt, aber nur bei klarer medizinischer Indikation. Die dürfte kaum vorliegen bei einer Methode, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.</p>
<p>Dem Dopingverfahren gegen die Eisschnellläuferin könnten weitere folgen. Denn der Mediziner hat wohl nicht nur ihr Blut bestrahlt. Für den Bund Deutscher Radfahrer sagt Generalsekretär Martin Wolf, die NADA prüfe bereits, ob es bei Radsportlern Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen gab. Auch das Bundesinnenministerium bestätigt den Verdacht auf &#8211; Zitat &#8211; &#8220;rechtswidrige Behandlung&#8221; von Athleten &#8220;aus nicht nur einer Sportart&#8221;. Der Olympiastützpunkt habe den Mediziner suspendiert. Die Causa wirft viele unangenehme Fragen für den Spitzensport auf, auch diese: Wer wusste von den Behandlungen &#8211; Trainer, Funktionäre? Dem Deutschlandfunk liegen Hinweise vor, dass sie schon vor den Winterspielen 2006 in Turin praktiziert wurden.</p>
<p>Brisant ist ein weiterer Umstand:</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft München stieß bei ihren Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf den Mediziner aus Erfurt. Kurz bevor sie ihre Bemühungen einstellte, gab sie das Verfahren gegen den Arzt nach Thüringen ab.</p>
<p>Im April, als der Deutschlandfunk erstmals über Erfurt berichtete und nachfragte, wollte Pechstein nicht sagen, ob sie bei diesem Arzt war. Sie habe niemals gedopt oder &#8220;zu unerlaubten Methoden gegriffen&#8221;. Bei der Eisschnellläuferin, gegen die nun ein Dopingverfahren läuft, handelt es sich nicht um Pechstein.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>15. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Brisante Akten in Erfurt</strong></p>
<p><em>Blutdoping-Fall bringt Nationale Antidoping-Agentur in Bedrängnis</em></p>
<p>Im deutschen Sport entfaltet sich ein neuer Dopingskandal &#8211; die Dimensionen sind bisher nur im Ansatz zu erahnen. Auslöser ist ein laufendes Ermittlungsverfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen einen Mediziner. Der Doktor war Vertragsarzt am Olympiastützpunkt Thüringen und soll Blutdoping bei Topathleten praktiziert haben.</p>
<p>Die Nationale Antidoping-Agentur NADA hält sich erkennbar bedeckt. Nur wenig gibt sie preis zur Frage, wie sie sportrechtlich umgeht mit der Strafsache gegen den langjährigen Arzt am Olympiastützpunkt Erfurt. Der erste Satz: Die NADA sei &#8220;frühzeitig über das grundsätzliche Vorgehen der Staatsanwaltschaft informiert&#8221; gewesen und habe zudem &#8220;eigene Ermittlungen angestellt&#8221;. Der zweite: Ein Disziplinar-, sprich: Dopingverfahren laufe bereits. Dritter und letzter Satz: &#8220;In anderen Fällen prüfen wir dies.&#8221;</p>
<p>Dass die NADA sonderlich energisch prüft, darf bezweifelt werden. Denn die Agentur ist nicht bloß &#8220;über das grundsätzliche Vorgehen&#8221; der Thüringer Ermittler informiert. Hannes Grünseisen, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, sagt, sie habe sogar &#8220;vollumfänglich Akteneinsicht&#8221; in das Verfahren gegen den Mediziner. Und was in den Akten steckt, das ist nach Deutschlandfunk-Informationen mindestens in einem zweiten Fall ein glasklarer Dopingverstoß. Er ist so unmissverständlich, dass sich die Frage aufdrängt: Was genau prüft die NADA eigentlich? Doch der Reihe nach:</p>
<p>Das Verfahren gegen den Arzt wurde von der Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I eingeleitet und Ende 2010 nach Erfurt abgegeben. Sie stieß bei den Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf die Umtriebe des Mediziners.</p>
<p>Die Münchner stellten ihr Verfahren im letzten Sommer ein. Da ermittelten die Erfurter Kollegen längst mit Hochdruck gegen den Arzt, der für den Olympiastützpunkt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Öffentlich wurde das, als die Fahnder im April 2011 mit einem Durchsuchungsbefehl in der Praxis des Arztes und im Olympiastützpunkt am Steigerwald einmarschierten. Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, lautet der Vorwurf. Der Doktor soll an Topathleten eine Methode praktiziert haben, die nach dem Kodex der Welt-Antidoping-Agentur als Doping gilt: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und wieder injiziert. Angeblich verbessert dies den Sauerstofftransport.</p>
<p>Nach Deutschlandfunk-Informationen wurden in der Arztpraxis verräterische Computerdateien beschlagnahmt. Sie dokumentieren zum Beispiel, dass ein Topathlet schon im Jahr 2005 den Blut-Service in Anspruch nahm.</p>
<p><strong>Auch ein aufgezeichnetes Telefonat, noch von den Münchnern zu den Akten gegeben, entlarvt angeblich diesen Sportler: In dem empfiehlt er die Spezialität des Erfurter Doktors einem anderen Athleten. Der äußert Bedenken, fragt, ob das nicht Doping sei. Antwort des Tippgebers: UV-Bestrahlung sei doch nicht nachweisbar. Eindeutiger kann ein Höchstleister kaum formulieren, dass er dopt und sich dessen bewusst ist.</strong></p>
<p>Staatsanwalt Grünseisen, nach diesen Akteninhalten befragt, sagt nur, das könne seine Behörde &#8220;nicht kommentieren&#8221;. Zugleich weist er darauf hin, dass Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz nach fünf Jahren verjähren. Das heißt: Ein solcher Fall wäre für die Ermittlungen gegen den Arzt uninteressant. Der Athlet würde auch nicht als Zeuge befragt &#8211; im Gegensatz zu anderen, die ab 2006 Kunden des Mediziners waren. Grünseisen sagt, bisher seien zehn Sportler gehört worden: Eisschnellläufer, Radsportler, Leichtathleten.</p>
<p>Die NADA müsste sich für all das brennend interessieren: Sie hat von den drei betroffenen Spitzenverbänden das so genannte Ergebnismanagement übernommen, entscheidet also allein über Doping-Sanktionen. Auch der handfeste Altfall aus 2005 ist sportrechtlich nicht verjährt &#8211; Dopingverstöße sind acht Jahre lang zu ahnden. Fragen zu diesem Fall konnte die NADA bisher nicht beantworten. Ihr Sprecher Berthold Mertes sicherte zu, es werde geprüft, ob Auskunft möglich sei.</p>
<p>Dem ersten Verfahren gegen eine Eisschnellläuferin vom ESC Erfurt müssten also weitere folgen. Noch ist offen, bei wie vielen Athleten und seit wann der Mediziner die Eigenblut-Behandlung praktiziert hat. Im Herbst 2001 zum Beispiel begleitete der Arzt die Eisschnellläufer in ein Höhentrainingslager zur Vorbereitung auf die Winterspiele in Salt Lake City. Auch damals bot seine Praxis schon Blutbestrahlung an. Noch bekannter als dieser Doktor, zu dem Athleten nicht nur aus Erfurt pilgerten, ist übrigens sein einstiger Praxispartner. Bei dem handelt es sich um einen Kollegen mit ausgewiesener Doping-Expertise, um Horst Tausch. Der Medizinalrat war bis 1989 Verbandsarzt der DDR-Schwimmerinnen. Als ihr Doper bekam er 1999 zehn Monate Bewährungsstrafe.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>21. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Erfurter Dummenfang</strong></p>
<p><em>UV-Bestrahlung des Blutes wird seit langem als Dopingmethode eingesetzt</em></p>
<p>Was der Erfurter Sportmediziner Andreas Franke in dieser Woche zu den strafrechtlichen Doping-Ermittlungen gegen ihn zu sagen hatte, klang launig: Er sei „nicht darauf gekommen“, dass die UV-Bestrahlung des Blutes bei Athleten „irgendwann einmal als dopingrelevant eingestuft werden könnte“. So therapiere er Infekte, seit 20 Jahren. Der Nürnberger Pharmakologe und Dopingkenner Fritz Sörgel lacht darüber: „Das wäre Quacksalberei“, sagt der Professor über die Methode, für die keine Krankenkasse zahlt. „Wenn der Arzt tatsächlich die Kleinstmenge von 50 Milliliter Blut nimmt und angibt, das wirke bei Infekten, ist das Dummenfang.“</p>
<p>Bernd Neudert, der Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen, für den Franke jahrelang Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute, sprang dem Doktor trotzdem bei: „Ich glaube, dass er nichts wissentlich falsch gemacht hat.“ Und die Nationale Antidoping Agentur untersucht erst noch, ob Sportler, die ihr Blut manipulieren ließen, „mit Vorsatz“ handelten. Sie leitete bisher nur ein Verfahren ein – nachdem eine Erfurter Eisschnellläuferin sich selbst angezeigt hatte.</p>
<p>Warum der Sport ein vitales Interesse daran hat, die Affäre klein zu halten, liegt auf der Hand: Schon DDR-Sportmediziner praktizierten die UV-Methode systematisch und zu Dopingzwecken. Im März 1983 etwa berichtete Manfred Höppner, der Drahtzieher des ostdeutschen Staatsdopings, in Schwerin, Kreischa und bei der Sportvereinigung Dynamo „wurden in den vergangenen zwei Jahren Untersuchungen zur Ultraviolett-Bestrahlung des Blutes durchgeführt und teilweise an Aktiven erprobt“. Die Experimente mündeten in die Anordnung, „die Untersuchungen nunmehr offiziell fortzusetzen“. Höppner alias IM „Technik“ informierte die Staatssicherheit auch über den Beifall der Genossen Funktionäre: Ihnen gelte die Blutpraxis als „Wunderwaffe für die Spiele“ in Sarajevo 1984. Höppner hielt das für voreilig, merkte aber an, „in der Humanmedizin“ diene sie „zur prophylaktischen Behandlung von Infekten“ und „zur Sauerstoffanreicherung“.</p>
<p>Wunderwaffe oder nicht – die DDR, die ihre Medaillenjagd in jenen Jahren durch verfeinerte Anabolika-Nachweise bedroht sah, setzte sie ein. So zitiert der Thüringer Wintersport-Kenner Thomas Purschke in seinem Buch „Staatsplan Sieg“ (2004) die Information eines Suhler MfS-Offiziers an die Berliner Zentrale: Nach „Instruktion“ von Sportärzten seien ab 1. Mai 1983 an „ausgewählten Olympiakandidaten Eigenblut-Transfusionen in folgendem Rhythmus vorgenommen &#8230;“ worden. Langläufern und Biathleten zapfte man in Kuren bis zu einem halben Liter Blut ab und führte es nach UV-Bestrahlung zurück. Athleten bestätigten, dass sie der „Therapie“ bis zum Ende der DDR ausgesetzt waren.</p>
<p>Die Methode überlebte die DDR. Auch Walter Mayer, Skandalnudel des österreichischen Skiverbandes (ÖSV), fiel damit auf. Als nach den Spielen in Salt Lake City 2002 eine Putzfrau im Teamquartier blutverschmierte Utensilien fand, argumentierte er so bizarr wie nun der Erfurter Franke: UV-Bestrahlung sei „kein Blutdoping“, sondern Infekt-Vorsorge. Was freilich die nach den Antidoping-Regeln nötige medizinische Indikation für Blutbehandlungen verfehlte. „Verblödung in Frankensteins Küche“, spottete Österreichs Presse. Das Internationale Olympische Komitee sperrte Mayer nach diesem Geständnis und disqualifizierte zwei Langläufer nachträglich.</p>
<p>Die Frage, ob sich die Österreicher eines Exportschlagers aus der DDR bedienten, ist erlaubt. Im ÖSV heuerten viele ostdeutsche Experten an, auch zwei aus Thüringen: der dopingbelastete Biathlon-Cheftrainer Kurt Hinze und sein Oberhofer Kollege Klaus Siebert, inzwischen Trainer in Weißrussland.</p>
<p>Die Tradition also passt wenig zu den aktuellen Unschuldsbeteuerungen in der Causa Erfurt. Eher zeigt sich darin jene reflexhafte Abwehr des Systems, die noch jeden größeren Dopingskandal begleitet hat. Zumal: Franke teilte seine Praxis mit einem DDR-Fachdoper, der 1999 einen Strafbefehl bekam – mit Schwimm-Verbandsarzt Horst Tausch.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung)</em></p></blockquote>
<p>Aus Zeitgründen kann ich nicht verlinken &#8211; hier unten folgen aber die automatischen Links zu etlichen Beiträgen in der Causa.</p>
<p>Die letzten Entwicklungen wurden in diesem Blogbeitrag diskutiert (und dort finden sich natürlich etliche Links, gesetzt und gesammelt von Ralf, zu anderen journalistischen Beiträgen):</p>
<ul>
<li><a title="Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/fall-pechstein-urteil-des-bundesgerichts-zum-revisionsantrag-im-wortlaut">Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut</a></li>
</ul>
<p>Frau Merk hatte es <a title="Das Original: “Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/#comment-34107">zumindest mal versucht</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport" href="http://www.justiz.bayern.de/ministerium/presse/archiv/2012/detail/20.php">Fälle von Eigenblutdoping/Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport</a></li>
</ul>
<p>Für Freunde des schrägen Geschmacks:</p>
<ul>
<li>Claudia Pechstein: <a title="www.claudiapechstein.de" href="http://claudiapechstein.de/News/news.php?news_ID=45">&#8220;Werde auf die neuerliche Schlammschlacht mit einer Strafanzeige reagieren&#8221;</a></li>
</ul>
<p><strong>Und noch der Hinweis: Ich werde die Kommentare strikt moderieren und lasse mich auf wenig Diskussionen darüber ein, wie ich moderiere und ggf. lösche. Die Gründe sind tausendmal beschrieben.</strong></p>
<p>Nachtrag zu Kommentar #6 von <em>denkbär</em>:</p>
<ul>
<li>Übersicht zu den <a title="via cycling4fans.de" href="http://www.cycling4fans.de/fileadmin/user_upload/vermischtes/doping/2012/M1-M2-Vgl-2004-2012_verbotene_Methoden.pdf" target="_blank">Veränderungen im WADA-Code von 2004 bis 2012</a> (pdf/via cycling4fans.de)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>242</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>FIFA&#8217;s &#8220;Independent Governance Committee&#8221; is far from independent</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/19/fifas-independent-governance-committee-is-far-from-independent/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/19/fifas-independent-governance-committee-is-far-from-independent/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 23:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[independent governance committee]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[roger pielke]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[alexandra wrage]]></category>
		<category><![CDATA[françois morinière]]></category>
		<category><![CDATA[guillermo jorge]]></category>
		<category><![CDATA[james klotz]]></category>
		<category><![CDATA[leonardo grosso]]></category>
		<category><![CDATA[lord peter goldsmith]]></category>
		<category><![CDATA[lydia nsekera]]></category>
		<category><![CDATA[michael hershman]]></category>
		<category><![CDATA[sunil gulati]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11460</guid>
		<description><![CDATA[by Roger Pielke Jr. and Jens Weinreich TOKYO. The so called Independent Governance Committee (IGC), appointed by FIFA and Committee chair Mark Pieth (Basel Institute of Governance) seems to be a big disappointment. Key question is: Is this committee really independent? There are way too many reasons to doubt. Roger Pielke Jr. has offered a [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>by Roger Pielke Jr. and Jens Weinreich</strong></p>
<p>TOKYO. The so called Independent Governance Committee (IGC), appointed by FIFA and Committee chair Mark Pieth (Basel Institute of Governance) seems to be a big disappointment.</p>
<p>Key question is:</p>
<ul>
<li><strong>Is this committee really independent?</strong></li>
</ul>
<p>There are way too many reasons to doubt.</p>
<p>Roger Pielke Jr. has offered a first review on his blog <a title="The Least Thing" href="http://leastthing.blogspot.com/2011/12/independence-scorecard-for-fifas.html">The Least Thing</a>.</p>
<p>I am happy to crosspost this analysis. In general I agree with Roger&#8217;s comments:</p>
<ul>
<li><strong>2</strong> from 12 IGC members are <strong>independent</strong></li>
<li><strong>4</strong> from 12 IGC members are <strong>independent pending full disclosure</strong> of financial ties to FIFA</li>
<li><strong>6</strong> from 12 IGC members are <strong>not independent</strong> (including its chair Mark Pieth)</li>
</ul>
<p>Before offering Roger&#8217;s article I copy-paste all information which have been officially published about composition of IGC so far.</p>
<p>It is not much.</p>
<p>Since we are talking about Good Governance and Transparency and since FIFA&#8217;s propaganda is going around the world without proof (<a title="Lost in translation: “I have no case. I have no information”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/">see newest Makudi example</a>) I would expect much more and really transparent information.</p>
<p>I don&#8217;t know yet if Mark Pieth is really aware of this (his) obligation.<br />
<span id="more-11460"></span></p>
<ul>
<li><strong>1. <a title="Basel Institute of Governance" href="http://www.baselgovernance.org/gov/fifa/independent-governance-committee-members" target="_blank">Independent Governance Committee members</a></strong></li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Sunil Gulati</strong></p>
<p>Sunil Gulati is the current president of the United States Soccer Federation (USSF) and a lecturer in Economics at Columbia University. He serves as a senior advisor to the Kraft Group. Elected in March 2006, Gulati has been one of the most influential figures in the development of US soccer over the past 30 years. Gulati served as USSF Vice-President for six years and played a key role in major USSF decisions for many years prior to his election as president.</p>
<p><strong>Leonardo Grosso</strong></p>
<p>Leonardo Grosso has been a FIFPro Board Member since 1994 and FIFPro President since 2010. He began his career as a goalkeeper in Serie A with Genoa in 1963 before joining Serie B club Perugia in 1970. After four seasons with Perugia he signed for SPAL Ferrara in 1974 before ending his career with Modena in Serie B in 1978. During his 15-year career he performed in over 400 league appearances in Italy’s two top divisions. Leonardo is a professional lawyer, an AIC (Italian Players’ Union) Board Member, the President of the AIC UNLUS Solidarity Fund and a member of the Board of the Fondo Fine Carriera Giocatori ed Allenatori di Calcio (a Fund for Football Players and Coaches who ended their career). He also serves as vice-commissioner of ENPALS (a social services institute for professional athletes).</p>
<p><strong>Lydia Nsekera </strong></p>
<p>Lydia Nsekera has been serving as president of the Fédération de Football du Burundi since 2004, and as a member of the International Olympic Committee since 2009. She holds a degree in economic and administrative sciences at the University of Burundi. In addition to her roles at the Fédération de Football du Burundi and the IOC, she was a member of the NOC Women and Sport Commission (2001-2006); a member of the Organizing Committee of the 5th African women’s football championships (2006), a Member of the Women’s Football and Futsal Commission of the African Football Federation (CAF) (2006-), among others. She is currently a member of the Commission d’Organisation Tournois Olympiques de football and the Commission de Football Féminin et de la Coupe du Monde Féminine de la FIFA. She is a Winner of the IOC Women and Sport Trophy (2009).</p>
<p><strong>Lord (Peter) Goldsmith</strong></p>
<p>Lord (Peter) Goldsmith QC, PC is Chair of European and Asian Litigation at Debevoise &amp; Plimpton LLP. Lord Goldsmith served as the UK’s Attorney General from 2001-2007, prior to which he was in private practice as one of the leading barristers in London.</p>
<p>He became Queen’s Counsel in 1987 and has judicial experience as a Crown Court Recorder and a Deputy High Court Judge. Public appointments he has held include: Chairman of the Bar Council of England and Wales, Co-Chairman of the International Bar Association Human Rights Institution, Board member of the American Bar Association Rule of Law Initiative, Co-Chairman of the ICC Taskforce on Arbitrations Involving States and Chairman of the UK Financial Reporting Review Panel. He has an active international litigation practice and is a current member of the British House of Lords serving on the House of Lords Select Committee on the Constitution.</p>
<p><strong>Alexandra Wrage</strong></p>
<p>Alexandra Wrage is the president and founder of TRACE, an international non-profit membership association working with companies to raise their anti-bribery compliance standards. TRACE provides compliance tools and services to its members, including more than 200 multinational companies and more than 3000 SMEs in over 130 countries. Ms. Wrage is the author of Bribery and Extortion: Undermining Business, Governments and Security and the host of the DVD Toxic Transactions: Bribery, Extortion and the High Price of Bad Business produced by NBC. She has written three compliance guidebooks and is a guest blogger on the Huffington Post. Ms. Wrage speaks frequently on topics of international law, anti-corruption initiatives and the hidden costs of corruption and regularly writes articles appearing in the business and legal media. She has served as Chair of the Anti-Corruption Committee of the American Bar Association’s (ABA’s) International Section and Chair of the International Legal Affairs Committee of the Association of Corporate Counsel and is a longstanding member of the Working Group for the United Nation’s Global Compact 10th Principle. Ms. Wrage, a Canadian, read law at Kings College, Cambridge University.</p>
<p><strong>Michael Hershman</strong></p>
<p>Michael Hershman is President and CEO of the Fairfax Group. He is an internationally recognized expert on matters relating to transparency, accountability, governance and security. The Fairfax Group has advised governments, corporations and international financial institutions on issues pertaining to the conduct of senior-level officials and/or the entities with which they do business. In December 2006, Mr. Hershman was appointed Independent Compliance Advisor to the Board of Directors of Siemens AG, a company with more than 400,000 employees. Hershman served as Senior Staff Investigator for the Senate Watergate Committee, the Chief Investigator for the Federal Election Commission, and as Chief Investigator for a joint Presidential and Congressional Commission reviewing state and federal laws on wiretapping and electronic surveillance. Immediately before founding the Fairfax Group, Mr Hershman was Deputy Auditor General for the Foreign Assistance Programme of the U.S. Agency for International Development (USAID). Mr Hershman is a Member of the Board of Directors and Chair of the Audit Committee for the Canter for International Private Enterprise. For the past ten years he has been a member of, and Vice Chairman of the INTERPOL International Group of Experts on Corruption (IGEC), and for the past 12 years, he has sat on the Board of the International Anti-Corruption Conference Committee (IACC). For the past three years, Mr Hershman has been selected as one of the one hundred most influential people in business ethics by the Ethisphere Institute. Michael Hershman is founder of the International Anti-Corruption Academy an International Organization located in Austria and is Chairman of the Academy Senior Advisory Board.</p>
<p><strong>Guillermo Jorge</strong></p>
<p>Guillermo Jorge is founder and managing partner of Guillermo Jorge &amp; Asociados, a Buenos Aires based legal and consulting firm specialized in preventing and enforcing anticorruption and anti-money laundering laws and regulation and asset recovery remedies. Guillermo is also an active consultant for international organizations and Latin American governments. Guillermo is also the Director of the on Program on Corruption Control at San Andres University School of Law. Guillermo was Drapper-Hills fellow at the Center for Democracy, Development and the rule of Law at Stanford University (2009), Reagan-Fascell fellow at the National Endowment for Democracy (2006), and fellow at the Stanford Center for Latin American Studies (2002). Recent publications include International Standards against Money Laundering, in Bernd Klose (ed.), Asset Tracing &amp; Recovery, The FraudNet World Compendium, 2nd Ed., Dr. Erich Schmidt-Verlag, Berlin, Germany, forthcoming, 2012; Políticas de control de lavado de dinero, in Tokatlián, Juan G. (ed.), Drogas y prohibición: una vieja Guerra, un Nuevo debate, El Zorzal, Buenos Aires, 2010; Recuperación de Activos de la Corrupción, Editores del Puerto, Buenos Aires, 2008; The Peruvian Efforts to Recover Proceeds from Montesino´s Criminal Network of Corruption, in Pieth, M. (ed.), Recovering Stolen Assets, Peter Lang, Bern, 2008. Guillermo holds a law degree from Buenos Aires University (1995) and an LLM from Harvard Law School (2003).</p>
<p><strong>James Klotz</strong></p>
<p>James Klotz is a partner at Miller Thomson LLP, and Co-Chair of the Canadian firm’s International Business Transactions Group. Having led complex corporate and commercial transactions in more than 108 countries, he is widely respected for his deep knowledge and practical experience in the international business arena, his area of specialty. International anti-corruption is a related practice area. Mr. Klotz is currently President and Chairman of the Board of Transparency International Canada Inc. He is also Chair of the Bar Issues Commission of the International Bar Association, and Vice Chair of the Anti-Corruption Committee of the American Bar Association’s Section of International Law. He was previously Chair of the Canadian Bar Association’s International Law Section and Chair of its Anti-Corruption Task Force.</p>
<p>Mr. Klotz is an Adjunct Professor of International Law at Osgoode Hall Law School.</p>
<p><strong>François Morinière</strong></p>
<p>François Morinière has been CEO of Groupe L’Équipe &#8211; Groupe Amaury, the market leaders in sport information since September 2008. Responsible for strategy, editorial content and financial results, François manages and oversees the development of the totality of the groups&#8217; printed media (L’Équipe, L’Équipe Mag, France Football, Vélo Magazine, Sport &amp; Style, Journal du Golf, etc.) as well as its digital activities (internet, TV, mobile etc.). Before joining the L’Équipe Group, Mr. Morinière has been the Managing Director and later the Chairman of the Executive Board of CBS Outdoor France.</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>2. <a title="FAQs FIFA Independent Governance Committee" href="http://www.baselgovernance.org/gov/fifa/independent-governance-committee-faqs/" target="_blank">FAQs offered by Pieth&#8217;s team</a></strong></li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Is this an Independent Committee?</strong></p>
<p>As several influential NGOs from around the world have demanded, the reform process needs to be supervised by experts with a broad spectrum of specializations. This includes people who have deep knowledge of the world of football and experience in the processes that are now being looked at, including players, representatives of associations, marketing representatives and media rights representatives. It also includes experts who bring a different perspective, such as NGOs, and representatives of civil society. Lastly, there need to be specialists with professional governance-related know how such as lawyers of high standing, governance experts and investigators. This is necessary to cover all the skills and perspectives needed to support the governance reform. The Independent Governance Committee (IGC) will have the following tasks: It monitors and reviews the recommendations of the four FIFA Task Forces (Football 2014, Ethics Committee, Transparency and Compliance, Revision of Statutes) and submits the final recommendations to the FIFA Executive Committee. The IGC is independent in its recommendations and is the final authority to submit recommendations to FIFA`s Executive Committee. The IGC cannot legally enforce any changes. However, it does have the right to monitor the decision-making and implementation of its recommendations. ICG will regularly inform the public about the progress made.</p>
<p><strong>Why are the Members not working pro bono?</strong></p>
<p>Establishing good governance for FIFA is a serious and time-consuming professional task. It is comparable to other professional services and related responsibilities, such as audit work, forensic services, or compliance monitoring. Such work is appropriately remunerated. Of course, each Committee member is free to decide how to use his or her remuneration, including whether to use the funds for non-commercial purposes, such as university research.</p>
<p><strong>Is the IGC looking into the past?</strong></p>
<p>The primary goal of the effort is to establish good governance for FIFA in a timely manner, taking into account its economic, social and political significance (e.g. current officials will need to undergo the due diligence process, e.g. conflict of interest checks). Obviously a sound governance reform process is based on a risk analysis. Therefore, the IGC will consider the results of both closed and on-going investigations relating to FIFA officials. Finally, the IGC reserves the option to recommend additional investigations into the past, if it deems it necessary in order to implement its recommendations.</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>3.</strong> Das Pieth-Gutachten vom September: <strong><a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA – Concept Paper and Report<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://www.previewshots.com/images/v1.3/t.gif" alt="" /></a></strong></li>
</ul>
<p>Crosspost of the first analysis by Roger Pielke Jr.:</p>
<p><strong>Independence Scorecard for FIFA&#8217;s &#8220;Independent&#8221; Governance Committee</strong></p>
<p>FIFA has empaneled a committee focused on helping the organization to reform itself in the direction of &#8220;good governance.&#8221;  Sepp Blatter calls the committee the &#8220;<a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2011/dec/17/lord-goldsmith-appointed-fifa">Independent Good Governance Committee</a>.&#8221; However, media reports and readily available information shows that  the committee is far from independent.</p>
<p>My scorecard shows, of the 12 announced spots on the committee:</p>
<ul>
<li>2 are independent</li>
<li>4 are independent pending full disclosure of financial ties to FIFA</li>
<li>6 are not independent (including its chair)</li>
</ul>
<p><a href="http://www.baselgovernance.org/gov/fifa/independent-governance-committee-members">Below are the members</a> who have been announced for the committee and my judgement on their independence from FIFA and rationale.  I add a ** to those judgments where further information would be helpful, but as FIFA operates without a conflict of interest policy that mandates disclosure of potential conflicts, information is hard to come by. I err on the side judging independence when information is lacking.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; Chair, Mark Pieth, University Of Basel &#8212; Pieth (or Pieth&#8217;s institution) <a href="http://www.businessweek.com/news/2011-12-17/fifa-anti-corruption-panel-may-be-further-expanded-pieth-says.html">was paid 97,979.18€ by FIFA</a> to produce a scoping report, immediately prior to being appointed to chair the committee. Obviously not independent.</p>
<p><strong>INDEPENDENT</strong> &#8212; Leonadro Grosso, <a href="http://www.fifpro.org/">FIFPro</a> President&#8211; FIFPro is an association of professional football player associations, formed in 1965.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; Lydia Nsekera, President Burundi Football Association &#8212; The Burundi FA is a member of FIFA. Obviously not independent.</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; Peter Goldsmith, former UK Attorny General and now partner at Debevoise &amp; Plimpton, LLC&#8211; There is some evidence that  Debevoise &amp; Plimpton <a href="http://www.debevoise.com/attorneys/detail.aspx?id=bcfb1113-4cd3-42bb-9898-aed03cd266c2&amp;type=showfullbio">may have financial ties to FIFA</a> (e.g., in advising on a 191.37€M infrastructure project associated with EURO 2012). Such a relationship may or may not compromise independence, I just don&#8217;t know, hence the two stars.</p>
<p><strong>INDEPENDENT</strong> &#8212; Alexandra Wrage, President of <a href="https://secure.traceinternational.org/">TRACE</a> &#8212; TRACE states on its website: &#8220;Neither Ms. Wrage nor TRACE will accept any fees or travel expenses for Ms. Wrage&#8217;s participation on the IGC.&#8221;</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; Michael Herschman, President of <a href="http://www.fairfaxgroup.us/">The FairFax Group</a> &#8211;The FairFax group helps to advise companies about crisis managment and risk mitigation. It is not known what, if any, financial relationship the Group has had with FIFA now or in the recent past, hence the two stars.</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; Guillermo Jorge, <a href="http://www.guillermojorge.com.ar/?page_id=12">Guillermo Jorge &amp; Asociados</a> &#8212; The firm specializes in &#8220;in the design and implementation of corporate strategies and public policies dealing with business ethics and the prevention of corruption and money laundering.&#8221; Once again there is no information on the firm&#8217;s current or past financial ties to FIFA, hence the two stars.</p>
<p><strong>**INDEPENDENT</strong> &#8212; James Klotz, partner at <a href="http://www.millerthomson.com/welcome-bienvenue">Miller Thomson LLC</a> &#8212; Miller Thomson is a business law firm, again there is no information available on the firms current or past relationships with FIFA. Two stars.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; François Morinière, CEO of Groupe L’Équipe &#8211; Groupe Amaury &#8212; This corporate entity is <a href="http://www.fifa.com/classicfootball/awards/ballondor/">a corporate partner with FIFA</a> for its Ballon D&#8217;Or Award.</p>
<p><a href="http://www.businessweek.com/news/2011-12-17/fifa-anti-corruption-panel-may-be-further-expanded-pieth-says.html">Others to be added include</a>:</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; Sunil Gulati, president <a href="http://www.ussoccer.com/">US Soccer Federation</a> &#8212; USSF is a member of FIFA.  Obviously not independent.</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; unnamed Asian sponsor</p>
<p><strong>NOT INDEPENDENT</strong> &#8212; an unnamed club representative</p>
<p>If I was a reporter, I&#8217;d be asking the 6 members with two stars to disclose publicly their financial relationships with FIFA (or lack thereof). If they are unwilling to disclose such information to allow such a judgment, I&#8217;d move them to &#8220;not independent.&#8221; But in this exercise I have erred on the side of judging independence of these organizations, but absent disclosure it is not at all clear that such a judgment is warranted.</p>
<p>The bottom line is that FIFA&#8217;s &#8220;Independent Good Governance Committee&#8221; is far from independent.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/19/fifas-independent-governance-committee-is-far-from-independent/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lost in translation: &#8220;I have no case. I have no information&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[alimsan tochtachunow]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wjatscheslaw koloskow]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[goal]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[tokio]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11440</guid>
		<description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p>
<p><a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p>
<p><a title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p>
<p><a title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p>
<p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p>
<blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote>
<p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p>
<blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote>
<p><span id="more-11440"></span></p>
<p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p>
<p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p>
<p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p>
<p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p>
<p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p>
<p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p>
<blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote>
<p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p>
<blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p>
<p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p>
<p>Best regards,</p>
<p>FIFA Media department</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p>
<p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p>
<blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div>
<p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p>
<p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p>
<ul>
<li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p>
<ul>
<li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li>
</ul>
<p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p>
<p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p>
<p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p>
<p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p>
<blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p>
<blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p>
<p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote>
<p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p>
<p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p>
<p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p>
<blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p>
<p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p>
<blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p>
<p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p>
<blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte Sepp.</p>
<p>Aber gewiss doch.</p>
<p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
<enclosure url="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3" length="6542442" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3" length="2211328" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>FIFA, IOC, Katar 2022: Recherche vs Propaganda</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[daily telegraph]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fbi]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[claire newell]]></category>
		<category><![CDATA[frank lowy]]></category>
		<category><![CDATA[handelszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[james dorsey]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[jesse fink]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[nzz. joseph blatter aloys hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[paul kelso]]></category>
		<category><![CDATA[the zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11379</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und dem Berufsstand des Journalismus Schande bereiten &#8211; und die dann eben inbrünstig und kolossal ahnungslos, oft auch ganz bewusst, die Propaganda der Sportkonzerne verbreiten. Ein Skandal im Skandal.</p>
<p>Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel diese jüngsten:</p>
<ul>
<li><strong>Jean François Tanda</strong>, Handelszeitung: <a title="Fifa: 120'000 Franken für Korruptionsgutachten" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/fifa-120000-franken-fuer-korruptionsgutachten" target="_blank">Fifa: 120&#8217;000 Franken für Korruptionsgutachten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der renommierte Korruptionsbekämpfer Mark Pieth soll Führung und Transparenz der Fifa verbessern. Laut Recherchen der «Handelszeitung» bezahlt sie dafür ein Taggeld von 5000 Franken &#8211; und überwies zusätzliches Geld für ein Gutachten.</p></blockquote>
<p>Auf diesen Beitrag hat Mark Pieth bereits vorab reagiert und gestern Einladungen an einige Journalisten verschickt, die er im Januar gern interviewen würde. Er selbst will ja nicht retrospektiv tätig werden und ermitteln &#8211; das überlässt er anderen. In der Presseerklärung, die gestern ebenfalls verschickt wurde, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Frequent Questions on the Independent Governance Committee on FIFA</strong></p>
<p>Over the last few days several questions relating to the governance reform process of FIFA have been raised. The following text should address the most pressing issues:</p>
<p><strong>Are the Committee Members independent?</strong><span id="more-11379"></span></p>
<p>First, it needs to be pointed out that governance reform and monitoring is serious professional work (comparable to that of auditors) that should not be left to amateurs and that salaries of professionals need to be paid.</p>
<p>Second, as Chairman I personally do not profit at all from this mandate, as the funds generated go either to the Basel Institute on Governance or into a University fund for research at my Chair (employment of research assistants for 2012).</p>
<p><strong>Should one investigate the past before making recommendations on the future?</strong></p>
<p>The Independent Governance Committee is focussing its efforts on bringing about a rapid and effective change of FIFA’s governance structures (some far reaching ideas have been thrown out in our report published last week).</p>
<p>As part of the governance reform process a look back into the past is necessary, as the risk scenarios need to be realistic. Therefore, the Independent Governance Committee will reach out to investigative journalists and host a hearing for experts on FIFA’s past in January 2012.</p>
<p>There is, from the perspective of the Independent Governance Committee, absolutely no objection to an investigation. Several investigations are under way. The Independent Governance Committee will consider making a recommendation how the past could be best addressed and its membership will be composed in a way suited to assess this issue.</p>
<p>Mark Pieth</p></blockquote>
<p>Weitere Lesebefehle:</p>
<ul>
<li><strong>Jesse Fink</strong> auf ESPN Star.com: <a title="Makudi files must be released" href="http://www.espnstar.com/editorial/news/detail/item719186/Fink:-Makudi-files-must-be-released/" target="_blank">Makudi files must be released</a></li>
</ul>
<p>Das sehe ich natürlich auch so. Ich habe der FIFA dazu vor zwei Wochen einen Fragenkatalog geschickt &#8211; auf die Antworten warte ich noch. Weitere Dokumente zu Makudi sind in der Pipeline.</p>
<ul>
<li><strong>James Dorsey</strong>, The Turbulent World of Mideast Soccer: <a title="Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny" href="http://mideastsoccer.blogspot.com/2011/12/qatars-2022-world-cup-bid-comes-under.html" target="_blank">Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Newly appointed FIFA executive committee member and German soccer federation president Theo Zwanziger this week denounced the awarding to Qatar in an interview with Agence France Presse. &#8220;The basic requirements for a host country have been perverted. I have never understood how such a small country can be awarded one of the most important sports events in the world, especially as Qatar were in last place on the grid before the decision was made,” Mr. Zwanziger said.</p>
<p>Australian soccer federation president Frank Lowy, speaking last week days after Mr. Blatter opened the door to an investigation of Qatar’s bid, said he believed that the Gulf state could be deprived of the right to host the tournament. The &#8220;last word hasn&#8217;t been heard yet,&#8221; Mr. Lowy said.</p>
<p>The soccer officials’ statements gained currency this week when the head of FIFA’s newly created Independent Governance Committee, Mark Pieth, told Associated Press that he will focus on FIFA;s past as well as its future. Mr. Pieth said he has “absolutely no objection to an investigation” and would soon interview investigative journalists who are “experts on FIFA’s past.”</p></blockquote>
<p>Und schließlich der Bericht des Daily Telegraph, in der die von den <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Enthüllungen Andrew Jennings&#8217; im Sommer</a> ausgelösten FBI-Ermittlungen konkretisiert werden. Nur nebenbei: Dass FIFA-Exekutivmitglied Chuck Blazer zehn Millionen Dollar (die tatsächliche Summe ist viel höher, das hat er in kleinem Kreise bereits eingeräumt) kassiert, ist für die FIFA kein Grund, einzuschreiten!</p>
<ul>
<li><strong>Claire Newell und Paul Kelso</strong> im Daily Telegraph: <a title="FBI launches investigation into World Cup 'dirty tricks’ campaign " href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/teams/england/8939343/FBI-launches-investigation-into-World-Cup-dirty-tricks-campaign.html" target="_blank">FBI launches investigation into World Cup &#8216;dirty tricks’ campaign</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Investigators claim to have “really great intelligence” of malpractice and came to London last month to interview people present in Zurich at the time of the World Cup vote.</p>
<p>It is understood that the FBI has “substantial evidence” of outside organisations attempting to hack the email accounts of the United States bid for the 2022 tournament, and believe the English bid may have also been affected.</p>
<p>The FBI is understood to have asked England 2018 officials, who are not under suspicion, if they were aware of dirty tricks or corruption in the World Cup bidding campaign.</p>
<p>The FBI is also understood to have asked questions relating to potential offences arising from the alleged bribery of Caribbean football officials by Mohammed Bin Hammam, who stood against Sepp Blatter for the Fifa presidency.</p></blockquote>
<p>Liebe Freunde, es gibt bald viel mehr darüber zu berichten, keine Sorge. Was fehlt, sind allein gerichtsfeste Beweise für die Korruption von Russland 2018 und Katar 2022. Kommt Zeit, kommt Rat.</p>
<p>Was IOC-Präsident Jacques Rogge heute Abend in Lausanne zu den ISL-Korruptionsfällen Diack, Hayatou und Havelange verkünden wird, dürfte eher traurig sein. Denn Rogge wird die Ermittlungsergebnisse der IOC-Ethikkommission nicht veröffentlichen. Aber auch mit dieser Blockadehaltung ist die Wahrheit nicht aufzuhalten.</p>
<p>[<em>Wie <a title="Sportpolitik - FIFA: IOC-Kreise: Keine Ermittlungen gegen Blatter" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">vollkommen ahnungslos, recherchefrei und allein auf Zurufe von ausgewählten IOC-Mitgliedern basierend</a>, einige IOC-Dauerberichterstatter noch immer berichten, ist unfassbar peinlich. Dumm nur, dass diese Leute damit auch eine gewisse Öffentlichkeit prägen - mit Propaganda-Botschaften von FIFA und IOC.</em>]</p>
<p>Ich habe gestern in Zürich und Lausanne eine Kleinigkeit für die NZZ gedichtet: <a title="NZZ: Blatter weibelt in Bundesbern" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/blatter_weibelt_in_bundesbern_1.13557267.html" target="_blank">Blatter weibelt in Bundesbern</a>. Die Kollegen haben sehr gut redigiert und den Text richtig umgestellt. Hier das etwas längere Original, das ich eigentlich für das Blog ausbauen und verlinken wollte, doch dafür fehlt mir momentan die Zeit. Heute Nachmittag geht es weiter in diesem Theater.</p>
<blockquote><p>„Team Spirit“ heißt das Event, das in parlamentarischen Kreisen alljährlich großen Zuspruch genießt. Wenn die Sport-Lotto-Gesellschaft und die Parlamentarische Grupp Sport unter dem Patronat des Sportministers Ueli Maurer (SVP) einladen zu Speis und Trank, garniert mit kleinen Geschenken, ist der Aufmarsch groß. 70 bis 80 Abgeordnete versammelten sich auch am Dienstagabend im Hotel Bellevue Palace zu Bern. Allesamt „Keyplayer“, wie es hieß. Einer jener Keyplayer wirkt gern im Hintergrund: Es ist Aloys Hirzel, PR-Guru der Schweiz, der derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus geht. Denn Hirzel (Agentur „Konsulenten“) ist wie einige andere PR-Leute und Lobbyisten damit beschäftigt, das schwer angeschlagene Image des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter aufzufrischen. Ob er vom Fußball-Weltverband unter Vertrag genommen wurde, mag Hirzel zwar nicht sagen. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, teilt er nur mit. Doch ranghohe FIFA-Mitarbeiter erklären, Hirzel sei auf politischem Parkett tätig und habe zum Beispiel den Lobby-Termin Blatters am Dienstag in Bern mit vorbereitet.</p>
<p>Am Abend, als Blatter sein Versprechen gebrochen hatte und mitteilen musste, dass die so genannte Einstellungsverfügung aus dem ISL-Korruptionsprozess nun doch nicht im Dezember veröffentlicht wird, wurden Blatter in parlamentarischen Kreisen keine kritischen Fragen gestellt. Einige der Anwesenden hatten kürzlich erfolgreich daran mitgewirkt, dass der Bericht des Bundesamtes für Sport zu Korruption und Schattenwirtschaft in Sportkonzernen wie IOK und FIFA, der Ende 2011 vorliegen sollte, um ein Jahr verschoben wurde. Und die Organisatoren von „Team Spirit“ präsentierten Blatter im knapp 45-minütigen Kaminfeuer-Gespräch mit SF-Moderatorion Steffi Buchli, die es vermied, Fragen von Belang zu formulieren.</p>
<p>So durfte Blatter ungestört darüber fabulieren, dass die „Leichtigkeit des Seins“ derzeit nicht gegeben sei, nicht in der FIFA und nicht im WM-Gastgeberland Brasilien, wo sich Staatspräsidentin Dilma Rousseff als energische Korruptionsbekämpferin profiliert. Er, Blatter, werde es allen zeigen und seine Reformen durchsetzen, flötete der 75-jährige aufgekratzt. Das hätten nur einige bösartige Journalisten in England und Deutschland noch nicht begriffen.</p>
<p>Nach dem Stelldichein mit SF-Frau Buchli nahm sich Blatter viel Zeit, um unter den Parlamentariern, unter National- und Bundesräten zu antichambrieren. Es wurde viel gelacht, Freundschaftsfotos geknipst, und Blatter soll sogar mit Nationalrat Roland Büchel (SVP) gesprochen haben, der vor einem Jahr eine Motion eingereicht und die Überprüfung der Korruption in den Sportverbänden gefordert hatte.</p>
<p>Mit derlei Maßnahmen und vielen harmlosen, bestellten Interviews, in denen dann über Probleme schwadroniert wird, die Blatter längst hätte lösen können (Torkameras, Frauen im FIFA-Exko etc), versuchen seine PR-Leute ihn neu zu positionieren. Zur Crew gehören neben Hirzel der neue FIFA-Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio, einst Schweizer Journalist des Jahres, und der Österreicher Bernd Fisa, der ehemals bei Ferrari mit Michael Schumacher gearbeitet hat. Auch Blatters ehemaliger Berater Peter Hargitay soll wieder an Bord sein. [<em>Er bestreitet, einen Vertrag zu haben. Das habe ich a) auch nicht behauptet und b) in vorherigen Beiträgen erwähnt.</em>] Sie verrichten Schwerstarbeit, sie betreiben Propaganda – doch sie können die Entwicklungen nicht beherrschen.</p>
<p>Aktuelle Beispiele gefällig? Der Londoner „Daily Telegraph“ berichtet gerade über das Interesse der amerikanischen Bundespolizei FBI an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Ermittelt wird nicht nur in den USA, auch in anderen Ländern – und von anderen Institutionen. Die FIFA aber verweigert sich konsequent Untersuchungskommissionen zur skandalbehafteten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar. Sie arbeitet nicht einmal das ISL-Bestechungssystem auf. Korrupte Funktionäre, die nachweislich ISL-Gelder erhalten haben, müssen nichts befürchten. Und einer dieser Spitzbuben, Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, WM-Organisationschef 2014, behauptete am Mittwoch in Brasilien gegenüber Journalisten, er sei es nicht gewesen, der die Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung mit juristischen Hebeln verhindert habe.</p>
<p>Wer war es dann? FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange, der ebenfalls ISL-Millionen kassierte und nun unter Druck aus dem IOK demissionierte? Oder hat Blatter am Dienstag nicht die Wahrheit gesagt und es gibt gar keine Hindernisse?</p>
<p>In Lausanne, wo derzeit das IOK-Exekutivkomitee tagt, hielt man sich am Mittwoch bedeckt zum Korruptionsfall ISL und der Verstrickung der IOK-Mitglieder Havelange (Brasilien), Issa Hayatou (Kamerun) und Lamine Diack (Senegal). IOK-Sprecher Mark Adams verwies auf die Pressekonferenz des Präsidenten Jacques Rogge am Donnerstag. Rogge könnte Aufklärung schaffen, wenn er die Ermittlungsergebnisse der IOK-Ethikkommission gegen Havelange veröffentlichen würde. Danach sieht es aber nicht aus. Rogge scheint mit Havelanges Rücktritt zufrieden.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11367</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports. Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar: Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen <del>Lügen</del> Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.</p>
<p>Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:</p>
<ul>
<li>Die <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge</a> von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.</li>
<li>Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.</li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld</a> sind gerichtsfest dokumentiert.</li>
</ul>
<div><img class="size-full wp-image-9842  aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="371" height="336" /></div>
<ul>
<li>Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.</li>
<li>Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. <del>Viele</del> Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden &#8211; manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.</li>
<li>Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell &#8211; und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.</li>
</ul>
<div>Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung &#8211; beide Optionen sind auch möglich.</div>
<p>Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.</p>
<p>Nun die Frage:</p>
<ul>
<li><strong>Was unternimmt der olympische Sport?</strong></li>
</ul>
<p>Bisher so gut wie nichts.</p>
<p>Ach doch, sorry.<span id="more-11367"></span></p>
<ul>
<li>Korrupte FIFA-Funktionäre, der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber und die FIFA haben &#8211; insgesamt &#8211; 8 Millionen Franken (einmal 2,5 Mio, einmal 5,5 Mio) gezahlt, um in <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">Korruptionsverdunklungsverträgen</a> die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten.</li>
<li>Zuvor hatte die FIFA in aller Stille ihr Desinteresse an einer Strafermittlung erklärt &#8211; der Untersuchungsrichter setzte seine Arbeit dennoch fort.</li>
<li>Das IOC hat seine Ethikkommission &#8220;ermitteln&#8221; lassen, nachdem Andrew Jennings Ende vergangenen Jahres in der BBC weitere Beweise vorlegen konnte.</li>
<li>Nun werden, vielleicht, zwei IOC-Ganoven verwarnt (Diack und Hayatou). Doch einer der größten Sportbetrüger aller Zeiten, Joao Havelange, kommt ungeschoren davon.</li>
</ul>
<p>Viel mehr an Aktionen seitens des organisierten Sports ist bislang nicht bekannt. Oder kann mir jemand helfen und mein Erinnerungsvermögen auffrischen?</p>
<p>Die <a title="JW auf SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Kernfragen</a> in der ISL-Causa lautete nach den jüngsten Entwicklungen (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">Rücktritt Havelanges</a> + <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Blatters Versprechen, die ISL-Einstellungsverfügung offenzulegen</a>):</p>
<ul>
<li>Was hat die IOC-Ethikkommission &#8220;ermittelt&#8221;? Vielleicht gar neue Sachverhalte?</li>
<li>Wie hat die IOC-Ethikkommission die Ausschluss-Empfehlung gegen Havelange begründet?</li>
<li>Hat tatsächlich der damalige FIFA-Generalsekretär Blatter angeordnet, jene 1,5 Mio CHF Bestechungsgeld, die von der ISL irrtümlich auf ein FIFA-Konto überwiesen wurden, unverzüglich auf Havelanges Privatkonto weiterzuleiten?</li>
<li>Wenn das so gewesen wäre: Wird die IOC-Ethikkommission unverzüglich gegen Blatter &#8220;ermitteln&#8221;, was angesichts der im Raum stehenden Summe (der heutige FIFA-Präsident bestreitet derartiges Handeln, andere erinnern sich anders) u. U. auch zum IOC-Rausschmiss führen müsste?</li>
<li>Wird der Vorgang in der Einstellungsverfügung dokumentiert? (Eine meiner Quellen behauptet das. Ich weiß es allerdings nicht.)</li>
</ul>
<p>Wie sieht es also aus?</p>
<p>Zunächst einmal nimmt die FIFA <a title="live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: “Crisis? What is a crisis?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/">eine junge, unlängst von mir weltweit exklusiv begründete Tradition</a> auf und veröffentlicht ebenfalls die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/55/27/66/0100_001.pdf" target="_blank">Tagesordnung</a> der Sitzung des Exekutivkomitees (kommende Woche in Tokio).</p>
<p>Zugleich aber <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/news/newsid=1552775/index.html" target="_blank">teilt die FIFA mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter confirms ISL file will be published despite objection of involved party</strong></p>
<p>On 21 October 2011, FIFA President Joseph S. Blatter announced his commitment to publish the ISL-ISMM file after receiving the full backing to do so from the members of the FIFA Executive Committee. Today, the FIFA President confirms his determination to publish the file on the ISL-ISMM case despite the fact that legal measures have been taken by one of the parties involved.</p>
<p>These measures request another thorough legal analysis which<strong> will postpone the envisaged publication of the ISL file.</strong></p>
<p>Joseph S. Blatter stated today: “FIFA has been working intensively over the past few weeks with its lawyers and legal team to be able to publish the ISL file at the next meeting of the FIFA Executive Committee in Japan on 17 December 2011. It was my strong will to make the ISL file fully transparent at this meeting. I have now been advised that as a result of the objection of a third party to such transparency it will take more time to overcome the respective legal hurdles. This does not change my stance at all. I remain fully committed to publishing the files as soon as possible as an important part of my many reform plans for FIFA, which include handling the past as well as preparing the future structure of the organisation.”</p>
<p>The reform process has in any case already started and will continue with a view to presenting concrete measures at the 2012 FIFA Congress.</p></blockquote>
<p>Die Veröffentlichung, ein Kernthema der angeblichen Reformen, wird verschoben.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Wer Fragen haben sollte, wende sich bitte an jene Anwaltkanzleien, die in den schmutzigen Deal mit der Zuger Staatsanwaltschaft beteiligt waren (und bis heute sind), <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">als da wären</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Nobel &amp; Hug" href="http://www.nobel-hug.ch/" target="_blank">Nobel &amp; Hug, Rechtsanwälte</a></li>
<li><a title="Schweiger" href="http://www.schweigerlaw.ch/index3.asp" target="_blank">Schweiger, Advokatur Notariat</a></li>
<li><a title="Niedermann" href="http://www.niedermann.com/en/profile/" target="_blank">Niedermann, Rechtsanwälte</a></li>
</ul>
<p>Und nun zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge [<em>in den ich vor vielen Jahren mal große Hoffnungen gesetzt hatte, die fast alle enttäuscht worden sind, aber das ist mein Problem</em>].</p>
<p>Rogge wird in der Korruptionscausa ISL-Havelange-FIFA von Nachrichtenagenturen (die das Thema lange Jahre sträflich vernachlässigten und sich an der Aufklärung eigentlich kaum oder gar nicht beteiligt haben) so zitiert:</p>
<p>dpa:</p>
<blockquote><p>Der 95-Jährige sei jetzt «ein privater Bürger», erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge. Die IOC-Ethikkommission hatte wegen Korruptionsvorwürfen gegen Havelange ermittelt. Medienberichte, nach denen der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes durch seinen Rückzug einem wahrscheinlichen IOC-Ausschluss zuvorkam, wies Rogge als «pure Spekulation» zurück. «Für mich hat sein Rücktritt mit seiner Gesundheit und seinem Alter zu tun», meinte der Belgier.</p>
<p>Havelange soll in den Bestechungsskandal um die ehemalige Sportvermarktungsfirma ISL verwickelt gewesen sein, hat diese Vorwürfe aber stets bestritten. «Da Herr Havelange kein IOC-Mitglied mehr ist, wird es keine Ermittlungen mehr gegen ihn geben, denn er ist ein privater Bürger», sagte Rogge in einem Reuters-Interview und betonte, der Doyen des IOC habe aus gesundheitlichen Gründen die Ringe-Organisation verlassen. Havelange war seit 1963 im IOC und der letzte Funktionär mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.</p>
<p>«Havelange hat mir in einem Brief von Gesundheitsproblemen geschrieben, die ihn von Reisen abhalten», erklärte Rogge. Havelange drohte eine Suspendierung durch die IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag in Lausanne: «Pure Spekulationen kommentiere ich nicht», so Rogge, «Joao Havelange hatte schon einige Termine verpasst. Bei der IOC-Session in Durban fehlte er auch.»</p>
<p><em>Quelle: dpa via <a title="sueddeutsche.de" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em></p></blockquote>
<p>Reuters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Havelange sent me a letter saying that he had lately had health issues and that stopped him from travelling and he considered that due to his age and health it stopped him from travelling regularly,&#8221; Rogge told Reuters in an exclusive interview.</p>
<p>Asked whether his resignation two days before the IOC discussed the ethics commission report was an indirect admission of guilt by Havelange, Rogge said that was just speculation.</p>
<p>&#8220;I am not going to comment on what is purely speculation. Joao Havelange already had missed other meetings, in the (IOC) session (in July) he was not there either, he missed major meetings of FIFA.</p>
<p><em>Quelle: Reuters via <a title="Eurosport" href="http://asia.eurosport.com/olympicgames/london-2012/2012/ioc-cancel-probe_sto3054908/story.shtml" target="_blank">Eurosport</a></em></p></blockquote>
<p>Weitere Zitate spare ich mir. Vom he-said-she-said-&#8221;Journalismus&#8221; halte ich nichts.</p>
<p>Es ist einfach eklig. Es ist grauenvoll.</p>
<p>Oops. Da ist mir nun doch ein abwertender Begriff über die Tastatur gekommen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kontrastprogramm zur Blatter-FIFA-Propaganda powered by Bild: Andrew Jennings vor dem Europarat</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[europarat]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11357</guid>
		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings ZÜRICH. Wenn ich mir die Berichterstattung über ein so genanntes Interview des FIFA-Präsidenten in einem für mich irrelevanten, schmierig-verkommenen deutschen Boulevardblatt anschaue, fällt mir nichts mehr ein. Wie können so genannte Nachrichtenagenturen überhaupt aus diesem verruchten Blatt zitieren, das ist eine Frage, aber so funktioniert nun mal das verlogene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<p>ZÜRICH. Wenn ich mir die Berichterstattung über ein so genanntes Interview des FIFA-Präsidenten in einem für mich irrelevanten, schmierig-verkommenen deutschen Boulevardblatt anschaue, fällt mir nichts mehr ein. Wie können so genannte Nachrichtenagenturen überhaupt aus diesem verruchten Blatt zitieren, das ist eine Frage, aber so funktioniert nun mal das verlogene Mediengeschäft, eine andere Frage lautet:</p>
<p>Merken die nicht, dass das nichts weiter ist als Blatter-Propaganda powered by Bild?</p>
<p>Sie merken es natürlich nicht.</p>
<p>In verschiedenen Redaktionen, die mich bereits kontaktierten, sind nun die politischen Ressorts ganz aufgeregt. Wie traurig. Aber so läuft das, sie springen ja immer im Kreis, wenn eine so genannte Nachrichtenagentur eine Bild-Geschichte promotet.</p>
<p>Ein Grund mehr, der Branche Adieu zu sagen. Unerträglich.</p>
<p>Aber zurück zum Thema: Joseph Blatter und seine Helfershelfer wollen mit diesem Beitrag natürlich nur von den wahren Problemen ablenken. Nichts sonst. Ich weiß nicht, ob eins der Themen (Frauen im Exko, Profischiedsrichter, Torkamera etc pp) neu ist. Eher nicht. Er hat alles schon teilweise vor ewigen Zeiten so gesagt &#8211; vor allem aber hätte er es bereits vor Jahrhunderten ändern können.</p>
<p>Aber so ein Plaudern verpflichtet zu nichts. Deshalb ja: Ablenkungsmanöver. &#8220;Revolutionäre Pläne&#8221;? Pure Propaganda.</p>
<p>Liebe Freunde, und das gilt auch für meine Freunde in der FIFA: Hier im Blog gibt es weiter das Kontrastprogramm, so wie es sich gehört.<span id="more-11357"></span></p>
<p>Die Havelange-Geschichte habe ich noch einmal für andere Medien aufgeschrieben und einige neue Nuancen beigetragen:</p>
<ul>
<li><strong>Spiegel Online</strong>: <a title="SpOn: Havelange-Rücktritt wird für Blatter zur Gefahr" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Havelange-Rücktritt wird für Blatter zur Gefahr</a></li>
<li><strong>Neue Zürcher Zeitung</strong>: <a title="NZZ: Der unrühmliche Abgang João Havelanges" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/der_unruehmliche_abgang_joao_havelanges_1.13529260.html" target="_blank">Der unrühmliche Abgang João Havelanges</a></li>
</ul>
<p>Wenn meine Infos stimmen, dann ist in Kürze Neues zu erwarten. Angeblich noch heute. Manche Leute sind ganz aufgeregt.</p>
<p>Derweil sitzt mein Kompagnon Andrew Jennings in Paris mit europäischen Parlamentariern zusammen und klärt sie über die FIFA-Strukturen auf. Unlängst hat Andrew Jennings ja einen Vortrag in Brasilia vor einem Senatsausschuss gehalten &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/  ">Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</a></li>
</ul>
<p>&#8230; jetzt gerade spricht er in Paris vor dem <a title="Europarat" href="http://assembly.coe.int/main.asp?Link=/committee/docref/cult_e.htm" target="_blank">Komitee für Kultur, Wissenschaft und Bildung des Europarats</a>, das sich heute u.a. mit dem Thema Korruption im Sport befasst.</p>
<p>Das Komitee hatte ihn vor einigen Wochen bereits um eine schriftliche Zuarbeit gebeten. Der Beitrag kann die jüngsten Entwicklungen natürlich noch nicht berücksichtigen, aber &#8211; voilà &#8211; hier ist der Jennings-Text:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA – Institutionally corrupt and incapable of reforming itself. How it happened &#8211; and what can be done.</strong></p>
<p><em>by Andrew Jennings</em></p>
<p>Who I am: I’m not a sports reporter. For the past 45 years I have specialised in investigating corruption and, in the last 2 decades, the major international sports federations. I write books (my investigation book on FIFA is in 16 languages), make investigative films for the BBC and other broadcasters, and write articles for press and magazines. I also contribute to academic journals, speak at academic conferences and conventions of forensic auditors, lawyers and the sports industry.</p>
<p>My previous longterm investigation, in the 1980s, was into Organised Crime in Sicily and London. This was perfect training for understanding the structures of the IOC, the IAAF and then FIFA.</p>
<p>Everything I write and broadcast is based on their internal, confidential documents. FIFA have threatened but never sued me.</p>
<p><strong>FIFA as Mafia:</strong></p>
<p>I have no hesitation characterising FIFA as an Organised Crime Syndicate. They tick all the boxes in the academic definition. FIFA has a supreme and unaccountable Boss of Bosses: President Joseph Blatter, operating the regime of industrial-scale corruption, the legacy of former President Joao Havelange.</p>
<p>Blatter was put in power in Paris in 1998 with the help of inducements by Havelange and massive bribes delivered by Mohammed Bin Hammam from Qatar, defeating the scrupulously honest Lennart Johansson. Deceitfully, Blatter charged CHF68,000 of his election expenses to FIFA, approving this expenditure retrospectively once elected. Bin Hammam paid the bribes again in 2002 and Blatter has never had to face a presidential vote since.</p>
<p>‘Don’ Blatter heads up six interlocking families. These are the continental confederations. Blatter has huge powers of patronage, based on the billions earned from the World Cup. He uses this to lubricate the affiliated 208 national associations. The grease is lightly audited multi-million dollar ‘development grants’ and access to immense quantities of World Cup tickets to sell for cash into the Black Market, frequently for secret tax-free profits.</p>
<p>The other essential element is the complicity of law enforcement and politicians. Apart from one dedicated Swiss Investigating Magistrate who has tried to unearth the grotesque corruption at FIFA, other police appeared intimidated by Blatter being entertained everywhere from the White House to Downing Street to the Elysée to the Kremlin. The corruption scandals have now encouraged prosecutors in three further countries to start digging.</p>
<p>These secret rewards help explain why our national associations practise Omerta. You rarely hear a word of criticism from their leaders. The ones who decline the grease are appointed to FIFA committees and ‘well-looked after’ with per diems and expenses. Any individual, club or federation that dares to take FIFA to court is suspended; our democratic institutions are off-limits in Herr Blatter’s world.</p>
<p><strong>FIFA Today:</strong></p>
<p>So: the world’s most popular sport is dominated by a tiny elite of unrepentant thieves, unaccountable because of the lack of scrutiny. Sadly, their money machine is covered by football reporters who have no training investigating corruption.</p>
<p>I have been banned from FIFA press conferences since April 2003 after I published a documented story disclosing that Blatter pays himself a secret six-figure annual bonus for ‘loyalty.’ Blatter announced the story was ‘fiction’ and promised to sue. He didn’t. Blatter refuses to reveal what he pays himself in salary, bonuses, housing and car allowances, expenses and other perks.</p>
<p><strong>Meet the Family of Football:</strong></p>
<p>After 36 years as an employee and later President, Blatter seems out of touch with the real world. Protected by his media minders he travels only by imperial private chartered jet, avoiding the fans that frequently boo him. This year of scandal has limited his red carpet options and he is reduced to photocalls in Burma, Zimbabwe and Azerbaijan where there are no risks of free media and sceptical reporters.</p>
<p>You will be aware that FIFA vice-president Jack Warner from Trinidad hurriedly resigned this year following revelations of his involvement in an attempt by Mohamed Bin Hammam in May to pay $1 million dollars in cash bribes to Caribbean officials to support him in the presidential election. Bin Hammam has been banned for life.</p>
<p>The initiative to expose these men was taken by American Chuck Blazer, also a member of FIFA’s executive committee.</p>
<p>For 21 years Mr Warner and Mr Blazer used their continental confederation spanning North and Central America and the micro states of the Caribbean as their private bank account, endlessly enriched with FIFA grants. Mr Blazer has long been both General Secretary and Treasurer of the confederation, defying all good governance practices. In July I published correspondence and bank records suggesting that Mr Blazer has been in receipt of large sums of FIFA money in his Cayman Islands private account. Sepp Blatter declines to investigate.</p>
<p>Blatter also refused to act when in 2006 Manhattan Judge Loretta Preska found for MasterCard against FIFA and stated: ‘Mr Blazer’s testimony was generally without credibility, based on his attitude and evasive answers on cross examination.’ She added: ‘Mr Blazer’s testimony is rejected as fabricated.’ FIFA settled the case, paying $90 million.</p>
<p>In mid-October it was revealed in Argentina that Julio Grondona, chair of FIFA’s Finance Committee, and his family and close aides control bank accounts in Switzerland containing around $120 million. Although the accounts have featured prominently in the Swiss media, Blatter has declined to refer Grondona to FIFA’s Ethics Committee. Police in Buenos Aires are on the case.</p>
<p><strong>The $100 million bribe scandal:</strong></p>
<p>Despite the current scandals that disfigure FIFA there is one long-running racket of epic proportions. In the 1970s marketing companies sought to unlock the value in sport. Joao Havelange was elected FIFA president in 1974 with the help of bribes paid by Horst Dassler of the Adidas company. Dassler set up a company named ISL to capture the TV and marketing rights for the Olympics, world athletics, UEFA and FIFA.</p>
<p>He was wildly successful. The most senior FIFA officials, primarily Havelange, received contract kickbacks. One ISL manager described them to me as ‘regular, like a salary.’ The value of World Cup TV rights soared in the middle 1990s and the IMG company sought to oust ISL.</p>
<p>I obtained the exchange of confidential letters between IMG and FIFA in 1995 and 1996 (I quote them extensively in my book FOUL! – Carton Rouge in France) that demonstrate the outrage of IMG as General Secretary Blatter used every device to favour ISL – who won.</p>
<p>The kickbacks soared but in early 2001, ISL was declared bankrupt. The liquidator discovered the list of bribes and extracted a modest secret settlement from unnamed FIFA officials. The money was paid into an account in February 2004, created by Blatter’s lawyer.</p>
<p><strong>Raid on FIFA House:</strong></p>
<p>Meanwhile Investigating Magistrate Thomas Hildbrand from the Canton of Zug began investigating. Blatter, in secret, tried to get Hildbrand removed. It didn’t work and on the morning of November 3, 2005 Hildbrand raided FIFA House and seized documents. FIFA refuse to discuss this embarrassment.</p>
<p>In March 2008 six executives from ISL went on trial in Zug, accused of trading while insolvent. There were two shocks during the trial. The first was the disclosure in the criminal indictment of the bribes paid from mid-1999, when the Prosecutor considered ISL to have been insolvent. Most of the 37 illicit payments were made to impenetrable Liechtenstein companies but two stood out: one was a total of $130,000 paid to Nicolas Leoz, a member of FIFA’s Executive Committee and still president of the Latin-American confederation. Blatter refuses to investigate.</p>
<p>On the second day Judge Siegwart asked the defendants, who got the money? They refused to say. Those of us in court were electrified when Judge Siegwart announced that the full total of bribes from 1989 until 2001 was around $100 million. That was widely published – but Blatter refuses to investigate.</p>
<p>Magistrate Hildbrand launched a second investigation into who took the bribes. This was completed in May 2010 and in a Swiss procedure, it was announced that an unknown number of FIFA officials would repay some of the money and make a donation to charity. This settlement would remain confidential</p>
<p><strong>Naming names:</strong></p>
<p>Blatter announced that he had been cleared of any wrongdoing and that he would make no further comment. FIFA refuses to disclose how this repayment has been recorded in their accounts. I continued my investigations for the BBC and obtained a list of 175 bribes paid since 1989 to sports officials, mostly at FIFA. The total was indeed $100 million.</p>
<p>We broadcast a BBC Panorama programme in November 2010, linking ISL payments of $9.5 million to a Liechtenstein company named Sanud to Brazilian FIFA executive committee member Ricardo Teixeira, the former son-in-law of Joao Havelange.</p>
<p>I also found a bribe of $1 million dollars direct to Havelange. In March 1997 ISL, by mistake, sent the $1 million to a FIFA account! The Finance Director took the payment notification to Blatter who ordered that the money be forwarded to Havelange – and tried, without success, to persuade the UBS bank to erase it from their records. I believe Havelange received a great deal more.</p>
<p>There were further payments of $600,000 to Nicolas Leoz and a payment of $30,000 to Issa Hayatou, a FIFA vice-president.</p>
<p>There were also payments to IAAF president Lamine Diack totalling $41,000, mostly in cash. Diack, Havelange and Hayatou are members of the IOC who launched an investigation. The BBC has put all these allegations to the men concerned and all have refused to comment. Blatter refuses to investigate.</p>
<p><strong>Unravelling the secret settlement:</strong></p>
<p>I continued my investigations and in May 2011 we broadcast another BBC Panorama which revealed some of the contents of the secret settlement of the Hildbrand investigation. Havelange and Teixeira had signed confessions that they received kickbacks and agreed to repay some money to FIFA. Blatter, for FIFA, had to admit that he knew about the bribes system. This report has remained confidential.</p>
<p><strong>Sunday Times Insight investigation:</strong></p>
<p>In the late Summer of 2010, as the vote at FIFA into who should stage the World Cups of 2018 and 2022 approached, the Insight team of the London Sunday Times set out to investigate if any of the 23 members of FIFA’s executive committee were open to selling their votes to bidding nations.</p>
<p>Using secret recording equipment Insight exposed FIFA executive committee members Amos Adamu from Nigeria and Reynald Temarri from Tahiti. They were suspended by FIFA.</p>
<p>The Insight team recorded secret interviews with football officials around the world. They heard astonishing allegations about endemic corruption at FIFA; in the secret ballot to host 2010, Morocco beat South Africa by two votes – this was suppressed; they talked about bribes paid in the past to host the World Cup – and clamed that bribes were being offered by the Qatar team bidding to host 2022.</p>
<p>Did Blatter investigate these very serious allegations? No, he instituted disciplinary processes and these men were suspended from world football. Their crime was talking. Omerta still rules.</p>
<p><strong>Buying the World Cup:</strong></p>
<p>German investigative reporters obtained documents showing that associates of the Germany bid paid bribes in 2000 to a number of FIFA executive committee members, including Worawi Makudi from Thailand, to defeat South Africa to host 2006. Blatter did not investigate. I featured this corruption in a BBC Panorama in 2007.</p>
<p>Following angry protests by South Africa, Blatter announced a new policy of rotating the World Cup between continents. South Africa won 2010 and Ricardo Teixeira was given his own World Cup in Brazil in 2014 to loot. That was the end of rotation.</p>
<p><strong>The old men get too greedy:</strong></p>
<p>The greed of the ageing members of FIFA’s executive committee precipitated this year’s stream of corruption allegations. The trigger was Blatter announcing that FIFA would simultaneously choose hosts for 2018 &#8211; and for distant 2022. No other sports organisation makes such decisions so far ahead. I have no doubt that this was so more bribes could be extracted, especially from petro-dollar rich states. (I am Scottish and did not support the England bid!)</p>
<p>You may be aware that there is great scepticism about the bizarre decision to award 2022 to Qatar. Evidence has become available that bribes were paid – specific amounts have been mentioned &#8211; and several members of the FIFA executive committee have been named. Unsurprisingly FIFA shows no interest in investigating. It is to be hoped the public authorities will pursue this betrayal of trust.</p>
<p>Once Blatter has been deposed, FIFA will have to revisit this decision. At that time we can hope that FIFA will cease making outrageous demands on governments for exemptions to tax and labour laws that breach EU law.</p>
<p><strong>FIFA General Secretary Jerome Valcke:</strong></p>
<p>In 2001, when employed by the French Vivendi company to conduct due diligence with a view to acquiring the assets of the bankrupt ISL company Mr Valcke appears to have stumbled over the massive bribes paid by the company. During negotiations with FIFA he received a letter from Blatter on April 30, 2001 in which the FIFA President wrote . . . “Threats were specifically directed against both FIFA and “certain gentlemen of FIFA.” And . . . “The position of FIFA in no way will ever be altered by any threats or attempts of blackmailing.” (I have this letter)</p>
<p>Vivendi withdrew but in June 2003 Blatter appointed Valcke as FIFA’s Director of Marketing. Valcke was fired in December after being accused of lying in the MasterCard trial in New York. In a press release (December 12, 2006) Blatter stated, ‘FIFA cannot possibly accept such conduct among its own employees.’</p>
<p>But it did. Six months later, in June 2007, Blatter appointed Valcke to the post of FIFA General Secretary. The sacking – and the reasons &#8211; are erased from Valcke’s official FIFA biography. Instead, it states that Valcke has had, ‘a brilliant career.’</p>
<p><strong>Keeping it in the Family:</strong></p>
<p>The FIFA Family delivers lucrative contracts to Blatter’s nephew Philippe Blatter, CEO of the Infront sports marketing company. When ISL collapsed, Infront occupied their suite of offices in Zug. Infront then acquired the valuable World Cup TV rights for Asia formerly held by ISL. Among their employees is at least one person involved in the Germany bribes in 2000 for 2006.</p>
<p>Philippe Blatter’s Infront company also has a stake in the MATCH company which has the Hospitality contracts for 2010 – 2022. Another shareholder in MATCH is the Dentsu company who were 49% shareholders in ISL throughout the years they paid the massive bribes.</p>
<p>MATCH is 85% owned by Jamie and Enrique Byrom. Their Byrom company were awarded contracts to manage all the ticket sales for the World Cup in Korea/Japan and again last year in South Africa. In Brazil they will be producing, selling and distributing the remaining 3.2 million tickets.</p>
<p><strong>Cleaning FIFA’s stables:</strong></p>
<p>FIFA’s Ethics and Disciplinary Committees are handpicked by Blatter. They are not allowed to launch investigations without permission from Blatter or Valcke. The Chair of the Ethics Committee is former Swiss footballer, now lawyer, Claudio Sulser. At a press conference late last year Mr Sulser refused to investigate the ISL bribery scandal asserting it is ‘historic.’</p>
<p>It is worth noting that in January this year Guenter Hirsch, a former president of Germany&#8217;s Federal Court of Justice, resigned from Sulser’s committee stating, ‘those responsible in FIFA have no real interest in playing an active role in the resolution, pursuance and prevention of violations of FIFA&#8217;s ethics code.&#8217;</p>
<p>On October 21, 2011, at a tightly controlled press conference (one question only, nothing permitted on ISL) Blatter uttered the usual platitudes about ‘Road Maps’ to reform and ‘Task Forces.’ Blatter will hand-pick these entities. The one on ‘Transparency and Compliance,’ is chaired by an official close to the corrupt Nicolas Leoz.</p>
<p>One of Blatter’s many delaying tactics is that decisions cannot be taken until the FIFA Congress in 2013. So FIFA will be its own investigator, judge and jury – one day.</p>
<p>Perhaps the most outrageous announcement concerned the Report of Magistrate Hildbrand. The Zug Prosecutor is prepared to disclose it to the media ‘because it is in the public interest’. Blatter is spending FIFA money on Zurich lawyers to fight for suppression. So too are Teixeira and Havelange. The BBC and Swiss media are pursing legal action through the courts. Our lawyers are adamant that in about 12 months time we will win at the Swiss Federal Court.</p>
<p>The report is about 40 pages in length. A copy resides in Blatter’s desk. He was not cleared – he had to admit that he knew money was diverted from FIFA in the form of kickbacks. Publication would immediately terminate his presidency.</p>
<p>Blatter now claims he wants to release the Report but insists, ‘This can only be done after a thorough legal analysis because of the complexity of the matter,’ adding ‘It will then be given to an independent body for further examination.’ One must ask, why doesn’t he just post it on the internet and let the world do the examining?</p>
<p><strong>The verdict of the IOC:</strong></p>
<p>The day after we meet in Paris the IOC is expected to publish its decisions (December 7/8) about the bribery rackets of Hayatou, Diack, Teixeira, Havelange – and possibly Blatter who handled his $1 million. President Jaques Rogge appears to realise that if the IOC’s reforms after the 1999 Salt Lake cash and sex for votes scandal are to be credible, he must be seen to act where Blatter will not.</p>
<p>[<em>Das ist nun überholt: <a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</a></em>]</p>
<p><strong>What can be done?</strong></p>
<p>Transparency International has a fine record that is blemished by its delusion that it is assisting Blatter reform FIFA. It has already been embarrassed by Blatter giving new business to his nephew and we must hope that wiser heads at TI will withdraw from this ‘consultation’ process before they become the subject of global ridicule and undermine their good work elsewhere.</p>
<p><strong>Come on, you politicians!</strong></p>
<p>Our politicians everywhere owe it to the fans to intervene and reclaim FIFA for the honest people of the world. The Swiss government has indicated it will act after the end of this year. Lawmakers could condemn FIFA for its rampant corruption and resistance to reform. They could also call on sponsors to live up to their claims of social responsibility and talk of turning off the money tap. That would send a shudder through FIFA. Emirates are showing the way.</p>
<p><strong>But there is a quick, cheap and easy answer. FIFA should be told to immediately put everything on line, just as our Governments do. Every set of minutes, every email, every expenses claim, the salaries of Blatter and his Directors, the honoraria and expenses paid to executive committee members. Committee meetings should be streamed and an independent Freedom of Information Officer appointed to enforce disclosure. The secret dirty dealings would end, proper scrutiny achieved for every fan.</strong></p>
<p>Freedom of Information exists in all EU states and many more worldwide. Blatter’s regime, having sacrificed any claim to respect and legitimacy, must become transparent.</p></blockquote>
<p>Im Vortrag wird Andrew Jennings auch eine Untersuchungskommission für die WM-Vergaben an Russland und Katar fordern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (65): BT-Grüßausschuss, PR-Ergüsse von Sepp Hosni Ben Ali Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fas]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[novospo]]></category>
		<category><![CDATA[pr-gewäsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[faz]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[michael reinsch]]></category>
		<category><![CDATA[robert kempe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11248</guid>
		<description><![CDATA[Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der Sportausschuss des Bundestages noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor? Sportgespräch des Deutschlandfunks, von Grit Hartmann und Robert Kempe. : Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der <a title="alle Beiträge zum BT-Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Sportausschuss des Bundestages</a> noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor?</p>
<p>Sportgespräch des <strong>Deutschlandfunks</strong>, von Grit Hartmann und Robert Kempe.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" target="_self">:</a></p>
<blockquote><p>Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit auf, und auch die, die da waren, waren nicht immer auf Ballhöhe, was sich dann an Fragen von großer Ahnungslosigkeit offenbarte. Insofern war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie mit dieser Selbstentblößung Schluss machen wollten, die Mitglieder des Ausschusses.</p>
<p><em>Michael Reinsch, FAZ</em></p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag, 12.52 Uhr:</strong> Jetzt auch <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1608872/" target="_blank">als Text online</a>.</p>
<p>Einige Zitate. Zunächst erneut Michael Reinsch, weil er mich mit seinen Beispielen an einige Sitzungen erinnert, die ich auch erlebt und protokolliert habe:</p>
<blockquote><p>Ich werde nie vergessen &#8211; in öffentlicher Sitzung &#8211; den Auftritt des Generaldirektors Michael Vesper, der, von den Abgeordneten gebeten, die Zielvereinbarungen, die der DOSB mit seinen Fachverbänden abschließt, offen zu legen, sich geweigert hat. Und tatsächlich verlangte, dass diese Vereinbarungen, in denen also abgemacht wird, was so ein Verband sich vornimmt für die nächsten Olympischen Spiele und was er dafür für Unterstützung erhält, dass so etwas die Sportorganisationen wie ein Staatsgeheimnis behandelt wissen wollen. Und die Abgeordneten haben das so hingenommen. Der Sportausschuss hätte da natürlich eine Kraftprobe daraus machen können. Aber wenn man keine Kraft hat, lässt man es auch auf eine Probe nicht ankommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich denke mal, Michael Reinsch hat diese Sitzung gemeint:</p>
<ul>
<li><a title="Notizen vom Sportausschuss (5) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln</a></li>
</ul>
<p>Ich empfehle wirklich, diese zweidreiviertel Jahre alten Notizen zu überfliegen, sich aber die Aussagen (soweit sie in verständlichem Deutsch formuliert wurden) von Klaus Riegert (CDU) etwas gründlicher anzusehen. Da wird dann schon eine große Leere deutlich. Kein Wunder, dass dieser Mann die Öffentlichkeit ausgeschlossen hat &#8211; und im Deutschlandfunk <span style="text-decoration: line-through;">nun tönt</span> irrlichtert:<span id="more-11248"></span></p>
<blockquote><p>Ich hab darauf hingewiesen, dass es bestimmte Veröffentlichungen gibt &#8211; nicht die Öffentlichkeit im Sportausschuss, sondern bestimmte Veröffentlichungen -, die man mal in der Sprache und im Inhalt nachlesen muss und in den Bewertungen.</p>
<p>Das können Sie sich selber &#8211; Sie werden ja eh das dann wieder kommentieren und hin und her auslegen, wie Sie wollen. Ich bleibe dabei, es gibt öffentliche Szenarien, die man einfach mal in der Sprache, darauf habe ich hingewiesen, von der Sprache her nachprüfen muss. Und da bin ich ganz deutlich der Meinung, die zielen nicht darauf hin, Parlamentarismus zu stärken, sondern ihn zu untergraben. Da können Sie in bestimmten Foren einmal selber nachlesen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man muss das wirklich endlich mal von der Sprache her nachprüfen, ob so ein Blog, äh, bestimmte Foren, den Parlamentarismus untergraben will oder öffentliche Szenarien, äh, wollen und überhaupt.</p>
<p>Das können sie <a title="Beiträge zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">selber nachlesen</a>, empfiehlt der Herr Abgeordnete Riegert.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Um Sprache geht es auch beim zweiten Thema meiner kleinen Medienauslese:</p>
<p>Die PR-Kampagne des FIFA-Präsidenten Sepp Hosni Ben Ali Blatter ist ja nun ziemlich verreckt, wie man vergangene Woche unschwer an <a title="google search: Blatter, racism" href="http://news.google.de/news/more?hl=en&amp;gl=de&amp;q=blatter+racism&amp;gs_upl=1835118l1838380l0l1838938l14l14l0l9l9l0l142l322l3.1l4l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=dc_QChNQSBFmhOMewQebfOHdMjiJM&amp;ei=xhrKTra1AY6WOoufrcQP&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=2&amp;ved=0CDYQqgIwAQ" target="_blank">Schlagzeilen in aller Welt</a> nachlesen konnte. Sepp kämpft also <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544102/index.html" target="_blank">&#8220;aktiv gegen Rassismus&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li><a title="Sepp Blatter with black people" href="http://seppblatterwithblackpeople.wordpress.com/" target="_blank">Seppblatterwithblackpeople.wordpress.com</a> (<em>via Indirekter Freistoß</em>)</li>
</ul>
<p>Ein weiterer Round Table mit ausgewählten Journalisten, der für vergangenen Freitag angesetzt war, wurde deshalb kurzfristig abgesagt. Sepp gibt aber weiter Interviews, in denen er ungehindert die Wahrheit beugen, seine Welt schönen kann und/oder seine Dialoge mit Gott wiedergeben kann, wie etwa in der <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544902/index.html?cid=twitter_president" target="_blank">Aargauer Zeitung</a>, in der BBC, gestern in der <strong>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</strong> &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/joseph-blatter-im-gespraech-ich-werde-mich-selbst-durchleuchten-lassen-11534877.html  " target="_blank"><strong>&#8220;Ich werde mich selbst durchleuchten lassen&#8221;</strong></a></li>
</ul>
<p>&#8230; und morgen gewiss anderswo.</p>
<p>Womit will Blatter sich eigentlich durchleuchten lassen?</p>
<p>Mit einem Nacktscanner?</p>
<p>[<em>Hinweis an Sepp: Zu viele Röntgenstrahlen sind der Gesundheit abträglich.</em>]</p>
<p>Es handelt sich bei derlei Veröffentlichungen meist um weitgehend keimfreie FIFA-PR: <em>&#8220;Ich, Sepp, räume jetzt aber auf! Ich hätte schon viel früher aufgeräumt, aber ich muss leider, leider, leider mit denen arbeiten, die mir im demokratischen FIFA-Gebilde an die Seite gestellt werden :(&#8220;</em></p>
<p>Die FIFA-Propagandisten verkaufen das FAS-Gespräch sogar auf der eigenen Webseite:</p>
<ul>
<li><a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1545309/index.html" target="_blank">Blatter: Football has a very positive image</a></li>
<li><a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544942/index.html" target="_self">Blatter: Der Fußball hat ein sehr positives Image</a></li>
</ul>
<p>Blatter wolle sich ethisch durchleuchten lassen, behauptet also die FAS.</p>
<p>So ein Unsinn.</p>
<p>Blatter ist längst durchleuchtet worden. Und sollte auch weiter durchleuchtet werden. Nein, eher nicht von <a title="Korruptionsskandal in Wahlkampfzeiten" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1458829/" target="_self">Interpol</a>, <span style="text-decoration: line-through;">die hat er ja gerade mit 20 Millionen bestochen</span> denen hat er ja gerade 20 Millionen &#8220;gespendet&#8221;.</p>
<p>Sepp Blatter ist das Oberhaupt einer mafios strukturierten Familie.</p>
<p>Blatter zu durchleuchten, das war und ist und wird bleiben: die Aufgabe von Journalisten.</p>
<p>[<em>Wogegen eine Darstellerin von Transparency International, einst eine angesehene NGO, deren Mitglied ich immer noch bin, nicht als Aufklärerin, sondern - gemäß Blatter - als Beraterin des FIFA-Präsidenten agiert. Oh Gott, wie schlimm ist es bestellt.</em>]</p>
<p>Richtig ärgerlich wird es, wenn man sich anschaut, wie die FAS dieses PR-Stück verkauft, was Nachrichtenagenturen daraus machen und wie das dann im medialen Kreislauf verwertet wird <a title="google news" href="http://news.google.de/news/more?hl=de&amp;gl=de&amp;q=blatter+fifa&amp;gs_upl=2231l3900l0l4019l12l10l0l7l7l0l124l291l2.1l3l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=d2nl3U1z-tN9FCMPUo616aFQUXgXM&amp;ei=ihPKTpL-OYXc8gP-z4RZ&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=1&amp;ved=0CDEQqgIwAA" target="_blank">(simple Google-News-Suche)</a>.</p>
<p>Da heißt es dann eben:</p>
<ul>
<li>&#8230; Blatter wolle sich selbst ethisch durchleuchten lassen &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter gebe persönliche Fehler zu &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter will Exekutive entmachten &#8230;</li>
</ul>
<p>oder:</p>
<ul>
<li>&#8220;Blatters Dilemma: Zwischen FIFA-Reform und Skepsis&#8221;</li>
</ul>
<p>So ein Nonsens. Mediales Versagen.</p>
<p>Blatter gibt Fehler zu?</p>
<p>Lächerlich.</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p><strong>In einer Kolumne im Internet haben Sie aber schon geschrieben: Es sind schreckliche Fehler gemacht worden. Von Ihnen?</strong></p>
<p>Es ist so: Wer viel arbeitet, macht ab und zu Fehler. Eines aber würde ich nie mehr machen: dass die Exekutive zwei Weltmeisterschaften gleichzeitig vergibt. Da muss es ja zu Interessenskonflikten kommen, denn es konnte jeder mitstimmen, auch wenn sein eigenes Land Kandidat war. Das war ein Fehler.</p>
<p><strong>Ein persönlicher Fehler?</strong></p>
<p>Ja, auch.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Auch!</p>
<p>Blatter will sich &#8220;durchleuchten&#8221; lassen?</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Unter anderem werden diese Leute die neuen Exekutivmitglieder ethisch und moralisch durchleuchten. Die Fifa wird ein Leumundszeugnis verlangen.</p>
<p><strong>Und die alten Mitglieder?</strong></p>
<p>Das ist eine juristische Frage. Aber ich bin überzeugt, dass sich alle Mitglieder einer solchen Überprüfung stellen werden.</p>
<p><strong>Und Sie selbst?</strong></p>
<p>Ja sicher.</p>
<p><strong>Wann?</strong></p>
<p>Im ersten Quartal des nächsten Jahres.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Sicher! Im ersten Quartal des nächsten Jahres!</p>
<p>Noch einmal: Journalisten sind dazu da, Blatter und seine Kumpane zu durchleuchten, aber es gehört nicht zur Aufgabe von Journalisten, seine Wahrheitsbeugungen und die Ergüsse seiner Spin Doktoren nahezu ungebrochen zu verbreiten.</p>
<p>Btw, ich weiß, dass Blatters neue Berater (die fürstlich entlohnten Herren de Gregorio, Fisa, Alexander) noch nicht ganz auf der Höhe des Geschehens sind, dazu fehlen ihnen einfach zu viele Hintergründe. Aber vielleicht könnten sie Ihrem Chef &#8211; ich habe das gelegentlich schon von deren Vorgängern erbeten &#8211; mal sagen, dass er weniger Unsinn erzählen soll.</p>
<p>Zum Beispiel erklärt er:</p>
<blockquote><p>Diejenigen, die mich jagen und sagen, Sepp Blatter steht auf der [<em>ISL-</em>]Liste, irren sich.</p></blockquote>
<p>Sepp, mein Freund, das hat doch gar niemand behauptet. Es geht aber, zum Beispiel, darum, ob der einstige FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter jene 1,5 Millionen, die für den damaligen Präsidenten Havelange bestimmt waren, aber versehentlich auf einem FIFA-Konto ankamen, auf Havelanges Konto transferiert hat.</p>
<p>Ganz davon abgesehen, dass Sepp Blatter stets eine zentrale Rolle im von seinem alten Kumpel Horst Dassler, der ihn auch in der FIFA installierte, begründeten ISL-Korruptionssystem gespielt hat. Ganz davon abgesehen, dass Sepp sich vom Emir von Katar und von Mohamed Bin Hammam 1998 und 2002 inthronisieren ließ. Ganz davon abgesehen &#8230;</p>
<p>&#8230; aber ich will nicht die gesamte Korruptionsgeschichte der FIFA ausbreiten.</p>
<p>Übrigens: <a title="transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org/Secret_KPMG_letters_reveal_FIFA_rackets/secret_kpmg_letters_reveal_fifa_rackets.html" target="_blank">Andrew Jennings hat wieder publiziert</a>, basierend auf langjähriger, hartnäckiger Recherche und auf Dokumenten.</p>
<p>Ganz ohne Körperscanner.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" length="12753408" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Und es sprach @SeppBlatter: &#8220;we are working for the youth of the world, we are not working for us&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/07/und-es-sprach-seppblatter-we-are-working-for-the-youth-of-the-world-we-are-not-working-for-us/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/07/und-es-sprach-seppblatter-we-are-working-for-the-youth-of-the-world-we-are-not-working-for-us/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 14:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andreas herren]]></category>
		<category><![CDATA[bernd fisa]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ifa]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11152</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Schräge Geschichte, heute hier im Grand Hotel Dolder in der International Football Arena.  Eigentlich war FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke als Gastredner avisiert gewesen, doch der ist nach Brasilien unterwegs, um die Wogen zu glätten. Während sein Boss Sepp die IFA dann doch nutzen wollte, um Neuigkeiten in der &#8220;Korruptionsbekämpfung&#8221; und Neues zu den FIFA-&#8221;Reformen&#8221; zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Schräge Geschichte, heute hier im Grand Hotel Dolder in der <a title="IFA" href="http://internationalfootball.com/" target="_blank">International Football Arena</a>.  Eigentlich war FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke als Gastredner avisiert gewesen, doch der ist <a title="Keir Radnedge" href="http://keirradnedge.com/2011/11/07/valcke-message-for-brazil-is-that-2014-is-for-the-world-not-just-for-you/" target="_blank">nach Brasilien unterwegs</a>, um die Wogen zu glätten. Während sein Boss Sepp die IFA dann doch nutzen wollte, um Neuigkeiten in der &#8220;Korruptionsbekämpfung&#8221; und <a title="Sepp Blatter Kolumne auf insidewordfootball.biz" href="http://www.insideworldfootball.biz/sepp-blatter-column/9868-sepp-blatter-mistakes-were-made-some-of-them-horrific-but-we-are-determined-to-remedy-the-ills-of-the-past" target="_blank">Neues</a> zu den FIFA-&#8221;Reformen&#8221; zu verkünden. Ich habe gerade aufmerksam zugehört, ein bisschen darüber <a title="JW on twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_self">getwittert</a>, aber nichts dergleichen vernommen.</p>
<p>Nun redet Barca-Präsident Sandro Rosell, dicker Kumpel vom <a title="“How to make the whole f***-up look better for FIFA”?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/" target="_self">Serienlügner</a> Valcke und vom <a title="AJs presentation at the Senat Committe in Brasilia ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/" target="_self">Großgauner Ricky Teixeira</a>, darüber, dass er die Primera Division unbedingt auf 18 und dann 16 Vereine einstampfen will.</p>
<p>Das wird gewiss Schlagzeilen geben, interessiert mich aber gerade nicht so sehr.</p>
<p>Was hat Sepp einem exklusiven Kreis aus der Fußballbranche erzählt?</p>
<p>Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>&#8230; we can not change the world, that is not possible, but we can prepare a better future</p></blockquote>
<blockquote><p>all devils of our society are in this game: violence, cheating, corruption, racism, doping, match-fixing, illegal betting, all this is in our game because it is in our society</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; we are going to change a little bit, or a lot, and to make a kind of reform</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; it is not easy. but we have taken the task</p></blockquote>
<blockquote><p>I have taken the task</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; <a title="Sepp Blatter greint: &quot;Die Institution FIFA ist nicht korrupt&quot;&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">we have an agenda, we have a road map</a>. we want to be transparent</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; I need the support of the whole community and also of the family members</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; because we are working for the youth of the world, we are not working for us</p></blockquote>
<blockquote><p>support me!</p></blockquote>
<p>Wie gesagt, viel mehr habe ich nicht gehört.</p>
<p>Vielleicht noch dies, es ist Sepp wichtig, dass das berichtet wird.</p>
<p>Angeblich unterscheidet er seit kurzem zwischen &#8220;FIFA family&#8221; und &#8220;FIFA community&#8221;. Das lässt Raum für Interpretationen.</p>
<p>Ich aber sage: Egal ob family oder community &#8211; schmeißt die Betrüger raus. Öffne die Konten und Archive, Sepp.<span id="more-11152"></span></p>
<p>Putzig waren mal wieder die Umstände, unter denen ich hier versuche, meine Arbeit zu machen.</p>
<p>Will es kurz machen: Ich hatte eine Akkreditierung für die IFA beantragt. Die wurde mir u.a. mit der Begründung verwehrt, es handele sich hier um eine Veranstaltung, deren Besuch allein mit Einladungen möglich ist. Nun, auf der IFA-Webseite steht das bis heute anders. Ich habe mich auch nicht groß dran gestört und bin trotzdem nach Zürich geflogen. Hatte gehofft, reinzukommen, um wenigstens Sepp Blatters Auftritt zu verfolgen. Doch Andreas Herren &#8211; ehemals FIFA-Mediendirektor, nun u.a. für Russland 2018, Match und die IFA tätig &#8211; erklärte mir, dass auch das nicht möglich sei.</p>
<p>Ich sagte ihm wahrheitsgemäß, dass ich ein bisschen Lärm machen würde, auf Twitter und überhaupt. Er meinte, ich solle das ruhig tun, skandalisieren.</p>
<p>Ich bin dann ins Dolder einen Kaffee trinken und twittern gegangen, und siehe: wer flog kurz darauf ein mit seiner Entourage?</p>
<p>Sepp.</p>
<p>Ein paar Minuten später, nach einem Gespräch mit Sepps neuem Medienmann Bernd Fisa (ehemals Michael Schumacher, Ferrari u.a.) kam Andreas Herren wieder. Und ich bekam eine Akkreditierung nachgereicht.</p>
<p>Er sagte, er hätte sich für mich eingesetzt. Ich denke mal, es war eine Kombination aus allem. Die Tweets gehörten gewiss auch dazu.</p>
<p>Dass drinnen ziemlich viele Journalisten saßen, darunter einige der üblichen Verdächtigen, war natürlich klar. Aber auch der famose Jean François Tanda von der Handelszeitung, der schon viele sehr gute FIFA/ISL-Geschichten recherchiert hat, hatte eine Akkreditierung bekommen. Darauf hatte mich Andreas Herren bereits Ende vergangener Woche hingewiesen, verbunden mit dem Argument, dass es nicht darum gehe, kritische Journalisten auszuschließen &#8211; <a title="JFTanda on Twitter" href="http://twitter.com/#!/JFTanda" target="_self">JFTanda </a>sei schließlich auch dabei.</p>
<p>Ich will es für heute mal dabei belassen.</p>
<p>(Schauen wir mal, was welche Medien nun aus Sepps doch enttäuschendem Auftritt machen.)</p>
<p>Aber die Frage, wie in der FIFA-Fußball-Familie mit Journalisten verfahren wird, wie so genannte Journalisten und Medien in den Propaganda-Feldzug eingebunden werden (siehe die Blatter-Kolumne auf insideworldfootball.biz), dieser Frage muss Mann sich nun unbedingt mal gründlicher widmen. Ich werde das tun.  Wird mal wieder Zeit.  Auch das gehört zur, nun ja, Transparenz, die die FIFA weiter verwehrt.</p>
<p>Es geht mir überhaupt nicht darum, Personen vorzuführen. Im Vergleich zu anderen Medienleuten, die für die FIFA gearbeitet haben und/oder noch immer tätig sind, habe ich meist gute Erfahrungen mit Herren gemacht &#8211; soweit man das sagen darf, ohne naiv zu sein, denn natürlich stehen wir auf verschiedenen Seiten, das sollte immer klar sein.</p>
<p>P. S.: Sehr schräg und einmal mehr peinlich für Transparency International, wie der Sepp die Einbindung von TI als Argument für die Ernsthaftigkeit seiner &#8220;Reformen&#8221; verwob.</p>
<p><strong>20.58 Uhr:</strong> Die FIFA-Propagandaabteilung hat heute auch wieder etwas zu vermelden. Wie absurd:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1539215/"><img class="aligncenter size-full wp-image-11164" title="Screenshot FIFA.com" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/blatter-forbes-screen.jpg" alt="" width="532" height="370" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Das erinnert mich doch glatt an eine Forderung, die ich mal wieder los werden muss: Personenkult gehört auch abgeschafft in Sepps Reich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/07/und-es-sprach-seppblatter-we-are-working-for-the-youth-of-the-world-we-are-not-working-for-us/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten &#8230;&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 19:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[csu]]></category>
		<category><![CDATA[dagmar freitag]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[hall of shame]]></category>
		<category><![CDATA[herbert fischer-solms]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[novosp]]></category>
		<category><![CDATA[oliver fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11045</guid>
		<description><![CDATA[Herbert Fischer-Solms hat gerade im Deutschlandfunk einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur bisherigen Berichterstattung über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an: Was bisher geschah &#8211; meine Zusammenfassung: : Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) hat &#8220;an der Qualität einige Dinge&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herbert Fischer-Solms</strong> hat gerade im <strong>Deutschlandfunk</strong> einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">bisherigen</a> <a title="Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/" target="_self">Berichterstattung</a> </strong>über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an:</p>
<p>Was bisher geschah &#8211; meine Zusammenfassung:</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1910_05b7472f.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>Klaus Riegert (CDU/<span style="text-decoration: line-through;">Schwäbischer Turnerbund</span>) </strong>hat &#8220;an der Qualität einige Dinge&#8221; in meinem &#8220;Statement&#8221;, &#8220;die man auch anders würdigen kann&#8221;, wenn ich ihn recht verstanden habe, was echt schwerfällt. Egal, hier auch das Interview mit demjenigen, der Öffentlichkeit und Transparenz scheut wie der Teufel das Weihwasser: Klaus Riegert, sportpolitischer Sprecher der Union.</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1938_358bfe99.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ich denke, dies und Riegerts erschreckend hilflos-ahnungslose Satzfetzen im <a title="zeit-online: Interview mit Klaus Riegert (CDU)" href="http://www.zeit.de/sport/2011-10/sportpolitik-riegert-presse-2/komplettansicht" target="_blank">Zeit-online-Interview</a> mit Oliver Fritsch erklären einiges.</p>
<p>Zum Abschluss schließlich das Interview von Herbert Fischer-Solms mit der Sportausschusschefin <strong>Dagmar Freitag (SPD/Deutscher Leichtathletik-Verband)</strong>, der die Entwicklung hörbar peinlich ist:</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1944_c5857dc5.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><em>Nachtrag, 4. November, 11.21 Uhr:</em> Ich wurde soeben von einem schwäbischen Leser darauf hingewiesen, dass Klaus Riegert nicht mehr Vizepräsident des <a title="Präsidium des Schwäbischen Turnerbundes" href="http://www.stb.de/stb/organisation/praesidium.html" target="_blank">Schwäbischen Turnerbundes</a> ist. Er war es lange Jahre, und auf der <a title="BT Klaus Riegert" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/R/riegert_klaus.html" target="_blank">Bundestags-Webseite</a> allerdings steht das bis zu diesem Moment auch noch so.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1910_05b7472f.mp3" length="2040320" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1938_358bfe99.mp3" length="2779648" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1944_c5857dc5.mp3" length="4152320" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 12:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[daniel drepper]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[joachim günther]]></category>
		<category><![CDATA[jonathan sachse]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[novosp]]></category>
		<category><![CDATA[pavel mayer]]></category>
		<category><![CDATA[perikles simon]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11010</guid>
		<description><![CDATA[Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen: Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen:</p>
<blockquote><p>Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst vor Veränderung haben. Sie glauben, dass ihre bisherigen wirtschaftlichen und politischen Erfolge sie moralisch dazu berechtigen, die Regeln der neuen Welt bestimmen zu können. Sie wollen weiter erfolgreich und mächtig sein, ohne sich so radikal ändern zu müssen, wie es die neuen Umstände der digitalen Welt erfordern. (&#8230;)</p>
<p>Viele „Kartelle der Angst“ werden zwar nach und nach von den Realitäten überholt und politisch und wirtschaftlich marginalisiert. Doch wenn sie im Untergang ihre alte Macht rücksichtslos nutzen, können sie nicht nur vorübergehenden gesellschaftlichen Schaden verursachen.</p>
<p><em><strong>Pavel Mayer</strong>, MdL Berlin, Die Piratenpartei, in der <a title="FAZ.net: Die Antwort der Piraten" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/netzfreiheit-die-antwort-der-piraten-11495541.html" target="_blank">FAZ vom 16. Oktober 2011</a></em></p></blockquote>
<p>Schaun mer also mal, was die MdB im Sportausschuss, Lobbyisten und Wahrheitsbeuger wie Joachim Günther (FDP) und Klaus Riegert (CDU), mittelfristig <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">unter Ausschluss der Öffentlichkeit</a></strong> geplant haben.</p>
<p>Denn dieses <strong>Kartell der Angst</strong> will ja, so die Propaganda, nunmehr fachlich Höchstleistungen vollbringen und all das bieten, wozu es bisher unter den Augen von Journalisten und anderen interessierten Bürgern leider nicht in der Lage war:</p>
<ul>
<li>der Kontrollpflicht von BMI und Sportverbänden nachkommen,</li>
<li>sich professionell vorbereiten und fachlich kompetent sein &#8230;</li>
<li>&#8230; und etliches mehr. (Wer sich darüber ein Bild machen möchte, dem seien erneut meine <a title="tag Notizen vom Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/novosp/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss und viele andere Beiträge empfohlen</a>.)</li>
</ul>
<p>Jetzt aber wird alles anders.</p>
<p><a title="abgeordnetenwatch.de" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37894--f315487.html#q315487" target="_blank">Klaus Riegert</a> <a title="klaus-riegert.de - Erklärung seines Mitarbeiters Thomas Dorenburg" href="http://klaus-riegert.de/gaestebuch.php?SESSION_ID=d33da3c7d36e383449569076c0caf2d3" target="_blank">dumpft:</a></p>
<blockquote><p>In Blick auf ein effektives und fachpolitisches Arbeiten ist man daher zur ursprünglichen Form entsprechend der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages zurückgekehrt. Diesen Wechsel als einen „Skandal“ zu bezeichnen oder diesen in Verbindung mit „autoritären Systemen“ zu stellen, spricht für sich selbst.</p></blockquote>
<p>Joachim Günther <a title="joachimguenther.de" href="http://www.joachimguenther.de/" target="_blank">irrlichtert:</a></p>
<blockquote><p>Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll eine effizientere Arbeit ermöglicht werden. <strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong> Joachim Günther: &#8220;Auch ich stehe selbstverständlich für Themenanfragen zur Verfügung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da stimmt natürlich kaum etwas an diesen großen und kleinen Wahrheitsbeugungen. Oder soll ich etwa sagen: Lügen?</p>
<p>Zwei Beispiele nur, die belegen, dass der Steinzeit-Kommunikator Günther, der so gewiss auch in Nordkorea Karriere gemacht hätte, mitnichten stets zur Verfügung steht:</p>
<ul>
<li><a title="Ein Arbeitsprotokoll ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/" target="_self">Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB’s im Sportausschuss</a></li>
<li>Grit Hartmann: <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)</a> &#8211; sie schreibt &#8230;</li>
</ul>
<blockquote><p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht.</p></blockquote>
<p>So ist das mit der Wahrheit.</p>
<p>Noch einmal MdB Günther:</p>
<blockquote><p><strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong></p></blockquote>
<p>Und nun weiter mit den Fakten. Zurück zur Eingangsfrage:</p>
<p><strong>Was planen sie also in der nächsten Zeit, die Sportpolitiker des Bundes?</strong></p>
<p>Hier der Stand der Ermittlungen, aus dem Bundestag, die Themenliste <span style="text-decoration: line-through;">der kommenden Sitzungen</span> nichtöffentlichen Sitzungen des kommenden Jahres:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11014" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt1neu.png" alt="" width="498" height="769" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11015" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt2neu.jpg" alt="" width="499" height="338" /></p>
<p>Das ist, nun ja, nicht sehr viel.</p>
<p>Ist ja auch nichts los im Sportbusiness. Nichts, was aufzuarbeiten und zu diskutieren wäre. Nichts Dringendes, nichts Drängendes. Nichts, was die Öffentlichkeit interessieren könnte. (Es gibt keinen Formel-1-Bayern-LB-Bestechungsprozess, keine flächendeckende Korruption bei der FIFA und in vielen anderen Weltverbänden, keine Misswirtschaft in deutschen Sportorganisationen, keine Verstöße gegen Dopingregeln, keinen Handball-Prozess in Kiel &#8230; die Liste, was es alles nicht gibt, ließe sich ins Unendliche verlängern, denn die Welt ist in Ordnung.)</p>
<p><strong>Was also tun?</strong></p>
<ul>
<li><strong>1)</strong> Ich finde, weder Medien noch die sonstige Öffentlichkeit sollten das den CDU-CSU-FDP-Kameraden durchgehen lassen.</li>
<li><strong>2)</strong> Mit Glossen, die gestern und heute in einigen Zeitungen zu lesen waren, ist es allein nicht getan. Es bedarf klarerer Worte und Aktionen. Denn diese Steinzeit-Handlungen höhlen die Demokratie weiter aus.</li>
</ul>
<p>Und diejenigen aus der Opposition, die nun mit <a title="Grüne-PM" href="http://violavoncramon.de/aktuelles/aktuelles-news-single/article/angst_vor_der_oeffentlichkeit/" target="_blank">einiger</a> <a title="Linke-PM" href="http://www.linksfraktion.de/nachrichten/schwarz-gelbe-rolle-rueckwaerts/" target="_blank">Verspätung</a> das Vorgehen der Koalition <a title="SPD-PM" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58749,00.html" target="_blank">kritisieren</a>, gehen ja auch selten mit gutem Beispiel voran &#8211; überzeugende Sachpolitik im Sportausschuss jedenfalls stelle nicht nur ich mir anders vor. Jedenfalls nicht so, wie ich es seit einem Jahrzehnt im Sportausschuss erlebt habe. (Aber ich bin eben ein Träumer.)</p>
<p><strong>Michael Reinsch</strong> <a title="faz.net: Spiel mit verdeckten Karten" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/sportausschuss-spiel-mit-verdeckten-karten-11506055.html" target="_blank">sieht es ähnlich</a>, und er darf gewissermaßen als Doyen der Ausschuss-Berichterstatter gelten:</p>
<blockquote><p>Dass die Sportpolitiker von Union und Freien Demokraten der Öffentlichkeit die Tür ins Gesicht schlagen, ist nur deshalb kein Skandal, weil sie die Bedeutung des Ausschusses (&#8230;) ohnehin längst unterminiert haben.</p></blockquote>
<p>Nochmal: <strong>Was also tun?</strong></p>
<p>Einiges ist in den <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">Kommentaren</a> schon andiskutiert worden.</p>
<p>Es gibt viele Möglichkeiten.</p>
<ul>
<li><strong>3)</strong> Ich finde, ein <strong>partieller Medienboykott</strong> ist angebracht. Weder Blogger noch Journalisten sollten von den künftigen Ausschusssitzungen berichten. Das gilt auch für Nachrichtenagenturen.</li>
<li><strong>4)</strong> Wohl aber sollten diese Medienmenschen ihre frei werdende Zeit sinnvoll nutzen und geschlossen wichtige Hintergründe, Skandälchen und Skandale der real existierenden deutschen Sportpolitik <strong>recherchieren</strong>.</li>
</ul>
<p>Themen gibt es en masse.</p>
<p>Solche Skandale wie die <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Bremserrolle der Deutschen im internationalen Antidopingkampf</a>, wie gerade wieder von Grit Hartmann akribisch seziert, verdienen mehr Aufmerksamkeit. Weil derlei Recherchen ein Lügengebilde entlarven.</p>
<p><strong>Und das übrigens ist die wichtigste Aufgabe von Journalismus. </strong></p>
<p>Es zählt aber nicht zu Aufgaben von Journalisten, Informationsblockern und Wahrheitsallergikern wie Riegert, dem Teppichhändler (CDU) und/oder Günther (FDP) hinterherzulaufen und sich von ihnen erzählen zu lassen, <span style="text-decoration: line-through;">welche Spiele am iPad gespielt wurden</span> wie heldenhaft sie gerade unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Sportausschuss Demokratie gespielt haben, und derlei Propaganda dann ungeprüft und ungestraft unters Volk zu bringen.</p>
<p>No way.</p>
<p>Stattdessen sollten Journalisten und Blogger und interessierte Bürger vielmehr, zum Beispiel &#8230;</p>
<ul>
<li><strong>5)</strong> &#8230; die <a title="google search" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;oq=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=1&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=17347l20672l0l21032l2l2l0l0l0l0l134l134l0.1l1l0" target="_blank">Geschäfte des Joachim Günther (FDP)</a> durchleuchten,</li>
<li><strong>6)</strong> &#8230; das <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Eigenleben der in Bonn residierenden BMI-Sportabteilung</a> unter Gerhard Böhm beschreiben,</li>
<li><strong>7) </strong>&#8230; den Öffentlichkeitsblockern im Ausschuss Demokratie beibringen, nicht erst bei den nächsten Wahlen, wenn die Kreuze für die Piratenpartei gemacht werden.</li>
</ul>
<p>Es wäre viel mehr zu sagen, und es ist auch schon sehr viel gesagt worden, zur <strong><a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_self">Propagandamaschine</a></strong> (Lesebefehl, Namen und Zahlen beliebig austauschbar) und zum <a title="We are family: der kritische Schulterschluss von Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Schulterschluss von Sport und Politik</a> &#8211; hier und anderswo.</p>
<p>Was man &#8211; Bürger, Journalisten, Blogger &#8211; also tun könnte, das würde ich gern etwas ausführlicher besprechen.</p>
<p>Für mich ist dieser Vorgang ein Grund mehr, endlich meinen lang gehegten Plan umzusetzen, und unter dem Label &#8220;Sport and Politics&#8221; eine sportpolitische Berichterstattung anzubieten, die weit über das hier im Blog angebotene hinausgeht und national wie international eine Marktlücke füllt.</p>
<p><strong>Any thoughts? Vorschläge? Lasst uns sammeln und diskutieren &#8211; Sofortmaßnahmen, Recherchethemen. Alles.</strong></p>
<p><strong>Nachtrag, </strong><strong></strong><strong>20.58 Uhr: </strong></p>
<ul>
<li><a title="JonathanSachse.de" href="http://jonathansachse.de/?p=1198" target="_blank">Jonathan Sachse reagiert auf seinem Blog:</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Vor drei Jahren habe ich meine Studium-Abschlussarbeit über “Crowdsourcing in Sportvereinen” geschrieben. Von dem Modell der “Weisen Masse” bin ich überzeugt. Man muss die Möglichkeiten der modernen online Datenbank nur sinnvoll einsetzen. Nach der passenden Mechanik muss sicherlich noch gesucht werden.</p></blockquote>
<p><strong>21.21 Uhr:</strong></p>
<p>Daniel Drepper schreibt in seinem Blog:</p>
<blockquote><p>Wofür braucht es noch einen Sportausschuss, wenn er weder entscheiden kann, noch öffentliche Diskussionen bietet?</p></blockquote>
<p>&#8230; und wenn er seiner Kontrollfunktion nicht nachkommt?</p>
<p><strong>Es braucht ihn gar nicht (mehr).</strong></p>
<p>Das sieht Perikles Simon offenbar auch so:</p>
<blockquote><p><strong><a title="n-tv.de" href="http://www.n-tv.de/sport/Doping-Jaeger-plagen-Zweifel-article4316346.html" target="_blank">Ausgelacht von Sportpolitikern</a></strong></p>
<p>In Freiburg tauchten Feinde des Anti-Doping-Kampfes aus den verschiedensten Ecken auf. Perikles Simon, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der Uni Mainz und einer der Hoffnungsträger der Branche, berichtete in einer Diskussion eher beiläufig, dass er von einer Gruppe deutscher Sportpolitiker eingeladen und um Rat gefragt worden war. Er sei ausgelacht worden, als er die Notwendigkeiten für einen effektiven Anti-Doping-Kampf erläuterte. Simon: <strong>&#8220;Glauben Sie, da gehe ich noch einmal hin?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Was der Sportinformationsdienst in dieser Meldung flapsig als &#8220;Gruppe deutscher Sportpolitiker&#8221; bezeichnet, war: der Sportausschuss.</p>
<p>Ich meine, es handelte sich um <a title="Die miserable Erfolgsquote der Dopinganalytik – und die Erfolgsmeldung von BMI, NADA und BVA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/" target="_self">diese Sitzung vor einem Jahr (hier findet sich auch der Vortrag von Simon)</a>, bei der sich der nun wirklich verdienstvolle Wissenschaftler heftiger Angriffe erwehren musste.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>38</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympic bidding race 2018: die letzten Stunden</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/olympic-bidding-race-2018-die-letzten-stunden/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/olympic-bidding-race-2018-die-letzten-stunden/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 15:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jon tibbs]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[dichtugn und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[jta]]></category>
		<category><![CDATA[momentum]]></category>
		<category><![CDATA[olympiapoker]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10617</guid>
		<description><![CDATA[DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen. Im Grunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen.</p>
<p>Im Grunde halte ich es eher mit Gian-Franco Kasper, IOC-Mitglied und Ski-Weltverbandspräsident aus der Schweiz, der mir vorhin gesagt hat, das Desinteresse im IOC an den Winterspielen 2018, die am Mittwoch vergeben werden, sei geradezu beängstigend.</p>
<p>Aber das nur am Rande.</p>
<p>Denn: It&#8217;s showtime, folks!</p>
<p>Oder, um mit <a title="JTA" href="http://www.jtassocs.com/" target="_blank"><strong>Jon Tibbs</strong></a> zu sprechen, zu dessen Kernaufgaben es zählt, für München 2018 ein Momentum zu kreieren:</p>
<blockquote><p><strong>Ein Momentum ist für mich, wenn die Medien nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die positiven Aspekte.</strong></p>
<p><strong> </strong>Die Leute sprechen dann nur noch über Positives und ignorieren die Schwächen.</p></blockquote>
<p>Ich brauche jetzt mal eine Pause, bevor es in die nächste Schicht geht, zur Eröffnung der IOC-Session, und hier ein weiteres Textlein erscheint.</p>
<ul>
<li>Hören Sie doch gern noch mal rein, das war eine Heidenarbeit, diese 27 Minuten über olympische Spindoktoren zu produzieren:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Oder lesen Sie <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">diese Geschichte</a>.</li>
<li>Oder schauen Sie gar <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">auf</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Youtube</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">vorbei</a>, zum <a title="Programmhinweis (XI): &quot;Olympiapoker&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">Olympiapoker</a>.</li>
</ul>
<p>Für morgen, Mittwoch, kündige ich schon mal einen echten <strong>Live-Blog von der Entscheidung an</strong>.</p>
<p>Bis gleich.</p>
<p><strong>21.22 Uhr:</strong> Treffe gerade Sepp Blatters beiden Reisebegleiter im wegen der IOC-Sessionseröffnung verwaisten Hilton Hotel. Blatter war mit den beiden gestern bei Robert Mugabe in Harare.</p>
<p>Ich: Habt ihr denn kein Gewissen? Schämt ihr euch nicht?</p>
<p>Walter Gagg, Sepps Freund und FIFA-Direktor:</p>
<blockquote><p>Wieso? Ich war doch auch schon bei Videla und bei Pinochet.</p></blockquote>
<p><strong>21.25 Uhr:</strong> Momentaufnahmen von heute Nachmittag im Hilton, verfasst für einige Zeitungen:</p>
<p>Gesund leben nicht alle im hektischen olympischen Zirkel. Gian-Franco Kasper schon gar nicht. Wer Kasper sucht, muss nur vor die Tür gehen, dort wo die Raucher stehen. Im Hilton Hotel zu Durban ist das nicht anders als kürzlich in Lausanne oder in London. Kasper braucht seine Dosis Nikotin, anders kann man es nicht sagen. Er hat schon viele Bewerbungen verfolgt, ob nun als IOC-Mitglied oder im Ski-Weltverband FIS, wo er Jahrzehnte Generalsekretär war und seit einer weiteren Ewigkeit als Präsident amtiert. Vor einigen Wochen hat er Olympiabewerber als „paranoid“ bezeichnet und kürzlich die im Umkreis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) herum wuselnden Lobbyisten als „Schmarotzer“. So kennt und schätzt man Kasper. Er liebt klare Worte so sehr wie seine Zigaretten.</p>
<p>Das IOC-Hotel in Durban, fünfzig Meter neben dem Internationalen Kongresszentrum gelegen, in dem amMittwoch auf der 123. IOC-Session die Winterspiele 2018 vergeben werden, ist eigentlich für derlei Anlässe nicht geeignet. Denn es bietet nur eine winzige Lobby, da bleibt kaum Platz für Lobbyisten, die ihre Zielpersonen anvisieren können. Die Olympiabewerber aus Pyeongchang, München und Annecy stört das ein bisschen, Kasper aber ist zufrieden. „Da lassen sie mich in Ruhe.&#8221;</p>
<p>Als Wintersport-Präsident muss man ihm ohnehin nichts mehr erzählen. Andererseits aber wundert sich Kasper, wie wenig Interesse seine IOC-Kollegen an dieser Bewerbung haben. Viele trafen erst am Dienstag in Durban ein, etwa Schwimm-Weltpräsident Julio Maglione aus Uruguay, der beim Check-In sofort vom Münchner Lobbyisten Carlos Garcia belagert wurde, der ebenfalls aus Uruguay stammt; oder der Franzose Guy Drut, der einmal mehr bewies, wie egal ihm die Offerte aus Annecy ist.</p>
<blockquote><p>Das Desinteresse ist fast schon beschämend und beängstigend &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Gian-Franco Kasper. „Da sollte man besser eine Briefwahl machen als so eine Show.“ Olympische Winterspiele sind schon deshalb ein Minderheitenprogramm, weil die meisten der 110 IOC-Mitglieder aus Ländern kommen, die keine große Wintersporttradition haben oder aus geografischen Gründen ohnehin nie für Winterspiele infrage kommen. Manche Mitglieder lesen den Prüfbericht nicht, das ist bekannt, darauf haben kritische Zeitgenossen wie Kasper oder der Kanadier Richard Pound immer wieder hingewiesen. Für 2018 bewerben sich nur drei Städte, Annecy nicht einmal richtig – es ist das kleinste Feld seit drei Jahrzehnten. Die Absagen für Durban häufen sich. Da die Mitglieder aus den Bewerbernationen nicht votieren dürfen, so lange ihre Städte dabei sind, könnten am Mittwoch im ersten Wahlgang schon 49 Stimmen für die absolute Mehrheit reichen.</p>
<p>Katarina Witt hat am Montag in Durban das letzte Häkchen machen können, denn es gab bis dahin noch ein IOC-Mitglied, das sie nicht gesprochen hatte: Den Finnen Saku Koivu, der für die Anaheim Ducks in der NHL Eishockey spielt. Als NHL-Profi ist man gut beschäftigt. „Ein Treffen hat sich einfach nie ergeben“, sagt Witt. Das ist nun auch erledigt.</p>
<p>Eine Momentaufnahme, 20 Stunden vor der Wahl: Am Dienstagnachmittag, als Guy Drut gerade eincheckte, sitzt die Witt mit dem Ukrainer Sergej Bubka im Cafe. Zwei Tische weiter bearbeitet Pyeongchangs Bewerbungschef Yang Ho Cho den Präsidenten des Amateurbox-Weltverbandes, Ching-Kuo Wu aus Taiwan. John Furlang, Organisationschef der Winterspiele 2010 in Vancouver ist ebenfalls gerade angekommen, Carlos Nuzman, IOC-Mitglied und Organisationschef der Sommerspiele 2016 in Rio, eilt zum Aufzug. Der Russe Schamil Tarpischtschew, der als Sportminister einst Milliarden veruntreut hat, schlurft gemeinsam mit Shagdarjav Magvan aus der Mongolei durch die Lobby. Magvan ist aber uninteressant für die Bewerber, denn als IOC-Ehrenmitglied hat er keine Stimme.</p>
<p>Für München ist wieder die Frauen-Combo am Start: Katarina Witt und Claudia Bokel, als Athletensprecherin selbst IOC-Mitglied, assistiert von Severine Hubert aus dem Team des Spindoktors Jon Tibbs und von Katrin Merkel, die beim DOSB und in der Olympia GmbH als Direktorin für Internationales agiert. Außerdem stets in der Nähe sind Judith Bongard und Angela Grammatikos aus der Bewerbergesellschaft. Dieses kleine Team hat in den vergangenen zwei Jahren gewiss mehr als 1.000 Gespräche angebahnt und tat das noch bis weit in die Nacht. Nebenan im Pressezentrum hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gerade TV-Interviews gegeben, stürzte in eine BMW-Limousine und zum nächsten Medientermin mit Münchens Sportbotschaftern. Hektische Betriebsamkeit auf allen Ebenen, ein reichlich absurdes Theater, wobei die interessantesten Termine ja hinter geschlossen Türen ablaufen, auf anderen Etagen des Hilton und in weiteren Etablissements.</p>
<p>Was bespricht etwa Bundespräsident Christian Wulff mit IOC-Mitgliedern. Was versprechen die Abgesandten von BMW? Was machen die Geldverteiler von Samsung, dem IOC-Sponsor, der vom hochkorrupten IOC-Mitglied Kun Hee Lee geführt wird? Das sind entscheidende Fragen, auf die es keine verlässlichen Antworten gibt. Wie immer im Olympiapoker.</p>
<p>Charles Beigbeder, der erst seit einem halben Jahr die Geschäfte des Kandidaten Annecy führt und stets für naiv-spitze Kommentare gut ist, hat auch diesmal Schlagzeilen gemacht. Eine französische Nachrichtenagentur zitierte ihn mit den Worten, die Olympischen Winterspiele sollten keine Trophäe für einen Konzern sein. Natürlich wurde dies als Attacke auf die Bemühungen von Samsung, Korean Air und BMW verstanden. Am Dienstag erklärte der arg in Bedrängnis geratene Beigbeder, wenig überraschend, er sei missverstanden worden und habe das alles nicht so gemeint.</p>
<p>Schon klar.</p>
<p>Der Irrsinn geht weiter. Die Lobbyisten lauern. IOC-Mitglieder schlendern mit Schals in den südafrikanischen Nationalfarben vorbei, offenbar gab es irgendwo eine Einkleidung. In Kürze wird im Durban Play House die IOC-Session eröffnet. Vorher aber gibt auch FranzBeckenbauer noch eine Pressekonferenz für München. Während ein Reporter aus Holland gerade belustigt von einem Eislauftermin mit Pyeongchangs SuperstarYuna Kim berichtet. Es war ein Fiasko: Denn Fräulein Kim hatte leider nicht die richtigen Schlittschuhe parat, das Eis war ihr zu weich – und überhaupt. Man kann nicht alles haben.</p>
<p>Am Mittwoch aber wollen sie alles. München und Pyeongchang. Es gibt nur eine Goldmedaille, kein Silber.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/olympic-bidding-race-2018-die-letzten-stunden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" length="12826624" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Die Autobahnen und Wunderpillen des DDR-Doping-Funktionärs Thomas Köhler</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:48:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ddr]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[doh]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[dopingopfer]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[dtsb]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[thomas köhler]]></category>
		<category><![CDATA[verein sport und gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[dopingtrainer]]></category>
		<category><![CDATA[johanna sperling]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[stasi]]></category>
		<category><![CDATA[uwe trömer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9483</guid>
		<description><![CDATA[Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: &#8220;Dem Herzen trauen&#8221;. Und nun das. (dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400) Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: <a title="Berliner Zeitung vom 13. September 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0913/seite3/0001/index.html" target="_blank">&#8220;Dem Herzen trauen&#8221;</a>.</p>
<p>Und nun das.</p>
<blockquote><p>(dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400)</p>
<p>Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport</p>
<p>Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa</p></blockquote>
<p>Ich weiß nicht, was so exklusiv daran ist, wenn das Buch von Köhler am Donnerstag doch auf den Markt kommt. Ich würde eher mal vorschnell sagen: Es ist gute PR für ein Buch, das <a title="Verlag Das Neue Berlin" href="http://www.eulenspiegel-verlag.de/programm-1/titel/913-Zwei_Seiten_der_Medaille.html" target="_blank">&#8220;Zwei Seiten der Medaille heißt&#8221;</a>. Eine wichtige Passage aus dem Elaborat wird ja bereits heiß diskutiert:</p>
<blockquote><p>Doping sei nur &#8220;für ausgewählte Kadersportler vorgesehen gewesen, die in der Regel erwachsen waren. Ausnahmen bestanden zum Beispiel im Schwimmen, einer Sportart mit einem geringeren Höchstleistungsalter, wobei nur Sportler einbezogen wurden, die nach einem mehrjährigen Trainingsprozess zur Leistungsspitze zählten.&#8221;</p>
<p>Den Sportlern unterstellt der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) grundsätzlich eine Mitwisserschaft. &#8220;Alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht. Mir ist aus meiner Tätigkeit im Leistungssport nicht bekannt, dass ein Trainer oder ein Sportler von oben angewiesen wurde, Dopingmittel zu verwenden&#8221; &#8230;</p>
<p><em>(Quelle: SID)</em></p></blockquote>
<p>Ich frage mich zunächst natürlich, warum dieser &#8220;Exklusiv&#8221;-Beitrag der Deutschen Presse-Agentur ausgerechnet von einem ehemaligen Stasi-IM mit verfasst wurde, der zwar Manfred heißt, aber eben nicht Leopold.</p>
<p>Wieder werden die <a title="tag: Dopingopfer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingopfer/" target="_self">Dopingopfer</a> <span style="text-decoration: line-through;">verhönelt</span> verhöhnt.</p>
<p>Höflich formuliert: Das ist irgendwie unpassend.</p>
<p>Irgendwie passend ist allerdings die <a title="Eklat bei erster Lesung ..." href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1039519" target="_blank">Geschichte</a> von der ersten &#8220;Lesung&#8221; aus Köhlers Buch beim Lügen-Verein von Altkadern und Stasileuten, dem so genannten <a title="Sport und Gesellschaft" href="http://www.sport-gesellschaft.de/" target="_blank">Verein Sport und Gesellschaft e. V.</a>, wo sich Dopingopfer <a title="tag: Uwe Trömer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=uwe+tr%C3%B6mer" target="_self">Uwe Trömer</a> <a title="FAZ: Unverschämte Lüge" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E858F84DD47B94696BCF82EA2E3D521AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">eingemischt hat</a>.</p>
<p>Es tut mir leid, ich weiß, neue Freunde mache ich mir auch mit diesen Bemerkungen nicht. Und alte Bekannte werden sich abwenden, sofern sie es nicht längst getan haben. Aber es gibt Grenzen im Leben, und es gibt Grenzen im Journalismus. Das darf man auf einem privaten Blog sicher sagen, ohne sich zum journalistischen Chefethiker aufspielen zu wollen.</p>
<p>Ich traf Thomas Köhler im vergangenen Jahr zweimal: Zunächst beim <a title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Festakt zum 40. Jahrestag des Sportausschusses</a> des Deutschen Bundestages, als er sich angeregt mit DOSB-Vizepräsident Eberhard Gienger (CDU) unterhielt. Und später bei der Pressevorführung des Filmes <a title="Tagesspiegel: Die Goldmacher" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/medaillen-mit-kehrseite/1608396.html" target="_blank">&#8220;Die Goldmacher&#8221;</a> meines Freundes Albert Knechtel, als ich eine kurze Gesprächsrunde leitete und irgendwann Thomas Köhler, der im Publikum saß, fragte, ob er sich als Fachmann nicht an der Diskussion beteiligen wolle. Er mochte nicht. Ich weiß nicht mehr genau, ob er damals gesagt hat, er schreibe ein Buch und wolle sich lieber auf diese Art äußern.</p>
<p>Muss sich die Welt mit den Ergüssen von Thomas Köhler befassen? Köhler, Olympiasieger im Rennrodeln und langjähriger Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR. Einer der Verantwortlichen für das staatlich sanktionierte Massendoping an Kindern und Jugendlichen. Einer, der immer noch Lügen verbreitet. Zu behaupten, die/alle gedopten Athleten hätten gewusst (&#8220;alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht&#8221;), was sie einnehmen bzw. was ihnen verabreicht wird, ist nicht nur eine Lüge, es ist die Negierung einer historischen Wahrheit.</p>
<p>Es ist, als ob Köhler argumentieren würde, Mensch, der Hitler war ja gar nicht so schlecht, schließlich hat er Autobahnen gebaut &#8230;</p>
<p>Sorry, aber auf diesem Niveau agiert der DTSB-Vize, der so gern Nachfolger von Manfred Ewald geworden wäre.</p>
<p>Wie konnte ich nur so naiv sein, darauf zu hoffen, dass nach den unsäglichen Diskussionen um die <a title="tag: Dopingtrainer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingtrainer/" target="_self">Dopingtrainer</a> im deutschen Sport im vergangenen Jahr endlich Ruhe einkehren würde. Dumm von mir. Foolish.</p>
<p>Ich war den ganzen Tag privat unterwegs und habe erst am Nachmittag durch Anrufe einiger Redaktionen von den Meldungen erfahren. Mag sein, dass ich jetzt etwas vorschnell reagiere, ohne das Buch gelesen zu haben (was ich natürlich tun werde, ich lese sogar sämtliche Elaborate des o. g. Vereins und anderer Missetäter, sofern sie mir zugänglich sind), ich glaube aber nicht. Ich wiederhole mich: Manches muss raus, das ist gut für den Magen.</p>
<p>Ich fürchte, dass ich diesen Beitrag am Abend noch etwas verlängern und umschreiben werde. Vorerst aber nur eine meiner Lieblingspassagen (darf man das bei diesem Thema sagen?) aus Doping-Stasi-Akten, aufgeschrieben von einem der DDR-Chefdoper, von Manfred Höppner, stellvertretender Leiter des Sportmedzinischen Dienstes der DDR, alias IMB Technik, Ende 1985:</p>
<blockquote><p>Am 28. November 1985 fand eine Beratung mit den beiden Vizepräsidenten, Genossen Köhler und Röder, über den weiteren perspektivischen Einsatz von uM statt. Grundlage für dieses Gespräch war das bekannte interne Material, welches im Auftrag des Genossen Ewald durch den IMB und Prof. Lehnert erarbeitet wurde.</p>
<p>Beide Vertreter des DTSB brachten ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass bis 1988 angeblich nur vorrangig die bisher bekannten Pharmaka zur Anwendung kommen in differenzierter Form und umfassender Abstimmung mit dem Trainingsprozess.</p>
<p>Sie waren der Auffassung, dass es möglich sein müsste, noch bis zu den Olympischen Spielen 1988 eine sogenannte &#8220;Wunderpille&#8221; zu erforschen.</p>
<p><strong>Speziell Genosse Köhler stellte konkret die Forderung, ein solches Präparat aus der Reihe der Psychopharmaka zu entwickeln, um bei den Sportlern zum Wettkampf eine gewisse Aggressivität zu entwickeln und vorhandene Anzeichen von Angst und Nervosität auszuschalten &#8230;</strong></p>
<p>Im Gespräch machte der IMB weiterhin darauf aufmerksam, dass bereits seit einigen Jahren durch ihn das Präparat STS (Steroidsubstanz) an die Sportler verabreicht wird, ohne dass dieses jemals entsprechend dem Arzneimittelgesetz geprüft wurde &#8230;</p></blockquote>
<p>Thomas Köhler wurde im Oktober 1999 wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 107 Fällen (zwischen 1977 und 1989) zu einer Geldstrafe in Höhe von 26.400 Mark verurteilt.</p>
<p>tbc</p>
<ul>
<li>Ralf hat etliche Meldungen zum Köhler-Buch bereits in den Kommentaren zum Artikel <a title="Historische Hypotheken des deutschen Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports" target="_self">&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</a> verlinkt</li>
<li>Bevor die Ratten wieder aus ihren Löchern kriechen und blödes Zeug behaupten: Ja, ich war die ersten zehn Monate meines &#8220;journalistischen&#8221; Lebens Volontär der FDJ-Zeitung Junge Welt und habe die Dinge seinerzeit <a title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">etwas naiver betrachtet</a></li>
</ul>
<p>Lesebefehl, Verzeihung (zumindest noch mal drin schmökern, gerade heute), mein wichtigster Beitrag der vergangenen Jahre, die andere Seite der Medaille:</p>
<ul>
<li><a title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/" target="_self">Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</a></li>
</ul>
<p><a class="FlattrButton" style="display:none;" rev="flattr;button:compact;"<br />
href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/"></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>76</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (58): Currywurst, Pechstein, München 2018, Zwanziger</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-58-currywurst-pechstein-munchen-2018-zwanziger/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-58-currywurst-pechstein-munchen-2018-zwanziger/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 13:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[claudia pechstein]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympia-sponsoring]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[powerplay ag]]></category>
		<category><![CDATA[pr-gewäsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierungsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[flattr]]></category>
		<category><![CDATA[matthias große]]></category>
		<category><![CDATA[pr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9198</guid>
		<description><![CDATA[Vielleicht liegt es am Wetter. Ziemlich heiß draußen. Und schwül. Schlecht für den Kreislauf. Vielleicht liegt es aber auch an den handelnden Personen und Institutionen. Ich meine, von Pressemeldungen sollte Mann ohnehin nicht viel erwarten. Aber die drei, die gerade reinkamen, sind doch eine Erwähnung wert. 1) Zum Beispiel diese, Absender die powerplay medienholding AG, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht liegt es am Wetter. Ziemlich heiß draußen. Und schwül. Schlecht für den Kreislauf. Vielleicht liegt es aber auch an den handelnden Personen und Institutionen. Ich meine, von Pressemeldungen sollte Mann ohnehin nicht viel erwarten. Aber die drei, die gerade reinkamen, sind doch eine Erwähnung wert.</p>
<p>1) Zum Beispiel diese, Absender die <a title="powerplay AG" href="http://www.powerplay.ag" target="_blank">powerplay medienholding AG</a>, die in diesem Theater <a title="tag: powerplay" href="http://www.jensweinreich.de/?s=powerplay" target="_self">gelegentlich erwähnt</a> wurde:</p>
<blockquote><p><em>Pressemitteilung / 30. Juli 2010</em></p>
<p><strong>Claudia Pechstein eröffnet „Zur Currywurst“</strong></p>
<p>Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin <a title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/category/claudia-pechstein/" target="_self">Claudia Pechstein</a> wird morgen zusammen mit <a title="UGMG und Pechstein" href="http://www.ugmg.de/96/Presse.html" target="_blank">Matthias Große</a>, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Matthias Große (U.G.M.G.), den bekannten Imbiß „Zur Currywurst“ am Airport-Center Waltersdorf eröffnen.</p>
<p>Nach dem erfolgten Umbau des Airport-Centers kann die neue „Zur Currywurst“ nunmehr auch dort weiterhin erfolgreich arbeiten und endlich wieder die beste Currywurst der Stadt anbieten. Der Startschuß fällt um 10 Uhr. Matthias Große, der im Januar diesen Jahres seine Zusammenarbeit mit Claudia Pechstein startete, freut sich auf die Rückkehr einer Berliner Legende und hofft, dass dies lediglich der erste von vielen Anlaufpunkten für die echte Currywurst in der Stadt ist.</p>
<p>Eröffnung:	Samstag, 31. Juli 2010 / 10 Uhr „Zur Currywurst“, Airport-Center Waltersdorf, Am Rondell 5 Pressevertreter und Fotografen sind herzlich eingeladen.</p>
<p>Kontakt: powerplay management GmbH, Seepromenade 53, 14476 Potsdam</p></blockquote>
<p>Was wohl der Arbeitgeber der &#8220;dienstunfähig erkrankten&#8221; Claudia Pechstein dazu sagt? Über das Themengeflecht Große-Pechstein-Krankschreibung-Steuermittel-Propaganda und darüber, ob darüber berichtet werden sollte oder nicht und wenn ja wie, wurde <a title="Was vom Tage übrig bleibt (56) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-56-schmitt-pluschenko-bach-gienger-korruption-champagne/" target="_self">hier schon ausführlich diskutiert</a>.</p>
<p>2) Oder diese Meldung, kam gerade aus München:</p>
<blockquote><p><strong>Olympiapark wird Nationaler Ausstatter der Münchner Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018</strong></p>
<p>München, 30. Juli 2010 – Mit dem Aufstieg auf das Dach des Münchner Olympiastadions besiegelten Willy Bogner, Chef der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH und der Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH, Ralph Huber das Engagement des Olympiaparks als Nationaler Ausstatter der Olympia-Bewerbung Münchens für das Jahr 2018.</p>
<p>„Das Olympiastadion bietet von seinem einzigartigen Dach aus nicht nur einen tollen Ausblick auf München und die Alpen, sondern könnte 2018 das zweite Mal Austragungsort einer Olympischen Eröffnungsfeier werden“, so Bogner. „Diese gemeinsame Perspektive macht den Olympiapark zu einem perfekten Partner für unser Projekt, die Spiele nach München zu holen.“</p>
<div id="attachment_9203" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-9203" title="Willy Bogner, Chef der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH und der Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH, Ralph Huber (c) München 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/07/Bogner_Dach-Olympiapark068.jpg" alt="" width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Willy Bogner, Ralph Huber (c) München 2018</p></div>
<p>Ralph Huber ergänzt: „Im Herzen und auch mit Rat und Tat haben wir die Bewerbung für München 2018 ja schon von der ersten Minute an unterstützt. Da war es nur eine logische Folge, unser Engagement nun auch offiziell zu verbriefen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!“</p>
<p>Pünktlich zum Start des ersten OutdoorFestivals im Olympiastadion testeten Willy Bogner und Ralph Huber die Zeltdachtour. Vom 30. Juli bis 1. August finden dort zahlreiche Aktionen zum Thema Klettern und Outdoor statt. Sportlicher Höhepunkt ist zudem der DAV Boulder-Weltcup mit dem Finale am 31. Juli. Mehr Informationen finden Interessierte unter: www.impark.de</p>
<p>Ca. 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH</p></blockquote>
<p>Dazu sollte man vielleicht wissen, dass der Olympiapark München gewissermaßen Sponsor der ersten Stunde ist. Hier wurde nicht nur die Bewerberidee geboren, hier wurden die ersten Investitionen für die Bewerbung getätigt, hier fand die GmbH Unterschlupf und Personal etc. pp &#8211; aber man kann ja trotzdem so tun, als wäre ein neuer Sponsor gefunden, der Geld aus der Privatwirtschaft zusteuert. Es finden sich bestimmt Dumme, die das glauben.</p>
<p>3) Oder diese Meldung, soeben aus Frankfurt am Main angemailt:</p>
<blockquote><p><em>DFB-Pressemitteilung Nummer: 74/ 2010, Datum: 30.07.2010</em></p>
<p><strong>Dr. Theo Zwanziger kandidiert für weitere Amtszeit </strong></p>
<p>DFB-Präsident Dr. <a title="alle Beiträge von und mit 20er" href="http://www.jensweinreich.de/?s=theo+zwanziger" target="_self">Theo Zwanziger</a> hat auf der turnusmäßigen Sitzung das Präsidium des DFB darüber informiert, dass er auf dem ordentlichen Bundestag am 21./22. Oktober 2010 in Essen für eine weitere Amtszeit bis 2013 kandidieren wird. „Es muss legitim sein, sich am Ende einer Legislaturperiode intensive Gedanken über die zukünftige Lebensplanung zu machen. Die Gespräche mit meiner Familie, der große Rückhalt aus den unterschiedlichsten Bereichen des Fußballs, der Politik und Gesellschaft sowie die anstehenden Herausforderungen des Verbandes haben mich zu der festen Überzeugung kommen lassen, noch einmal für dieses Ehrenamt kandidieren zu wollen. Ich freue mich auf die künftigen Aufgaben“, sagt Zwanziger.</p>
<p>Zur Entscheidung des DFB-Präsidenten hat auch die Vertragsverlängerung mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft beigetragen. „Das Verhalten des Bundestrainers hat mir gezeigt, dass mein Vertrauen in Joachim Löw gerechtfertigt war. Auf dieser Basis können wir weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten“, sagt Zwanziger. Das sieht auch Bundestrainer Löw so. „Ich freue mich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein gesellschaftspolitisches Engagement kommt auch unserer Nationalmannschaft zugute. Der Präsident hat uns immer den Rücken gestärkt. Gemeinsam wollen wir unseren Erfolgsweg fortsetzen.“ Und Teammanager Oliver Bierhoff ergänzt: „Es ist eine gute Nachricht, dass sich Dr. Zwanziger wieder als DFB-Präsident zur Wahl stellt. In den vergangenen sechs Jahren hatte er für alle Wünsche der Nationalmannschaft stets ein offenes Ohr und damit maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Teams. Viele neue Ideen hat er unterstützt und dabei wichtige Weichen gestellt.“</p>
<p>Neben den Kernaufgaben des DFB im sportlichen Bereich sieht der DFB-Präsident künftig eine zentrale Aufgabe darin, dass von ihm in den vergangenen Jahren forcierte gesellschaftliche Engagement des Verbandes nachhaltig zu etablieren. „Die hohe Identifikation der Menschen mit dem Fußball muss für uns Verpflichtung und Auftrag sein, soziale Verantwortung wahrzunehmen. Integration, Prävention, Gleichberechtigung, Umweltschutz, all diese Themenfelder werden auch für den Verband immer wichtiger. Auf dem kommenden Bundestag werden wir ein erstes Nachhaltigkeitskonzept vorstellen, dessen konsequente Umsetzung ein zentrales Anliegen von mir sein wird“, sagt Zwanziger.</p>
<p>Liga-Präsident Reinhard Rauball äußerte sich als Vertreter des Profifußballs erfreut über die erneute Kandidatur. „Ich habe mich schon vorher klar für Theo Zwanziger ausgesprochen. Der Ligaverband begrüßt seinen Wunsch nach einer weiteren Amtszeit ausdrücklich und wird ihn für die Wahl zum Präsidenten vorschlagen.“ Auch die Regional- und Landesverbände unterstützen die Kandidatur. Hermann Korfmacher, 1. Vizepräsident des DFB und verantwortlich für den Amateurbereich, sagt dazu: „Ich bin froh, dass uns Theo Zwanziger mit seiner Kompetenz und Erfahrung erhalten bleiben will. Die Basis steht hinter ihrem Präsidenten. “</p>
<p>Neben Zwanziger werden sich auch alle anderen Mitglieder des DFB-Präsidiums auf dem Bundestag in Essen zur Wiederwahl stellen, sofern sie von ihren Verbänden vorgeschlagen werden.</p>
<p>Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit</p></blockquote>
<p>Just in case, jemand hätte die Vorgeschichte verpasst:</p>
<ul>
<li><a title="DFB-Boss Zwanziger droht mit Rücktritt" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/08/dfb-boss-zwanziger-droht-mit-rucktritt/" target="_self">&#8220;DFB-Boss Zwanziger droht mit Rücktritt&#8221;</a></li>
<li><a title="Theo Zwanziger tritt nicht zurück" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/29/theo-zwanziger-tritt-nicht-zuruck/" target="_self">&#8220;Theo Zwanziger tritt nicht zurück&#8221;</a></li>
<li><a title="Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/04/theo-zwanziger-droht-wieder-einmal-mit-rucktritt/" target="_self">Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt</a></li>
<li><a title="Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/04/theo-zwanziger-bleibt-doch-noch-im-amt/" target="_self">Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt</a></li>
</ul>
<p>Selbstreferenzieller Hinweis, der sein muss. Lange nicht verlinkt, und seit Ewigkeiten nicht aktualisiert, was <a title="DFB ./. Weinreich: das Finale" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/27/dfb-weinreich-das-finale/" target="_self">etliche Male</a> <a title="google search" href="http://www.google.de/search?q=weinreich+zwanziger&amp;num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;sa=X&amp;ei=I81STKm5N4LFsgaW55y3AQ&amp;ved=0CBQQpwU&amp;source=lnt&amp;tbs=nws:1,sbd:1,cdr:1,cd_min:01.01.2010,cd_max:30.07.2010" target="_blank">nötig gewesen</a> wäre:</p>
<ul>
<li><a title="Webweiser DFB ./. Zwanziger" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/webweiser-durch-den-lugendschungel/" target="_self">Webweiser DFB ./. Zwanziger</a></li>
</ul>
<p>Ich frage mich natürlich, ob diese Menschen/Institutionen die Öffentlichkeit, sorry, verarschen wollen. Und: Was diese Menschen/Institutionen, die derartige &#8220;Meldungen&#8221; absondern, von Journalisten halten. Ganz offensichtlich nicht viel, sonst würden Redaktionen kaum mit derlei Texten belästigt werden. Aber ganz im Ernst: Bestimmt werden etliche Medien das Zeug unkommentiert unters Volk bringen.</p>
<p>Unkommentiert aber, das ist nichts als die Wahrheit, kann man davon nichts stehen lassen.</p>
<p>Übrigens, es ist Monatsende:</p>
<ul>
<li><a title="Perspektiven von Flattr ..." href="http://carta.info/31392/perspektiven-von-flattr-125-praktikanten-fuer-spiegel-online/" target="_blank">Schon</a> <a title="Die deutschen Flattr-Charts im Juli" href="http://carta.info/31379/die-deutschen-flattr-charts-im-juli/" target="_blank">geflattert?</a></li>
<li><a title="Online-Gebühren i und II: Über den Wert von Qualitätsjournalismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/finanzierung-von-journalismus/" target="_self">Freiwillig-Online-Gebühren entrichtet?</a></li>
</ul>
<p><script type="text/javascript">
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/07/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-58-currywurst-pechstein-munchen-2018-zwanziger/';
	var flattr_btn='compact';
</script><br />
<script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-58-currywurst-pechstein-munchen-2018-zwanziger/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>München 2018 und der intransparente Umgang mit Steuermitteln: Wirtschaftsplan? Welcher &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[berlin 2000]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[landesrechnungshof]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig 2012]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[prüfberichte]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[sondergesetze für den sport]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[willy bogner]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9162</guid>
		<description><![CDATA[Einige Anmerkungen über Intransparenz als Geschäftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von Rechnungsprüfern als &#8220;Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln&#8221; gerügt. Die Münchner Olympia GmbH schließt nach jüngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit: Gesellschafterversammlung erhöht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschließt engere Koordinierung der Gesellschafter München, 15. Juli – Im Anschluss an die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Anmerkungen über Intransparenz als Geschäftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von Rechnungsprüfern als &#8220;Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln&#8221; gerügt.</p>
<p>Die Münchner Olympia GmbH schließt nach jüngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit:</p>
<blockquote><p>Gesellschafterversammlung erhöht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschließt engere Koordinierung der Gesellschafter</p>
<p>München, 15. Juli – Im Anschluss an die turnusmäßige Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 am heutigen Donnerstag, schauen die Gesellschafter voller Optimismus auf die kommenden Monate. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach betonte, dass alle Beschlüsse mit absolutem Einvernehmen und großer Entschlossenheit zu Stande kamen. „Mit dem Ziel die Bewerbung noch stärker und positiver in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, haben wir eine engere Verzahnung von Gesellschaftern und Bewerbungsgesellschaft beschlossen“, so Bach weiter. Die Gesellschafter benannten jeweils einen Koordinator, der die Zusammenarbeit stärkt. Prokurist Jürgen Bühl wurde in diesem Zusammenhang zum stellvertretenden Geschäftsführer ernannt.</p>
<p><strong>„Zudem haben wir uns einstimmig und im Einvernehmen der Geschäftsführung auf den Wirtschaftplan der Bewerbung geeinigt.“ </strong></p></blockquote>
<p>Oh, ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;.</p>
<ul>
<li>Auf welchen &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; hat man sich geeinigt?</li>
<li>Gibt es einen Beweis dafür, dass ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; existiert?</li>
<li>Warum ist der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht öffentlich?</li>
<li>Warum wird der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht öffentlich gemacht, so wie es sein sollte, vor allem jetzt, da die öffentliche Hand wieder mit etlichen Millionen als Sponsor auftritt?</li>
<li>Warum wird Abgeordneten der Parlamente von Gesellschaftern trotz mehrfacher Anfrage dieser &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; verheimlicht?</li>
<li>Was soll/darf die Öffentlichkeit, Hauptsponsor der Bewerbung, nicht wissen?</li>
<li>Wo sind die Beweise, dass Sponsoren bislang überhaupt Geldmittel für die Bewerbung bereit gestellt haben?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es überhaupt welche gibt &#8211; in Geld- und Sachmittel?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es überhaupt welche gibt &#8211; auf wirklich private Firmen und auf halbstaatliche bzw. staatliche &#8220;Unternehmen&#8221;, also auf verkappte Subventionen der öffentlichen Hand?</li>
<li>Warum gibt es keine sauberen, öffentlich nachprüfbare OCOG- und Non-OCOG-Etats?</li>
</ul>
<p>Das sind Kernfragen. Das ist so in Deutschland, denn Transparenz ist auch in dieser Olympia GmbH ein Fremdwort. Die Großzügigkeit im Umgang mit öffentlichen Mitteln aber ist enorm. Vor allem der &#8220;Hauptgesellschafter&#8221; DOSB und sein Präsident Thomas Bach demonstrieren das, denn nennenswerte finanzielle Mittel bringt der olympische Dachverband auch diesmal nicht ein.</p>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Münchner Oberbürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Christian Ude stellte heraus, dass auf dem langen Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen auch das eine oder andere Gewitter aufziehen kann.</p>
<p><strong>„Ab heute scheint die Sonne wieder und die Bewerbung wird nicht an finanzpolitischen Aspekten scheitern. Daher haben wir beschlossen, das Bewerbungsbudget innerhalb des geschätzten Rahmens um 10 Prozent auf 33 Millionen Euro zu erhöhen. Gesellschafterdarlehen sind hierfür nicht nötig.“ </strong></p></blockquote>
<ul>
<li>Warum sagt niemand, dass es sich um Steuermittel handelt?</li>
<li>Ist das ein Freibrief für Olympiabewerber, die &#8211; wie Bogner &#8211; ihre Unkenntnis über die Finanzierung Olympischer Spiele mehrfach bewiesen haben und konsequent Unwahrheiten verbreiten?</li>
</ul>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer betonte: „Wir haben genug Projekte in der Pipeline, um genügend Sponsorengelder für die Bewerbung zu akquirieren.“</p>
<p>Aufatmen auch bei den Bürgern in Garmisch-Partenkirchen. Erster Bürgermeister Thomas Schmid weiß: „Durch die Tatsache, dass die Marktgemeinde kein Darlehen nachlegen muss, wird den Bürgerinnen und Bürgern eine große Sorge genommen.“</p>
<p>Auch sicherte Ministerpräsident Seehofer bei den Verhandlungen mit Grundstückseigentümern für die notwendigen Flächen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele seine volle Unterstützung zu. Er betonte, dass alle Entscheidungen gemeinsam mit den Bürgern vor Ort getroffen werden.</p>
<p>Willy Bogner, München 2018-Chef, zeigte sich nach der Sitzung sehr zuversichtlich: „Die zugesicherten 33 Millionen Euro machen eine erstklassige Bewerbung möglich. Ich freue mich besonders, dass sich alle Gesellschafter dazu bekannt haben mit ihrem persönlichem Engagement für die Bewerbung einzutreten und die großen Vorteile der Münchner Bewerbung stärker zu kommunizieren.“</p></blockquote>
<p>Willy Bogner hat übrigens, wenn man den Berichten glauben darf, während der Gesellschafterversammlung zum Thema Finanzen geschwiegen. Eine ausführliche Presseschau findet sich dazu <a title="Dilettantenstadl München 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wächst, Bewerbung am Ende?" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/14/dilettantenstadl-munchen-2018-willy-will-mehr-steuermittel-widerstand-wachst-bewerbung-am-ende/" target="_self">in den Kommentaren dieses Beitrags</a>.</p>
<p>Es ist kein Geheimnis, dass ich die deutsche Intransparenz, die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln und das undemokratische Vorgehen bei der Verschleuderung von Steuermitteln nicht schätze. Den Halbgöttern Seehofer, Bach und Ude seien deshalb als Handzettel Zitate aus den Untersuchungsberichten zu vergangenen deutschen Olympiabewerbungen empfohlen. Das Thema wird in den nächsten Monaten vertieft werden müssen. Aber sicher läuft das in München besser als einst in Berlin und Leipzig.</p>
<p>In der Leipziger Olympia GmbH hatte einst eine Tiefenprüfung im Herbst 2003 ergeben, wenige Monate vor dem blamablen Vorrunden-Aus (sämtlich Zitate aus dem Prüfbericht):</p>
<ul>
<li>Fälle von Aktenvernichtungen.</li>
<li>Dass elf Firmen lediglich auf der Grundlage mündlicher Absprachen gearbeitet haben.</li>
<li>Ein Vier-Augen-Prinzip sei hierbei nicht berücksichtigt worden.</li>
<li>Bis zum 11. November 2003 bestanden keine eindeutigen Vertragszeichnungsregelungen innerhalb der GmbH.</li>
<li>Es bestand kein Vertragscontrolling hinsichtlich der Leistungen und Rechnungen der Vertragspartner.</li>
<li>Ausschreibungsgrundsätze wurden entgegen der Weisung des Aufsichtsrates nicht beachtet.</li>
<li>Für Veranstaltungen der GmbH lagen keine Kostenpläne vor, zum Teil auch keine Nachweise.</li>
<li>Eine laufende Kostenkontrolle sei derzeit in der GmbH nicht möglich.</li>
<li>Bis zum Tage der Prüfung existierte in der GmbH keine ordentliche Buchführung.</li>
<li>Eine einheitliche Anwendung der Reisekostenregelung wurde nicht beachtet.</li>
<li>Die Nutzung von zur Verfügung gestellten Pkws entbehrte jeder klaren vertraglichen Grundlage.</li>
<li>Das Vergaberecht wurde nicht eingehalten.</li>
<li>Die Aktenführung sei zum Teil nicht nachvollziehbar und unvollständig.</li>
</ul>
<p>Der Prüfer nennt Handlungsbedarf, damit die GmbH den Maßstäben &#8220;einer geordneten Tätigkeit&#8221; gerecht wird:</p>
<ul>
<li>Aktenvernichtungen haben zu unterbleiben.</li>
<li>Aktenverläufe müssen in Zukunft nachvollziehbar sein.</li>
<li>Organisatorische und inhaltliche Mängel seien abzustellen.</li>
<li>Die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln sei abzustellen.</li>
<li>Die Beauftragung externer Firmen sei zu reduzieren (im Beauftragungsfall nur mit klarer Begründung).</li>
<li>Die Städte Leipzig und Rostock sollten sich aus dem täglichen operativen Geschäft der GmbH möglichst heraushalten.</li>
<li>Satzung und Geschäftsordnung der GmbH bedürfen einer Überarbeitung.</li>
</ul>
<p>Für Leipzig waren damals 31,5 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln für die Bewerbung verplant, plus etliche hundert Millionen, die bereits verbaut wurden in der Stadt. Wer mehr lesen will: <a title="Operation 2012" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/operation-2012/" target="_self">&#8220;Operation 2012&#8243;</a>.</p>
<p>In Berlin wies der Landesrechnungshof 1996, drei Jahre nach dem Olympia-Desaster (Berlin erhielt nur neun der IOC-Stimmen im Wettbewerb um die Spiele 2000, obwohl noch am Vorabend von mehr als 40 orakelt wurde!) nach, wie seinerzeit exakt 51.305.684,12 DM verpulvert wurden – 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und elf Millionen vom Bund.</p>
<p>Hier einige Kernaussagen aus dem Bericht des Berliner Rechnungshofes vom August 1996, der sich liest wie eine Kopie des Leipziger Prüfungsberichts vom November 2003 bzw. umgekehrt:</p>
<blockquote><p>Eine erhebliche Einschränkung der Erkenntnismöglichkeiten ergab sich auch dadurch, dass der Geschäftsführer der Olympia GmbH Akten der Gesellschaft hatte vernichten lassen (sog. Reißwolfaffäre). Ein Teil der Unterlagen existierte nicht, in der Mehrzahl der Fälle lagen nicht einmal schriftliche Verträge vor. Von den stichprobenweise geprüften Fremdleistungen im Wert von 17,2 Millionen DM lagen jedenfalls nur für Leistungen im Wert von 3,8 Millionen DM (das sind 22 v.H.) Vertragsdokumente vor. Soweit vertragsbegründende Unterlagen wie Angebote, Schriftwechsel über Preisverhandlungen, Aufträge und deren Änderung nicht aufbewahrt wurden oder nicht erstellt worden sind – und das gilt für den weit überwiegenden Teil der geprüften Fremdleistungen –, konnte die Olympia GmbH auch nicht den Nachweis vertragsgemäßer Lieferung und Leistung erbringen. Die Bescheinigung der sachlichen Richtigkeit auf den Rechnungen – soweit vorhanden – allein ist nicht ausreichend. Der Geschäftsführer hat sogar Millionengeschäfte mündlich abgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Besonders lesenswert, Punkt 124 des Rechnungshof-Berichts:</p>
<blockquote><p>Die Olympia GmbH hat keine privat finanzierte Olympiabewerbung durchgeführt, sondern fast ausschließlich Steuergelder für diesen Zweck verwendet, und zwar im Umfang von über 50 Millionen DM.</p>
<p>Werden statt einer durchaus denkbaren privaten Finanzierung öffentliche Mittel eingesetzt, unabhängig in welcher Form, ist mit diesen vom Steuerzahler aufgebrachten Geldern besonders sorgfältig zu wirtschaften.</p>
<p>Die Verwendung dieser Mittel darf in keinem Fall der parlamentarischen Finanzkontrolle entzogen sein.</p>
<p>Somit verbietet es sich auch, den Begriff der Wirtschaftlichkeit neu zu definieren und jedwede allgemeine sinnvolle oder auch nur vertretbare Mittelverwendung für die Olympiabewerbung als wirtschaftlich anzusehen.</p>
<p>Der Rechnungshof verkennt nicht den politischen Stellenwert, den die Olympiabewerbung gehabt hat. Dieser rechtfertigt aber nicht, die Verwendung der Mittel letztlich nach dem Grundsatz &#8220;Der Zweck heiligt die Mittel&#8221; zu beurteilen.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: <a title="Goldener Plan für München 2018: mal eben 1,5 Millionen mehr aus Steuermitteln" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">In München läuft das bestimmt besser.</a></p>
<p>Obwohl ich da arge Zweifel habe. Denn Willy Bogner, ich sage es erneut, <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">kennt sich in der Olympiafinanzierung nachweislich nicht aus und hat seine Falschaussagen aus etlichen Interviews meines Wissens auch nie korrigiert</a>. Mein Vertrauen hält sich also in Grenzen.<br />
<script type="text/javascript">// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br />
<script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>76</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Südafrika, Tag 31: Ein Gruß aus Nordkorea</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/05/sudafrika-tag-31-ein-grus-aus-nordkorea/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/05/sudafrika-tag-31-ein-grus-aus-nordkorea/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 15:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[amaury]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[pr-gewäsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2010]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9004</guid>
		<description><![CDATA[SANDTON. Es geht auf die Zielgerade. Morgen fliege ich für zwei Tage nach Durban (natürlich mit Kulula), Halbfinale schauen &#8211; und am Mittwoch etwas umfassender als bisher live bloggen. Könnte ein Spaß werden. Ganz und gar unspaßig sind derzeit Termine bei der FIFA. Komme gerade von so einem PR-Event. Die FIFA und die Amaury Group [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SANDTON. Es geht auf die Zielgerade. Morgen fliege ich für zwei Tage nach Durban (<a title="Sepp the Dog, Fick Fufa!" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/20/sudafrika-tag-16-sepp-the-dog-fick-fufa/" target="_self">natürlich mit Kulula</a>), Halbfinale schauen &#8211; und am Mittwoch etwas umfassender als bisher live bloggen. Könnte ein Spaß werden.</p>
<p>Ganz und gar unspaßig sind derzeit Termine bei der FIFA. Komme gerade von so einem PR-Event. Die FIFA und die <a title="Amaury" href="http://www.lequipeandco.com/index.php?id=39" target="_blank">Amaury Group</a> (Tour de France, L&#8217;Equipe, France Football) schmeißen ihre Umfragen nach Europas Fußballer des Jahres (France Football) und dem Weltfußballer des Jahres (FIFA) zusammen und feiern am 10. Januar 2011 erstmals gemeinsam in Zürich, sicher wieder im Opernhaus, den Gewinner des Ballon d&#8217;Or, also nach jetzigem Stand Bastian Schweinsteiger.</p>
<p>Und wieder kooperiert ein Unternehmen, das im Kerngeschäft (oder täusche ich mich da?) mit Journalismus handelt (oder mit getarntem Journalismus oder vorgibt, mit Journalismus zu handeln), mit einem Sportkonzern. Für die Amaury-Gruppe ist das ja nichts Neues.</p>
<div id="attachment_9007" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-9007" title="Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010  " src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/07/amaury1.jpg" alt="Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010  " width="530" height="299" /><p class="wp-caption-text">Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010  </p></div>
<p>Journalismus, PR, Marketing, Propaganda &#8211; ich schmeiße mal alle Begriffe durcheinander. Zurecht. Darum geht es ja ständig bei derlei Mega-Events. Vorhin wieder schön zu beobachten, bei der so genannten Pressekonferenz. FIFA-Kommunikationschef <a title="alle Beiträge zu Nicolas Maingot" href="http://www.jensweinreich.de/?s=nicolas+maingot" target="_self">Nicolas Maingot</a>, Dr. No, leitete den bizarren Termin erneut mit dem Hinweis ein, dass nur Fragen zum Thema zugelassen sind. Also nicht zur WM, denn die ist ja nicht das Thema, bzw. nicht zum FIFA-Ultimatum für Nigeria, das in knapp einer Stunde (18.00 Uhr) ausläuft, und auch nicht zur etwas angespannten Beziehung zwischen der FIFA und Frankreich, wo sich ja auch Politiker in die Belange des ach so unpolitischen Sports einmischen. Ich verstehe das, steht ja ganz oben im Blog:</p>
<blockquote><p>Don&#8217;t mix politics with games!</p></blockquote>
<p>Das Copyright auf diesen Spruch, ich habe es oft erzählt, hält der unpolitische Sportfan <a title="Peking, Tag 2" href="http://www.jensweinreich.de/2008/08/02/peking-tag-2/" target="_self">Hu Jintao</a>.</p>
<p>Jedenfalls, ich habe Blatter höflich aber bestimmt gesagt, wir seien hier doch sicher nicht in Nordkorea und es wäre vielleicht angebracht, würde er ein paar Worte zu den schwelenden Auseinandersetzungen mit Nigeria und Frankreich verlieren.</p>
<p>Das hat er getan.</p>
<p>Gegen Nigeria, so Staatspräsident Goodluck Jonathan nicht umfällt, wird die FIFA in Kürze wohl einen Bann verhängen (das hat er nicht gesagt, das ist meine Interpretation, er sagte nur: man sei bereit zu handeln). Und die Sache mit den Franzosen, nun ja, da täuscht sich die Welt: Denn einen Disput hätten einzig und allein die bösen Medien erfunden.</p>
<p>Er sagte auch:</p>
<blockquote><p>Ich bin ein sehr glücklicher Präsident. Ich war gestern ein glücklicher Präsident, ich bin es heute und ich werde es hoffentlich morgen sein.</p>
<p>Wir wollen heute nicht über Probleme reden, nicht über Forderungen, nicht über Referees. Heute sprechen wir über die Spieler. Die stehen ja schließlich im Mittelpunkt.</p>
<p>Die Welt hat Probleme. Sie hören täglich die schlechten Nachrichten. Wir hoffen alle, dass die Kameras, die heute Fußball übertragen und der Welt Hoffnung geben, morgen auch mal gute Nachrichten übertragen.</p></blockquote>
<p>Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchen Chuzpe die Kameraden sich die Welt zurecht<span style="text-decoration: line-through;">lügen</span>biegen. Oder war es tatsächlich nur eine Erfindung der bösen Medien, die den FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke kürzlich u.a. weltweit so zitierten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe der französischen Sportministerin gesagt, dass sie vorsichtig sein soll. Kein Politiker kann einen Sportfunktionär zum Rücktritt zwingen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Manchmal bin ich es leid, mich zu wiederholen. Vor allem, wenn ich mich zum Ferrari-Fahrer Valcke äußere. Habe oft genug die Geschichte erzählt und ausgiebig verlinkt, auch zum Gerichtsdokument in der VISA/Mastercard-Sache, die die FIFA nicht nur rund 100 Millionen gekostet hat, sondern in der der damalige Manager der FIFA Marketing AG, Valcke nämlich, als eine Art Serienlügner überführt worden ist &#8211; nachzulesen in den Gerichtsakten, hier oben rechts einfach die Suchfunktion benutzen oder googeln.</p>
<p>Was soll&#8217;s, hier flink ein Beitrag von mir vom Juni 2007 aus der Berliner Zeitung:</p>
<blockquote><p><strong>Zurück von der Reservebank</strong></p>
<p><em>Jerôme Valcke ist neuer Generalsekretär der Fifa</em></p>
<p>BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen des Weltsports ist neu besetzt worden: Der Franzose Jerôme Valcke (46) wird Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. Als sein Stellvertreter fungiert nach Beschluss des Fifa-Exekutivkomitees der Deutsche Markus Kattner. Er war bislang Finanzdirektor. Jerôme Valcke ist Nachfolger des Schweizers Urs Linsi.</p>
<p>Erst vor einem halben Jahr hatte sich die Fifa von Valcke, damals war er noch Marketingchef, und drei weiteren Mitarbeitern &#8220;mit sofortiger Wirkung getrennt&#8221;. Sie waren für das Finanz- und Vertragsdesaster mit dem Sponsor Mastercard verantwortlich. Die Fifa hatte das Vorkaufsrecht für einen Achtjahresvertrag mit Mastercard missachtet und einen Vertrag mit dem Konkurrenten Visa abgeschlossen, den ein New Yorker Gericht für nichtig erklärte. Dazu teilte die Fifa am 12. Dezember 2006 mit: &#8220;Den Fifa-Mitarbeitern, die mit Visa und Mastercard verhandelt haben, wurde wiederholte Unehrlichkeit bei den Verhandlungen und auch Falschinformationen vorgeworfen&#8221;, die Fifa könne &#8220;ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen&#8221;. Valcke hatte vor einem Gericht den Vertragsbruch als &#8220;normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; bezeichnet.</p>
<p>Am Mittwoch, kurz nachdem die Fifa gegen Zahlung von 90 Millionen Dollar einen Vergleich mit Mastercard geschlossen hatte, behauptete Präsident Joseph Blatter, Valcke sei &#8220;nie gefeuert worden, nur suspendiert&#8221;. Sein Vertrag laufe bis 30. Juni. Ab 1. Juli erhält er einen neuen Kontrakt, sicher besser dotiert als zuvor. &#8220;Wenn jemand auf der Auswechselbank sitzt, ist er nicht aus dem Team&#8221;, sagte Blatter. Den finanziellen Verlust im Mastercard-Desaster spielte Blatter plötzlich auf angeblich 60 Millionen Dollar herunter und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard eine Kompensationszahlung von mehr als 270 Millionen verlangt hatte. Valcke sei eine &#8220;dominierende Persönlichkeit&#8221;, sagte Blatter. Es passiere &#8220;in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;.</p>
<p>Das New Yorker Gericht hatte in seinem Urteil auch interne Besprechungen von Valckes Team zitiert, das darüber rätselte, wie man es so aussehen lassen könne, als habe die Fifa &#8220;wenigstens ein bisschen Geschäftsethik&#8221;, und wie es anzustellen sei, damit der &#8220;Fuck-up&#8221; für die Fifa besser aussehe. Für den Franzosen Jerôme Valcke, in der Mastercard-Sache Vielfach-Lügner und Verursacher eines Gesamtschadens von etwa 100 Millionen Dollar, sieht es jetzt besser aus: Er ist Fifa-Generalsekretär und damit wichtigster Mitarbeiter des Chef-Ethikers Blatter. Wie sich die Zeiten ändern.</p></blockquote>
<p>Bizarr finde ich immer wieder dieses weinerliche Verhalten von Valcke und vom Sepp, etwa kürzlich in einem, ja was eigentlich: Interview? PR-Geleier?, mit dem <a title="Handelsblatt" href="http://www.handelsblatt.com/scharfer-angriff-auf-deutschland-fifa-beklagt-kreuzzug-der-medien;2609948" target="_blank">Handelsblatt</a>. Da greinte er:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich weiß: Es gibt einen Kreuzzug gegen die Fifa in einigen Ländern von einigen Journalisten. Wenn Sie das wollen, gerne. Aber ich werde dieses Spiel nicht mitmachen, mit keinem Medium.&#8221; Die Medien hätten vieles schlechtgemacht, an der Organisation und am Ausrichterland &#8211; und vieles getan, &#8220;um die Menschen davon abzuhalten, nach Südafrika zu fliegen&#8221;, erzürnte sich Valcke. (&#8230;)</p>
<p>Der ehemalige TV-Journalist, der als rechte Hand des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter gilt, war insbesondere auf Deutschland schlecht zu sprechen: &#8220;Deutschland arbeitet gegen diese Weltmeisterschaft, seit Südafrika die Austragung gewonnen hat. Und ich wäre sehr interessiert zu erfahren, warum Deutschland gegen diese WM in Südafrika war&#8221;, sagte er.</p></blockquote>
<p>Ach Gottchen.</p>
<p>Es ist schon komisch, ich gebe mir ja nun wirklich Mühe, diese Typen zu verstehen und mache und tue und sitze schon wieder an der FIFA-Bar und versuche, ins Gespräch zu kommen und so colourful wie nur möglich die Mechanismen und Typen zu beschreiben, versuche sogar, ausgewogen zu berichten, was manche Journalisten überhaupt nicht verstehen können, und immer wenn ich einen dieser, sagen wir: ausgewogenen/abwägenden Texte gedichtet habe, echt jetzt :), wie <a title="SpOn: Der Sonnenkönig von Südafrika" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,704703,00.html" target="_blank">heute Morgen auch</a>, dann kommt garantiert die nächste Entgleisung und ich sage mir: Eigentlich haben die nichts anderes verdient als Verbaldresche und viel hübsche kleine Entzauberungen und Enthüllungen.</p>
<p><a title="Freunde von FIFA-Franz und FIFA-Sepp: WM-Lobbyisten mit Steuermillionen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/" target="_self">Fedor Radmann</a>, der wieder hier ist und mit dem ich gestern ausgiebig plauderte, findet übrigens, dass die Medienvertreter ganz generell schlechte Arbeit abliefern und auch nicht mehr das sind, was sie früher einmal waren.</p>
<p>Und während ich das erzähle und versuche, die aufziehende Erkältung mit Gin-Tonic (sehr ungesund) zu bekämpfen, kommt auch schon die Meldung rein, dass Nigerias Regierung eingelenkt hat. Der Sportinformationsdienst berichtet:</p>
<blockquote><p>Den Bannstrahl im letzten Moment aufgehoben, die FIFA gerade noch besänftigt: Nigerias Regierung hat unmittelbar vor dem Ablauf des Ultimatums auf den drohenden Ausschluss aus der Fußball-Familie reagiert und den &#8220;Super Eagles&#8221; sowie allen weiteren Nationalteams wieder die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ermöglicht. Staatspräsident Goodluck Jonathan handelte damit am Montag, gut eine Stunde vor Ende des Ultimatums um 18.00 Uhr, doch noch im Sinne des nigerianische Fußball-Verbandes NFF. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Mensch, ist Sepp mächtig. In seinem Reich ist er fast so mächtig wie Kim Jong Il in seinem. Sepp aus Visp im Wallis. Kim, die Sonne der Menschheit.<br />
<script type="text/javascript">// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/07/05/sudafrika-tag-31-ein-grus-aus-nordkorea/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br />
<script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/05/sudafrika-tag-31-ein-grus-aus-nordkorea/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>31</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Südafrika, Tag 25: PR für Joseph Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/29/sudafrika-tag-25-pr-fur-joseph-blatter/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/29/sudafrika-tag-25-pr-fur-joseph-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 12:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[schiedsrichter]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2010]]></category>
		<category><![CDATA[andreas herren]]></category>
		<category><![CDATA[hans klaus]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[markus siegler]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas maingot]]></category>
		<category><![CDATA[pekka odriozola]]></category>
		<category><![CDATA[pr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=8808</guid>
		<description><![CDATA[SANDTON. Nein, ich war es nicht, der im FIFA-Hauptquartier eingebrochen ist und einige Nachbildungen des WM-Pokals gestohlen hat. Aber ich denke dennoch an meine Leser, wie trebor zu recht vermutet, und manchmal mache ich aus Lesern Zuhörer. War heute ziemlich überrascht, als ich auf Twitter bei Paul Kelso (Daily Telegraph) zuerst gelesen habe, dass seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SANDTON. Nein, ich war es nicht, der im <a title="Kommentar von trebor" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/28/sudafrika-tag-24-das-schiedsrichterproblem-und-das-schweigen-der-schlemmer/#comment-25766" target="_self">FIFA-Hauptquartier eingebrochen ist</a> und einige Nachbildungen des WM-Pokals gestohlen hat. Aber ich denke dennoch an meine Leser, wie <em>trebor</em> zu recht vermutet, und manchmal mache ich aus Lesern Zuhörer.</p>
<p>War heute ziemlich überrascht, als ich auf Twitter bei <a title="Paul Kelso, Twitter" href="http://twitter.com/pkelso" target="_blank">Paul Kelso</a> (Daily Telegraph) zuerst gelesen habe, dass seine Gottheit @SeppBlatter zu Reportern zu sprechen geruhte. Eine Einladung für diesen Termin gab es nämlich nicht, jedenfalls nicht für mich. Nun, es ist keine Seltenheit, dass Typen, die Jenningskistnerweinreich heißen, zu derlei so genannten Round Table Terminen nicht geladen werden. Im Februar beispielsweise (oder war es Anfang März) hatte die FIFA zu einem Ticket-Round-Table nach Zürich geladen, um gute Presse zu bekommen. Ich war in Vancouver, das war nicht wirklich mein Thema, aber die Süddeutsche Zeitung, die diese Ticketgeschichten mit aufgebracht hatte, war (natürlich) ebenfalls nicht geladen.</p>
<p>So what. Ich will damit nur immer mal wieder erzählen, wie&#8217;s Geschäft läuft. Habe mehrfach berichtet, dass Nicolas Maingot und Pekka Odriozola, die nach all den anderen Unglücklichen (Markus Siegler, Andreas Herren, Hans Klaus &#8211; einfach mal die Suchfunktion rechts oben benutzen, habe jetzt keine Zeit zum Verlinken) die Rolle als PR-Herolde des Großen Vorsitzenden besetzen, zwar im persönlichen Gespräch ganz nett sind und fragen, wie&#8217;s geht und dieses und jenes, tatsächlich aber natürlich auf der anderen Seite stehen und Journalismus verhindern müssen. Das ist alles ein bisschen feige, und unprofessionell geht es auch zu in der Kommunikations-Division der FIFA, denn proaktive Arbeit sieht anders aus.</p>
<p>Ich amüsiere mich darüber und mache heute ganz freiwillig PR für den Sepp. Gerade teilt die FIFA per Email mit:</p>
<blockquote><p>A media round table of FIFA President Joseph S. Blatter with the news agencies which had been planned several days ago was held today 29 June 2010. FIFA is pleased to provide the audio file of this media round table in broadcast quality for download to all media, via the FIFA Media Channel. It can be used for editorial purposes.</p></blockquote>
<p>Man beachte die Formulierung:</p>
<blockquote><p>&#8230; which had been planned several days ago &#8230;</p></blockquote>
<p>Soll heißen: Eure Königliche Hoheit lassen sich selbstverständlich nicht von den Zeit- und Weltläuften dazu drängen, über das Schiedsrichter-Problem zu räsonieren.</p>
<p>Das verfängt, wie man etwa an dieser Meldung auf ARD.de sehen kann. Es ist nicht wichtig, den Link zu folgen, wichtig ist nur das gefettete Verb:</p>
<blockquote><p><a title="ard.de" href="http://www.sportschau.de/sp/fifawm2010/news201006/29/blatter_techn-hilfsmittel.jsp" target="_blank">Blatter </a><strong><a title="ard.de" href="http://www.sportschau.de/sp/fifawm2010/news201006/29/blatter_techn-hilfsmittel.jsp" target="_blank">erwägt</a></strong><a title="ard.de" href="http://www.sportschau.de/sp/fifawm2010/news201006/29/blatter_techn-hilfsmittel.jsp" target="_blank"> Einführung technischer Hilfsmittel</a></p></blockquote>
<p>Der Patron erwägt also. Egal, das jedenfalls hat Sepp heute erzählt am Round Table, bzw. ist es das, was die FIFA &#8220;for editorial puposes&#8221; zur Verfügung stellt. Ich gebe es weiter an meine Leser und Hörer (auf 64 kbit Mono runtergetrimmt, sorry). Viel Vergnügen:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/blatter.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ach so, eins noch: Dass unter diesem PR-Beitrag kein Flattr-Button prangt, versteht sich von selbst.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/29/sudafrika-tag-25-pr-fur-joseph-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>33</slash:comments>
<enclosure url="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/blatter.mp3" length="52284106" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Täubchen für Sepp, den Friedensstifter und Rechenkünstler</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/25/taubchen-fur-sepp-den-friedensstifter-und-rechenkunstler/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/25/taubchen-fur-sepp-den-friedensstifter-und-rechenkunstler/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 May 2010 22:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[friedensnobelpreis]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ranglisten]]></category>
		<category><![CDATA[robert mugabe]]></category>
		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2010]]></category>
		<category><![CDATA[world cup trophy tour]]></category>
		<category><![CDATA[forbes]]></category>
		<category><![CDATA[fussball-wm colome de la paix de genève]]></category>
		<category><![CDATA[the cumberland news]]></category>
		<category><![CDATA[the independent]]></category>
		<category><![CDATA[weltverbesserer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7962</guid>
		<description><![CDATA[Ich bin durch diese Auszeichnung tief bewegt. Es ist ein schönes Symbol, welches gut zu unserer Mission bei der FIFA passt. Unser Ziel ist es, für die Jugend eine bessere Welt zu gestalten, und ich glaube, dass Ihre Philosophie des Friedens in dieselbe Richtung zielt. FIFA-Präsident Joseph Blatter Es wird langsam ernst. Wenige Tage noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich bin durch diese Auszeichnung tief bewegt. Es ist ein schönes Symbol, welches gut zu unserer Mission bei der FIFA passt. Unser Ziel ist es, für die Jugend eine bessere Welt zu gestalten, und ich glaube, dass Ihre Philosophie des Friedens in dieselbe Richtung zielt.</p>
<p><em>FIFA-Präsident Joseph Blatter</em></p></blockquote>
<p>Es wird langsam ernst. Wenige Tage noch bis zu den Blatter-Festspielen, die im Volksmund auch FIFA World Cup 2010 ™ genannt werden. Das WM-Turnier soll Joseph Blatter ja nicht nur die Wiederwahl, sondern auch den Friedensnobelpreis bescheren. In Zürich hat er zunächst die &#8220;Colombe de la Paix de Genève&#8221; eines Schweizer Uhrenherstellers erhalten.</p>
<p>Die FIFA <a title="FIFA-PM vom 19. Mai 2010" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/insidefifa/news/newsid=1214003.html#blatter+erhalt+colombe+geneve" target="_blank">teilte dazu</a> in gewohnt bescheidener Prosa mit:</p>
<blockquote><p>Doch um was handelt es sich bei der &#8220;Colombe de Genève&#8221; – der Taube aus Genf? Es ist eine limitierte Auflage von Uhren, auf denen zwei Tauben abgebildet sind – das Symbol für den Frieden auf der ganzen Welt. Bei diesem Modell sind auf den sich drehenden Zifferblättern aus Saphir die Bilder von zwei Tauben eingraviert. Eines dreht sich in der Geschwindigkeit der Minuten und das zweite in der Geschwindigkeit der Stunden. Jede Stunde treffen sich die zwei Abbildungen, um für die Dauer einer Minute eine einzige Taube zu formen. Die Botschaft ist einfach: Es ist lohnenswert, 59 Minuten lang zu kämpfen, um eine Minute Frieden zu erzielen. (&#8230;)</p>
<p>Quinting verleiht diese besondere Uhr an wichtige Persönlichkeiten, die einen Beitrag zur Förderung des Friedens geleistet haben. So tragen beispielsweise der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton, der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika, der ghanaische ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der Premierminister Bahreins, Sheikh Khalifa bin Salman al Khalifa, der russische Premierminister Vladimir Putin sowie zahlreiche ehemalige Schweizer Staatsoberhäupter (Pascal Couchepin, Joseph Deiss, Moritz Leuenberger, Samuel Schmid) ebenfalls eine solche Uhr, um ihr Engagement für diese Sache zu demonstrieren.</p></blockquote>
<p>Mir kommen die Tränen. Doch was will Mann machen. Die Ordensliste Sepp des Großen, die ich <a title="Sepp, Superstar (1): “The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun?" href="http://jensweinreich.de/2009/04/29/sepp-superstar-the-grand-cordon-of-the-order-of-the-rising-sun/" target="_self">hier</a> <a title="Sepp, Superstar (2): “Der Fromme, der Große und der Heilige?" href="http://jensweinreich.de/2009/05/02/sepp-superstar-2-der-fromme-der-grose-und-der-heilige/" target="_self">gelegentlich</a><a title="Versierteste Protagonisten" href="http://jensweinreich.de/2008/10/01/versierteste-protagonisten/" target="_self"> vervollständigt</a> <a title="Zug: das Vorspiel" href="http://jensweinreich.de/2008/03/11/zug-das-vorspiel/" target="_self">habe</a>, wird länger und länger. Und in den Ranglisten der <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (I)" href="http://jensweinreich.de/2008/10/10/die-machtigsten-sportfursten-der-welt/" target="_self">mächtigsten Sportfürsten</a> <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (II)" href="http://jensweinreich.de/2009/01/01/die-machtigsten-sportfursten-der-welt-ii/" target="_self">der Welt</a> wird er ja auch wieder ganz vorn geführt. Alles bestens organisiert, glaube nur niemand an Zufall.</p>
<p>Der so genannte Branchendienst <a title="Around the Rings" href="http://www.aroundtherings.com/golden25.aspx" target="_blank">Around the Rings</a> jedenfalls kürte Blatter im WM-Jahr zum wichtigsten Mann im olympischen Weltsport. Und die FIFA machte daraus eine <a title="FIFA PM" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/president/news/newsid=1153332.html" target="_blank">Pressemitteilung</a>, in der nicht unerwähnt blieb, dass Blatter auf der <a title="Forbes-Liste 2009" href="http://www.forbes.com/forbes/2009/1130/power-09-obama-jintao-putin-worlds-most-powerful-people.html" target="_blank">Forbes-Liste</a> der most powerful people weltweit auf Rang 53 eingekommen ist &#8211; zwar noch hinter Osama Bin Laden, doch vor Jacques Rogge und Hugo Chavez. Believe it or not: Unserem Freund Sepp ist das alles sehr wichtig.</p>
<p>Als Kontrastprogramm zu den Heldengeschichten des Joseph Blatter flink noch einige Lesebefehle von und mit meinem Freund und Kollegen <strong>Andrew Jennings</strong>:</p>
<ul>
<li><strong>Transparency in Sport</strong>: <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Now_South_African_press_dumps_on_Blatter/south_african_press_dumps_on_blatter.html" target="_blank">Now South African Press dumps on Blatter</a></li>
</ul>
<p>Hier hat AJ zahlreiche beeindruckende Beispiele aus südafrikanischen Medien zusammengestellt, wo unter anderem nachgewiesen und kritisiert wird, dass die FIFA von Pressefreiheit und kritischem Journalismus nicht sehr viel hält. Nicht zu vergessen: Jennings ist seit 2003 von FIFA-Veranstaltungen verbannt! (Dagegen ist <a title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">meine Bekanntschaft mit der FIFA-Ethikkommission</a> ein Witz, denn schließlich habe ich auch diesmal wieder eine WM-Akkreditierung erhalten.)</p>
<ul>
<li>Transparency in Sport: <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Blatter's_ploy_to_dump_shamed_Warner/blatter's_ploy_to_dump_shamed_warner.html" target="_blank">Blatter&#8217;s ploy to dump shamed Warner</a></li>
<li>Matthew Bell in <strong>The Independent</strong>: <a title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/media/press/was-lord-triesman-on-to-something-just-ask-jennings-1980382.html" target="_blank">Was Lord Triesman on to something? Just ask Jennings</a></li>
<li>Roger Lytollis in <strong>The Cumberland News</strong>: <a title="The Cumberland News" href="http://www.cumberlandnews.co.uk/news/people/cumbrian-journalist-waging-one-man-war-against-fifa-1.711307?referrerPath=home  " target="_blank">Cumbrian journalist waging one man war against FIFA</a></li>
</ul>
<p>Mich hat in den vergangenen Tagen eine Kleinigkeit amüsiert: Ausgehend von einem BBC-Gespräch mit FIFA-Generalsekretär Valcke machte kürzlich eine <a title="ESPN Soccernet" href="http://soccernet.espn.go.com/world-cup/story/_/id/5180591/ce/us/fifa-gives-organizers-100-million-event-said-financially-sound&amp;cc=5739?ver=global" target="_blank">Meldung weltweit Schlagzeilen</a>, wonach die FIFA den WM-Organisatoren mit weiteren 100 Millionen Dollar unter die Arme gegriffen hat. Im Prinzip hatte mir das Joseph Blatter schon <a title="Sepp Blatter oder: Interviews vs. Hintergrundberichte" href="http://jensweinreich.de/2010/04/27/sepp-blatter-oder-interviews-vs-hintergrundberichte/" target="_self">zwei Wochen zuvor in einem Interview</a> bestätigt (ab etwa 4:40). Denn er sagte:</p>
<blockquote><p>Ich weiß nur, dass diese FIFA WM in Südafrika wird die FIFA etwas teurer kommen als vorgesehen. Und wir haben dazu 100.000 Dollar freigestellt.</p></blockquote>
<p>100.000 oder 100 Millionen, was macht das schon? Sepp hatte einfach nur drei Nullen vergessen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/25/taubchen-fur-sepp-den-friedensstifter-und-rechenkunstler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>
		<category><![CDATA[willy bogner]]></category>
		<category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category>
		<category><![CDATA[br2]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[christian ude]]></category>
		<category><![CDATA[csu]]></category>
		<category><![CDATA[garmisch-partenkirchen]]></category>
		<category><![CDATA[ludwig hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[thomas schmid]]></category>
		<category><![CDATA[willi rehberg]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7370</guid>
		<description><![CDATA[Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerber GmbH für die Olympischen Winterspiele 2018, verbreitet beständig wiederholt Unwahrheiten über die Olympiafinanzierung. Er sagte, zum Beispiel, gestern im Tagesgespräch im Radiosender Bayern 2 (&#8220;Sollen die Winterspiele nach Bayern?&#8221;) auf die Frage &#8220;Also, was kost&#8217; die Gaudi denn?&#8221;: Diese Kosten, also das so genannte Organisationskomitee-Budget, das den Löwenanteil der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der <a title="München 2018.org" href="http://www.muenchen2018.org/ueber+uns/team/index.html" target="_blank">Bewerber GmbH</a> für die Olympischen Winterspiele 2018, verbreitet <span style="text-decoration: line-through;">beständig</span> wiederholt Unwahrheiten über die Olympiafinanzierung. Er sagte, zum Beispiel, gestern im Tagesgespräch im Radiosender Bayern 2 (<a title="Bayern 2, Tagesgespräch" href="http://www.br-online.de/bayern2/tagesgespraech/tagesgespraech-olympia-2018-willy-bogner-ID126866027883.xml" target="_blank">&#8220;Sollen die Winterspiele nach Bayern?&#8221;</a>) auf die Frage &#8220;Also, was kost&#8217; die Gaudi denn?&#8221;:</p>
<blockquote><p><strong>Diese Kosten, also das so genannte Organisationskomitee-Budget, das den Löwenanteil der Kosten ausmacht, wird uns vom IOC erstattet. Das heißt, das müssen die Gemeinden und die Bürger nicht bezahlen, sondern das bekommt man bezahlt durch die Fernsehrechte, die das IOC weltweit einnimmt. </strong></p>
<p><strong></strong>Das einzige, was übrig bleibt, sind Infrastrukturmaßnahmen, sagen wir Verkehrsprojekte, die wir aber sowieso bezahlen müssten und die durch die Olympischen Spiele beschleunigt werden. (&#8230;) Also, es ist wirklich kein großes finanzielles Risiko für die Gemeinden und die Bürger des Staates, diese Olympischen Spiele durchzuführen.</p></blockquote>
<p>Dazu in aller Kürze einige Richtigstellungen, nur einige. <em>(Ich hole gar nicht die große Keule raus und erinnere daran, dass in Brasilien gerade die Austragung der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 akut gefährdet sind, weil natürlich zu viel versprochen und vielleicht auch kolossal gelogen wurde. Wenn Willy Bogner mag, kann ich ihm die Zusammenhänge gern mal erklären.)</em></p>
<ul>
<li>Das so genannte Organisationskomitee-Budget (OCOG-Budget) macht nie den Löwenanteil aller Kosten aus, schon deshalb nicht, weil das so genannte Infrastruktur-Budget (Non-OCOG-Budget) stets größer ist, als das Organisations-Budget.</li>
<li>Die Gemeinden und Bürger zahlen indirekt über etliche Kanäle natürlich auch Teile des OCOG-Budgets.<em> (Das war selbst bei der Fußball-WM 2006 so, als das Organisations-Budget nur gedeckt werden konnte, weil staatliche und halbstaatliche Sponsoren sich auf höchste politische Order hin engagierten.)</em></li>
<li>Das OCOG-Budget wurde, wird und wird auch künftig niemandem, auch nicht potenziellen Olympia-Ausrichtern in Bayern, &#8220;vom IOC erstattet&#8221;. Einmal mehr verweise ich &#8211; zum Vergleich &#8211; auf das <a title="VANOC budget January 2010" href="http://www.vancouver2010.com/dl/00/08/78/2009budgetsummary_30d-Xu.pdf" target="_blank">aktuelle Budget</a> der Winterspiele 2010 in Vancouver.</li>
<li>Nicht alle Infrastrukturmaßnahmen, die Teil von Olympiaplanungen sind, sind a) unbedingt nötig für das Gemeinwesen und müssten deshalb b) auch nicht &#8220;sowieso&#8221; bezahlt werden. Das ist in München nicht anders als etwa vor sechs Jahren bei der Olympiabewerbung von Leipzig (da war es nur extremer).</li>
</ul>
<p>Willy Bogner erzählt diesen Nonsens ja nicht zum ersten Mal. Weshalb ich frage:</p>
<ul>
<li><strong>Lügt Willy Bogner oder weiß er es einfach nicht besser?</strong></li>
</ul>
<p>Wenn er es nicht besser weiß, dann würde &#8211; wie ich finde &#8211; dieses Nichtwissen nicht davor schützen,</p>
<ul>
<li>a) Kritik einzustecken,</li>
<li>b) Kritik anzunehmen,</li>
<li>c) sich an der Wahrheit zu orientieren und also</li>
<li>d) die Angaben zu korrigieren, um</li>
<li>e) dem Bürger und Steuerzahler reinen Wein einzuschenken, oder gar</li>
<li>f) seinen Hut als Vorsitzender der Geschäftsführung zu nehmen. Wegen Inkompetenz und Lernunfähigkeit.</li>
</ul>
<p>Tut mir leid, dass ich so resolut argumentiere. Es ist halt keine Gaudi, sondern ein Grundproblem dieser deutschen Demokratie, ja, soweit gehe ich, denn im Prinzip wird Bogners Argumentation doch vom <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss zwischen Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">sportpolitischen</a> <a title="Bundestag zu München 2018: &quot;demokratiewidriger Striptease&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">Komplex</a> <a title="Copy and paste im Bundestag: die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">übernommen</a>.</p>
<p>Die Mär lautet: Olympia trägt sich quasi selbst.</p>
<p>Ich wiederhole: <strong>Es liegt weiterhin keine Kosten-Nutzen-Analyse auf dem Tisch.</strong></p>
<p>Die Steuerzahler werden &#8211; darf man das sagen? &#8211; verarscht.</p>
<p>Und es ist natürlich ärgerlich, wenn Bogner seinen Unsinn auf allen Kanälen landesweit immer wieder verbreiten kann. Ich stelle diese Frage ja auch vor dem Hintergrund, dass ich Bogner selbst auf seine inhaltlich falsche Argumentation hingewiesen habe. Der Mann ist aber ganz offensichtlich lernunfähig, lernunwillig &#8211; oder beides. Vor einigen Wochen habe ich aus Vancouver, nach einem halbstündigen Gespräch mit Bogner und eigenen Recherchen, <a title="Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft" href="http://jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/" target="_self">u.a. geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in „konstruktive Kritiker, die man überzeugen kann“ und „Fundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernünftig reden kann“. Im IOC sei man es gewohnt, „<a title="18 Gründe gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten“.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem Gespräch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der Realität orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Öffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<p><em>(<a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a>)</em></p>
<p>Er sagte, natürlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste. Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur Hälfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiß niemand, was aus Lausanne überwiesen werden könnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p></blockquote>
<p>Entschuldigung, wenn ich das so weitschweifig wiederhole.</p>
<p>Hier übrigens der BR2-Pocast mit der Bogner-Sendung. Interessant ist in der Tat, wie <em>Ralf</em> <a title="Kommentar von Ralf" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/#comment-22176" target="_self">gestern schon anmerkte</a>, dass die meisten Anrufer teilweise Fundamental-Kritik an der Bewerbung äußerten. Aber das nur am Rande.</p>
<p><a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_03/2010_03_18_13_54_57_podcasttagesgesprch18032010_a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Interessant auch, wie Bogner reagierte, als ihn der Salzburger Grüne und Olympia-Kritiker Willi Rehberg auf seine Falschaussagen aufmerksam machte (ab etwa Time Code -10:40):</p>
<blockquote><p>Nein. Selbstverständlich kriegt man einen bestimmten Betrag erstattet. und den kann man aufteilen dann auf die Projekte, wie man selber will. (&#8230;) Insofern können wir eigentlich sehr, ja, mit gutem Vertrauen in die Zahlen und in die Finanzierungsmöglichkeiten des IOC an das heran gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator wollte dann wissen: <strong>&#8220;Also, wo kommt die Milliarde her?&#8221;</strong></p>
<p>Bogner:</p>
<blockquote><p>Also das ist jetzt, das geht sehr in die Details. Man muss da wirklich drin sein, wo was her kommt, und die Ausgaben sind dieselben wie sie jetzt begriffen werden, sei es vom Staat oder eben woanders her, ist ja auch von Land zu Land verschieden, also das kann man nicht so ganz vergleichen. Aber wir sind absolut der Meinung, dass wir alles, oder fast alles, das kann man jetzt noch nicht so genau sagen, eben durch die  Leistungen des IOC abdecken werden, was wirklich Organisationskomitees-Kosten sind. (&#8230;) Es gibt da tausend Einflussfaktoren, da muss man wirklich ins Detail gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator fragt anschließend allen Ernstes, ob es &#8220;ein gutes Zeichen&#8221; sei, wenn ein Drittel der Bewerbungskosten noch nicht abgedeckt sind. Bogner antwortet, er sei &#8220;<a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &quot;offizielle Oppositionen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">erst einige Wochen dabei</a>&#8220;, sei aber &#8220;zuversichtlich, dass wir das Geld auftreiben können&#8221;.</p>
<p>Die Details, ja, die Details, von Land zu Land verschieden, ob nun vom Staat oder eben woanders her oder eben vom IOC. Man steckt eben nicht &#8230; drin!</p>
<p>Es ist erschreckend.</p>
<ul>
<li>Es gibt nach wie vor keinen Finanzplan für die Bewerbung, der öffentlich nachvollziehbar und somit überprüfbar wäre.</li>
<li>Es gibt nach wie vor, außer einigen dürren Angaben im so genannten Mini-Bidbook (Auszug unten), keine öffentlich überprüfbaren Angaben (detaillierte Angaben, nicht nur ein halbes Dutzend dürre Zahlen!) über das OCOG-Budget.</li>
<li>Es gibt nach wie vor (außer Zahlen zu wenigen Einzelprojekten, die sich ganz hinten im <a title="München 2018: Mini-Bidbook" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/mini+bid+book/index.html" target="_blank">Mini-Bidbook</a> verstecken, zum Beispiel S. 83, 85, 107) keinen öffentlich nachvollziehbaren Plan für den Non-OCOG-Etat.</li>
</ul>
<p>Ich bemühe mich, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">dies nur erneut als Transparenzbeweis</a> meiner Dauer-Recherche, seit Ewigkeiten um derlei Angaben. Vergeblich. Nicht einmal die verantwortlichen Lokalpolitiker erhalten derartige Angaben in Gänze, nicht einmal die gewählten &#8220;Volksvertreter&#8221; werden eingeweiht, ganz im Gegenteil, sie fühlen sich oft genug hintergangen.</p>
<p>Flink noch einige aktuelle Dokumente zum Thema:</p>
<p><strong><span id="more-7370"></span>1)</strong> Die Passage aus dem Mini-Bidbook, die beweist, dass derjenige, der das <a title="Willy goes to Lausanne ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/" target="_self">Mini-Bidbook gerade in Lausanne übergeben hat</a>, offenbar nicht weiß, was darin steht. Darin steht eben nicht, dass das IOC alle Kosten trägt. Darin wird, wie ich ständig erkläre, überhaupt keine Zahl genannt zu Überweisungen von IOC-Konten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7387" title="Auszug Mini-Bidbook München 2018, OCOG-&quot;Budget&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/bid-book-finanz-web1.gif" alt="" width="530" height="503" /></p>
<p><strong>2)</strong> Die politisch sicher korrekte, aber dennoch vor Arroganz der Macht nur so strotzende Antwort von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude auf eine wohlmeinende CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung. Oder besser: Da kaum Fakten genannt werden, da es keine öffentlich überprüfbaren Detailinformationen gibt (wie immer bei deutschen Olympiabewerbungen), sollte dieses Schriftstück besser nicht &#8220;Antwort&#8221; bezeichnet werden:</p>
<ul>
<li><a title="Antrag Josef Schmid (CSU) zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antrag-Josef-Schmid.pdf" target="_blank">Anfrage von CSU-Stadtrat Josef Schmid</a></li>
<li><a title="Antwort OB Christian Ude (SPD) auf CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antwort-Ude.pdf" target="_self">Antwort OB Ude (SPD)</a></li>
</ul>
<p><strong>3)</strong> Die jüngste <a title="Anfrage von Ludwig Hartmann (Grüne) im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Anfrage-Hartmann.pdf" target="_blank">Anfrage des Grünen-Abgeordneten Ludwig Hartmann</a> im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung</p>
<p><strong>4)</strong> Die CSU-Gemeinderatsfraktion in Garmisch-Partenkirchen hat dem 1. Bürgermeister Thomas Schmid gestern eine Anfrage zukommen lassen, in der es u.a. heißt:</p>
<blockquote><p>Unabhängig davon beantragt die CSU-Fraktion die Mitglieder des Marktgemeinderates umgehend in öffentlicher Sitzung über die finanzielle Situation der Bewerbergesellschaft aufzuklären.</p>
<p>Wie der heutigen Presse zu entnehmen ist, fehlen noch über 10 Mio. Euro im Bewerbungsbudget, für die im schlimmsten Fall der Markt mit einer Haftungsquote von 16,22% aufkommen muss.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass der Markt im Haushalt 2010 ein Darlehen über Euro 450.000.— für die Bewerbungsgesellschaft eingestellt hat.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>66</slash:comments>
<enclosure url="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_03/2010_03_18_13_54_57_podcasttagesgesprch18032010_a.mp3" length="51021312" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>München 2018: Christian Ude und die &#8220;Kniffe der propagandistischen Darstellung&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/01/26/munchen-2018-christian-ude-und-die-kniffe-der-propagandistischen-darstellung/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/01/26/munchen-2018-christian-ude-und-die-kniffe-der-propagandistischen-darstellung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 18:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[christian ude]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[dosb-presse]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=6317</guid>
		<description><![CDATA[Achtung, Überlänge: Ich konnte vergangenen Freitag leider nicht beim Neujahrsempfang des DOSB in Frankfurt/Main sein. Und werde morgen leider auch nicht die Pressekonferenz der Münchner Olympiabewerber in München besuchen können. Frankfurt und München sind doch ein bisschen weitab vom Schuss, und mir fehlen die Sponsoren für all die teuren und zeitaufwendigen Reisen. Leipzig war damals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Achtung, Überlänge:</em> Ich konnte vergangenen Freitag leider nicht beim Neujahrsempfang des DOSB in Frankfurt/Main sein. Und werde morgen leider auch nicht die Pressekonferenz der Münchner Olympiabewerber in München besuchen können. Frankfurt und München sind doch ein bisschen weitab vom Schuss, und mir fehlen die Sponsoren für all die teuren und zeitaufwendigen Reisen. Leipzig war damals bequemer. Doch egal, ich will nicht klagen, im Grunde bleiben wir hier ja durchaus auf dem Laufenden, wenngleich ich den Herrschaften gern energischer auf die Pelle rücken würde, so wie damals in Leipzig.</p>
<p>Für Hartgesottene wieder eine Lektüre: Jener Teil der Rede von Münchens Oberbürgermeister <strong>Christian Ude</strong> (SPD) auf dem Neujahrsempfang, den der DOSB-Pressedienst gerade dokumentiert hat. Klingt kampfeslustig wie immer, aber auch ziemlich angefressen. Kampfeslustig muss er sein, weil er es ja nicht nur, wie es in seinem Vortrag anklingt, mit renitenten Umweltschützern, Grünen, Christsozialen und unverbesserlichen Journalisten zu tun hat, sondern weil er &#8211; wie oft genug aus zuverlässigen Quellen verlautet &#8211; mitunter sehr verärgert gewesen sein soll über den DOSB. Aber er würde es sicher nie öffentlich zugeben. Schließlich ist der Sportbund Mehrheitsgesellschafter (allerdings ohne entsprechend mehr für die Party zu zahlen, zahlen die überhaupt?).</p>
<blockquote><p><strong>Münchens Oberbürgermeister Ude: „Wir werden alle Register ziehen“</strong></p>
<p><em>Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und Vizepräsident des Deutschen Städtetages, hielt die Ansprache beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes am 22. Januar im Frankfurter Römer. Sein Thema: die Bewerbung Münchens und Garmisch-Partenkirchens um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018. Als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ging Ude dabei vor den rund 300 Gästen des Empfangs im Kaisersaal auch auf jüngste Kritik an der Bewerbung ein. Wir veröffentlichen die Rede in Auszügen.</em></p>
<p>„ (&#8230;) Man kann natürlich bei einem Thema wie der olympischen Bewerbung vor einem so sportbegeisterten Publikum wie diesem einfach im Konsens baden oder aber auch den einen oder anderen Widerspruch draußen aufgreifen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich tendiere zur zweiten Möglichkeit, weil es einfach interessanter ist und auch aktuell geboten.</p>
<p>Denn vielleicht haben Sie (&#8230;) gelesen, dass es <a title="München 2018. Studie der FH, Annäherung an die Wahrheit?" href="http://jensweinreich.de/?p=6230" target="_self">ganz triste Nachrichten</a> um die Bewerbung geben soll: (&#8230;) dass es leider nur eine ganz kümmerliche (&#8230;) Mehrheit von 57 Prozent der Garmischer gibt, die für die Spiele sind, während eine beeindruckende (&#8230;) Zahl von 27 Prozent kritisch gegenüberstehen. Das ist mir relativ neu, dass 57 Prozent Mitleid erregend und 27 Prozent imposant sind, aber man kann mit einigen Kniffen der propagandistischen Darstellung natürlich ein gewünschtes Meinungsbild herbei schreiben. Wenn man bedenkt, dass 16 Prozent noch keine Meinung haben, ergibt sogar diese Umfrage eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Und das in einer Situation im November vergangenen Jahres, als die örtliche CSU noch ein Bürgerbegehren gegen Olympia propagiert hat. (&#8230;)</p>
<p>Vielleicht sind wir Kommunalpolitiker einfach bescheidenere Leute – aber ich war mit Zwei-Drittel-Mehrheiten immer ganz zufrieden.</p>
<p>Die Stimmung ist ja in Wahrheit beglückend, wenn ich daran erinnern darf, was alles seit dem 8. Dezember 2007 geschehen ist, als der Deutsche Olympische Sportbund sich einstimmig hinter die Münchner Bewerbung gestellt hat. (&#8230;) Das war die Initialzündung an die Stadt München, an die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und an den Landkreis Berchtesgadener Land, sich um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 zu bewerben.</p></blockquote>
<p>Kurze Unterbrechung, so habe ich damals die DOSB-Mitgliederversammlung in Hamburg erlebt und für die <a title="BLZ vom 10. Februar 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/1210/sport/0005/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a> beschrieben:</p>
<p><strong>Todernste Begeisterung</strong></p>
<p><em>Auf einem Konvent der inhaltlichen Leere beschließt der DOSB die Olympiabewerbung 2018</em></p>
<p>HAMBURG. Um 13.58 Uhr packte Rudolf Scharping seine Sachen. Die Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war noch lange nicht beendet, als Scharping beschwingt aus dem Börsensaal der Hamburger Handelskammer schlenderte. Er hatte genug gehört, korrekter muss es allerdings heißen: Er hatte gar nichts gehört. Denn, rein theoretisch: Hätte man sich nicht vorstellen können, dass der DOSB die erdbebenartigen Skandale des Jahres 2007 thematisiert? Dass die Blutdopingpraktiken der Freiburger Universitätsmedizin, seit Jahrzehnten enger Partner des DOSB und seiner Vorgänger DSB/NOK, in angemessener Weise gewürdigt werden? Etwa in einem Überblick zum Stand der Ermittlungen und möglichen Maßnahmen des Sports? Dass das systematische Doping im Team Telekom, im Radsport überhaupt, verhandelt wird? Das Chaos in der Nationalen Antidopingagentur Nada und in den Verbänden wegen Hunderter verpasste Trainingskontrollen? Die mangelnde Bereitschaft der Spitzenverbände, im kommenden Jahr höhere Kosten für Dopingkontrollen zu begleichen? Oder, weil es ja auch um die Winterspiele 2018 ging: Das Vermarktungsdesaster des Deutschen Skiverbandes &#8211; wurde das etwa thematisiert?</p>
<p>Nein, davon hat Rudolf Scharping, Präsident des unsäglichen Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nichts gehört. Sicher, einige Punkte wurden in der Rede des DOSB-Präsidenten Thomas Bach mit wenigen Worten gestreift. Das meiste aber blieb gänzlich unerwähnt. Niemand wurde kritisiert. Nichts wurde aufgearbeitet. Eine Debatte fand nicht statt. Kein Wunder, dass Scharping lächelnd abmarschieren konnte.</p>
<p><em>100 Prozent Zustimmung</em></p>
<p>Bach sprach von einem Bewusstseinswandel, der nötig sei; regte an, keine Rekordprämien mehr zu zahlen; auf Tempomacher, so genannte Hasen, in der Leichtathletik zu verzichten; im Fernsehen keine Weltrekordmarken mehr einzublenden. Kurzum: Er klaubte ein paar Forderungen zusammen, auf die er nicht das Copyright hat. Forderungen, die von kritischen Geistern in den Medien, in der Wissenschaft, sogar im Sport teilweise seit Jahrzehnten vorgebracht werden, ohne dass Funktionäre vom Schlage Bach dies jemals unterstützt hätten. Und schließlich zwirbelte Bach Halbsätze wie diesen: Er behauptete, deutsche Athleten würden die &#8220;Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports&#8221; unterstützen.</p>
<p>So sieht sie also aus, diese &#8220;Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports&#8221;: Keine Debatte. Das Ausblenden elementarer Sachverhalte. Keinerlei Rechenschaftslegung. Keine Rechenschaftsforderung an jene &#8211; und davon saßen viele im Börsensaal &#8211; die lange Jahre mit Dopern kollaborierten.</p>
<p>In seiner inhaltlichen Leere war es ein beängstigender Konvent. Draußen auf den Fluren, aber nur dort, konnte man es von den Delegierten hören, wenn man hören wollte: Es sei ja kein Wunder, dass es so zugehe; wer hier seine Meinung sage und kritisiere, der habe bald nichts mehr zu sagen &#8211; aber bitte, nicht zitieren! Keiner wollte seinen Namen in der Zeitung sehen. Man frage nach bei Helmut Digel: Wer Wahrheiten formuliert, verliert rasant schnell Einfluss und Posten.</p>
<p>Zu welchem Tagesordnungspunkt auch immer, ob nun zur Münchner Olympiabewerbung oder zur Einführung des Deutschen Sportausweises, wenn sich überhaupt jemand zu Wort meldete aus dem Plenum, dann lieferte er, wie bestellt, eine Grußadresse ab. Hier saßen die Vertreter von 27,5 Millionen Vereinsmitgliedern. Es war eine gespenstische Atmosphäre, die ihren Höhepunkt erreichte, als Bach in der München-Frage Einmütigkeit abverlangte: &#8220;Deshalb rufe ich Ihnen zu, stimmen Sie zu! Wenn wir alle begeistern wollen, müssen wir zunächst selbst begeistert sein! Zeigen Sie Ihre Begeisterung nicht nur mit Ihrer Stimmkarte, zeigen Sie sie mit voller Begeisterung.&#8221;</p>
<p>Daraufhin gab es etwa fünf Sekunden braven Applaus.</p>
<p>Anschließend zückten, wie erwartet, sämtliche Delegierten ihre Kärtchen und erklärten München mit seinen beiden Partnern Garmisch-Partenkirchen und Schönau zum Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2018. Eher zögernd erhoben sich die Funktionäre und applaudierten im Stehen, damit dieser Moment für die Nachwelt festgehalten werden konnte, denn so war es geplant: Einmütigkeit im deutschen Sport. Als Synonyme ließen sich in beliebiger Anzahl und Kombination auch Begriffe wie Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit, Feigheit, Bequemlichkeit, Ideenlosigkeit, Geistlosigkeit, Opportunismus, Oberflächlichkeit verwenden.</p>
<p>Während der anschließenden Kaffeepause wurde nicht etwa vergnügt geplaudert. Es blieb auffällig ruhig &#8211; als sei es den Sportkameraden doch peinlich gewesen, hundertprozentig einer Meinung gewesen zu sein. In einer Ecke sprach Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Mikrofone und erklärte mit todernster Miene seine Begeisterung über die Begeisterungsfähigkeit des deutschen Sports.</p>
<p><em><span id="more-6317"></span>Das alte Bewerbungs-Muster</em></p>
<p>München geht also auf die lange Reise. Die offizielle Bewerbung wird vom Deutschen Olympischen Sportbund erst Ende 2009 beim IOC eingereicht. Bis dahin muss unter anderem das Bewerbungsbudget gesichert werden. Die Rede ist von 30 Millionen Euro, und es wird wie immer interessant zu beobachten sein, ob und in welcher Höhe sich die Wirtschaft an der Finanzierung beteiligt. Vom Sport kommt natürlich kein Geld. In der Regel muss der Steuerzahler den Löwenanteil einbringen. Gesucht wird auch noch ein wettkampftaugliches Bewerberteam. Wer soll den Geschäftsführer geben, der international punkten kann? Schließlich wäre es interessant zu wissen, wie München künftig in der Öffentlichkeit Begeisterung schüren will, wenn schon die Präsentation vor dem DOSB so fade, langweilig und uninspiriert geriet.</p>
<p>Natürlich hat wieder der Münchner PR-Mann Andreas Abold die Darbietung arrangiert. Wie schon für die Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wie schon für Leipzigs Olympiakandidatur vor dem NOK im April 2003, wie schon für Südafrikas WM-Bewerbung 2010, wie zuletzt für die deutsche Bewerbung um die Frauenfußball-WM 2011. Doch Masse bedeutet nicht zwangsläufig Klasse. Die Filmchen sind immer nach demselben Muster gestrickt. Und am Ende erfleht meistens irgendein Prominenter die Unterstützung der Wahlberechtigten. Diesmal war es die unvermeidliche Gold-Rosi Mittermeier, die nicht viel mehr stammelte als: &#8220;Bittebittebitte. Damit wir beim IOC &#8216;nen guten Eindruck hinterlassen, jetzt geht&#8217;s darum, einstimmig abzustimmen.&#8221;</p>
<p>Nichts leichter als das. Die Anweisungen in diesem drittklassigen DOSB-Drehbuch wurden bis ins letzte Detail befolgt.</p>
<ul>
<li>Weiter im Text von <strong>Christian Ude</strong>:</li>
</ul>
<blockquote><p>Wir haben seit diesem Votum des Deutschen Olympischen Sportbundes die Bewerbung in Fahrt gebracht. (&#8230;) Und wenn Ihnen manchmal der Eindruck vermittelt wird, es gebe da ein Kopf-an- Kopf-Rennen von Befürwortern und Gegnern, darf ich Ihnen doch einmal die Tatsachen vorführen, die in den Medien nicht immer ganz klar herüberkommen. In der Landeshauptstadt hat sich der Stadtrat mit 95 Prozent der Stimmen für die Olympiabewerbung ausgesprochen, das waren also nicht nur die SPD und die CSU, das waren auch die FDP und natürlich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. (&#8230;)</p>
<p>Die Voten im Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen und im Landkreisrat von Berchtesgaden <a href="http://jensweinreich.de/?p=5834">waren ebenfalls überwältigend</a>. Und ich finde, in einer <a href="http://jensweinreich.de/?p=2884">Demokratie</a> spielt es auch eine Rolle, dass sich der Bayerische Landtag mit 90 Prozent der Mehrheit für die Bewerbung ausgesprochen hat und der <a href="http://jensweinreich.de/?p=4064">Deutsche Bundestag mit über 80 Prozent</a>.</p>
<p>Ich frage mich wirklich, wie viel Mehrheit und wie viel Bevölkerungs-Zustimmung und wie viel <a href="http://jensweinreich.de/?p=4073">Parlamentsbeschlüsse</a> denn noch beigebracht werden sollen, bis auch <a href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/">die wenigen akzeptieren</a>, dass dies tatsächlich eine auf breiter Mehrheit mitgetragene deutsche Bewerbung ist. Ich weiß es nicht, was noch fehlt. (&#8230;)</p>
<p>Die Bewerbung hat zum Glück auch <a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesichter</a>. Seit dem 15. November steht Willy Bogner als Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft vor. Ich halte diesen Personalvorschlag, den Dr. Bach gemacht hat, für wirklich phantastisch. (&#8230;) Bogner stellt sein ganzes Renommee als Weltmeister, als Wintersportfan, als erfolgreicher Unternehmer, als Kommunikator zur Verfügung und wirft es in die Waagschale. Das hat der Bewerbung Schwung gegeben.</p>
<p>Genauso wie die <a href="http://jensweinreich.de/?p=5144">Vielzahl von Sportbotschaftern</a>, die sich für die Bewerbung einsetzen. Da sind alle großen Namen des deutschen Wintersports aus den vergangenen Jahrzehnten dabei, aber auch viele Vertreter des Sommersports. Ich fand, dass es eine gute Wahl war, dass mit Katarina Witt nicht nur eine international bekannte Wintersportlerin das Kuratorium leitet, sondern dass sie auch die gesamtdeutsche Dimension der Bewerbung deutlich macht. (&#8230;)</p>
<p>Die Frage nach dem Nutzen wird uns immer wieder gestellt. Vor allem dann, wenn <a href="http://jensweinreich.de/?p=2889">Kostenfragen in die Gemeindeparlamente oder in Landtag und Bundestag kommen</a>. (&#8230;) Das Interesse der internationalen Öffentlichkeit wird auf Deutschland, auf Bayern, auf München gelenkt und wir können uns mit Eigenschaften wie Sportbegeisterung und Gastfreundschaft präsentieren. Aber auch (&#8230;) mit ökologischen Anliegen und Pioniertaten, die diese Bewerbung auszeichnen werden. Ich finde die Kritik von Umweltschützern, deren Anliegen ich ja verstehe und teile, auch in diesem Punkt eher ungerecht. (&#8230;)</p>
<p>Ich denke, dass wir gerade jetzt in diesen Wochen am Beispiel Vancouver sehen können, wie ein Land die olympische Bewerbung und die Ausrichtung von Spielen umfangreich nutzen kann. Das wird gemacht mit der Kampagne „Invest in Canada“. Das gesamte diplomatische Korps Kanadas wird weltweit eingesetzt, um zu werbenden Veranstaltungen für Kanada einzuladen, die natürlich nur wegen der Olympischen Spiele jetzt die entsprechende Resonanz finden.</p>
<p>Aber es ist schon wahr, dass es Olympische Spiele nicht zum Nulltarif gibt. Das ist keine Freifahrt. Das haben wir auch nie behauptet. Aber wir haben zunehmende Erfolge bei dem Bemühen, die Kosten der Bewerbung tatsächlich mit Sponsoren zu regeln und nicht mit öffentlichen Geldern. (&#8230;) Sie werden, das verspreche ich Ihnen, in den nächsten Wochen Schlag auf Schlag von weiteren Großsponsoren erfahren, die sich zur Unterstützung dieser Bewerbung entschlossen haben.</p>
<p>Und was die Anstrengungen der öffentlichen Hand angeht, sollten wir auch mehr von den Vorteilen reden (&#8230;).</p>
<p>München zum Beispiel hat eigentlich nur ein wirklich bedrückendes Problem: den Wohnungsmangel. Wir haben die Chance, dank der olympischen Bewerbung vom Bund ein Areal des Verteidigungsministeriums zu erhalten und dort ein ökologisch vorbildliches Olympisches Dorf zu errichten, (&#8230;) das dann dem Münchner Wohnungsmarkt 1.100 Wohneinheiten auf einen Schlag zur Verfügung stellt. (&#8230;)</p>
<p>Genauso gibt es für Garmisch Vorzüge, wieder als Wintersportort weltweit in den Blickpunkt gerückt zu werden, neue Sportstätten zu erhalten und Verbesserungen der öffentlichen Verkehrsanbindung im Schienenverkehr oder Tunnel, die seit Jahrzehnten gefordert werden. Das wird sich im Laufe der kommenden Diskussionen auch vor Ort herumsprechen und sicherlich aus der Zwei-Drittel-Mehrheit eine Drei-Viertel-Mehrheit finden. Und ich verspreche Ihnen eines: Wenn es zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2018 kommt, wird sich, so ist es nun einmal um das politische Kurzzeitgedächtnis bestellt, niemand mehr daran erinnern können, jemals dagegen gewesen zu sein. Es wird nur noch ein Gerangel um die Platzkarten geben. (&#8230;)</p>
<p>Ich kenne keine andere Möglichkeit, so viele Völker der Welt zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu motivieren, die Jugend der Welt auf gemeinsame Spielregeln zu verpflichten (&#8230;). Dies zu negieren und nur noch ein Haar in der Suppe zu finden, weil man damit große Medienresonanz erzielen kann, halte ich nicht nur für leichtfertig, sondern für ausgesprochen dumm. (&#8230;)</p>
<p>Am 12. Februar werden wir in Vancouver Erfahrungen machen und dann hoffentlich am 2. März deutsche Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner (&#8230;) am Schwabinger Siegestor ehren und auf dem Rathausbalkon begrüßen können. Ich denke, dass da die Sportbegeisterung des Publikums in einer Großstadt dann auch im Fernsehen zu besichtigen sein wird. Am 15. März werden wir das Mini Bid Book abgeben. Im Juli werden die Bewerberstädte benannt, dass wir eine Candidate City werden, erscheint mir ziemlich sicher, und dann haben wir hart zu arbeiten, um 2011 im Januar das 500 Seiten starke zweite Bewerbungsdokument abzugeben. Bis dahin können noch letzte Detailfragen, die jetzt noch als Sand im Getriebe empfunden werden, sich in Wohlgefallen auflösen. Und dann gibt es am <a href="http://jensweinreich.de/?p=4485">6. Juli 2011 die Entscheidung in Durban</a>.</p>
<p>Ich kann Ihnen versprechen (&#8230;): Wir werden bis zu diesem Tag alle Register ziehen, um eine optimale Bewerbung abzuliefern und auch ein freundliches Umfeld zu schaffen, die Sportbegeisterung zu dokumentieren und den völkerverbindenden Charakter Olympischer Spiele im In- und Ausland zu propagieren. Sie sind dabei als Repräsentanten des Sports mit die wichtigsten Multiplikatoren, die wir haben. Ich darf Sie um Ihre weitere Mithilfe bitten und mich schon heute ganz herzlich dafür bedanken.“</p></blockquote>
<p><em>Sämtliche Kürzungen wurden von der DOSB-Pressestelle vorgenommen. Ich habe nur einige Fehler korrigiert, verlinkt &#8211; und mir, was schwer fiel, Kommentare verkniffen.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/01/26/munchen-2018-christian-ude-und-die-kniffe-der-propagandistischen-darstellung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>56</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games&#8221;: Petition für Liu Xiaobo</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/01/14/dont-mix-politics-with-games-petition-fur-liu-xiaobo/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/01/14/dont-mix-politics-with-games-petition-fur-liu-xiaobo/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 00:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[liu xiaobo]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[michael kleim]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[amnesty international]]></category>
		<category><![CDATA[hu jintao]]></category>
		<category><![CDATA[human rights watch]]></category>
		<category><![CDATA[petition]]></category>
		<category><![CDATA[reporters without borders]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=6205</guid>
		<description><![CDATA[Mir ist gerade so. Ich möchte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren. Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewählten Berichterstattern beschwingt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist gerade so. Ich möchte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren. Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewählten Berichterstattern beschwingt empfahl, <a title="Peking, Tag 2" href="http://jensweinreich.de/?p=368" target="_self">sie sollten mal bitteschön Sport nicht mit Politik vermengen und Politik nicht mit Sport und überhaupt</a>. Da gebe es keinen Zusammenhang, auch wenn es manchmal so scheint.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-370" title="China Daily, 2. August 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/china-daily-02082008.jpg" alt="" width="483" height="336" /></p>
<p>Mich hat Herrn Hus Rat überzeugt. Seitdem steht&#8217;s da oben:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Ich versuche mich stets dran zu halten, auch <a title="Olympic Legacy: China und die Todesstrafe" href="http://jensweinreich.de/?p=3346" target="_self">wenn&#8217;s oft schwer fällt</a>.</p>
<p>Seit Weihnachten macht die Verurteilung des chinesischen Dissidenten <a title="Wikipedia: Liu Xiaobo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liu_Xiaobo" target="_self">Liu Xiaobo</a> weltweit <a title="Google News" href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=liu+xiaobo&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_self">Schlagzeilen</a>. Ein Jahr ist er bereits inhaftiert, nun wurde er zu elf Jahren Haft verurteilt. Am 8. Dezember 2008, exakt vier Monate nach der olympischen Propagandashow, die am 8.08.2008 um acht Uhr acht begann, hat Liu Xiaobo mit rund 300 Intellektuellen die <strong><a title="Charta 08" href="http://www.rsf.org/IMG/pdf/Charter08-2.pdf" target="_blank">Charta 08</a></strong> veröffentlicht. Dafür kommt man im Sportwunderland China schon mal ein Jahrzehnt in den Knast.</p>
<ul>
<li>Reporters without Borders: <a title="www.rsf.org" href="http://www.rsf.org/spip.php?page=article&amp;id_article=35507" target="_blank">Eleven-year jail sentence for free speech activist Liu Xiaobo, court sneakily issues verdict on Christmas Day</a></li>
<li>Human Rights Watch: <a title="www.hrw.org" href="http://www.hrw.org/en/news/2009/12/21/china-liu-xiaobo-s-trial-travesty-justice" target="_blank">Liu Xiaobo’s Trial a Travesty of Justice</a></li>
<li>Amnesty International: <a title="www.amnesty.org" href="http://amnesty.org/en/library/asset/ASA17/030/2009/en/afcdf879-1090-4dcd-9b4d-1028970b1bcc/asa170302009eng.html" target="_blank">Fear of torture and other ill-treatment, Liu Xiaobo</a></li>
</ul>
<p>Michael Kleim, Stadtjugendpfarrer in Gera und ehemals in der DDR in der Initiative für Frieden und Menschenrechte aktiv, ist der Meinung, dass die Sportwelt sich den vielen Petitionen zur Freilassung von Liu Xiaobo anschließen solle. Kleim hat seine Sicht auf die Dinge kürzlich im <a title="Interview mit Michael Kleim" href="http://www.mediathek-thueringen.de/single-view-tv/?tx_ttnews[tt_news]=3221&amp;tx_ttnews[year]=2010&amp;tx_ttnews[month]=01&amp;tx_ttnews[day]=06&amp;cHash=642185f29d" target="_blank">Radio Lotte erläutert</a>.</p>
<p>Da ich überhaupt nicht daran glaube, dass Journalisten sich nicht mit guten Aktionen gemein machen sollten, hier ist sein Appell, der dieser Tage dem IOC und dem DOSB zugeht:</p>
<blockquote><p>Aufruf an die Sportwelt</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren!</p>
<p>Für ein Land bedeutet es eine Ehre, Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein. Diese Ehre schließt die berechtigte Erwartung der Weltgemeinschaft ein, Grundstandards nicht nur im Bereich des Sports, sondern auch auf dem Gebiet der Menschenrechte zu erfüllen.</p>
<p>Die Zusage an China, die Olympiade im Jahr 2008 auszutragen, wurde von den internationalen Sportverbänden auch damit begründet, dass China dadurch motiviert wird, die Menschenrechtslage im eigenen Land zu verbessern.</p>
<p>Die Realität der Diktatur hat die Realität des Sportes längst eingeholt. Die weltweite Aufmerksam zu den Spielen 2008 hat letztlich der Legitimität einer brutalen und menschenverachtenden Politik gedient.</p>
<p>In einem beispiellosen Schauprozess wurde der bekannte chinesische Dissident Liu Xiaobo zu 11 Jahren Haft verurteilt. Liu Xiaobo hat sich im Internet für Demokratie und Meinungsfreiheit eingesetzt und ist Mitautor des politischen Aufrufes „Charta 08“.</p>
<p>Durch die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2008 sehen wir Vertreter des Sportes in einer besonderen Verantwortung. Dabei geht es hier nicht um eine allgemeine politische Streitfrage; sondern um die Wahrung von Menschlichkeit und elementaren Grundrechten.</p>
<p>Deshalb fordern wir alle Teilnehmer der Olympischen Spiele von 2008 auf, sich persönlich und direkt an die chinesische Führung zu wenden und sich für die bedingungslose Freilassung von Liu Xiaobo einzusetzen. Wir fordern alle Sportler, insbesondere die Medaillengewinner auf, jetzt nicht zu schweigen.</p>
<p>Wir fordern ebenso die Trainer, Sportfunktionäre und Nationalen Olympischen Komitees auf, sich diesem Schritt anzuschließen.</p>
<p>Wir bitten den Deutschen Olympischen Sportbund und das International Olympic Committee unser Anliegen zu unterstützen und diesen Brief an alle Nationalen Olympischen Komitees, an die Sportler und Trainer der Olympischen Spiele von Peking weiterzuleiten.</p>
<p>Hochachtungsvoll</p></blockquote>
<p>Michael Kleim erreicht man <a title="Email an Michael Kleim" href="mailto:stadtjugendpfarramt.gera@gmx.de" target="_blank">per Email</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/01/14/dont-mix-politics-with-games-petition-fur-liu-xiaobo/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Propagandamaschine brummt &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/06/die-propagandamaschine-brummt/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/04/06/die-propagandamaschine-brummt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 18:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[ddr]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dlv]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[dopingopfer]]></category>
		<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[antje misersky]]></category>
		<category><![CDATA[bündnis 90]]></category>
		<category><![CDATA[birgit dressel]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[clemens prokop]]></category>
		<category><![CDATA[dopingtrainer]]></category>
		<category><![CDATA[dsb]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[gerhard böttcher]]></category>
		<category><![CDATA[klaus baarck]]></category>
		<category><![CDATA[klaus schneider]]></category>
		<category><![CDATA[maria ritschel]]></category>
		<category><![CDATA[nok]]></category>
		<category><![CDATA[persilscheine]]></category>
		<category><![CDATA[peter danckert]]></category>
		<category><![CDATA[potenzmittel]]></category>
		<category><![CDATA[rainer pottel]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[stasi]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[udo steiner]]></category>
		<category><![CDATA[werner goldmann]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang schäuble]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3473</guid>
		<description><![CDATA[Der Eintrag kommt etwas spät, was der Zeitdifferenz geschuldet ist, denn ich bin noch in Chicago und beschäftige mich mit der Olympiabewerbung 2016. Inzwischen läuft die Propagandamaschine von Sport und Politik und &#8220;Wissenschaft&#8221; &#8211; auch das, es wird Zeit, sich diesem Thema intensiver zu widmen &#8211; schon wieder auf Hochtouren und wird hier diskutiert. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Eintrag kommt etwas spät, was der Zeitdifferenz geschuldet ist, denn ich bin noch in Chicago und beschäftige mich mit der Olympiabewerbung 2016. Inzwischen läuft <a title="Propaganda" href="http://jensweinreich.de/?p=127" target="_self">die</a> <a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_blank">Propagandamaschine</a> von Sport und Politik und &#8220;Wissenschaft&#8221; &#8211; auch das, es wird Zeit, sich diesem Thema intensiver zu widmen &#8211; schon wieder auf Hochtouren und <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">wird hier diskutiert</a>. Das war schon die richtige Überschrift für den Beitrag der Familie Misersky: <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">&#8220;Erst die Medaillen, dann die Moral&#8221;</a>. Ist aber auch keine neue Erkenntnis, klar, zu Hause im Bücherregal steht sogar die dreibändige (wenn ich mich recht erinnere) Dokumentation einer gemeinsamen Veranstaltung von DSB und NOK zu diesem Thema &#8211; irgendwann Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre. Da haben viele derjenigen, die heute noch Verantwortung tragen, schon immer gern drüber diskutiert. Allerdings entweder nur verlogen oder nur dumm und geschwätzig &#8211; oder alles zusammen. Hätten diejenigen es wirklich angepackt, würden wir heute anders diskutieren können/dürfen. Die Überschrift <a title="DDR-Dopinggeschädigte zur &quot;Entschuldungspauschale für Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">&#8220;Entschuldungspauschale für Sportkriminelle&#8221;</a> trifft es übrigens auch.</p>
<p>Ich kann nicht einmal behaupten, dass mich dies nachfolgenden Erklärungen von DOSB, Bach (FDP), Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) und DLV/Prokop, von <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Bundesinnenministerium</a> resp. <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">Miníster Schäuble</a> (CDU) oder die Äußerungen des <a title="Die Umfaller im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">chronischen Umfallers mit Ost-Wahlkreis Peter Danckert</a> (SPD), also all der Zyniker, die Macht für sich beanspruchen, fassungslos machen. In einem Land, in dem Sportverbände mit <a title="Steuermittel für Sondermittel" href="http://jensweinreich.de/?p=1579" target="_self">Steuermitteln Potenzmittel</a> kaufen können, wundert mich nichts. Aber ich möchte gern einmal sagen, dass ich eine gesunde Abscheu empfinde. &#8220;Gesund&#8221; sage ich deshalb, weil sich Abstand zu den Objekten der Berichterstattung ja durchaus empfiehlt für einen Journalisten.</p>
<p>Ein Freund mailt mir in diesem Moment:</p>
<blockquote><p>Eine Riesenschweinerei! <strong>Das Schlimmste ist diese verletzende Heuchelei. Die Erniedrigung wird innerhalb der sog. &#8220;Entschuldigung&#8221; nochmals implimentiert</strong>: &#8220;Soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche Schäden davongetragen haben sollten&#8230;&#8221; -nur für diesen Eventualfall  (den schon das NOK für Deutschland in Frage gestellt hatte) &#8220;&#8230; sind wir tief betroffen und bedauern dies sehr&#8221;.</p>
<p>Wer sind die furchtbaren Juristen, die diesen Fachdopern dies haben durchgehen lassen?</p></blockquote>
<p>Gute Frage.</p>
<p>Diese Personen und Institutionen sind so, wie sie sind. Und es ist Aufgabe von Journalisten &#8211; Verzeihung, wenn ich das hier erneut herausstelle, aber es ist nun mal so -, dies zu beschreiben, ihnen aber nicht ständig ein Forum zu geben und sie ständig zu Interviews zu bitten, in denen sie sich und ihr trauriges Wirken schön reden können.</p>
<p>Man beschreibt ihr Wirken am besten, in dem man die Postulate der Propagandamaschine auf Fakten überprüft, an der Wirklichkeit misst und unter dem Transparenzgebot einer ja doch wohl demokratischen Gesellschaft betrachtet, deren Amtsträger (inklusive der Amtsträger des Sports) mit vielen Milliarden Steuermitteln hantieren (über olympische Zyklen gesehen). Ich weiß, dass manchen und manchem derlei Sätze nichts sagen und/oder gestelzt vorkommen; aber das ist mir natürlich egal. Das muss mir egal sein.</p>
<p>Noch einmal: Es geht in der Diskussion über doping- und stasibelastete Trainer in Ost und West nicht um die Vergangenheit, es geht um die verlogene Gegenwart und um die verlogene Zukunft. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Bevor ich pflichtgemäß einige der Erklärungen von heute aufliste, erlaube ich mir, auf den ersten Eintrag in diesem Blog überhaupt zu verlinken. Es ist ein Kommentar, den ich vor vor zwei Jahren zum Todestag von Birgit Dressel geschrieben habe. Dieser Kommentar ist mit <strong><a title="Im Lügenland" href="http://jensweinreich.de/?p=55" target="_self">&#8220;Im Lügenland&#8221;</a></strong> überschrieben. Wer mag, kann die Begriffe &#8220;Ost&#8221; und &#8220;West&#8221; beliebig vertauschen, Namen durch andere Namen ersetzen &#8211; dann stimmt das schon ungefähr. Birgit Dressels Todestag jährt sich am Freitag übrigens wieder &#8211; zum 22. Mal.</p>
<p>Genug der Vorrede. Hier also die Erklärung von fünf Leichtathletik-Trainern, an der <a title="Goldmann &amp; Co. oder: der Gordische Knoten" href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">knapp zwei Monate</a> gebastelt wurde und die auch von anderen Trainern unterschrieben werden soll:</p>
<blockquote><p><strong>Erklärung</strong></p>
<p>Wir haben bis 1990 in der DDR als hauptamtliche Trainer im Spitzensport gearbeitet. Unsere Aufgabe war es, mit unseren Sportlern internationale Erfolge, insbesondere Siege und Medaillen zu erringen. Das Sportsystem der DDR war durch eine straffe Hierarchie gekennzeichnet, unser Arbeitsgebiet durch eindeutige Dienstanweisungen klar geregelt. Dies betraf die Ausgestaltung des Trainings, aber nicht die Randbedingungen einschließlich der medizinischen Betreuung.</p>
<p>Wir waren im Einzelfall am Einsatz unterstützender pharmazeutischer Substanzen (Dopingmittel) beteiligt. Uns war bekannt, dass dies den Regeln des Sports widersprach, doch fühlten wir uns durch die Vorgaben des Staates legitimiert. Bei einer Weigerung, diese Mittel weiterzugeben, hätten uns der Ausschluss aus dem Leistungssport und damit erhebliche berufliche Nachteile gedroht.</p>
<p>Trotz des systembedingten Drucks betrachten wir den Einsatz von Dopingmitteln aus heutiger Sicht als Fehler. Soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche Schäden davon getragen haben sollten, sind wir tief betroffen und bedauern dies sehr. Die daran beteiligten Trainer entschuldigen sich ausdrücklich dafür.</p>
<p>Seit 1991, also in mehr als achtzehn Jahren, haben wir durch unsere Arbeit bewiesen, dass wir uns zu dopingfreiem Hochleistungssport bekennen und dafür einsetzen. Wir werden uns auch in der Zukunft für einen dopingfreien Sport kompromisslos engagieren.</p></blockquote>
<p>Was soll das? Kann mir mal jemand sagen, warum man für eine solche &#8220;Erklärung&#8221; insgesamt zwei Jahrzehnte braucht? Und was daran bemerkenswert sein soll? Historische Erklärung, wie ich in manchen Berichten und Kommentaren lese? Absolut lächerlich.</p>
<p>Warum heißt es eigentlich &#8220;im Einzelfall&#8221;, wo das Dopingsystem doch flächendeckend war?</p>
<p>Werden hier historische Wahrheiten negiert?</p>
<p>Warum wird quasi der verharmlosende Ost-Begriff UM (unterstützende Mittel) benutzt? Warum heißt es nicht: virilisierende, stark gesundheitsschädigende Drogen? Oder: statt an Mäusen und Ratten an jungen Menschen zu testende Mittel? Ist ja alles <span style="text-decoration: line-through;">passiert</span> geplant durchgeführt worden in der DDR, wenngleich vielleicht nicht von den hier genannten Trainern, wer weiß.</p>
<p>Es bieten sich viele weitere Fragen an, auch zu diesen &#8220;Erklärungen&#8221; von &#8230;</p>
<p><a title="Erklärung des DOSB vom 6. April 2009" href="http://newsletter.dosb.de/newsletter/newsletter.php?id=1247&amp;html=1" target="_blank"><span id="more-3473"></span>DOSB</a> und <a title="Erklärung des DLV vom 6. April 2009" href="http://leichtathletik.de/index.php?NavID=1&amp;SiteID=28&amp;NewsID=21800" target="_blank">DLV</a> &#8230;</p>
<blockquote><p>Um eine fundierte Aufarbeitung von Doping in Ost und West zu gewährleisten, hat der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) das Forschungsprojekt Doping in Deutschland initiiert, in dem Doping-Delikte in beiden gesellschaftlichen Systemen aufgearbeitet werden sollen. In diesem Zusammenhang haben fünf Trainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) &#8211; Klaus Baarck, Gerhard Böttcher, Rainer Pottel, Maria Ritschel und Klaus Schneider &#8211; eine Erklärung zu ihrer Doping-Vergangenheit in der ehemaligen DDR unterzeichnet.</p>
<p>Die Erklärung ist aus dem Trainerkreis initiiert worden und wurde der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung von Trainern/innen und Offiziellen mit Dopingvergangenheit unter Vorsitz von Prof. Dr. Udo Steiner, Bundesverfassungsrichter a.D. (Steiner-Kommission), zur Prüfung vorgelegt. Die Kommission hat die Erklärung als wichtigen und hilfreichen sportethischen Schritt begrüßt und erklärt, dass ihrerseits keine Bedenken bestehen, dass diejenigen Trainer, die diese Erklärung unterzeichnen, im Bereich des DLV als Trainer beschäftigt oder weiterbeschäftigt werden. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) folgte der Empfehlung der Steiner-Kommission.</p>
<p>„Der DOSB hat die entscheidenden Bedingungen formuliert: Der Betreffende muss sich zu seinen Verstrickungen zum Thema Doping im DDR-Regime bekennen. Er muss sie aufrichtig bedauern vor allem im Hinblick darauf, dass er bei betroffenen Athleten teilweise schwere gesundheitliche Schäden mit herbeigeführt hat. Und er muss sich seit der Wiedervereinigung nichts mehr zuschulden kommen lassen und sich glaubhaft gegen Doping eingesetzt haben&#8221;, sagte <a title="Interview mit Thomas Bach" href="http://jensweinreich.de/?p=3458" target="_self">DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach</a>. Die vorgelegte Erklärung genüge diesen Bedingungen: „Auf dieser Basis kann den betreffenden Trainern eine neue Chance eingeräumt werden.&#8221;</p>
<p>„Erstmals bekennen sich fünf deutsche Trainer im Hochleistungssport zu ihrer Doping-Vergangenheit und zeigen Einsicht und Reue verbunden mit einer Entschuldigung für die Opfer. Die nun unterzeichnete Trainer-Erklärung ist kein Ersatz für die grundlegende Aufarbeitung von Doping in Ost und West vor 1990, die nach wie vor zwingend auch für den Westen notwendig ist, aber sie ist ein wichtiger und richtiger Schritt, um ein nicht aufgearbeitetes Kapitel der deutschen Sportgeschichte aufzubrechen&#8221;, sagte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop. Er unterstrich, dass die Trainer seit 1991 &#8211; also seit 18 Jahren &#8211; erfolgreich für den Deutschen Leichtathletik-Verband arbeiten. „Sie haben sich seit dieser Zeit für einen dopingfreien Sport engagiert und sich nichts zu Schulden kommen lassen&#8221;, sagte Prokop.</p>
<p>Neben den Opfern dürfe man bei der Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit aber auch die Trainer nicht vergessen, die in der ehemaligen DDR nicht bereit waren, Dopingmittel zu verabreichen und deshalb auf ihre Karriere im Hochleistungssport verzichtet mussten und auch nach der Wiedervereinigung keine Chance mehr als Spitzentrainer bekommen haben.</p>
<p>Mit beiden Personengruppen will der DLV künftig einen intensiveren Dialog pflegen. Als ersten Schritt lädt der DLV Trainer, die in der ehemaligen DDR auf eine Karriere im Hochleistungssport verzichten mussten und Dopingopfer, zum Eröffnungstag der Leichtathletik-WM in Berlin (15.8.2009) ein. „Damit wollen wir ein Zeichen der Solidarität mit den genannten Personengruppen setzen und ein Gespräch mit dem DLV-Präsidium anbieten&#8221;, sagte Prokop.</p>
<p>„Der DOSB hat das Forschungsprojekt Doping in Deutschland initiiert, um eine fundierte Aufarbeitung im Westen wie im Osten Deutschlands zu ermöglichen, also von Verstrickungen und Doping in beiden gesellschaftlichen Systemen&#8221;, erläutert DOSB-Präsident Dr. Bach. Auf Wunsch und unter Mitwirkung des DLV wird darin auch die Situation in der Leichtathletik im früheren West- und Ost-Deutschland besondere Berücksichtigung finden.</p></blockquote>
<p>&#8230; und vom <a title="Erklärung von W. Schäuble vom 6. April 2009" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2009/04/gestaendnisse.html" target="_blank">Bundesinnenminister</a> &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>BMI Pressemitteilung: Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt Geständnisse von Trainern des Deutschen Leichtathletik Verbandes</strong></p>
<p>Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt die Geständnisse von fünf Leichtathletik-Trainern über ihre Dopingtaten in der ehemaligen DDR als ein Signal für die Übernahme von Mitverantwortung für das seinerzeitige systembedingte Doping und einen Beitrag zum Dialog mit den Opfern.</p>
<p>Nach zwanzig Jahren werde es Zeit für eine Versöhnung zwischen Tätern und Opfern, sagte der Bundesinnenminister in Berlin. Dazu gehöre zuvorderst das Eingeständnis, die Reue und Entschuldigung der Täter. Es gehört aber auch das Gespräch mit den Opfern, den Trainern, die ihren Beruf aus Gewissensgründen nicht mehr ausgeübt haben, und den Sportlern und Sportlerinnen, die körperlich geschädigt wurden, dazu. &#8220;Ich begrüße daher die hierzu vorgesehene Gesprächsinitiative des DLV&#8221;, sagte Schäuble weiter.</p>
<p>Doping habe es in beiden Teilen Deutschlands gegeben. &#8220;Wir sollten uns daher hüten, mit dem Finger auf den jeweilig anderen Teil zu zeigen. Es ist vielmehr an der Zeit, dass Deutschland auch im Sport zusammenwächst und deshalb die Fehlleistungen als eigene verstanden werden. Dazu gehört im Leistungssport auch die gemeinsame Aufarbeitung der Dopingfälle in Ost und West. Unterschiede darf es hier nicht geben&#8221;, führte der Bundesinnenminister aus.</p>
<p>Einen wichtigen Beitrag  kann die wissenschaftliche Studie &#8220;Doping in Deutschland&#8221; leisten. Mit der Durchführung hat der Bundesinnenminister das Bundesinstitut für Sportwissenschaft beauftragt.</p>
<p>Zu den arbeitsrechtlichen Fragen &#8211; ob eine Weiterbeschäftigung der DLV-Trainer im Sport erfolgen soll &#8211; verwies Bundesminister Schäuble darauf, dass dies in erster Linie eine Angelegenheit des Sportes selbst sei. Die Bewertungen des Sportes, sowohl der Steiner-Kommission, als auch von DOSB und DLV, kommen insbesondere auch wegen der langen Tätigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Bekenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu den Ergebnis, die Trainer weiterzubeschäftigen. &#8220;Dies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;, sagte Schäuble.</p></blockquote>
<p>Noch einige Fragen: Wer bitte hat &#8211; wer von den Betroffenen aber auch wer aus dem BMI/aus dem Sport &#8211; in diesen Wochen den Dialog mit den Opfern gesucht?</p>
<p>Haben die Opfer nicht gegen diese Erklärungen protestiert?</p>
<p>Aber ja, ich verstehe: Die Opfer werden zum Eröffnungstag der Leichtathletik-WM eingeladen, um den Witz-Bolt bestaunen zu dürfen.</p>
<p>Und: Welche Qualität soll die &#8220;wissenschaftliche Studie&#8221; an einem durchaus belasteten Institut haben, wenn doch die besten Fachleute (es gibt ohnehin nicht viele Experten in der so genannten Sportwissenschaft, denn die meisten stehen ja auf der anderen Seite und müssen Leistung produzieren) abwinken und sich gar nicht erst bewerben &#8211; und dann sogar darauf verzichten, als Gutachter tätig zu werden?</p>
<p>Man beachte die einleitende Formulierung von DOSB/DLV: Demnach sind derlei nichtssagende Erklärungen Bestandteil des <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">&#8220;Forschungsprojekts&#8221;</a>. Ich sage dazu oder frage:</p>
<p><strong>Lässt sich hier &#8220;Wissenschaft&#8221; für Propagandazwecke missbrauchen?<br />
</strong></p>
<p>Hat jemand Lust auf weitere Fragen?</p>
<p><em>Nachtrag 1</em>, ich vergaß eine Bemerkung. Im Prinzip stellen sich BMI und Sportverbände selbst einen Persilschein aus für all die Vergehen, aktiven Hilfestellungen und Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte &#8211; und die unsachgemäße Verwendung von Steuermitteln.</p>
<p>Glaubt Schäuble eigentlich immer noch, in Deutschland wären <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">&#8220;ganze Rekordlisten&#8221;</a> und damit Dopingrekorde abgeschafft worden? Oder hat er seine (falsche) Behauptung inzwischen irgendwo korrigiert?</p>
<p><em>Nachtrag 2</em>, ich sehe den <a title="Kommentar von Uwe Trömer zur Erklärung der DDR-Dopinggeschädigten" href="http://jensweinreich.de/?p=3454#comment-8350" target="_self">Kommentar</a> von Uwe Trömer, der im Spam-Ordner gelandet war, leider jetzt erst. Uwe Trömer schreibt:</p>
<blockquote><p>liebe dopingtrainer und dopingärzte,</p>
<p>ich nehme die entschuldigung nicht an!</p>
<p>begründung:</p>
<p>1. nach 20 jahren ist es zu spät!</p>
<p>2. ihr wusstet genau  was ihr uns verabreicht und habt bewusst mit unserem leben gespielt.</p>
<p>3. ihr wurdet/werdet auch- und wegen eurer dopingkenntnisse im ddr-sport prämiert und im gesamtdeutschen sport hofiert.</p>
<p>4. ihr konntet zu ddr-zeiten keinen aufrechten gang &#8230; und jetzt stellt ihr euch auch noch als opfer des systemzwangs dar &#8230; wie erbärmlich!</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/04/06/die-propagandamaschine-brummt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>23</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (20): &#8220;Doping und ärztliche Ethik&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/was-vom-tage-ubrig-bleibt-20-doping-und-arztliche-ethik/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/was-vom-tage-ubrig-bleibt-20-doping-und-arztliche-ethik/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 10:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundesärztekammer]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ärzte-zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[berliner umschau]]></category>
		<category><![CDATA[blogschau]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dopingärzte]]></category>
		<category><![CDATA[ethik-kommission]]></category>
		<category><![CDATA[marlene bullien]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[süddeutsche zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[sportmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[urban wiesing]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3027</guid>
		<description><![CDATA[Ich bin mir noch nicht sicher, was die Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer &#8220;Doping und ärztliche Ethik&#8221; bedeutet. Nur ein weiteres Papier oder doch etwas mehr? Irgendwie bindend? Doch eher nicht. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass da einige Punkte aufgeführt sind, die ich so noch nicht gelesen habe. Ich finde beispielsweise die Empfehlungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mir noch nicht sicher, was die <a href="http://www.zentrale-ethikkommission.de/downloads/StellDoping.pdf" target="_blank">Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission</a> bei der Bundesärztekammer <strong>&#8220;Doping und ärztliche Ethik&#8221;</strong> bedeutet. Nur ein weiteres Papier oder doch etwas mehr? Irgendwie bindend? Doch eher nicht. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass da einige Punkte aufgeführt sind, die ich so noch nicht gelesen habe. Ich finde beispielsweise die Empfehlungen zur &#8220;Reorganisation der ärztlichen Betreuung von Sportlern&#8221;, um Transparenz zu schaffen und zu verhindern, &#8220;dass sich Ärzte von Sportlern und Sportfunktionären vereinnahmen lassen&#8221; sowie die Hinweise zur Tätigkeit von Sportverbandsärzten hochinteressant und brisant.</p>
<p>Prof. Urban Wiesing hat darüber hinaus bei der gestrigen Pressekonferenz deutlich gemacht, dass er gemäß Rechtslage und standesrechtlicher Verpflichtungen auch dafür ist, gewissen Dopingärzten die Approbation zu entziehen. Darüber allerdings wird seit Anfang der neunziger Jahre diskutiert, passiert ist bislang nichts, weil diejenigen, die <a href="http://www.baek.de/page.asp?his=1.101.172" target="_blank">Verantwortung dafür tragen</a>, diese Verantwortung nicht wahrnehmen und offenbar desinteressiert sind.</p>
<p>Wie das so ist im aktuellen Journalismus: Man hat selbst noch Fragen, doch der Redaktionsschluss lässt die Beantwortung dieser Fragen nicht zu. Mein Beitrag im Deutschlandfunk mit O-Tönen von Urban Wiesing:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/02/19/dlf_20090219_2255_49f124be.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Außerdem zum Thema:</p>
<ul>
<li>Mein Beitrag in der <strong>Süddeutschen Zeitung</strong>: <a href="http://www.sueddeutsche.de/751385/901/2766819/Dopingaerzten-die-Zulassung-entziehen.html" target="_blank">&#8220;Dopingärzten die Zulassung entziehen&#8221;</a>: Die Bundesärztekammer fordert härtere Strafen und wirft den Staatsanwaltschaften Untätigkeit vor</li>
<li>Marlene Bullien in der <strong>Berliner Umschau</strong>: <a href="http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&amp;cccpage=19022009ArtikelPanoramaBullien1" target="_blank">&#8220;Bundesärztekammer ist kein juristischer Akteur&#8221;</a>: Mediziner diskutieren über Reaktionen auf Doping-Falle</li>
<li><strong>Ärzte-Zeitung</strong>: <a href="http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=533812" target="_blank">&#8220;Doping und Ethik &#8211; darüber wissen Ärzte bislang zu wenig&#8221;</a>: BÄK legt Positionspapier vor, härteres Durchgreifen gegen Doping-Ärzte verlangt</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/was-vom-tage-ubrig-bleibt-20-doping-und-arztliche-ethik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/02/19/dlf_20090219_2255_49f124be.mp3" length="1049600" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Sotschi 2014: PR vs Journalismus</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/02/18/sotschi-2014-pr-vs-journalismus/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/02/18/sotschi-2014-pr-vs-journalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 13:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[credit crunch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele]]></category>
		<category><![CDATA[dmitri kosak]]></category>
		<category><![CDATA[dmitri medwedjew]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[olympische spiele]]></category>
		<category><![CDATA[pr]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi]]></category>
		<category><![CDATA[weber shandwick]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=2983</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Dear friend&#8221;, eine kleine aber nicht unwichtige Korrektur zu meinem gestrigen Beitrag &#8220;Putin zu Sotschi: We must cut construction costs&#8221;. Ich weiß zwar nicht, was ich missverstanden habe, entschuldige mich dafür dennoch bei Dmitri Kosak, Wladimir Putin, Dmitri Medwedjew und den Olympia-Organisatoren. Aus Sotschi bzw. vom Server der Schönfärber PR-Agentur Weber Shandwick, einer jener Giganten, die im Olympiabewerber-Business [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Dear friend&#8221;, eine kleine aber nicht unwichtige Korrektur zu meinem gestrigen Beitrag <a href="http://jensweinreich.de/?p=2974" target="_self">&#8220;Putin zu Sotschi: We must cut construction costs&#8221;</a>. Ich weiß zwar nicht, was ich missverstanden habe, entschuldige mich dafür dennoch bei <a href="http://jensweinreich.de/?p=1344" target="_self">Dmitri Kosak</a>, <a href="http://jensweinreich.de/?p=1344" target="_self">Wladimir Putin</a>, <a href="http://jensweinreich.de/?p=2519" target="_self">Dmitri Medwedjew</a> und den Olympia-Organisatoren. Aus Sotschi bzw. vom Server der <span style="text-decoration: line-through;">Schönfärber</span> PR-Agentur <a href="http://www.webershandwick.com/#" target="_blank">Weber Shandwick</a>, einer jener Giganten, die im Olympiabewerber-Business Geschäfte machen, kommt gerade diese Email, die alles richtig stellt. Es stimmt schon, dass die Regierungszusagen für Sotschi um 15 Prozent gekürzt wurden. Aber nur, weil man die Ausgaben optimiert und billigeres Baumaterial gefunden hat. Ach so, klar, das musste noch einmal gesagt werden. Hier der Beweis für die laut RIA Novosti sehr <a href="http://de.rian.ru/business/20090218/120201013.html" target="_blank">erfreuliche Nachricht</a>:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Von: Sochi2014 Media [mailto:sochi2014media@webershandwick.com]<br />
Gesendet: Mittwoch, 18. Februar 2009 13:59<br />
An: Sochi2014 Media<br />
Betreff: Statement on Sochi 2014&#8242;s budget</p>
<p>Dear Friend,</p>
<p>The press office of the Deputy Prime Minister of Russia today made the following statement in relation to positive cost savings made associated with the development of Sochi as a mountain-climate resort:<span id="more-2983"></span></p>
<p>&#8220;In the meeting with the Prime Minister of Russia Vladimir Putin, the Deputy Prime Minister of Russia Dmitry Kozak said that the Russian Government has managed to save 15% of the overall cost of infrastructure and Olympic venues construction projects included into the program of Sochi development as a mountain-climate resort. Kozak highlighted that the number of venues and their quality remain precisely the same.</p>
<p>&#8220;The significant savings were reached because of the reduction of construction materials costs and the optimization of expenses. He also outlined that following a comprehensive state assessment of construction documentation including four Olympic venues an opportunity to reduce the planned cost of the project by 7,5 billion rubles was identified.&#8221; (&#8230;)</p>
<p>Many thanks,</p>
<p>The Sochi 2014 Team</p>
</blockquote>
<p>Ja, Danke auch, gern geschehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/02/18/sotschi-2014-pr-vs-journalismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der deutsche PR-Rat &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/11/22/der-deutsche-pr-rat/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/11/22/der-deutsche-pr-rat/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 19:23:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[drpr]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[demagogie]]></category>
		<category><![CDATA[harald stenger]]></category>
		<category><![CDATA[juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[pr-journal]]></category>
		<category><![CDATA[pr-rat]]></category>
		<category><![CDATA[the zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=1985</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; wird sich auf seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember &#8220;mit der Pressearbeit des DFB und den diversen Äußerungen/Veröffentlichungen seiner Funktionäre Theo Zwanziger (Präsident), Wolfgang Niersbach (Generalsekretär) und Harald Stenger (DFB-Direktor Kommunikation &#38; Öffentlichkeitsarbeit) befassen&#8221;, berichtet heute das PR-Journal: &#8220;Die Bewertung des DRPR für die PR-Branche wird interessant sein, vor allem ob hier seitens des DFB Täuschung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; wird sich auf seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember &#8220;mit der Pressearbeit des DFB und den diversen Äußerungen/Veröffentlichungen seiner Funktionäre Theo Zwanziger (Präsident), Wolfgang Niersbach (Generalsekretär) und Harald Stenger (DFB-Direktor Kommunikation &amp; Öffentlichkeitsarbeit) befassen&#8221;, berichtet heute das <a href="http://www.pr-journal.de/redaktion/branche/deutscher-pr-rat-wird-sich-mit-dem-fall-dfb/zwanziger/weinreich-befassen-20081122-6753.html" target="_blank"><strong>PR-Journal</strong></a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Bewertung des <a href="http://www.drpr-online.de/statische/itemshowone.php4?id=1" target="_blank">DRPR</a> für die PR-Branche wird interessant sein, vor allem ob hier seitens des DFB <a href="http://jensweinreich.de/?p=1746" target="_self">Täuschung und unethische Beeinflussung</a> vorliegt.&#8221;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/11/22/der-deutsche-pr-rat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Lügengebilde des DFB</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/11/15/das-lugengebilde-des-dfb/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/11/15/das-lugengebilde-des-dfb/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 13:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[harald stenger]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>
		<category><![CDATA[christian schertz]]></category>
		<category><![CDATA[christian seifert]]></category>
		<category><![CDATA[demagogie]]></category>
		<category><![CDATA[dfl]]></category>
		<category><![CDATA[diffamierung]]></category>
		<category><![CDATA[direkter freistoss]]></category>
		<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[gießener anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[herbert fischer-solms]]></category>
		<category><![CDATA[kammergericht berlin]]></category>
		<category><![CDATA[karl-heinz rummenigge]]></category>
		<category><![CDATA[kicker]]></category>
		<category><![CDATA[landgericht berlin]]></category>
		<category><![CDATA[oliver bierhoff]]></category>
		<category><![CDATA[oliver fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[peter danckert]]></category>
		<category><![CDATA[rainer holzschuh]]></category>
		<category><![CDATA[rainer koch]]></category>
		<category><![CDATA[rüdiger dittrich]]></category>
		<category><![CDATA[reinhard rauball]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=1746</guid>
		<description><![CDATA[“Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.? Theo Zwanziger So, nach einigen Stunden Schlaf und einem Müsli fühle ich mich gestärkt genug, um das Lügengebilde des DFB auseinanderzupflücken. Die gestrige Email des DFB-Generalsekretärs Wolfgang Niersbach an mehr als 100 Entscheidungsträger aus Politik und Sport sowie Journalisten (und das ist nur der Verteiler, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>“Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.?<br />
</strong><em>Theo Zwanziger</em></p></blockquote>
<p>So, nach einigen Stunden Schlaf und einem Müsli fühle ich mich gestärkt genug, um das Lügengebilde des DFB auseinanderzupflücken. Die <a href="http://jensweinreich.de/?p=1722" target="_self">gestrige Email</a> des DFB-Generalsekretärs Wolfgang Niersbach an mehr als 100 Entscheidungsträger aus Politik und Sport sowie Journalisten (und das ist nur der Verteiler, der mir momentan vorliegt, ich weiß nicht, wie viele Emails mit ähnlich großem Verteiler noch verschickt wurden) und die vom DFB-Pressechef Harald Stenger verfasste, über den DFB-Verteiler an alle Journalisten verschickte und auf der DFB-Homepage verfügbare <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&amp;no_cache=1&amp;tx_dfbnews_pi1[showUid]=16381&amp;cHash=85635ddfa8" target="_blank">„Pressemitteilung&#8221;</a> sind gespickt mit Lügen, Unwahrheiten, Wahrheitsbeugungen, falschen Angaben, unzutreffenden Sachverhalten, irreführenden Aussagen.</p>
<p>Ich zähle: <strong>18 Lügenkomplexe</strong>, denen ich vorerst 62 Wahrheiten entgegen stelle.</p>
<p>Ich denke: Sollte jemand Lust auf Recherche haben, könnten sich die Zahlen 18 und 62 schnell erhöhen.</p>
<p>Vor allem verschweigen die DFB-Mitteilungen Entscheidendes: zwei gerichtliche Beschlüsse zu meinen Gunsten &#8211; den Beschluss des Landgerichts Berlin vom 9. September 2008 (der anschließenden Beschwerde des DFB wurde ebenfalls nicht stattgegeben) und den Beschluss des 9. Zivilsenats des Kammergerichts Berlin vom 10. Oktober 2008, das die Beschwerde ebenfalls zurückgewiesen hat. In anderen Worten: Mit der Wahrheit belästigt der DFB weder per Email noch per Pressemitteilung.</p>
<p>Der gesamte Vorgang ist inklusive zahlreicher Originaldokumente (<a href="http://jensweinreich.de/?p=1437" target="_blank">Beschluss des Landgerichts</a> u. a. m.) auf diesem Blog umfassend und transparent dokumentiert. Wogegen der DFB kaum eine Behauptung belegen kann, allenfalls Funktion und Namen des Email-Schreibers. Zu den Empfängern der Emails zählen übrigens u. a. DOSB-Präsident Thomas Bach, der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages Peter Danckert, die sportpolitischen Sprecher aller Bundestagsfraktionen und die Mitglieder des Sportausschusses, Staatsministerin Maria Böhmer, die Führung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des DFB (u. a. ging die Mitteilung an Oliver Bierhoff, Karl-Heinz Rummenigge, Christian Seifert) und Medienvertreter wie kicker-Chefredakteur Rainer Holzschuh (ehemals DFB-Pressesprecher), aber auch andere Journalisten. Wobei ich mich natürlich frage, was es zu bedeuten hat, dass diese Journalisten in diesem Verteiler auftauchen. Aber das ist eine vergleichsweise nachrangige Frage &#8211; oder doch nicht? Denn Wolfgang Niersbach schreibt ja:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nach unserer festen Überzeugung müssen wir diese Grundposition offensiv darstellen. Daher diese Pressemitteilung, die wir Ihnen als PDF-Datei beigefügt haben und die Sie natürlich argumentativ auch verwerten können. Darauf hoffen wir sogar.&#8221;</p></blockquote>
<p>Für mich ist das im Grunde eine Aufforderung zur Verbreitung von Lügen. Mithin: Eine Diffamierungskampagne.</p>
<p>Der Inhalt dieser Mitteilungen lässt mir als Betroffenem mäßige Interpretationsmöglichkeiten: Es geht einzig und allein darum, die Wahrheit zu beugen, mich zu diffamieren, meine Integrität, Kompetenz und Professionalität als Journalist in Frage zu stellen und damit meine wirtschaftliche Existenz als freier Journalist zu gefährden. Ich habe durch diese Auseinandersetzung schon jetzt finanzielle Nachteile hinnehmen müssen. Und ich frage mich, um mal ein Beispiel zu nennen, wie potenzielle Kunden (Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunkstationen) wohl reagieren, wenn ich ihnen im März 2009, wenn Theo Zwanziger in Kopenhagen in das Exekutivkomitee der Uefa gewählt werden will, Beiträge anbiete. Ich glaube die Antwort zu kennen.</p>
<p>Die unfassbare demagogische Kampagne des DFB sollte aus meiner Sicht juristische Konsequenzen haben. Das ist Sache meiner Anwälte von <a href="http://www.hhlaw.com/berlin/" target="_blank">Hogan &amp; Hartson Raue LLP</a>. Ich kann mir aber auch berufsständische Konsequenzen vorstellen, denn die Lügenschriften, die ich nun zerpflücke, wurden von zwei Mitgliedern des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) verfasst: Wolfgang Niersbach und Harald Stenger. Zum VDS habe ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=125" target="_self">ein besonderes Verhältnis</a>, seit ich mit zwei Dutzend Kollegen im Januar 2006 ausgetreten bin und das <a href="http://www.sportnetzwerk.eu" target="_blank">sportnetzwerk</a>, &#8220;die Qualitätsoffensive im Sportjournalismus&#8221;, gegründet habe.</p>
<p><small>Screenshot von der DFB-Webseite: VDS-Mitglied Wolfgang Niersbach</small></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1748" title="niersbach" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/niersbach.jpg" alt="" width="500" height="311" /></p>
<p>Ich weiß, dass die nachfolgende Auflistung etlichen Lesern nicht gefallen wird. Ich muss mir aber die Sache vom Leibe schreiben. Ich erhoffe mir damit, ein Magengeschwür zu verhindern, und natürlich in erster Linie: Aufklärung. Ob ich nun aber erfolgreich gegen die Propaganda und Diffamierungskampagne des DFB wirken kann, ist arg zu bezweifeln, vieles wird hängenbleiben, aber ich muss es wenigstens versuchen. Ich liste also jene Lügen, Unwahrheiten, Wahrheitsbeugungen, falsche Angaben, unzutreffenden Sachverhalte, Unterschlagungen von Informationen und irreführenden Aussagen auf, die ich im Moment erkenne. Sachdienliche Hinweise nimmt wie immer die Kommentarspalte entgegen.</p>
<p><strong>Grundsätzliches:</strong></p>
<p><strong>1)</strong> Wahr ist: Der DFB unterschlägt die beiden Beschlüsse des Landgerichts und des Kammergerichts Berlin.</p>
<p><strong>Zur Email von Wolfgang Niersbach:</strong></p>
<blockquote><p><strong>2)</strong> Der DFB behauptet: „Festgehalten ist, dass wir es auch nicht in &#8211; mehr oder weniger anonymen &#8211; Internetblogs hinnehmen können, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens grundlos diffamiert werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Meine beanstandeten Kommentare wurden im Blog Direkter Freistoß verfasst. Dies ist kein anonymer Blog, er wird, wie man unschwer dem Impressum entnehmen kann, vom Journalisten Oliver Fritsch betrieben. Ich zeichne meine Kommentare in diesem, in meinem wie auch in allen anderen Blogs entweder mit „Jens Weinreich&#8221; oder mit meinem Kürzel „jw&#8221; und verlinke Namen und Kürzel auf meine Homepage. Ich habe noch nie einen anonymen Kommentar abgegeben.</p>
<p>Wahr ist: Niemand wurde von mir diffamiert. Das sehen die Gerichte nicht anders.</p>
<p><strong>Zur DFB-Pressemitteilung von Harald Stenger:</strong></p>
<blockquote><p><strong>3)</strong> Der DFB behauptet: „Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) missbilligt auf das Schärfste die von dem Berliner Journalisten Jens Weinreich seit nunmehr fast vier Monaten initiierte Kampagne gegen Dr. Theo Zwanziger.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe weder eine Kampagne gegen Zwanziger initiiert, noch betreibe ich eine Kampagne. Im Moment versuche ich lediglich, meinen Ruf und meine wirtschaftliche Existenz zu retten.</p>
<p>Wahr ist:</p>
<ul>
<li>Ich habe am 25. Juli und am 27. Juli zwei Kommentare im Blog Direkter Freistoß geschrieben, in dem ich den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger als „unglaublichen Demagogen&#8221; bezeichnet habe und dies argumentativ begründete.</li>
<li>Ich erhielt am 18. August, da befand ich mich bei den Olympischen Spielen in Peking, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung des DFB-Anwalts mit einem Ultimatum von weniger als 24 Stunden.</li>
<li>Ich habe diese Erklärung nicht abgegeben. Wir haben eine Schutzschrift bei Gericht hinterlegt.</li>
<li>Der DFB ist dann mit seinem Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung am 9. September vor dem Landgericht Berlin gescheitert.</li>
<li>Auch die Beschwerde wurde am 30. September abgewiesen.</li>
<li>Schließlich hat das Kammergericht am 10. Oktober den Beschluss des Landgerichts bestätigt.</li>
<li>Den gesamten Vorgang habe ich am 22. Oktober, nachdem mir der Kammergerichts-Beschluss vorlag, auf meinem Blog transparent dargelegt, mitsamt aller Dokumente.</li>
<li>Der DFB hat am 11. November ultimativ verlangt, dass ich mich bis 12. November, 10 Uhr, von meinem Kommentar distanziere, weil der DFB in meine Aussagen etwas hinein interpretiert, was ich als absurd betrachte, weil ich es nie gesagt habe. Sollte ich nicht einlenken, droht man mit Klageerhebung vor dem Landgericht Koblenz. In Koblenz war Zwanziger lange Jahre als Richter und Regierungspräsident tätig.</li>
<li>Wir haben dem DFB-Anwalt am 12. November die Absurdität der Forderungen, die DFB-Präsident ähnlich auch am 6. Oktober in einem Interview mit Oliver Fritsch erhoben hatte, deutlich gemacht.</li>
<li>Auch diesen Vorgang habe ich, mitsamt der dazugehörigen Dokumente, am 12. November auf meinem Blog öffentlich gemacht.</li>
<li>Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits zahlreiche Blogs des Themas angenommen, u. a. Stefan Niggemeier, Deutschlands „Journalist des Jahres 2007&#8243;. Auch das ist keine „initiierte Kampagne&#8221;, es handelt sich hier lediglich um normale kommunikative Abläufe im Internetzeitalter.</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>4)</strong> Der DFB behauptet: „Weinreich hatte den DFB-Präsidenten ohne Anlass als „unglaublichen Demagogen&#8221; diffamiert und als Reaktion darauf, dass sich Dr. Zwanziger dadurch im strafrechtlichen Sinne in die Nähe des Tatbestands der Volksverhetzung gerückt fühlte&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten wohl begründet, journalistisch korrekt und darüber hinaus unter Wahrnehmung meines Rechtes auf freie Meinungsäußerung als „unglaublichen <a href="http://jensweinreich.de/?p=1589" target="_self">Demagogen</a>&#8221; bezeichnet &#8211; und zwar nicht grundsätzlich und ohne Anlass, wie hier suggeriert wird, sondern auf eine bestimmte Argumentation und einen öffentlichen Auftritt des DFB-Präsidenten bezogen.</p>
<p><span id="more-1746"></span>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten nicht diffamiert.</p>
<p>Wahr ist: Das Landgericht Berlin und das Kammergericht Berlin stützen meine journalistische Argumentation.</p>
<blockquote><p><strong>5)</strong> Der DFB behauptet: „Weinreich hatte &#8230; statt einer naheliegenden klarstellenden Entschuldigung weitere unhaltbare, in diversen Internet-Blogs veröffentlichte Vorwürfe gegen ihn erhoben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Es bestand kein Grund für eine „naheliegende klarstellende Entschuldigung&#8221;.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe zu keinem Zeitpunkt „in diversen Internet-Blogs weitere unhaltbare Vorwürfe&#8221; gegen Theo Zwanziger erhoben.</p>
<p><em>(Es muss sich hier um ein grundsätzliches Missverständnis handeln: Der DFB verwechselt die Veröffentlichung von juristischen Schriftsätzen und Gerichtsurteilen und die Diskussion darüber mit „unhaltbaren Vorwürfen&#8221;, Diffamierungen und „initiierten Kampagnen&#8221;.)</em></p>
<blockquote><p><strong><span style="color: #000000;">6)</span></strong> Der DFB behauptet: „Unmittelbar vor der Erhebung einer auf Unterlassung und Widerruf abzielenden Klage Dr. Zwanzigers gegen Weinreich hat der Berliner Journalist jedoch nunmehr über seinen Anwalt am 11. November 2008 dem DFB eine Erklärung zukommen lassen, die Dr. Zwanziger als ausreichende Entschuldigung und Eingeständnis eines Fehlverhaltens von Weinreich akzeptiert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Mir ist keine Erklärung meines Anwalts vom 11. November 2008 bekannt.</p>
<p>Wahr ist: Der Brief meines Anwalts an den Anwalt des DFB vom 12. November 2008 ist in diesem Blog selbstverständlich nachzulesen. Darin wird dargelegt, dass es keinen Grund für eine Entschuldigung gibt, weil ich mich von etwas distanzieren soll, was ich nie gesagt habe, dass wir also der Klagerhebung des DFB gelassen entgegen sehen und überdies den beabsichtigten Klageort Koblenz, wo der DFB-Präsident früher als Richter und Regierungspräsident tätig war, verwundert zur Kenntnis nehmen. Die Drohung des DFB und die Antwort meines Anwalts habe ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=1659" target="_self">am 12. November veröffentlicht</a>.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe mich weder entschuldigt noch ein Fehlverhalten eingestanden.</p>
<p>Wahr ist: Zwei Gerichte haben geurteilt, dass es nie ein Fehlverhalten gegeben hat.</p>
<p>Wahr ist, siehe oben: Der DFB verschweigt die Gerichtsbeschlüsse.</p>
<p><em>Soll ich auch Kleinigkeiten korrigieren? Nur mal so:</em></p>
<p>Wahr ist: Ich bin kein Berliner Journalist. Ich lebe seit 1999 in Brandenburg. Mein Arbeitsmittelpunkt ist das Fleckchen Wandlitz, wie man unschwer dem Impressum dieses Blogs entnehmen kann.</p>
<blockquote><p><strong>7)</strong> Der DFB behauptet: „In dem Brief an DFB-Medienanwalt Dr. Christian Schertz bezieht sich der Rechtsbeistand von Weinreich auf eine am 6. November nach dem Verfassen der Klageschrift in den Internet-Blog des Berliner Journalisten eingestellte Erklärung und stellt klar, dass sein Mandant von Anfang an nicht die Deutung des Begriffs „Demagoge&#8221; in dem von Dr. Zwanziger beanstandeten Wortsinn intendiert habe.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe keine „Erklärung eingestellt&#8221;. Ich habe über den Rechtsstreit in eigener Sache berichtet &#8211; volltransparent mit allen Dokumenten.</p>
<p>Wahr ist: Der Entwurf der Klageschrift hat nicht im geringsten meine Haltung geändert/beeinflusst/beeindruckt.</p>
<p>Wahr ist: Die Absurdität der Behauptungen des DFB und meinen kolossalen Widerspruch zu diesen Unterstellungen habe ich bereits am 22. Oktober gebloggt, noch einmal am 6. November, als ich den Entwurf der Klageschrift überhaupt nicht kannte, und schließlich am 12. November. </p>
<p>Wahr ist: Die zeitlichen Abläufe, die der DFB mitteilt, sind frei erfunden.</p>
<p>Wahr ist: Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich den DFB-Präsidenten wegen seiner Argumentation zu einem klar bestimmten Zeitpunkt (Ende Juli) und zu einem klar bestimmten Sachverhalt (Kartellamtsentscheid etc.) als „unglaublichen Demagogen&#8221; bezeichnet habe.</p>
<p>Wahr ist: Nicht nur zwei Gerichte bestätigen diese Analyse, auch diese Diffamierungskampagne des DFB, die ich als Demagogie von Demagogen bezeichne.</p>
<blockquote><p><strong>8)</strong> Der DFB behauptet: „Im Zuge der Weinreich eingeräumten Frist auf Widerruf seiner diffamierenden Beleidigung von Dr. Zwanziger erfüllte der Berliner Journalist damit die vom DFB-Präsidenten gestellten Bedingungen, damit die vorbereitete Klage nicht eingereicht wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Die Frist auf Widerruf haben ich und mein Anwalt verstreichen lassen.</p>
<p>Wahr ist: Einen Widerruf hat es nie gegeben, wird es auch nie geben, muss es laut doppeltem Gerichtsbeschluss auch nicht geben. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe Theo Zwanziger weder diffamiert noch beleidigt. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe keine „vom DFB-Präsidenten gestellten Bedingungen erfüllt&#8221; und würde sie in dieser Sache auch nie erfüllen.</p>
<p>Wahr ist: Dem DFB stand es frei, die Klage einzureichen. Der DFB hat es nicht getan. </p>
<blockquote><p><strong>9)</strong> Der DFB behauptet: „Hinzu kommt, dass am 12. November auch der Chefredakteur des Gießener Anzeigers gegenüber Dr. Zwanziger die Berichterstattung des Blattes über die Teilnahme des DFB-Präsidenten an einer Podiumsdiskussion bedauert hat, die seitens Weinreich erneut benutzt wurde, um den DFB-Präsidenten zu diskreditieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Im Gießener Anzeiger vom 8. November hat Rüdiger Dittrich über eine Podiumsdiskussion vor 200 Zuschauern in Gießen berichtet, auf der Theo Zwanziger dem Moderator Herbert Fischer-Solms „demagogische Fragen&#8221; unterstellt hat. Zwanziger benutzt also aktiv das D-Wort.</p>
<p>Wahr ist: Für diesen Vorgang gibt es zahlreiche Zeugen. Herbert Fischer-Solms beispielsweise würde den Vorgang an Eides statt bestätigen. Andere Personen ebenfalls.</p>
<p>Wahr ist: Der DFB informiert nicht über den eigentlichen Vorfall in Gießen und die Aussage seines Präsidenten.</p>
<p>Wahr ist: Der Gießener Anzeiger hat seinen Bericht nie widerrufen. In der Online-Ausgabe ist der Bericht mit dem entsprechenden Zitat zu diesem Zeitpunkt noch immer verfügbar.</p>
<p><em>(Ob die Behauptung, der Chefredakteur des Gießener Anzeigers hätte den Bericht über die Podiumsdiskussion bedauert, der Wahrheit entspricht, müssen andere überprüfen. Ich habe nur erfahren, dass einige Personen vom DFB überredet werden sollten, sich anders an den Vorfall zu erinnern. Ich denke, das darf ich so sagen.)</em></p>
<p>Nachtrag am 17. November, 18.29 Uhr: Stefan Niggemeier hat Wolfgang Maaß, Chefredakteur des GA, gefragt und schlussfolgert:  <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-luegen-des-dfb-2/" target="_blank">&#8220;Nicht einmal die Position des Chefredakteurs des Gießener Anzeigers scheint der DFB in seiner Pressemitteilung wahrheitsgemäß wiedergegeben zu haben.&#8221;</a></p>
<blockquote><p><strong>10)</strong> Der DFB behauptet: „&#8230; die seitens Weinreich erneut benutzt wurde, um den DFB-Präsidenten zu diskreditieren&#8221;.</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe über den Vorfall in Gießen auf meinem Blog informiert und dabei den Gießener Anzeiger zitiert.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten damit nicht diskreditiert.</p>
<blockquote><p><strong>11)</strong> Der DFB behauptet: „Ungeachtet dessen nimmt der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch zu der Rufschädigung durch Weinreich unmissverständlich Stellung&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Wie durch Gerichtsbeschlüsse in zwei Instanzen belegt ist, kann von einer „Rufschädigung durch Weinreich&#8221; nicht die Rede sein.</p>
<p>Wahr ist: Der DFB verdreht die Tatsachen, leugnet die Existenz zweier Gerichtsbeschlüsse und diffamiert mich weiter. </p>
<blockquote><p><strong>12)</strong> Der DFB zitiert seinen für Rechtsfragen zuständigen Vizepräsidenten Koch: „Herr Weinreich hat nun erstmals in angemessener Form gegenüber Theo Zwanziger versichert, diese Deutung sei nicht von ihm beabsichtigt gewesen. Absolut unerklärlich ist für mich, warum er für diese eigentlich selbstverständliche Erklärung fast vier Monate Zeit benötigt hat und dazu offenkundig nur unter dem Druck der bevorstehenden Klage bereit war.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>(Ich kenne Herrn Koch nicht, der Mann, offenbar ein Jurist, hat nie Kontakt zu mir aufgenommen, ich weiß nicht, ob er weiß, worum es in dieser Auseinandersetzung geht und ob er sich je die Mühe gemacht hat, den Sachverhalt zu prüfen. Ich weiß nicht einmal, ob er von den DFB-Mitarbeitern und dem Präsidenten darüber informiert worden ist, dass es zwei Gerichtsbeschlüsse gegen den DFB gegeben hat.)</em> </p>
<p>Wahr ist: Ich habe nichts gegenüber Herrn Zwanziger in angemessener Form versichert. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe für eine Erklärung, die ich nie abgegeben habe, folglich auch keine vier Monate Zeit benötigt.</p>
<p>Wahr ist: Der Druck einer bevorstehenden Klage hat mich mehr amüsiert als alles andere. </p>
<p>Wahr ist, um es abzukürzen, alles, was ich in Bezug auf meine angebliche Entschuldigung schon unter den oben stehenden Punkten aufgeführt habe.</p>
<blockquote><p><strong>13)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „Es ging dem DFB in diesem Verfahren niemals darum, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen oder empfindlich auf Kritik zu reagieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich sehe das anders.</p>
<p>Wahr ist: Gerichte werden auch entscheiden müssen, ob es dem DFB um die Einschränkung der Meinungsfreiheit ging. Ich bin in Bezug auf die Urteile sehr optimistisch. </p>
<blockquote><p><strong>14)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „Die Grenzen der Meinungsfreiheit wurden hier eindeutig überschritten, um die Integrität des DFB-Präsidenten unverantwortlich in Frage zu stellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Wie Gerichte, deren Beschlüsse der DFB verschweigt, bereits formuliert haben: Die Grenzen der Meinungsfreiheit wurden eingehalten.</p>
<p>Wahr ist: Wolfgang Niersbach lügt, weil er eine Behauptung aufstellt, obgleich zwei Gerichte in dieser Frage zu einer anderen Auffassung gelangt sind, was er verschweigt. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe die Integrität des DFB-Präsidenten weder verantwortlich noch unverantwortlich in Frage gestellt und verweise erneut auf meine Aussagen, die man nachlesen kann, und zwei Gerichtsbeschlüsse.</p>
<blockquote><p><strong>15)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „In diesem Fall hat ein Journalist unseriös und einseitig kommentiert.</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe weder unseriös noch einseitig kommentiert.</p>
<blockquote><p><strong>16)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „Er hat von Anfang an auf eine faire Berichterstattung verzichtet und diesen Trend auch durch weitere Beiträge in den vergangenen Wochen fortgesetzt.&#8221; </p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe eine Meinung geäußert und begründet  zu einer sportpolitischen Problematik und der entsprechenden Argumentation des DFB-Präsidenten im Juli 2008. Ich habe mich danach zu dieser Problematik in keinem Beitrag mehr inhaltlich geäußert.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe ab dem 22. Oktober, wie oben dargelegt, auf meinem Blog über den Rechtsstreit mit dem DFB transparent berichtet, habe die nötigen Dokumente, die beanstandeten Äußerungen, andere Quellen vorgelegt und darüber nicht-anonym diskutiert. </p>
<p>Wahr ist: Es gibt keinen Trend. Es gibt nur eine Diffamierungskampagne des DFB.</p>
<blockquote><p><strong>17)</strong> Der DFB meldet: „Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball äußert zu den Verunglimpfungen gegenüber Dr. Theo Zwanziger&#8221;:</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Es hat meinerseits, gerichtlich festgestellt, keine Verunglimpfungen gegeben.</p>
<p>Wahr ist: Der DFB verschweigt erneut Gerichtsbeschlüsse und betreibt somit eine irreführende Berichterstattung. </p>
<blockquote><p><strong>18)</strong> Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball behauptet laut DFB-Mitteilung: „Es ist für mich unvorstellbar, wie ein Journalist eine so integre Person wie Dr. Theo Zwanziger als Demagogen diffamieren kann.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>(Ich kenne Herrn Rauball nur aus den Medien und gelegentlichen lockeren Fragerunden am Rande sportpolitischer Termine. Herr Rauball, offenbar ein Jurist, hat nie Kontakt zu mir aufgenommen, ich weiß nicht, ob er weiß, worum es in dieser Auseinandersetzung geht und ob er sich je die Mühe gemacht hat, den Sachverhalt zu prüfen. Ich weiß nicht einmal, ob er von den DFB-Mitarbeitern und dem Präsidenten darüber informiert worden ist, dass es zwei Gerichtsbeschlüsse gegen den DFB gegeben hat.)</em></p>
<p>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten als Demagogen bezeichnet, dies auch begründet, ihn aber nie diffamiert.</p>
<p>Wahr ist: Zwei Gerichte sehen das ebenso.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/11/15/das-lugengebilde-des-dfb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>194</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

