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	<title>jens weinreich &#187; propaganda</title>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (58): Currywurst, Pechstein, München 2018, Zwanziger</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 13:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Vielleicht liegt es am Wetter. Ziemlich heiß draußen. Und schwül. Schlecht für den Kreislauf. Vielleicht liegt es aber auch an den handelnden Personen und Institutionen. Ich meine, von Pressemeldungen sollte Mann ohnehin nicht viel erwarten. Aber die drei, die gerade reinkamen, sind doch eine Erwähnung wert.</p>
<p>1) Zum Beispiel diese, Absender die <a title="powerplay AG" href="http://www.powerplay.ag" target="_blank">powerplay medienholding AG</a>, die in diesem Theater <a title="tag: powerplay" href="http://www.jensweinreich.de/?s=powerplay" target="_self">gelegentlich erwähnt</a> wurde:</p>
<blockquote><p><em>Pressemitteilung / 30. Juli 2010</em></p>
<p><strong>Claudia Pechstein eröffnet „Zur Currywurst“</strong></p>
<p>Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin <a title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/category/claudia-pechstein/" target="_self">Claudia Pechstein</a> wird morgen zusammen mit <a title="UGMG und Pechstein" href="http://www.ugmg.de/96/Presse.html" target="_blank">Matthias Große</a>, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Matthias Große (U.G.M.G.), den bekannten Imbiß „Zur Currywurst“ am Airport-Center Waltersdorf eröffnen.</p>
<p>Nach dem erfolgten Umbau des Airport-Centers kann die neue „Zur Currywurst“ nunmehr auch dort weiterhin erfolgreich arbeiten und endlich wieder die beste Currywurst der Stadt anbieten. Der Startschuß fällt um 10 Uhr. Matthias Große, der im Januar diesen Jahres seine Zusammenarbeit mit Claudia Pechstein startete, freut sich auf die Rückkehr einer Berliner Legende und hofft, dass dies lediglich der erste von vielen Anlaufpunkten für die echte Currywurst in der Stadt ist.</p>
<p>Eröffnung:	Samstag, 31. Juli 2010 / 10 Uhr „Zur Currywurst“, Airport-Center Waltersdorf, Am Rondell 5 Pressevertreter und Fotografen sind herzlich eingeladen.</p>
<p>Kontakt: powerplay management GmbH, Seepromenade 53, 14476 Potsdam</p></blockquote>
<p>Was wohl der Arbeitgeber der &#8220;dienstunfähig erkrankten&#8221; Claudia Pechstein dazu sagt? Über das Themengeflecht Große-Pechstein-Krankschreibung-Steuermittel-Propaganda und darüber, ob darüber berichtet werden sollte oder nicht und wenn ja wie, wurde <a title="Was vom Tage übrig bleibt (56) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-56-schmitt-pluschenko-bach-gienger-korruption-champagne/" target="_self">hier schon ausführlich diskutiert</a>.</p>
<p>2) Oder diese Meldung, kam gerade aus München:</p>
<blockquote><p><strong>Olympiapark wird Nationaler Ausstatter der Münchner Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018</strong></p>
<p>München, 30. Juli 2010 – Mit dem Aufstieg auf das Dach des Münchner Olympiastadions besiegelten Willy Bogner, Chef der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH und der Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH, Ralph Huber das Engagement des Olympiaparks als Nationaler Ausstatter der Olympia-Bewerbung Münchens für das Jahr 2018.</p>
<p>„Das Olympiastadion bietet von seinem einzigartigen Dach aus nicht nur einen tollen Ausblick auf München und die Alpen, sondern könnte 2018 das zweite Mal Austragungsort einer Olympischen Eröffnungsfeier werden“, so Bogner. „Diese gemeinsame Perspektive macht den Olympiapark zu einem perfekten Partner für unser Projekt, die Spiele nach München zu holen.“</p>
<div id="attachment_9203" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-9203" title="Willy Bogner, Chef der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH und der Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH, Ralph Huber (c) München 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/07/Bogner_Dach-Olympiapark068.jpg" alt="" width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Willy Bogner, Ralph Huber (c) München 2018</p></div>
<p>Ralph Huber ergänzt: „Im Herzen und auch mit Rat und Tat haben wir die Bewerbung für München 2018 ja schon von der ersten Minute an unterstützt. Da war es nur eine logische Folge, unser Engagement nun auch offiziell zu verbriefen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!“</p>
<p>Pünktlich zum Start des ersten OutdoorFestivals im Olympiastadion testeten Willy Bogner und Ralph Huber die Zeltdachtour. Vom 30. Juli bis 1. August finden dort zahlreiche Aktionen zum Thema Klettern und Outdoor statt. Sportlicher Höhepunkt ist zudem der DAV Boulder-Weltcup mit dem Finale am 31. Juli. Mehr Informationen finden Interessierte unter: www.impark.de</p>
<p>Ca. 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH</p></blockquote>
<p>Dazu sollte man vielleicht wissen, dass der Olympiapark München gewissermaßen Sponsor der ersten Stunde ist. Hier wurde nicht nur die Bewerberidee geboren, hier wurden die ersten Investitionen für die Bewerbung getätigt, hier fand die GmbH Unterschlupf und Personal etc. pp &#8211; aber man kann ja trotzdem so tun, als wäre ein neuer Sponsor gefunden, der Geld aus der Privatwirtschaft zusteuert. Es finden sich bestimmt Dumme, die das glauben.</p>
<p>3) Oder diese Meldung, soeben aus Frankfurt am Main angemailt:</p>
<blockquote><p><em>DFB-Pressemitteilung Nummer: 74/ 2010, Datum: 30.07.2010</em></p>
<p><strong>Dr. Theo Zwanziger kandidiert für weitere Amtszeit </strong></p>
<p>DFB-Präsident Dr. <a title="alle Beiträge von und mit 20er" href="http://www.jensweinreich.de/?s=theo+zwanziger" target="_self">Theo Zwanziger</a> hat auf der turnusmäßigen Sitzung das Präsidium des DFB darüber informiert, dass er auf dem ordentlichen Bundestag am 21./22. Oktober 2010 in Essen für eine weitere Amtszeit bis 2013 kandidieren wird. „Es muss legitim sein, sich am Ende einer Legislaturperiode intensive Gedanken über die zukünftige Lebensplanung zu machen. Die Gespräche mit meiner Familie, der große Rückhalt aus den unterschiedlichsten Bereichen des Fußballs, der Politik und Gesellschaft sowie die anstehenden Herausforderungen des Verbandes haben mich zu der festen Überzeugung kommen lassen, noch einmal für dieses Ehrenamt kandidieren zu wollen. Ich freue mich auf die künftigen Aufgaben“, sagt Zwanziger.</p>
<p>Zur Entscheidung des DFB-Präsidenten hat auch die Vertragsverlängerung mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft beigetragen. „Das Verhalten des Bundestrainers hat mir gezeigt, dass mein Vertrauen in Joachim Löw gerechtfertigt war. Auf dieser Basis können wir weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten“, sagt Zwanziger. Das sieht auch Bundestrainer Löw so. „Ich freue mich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein gesellschaftspolitisches Engagement kommt auch unserer Nationalmannschaft zugute. Der Präsident hat uns immer den Rücken gestärkt. Gemeinsam wollen wir unseren Erfolgsweg fortsetzen.“ Und Teammanager Oliver Bierhoff ergänzt: „Es ist eine gute Nachricht, dass sich Dr. Zwanziger wieder als DFB-Präsident zur Wahl stellt. In den vergangenen sechs Jahren hatte er für alle Wünsche der Nationalmannschaft stets ein offenes Ohr und damit maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Teams. Viele neue Ideen hat er unterstützt und dabei wichtige Weichen gestellt.“</p>
<p>Neben den Kernaufgaben des DFB im sportlichen Bereich sieht der DFB-Präsident künftig eine zentrale Aufgabe darin, dass von ihm in den vergangenen Jahren forcierte gesellschaftliche Engagement des Verbandes nachhaltig zu etablieren. „Die hohe Identifikation der Menschen mit dem Fußball muss für uns Verpflichtung und Auftrag sein, soziale Verantwortung wahrzunehmen. Integration, Prävention, Gleichberechtigung, Umweltschutz, all diese Themenfelder werden auch für den Verband immer wichtiger. Auf dem kommenden Bundestag werden wir ein erstes Nachhaltigkeitskonzept vorstellen, dessen konsequente Umsetzung ein zentrales Anliegen von mir sein wird“, sagt Zwanziger.</p>
<p>Liga-Präsident Reinhard Rauball äußerte sich als Vertreter des Profifußballs erfreut über die erneute Kandidatur. „Ich habe mich schon vorher klar für Theo Zwanziger ausgesprochen. Der Ligaverband begrüßt seinen Wunsch nach einer weiteren Amtszeit ausdrücklich und wird ihn für die Wahl zum Präsidenten vorschlagen.“ Auch die Regional- und Landesverbände unterstützen die Kandidatur. Hermann Korfmacher, 1. Vizepräsident des DFB und verantwortlich für den Amateurbereich, sagt dazu: „Ich bin froh, dass uns Theo Zwanziger mit seiner Kompetenz und Erfahrung erhalten bleiben will. Die Basis steht hinter ihrem Präsidenten. “</p>
<p>Neben Zwanziger werden sich auch alle anderen Mitglieder des DFB-Präsidiums auf dem Bundestag in Essen zur Wiederwahl stellen, sofern sie von ihren Verbänden vorgeschlagen werden.</p>
<p>Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit</p></blockquote>
<p>Just in case, jemand hätte die Vorgeschichte verpasst:</p>
<ul>
<li><a title="DFB-Boss Zwanziger droht mit Rücktritt" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/08/dfb-boss-zwanziger-droht-mit-rucktritt/" target="_self">&#8220;DFB-Boss Zwanziger droht mit Rücktritt&#8221;</a></li>
<li><a title="Theo Zwanziger tritt nicht zurück" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/29/theo-zwanziger-tritt-nicht-zuruck/" target="_self">&#8220;Theo Zwanziger tritt nicht zurück&#8221;</a></li>
<li><a title="Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/04/theo-zwanziger-droht-wieder-einmal-mit-rucktritt/" target="_self">Theo Zwanziger droht (wieder einmal) mit Rücktritt</a></li>
<li><a title="Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/04/theo-zwanziger-bleibt-doch-noch-im-amt/" target="_self">Theo Zwanziger bleibt doch (noch) im Amt</a></li>
</ul>
<p>Selbstreferenzieller Hinweis, der sein muss. Lange nicht verlinkt, und seit Ewigkeiten nicht aktualisiert, was <a title="DFB ./. Weinreich: das Finale" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/27/dfb-weinreich-das-finale/" target="_self">etliche Male</a> <a title="google search" href="http://www.google.de/search?q=weinreich+zwanziger&amp;num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;sa=X&amp;ei=I81STKm5N4LFsgaW55y3AQ&amp;ved=0CBQQpwU&amp;source=lnt&amp;tbs=nws:1,sbd:1,cdr:1,cd_min:01.01.2010,cd_max:30.07.2010" target="_blank">nötig gewesen</a> wäre:</p>
<ul>
<li><a title="Webweiser DFB ./. Zwanziger" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/webweiser-durch-den-lugendschungel/" target="_self">Webweiser DFB ./. Zwanziger</a></li>
</ul>
<p>Ich frage mich natürlich, ob diese Menschen/Institutionen die Öffentlichkeit, sorry, verarschen wollen. Und: Was diese Menschen/Institutionen, die derartige &#8220;Meldungen&#8221; absondern, von Journalisten halten. Ganz offensichtlich nicht viel, sonst würden Redaktionen kaum mit derlei Texten belästigt werden. Aber ganz im Ernst: Bestimmt werden etliche Medien das Zeug unkommentiert unters Volk bringen.</p>
<p>Unkommentiert aber, das ist nichts als die Wahrheit, kann man davon nichts stehen lassen.</p>
<p>Übrigens, es ist Monatsende:</p>
<ul>
<li><a title="Perspektiven von Flattr ..." href="http://carta.info/31392/perspektiven-von-flattr-125-praktikanten-fuer-spiegel-online/" target="_blank">Schon</a> <a title="Die deutschen Flattr-Charts im Juli" href="http://carta.info/31379/die-deutschen-flattr-charts-im-juli/" target="_blank">geflattert?</a></li>
<li><a title="Online-Gebühren i und II: Über den Wert von Qualitätsjournalismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/finanzierung-von-journalismus/" target="_self">Freiwillig-Online-Gebühren entrichtet?</a></li>
</ul>
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</ul>
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		<title>München 2018 und der intransparente Umgang mit Steuermitteln: Wirtschaftsplan? Welcher &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/16/munchen-2018-und-der-intransparente-umgang-mit-steuermitteln-wirtschaftsplan-welcher-wirtschaftsplan/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Anmerkungen über Intransparenz als Geschäftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von Rechnungsprüfern als &#8220;Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln&#8221; gerügt. Die Münchner Olympia GmbH schließt nach jüngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit: Gesellschafterversammlung erhöht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschließt engere Koordinierung der Gesellschafter München, 15. Juli – Im Anschluss an die [...]]]></description>
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<p>Einige Anmerkungen über Intransparenz als Geschäftsprinzip deutscher Olympiabewerbungen, mehrfach von Rechnungsprüfern als &#8220;Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln&#8221; gerügt.</p>
<p>Die Münchner Olympia GmbH schließt nach jüngsten Turbulenzen die Reihen und teilt in unnachahmlicher Weise mit:</p>
<blockquote><p>Gesellschafterversammlung erhöht Bewerbungsetat um 10 Prozent und beschließt engere Koordinierung der Gesellschafter</p>
<p>München, 15. Juli – Im Anschluss an die turnusmäßige Gesellschafterversammlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 am heutigen Donnerstag, schauen die Gesellschafter voller Optimismus auf die kommenden Monate. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach betonte, dass alle Beschlüsse mit absolutem Einvernehmen und großer Entschlossenheit zu Stande kamen. „Mit dem Ziel die Bewerbung noch stärker und positiver in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, haben wir eine engere Verzahnung von Gesellschaftern und Bewerbungsgesellschaft beschlossen“, so Bach weiter. Die Gesellschafter benannten jeweils einen Koordinator, der die Zusammenarbeit stärkt. Prokurist Jürgen Bühl wurde in diesem Zusammenhang zum stellvertretenden Geschäftsführer ernannt.</p>
<p><strong>„Zudem haben wir uns einstimmig und im Einvernehmen der Geschäftsführung auf den Wirtschaftplan der Bewerbung geeinigt.“ </strong></p></blockquote>
<p>Oh, ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221;.</p>
<ul>
<li>Auf welchen &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; hat man sich geeinigt?</li>
<li>Gibt es einen Beweis dafür, dass ein &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; existiert?</li>
<li>Warum ist der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht öffentlich?</li>
<li>Warum wird der &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; nicht öffentlich gemacht, so wie es sein sollte, vor allem jetzt, da die öffentliche Hand wieder mit etlichen Millionen als Sponsor auftritt?</li>
<li>Warum wird Abgeordneten der Parlamente von Gesellschaftern trotz mehrfacher Anfrage dieser &#8220;Wirtschaftsplan&#8221; verheimlicht?</li>
<li>Was soll/darf die Öffentlichkeit, Hauptsponsor der Bewerbung, nicht wissen?</li>
<li>Wo sind die Beweise, dass Sponsoren bislang überhaupt Geldmittel für die Bewerbung bereit gestellt haben?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es überhaupt welche gibt &#8211; in Geld- und Sachmittel?</li>
<li>Wie verteilen sich die Sponsorenleistungen &#8211; sofern es überhaupt welche gibt &#8211; auf wirklich private Firmen und auf halbstaatliche bzw. staatliche &#8220;Unternehmen&#8221;, also auf verkappte Subventionen der öffentlichen Hand?</li>
<li>Warum gibt es keine sauberen, öffentlich nachprüfbare OCOG- und Non-OCOG-Etats?</li>
</ul>
<p>Das sind Kernfragen. Das ist so in Deutschland, denn Transparenz ist auch in dieser Olympia GmbH ein Fremdwort. Die Großzügigkeit im Umgang mit öffentlichen Mitteln aber ist enorm. Vor allem der &#8220;Hauptgesellschafter&#8221; DOSB und sein Präsident Thomas Bach demonstrieren das, denn nennenswerte finanzielle Mittel bringt der olympische Dachverband auch diesmal nicht ein.</p>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Münchner Oberbürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Christian Ude stellte heraus, dass auf dem langen Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen auch das eine oder andere Gewitter aufziehen kann.</p>
<p><strong>„Ab heute scheint die Sonne wieder und die Bewerbung wird nicht an finanzpolitischen Aspekten scheitern. Daher haben wir beschlossen, das Bewerbungsbudget innerhalb des geschätzten Rahmens um 10 Prozent auf 33 Millionen Euro zu erhöhen. Gesellschafterdarlehen sind hierfür nicht nötig.“ </strong></p></blockquote>
<ul>
<li>Warum sagt niemand, dass es sich um Steuermittel handelt?</li>
<li>Ist das ein Freibrief für Olympiabewerber, die &#8211; wie Bogner &#8211; ihre Unkenntnis über die Finanzierung Olympischer Spiele mehrfach bewiesen haben und konsequent Unwahrheiten verbreiten?</li>
</ul>
<p>Weiter in der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer betonte: „Wir haben genug Projekte in der Pipeline, um genügend Sponsorengelder für die Bewerbung zu akquirieren.“</p>
<p>Aufatmen auch bei den Bürgern in Garmisch-Partenkirchen. Erster Bürgermeister Thomas Schmid weiß: „Durch die Tatsache, dass die Marktgemeinde kein Darlehen nachlegen muss, wird den Bürgerinnen und Bürgern eine große Sorge genommen.“</p>
<p>Auch sicherte Ministerpräsident Seehofer bei den Verhandlungen mit Grundstückseigentümern für die notwendigen Flächen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele seine volle Unterstützung zu. Er betonte, dass alle Entscheidungen gemeinsam mit den Bürgern vor Ort getroffen werden.</p>
<p>Willy Bogner, München 2018-Chef, zeigte sich nach der Sitzung sehr zuversichtlich: „Die zugesicherten 33 Millionen Euro machen eine erstklassige Bewerbung möglich. Ich freue mich besonders, dass sich alle Gesellschafter dazu bekannt haben mit ihrem persönlichem Engagement für die Bewerbung einzutreten und die großen Vorteile der Münchner Bewerbung stärker zu kommunizieren.“</p></blockquote>
<p>Willy Bogner hat übrigens, wenn man den Berichten glauben darf, während der Gesellschafterversammlung zum Thema Finanzen geschwiegen. Eine ausführliche Presseschau findet sich dazu <a title="Dilettantenstadl München 2018: Bogner will mehr Steuermittel, Widerstand wächst, Bewerbung am Ende?" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/14/dilettantenstadl-munchen-2018-willy-will-mehr-steuermittel-widerstand-wachst-bewerbung-am-ende/" target="_self">in den Kommentaren dieses Beitrags</a>.</p>
<p>Es ist kein Geheimnis, dass ich die deutsche Intransparenz, die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln und das undemokratische Vorgehen bei der Verschleuderung von Steuermitteln nicht schätze. Den Halbgöttern Seehofer, Bach und Ude seien deshalb als Handzettel Zitate aus den Untersuchungsberichten zu vergangenen deutschen Olympiabewerbungen empfohlen. Das Thema wird in den nächsten Monaten vertieft werden müssen. Aber sicher läuft das in München besser als einst in Berlin und Leipzig.</p>
<p>In der Leipziger Olympia GmbH hatte einst eine Tiefenprüfung im Herbst 2003 ergeben, wenige Monate vor dem blamablen Vorrunden-Aus (sämtlich Zitate aus dem Prüfbericht):</p>
<ul>
<li>Fälle von Aktenvernichtungen.</li>
<li>Dass elf Firmen lediglich auf der Grundlage mündlicher Absprachen gearbeitet haben.</li>
<li>Ein Vier-Augen-Prinzip sei hierbei nicht berücksichtigt worden.</li>
<li>Bis zum 11. November 2003 bestanden keine eindeutigen Vertragszeichnungsregelungen innerhalb der GmbH.</li>
<li>Es bestand kein Vertragscontrolling hinsichtlich der Leistungen und Rechnungen der Vertragspartner.</li>
<li>Ausschreibungsgrundsätze wurden entgegen der Weisung des Aufsichtsrates nicht beachtet.</li>
<li>Für Veranstaltungen der GmbH lagen keine Kostenpläne vor, zum Teil auch keine Nachweise.</li>
<li>Eine laufende Kostenkontrolle sei derzeit in der GmbH nicht möglich.</li>
<li>Bis zum Tage der Prüfung existierte in der GmbH keine ordentliche Buchführung.</li>
<li>Eine einheitliche Anwendung der Reisekostenregelung wurde nicht beachtet.</li>
<li>Die Nutzung von zur Verfügung gestellten Pkws entbehrte jeder klaren vertraglichen Grundlage.</li>
<li>Das Vergaberecht wurde nicht eingehalten.</li>
<li>Die Aktenführung sei zum Teil nicht nachvollziehbar und unvollständig.</li>
</ul>
<p>Der Prüfer nennt Handlungsbedarf, damit die GmbH den Maßstäben &#8220;einer geordneten Tätigkeit&#8221; gerecht wird:</p>
<ul>
<li>Aktenvernichtungen haben zu unterbleiben.</li>
<li>Aktenverläufe müssen in Zukunft nachvollziehbar sein.</li>
<li>Organisatorische und inhaltliche Mängel seien abzustellen.</li>
<li>Die Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln sei abzustellen.</li>
<li>Die Beauftragung externer Firmen sei zu reduzieren (im Beauftragungsfall nur mit klarer Begründung).</li>
<li>Die Städte Leipzig und Rostock sollten sich aus dem täglichen operativen Geschäft der GmbH möglichst heraushalten.</li>
<li>Satzung und Geschäftsordnung der GmbH bedürfen einer Überarbeitung.</li>
</ul>
<p>Für Leipzig waren damals 31,5 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln für die Bewerbung verplant, plus etliche hundert Millionen, die bereits verbaut wurden in der Stadt. Wer mehr lesen will: <a title="Operation 2012" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/operation-2012/" target="_self">&#8220;Operation 2012&#8243;</a>.</p>
<p>In Berlin wies der Landesrechnungshof 1996, drei Jahre nach dem Olympia-Desaster (Berlin erhielt nur neun der IOC-Stimmen im Wettbewerb um die Spiele 2000, obwohl noch am Vorabend von mehr als 40 orakelt wurde!) nach, wie seinerzeit exakt 51.305.684,12 DM verpulvert wurden – 40,3 Millionen aus dem Berliner Haushalt und elf Millionen vom Bund.</p>
<p>Hier einige Kernaussagen aus dem Bericht des Berliner Rechnungshofes vom August 1996, der sich liest wie eine Kopie des Leipziger Prüfungsberichts vom November 2003 bzw. umgekehrt:</p>
<blockquote><p>Eine erhebliche Einschränkung der Erkenntnismöglichkeiten ergab sich auch dadurch, dass der Geschäftsführer der Olympia GmbH Akten der Gesellschaft hatte vernichten lassen (sog. Reißwolfaffäre). Ein Teil der Unterlagen existierte nicht, in der Mehrzahl der Fälle lagen nicht einmal schriftliche Verträge vor. Von den stichprobenweise geprüften Fremdleistungen im Wert von 17,2 Millionen DM lagen jedenfalls nur für Leistungen im Wert von 3,8 Millionen DM (das sind 22 v.H.) Vertragsdokumente vor. Soweit vertragsbegründende Unterlagen wie Angebote, Schriftwechsel über Preisverhandlungen, Aufträge und deren Änderung nicht aufbewahrt wurden oder nicht erstellt worden sind – und das gilt für den weit überwiegenden Teil der geprüften Fremdleistungen –, konnte die Olympia GmbH auch nicht den Nachweis vertragsgemäßer Lieferung und Leistung erbringen. Die Bescheinigung der sachlichen Richtigkeit auf den Rechnungen – soweit vorhanden – allein ist nicht ausreichend. Der Geschäftsführer hat sogar Millionengeschäfte mündlich abgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Besonders lesenswert, Punkt 124 des Rechnungshof-Berichts:</p>
<blockquote><p>Die Olympia GmbH hat keine privat finanzierte Olympiabewerbung durchgeführt, sondern fast ausschließlich Steuergelder für diesen Zweck verwendet, und zwar im Umfang von über 50 Millionen DM.</p>
<p>Werden statt einer durchaus denkbaren privaten Finanzierung öffentliche Mittel eingesetzt, unabhängig in welcher Form, ist mit diesen vom Steuerzahler aufgebrachten Geldern besonders sorgfältig zu wirtschaften.</p>
<p>Die Verwendung dieser Mittel darf in keinem Fall der parlamentarischen Finanzkontrolle entzogen sein.</p>
<p>Somit verbietet es sich auch, den Begriff der Wirtschaftlichkeit neu zu definieren und jedwede allgemeine sinnvolle oder auch nur vertretbare Mittelverwendung für die Olympiabewerbung als wirtschaftlich anzusehen.</p>
<p>Der Rechnungshof verkennt nicht den politischen Stellenwert, den die Olympiabewerbung gehabt hat. Dieser rechtfertigt aber nicht, die Verwendung der Mittel letztlich nach dem Grundsatz &#8220;Der Zweck heiligt die Mittel&#8221; zu beurteilen.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: <a title="Goldener Plan für München 2018: mal eben 1,5 Millionen mehr aus Steuermitteln" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">In München läuft das bestimmt besser.</a></p>
<p>Obwohl ich da arge Zweifel habe. Denn Willy Bogner, ich sage es erneut, <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">kennt sich in der Olympiafinanzierung nachweislich nicht aus und hat seine Falschaussagen aus etlichen Interviews meines Wissens auch nie korrigiert</a>. Mein Vertrauen hält sich also in Grenzen.<br />
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		<title>Südafrika, Tag 31: Ein Gruß aus Nordkorea</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 15:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SANDTON. Es geht auf die Zielgerade. Morgen fliege ich für zwei Tage nach Durban (natürlich mit Kulula), Halbfinale schauen &#8211; und am Mittwoch etwas umfassender als bisher live bloggen. Könnte ein Spaß werden. Ganz und gar unspaßig sind derzeit Termine bei der FIFA. Komme gerade von so einem PR-Event. Die FIFA und die Amaury Group [...]]]></description>
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<p>SANDTON. Es geht auf die Zielgerade. Morgen fliege ich für zwei Tage nach Durban (<a title="Sepp the Dog, Fick Fufa!" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/20/sudafrika-tag-16-sepp-the-dog-fick-fufa/" target="_self">natürlich mit Kulula</a>), Halbfinale schauen &#8211; und am Mittwoch etwas umfassender als bisher live bloggen. Könnte ein Spaß werden.</p>
<p>Ganz und gar unspaßig sind derzeit Termine bei der FIFA. Komme gerade von so einem PR-Event. Die FIFA und die <a title="Amaury" href="http://www.lequipeandco.com/index.php?id=39" target="_blank">Amaury Group</a> (Tour de France, L&#8217;Equipe, France Football) schmeißen ihre Umfragen nach Europas Fußballer des Jahres (France Football) und dem Weltfußballer des Jahres (FIFA) zusammen und feiern am 10. Januar 2011 erstmals gemeinsam in Zürich, sicher wieder im Opernhaus, den Gewinner des Ballon d&#8217;Or, also nach jetzigem Stand Bastian Schweinsteiger.</p>
<p>Und wieder kooperiert ein Unternehmen, das im Kerngeschäft (oder täusche ich mich da?) mit Journalismus handelt (oder mit getarntem Journalismus oder vorgibt, mit Journalismus zu handeln), mit einem Sportkonzern. Für die Amaury-Gruppe ist das ja nichts Neues.</p>
<div id="attachment_9007" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-9007" title="Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010  " src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/07/amaury1.jpg" alt="Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010  " width="530" height="299" /><p class="wp-caption-text">Francois Morinière, Marie-Odile Amaury, JSB - Johannesburg/Sandton, 5. Juli 2010  </p></div>
<p>Journalismus, PR, Marketing, Propaganda &#8211; ich schmeiße mal alle Begriffe durcheinander. Zurecht. Darum geht es ja ständig bei derlei Mega-Events. Vorhin wieder schön zu beobachten, bei der so genannten Pressekonferenz. FIFA-Kommunikationschef <a title="alle Beiträge zu Nicolas Maingot" href="http://www.jensweinreich.de/?s=nicolas+maingot" target="_self">Nicolas Maingot</a>, Dr. No, leitete den bizarren Termin erneut mit dem Hinweis ein, dass nur Fragen zum Thema zugelassen sind. Also nicht zur WM, denn die ist ja nicht das Thema, bzw. nicht zum FIFA-Ultimatum für Nigeria, das in knapp einer Stunde (18.00 Uhr) ausläuft, und auch nicht zur etwas angespannten Beziehung zwischen der FIFA und Frankreich, wo sich ja auch Politiker in die Belange des ach so unpolitischen Sports einmischen. Ich verstehe das, steht ja ganz oben im Blog:</p>
<blockquote><p>Don&#8217;t mix politics with games!</p></blockquote>
<p>Das Copyright auf diesen Spruch, ich habe es oft erzählt, hält der unpolitische Sportfan <a title="Peking, Tag 2" href="http://www.jensweinreich.de/2008/08/02/peking-tag-2/" target="_self">Hu Jintao</a>.</p>
<p>Jedenfalls, ich habe Blatter höflich aber bestimmt gesagt, wir seien hier doch sicher nicht in Nordkorea und es wäre vielleicht angebracht, würde er ein paar Worte zu den schwelenden Auseinandersetzungen mit Nigeria und Frankreich verlieren.</p>
<p>Das hat er getan.</p>
<p>Gegen Nigeria, so Staatspräsident Goodluck Jonathan nicht umfällt, wird die FIFA in Kürze wohl einen Bann verhängen (das hat er nicht gesagt, das ist meine Interpretation, er sagte nur: man sei bereit zu handeln). Und die Sache mit den Franzosen, nun ja, da täuscht sich die Welt: Denn einen Disput hätten einzig und allein die bösen Medien erfunden.</p>
<p>Er sagte auch:</p>
<blockquote><p>Ich bin ein sehr glücklicher Präsident. Ich war gestern ein glücklicher Präsident, ich bin es heute und ich werde es hoffentlich morgen sein.</p>
<p>Wir wollen heute nicht über Probleme reden, nicht über Forderungen, nicht über Referees. Heute sprechen wir über die Spieler. Die stehen ja schließlich im Mittelpunkt.</p>
<p>Die Welt hat Probleme. Sie hören täglich die schlechten Nachrichten. Wir hoffen alle, dass die Kameras, die heute Fußball übertragen und der Welt Hoffnung geben, morgen auch mal gute Nachrichten übertragen.</p></blockquote>
<p>Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchen Chuzpe die Kameraden sich die Welt zurecht<span style="text-decoration: line-through;">lügen</span>biegen. Oder war es tatsächlich nur eine Erfindung der bösen Medien, die den FIFA-Generalsekretär Jerôme Valcke kürzlich u.a. weltweit so zitierten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe der französischen Sportministerin gesagt, dass sie vorsichtig sein soll. Kein Politiker kann einen Sportfunktionär zum Rücktritt zwingen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Manchmal bin ich es leid, mich zu wiederholen. Vor allem, wenn ich mich zum Ferrari-Fahrer Valcke äußere. Habe oft genug die Geschichte erzählt und ausgiebig verlinkt, auch zum Gerichtsdokument in der VISA/Mastercard-Sache, die die FIFA nicht nur rund 100 Millionen gekostet hat, sondern in der der damalige Manager der FIFA Marketing AG, Valcke nämlich, als eine Art Serienlügner überführt worden ist &#8211; nachzulesen in den Gerichtsakten, hier oben rechts einfach die Suchfunktion benutzen oder googeln.</p>
<p>Was soll&#8217;s, hier flink ein Beitrag von mir vom Juni 2007 aus der Berliner Zeitung:</p>
<blockquote><p><strong>Zurück von der Reservebank</strong></p>
<p><em>Jerôme Valcke ist neuer Generalsekretär der Fifa</em></p>
<p>BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen des Weltsports ist neu besetzt worden: Der Franzose Jerôme Valcke (46) wird Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. Als sein Stellvertreter fungiert nach Beschluss des Fifa-Exekutivkomitees der Deutsche Markus Kattner. Er war bislang Finanzdirektor. Jerôme Valcke ist Nachfolger des Schweizers Urs Linsi.</p>
<p>Erst vor einem halben Jahr hatte sich die Fifa von Valcke, damals war er noch Marketingchef, und drei weiteren Mitarbeitern &#8220;mit sofortiger Wirkung getrennt&#8221;. Sie waren für das Finanz- und Vertragsdesaster mit dem Sponsor Mastercard verantwortlich. Die Fifa hatte das Vorkaufsrecht für einen Achtjahresvertrag mit Mastercard missachtet und einen Vertrag mit dem Konkurrenten Visa abgeschlossen, den ein New Yorker Gericht für nichtig erklärte. Dazu teilte die Fifa am 12. Dezember 2006 mit: &#8220;Den Fifa-Mitarbeitern, die mit Visa und Mastercard verhandelt haben, wurde wiederholte Unehrlichkeit bei den Verhandlungen und auch Falschinformationen vorgeworfen&#8221;, die Fifa könne &#8220;ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen&#8221;. Valcke hatte vor einem Gericht den Vertragsbruch als &#8220;normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; bezeichnet.</p>
<p>Am Mittwoch, kurz nachdem die Fifa gegen Zahlung von 90 Millionen Dollar einen Vergleich mit Mastercard geschlossen hatte, behauptete Präsident Joseph Blatter, Valcke sei &#8220;nie gefeuert worden, nur suspendiert&#8221;. Sein Vertrag laufe bis 30. Juni. Ab 1. Juli erhält er einen neuen Kontrakt, sicher besser dotiert als zuvor. &#8220;Wenn jemand auf der Auswechselbank sitzt, ist er nicht aus dem Team&#8221;, sagte Blatter. Den finanziellen Verlust im Mastercard-Desaster spielte Blatter plötzlich auf angeblich 60 Millionen Dollar herunter und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard eine Kompensationszahlung von mehr als 270 Millionen verlangt hatte. Valcke sei eine &#8220;dominierende Persönlichkeit&#8221;, sagte Blatter. Es passiere &#8220;in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;.</p>
<p>Das New Yorker Gericht hatte in seinem Urteil auch interne Besprechungen von Valckes Team zitiert, das darüber rätselte, wie man es so aussehen lassen könne, als habe die Fifa &#8220;wenigstens ein bisschen Geschäftsethik&#8221;, und wie es anzustellen sei, damit der &#8220;Fuck-up&#8221; für die Fifa besser aussehe. Für den Franzosen Jerôme Valcke, in der Mastercard-Sache Vielfach-Lügner und Verursacher eines Gesamtschadens von etwa 100 Millionen Dollar, sieht es jetzt besser aus: Er ist Fifa-Generalsekretär und damit wichtigster Mitarbeiter des Chef-Ethikers Blatter. Wie sich die Zeiten ändern.</p></blockquote>
<p>Bizarr finde ich immer wieder dieses weinerliche Verhalten von Valcke und vom Sepp, etwa kürzlich in einem, ja was eigentlich: Interview? PR-Geleier?, mit dem <a title="Handelsblatt" href="http://www.handelsblatt.com/scharfer-angriff-auf-deutschland-fifa-beklagt-kreuzzug-der-medien;2609948" target="_blank">Handelsblatt</a>. Da greinte er:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich weiß: Es gibt einen Kreuzzug gegen die Fifa in einigen Ländern von einigen Journalisten. Wenn Sie das wollen, gerne. Aber ich werde dieses Spiel nicht mitmachen, mit keinem Medium.&#8221; Die Medien hätten vieles schlechtgemacht, an der Organisation und am Ausrichterland &#8211; und vieles getan, &#8220;um die Menschen davon abzuhalten, nach Südafrika zu fliegen&#8221;, erzürnte sich Valcke. (&#8230;)</p>
<p>Der ehemalige TV-Journalist, der als rechte Hand des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter gilt, war insbesondere auf Deutschland schlecht zu sprechen: &#8220;Deutschland arbeitet gegen diese Weltmeisterschaft, seit Südafrika die Austragung gewonnen hat. Und ich wäre sehr interessiert zu erfahren, warum Deutschland gegen diese WM in Südafrika war&#8221;, sagte er.</p></blockquote>
<p>Ach Gottchen.</p>
<p>Es ist schon komisch, ich gebe mir ja nun wirklich Mühe, diese Typen zu verstehen und mache und tue und sitze schon wieder an der FIFA-Bar und versuche, ins Gespräch zu kommen und so colourful wie nur möglich die Mechanismen und Typen zu beschreiben, versuche sogar, ausgewogen zu berichten, was manche Journalisten überhaupt nicht verstehen können, und immer wenn ich einen dieser, sagen wir: ausgewogenen/abwägenden Texte gedichtet habe, echt jetzt :), wie <a title="SpOn: Der Sonnenkönig von Südafrika" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,704703,00.html" target="_blank">heute Morgen auch</a>, dann kommt garantiert die nächste Entgleisung und ich sage mir: Eigentlich haben die nichts anderes verdient als Verbaldresche und viel hübsche kleine Entzauberungen und Enthüllungen.</p>
<p><a title="Freunde von FIFA-Franz und FIFA-Sepp: WM-Lobbyisten mit Steuermillionen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/01/freunde-von-fifa-franz-und-fifa-sepp-wm-lobbyisten-und-steuermillionen/" target="_self">Fedor Radmann</a>, der wieder hier ist und mit dem ich gestern ausgiebig plauderte, findet übrigens, dass die Medienvertreter ganz generell schlechte Arbeit abliefern und auch nicht mehr das sind, was sie früher einmal waren.</p>
<p>Und während ich das erzähle und versuche, die aufziehende Erkältung mit Gin-Tonic (sehr ungesund) zu bekämpfen, kommt auch schon die Meldung rein, dass Nigerias Regierung eingelenkt hat. Der Sportinformationsdienst berichtet:</p>
<blockquote><p>Den Bannstrahl im letzten Moment aufgehoben, die FIFA gerade noch besänftigt: Nigerias Regierung hat unmittelbar vor dem Ablauf des Ultimatums auf den drohenden Ausschluss aus der Fußball-Familie reagiert und den &#8220;Super Eagles&#8221; sowie allen weiteren Nationalteams wieder die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ermöglicht. Staatspräsident Goodluck Jonathan handelte damit am Montag, gut eine Stunde vor Ende des Ultimatums um 18.00 Uhr, doch noch im Sinne des nigerianische Fußball-Verbandes NFF. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Mensch, ist Sepp mächtig. In seinem Reich ist er fast so mächtig wie Kim Jong Il in seinem. Sepp aus Visp im Wallis. Kim, die Sonne der Menschheit.<br />
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		<title>Südafrika, Tag 25: PR für Joseph Blatter</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 12:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>SANDTON. Nein, ich war es nicht, der im <a title="Kommentar von trebor" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/28/sudafrika-tag-24-das-schiedsrichterproblem-und-das-schweigen-der-schlemmer/#comment-25766" target="_self">FIFA-Hauptquartier eingebrochen ist</a> und einige Nachbildungen des WM-Pokals gestohlen hat. Aber ich denke dennoch an meine Leser, wie <em>trebor</em> zu recht vermutet, und manchmal mache ich aus Lesern Zuhörer.</p>
<p>War heute ziemlich überrascht, als ich auf Twitter bei <a title="Paul Kelso, Twitter" href="http://twitter.com/pkelso" target="_blank">Paul Kelso</a> (Daily Telegraph) zuerst gelesen habe, dass seine Gottheit @SeppBlatter zu Reportern zu sprechen geruhte. Eine Einladung für diesen Termin gab es nämlich nicht, jedenfalls nicht für mich. Nun, es ist keine Seltenheit, dass Typen, die Jenningskistnerweinreich heißen, zu derlei so genannten Round Table Terminen nicht geladen werden. Im Februar beispielsweise (oder war es Anfang März) hatte die FIFA zu einem Ticket-Round-Table nach Zürich geladen, um gute Presse zu bekommen. Ich war in Vancouver, das war nicht wirklich mein Thema, aber die Süddeutsche Zeitung, die diese Ticketgeschichten mit aufgebracht hatte, war (natürlich) ebenfalls nicht geladen.</p>
<p>So what. Ich will damit nur immer mal wieder erzählen, wie&#8217;s Geschäft läuft. Habe mehrfach berichtet, dass Nicolas Maingot und Pekka Odriozola, die nach all den anderen Unglücklichen (Markus Siegler, Andreas Herren, Hans Klaus &#8211; einfach mal die Suchfunktion rechts oben benutzen, habe jetzt keine Zeit zum Verlinken) die Rolle als PR-Herolde des Großen Vorsitzenden besetzen, zwar im persönlichen Gespräch ganz nett sind und fragen, wie&#8217;s geht und dieses und jenes, tatsächlich aber natürlich auf der anderen Seite stehen und Journalismus verhindern müssen. Das ist alles ein bisschen feige, und unprofessionell geht es auch zu in der Kommunikations-Division der FIFA, denn proaktive Arbeit sieht anders aus.</p>
<p>Ich amüsiere mich darüber und mache heute ganz freiwillig PR für den Sepp. Gerade teilt die FIFA per Email mit:</p>
<blockquote><p>A media round table of FIFA President Joseph S. Blatter with the news agencies which had been planned several days ago was held today 29 June 2010. FIFA is pleased to provide the audio file of this media round table in broadcast quality for download to all media, via the FIFA Media Channel. It can be used for editorial purposes.</p></blockquote>
<p>Man beachte die Formulierung:</p>
<blockquote><p>&#8230; which had been planned several days ago &#8230;</p></blockquote>
<p>Soll heißen: Eure Königliche Hoheit lassen sich selbstverständlich nicht von den Zeit- und Weltläuften dazu drängen, über das Schiedsrichter-Problem zu räsonieren.</p>
<p>Das verfängt, wie man etwa an dieser Meldung auf ARD.de sehen kann. Es ist nicht wichtig, den Link zu folgen, wichtig ist nur das gefettete Verb:</p>
<blockquote><p><a title="ard.de" href="http://www.sportschau.de/sp/fifawm2010/news201006/29/blatter_techn-hilfsmittel.jsp" target="_blank">Blatter </a><strong><a title="ard.de" href="http://www.sportschau.de/sp/fifawm2010/news201006/29/blatter_techn-hilfsmittel.jsp" target="_blank">erwägt</a></strong><a title="ard.de" href="http://www.sportschau.de/sp/fifawm2010/news201006/29/blatter_techn-hilfsmittel.jsp" target="_blank"> Einführung technischer Hilfsmittel</a></p></blockquote>
<p>Der Patron erwägt also. Egal, das jedenfalls hat Sepp heute erzählt am Round Table, bzw. ist es das, was die FIFA &#8220;for editorial puposes&#8221; zur Verfügung stellt. Ich gebe es weiter an meine Leser und Hörer (auf 64 kbit Mono runtergetrimmt, sorry). Viel Vergnügen:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/blatter.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ach so, eins noch: Dass unter diesem PR-Beitrag kein Flattr-Button prangt, versteht sich von selbst.</p>

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		<title>Täubchen für Sepp, den Friedensstifter und Rechenkünstler</title>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 22:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin durch diese Auszeichnung tief bewegt. Es ist ein schönes Symbol, welches gut zu unserer Mission bei der FIFA passt. Unser Ziel ist es, für die Jugend eine bessere Welt zu gestalten, und ich glaube, dass Ihre Philosophie des Friedens in dieselbe Richtung zielt. FIFA-Präsident Joseph Blatter Es wird langsam ernst. Wenige Tage noch [...]]]></description>
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<blockquote><p>Ich bin durch diese Auszeichnung tief bewegt. Es ist ein schönes Symbol, welches gut zu unserer Mission bei der FIFA passt. Unser Ziel ist es, für die Jugend eine bessere Welt zu gestalten, und ich glaube, dass Ihre Philosophie des Friedens in dieselbe Richtung zielt.</p>
<p><em>FIFA-Präsident Joseph Blatter</em></p></blockquote>
<p>Es wird langsam ernst. Wenige Tage noch bis zu den Blatter-Festspielen, die im Volksmund auch FIFA World Cup 2010 ™ genannt werden. Das WM-Turnier soll Joseph Blatter ja nicht nur die Wiederwahl, sondern auch den Friedensnobelpreis bescheren. In Zürich hat er zunächst die &#8220;Colombe de la Paix de Genève&#8221; eines Schweizer Uhrenherstellers erhalten.</p>
<p>Die FIFA <a title="FIFA-PM vom 19. Mai 2010" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/insidefifa/news/newsid=1214003.html#blatter+erhalt+colombe+geneve" target="_blank">teilte dazu</a> in gewohnt bescheidener Prosa mit:</p>
<blockquote><p>Doch um was handelt es sich bei der &#8220;Colombe de Genève&#8221; – der Taube aus Genf? Es ist eine limitierte Auflage von Uhren, auf denen zwei Tauben abgebildet sind – das Symbol für den Frieden auf der ganzen Welt. Bei diesem Modell sind auf den sich drehenden Zifferblättern aus Saphir die Bilder von zwei Tauben eingraviert. Eines dreht sich in der Geschwindigkeit der Minuten und das zweite in der Geschwindigkeit der Stunden. Jede Stunde treffen sich die zwei Abbildungen, um für die Dauer einer Minute eine einzige Taube zu formen. Die Botschaft ist einfach: Es ist lohnenswert, 59 Minuten lang zu kämpfen, um eine Minute Frieden zu erzielen. (&#8230;)</p>
<p>Quinting verleiht diese besondere Uhr an wichtige Persönlichkeiten, die einen Beitrag zur Förderung des Friedens geleistet haben. So tragen beispielsweise der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton, der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika, der ghanaische ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der Premierminister Bahreins, Sheikh Khalifa bin Salman al Khalifa, der russische Premierminister Vladimir Putin sowie zahlreiche ehemalige Schweizer Staatsoberhäupter (Pascal Couchepin, Joseph Deiss, Moritz Leuenberger, Samuel Schmid) ebenfalls eine solche Uhr, um ihr Engagement für diese Sache zu demonstrieren.</p></blockquote>
<p>Mir kommen die Tränen. Doch was will Mann machen. Die Ordensliste Sepp des Großen, die ich <a title="Sepp, Superstar (1): “The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun”" href="http://jensweinreich.de/2009/04/29/sepp-superstar-the-grand-cordon-of-the-order-of-the-rising-sun/" target="_self">hier</a> <a title="Sepp, Superstar (2): “Der Fromme, der Große und der Heilige”" href="http://jensweinreich.de/2009/05/02/sepp-superstar-2-der-fromme-der-grose-und-der-heilige/" target="_self">gelegentlich</a><a title="Versierteste Protagonisten" href="http://jensweinreich.de/2008/10/01/versierteste-protagonisten/" target="_self"> vervollständigt</a> <a title="Zug: das Vorspiel" href="http://jensweinreich.de/2008/03/11/zug-das-vorspiel/" target="_self">habe</a>, wird länger und länger. Und in den Ranglisten der <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (I)" href="http://jensweinreich.de/2008/10/10/die-machtigsten-sportfursten-der-welt/" target="_self">mächtigsten Sportfürsten</a> <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (II)" href="http://jensweinreich.de/2009/01/01/die-machtigsten-sportfursten-der-welt-ii/" target="_self">der Welt</a> wird er ja auch wieder ganz vorn geführt. Alles bestens organisiert, glaube nur niemand an Zufall.</p>
<p>Der so genannte Branchendienst <a title="Around the Rings" href="http://www.aroundtherings.com/golden25.aspx" target="_blank">Around the Rings</a> jedenfalls kürte Blatter im WM-Jahr zum wichtigsten Mann im olympischen Weltsport. Und die FIFA machte daraus eine <a title="FIFA PM" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/president/news/newsid=1153332.html" target="_blank">Pressemitteilung</a>, in der nicht unerwähnt blieb, dass Blatter auf der <a title="Forbes-Liste 2009" href="http://www.forbes.com/forbes/2009/1130/power-09-obama-jintao-putin-worlds-most-powerful-people.html" target="_blank">Forbes-Liste</a> der most powerful people weltweit auf Rang 53 eingekommen ist &#8211; zwar noch hinter Osama Bin Laden, doch vor Jacques Rogge und Hugo Chavez. Believe it or not: Unserem Freund Sepp ist das alles sehr wichtig.</p>
<p>Als Kontrastprogramm zu den Heldengeschichten des Joseph Blatter flink noch einige Lesebefehle von und mit meinem Freund und Kollegen <strong>Andrew Jennings</strong>:</p>
<ul>
<li><strong>Transparency in Sport</strong>: <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Now_South_African_press_dumps_on_Blatter/south_african_press_dumps_on_blatter.html" target="_blank">Now South African Press dumps on Blatter</a></li>
</ul>
<p>Hier hat AJ zahlreiche beeindruckende Beispiele aus südafrikanischen Medien zusammengestellt, wo unter anderem nachgewiesen und kritisiert wird, dass die FIFA von Pressefreiheit und kritischem Journalismus nicht sehr viel hält. Nicht zu vergessen: Jennings ist seit 2003 von FIFA-Veranstaltungen verbannt! (Dagegen ist <a title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">meine Bekanntschaft mit der FIFA-Ethikkommission</a> ein Witz, denn schließlich habe ich auch diesmal wieder eine WM-Akkreditierung erhalten.)</p>
<ul>
<li>Transparency in Sport: <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Blatter's_ploy_to_dump_shamed_Warner/blatter's_ploy_to_dump_shamed_warner.html" target="_blank">Blatter&#8217;s ploy to dump shamed Warner</a></li>
<li>Matthew Bell in <strong>The Independent</strong>: <a title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/media/press/was-lord-triesman-on-to-something-just-ask-jennings-1980382.html" target="_blank">Was Lord Triesman on to something? Just ask Jennings</a></li>
<li>Roger Lytollis in <strong>The Cumberland News</strong>: <a title="The Cumberland News" href="http://www.cumberlandnews.co.uk/news/people/cumbrian-journalist-waging-one-man-war-against-fifa-1.711307?referrerPath=home  " target="_blank">Cumbrian journalist waging one man war against FIFA</a></li>
</ul>
<p>Mich hat in den vergangenen Tagen eine Kleinigkeit amüsiert: Ausgehend von einem BBC-Gespräch mit FIFA-Generalsekretär Valcke machte kürzlich eine <a title="ESPN Soccernet" href="http://soccernet.espn.go.com/world-cup/story/_/id/5180591/ce/us/fifa-gives-organizers-100-million-event-said-financially-sound&amp;cc=5739?ver=global" target="_blank">Meldung weltweit Schlagzeilen</a>, wonach die FIFA den WM-Organisatoren mit weiteren 100 Millionen Dollar unter die Arme gegriffen hat. Im Prinzip hatte mir das Joseph Blatter schon <a title="Sepp Blatter oder: Interviews vs. Hintergrundberichte" href="http://jensweinreich.de/2010/04/27/sepp-blatter-oder-interviews-vs-hintergrundberichte/" target="_self">zwei Wochen zuvor in einem Interview</a> bestätigt (ab etwa 4:40). Denn er sagte:</p>
<blockquote><p>Ich weiß nur, dass diese FIFA WM in Südafrika wird die FIFA etwas teurer kommen als vorgesehen. Und wir haben dazu 100.000 Dollar freigestellt.</p></blockquote>
<p>100.000 oder 100 Millionen, was macht das schon? Sepp hatte einfach nur drei Nullen vergessen.</p>

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		<title>München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 11:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der <a title="München 2018.org" href="http://www.muenchen2018.org/ueber+uns/team/index.html" target="_blank">Bewerber GmbH</a> für die Olympischen Winterspiele 2018, verbreitet <span style="text-decoration: line-through;">beständig</span> wiederholt Unwahrheiten über die Olympiafinanzierung. Er sagte, zum Beispiel, gestern im Tagesgespräch im Radiosender Bayern 2 (<a title="Bayern 2, Tagesgespräch" href="http://www.br-online.de/bayern2/tagesgespraech/tagesgespraech-olympia-2018-willy-bogner-ID126866027883.xml" target="_blank">&#8220;Sollen die Winterspiele nach Bayern?&#8221;</a>) auf die Frage &#8220;Also, was kost&#8217; die Gaudi denn?&#8221;:</p>
<blockquote><p><strong>Diese Kosten, also das so genannte Organisationskomitee-Budget, das den Löwenanteil der Kosten ausmacht, wird uns vom IOC erstattet. Das heißt, das müssen die Gemeinden und die Bürger nicht bezahlen, sondern das bekommt man bezahlt durch die Fernsehrechte, die das IOC weltweit einnimmt. </strong></p>
<p><strong></strong>Das einzige, was übrig bleibt, sind Infrastrukturmaßnahmen, sagen wir Verkehrsprojekte, die wir aber sowieso bezahlen müssten und die durch die Olympischen Spiele beschleunigt werden. (&#8230;) Also, es ist wirklich kein großes finanzielles Risiko für die Gemeinden und die Bürger des Staates, diese Olympischen Spiele durchzuführen.</p></blockquote>
<p>Dazu in aller Kürze einige Richtigstellungen, nur einige. <em>(Ich hole gar nicht die große Keule raus und erinnere daran, dass in Brasilien gerade die Austragung der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 akut gefährdet sind, weil natürlich zu viel versprochen und vielleicht auch kolossal gelogen wurde. Wenn Willy Bogner mag, kann ich ihm die Zusammenhänge gern mal erklären.)</em></p>
<ul>
<li>Das so genannte Organisationskomitee-Budget (OCOG-Budget) macht nie den Löwenanteil aller Kosten aus, schon deshalb nicht, weil das so genannte Infrastruktur-Budget (Non-OCOG-Budget) stets größer ist, als das Organisations-Budget.</li>
<li>Die Gemeinden und Bürger zahlen indirekt über etliche Kanäle natürlich auch Teile des OCOG-Budgets.<em> (Das war selbst bei der Fußball-WM 2006 so, als das Organisations-Budget nur gedeckt werden konnte, weil staatliche und halbstaatliche Sponsoren sich auf höchste politische Order hin engagierten.)</em></li>
<li>Das OCOG-Budget wurde, wird und wird auch künftig niemandem, auch nicht potenziellen Olympia-Ausrichtern in Bayern, &#8220;vom IOC erstattet&#8221;. Einmal mehr verweise ich &#8211; zum Vergleich &#8211; auf das <a title="VANOC budget January 2010" href="http://www.vancouver2010.com/dl/00/08/78/2009budgetsummary_30d-Xu.pdf" target="_blank">aktuelle Budget</a> der Winterspiele 2010 in Vancouver.</li>
<li>Nicht alle Infrastrukturmaßnahmen, die Teil von Olympiaplanungen sind, sind a) unbedingt nötig für das Gemeinwesen und müssten deshalb b) auch nicht &#8220;sowieso&#8221; bezahlt werden. Das ist in München nicht anders als etwa vor sechs Jahren bei der Olympiabewerbung von Leipzig (da war es nur extremer).</li>
</ul>
<p>Willy Bogner erzählt diesen Nonsens ja nicht zum ersten Mal. Weshalb ich frage:</p>
<ul>
<li><strong>Lügt Willy Bogner oder weiß er es einfach nicht besser?</strong></li>
</ul>
<p>Wenn er es nicht besser weiß, dann würde &#8211; wie ich finde &#8211; dieses Nichtwissen nicht davor schützen,</p>
<ul>
<li>a) Kritik einzustecken,</li>
<li>b) Kritik anzunehmen,</li>
<li>c) sich an der Wahrheit zu orientieren und also</li>
<li>d) die Angaben zu korrigieren, um</li>
<li>e) dem Bürger und Steuerzahler reinen Wein einzuschenken, oder gar</li>
<li>f) seinen Hut als Vorsitzender der Geschäftsführung zu nehmen. Wegen Inkompetenz und Lernunfähigkeit.</li>
</ul>
<p>Tut mir leid, dass ich so resolut argumentiere. Es ist halt keine Gaudi, sondern ein Grundproblem dieser deutschen Demokratie, ja, soweit gehe ich, denn im Prinzip wird Bogners Argumentation doch vom <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss zwischen Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">sportpolitischen</a> <a title="Bundestag zu München 2018: &quot;demokratiewidriger Striptease&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">Komplex</a> <a title="Copy and paste im Bundestag: die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">übernommen</a>.</p>
<p>Die Mär lautet: Olympia trägt sich quasi selbst.</p>
<p>Ich wiederhole: <strong>Es liegt weiterhin keine Kosten-Nutzen-Analyse auf dem Tisch.</strong></p>
<p>Die Steuerzahler werden &#8211; darf man das sagen? &#8211; verarscht.</p>
<p>Und es ist natürlich ärgerlich, wenn Bogner seinen Unsinn auf allen Kanälen landesweit immer wieder verbreiten kann. Ich stelle diese Frage ja auch vor dem Hintergrund, dass ich Bogner selbst auf seine inhaltlich falsche Argumentation hingewiesen habe. Der Mann ist aber ganz offensichtlich lernunfähig, lernunwillig &#8211; oder beides. Vor einigen Wochen habe ich aus Vancouver, nach einem halbstündigen Gespräch mit Bogner und eigenen Recherchen, <a title="Vancouver, Tag 14: Willy Bogner, Münchens Olympiachancen und die IOC-Präsidentschaft" href="http://jensweinreich.de/2010/02/26/vancouver-tag-14-willy-bogner-munchens-olympiachancen-und-die-ioc-prasidentschaft/" target="_self">u.a. geschrieben</a>:</p>
<blockquote><p><a title="Olympiagegner: &quot;We do not want the Games&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/02/11/munich-2018-we-do-not-want-the-games/" target="_self">Olympiagegner</a> unterteilt Bogner in „konstruktive Kritiker, die man überzeugen kann“ und „Fundamental-Oppositionelle, mit denen man nicht vernünftig reden kann“. Im IOC sei man es gewohnt, „<a title="18 Gründe gegen die Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/nolympia-2018-18-grunde-gegen-die-olympiabewerbung/" target="_self">dass es nicht nur hundertprozentige Zustimmung gibt</a> und dass sich viele auf dieses weltweite Medienereignis setzen, um ihre eigenen Interessen zu vertreten“.</p>
<p>Ich will nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht jeden Satz bewerten, den Bogner in unserem Gespräch formuliert hat. Eines jedoch lasse ich ihm nicht durchgehen, da sollte er argumentativ nacharbeiten und sich an der Realität orientieren.</p>
<p>Er behauptet, der Steuerzahler stehe hinter der Bewerbung, weil die Politik geschlossen hinter der Bewerbung stehe.</p>
<p>Ich sagte ihm, <a title="Copy &amp; paste im Bundestag: Die Olympiabewerbungen von Leipzig und München" href="http://jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">der Bundestag</a> <a title="Bundestag zu München 2018: demokratiewidriger Striptease?" href="http://jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">habe abgestimmt</a>, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">ohne einen Finanzplan zu kennen</a>. Der Öffentlichkeit, dem Steuerzahler, wurde bis heute kein belastbarer Plan (OCOG, Non-OCOG etc.) vorgelegt.</p>
<p><em>(<a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes Völkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Hintergrund zur Finanzierung Olympischer Spiele</a>)</em></p>
<p>Er sagte, natürlich habe man die Zahlen gekannt. Das OCOG-Budget werde vom IOC finanziert, da komme mehr heraus, als das den Steuerzahler koste. Das Organisationsbudget werde durch die Fernseheinnahmen des IOC gedeckt.</p>
<p>Ich sagte: Stimmt nicht. Nur etwa zur Hälfte. Und es ist Verhandlungssache zwischen OK und IOC. Derzeit weiß niemand, was aus Lausanne überwiesen werden könnte.</p>
<p>So ging das hin und her.</p></blockquote>
<p>Entschuldigung, wenn ich das so weitschweifig wiederhole.</p>
<p>Hier übrigens der BR2-Pocast mit der Bogner-Sendung. Interessant ist in der Tat, wie <em>Ralf</em> <a title="Kommentar von Ralf" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/#comment-22176" target="_self">gestern schon anmerkte</a>, dass die meisten Anrufer teilweise Fundamental-Kritik an der Bewerbung äußerten. Aber das nur am Rande.</p>
<p><a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_03/2010_03_18_13_54_57_podcasttagesgesprch18032010_a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Interessant auch, wie Bogner reagierte, als ihn der Salzburger Grüne und Olympia-Kritiker Willi Rehberg auf seine Falschaussagen aufmerksam machte (ab etwa Time Code -10:40):</p>
<blockquote><p>Nein. Selbstverständlich kriegt man einen bestimmten Betrag erstattet. und den kann man aufteilen dann auf die Projekte, wie man selber will. (&#8230;) Insofern können wir eigentlich sehr, ja, mit gutem Vertrauen in die Zahlen und in die Finanzierungsmöglichkeiten des IOC an das heran gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator wollte dann wissen: <strong>&#8220;Also, wo kommt die Milliarde her?&#8221;</strong></p>
<p>Bogner:</p>
<blockquote><p>Also das ist jetzt, das geht sehr in die Details. Man muss da wirklich drin sein, wo was her kommt, und die Ausgaben sind dieselben wie sie jetzt begriffen werden, sei es vom Staat oder eben woanders her, ist ja auch von Land zu Land verschieden, also das kann man nicht so ganz vergleichen. Aber wir sind absolut der Meinung, dass wir alles, oder fast alles, das kann man jetzt noch nicht so genau sagen, eben durch die  Leistungen des IOC abdecken werden, was wirklich Organisationskomitees-Kosten sind. (&#8230;) Es gibt da tausend Einflussfaktoren, da muss man wirklich ins Detail gehen.</p></blockquote>
<p>Der Moderator fragt anschließend allen Ernstes, ob es &#8220;ein gutes Zeichen&#8221; sei, wenn ein Drittel der Bewerbungskosten noch nicht abgedeckt sind. Bogner antwortet, er sei &#8220;<a title="München 2018: Entwurf des Mini-Bidbooks und &quot;offizielle Oppositionen&quot;" href="http://jensweinreich.de/2009/11/23/munchen-2018-entwurf-des-mini-bidbooks/" target="_self">erst einige Wochen dabei</a>&#8220;, sei aber &#8220;zuversichtlich, dass wir das Geld auftreiben können&#8221;.</p>
<p>Die Details, ja, die Details, von Land zu Land verschieden, ob nun vom Staat oder eben woanders her oder eben vom IOC. Man steckt eben nicht &#8230; drin!</p>
<p>Es ist erschreckend.</p>
<ul>
<li>Es gibt nach wie vor keinen Finanzplan für die Bewerbung, der öffentlich nachvollziehbar und somit überprüfbar wäre.</li>
<li>Es gibt nach wie vor, außer einigen dürren Angaben im so genannten Mini-Bidbook (Auszug unten), keine öffentlich überprüfbaren Angaben (detaillierte Angaben, nicht nur ein halbes Dutzend dürre Zahlen!) über das OCOG-Budget.</li>
<li>Es gibt nach wie vor (außer Zahlen zu wenigen Einzelprojekten, die sich ganz hinten im <a title="München 2018: Mini-Bidbook" href="http://www.muenchen2018.org/bewerbungsthemen/mini+bid+book/index.html" target="_blank">Mini-Bidbook</a> verstecken, zum Beispiel S. 83, 85, 107) keinen öffentlich nachvollziehbaren Plan für den Non-OCOG-Etat.</li>
</ul>
<p>Ich bemühe mich, <a title="München 2018: Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-was-das-bmi-zur-finanzierung-der-olympiabewerbung-sagt/" target="_self">dies nur erneut als Transparenzbeweis</a> meiner Dauer-Recherche, seit Ewigkeiten um derlei Angaben. Vergeblich. Nicht einmal die verantwortlichen Lokalpolitiker erhalten derartige Angaben in Gänze, nicht einmal die gewählten &#8220;Volksvertreter&#8221; werden eingeweiht, ganz im Gegenteil, sie fühlen sich oft genug hintergangen.</p>
<p>Flink noch einige aktuelle Dokumente zum Thema:</p>
<p><strong><span id="more-7370"></span>1)</strong> Die Passage aus dem Mini-Bidbook, die beweist, dass derjenige, der das <a title="Willy goes to Lausanne ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/willy-goes-to-lausanne/" target="_self">Mini-Bidbook gerade in Lausanne übergeben hat</a>, offenbar nicht weiß, was darin steht. Darin steht eben nicht, dass das IOC alle Kosten trägt. Darin wird, wie ich ständig erkläre, überhaupt keine Zahl genannt zu Überweisungen von IOC-Konten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7387" title="Auszug Mini-Bidbook München 2018, OCOG-&quot;Budget&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/bid-book-finanz-web1.gif" alt="" width="530" height="503" /></p>
<p><strong>2)</strong> Die politisch sicher korrekte, aber dennoch vor Arroganz der Macht nur so strotzende Antwort von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude auf eine wohlmeinende CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung. Oder besser: Da kaum Fakten genannt werden, da es keine öffentlich überprüfbaren Detailinformationen gibt (wie immer bei deutschen Olympiabewerbungen), sollte dieses Schriftstück besser nicht &#8220;Antwort&#8221; bezeichnet werden:</p>
<ul>
<li><a title="Antrag Josef Schmid (CSU) zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antrag-Josef-Schmid.pdf" target="_blank">Anfrage von CSU-Stadtrat Josef Schmid</a></li>
<li><a title="Antwort OB Christian Ude (SPD) auf CSU-Anfrage zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Antwort-Ude.pdf" target="_self">Antwort OB Ude (SPD)</a></li>
</ul>
<p><strong>3)</strong> Die jüngste <a title="Anfrage von Ludwig Hartmann (Grüne) im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/Anfrage-Hartmann.pdf" target="_blank">Anfrage des Grünen-Abgeordneten Ludwig Hartmann</a> im bayerischen Landtag zur Finanzierung der Olympiabewerbung</p>
<p><strong>4)</strong> Die CSU-Gemeinderatsfraktion in Garmisch-Partenkirchen hat dem 1. Bürgermeister Thomas Schmid gestern eine Anfrage zukommen lassen, in der es u.a. heißt:</p>
<blockquote><p>Unabhängig davon beantragt die CSU-Fraktion die Mitglieder des Marktgemeinderates umgehend in öffentlicher Sitzung über die finanzielle Situation der Bewerbergesellschaft aufzuklären.</p>
<p>Wie der heutigen Presse zu entnehmen ist, fehlen noch über 10 Mio. Euro im Bewerbungsbudget, für die im schlimmsten Fall der Markt mit einer Haftungsquote von 16,22% aufkommen muss.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass der Markt im Haushalt 2010 ein Darlehen über Euro 450.000.— für die Bewerbungsgesellschaft eingestellt hat.</p></blockquote>

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		<title>München 2018: Christian Ude und die &#8220;Kniffe der propagandistischen Darstellung&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 18:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p><em>Achtung, Überlänge:</em> Ich konnte vergangenen Freitag leider nicht beim Neujahrsempfang des DOSB in Frankfurt/Main sein. Und werde morgen leider auch nicht die Pressekonferenz der Münchner Olympiabewerber in München besuchen können. Frankfurt und München sind doch ein bisschen weitab vom Schuss, und mir fehlen die Sponsoren für all die teuren und zeitaufwendigen Reisen. Leipzig war damals bequemer. Doch egal, ich will nicht klagen, im Grunde bleiben wir hier ja durchaus auf dem Laufenden, wenngleich ich den Herrschaften gern energischer auf die Pelle rücken würde, so wie damals in Leipzig.</p>
<p>Für Hartgesottene wieder eine Lektüre: Jener Teil der Rede von Münchens Oberbürgermeister <strong>Christian Ude</strong> (SPD) auf dem Neujahrsempfang, den der DOSB-Pressedienst gerade dokumentiert hat. Klingt kampfeslustig wie immer, aber auch ziemlich angefressen. Kampfeslustig muss er sein, weil er es ja nicht nur, wie es in seinem Vortrag anklingt, mit renitenten Umweltschützern, Grünen, Christsozialen und unverbesserlichen Journalisten zu tun hat, sondern weil er &#8211; wie oft genug aus zuverlässigen Quellen verlautet &#8211; mitunter sehr verärgert gewesen sein soll über den DOSB. Aber er würde es sicher nie öffentlich zugeben. Schließlich ist der Sportbund Mehrheitsgesellschafter (allerdings ohne entsprechend mehr für die Party zu zahlen, zahlen die überhaupt?).</p>
<blockquote><p><strong>Münchens Oberbürgermeister Ude: „Wir werden alle Register ziehen“</strong></p>
<p><em>Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und Vizepräsident des Deutschen Städtetages, hielt die Ansprache beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes am 22. Januar im Frankfurter Römer. Sein Thema: die Bewerbung Münchens und Garmisch-Partenkirchens um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018. Als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ging Ude dabei vor den rund 300 Gästen des Empfangs im Kaisersaal auch auf jüngste Kritik an der Bewerbung ein. Wir veröffentlichen die Rede in Auszügen.</em></p>
<p>„ (&#8230;) Man kann natürlich bei einem Thema wie der olympischen Bewerbung vor einem so sportbegeisterten Publikum wie diesem einfach im Konsens baden oder aber auch den einen oder anderen Widerspruch draußen aufgreifen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich tendiere zur zweiten Möglichkeit, weil es einfach interessanter ist und auch aktuell geboten.</p>
<p>Denn vielleicht haben Sie (&#8230;) gelesen, dass es <a title="München 2018. Studie der FH, Annäherung an die Wahrheit?" href="http://jensweinreich.de/?p=6230" target="_self">ganz triste Nachrichten</a> um die Bewerbung geben soll: (&#8230;) dass es leider nur eine ganz kümmerliche (&#8230;) Mehrheit von 57 Prozent der Garmischer gibt, die für die Spiele sind, während eine beeindruckende (&#8230;) Zahl von 27 Prozent kritisch gegenüberstehen. Das ist mir relativ neu, dass 57 Prozent Mitleid erregend und 27 Prozent imposant sind, aber man kann mit einigen Kniffen der propagandistischen Darstellung natürlich ein gewünschtes Meinungsbild herbei schreiben. Wenn man bedenkt, dass 16 Prozent noch keine Meinung haben, ergibt sogar diese Umfrage eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Und das in einer Situation im November vergangenen Jahres, als die örtliche CSU noch ein Bürgerbegehren gegen Olympia propagiert hat. (&#8230;)</p>
<p>Vielleicht sind wir Kommunalpolitiker einfach bescheidenere Leute – aber ich war mit Zwei-Drittel-Mehrheiten immer ganz zufrieden.</p>
<p>Die Stimmung ist ja in Wahrheit beglückend, wenn ich daran erinnern darf, was alles seit dem 8. Dezember 2007 geschehen ist, als der Deutsche Olympische Sportbund sich einstimmig hinter die Münchner Bewerbung gestellt hat. (&#8230;) Das war die Initialzündung an die Stadt München, an die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und an den Landkreis Berchtesgadener Land, sich um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 zu bewerben.</p></blockquote>
<p>Kurze Unterbrechung, so habe ich damals die DOSB-Mitgliederversammlung in Hamburg erlebt und für die <a title="BLZ vom 10. Februar 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/1210/sport/0005/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a> beschrieben:</p>
<p><strong>Todernste Begeisterung</strong></p>
<p><em>Auf einem Konvent der inhaltlichen Leere beschließt der DOSB die Olympiabewerbung 2018</em></p>
<p>HAMBURG. Um 13.58 Uhr packte Rudolf Scharping seine Sachen. Die Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war noch lange nicht beendet, als Scharping beschwingt aus dem Börsensaal der Hamburger Handelskammer schlenderte. Er hatte genug gehört, korrekter muss es allerdings heißen: Er hatte gar nichts gehört. Denn, rein theoretisch: Hätte man sich nicht vorstellen können, dass der DOSB die erdbebenartigen Skandale des Jahres 2007 thematisiert? Dass die Blutdopingpraktiken der Freiburger Universitätsmedizin, seit Jahrzehnten enger Partner des DOSB und seiner Vorgänger DSB/NOK, in angemessener Weise gewürdigt werden? Etwa in einem Überblick zum Stand der Ermittlungen und möglichen Maßnahmen des Sports? Dass das systematische Doping im Team Telekom, im Radsport überhaupt, verhandelt wird? Das Chaos in der Nationalen Antidopingagentur Nada und in den Verbänden wegen Hunderter verpasste Trainingskontrollen? Die mangelnde Bereitschaft der Spitzenverbände, im kommenden Jahr höhere Kosten für Dopingkontrollen zu begleichen? Oder, weil es ja auch um die Winterspiele 2018 ging: Das Vermarktungsdesaster des Deutschen Skiverbandes &#8211; wurde das etwa thematisiert?</p>
<p>Nein, davon hat Rudolf Scharping, Präsident des unsäglichen Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nichts gehört. Sicher, einige Punkte wurden in der Rede des DOSB-Präsidenten Thomas Bach mit wenigen Worten gestreift. Das meiste aber blieb gänzlich unerwähnt. Niemand wurde kritisiert. Nichts wurde aufgearbeitet. Eine Debatte fand nicht statt. Kein Wunder, dass Scharping lächelnd abmarschieren konnte.</p>
<p><em>100 Prozent Zustimmung</em></p>
<p>Bach sprach von einem Bewusstseinswandel, der nötig sei; regte an, keine Rekordprämien mehr zu zahlen; auf Tempomacher, so genannte Hasen, in der Leichtathletik zu verzichten; im Fernsehen keine Weltrekordmarken mehr einzublenden. Kurzum: Er klaubte ein paar Forderungen zusammen, auf die er nicht das Copyright hat. Forderungen, die von kritischen Geistern in den Medien, in der Wissenschaft, sogar im Sport teilweise seit Jahrzehnten vorgebracht werden, ohne dass Funktionäre vom Schlage Bach dies jemals unterstützt hätten. Und schließlich zwirbelte Bach Halbsätze wie diesen: Er behauptete, deutsche Athleten würden die &#8220;Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports&#8221; unterstützen.</p>
<p>So sieht sie also aus, diese &#8220;Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports&#8221;: Keine Debatte. Das Ausblenden elementarer Sachverhalte. Keinerlei Rechenschaftslegung. Keine Rechenschaftsforderung an jene &#8211; und davon saßen viele im Börsensaal &#8211; die lange Jahre mit Dopern kollaborierten.</p>
<p>In seiner inhaltlichen Leere war es ein beängstigender Konvent. Draußen auf den Fluren, aber nur dort, konnte man es von den Delegierten hören, wenn man hören wollte: Es sei ja kein Wunder, dass es so zugehe; wer hier seine Meinung sage und kritisiere, der habe bald nichts mehr zu sagen &#8211; aber bitte, nicht zitieren! Keiner wollte seinen Namen in der Zeitung sehen. Man frage nach bei Helmut Digel: Wer Wahrheiten formuliert, verliert rasant schnell Einfluss und Posten.</p>
<p>Zu welchem Tagesordnungspunkt auch immer, ob nun zur Münchner Olympiabewerbung oder zur Einführung des Deutschen Sportausweises, wenn sich überhaupt jemand zu Wort meldete aus dem Plenum, dann lieferte er, wie bestellt, eine Grußadresse ab. Hier saßen die Vertreter von 27,5 Millionen Vereinsmitgliedern. Es war eine gespenstische Atmosphäre, die ihren Höhepunkt erreichte, als Bach in der München-Frage Einmütigkeit abverlangte: &#8220;Deshalb rufe ich Ihnen zu, stimmen Sie zu! Wenn wir alle begeistern wollen, müssen wir zunächst selbst begeistert sein! Zeigen Sie Ihre Begeisterung nicht nur mit Ihrer Stimmkarte, zeigen Sie sie mit voller Begeisterung.&#8221;</p>
<p>Daraufhin gab es etwa fünf Sekunden braven Applaus.</p>
<p>Anschließend zückten, wie erwartet, sämtliche Delegierten ihre Kärtchen und erklärten München mit seinen beiden Partnern Garmisch-Partenkirchen und Schönau zum Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2018. Eher zögernd erhoben sich die Funktionäre und applaudierten im Stehen, damit dieser Moment für die Nachwelt festgehalten werden konnte, denn so war es geplant: Einmütigkeit im deutschen Sport. Als Synonyme ließen sich in beliebiger Anzahl und Kombination auch Begriffe wie Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit, Feigheit, Bequemlichkeit, Ideenlosigkeit, Geistlosigkeit, Opportunismus, Oberflächlichkeit verwenden.</p>
<p>Während der anschließenden Kaffeepause wurde nicht etwa vergnügt geplaudert. Es blieb auffällig ruhig &#8211; als sei es den Sportkameraden doch peinlich gewesen, hundertprozentig einer Meinung gewesen zu sein. In einer Ecke sprach Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Mikrofone und erklärte mit todernster Miene seine Begeisterung über die Begeisterungsfähigkeit des deutschen Sports.</p>
<p><em><span id="more-6317"></span>Das alte Bewerbungs-Muster</em></p>
<p>München geht also auf die lange Reise. Die offizielle Bewerbung wird vom Deutschen Olympischen Sportbund erst Ende 2009 beim IOC eingereicht. Bis dahin muss unter anderem das Bewerbungsbudget gesichert werden. Die Rede ist von 30 Millionen Euro, und es wird wie immer interessant zu beobachten sein, ob und in welcher Höhe sich die Wirtschaft an der Finanzierung beteiligt. Vom Sport kommt natürlich kein Geld. In der Regel muss der Steuerzahler den Löwenanteil einbringen. Gesucht wird auch noch ein wettkampftaugliches Bewerberteam. Wer soll den Geschäftsführer geben, der international punkten kann? Schließlich wäre es interessant zu wissen, wie München künftig in der Öffentlichkeit Begeisterung schüren will, wenn schon die Präsentation vor dem DOSB so fade, langweilig und uninspiriert geriet.</p>
<p>Natürlich hat wieder der Münchner PR-Mann Andreas Abold die Darbietung arrangiert. Wie schon für die Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wie schon für Leipzigs Olympiakandidatur vor dem NOK im April 2003, wie schon für Südafrikas WM-Bewerbung 2010, wie zuletzt für die deutsche Bewerbung um die Frauenfußball-WM 2011. Doch Masse bedeutet nicht zwangsläufig Klasse. Die Filmchen sind immer nach demselben Muster gestrickt. Und am Ende erfleht meistens irgendein Prominenter die Unterstützung der Wahlberechtigten. Diesmal war es die unvermeidliche Gold-Rosi Mittermeier, die nicht viel mehr stammelte als: &#8220;Bittebittebitte. Damit wir beim IOC &#8216;nen guten Eindruck hinterlassen, jetzt geht&#8217;s darum, einstimmig abzustimmen.&#8221;</p>
<p>Nichts leichter als das. Die Anweisungen in diesem drittklassigen DOSB-Drehbuch wurden bis ins letzte Detail befolgt.</p>
<ul>
<li>Weiter im Text von <strong>Christian Ude</strong>:</li>
</ul>
<blockquote><p>Wir haben seit diesem Votum des Deutschen Olympischen Sportbundes die Bewerbung in Fahrt gebracht. (&#8230;) Und wenn Ihnen manchmal der Eindruck vermittelt wird, es gebe da ein Kopf-an- Kopf-Rennen von Befürwortern und Gegnern, darf ich Ihnen doch einmal die Tatsachen vorführen, die in den Medien nicht immer ganz klar herüberkommen. In der Landeshauptstadt hat sich der Stadtrat mit 95 Prozent der Stimmen für die Olympiabewerbung ausgesprochen, das waren also nicht nur die SPD und die CSU, das waren auch die FDP und natürlich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. (&#8230;)</p>
<p>Die Voten im Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen und im Landkreisrat von Berchtesgaden <a href="http://jensweinreich.de/?p=5834">waren ebenfalls überwältigend</a>. Und ich finde, in einer <a href="http://jensweinreich.de/?p=2884">Demokratie</a> spielt es auch eine Rolle, dass sich der Bayerische Landtag mit 90 Prozent der Mehrheit für die Bewerbung ausgesprochen hat und der <a href="http://jensweinreich.de/?p=4064">Deutsche Bundestag mit über 80 Prozent</a>.</p>
<p>Ich frage mich wirklich, wie viel Mehrheit und wie viel Bevölkerungs-Zustimmung und wie viel <a href="http://jensweinreich.de/?p=4073">Parlamentsbeschlüsse</a> denn noch beigebracht werden sollen, bis auch <a href="http://blog.dieter-janecek.de/2009/10/13/olympische-spiele-2018-sind-kein-gewinn-fur-unsere-region/">die wenigen akzeptieren</a>, dass dies tatsächlich eine auf breiter Mehrheit mitgetragene deutsche Bewerbung ist. Ich weiß es nicht, was noch fehlt. (&#8230;)</p>
<p>Die Bewerbung hat zum Glück auch <a title="Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus" href="http://jensweinreich.de/?p=4249" target="_self">Gesichter</a>. Seit dem 15. November steht Willy Bogner als Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft vor. Ich halte diesen Personalvorschlag, den Dr. Bach gemacht hat, für wirklich phantastisch. (&#8230;) Bogner stellt sein ganzes Renommee als Weltmeister, als Wintersportfan, als erfolgreicher Unternehmer, als Kommunikator zur Verfügung und wirft es in die Waagschale. Das hat der Bewerbung Schwung gegeben.</p>
<p>Genauso wie die <a href="http://jensweinreich.de/?p=5144">Vielzahl von Sportbotschaftern</a>, die sich für die Bewerbung einsetzen. Da sind alle großen Namen des deutschen Wintersports aus den vergangenen Jahrzehnten dabei, aber auch viele Vertreter des Sommersports. Ich fand, dass es eine gute Wahl war, dass mit Katarina Witt nicht nur eine international bekannte Wintersportlerin das Kuratorium leitet, sondern dass sie auch die gesamtdeutsche Dimension der Bewerbung deutlich macht. (&#8230;)</p>
<p>Die Frage nach dem Nutzen wird uns immer wieder gestellt. Vor allem dann, wenn <a href="http://jensweinreich.de/?p=2889">Kostenfragen in die Gemeindeparlamente oder in Landtag und Bundestag kommen</a>. (&#8230;) Das Interesse der internationalen Öffentlichkeit wird auf Deutschland, auf Bayern, auf München gelenkt und wir können uns mit Eigenschaften wie Sportbegeisterung und Gastfreundschaft präsentieren. Aber auch (&#8230;) mit ökologischen Anliegen und Pioniertaten, die diese Bewerbung auszeichnen werden. Ich finde die Kritik von Umweltschützern, deren Anliegen ich ja verstehe und teile, auch in diesem Punkt eher ungerecht. (&#8230;)</p>
<p>Ich denke, dass wir gerade jetzt in diesen Wochen am Beispiel Vancouver sehen können, wie ein Land die olympische Bewerbung und die Ausrichtung von Spielen umfangreich nutzen kann. Das wird gemacht mit der Kampagne „Invest in Canada“. Das gesamte diplomatische Korps Kanadas wird weltweit eingesetzt, um zu werbenden Veranstaltungen für Kanada einzuladen, die natürlich nur wegen der Olympischen Spiele jetzt die entsprechende Resonanz finden.</p>
<p>Aber es ist schon wahr, dass es Olympische Spiele nicht zum Nulltarif gibt. Das ist keine Freifahrt. Das haben wir auch nie behauptet. Aber wir haben zunehmende Erfolge bei dem Bemühen, die Kosten der Bewerbung tatsächlich mit Sponsoren zu regeln und nicht mit öffentlichen Geldern. (&#8230;) Sie werden, das verspreche ich Ihnen, in den nächsten Wochen Schlag auf Schlag von weiteren Großsponsoren erfahren, die sich zur Unterstützung dieser Bewerbung entschlossen haben.</p>
<p>Und was die Anstrengungen der öffentlichen Hand angeht, sollten wir auch mehr von den Vorteilen reden (&#8230;).</p>
<p>München zum Beispiel hat eigentlich nur ein wirklich bedrückendes Problem: den Wohnungsmangel. Wir haben die Chance, dank der olympischen Bewerbung vom Bund ein Areal des Verteidigungsministeriums zu erhalten und dort ein ökologisch vorbildliches Olympisches Dorf zu errichten, (&#8230;) das dann dem Münchner Wohnungsmarkt 1.100 Wohneinheiten auf einen Schlag zur Verfügung stellt. (&#8230;)</p>
<p>Genauso gibt es für Garmisch Vorzüge, wieder als Wintersportort weltweit in den Blickpunkt gerückt zu werden, neue Sportstätten zu erhalten und Verbesserungen der öffentlichen Verkehrsanbindung im Schienenverkehr oder Tunnel, die seit Jahrzehnten gefordert werden. Das wird sich im Laufe der kommenden Diskussionen auch vor Ort herumsprechen und sicherlich aus der Zwei-Drittel-Mehrheit eine Drei-Viertel-Mehrheit finden. Und ich verspreche Ihnen eines: Wenn es zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2018 kommt, wird sich, so ist es nun einmal um das politische Kurzzeitgedächtnis bestellt, niemand mehr daran erinnern können, jemals dagegen gewesen zu sein. Es wird nur noch ein Gerangel um die Platzkarten geben. (&#8230;)</p>
<p>Ich kenne keine andere Möglichkeit, so viele Völker der Welt zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu motivieren, die Jugend der Welt auf gemeinsame Spielregeln zu verpflichten (&#8230;). Dies zu negieren und nur noch ein Haar in der Suppe zu finden, weil man damit große Medienresonanz erzielen kann, halte ich nicht nur für leichtfertig, sondern für ausgesprochen dumm. (&#8230;)</p>
<p>Am 12. Februar werden wir in Vancouver Erfahrungen machen und dann hoffentlich am 2. März deutsche Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner (&#8230;) am Schwabinger Siegestor ehren und auf dem Rathausbalkon begrüßen können. Ich denke, dass da die Sportbegeisterung des Publikums in einer Großstadt dann auch im Fernsehen zu besichtigen sein wird. Am 15. März werden wir das Mini Bid Book abgeben. Im Juli werden die Bewerberstädte benannt, dass wir eine Candidate City werden, erscheint mir ziemlich sicher, und dann haben wir hart zu arbeiten, um 2011 im Januar das 500 Seiten starke zweite Bewerbungsdokument abzugeben. Bis dahin können noch letzte Detailfragen, die jetzt noch als Sand im Getriebe empfunden werden, sich in Wohlgefallen auflösen. Und dann gibt es am <a href="http://jensweinreich.de/?p=4485">6. Juli 2011 die Entscheidung in Durban</a>.</p>
<p>Ich kann Ihnen versprechen (&#8230;): Wir werden bis zu diesem Tag alle Register ziehen, um eine optimale Bewerbung abzuliefern und auch ein freundliches Umfeld zu schaffen, die Sportbegeisterung zu dokumentieren und den völkerverbindenden Charakter Olympischer Spiele im In- und Ausland zu propagieren. Sie sind dabei als Repräsentanten des Sports mit die wichtigsten Multiplikatoren, die wir haben. Ich darf Sie um Ihre weitere Mithilfe bitten und mich schon heute ganz herzlich dafür bedanken.“</p></blockquote>
<p><em>Sämtliche Kürzungen wurden von der DOSB-Pressestelle vorgenommen. Ich habe nur einige Fehler korrigiert, verlinkt &#8211; und mir, was schwer fiel, Kommentare verkniffen.</em></p>

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		</item>
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		<title>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games&#8221;: Petition für Liu Xiaobo</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 00:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dosb]]></category>
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		<description><![CDATA[Mir ist gerade so. Ich möchte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren. Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewählten Berichterstattern beschwingt [...]]]></description>
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<p>Mir ist gerade so. Ich möchte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren. Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewählten Berichterstattern beschwingt empfahl, <a title="Peking, Tag 2" href="http://jensweinreich.de/?p=368" target="_self">sie sollten mal bitteschön Sport nicht mit Politik vermengen und Politik nicht mit Sport und überhaupt</a>. Da gebe es keinen Zusammenhang, auch wenn es manchmal so scheint.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-370" title="China Daily, 2. August 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/china-daily-02082008.jpg" alt="" width="483" height="336" /></p>
<p>Mich hat Herrn Hus Rat überzeugt. Seitdem steht&#8217;s da oben:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Ich versuche mich stets dran zu halten, auch <a title="Olympic Legacy: China und die Todesstrafe" href="http://jensweinreich.de/?p=3346" target="_self">wenn&#8217;s oft schwer fällt</a>.</p>
<p>Seit Weihnachten macht die Verurteilung des chinesischen Dissidenten <a title="Wikipedia: Liu Xiaobo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liu_Xiaobo" target="_self">Liu Xiaobo</a> weltweit <a title="Google News" href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=liu+xiaobo&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_self">Schlagzeilen</a>. Ein Jahr ist er bereits inhaftiert, nun wurde er zu elf Jahren Haft verurteilt. Am 8. Dezember 2008, exakt vier Monate nach der olympischen Propagandashow, die am 8.08.2008 um acht Uhr acht begann, hat Liu Xiaobo mit rund 300 Intellektuellen die <strong><a title="Charta 08" href="http://www.rsf.org/IMG/pdf/Charter08-2.pdf" target="_blank">Charta 08</a></strong> veröffentlicht. Dafür kommt man im Sportwunderland China schon mal ein Jahrzehnt in den Knast.</p>
<ul>
<li>Reporters without Borders: <a title="www.rsf.org" href="http://www.rsf.org/spip.php?page=article&amp;id_article=35507" target="_blank">Eleven-year jail sentence for free speech activist Liu Xiaobo, court sneakily issues verdict on Christmas Day</a></li>
<li>Human Rights Watch: <a title="www.hrw.org" href="http://www.hrw.org/en/news/2009/12/21/china-liu-xiaobo-s-trial-travesty-justice" target="_blank">Liu Xiaobo’s Trial a Travesty of Justice</a></li>
<li>Amnesty International: <a title="www.amnesty.org" href="http://amnesty.org/en/library/asset/ASA17/030/2009/en/afcdf879-1090-4dcd-9b4d-1028970b1bcc/asa170302009eng.html" target="_blank">Fear of torture and other ill-treatment, Liu Xiaobo</a></li>
</ul>
<p>Michael Kleim, Stadtjugendpfarrer in Gera und ehemals in der DDR in der Initiative für Frieden und Menschenrechte aktiv, ist der Meinung, dass die Sportwelt sich den vielen Petitionen zur Freilassung von Liu Xiaobo anschließen solle. Kleim hat seine Sicht auf die Dinge kürzlich im <a title="Interview mit Michael Kleim" href="http://www.mediathek-thueringen.de/single-view-tv/?tx_ttnews[tt_news]=3221&amp;tx_ttnews[year]=2010&amp;tx_ttnews[month]=01&amp;tx_ttnews[day]=06&amp;cHash=642185f29d" target="_blank">Radio Lotte erläutert</a>.</p>
<p>Da ich überhaupt nicht daran glaube, dass Journalisten sich nicht mit guten Aktionen gemein machen sollten, hier ist sein Appell, der dieser Tage dem IOC und dem DOSB zugeht:</p>
<blockquote><p>Aufruf an die Sportwelt</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren!</p>
<p>Für ein Land bedeutet es eine Ehre, Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein. Diese Ehre schließt die berechtigte Erwartung der Weltgemeinschaft ein, Grundstandards nicht nur im Bereich des Sports, sondern auch auf dem Gebiet der Menschenrechte zu erfüllen.</p>
<p>Die Zusage an China, die Olympiade im Jahr 2008 auszutragen, wurde von den internationalen Sportverbänden auch damit begründet, dass China dadurch motiviert wird, die Menschenrechtslage im eigenen Land zu verbessern.</p>
<p>Die Realität der Diktatur hat die Realität des Sportes längst eingeholt. Die weltweite Aufmerksam zu den Spielen 2008 hat letztlich der Legitimität einer brutalen und menschenverachtenden Politik gedient.</p>
<p>In einem beispiellosen Schauprozess wurde der bekannte chinesische Dissident Liu Xiaobo zu 11 Jahren Haft verurteilt. Liu Xiaobo hat sich im Internet für Demokratie und Meinungsfreiheit eingesetzt und ist Mitautor des politischen Aufrufes „Charta 08“.</p>
<p>Durch die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2008 sehen wir Vertreter des Sportes in einer besonderen Verantwortung. Dabei geht es hier nicht um eine allgemeine politische Streitfrage; sondern um die Wahrung von Menschlichkeit und elementaren Grundrechten.</p>
<p>Deshalb fordern wir alle Teilnehmer der Olympischen Spiele von 2008 auf, sich persönlich und direkt an die chinesische Führung zu wenden und sich für die bedingungslose Freilassung von Liu Xiaobo einzusetzen. Wir fordern alle Sportler, insbesondere die Medaillengewinner auf, jetzt nicht zu schweigen.</p>
<p>Wir fordern ebenso die Trainer, Sportfunktionäre und Nationalen Olympischen Komitees auf, sich diesem Schritt anzuschließen.</p>
<p>Wir bitten den Deutschen Olympischen Sportbund und das International Olympic Committee unser Anliegen zu unterstützen und diesen Brief an alle Nationalen Olympischen Komitees, an die Sportler und Trainer der Olympischen Spiele von Peking weiterzuleiten.</p>
<p>Hochachtungsvoll</p></blockquote>
<p>Michael Kleim erreicht man <a title="Email an Michael Kleim" href="mailto:stadtjugendpfarramt.gera@gmx.de" target="_blank">per Email</a>.</p>

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		<title>Die Propagandamaschine brummt &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 18:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Der Eintrag kommt etwas spät, was der Zeitdifferenz geschuldet ist, denn ich bin noch in Chicago und beschäftige mich mit der Olympiabewerbung 2016. Inzwischen läuft <a title="Propaganda" href="http://jensweinreich.de/?p=127" target="_self">die</a> <a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_blank">Propagandamaschine</a> von Sport und Politik und &#8220;Wissenschaft&#8221; &#8211; auch das, es wird Zeit, sich diesem Thema intensiver zu widmen &#8211; schon wieder auf Hochtouren und <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">wird hier diskutiert</a>. Das war schon die richtige Überschrift für den Beitrag der Familie Misersky: <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">&#8220;Erst die Medaillen, dann die Moral&#8221;</a>. Ist aber auch keine neue Erkenntnis, klar, zu Hause im Bücherregal steht sogar die dreibändige (wenn ich mich recht erinnere) Dokumentation einer gemeinsamen Veranstaltung von DSB und NOK zu diesem Thema &#8211; irgendwann Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre. Da haben viele derjenigen, die heute noch Verantwortung tragen, schon immer gern drüber diskutiert. Allerdings entweder nur verlogen oder nur dumm und geschwätzig &#8211; oder alles zusammen. Hätten diejenigen es wirklich angepackt, würden wir heute anders diskutieren können/dürfen. Die Überschrift <a title="DDR-Dopinggeschädigte zur &quot;Entschuldungspauschale für Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">&#8220;Entschuldungspauschale für Sportkriminelle&#8221;</a> trifft es übrigens auch.</p>
<p>Ich kann nicht einmal behaupten, dass mich dies nachfolgenden Erklärungen von DOSB, Bach (FDP), Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) und DLV/Prokop, von <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Bundesinnenministerium</a> resp. <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">Miníster Schäuble</a> (CDU) oder die Äußerungen des <a title="Die Umfaller im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">chronischen Umfallers mit Ost-Wahlkreis Peter Danckert</a> (SPD), also all der Zyniker, die Macht für sich beanspruchen, fassungslos machen. In einem Land, in dem Sportverbände mit <a title="Steuermittel für Sondermittel" href="http://jensweinreich.de/?p=1579" target="_self">Steuermitteln Potenzmittel</a> kaufen können, wundert mich nichts. Aber ich möchte gern einmal sagen, dass ich eine gesunde Abscheu empfinde. &#8220;Gesund&#8221; sage ich deshalb, weil sich Abstand zu den Objekten der Berichterstattung ja durchaus empfiehlt für einen Journalisten.</p>
<p>Ein Freund mailt mir in diesem Moment:</p>
<blockquote><p>Eine Riesenschweinerei! <strong>Das Schlimmste ist diese verletzende Heuchelei. Die Erniedrigung wird innerhalb der sog. &#8220;Entschuldigung&#8221; nochmals implimentiert</strong>: &#8220;Soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche Schäden davongetragen haben sollten&#8230;&#8221; -nur für diesen Eventualfall  (den schon das NOK für Deutschland in Frage gestellt hatte) &#8220;&#8230; sind wir tief betroffen und bedauern dies sehr&#8221;.</p>
<p>Wer sind die furchtbaren Juristen, die diesen Fachdopern dies haben durchgehen lassen?</p></blockquote>
<p>Gute Frage.</p>
<p>Diese Personen und Institutionen sind so, wie sie sind. Und es ist Aufgabe von Journalisten &#8211; Verzeihung, wenn ich das hier erneut herausstelle, aber es ist nun mal so -, dies zu beschreiben, ihnen aber nicht ständig ein Forum zu geben und sie ständig zu Interviews zu bitten, in denen sie sich und ihr trauriges Wirken schön reden können.</p>
<p>Man beschreibt ihr Wirken am besten, in dem man die Postulate der Propagandamaschine auf Fakten überprüft, an der Wirklichkeit misst und unter dem Transparenzgebot einer ja doch wohl demokratischen Gesellschaft betrachtet, deren Amtsträger (inklusive der Amtsträger des Sports) mit vielen Milliarden Steuermitteln hantieren (über olympische Zyklen gesehen). Ich weiß, dass manchen und manchem derlei Sätze nichts sagen und/oder gestelzt vorkommen; aber das ist mir natürlich egal. Das muss mir egal sein.</p>
<p>Noch einmal: Es geht in der Diskussion über doping- und stasibelastete Trainer in Ost und West nicht um die Vergangenheit, es geht um die verlogene Gegenwart und um die verlogene Zukunft. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Bevor ich pflichtgemäß einige der Erklärungen von heute aufliste, erlaube ich mir, auf den ersten Eintrag in diesem Blog überhaupt zu verlinken. Es ist ein Kommentar, den ich vor vor zwei Jahren zum Todestag von Birgit Dressel geschrieben habe. Dieser Kommentar ist mit <strong><a title="Im Lügenland" href="http://jensweinreich.de/?p=55" target="_self">&#8220;Im Lügenland&#8221;</a></strong> überschrieben. Wer mag, kann die Begriffe &#8220;Ost&#8221; und &#8220;West&#8221; beliebig vertauschen, Namen durch andere Namen ersetzen &#8211; dann stimmt das schon ungefähr. Birgit Dressels Todestag jährt sich am Freitag übrigens wieder &#8211; zum 22. Mal.</p>
<p>Genug der Vorrede. Hier also die Erklärung von fünf Leichtathletik-Trainern, an der <a title="Goldmann &amp; Co. oder: der Gordische Knoten" href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">knapp zwei Monate</a> gebastelt wurde und die auch von anderen Trainern unterschrieben werden soll:</p>
<blockquote><p><strong>Erklärung</strong></p>
<p>Wir haben bis 1990 in der DDR als hauptamtliche Trainer im Spitzensport gearbeitet. Unsere Aufgabe war es, mit unseren Sportlern internationale Erfolge, insbesondere Siege und Medaillen zu erringen. Das Sportsystem der DDR war durch eine straffe Hierarchie gekennzeichnet, unser Arbeitsgebiet durch eindeutige Dienstanweisungen klar geregelt. Dies betraf die Ausgestaltung des Trainings, aber nicht die Randbedingungen einschließlich der medizinischen Betreuung.</p>
<p>Wir waren im Einzelfall am Einsatz unterstützender pharmazeutischer Substanzen (Dopingmittel) beteiligt. Uns war bekannt, dass dies den Regeln des Sports widersprach, doch fühlten wir uns durch die Vorgaben des Staates legitimiert. Bei einer Weigerung, diese Mittel weiterzugeben, hätten uns der Ausschluss aus dem Leistungssport und damit erhebliche berufliche Nachteile gedroht.</p>
<p>Trotz des systembedingten Drucks betrachten wir den Einsatz von Dopingmitteln aus heutiger Sicht als Fehler. Soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche Schäden davon getragen haben sollten, sind wir tief betroffen und bedauern dies sehr. Die daran beteiligten Trainer entschuldigen sich ausdrücklich dafür.</p>
<p>Seit 1991, also in mehr als achtzehn Jahren, haben wir durch unsere Arbeit bewiesen, dass wir uns zu dopingfreiem Hochleistungssport bekennen und dafür einsetzen. Wir werden uns auch in der Zukunft für einen dopingfreien Sport kompromisslos engagieren.</p></blockquote>
<p>Was soll das? Kann mir mal jemand sagen, warum man für eine solche &#8220;Erklärung&#8221; insgesamt zwei Jahrzehnte braucht? Und was daran bemerkenswert sein soll? Historische Erklärung, wie ich in manchen Berichten und Kommentaren lese? Absolut lächerlich.</p>
<p>Warum heißt es eigentlich &#8220;im Einzelfall&#8221;, wo das Dopingsystem doch flächendeckend war?</p>
<p>Werden hier historische Wahrheiten negiert?</p>
<p>Warum wird quasi der verharmlosende Ost-Begriff UM (unterstützende Mittel) benutzt? Warum heißt es nicht: virilisierende, stark gesundheitsschädigende Drogen? Oder: statt an Mäusen und Ratten an jungen Menschen zu testende Mittel? Ist ja alles <span style="text-decoration: line-through;">passiert</span> geplant durchgeführt worden in der DDR, wenngleich vielleicht nicht von den hier genannten Trainern, wer weiß.</p>
<p>Es bieten sich viele weitere Fragen an, auch zu diesen &#8220;Erklärungen&#8221; von &#8230;</p>
<p><a title="Erklärung des DOSB vom 6. April 2009" href="http://newsletter.dosb.de/newsletter/newsletter.php?id=1247&amp;html=1" target="_blank"><span id="more-3473"></span>DOSB</a> und <a title="Erklärung des DLV vom 6. April 2009" href="http://leichtathletik.de/index.php?NavID=1&amp;SiteID=28&amp;NewsID=21800" target="_blank">DLV</a> &#8230;</p>
<blockquote><p>Um eine fundierte Aufarbeitung von Doping in Ost und West zu gewährleisten, hat der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) das Forschungsprojekt Doping in Deutschland initiiert, in dem Doping-Delikte in beiden gesellschaftlichen Systemen aufgearbeitet werden sollen. In diesem Zusammenhang haben fünf Trainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) &#8211; Klaus Baarck, Gerhard Böttcher, Rainer Pottel, Maria Ritschel und Klaus Schneider &#8211; eine Erklärung zu ihrer Doping-Vergangenheit in der ehemaligen DDR unterzeichnet.</p>
<p>Die Erklärung ist aus dem Trainerkreis initiiert worden und wurde der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung von Trainern/innen und Offiziellen mit Dopingvergangenheit unter Vorsitz von Prof. Dr. Udo Steiner, Bundesverfassungsrichter a.D. (Steiner-Kommission), zur Prüfung vorgelegt. Die Kommission hat die Erklärung als wichtigen und hilfreichen sportethischen Schritt begrüßt und erklärt, dass ihrerseits keine Bedenken bestehen, dass diejenigen Trainer, die diese Erklärung unterzeichnen, im Bereich des DLV als Trainer beschäftigt oder weiterbeschäftigt werden. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) folgte der Empfehlung der Steiner-Kommission.</p>
<p>„Der DOSB hat die entscheidenden Bedingungen formuliert: Der Betreffende muss sich zu seinen Verstrickungen zum Thema Doping im DDR-Regime bekennen. Er muss sie aufrichtig bedauern vor allem im Hinblick darauf, dass er bei betroffenen Athleten teilweise schwere gesundheitliche Schäden mit herbeigeführt hat. Und er muss sich seit der Wiedervereinigung nichts mehr zuschulden kommen lassen und sich glaubhaft gegen Doping eingesetzt haben&#8221;, sagte <a title="Interview mit Thomas Bach" href="http://jensweinreich.de/?p=3458" target="_self">DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach</a>. Die vorgelegte Erklärung genüge diesen Bedingungen: „Auf dieser Basis kann den betreffenden Trainern eine neue Chance eingeräumt werden.&#8221;</p>
<p>„Erstmals bekennen sich fünf deutsche Trainer im Hochleistungssport zu ihrer Doping-Vergangenheit und zeigen Einsicht und Reue verbunden mit einer Entschuldigung für die Opfer. Die nun unterzeichnete Trainer-Erklärung ist kein Ersatz für die grundlegende Aufarbeitung von Doping in Ost und West vor 1990, die nach wie vor zwingend auch für den Westen notwendig ist, aber sie ist ein wichtiger und richtiger Schritt, um ein nicht aufgearbeitetes Kapitel der deutschen Sportgeschichte aufzubrechen&#8221;, sagte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop. Er unterstrich, dass die Trainer seit 1991 &#8211; also seit 18 Jahren &#8211; erfolgreich für den Deutschen Leichtathletik-Verband arbeiten. „Sie haben sich seit dieser Zeit für einen dopingfreien Sport engagiert und sich nichts zu Schulden kommen lassen&#8221;, sagte Prokop.</p>
<p>Neben den Opfern dürfe man bei der Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit aber auch die Trainer nicht vergessen, die in der ehemaligen DDR nicht bereit waren, Dopingmittel zu verabreichen und deshalb auf ihre Karriere im Hochleistungssport verzichtet mussten und auch nach der Wiedervereinigung keine Chance mehr als Spitzentrainer bekommen haben.</p>
<p>Mit beiden Personengruppen will der DLV künftig einen intensiveren Dialog pflegen. Als ersten Schritt lädt der DLV Trainer, die in der ehemaligen DDR auf eine Karriere im Hochleistungssport verzichten mussten und Dopingopfer, zum Eröffnungstag der Leichtathletik-WM in Berlin (15.8.2009) ein. „Damit wollen wir ein Zeichen der Solidarität mit den genannten Personengruppen setzen und ein Gespräch mit dem DLV-Präsidium anbieten&#8221;, sagte Prokop.</p>
<p>„Der DOSB hat das Forschungsprojekt Doping in Deutschland initiiert, um eine fundierte Aufarbeitung im Westen wie im Osten Deutschlands zu ermöglichen, also von Verstrickungen und Doping in beiden gesellschaftlichen Systemen&#8221;, erläutert DOSB-Präsident Dr. Bach. Auf Wunsch und unter Mitwirkung des DLV wird darin auch die Situation in der Leichtathletik im früheren West- und Ost-Deutschland besondere Berücksichtigung finden.</p></blockquote>
<p>&#8230; und vom <a title="Erklärung von W. Schäuble vom 6. April 2009" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2009/04/gestaendnisse.html" target="_blank">Bundesinnenminister</a> &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>BMI Pressemitteilung: Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt Geständnisse von Trainern des Deutschen Leichtathletik Verbandes</strong></p>
<p>Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble begrüßt die Geständnisse von fünf Leichtathletik-Trainern über ihre Dopingtaten in der ehemaligen DDR als ein Signal für die Übernahme von Mitverantwortung für das seinerzeitige systembedingte Doping und einen Beitrag zum Dialog mit den Opfern.</p>
<p>Nach zwanzig Jahren werde es Zeit für eine Versöhnung zwischen Tätern und Opfern, sagte der Bundesinnenminister in Berlin. Dazu gehöre zuvorderst das Eingeständnis, die Reue und Entschuldigung der Täter. Es gehört aber auch das Gespräch mit den Opfern, den Trainern, die ihren Beruf aus Gewissensgründen nicht mehr ausgeübt haben, und den Sportlern und Sportlerinnen, die körperlich geschädigt wurden, dazu. &#8220;Ich begrüße daher die hierzu vorgesehene Gesprächsinitiative des DLV&#8221;, sagte Schäuble weiter.</p>
<p>Doping habe es in beiden Teilen Deutschlands gegeben. &#8220;Wir sollten uns daher hüten, mit dem Finger auf den jeweilig anderen Teil zu zeigen. Es ist vielmehr an der Zeit, dass Deutschland auch im Sport zusammenwächst und deshalb die Fehlleistungen als eigene verstanden werden. Dazu gehört im Leistungssport auch die gemeinsame Aufarbeitung der Dopingfälle in Ost und West. Unterschiede darf es hier nicht geben&#8221;, führte der Bundesinnenminister aus.</p>
<p>Einen wichtigen Beitrag  kann die wissenschaftliche Studie &#8220;Doping in Deutschland&#8221; leisten. Mit der Durchführung hat der Bundesinnenminister das Bundesinstitut für Sportwissenschaft beauftragt.</p>
<p>Zu den arbeitsrechtlichen Fragen &#8211; ob eine Weiterbeschäftigung der DLV-Trainer im Sport erfolgen soll &#8211; verwies Bundesminister Schäuble darauf, dass dies in erster Linie eine Angelegenheit des Sportes selbst sei. Die Bewertungen des Sportes, sowohl der Steiner-Kommission, als auch von DOSB und DLV, kommen insbesondere auch wegen der langen Tätigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Bekenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu den Ergebnis, die Trainer weiterzubeschäftigen. &#8220;Dies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;, sagte Schäuble.</p></blockquote>
<p>Noch einige Fragen: Wer bitte hat &#8211; wer von den Betroffenen aber auch wer aus dem BMI/aus dem Sport &#8211; in diesen Wochen den Dialog mit den Opfern gesucht?</p>
<p>Haben die Opfer nicht gegen diese Erklärungen protestiert?</p>
<p>Aber ja, ich verstehe: Die Opfer werden zum Eröffnungstag der Leichtathletik-WM eingeladen, um den Witz-Bolt bestaunen zu dürfen.</p>
<p>Und: Welche Qualität soll die &#8220;wissenschaftliche Studie&#8221; an einem durchaus belasteten Institut haben, wenn doch die besten Fachleute (es gibt ohnehin nicht viele Experten in der so genannten Sportwissenschaft, denn die meisten stehen ja auf der anderen Seite und müssen Leistung produzieren) abwinken und sich gar nicht erst bewerben &#8211; und dann sogar darauf verzichten, als Gutachter tätig zu werden?</p>
<p>Man beachte die einleitende Formulierung von DOSB/DLV: Demnach sind derlei nichtssagende Erklärungen Bestandteil des <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">&#8220;Forschungsprojekts&#8221;</a>. Ich sage dazu oder frage:</p>
<p><strong>Lässt sich hier &#8220;Wissenschaft&#8221; für Propagandazwecke missbrauchen?<br />
</strong></p>
<p>Hat jemand Lust auf weitere Fragen?</p>
<p><em>Nachtrag 1</em>, ich vergaß eine Bemerkung. Im Prinzip stellen sich BMI und Sportverbände selbst einen Persilschein aus für all die Vergehen, aktiven Hilfestellungen und Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte &#8211; und die unsachgemäße Verwendung von Steuermitteln.</p>
<p>Glaubt Schäuble eigentlich immer noch, in Deutschland wären <a title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">&#8220;ganze Rekordlisten&#8221;</a> und damit Dopingrekorde abgeschafft worden? Oder hat er seine (falsche) Behauptung inzwischen irgendwo korrigiert?</p>
<p><em>Nachtrag 2</em>, ich sehe den <a title="Kommentar von Uwe Trömer zur Erklärung der DDR-Dopinggeschädigten" href="http://jensweinreich.de/?p=3454#comment-8350" target="_self">Kommentar</a> von Uwe Trömer, der im Spam-Ordner gelandet war, leider jetzt erst. Uwe Trömer schreibt:</p>
<blockquote><p>liebe dopingtrainer und dopingärzte,</p>
<p>ich nehme die entschuldigung nicht an!</p>
<p>begründung:</p>
<p>1. nach 20 jahren ist es zu spät!</p>
<p>2. ihr wusstet genau  was ihr uns verabreicht und habt bewusst mit unserem leben gespielt.</p>
<p>3. ihr wurdet/werdet auch- und wegen eurer dopingkenntnisse im ddr-sport prämiert und im gesamtdeutschen sport hofiert.</p>
<p>4. ihr konntet zu ddr-zeiten keinen aufrechten gang &#8230; und jetzt stellt ihr euch auch noch als opfer des systemzwangs dar &#8230; wie erbärmlich!</p></blockquote>

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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (20): &#8220;Doping und ärztliche Ethik&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/was-vom-tage-ubrig-bleibt-20-doping-und-arztliche-ethik/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 10:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundesärztekammer]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin mir noch nicht sicher, was die Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer &#8220;Doping und ärztliche Ethik&#8221; bedeutet. Nur ein weiteres Papier oder doch etwas mehr? Irgendwie bindend? Doch eher nicht. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass da einige Punkte aufgeführt sind, die ich so noch nicht gelesen habe. Ich finde beispielsweise die Empfehlungen [...]]]></description>
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<p>Ich bin mir noch nicht sicher, was die <a href="http://www.zentrale-ethikkommission.de/downloads/StellDoping.pdf" target="_blank">Stellungnahme der Zentralen Ethikkommission</a> bei der Bundesärztekammer <strong>&#8220;Doping und ärztliche Ethik&#8221;</strong> bedeutet. Nur ein weiteres Papier oder doch etwas mehr? Irgendwie bindend? Doch eher nicht. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass da einige Punkte aufgeführt sind, die ich so noch nicht gelesen habe. Ich finde beispielsweise die Empfehlungen zur &#8220;Reorganisation der ärztlichen Betreuung von Sportlern&#8221;, um Transparenz zu schaffen und zu verhindern, &#8220;dass sich Ärzte von Sportlern und Sportfunktionären vereinnahmen lassen&#8221; sowie die Hinweise zur Tätigkeit von Sportverbandsärzten hochinteressant und brisant.</p>
<p>Prof. Urban Wiesing hat darüber hinaus bei der gestrigen Pressekonferenz deutlich gemacht, dass er gemäß Rechtslage und standesrechtlicher Verpflichtungen auch dafür ist, gewissen Dopingärzten die Approbation zu entziehen. Darüber allerdings wird seit Anfang der neunziger Jahre diskutiert, passiert ist bislang nichts, weil diejenigen, die <a href="http://www.baek.de/page.asp?his=1.101.172" target="_blank">Verantwortung dafür tragen</a>, diese Verantwortung nicht wahrnehmen und offenbar desinteressiert sind.</p>
<p>Wie das so ist im aktuellen Journalismus: Man hat selbst noch Fragen, doch der Redaktionsschluss lässt die Beantwortung dieser Fragen nicht zu. Mein Beitrag im Deutschlandfunk mit O-Tönen von Urban Wiesing:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/02/19/dlf_20090219_2255_49f124be.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Außerdem zum Thema:</p>
<ul>
<li>Mein Beitrag in der <strong>Süddeutschen Zeitung</strong>: <a href="http://www.sueddeutsche.de/751385/901/2766819/Dopingaerzten-die-Zulassung-entziehen.html" target="_blank">&#8220;Dopingärzten die Zulassung entziehen&#8221;</a>: Die Bundesärztekammer fordert härtere Strafen und wirft den Staatsanwaltschaften Untätigkeit vor</li>
<li>Marlene Bullien in der <strong>Berliner Umschau</strong>: <a href="http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&amp;cccpage=19022009ArtikelPanoramaBullien1" target="_blank">&#8220;Bundesärztekammer ist kein juristischer Akteur&#8221;</a>: Mediziner diskutieren über Reaktionen auf Doping-Falle</li>
<li><strong>Ärzte-Zeitung</strong>: <a href="http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=533812" target="_blank">&#8220;Doping und Ethik &#8211; darüber wissen Ärzte bislang zu wenig&#8221;</a>: BÄK legt Positionspapier vor, härteres Durchgreifen gegen Doping-Ärzte verlangt</li>
</ul>

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		<title>Sotschi 2014: PR vs Journalismus</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 13:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[credit crunch]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung vom mega-events]]></category>
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		<category><![CDATA[olympische spiele]]></category>
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		<category><![CDATA[sotschi]]></category>
		<category><![CDATA[weber shandwick]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Dear friend&#8221;, eine kleine aber nicht unwichtige Korrektur zu meinem gestrigen Beitrag &#8220;Putin zu Sotschi: We must cut construction costs&#8221;. Ich weiß zwar nicht, was ich missverstanden habe, entschuldige mich dafür dennoch bei Dmitri Kosak, Wladimir Putin, Dmitri Medwedjew und den Olympia-Organisatoren. Aus Sotschi bzw. vom Server der Schönfärber PR-Agentur Weber Shandwick, einer jener Giganten, die im Olympiabewerber-Business [...]]]></description>
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<p>&#8220;Dear friend&#8221;, eine kleine aber nicht unwichtige Korrektur zu meinem gestrigen Beitrag <a href="http://jensweinreich.de/?p=2974" target="_self">&#8220;Putin zu Sotschi: We must cut construction costs&#8221;</a>. Ich weiß zwar nicht, was ich missverstanden habe, entschuldige mich dafür dennoch bei <a href="http://jensweinreich.de/?p=1344" target="_self">Dmitri Kosak</a>, <a href="http://jensweinreich.de/?p=1344" target="_self">Wladimir Putin</a>, <a href="http://jensweinreich.de/?p=2519" target="_self">Dmitri Medwedjew</a> und den Olympia-Organisatoren. Aus Sotschi bzw. vom Server der <span style="text-decoration: line-through;">Schönfärber</span> PR-Agentur <a href="http://www.webershandwick.com/#" target="_blank">Weber Shandwick</a>, einer jener Giganten, die im Olympiabewerber-Business Geschäfte machen, kommt gerade diese Email, die alles richtig stellt. Es stimmt schon, dass die Regierungszusagen für Sotschi um 15 Prozent gekürzt wurden. Aber nur, weil man die Ausgaben optimiert und billigeres Baumaterial gefunden hat. Ach so, klar, das musste noch einmal gesagt werden. Hier der Beweis für die laut RIA Novosti sehr <a href="http://de.rian.ru/business/20090218/120201013.html" target="_blank">erfreuliche Nachricht</a>:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Von: Sochi2014 Media [mailto:sochi2014media@webershandwick.com]<br />
Gesendet: Mittwoch, 18. Februar 2009 13:59<br />
An: Sochi2014 Media<br />
Betreff: Statement on Sochi 2014&#8242;s budget</p>
<p>Dear Friend,</p>
<p>The press office of the Deputy Prime Minister of Russia today made the following statement in relation to positive cost savings made associated with the development of Sochi as a mountain-climate resort:<span id="more-2983"></span></p>
<p>&#8220;In the meeting with the Prime Minister of Russia Vladimir Putin, the Deputy Prime Minister of Russia Dmitry Kozak said that the Russian Government has managed to save 15% of the overall cost of infrastructure and Olympic venues construction projects included into the program of Sochi development as a mountain-climate resort. Kozak highlighted that the number of venues and their quality remain precisely the same.</p>
<p>&#8220;The significant savings were reached because of the reduction of construction materials costs and the optimization of expenses. He also outlined that following a comprehensive state assessment of construction documentation including four Olympic venues an opportunity to reduce the planned cost of the project by 7,5 billion rubles was identified.&#8221; (&#8230;)</p>
<p>Many thanks,</p>
<p>The Sochi 2014 Team</p>
</blockquote>
<p>Ja, Danke auch, gern geschehen.</p>

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		<title>Der deutsche PR-Rat &#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 19:23:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>&#8230; wird sich auf seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember &#8220;mit der Pressearbeit des DFB und den diversen Äußerungen/Veröffentlichungen seiner Funktionäre Theo Zwanziger (Präsident), Wolfgang Niersbach (Generalsekretär) und Harald Stenger (DFB-Direktor Kommunikation &amp; Öffentlichkeitsarbeit) befassen&#8221;, berichtet heute das <a href="http://www.pr-journal.de/redaktion/branche/deutscher-pr-rat-wird-sich-mit-dem-fall-dfb/zwanziger/weinreich-befassen-20081122-6753.html" target="_blank"><strong>PR-Journal</strong></a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Bewertung des <a href="http://www.drpr-online.de/statische/itemshowone.php4?id=1" target="_blank">DRPR</a> für die PR-Branche wird interessant sein, vor allem ob hier seitens des DFB <a href="http://jensweinreich.de/?p=1746" target="_self">Täuschung und unethische Beeinflussung</a> vorliegt.&#8221;</p></blockquote>

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		<title>Das Lügengebilde des DFB</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 13:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<blockquote><p><strong>“Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.”<br />
</strong><em>Theo Zwanziger</em></p></blockquote>
<p>So, nach einigen Stunden Schlaf und einem Müsli fühle ich mich gestärkt genug, um das Lügengebilde des DFB auseinanderzupflücken. Die <a href="http://jensweinreich.de/?p=1722" target="_self">gestrige Email</a> des DFB-Generalsekretärs Wolfgang Niersbach an mehr als 100 Entscheidungsträger aus Politik und Sport sowie Journalisten (und das ist nur der Verteiler, der mir momentan vorliegt, ich weiß nicht, wie viele Emails mit ähnlich großem Verteiler noch verschickt wurden) und die vom DFB-Pressechef Harald Stenger verfasste, über den DFB-Verteiler an alle Journalisten verschickte und auf der DFB-Homepage verfügbare <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&amp;no_cache=1&amp;tx_dfbnews_pi1[showUid]=16381&amp;cHash=85635ddfa8" target="_blank">„Pressemitteilung&#8221;</a> sind gespickt mit Lügen, Unwahrheiten, Wahrheitsbeugungen, falschen Angaben, unzutreffenden Sachverhalten, irreführenden Aussagen.</p>
<p>Ich zähle: <strong>18 Lügenkomplexe</strong>, denen ich vorerst 62 Wahrheiten entgegen stelle.</p>
<p>Ich denke: Sollte jemand Lust auf Recherche haben, könnten sich die Zahlen 18 und 62 schnell erhöhen.</p>
<p>Vor allem verschweigen die DFB-Mitteilungen Entscheidendes: zwei gerichtliche Beschlüsse zu meinen Gunsten &#8211; den Beschluss des Landgerichts Berlin vom 9. September 2008 (der anschließenden Beschwerde des DFB wurde ebenfalls nicht stattgegeben) und den Beschluss des 9. Zivilsenats des Kammergerichts Berlin vom 10. Oktober 2008, das die Beschwerde ebenfalls zurückgewiesen hat. In anderen Worten: Mit der Wahrheit belästigt der DFB weder per Email noch per Pressemitteilung.</p>
<p>Der gesamte Vorgang ist inklusive zahlreicher Originaldokumente (<a href="http://jensweinreich.de/?p=1437" target="_blank">Beschluss des Landgerichts</a> u. a. m.) auf diesem Blog umfassend und transparent dokumentiert. Wogegen der DFB kaum eine Behauptung belegen kann, allenfalls Funktion und Namen des Email-Schreibers. Zu den Empfängern der Emails zählen übrigens u. a. DOSB-Präsident Thomas Bach, der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages Peter Danckert, die sportpolitischen Sprecher aller Bundestagsfraktionen und die Mitglieder des Sportausschusses, Staatsministerin Maria Böhmer, die Führung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des DFB (u. a. ging die Mitteilung an Oliver Bierhoff, Karl-Heinz Rummenigge, Christian Seifert) und Medienvertreter wie kicker-Chefredakteur Rainer Holzschuh (ehemals DFB-Pressesprecher), aber auch andere Journalisten. Wobei ich mich natürlich frage, was es zu bedeuten hat, dass diese Journalisten in diesem Verteiler auftauchen. Aber das ist eine vergleichsweise nachrangige Frage &#8211; oder doch nicht? Denn Wolfgang Niersbach schreibt ja:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nach unserer festen Überzeugung müssen wir diese Grundposition offensiv darstellen. Daher diese Pressemitteilung, die wir Ihnen als PDF-Datei beigefügt haben und die Sie natürlich argumentativ auch verwerten können. Darauf hoffen wir sogar.&#8221;</p></blockquote>
<p>Für mich ist das im Grunde eine Aufforderung zur Verbreitung von Lügen. Mithin: Eine Diffamierungskampagne.</p>
<p>Der Inhalt dieser Mitteilungen lässt mir als Betroffenem mäßige Interpretationsmöglichkeiten: Es geht einzig und allein darum, die Wahrheit zu beugen, mich zu diffamieren, meine Integrität, Kompetenz und Professionalität als Journalist in Frage zu stellen und damit meine wirtschaftliche Existenz als freier Journalist zu gefährden. Ich habe durch diese Auseinandersetzung schon jetzt finanzielle Nachteile hinnehmen müssen. Und ich frage mich, um mal ein Beispiel zu nennen, wie potenzielle Kunden (Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunkstationen) wohl reagieren, wenn ich ihnen im März 2009, wenn Theo Zwanziger in Kopenhagen in das Exekutivkomitee der Uefa gewählt werden will, Beiträge anbiete. Ich glaube die Antwort zu kennen.</p>
<p>Die unfassbare demagogische Kampagne des DFB sollte aus meiner Sicht juristische Konsequenzen haben. Das ist Sache meiner Anwälte von <a href="http://www.hhlaw.com/berlin/" target="_blank">Hogan &amp; Hartson Raue LLP</a>. Ich kann mir aber auch berufsständische Konsequenzen vorstellen, denn die Lügenschriften, die ich nun zerpflücke, wurden von zwei Mitgliedern des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) verfasst: Wolfgang Niersbach und Harald Stenger. Zum VDS habe ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=125" target="_self">ein besonderes Verhältnis</a>, seit ich mit zwei Dutzend Kollegen im Januar 2006 ausgetreten bin und das <a href="http://www.sportnetzwerk.eu" target="_blank">sportnetzwerk</a>, &#8220;die Qualitätsoffensive im Sportjournalismus&#8221;, gegründet habe.</p>
<p><small>Screenshot von der DFB-Webseite: VDS-Mitglied Wolfgang Niersbach</small></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1748" title="niersbach" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/niersbach.jpg" alt="" width="500" height="311" /></p>
<p>Ich weiß, dass die nachfolgende Auflistung etlichen Lesern nicht gefallen wird. Ich muss mir aber die Sache vom Leibe schreiben. Ich erhoffe mir damit, ein Magengeschwür zu verhindern, und natürlich in erster Linie: Aufklärung. Ob ich nun aber erfolgreich gegen die Propaganda und Diffamierungskampagne des DFB wirken kann, ist arg zu bezweifeln, vieles wird hängenbleiben, aber ich muss es wenigstens versuchen. Ich liste also jene Lügen, Unwahrheiten, Wahrheitsbeugungen, falsche Angaben, unzutreffenden Sachverhalte, Unterschlagungen von Informationen und irreführenden Aussagen auf, die ich im Moment erkenne. Sachdienliche Hinweise nimmt wie immer die Kommentarspalte entgegen.</p>
<p><strong>Grundsätzliches:</strong></p>
<p><strong>1)</strong> Wahr ist: Der DFB unterschlägt die beiden Beschlüsse des Landgerichts und des Kammergerichts Berlin.</p>
<p><strong>Zur Email von Wolfgang Niersbach:</strong></p>
<blockquote><p><strong>2)</strong> Der DFB behauptet: „Festgehalten ist, dass wir es auch nicht in &#8211; mehr oder weniger anonymen &#8211; Internetblogs hinnehmen können, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens grundlos diffamiert werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Meine beanstandeten Kommentare wurden im Blog Direkter Freistoß verfasst. Dies ist kein anonymer Blog, er wird, wie man unschwer dem Impressum entnehmen kann, vom Journalisten Oliver Fritsch betrieben. Ich zeichne meine Kommentare in diesem, in meinem wie auch in allen anderen Blogs entweder mit „Jens Weinreich&#8221; oder mit meinem Kürzel „jw&#8221; und verlinke Namen und Kürzel auf meine Homepage. Ich habe noch nie einen anonymen Kommentar abgegeben.</p>
<p>Wahr ist: Niemand wurde von mir diffamiert. Das sehen die Gerichte nicht anders.</p>
<p><strong>Zur DFB-Pressemitteilung von Harald Stenger:</strong></p>
<blockquote><p><strong>3)</strong> Der DFB behauptet: „Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) missbilligt auf das Schärfste die von dem Berliner Journalisten Jens Weinreich seit nunmehr fast vier Monaten initiierte Kampagne gegen Dr. Theo Zwanziger.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe weder eine Kampagne gegen Zwanziger initiiert, noch betreibe ich eine Kampagne. Im Moment versuche ich lediglich, meinen Ruf und meine wirtschaftliche Existenz zu retten.</p>
<p>Wahr ist:</p>
<ul>
<li>Ich habe am 25. Juli und am 27. Juli zwei Kommentare im Blog Direkter Freistoß geschrieben, in dem ich den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger als „unglaublichen Demagogen&#8221; bezeichnet habe und dies argumentativ begründete.</li>
<li>Ich erhielt am 18. August, da befand ich mich bei den Olympischen Spielen in Peking, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung des DFB-Anwalts mit einem Ultimatum von weniger als 24 Stunden.</li>
<li>Ich habe diese Erklärung nicht abgegeben. Wir haben eine Schutzschrift bei Gericht hinterlegt.</li>
<li>Der DFB ist dann mit seinem Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung am 9. September vor dem Landgericht Berlin gescheitert.</li>
<li>Auch die Beschwerde wurde am 30. September abgewiesen.</li>
<li>Schließlich hat das Kammergericht am 10. Oktober den Beschluss des Landgerichts bestätigt.</li>
<li>Den gesamten Vorgang habe ich am 22. Oktober, nachdem mir der Kammergerichts-Beschluss vorlag, auf meinem Blog transparent dargelegt, mitsamt aller Dokumente.</li>
<li>Der DFB hat am 11. November ultimativ verlangt, dass ich mich bis 12. November, 10 Uhr, von meinem Kommentar distanziere, weil der DFB in meine Aussagen etwas hinein interpretiert, was ich als absurd betrachte, weil ich es nie gesagt habe. Sollte ich nicht einlenken, droht man mit Klageerhebung vor dem Landgericht Koblenz. In Koblenz war Zwanziger lange Jahre als Richter und Regierungspräsident tätig.</li>
<li>Wir haben dem DFB-Anwalt am 12. November die Absurdität der Forderungen, die DFB-Präsident ähnlich auch am 6. Oktober in einem Interview mit Oliver Fritsch erhoben hatte, deutlich gemacht.</li>
<li>Auch diesen Vorgang habe ich, mitsamt der dazugehörigen Dokumente, am 12. November auf meinem Blog öffentlich gemacht.</li>
<li>Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits zahlreiche Blogs des Themas angenommen, u. a. Stefan Niggemeier, Deutschlands „Journalist des Jahres 2007&#8243;. Auch das ist keine „initiierte Kampagne&#8221;, es handelt sich hier lediglich um normale kommunikative Abläufe im Internetzeitalter.</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>4)</strong> Der DFB behauptet: „Weinreich hatte den DFB-Präsidenten ohne Anlass als „unglaublichen Demagogen&#8221; diffamiert und als Reaktion darauf, dass sich Dr. Zwanziger dadurch im strafrechtlichen Sinne in die Nähe des Tatbestands der Volksverhetzung gerückt fühlte&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten wohl begründet, journalistisch korrekt und darüber hinaus unter Wahrnehmung meines Rechtes auf freie Meinungsäußerung als „unglaublichen <a href="http://jensweinreich.de/?p=1589" target="_self">Demagogen</a>&#8221; bezeichnet &#8211; und zwar nicht grundsätzlich und ohne Anlass, wie hier suggeriert wird, sondern auf eine bestimmte Argumentation und einen öffentlichen Auftritt des DFB-Präsidenten bezogen.</p>
<p><span id="more-1746"></span>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten nicht diffamiert.</p>
<p>Wahr ist: Das Landgericht Berlin und das Kammergericht Berlin stützen meine journalistische Argumentation.</p>
<blockquote><p><strong>5)</strong> Der DFB behauptet: „Weinreich hatte &#8230; statt einer naheliegenden klarstellenden Entschuldigung weitere unhaltbare, in diversen Internet-Blogs veröffentlichte Vorwürfe gegen ihn erhoben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Es bestand kein Grund für eine „naheliegende klarstellende Entschuldigung&#8221;.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe zu keinem Zeitpunkt „in diversen Internet-Blogs weitere unhaltbare Vorwürfe&#8221; gegen Theo Zwanziger erhoben.</p>
<p><em>(Es muss sich hier um ein grundsätzliches Missverständnis handeln: Der DFB verwechselt die Veröffentlichung von juristischen Schriftsätzen und Gerichtsurteilen und die Diskussion darüber mit „unhaltbaren Vorwürfen&#8221;, Diffamierungen und „initiierten Kampagnen&#8221;.)</em></p>
<blockquote><p><strong><span style="color: #000000;">6)</span></strong> Der DFB behauptet: „Unmittelbar vor der Erhebung einer auf Unterlassung und Widerruf abzielenden Klage Dr. Zwanzigers gegen Weinreich hat der Berliner Journalist jedoch nunmehr über seinen Anwalt am 11. November 2008 dem DFB eine Erklärung zukommen lassen, die Dr. Zwanziger als ausreichende Entschuldigung und Eingeständnis eines Fehlverhaltens von Weinreich akzeptiert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Mir ist keine Erklärung meines Anwalts vom 11. November 2008 bekannt.</p>
<p>Wahr ist: Der Brief meines Anwalts an den Anwalt des DFB vom 12. November 2008 ist in diesem Blog selbstverständlich nachzulesen. Darin wird dargelegt, dass es keinen Grund für eine Entschuldigung gibt, weil ich mich von etwas distanzieren soll, was ich nie gesagt habe, dass wir also der Klagerhebung des DFB gelassen entgegen sehen und überdies den beabsichtigten Klageort Koblenz, wo der DFB-Präsident früher als Richter und Regierungspräsident tätig war, verwundert zur Kenntnis nehmen. Die Drohung des DFB und die Antwort meines Anwalts habe ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=1659" target="_self">am 12. November veröffentlicht</a>.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe mich weder entschuldigt noch ein Fehlverhalten eingestanden.</p>
<p>Wahr ist: Zwei Gerichte haben geurteilt, dass es nie ein Fehlverhalten gegeben hat.</p>
<p>Wahr ist, siehe oben: Der DFB verschweigt die Gerichtsbeschlüsse.</p>
<p><em>Soll ich auch Kleinigkeiten korrigieren? Nur mal so:</em></p>
<p>Wahr ist: Ich bin kein Berliner Journalist. Ich lebe seit 1999 in Brandenburg. Mein Arbeitsmittelpunkt ist das Fleckchen Wandlitz, wie man unschwer dem Impressum dieses Blogs entnehmen kann.</p>
<blockquote><p><strong>7)</strong> Der DFB behauptet: „In dem Brief an DFB-Medienanwalt Dr. Christian Schertz bezieht sich der Rechtsbeistand von Weinreich auf eine am 6. November nach dem Verfassen der Klageschrift in den Internet-Blog des Berliner Journalisten eingestellte Erklärung und stellt klar, dass sein Mandant von Anfang an nicht die Deutung des Begriffs „Demagoge&#8221; in dem von Dr. Zwanziger beanstandeten Wortsinn intendiert habe.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe keine „Erklärung eingestellt&#8221;. Ich habe über den Rechtsstreit in eigener Sache berichtet &#8211; volltransparent mit allen Dokumenten.</p>
<p>Wahr ist: Der Entwurf der Klageschrift hat nicht im geringsten meine Haltung geändert/beeinflusst/beeindruckt.</p>
<p>Wahr ist: Die Absurdität der Behauptungen des DFB und meinen kolossalen Widerspruch zu diesen Unterstellungen habe ich bereits am 22. Oktober gebloggt, noch einmal am 6. November, als ich den Entwurf der Klageschrift überhaupt nicht kannte, und schließlich am 12. November. </p>
<p>Wahr ist: Die zeitlichen Abläufe, die der DFB mitteilt, sind frei erfunden.</p>
<p>Wahr ist: Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich den DFB-Präsidenten wegen seiner Argumentation zu einem klar bestimmten Zeitpunkt (Ende Juli) und zu einem klar bestimmten Sachverhalt (Kartellamtsentscheid etc.) als „unglaublichen Demagogen&#8221; bezeichnet habe.</p>
<p>Wahr ist: Nicht nur zwei Gerichte bestätigen diese Analyse, auch diese Diffamierungskampagne des DFB, die ich als Demagogie von Demagogen bezeichne.</p>
<blockquote><p><strong>8)</strong> Der DFB behauptet: „Im Zuge der Weinreich eingeräumten Frist auf Widerruf seiner diffamierenden Beleidigung von Dr. Zwanziger erfüllte der Berliner Journalist damit die vom DFB-Präsidenten gestellten Bedingungen, damit die vorbereitete Klage nicht eingereicht wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Die Frist auf Widerruf haben ich und mein Anwalt verstreichen lassen.</p>
<p>Wahr ist: Einen Widerruf hat es nie gegeben, wird es auch nie geben, muss es laut doppeltem Gerichtsbeschluss auch nicht geben. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe Theo Zwanziger weder diffamiert noch beleidigt. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe keine „vom DFB-Präsidenten gestellten Bedingungen erfüllt&#8221; und würde sie in dieser Sache auch nie erfüllen.</p>
<p>Wahr ist: Dem DFB stand es frei, die Klage einzureichen. Der DFB hat es nicht getan. </p>
<blockquote><p><strong>9)</strong> Der DFB behauptet: „Hinzu kommt, dass am 12. November auch der Chefredakteur des Gießener Anzeigers gegenüber Dr. Zwanziger die Berichterstattung des Blattes über die Teilnahme des DFB-Präsidenten an einer Podiumsdiskussion bedauert hat, die seitens Weinreich erneut benutzt wurde, um den DFB-Präsidenten zu diskreditieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Im Gießener Anzeiger vom 8. November hat Rüdiger Dittrich über eine Podiumsdiskussion vor 200 Zuschauern in Gießen berichtet, auf der Theo Zwanziger dem Moderator Herbert Fischer-Solms „demagogische Fragen&#8221; unterstellt hat. Zwanziger benutzt also aktiv das D-Wort.</p>
<p>Wahr ist: Für diesen Vorgang gibt es zahlreiche Zeugen. Herbert Fischer-Solms beispielsweise würde den Vorgang an Eides statt bestätigen. Andere Personen ebenfalls.</p>
<p>Wahr ist: Der DFB informiert nicht über den eigentlichen Vorfall in Gießen und die Aussage seines Präsidenten.</p>
<p>Wahr ist: Der Gießener Anzeiger hat seinen Bericht nie widerrufen. In der Online-Ausgabe ist der Bericht mit dem entsprechenden Zitat zu diesem Zeitpunkt noch immer verfügbar.</p>
<p><em>(Ob die Behauptung, der Chefredakteur des Gießener Anzeigers hätte den Bericht über die Podiumsdiskussion bedauert, der Wahrheit entspricht, müssen andere überprüfen. Ich habe nur erfahren, dass einige Personen vom DFB überredet werden sollten, sich anders an den Vorfall zu erinnern. Ich denke, das darf ich so sagen.)</em></p>
<p>Nachtrag am 17. November, 18.29 Uhr: Stefan Niggemeier hat Wolfgang Maaß, Chefredakteur des GA, gefragt und schlussfolgert:  <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-luegen-des-dfb-2/" target="_blank">&#8220;Nicht einmal die Position des Chefredakteurs des Gießener Anzeigers scheint der DFB in seiner Pressemitteilung wahrheitsgemäß wiedergegeben zu haben.&#8221;</a></p>
<blockquote><p><strong>10)</strong> Der DFB behauptet: „&#8230; die seitens Weinreich erneut benutzt wurde, um den DFB-Präsidenten zu diskreditieren&#8221;.</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe über den Vorfall in Gießen auf meinem Blog informiert und dabei den Gießener Anzeiger zitiert.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten damit nicht diskreditiert.</p>
<blockquote><p><strong>11)</strong> Der DFB behauptet: „Ungeachtet dessen nimmt der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch zu der Rufschädigung durch Weinreich unmissverständlich Stellung&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Wie durch Gerichtsbeschlüsse in zwei Instanzen belegt ist, kann von einer „Rufschädigung durch Weinreich&#8221; nicht die Rede sein.</p>
<p>Wahr ist: Der DFB verdreht die Tatsachen, leugnet die Existenz zweier Gerichtsbeschlüsse und diffamiert mich weiter. </p>
<blockquote><p><strong>12)</strong> Der DFB zitiert seinen für Rechtsfragen zuständigen Vizepräsidenten Koch: „Herr Weinreich hat nun erstmals in angemessener Form gegenüber Theo Zwanziger versichert, diese Deutung sei nicht von ihm beabsichtigt gewesen. Absolut unerklärlich ist für mich, warum er für diese eigentlich selbstverständliche Erklärung fast vier Monate Zeit benötigt hat und dazu offenkundig nur unter dem Druck der bevorstehenden Klage bereit war.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>(Ich kenne Herrn Koch nicht, der Mann, offenbar ein Jurist, hat nie Kontakt zu mir aufgenommen, ich weiß nicht, ob er weiß, worum es in dieser Auseinandersetzung geht und ob er sich je die Mühe gemacht hat, den Sachverhalt zu prüfen. Ich weiß nicht einmal, ob er von den DFB-Mitarbeitern und dem Präsidenten darüber informiert worden ist, dass es zwei Gerichtsbeschlüsse gegen den DFB gegeben hat.)</em> </p>
<p>Wahr ist: Ich habe nichts gegenüber Herrn Zwanziger in angemessener Form versichert. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe für eine Erklärung, die ich nie abgegeben habe, folglich auch keine vier Monate Zeit benötigt.</p>
<p>Wahr ist: Der Druck einer bevorstehenden Klage hat mich mehr amüsiert als alles andere. </p>
<p>Wahr ist, um es abzukürzen, alles, was ich in Bezug auf meine angebliche Entschuldigung schon unter den oben stehenden Punkten aufgeführt habe.</p>
<blockquote><p><strong>13)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „Es ging dem DFB in diesem Verfahren niemals darum, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen oder empfindlich auf Kritik zu reagieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich sehe das anders.</p>
<p>Wahr ist: Gerichte werden auch entscheiden müssen, ob es dem DFB um die Einschränkung der Meinungsfreiheit ging. Ich bin in Bezug auf die Urteile sehr optimistisch. </p>
<blockquote><p><strong>14)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „Die Grenzen der Meinungsfreiheit wurden hier eindeutig überschritten, um die Integrität des DFB-Präsidenten unverantwortlich in Frage zu stellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Wie Gerichte, deren Beschlüsse der DFB verschweigt, bereits formuliert haben: Die Grenzen der Meinungsfreiheit wurden eingehalten.</p>
<p>Wahr ist: Wolfgang Niersbach lügt, weil er eine Behauptung aufstellt, obgleich zwei Gerichte in dieser Frage zu einer anderen Auffassung gelangt sind, was er verschweigt. </p>
<p>Wahr ist: Ich habe die Integrität des DFB-Präsidenten weder verantwortlich noch unverantwortlich in Frage gestellt und verweise erneut auf meine Aussagen, die man nachlesen kann, und zwei Gerichtsbeschlüsse.</p>
<blockquote><p><strong>15)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „In diesem Fall hat ein Journalist unseriös und einseitig kommentiert.</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe weder unseriös noch einseitig kommentiert.</p>
<blockquote><p><strong>16)</strong> Der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach behauptet: „Er hat von Anfang an auf eine faire Berichterstattung verzichtet und diesen Trend auch durch weitere Beiträge in den vergangenen Wochen fortgesetzt.&#8221; </p></blockquote>
<p>Wahr ist: Ich habe eine Meinung geäußert und begründet  zu einer sportpolitischen Problematik und der entsprechenden Argumentation des DFB-Präsidenten im Juli 2008. Ich habe mich danach zu dieser Problematik in keinem Beitrag mehr inhaltlich geäußert.</p>
<p>Wahr ist: Ich habe ab dem 22. Oktober, wie oben dargelegt, auf meinem Blog über den Rechtsstreit mit dem DFB transparent berichtet, habe die nötigen Dokumente, die beanstandeten Äußerungen, andere Quellen vorgelegt und darüber nicht-anonym diskutiert. </p>
<p>Wahr ist: Es gibt keinen Trend. Es gibt nur eine Diffamierungskampagne des DFB.</p>
<blockquote><p><strong>17)</strong> Der DFB meldet: „Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball äußert zu den Verunglimpfungen gegenüber Dr. Theo Zwanziger&#8221;:</p></blockquote>
<p>Wahr ist: Es hat meinerseits, gerichtlich festgestellt, keine Verunglimpfungen gegeben.</p>
<p>Wahr ist: Der DFB verschweigt erneut Gerichtsbeschlüsse und betreibt somit eine irreführende Berichterstattung. </p>
<blockquote><p><strong>18)</strong> Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball behauptet laut DFB-Mitteilung: „Es ist für mich unvorstellbar, wie ein Journalist eine so integre Person wie Dr. Theo Zwanziger als Demagogen diffamieren kann.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>(Ich kenne Herrn Rauball nur aus den Medien und gelegentlichen lockeren Fragerunden am Rande sportpolitischer Termine. Herr Rauball, offenbar ein Jurist, hat nie Kontakt zu mir aufgenommen, ich weiß nicht, ob er weiß, worum es in dieser Auseinandersetzung geht und ob er sich je die Mühe gemacht hat, den Sachverhalt zu prüfen. Ich weiß nicht einmal, ob er von den DFB-Mitarbeitern und dem Präsidenten darüber informiert worden ist, dass es zwei Gerichtsbeschlüsse gegen den DFB gegeben hat.)</em></p>
<p>Wahr ist: Ich habe den DFB-Präsidenten als Demagogen bezeichnet, dies auch begründet, ihn aber nie diffamiert.</p>
<p>Wahr ist: Zwei Gerichte sehen das ebenso.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;DFB missbilligt Diffamierung von Dr. Theo Zwanziger&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 18:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[harald stenger]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>

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<blockquote><p><strong>&#8220;Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.&#8221;<br />
</strong><em>Theo Zwanziger</em></p></blockquote>
<p>Bevor ich zum Gaunerstück der Kommunikationsherrscher der deutschen Sportpolitik komme, flink dies: Die Nachricht hinter der Nachricht, die mich gerade aus dem Deutschen Bundestag erreichte und die ich hier komplett veröffentliche, ist die: <strong>Theo Zwanziger gibt sich rechtlich geschlagen, doch der DFB weitete seine Verleumdungskampagne gegen mich aus.</strong> Zwanziger erhebt <a href="http://jensweinreich.de/?p=1437" target="_self">keine Klage in Koblenz</a>, doch mit keinem Wort wird erwähnt, dass er mit seinen Unterlassungsbegehren vor dem Berliner Landgericht und dem Kammergericht gegen mich unterlag. <a href="http://jensweinreich.de/?p=1437" target="_self">Beide Gerichte haben festgestellt</a>, dass an dem, was Zwanziger mir in dieser Presseerklärung unterstellt, nichts dran ist &#8211; aber auch gar nichts.</p>
<p>Unter Missachtung der gerichtlichen Beschlüsse und eklatanter Verdrehung der Tatsachen schickte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach vor wenigen Minuten dennoch dieses Anschreiben mit nachfolgender Pressemitteilung an die Spitzen der deutschen Sportpolitik, Bundestags-Politiker, Sportfunktionäre wie den DOSB-Präsidenten Thomas Bach, Journalisten und viele mehr:</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Times New Roman;">&#8212;&#8212;&#8211; Original-Nachricht &#8212;&#8212;&#8211; </span></span></span></p>
<table class="MsoNormalTable" style="mso-cellspacing: 0cm; mso-yfti-tbllook: 1184; mso-padding-alt: 0cm 0cm 0cm 0cm;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr style="mso-yfti-irow: 0; mso-yfti-firstrow: yes;">
<td style="background-color: transparent; border: #f0f0f0; padding: 0cm;" valign="top">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: right;" align="right"><strong><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Times New Roman;">Betreff: </span></span></span></strong></p>
</td>
<td style="background-color: transparent; border: #f0f0f0; padding: 0cm;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Times New Roman;">Aktuelle Pressemitteilung des DFB</span></span></span></p>
</td>
</tr>
<tr style="mso-yfti-irow: 1;">
<td style="background-color: transparent; border: #f0f0f0; padding: 0cm;" valign="top">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: right;" align="right"><strong><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Times New Roman;">Datum: </span></span></span></strong></p>
</td>
<td style="background-color: transparent; border: #f0f0f0; padding: 0cm;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Times New Roman;">Fri, 14 Nov 2008 18:14:46 +0100</span></span></span></p>
</td>
</tr>
<tr style="mso-yfti-irow: 2; mso-yfti-lastrow: yes;">
<td style="background-color: transparent; border: #f0f0f0; padding: 0cm;" valign="top">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: right;" align="right"><strong><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Times New Roman;">Von: </span></span></span></strong></p>
</td>
<td style="background-color: transparent; border: #f0f0f0; padding: 0cm;">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="mso-fareast-font-family: 'Times New Roman';"><span style="font-size: small; font-family: Times New Roman;">Niersbach, Wolfgang</span></span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>liebe Freunde,</p>
<p>beigefügt überlassen wir Ihnen eine Pressemitteilung, die ein Thema behandelt, das in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt geblieben ist, trotzdem aus Sicht des DFB-Präsidiums und auch der Geschäftsführung große Bedeutung besitzt. </p>
<p>Festgehalten ist, dass wir es auch nicht in &#8211; mehr oder weniger anonymen &#8211; Internetblogs hinnehmen können, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens grundlos diffamiert werden. Betroffen im konkreten Fall war unser DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, morgen aber kann dies schon wieder jemand anderes sein.</p>
<p>Nach unserer festen Überzeugung müssen wir diese Grundposition offensiv darstellen. Daher diese Pressemitteilung, die wir Ihnen als PDF-Datei beigefügt haben und die Sie natürlich argumentativ auch verwerten können. Darauf hoffen wir sogar.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Wolfgang Niersbach<br />
Generalsekretär</p></blockquote>
<p>Tja, liebe Leute, ich ahnte, dass es so kommen würde. Obgleich ich noch eine Weile brauchen werde, um zu begreifen, was das hier sein soll, was es bedeutet und welche Auswirkungen es auf mich, meinen Ruf und meine Arbeit als freier Journalist hat. Soeben finde ich auf der DFB-Homepage eine Meldung, die mir, nun ja, reichlich demagogisch, also irreführend, die Öffentlichkeit mit falschen Behauptungen in eine bestimmte Richtung lenkend, erscheint. (Nachtrag um 20.42 Uhr: Ich habe 17 mich betreffende, sehr wahrscheinlich unwahre Behauptungen/Lügen gezählt in Niersbachs Anschreiben und der Pressemitteilung, die gleich folgt. Vor allem: Es werden einige Behauptungen aufgestellt, mit denen Zwanziger/der DFB in Berlin vor Gericht abgeblitzt ist.)</p>
<p>Ich denke, darüber muss ich mit meinem Anwalt beraten. Ich bitte darum, diesen Text mit Vorsicht zu genießen. Das ist pure Propaganda. Mal auszählen, ob da auch etwas Wahres drinsteht. Und bestimmt läuft es gleich über die Nachrichtenagenturen, um die Diffamierung perfekt zu machen. Und eins noch vorab: Niemand vom DFB hat je mit mir darüber geredet. Der Anwalt des DFB hat meinem Anwalt etwas anderes erzählt/versprochen, als es hier jetzt vorliegt. Der DFB <span style="text-decoration: line-through;">lügt</span> <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&amp;tx_dfbnews_pi1[showUid]=16381" target="_blank">posaunt in die Welt hinaus</a>:<span id="more-1722"></span></p>
<blockquote><p><strong>DFB missbilligt Diffamierung von Dr. Theo Zwanziger</strong></p>
<p>Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) missbilligt auf das Schärfste die von dem Berliner Journalisten Jens Weinreich <strong>seit nunmehr fast vier Monaten initiierte Kampagne</strong> gegen Dr. Theo Zwanziger. Weinreich hatte den DFB-Präsidenten <strong>ohne Anlass</strong> als „unglaublichen Demagogen&#8221; <strong>diffamiert</strong> und als Reaktion darauf, dass sich Dr. Zwanziger dadurch im strafrechtlichen Sinne in die Nähe des Tatbestands der Volksverhetzung gerückt fühlte, statt einer naheliegenden klarstellenden Entschuldigung <strong>weitere unhaltbare</strong>, in diversen Internet-Blogs veröffentlichte <strong>Vorwürfe gegen ihn erhoben</strong>. Unmittelbar vor der Erhebung einer auf Unterlassung und Widerruf abzielenden Klage Dr. Zwanzigers gegen Weinreich hat der Berliner Journalist jedoch nunmehr über seinen Anwalt am 11. November 2008 dem DFB eine Erklärung zukommen lassen, die Dr. Zwanziger <strong>als ausreichende Entschuldigung und Eingeständnis eines Fehlverhaltens von Weinreich akzeptiert</strong>.</p>
<p>In dem Brief an DFB-Medienanwalt Dr. Christian Schertz bezieht sich der Rechtsbeistand von Weinreich auf eine am 6. November nach dem Verfassen der Klageschrift in den Internet-Blog des Berliner Journalisten eingestellte Erklärung und stellt klar, dass sein Mandant von Anfang an nicht die Deutung des Begriffs „Demagoge&#8221; in dem von Dr. Zwanziger beanstandeten Wortsinn intendiert habe. Im Zuge der Weinreich eingeräumten Frist auf Widerruf seiner diffamierenden Beleidigung von Dr. Zwanziger <strong>erfüllte der Berliner Journalist damit die vom DFB-Präsidenten gestellten Bedingungen</strong>, damit die vorbereitete Klage nicht eingereicht wird. Hinzu kommt, dass am 12. November auch der Chefredakteur des Gießener Anzeigers gegenüber Dr. Zwanziger die Berichterstattung des Blattes über die Teilnahme des DFB-Präsidenten an einer Podiumsdiskussion bedauert hat, die seitens Weinreich erneut benutzt wurde, um den DFB-Präsidenten zu diskreditieren. Mit diesen beiden Erklärungen ist die juristische Auseinandersetzung zwischen Dr. Zwanziger und Weinreich damit für den DFB und Dr. Zwanziger beendet. Die vorbereitete Klage wird nicht mehr eingereicht.</p>
<p>Ungeachtet dessen nimmt der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch zu der <strong>Rufschädigung durch Weinreich</strong> unmissverständlich Stellung: „Wer die Vita und das konsequente Engagement von Theo Zwanziger im Kampf gegen Neo-Nazis kennt, versteht selbstverständlich seine Reaktion. Denn als Demagoge wird ein Volksverhetzer bezeichnet, der sich einer strafbaren Handlung schuldig macht. Eine Volksverhetzung begeht, wer zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder die Menschenwürde dadurch angreift, dass er andere beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet. Herr Weinreich hat nun erstmals in angemessener Form gegenüber Theo Zwanziger versichert, diese Deutung sei nicht von ihm beabsichtigt gewesen. Absolut unerklärlich ist für mich, warum er für diese eigentlich selbstverständliche Erklärung fast vier Monate Zeit benötigt hat und dazu offenkundig nur unter dem Druck der bevorstehenden Klage bereit war.&#8221;</p>
<p>Darüber hinaus betont Generalsekretär Wolfgang Niersbach: „<strong>Es ging dem DFB in diesem Verfahren niemals darum, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen oder empfindlich auf Kritik zu reagieren.</strong> Vielmehr sehen wir die Ehre von Dr. Zwanziger durch diffamierende Äußerungen gravierend verletzt. Die Grenzen der Meinungsfreiheit wurden hier eindeutig überschritten, um die Integrität des DFB-Präsidenten unverantwortlich in Frage zu stellen. In diesem Fall hat ein Journalist unseriös und einseitig kommentiert. Er hat von Anfang an auf eine faire Berichterstattung verzichtet und diesen Trend auch durch weitere Beiträge in den vergangenen Wochen fortgesetzt.&#8221;</p>
<p>Niersbach weist auch darauf hin, dass Dr. Zwanziger am 25. November 2008 in Berlin für sein Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rechtsextremismus mit dem Preis „Gegen Vergessen &#8211; Für Demokratie&#8221; ausgezeichnet wird. Der Vorsitzende der bundesweiten Vereinigung „Gegen Vergessen &#8211; Für Demokratie&#8221;, die 1993 von dem SPD-Politiker Hans-Joachim Vogel gegründet wurde und mittlerweile über 200 Mitglieder hat, ist Joachim Gauck.</p>
<p>Ligaverbands-Präsident Dr. Reinhard Rauball äußert zu den Verunglimpfungen gegenüber Dr. Theo Zwanziger: „<strong>Es ist für mich unvorstellbar, wie ein Journalist eine so integre Person wie Dr. Theo Zwanziger als Demagogen diffamieren kann.</strong> Wer sich der Bedeutung dieses Wortes bewusst ist und das Engagement des DFB-Präsidenten kennt, kann jederzeit nachvollziehen, dass er von den Diffamierungen tief getroffen ist. Das DFB-Präsidium hat ihn heute einstimmig darin unterstützt, dass ein solch gezielter Angriff auf die Integrität seiner Person journalistisch nicht haltbar ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Autor dieser Zeilen möchte ich natürlich nicht unterschlagen: &#8220;hs&#8221; dürfte wohl für Harald Stenger stehen. Der DFB-Mediendirektor hat sich, wie mir etliche Kollegen berichten, in den vergangenen Tagen rührend um die Kampagne gekümmert und viele Telefonate geführt.</p>
<p>Und damit in diesem einen Blogeintrag wenigstens ein Fünktchen Wahrheit vorhanden ist, hier das Fax, das mein Anwalt Ulrich Amelung heute &#8211; nach mehrfachen Bitten des Anwalts der Gegenseite &#8211; geschickt hat.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1727" title="schreiben-an-ra-schertz" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/schreiben-an-ra-schertz.jpg" alt="" width="500" height="760" /></p>

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		<title>Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 14:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Auch auf die Gefahr hin, <a href="http://jensweinreich.de/?p=1652" target="_self">mich zu wiederholen</a>. Aber der BDR-Freispruch im Bundestags-Sportausschuss ist mir noch einige Bemerkungen wert. Ich mache es diesmal ganz kurz (ein Nachtrag folgt am Wochenende) und entscheide mich für die Form eines <strong>Bilderkommentars</strong>. Liebe Abgeordnete, ich wiederhole: Dies ist ein Kommentar.</p>
<p><strong>1)</strong> Ladies first: Das da unten ist <strong>Dagmar Freitag</strong> von der <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E764F6C90EF14474EB8C3C041BBA2E446~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Surrealistischen Partei Deutschlands</a> (SPD). Sie ist u. a. Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV).</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1696" title="freitag" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/freitag.jpg" alt="" width="500" height="386" /></p>
<p><strong>2)</strong> Das da unten ist <strong>Peter Danckert</strong> (ebenfalls SPD). Er leitet den Sportausschuss und fungiert u. a. als Präsident des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg e.V., außerdem gibt er sehr gern Interviews, in denen er eine knallharte Dopingbekämpfung und geeignete parlamentarische Maßnahmen einfordert. Es sind so viele zusammen gekommen, dass ich lieber auf eine Verlinkung verzichte, ihm zuliebe, sonst würde es peinlich. Nur noch eins: Kann es sein, dass der deutsche Reitsport derzeit auch etwas unter Druck gerät?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1697" title="danckert1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/danckert1.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p><strong>3)</strong> Das da unten ist <strong>Detlef Parr</strong> von der freidemokratischen Partei, der auch das UDIOCM angehört, das über seinen <a href="http://www.detlef-parr.de/wcsite.php?wc_c=9823" target="_blank">Freund Parr</a> gern mal <a href="http://www.rp-online.de/public/article/ratingen/627735/FDP-Bergischer-Loewe-fuer-Detlef-Parr.html" target="_blank">sagt</a>: &#8220;Mit dem Mut eines Löwen hat sich Detlef Parr für die Belange des Sports eingesetzt.&#8221; Parr ist u. a. Vizepräsident der Special Olympics Deutschland. </p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1698" title="parr" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/parr.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p><strong>4)</strong> Das da unten ist <strong>Klaus Riegert</strong>, der CDU-Sportobmann im Ausschuss. Er ist u. a. Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes. Er verwechselt mitunter &#8211; unbeabsichtigt - Ursache und Wirkung und verwischt, wenn er schon mal was sagt, mitunter &#8211; unbeabsichtigt &#8211; die Unterschiede zwischen Dichtung und Wahrheit: <a href="http://www.cducsu.de/Titel__Pressemitteilung_Buendnis_90_Die_Gruenen_wollen_den_Radsport_in_Deutschland_zerstoeren/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__11285/Inhalte.aspx" target="_blank">So wie in diesem Fall</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1699" title="riegert" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/riegert.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p><strong>5)</strong> Das da unten ist <strong>Eberhard Gienger</strong> (CDU), Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Wir zwei haben erst am Dienstagabend besprochen, dass wir uns mal unterhalten sollten. Ach, ich weiß irgendwie nicht, ich finde Taten ja wichtiger als wiederholte leere Worte. Jedenfalls, der DOSB, insofern ist das wenigstens kein verdeckter, sondern ganz offener Lobbyismus, taucht auf der 720 Seiten umfassenden Lobbyliste des Bundestages auf: Als Nummer 966, als Dachverband von 95 Sportverbänden und deren Untergruppen, also auch der in diesem Bilderkommentar sonst noch aufgeführten.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1702" title="gienger" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/gienger.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p><strong>6)</strong> Das da unten ist <strong>Peter Rauen</strong> (CDU), einst Chef des Sportausschusses.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1700" title="rauen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/rauen.jpg" alt="" width="500" height="386" /></p>
<p><strong>Peter Rauen</strong> hat <a href="http://jensweinreich.de/?p=1383" target="_self">vor vier Wochen</a> im Sportausschuss übrigens energisch vorgebracht:</p>
<blockquote><p>Ich habe die große Faszination erlebt, die vom Radsport für die Eifel ausging, die Begeisterung der Menschen und auch, was der Radsport durch seinen Bekanntheitsgrad geworden ist. Ich war auch immer der Auffassung, dass es einer ehrlich meint im Dopingsumpf. Herr Holczer hat dagegen angekämpft und ist immer dieser Auffassung gewesen. Wenn ich in diesen Tagen erlebe, wie verzweifelt dieser Mann ist, dass aus seinem Team Stefan Schumacher und Bernhard Kohl definitiv des Dopings überführt wurden, dann ist das offenbar in diesem Sport ein Sumpf, dem man als Parlamentarier versuchen muss, etwas entgegen zu setzen, was wirklich Aufschreie gibt. Herr Holczer hat, ich gehe jetzt aus dem Radsport raus, erkennbar alles getan, er hat auch daran geglaubt, dass in seinem Team nichts passiert. Wenn man auch sieht, dass von der Leitung der Gerolsteiner-Gruppe, die wirklich immer alles getan haben gegen Doping und die riesige Angst hatten davor, dass die ganze Werbung dahin ist, wenn sie in den Sumpf hineingezogen würden, dennoch von Sportlern, obwohl der Sponsor und der sportliche Leiter Wert darauf gelegt haben, mit Füßen getreten wird, dann ist das nicht zu akzeptieren. Offenbar hat sich das Doping in diesem Sport so eingenistet über Jahrzehnte, so dass ohne Doping gar nicht mehr die Möglichkeit besteht, Erfolge zu feiern. Ich wäre persönlich auch dafür, dass wir als Sportausschuss ein ganz klares und deutliches Zeichen, ohne wenn und aber, setzen. (&#8230;)</p>
<p>Eine Haushaltssperre ist nicht die Streichung von Mitteln sondern vielmehr eine Sperre, die man auch wieder aufheben kann. Wir wollen aber hierzu ganz gerne erst einmal Klarheit haben, was da im BDR läuft und hören sie uns hierzu noch einmal hier an. Sie sollen aber im vornherein schon einmal wissen, dass der Sportausschuss und die Verantwortlichen hierzu irgendwann einmal die Schnauze voll haben und dann sagen, wenn alles nicht reicht, werden die Mittel eben gesperrt. Hier muss man erkennen, dass hier ernst gemacht wird.</p></blockquote>
<p><span id="more-1694"></span>Ich verzichte auf weitere Beispiele. Sie haben also ernst gemacht im Sportausschuss. <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0621/sport/0052/index.html" target="_blank">Wieder einmal</a>.</p>
<p>Ich finde Entscheidungen wie die des <a href="http://www.pr-inside.com/de/spd-abgeordneter-staffelt-wechselt-zu-r916565.htm" target="_blank">MdB Ditmar Staffelt</a>, um mal nur das aktuellste Beispiel zu nehmen, irgendwie, wie soll ich sagen: ehrlicher? Glaubwürdiger? Konsequenter? Vermittelbarer? Demokratischer?</p>
<p>Mein Gott, ich bin ein Träumer. Was für Begriffe.</p>
<p>Flink noch ein Lesebefehl &#8211; Andreas Rüttenauer in der taz über den Mittwochnachmittag: <a href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/fuersorgliche-befragung/" target="_blank">&#8220;Der Radsport hat eine verlässliche Lobby: Fürsorgliche Befragung&#8221;</a> - und eine Antwort auf die möglicherweise naheliegende Frage, warum manche Abgeordnete (1, 2, 6) Kopf stehen, aber andere (3, 4, 5) nur zur Seite gekippt sind. Ich fand halt die Kapriolen der Kopfsteher noch etwas wilder, von den anderen bin ich nichts anderes gewöhnt. Im übrigen bin ich der erste, der die MdB&#8217;s wieder aufrichtet, sollten sie dereinst Bahnbrechendes in der Dopingbekämpfung zustande bringen. In einem Radiointerview habe ich zum Beispiel gehört, dass Peter Danckert (2) ankündigte, es könne durchaus passieren, dass sich, wenn er seine Fragen an den BDR schriftlich nachgereicht habe, noch neue Anhaltspunkte ergeben könnten, die möglicherweise dazu führen könnten, dass sich der Sportausschuss noch einmal mit der Thematik der Fördermittel befassen könntemüsstehabensollte. So etwa.</p>
<p>Nachtrag, das ist mir peinlich: Habe ich etwa nicht erwähnt, welche Bundesfördermittel der Leichtathletikverband, der DOSB, die Reiterliche Vereinigung, der Deutsche Turnerbund, die Special Olympics und einige andere erhalten? Ich hole es nach.</p>

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		<title>Beate Merk vs. Thomas Bach 0:6</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 22:05:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über merkwürdige Formen der Berichterstattung, die Verbreitung von Propaganda-Botschaften und ähnliches mehr, ist hier im Blog und nebenan schon vielfach diskutiert worden. Zuletzt habe ich mich kurz vor den Olympischen Spielen in Peking über einen Sportjournalisten des Sportinformationsdienstes gewundert. Ich wundere mich immer mal, ich hoffe, der eine oder andere Leser wird mir das verzeihen. Und deshalb noch ein Beispiel aus der [...]]]></description>
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<p>Über merkwürdige Formen der <a href="http://jensweinreich.de/?p=125" target="_self">Berichterstattung</a>, die Verbreitung von <a href="http://jensweinreich.de/?p=1408" target="_self">Propaganda-Botschaften</a> und ähnliches <a href="http://jensweinreich.de/?p=443" target="_self">mehr</a>, ist hier im Blog und <a href="http://sportnetzwerk.eu" target="_blank">nebenan</a> schon vielfach diskutiert worden. Zuletzt habe ich mich kurz vor den Olympischen Spielen in Peking über <a href="http://jensweinreich.de/?p=346" target="_self">einen</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=362" target="_self">Sportjournalisten</a> des <a href="http://jensweinreich.de/?p=397" target="_self">Sportinformationsdienstes</a> gewundert. Ich wundere mich immer mal, ich hoffe, der eine oder andere Leser wird mir das verzeihen. Und deshalb noch ein Beispiel aus der täglichen Praxis:</p>
<p>Am Dienstag, 21. Oktober, meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zwischen 13.56 Uhr und 16.14 Uhr in vier verschiedenen Varianten sehr offensiv diesen Sachverhalt:</p>
<blockquote><p>DOSB-Präsident Thomas Bach hat die Bildung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Doping-Straftaten gefordert und sich besorgt über die Finanzlage der Dachorganisation gezeigt. &#8220;Wir haben bisher nicht gesehen, dass die Strafverfolgungsbehörden Verfahren gegen die Hintermänner angeordnet haben&#8221;, kritisierte er nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) am Dienstag in Hennef. &#8220;Da sehe ich großen Nachholbedarf.&#8221; (&#8230;) Deshalb fordert er die Etablierung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Doping-Straftaten.</p>
<p><small>verbreitet in Dutzenden Online-Angeboten, sogar <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/218497" target="_blank">hier</a></small></p></blockquote>
<p>Der Sportinformationsdienst (sid) war deutlich zurückhaltender, sowohl in der Anzahl der Meldungen (zwei) als auch in der Wortwahl:</p>
<blockquote><p>Der DOSB-Präsident sieht eine wachsende Problematik durch fehlende Strafverfolgung der Hintermänner. Es gebe zwar Sperren gegen Athleten, aber keine Sanktionen gegen jene, die den Sportlern den Weg zum Doping ebneten. &#8220;Auch Cera ist nicht vom Himmel gefallen&#8221;, meinte Bach in Anspielung auf das Blutdopingmittel, das im Mittelpunkt der aktuellen Radsport-Skandale steht. Bach appellierte an Sportverbände und Strafverfolgungsbehörden, bei Anzeichen von illegalen Handlungen Anzeigen zu erstatten. So, wie es die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erfolgreich im Falle eines griechischen Trainers getan habe. National sei ihm aus der letzten Zeit kein ähnlich gelagerter Fall bewusst.</p></blockquote>
<p>Diese lange Vorrede war nötig. Ich hatte eigentlich große Lust, die Aussagen des UDIOCM schon am Dienstag im Blog klarzustellen, zu zerpflücken oder wie immer man das bezeichnen will. Denn mitunter haben Dinge und Äußerungen ja eine Vorgeschichte, es soll sogar so sein, dass manche Meldungen ein wenig in die Irre führen, wenn sie nicht durch Hintergrundinformationen ergänzt werden. Derlei Informationen hätte ich mir am Dienstag gewünscht, zumal die Problematik Bach/Strafverfolgung von Dopingsündern und Hintermännern/Dopinggesetz/etc. pp. ja tatsächlich eine ellenlange Vorgeschichte hat, die sich jeder unschwer ergoogeln kann. Kurzum, ich habe mich dagegen entschieden, das Thema vorschnell zu bearbeiten. Es soll ja schließlich nicht heißen, ich sei gewissen Personen gegenüber voreingenommen.</p>
<p>Ich fand es einen Tag später dann sehr interessant (und auch ein bisschen amüsant), dass sich die bayerische Justizministerin Beate Merk zu einer Presseerklärung genötigt sah, nachdem sie von der Verbalattacke des Sportfürsten erfahren hatte. Am Mittwochmittag, 12.38 Uhr am 22. Oktober, verschickte also das Bayerische Staatsministerium der Justiz diese <a href="http://www.justiz.bayern.de/ministerium/presse/archiv/2008/detail/160.php" target="_blank">Pressemitteilung</a>:</p>
<blockquote><p><em>Justizministerin Merk zur Forderung des DOSB-Präsidenten an die Staatsanwälte, die Hintermänner des Doping-Geschäfts zu verfolgen: &#8220;Ich wehre mich dagegen, dass die Staatsanwälte als Bremsklötze dargestellt werden!&#8221;</em></p>
<p>Bayerns Justizministerin Beate Merk hat heute erstaunt auf die Kritik des Vorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes Thomas Bach reagiert, dass die Staatsanwaltschaften die Hintermänner des Doping im Sport nicht verfolgten. &#8220;Dieser Vorwurf, den Herr Bach schon mehrfach erhoben hat, entbehrt jeder Grundlage&#8221;, so Merk. &#8220;Wenn sie nur könnten, würden die Staatsanwaltschaften hier selbstverständlich eingreifen. Aber zum wiederholten Male stelle ich fest: Dazu fehlen ihnen nach wie vor die gesetzlichen Grundlagen. Wie wollen Sie an die Hintermänner herankommen, wenn der dopende Sportler jede Aussage verweigert, Sie bei ihm aber nicht durchsuchen können, weil der Sportler selbst sich nach geltendem Recht nicht strafbar macht? Dann ist es kaum möglich, an Materialien, Bestellungen, Adressen o.ä. und damit an die Drahtzieher zu gelangen.&#8221;</p>
<p>Merk weiter: &#8220;Bayern hat schon lange konkrete Vorschläge dazu gemacht, wie man diese Rechtslage ändern kann. Wenn Herr Bach uns künftig bei dieser Forderung unterstützen würde, wäre viel gewonnen!&#8221;</p></blockquote>
<p>Hatte ich schon erwähnt, in wie vielen Agenturmeldungen Bach am Dienstag zu Wort kam?</p>
<p><strong>In sechs.</strong></p>
<p>Habe ich schon erwähnt, in wie vielen Agenturmeldungen die Version/Replik von Frau Merk am Mittwoch verbreitet wurde?</p>
<p><strong>In keiner.</strong></p>
<p>Jedenfalls habe ich keine gefunden. Keine Ahnung, woran das liegt. Andererseits, Achtung, Ironie: Es leuchtet mir natürlich ein, dass nicht jede Äußerung von Politikern ungeprüft verbreitet werden kann. Wo kämen wir denn da hin? Gibt eh schon genug davon. Vielleicht aber liegt es nur daran, dass das bayerische Justizministerium zu blöd ist, seine Meldungen den Agenturen zuzustellen? Glaube ich eigentlich nicht.</p>
<p><strong>6:0 für das UDIOCM also.</strong></p>
<p><span id="more-1460"></span>Zum Hintergrund rasch noch dies, eigentlich wäre das ein Thema für ein ganzes Buch: Beate Merk hatte das so genannte deutsche Anti-Doping-Gesetz immer kritisiert und zuletzt im Dezember 2007 gesagt: &#8220;Das ist nicht viel mehr als ein Placebo.&#8221; Ihre Hauptkritik war, dass der Straftatbestand Sportbetrug, gegen den der DOSB vehement gestritten hatte, nicht ins Gesetz aufgenommen wurde. Clemens Prokop, Amtsrichter und Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), zählte einst zum Lager Merks, als die Bayern eine schärfere Gesetzesvariante vorlegten. Ich sage gleich mal dazu, dass ich Prokops sportpolitische und sportjuristische Taten gewiss nicht immer für richtig befunden habe. Beim Thema Dopinggesetz aber leuchtete mir vieles ein. Und deshalb zitiere ich Prokop, der Anfang Juli in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/364/183790/" target="_blank">SZ-Interview</a> mit Thomas Hahn u. a. gesagt hat:</p>
<blockquote><p>Prokop: Nach dem deutschen Arzneimittelgesetz ist nur die Weitergabe von Dopingmitteln strafbar oder der Besitz „von nicht geringen Mengen&#8221;. Die Grenze dieser nicht geringen Mengen, die Grenze zur Strafbarkeit also, ist aber so hoch angesetzt worden, dass sie wohl kaum jemals in der Praxis zutreffen wird, weil es unwahrscheinlich ist, dass jemand so große Mengen mit sich herumträgt. Die Verschärfung ist seit Oktober 2007 in Kraft. Schon damals gab es aus der Justiz &#8211; zum Beispiel von Bayerns Justizministerin Beate Merk &#8211; Warnungen, dass dieses Gesetz keine Verbesserung bringt gegenüber der alten Lösung, die unbestritten so etwas wie eine Nullnummer war. Nach meinem Kenntnisstand sind in den ersten acht Monaten keine Ermittlungsverfahren auf die neue Regelung gestützt worden. Die Befürchtungen der bayerischen Justizministerin scheinen sich zu bewahrheiten. (&#8230;)</p>
<p><em>SZ: Erwarten Sie jetzt eine neue Diskussion um ein verschärftes Antidopinggesetz in Deutschland?</em></p>
<p>Prokop: Ich bin da nicht allzu optimistisch. Wir haben ja bei der vergangenen Diskussion festgestellt, dass der deutsche Sport mit großer Mehrheit kein dezidiertes Interesse daran hat, dass der Staat stärker gegen den dopenden Sportler kämpft. Momentan habe ich auch in der Politik keine klaren Engagements erkennen können, nochmal in die Diskussion einzutreten. Das ist bedauerlich, weil das Kontrollsystem des Sports trotz aller Verbesserungen der Nationalen Antidoping-Agentur seine Grenzen hat. Man muss nüchtern sehen: Wir können nicht alle verbotenen Mittel nachweisen.</p>
<p><em>SZ: Will Deutschland Doping nicht verfolgen?</em></p>
<p>Prokop: Die Gegner eines verschärften Antidopinggesetzes empfinden das Kontrollsystem des Sports und das staatliche Recht als ausreichend. Sie geben den Schwarzen Peter an die Strafverfolgungsbehörden weiter, welche die Gesetze nicht konsequent umsetzen würden.</p></blockquote>
<p>Und ich gebe den Schwarzen Peter konsequent weiter an alle Interessierten. Mein Lesebefehl: Grit Hartmanns Vortrag <a href="http://sportnetzwerk.eu/wp-content/uploads/2008/02/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_blank">&#8220;Die Propagandamaschine: Wie Sport, Wirtschaft und Politik Journalismus behindern und Sportjournalisten instrumentalisieren&#8221;</a>.</p>

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		<item>
		<title>Rudolf Scharping sagt &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 19:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der BDR-Präsident hat heute offenbar eine Pressekonferenz gegeben, in der er sich wohl auch zur Diskussion des Bundestags-Sportausschusses geäußert hat, die hier im Blog umfassend wiedergegeben wird. Der BDR-Präsident wird nun u. a. so zitiert: &#8220;Mit welcher Leichtfertigkeit manche Menschen für eine Schlagzeile Existenzangst in das Leben anderer bringen, das halte ich für völlig unverantwortlichen Populismus. Ich habe ja [...]]]></description>
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<p>Der BDR-Präsident hat heute offenbar eine Pressekonferenz gegeben, in der er sich wohl auch zur Diskussion des Bundestags-Sportausschusses geäußert hat, die hier im Blog <a href="http://jensweinreich.de/?p=1383" target="_self">umfassend wiedergegeben wird</a>. Der BDR-Präsident wird nun u. a. <a href="http://www.rad-net.de/index.php?newsid=16010" target="_blank">so zitiert</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Mit welcher Leichtfertigkeit manche Menschen für eine Schlagzeile Existenzangst in das Leben anderer bringen, das halte ich für völlig unverantwortlichen Populismus. Ich habe ja schon einiges erlebt, aber auf dem Rücken von unbeteiligten Dritten Schlagzeilen und Propaganda zu machen, halte ich für nicht verantwortlich.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ach Gottchen. Populismus? Propaganda? Wer verfolgte einst die Tour de France im Begleitfahrzeug des Team Telekom? Und wer schrieb einst in <a href="http://www.bild.de" target="_blank">Bild</a> &#8230;</p>
<p>&#8230; am 28. Juli 1997 &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Wir haben das beste Team der Welt gesehen</strong></p>
<p>Der größte Erfolg in der Geschichte des deutschen Radsports &#8211; jetzt ist er perfekt. Gratulation! Jan Ullrich gewinnt die Tour de France, Erik Zabel verteidigt als erster Deutscher das Grüne Trikot. Team Deutsche Telekom gewinnt erstmals die Mannschaftswertung. Gratulation! Rolf Aldag, Udo Bölts, Christian Henn, Jens Heppner, Giovanni Lombardi und Georg Totschnig haben geschuftet für den Erfolg. Sie wurden von Stürzen gebeutelt, waren zum Teil schwer verletzt, haben sich durchgebissen und nie aufgegeben. Das ist die Grundlage für die beste Mannschaft der Welt. Gratulation! Bjarne Riis, der Vorjahressieger, war schon während der 1. Etappe in einen Massensturz verwickelt, war verletzt und krank, wurde zusätzlich von technischen Defekten geplagt &#8211; Riis hat sich gequält wie die anderen, hat seine große Erfahrung und sein ganzes Können in den Dienst der Mannschaft gestellt. Ein wahrlich großer Sportler.</p>
<p>Gratulation! Walter Godefroot, Rudy Pevenage und Frans van Looy, früher selbst erfolgreiche Rennfahrer und heute die sportlichen Leiter des Team Telekom, haben die Mannschaft aufgebaut, ruhig und konsequent gearbeitet und das große Ziel erreicht. Gratulation! Erik Zabel hat erneut das Grüne Trikot des besten Sprinters gewonnen und &#8211; anders als seine Sprintkonkurrenten &#8211; für die Mannschaft auch Führungsarbeit geleistet. Er ist in den Bergen nicht abgesackt. Gratulation! Der Sieg von Jan Ullrich ist eine gewaltige Leistung. Über der Eleganz seines Fahrstils könnte man fast vergessen, wie außergewöhnlich die Leistungen des 23jährigen Weltklasse-Athleten sind. Ein Sieger, mit dem man sich leicht und gerne identifiziert, dem viele Jugendliche nacheifern.</p>
<p>Hoffentlich ist diese Begeisterung dauerhaft. Alle können dafür etwas tun. Radsport ist auf öffentliche Straßen angewiesen, also auf Verständnis und Rücksichtnahme. Und Sport bietet vielen Jugendlichen die Vorbilder, den fairen Wettkampf, Selbstvertrauen und soziale Integration. Am Sport sollten wir also nicht sparen, weder an Geld noch an Aufmerksamkeit. (&#8230;)<span id="more-1408"></span></p></blockquote>
<p>&#8230; am 23. Juli 2001 &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Ullrich hat auch gewonnen</strong></p>
<p>Bravourös gekämpft, alles gegeben, Respekt und Sympathie gewonnen &#8211; die Tour aber hat Jan Ullrich fast sicher verloren. Ist das eine große Enttäuschung? Nein, denke ich, denn so ist Sport &#8211; mit seinen faszinierenden Kämpfen, den höchst spannenden und anstrengenden Etappen der Tour de France. Die wird von Lance Armstrong dominiert. Der Amerikaner ist der völlig aus trainierte, auf den Punkt fitte, mental und physisch komplette &#8220;Tourminator&#8221;. Jan Ullrich wird, so hoffe ich, noch einige Jahre die großen Rundfahrten bestreiten. Er kann kämpfen, kann gewinnen, bringt absolute Weltklasse &#8211; und sollte mit deren Mobilisierung frühzeitiger vor der Tour beginnen. Und seine Leistung auch testen in der Härte einiger Rennen. Einer ist diesmal einen Tick besser; aber den kann er schlagen, wenn er das langfristiger anlegt. Keiner wird vergessen, dass Ullrich bei fünf Tour-Teilnahmen einmal gewonnen und viermal auf dem Podium gestanden hat. Eine ungeheure Leistung dieses menschlich so angenehmen Weltklasse-Sportlers.</p></blockquote>
<p>&#8230; am 10. Juli 2005 (in BamS) &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Jetzt weiß ich, Jan kann Armstrong schlagen</strong></p>
<p>Seit gestern weiß ich: Diese Tour wird spannend wie lange nicht. Wir erleben ein ganz anderes T-Mobile- Team. Die Mannschaft um Jan Ullrich agiert, statt wie in der Vergangenheit nur zu reagieren. Schon am ersten ernstzunehmenden Anstieg in diesem Jahr forderten sie Lance Armstrong und sein Discovery-Channel-Team heraus. T-Mobile hat ein Zeichen gesetzt. (&#8230;)</p>
<p>Ich verbrachte die letzten Tage bei der Tour. Jan Ullrich machte einen sehr guten Eindruck auf mich. Er liegt zwar noch hinter den Erwartungen zurück. Man kann nicht beweisen, ob der Unfall am schwachen Einzel-Zeitfahren schuld war oder nicht. Mir erscheint es aber wahrscheinlich. Die Stimmung im Team ist seit dem starken Mannschaftszeitfahren prima. Sie hat sich ges-tern noch verbessert. Man hat gesehen, in welch guter Form Alexander Winokurow fährt. Für mich ist aber Jan Ullrich der einzige T-Mobile-Kapitän &#8211; mindestens bis Mittwoch nach den anstehenden schweren Alpen-Etappen. Er kann Armstrong noch schlagen und diese Tour gewinnen, wenn er sich nicht mit Alexander Winokurow gegenseitig Konkurrenz macht. (&#8230;)</p>
<p>Als BDR-Präsident stelle ich mit Freude fest, daß es mit Ausnahme des ersten schwarzen Samstages für die Deutschen sehr gut läuft.</p></blockquote>
<p>Es läuft jetzt nicht mehr so gut für die Deutschen, für den BDR-Präsidenten und überhaupt. Aber soll man das alles etwa ernst nehmen?</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/IQ_ftkqDSkk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/IQ_ftkqDSkk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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		<title>Der Sport-Informations-Dienst im Fegefeuer</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/08/04/der-sport-informations-dienst/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/08/04/der-sport-informations-dienst/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 10:52:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat mit sofortiger Wirkung seinen Redaktionsleiter Dieter Hennig abberufen. Dieses Gerücht waberte am Morgen durch das Main Press Centre. Ich habe beim sid-Geschäftsführer Michael Cremer nachgefragt. Cremer sagte, er werde zu Details von Personalien grundsätzlich keine Auskunft geben, bestätigte aber, dass Dieter Hennig frei gestellt ist: &#8220;Dieter Hennig wird als Privatmann am olympischen Fackellauf teilnehmen, aber [...]]]></description>
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<p>Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat mit sofortiger Wirkung seinen Redaktionsleiter Dieter Hennig abberufen. Dieses Gerücht waberte am Morgen durch das Main Press Centre. Ich habe beim sid-Geschäftsführer <strong>Michael Cremer</strong> nachgefragt. Cremer sagte, er werde zu Details von Personalien grundsätzlich keine Auskunft geben, bestätigte aber, dass Dieter Hennig frei gestellt ist:</p>
<blockquote>
<div><strong>&#8220;Dieter Hennig wird als Privatmann am olympischen Fackellauf teilnehmen, aber nicht als Redaktionsleiter des sid.&#8221;</strong></div>
</blockquote>
<p>Der Grund für die Suspendierung liegt offensichtlich in Differenzen über die Berichterstattung. Hennig hatte zuletzt am Freitag in Texten und einem Kommentar behauptet, China hätte die Internet-Zensur für olympische Berichterstatter aufgehoben. Tags darauf zog der sid fünf Texte vom Freitag zu diesem Thema zurück. Ich hatte in meinem ersten Blogeintrag aus Peking <a href="http://jensweinreich.de/?p=346" target="_self">auf die Problematik aufmerksam gemacht</a>, am Sonnabend ebenfalls <a href="http://jensweinreich.de/?p=362" target="_self">berichtet</a>. Stefan Niggemeier hat das Thema <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/dieter-hennig-sportjournalist/" target="_blank">grundsätzlicher</a> <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-peking-enten-des-sid/" target="_blank">behandelt</a>.</p>
<p>Anders als ich behauptete, ist Dieter Hennig aber nicht Chefredakteur des Sportinformationsdienstes gewesen. Der sid hat eine dreiköpfige Redaktionsleitung, zu der neben Dieter Hennig noch Angela Bern und Ralph Durry gehören. Hennig war als Chefkorrespondent auch für Sportpolitik zuständig, Durry ist Fußballchef, Angela Bern &#8211; die Teamchefin in Peking &#8211; für alle anderen Themen zuständig.</p>
<p>Dem Vernehmen nach hat es in der sid-Redaktion härtere Auseinandersetzungen um die Berichterstatttung und den Kurs von Hennig gegeben. Cremer gab zu diesen Interna keine Auskunft. &#8220;Mir ist wichtig, dass alle anderen 79 sid-Kollegen, die sich um sauberen Journalismus bemühen und hervorragende Arbeit machen, nicht unter dieser Diskussion leiden&#8221;, sagte er. &#8220;Wir müssen in Peking differenziert berichten und dürfen uns nicht nur auf den rein sportlichen Aspekt beschränken. Wir dürfen nicht in so eine Hurra-Falle laufen.&#8221;</p>
<p>Michael Cremer war zwölf Jahre als Nachrichtenmann für die Agence France Press (AFP) tätig, inzwischen Eigner des in Neuss ansässigen <a href="http://www.sid.de" target="_blank">sid</a>. Vor seiner Zeit als sid-Geschäftsführer, das Amt trat er am 1. Mai 2008 an, war er ein Jahr bei n24.</p>
<p>Die IOC-Berichterstattung übernahm am Montag Christian Klaue aus dem Berliner Büro des sid. Dieter Hennig ist vom IOC für den 6. August als Fackelläufer eingeteilt &#8211; wie fünf andere Journalisten aus anderen Ländern, alle langjährige IOC-Berichterstatter. Am 7. August, einen Tag vor Eröffnung der Spiele der XXIX. Olympiade, wird Hennig wohl Peking verlassen. Im Herbst wäre er ohnehin in Ruhestand gegangen.</p>
<p>Cremer sagte, &#8220;anders als unterstellt wurde&#8221; habe es &#8220;keinen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung des sid und dem Fackellauf von Dieter Hennig gegeben&#8221;. Hennig vertrete seine Linie seit Jahrzehnten. Die Agentur habe am Freitag &#8220;einen Bock geschossen&#8221;. Für die Missverständnisse seien auch fehlende technische Kenntnisse verantwortlich gewesen, denn AFP-Techniker hatten eine besondere Internetverbindung hergestellt, auf deren Grundlage Webseiten zu erreichen waren, die in China gesperrt bzw. für andere olympische Berichterstatter zensiert werden.</p>
<p>Als Kollegen aus Deutschland auf die Unstimmigkeiten im Vergleich zu allen anderen Nachrichtenagenturen hingewiesen hatten, sei es leider schon zu spät gewesen. Am Sonnabendmorgen (2. August, Ortszteit Peking) wurden dann alle Meldungen zurückgezogen. Cremer:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Das ist für einen Agenturjournalisten der Killer. Das Schlimmste nach dem Fegefeuer.&#8221;</strong></p></blockquote>

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		<title>Die Internetfrage oder: &#8220;falsche Voraussetzungen&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Aug 2008 05:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>
		<category><![CDATA[sportinformationsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Oops, Dieter Hennig von der Redaktionsleitung des Sportinformationsdienstes (sid) zeigt Größe. Der sid zieht in einer &#8220;Richtigstellung&#8221; soeben seine gestrigen Meldungen zur angeblichen Aufhebung der Internetzensur in China zurück. Ich habe mich darüber gestern im ersten Teil meines Peking-Tagebuchs gewundert: Heute teilt der sid mit, bei den &#8220;Recherchen zur Einschränkung des Internets&#8221; sei man von [...]]]></description>
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<p>Oops, Dieter Hennig von der Redaktionsleitung des Sportinformationsdienstes (sid) zeigt Größe. Der sid zieht in einer &#8220;Richtigstellung&#8221; soeben seine gestrigen Meldungen zur angeblichen Aufhebung der Internetzensur in China zurück. Ich habe mich darüber gestern im <a href="http://jensweinreich.de/?p=346" target="_self">ersten Teil meines Peking-Tagebuchs</a> gewundert:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/?p=346"><img class="aligncenter size-full wp-image-363" title="Peking, Tag 1, screenshot" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/peking-tagebuch-1-screen.jpg" alt="" width="500" height="383" /></a></p>
<p>Heute teilt der sid mit, bei den &#8220;Recherchen zur Einschränkung des Internets&#8221; sei man von &#8220;falschen Voraussetzungen&#8221; ausgegangen. Der Internetzugang des sid sei ein privilegierter Zugang, weshalb einige der normalerweise von den chinesischen Zensoren blockierten Internetseiten aufrufbar gewesen wären.</p>

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		<title>Hofschranzenkultur</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 06:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[karl-heinrich bette]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Darmstädter Soziologe Karl-Heinrich Bette bescheinigt dem deutschen Sport, namentlich dem DOSB unter Thomas Bach, eine &#8220;Hofschranzenkultur&#8221;. Wer mehr lesen mag, ich habe gerade ein Porträt des DOSB-Prösidenten für die Financial Times verzapft. Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.]]></description>
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<p>Der Darmstädter Soziologe <a href="http://jensweinreich.de/?p=297" target="_self">Karl-Heinrich</a> <a href="http://www.bpb.de/publikationen/7KJNM9,0,Doping:_der_entfesselte_Leistungssport.html" target="_blank">Bette</a> bescheinigt dem deutschen Sport, namentlich dem DOSB unter Thomas Bach, eine &#8220;Hofschranzenkultur&#8221;. Wer mehr lesen mag, ich habe gerade ein <a href="http://www.ftd.de/koepfe/393028.html?mode=print" target="_blank">Porträt des DOSB-Prösidenten</a> für die <strong>Financial Times</strong> verzapft.</p>

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		<title>Das moralische Versprechen</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 18:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
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		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
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		<category><![CDATA[zensur]]></category>
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<p><img class="alignleft size-full wp-image-191" title="Kevan Gosper, April 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/gosper-beijing-05042008.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="101" height="167" align="left" />Auch wenn ich mich <a href="http://jensweinreich.de/?p=190" target="_self">wiederhole</a>: Der nette Herr hier links heißt Kevan Gosper und gehört (noch immer) zu den wichtigsten Funktionären des IOC. Das Foto ist gewissermaßen ein historisches, denn ich habe den Australier im April in Peking auf einer Pressekonferenz geblitzt, als er &#8211; was er gern macht &#8211; sich wieder mal eingemischt hat, wenn Journalisten komische Fragen stellen. Er korrigiert dann gern. Es war jene Pressekonferenz im China World Hotel, auf der Gosper <a href="http://www.iht.com/articles/ap/2008/04/01/sports/AS-SPT-OLY-Beijing-Internet.php" target="_blank">versprach</a>, Olympia-Berichterstatter würden in Peking freien Zugang zum Internet erhalten. Ist ja auch irgendwie selbstverständlich, die Bande (die Journalisten, meine ich) muss schließlich arbeiten, nicht wahr? Es ist hoffentlich durch die Meinungsfreiheit gedeckt, wenn ich bekenne, dieses und andere <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument-druck.html?id=57119193&amp;top=SPIEGEL" target="_blank">moralische Versprechen</a> nie geglaubt zu haben. Und es scheint, als sei ich nicht gänzlich an der Wahrheit vorbei geschlittert. Das sage ich, selbst wenn mich Kevan Gosper, Chef der IOC-Pressekommission, ab Freitag in Peking wieder mit Missachtung und Interviewblockade strafen sollte. Denn die Schlagzeilen von heute lauten:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.news.com.au/story/0,23599,24105221-23109,00.html" target="_blank">IOC knew about internet restrictions</a>: The International Olympic Committee has admitted it knew China never planned to lift internet restrictions for journalists covering the Beijing Games, despite promises to the contrary. (<strong>AFP</strong>)</li>
<li><a href="http://www.tagesschau.de/ausland/internetzensur100.html" target="_blank">Politische Recherchen unerwünscht</a>: China bricht Versprechen des freien Internetzugangs für Journalisten (<strong>Tagesschau.de</strong>)</li>
<li><a href="http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/zensur-und-spionage-bei-olympia/" target="_blank">IOC sagt ja zur Zensur</a>: von wegen &#8220;völlig freie Berichterstattung&#8221; &#8211; die Olympia-Veranstalter haben mitgeteilt, dass einige Websites auch für internationale Journalisten gesperrt bleiben. Das IOC hat zugestimmt. (<strong>taz.de</strong>)</li>
<li><span class="articolo_dossier"><a href="http://www.asianews.it/index.php?l=en&amp;art=12886&amp;size=A" target="_blank">International Olympic Committee apologizes: we have &#8220;misled&#8221; the press</a> &#8211; </span><span class="sottotitolo">Beijing admits that even journalists will be subject to restrictions on the internet. (<strong>AsiaNews.it</strong>)</span></li>
<li><span class="sottotitolo"><a href="http://www.abc.net.au/pm/content/2008/s2319437.htm" target="_blank">One world, one dream, one promise broken</a> (<strong>ABC radio</strong>)</span></li>
</ul>
<p><span class="sottotitolo">Erstaunlich klar für ein IOC-Vergehen titelte die <strong>Deutsche Presse-Agentur</strong>:</span></p>
<ul>
<li><span class="sottotitolo"><a href="http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080730/tsp-wortbruch-des-ioc-internetzensur-akz-4b22da1.html" target="_blank">&#8220;Wortbruch&#8221; des IOC: Chinas Internetzensur akzeptiert.</a></span></li>
</ul>
<p><span class="sottotitolo">Ich weiß nur nicht, warum man Wortbruch mit Gänsefüßchen rahmt. Die dpa-Meldung beginnt so:<span id="more-311"></span></span></p>
<blockquote><p>Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sein Versprechen gebrochen, dass die 25.000 Journalisten bei den Sommerspielen in Peking &#8220;unzensierten&#8221; Zugang zum Internet haben werden. Ohnmächtig akzeptierten die &#8220;Herren der Ringe&#8221; am Mittwoch die chinesische Zensur des Internets. <strong>&#8220;Ich kann den Chinesen nicht sagen, was sie tun sollen&#8221;</strong>, sagte der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper.</p></blockquote>
<p>Ich weiß auch nicht, warum beim Thema Zensur Gänsefüsschen benutzt werden. Es ist Zensur, was denn sonst. Wie das läuft mit den <strong><a href="http://www.greatfirewallofchina.org/" target="_blank">Großen chinesischen Firewall</a></strong> und dem <strong>Projekt Goldener Schild</strong> kann man u. a. in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internetkontrolle_in_China" target="_blank">Wikipedia</a> nachlesen. Natürlich, jeder hätte es wissen können. Ich habe es bei zwei Peking-Aufenthalten selbst erlebt. Während die internationalen Webseiten von Reporter ohne Grenzen, Amnesty International oder Human Rights Watch blockiert waren, konnte man die deutschen Ableger der Organisationen, sofern vorhanden, meistens problemlos ansurfen. Aber es geht ja nicht nur um die Sperrung von Webseiten und Inhalten, es geht auch darum, dass die Chinesen und dass das IOC den Berichterstattern unzumutbare Bedingungen bieten. Den Wortbruch müssen sich alle IOC-Funktionäre &#8211; von Präsident Rogge über seinen Vize Bach bis zu Gosper &#8211; vorwerfen lassen. Wir leben im DSL-Zeitalter, wenn man den Berichten der Kollegen, die schon in Peking sind, glaubt, dann erinnert die Geschwindigkeit, mit der man in den Pressezentren und an den Wettkampfstätten online unterwegs sein kann, an Zeiten eines 14.400 kb-Modems (so eines hatte ich 1996 in Atlanta, um auf Compuserve die Nachrichten des Executive News Service zu saugen).</p>
<p>Das nächste Problem, dass unter dem Aspekt der Pressefreiheit nun ab morgen verschärft diskutiert wird, ist die Frage, wer die Hoheit über die Olympischen Bilder hat. Angeblich soll das TV-Signal, dass von einer IOC-Tochterfirma produziert wird, korrekt bei allen internationalen TV-Stationen ankommen. Für das chinesische Staatsfernsehen aber geht das Bild noch eine Weile auf die Reise, vereinfacht gesagt: hoch ins Weltall, wieder zurück &#8211; die Zeitverzögerung von 30 Sekunden bis einer Minute nutzen die Zensoren, um missliebige Bilder und Töne mit Schwarzbildern, Rauschen oder Tonausfall zu killen. So habe ich das im April im China World Hotel auch auf CNN und der BBC erlebt. Sogar O-Töne des IOC-Präsidenten Jacques Rogge wurden gekillt. Schon <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,545814,00.html" target="_blank">damals</a> hat sich übrigens Kevan Gosper mächtig ins Zeug gelegt für die Pressefreiheit und solche komischen Sachen:</p>
<blockquote><p><strong>Das ist die Zensur. Da können wir nichts machen. Aber wir haben die feste Zusage, dass während der Spiele nicht zensiert wird.</strong></p></blockquote>
<p>Noch so ein abstruses Versprechen.</p>

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		<title>Lopez Lomong (II) oder: was das IOC nicht hören will</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/07/19/lopez-lomong-ii-oder-was-das-ioc-nicht-horen-will/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/07/19/lopez-lomong-ii-oder-was-das-ioc-nicht-horen-will/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 13:39:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[darfur]]></category>
		<category><![CDATA[lopez lomong]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Die London Times hat sich nun auch der Geschichte des Lopez Lomong, den Lost Boys of Sudan, Darfur und all den politischen Implikationen bei den Sommerspielen in Peking angenommen: &#8220;Beijing and the story the IOC does not want told&#8221; Genau das ist es. Diesen Aspekt habe ich in meiner Geschichte noch etwas unterbelichtet, ich wollte die Aufmerksamkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="size-full wp-image-258" title="Lopez Lomong im Juli 2008 in Eugene" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/07/lopez-lomong-portraet-eugene.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="105" height="179" align="left" /></p>
<p>Die <em>London Times</em> hat sich nun auch der Geschichte des <a href="http://jensweinreich.de/?p=250" target="_self">Lopez Lomong</a>, den Lost Boys of Sudan, Darfur und all den politischen Implikationen bei den Sommerspielen in Peking angenommen:</p>
<p><a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/sport/olympics/article4359852.ece" target="_blank"><strong>&#8220;Beijing and the story the IOC does not want told&#8221;</strong></a></p>
<p>Genau das ist es. Diesen Aspekt habe ich in meiner Geschichte noch etwas unterbelichtet, ich wollte die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der sudanesischen Kinder lenken, wie es auch Lopez Lomong wichtig ist, und nicht schon wieder auf die Verlogenheit des IOC und die Verbrechen der chinesischen Regierung. Owen Slot schreibt in der <em>Times</em>:<span id="more-256"></span></p>
<blockquote><p>So when Lomong gets to Beijing there will be two subjects about which he feels extremely strongly. One is that he can put his heart and soul and every straining sinew into representing the country of his choice, the United States, and the other is that he may be able to talk freely about Sudan and how the Government that backed the militia that ripped him from his family is doing the same in the Darfur region today and that that Government buys its arms from China in exchange for oil. (&#8230;) One way for Lomong to express his view has been to join Team Darfur, a group of nearly 400 international sportsmen and women who are using the Beijing Games as a platform from which to urge China to act to help the Sudan crisis. Around the Olympics venues in Beijing, however, Lomong will not be allowed to wear a Team Darfur T-shirt or wristband because the guidelines of the IOC on political propaganda forbid it. Even when in his room in the Olympic village he will be discouraged from displaying Team Darfur material. In following <a href="http://jensweinreich.de/?p=211" target="_blank">these guidelines</a>, Lomong is being forced, during the Games, to suspend the truth of his past.</p></blockquote>
<p>Pflichtlektüre.</p>

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		<title>Propaganda (II)</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 13:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier mal einige Infos zum putzigen &#8220;1. Deutschen Olympischen Sport-Kongress&#8221;, den der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Berlin austrägt und der in aller Stille von einer Hamburger Agentur vorbereitet wurde, die oft für die Telekom arbeitet und die Deutschland-Tour und derlei Kundschaft. Telekom, Radsport &#8211; das sind irgendwie die passenden Partner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Hier mal einige Infos zum putzigen <strong>&#8220;1. Deutschen Olympischen Sport-Kongress&#8221;</strong>, den der <a target="_blank" href="http://www.dosb.de">Deutsche Olympische Sportbund</a> (DOSB) kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Berlin austrägt und der in aller Stille von einer <a target="_blank" href="http://hinzpeterwagner.de/">Hamburger Agentur</a> vorbereitet wurde, die oft für die Telekom arbeitet und die Deutschland-Tour und derlei Kundschaft. Telekom, Radsport &#8211; das sind irgendwie die passenden Partner für den DOSB.</p>
<p>Niemand weiß so recht, warum es einen &#8220;Kongress&#8221; zu diesem Zeitpunkt mit diesen Partnern braucht, aber vielleicht ist schon diese Konstellation entlarvend genug. Zumal: Öffentlich wurden Sinn und Zweck dieses Termins nie diskutiert, bisher gibt es seitens des DOSB, dieses spezialdemokratisch-totaltransparenten Gremiums, auch keine öffentlich zugängliche Information dazu. Gerade deshalb biete ich hier mal das <a target="_blank" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/dosb-kongress-2008.pdf">Programm</a>.</p>
<p><span id="more-237"></span></p>
<p>Sicher, die Bezeichnung &#8220;Kongress&#8221; ist übertrieben für die paar Stunden, die auf zwei Tage verteilt sind, aber so ist das nun mal im DOSB. Eröffnet wird der &#8220;Kongress&#8221; am 25. Juli 2008 in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG von DOSB-Vorturner Thomas Bach und Telekom-Boss René Obermann. Angesetzt sind bis zum Mittag des 26. Juli lediglich vier Diskussionsrunden (Profit und Profil, Doping, Medien, Olympische Idee). Das Konzept dieses &#8220;Kongresses&#8221; hätte man sich in zehn Minuten spannender ausdenken können, aber auf Spannung kommt es ja nicht an. Ralf Meutgens, Gunter Gebauer und wenige andere, die als Diskutanten geladen sind und deren Stimmen ich schätze, werden es mir sicher nicht übel nehmen, wenn ich behaupte: Ihre Anwesenheit ist nichts als ein Feigenblatt für den politisch-industriellen Komplex, an dem FDP-Mann Bach weiter schraubt.</p>

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		<title>Die Verschlossene Auster</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/06/15/die-verschlossene-auster/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/06/15/die-verschlossene-auster/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 18:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Netzwerk Recherche, dessen Mitglied ich bin, das muss fairerweise gesagt werden, hat dem Internationalen Olympischen Komitee und stellvertretend dessen Vizepräsidenten Thomas Bach einen wunderbaren Journalistenpreis verliehen: die Verschlossene Auster für &#8220;Auskunftsverweigerung&#8221;, die &#8220;routinierte Verbreitung von Teilwahrheiten&#8221;, die &#8220;systematische Ausblendung heikler Themen&#8221; und die &#8220;gezielte Abschottung von kritischen Sportjournalisten&#8221;. Wer mag, kann reinhören &#8211; mein Beitrag dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float: right;margin-left: 0.75em; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2008%252F06%252F15%252Fdie-verschlossene-auster%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Die%20Verschlossene%20Auster%22%20%7D);"></div>
<p>Das <a href="http://www.netzwerkrecherche.de" target="_blank">Netzwerk Recherche</a>, dessen Mitglied ich bin, das muss fairerweise gesagt werden, hat dem <strong>Internationalen Olympischen Komitee</strong> und stellvertretend dessen Vizepräsidenten Thomas Bach einen wunderbaren Journalistenpreis verliehen: die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verschlossene_Auster" target="_blank">Verschlossene Auster</a> für &#8220;Auskunftsverweigerung&#8221;, die &#8220;routinierte Verbreitung von Teilwahrheiten&#8221;, die &#8220;systematische Ausblendung heikler Themen&#8221; und die &#8220;gezielte Abschottung von kritischen Sportjournalisten&#8221;.</p>
<p>Wer mag, kann reinhören &#8211; mein Beitrag dazu im Deutschlandfunk:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/dlf-ioc-verschlossene-auster-15062008.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><em>Nachtrag, 31. Dezember 2008, der Text des Beitrages:</em></p>
<p>Die „verschlossene Auster&#8221; ist ein Preis für professionelle Informationsblocker &#8211; ein Symbol für Pressebehinderung und mangelnde Offenheit. Die Auster ging nicht zum ersten Mal an Personen, die ganz oder teilweise im Sportbusiness tätig sind. Zuvor zählten bereits der ehemalige Sportminister Otto Schily, der langjährige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Russlands ehemaliger Präsident Wladimir Putin zu den Preisträgern. Mit der „routinierten Verbreitung von Teilwahrheiten&#8221;, der „systematischen Ausblendung heikler Themen&#8221; und der „gezielten Abschottung von kritischen Sportjournalisten&#8221; habe sich das IOC den obersten Platz auf dem Podest der Informationsblocker verdient, erklärte das Netzwerk.</p>
<p>Stellvertretend für das IOC ging die „verschlossene Auster&#8221; an den deutschen IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach.</p>
<p>Thomas Schuler vom Vorstand des Netzwerks Recherche erläutert, warum der Preis an das IOC im Allgemeinen geht&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; und Thomas Bach im Besonderen, weil er einen Flügel im IOC repräsentiert, nach unserer Meinung, der sehr mit Interessenskonflikten immer wieder auch belastet ist. Er spricht zwar über seine Interessenskonflikte, beantwortet Fragen, aber klärt nicht wirklich auf über seine Situation. Also es bleibt immer so ein Rest bei ihm.</p></blockquote>
<p>Die Laudatio auf die zweifelhaften Preisträger hielt der englische Investigativ-Reporter Andrew Jennings. Er gilt seit seinem Enthüllungsbuch „The lords oft he rings&#8221; als Doyen des kritischen Sportjournalismus und weltweit wirkungsvollster Kritiker des IOC. Das IOC hat Jennings in den neunziger Jahren sechseinhalb Jahre lang Akkreditierungen verwehrt. Aufgrund eines mittelalterlich anmutenden Verleumdungsparagrafen wurde er von einem Polizeigericht in Lausanne, dem Sitz des IOC, sogar zu einer mehrtägigen Gefängnisstrafe verurteilt. Warum? Weil er als erster die Korruption im Geschäft mit den Olympischen Spielen beschrieben hatte &#8211; und zwar absolut korrekt, wie man inzwischen weiß.</p>
<blockquote><p>Das IOC ist seit mehr als 20 Jahren ein wunderbarer Kandidat für die verschlossene Auster. Sie hatten in Deutschland nur zu viele andere gute Kandidaten für diesen Preis. Aber nun in einem olympischen Jahr macht das IOC wieder einmal einen furchtbar schlechten Eindruck. Es repräsentiert nicht die Athleten, im Gegenteil, es verbietet Sportlern, ihre Meinung zu sagen zu den Vorgängen in China. Keine Frage, dass sie also die verschlossene Auster verdienen. Sie verdienen sie für alle 111 Mitglieder an jedem Tag dieses vierzehntägigen Sport-Festivals.</p></blockquote>
<p>Andrew Jennings glaubt auch, dass DOSB-Präsident Thomas Bach ein exzellenter Gewinner der „verschlossenen Auster&#8221; ist. Bach stand im Frühjahr öffentlich in der Kritik, als im Rahmen des Siemens-Bestechungsskandals herauskam, dass er einen mit jährlich 200.000 Euro dotierten Beratervertrag mit dem Konzern unterhielt.</p>
<blockquote><p>Dieser Preis ermutigt ihn vielleicht dazu, endlich Fragen zu stellen. Er hat ja früher für Horst Dassler gearbeitet, in einer Zeit, als Dassler Fifa-Offizielle und Funktionäre vieler anderer Sportverbände bezahlt hat. Aber Thomas Bach hat davon nie etwas mitbekommen. Nun, Jahre später arbeitete er für Siemens, wo es ebenfalls einen Korruptionsmoloch gibt, und er sagt wieder, er habe von all dem nichts mitbekommen. Ich bin ja durchaus bereit, ihm das zu glauben, wenn er ständig sagt, er wisse nichts von Bestechung und Korruption. Aber ich denke vor allem, dieser Preis, den ihm die deutschen Journalisten vergeben haben, sollte ihm dabei helfen, künftig intelligenter durchs Leben zu gehen und jene, mit denen er Geschäfte macht, zu hinterfragen.</p></blockquote>
<p>Das IOC beklagte sich, zu spät über den Termin in Hamburg informiert worden zu sein. Sämtliche Vorwürfe, die mit der Preisverleihung verbunden sind, wurden zurückgewiesen. Das IOC warf dem Netzwerk Recherche sogar vor, schlecht recherchiert zu haben. So hätte eine ganz einfache Recherche genügt, um zu klären, dass Thomas Bach zwischen Beruf und Ehrenämtern stets zu trennen weiß. Auch habe sich der IOC-Präsident Jacques Rogge in der China-Diskussion klar zu Menschenrechten bekannt. Es sei deshalb falsch zu behaupten, dass IOC verbiete Sportlern während der Olympischen Spiele frei ihre Meinung zu sagen.</p>
<p>Dazu noch einmal Thomas Schuler vom Vorstand des Netzwerks:</p>
<blockquote><p>IOC und Bach stehen hier auch stellvertretend für eine Entwicklung. Wir kommen mit Fragen, die Verantwortlichen antworten uns, aber wir sind auch nicht zufrieden, weil wir das Gefühl haben, wir haben die Wahrheit nicht zu packen gekriegt. Bei Bach ganz konkret ist nicht gelöst, wie er eigentlich damit umgeht, dass er auf der einen Seite Sportfunktionär ist und auf der anderen Seite ist er ein Anwalt, der industrielle Beratung liefert, und er klärt nicht wirklich auf, wie er das zusammen bringt. Er sagt zwar verschiedene Dinge, aber am Ende, so richtig klar ist das nicht.</p></blockquote>
<p>Als Bundesinnenminister hat sich Otto Schily einst die „verschlossene Auster&#8221; selbst abgeholt und sich mit einer launischen, intelligenten Gegenrede bedankt. Das IOC aber blieb der Preisverleihung in Hamburg fern. Die Replik des IOC wurde deshalb von einem Tagesschau-Sprecher vorgetragen. In aller Sachlichkeit.</p>
<ul>
<li>Hier die (gemäß Anschreiben) Gegendarstellung des IOC vom 13. Juni 2008:</li>
</ul>
<blockquote><p>Wie würden Sie folgenden Vorgang kommentieren: </p>
<p>Ein Mitglied des IOC erhält eine Benachrichtigung über eine Preisverleihung. Eine Begründung wird nicht übermittelt; allerdings wird ihm großzügig das Recht zur Gegenrede auf eine ihm nicht bekannte Rede eingeräumt. </p>
<p>Auf Nachfrage wird dann mitgeteilt, der Preis sei gar nicht dem IOC-Mitglied persönlich zugedacht, sondern es sollte ihn stellvertretend für dieses entgegenehmen. Gleichzeitig wird die umgehende Übermittlung der Begründung zugesagt. </p>
<p>Dann trifft eine Begründung ein, die in Klammern gesetzte Leerstellen enthält. Es darf sicherlich gefragt worden: Ist das ein transparentes und faires Verfahren?</p>
<p>Etwas mehr Recherche wäre sicherlich der Objektivität der Begründung zuträglich gewesen.</p>
<p>Diese ist teilweise grotesk. Sie ist nicht sehr solide recherchiert, und sie greift auf Ereignisse zurück, die auch für einen solchen Preis eigentlich verjährt sein müssten.</p>
<p>In dem bislang übermittelten Text wird angegeben, das IOC dulde seit vielen Jahren Korruption und Interessenskonflikte bei der Vergabe der Olympischen Spiele. Fakt ist allerdings, dass der offensichtlich gemeinte Korruptionsskandal um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2002 bereits im Jahre 1999 aufgedeckt und vom IOC umfassend aufgeklärt und sanktioniert worden ist. So wurden z.B. Mitglieder ausgeschlossen, die Vergaberegeln reformiert, Besuche von IOC-Mitgliedern in Kandidatenstädten untersagt, ein Ethik-Code verabschiedet und eine unabhängige Ethik-Kommission eingerichtet. Diese unabhängige Ethik-Kommission ist im Übrigen nach den entsprechenden detaillierten Regeln für die Behandlung von potentiellen oder tatsächlichen Interessenskonflikten zuständig. Alle diese Reformen wie die Änderung des Wahlverfahrens für IOC-Mitglieder, die Aufnahme von frei gewählten Vertretern der Athleten, sind wie viele weitere vom jetzigen Präsidenten des IOC, Jacques Rogge, mit seinem jetzigen Vizepräsidenten, Thomas Bach, in enger Abstimmung betrieben worden. Dies gilt auch für die Null-Toleranz-Politik des IOC im Kampf gegen Doping. </p>
<p>Bereits eine einfache Recherche hätte genügt, um festzustellen, dass Thomas Bach zwischen seinem Beruf und seinen Ehrenämtern im Sport einwandfrei trennt. So hat dies auch die unabhängige IOC Ethik-Kommission in einem veröffentlichten Statement mit großer Klarheit festgestellt. Thomas Bach hat in vielen Interviews diese Fragen umfassend und detailliert beantwortet. </p>
<p>Im Hinblick auf die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking hat sich der IOC-Präsident bei einem Besuch in China ebenso deutlich zu den Menschenrechten bekannt, wie er dies in seinen Gesprächen mit der chinesischen Führung immer wieder getan hat. Dazu zählt auch die Meinungsfreiheit. Wenn in diesem Zusammenhang in der Begründung behauptet wird, es sei unklar, ob Athleten in den Olympischen Sportstätten gegenüber Journalisten ihre Meinung sagen dürften, so ist dies falsch.</p>
<p>In den entsprechenden Richtlinien des IOC, in Stellungnahmen des IOC, in Interviews des IOC-Präsidenten und von IOC-Mitgliedern, in Erklärungen der IOC-Athletenkommission, um nur einige öffentlich zugängliche Quellen zu nennen, ist genau dieser Punkt eindeutig geregelt: Ja, jeder Sportler darf sich in Interviews auch in den Olympischen Sportstätten frei äußern. Die Richtlinien des IOC sagen wörtlich: &#8220;Die Teilnehmer der Olympischen Spiele werden bei den Olympischen Spielen unter Einhaltung der Olympischen Charta eine Vielzahl an Möglichkeiten haben, ihre Meinung frei zu äußern, beispielsweise durch Interviews in olympischen Presse- und Fernsehzentren oder in Mixed Zones, durch Stellungnahmen sowie Diskussionen mit anderen Athleten, Offiziellen und weiteren Personen &#8211; um nur einige Möglichkeiten zu nennen.&#8221; </p>
<p>Alle diese Sachverhalte ergeben sich aus öffentlich zugänglichen Quellen. Stattdessen gibt es leider Journalisten, zum Glück nur vereinzelt, die eine selektive Wahrnehmung geradezu pflegen. Einer von diesen meinte einmal: Um sich ein Bild von Thomas Bach zu machen oder Sachverhalte im Zusammenhang mit ihm zu beurteilen, müsse er nicht mit ihm reden. Der Jury steht es durchaus frei, diese Schilderung als Anregung für die Suche nach künftigen Preisträgern zu verstehen.</p>
<p>Es wurde dem IOC mitgeteilt, man müsse sich die „Verschlossene Auster&#8221; durch eine Gegenrede „verdienen&#8221;. Deshalb bittet das IOC um Verständnis dafür, dass es diese Stellungnahme nicht als eine solche Gegenrede verstanden wissen will. Das IOC fühlt sich auch weiterhin seiner offenen Informationspolitik verpflichtet. </p>
<p>gez. Internationales Olympisches Komitee</p></blockquote>

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		<title>Olympische Propaganda</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/05/13/olympische-propaganda/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 12:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Frage der olympischen Propaganda habe ich mich gelegentlich geäußert. Das IOC hat seine eigene Vorstellung von Propaganda, die es zu verbieten gilt. Sollten deutsche Sportler im August in Peking beispielsweise auf die Idee kommen, die Armbändchen &#8220;Sports for Human rights&#8221; der Netzathleten zu tragen, dann würden sie bestraft. &#8220;Gold für Menschenrechte&#8221; ist ebenso wenig [...]]]></description>
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<p>Zur Frage der olympischen Propaganda habe ich mich <a href="http://jensweinreich.de/?p=174">gelegentlich</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=127">geäußert</a>. Das IOC hat seine eigene Vorstellung von Propaganda, die es zu verbieten gilt. Sollten deutsche Sportler im August in Peking beispielsweise auf die Idee kommen, die Armbändchen <a href="http://netzathleten.de/specials/humanrights/index.jsp;jsessionid=1431758B92ED02DA0B27FB1DC3734477.worker199" target="_blank">&#8220;Sports for Human rights&#8221;</a> der <em>Netzathleten</em> zu tragen, dann würden sie bestraft. <a href="http://www.goldfuermenschenrechte.de/" target="_blank">&#8220;Gold für Menschenrechte&#8221;</a> ist ebenso wenig erlaubt wie die Initiative französischer Sportler, ein Sticker mit der Aufschrift: <a href="http://fr.sports.yahoo.com/04042008/70/pekin-2008-pour-un-monde-meilleur.html" target="_blank">&#8220;Pour un monde meilleur&#8221;</a>.</p>
<p>Plastikbändchen und anderes nicht-lizensiertes Teufelszeug mit simplen, klaren Botschaften &#8211; geradezu unverfänglich, es steht ja nicht mal CHINA drauf &#8211; mag das IOC gar nicht. Die <a href="http://www.olympic.org/uk/organisation/missions/charter_uk.asp" target="_blank">Olympische Charta</a>, das Grundgesetz der olympischen Parallelwelt, sagt dazu schlicht: Propaganda.</p>
<p><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/05/charta-regel-51.JPG" alt="charta-regel-51.JPG" /></p>
<p>Es gibt noch eine Reihe von Bye-laws, Ausführungsbestimmungen, zur berüchtigten Regel 51 der Charta, über die in den vergangenen Wochen viel diskutiert ist. Immerhin. IOC-Vertreter wie <a href="http://www.letemps.ch/template/tempsFort.asp?page=3&amp;article=231031" target="_blank">Jacques Rogge</a> beteuern, das Recht auf freie Meinungsäußerung sei Sportlern während der Spiele gegeben &#8211; bzw. würde vom IOC nicht in Frage gestellt. Es müsse nur alles schön korrespondieren mit der Olympischen Charta und den Gesetzen des Gastgeberlandes. Genau das ist ein Problem.<span id="more-211"></span></p>
<p>Mit einiger Spannung wurden nun die Klarstellungen des IOC-Exekutivkomitees zur Regel 51.3 erwartet. Das Papier liegt nun den Nationalen Olympischen Komitees vor. Hier ist es:</p>
<blockquote><p>GUIDELINES ON THE INTERPRETATION OF RULE 51.3 OF THE OLYMPIC CHARTER</p>
<p>In relation to the various discussions held recently, in particular during the ANOC meetings in Beijing, this is to advise you that the IOC has received a number of queries from NOCs as to the conduct of participants, in particular athletes, at the Olympic Games. It is appropriate for the IOC to assist the NOCs – and the members of their delegations including the athletes – by offering the following advice:</p>
<ol>
<li>Participants at the Olympic Games may of course express their opinions. Such expression of opinions and the conduct of participants should be inspired by full compliance with the Olympic Charter.</li>
<li>According to the Olympic Charter, the peak of the Olympic Movement’s action is “the bringing together of the world’s athletes at the great sports festival, the Olympic Games”. The Games are about sport. They are not a stage for different kinds of political statements about issues such as armed conflicts, regional differences, religious disputes and many others. This is well known by all the athletes because it applies not only to the Olympic Games but to any other sports event in the world.</li>
<li>Rule 51.3 of the Olympic Charter provides that “no kind of demonstration or political, religious or racial propaganda is permitted in any Olympic sites, venues or other areas”. For the purpose of these guidelines, these areas are defined as every area for which an official Olympic accreditation is required. Compliance with this Rule implies avoiding the display of any sign, banner, poster, piece of equipment or clothing which could be perceived as any kind of demonstration or propaganda.</li>
<li>The conduct of participants at all sites, areas and venues includes all actions, reactions, attitudes or manifestations of any kind by a person or group of persons, including but not limited to their look, external appearance, clothing, gestures, and written or oral statements. As in all Olympic Games, such conduct must also, of course, comply with the laws of the host state.</li>
<li>The participants at the Olympic Games will have many opportunities to express themselves upon the occasion of the Games, whilst respecting the Olympic Charter, for instance by giving interviews including in Olympic Press or Broadcasting Centres or in mixed zones, statements and discussing with their fellow athletes, officials and others – to name but a few. The IOC relies on the common sense of all athletes and other participants in showing respect for the dignity of all fellow athletes, including those of the host country, and of all other spectators and attendees.</li>
<li>The IOC requests the NOCs to contact their athletes with a view to explaining the above and to responding to their queries. Everyone concerned, including NOCs, NGOs and the media, should also respect the personal rights of each individual athlete, which include both the right to express themselves and the right not to comment on political issues.</li>
</ol>
<p>Should there be any doubt, the NOCs may at any time contact Mr Pere Miró, Director of the IOC NOC Relations Department, for assistance.</p></blockquote>
<p>Klarer geht es eigentlich kaum – in negativer Hinsicht allerdings. IOC-Vertreter behaupten dennoch, die Meinungsfreiheit sei gewährleistet. Athleten dürften schließlich auf Pressekonferenzen und/oder den Interviewzonen der Olympischen Arenen auf politische Fragen antworten. Andererseits dokumentiert das Papier ausdrücklich: Wo immer eine Akkreditierung erforderlich ist, ist Vorsicht geboten. Also überall. Denn ohne Akkreditierung ist man ein Nichts bei Olympischen Spielen.</p>

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		<title>Reptilien und andere Gefahren</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 18:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ältere, leicht aggressive Herr hier links heißt Kevan Gosper und kommt aus Australien. Er dient selbstlos dem Olympismus. Seine Biografie, die im Jahr 2000 verlegt und von einer Journalistin geschönt wurde, heißt: &#8220;An olympic life&#8221;. Eigentlich hatte sich das Gosper so gedacht: Buch rausgeben (Frühjahr 2000), in Sydney große Spiele feiern (Herbst 2000) &#8211; und [...]]]></description>
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<p><img vspace="5" align="left" width="205" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/gosper-beijing-05042008.jpg" hspace="5" alt="gosper-beijing-05042008.jpg" height="361" style="width: 149px; height: 255px" />Der ältere, leicht aggressive Herr hier links heißt Kevan Gosper und kommt aus Australien. Er dient selbstlos dem Olympismus. Seine Biografie, die im Jahr 2000 verlegt und von einer Journalistin geschönt wurde, heißt: <a target="_blank" href="http://www.abc.net.au/rn/talks/8.30/sportsf/stories/s111422.htm">&#8220;An olympic life&#8221;</a>. Eigentlich hatte sich das Gosper so gedacht: Buch rausgeben (Frühjahr 2000), in Sydney große Spiele feiern (Herbst 2000) &#8211; und ein dreiviertel Jahr später <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Rogge">IOC-Präsident</a> werden (Juli 2001). Das hat dann nicht ganz geklappt. Es hat vor allem deshalb nicht geklappt, weil Gosper im Mai 2000 seine damals elfjährige Tochter Sophie als erste Australierin in Olympia mit der olympischen Fackel laufen ließ. Dumm aber auch. In Australien dominierte diese Geschiche wochenlang sämtliche Medien. Es war das Gospergate. Der <em>Daily Telegraph</em> aus Sydney druckte im Mai 2000 ein unvorteilhaftes Foto des Ober-Olympiers auf der Titelseite und schrieb in riesigen Lettern, Gosper sei ein &#8220;Reptil&#8221;. Er sei &#8220;gierig, halsstarrig, selbstsüchtig, aufgeblasen und egoistisch&#8221;.</p>
<p>Warum ich daran erinnere?</p>
<p>Dass ausgerechnet der 74-jährige Kevan Gosper sich heute in Peking als erster Kritiker der Fackellauf-Demonstranten und als Bewahrer vermeintlicher olympischer Werte aufspielt, hat eine bigotte Note: Denn seit einem spektakulären Zwischenfall auf der ersten Etappe des Fackellaufes 2000 gilt Gosper in seiner Heimat als Synonym für olympischen Nepotismus.</p>
<p><span id="more-190"></span>Eigentlich war damals als erste australische Fackelläuferin die 15-jährige Yianna Souleles vorgesehen. Souleles, Enkelin griechischer Einwanderer, war von den Mitschülern des Spyridon-Colleges in Sydney gewählt worden. Doch kurz vor der Zeremonie in Olympia wurde sie von Sophie Gosper ersetzt. &#8220;Der griechische Staatspräsident hat mich gefragt, ob meine Tochter ein Stück mit der Fackel laufen wolle&#8221;, behauptete Gosper. &#8220;Hätte ich etwa Nein sagen sollen?&#8221;</p>
<p>Nein? Ach, Quatsch. Also übernahm Sophie Gosper die Flamme vom griechischen Leichtathleten Lambros Papacostas. Da Sophie erst elf Jahre alt war, hätte sie in Australien nicht einmal zu den 11.000 Fackelläufern gehören dürfen, denn dafür war als Mindestalter 12 Jahre angesetzt. Aus Gospers Familie haben noch andere die Fackel getragen: Sein Bruder Peter (1956 in Melbourne, als Kevan Gosper die Silbermedaille mit der 4 x 400-m-Staffel gewann) und sein Sohn Richard (1996). Gosper selbst war auch Fackelläufer, sogar mehrfach.</p>
<p>Die Affäre spitzte sich kurz vor den Sommerspielen noch einmal zu. In einer Dokumentation des deutschen Filmemachers Albert Knechtel (disclaimer: ich nenne ihn Freund, was er möglicher Weise abstreiten wird), die in zwei Dutzend Ländern ausgestrahlt wurde (auf Arte hieß er: <a target="_blank" href="http://archives.arte-tv.com/special/JO2000/dtext/Programmation_5.htm">&#8220;Die Spielemacher&#8221;</a>, in einer kürzeren BBC-Variante <a target="_blank" href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/correspondent/889108.stm">&#8220;The Great Olympic Illusion&#8221;</a>), stellte sich Gosper selbst bloß: Während der Zeremonie in Olympia herrschte er den damaligen IOC-Sprecher Franklin Servan-Schreiber an und gab ihm Anordnungen, wie Sophie nach dem Fackellauf bei TV-Interviews in Szene zu setzen sei. Was Gosper vergaß: Servan-Schreiber war von der TV-Crew mit einem drahtlosen Mikrofon ausgestattet worden.</p>
<p>Im Film leistete sich Gosper mehrere peinliche Auftritte. Der Mann, der sich selbst für einen Medienprofi hält, als Chef der IOC-Pressekommission Journalisten gern belehrt und bei kritischen Fragen auch mal dazwischen bellt, hatte offenbar nicht begriffen, dass eine Fernsehkamera nicht nur Bild- sondern auch Tonaufnahmen macht. Als Servan-Schreiber ihn mit einer vergleichsweise harmlosen Anfrage eines Journalisten konfrontierte, erklärte Gosper, was er von Medienvertretern hält: Erzähl dem sonstwas, sagte er sinngemäß: Gib ihm irgendwelche Zahlen, der wird es schon schlucken, der ist doch nur ein Reporter.</p>
<p>Es heißt bis heute, der Fackellauf seiner Tochter und die tölpelhaften Auftritte in der TV-Dokumentation hätten Gospers Kandidatur für die IOC-Präsidentschaft unmöglich gemacht. So blieb ihm nur noch eine Rache: Er setzte sich erfolgreich dafür ein, dass Franklin Servan-Schreiber entlassen wurde.</p>
<p>Ich glaube im Übrigen, dass Gosper zu den Spin-Doctors der jüngsten IOC-Finte zählt. Man erklärt Demonstranten gegen den <a target="_blank" href="http://torchrelay.beijing2008.cn/en/journey/map/">olympischen Fackellauf</a> kurzerhand zu den einzig Schuldigen an der aufgeheizten Lage. Die chinesischen KP-Bonzen aber sind die Bewahrer der so genannten olympischen Ideale. (Wobei niemand wirklich weiß, was das ist.) Indem das IOC also droht, den internationalen Teil des Fackellaufs nach San Francisco abzubrechen, wird den Demonstranten der Schwarze Peter zugeschoben.</p>
<p>Ursache und Wirkung verkehren sich ins Gegenteil, was damit zu tun haben könnte, dass im IOC-Machtbereich dieselbe PR-Firma tätig ist, die auch für die chinesische Regierung und das Pekinger Organisationskomitee (BOCOG) arbeitet. Es ist eine ausgewiesene Firma fürs Grobe. Mehr dazu <strike>morgen,</strike> u. a. in der <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/404/167919/print.html">Süddeutschen Zeitung</a>.</p>
<p>Diese Propaganda könnte aufgehen.</p>
<p>Warum? Das ist immer wieder auch ein Medienthema. Gestern zum Beispiel wurde landesweit verbreitet, das IOC, namentlich Präsident Rogge, habe China in der Tibet-Frage unter Druck gesetzt. Okay, das kann man so sehen, wenn man vielleicht nicht richtig aufgepasst hat im Sitzungssaal des China World Hotels. Ich aber habe aufgepasst und das, was in der Eile dennoch unklar blieb, von Muttersprachlern und anderen Fachkundigen abgleichen lassen.</p>
<p>Deshalb habe ich gestern für <a target="_blank" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0408/sport/0017/index.html">verschiedene</a> Zeitungen geschrieben:</p>
<blockquote><p>Für seine Verhältnisse hat sich IOC-Präsident Jacques Rogge deutlich wie nie zuvor zur Tibet-Frage geäußert, wenngleich auch er keinerlei Forderungen stellte. &#8220;Wir sind sehr besorgt über die Vorgänge in Tibet und rufen zu einer raschen, friedlichen Lösung auf&#8221;, sagte Rogge. Er kritisierte die Proteste beim Fackellauf. Es gebe keinen Anlass für einen Olympia-Boykott, sagte Rogge, zumal ein Boykott nur die Rechte von Sportlern verletze.</p>
<p>Über Tibet sprach Rogge allerdings erst, nachdem einer der ranghöchsten chinesischen Parteibonzen gegangen war. In Anwesenheit von Wu Bangguo, Nummer zwei der Parteiführung und Chef des Obersten Volkskongresses, erklärte der IOC-Präsident lediglich: Die exzellenten Vorbereitungen in Peking würden &#8220;definitiv zu exzellenten Spielen führen&#8221;.</p></blockquote>
<p>Also nochmal, von Forderungen habe ich nichts gehört. Weder in Peking, noch in den vergangenen Wochen, die Rogge u. a. auf Dienstreise in der Karibik verbracht hat. Aber vielleicht hat er dem Herrn Wu Bangguo hinter verschlossenen Türen ein Ultimatum gestellt. Ich lasse mich da gern belehren. Bis zum Beweis des Gegenteils verbuche ich die Behauptung unter dem Stichwort Propaganda.</p>
<p>Und bei der Gelegenheit fällt mir noch ein dummer Fehler auf, wie peinlich: <a target="_blank" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wu_Bangguo">Wu Bangguo</a> habe ich gestern als Hu Wangguo verkauft, obwohl ich doch noch so viele schöne Geschichten über ihn gelesen hatte, nicht nur in der Wikipedia. Oops, ich habe eben keine Ahnung von den Chinesen, obwohl ich mir Mühe gebe und sogar schon weiß, warum der chinesische Kompass nach Süden zeigt. In China ist vieles anders, das lasse ich einfach mal so stehen.</p>
<p>Aber außer dem Namen des Herrn Wu stimmt einiges in dem Text. Vor allem: Kevan Gosper heißt tatsächlich Kevan Gosper.</p>
<p><small>überarbeitet am 9. April, 04:42 Uhr</small></p>

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