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	<title>jens weinreich &#187; pressefreiheit</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 12:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen: Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen:</p>
<blockquote><p>Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst vor Veränderung haben. Sie glauben, dass ihre bisherigen wirtschaftlichen und politischen Erfolge sie moralisch dazu berechtigen, die Regeln der neuen Welt bestimmen zu können. Sie wollen weiter erfolgreich und mächtig sein, ohne sich so radikal ändern zu müssen, wie es die neuen Umstände der digitalen Welt erfordern. (&#8230;)</p>
<p>Viele „Kartelle der Angst“ werden zwar nach und nach von den Realitäten überholt und politisch und wirtschaftlich marginalisiert. Doch wenn sie im Untergang ihre alte Macht rücksichtslos nutzen, können sie nicht nur vorübergehenden gesellschaftlichen Schaden verursachen.</p>
<p><em><strong>Pavel Mayer</strong>, MdL Berlin, Die Piratenpartei, in der <a title="FAZ.net: Die Antwort der Piraten" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/netzfreiheit-die-antwort-der-piraten-11495541.html" target="_blank">FAZ vom 16. Oktober 2011</a></em></p></blockquote>
<p>Schaun mer also mal, was die MdB im Sportausschuss, Lobbyisten und Wahrheitsbeuger wie Joachim Günther (FDP) und Klaus Riegert (CDU), mittelfristig <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">unter Ausschluss der Öffentlichkeit</a></strong> geplant haben.</p>
<p>Denn dieses <strong>Kartell der Angst</strong> will ja, so die Propaganda, nunmehr fachlich Höchstleistungen vollbringen und all das bieten, wozu es bisher unter den Augen von Journalisten und anderen interessierten Bürgern leider nicht in der Lage war:</p>
<ul>
<li>der Kontrollpflicht von BMI und Sportverbänden nachkommen,</li>
<li>sich professionell vorbereiten und fachlich kompetent sein &#8230;</li>
<li>&#8230; und etliches mehr. (Wer sich darüber ein Bild machen möchte, dem seien erneut meine <a title="tag Notizen vom Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/novosp/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss und viele andere Beiträge empfohlen</a>.)</li>
</ul>
<p>Jetzt aber wird alles anders.</p>
<p><a title="abgeordnetenwatch.de" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37894--f315487.html#q315487" target="_blank">Klaus Riegert</a> <a title="klaus-riegert.de - Erklärung seines Mitarbeiters Thomas Dorenburg" href="http://klaus-riegert.de/gaestebuch.php?SESSION_ID=d33da3c7d36e383449569076c0caf2d3" target="_blank">dumpft:</a></p>
<blockquote><p>In Blick auf ein effektives und fachpolitisches Arbeiten ist man daher zur ursprünglichen Form entsprechend der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages zurückgekehrt. Diesen Wechsel als einen „Skandal“ zu bezeichnen oder diesen in Verbindung mit „autoritären Systemen“ zu stellen, spricht für sich selbst.</p></blockquote>
<p>Joachim Günther <a title="joachimguenther.de" href="http://www.joachimguenther.de/" target="_blank">irrlichtert:</a></p>
<blockquote><p>Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll eine effizientere Arbeit ermöglicht werden. <strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong> Joachim Günther: &#8220;Auch ich stehe selbstverständlich für Themenanfragen zur Verfügung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da stimmt natürlich kaum etwas an diesen großen und kleinen Wahrheitsbeugungen. Oder soll ich etwa sagen: Lügen?</p>
<p>Zwei Beispiele nur, die belegen, dass der Steinzeit-Kommunikator Günther, der so gewiss auch in Nordkorea Karriere gemacht hätte, mitnichten stets zur Verfügung steht:</p>
<ul>
<li><a title="Ein Arbeitsprotokoll ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/" target="_self">Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB’s im Sportausschuss</a></li>
<li>Grit Hartmann: <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)</a> &#8211; sie schreibt &#8230;</li>
</ul>
<blockquote><p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht.</p></blockquote>
<p>So ist das mit der Wahrheit.</p>
<p>Noch einmal MdB Günther:</p>
<blockquote><p><strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong></p></blockquote>
<p>Und nun weiter mit den Fakten. Zurück zur Eingangsfrage:</p>
<p><strong>Was planen sie also in der nächsten Zeit, die Sportpolitiker des Bundes?</strong></p>
<p>Hier der Stand der Ermittlungen, aus dem Bundestag, die Themenliste <span style="text-decoration: line-through;">der kommenden Sitzungen</span> nichtöffentlichen Sitzungen des kommenden Jahres:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11014" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt1neu.png" alt="" width="498" height="769" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11015" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt2neu.jpg" alt="" width="499" height="338" /></p>
<p>Das ist, nun ja, nicht sehr viel.</p>
<p>Ist ja auch nichts los im Sportbusiness. Nichts, was aufzuarbeiten und zu diskutieren wäre. Nichts Dringendes, nichts Drängendes. Nichts, was die Öffentlichkeit interessieren könnte. (Es gibt keinen Formel-1-Bayern-LB-Bestechungsprozess, keine flächendeckende Korruption bei der FIFA und in vielen anderen Weltverbänden, keine Misswirtschaft in deutschen Sportorganisationen, keine Verstöße gegen Dopingregeln, keinen Handball-Prozess in Kiel &#8230; die Liste, was es alles nicht gibt, ließe sich ins Unendliche verlängern, denn die Welt ist in Ordnung.)</p>
<p><strong>Was also tun?</strong></p>
<ul>
<li><strong>1)</strong> Ich finde, weder Medien noch die sonstige Öffentlichkeit sollten das den CDU-CSU-FDP-Kameraden durchgehen lassen.</li>
<li><strong>2)</strong> Mit Glossen, die gestern und heute in einigen Zeitungen zu lesen waren, ist es allein nicht getan. Es bedarf klarerer Worte und Aktionen. Denn diese Steinzeit-Handlungen höhlen die Demokratie weiter aus.</li>
</ul>
<p>Und diejenigen aus der Opposition, die nun mit <a title="Grüne-PM" href="http://violavoncramon.de/aktuelles/aktuelles-news-single/article/angst_vor_der_oeffentlichkeit/" target="_blank">einiger</a> <a title="Linke-PM" href="http://www.linksfraktion.de/nachrichten/schwarz-gelbe-rolle-rueckwaerts/" target="_blank">Verspätung</a> das Vorgehen der Koalition <a title="SPD-PM" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58749,00.html" target="_blank">kritisieren</a>, gehen ja auch selten mit gutem Beispiel voran &#8211; überzeugende Sachpolitik im Sportausschuss jedenfalls stelle nicht nur ich mir anders vor. Jedenfalls nicht so, wie ich es seit einem Jahrzehnt im Sportausschuss erlebt habe. (Aber ich bin eben ein Träumer.)</p>
<p><strong>Michael Reinsch</strong> <a title="faz.net: Spiel mit verdeckten Karten" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/sportausschuss-spiel-mit-verdeckten-karten-11506055.html" target="_blank">sieht es ähnlich</a>, und er darf gewissermaßen als Doyen der Ausschuss-Berichterstatter gelten:</p>
<blockquote><p>Dass die Sportpolitiker von Union und Freien Demokraten der Öffentlichkeit die Tür ins Gesicht schlagen, ist nur deshalb kein Skandal, weil sie die Bedeutung des Ausschusses (&#8230;) ohnehin längst unterminiert haben.</p></blockquote>
<p>Nochmal: <strong>Was also tun?</strong></p>
<p>Einiges ist in den <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">Kommentaren</a> schon andiskutiert worden.</p>
<p>Es gibt viele Möglichkeiten.</p>
<ul>
<li><strong>3)</strong> Ich finde, ein <strong>partieller Medienboykott</strong> ist angebracht. Weder Blogger noch Journalisten sollten von den künftigen Ausschusssitzungen berichten. Das gilt auch für Nachrichtenagenturen.</li>
<li><strong>4)</strong> Wohl aber sollten diese Medienmenschen ihre frei werdende Zeit sinnvoll nutzen und geschlossen wichtige Hintergründe, Skandälchen und Skandale der real existierenden deutschen Sportpolitik <strong>recherchieren</strong>.</li>
</ul>
<p>Themen gibt es en masse.</p>
<p>Solche Skandale wie die <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Bremserrolle der Deutschen im internationalen Antidopingkampf</a>, wie gerade wieder von Grit Hartmann akribisch seziert, verdienen mehr Aufmerksamkeit. Weil derlei Recherchen ein Lügengebilde entlarven.</p>
<p><strong>Und das übrigens ist die wichtigste Aufgabe von Journalismus. </strong></p>
<p>Es zählt aber nicht zu Aufgaben von Journalisten, Informationsblockern und Wahrheitsallergikern wie Riegert, dem Teppichhändler (CDU) und/oder Günther (FDP) hinterherzulaufen und sich von ihnen erzählen zu lassen, <span style="text-decoration: line-through;">welche Spiele am iPad gespielt wurden</span> wie heldenhaft sie gerade unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Sportausschuss Demokratie gespielt haben, und derlei Propaganda dann ungeprüft und ungestraft unters Volk zu bringen.</p>
<p>No way.</p>
<p>Stattdessen sollten Journalisten und Blogger und interessierte Bürger vielmehr, zum Beispiel &#8230;</p>
<ul>
<li><strong>5)</strong> &#8230; die <a title="google search" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;oq=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=1&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=17347l20672l0l21032l2l2l0l0l0l0l134l134l0.1l1l0" target="_blank">Geschäfte des Joachim Günther (FDP)</a> durchleuchten,</li>
<li><strong>6)</strong> &#8230; das <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Eigenleben der in Bonn residierenden BMI-Sportabteilung</a> unter Gerhard Böhm beschreiben,</li>
<li><strong>7) </strong>&#8230; den Öffentlichkeitsblockern im Ausschuss Demokratie beibringen, nicht erst bei den nächsten Wahlen, wenn die Kreuze für die Piratenpartei gemacht werden.</li>
</ul>
<p>Es wäre viel mehr zu sagen, und es ist auch schon sehr viel gesagt worden, zur <strong><a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_self">Propagandamaschine</a></strong> (Lesebefehl, Namen und Zahlen beliebig austauschbar) und zum <a title="We are family: der kritische Schulterschluss von Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Schulterschluss von Sport und Politik</a> &#8211; hier und anderswo.</p>
<p>Was man &#8211; Bürger, Journalisten, Blogger &#8211; also tun könnte, das würde ich gern etwas ausführlicher besprechen.</p>
<p>Für mich ist dieser Vorgang ein Grund mehr, endlich meinen lang gehegten Plan umzusetzen, und unter dem Label &#8220;Sport and Politics&#8221; eine sportpolitische Berichterstattung anzubieten, die weit über das hier im Blog angebotene hinausgeht und national wie international eine Marktlücke füllt.</p>
<p><strong>Any thoughts? Vorschläge? Lasst uns sammeln und diskutieren &#8211; Sofortmaßnahmen, Recherchethemen. Alles.</strong></p>
<p><strong>Nachtrag, </strong><strong></strong><strong>20.58 Uhr: </strong></p>
<ul>
<li><a title="JonathanSachse.de" href="http://jonathansachse.de/?p=1198" target="_blank">Jonathan Sachse reagiert auf seinem Blog:</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Vor drei Jahren habe ich meine Studium-Abschlussarbeit über “Crowdsourcing in Sportvereinen” geschrieben. Von dem Modell der “Weisen Masse” bin ich überzeugt. Man muss die Möglichkeiten der modernen online Datenbank nur sinnvoll einsetzen. Nach der passenden Mechanik muss sicherlich noch gesucht werden.</p></blockquote>
<p><strong>21.21 Uhr:</strong></p>
<p>Daniel Drepper schreibt in seinem Blog:</p>
<blockquote><p>Wofür braucht es noch einen Sportausschuss, wenn er weder entscheiden kann, noch öffentliche Diskussionen bietet?</p></blockquote>
<p>&#8230; und wenn er seiner Kontrollfunktion nicht nachkommt?</p>
<p><strong>Es braucht ihn gar nicht (mehr).</strong></p>
<p>Das sieht Perikles Simon offenbar auch so:</p>
<blockquote><p><strong><a title="n-tv.de" href="http://www.n-tv.de/sport/Doping-Jaeger-plagen-Zweifel-article4316346.html" target="_blank">Ausgelacht von Sportpolitikern</a></strong></p>
<p>In Freiburg tauchten Feinde des Anti-Doping-Kampfes aus den verschiedensten Ecken auf. Perikles Simon, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der Uni Mainz und einer der Hoffnungsträger der Branche, berichtete in einer Diskussion eher beiläufig, dass er von einer Gruppe deutscher Sportpolitiker eingeladen und um Rat gefragt worden war. Er sei ausgelacht worden, als er die Notwendigkeiten für einen effektiven Anti-Doping-Kampf erläuterte. Simon: <strong>&#8220;Glauben Sie, da gehe ich noch einmal hin?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Was der Sportinformationsdienst in dieser Meldung flapsig als &#8220;Gruppe deutscher Sportpolitiker&#8221; bezeichnet, war: der Sportausschuss.</p>
<p>Ich meine, es handelte sich um <a title="Die miserable Erfolgsquote der Dopinganalytik – und die Erfolgsmeldung von BMI, NADA und BVA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/" target="_self">diese Sitzung vor einem Jahr (hier findet sich auch der Vortrag von Simon)</a>, bei der sich der nun wirklich verdienstvolle Wissenschaftler heftiger Angriffe erwehren musste.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Journalisten im polizeilichen Fahndungssystem</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/23/journalisten-im-polizeilichen-fahndungssystem/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 12:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[dfb]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 21. und 22. Oktober findet in der Philharmonie Essen der &#8220;Ordentliche Bundestag 2010&#8243; des Deutschen Fußball-Bundes statt, inklusive einer Art Krönungsmesse für das DFB-Oberhaupt. Als Journalist darf man sich für diese Veranstaltung, für die laut DFB-Mitteilung &#8221;besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten&#8221;, ab heute akkreditieren. Der DFB verlangt auch eine so genannte &#8220;Einverständniserklärung zur polizeilichen Überprüfung&#8221;. Warum? Keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 21. und 22. Oktober findet in der Philharmonie Essen der &#8220;Ordentliche Bundestag 2010&#8243; des Deutschen Fußball-Bundes statt, inklusive einer Art Krönungsmesse für das DFB-Oberhaupt. Als Journalist darf man sich für diese Veranstaltung, für die laut DFB-Mitteilung &#8221;besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten&#8221;, ab heute akkreditieren. Der DFB verlangt auch eine so genannte &#8220;Einverständniserklärung zur polizeilichen Überprüfung&#8221;. Warum? Keine Ahnung.</p>
<blockquote><p>Hiermit erkläre ich mein Einverständnis, meine Personalien aus dem Anlass der Veranstaltung „ordentlicher DFB-Bundestag“ am 22.10.2010 in Essen durch die Polizei im polizeilichen Fahndungssystem überprüfen zu lassen.</p></blockquote>
<div id="attachment_9519" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/09/dfb-polizei-kl.jpg"><img class="size-full wp-image-9519" title="DFB-Bundestag 2010, Formular zur &quot;polizeilichen Sicherheitsüberprüfung&quot; für Journalisten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/09/dfb-polizei-kl.jpg" alt="" width="530" height="545" /></a><p class="wp-caption-text">DFB-Bundestag 2010, Formular zur &quot;polizeilichen Sicherheitsüberprüfung&quot; für Journalisten</p></div>
<p>Es ist der ganz normale Wahnsinn für etliche lächerliche Akkreditierungen, die Mann als Journalist beantragen muss. Beim DFB heißt es Überprüfung &#8220;im polizeilichen Fahndungssystem&#8221;. Manche nennen es anders, zum Beispiel</p>
<ul>
<li><a title="Willkommen im Überwachungsstaat: die Alpine Ski-WM 2011" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/27/willkommen-im-uberwachungsstaat-die-alpine-ski-wm-2011/" target="_self">&#8220;Einwilligungserklärung zur Zuverlässigkeitsüberprüfung durch die Polizei&#8221;</a> (Alpine Ski-WM 2011)</li>
<li><a title="taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/05/taz-verzichtet-auf-berichterstattung-von-der-leichtathletik-wm/" target="_self">&#8220;Einverständniserklärung zur Zuverlässigkeitsprüfung&#8221;</a> (Leichtathletik-WM 2009)</li>
</ul>
<p>Bin ich &#8220;zuverlässig&#8221;? Sind Journalisten &#8220;zuverlässig&#8221;? Und wer urteilt darüber, ob sie &#8220;zuverlässig&#8221; sind? Ich halte das im Grunde für absurd und erlaube mir dazu die Meinungsäußerung: <a title="Stasi 2.0" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stasi_2.0" target="_blank">Stasi 2.0</a> &#8211; Willkommen im Überwachungsstaat.</p>
<ul>
<li>René Martens in der taz: <a title="taz: Die unfreiwillige Freiwilligkeit" href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010/09/02/a0140&amp;cHash=87e071b4e0" target="_blank">&#8220;Die unfreiwillige Freiwilligkeit&#8221;</a>, Wollen Journalisten in Deutschland von Sport- und Politik-Großereignissen berichten, müssen sie sich von Sicherheitsbehörden überprüfen lassen. Ein breites Medienbündnis fordert ein Ende dieser Praxis</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Willkommen im Überwachungsstaat: Alpine Ski-WM 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 09:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einem dreiviertel Jahr hatte die Berliner tageszeitung eine überfällige Debatte über die so genannte Sicherheitsüberprüfungen von Journalisten (Stasi 2.0) eröffnet. Damals ging es um das Akkreditierungsverfahren zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Nun setzt die taz diese Debatte fort und eröffnet die Diskussion über die Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen: Jürn Kruse in der taz: Berichterstattung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem dreiviertel Jahr hatte die Berliner <strong>tageszeitung</strong> <a title="taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM" href="http://jensweinreich.de/2009/08/05/taz-verzichtet-auf-berichterstattung-von-der-leichtathletik-wm/" target="_self">eine überfällige Debatte über die so genannte Sicherheitsüberprüfungen von Journalisten</a> (Stasi 2.0) eröffnet. Damals ging es um das Akkreditierungsverfahren zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Nun setzt die taz diese Debatte fort und eröffnet die Diskussion über die Alpine Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen:</p>
<ul>
<li>Jürn Kruse in der taz: <a title="taz vom 26. Mai 2010" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/alle-sind-verdaechtig/" target="_blank">Berichterstattung über Ski-WM: Alle sind verdächtig</a></li>
</ul>
<p>Das ist eine besondere WM, nicht die einzige olympische WM im kommenden Winter in Deutschland &#8211; kurz vor der IOC-Entscheidung über die Olympischen Winterspiele 2018, um die sich auch München bewirbt. In die WM in GaPa werden <a title="München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Unmengen von Steuermitteln gepumpt</a>, kürzlich wurden <a title="Goldener Plan für München 2018: weitere 1,5 Millionen aus Steuermitteln ..." href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/goldener-plan-fur-munchen-2018-mal-eben-15-millionen-euro-mehr-aus-steuermitteln/" target="_self">weitere 1,5 Millionen</a> vom Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt, für ein so genanntes Kulturprogramm, das nichts ist als eine Subventionierung der Olympiabewerbung, die offiziell allein aus der Privatwirtschaft finanziert wird (tatsächlich aber werden schon wieder dutzende Millionen aus öffentlichen Kassen verpulvert, die in keinem Bewerbungsetat auftauchen).</p>
<p>Kurze Zusammenfassung zur Olympia-Subventionierung und Intransparenz kürzlich im Deutschlandfunk:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/24/dlf_20100524_1955_8ee41036.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Aber ich will nicht abschweifen.</p>
<p>Zur mit Bundesmitteln geförderten &#8220;Kultur&#8221; dieser alpinen WM zählt natürlich auch wieder die Überwachung von Berichterstattern. Könnte ja sein, dass sich einer derjenigen Journalisten, die meist schon viele Großveranstaltungen gecovert haben und deshalb den Organisatoren, dem Ski-Weltverband und auch dem IOC (wir reden hier über olympischen Sport) bestens bekannt sind (man müsste sich nur untereinander mal verständigen), als lang gesuchte Terroristen entpuppen.</p>
<p>Jürn Kruse schreibt:</p>
<blockquote><p>Bei der Ski-WM müssen die Berichterstatter neben persönlichen Daten nun wieder eine Einwilligung zur &#8220;Zuverlässigkeitsüberprüfung&#8221; abgeben. Vollkommen freiwillig natürlich. &#8220;Sollten Sie diese allerdings verweigern, kann eine Akkreditierung nicht erfolgen&#8221;, heißt es in der &#8220;Datenschutzinformation&#8221;. Wie gesagt: vollkommen freiwillig.</p>
<p>&#8220;Das ist ganz klar eine Zwangslage&#8221;, sagt Benno Pöppelmann, Justitiar beim Deutschen Journalistenverband (DJV) – und damit nicht zulässig. Denn Journalisten hätten grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Akkreditierung. Außerdem müssten etwaige Sicherheitsbedenken der Behörden rechtzeitig den Journalisten direkt offenbart werden, um Gelegenheit zu geben, solche Bedenken auszuräumen.</p>
<p>Wer 2011 von der Pressetribüne aus über die Ski-Olympiasiegerinnen Maria Riesch und Viktoria Rebensburg berichten will, wird zuvor vom Bundeskriminalamt (BKA), dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) und dem Landesamt für Verfassungsschutz überprüft. Wer aus dem Ausland kommt, wird vom Bundesnachrichtendienst (BND) durchleuchtet.</p>
<p>Dabei können nicht nur Verurteilungen und laufende Ermittlungen, sondern auch eingestellte Ermittlungsverfahren zu einer Ablehnung führen – genau wie ein Eintrag in der Datei &#8220;Gewalttäter Sport&#8221;. Obwohl die Verwaltungsgerichte Hannover, Lüneburg und Karlsruhe unisono feststellten, dass es der Datensammlung an einer ausreichenden rechtlichen Grundlage fehle.</p></blockquote>
<p>Hier die Originale:</p>
<ul>
<li><a title="Alpine WM 2011, &quot;Datenschutz&quot;" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/05/datenschutzinfo.pdf" target="_blank">Datenschutzinformationen zum Akkreditierungsverfahren</a> der Alpinen WM 2011 <em>(pdf, 5 Seiten, 70 kb)</em></li>
<li><a title="LA-WM 2009 &quot;Datenschutz&quot;" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/berlin2009-stasi20.pdf" target="_blank">Datenschutzinformationen zum Akkreditierungsverfahren</a> der Leichtathletik-WM 2009 <em>(pdf, 6 Seiten, 1 MB)</em></li>
</ul>
<p>Natürlich haben Journalisten auch für die WM 2011 ein Wahlrecht:</p>
<blockquote><p>Es unterliegt Ihrer freien Entscheidung, Ihre Einwilligung in die hier dargestellte Datenverarbeitung, insbesondere in die Zuverlässigkeitsüberprüfung, zu erteilen. Sollten Sie diese allerdings verweigern, kann eine Akkreditierung nicht erfolgen.</p>
<p>Sie haben auch das Recht, eine einmal erteilte Einwilligung nachträglich zu widerrufen. Für diesen Fall müsste Ihnen allerdings eine bis dahin erteilte Akkreditierung wieder entzogen werden.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Täubchen für Sepp, den Friedensstifter und Rechenkünstler</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/25/taubchen-fur-sepp-den-friedensstifter-und-rechenkunstler/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 May 2010 22:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin durch diese Auszeichnung tief bewegt. Es ist ein schönes Symbol, welches gut zu unserer Mission bei der FIFA passt. Unser Ziel ist es, für die Jugend eine bessere Welt zu gestalten, und ich glaube, dass Ihre Philosophie des Friedens in dieselbe Richtung zielt. FIFA-Präsident Joseph Blatter Es wird langsam ernst. Wenige Tage noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich bin durch diese Auszeichnung tief bewegt. Es ist ein schönes Symbol, welches gut zu unserer Mission bei der FIFA passt. Unser Ziel ist es, für die Jugend eine bessere Welt zu gestalten, und ich glaube, dass Ihre Philosophie des Friedens in dieselbe Richtung zielt.</p>
<p><em>FIFA-Präsident Joseph Blatter</em></p></blockquote>
<p>Es wird langsam ernst. Wenige Tage noch bis zu den Blatter-Festspielen, die im Volksmund auch FIFA World Cup 2010 ™ genannt werden. Das WM-Turnier soll Joseph Blatter ja nicht nur die Wiederwahl, sondern auch den Friedensnobelpreis bescheren. In Zürich hat er zunächst die &#8220;Colombe de la Paix de Genève&#8221; eines Schweizer Uhrenherstellers erhalten.</p>
<p>Die FIFA <a title="FIFA-PM vom 19. Mai 2010" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/insidefifa/news/newsid=1214003.html#blatter+erhalt+colombe+geneve" target="_blank">teilte dazu</a> in gewohnt bescheidener Prosa mit:</p>
<blockquote><p>Doch um was handelt es sich bei der &#8220;Colombe de Genève&#8221; – der Taube aus Genf? Es ist eine limitierte Auflage von Uhren, auf denen zwei Tauben abgebildet sind – das Symbol für den Frieden auf der ganzen Welt. Bei diesem Modell sind auf den sich drehenden Zifferblättern aus Saphir die Bilder von zwei Tauben eingraviert. Eines dreht sich in der Geschwindigkeit der Minuten und das zweite in der Geschwindigkeit der Stunden. Jede Stunde treffen sich die zwei Abbildungen, um für die Dauer einer Minute eine einzige Taube zu formen. Die Botschaft ist einfach: Es ist lohnenswert, 59 Minuten lang zu kämpfen, um eine Minute Frieden zu erzielen. (&#8230;)</p>
<p>Quinting verleiht diese besondere Uhr an wichtige Persönlichkeiten, die einen Beitrag zur Förderung des Friedens geleistet haben. So tragen beispielsweise der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton, der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika, der ghanaische ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der Premierminister Bahreins, Sheikh Khalifa bin Salman al Khalifa, der russische Premierminister Vladimir Putin sowie zahlreiche ehemalige Schweizer Staatsoberhäupter (Pascal Couchepin, Joseph Deiss, Moritz Leuenberger, Samuel Schmid) ebenfalls eine solche Uhr, um ihr Engagement für diese Sache zu demonstrieren.</p></blockquote>
<p>Mir kommen die Tränen. Doch was will Mann machen. Die Ordensliste Sepp des Großen, die ich <a title="Sepp, Superstar (1): “The Grand Cordon of the Order of the Rising Sun?" href="http://jensweinreich.de/2009/04/29/sepp-superstar-the-grand-cordon-of-the-order-of-the-rising-sun/" target="_self">hier</a> <a title="Sepp, Superstar (2): “Der Fromme, der Große und der Heilige?" href="http://jensweinreich.de/2009/05/02/sepp-superstar-2-der-fromme-der-grose-und-der-heilige/" target="_self">gelegentlich</a><a title="Versierteste Protagonisten" href="http://jensweinreich.de/2008/10/01/versierteste-protagonisten/" target="_self"> vervollständigt</a> <a title="Zug: das Vorspiel" href="http://jensweinreich.de/2008/03/11/zug-das-vorspiel/" target="_self">habe</a>, wird länger und länger. Und in den Ranglisten der <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (I)" href="http://jensweinreich.de/2008/10/10/die-machtigsten-sportfursten-der-welt/" target="_self">mächtigsten Sportfürsten</a> <a title="Die mächtigsten Sportfürsten der Welt (II)" href="http://jensweinreich.de/2009/01/01/die-machtigsten-sportfursten-der-welt-ii/" target="_self">der Welt</a> wird er ja auch wieder ganz vorn geführt. Alles bestens organisiert, glaube nur niemand an Zufall.</p>
<p>Der so genannte Branchendienst <a title="Around the Rings" href="http://www.aroundtherings.com/golden25.aspx" target="_blank">Around the Rings</a> jedenfalls kürte Blatter im WM-Jahr zum wichtigsten Mann im olympischen Weltsport. Und die FIFA machte daraus eine <a title="FIFA PM" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/president/news/newsid=1153332.html" target="_blank">Pressemitteilung</a>, in der nicht unerwähnt blieb, dass Blatter auf der <a title="Forbes-Liste 2009" href="http://www.forbes.com/forbes/2009/1130/power-09-obama-jintao-putin-worlds-most-powerful-people.html" target="_blank">Forbes-Liste</a> der most powerful people weltweit auf Rang 53 eingekommen ist &#8211; zwar noch hinter Osama Bin Laden, doch vor Jacques Rogge und Hugo Chavez. Believe it or not: Unserem Freund Sepp ist das alles sehr wichtig.</p>
<p>Als Kontrastprogramm zu den Heldengeschichten des Joseph Blatter flink noch einige Lesebefehle von und mit meinem Freund und Kollegen <strong>Andrew Jennings</strong>:</p>
<ul>
<li><strong>Transparency in Sport</strong>: <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Now_South_African_press_dumps_on_Blatter/south_african_press_dumps_on_blatter.html" target="_blank">Now South African Press dumps on Blatter</a></li>
</ul>
<p>Hier hat AJ zahlreiche beeindruckende Beispiele aus südafrikanischen Medien zusammengestellt, wo unter anderem nachgewiesen und kritisiert wird, dass die FIFA von Pressefreiheit und kritischem Journalismus nicht sehr viel hält. Nicht zu vergessen: Jennings ist seit 2003 von FIFA-Veranstaltungen verbannt! (Dagegen ist <a title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">meine Bekanntschaft mit der FIFA-Ethikkommission</a> ein Witz, denn schließlich habe ich auch diesmal wieder eine WM-Akkreditierung erhalten.)</p>
<ul>
<li>Transparency in Sport: <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Blatter's_ploy_to_dump_shamed_Warner/blatter's_ploy_to_dump_shamed_warner.html" target="_blank">Blatter&#8217;s ploy to dump shamed Warner</a></li>
<li>Matthew Bell in <strong>The Independent</strong>: <a title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/media/press/was-lord-triesman-on-to-something-just-ask-jennings-1980382.html" target="_blank">Was Lord Triesman on to something? Just ask Jennings</a></li>
<li>Roger Lytollis in <strong>The Cumberland News</strong>: <a title="The Cumberland News" href="http://www.cumberlandnews.co.uk/news/people/cumbrian-journalist-waging-one-man-war-against-fifa-1.711307?referrerPath=home  " target="_blank">Cumbrian journalist waging one man war against FIFA</a></li>
</ul>
<p>Mich hat in den vergangenen Tagen eine Kleinigkeit amüsiert: Ausgehend von einem BBC-Gespräch mit FIFA-Generalsekretär Valcke machte kürzlich eine <a title="ESPN Soccernet" href="http://soccernet.espn.go.com/world-cup/story/_/id/5180591/ce/us/fifa-gives-organizers-100-million-event-said-financially-sound&amp;cc=5739?ver=global" target="_blank">Meldung weltweit Schlagzeilen</a>, wonach die FIFA den WM-Organisatoren mit weiteren 100 Millionen Dollar unter die Arme gegriffen hat. Im Prinzip hatte mir das Joseph Blatter schon <a title="Sepp Blatter oder: Interviews vs. Hintergrundberichte" href="http://jensweinreich.de/2010/04/27/sepp-blatter-oder-interviews-vs-hintergrundberichte/" target="_self">zwei Wochen zuvor in einem Interview</a> bestätigt (ab etwa 4:40). Denn er sagte:</p>
<blockquote><p>Ich weiß nur, dass diese FIFA WM in Südafrika wird die FIFA etwas teurer kommen als vorgesehen. Und wir haben dazu 100.000 Dollar freigestellt.</p></blockquote>
<p>100.000 oder 100 Millionen, was macht das schon? Sepp hatte einfach nur drei Nullen vergessen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>IOC-Direktor Mark Adams sagt: &#8220;They want to have a quiet meeting to discuss their issues&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/ioc-direktor-mark-adams-sagt-they-want-to-have-a-quiet-meeting-to-discuss-their-issues/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 18:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Play the Game: &#8220;The secret Olympic Congress in Copenhagen&#8220; Die Fortsetzung der Geschichte, die mich heute arbeitsmäßig etwas eingeschränkt hat. Sperrt das IOC Journalisten aus? Ich meine noch immer: Ja. Komme gerade von einem Press Briefing mit IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. Er sagt, frei wiedergegeben: Im Kongressbereich selbst werden auch morgen wohl nur 20 bis 30 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><strong>Play the Game</strong>: &#8220;<a title="PTG: The secret Olympic Congress" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/the-secret-olympic-congress-in-copenhagen-4541.html" target="_blank">The secret Olympic Congress in Copenhagen</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Die Fortsetzung <a title="The day after, Olympic Congress: IOC sperrt Journalisten aus*" href="http://jensweinreich.de/?p=5399" target="_self">der Geschichte</a>, die mich heute arbeitsmäßig etwas eingeschränkt hat. Sperrt das IOC Journalisten aus? Ich meine noch immer: Ja. Komme gerade von einem Press Briefing mit IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. Er sagt, frei wiedergegeben:</p>
<ul>
<li>Im Kongressbereich selbst werden auch morgen wohl nur 20 bis 30 ausgewählte Journalisten zugelassen. &#8220;They want to have a quiet meeting.&#8221; Jeder Journalist könne sich nicht jederzeit überall bewegen. Also, mit meinen Worten: seiner Arbeit nachgehen.</li>
<li>Adams sprach von &#8220;sensitive access&#8221;. Es werde &#8220;at least&#8221; der Lobbybereich für alle Journalisten zugänglich sein. Etwa 200 sind noch in Kopenhagen. Eigentlich rechnen alle damit, dass es täglich weniger werden. Man soll sich aber bitte &#8220;diskret&#8221; verhalten und nicht so oft fotografieren.</li>
<li>Auf die Bemerkung, dass das quasi historische Beschränkungen auf IOC-Kongressen seien (nicht auf Sessionen, da darf man auch heute nicht rein, nur seit 1999 kann man sie live am TV verfolgen), sagte Adams: &#8220;Unfortunately, I can&#8217;t give you a historical view.&#8221;</li>
<li>Er hat das System umgesetzt, das ihm aufgetragen wurde. &#8220;The system I was asked to do.&#8221; Sein Boss heißt Jacques Rogge.</li>
<li>200 Journalisten können also nie und nimmer in den Kongressbereich, sagt er. Als hätte Adams (zuvor beim World Ecenomic Forum), als hätten die meisten Kollegen und erst recht die Delegierten, nicht schon jeder mindestens 100, viele wohl tausend Konferenzen erlebt. Wenn eine Session überfüllt ist, versucht man einen Stehplatz zu finden, wenn das auch nicht gelingt, ärgert und trollt man sich und versucht, die Session an einem Bildschirm oder hier eben im Internet-Livestream. Eigentlich recht simpel und nicht der Erwähnung wert. Doch leider ist das im IOC nicht selbstverständlich. Noch einmal: Selbst der letzte Olympische Kongress 1994 in Paris unter Samaranch Senior war öffentlicher und besser vorbereitet, Journalisten konnten sich mit Ausnahme von <a title="tag: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?s=andrew+jennings" target="_self">Andrew</a> <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Jennings</a>, den das IOC damals mit einem Bann und Akkreditierungsverbot belegt hatte, relativ frei bewegen. Wir brachten Jennings damals die gedruckten Reden raus in das Café am Eingang des Kongresszentrums in La Fayette.</li>
<li>Ob Mikrofone erlaubt sind und also Interviews mit den hohen Herrschaften, weiß ich jetzt nicht genau. Als jemand, der auch fürs Radio arbeitet und gern <a title="Interview mit Thomas Bach" href="http://jensweinreich.de/?p=3458" target="_self">Interviews im Blog veröffentlicht</a>, wäre das sehr hilfreich. Oder anders: Es ist völlig normal, dass ich meine Gespräche und Interviews in Rundfunkqualität aufnehme. Das kann mir eigentlich niemand verbieten. Wir werden sehen.</li>
<li>Achso: Ab morgen, dem zweiten Kongresstag und dem vierten Tagungstag in Kopenhagen, soll es für alle Journalisten einen Zeitplan mit den Themen und Reden und Referenten geben.</li>
<li>Achso: Ab morgen, dem zweiten Kongresstag und dem vierten Tagungstag in Kopenhagen, soll es für alle Journalisten einen Zeitplan des zweiten Teils der IOC-Session (7.-9. Oktober) geben, die ja unter anderem über die Wiederwahl von Rogge und die Aufnahme von Rugby und Golf ins <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://jensweinreich.de/?cat=1529" target="_self">Olympische Programm</a> befindet. Ein detaillierter Zeitplan? &#8220;Ja, das können wir tun&#8221;, sagt Adams. &#8220;Warum eigentlich nicht?&#8221;</li>
<li>Ein Journalist, der zehn Jahre in China gelebt hat, berichtet über den Volkskongress, der mehr Bewegungmöglichkeiten, wenngleich keine Diskussionsmöglichkeiten (hier auch nicht) für Journalisten biete &#8211; und mehr Informationen. Wenn die Chinesen das schon können, sei das wohl auch dem IOC zuzutrauen. Gelächter. Offensichtlich ist es anders. China und das IOC und die Internetfrage &#8211; <a title="tag: Internetfrage" href="http://jensweinreich.de/?s=internetfrage" target="_self">hier entlang</a>.</li>
<li>Lars Werge aus Dänemark fragt nach der öffentlichen Debatte bei diesem Kongress, der ja ein besonderer sein sollte, es war so eine Debatte versprochen worden im Februar 2006, als der Kongress an Kopenhagen vergeben wurde. Adams berichtet von 1300 Vorschlägen im &#8220;virtuell Kongress&#8221; (ich habe übrigens vor Ewigkeiten versucht, mich dort einzuloggen und Vorschläge zur Korruptionsbekämpfung zu machen. Ich habe es nicht geschafft &#8211; oder das System hat mich nicht gewollt) und rund 20.000 Zugriffen bei Youtube. Lars Werge ätzt: &#8220;Oh, soviel seit dreieinhalb Jahren, das ist beeindruckend.&#8221; Finde ich auch :)</li>
</ul>
<p>Mal sehen, ob sich die IOC Pressekommission mit dem Thema befasst. Ich habe da wenig Hoffnung, die von Kevan Gosper geleitete  <a title="IOC Press Commission" href="http://www.olympic.org/en/content/The-IOC/Commissions/Press/" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Pressekommission</span></a> oder die <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self"><span style="color: #6b8e23;">Olympic Journalists Association</span></a> stehen doch eher für etwas anderes. Adams sagt: Nachdem, was heute abging, wird das diskutiert werden.</p>
<p>Schlusswort Mark Adams heute Abend:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Thanks, this was the most enjoyable press briefing.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Gern geschehen.</p>
<p>Was übrigens wieder typisch war: Die meisten derjenigen, die eine der komischen grünen Armbinden erhalten haben, kümmerten sich nicht mehr um das Meeting mit Adams. Sie waren ja bedient worden. So sind sie, die Journalisten.</p>
<p><strong>4. Oktober, 8.50 Uhr:</strong> Die ersten Kollegen berichten, heute dürften sich Journalisten frei bewegen &#8211; ob mit oder ohne giftgrünes Armband. Na bitte, geht doch.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>The day after, Olympic Congress: IOC sperrt Journalisten aus*</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 08:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rios Olympiagastgeber, Bewerber sind sie ja nicht mehr, haben eine hübsche Weltkarte der neuen olympischen Ordnung erstellt: 10.05 Uhr: Moin. Das Bella Center hat sich geleert. Mehr als 1000 Reporter, die gestern nur wegen Obama und der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2016 gekommen waren, sind längst wieder verschwunden. Für das olympische Tagesgeschäft interessieren sich weltweit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rios <a title="tag: Rio de Janeiro 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Olympiagastgeber</a>, Bewerber sind sie ja nicht mehr, haben eine hübsche Weltkarte der neuen olympischen Ordnung erstellt:</p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-5417" title="rio2016map-kl" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/rio2016map-kl.jpg" alt="" width="500" height="281" /></strong></p>
<p><strong>10.05 Uhr:</strong> Moin. Das Bella Center hat sich geleert. Mehr als 1000 Reporter, die gestern nur wegen Obama und der Vergabe der <strong><a title="tag: Sommerspiele 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1081" target="_self">Olympischen Sommerspiele 2016</a></strong> gekommen waren, sind längst wieder verschwunden. Für das olympische Tagesgeschäft interessieren sich weltweit nur wenige Dutzend Journalisten. Immerhin einige mehr, als gewöhnlich die Sitzungen des IOC-Exekutivkomitees, der FIFA-Führung und anderer wichtiger Weltverbände verfolgen. Aber doch eine erschreckend kleine Zahl. <em>(Ich werde übrigens bis zum Ende des zweiten Teils der IOC-Session, die sich dem Kongress anschließt, also bis 9. Oktober, hier bleiben und dauerbloggen.)</em></p>
<p><strong>Absurd wird es, dass diesen Journalisten (zumindest dem Fußvolk, nicht etwa allen Mitgliedern der <a title="IOC Press Commission" href="http://www.olympic.org/en/content/The-IOC/Commissions/Press/" target="_blank">IOC-Pressekommission</a> oder den Topleuten der </strong><a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self"><strong>Olympic Journalists Association</strong></a><strong>) der Zugang zum Kongress verwehrt wird. Wir dürfen nur Fernsehen schauen und ab und zu in die Mixed Zone rennen. Das nennt sich Kommunikation im 21. Jahrhundert.</strong></p>
<p>Unter Samaranch, beim bislang letzten Olympischen Kongress 1994 in Paris, durfte man sich noch frei bewegen. Erst recht natürlich beim wichtigsten Olympischen Kongress der vergangenen hundert Jahre: dem 1981 in Baden-Baden (sagt der altgediente Fahrensmann neben mir).</p>
<p>Also kann ich nur wiedergeben, was ich über Kopfhörer wahrnehme. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat Frankie Fredericks aus Namibia, den ich seit Jahren vergeblich zum Interview überreden will (oder wenigstens zu einem Gespräch unter Männern, einfach so, um ihn besser kennenzulernen), der seit Jahren freundlich ausweicht und den ich deshalb nicht wirklich mehr ernst nehmen kann, hat dieser Frankie Fredericks, der mehrfache Olympiamedaillengewinner im Sprint, also gefordert, Betrüger müssten lebenslang gesperrt werden.</p>
<p>Beifall habe ich dafür nicht vernommen. Wäre auch blöd, denn würde Fredericks&#8217; Forderung umgesetzt, hätte bis auf winzige Ausnahmen der komplette Saal evakuiert werden müssen.</p>
<p><strong>11.35 Uhr:</strong> Zweites Frühstück für die Auserlesenen im Kongress. Am Tisch hinter mir hält Kronprinz Willem Alexander Hof und beantwortet Fragen holländischer Journalisten. Seine drei Bodyguards halten sich gepflegt zurück, in fünfzehn Metern Entfernung.</p>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> Wenn der Kollege neben mir richtig hingehört hat, dann hat Prinzessin <a title="Official Website of Princess Haya" href="http://www.princesshaya.net/" target="_blank">Haya von Jordanien</a> - Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, Gemahlin eines dopenden Reiters, der gleichzeitig Herrscher von Dubai ist &#8211; eben gefordert, jeder Trainer, der im kommenden Jahr zu den <a title="tag: Olympische Jugendspiele" href="http://jensweinreich.de/?s=jugendspiele" target="_blank">Olympischen Jugendspielen</a> in Singapur kommt, müsse überprüft werden bzw. es müsse sichergestellt werden, dass es sich nicht um &#8220;Kinderschänder&#8221; handelt. Der Kollege neben mir, der mir über die Schulter schaut, ist beleidigt: &#8220;Von wegen richtig hingehört&#8221;, sagt er: &#8220;Haya hat das dreimal gesagt und richtig insisiert!&#8221;</p>
<p>Diskutiert wurde u.a. auch über <a title="tag: Caster Semenya" href="http://jensweinreich.de/?s=semenya" target="_blank">Caster Semenya</a>. Arne Ljungqvist sagte, man dürfe nichts verallgemeinern, er wolle keinen Einzelfall diskutieren. Das IOC habe einige solcher Fälle bei Olympischen Spielen gehabt &#8211; und alle vertraulich behandelt.</p>
<p><strong>13.19 Uhr:</strong> Blöde Sache, dies: Der Vorsitzende eines Panels gibt die letzte Frage an &#8220;den Gentleman dort hinten&#8221;. Er meint: <a title="Manuela di Centa Webseite" href="http://www.manueladicenta.it/sportENG.htm" target="_blank">Manuela di Centa</a>. Olympiasiegerin, ehemaliges IOC-Mitglied und stets des Blutdopings verdächtigt.</p>
<p><strong>14.58 Uhr:</strong> Hatte gerade lange Diskussionen mit Kollegen aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Holland, der Schweiz und Italien. Sie alle finden die Restriktionen des IOC empörend und wollen kollektiv protestieren. Einige Reporter, etwa Alain Lunzenfichter, Präsident der <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">OJA</a>, der die offizielle Biografie von Jacques Rogge geschrieben hat, sind zugelassen. Gianni Merlo, Präsident der <a title="AIPS Webseite" href="http://www.aipsmedia.com/index.php" target="_blank">International Sports Press Association</a> (AIPS), versucht sich einzusetzen, kann aber keinen IOC-Offiziellen erreichen &#8211; schon gar nicht Kommunikationsdirektor <a title="Olympias Programmreform" href="http://jensweinreich.de/?p=3994" target="_self">Mark Adams</a>, der selten ans Handy geht und für kaum jemanden erreichbar ist, wie mir etliche Kollegen berichten.</p>
<p><strong>15.50 Uhr:</strong> Dazu noch einige Links:</p>
<ul>
<li>Lars Werge zum Problem auf Dänisch in <a title="Ekstrabladet" href="http://ekstrabladet.dk/sport/anden_sport/anden_sport/article1233369.ece" target="_blank">Ekstra Bladet</a> und auf <a title="Lars Werge: IOC sperrt Journalisten aus" href="http://www.facebook.com/home.php?ref=home#/note.php?note_id=143156174709&amp;ref=nf" target="_blank">Facebook</a></li>
<li><span style="color: #000000;">Lars Jørgensen auf der <strong>Play the Game</strong> Website: &#8220;<a title="PTG: Ring of security aroung IOC in Copenhagen" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/ring-of-security-around-ioc-in-copenhagen-4537.html" target="_self">Ring of security around IOC in Copenhagen</a>&#8221; und &#8220;<a title="PTG: Limited media access to the IOC hotel in Copenhagen" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/limited-media-access-to-the-ioc-hotel-in-copenhagen-4535.html" target="_blank">Limited media access to the IOC hotel in Copenhagen</a>&#8220;</span></li>
</ul>
<p><strong>15.56 Uhr:</strong> Noch zwei Punkte, die ich bisher glatt vergessen habe:</p>
<ul>
<li>Journalisten erhalten keine Kongress-Unterlagen</li>
<li>Eine Übersicht der Redner gibt es nicht</li>
<li>Verschriftete Reden wie etwa des UN-Generalsekretärs gibt es ebenfalls nicht</li>
</ul>
<p><strong>16.32 Uhr:</strong> Mark Adams antwortet etwas schnippisch auf meine Fragen. Ich fragte:</p>
<ul>
<li>Why are journalists not allowed to attend the Congress?</li>
<li>Why are journalists not allowed to have full access?</li>
<li>Why do journalists not even get the Congress Documentation?</li>
<li>By the way: Journalists do not even get the written speech of the UN General Secretary. They do not even get information about the detailed schedule and all speakers at the Congress.</li>
</ul>
<p>Er antwortete:</p>
<blockquote><p>On the access question &#8211; the rules were made like that I think when we had 2000 journalists in attendance &#8211; I realize that has changed now and I&#8217;m working on at least allowing some access.</p>
<p>As for documentation &#8211; please let me know what it is you are missing and I will try to provide it.</p>
<p>You can appreciate that logistics at such events are always a little fraught!</p></blockquote>
<p><strong>16.45 Uhr:</strong> Plötzlich haben einige Kollegen ein mindgrünes Armband erhalten, dass Zugang zur Pausenzone der Delegierten erlaubt, nicht aber zum eigentlichen Kongress. Nachdem mir eine Mitarbeiterin zweimal sagte, ich stehe nicht auf der Liste, steht mein Name plötzlich doch auf einer Zugangs-Liste. Ich erhielt ein Armband, finde aber, das ist nicht genug: Zugang sollte jeder Berichterstatter haben, und zwar vollen Zugang. Einige Kollegen neben mir, u. a. Deutschlandfunk, Süddeutsche Zeitung und Sportinformationsdienst, haben noch kein, nun ja: Armband.</p>
<p><strong>* 16.56 Uhr:</strong> Ich überlege, ob ich die Überschrift des Eintrags jetzt, da neben mir ein Armband liegt, ändert sollte. Bisher steht dort &#8221;IOC sperrt Journalisten aus&#8221;. Ich wollte das ändern in &#8220;IOC sondiert Journalisten aus&#8221;. Aber ich finde ebenso wie einige Kollegen: So lange nicht jeder aus der überschaubaren Zahl der Berichterstatter vollen Zugang hat, kann die Überschrift stehen bleiben. Gerade fragen mich Kollegen aus Holland, was es mit dem Armband auf sich hat. Sie wissen von nichts. Und sie sind ebenfalls langjährige IOC-Berichterstatter.</p>
<p><strong>17.54 Uhr:</strong> Vom den oben geschilderten chinesischen IOC-Bedingungen mal abgesehen. Derzeit laufen drei Panels gleichzeitig mit einigen meiner Lieblingsfunktionären: Blatter/Gosper &#8211; Pound/Pescante &#8211; Smirnow/Verbruggen/Willem Alexander. In eines der Panels zu gehen, ist mir untersagt. Leider habe ich nur zwei Laptops dabei, um auf dem einen ein Panel laufen zu lassen und mit der TV-Karte aufzunehmen, und auf dem anderen ein anderes Panel rudimentär zu verfolgen. Ich switche immer mal zwischen den Panels, womit gewährleistet sein sollte, wie beim Lotto, dass ich keinen Hauptgewinn lande und garantiert das Wichtigste verpasse. All die bahnbrechenden Initiativen, grandiosen Ideen und umwälzenden Beschlüsse.</p>
<p>Nein, jetzt ganz ernsthaft: Es ist eine Schande, dass dieser Kongress, der erste seit 15 Jahren!, auf drei Tage gequetscht wird, von den Zugangsrestriktionen, für die die dänischen Gastgeber nicht verantwortlich sind, ganz abgesehen.</p>
<p>Dieser Kongress hätte meinetwegen auf vier oder fünf Tage verteilt werden sollen, wenn die Themen wirklich so wichtig sind. Dann hätte man alle Themen, vielleicht auch die, die rausgelassen werden, ansprechen können und &#8211; dies mal eine Überlegung für die PR-Abteilung des IOC, obgleich das nicht meine Aufgabe ist &#8211; hätte überdies eine weit umfangreichere Berichterstattung weltweit garantiert. Ich meine: Welchen Sinn macht dieser Ablauf? Ein Kongress am Tag nach dem 2016-Beschluss, der weltweit nachgearbeitet wird und die Schlagzeilen bestimmt. Ein Kongress am Wochenende, wo weltweit der Ligensport dominiert in den Medien, wo also kaum Platz ist für diese wirklich interessanten und wichtigen Themen (unabhängig davon, s. o., dass ich viele extrem wichtige Themen vermisse). Das ist nicht nur eine ungeschickte, sondern dumm-fahrlässige Planung. Eine Planung, die möglicherweise vom Gedanken dominiert wird, dass man gar keine Berichterstattung wünscht, die zu tief geht?</p>
<p>to be continued</p>
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		<title>taz verzichtet auf Berichterstattung von der Leichtathletik-WM</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 14:24:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berliner Tageszeitung verzichtet aus Protest gegen das Akkreditierungsprocedere auf eine Berichterstattung von der Leichtathletik-WM, die kommende Woche in Berlin beginnt. Die Geschichte in eigener Sache wird als Politikschwerpunkt der taz verkauft: &#8220;<a title="taz vom 5. August 2009" href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/taz-sagt-wm-teilnahme-ab/" target="_blank">taz sagt WM-Teilnahme ab</a>&#8221; (<em>dort steht noch &#8220;Leitathletik-WM, aber das lässt sich korrigieren</em>).</p>
<p>Die Kurzfassung:</p>
<blockquote><p><strong>taz bleibt draußen</strong><br />
Die Sportredakteure der taz, Andreas Rüttenauer und Markus Völker, haben sich um eine Akkreditierung für die Leichtathletik-WM bemüht, sie haben jedoch die &#8220;Einverständniserklärung zur Zuverlässigkeitsprüfung&#8221; nicht unterschrieben beziehungsweise entscheidende Passagen gestrichen. Auf Zuverlässigkeit prüfen Polizei, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst. Das ist unverhältnismäßig. Es fehlt eine Rechtsgrundlage, zudem werden Journalisten ohne Anhaltspunkte zu potenziellen Verdächtigen gestempelt.</p>
<p>Das Organisationskomitee hat den taz-Redakteuren daraufhin keine Akkreditierung ausgestellt. Sie können nicht aus dem Olympiastadion von der WM berichten. De facto wurde ihnen ein Beschäftigungsverbot erteilt. Die Rechtsabteilung der taz hat den Fall geprüft. Es gibt offenbar kein juristisches Mittel, dagegen vorzugehen. <em>TAZ</em></p></blockquote>
<p>Ich kann die Entscheidung verstehen, sich nicht diesen unsäglichen angeblichen &#8220;Sicherheitsüberprüfungen&#8221; zu beugen bzw. zu unterziehen. Allerdings habe ich diese Erklärung im April bei der Abgabe der Akkreditierungsunterlagen unterschrieben. Ich fand es damals empörend, wollte es auch gleich bloggen und hatte die Unterlagen schon eingescannt. Hatte dann aber nach der Zwanziger-Sache keine Lust auf weitere juristische Auseinandersetzungen (diesmal auf einem anderen Gebiet) und habe mich deshalb für die partiell <span style="text-decoration: line-through;">feige</span> unterwürfige Variante entschieden. Zumal: Im Überwachungsstaat 2.0 des Wolfgang Schäuble wird man als Journalist in Berlin ständig aufgefordert, derlei Angaben zu liefern und Einverständniserklärungen zu unterschreiben. Ich weiß gar nicht, wie viele tausend Male ich bereits &#8220;überprüft&#8221; worden bin. Das war bei der Fußball-WM 2006 nicht groß anders und wird &#8211; in kleinerem Format &#8211; selbst bei vergleichsweise drittklassigen Veranstaltungen des DOSB etwa in der Telekom-Dependance gern eingefordert. Bei der Fußball-WM waren die taz-Kollegen akkreditiert.</p>
<p>Zum Nachlesen, wer mag, kann sich am Original ein Urteil bilden: meine <strong>Einverständniserklärung</strong> (ich musste nur wenig schwärzen, denn fast alle Angaben stehen ohnehin online, zum Beispiel im <a title="Impressum" href="http://jensweinreich.de/?page_id=56" target="_self">Impressum</a> und meiner <a title="JW" href="http://jensweinreich.de/?page_id=4" target="_self">Vita</a>) und die sogenannte <strong>Datenschutzinformation zum Akkreditierungsverfahren</strong></p>
<ul>
<li><a title="Berlin 2009, Stasi2.0" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/berlin2009-stasi20.pdf" target="_blank">pdf, 6 Seiten, 1 MB</a></li>
</ul>
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