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	<title>jens weinreich &#187; peking-tagebuch</title>
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		<title>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games&#8221;: Petition fÃ¼r Liu Xiaobo</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 00:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mir ist gerade so. Ich mÃ¶chte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren. Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewÃ¤hlten Berichterstattern beschwingt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist gerade so. Ich mÃ¶chte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren. Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewÃ¤hlten Berichterstattern beschwingt empfahl, <a title="Peking, Tag 2" href="http://jensweinreich.de/?p=368" target="_self">sie sollten mal bitteschÃ¶n Sport nicht mit Politik vermengen und Politik nicht mit Sport und Ã¼berhaupt</a>. Da gebe es keinen Zusammenhang, auch wenn es manchmal so scheint.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-370" title="China Daily, 2. August 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/china-daily-02082008.jpg" alt="" width="483" height="336" /></p>
<p>Mich hat Herrn Hus Rat Ã¼berzeugt. Seitdem steht&#8217;s da oben:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Ich versuche mich stets dran zu halten, auch <a title="Olympic Legacy: China und die Todesstrafe" href="http://jensweinreich.de/?p=3346" target="_self">wenn&#8217;s oft schwer fÃ¤llt</a>.</p>
<p>Seit Weihnachten macht die Verurteilung des chinesischen Dissidenten <a title="Wikipedia: Liu Xiaobo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liu_Xiaobo" target="_self">Liu Xiaobo</a> weltweit <a title="Google News" href="http://news.google.de/news/search?um=1&amp;cf=all&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=liu+xiaobo&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_self">Schlagzeilen</a>. Ein Jahr ist er bereits inhaftiert, nun wurde er zu elf Jahren Haft verurteilt. Am 8. Dezember 2008, exakt vier Monate nach der olympischen Propagandashow, die am 8.08.2008 um acht Uhr acht begann, hat Liu Xiaobo mit rund 300 Intellektuellen die <strong><a title="Charta 08" href="http://www.rsf.org/IMG/pdf/Charter08-2.pdf" target="_blank">Charta 08</a></strong> verÃ¶ffentlicht. DafÃ¼r kommt man im Sportwunderland China schon mal ein Jahrzehnt in den Knast.</p>
<ul>
<li>Reporters without Borders:Â <a title="www.rsf.org" href="http://www.rsf.org/spip.php?page=article&amp;id_article=35507" target="_blank">Eleven-year jail sentence for free speech activist Liu Xiaobo, court sneakily issues verdict on Christmas Day</a></li>
<li>Human Rights Watch:Â <a title="www.hrw.org" href="http://www.hrw.org/en/news/2009/12/21/china-liu-xiaobo-s-trial-travesty-justice" target="_blank">Liu Xiaoboâ€™s Trial a Travesty of Justice</a></li>
<li>Amnesty International:Â <a title="www.amnesty.org" href="http://amnesty.org/en/library/asset/ASA17/030/2009/en/afcdf879-1090-4dcd-9b4d-1028970b1bcc/asa170302009eng.html" target="_blank">Fear of torture and other ill-treatment, Liu Xiaobo</a></li>
</ul>
<p>Michael Kleim, Stadtjugendpfarrer in Gera und ehemals in der DDR in der Initiative fÃ¼r Frieden und Menschenrechte aktiv, ist der Meinung, dass die Sportwelt sich den vielen Petitionen zur Freilassung von Liu Xiaobo anschlieÃŸen solle. Kleim hat seine Sicht auf die Dinge kÃ¼rzlich im <a title="Interview mit Michael Kleim" href="http://www.mediathek-thueringen.de/single-view-tv/?tx_ttnews[tt_news]=3221&amp;tx_ttnews[year]=2010&amp;tx_ttnews[month]=01&amp;tx_ttnews[day]=06&amp;cHash=642185f29d" target="_blank">Radio Lotte erlÃ¤utert</a>.</p>
<p>Da ich Ã¼berhaupt nicht daran glaube, dass Journalisten sich nicht mit guten Aktionen gemein machen sollten, hier ist sein Appell, der dieser Tage dem IOC und dem DOSB zugeht:</p>
<blockquote><p>Aufruf an die Sportwelt</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren!</p>
<p>FÃ¼r ein Land bedeutet es eine Ehre, Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein. Diese Ehre schlieÃŸt die berechtigte Erwartung der Weltgemeinschaft ein, Grundstandards nicht nur im Bereich des Sports, sondern auch auf dem Gebiet der Menschenrechte zu erfÃ¼llen.</p>
<p>Die Zusage an China, die Olympiade im Jahr 2008 auszutragen, wurde von den internationalen SportverbÃ¤nden auch damit begrÃ¼ndet, dass China dadurch motiviert wird, die Menschenrechtslage im eigenen Land zu verbessern.</p>
<p>Die RealitÃ¤t der Diktatur hat die RealitÃ¤t des Sportes lÃ¤ngst eingeholt. Die weltweite Aufmerksam zu den Spielen 2008 hat letztlich der LegitimitÃ¤t einer brutalen und menschenverachtenden Politik gedient.</p>
<p>In einem beispiellosen Schauprozess wurde der bekannte chinesische Dissident Liu Xiaobo zu 11 Jahren Haft verurteilt. Liu Xiaobo hat sich im Internet fÃ¼r Demokratie und Meinungsfreiheit eingesetzt und ist Mitautor des politischen Aufrufes â€žCharta 08â€œ.</p>
<p>Durch die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2008 sehen wir Vertreter des Sportes in einer besonderen Verantwortung. Dabei geht es hier nicht um eine allgemeine politische Streitfrage; sondern um die Wahrung von Menschlichkeit und elementaren Grundrechten.</p>
<p>Deshalb fordern wir alle Teilnehmer der Olympischen Spiele von 2008 auf, sich persÃ¶nlich und direkt an die chinesische FÃ¼hrung zu wenden und sich fÃ¼r die bedingungslose Freilassung von Liu Xiaobo einzusetzen. Wir fordern alle Sportler, insbesondere die Medaillengewinner auf, jetzt nicht zu schweigen.</p>
<p>Wir fordern ebenso die Trainer, SportfunktionÃ¤re und Nationalen Olympischen Komitees auf, sich diesem Schritt anzuschlieÃŸen.</p>
<p>Wir bitten den Deutschen Olympischen Sportbund und das International Olympic Committee unser Anliegen zu unterstÃ¼tzen und diesen Brief an alle Nationalen Olympischen Komitees, an die Sportler und Trainer der Olympischen Spiele von Peking weiterzuleiten.</p>
<p>Hochachtungsvoll</p></blockquote>
<p>Michael Kleim erreicht man <a title="Email an Michael Kleim" href="mailto:stadtjugendpfarramt.gera@gmx.de" target="_blank">per Email</a>.</p>
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		<title>One year after: Peking 2008</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 13:10:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage Ã¼brig bleibt]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum JubilÃ¤um der Olympischen Sommerspiele in China mÃ¶chte ich daran erinnern, wem ich den Untertitel dieses Blogs zu verdanken habe. Es war Hu Jintao, Chinas PrÃ¤sident, KP-Chef und Musterdemokrat, der damals ausgewÃ¤hlten Journalisten frÃ¶hlich zurief: &#8220;Don&#8217;t mix politics with Games!&#8221; Wer am Wochenende schmÃ¶kern mÃ¶chte, hier der Tag &#8220;peking 2008&#8221; mit allen BeitrÃ¤gen, die ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum JubilÃ¤um der Olympischen Sommerspiele in China mÃ¶chte ich daran erinnern, wem ich den Untertitel dieses Blogs zu verdanken habe. Es war Hu Jintao, Chinas PrÃ¤sident, KP-Chef und Musterdemokrat, der damals ausgewÃ¤hlten Journalisten <a title="Peking, Tag 2" href="http://jensweinreich.de/?p=368" target="_self">frÃ¶hlich zurief</a>:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Don&#8217;t mix politics with Games!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Wer am Wochenende schmÃ¶kern mÃ¶chte, hier der Tag &#8220;<a title="tag: Peking 2008" href="http://jensweinreich.de/?cat=91" target="_self">peking 2008</a>&#8221; mit allen BeitrÃ¤gen, die ich darunter abgelegt habe (auch: &#8220;<a title="Olympic legacy: China und die Todesstrafe" href="http://jensweinreich.de/?p=3346" target="_self">Olympic legacy</a>&#8220;), mÃ¼sste also auch das komplette <a title="tag: Peking-Tagebuch" href="http://jensweinreich.de/?cat=140" target="_self">Peking-Tagebuch</a> dabei sein. Manfred von Richthofen sagt in der SÃ¼ddeutschen Zeitung: &#8220;Die Olympischen Spiele in Peking waren kein Ruhmesblatt in der Geschichte des Sports&#8221;. Peking, ein Jahr danach: Ich empfehle einfach mal <a title="Google News Peking 2008" href="http://news.google.de/news?um=1&amp;ned=de&amp;hl=de&amp;q=peking+2008&amp;cf=all&amp;scoring=n" target="_self">Google News</a> und natÃ¼rlich die Seiten verschiedener NGOs, die ich oft genug verlinkt habe.</p>
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		<title>Da Dong</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 10:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da Dong Roast Duck Restaurant å¤§è‘£çƒ¤é¸­åº— 1-2/F , Nanxincang Int&#8217;l Building, A22, Dongsi Shitiao, Dongsishitiao Southwest of Dongsi Shitiao Bridge ä¸œå››å??æ?¡ç”²22å?·å?—æ–°ä»“å›½é™…å¤§åŽ¦1-2å±‚ ä¸œå››å??æ?¡æ¡¥è¥¿å?— Den kulinarischen HÃ¶hepunkt der Olympia-Dienstreise muss ich noch aufarbeiten. Schon um meinem zustÃ¤ndigen Finanzamt eine Freude zu bereiten, denn ich habe die Kollegen G und L bewirtet. Der Steuerzahler trÃ¤gt also anteilig die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Da Dong Roast Duck Restaurant å¤§è‘£çƒ¤é¸­åº—</strong></p>
<p>1-2/F , Nanxincang Int&#8217;l Building, A22, Dongsi Shitiao, Dongsishitiao Southwest of Dongsi Shitiao Bridge ä¸œå››å??æ?¡ç”²22å?·å?—æ–°ä»“å›½é™…å¤§åŽ¦1-2å±‚<br />
ä¸œå››å??æ?¡æ¡¥è¥¿å?—</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-931" title="dadong1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/dadong1.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="307" height="230" align="left" />Den kulinarischen HÃ¶hepunkt der Olympia-Dienstreise muss ich noch aufarbeiten. Schon um meinem zustÃ¤ndigen Finanzamt eine Freude zu bereiten, denn ich habe die Kollegen G und L bewirtet. Der Steuerzahler trÃ¤gt also anteilig die Kosten unseres GeschÃ¤ftsessens beim GroÃŸmeisterÂ <a href="http://jensweinreich.de/?p=576" target="_self">Da Dong</a>, einem der berÃ¼hmtesten Entenbrater Pekings. Wie ich erfahren musste, ist Da Dong aber noch mehr fÃ¼r seine wunderbaren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Seegurken" target="_blank">Seegurken</a> <span style="text-decoration: line-through;">berÃ¼chtigt</span> bekannt. Die habe ich nicht getestet. Dem Herrn G ist ohnehin irgendwas auf den Magen geschlagen, er meint, es sei der Nachtisch gewesen: Mango- und Papaya-Eis. Doch der Reihe nach, denn zunÃ¤chst einmal gab es eine Ãœberraschung.</p>
<p><span id="more-927"></span>Wie klein doch die Welt ist, die olympische, wurde uns im Eingangsbereich klar. Bei Da Dong hatte also schon ein anderer GroÃŸmeister gespeist. Sogar an einem symbolischen Tag, dem 8. 8. 2008, dem Tag der ErÃ¶ffnungsfeier.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-934" title="dadong2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/dadong2.jpg" alt="" width="492" height="655" /></p>
<p>Mit seinen 88 Jahren sieht er noch knackig aus, Juan Antonio Samaranch.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-935" title="dadong3" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/dadong3.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>Ihr habt eine Goldmedaille verdient, schreibt der IOC-EhrenprÃ¤sident.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-938" title="dadong41" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/dadong41.jpg" alt="" width="492" height="637" /></p>
<p>Habe gar nichts gegen Samaranchs Urteil einzuwenden. So von Feinschmecker zu Feinschmecker. Auch wenn das Herr G heute anders sehen mag. Jedenfalls, gestern stand dies auf dem Speiseplan:</p>
<blockquote><p><strong>Aperetif:</strong> 2 Margaritas.Â Sehr gut, die Chinesen kÃ¶nnen mixen, sagt auch Kollege L, der mal eine Rundreise durch China gemacht und dabei etliche Bars getestet hat.</p>
<p><strong>Vorspeise:</strong> Chef Dong&#8217;s Fried Prawns with spicy sauce. Ein Genuss, so dass die Herren L und G, die eigentlich nur Ente wollten, richtig reingelangt haben.</p>
<p><strong>Hauptgang:</strong> Chef Dong&#8217;s Roast Duck special selection. Ja, sehr okay.</p>
<p><strong>GetrÃ¤nke:</strong> Domaine Chanson Chablis-AOC (mit Schraubverschluss und Korken?). Herr G, der Barbare,Â blieb beim Qiangdao, wahrscheinlich hat ihm das den Magen verdorben.</p>
<p><strong>Dessert:</strong> Obst, Mango- und Papaya-Eis. Und weil&#8217;s wirklich lecker war: Noch mal Chef Dong&#8217;s Fried Prawns with spicy sauce.</p></blockquote>
<p>Alles in allem: eine runde Sache. Sehr zu empfehlen.</p>
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		<title>The day after</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 05:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[12.21: Nach 24 Tagen in der Parallelgesellschaft wird es ein wenig dauern, im wahren Leben anzukommen. Ich denke, dass ich mir morgen das MPC, den Water Cube und das Birds Nest noch mal in Ruhe betrachten werde. Wie ich die Chinesen kennengelernt habe, werden schon vergangene Nacht Zehntausendschaften die AufrÃ¤umarbeiten beendet haben. Es wird ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>12.21:</strong> Nach 24 Tagen in der Parallelgesellschaft wird es ein wenig dauern, im wahren Leben anzukommen. Ich denke, dass ich mir morgen das MPC, den Water Cube und das Birds Nest noch mal in Ruhe betrachten werde. Wie ich die Chinesen kennengelernt habe, werden schon vergangene Nacht Zehntausendschaften die AufrÃ¤umarbeiten beendet haben. Es wird ja nicht alles abgebaut. Die ZÃ¤une um den Hochsicherheitstrakt Olympia bleiben vorerst, bis zu bzw. nach den Paralympics. Der Kollege H Ã¼brigens macht gleich durch. Er bleibt in Peking und schreibt auch Ã¼ber die Paralympics. Der Kollege H ist ein Steher, ich glaube, er lÃ¤uft sogar Marathon.</p>
<p><strong>12.50:</strong> Ich weiÃŸ noch nicht, wie ich die drei Wochen nachbereite hier in diesem Blog. Ein paar Themen fÃ¼r kÃ¼nftige Artikel und Recherchen, die fallen mir allerdings so langsam ein. In zwei Wochen <span style="text-decoration: line-through;">soll</span> darf ich in Lillehammer bei der <a href="http://www.gijc2008.no/" target="_blank">Global Investigative Journalism Conference</a> nicht nur Ã¼ber &#8220;Crime and Corruption in Sport&#8221;, sondern auch darÃ¼ber reden:Â <strong>&#8220;What happened in China during the Olympics?&#8221;</strong> Ehrlich gesagt, ich weiÃŸ das nicht. Ich war nicht wirklich in China. Ich war nur auf einem Raumschiff Olympia, das zufÃ¤llig in China Station gemacht hat. Interessant dazu auch dieser Kommentar von Henrik Bork in der SZ: &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/606/307558/text/" target="_blank">Die synthetischen Spiele</a>&#8220;. Auf einige andere Fazit-StÃ¼cke hatte ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=882" target="_self">hier bereits hingewiesen</a>.</p>
<p><strong>13.16:</strong> So, das Abendessen heute wÃ¤re geklÃ¤rt. Kein IOC-Sponsorenmahl mehr. Kein Caramel FrappÃ©, sondern selbstverstÃ¤ndlich Ente von Meister <a href="http://jensweinreich.de/?p=576" target="_self">Da Dong</a>.</p>
<p><strong>19.04:</strong> Siebzehn Stunden im Bett sind auch mal ganz schÃ¶n. Ein paar Stunden war mein kleiner Freund dabei, der <a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">SZ71VN</a>. Als sein Besitzer mal wieder entschlummerte, ist er aus dem Bett geflogen. Hat es aber Ã¼berlebt, sonst kÃ¶nnte ich ja diesen Eintrag nicht schreiben.</p>
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		<title>Peking, Tag 24</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 05:38:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[10.34: Power off. Jemand hat mir den Stecker gezogen. Da helfen auch keine double-shot-Espresso vom IOC-Sponsor. 11.27: Jacques Rogges letzte Pressekonferenz, nachdem erÂ gestern, wie ich den Kommentaren zum Tag 23 entnehme, seinen TV-Rundgang absolviert hat. Im chinesischen Staatsfernsehen war er, in der ARD (mit dem UDIOCM), bei der BBC und und und. Immer dasselbe. Siegesgewiss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.34:</strong> Power off. Jemand hat mir den Stecker gezogen. Da helfen auch keine double-shot-Espresso vom IOC-Sponsor.</p>
<p><strong>11.27:</strong> Jacques Rogges letzte Pressekonferenz, nachdem erÂ gestern, wie ich den Kommentaren zum Tag 23 entnehme, seinen TV-Rundgang absolviert hat. Im chinesischen Staatsfernsehen war er, in der ARD (mit dem UDIOCM), bei der BBC und und und. Immer dasselbe. Siegesgewiss. Das IOC verkauft die Spiele als grandiosen Erfolg. <a href="http://jensweinreich.de/?p=765" target="_self">Witz-Bolt</a> und <a href="http://jensweinreich.de/?p=671" target="_self">The Big M</a> sind fÃ¼r ihn &#8220;icons of the Beijing Games&#8221;. Rogge spricht oft von &#8220;langfristigen Wirkungen&#8221;. Wenn er sich da mal nicht tÃ¤uscht. Ich habe gestern schon <a href="http://jensweinreich.de/?p=882" target="_self">etliche andere Meinungen</a> verlinkt. Ein interessantes Ergebnis brachte eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung, fÃ¼r die ich &#8211; disclaimer -Â als Autor tÃ¤tig bin. <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0823/peking2008/0064/index.html" target="_blank">Einige Details</a>:</p>
<ul>
<blockquote>
<li>Nur 48 Prozent der BundesbÃ¼rger glauben, dass es im Spitzensport mit rechten Dingen zugeht.</li>
<li>Jeder Dritte der Befragten gab an, dass sich seine Einstellung gegenÃ¼ber den Olympischen Spielen in den letzten Jahren zum Negativen verÃ¤ndert habe. Bei Ã¤lteren Menschen ab 60 Jahren (39 Prozent) und bei den formal hÃ¶her Gebildeten mit Abitur- oder Studienabschluss (38 Prozent) ist das FrustrationsgefÃ¼hl am grÃ¶ÃŸten.</li>
<li>Nur 34 Prozent der BundesbÃ¼rger glauben, dass Michael Phelps seine acht Goldmedaillen ungedopt erschwommen hat. Jeder Zweite glaubt, dass Phelps gedopt hat.</li>
<li>Jeder fÃ¼nfte Deutsche ist der Meinung, dass Britta SteffenÂ bei ihren Olympiasiegen gedopt war.</li>
<li>Mehr als jeder vierte Deutsche spricht sich dafÃ¼r aus, dass in Zukunft keine weiteren Steuergelder in den Leistungssport flieÃŸen sollten. Nur noch 66 Prozent der Deutschen sehen ein, dass die Olympiafahrer von Ã¶ffentlichen Geldern subventioniert werden.</li>
</blockquote>
</ul>
<p><strong>12.08:</strong> Auf dem Weg zum Mittagessen treffe ich Gennadi Schwets, den russischen NOK-Sprecher. Er lacht. &#8220;Da war ich wohl zu pessimistisch&#8221;, sagt er. Schwets erinnert sich genau an jene Zahlen, die er mir bei unserem GesprÃ¤ch auf meinen Block gekritzelt hat: 17 Goldmedaillen, 55 insgesamt, hat er getippt und auf die <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/937/306894/text/" target="_blank">Schockwirkung fÃ¼r den russischen Sport</a> gesetzt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-908" title="russian-medal-count" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/russian-medal-count.jpg" alt="" width="491" height="363" /></p>
<p>Momentan sind es 22 Gold, 21 Silber, 28 Bronze. Insgesamt zwar ein FÃ¼nftel weniger Medaillen als in Athen. Doch die Russen haben ihr Gesicht gewahrt, weil sie GroÃŸbritannien in der LÃ¤nderwertung Ã¼berholen und doch wieder auf Rang drei kommen. So eine Nationenwertung bietet fÃ¼r jeden was: China hat die meisten Goldmedaillen, die Amerikaner die meisten Medaillen Ã¼berhaupt &#8211; und alle sind ein bisschen damit zufrieden.</p>
<p><strong><span id="more-907"></span>23.07:</strong> So, liebe Sportsfreunde: Ich lebe noch. Doch wie ich vÃ¶llig unkokett heute morgen ankÃ¼ndigte, ist der Saft raus bzw. hat jemand den Stecker gezogen. Es war ein absurdes Herumirren heute. Passiert mir bei solchen Terminen immer mal nach einem freien Tag, also dem Samstag. Obgleich ich schon eine Stunde vor der Rogge-Pressekonferenz im MPC war. Mit MÃ¼he und verspÃ¤tet die Aufgaben erledigt. Dann noch so dumm gewesen, die teuer erstandene Lan-Karte nicht dabei zu haben, weshalb ich aus dem Olympiastadion wieder flÃ¼chtete ins MPC, um dort die letzten Texte fertig zu schreiben und schlieÃŸlich zu senden. Und jetzt: Darauf ein Tsingtao. Ich melde mich in ein paar Stunden nochmal &#8211; und bis Mittwoch bastele ich bestimmt auch ein Olympia-Fazit. Hier, in diesem Theater.</p>
<p><strong>01.50:</strong> Oops, gerade erreicht mich eine Pressemitteilung des Schwimm-Weltverbandes Fina. Hurra! VÃ¶llig Ã¼berraschend sind sÃ¤mtliche Dopingtests negativ ausgefallen. Es waren also total saubere Schwimmspiele. Dass ein paar weniger Proben genommen wurden als Rekorde gefallen sind, interessiert doch sicher keinen, oder?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-915" title="fina-pm2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/fina-pm2.jpg" alt="" width="496" height="354" /></p>
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		<title>Peking, Tag 23</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Aug 2008 07:59:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[15.52: Moin. Bekomme gerade einen Anruf aus London. Was los sei, will jemand wissen, ich hÃ¤tte noch keine RSS verschickt heute. Ich begreife dieses Internet-Dingsda ja auch nicht richtig, doch soweit ich glaube, es zu kapieren, verschicken sich diese RSS irgendwie selbst, werden abgerufen oder &#8230; exklusiv fÃ¼r die besorgteÂ Anruferin, die befÃ¼rchtete, ich sei erschÃ¶pft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>15.52:</strong> Moin. Bekomme gerade einen Anruf aus London. Was los sei, will jemand wissen, ich hÃ¤tte noch keine RSS verschickt heute. Ich begreife dieses Internet-Dingsda ja auch nicht richtig, doch soweit ich glaube, es zu kapieren, verschicken sich diese RSS irgendwie selbst, werden abgerufen oder &#8230; exklusiv fÃ¼r die besorgteÂ Anruferin, die befÃ¼rchtete, ich sei erschÃ¶pft umgefallen oder von den Triaden verschleppt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RSS" target="_blank">Hier steht, wie das mit diesen RSS-Dingern funktioniert</a>.</p>
<p><strong>15.59:</strong> Die Pressekonferenz des UDIOCM (unpolitischstes deutsches IOC-Mitglied) heute morgen im Deutschen Haus habe ich Ã¼brigens verschlafen. Werde auch morgen nicht zur Abschluss-PK der deutschen Bilanzzieher gehen, zu Michael Vesper, Ausputzer des UDIOCM. Auch mal was Neues: WÃ¤hrend der gesamten Spiele nur ein mal im Deutschen Haus gewesen &#8211; bei der ErÃ¶ffnungs-PK. Dann nie wieder, auch abends nicht, beim von vielen so geschÃ¤tzten Umtrunk.</p>
<p><strong>16.08:</strong> Das UDIOCM sagte: &#8220;Es waren Spiele der Athleten mit wunderschÃ¶ner Stimmung. Die Olympische Bewegung geht gestÃ¤rkt aus ihnen hervor.&#8221; Gesiegt hÃ¤ttenÂ die &#8220;Faszination der Spiele&#8221; und die &#8220;Macht der RealitÃ¤t&#8221;. Oh. Ja. HÃ¶rt da eigentlich noch jemand zu? Glaubt dem UDIOCM jemand?</p>
<p>Gesiegt hat natÃ¼rlich die <strong>Macht der Bilder</strong>, und das war nie anders zu erwarten gewesen. <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=6D31J6" target="_blank">Darauf lief alles hinaus</a>. So war es geplant. Ãœber die Nachbeben dieser unvergleichlichen Retortenspiele auf dem Raumschiff Olympia, dieses Propaganda-Joint-Ventures von IOC und chinesischer KP, wird noch viel zu reden sein in den nÃ¤chsten Monaten und Jahren. Auf die Schnelle einige aktuelle Texte einiger meiner LIeblingsautoren: <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0822/meinung/0019/index.html" target="_blank">Christian Bommarius</a>Â (Erster sein), <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/419/307373/text/" target="_blank">Ralf Wiegand</a> (zu Tode gesiegt), <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0823/peking2008/0018/index.html" target="_blank">Matti Lieske</a>Â (GesprÃ¤ch mit der Kanzlerin), <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/519/307473/text/" target="_blank">Thomas Kistner</a> (Das Raumschiff gekapert). Auch <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0823/peking2008/0004/index.html" target="_blank">Bernhard Bartsch</a> und Reinhard Mohr &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,573633,00.html" target="_blank">Gute Miene zu bÃ¶sen Spielen</a> &#8211; sind lesenswert. Und ich habe mich an einem Beitrag Ã¼ber den <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/olympia_2008/1581843_Der-Herr-der-schoenen-Bilder.html" target="_blank">Herrn der Bilder</a> versucht. Als LektÃ¼reempfehlung sollte das bis zur letzten Leichtathletik-Session reichen.</p>
<p>Ich tippe Ã¼brigens, dass die Jamaikaner heute Witz-Bolt auch in der Rundenstaffel laufen lassen. Nur so eine Idee.</p>
<p><strong>17.03:</strong> Der Dopingfall, schneller vermeldet als die Nachrichtenagenturen, hier auf diesem Blog :) Es ist der Gewichtheber Igor Rasoronow aus der Ukraine (wie Blonska). Das <a href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1361.pdf" target="_blank">IOC-Dokument</a> dazu.</p>
<p><strong>18:17:</strong> Oh Gott, um manche Kollegen ist es schlimm bestellt nach drei Wochen in diesem Zirkus. Unterhalten sich die Herren B und L eben doch tatsÃ¤chlich Ã¼ber Pitchen beim Baseball (Finale Kuba vs Korea Republic) und die Netto-Action in dieser Sportart, die, so Kollege B, bei maximal 15 Minuten liegt.</p>
<p><iframe src="http://www.coveritlive.com/index2.php?option=com_altcaster&#038;task=viewaltcast&#038;altcast_code=262a38f7ec&#038;height=550&#038;width=470" scrolling="no" height="550px" width="470px" frameBorder ="0" ></iframe>  Â </p>
<p><strong><span id="more-882"></span>21.29:</strong> Und das ist also Belgiens Hochsprung-Olympiasiegerin: Tia Hellebaut:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-896" title="hallebaut" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/hallebaut.jpg" alt="" width="492" height="305" /></p>
<p><strong>21.44:</strong> Wie versprochen, fÃ¼r Chris: Woher wusstest Du, dass Fotografieren verboten ist?</p>
<div><img class="aligncenter size-full wp-image-899" title="nophoto1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/nophoto1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></div>
<p>Und falls man den Sticker nicht lesen kann, hier die VergrÃ¶ÃŸerung, wÃ¤hrend Belgiens Hymne durchs Vogelnest tÃ¶nt:</p>
<div><img class="aligncenter size-full wp-image-900" title="nophoto2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/nophoto2.jpg" alt="" width="492" height="376" /></div>
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		<title>Peking, Tag 22</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 03:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[10.52: Ein paar Stunden nur noch. Habe ich eigentlich schon gesagt, dass mir die Reporterfans unheimlich auf die Nerven fallen. Komme gerade in den Arbeitsraum des MPC, schon hockt eine Horde Briten begeistert vor dem Bildschirm. Die Briten zÃ¤hlen Ã¼brigens zu den Schlimmsten, bejubeln ihre Wunderradler, verbreiten nationalistische Vorfreude auf London 2012. VÃ¶llig abgedreht, dÃ¤mlich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.52:</strong> Ein paar Stunden nur noch. Habe ich eigentlich schon gesagt, dass mir die Reporterfans unheimlich auf die Nerven fallen. Komme gerade in den Arbeitsraum des MPC, schon hockt eine Horde Briten begeistert vor dem Bildschirm. Die Briten zÃ¤hlen Ã¼brigens zu den Schlimmsten, bejubeln ihre Wunderradler, verbreiten nationalistische Vorfreude auf London 2012. VÃ¶llig abgedreht, dÃ¤mlich, manchmal denke ich: die schreiben nicht viel anders als Chinesen.</p>
<p><strong>11.04:</strong> SchÃ¤uble im Deutschen Haus oder die letzte IOC/BOCOG-Pressekonferenz, das ist hier die Frage. Klare Sache. Was soll SchÃ¤uble mir sagen? Dass Doping ganz schlimm ist und man unbedingt was dagegen unternehmen mÃ¼sse? Dass die deutschen Sportler tolle Botschafter sind? Und dass China ein groÃŸartiger Gastgeber war und alle Kritiker verstummen lÃ¤sst? Kann man sich also sparen. Dann schon lieber die Informationsblocker. Auf geht&#8217;s.</p>
<p><strong>16.51:</strong> Deutsche Kanusiege? Kann schon sein. Ich will nur noch meine Ruhe haben. Im MPC ist es mir zu laut. Habe mir zum Arbeiten ein stilles PlÃ¤tzchen gesucht, wirklich praktisch, so ein Olympiastadion:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-876" title="leeresstadion1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/leeresstadion1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong>21.26:</strong> Nicht dass jemand denkt, ich hÃ¤tte nichts mehr zu sagen. Es ist nur so: Im Moment habe ich tatsÃ¤chlich wenig zu sagen. Muss mal bei The Big M nachfragen und bei &#8220;Witz-Bolt&#8221; (Â© taz), wie die das so machen. Also immer wieder fit sein auf den Punkt und voller Tatendrang. So wird das wohl ein lahmer Abend mit mir, und die Texte sind auch nicht so doll. Aber vielleicht kÃ¶nnten wir morgen, zum Abschluss der Leichtathletik und/oder am Sonntag zur Schlussfeier noch einen hÃ¼bschen Live-Blog starten.</p>
<p><strong>21.32:</strong> Allerdings, so erschÃ¶pft kann ich gar nicht sein, dass nicht noch der Beweis zu erbringen wÃ¤re: Jamaikas MÃ¤dels haben den Stab nicht verloren, sie sind nur etwas spÃ¤ter am Ziel vorbei geschlendert:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-878" title="stab-jamaika" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/stab-jamaika.jpg" alt="" width="492" height="655" /></p>
<p><strong>22.29:</strong> Das ist kein schÃ¶nes Foto, aber eine Art Zeitdokument. Vielleicht hat man wenigstens das im Fernsehen nicht sehen kÃ¶nnen. Was macht der Unger bei den Jungs von der Insel? Ich glaube, er wollte sich beim Witz-Bolt entschuldigen:</p>
<div><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/unger-bolt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-880" title="unger-bolt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/unger-bolt.jpg" alt="" width="492" height="335" /></a></div>
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		<title>Peking, Tag 21</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/08/21/peking-tag-21/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 04:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[11.38: Es regnet in Peking. Und wie. Sehr schÃ¶n, das bringt AbkÃ¼hlung nach all den heiÃŸen VorfÃ¼hrungen. Pekings Busfahrer aber haben kein Erbarmen. Sie drehen die Heizung auf wie im tiefsten mandschurischen Winter. Komme also gut durchgegart ins MPC. 12.17: Nimmt denn das kein Ende? NatÃ¼rlich nicht. Diesmal schimpft die Potsdamer Geherin Melanie Seeger Ã¼ber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>11.38:</strong> Es regnet in Peking. Und wie. Sehr schÃ¶n, das bringt AbkÃ¼hlung nach all den heiÃŸen VorfÃ¼hrungen. Pekings Busfahrer aber haben kein Erbarmen. Sie drehen die Heizung auf wie im tiefsten mandschurischen Winter. Komme also gut durchgegart ins MPC.</p>
<p><strong>12.17:</strong> Nimmt denn das kein Ende? NatÃ¼rlich nicht. Diesmal schimpft die Potsdamer Geherin <a href="http://www.steeple.de/melanie/docs/main.htm" target="_blank">Melanie Seeger</a> Ã¼ber die olympischen ZustÃ¤nde. <span style="text-decoration: line-through;">Laut Deutscher Presse-Agentur</span> Im Fernsehinterview <a href="http://www.ftd.de/sp/olympia/tn/:Seeger_zweifelt_an_Konkurrenz_Kaniskina_siegt/403128.html" target="_blank">sagt sie</a> nach ihrem 23. Platz Ã¼ber 20 Kilometer:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe hier das unfairste Rennen meiner Karriere erlebt. Die Spitze kann Zeiten gehen, da kÃ¶nnen wir trainieren, so viel wir wollen. Ich kann es nicht fassen. Das ist einfach nur traurig. Ich hoffe,Â dass die groÃŸe Bombe platzt und wir unsere Chance bekommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die SiegerinÂ Olga Kaniskina aus Russland komme &#8220;aus einer <a href="http://www.ard.ndr.de/peking2008/nachrichten/ardsportpeking3846.html" target="_blank">Trainingsgruppe</a>, wo die HÃ¤lfte gedopt ist&#8221;. Was wird wohl das jÃ¼ngste deutsche IOC-Mitglied dazu sagen, der DOSB-PrÃ¤sident, der diese Spiele doch quasi als grÃ¶ÃŸte kulturelle Errungenschaft seit Errichtung der Pyramiden preist.</p>
<p><strong>12.41:</strong> Auf Wunsch eines einsamen <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=831" target="_self">Lesers</a>: Ein Zahnspangenfoto. Ist zwar nur vom Monitor im Stadion abgeknipst, aber egal. Das istÂ Shelly-Ann Fraser. TrÃ¼gerisch.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-856" title="spange-fraser1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/spange-fraser1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong>16.20:</strong> Ich muss mir was einfallen lassen. Kann denjenigen, der hier im Blog nur &#8220;jÃ¼ngstes deutsches IOC-Mitglied&#8221; genannt wird, nicht mehr so bezeichnen. Denn am Wochenende wird Claudia Bokel fÃ¼r acht Jahre vereidigt im IOC. Sie zieht als Athletensprecherin ein, bekam die drittmeisten Stimmen. Die IOC-Ã–ffentlichkeitsarbeiter sind leider so lahm und unprofessionell, dass ich nicht auf eine Pressemeldung auf der IOC-Webseite verlinken kann. Nun ist also Claudia Bokel das jÃ¼ngste deutsche IOC-Mitglied. Ich kÃ¶nnte sie kÃ¼nftig &#8220;die Fechterin&#8221; nennen oder auch Claudia Bokel. Ihren VorgÃ¤nger kÃ¶nnte ich als &#8220;<a href="http://www.ftd.de/koepfe/:Thomas%20Bach%20Der%20Mann%20Chinesen/341241.html" target="_blank">den</a> <a href="http://www.ftd.de/koepfe/:Portr%E4t_Thomas_Bachs_Welt/393028.html" target="_blank">Fechter</a>&#8221; bezeichnen. Mal sehen. Wir werden alle miteinander noch viel SpaÃŸ haben. Versprochen. Das hier ist Anita Defrantz (USA) mit dem Ergebnis der Athletenwahlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-860" title="defrantz-athletes" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/defrantz-athletes.jpg" alt="" width="492" height="331" /></p>
<p><strong>16.25:</strong> Wieder mal ein Link zu meinem Lieblingsprofessor Gunter Gebauer. Wer rechts oben die Suchfunktion benutzen sollte, kann zwei, drei BeitrÃ¤ge zu ihm finden, auch ein DLF-GesprÃ¤ch, an dem ich kÃ¼rzlich teilnehmen durfte. Heute Ã¤uÃŸert sich Gebauer im FAZ-GesprÃ¤ch &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/Rub5FA217707F6047DCAA31F8FCCC0B1C7D/Doc~E3FBEFDFE0F9C453FA20F60C9B905B475~ATpl~Ecommon~Sspezial.html" target="_blank">Peking zeigt: traut euren Augen nicht</a>&#8221; u.Â a. zu Usain Bolt:</p>
<blockquote><p>Was Bolt gemacht hat, ist kein Falschspiel. Das ist der Hinweis darauf, dass er in eine neue SphÃ¤re entrÃ¼ckt ist, aufgestiegen in etwas Ãœbermenschliches. Dann haben wir den perfekten Homunculus, der weit Ã¼ber das hinaus geht, was Phelps uns zeigt. Bei ihm kann man AnzÃ¼ge und Wenden heranziehen. Und: Phelps hatte seine leibhafte Mutter dabei. Als Philosoph interpretiere ich das als seinen Beweis, dass er ein normaler Mensch ist. Er ist aus diesem Mutterbauch hervorgegangen, er hat eine fÃ¼llige Mutter und zwei stÃ¤mmige Schwestern, das ist seine wirkliche Herkunft, sein biologischer Stammbaum. Der ist bei Bolt nicht mehr zu erkennen.</p></blockquote>
<p><strong>16.40:</strong> Und noch ein Zitat. Nicht, dass ich ihn vergessen: Juan Antonio Samaranch, <a href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument-druck.html?id=57119193&amp;top=SPIEGEL" target="_blank">Architekt der Peking-Spiele</a>. Er sagte dem chinesischen Staatsfernsehen, die Peking-Spiele seien &#8220;die erfolgreichsten aller Zeiten&#8221; (das sagt er seit hundert Jahren eigentlich allen Ausrichtern, das haben IOC-Leute auch mal Hitler gesagt). &#8220;Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern die Meinung der der internationalen Presse und der Mehrheit der IOC-FunktionÃ¤re.&#8221; Und Amen.</p>
<p><strong>19.29:</strong> Heute etwa mal ohne Zahnspange? Gold fÃ¼r Jamaika, nichts Neues, diesmal Veronica Campbell-Brown Ã¼ber 200 Meter, wie schon 2004. 21,74 Sekunden &#8211; in der olympischen Geschichte war nur Flo-Jo schneller, 1988. Campbell-Brown ist jetzt so schnell wie: Griffith-Joyner, Jones, Ottey, Koch, Drechsler, Jackson, Torrence, GÃ¶hr, Gladisch &#8211; noch Fragen? Auch Bronze geht an Jamaika, an Kerron Stewart. Silber fÃ¼r meine Favoritin, fÃ¼r Allyson Felix, die bei Flo-Jo&#8217;s Coach Bob Kersee trainiert. Kann man mal sehen, die Jamaikaner machen diesmal sogar den Amis etwas vor. Sie kriegen das einfach besser hin. Und wÃ¤hrend Usain Bolt sich gerade die Goldmedaille abholt bei der Siegerehrung, mache ich eine kleine Werbepause. Chicken legs mit Allyson.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/gp2aVHq5acU&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/gp2aVHq5acU&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong><span id="more-852"></span>21.22:</strong> Was war das, bitte? Merritt hÃ¤ngt Wariner eine Sekunde ab. Eine Sekunde! Merritt mit einer Wariner-Zeit von 43,75. Wariner mit einer Zeit, die normale Menschen vielleicht laufen kÃ¶nnen: 44,74. Ich habe Wariner ja schon in Eugene verlieren sehen. Aber das hier, das war etwas Besonderes. Eine Demontage.</p>
<p><strong>21.26:</strong> Schnell noch, bevor ich weiter arbeiten muss, etwas, das mir am Herzen liegt. Zwei Fotos zum Thema Arbeitsbedingungen fÃ¼r Schreiber bei GroÃŸereignissen. Komme gerade aus der Mixed Zone tief im Stadioninneren von Steffi Nerius und Christina ObergfÃ¶ll. SchÃ¤tze, eine dreiviertel Stunden nach dem Wettkampf, nach vielen TV-Interviews, denn die Rechtezahler stehen in der ersten Reihe, durften sich etliche Dutzend deutsche Schreiber um Wortfetzen balgen. So sah das aus, so sieht das immer aus:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-865" title="mixed-zone-1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/mixed-zone-1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>In Worten: Nur wer zufÃ¤llig am Gitter zerquetscht wird, kann ein Wort verstehen. Was die Chinesen allerdings clever gemacht haben, sieht man oben rechts am Bildrand: Eine Helferin hÃ¤lt den Sportlern ein kleines Mikro vor den Mund, und mit einem Radio werden die Wortfetzen so verbreitet, dass doch einige Reporter mehr etwas davon haben. So sieht das von der anderen Seite aus:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-867" title="mixed-zone-radio1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/mixed-zone-radio1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong>21.34:</strong> Mit Dank an linksaussen: Das <span style="text-decoration: line-through;">kleinste</span> unpolitischste deutsche IOC-Mitglied Ã¼berreicht Christina ObergfÃ¶ll gerade die Bronzemedaille.</p>
<p><strong>22.52:</strong> Danke fÃ¼r die Tipps, die kÃ¼nftige Texte bereichern werden. Als Synonyme fÃ¼r das bislang noch jÃ¼ngste deutsche IOC-Mitglied wurden bisher empfohlen:</p>
<ul>
<li>unpolitischstes deutsches IOC-Mitglied</li>
<li>Ã¤ltestes deutsches IOC-Mitglied (erst ab 2010)</li>
<li>profiliertestes deutsches IOC-Mitglied</li>
<li>bestvernetztes deutsches IOC-Mitglied</li>
<li>unanfechtbarstes deutsches IOC-Mitglied</li>
<li>mustergÃ¼ltigstes deutsches IOC-Mitglied</li>
<li>neutralstes deutsches IOC-Mitglied</li>
<li>freidemokratischstes deutsches IOC-Mitglied</li>
</ul>
<p><strong>00.23:</strong> FÃ¼r den Linksaussen hier im Blog: Ich habe wieder einmal einen Fehler gemacht. Habe ein C unterschlagen. Es heiÃŸt <a href="http://www.cbw.com/govern/pb.htm" target="_blank">CCCPC</a>.</p>
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		<title>Peking, Tag 20</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/08/20/peking-tag-20/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 09:32:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[17.12: Ja, es ist spÃ¤t geworden heute mit der ersten Notiz. Das Problem: Habe vergangene Nacht sechs Stunden geschlafen. Das waren eindeutig zwei bis drei Stunden zu viel. Habe meinen KÃ¶rper damit Ã¼berfordert. So ein olympischer ReporterkÃ¶rper mag keine lÃ¤ngeren Ruhepausen. Denn er versetzt sich dann in einen heimtÃ¼ckischen Stand-by-Modus und arbeitet nicht mehr so, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>17.12:</strong> Ja, es ist spÃ¤t geworden heute mit der ersten Notiz. Das Problem: Habe vergangene Nacht sechs Stunden geschlafen. Das waren eindeutig zwei bis drei Stunden zu viel. Habe meinen KÃ¶rper damit Ã¼berfordert. So ein olympischer ReporterkÃ¶rper mag keine lÃ¤ngeren Ruhepausen. Denn er versetzt sich dann in einen heimtÃ¼ckischen Stand-by-Modus und arbeitet nicht mehr so, wie er eigentlich sollte. Da die drei BÃ¤nke hinter mir im MPC schon mit schlafenden Indern, Kenianern und Chinesen &#8211; wenn ich richtig nachgeschaut habe &#8211; besetzt waren, musste die Tischplatte herhalten. Die Kollegen L und H waren so gÃ¼tig, mir je einen Kaffee zu spendieren. Werde gleich mit dem nÃ¤chsten nachlegen. Mal sehen, ob der Motor dann noch stottert.</p>
<p><strong>17.15:</strong> Solche Probleme hat Usain Bolt natÃ¼rlich nicht. Der ist immer auf Betriebstemperatur. Wie sagte Tobias Unger laut Sport-Bild? &#8220;Im Zwischenlauf hat sich Bolt nicht mal warmgelaufen.Â Der kam in Badehose und Joggingschuhen, hat eine Steigerung und einen Start gemacht, seine Spikes angezogen und ist dann die 100 Meter in 9,92 Sekunden gejoggt.&#8221;</p>
<p><strong>17.22:</strong> Sportjournalisten sind nicht nur gern Fans, gerade wird in einer Ecke wieder mÃ¤chtig geklatscht und gejubelt, auch ihre Tischmanieren lassen zu wÃ¼nschen Ã¼brig. Ich weiÃŸ, andere Kulturen, Sitten und BrÃ¤uche, ich muss das verstehen. Ja wirklich? Was hier im MPC ganz offen gerotzt, gerÃ¼lpst und gefurzt wird, ist doch Ã¤uÃŸerst gewÃ¶hnungsbedÃ¼rftig. Aber wenn halt die Kulturen so sind. Kann aber auch sein, dass ich nach drei Wochen ein bisschen Ã¼berempfindlich geworden bin.</p>
<p><strong>18.45:</strong> Ist schon ein paar Minuten alt, die Meldung: Ludmilla Blonska (Ukraine, Zweite im Siebenkampf) ist gedopt. Sie war schon 2003 erwischt und zwei Jahre gesperrt worden. Ich habe sie im Wettkampf und auf der Pressekonferenz aufmerksam beobachtet. Sah klar nach Doping aus, die ZÃ¼ge, der KÃ¶rper, deutlich vermÃ¤nnlicht. Habe aber leider kein Foto gemacht fÃ¼r meine Sammlung. Tut mir leid, das so drastisch zu formulieren. Aber nicht ich bin der Doper, sondern nur der Bote. Was ich eigentlich sagen will: Ein Beweis mehr, dass der gesunde Menschenverstand eben doch kaum tÃ¤uscht. Man muss die Show hier nur aufmerksam verfolgen. Victor Conte Ã¤uÃŸert sich Ã¼brigens auch wieder aus dem Off.</p>
<p><strong>19.33:</strong> Live aus dem Stadion. FÃ¼nf Hammer sind in Folge in den KÃ¤fig geknallt, auch der von Gold-Betty. Sitze heute wieder Aisle 211, Row 8, Seat 08, diesmal sekundiert von Kollegen L. Aber mir winkt ja eh niemand zu. Wer&#8217;s mag, LektÃ¼re, mein Russen-Text in der SZ: &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/937/306894/text/" target="_blank">Ein Desaster. Schlecht. Unglaublich.</a>&#8221;</p>
<p><strong>19.37:</strong> Bald lÃ¤uft der Handyman. Wird er oder wird er nicht, das ist hier die Frage. Hat er Bock auf Weltrekord?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-837" title="handyman" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/handyman.jpg" alt="" width="496" height="362" /></p>
<p><strong><span id="more-831"></span>19.45:</strong> Die Deutsche Presse-Agentur titelt zum Fall Blonska: &#8220;Doping-Hiobsbotschaft&#8221;. Ich fass&#8217; es langsam nicht mehr. Was ist daran eine Hiobsbotschaft? Es ist gut so. Die Hiobsbotschaft ist, dass hier nicht viel mehr erwischt werden.</p>
<p><strong>20.10:</strong> Kleines Puzzle: Wer Lust hat, kann in der <a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/2007names_1800.pdf" target="_blank">IAAF-Kontrollliste 2007</a> (pdf) mal nach Jamaika-Rennern suchen und die Zahlen ins VerhÃ¤ltnis zu anderen LÃ¤ndern und Kontinenten bringen.</p>
<p><strong>22.12:</strong> Finde gerade meinen Kommentar vom Noch-Weltrekord Michael Johnsons 1996 in Atlanta. Absurd aktuell:</p>
<blockquote><p>Michael Johnson &#8211; Ikone des modernen Sports in goldenen Schuhen. Die Pulverisierung des 200-m-Weltrekords um 32 Hundertstel erreicht Dimensionen, die mit den mysteriÃ¶sen Bestmarken der Florence Griffith-Joyner aus dem Jahr 1988 vergleichbar sind. â€žFlojo&#8221; verschwand damals so schnell von der BildflÃ¤che, wie sie gesprintet war. Michael Johnson will nun bis zum Jahr 2000 abkassieren. Es heiÃŸt, Johnsons Manager Brad Hunt kÃ¶nne jetzt 175.000 Mark Startgeld fÃ¼r seinen Klienten verlangen.</p>
<p>Ganz klar, Doping? Es gibt keine Beweise. Es ist aber auch nicht viel Ã¼ber die UmstÃ¤nde der Fabelzeit bekannt. â€žVier, fÃ¼nfmal&#8221; sei er in diesem Jahr zur Dopingkontrolle gebeten worden, hat Johnson gesagt. Von wem, wo, wann, mit welcher Vorwarnzeit &#8211; diese entscheidenden Â Angaben bleiben ungeklÃ¤rt.Â Anderes weiÃŸ man definitiv: So sind die harten und teuren Modedrogen HGH (Wachstumshormon) und EPO von den Dopingkontrolleuren noch nicht nachzuweisen. So hat Don Catlin, der Leiter des Kontroll-Labors in Atlanta, eine Woche vor den Spielen auf einem KongreÃŸ fÃ¼r klinische Chemie in London von den neusten Tricks der Doper berichtet. Bekannt ist auch, daÃŸ das amerikanische Olympiakomitee USOC ein zunÃ¤chst groÃŸ angekÃ¼ndigtes Trainingskontrollprogramm vor Olympia abgeblasen hat. Angeblich, weil das Geld dafÃ¼r fehlt. Dabei ist das USOC das reichste NOK der Welt, weil es den grÃ¶ÃŸten Teil der Fernseh- und Sponsorenmillionen der olympischen Bewegung erhÃ¤lt.</p>
<p>Der Dopingexperte Prof. John Hoberman von der UniversitÃ¤t Texas sagt, Doping sei im amerikanischen Profisport â€žnur ein lÃ¤stiges Problem, das durch gezielte Public Relations klein geredet werden kann&#8221;. Johnson weiÃŸ ein ganzes Heer von Ã–ffentlichkeitsarbeitern hinter sich: Die PR-Strategen seines Sponsors Nike, der grÃ¶ÃŸten Sportartikelfirma der Welt, und den Fernsehsender NBC.</p>
<p>â€žYou are unbelievable&#8221; &#8211; Du bist unglaublich &#8211; drÃ¶hnte es unmittelbar nach dem Weltrekordlauf durch das Olympiastadion, wÃ¤hrend Michael Johnson auf NBC schon Ã¼ber seine â€žhistorische Tat&#8221; ins SchwÃ¤rmen geriet. Auf der PressetribÃ¼ne rieben sich indes tausende Menschen verblÃ¼fft die Augen: 1-9-3-2.</p>
<p>â€žGlaubt was ihr wollt&#8221; hat ihnen Michael Johnson an diesem wundersamen Abend noch gesagt. Ein Freibrief fÃ¼r alle Skeptiker? Glauben muÃŸ man dem WunderlÃ¤ufer wirklich nicht.</p></blockquote>
<p><strong>22.54:</strong> Ich sage jetzt mal nichts. Habe gerade einen ersten Text geschrieben und versendet und schaue jetzt mal, was unser WunderlÃ¤ufer in der Pressekonferenz zu sagen hat. Es waren 52 Hundertstel Vorsprung, der grÃ¶ÃŸte in der olympischen Geschichte. Bis spÃ¤ter. Die Nacht wird wieder kurz. Gut so, siehe oben.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-844" title="bolt-200-bahn" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bolt-200-bahn.jpg" alt="" width="494" height="415" /></p>
<p><strong>23.51:</strong> Sitze im Saal, Reihe eins. Noch ist er nicht da. Tanzt noch irgendwo und gibt Fernsehinterviews. In neun Minuten hat er Geburtstag.</p>
<p><strong>04.11:</strong> Bolt wollte doch noch nicht Geburtstag feiern. Macht er erst in ein paar Stunden, nach Kingston-Time. Er war ziemlich aufgedreht, aber angenehmer als nach den 100 Metern. Nur das: <strong>&#8220;My name is Bolt. Lightning Bolt.&#8221;</strong> Wie&#8217;s aussieht, wird ihn sein Coach bald ernsthaft die 400 Meter rennen lassen. Irgendjemand sagte, alle drei Weltrekorde &#8211; 100, 200, 400 &#8211; hÃ¤tte noch niemand gehalten. Kann das jetzt nicht bis 1800-undwas prÃ¼fen, seit ich Leichtathletik gucke, stimmt es jedenfalls. Als Gute-Nacht-LektÃ¼re von mir noch einige Links,Â mit Links werde ich ja leider sparsamer, notgedrungen.</p>
<ul>
<li>ZunÃ¤chstÂ Victor Conte in den New York Daily News. Vielleicht hat das auch schon jemand in den Kommentaren verlinkt, dann habe ich es Ã¼bersehen. <a href="http://www.nydailynews.com/sports/2008olympics/2008/08/18/2008-08-18_conte_world_antidoping_agency_needs_to_b.html" target="_blank">Conte: World Anti-Doping Agency needs to beef up offseason steroid testing</a>.</li>
<li>Ein <a href="http://www.faz.net/s/Rub31BAF3CC293542EBAD4C45D7027BF394/Doc~E7CB6D6B9BDFB4A5EAAA6B3BC003A3CEC~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Kommentar</a> von Michael Reinsch zu einer unsÃ¤glichen PK von IAAF-Boss Lamine Diack gestern Nachmittag.</li>
<li>Ich bin heute einigen Infos nachgegangen, die besagen, dass es <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/olympia_2008/107466/index.php" target="_blank">nicht ganz koscher zugeht</a> bei den Dopingkontrollen und Analysen in Peking. DarÃ¼ber werden wir sicher noch einiges hÃ¶ren.</li>
</ul>
<p><strong>04.28:</strong> Kurze Pause &#8211; demnÃ¤chst mehr in diesem Theater.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-850" title="bolt-200-pk" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bolt-200-pk.jpg" alt="" width="492" height="343" /></p>
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		<title>Peking, Tag 19</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 04:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[11.07: Eine kluge Freundin schrieb mir vergangene Nacht: &#8220;Mein Gott, ist der Blog heute theorielastig. Klingt ja wie Kommunikationswissenschaft 1. Semester. Sind wohl alle schwer ins GrÃ¼beln gekommen. Es traut sich ja kaumÂ mehr einer, einen Witz zu machen.&#8221; Recht hat sie. Heute also etwas besonnener. Und witziger. Auf geht&#8217;s. 14.15: Kleiner RÃ¼ckblick. Einer meiner HÃ¶hepunkte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>11.07:</strong> Eine kluge Freundin schrieb mir vergangene Nacht: &#8220;Mein Gott, ist der Blog <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=806" target="_self">heute theorielastig</a>. Klingt ja wie Kommunikationswissenschaft 1. Semester. Sind wohl alle schwer ins GrÃ¼beln gekommen. Es traut sich ja kaumÂ mehr einer, einen Witz zu machen.&#8221; Recht hat sie. Heute also etwas besonnener. Und witziger. Auf geht&#8217;s.</p>
<p><strong>14.15:</strong> Kleiner RÃ¼ckblick. Einer meiner HÃ¶hepunkte und Lieblingsathleten bei bisherigen Spielen: Hossein Rezazadeh, der Herkules von Teheran, Kampfgewicht 162,95 Kilo, nach seinem Olympiasieg 2004 in Athen &#8211; im Interview mit dem iranischen Waldemar Hartmann. Unvergessen, wie die beiden sich erstmal bebusselt haben.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-819" title="irans-waldemar-hartmann" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/irans-waldemar-hartmann.jpg" alt="" width="492" height="329" /></p>
<p>Leider ist mein Freund Hossein heute beim Kampf der superschweren Giganten nicht dabei. Seine Ã„rzte haben ihm &#8220;schwere und stressige AktivitÃ¤ten&#8221; verboten. Warum eigentlich? Gewichte von insgesamt mehr alsÂ 470 Kilo Ã¼ber dem SchÃ¤del zu bugsieren, ist doch nicht stressig fÃ¼r einen Kerl wie ihn. Weil Hossein fehlt, bin ich auch nicht da, erstmals nicht seit 1992. Ich gehe dafÃ¼r zum Diskuswerfen, zu <a href="http://www.derharting.de" target="_blank">Robert Harting</a>. Da geht&#8217;s auch kernig zur Sache.<span id="more-815"></span></p>
<p><strong>18.52:</strong> Wieder im Stadion, Aisle 211, Row 02, Seat 08. Komme gerade vom russischen NOK und muss noch ein Textlein Ã¼ber Putins Hobby schreiben. Ein bisschen abgehetzt, aber mein kleiner Freund, der rote <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=576" target="_self">USB-Propeller</a>, verschafft Linderung.</p>
<p><strong>19.28:</strong> Ooops, doch wieder das ernste Thema. Lese gerade eine Meldung, wonach der griechische NOK-PrÃ¤sident Minos Kyriakou die Massendoper aus Hellas demÂ &#8221;organisierten Verbrechen&#8221; zuordnet. Der BetrÃ¼gerin Fani Halkia, die sich weiter Olympiasiegerin nennen darf, habe ich vorgestern <a href="http://jensweinreich.de/?p=786" target="_self">einige Worte</a> gewidmet. Mir fÃ¤llt leider erst jetzt auf, dass zu den Massendopern auch Anastasios Gousis zÃ¤hlt. Das hatte ich im vergangenen Jahr in Osaka schon vermutet:</p>
<blockquote><p>OSAKA. Da sage noch einer, Geschichte pflege sich nicht zu wiederholen. Von wegen. Diese Geschichte hier kommt einem bekannt vor: Sie handelt von einem flinken 200-Meter-LÃ¤ufer aus Griechenland. Einer, dem man so eine Zeit an der 20-Sekunden-Marke gar nicht zugetraut hatte. Einer, der selten zu sehen ist, sich gern auf Inseln oder sonstigen abgelegenen Flecken des Erdballs aufhÃ¤lt. Nein, damit es kein MissverstÃ¤ndnis gibt: Konstantinos Kenteris ist nicht wieder aufgetaucht in Osaka. Er nicht, der Betrugs-Olympiasieger, der nachts gern vor DopingjÃ¤gern flÃ¼chtet und dabei MotorradunfÃ¤lle fingiert. Der nÃ¤chste schnelle Grieche heiÃŸt AnastÃ¡sios GoÃºsis.</p>
<p>20,11 Sekunden rannte GoÃºsis am Dienstagmorgen in Osaka. Bestzeit im Vorlauf. Schneller war niemand, nicht einmal 100-Meter-Weltmeister Tyson Gay, der Favorit auf den Titel. Im vergangenen Jahr war GoÃºsis mit vergleichsweise bescheidenen 20,54 Sekunden verzeichnet. Seine bisherige Bestzeit stammte von den Olympischen Spielen 2004, als er 20,48 Sekunden markierte. Und noch ein statistisches Detail: Bei der Europameisterschaft 2006 in GÃ¶teborg war GoÃºsis Achter in 20,94 Sekunden. Immerhin, von den Dopingfahndern des Weltverbandes IAAF wurde GoÃºsis im vergangenen Jahr wenigstens einmal angetroffen. Sein Name steht in der Liste der kontrollierten Athleten, die die IAAF im Internet verÃ¶ffentlicht. Wie oft und wann er genau kontrolliert wurde, darÃ¼ber schweigen allerdings die Gelehrten.</p>
<p>Im Zwischenlauf nahm der Grieche etwas Luft raus und belieÃŸ es bei 20,51 Sekunden. Diesmal war Tyson Gay mit 20,08 standesgemÃ¤ÃŸ der Schnellste. â€žNiemand kann gezwungen werden, dass er regelmÃ¤ÃŸig an WettkÃ¤mpfen teilnimmt&#8221;, sagt IAAF-Councilmitglied Helmut Digel. â€žWenn er das aber nicht tut, wenn er sich nicht zeigt, dann muss er auch mit solchen VerdÃ¤chtigungen leben. Das ist immer eine Gratwanderung.&#8221;</p>
<p>Konstantinos Kenteris brauste bei den Sommerspielen 2000 in Sydney zur Goldmedaille und verbesserte sich um mehr als eine halbe Sekunde. Im Jahr zuvor war er in der Weltrangliste noch auf Rang 56 gefÃ¼hrt. Der 28 Jahre alte GoÃºsis war im vergangenen Jahr 50. der Weltbestenliste. Im offiziellen WM-Statistikbuch fehlt sein Name. GoÃºsis soll sich mit Trainer Theodoris Gatzios auf Korfu vorbereitet haben. GoÃºsis ist eine mÃ¤chtige Erscheinung. Etwas klein vielleicht, keine 180 Zentimeter. Aber sonst: MirakulÃ¶se Muskelberge, stolz wie die Akropolis. Da hat jemand prÃ¤chtig modelliert. Gutes Timing. Nein, keine VerdÃ¤chtigungen! SchlieÃŸlich gibt es noch einen anderen Grund, der GoÃºsis Leistungsexplosion verursacht haben kÃ¶nnte.</p>
<p>Denn es gibt Fotos von GoÃºsis aus frÃ¼heren Jahren, die ihn mit langer MÃ¤hne und flotten Locken zeigen. In Osaka aber prÃ¤sentiert er sich kurz geschoren. Nicht militÃ¤risch streng wie einst Kenteris, die LÃ¶ckchen sind schon noch zu sehen. Doch eins ist klar: Mit weniger Haaren schleppt AnastÃ¡sios GoÃºsis weniger Ballast durch die Gegend. Windschnittiger ist die Frisur ohnehin. Das wird es also sein, deshalb ist er so schnell geworden.</p>
</blockquote>
<p><strong>21.32:</strong> Nur mal eine olympische Momentaufnahme aus dem Bird Nest, denn so geht es in diesen Minuten vielen Kollegen. Bolt lÃ¤uft, Harting wirft, bis eben an einem Russen-Text geschrieben, der Harting-Text muss gleich angefangen werden, gerade die Meldung zu WeiÃŸenborn und seiner IM-TÃ¤tigkeit gelesen, andere Mails kommen: HambÃ¼chen abgestÃ¼rzt, Werth hat gewonnen, Steiner-Gold und eine verrÃ¼ckte, zu TrÃ¤nen rÃ¼hrende Geschichte. Habe ich was vergessen? Der Kollege K aus der Heimat, der auch fast durchdreht,Â fragt mich gerade per Email: Na, welches Thema wÃ¼rdest Du in die Zeitung nehmen? Wollten wir nicht an dieser Stelle immer mal ein bisschen darÃ¼ber reden, wie man in diesem Wahnsinn den Ãœberblick behÃ¤lt und sich um Journalismus bemÃ¼ht? Oh Gott.</p>
<p><strong>22.15:</strong> Sanya Richard kann nicht verstehen, was ihr gerade passiert ist. Rang drei.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-828" title="richards" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/richards.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
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		<item>
		<title>Peking, Tag 18</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/08/18/peking-tag-18/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 06:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[12.35: Chinas HÃ¼rdenstar Liu Xiang gibt wegen einer Achillessehnenverletzung auf. Volunteers im Schockzustand. Dramatische Pressekonferenz mit weinendem Trainer, der vor den Spielen gesagt hat, dass fÃ¼r die Sportherrscher hier nur eins zÃ¤hlt: Gold. Davon haben die Chinesen Ã¼brigens schon 35. 13.10: Zum Thema Sportjournalisten in China, um das es hier ja auch gehen soll (und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>12.35:</strong> Chinas HÃ¼rdenstar Liu Xiang gibt wegen einer Achillessehnenverletzung auf. Volunteers im Schockzustand. Dramatische Pressekonferenz mit weinendem Trainer, der vor den Spielen gesagt hat, dass fÃ¼r die Sportherrscher hier nur eins zÃ¤hlt: Gold. Davon haben die Chinesen Ã¼brigens schon 35.</p>
<p><strong>13.10:</strong> Zum Thema Sportjournalisten in China, um das es hier ja auch gehen soll (und wozu bereits so viele Anmerkungen gemacht wurden, dass ich die unmÃ¶glich alle verlinken kann), schreibt Wolfgang Hettfleisch, der Kollege H, der <a href="http://jensweinreich.de/?p=786" target="_self">gestern leicht genervt</a> und malariageplagt von der Ruderstrecke kam, in der <a href="http://www.fr-aktuell.de" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a> u. a.:</p>
<blockquote><p>Ich will das alles nicht. Hatte ich das schon gesagt? Keine Journalisten mehr, die sich als Fans gerieren, oder Fans, die sich als Journalisten tarnen. Noch ist unklar, um welche der beiden Spezies es sich in den angeblich so streng kontrollierten Arbeitsbereichen fÃ¼r die Medien tatsÃ¤chlich handelt. Keine PressetribÃ¼nen, auf denen die Landsleute der Sieger in Ekstase ausbrechen. Keinen spontanen Applaus in Pressekonferenzen. Keine Fragen wie diese an die ersten vier chinesischen Olympiasiegerinnen der Rudergeschichte: â€žSie sind solche attraktiven jungen Frauen, interessieren Sie sich eigentlich fÃ¼r Mode?&#8221; Oder die: â€žIch mÃ¶chte Ihnen recht herzlich zu Ihrem Erfolg gratulieren und wÃ¼rde gerne wissen, wie lange sie glauben, China auf ihrem weiteren Weg noch dienen zu kÃ¶nnen?&#8221; (&#8230;) Alte Hasen hier sagen, solche Krisen seien wie Malaria. Sie gingen vorÃ¼ber, kÃ¶nnten aber jederzeit wieder ausbrechen.Â </p></blockquote>
<p><strong>16.15:</strong> Und schon wieder wird weiter unten das Hauptthema dieser Tage, dieser Jahre, dieses Metabolitensports, dieser FreakshowÂ Ã¼berhaupt diskutiert: Was kÃ¶nnen wir glauben? KÃ¶nnen wir Ã¼berhaupt etwas glauben? Was und wie soll man darÃ¼ber berichten, ohne sich fÃ¼r das eigene Produkt schÃ¤men zu mÃ¼ssen? DarÃ¼ber habe ich in den vergangenen Wochen schon viel geschrieben. Es wurde immer wieder diskutiert. Je offensichtlicher aber die Freakshow wird, desto hÃ¤rter prallen die Ansichten aufeinander. James Tobin argumentiert mit Journalisten-LehrbÃ¼chern, die ich nicht kenne. Ich kenne dafÃ¼r andere. KÃ¼rzliche habe ich fÃ¼r die Journalismus-Zeitschrift <a href="http://www.message-online.com" target="_blank">Message</a> ein Werkstattheft zum Sportjournalismus verÃ¶ffentlicht, u. a. mit Interviews und BeitrÃ¤gen von und mit Thomas Kistner, Andrew Jennings, Jens Sejer Andersen, Erik Eggers, Freddie RÃ¶ckenhaus, Jean-FranÃ§ois Tanda und einigen anderen Kollegen. Dabei auch ein kleiner Text zur Dopingberichterstattung, ganz banal und bewusst einfach gehalten &#8211; inklusive einer minimalen Checkliste fÃ¼r aktuelle Berichterstattung. Dies stelle ich nachfolgend zur Diskussion. Viel mehr dazu, u. a. auch auf <a href="http://jensweinreich.de/?p=125" target="_self">Sportjournalismus-Konferenz</a> im Februar in Dortmund basierend, gibt es unter <a href="http://www.sportnetzwerk.eu">www.sportnetzwerk.eu</a>.</p>
<p><span id="more-806"></span></p>
<blockquote><p><em>Aus Message Werkstattheft Sportjournalismus, April 2008</em></p>
<p>Unter Kriminalwissenschaftlern gilt es als gesichert, dass mehr als 95 Prozent aller KorruptionsfÃ¤lle unentdeckt bleiben. Diese Zahl ist gewissermaÃŸen die Benchmark des BetrÃ¼gens. Es gibt keinen Grund anzunehmen, diese Rate sei im Sport entscheidend niedriger. Ganz im Gegenteil, die LÃ¼ge ist eine olympische Konstante. Die Ã¼bergroÃŸe Zahl der Doper bleibt unentdeckt.</p>
<p>Das beste Beispiel fÃ¼r diese These lieferten die Staatsdoper der verflossenen DDR: Obwohl nach wissenschaftlichen Studien etwa 10.000 Athleten ins Dopingsystem involviert waren, sind in zwei Dopingjahrzehnten lediglich zwei DDR-Sportler bei internationalen WettkÃ¤mpfen aufgeflogen &#8211; die KugelstoÃŸerin Ilona Slupianek und der Radfahrer Norbert DÃ¼rpisch.</p>
<p>Die GrÃ¼nde dieser erschreckenden geringen AufklÃ¤rungsrate sind damals wie heute prinzipiell dieselben: Unter medizinischer Aufsicht wird meist geschickt an die Grenzwerte heran gedopt; oft werden interne Kontrollen ausgewertet, um die Gefahr des Entdeckens zu mildern; externen Kontrolleuren wird die TÃ¤tigkeit erschwert, wobei sich nicht selten SportfunktionÃ¤re, Athleten und politische Instanzen miteinander verbÃ¼nden. Es ist wie im richtigen Leben: Das Drogenkartell ist den DrogenjÃ¤gern immer voraus. So ist letztlich auch den Resultaten der in den vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) akkreditierten Labors durchgefÃ¼hrten Blut- oder Urinanalysen nicht zu trauen. Bei spektakulÃ¤ren DopingfÃ¤llen der vergangenen Jahre &#8211; etwa dem der US-Amerikanerin Marion Jones &#8211; zeigte sich, dass Doper mitunter Dutzende unabhÃ¤ngige Kontrollen problemlos Ã¼berstehen.</p>
<p>Es gibt also gute GrÃ¼nde, die Aufnahme des Dopings und des Sportbetrugs ins Strafrecht zu diskutieren. Denn nur mit kriminalistischen Methoden und mit dem Instrumentarium der StrafverfolgungsbehÃ¶rden ist der Dopingmafia beizukommen. Sportjournalisten haben als EinzelkÃ¤mpfer da keine Chance. Sie mÃ¼ssen sich VerbÃ¼ndete suchen unter Kollegen, FunktionÃ¤ren, Kontrolleuren, Trainern, Politikern. Sie mÃ¼ssten eigentlich Forensiker sein. Selbst bei dauerhaft grÃ¶ÃŸten Anstrengungen werden sie tendenziell nie einen Doper enttarnen. Ein Scoop lÃ¤sst sich nicht planen.</p>
<p>Es geht nicht um Verdachtsberichterstattung, sondern um Wahrhaftigkeit in der tÃ¤glichen Arbeit. Es wÃ¤re viel erreicht, wenn mehr Sportjournalisten die Augen Ã¶ffnen und sauber beschreiben, was sie sehen. Denn sportliche Leistungen, zumal in den absoluten Dopingsportarten wie Radfahren, Leichtathletik oder Schwimmen, mÃ¼ssen zwingend in ihrem Zusammenhang betrachtet werden.</p>
<p>Das Showbusiness Sport aber feiert den Moment, die Sensation, das vermeintliche Wunder. Es ist oft nicht leicht, sich diesem Sog zu entziehen. Zumal Hierarchen der Medienfirmen, etwa Chefredakteure oder Intendanten, oft mitfeiern wollen und bezahlte Skeptiker aus dem eigenen Haus gern in die Schranken weisen. Das passiert auch in so genannten QualitÃ¤tsmedien. Derartige WiderstÃ¤nde muss man aushalten.</p>
<p>Es lassen sich viele Parameter einer sportlichen Leistung Ã¼berprÃ¼fen. Meist reicht schon der gesunde Menschenverstand, um BetrÃ¼gern auf die Schliche zu kommen. Dass beispielsweise der ominÃ¶se griechische Sprinter Kostas Kenteris nur ein Doper sein konnte, war schon bei seinem sensationellen Olympiasieg im Jahr 2000 in Sydney klar. Er war vorher kaum aufgetaucht, steigerte seine Bestzeit allerdings exorbitant um eine halbe Sekunde. Das Verhalten seines engsten Umfeldes sprach BÃ¤nde. Wer Augen und Ohren hatte und ein GespÃ¼r fÃ¼r ZusammenhÃ¤nge, musste zu einem Ergebnis kommen &#8211; nur durfte niemand schreiben: Kenteris gedopt! Denn er ist ja nicht positiv getestet wurden.</p>
<p>Was also tun in der Not der aktuellen Berichterstattung? Ich habe Kenteris bei seinen wenigen groÃŸen Sieger-Pressekonferenzen nach seinen Dopingkontrollen gefragt. Das war einfach, manche mÃ¶gen es als einfallslos bezeichnen, aber es erwies sich als durchaus wirkungsvoll, weil sich daraufhin immer ein wunderbares Schauspiel ergab: Meistens antwortete sein Trainer Christos Tsekos, obwohl er gar nicht gefragt war. Tsekos kam auch mal mit zwei Schwerathleten vorbei und drohte mir Ã¶ffentlich PrÃ¼gel an. Ich habe mir einen SpaÃŸ daraus gemacht, diese absurden Situationen zu beschreiben. So wie ich bei Olympischen Spielen die Medaillengewinner der superschweren Gewichtheber regelmÃ¤ÃŸig bitte, mir ihre AntidopingpÃ¤sse vorzulegen. In der Regel tun die Sportkameraden dann so, als wÃ¼rden sie die einfache Frage nicht verstehen. Wiederholt man die Frage, verlassen sie gern den Raum. So lÃ¤uft das meistens. Auch das kann Dopingberichterstattung sein. Ein TagesgeschÃ¤ft im Rahmen des MÃ¶glichen, um EnthÃ¼llungen geht es nur selten.</p>
<p>Kenteris hatte sich natÃ¼rlich jahrelang Dopingkontrollen entzogen. Im August 2004 nahm sein Spuk ein Ende, als IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge kurz vor den Sommerspielen in Athen anordnete, Kenteris sofort zu Ã¼berprÃ¼fen. Kenteris flÃ¼chtete spektakulÃ¤r, verstrickte sich in weitere LÃ¼gen &#8211; und wurde am Ende gesperrt.</p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Checkliste/11 Tipps fÃ¼r die Dopingberichterstattung</strong></span></p>
<blockquote><p>Dopingberichterstattung ist nichts als Handwerk und heiÃŸt vor allem: Informationen sammeln und gewichten, UmstÃ¤nde und Entwicklungen von sportlichen Leistungen mÃ¶glichst exakt beschreiben. Dazu braucht es keine paradiesischen Arbeitsbedingungen, es reicht schon, das ABC des Journalismus zu beherzigen. Eine Checkliste fÃ¼r alle Ebenen des Leistungssports, von nationalen Jugendmeisterschaften bis zu Olympischen Spielen:</p>
<ol>
<li>Misstrauen ist die wichtigste Regel: Nicht blenden und tÃ¤uschen lassen. Es gibt keine Wunder. Jeder wundersame sportliche Auftritt lÃ¤sst sich frÃ¼her oder spÃ¤ter erklÃ¤ren.</li>
<li>Einordnen: Leistungssteigerungen immer anhand von Bestenlisten und anderen Statistiken kontrollieren. Das geht mit effizientem Technikeinsatz (Bookmarks, Downloads, eigene Statistiken, die hohe Schule: Nutzung von CAR) auch unter groÃŸem Zeitdruck. Handelt es sich um eine kontinuierliche Entwicklung oder krasse LeistungssprÃ¼nge?</li>
<li>Beobachten: Sind bei Sportlern binnen kurzer Zeit auffÃ¤llige kÃ¶rperliche VerÃ¤nderungen wahrzunehmen? Extremer Muskelzuwachs, Ake oder ausgeprÃ¤gtes Wachstum bestimmter KÃ¶rperteile (GliedmaÃŸen und Gesichtspartien) weisen noch immer auf Anabolikadoping und/oder Doping mit Wachstumshormonen hin.</li>
<li>ÃœberprÃ¼fen: Mit welchen Trainern, Medizinern, Managern und Athleten arbeitet der Sportler? Welche Personen aus seinem Umfeld haben eine Dopingvergangenheit? Auch das muss exakt beschrieben werden. Doper sind chronische WiederholungstÃ¤ter.</li>
<li>Verstehen: Was bedeuten die gÃ¤ngigen Euphemismen, die Scheinargumente der DopingbefÃ¼rworter? Es gilt zu verstehen, was Mediziner meinen, wenn sie Ã¼ber â€žSubstitution&#8221;, â€žbessere Regeneration&#8221; oder â€žnicht erwiesene Nebenwirkungen&#8221; schwadronieren. Die versteckten Freigabe-Argumente (neuerdings: â€žDopingkontrollen sind ein VerstoÃŸ gegen MenschenwÃ¼rde und BÃ¼rgerrechte der Sportler&#8221;) sollte man ebenfalls erkennen und mit wirksamen Argumenten begegnen.</li>
<li>Nachfragen: Wie viele unangemeldete Trainingskontrollen kann der Athlet in einem bestimmten Zeitraum unter welchen UmstÃ¤nden nachweisen? Diese und andere Fragen kÃ¶nnen an Sportler, Trainer, Verein, den jeweiligen Nationalverband, den internationalen Fachverband, den nationalen Dachverband, an das IOC, die nationalen und die Welt-Antidopingagentur (Wada) gerichtet werden. Optimal wÃ¤ren wiederholte RÃ¼ckfragen an alle Parteien. Nie Behauptungen akzeptieren, immer Dokumente verlangen. Schon die Analyse der Antworten ist manchmal fÃ¼r eine erhellende Geschichte gut.</li>
<li>Handeln: Manche mutmaÃŸlichen Doper sieht man nur einmal im Leben. Man sollte deshalb sogar Pressekonferenzen nutzen, um die wichtigsten Fragen nach Dopingkontrollen und Umfeld zu stellen. Wunderdinge darf niemand erwarten, aber die Reaktionen sind meist erstaunlich und lassen RÃ¼ckschlÃ¼sse zu, denn bis heute sind viele Athleten derartige Fragen nicht gewÃ¶hnt.</li>
<li>ZuhÃ¶ren: Versuchen Sie regelmÃ¤ÃŸig mit Trainingskollegen der Athleten, Kontrahenten, Trainern, Kontrolleuren, FunktionÃ¤ren, Juristen und Wissenschaftlern zu sprechen.</li>
<li>Protokollieren: Notizen und Dokumente in jeder Form sind wichtig. Multimediales Arbeiten empfiehlt sich: Text, Foto, Audio, Video. Jeder muss sich sein passendes Notiz- und Archivsystem aufbauen. Es wird sich lohnen.</li>
<li>Studieren: Erstklassige sportpolitische Kenntnisse Ã¼ber Struktur des Hochleistungssportsystems und Geschichte der DopingbekÃ¤mpfung sind unentbehrlich, um die tÃ¤glichen LÃ¼gen der Doper und die Propaganda der Sportpolitiker zu durchschauen. Es gibt hervorragende AntidopingbÃ¼cher, tausende erstklassiger Dokumente und zahlreiche Gerichtsurteile &#8211; machen Sie Ihre Hausaufgaben! Medizinische und juristische Fachkenntnisse sind hilfreich. Optimal wÃ¤re eine kriminalistische Grundausbildung.</li>
<li>Dranbleiben ist die zweitwichtigste Regel: Denn Dopingberichterstattung ist kein Sprint, sondern ein Hindernis-Marathon.Â </li>
</ol>
</blockquote>
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		<title>Peking, Tag 17</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Aug 2008 03:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[britta steffen]]></category>

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		<description><![CDATA[10.48: She did it again.Â &#8221;Das Lustige bei den 50 Metern ist, du hast keine Schmerzen&#8221;, sagt Britta Steffen. Was jetzt noch kommen kann? &#8220;Nichts. Urlaub.&#8221; Dann Ã¼berlegen. Analysieren. &#8220;Ich weiÃŸ noch nicht, ob es das Ende ist.&#8221; Wenn, dann war es ein sehr schÃ¶nes Ende. 12.10: Immer noch WasserwÃ¼rfel, Laptop auf den Knien, Notizbuch vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.48:</strong> She did it again.Â &#8221;Das Lustige bei den 50 Metern ist, du hast keine Schmerzen&#8221;, sagt Britta Steffen. Was jetzt noch kommen kann? &#8220;Nichts. Urlaub.&#8221; Dann Ã¼berlegen. Analysieren. &#8220;Ich weiÃŸ noch nicht, ob es das Ende ist.&#8221; Wenn, dann war es ein sehr schÃ¶nes Ende.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-792" title="torres-tranen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/torres-tranen.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="224" height="207" align="right" />12.10:</strong> Immer noch WasserwÃ¼rfel, Laptop auf den Knien, Notizbuch vor dem Bauch, Kamera zu FÃ¼ÃŸen, AufnahmegerÃ¤t arbeitsbereit auf dem Rucksack postiert.Â Ein schÃ¶ner Job. KonnteÂ geradeÂ eine Woche im Zeitraffer passieren lassen: Pressekonferenz mit Britta Steffen, GesprÃ¤ch mit Norbert Warnatzsch, PK mit Dara Torres (es flossen TrÃ¤nen) &#8211; und in fÃ¼nf Minuten kommt The Big M, der es tatsÃ¤chlich geschafft hat. Acht Mal Gold. Beifall von den Reportern. Da kommt The Big M, die Legende. Und tatsÃ¤chlich: Er atmet schwer durch. Die Australierin Leisel Jones hat Ã¼brigens gesagt, ihr HÃ¶hepunkt sei es hier gewesen, Michael Phelps beobachten zu dÃ¼rfen. The Big M sagt gerade, er sei sprachlos. Dann erzÃ¤hlt er trotzdem, wie es so war im Pool und Ã¼berhaupt.</p>
<p><strong>15.37:</strong> Ein aktueller Text zu den <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,572564,00.html" target="_blank">Befindlichkeiten von Britta Steffen</a> und Norbert Warnatzsch.</p>
<p><strong>18.10:</strong> Ein letzter (?) Beitrag aus Peking zu <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=671" target="_self">The Big M</a> &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,572581,00.html" target="_blank">Michael Phelps</a>.<span id="more-786"></span></p>
<p><strong>18.32:</strong> Niemand kann mehr arbeiten. Die Inder ziehen ein, vielleicht auch Pakistani, wie ein Kollege vermutet. Egal: Wenn zwei Dutzend von ihnen brÃ¼llen und lamentieren und in ihre Telefone schreien, ist das irgendwie blÃ¶d. Bin genervt, mache den Kameraden das auch klar. Nach zwanzig Minuten ist der Spuk vorrÃ¼ber. Von der Ruderstrecke kommen wenig spÃ¤ter die Kollegen H und E, sie sind noch schlimmer genervt, weil sie jubelnde und feiernde und kÃ¼ssende und lobhudelnde Sportreporter aus aller Herren LÃ¤nder nicht ertragen. Als sie davon erzÃ¤hlen, brÃ¼llt am dreiÃŸig Meter weiter die nÃ¤chste Horde. Irgendwas ist passiert. Irgendeine von 915 Medaillen gilt es zu feiern.</p>
<p><strong>19.10:</strong> Das Programm heute, nicht nur eigentlich, sondern echt wahnsinnig: Wie soll man das nur aushalten, von Bolt zu Phelps in wenigen Stunden &#8211; und dann auch noch halbwegs sinnvoll drÃ¼ber schreiben. Ziemlich viel Wundersames auf einmal. Ziemlich viel fÃ¼r einen, Journalisten sind auch nur Menschen. Habe selten so viele Kollegen Ã¼ber einen 100-Meter-Lauf schimpfen und kopfschÃ¼tteln und wettern sehen und hÃ¶ren. Bin mal gespannt, ob sie es auch so rÃ¼berbringen. Denn eins ist ja auch klar, das beobachte ich schon seit Jahren: Gemeckert wird viel, unter uns, sie wissen schon, ganz schlimm dies und das und Ã¼berhaupt, denen ist doch nicht zu trauen &#8230; und wenn man dann nachliest oder nachschaut, was so fabriziert wurde Ã¼ber diesen und jeden vermeintlich skandalÃ¶sen Vorfall, kommt man ins GrÃ¼beln. Da stehen dann meist ganz andere Texte, und man denkt, man sei im falschen Film gewesen.</p>
<p><strong>19.12:</strong> Vielleicht fÃ¼hrt das jetzt ein bisschen zu weit, aber einen Beitrag von Thomas Hahn zur <a href="http://sportnetzwerk.eu/?p=185" target="_blank">Rolle des Sportjournalismus bei politischen Spielen</a> wollte ich schon vor Tagen verlinken. Mache ich es halt jetzt. Es geht ja nicht nur um die politischen Spiele, sondern vor allem darum, ob wir dem Schauspiel Ã¼berhaupt glauben kÃ¶nnen.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Journalistisch betrachtet ist der Sport ein besonderes Ressort. Manche behaupten sogar, ein besonders schwieriges Ressort. Er ist ein Ressort zwischen Unterhaltung und Wahrheit. Wir schauen in den Fernseher und glauben, dort den Sport zu sehen. In Wirklichkeit sehen wir nur den kleinen, flimmernden Ausschnitt von dem Sport, der unser GrundbedÃ¼rfnis nach Zerstreuung befriedigt. Es gibt Sportjournalisten, denen dieser Ausschnitt reicht. Die haben es einfach. Die vergessen die Welt ums Stadion und alle EinflÃ¼sse, die hinterfragen wenig und folgen gehorsam dem Schauspiel. Diese Sportjournalisten sind die willkommenen Helfer der Sportunterhaltung und der Industrie, die um den Sport entstanden ist. Durch sie funktioniert der Handel mit kÃ¼nstlichen Mythen und Heldengeschichten immer prÃ¤zise und ohne Widerrede. Durch sie wird der Sport zu einer nicht ganz billigen, aber hÃ¶chst effektiven WerbebÃ¼hne fÃ¼r Wirtschaft und Politik. Weil in ihrer Berichterstattung der Sport zuverlÃ¤ssig als Schauplatz positiv belegter Werte wie Jugendlichkeit, Fairness oder VÃ¶lkerverstÃ¤ndigung erscheint und immer unbelastet bleibt von irgendwelchen politischen oder sonst wie kritischen Aussagen. SchlieÃŸlich sehen diese Sportjournalisten im Sport nur den Wettkampf, keine Ausdrucksform mit Inhalt, wie sie etwa das Theater darstellt. Der Sport ist in ihren Berichten schÃ¶n und doof.</p>
<p>Kompliziert wird die Aufgabe des Sportjournalisten erst dann, wenn er versucht, die Wahrheit zu dieser ganzen Helden- und Mythenindustrie darzustellen. Wenn er feststellen will, ob die Heldengeschichte wirklich eine Heldengeschichte ist oder nur der GeschÃ¤ftsgang eines fachmÃ¤nnisch gedopten Profis. Der Sportjournalist wird erst dann richtig gefordert, wenn er den Sport auch inhaltlich bewerten will. Wenn er den Sport nicht nur als plumpe Massenunterhaltung sieht und ihn entsprechend bewertet. Wenn er fÃ¼r das Publikum sozusagen die Unterscheidung zwischen gutem Sport und schlechtem Sport treffen will. Zwischen einem Sport also, der tatsÃ¤chlich Ausdruck authentischer menschlicher Bewegungskultur ist und sich nur im Rahmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung â€“ etwa im Sinne universeller Menschenrechte â€“ als WerbebÃ¼hne benutzen lÃ¤sst. Und einem Sport, der alles kommerziellen Interessen unterordnet.</p>
<p>Sport ist GeschÃ¤ft, an dem viele so genannte Partner hÃ¤ngen, vor allem die Sportartikelindustrie und hÃ¶chst potente Sponsoren. Die SportverbÃ¤nde sind Unternehmen mit streng hierarchischen Strukturen, die dafÃ¼r Sorge tragen, ihr Produkt â€“ den Sport â€“ durch Handel zu fÃ¶rdern. Dieser Handel kann im Sinne eines guten Sports ablaufen. Oft aber befÃ¶rdert er vor allem den schlechten Sport. Kommerzialisierung und Politisierung sportlicher Leistung haben dazu gefÃ¼hrt, dass Manipulationen aller Art gerade die olympische Geschichte geprÃ¤gt haben und weiterhin prÃ¤gen. Welche Rolle die Lobbyisten dabei den Sportjournalisten zuschreiben, ist klar: Die Sportjournalisten sind erwÃ¼nscht, sie werden sogar gebraucht, aber natÃ¼rlich sollen sie in ihren Berichten ganz im Rahmen des kleinen Ausschnitts bleiben, der ins Format einer emotionsgeladenen Traumfabrik passt.</p>
<p>Man kann dabei durchaus den Eindruck bekommen, dass der Sport seine eigene Pressefreiheit pflegt: Die Presse ist frei, solange ihre Berichte dem Sport dienen. Der Blick Ã¼ber den Tellerrand hinaus aber, die kritischen Fragen im Sinne der Wahrheitsfindung, die Ã¼brigens der GlaubwÃ¼rdigkeit des Sports dienen, sind auf hÃ¶chster sportpolitischer Ebene bestenfalls geduldet. Eher muss man in vielen FÃ¤llen sagen: Sie sind nicht erwÃ¼nscht, werden abgetan und von den verbandseigenen PR-Strategen abgewehrt, weil sie, wie man immer wieder hÃ¶rt, â€žnicht positiv fÃ¼r unseren Sportâ€œ seien und man Sport und Politik trennen mÃ¼sse. Das zeigt die Erfahrung. (&#8230;)</p></blockquote>
<p><strong>19.57:</strong> Ich bin eben ein Vollprofi. Bevor ich zu den Halbfinals der Sprinterinnen vom MPC rÃ¼ber ins Stadion flitze, gehe ich kurz nochÂ Essen. Kein Problem, ist ja Zeit, Vollprofi hat sich schlieÃŸlich im InfosystemÂ schlau gemacht. Als er wieder hochkommt vom Schnellimbiss, muss Vollprofi allerdings erkennen, dass die Halbfinals ohne ihn stattfanden. Denn ich habe am falschen Tag nachgesehen, gestern statt heute, und Frauen und MÃ¤nner habeÂ ich auch verwechselt. Aber sonst, ich schwÃ¶re, stimmt manches an meinen Geschichten.</p>
<p><strong>20.36:</strong> Nicht Ã¼bel, der Blick. Habe drei PlÃ¤tze allein fÃ¼r mich, ich entscheide mich fÃ¼r Aisle 210, Row 02, Seat 06. Das darf jetzt nur niemand vom IOC oder der IAAF lesen, sonst kriegen die noch mit, dass die Chinesen die PressetribÃ¼ne doch sehr groÃŸzÃ¼gig dimensioniert haben. Aber im nÃ¤chsten Jahr bei der WM ist das sowieso alles anders. Im Berliner Olympiastadion fÃ¼rchten sich alle vor den legendÃ¤r schlechten Arbeitsbedingungen. Jetzt sind es nur noch zwei PlÃ¤tze. Der Kollege L kommt gerade von nebenan, vom National Indoor Stadium und dem Turnen hinzu, er will auch mal Leichtathletik gucken.</p>
<p><strong>20.45:</strong> Das mit der Hitze im Olympiastadion, ich sagte es bereits <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=742" target="_self">gestern</a> oder <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=714" target="_self">vorgestern</a>, haben die Chinesen Ã¼brigens auch gedeichselt. Geht in Ordnung. Es hat sich doch merklich abgekÃ¼hlt jeden Abend, kein Vergleich zu den monsunartigen VerhÃ¤ltnissen bei der <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=502" target="_self">ErÃ¶ffnungsfeier</a>.</p>
<p><strong>21.53:</strong> Haben die Chinesen gar nichts mehr im Griff? Erst Hitze, dann Regen, nun ein StÃ¼rmlein. Es wird kalt. Ich brauche eine Sportjacke.</p>
<p><strong>21.57:</strong> <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=463" target="_self">Lopez Lomong</a> hat sich im Halbfinale Ã¼ber 1500 Meter verabschiedet. Er wurde Letzter.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22.01:</strong></span> Bevor es wieder ernst wird mit dem Sprintfinale, schnell noch ein sportpolitisches Kleinod, betr.: Meine spezielle Freundin Fani Halkia, die auf meiner <a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">Flop-Liste von Athen 2004</a> auftauchte. Schon damals war klar: Sie ist eine BetrÃ¼gerin, eine LÃ¼gnerin, eine Doperin. Nun ist sie endlich aufgeflogen. Kleiner Auszug aus einer Meldung des Sportinformationsdienstes:</p>
<blockquote><p>Seit vier Jahren lief bei ihr der Verdacht mit, jetzt ist Olympiasiegerin Fani Halkia den JÃ¤gern tatsÃ¤chlich ins Netz gegangen &#8211; als vierter Dopingfall der Spiele von Peking. Der positive Test der griechischen Goldmedaillen-Gewinnerin Ã¼ber 400 m HÃ¼rden von Athen, den Kontrolleure im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vornahmen, stammt aus dem vorolympischen Trainingslager in Japan. Das Vertrauen in den ohnehin angeschlagenen griechischen Sport dÃ¼rfte damit endgÃ¼ltig dahin sein. (&#8230;) Die Wunderdroge der Griechen hieÃŸ und heiÃŸt offenbar Methyltrienolon. Seit MÃ¤rz wurden inklusive Halkia 19 Athleten positiv getestet, darunter elf Gewichtheber, und fast alle hatten das anabole Steroid genutzt. (&#8230;)Â Halkia reagierte mit Fassungslosigkeit. &#8220;Ich dachte erst die Nachricht sei ein Witz&#8221;, sagte sie in der Nacht zu Sonntag und fÃ¼gte hinzu: &#8220;Ich werde nicht akzeptieren, dass da krankhafte Menschen sind, die mich sabotieren wollen.&#8221; Aus dem Olympischen Dorf musste die 29-JÃ¤hrige umgehend ausziehen.</p></blockquote>
<p>Ich sehe in diesem Fall nur einen &#8220;krankhaften Menschen&#8221;, um ihr Vokabular aufzugreifen: Fani Halkia.</p>
<p><strong>22.13:</strong> Auch Weltmeister Bernard Lagat ist Ã¼ber 1500 Meter rausgeflogen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-801" title="ziel-jam" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/ziel-jam.jpg" alt="" width="493" height="314" /></p>
<p><strong>22.35:</strong> Drei Jamaikerinnen vorn im Sprint. Das hat es bei Olympischen Spielen noch nie gegeben, auch nicht von DDR- oder US-Frauen. Die wichtigsten Fakten auf die Schnelle: Die Siegerin Shelly-Ann Fraser ist erst 21 Jahre alt, wie Usain Bolt. Wie Bolt lief auch Fraser zwanzig Hundertstel Sekunden voraus. Sie gewann in persÃ¶nlicher Bestzeit von 10,78 Sekunden. Nach einigen Minuten setzte die Jury nach der Auswertung des Zielfotos Sherone Simpson und Kerron Stewart mit je 10,979 Sekunden gemeinsam auf Rang zwei. Schneller als Shelly-Ann Fraser waren in der olympischen Geschichte nur zwei Frauen: Florence Griffith-Joyner (1988) und Marion Jones im Jahr 2000 in Sydney. WÃ¤hrend Griffith-Joyner, 1998 mysteriÃ¶s im Schlaf gestorben, noch als olympische und Weltrekordlerin gefÃ¼hrt wird, als Olympiasiegerin natÃ¼rlich auch, wurden Jones alle fÃ¼nf Sydney-Medaillen aberkannt. Shelly-Ann Fraser trÃ¤gt Zahnspange. Sie hat ihre Bestzeit binnen eines Jahres um 0,53 Sekunden verbessert. Wow! Da darf man ruhig mal ein Ausrufezeichen setzen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-802" title="jamaika-trio" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/jamaika-trio.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
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		<title>Usain Bolt oder: das Jogging-Gate</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/08/16/usain-bolt/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 14:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[usain bolt]]></category>

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		<description><![CDATA[22.40: Wo lebe ich denn? Was sucht dieser AuÃŸerirdische hier? LÃ¤uft nur 80 Meter, klopft sich auf die Brust, schaut nach hinten, lÃ¤uft locker aus, beschleunigt erst wieder hinterm Zielstrich, rennt gleich 200 Meter weiter &#8211; und ist mit 9,69 Sekunden zwei ein Zehntel schneller als Ben Johnson vor 20 Jahren. Okay, alle zwei Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>22.40:</strong> Wo lebe ich denn? Was sucht dieser AuÃŸerirdische hier? LÃ¤uft nur 80 Meter, klopft sich auf die Brust, schaut nach hinten, lÃ¤uft locker aus, beschleunigt erst wieder hinterm Zielstrich, rennt gleich 200 Meter weiter &#8211; und ist mit 9,69 Sekunden <span style="text-decoration: line-through;">zwei</span> ein Zehntel schneller als Ben Johnson vor 20 Jahren. Okay, alle zwei Jahre ein Hundertstel. Usain Bolt oder: das Jogging-Gate.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-766" title="bolt-allein" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bolt-allein.jpg" alt="" width="492" height="364" /></p>
<p><strong>23.15:</strong> Pressekonferenz. Erste Reihe. Wenigstens hier. Aber Bolt hat gerade noch Interviews gegeben drauÃŸen, zuletzt bei den Radiostationen, die Rechte haben. Warten.</p>
<p><strong>02.11:</strong> Mein <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,572553,00.html" target="_blank">heutiges Fazit zum Boliden Bolt ist auf Spon zu kritisieren</a>.</p>
<p><strong>02.52:</strong> ZurÃ¼ck im Poly Plaza, wo ich, um mal wieder an Reporters Tagesablauf erinnere, in fÃ¼nfeinhalb Stunden wieder abfahre ins Schwimmstadion, will ich nicht mehr viele Worte verlieren. Ã„hnlich wie bei Tyson Gay entscheide ich mich fÃ¼r die allseits beliebte Bilderstrecke. Zumal ich Stolz wie Bolle bin, den Zieleinlauf so gut festgehalten zu haben. Ich bin den Chinesen echt dankbar fÃ¼r die guten PresseplÃ¤tze.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-775" title="bolt-ziel1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bolt-ziel1.jpg" alt="" width="490" height="378" /></p>
<p>Er hat dann ein bisschen gepost &#8230;<span id="more-765"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-776" title="bolt-tafel" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bolt-tafel.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>&#8230; und Interviews gegeben. Auf diesem Bild hier unten sieht man Ã¼brigens sehr schÃ¶n, dass NBC und Norbert KÃ¶nig vom ZDF schon nach Hause gegangen sind, als Bolt nach einer Stunde noch die letzten Rechteinhaber bediente. Wenn ich richtig geguckt habe, steht er jetzt gerade beim ARD-HÃ¶rfunk &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-779" title="tv-marathon" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/tv-marathon.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>&#8230; und irgendwann kam er dann tatsÃ¤chlich tief im Stadionbauch an, wo zwei Hundertschaften der Non-Right-Holders warteten. Er knabberte Riegel und erzÃ¤hlte was davon, dass er den ganzen Tag Nuggets gegessen habe. Zaubernuggets.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-780" title="musli" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/musli.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>Jamaikas Mannschaftsarzt erklÃ¤rte den Reportern dann, dass Weltrekordler immer sauber sind, weil: Sie mÃ¼ssen stÃ¤ndig zur Dopingkontrolle. Bolt angeblich schon sechs Mal in Peking. Marion Jones hatte 164Â Dopingkontrollen. Alle negativ.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-781" title="bolt-arzt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bolt-arzt.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>Der Arzt und die Reporterin haben sich dann noch mÃ¤chtig gedrÃ¼ckt und gebusselt wurde auch. So sind sie, die Kariben. Gute Nacht allerseits. SpÃ¤ter mehr aus diesem Theater.</p>
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		<title>Tyson Gay</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 13:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[tyson gay]]></category>

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		<description><![CDATA[20.32: Unvorhergesehene Ereignisse rechtfertigen unvorhergesehene EintrÃ¤ge. Das 100-m-Finale wird in zwei Stunden etwas weniger spannend. Vielleicht ist ja diese Geschichte hier Schuld, dass Tyson Gay sich im Halbfinale verabschiedete. Ich habe gute Sicht in Aisle 211, Row 02, Seat 07. Deshalb eine kleine Bildergeschichte. Hier war die Welt noch in Ordnung fÃ¼r Tyson Gay (links [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>20.32:</strong> Unvorhergesehene Ereignisse rechtfertigen unvorhergesehene EintrÃ¤ge. Das 100-m-Finale wird in zwei Stunden etwas weniger spannend. Vielleicht ist ja <a href="http://jensweinreich.de/?p=246" target="_self">diese Geschichte hier Schuld</a>, dass Tyson Gay sich im Halbfinale verabschiedete. Ich habe gute Sicht in Aisle 211, Row 02, Seat 07. Deshalb eine kleine Bildergeschichte.</p>
<p>Hier war die Welt noch in Ordnung fÃ¼r Tyson Gay (links neben Asafa Powell):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-750" title="gay1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/gay1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>Zehn Sekunden spÃ¤ter kam ihm etwas Spanisch vor:<span id="more-749"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-751" title="gay2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/gay2.jpg" alt="" width="491" height="325" /></p>
<p>Nun weiÃŸ er es. Und wÃ¤hrend Powell ganz oben schon abdreht, nÃ¤hert sich Gay langsam den Rechteinhabern vom Fernsehen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-752" title="gay3" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/gay3.jpg" alt="" width="490" height="350" /></p>
<p>Nun muss er das UnmÃ¶gliche erklÃ¤ren:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-753" title="gay5" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/gay5.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>Der Verband USATF macht unter Mediendirektorin Gill Geer den besten Presse-Service, den ich in dieser Szene kenne. Dieses Statement kam soeben per Email:</p>
<p align="center"><strong>Tyson Gay Quotes</strong></p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><em>Quotes from Tyson Gay after he finished fifth in his semifinal and failed to advance to the final of the men&#8217;s 100m.</em><br />
Tyson Gay (Lexington, Ky.): &#8220;Toward the finish line I couldn&#8217;t tell if I made it to the finals or not. I looked up there and realized I didn&#8217;t. It was kind of devastating. I may have needed more races, but I don&#8217;t really have any excuses. I just didn&#8217;t make it. My hamstring feels good, it&#8217;s not bothering me. I wasn&#8217;t too overwhelmed with it being the Olympics. It just was one of those things that happened. Maybe I could have used some more training or more races. I kept trying to get my rhythm through each round. I thought I had a better start than I had the first two rounds. I pretty much ran hard through the finish line. I&#8217;m pretty upset. When I get back to the Village, it&#8217;s really probably going to set in. My family is here, everyone at home is supporting me, and I just feel I let them down a little bit. But at the same time, I did my best and everyone knows I did. When you race in the Olympics and the Trials, you peak your body two times. I was prepared to peak my body twice, but the injury set me back three or four weeks. It&#8217;s (the hamstring) healthy, 100 percent. It&#8217;s obvious that my fitness is not there. My legs were behind me a little bit (back kick), I think my mechanics weren&#8217;t where I wanted them to be. I think I just ran out of time. I was getting better and feeling more comfortable each round, it just didn&#8217;t come together. Definitely I&#8217;m interested in running the relay.<br />
On coming back from the injury: &#8220;Three weeks, four weeks off because of the injury after running 9.7, 9.6 &#8230; it was just a back and forth battle, reversing the negativity in my mind. It was very difficult. At the same time, I felt good. I was comfortable and relaxed. I felt I got a good start. I couldn&#8217;t really feel anybody and I got tight a little bit because I was trying to make it to the final and I really couldn&#8217;t see anybody (running in lane 9). Then I relaxed a little.<br />
On Dix and Patton in the final: &#8220;I think they can do very well. Walter is a young guy, very fearless, and Darvis is the same way. I&#8217;m proud of both of them. They both deserve it.&#8221;</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Peking, Tag 16</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 07:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[15.25: Tach allerseits. Es grÃ¼ÃŸt ein Zombie. Gucke gerade, zum Schlummern, Volleyball und frage mich, warum die Kerle nicht endlich mal Basketball-Shirts anziehen, damit sie nicht immer so lÃ¤cherlich an ihren Ã„rmeln rumzupfen und die Hemdchen hochschieben mÃ¼ssen. 18.20: Habe mir bei Herrn Niggemeier die Diskussion zum Kerner-GesprÃ¤ch mit Michael Johnson reingezogen. DarÃ¼ber ist hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>15.25:</strong> Tach allerseits. Es grÃ¼ÃŸt ein Zombie. Gucke gerade, zum Schlummern, Volleyball und frage mich, warum die Kerle nicht endlich mal Basketball-Shirts anziehen, damit sie nicht immer so lÃ¤cherlich an ihren Ã„rmeln rumzupfen und die Hemdchen hochschieben mÃ¼ssen.</p>
<p><strong>18.20:</strong> Habe mir bei Herrn Niggemeier die Diskussion zum <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/michael-johnson-trifft-johannes-b-kerner/" target="_blank">Kerner-GesprÃ¤ch mit Michael Johnson</a> reingezogen. DarÃ¼ber ist hier <a href="http://jensweinreich.de/?p=692" target="_self">vorgestern</a> und <a href="http://jensweinreich.de/?p=714#comment-1086" target="_self">gestern</a> auch diskutiert worden. Habe gar keine Lust, mich am Kerner-Bashing zu beteiligen. Wird mir ohnehin zu viel Ã¼ber TV-Sport diskutiert, <a href="http://jensweinreich.de/?p=125" target="_self">habe immer gesagt</a>, dass vieles dort kein Journalismus mehr ist, es sind bestensfalls artverwandte, oft auch artfremde TÃ¤tigkeiten. Und Johnson, nun ja, dem glaube ich weder ein Wort noch einen Schritt, sozusagen. Wir hatten auch in Peking eine kleine, <a href="http://jensweinreich.de/?p=675" target="_self">harmlose Begegnung</a>. Was mich viel mehr schockiert ist der Umstand, dass wir seit einem Jahrzehnt (und teilweise lÃ¤nger) hilflos die selben Fragen diskutieren. Als Journalisten und als Zuschauer. Ich kopiere mal spaÃŸeshalber einen Text rein, den ich 1999 von der Leichtathletik-WM in Sevilla geschrieben habe. Ich hatte ja das GlÃ¼ck, dort Johnsons 400-m-Weltrekord live zu erleben, wie auch 1996 den 200-m-Weltrekord in Atlanta. Schreckliche Abende. Worum es mir geht: Wer mag, setzt einfach fÃ¼r Johnson andere <a href="http://jensweinreich.de/?p=671" target="_self">Namen</a> und von mir aus auch anderte Jahreszahlen und Sportarten ein &#8211; dann nÃ¤mlich kÃ¶nnte man denselben Text aus Peking &#8211; neun Jahre spÃ¤ter &#8211; ruhig noch einmal drucken.</p>
<blockquote><p><strong>Sevilla, 27. August 1999</strong></p>
<p>Ã„hnliche Bilder waren schon einmal zu sehen. Der amerikanische Sprinter Michael Johnson, der im Stadio Olympico von Sevilla gerade einen Weltrekord Ã¼ber die Stadionrunde aufgestellt hatte, posierte umgehend, ohne einmal inne zu halten, aufreizend fÃ¼r die Kameras. Er nahm Aufstellung vor jener Tafel, auf der seine 400-m-Zeit von 43,18 Sekunden aufleuchtete. Johnsons sieben MitlÃ¤ufer aber, Kontrahenten waren es nicht wirklich gewesen, fielen hinter dem Zielstrich erschÃ¶pft darnieder. Sie japsten verzweifelt nach Luft, wurden von MuskelkrÃ¤mpfen geplagt &#8211; wÃ¤hrend sich Johnson im leichten Trab frÃ¶hlich auf die Ehrenrunde begab.</p>
<p>&#8220;Johnson ist ein Monster&#8221;, brachte der Brasilianer Sanderlei Parrella spÃ¤ter nur keuchend hervor. Parella hatte mit einem riesigen RÃ¼ckstand von 1,11 Sekunden die Silbermedaille gewonnen. &#8220;Er ist der Supermann&#8221;, erklÃ¤rte Johnsons Teamkollege Erick Walder, &#8220;er ist einfach phÃ¤nomenal.&#8221; Der 31 Jahre alte Michael Johnson gewann in Sevilla seinen insgesamt achten globalen Titel, und er verbesserte dabei den Ã¤ltesten MÃ¤nner-Weltrekord in einer olympischen Disziplin. 43,29 Sekunden hatte sein Landsmann Harry Butch Reynolds im August 1988 in ZÃ¼rich erzielt. Doch ist diese Leistung wenig glaubwÃ¼rdig, denn Reynolds wurde spÃ¤ter des Hormondopings Ã¼berfÃ¼hrt.</p>
<p>Eine halbe Stunde nach seinem grandiosen Lauf, der ihn um 160.000 Dollar reicher machte (60.000 fÃ¼r den Titel, 100.000 als PrÃ¤mie fÃ¼r den Weltrekord), scherzte Johnson in der Mixed Zone, als hÃ¤tte er nicht gerade eine mÃ¶rderische Strecke absolviert. Andere LÃ¤ufer schleppten sich mÃ¼hsam aus dem Raum, Johnson aber tippelte ganz lÃ¤ssig herum, in der einen Hand eine Cola-Dose, mit der anderen fuhr er sich Ã¼bers Haupt. Seine Beinmuskeln wirkten frisch und entspannt. Nichts deutete auf eine Anspannung hin, nichts auf eine zuvor erlittene Qual.</p>
<p>So war das auch bei Olympia 1996 in Atlanta gewesen. Damals hatte Johnson seinen 200-m-Weltrekord von 19,66 auf 19,32 Sekunden pulverisiert. Jenes Rennen versetzte 80.000 Amerikaner im Stadion in einen nationalen Taumel. Der Fernsehsender NBC feierte den Lauf ins dritte Jahrtausend. Nur wenige Menschen sahen sich erschrocken nach Hilfe um. In welchem Film waren sie da? Im Stadion saÃŸ damals Michel Jazy, ein ehemaliger Weltrekordler, der in den sechziger Jahren Frankreichs Nationalheld war. &#8220;Ich habe diesen Lauf erlebt und gesehen, wie die Amerikaner danach durchgedreht sind&#8221;, sagte Jazy dieser Tage der Sportzeitung L&#8217;Equipe, &#8220;dann habe ich angefangen zu weinen.&#8221; Vor Freude, wollte der Interviewer wissen. &#8220;Nein, nicht vor Freude, sondern aus Nachdenklichkeit. Diese Leistung wurde nicht natÃ¼rlich erzielt.&#8221; Die L&#8217;Equipe, nicht gerade fÃ¼r einen konsequenten Anti-Doping-Kurs bekannt, Ã¼bertitelte das Interview mit der Zeile: &#8220;Die Leichtathletik hat keine Seele mehr.&#8221;</p>
<p>Entweder ist der Laufroboter Michael Johnson tatsÃ¤chlich einer der grÃ¶ÃŸten Athleten aller Zeiten, oder er ist einer der grÃ¶ÃŸten BetrÃ¼ger, den die Sportwelt je sah. NatÃ¼rlich darf niemand behaupten, Johnson sei gedopt. Er verweist darauf, dass er im Juni 1999 zuletzt im Trainings getestet worden sei. HÃ¤tte er tatsÃ¤chlich etwas zu verbergen, wÃ¤re seit Juni genug Zeit fÃ¼r eine Dopingkur gewesen. Es gibt immer noch Stoffe und Methoden &#8211; wie Wachstumshormone oder Blutdoping -, die nicht nachzuweisen sind. Zudem gehÃ¶ren die USA zu den LÃ¤ndern mit dem grobmaschigsten Kontrollsystem. So wurde zum Beispiel vor den Spielen in Atlanta ein Trainingskontrollprogramm gestrichen &#8211; angeblich aus Geldmangel, dabei ist das amerikanische Olympiakomitee USOC der reichste nationale Olympiaverband der Welt.</p>
<p>Doping sei im amerikanischen Profisport &#8220;nur ein lÃ¤stiges Problem, das durch gezielte Public Relations klein geredet werden kann&#8221;, glaubt der Dopingexperte Professor John Hoberman von der University of Texas in Austin. Der Texaner Michael Johnson, der in Dallas lebt und trainiert, weiÃŸ ein ganzes Heer von Ã–ffentlichkeitsarbeitern hinter sich.</p>
<p>All die Fragen und Unterstellungen seinen der Preis fÃ¼r seinen Ruhm, sagt Johnson. &#8220;Diesen Preis muss ich zahlen.&#8221; Nach seinem Fabelweltrekord in Atlanta hatte Johnson den Skeptikern mÃ¼rrisch zugerufen: &#8220;Glaubt, was ihr wollt.&#8221; In Sevilla prÃ¤sentierte er sich weniger aggressiv. Er entschuldigte sich sogar fÃ¼r ein RÃ¤uspern, das einmal seine druckreifen SÃ¤tze unterbrach. &#8220;Es ist nicht angenehm fÃ¼r mich, was ihr manchmal so schreibt&#8221;, sagte er auf der Pressekonferenz. &#8220;Aber was heute Abend passiert ist, das hat mir viel SpaÃŸ gemacht.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>18.55:</strong> Und jetzt, Freunde der Nacht, geht&#8217;s wieder ins Vogelnest. Muskel-Boliden gucken. Gay, Bolt, Powell.<span id="more-742"></span></p>
<p><strong>18.56:</strong> Halt, wenn ich schon mal dabei bin, bin ich auch so frei und gebe mal meinen letzten Britta-Steffen-Text von gestern zum besten:</p>
<blockquote><p>Es sind selten die lauten Momente, die von einer olympischen Show in Erinnerung bleiben. Nicht das GetÃ¶se, das DrÃ¶hnende, das Marktschreierische. Es sind meistens die stillen Momente. Sekunden der Ruhe, nachdenkliche Augenblicke, wenige Worte. Zum Beispiel Britta Steffen: Als sie sah, welcher Name auf der Anzeigetafel aufleuchtete, wer soeben Olympiasiegerin Ã¼ber 100 Meter Freistil geworden war, dachte sie an ihre Eltern: â€žMama, Papa, ich hab&#8217;s geschafft.&#8221; Wer hat seinen Olympiasieg jemals einfacher und schÃ¶ner beschrieben?</p>
<p>Britta Steffen, 24, von der SG NeukÃ¶lln in Berlin hat also doch geblufft im Halbfinale am Donnerstag, als sie nur Sechste geworden war. Dass sie sich viel besser fÃ¼hlte, war in den Katakomben des WasserwÃ¼rfels zu erahnen, wo sie einen gelÃ¶sten Eindruck hinterlieÃŸ. Nach der Sprintstaffel am vergangenen Sonntag war sie noch untrÃ¶stlich gewesen, trotz ihres Olympischen Rekordes Ã¼ber 100 Meter (53,38 Sekunden). Sie hat geweint und wollte einfach nur vor den Journalisten flÃ¼chten. â€žDas war in Ordnung so&#8221;, sagt ihre Psychologin Friederike Janofske. â€žEs ging darum, dass sie ihre Emotionen nicht verdrÃ¤ngt. Alles muss raus. Man muss tief hinab sinken, um wieder aufzutauchen.&#8221;</p>
<p>Am Donnerstag also wirkte sie schon wie verwandelt. Vor allem: Sie lachte. Vorsichtshalber hat sie tief gestapelt: â€žIch denke, die Trickett wird alle platt machen.&#8221; Libby Trickett aus Australien, die Weltmeisterin, die Weltrekordlerin (52,88), seit zwei Jahren ihre groÃŸe Rivalin. Am Freitagmorgen um 5.04 Uhr (MESZ) sah es zunÃ¤chst so aus, als wolle Trickett in Michael-Phelps-artiger Manier die Konkurrenz abhÃ¤ngen. Zwei Zehntel Vorsprung hatte sie bei der 50-Meter-Wende vor der HollÃ¤nderin Marleen Veldhuis. Britta Steffen lag 1,14 Sekunden zurÃ¼ck. Sie war Letzte.</p>
<p>â€žEhrlich gesagt wurde ich da ein bisschen panisch&#8221;, sagte Regine Eichhorn, Steffens Managerin. Auch Trainer Norbert Warnatzsch war Ã¼berrascht. â€žDas hÃ¤tte schon etwas schneller sein dÃ¼rfen.&#8221; Wenngleich jeder in der Szene weiÃŸ, dass Steffen immer die schnellste zweite Bahn schwimmt, schien dieser RÃ¼ckstand doch kaum aufzuholen.</p>
<p>Britta Steffen schwamm in ihrem Tunnel â€žihr eigenes Rennen&#8221;, so wie ihr der Trainer aufgetragen hatte. Sie wurde nicht hektisch. Sie wusste: â€žLibby geht eher schnell an, ich schwimme eher gleichmÃ¤ÃŸig.&#8221; Sie nÃ¤herte sich. Sie lag gleichauf. Sie hatte den besseren Anschlag. Sie wusste instinktiv, dass sie Trickett geschlagen hatte. Was sie aber nicht wusste, weil sie nur die rechts neben ihr kraulende Australierin sehen konnte, ob nicht links jemand schneller gewesen war. Sie hat sich erst nach ein paar Sekunden umgesehen und auf die Anzeigetafel geschaut. â€žIch dachte: GenieÃŸe den Augenblick. Es war schon schÃ¶n, Libby geschlagen zu haben.&#8221;</p>
<p>Nun ja, die Neugier siegte. Es war schlieÃŸlich olympisches Finale, das Rennen ihres Lebens, da will man doch wissen, wie es ausgegangen ist. â€žIch habe mich umgesehen und konnte es, ehrlich gesagt, nicht fassen. Alles war schÃ¶n.&#8221; Dort stand: Britta Steffen (GER) 53.12. Lisbeth Trickett (AUS) 53.16. Natalie Caughlin (USA) 53.39. Gut, dass es kein Weltrekord war, keine wundersame Steigerung, gut dass sie Ã¼ber ihrer Bestleistung blieb. So wurde nicht Ã¼ber das D-Wort diskutiert und das Schauspiel erschien etwas glaubwÃ¼rdiger als andere Events in diesem Becken. SpÃ¤ter sagte Tricket: â€žIch freue mich fÃ¼r Britta. Sie hat es definitiv verdient.&#8221; Das klang nicht aufgesetzt. Das klang ehrlich.</p>
<p>FÃ¼r Sportdeutschland war es vielleicht schon der HÃ¶hepunkt dieser Spiele. Es wird wohl die einzige Goldmedaille in einer der groÃŸen olympischen Kernsportarten bleiben. Es war der erste Olympiasieg fÃ¼r eine deutsche Schwimmerin nach sechzehn Jahren. Sechzehn Jahre! Mehrere Sportlergenerationen liegen zwischen dem Sieg von Dagmar Hase 1992 in Barcelona (400 Meter Freistil) und dem Erfolg von Britta Steffen. Sechzehn Jahre, von denen zwÃ¶lf einer anderen Schwimmerin gehÃ¶rten, obwohl diese sich vier Mal vergeblich nach dieser einen olympischen Goldmedaille verzehrte: Franziska van Almsick.</p>
<p>Britta Steffen ist einst mit Franziska van Almsick in einer Trainingsgruppe geschwommen. Sie vertraut auf das Team, auf das auch van Almsick zuletzt setzte: Norbert Warnatzsch, Regine Eichhorn, Friederike Janofske. Und auch zwischen Dagmar Hase und Britta Steffen gibt es viele Parallelen: Beide standen lange im Schatten von Franziska van Almsick. Hase konnte sich nie richtig aus diesem Dilemma befreien, verblÃ¼ffte allerdings 1994 mit einer groÃŸen Geste, als sie bei der WM in Rom ihren Finalplatz frei gab, damit van Almsick, nur Neunte des Vorlaufs, starten konnte. Van Almsick bedankte sich mit einem Weltrekord.</p>
<p>Die Trainer der Olympiasiegerinnen Hase und Steffen, Bernd Henneberg und Norbert Warnatzsch, sind seit vier Jahrzehnten eng befreundet. Sie waren Schwimmer, FÃ¼nfkÃ¤mpfer, haben zusammen studiert, bis in die letzten Jahre gemeinsame Trainingslager bestritten. Letztlich bleibt alles irgendwie in der Familie. So ist die Geschichte der Olympiasiege von Dagmar Hase und Britta Steffen und die ihrer Trainer mehr als eine sportliche Episode. Es ist ein StÃ¼ck deutsche Geschichte, mit all ihren Irrungen und Wirrungen. Bernd Henneberg hat, daheim in Niederndodeleben bei Magdeburg, Fernsehen geschaut am frÃ¼hen Morgen. Er nennt seinen Freund Warnatzsch nur beim Spitznamen. â€žIch habe mich fÃ¼r Kelly unglaublich gefreut. Das hat mich bewegt. FÃ¼r Britta ist das natÃ¼rlich auch groÃŸartig.&#8221;</p>
<p>Norbert Warnatzsch, 61, wird noch vier Jahre weiter machen. Er ist ein nÃ¼chterner Mensch. Er hat schon alles erlebt. Alle HÃ¶hepunkte. Alle Tiefen. Er hat 1980, zu Beginn seiner Trainerlaufbahn, JÃ¶rg Woithe vom SC Dynamo Berlin in Moskau zum Olympiasieg Ã¼ber 100 Meter gecoacht. Unter gÃ¤nzlich anderen Vorzeichen, in einem System, das auf die Produktion von Medaillen ausgerichtet war, koste es, was es wolle. DarÃ¼ber ist schon viel geschrieben worden. Ãœber das D-Wort auch. Ãœber Doping, Warnatzsch und Henneberg. 28 Jahre nach dem Erfolg mit Woithe nun auch Britta Steffen zum Olympiasieg gefÃ¼hrt. Unter ganz anderen Bedingungen. â€žIch fÃ¼hle Stolz, GlÃ¼ck, Erleichterung, Befreiung&#8221;, sagte Warnatzsch. â€žDieser Sieg ist gleichrangig mit dem von JÃ¶rg Woithe. Ich gebe keinem den Vorrang.&#8221;</p>
<p>Eigentlich hatte Warnatzsch 2004 in Athen mit Franziska van Almsick feiern wollen. Doch das Glamourgirl verpasste, wieder auf tragische Weise, zum vierten Mal die Goldmedaille, nach der sie sich so verzehrte. Und Warnatzsch sagte damals, er nehme alle Schuld auf sich. In Peking hat er, rein symbolisch, weil es van Almsick ja nicht mehr hilft, alle Schuld getilgt.</p>
<p>Jemand will wissen, was der Unterschied war zwischen Athen und Peking. â€žVor vier Jahren&#8221;, sagt Warnatzsch, â€žhat&#8217;s nicht geklappt. Diesmal hat&#8217;s geklappt. Das ist der Unterschied.&#8221; Regine Eichhorn, die all die olympischen Jahre mit van Almsick gelitten hat, war nicht im WasserwÃ¼rfel. Sie hatte keine Eintrittskarte bekommen und sich das Finale im Hotelzimmer angesehen. Sie sagte: â€žDas ich das noch erleben durfte!&#8221;</p>
<p>Es sind also nicht die groÃŸen, Effekt haschenden Gesten, die in Erinnerung bleiben. Es sind die stillen Momente. Franziska van Almsick hat in Athen einen wunderbaren Satz formuliert. Ganz leise. â€žIch fÃ¼hle mich ein bisschen tot.&#8221;</p>
<p>Britta Steffen machte es in Peking noch kÃ¼rzer. Vier Worte nur. Ganz leise ins Mikrofon gehaucht. â€žMein Leben ist schÃ¶n.&#8221;</p>
<p>GlÃ¼cklich, wer das von sich behaupten darf.</p></blockquote>
<p><strong>21.05:</strong> Ãœber Tyson Gay kann <a href="http://jensweinreich.de/?p=749" target="_self">hier diskutiert werden</a>. Eine kleine Bildergeschichte. Aber natÃ¼rlich auch hier. Denn nachher geht es mit dem 100-m-Finale weiter.</p>
<p><strong>21.13:</strong> Mein Freund Lars macht mich gerade auf lustige EintrÃ¤ge im olympischen Statistikbuch des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) aufmerksam. Wie geht man da mit Marion Jones und ihren Medaillen von den Sommerspielen 2000 in Sydney um? So:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-758" title="jones-sydney-no-show" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/jones-sydney-no-show.jpg" alt="" width="493" height="364" /></p>
<div>Ãœbrigens: Heike Dreschler. Beruhigend, dass nicht nur ich Fehler mache.</div>
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		<title>Peking, Tag 15</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Aug 2008 02:46:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[10.40: Wieder im Dienst. Gerade spielen sie noch die US-Hymne fÃ¼r Rebecca Soni (200 Brust), gleich wird die fÃ¼r Ryan Lochte gespielt (200 RÃ¼cken), und in wenigen Sekunden gewinnt The Big M die 200 IM. Drei mal Gold, drei Mal Weltrekord. 10.51: Dass The Big M seine sechste Goldmedaille (12 over all) gewinnt mit Weltrekord, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.40:</strong> Wieder im Dienst. Gerade spielen sie noch die US-Hymne fÃ¼r Rebecca Soni (200 Brust), gleich wird die fÃ¼r Ryan Lochte gespielt (200 RÃ¼cken), und in wenigen Sekunden gewinnt <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=671" target="_self">The Big M</a> die 200 IM. Drei mal Gold, drei Mal Weltrekord.</p>
<p><strong>10.51:</strong> Dass The Big M seine sechste Goldmedaille (12 over all) gewinnt mit Weltrekord, hatte ich ja schon gesagt. Diskutiere mit <a href="http://sportnetzwerk.eu/?p=101" target="_blank">David</a> <a href="http://sportnetzwerk.eu/?p=153" target="_blank">Walsh</a>, dem Armstrong-JÃ¤ger, ob Phelps sauber ist. David meint tendenziell: <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=671" target="_self">ja</a>. Vielleicht kriege ich ihn noch rum. Er kann Ã¼brigens gar nicht glauben, dass die Deutschen seit 1992 auf einen Schwimm-Olympiasieg warten. Und er hat vergessen, dass ich aus dem Osten komme. &#8220;Deshalb also weiÃŸt du so viel Ã¼ber Doping.&#8221; Das war gehÃ¤ssig. WeiÃŸ ich gar nicht.</p>
<p><strong>11.09:</strong> She did it. Was fÃ¼r ein Spurt. Jason-Lezak-mÃ¤ÃŸig. Gold fÃ¼r Britta Steffen, das erste Schwimmgold seit 1992 Dagmar Hase.</p>
<p><strong>12.28:</strong> Sieht aus, als sei da jemand glÃ¼cklich:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-719" title="steffen-pk" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/steffen-pk.jpg" alt="" width="492" height="360" /></p>
<p><strong>17.37:</strong> Ein aktueller Text zu Britta Steffen: <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,572276,00.html" target="_blank">Die Aufholjagd ihres Lebens</a>.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-726" title="daerden1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/daerden1.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="212" height="163" align="right" />18.05:</strong> Bevor wir uns wieder den freudigen Nachrichten des Tages widmen, also Britta Steffen, mal noch ein ganz anderes Thema.Â Peking ist ja derzeit eine angesagte Destination fÃ¼r Politiker. Mein belgischer Freund Hans Vandeweghe hat in seiner Heimat viel Aufsehen erregt, weil er auf seinem <a href="http://www.demorgen.be/dm/nl/2766/Peking-2008/article/detail/374217/2008/08/09/Hallo-Mister-Hanze---deel-acht.dhtml" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Blog</span></a>Â den Sportminister Michel Daerden beim morgendlichen Erfrischungstrinken fotografiert und darÃ¼ber geschrieben hat. Daerden ist Ã¼brigens, wenn ich Hans richtig verstanden habe, nur einer von drei belgischen Sportminister (die haben einen franzÃ¶sischen, das ist Daerden, einen flÃ¤mischen und sogar einen fÃ¼r die deutsche Minderheit, Belgien hat insgesamt, sagt Hans, 120 Minister). Nun ist Schampussaufen keine olympische Disziplin. Andererseits weiÃŸ man in Belgien nicht so recht, was Daerden in Peking macht auÃŸer Saufen. Dass er Ã¶fter mal zu unpassender Zeit tief ins Glas oder in die Flasche schaut, gern auch in mehrere, kann man auch wunderbar auf Youtube besichtigen. JW presents Michael Schluck Daerden, den Sportminister:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/0dguKikz7Ec&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/0dguKikz7Ec&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>18.48:</strong> Kurze Pause. Bald geht&#8217;s weiter in diesem Theater. Schwimme mal eben ins Olympiastadion rÃ¼ber.<span id="more-714"></span></p>
<p><strong>21.29:</strong> Spezialnachricht vom Blogersteller an den treuen Kommentator namens <strong>Ben</strong>: Ich bin wohl behalten im Vogelnest gelandet. Und lebe noch, denn siehe, irgend ein LÃ¼ftchen weht durch Peking und wurde selbst hier reingelassen. Vielleicht haben sie auch einen Ventilator installiert, den ich nicht sehe. Jedenfalls,Â nach einer halben Stunde funktionierte Wlan, Lan aber nicht. Wer mich im Fernsehen sucht (und als Tip an Herrn Li, den Sicherheitsmann vom Poly Plaza): Heute Aisle 209, Row 08, Seat 13. Habe drei PlÃ¤tze fÃ¼r mich, das geht in Ordnung.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-733" title="100-blick-15082008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/100-blick-15082008.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="270" height="202" align="right" />21.40:</strong> Gerade habe ich mir Tyson Gay, Asafa Powell und Usain Bolt angesehen, die flinken Boliden. Bolt joggt 9,92 Sekunden. DarÃ¼ber muss ich noch einige Zeilen schreiben. Nachher dann das 10.000-Meter-Finale mit zwei blutjungen Chinesinnen gegen Afrikas majestÃ¤tische Tirunesh Dibaba und ihre Prinzessinnen. WÃ¤hrend ich noch dichte, verweise ich heute schon zum zweiten Mal auf ein Spon-Textlein, das hier auf diesem Laptop gemeiÃŸelt wurde. Es geht um das <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,572130,00.html" target="_blank">Wachstumshormon HGH, um IGF 1, Insulin</a> und solche ekligen Sachen.</p>
<p><strong>22.31:</strong> Nur mal so, zwei Medaillenspiegel. Ganz aktuell. ZunÃ¤chst der offizielle von der <a href="http://results.beijing2008.cn/WRM/ENG/INF/GL/95A/GL0000000.shtml" target="_blank">BOCOG-Webseite</a>:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-736" title="medaillen-bocog-15082008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/medaillen-bocog-15082008.jpg" alt="" width="495" height="209" /></p>
<p>Und hier der Medaillenspiegel von der komplettesten Olympiawebseite, die ich kenne, muss man mal sagen, auch wenn es der IOC-Partner <a href="http://www.nbcolympics.com/medals/index.html" target="_blank">NBC</a> ist:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-737" title="medaillenspiegel-nbc-15082008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/medaillenspiegel-nbc-15082008.jpg" alt="" width="495" height="395" /></p>
<p>Was lernt man daraus? Alles eine Frage der Sortierung.</p>
<p><strong>22.34:</strong> Gerade Siegerehrung im KugelstoÃŸen, MÃ¤nner: Majewski (Polen) vor Cantwell (USA) und Miknewisch (WeiÃŸrussland). Bin mal gespannt, wer seine Medaille wieder hergeben muss.</p>
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		<title>Peking, Tag 14</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 02:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[10.45: Bin noch da. Aber heute keine Posts und kein Live-Blog vom Schwimmen. Treibe mich in der Mixed Zone rum. Gerade bei Britta Steffen. Jetzt mal die beiden Chinesinnen angucken, die gerade Ã¼ber 200 Schmetterling gewonnen haben. Und natÃ¼rlich 100 Kraul. Mit fÃ¤llt, als ich gerade Bernard sehe und vorhin bei der Siegerehrung einen anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.45:</strong> Bin noch da. Aber heute keine Posts und kein Live-Blog vom Schwimmen. Treibe mich in der Mixed Zone rum. Gerade bei Britta Steffen. Jetzt mal die beiden Chinesinnen angucken, die gerade Ã¼ber 200 Schmetterling gewonnen haben. Und natÃ¼rlich 100 Kraul. Mit fÃ¤llt, als ich gerade Bernard sehe und vorhin bei der Siegerehrung einen anderen Franzosen, der Dritter Ã¼ber 200 Brust wurde, dass die alle dieselbe Kopfform haben: Sehr schmal und viel zu klein im Vergleich zum mÃ¤chtigen KÃ¶rper, abstehende Ohren und unregelmÃ¤ÃŸigen Zahnstand mit relativ groÃŸen LÃ¼cken. Sind die alle miteinander verwandt?</p>
<p><strong>10.50:</strong> Tut mir leid, das so zu formulieren: Aber, ScheiÃŸe, ausgerechnet das Monster gewinnt. Bernard. Ich glaube dem kein Wort.</p>
<p><strong>11.25:</strong> Mixed Zone: GroÃŸer Jubel unter den Franzosen, unter Journalisten. Sie lieben ihren Koloss von Antibes. Sie sind Fans. Sie klatschen sich sogar gegenseitig ab, untereinander und mit Bernard.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-704" title="bernard-mixed-zone" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/bernard-mixed-zone.jpg" alt="" width="492" height="275" /></p>
<p><strong>11.46:</strong> Mensch, ist Dick Pound schnell. Gerade haben wir noch Ã¼ber Kopfformen, Wachstumshormone und GlaubwÃ¼rdigkeit des Schwimmens geplaudert, da Ã¼berreicht er Bernard auch schon die Goldmedaille. Eine Korrektur: Die meisten haben abstehende Ohren, Bernard nicht. Ansonsten aber stimmen die Beobachtungen.</p>
<p><strong>11.48:</strong> Gerhard Mayer-Vorfelder und Gattin sind Ã¼brigens auch beim Schwimmen. Als ich auf Pound wartete, stand ich &#8216;ne Weile unter ihnen. Sie schimpfte irgendwie Ã¼ber die Medien &#8211; zu viele Journalisten im Water Cube.</p>
<p><strong>14.35:</strong> Alles, was ich bisher zu Phelps verzapft habe, steht unter <a href="http://jensweinreich.de/?p=671" target="_self"><strong>The Big M</strong></a>, dem Eintrag von gestern. Dort ist auch der Live Blog, der bei den nÃ¤chsten Rennen von The Big M, am Freitag (200 Lagen), Sonnabend (100 Schmetterling) und Sonntag (Lagenstaffel) vielleicht reaktiviertÂ wird.<span id="more-692"></span></p>
<p><strong>16.17:</strong> Leseempfehlung, auch wenn dabei drei PI&#8217;s generiert werden: Hannes Jaenicke in der SZ Ã¼ber China, Tibet, die Spiele, Menschenrechte und das IOC: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/29/305992/text/11/" target="_blank">&#8220;Herr Rogge kÃ¼sst Hintern&#8221;</a>.</p>
<p><strong>02.17:</strong> Okay, auf einsamen Wunsch und gelegentliche Nachfrage nun doch noch ein Kurzreferat zur Frage: Warum berichte ich <span style="text-decoration: line-through;">nicht</span> nur aus dem Schwimmstadion, nicht vom Fechten, vom Baseball, vom Beachvolleyball, vom Turnen, vom Gewichtheben, vom Radsport und vom Reiten? Antwort: Weil das nicht geht. Reiten ist ein bisschen arg weit weg, in Hongkong. Ernsthaft, es gibt viele Antworten darauf. Ein paar ungeordnete:</p>
<p>Es sind meine fÃ¼nften Sommerspiele. Insgesamt habe ich aus <a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">Barcelona, Atlanta, Sydney, Athen und Peking</a> von diesen Sportarten berichtet: Leichtathletik, Basketball, Boxen, Kanu, Radsport, Fechten, FuÃŸball, Turnen, Gewichtheben, Handball, Judo, Ringen, Schwimmen, SchieÃŸen (!), Volleyball. Derzeit sind 28 im Olympischen Programm, es fehlen mir: Rudern, Badminton, Baseball, Reiten, Â Hockey, Moderner FÃ¼nfkampf, Softball, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, BogenschieÃŸen, Triathlon, Segeln. Einige, Verzeihung, werden immer fehlen, auch wenn ich 50 Olympische Spiele besuchen sollte. Die Quote: 16 zu 12. Wo man die Sportpolitik einordnet? Ich wÃ¼rde sagen: Als 29. bis 40. Sportart, das kommt vom Aufwand her hin.</p>
<p>Leichtathletik und Schwimmen sind die olympischen Kernsportarten. Habe schon seit meinen ersten SchreibÃ¼bungen 1987 von diesen Sportarten berichtet. Leichtathletik seit 1992 immer bei den Spielen, auch seit 1997 bei allen WM. Schwimmen auÃŸer 2000 immer bei Olympia, auch WM und EM. Besonders Leichtathletik sagt mir zu, trotz aller Dopingdurchdringung. Es gibt immer wieder schÃ¶ne Geschichten, bei denen es SpaÃŸ macht, sie aufzuschreiben. Ein paar davon habe ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">hier verlinkt</a>. Dort findet sich aus was zum Schwimmen, u.a. die Franzi-TragÃ¶dien. GroÃŸer Stoff.</p>
<p>Ich schreibe gern Ã¼ber beide Sportarten. Habe kein Problem damit. Eine kontinuierliche Berichterstattung wie bei einer WM in einer dieser Sportarten, wo ich tÃ¤glich eine Seite, oft mehr, fÃ¼r die Berliner Zeitung produziert habe (zuletzt 2007 bei der LA-WM in Osaka), ist bei Olympia aus vielerlei GrÃ¼nden nicht drin. Allenfalls fÃ¼r groÃŸe BlÃ¤tter wie SÃ¼ddeutsche und FAZ, die es sich leisten kÃ¶nnen, einen Kollegen, manchmal mehr (inklusive der Freien, frÃ¼her ja bei der SZ Robert Hartmann), dafÃ¼r abzustellen. Das ist richtig so, das finde ich angemessen. Bei der Berliner Zeitung war ich froh, zwei Akkreditierungen bekommen zu haben, FAZ, SÃ¼ddeutsche haben &#8211; glaube ich &#8211; meistens sechs gehabt, in Peking mit Online- und Auslandskorrespondenten sogar mehr.</p>
<p>Wenn also bei Olympia viele Randsportarten mal gecovert werden sollen oder man von den Redaktionen gehetzt wird, deutschen Medaillen hinterherzujagen, dann geht es halt nicht, einen Kollegen dauerhaft abzustellen. Ich habe mich derartigen Kommandierungsversuchen weitestgehend entzogen.Â Besondere Ereignisse haben natÃ¼rlich auch schon immer besondere MaÃŸnahmen erfordert &#8211; oder eben SchwÃ¤cheanfÃ¤lle. Als beispielsweise 1996 in Atlanta im Centennial Olympic Parc die Bombe hochging, mussten ziemlich viele Stunden durchgemacht werden, Seite 3 schreiben und so, dann war ich zwar noch im Stadion zum 100-m-Finale, habe aber keinen Saft gehabt, das aufzuschreiben. Unvergessen auch die Nacht, die ich mit Kollegin K und Kollegen G in Salt Lake City nach Bekanntwerden des MÃ¼hlegg-Testergebnisses verbrachte.</p>
<p>Manche Sportarten und einige wenige Ereignisse wollte ich immer mal sehen. Ein Dreamteam-Spiel in Barcelona, weiÃŸ nicht mal mehr, welches. Ein Spiel im Camp Nou, ich meine, es war das Finale zwischen Spanien und Polen. Handball &#8211; ich bin in Magdeburg zur Penne gegangen, das sagt wohl alles &#8211; muss immerÂ mal sein. Boxen, schon wegen der wunderbaren Geschichten Ã¼ber den korrupten PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry. Gewichtheben, natÃ¼rlich, Ronny Weller ist leider nicht mehr dabei.</p>
<p>Die Aufteilung fÃ¼r Peking unterscheidet sich also nicht von den anderen Jahren (auÃŸer Sydney): eine Woche IOC, Sportpolitik, die groÃŸen Themen. Eine Woche Schwimmen, dann dritte Woche Leichtathletik. Ab Freitag, nachher in fÃ¼nfeinhalb Stunden, bis Sonntag renne ich jeden Tag morgens in den WasserwÃ¼rfel,Â bestaune Phelps.Â Abends dann ins Olympiastadion. Das volle Programm. Kann nicht klagen.Â Habe gesagt, dass mittlerweile ein bisschen Erfahrung da ist, damit lÃ¤sst sich mÃ¶glicherweise auch punkten, keine Ahnung. Unbequem ist es auch nicht, denn es stehen ja immer Pflichtgeschichten an.Â Am liebsten wÃ¼rde ich vÃ¶llig losgelÃ¶st agieren, so wie einige englische und amerikanische Kollegen, die Olympic Writer. Doch die Struktur in deutschen Medien ist nicht so. Und als Freier, nun ja.</p>
<p>Die Freien schlagen sich bei Olympia ganz unterschiedlich durch. Manche schreiben tÃ¤glich Kolumnen und haben die vorher mit Auftraggebern vereinbart. Ich habe eigentlich gar nichts vereinbart, auÃŸer dass mein ehemaliger Arbeitgeber mit Schwimmen und Leichtathletik beliefert wird. Sonst gilt: vogelfrei auf dem Markt. Es ist tÃ¤glich eine Lotterie. Es kann sich stÃ¼ndlich Ã¤ndern, wenn plÃ¶tzlich, wie vorgestern, schnell mal vier deutsche Olympiasiege aus dem Nichts auftauchen, wird in den Redaktionen noch vieles umgeschmissen. Manche Freien haben GlÃ¼ck, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Manche haben Pech und fliegen mit ihren Themen raus. Wenn ich diese Binse nicht so hassen wÃ¼rde, wÃ¼rde ich sagen: Am Ende gleicht sich alles aus. Oops, da ist es raus.</p>
<p>Ich glaube, dass es sich auf Dauer lohnt, auch immer mal mit viel Aufwand eine recherchierte Geschichte anzubieten. Es mag mitunter schmerzen, wenn man nicht genug Abnehmer, manchmal gar niemanden findet, aber auf einen Marathon gesehen, mÃ¼sste das eine gute Taktik sein. ErzÃ¤hle ich auch immer in Seminaren. Bei Olympischen Spielen oder FuÃŸball-Weltmeisterschaften ist es allerdings so, dass die aktuellen Pflichten fast alles andere Ã¼berdecken. Die langen Wege, Wartezeiten etc. rauben jeden Tag etliche Stunden Zeit. Wenn ich zum Beispiel gegen 13.30 Uhr aus dem Schwimmstadion im MPC ankomme, wird ein bisschen gegessen, dann ist es 14 Uhr, ich bin knapp acht Stunden auf den Beinen, habe noch keine Zeile geschrieben, muss aber bald ein Textangebot abschicken. Vor um ein Uhr komme ich kaum aus dem Pressezentrum. Schlafen? Die letzten Tage etwa von vier bis acht. So geht es den meisten Kollegen, mit denen ich darÃ¼ber spreche.</p>
<p>Und noch etwas: Diesmal hatte ich schon am 3. August, fÃ¼nf Tage vor ErÃ¶ffnung der Spiele, an meinem dritten Tag in Peking, das GefÃ¼hl, nichts mehr richtig zu Ã¼berblicken.Â Sonst war ich erst nach einer Woche im Tunnel, diesmal nach wenigen Stunden. Dieses GefÃ¼hl kennen alle, die das mal machen.Â Ich schaffe es nicht mal mehr, alle Agenturmeldungen des Tages an mir vorbei rauschen zu lassen. Letztlich wird man von den Tagesanforderungen und Entwicklungen getrieben und hofft, mit wenigen Fehlern durchzukommen. So viele FlÃ¼chtigkeits- und sachliche Fehler wie diesmal habe ich bestimmt noch nicht gemacht.</p>
<p>Vom meisten hat man keine Ahnung. (siehe auch <a href="http://jensweinreich.de/?p=675" target="_self">gestriger Eintrag</a> und Verweis auf einen taz-Artikel) ZumÂ grÃ¼ndlichen Nachfragen fehlt die Zeit. Vorbereitete Themen kann man vergessen. Ich bin ohnehin dafÃ¼r, sich ein bisschen treiben zu lassen. Selbst absehbare Geschichten, wie etwa in Sydney der Freeman-Sieg oder das letzte Rennen von FvA in Athen (<a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">sind hier ebenfalls verlinkt</a>), schreibe ich immer live. Mit viel Adrenalin. Dann lÃ¤uft das bei mir am besten. Andere haben andere Techniken.</p>
<p>Matthias Rathje wird mir hoffentlich den einen oder anderen Rechtschreib- und Tippfehler verzeihen.</p>
<p><strong>03.35:</strong> Als Gute-Nacht-LektÃ¼re von mir noch ein Kapitel zu diesem Thema &#8211; aktuelle Sportreportage von GroÃŸereignissen -, das ich vor zwei Jahren fÃ¼r ein Reportage-Handbuch von Michael Haller geschrieben habe. Habe das <a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/die-sportreportage.pdf" target="_blank">Roh-Manuskript schnell mal als pdf-Datei hochgeladen</a>.</p>
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		<title>Peking, Tag 13</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 03:38:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[09.26: Im WasserwÃ¼rfel. Werde zur Feier des Tages, der 10. und 11. Goldmedaille von Big M,Â mal den Live Blog probieren. Aber wahrscheinlich schlÃ¤ft in Deutschland noch jeder. Ist ja auch nicht mehr ganz so spannend bei den Schwimmern: Jedes Rennen ein Weltrekord. Wo ist da das Ãœberraschende? 09.32: Kleiner RÃ¼ckblick auf die Busfahrt ins MPC. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>09.26:</strong> Im WasserwÃ¼rfel. Werde zur Feier des Tages, der 10. und 11. Goldmedaille von Big M,Â mal den <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=671" target="_blank">Live Blog</a> probieren. Aber wahrscheinlich schlÃ¤ft in Deutschland noch jeder. Ist ja auch nicht mehr ganz so spannend bei den Schwimmern: Jedes Rennen ein Weltrekord. Wo ist da das Ãœberraschende?</p>
<p><strong>09.32:</strong> Kleiner RÃ¼ckblick auf die Busfahrt ins MPC. Erstaunlich, dass ich nicht stÃ¤ndig UnfÃ¤lle sehe. Denn rote Ampeln sind in China kein Hindernis. Selbst an grÃ¶ÃŸten Kreuzungen, wo sich fÃ¼nfspurige Autobahnen begegnen, fÃ¤hrt man erst mal in die Mitte vor, um bei Rot zu schauen, was noch geht. Manche drehen auch mitten auf der Kreuzung um und kommen einem entgegen &#8211; nicht nur Fahrradfahrer. Aber sie kommen offenbar damit klar, die Chinesen. Undenkbar in Deutschland.</p>
<p><strong>09.43:</strong> Aktualisierung von <a href="http://jensweinreich.de/?p=634" target="_self">gestern</a>: Eine Liste bloggender Olympiareporter:</p>
<ul>
<li><strong>Deutschland</strong></li>
<li><a href="http://olyblog.abendzeitung.de/" target="_blank">Florian Kinast</a> (Abendzeitung)</li>
<li><a href="http://www.moz.de/index.php/Moz/Spezial/id/241215" target="_blank">JÃ¼rgen Leibner</a> (MÃ¤rkische Oderzeitung)</li>
<li><a href="http://www.stimme.de/sport/olympia/pekingsuppe/" target="_blank">Stefanie Wahl</a> (Heilbronner Stimme)</li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/667/302663/uebersicht/12/" target="_blank">Thomas Becker</a> (sueddeutsche.de)</li>
<li><a href="http://blog.rhein-zeitung.de/?p=415" target="_blank">Volker Boch</a> (Rhein-Zeitung)</li>
<li><a href="http://www.sz-meineheimat.de/blog/blog.phtml?blog=50" target="_blank">SaarbrÃ¼cker Zeitung</a></li>
<li><strong>International</strong></li>
<li><a href="http://olympics.blogs.nytimes.com/" target="_blank">On the Rings Blog</a> (New York Times)</li>
<li><a href="http://blogs.guardian.co.uk/sport/" target="_blank">Sport Blog</a> (Guardian)</li>
<li><a href="http://www.nbcolympics.com/blogs/blog=alanabrahamsonsblog/index.html" target="_blank">Alan Abrahamson</a> (NBC Olympics)</li>
<li><a href="http://werge.nationenblog.dk/" target="_blank">Lars Werge</a> (Ekstra Bladet)</li>
<li><a href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/" target="_blank">Phil Hersh</a> (Chicago Tribune)</li>
<li><a href="http://www.meinekleine.at/peking2008" target="_blank">Sigi Palz</a> (Kleine Zeitung)</li>
<li><a href="http://www.demorgen.be/dm/nl/2766/Peking-2008/article/detail/374217/2008/08/09/Hallo-Mister-Hanze---deel-acht.dhtml" target="_blank">Hans Vandeweghe</a> (De Morgen)</li>
</ul>
<p>Mein Laptop spielt schon wieder verrÃ¼ckt. Feucht und heiÃŸ mag er nicht. Deshalb &#8216;ne Pause. Mehr Links, zum BeispielÂ zum &#8220;WohlfÃ¼hlblog&#8221; des ORF, bei <a href="http://www.onlinejournalismus.de/" target="_blank">onlinejournalismus.de</a>. AusgewÃ¤hlte Meldungen zum Thema &#8220;freie Olympiaberichterstattung&#8221; auf <a href="http://medienlese.com/beijing-2008-medien-unter-kontrolle/" target="_blank">medienlese.com</a>.</p>
<p><strong>11.20:</strong> Die ARD-Reportage aus dem WasserwÃ¼rfel muss groÃŸer Sport gewesen sein, schreiben jene im <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=671" target="_self">Live Blog</a>, die Live zu Hause zugucken.</p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-685" title="phelps-11-13082008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/phelps-11-13082008.jpg" alt="" width="492" height="369" /></strong></p>
<p><strong>16.20:</strong> Was seither geschah: 80 Minuten warten auf Michael Phelps. Zwanzig Minuten Pressekonferenz. RÃ¼berhasten ins MPC. Essen fassen. Pressekonferenz mit Jeremy Wariner und Bernard Lagat. Fast eingeschlafen, Sekundenschlaf ist auch mal ganz schÃ¶n. Versuch, danach eine Stimme vom FabellÃ¤ufer Michael Johnson zum Fabelschwimmer Michael Phelps zu bekommen, natÃ¼rlich erfolgloser Versuch. Der nette Herr Johnson macht mich auf einen Englischfehler aufmerksam und rÃ¤umt das Feld. Versuch, den einen oder anderen Dopingforscher anzuskypen. Bisher erfolglos. Bilanz: achteinhalb Stunden auf den Beinen, noch keine Zeile produziert. FÃ¼r mich ist ohnehin nur wieder Phelps interessant. Gestern waren es 19 Stunden Arbeit am StÃ¼ck. Vier Stunden Schlaf ist derzeit das Optimum. Aber es sehen eigentlich alle Kollegen so schlecht aus. Die Fehler hÃ¤ufen sich. Hoffentlich liest niemand vom <a href="http://www.netzwerkrecherche.de" target="_blank">Netzwerk Recherche</a> mit. Recherche? Was ist das? Bin froh, wenn ichÂ meine Augen aufhalten kann.Â Ganz nett hat Markus VÃ¶lker gestern in der taz Ã¼ber das <a href="http://www.taz.de/1/sport/olympia-spiele/artikel/1/es-lebe-das-halbwissen/" target="_blank">olympische Halbwissen</a> geschrieben. Die Wahrheit ist: Es ist nur ein Achtelwissen. Wenn Ã¼berhaupt.<span id="more-675"></span></p>
<p><strong>21.12:</strong> Auf einsamen Wunsch des Lesers Ben, der sich per Kommentar beschwert, dass hier nichts mehr los wÃ¤re, keine GerÃ¼chte, keine gemeinen Bemerkungen, keine Anschuldigungen, nÃ¼scht:Â Nun, habe gerade versucht, ein klitzekleines bisschen zu recherchieren. Mehr dazu hoffentlich morgen. Von gestern ist dieser Textauszug:</p>
<blockquote><p>Die FÃ¤higkeit, sich in Windeseile von Ã¤rgsten Belastungen zu erholen, sei seine grÃ¶ÃŸte StÃ¤rke, sagt Michael Phelps. Nun weiÃŸ man, dass diese FÃ¤higkeit mit etlichen verbotenen Drogen gestÃ¤rkt werden kann. Blutdopingmittel helfen ebenfalls dabei, und Wachstumshormone sind noch immer nicht nachzuweisen. Niemand weiÃŸ, wie oft, wie ernsthaft und wie Ã¼berraschend Phelps von Dopingkontrolleuren aufgesucht wird. Seine Blut- und DNA-Profile sollen angeblich in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/artikel/195/183622/" target="_blank">Project Believe</a> genannten Programm der amerikanischen AntidopingbehÃ¶rde USADA gespeichert sein. Mehr weiÃŸ man nicht, und was man weiÃŸ, ist eigentlich nichts angesichts der Dimension des Schauspiels, das Michael Phelps und andere &#8211; denn auf anderen Strecken fallen ja auch auch reihenweise Weltrekorde &#8211; im WasserwÃ¼rfel darbieten.</p>
<p>Einer der sich auskennt im Showsport, ist Angel Heredia, ein mexikanischer DrogenhÃ¤ndler. Heredia, der zahlreiche Klienten aus dem olympischen Bereich und den groÃŸen US-Ligen belieferte, erklÃ¤rte gerade in einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,571031,00.html" target="_blank">Spiegel-Interview</a>: â€žIm wahren Leben musst du unfassbar hart trainieren und sehr begabt sein und ein perfektes Team aus Trainern und Betreuern haben. Und dann machen die besten Drogen den Unterschied aus. Es ist alles eine groÃŸe Komposition, eine Symphonie. Alles ist mit allem verbunden, verstehen Sie, und Drogen wirken dabei auf lange Sicht: Sie sorgen dafÃ¼r, dass du dich erholen kannst, dass du die katabolischen Phasen vermeiden kannst.&#8221; Diese Beschreibung deckt sich mit den Erkenntnissen der Dopingfahnder. Heredia sagte auch: â€žWir mÃ¼ssen ein, zwei Jahre voraus sein. Wir mÃ¼ssen wissen, welches Medikament wo in die Forschung kommt oder bei Tieren eingesetzt wird, wie wir es besorgen kÃ¶nnen. Und wir mÃ¼ssen die Methoden der Tester kennen.&#8221;</p>
<p>Das muss alles nichts mit Michael Phelps zu tun haben. Niemand will eine Verbindung zu Heredia konstruieren, es geht nur darum, die Mechanismen der Branche zu erkennen.<br />
FÃ¼r Phelps spricht: Er ist zweifellos einer der talentiertesten Schwimmer aller Zeiten. Darin sind sich alle Kontrahenten und Teamkollegen einig: Er hat den perfekten KÃ¶rper, das beste Umfeld, und jede Menge Geld zur VerfÃ¼gung. Phelps ist ehrgeizig wie kein Zweiter, kann diesen Ehrgeiz jedoch kanalisieren, was anderen nicht immer gelingt. Phelps schwimmt seit acht Jahren, als er mit zarten fÃ¼nfzehn in Sydney an den Olympischen Spielen teilnahm, in der Weltspitze. Seitdem ist er nie untergetaucht, nicht wie andere, die als BetrÃ¼ger enttarnt wurden.</p></blockquote>
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		<item>
		<title>The Big M</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 01:56:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[michael phelps]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
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		<description><![CDATA[Â  Nachtrag: Ich stelle jetzt alle Texte rein, die ich aus Peking Ã¼ber Phelps geschrieben habe. Vieles wiederholt sich, ist bei einer solchen Serienberichterstattung auch logisch, zumal es sich um BeitrÃ¤ge fÃ¼r verschiedene Kunden handelt. Korrigiert wurden nur die grÃ¶bsten sachlichen und sprachlichen Unstimmigkeiten. Habe keine Zeit, Links zu setzen. 13. August &#8211; Vom anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://www.coveritlive.com/index2.php?option=com_altcaster&#038;task=viewaltcast&#038;altcast_code=c24e692a1d&#038;height=550&#038;width=470" scrolling="no" height="550px" width="470px" frameBorder="0" ></iframe>Â </p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Ich stelle jetzt alle Texte rein, die ich aus Peking Ã¼ber Phelps geschrieben habe. Vieles wiederholt sich, ist bei einer solchen Serienberichterstattung auch logisch, zumal es sich um BeitrÃ¤ge fÃ¼r verschiedene Kunden handelt. Korrigiert wurden nur die grÃ¶bsten sachlichen und sprachlichen Unstimmigkeiten. Habe keine Zeit, Links zu setzen.</p>
<p><strong>13. August &#8211; Vom anderen Planeten</strong></p>
<p>PEKING. Kaum zu glauben, aber der Held war unzufrieden. WÃ¤hrend die Nachricht von seinem neuen olympischen Rekord, einem fÃ¼r die Ewigkeit, als Eilmeldung um die Welt ging, Ã¤rgerte sich Michael Phelps. â€žVerdammt. Ich wollte eigentlich schneller sein.&#8221; Dabei war er doch gerade Weltrekord geschwommen, den vierten in seinem vierten Finale in Peking. Doch einfach nur Weltrekord ist Michael Phelps nicht genug. Eine Verbesserung um lumpige sechs Hundertstel Sekunden, wie am Mittwoch Ã¼ber 200 Meter Schmetterling (1:52,03 Minuten), befriedigt ihn nicht. Ein paar Minuten spÃ¤ter aber, sagte Phelps Ã¼ber Phelps, hatte er begriffen: â€žWow, jetzt bin ich der GrÃ¶ÃŸte.&#8221;</p>
<p>Das habe ihn doch ziemlich mitgenommen und in der Konzentration fÃ¼r die lange Freistilstaffel gestÃ¶rt, erklÃ¤rte Phelps. Er blieb schlieÃŸlich &#8211; welch ein Wunder &#8211; als Startschwimmer ein paar Hundertstel langsamer war als bei seinem Weltrekord am Dienstag. FÃ¼r einen wie ihn ist das ein bisschen Ã¤rgerlich, so absurd das auch klingt.Â </p>
<p>Seit Mittwoch, 11.23 Uhr Pekinger Ortszeit, ist der 23 Jahre alte Amerikaner der erfolgreichste Olympiateilnehmer aller Zeiten. Am Mittwoch, 11.29 Uhr, kam die nÃ¤chste Goldmedaille hinzu, erkrault mit der Staffel Ã¼ber 4 x 200 Meter, die erstmals unter sieben Minuten blieb (6:58,56). SelbstverstÃ¤ndlich war auch das Weltrekord. Im tÃ¤glichen Arbeitsprotokoll bleibt also festzuhalten: Michael Phelps hat seine fÃ¼nf Wettbewerbe in Peking gewonnen, allesamt mit Weltrekord. Er ist mit insgesamt elf Gold- und zwei Bronzemedaillen in den Annalen verzeichnet, deutlich vor all den historischen GrÃ¶ÃŸen: Die neunmaligen Olympiasieger &#8211; Latynina, Nurmi, Lewis und Spitz &#8211; muss man nicht lÃ¤nger in einem Atemzug mit Phelps nennen. Phelps agiert in einer anderen Liga. Er hat noch drei Chancen im WasserwÃ¼rfel zu Peking. Auch die wird er nutzen. Dann sind es vierzehn Goldmedaillen.</p>
<p>Als Phelps 90 Minuten spÃ¤ter tief unten im Bauch der Schwimmhalle zur Pressekonferenz erschien, gab es prasselnden Applaus von Journalisten. Von begeisterten Amerikanern, Australiern, Russen, EnglÃ¤ndern und einigen Nationen mehr. Groupiehaft kreischten eine Schwedin und eine FranzÃ¶sin. Nein, niemand hat ihn nach Dopingkontrollen gefragt. Sie haben gescherzt und gelacht mit dem Helden. Es war tatsÃ¤chlich lustig, als Phelps sein Handy aus der Tasche kramte und einige SMS suchte, die ihm Kumpels geschrieben hatten. Weil das ein paar Sekunden dauerte, ordnete der chinesische Medienmann allen Ernstes an, die Pressekonferenz sei in einer Minute zu beenden. NatÃ¼rlich hielt sich niemand dran, nicht an diesem Tag.Â <span id="more-671"></span></p>
<p>SchlieÃŸlich hatte Phelps die SMS gefunden: â€žWie oft muss ich dein dÃ¤mliches Gesicht denn noch in den Zeitungen sehen&#8221;, fragte einer seiner Freunde. Dem Mann kann nicht geholfen werden, da muss er durch. Phelps ist nicht nur das Gesicht dieser Olympischen Spiele. Phelps ist der Sportler des Jahres. Phelps ist der Athlet aller Zeiten. Kann gut sein, dass er in Peking mehr Goldmedaillen holt als, sagen wir: 438 deutsche Athleten zusammen.Â </p>
<p>Die Zahlen sprechen fÃ¼r sich, all die Medaillen und Rekorde. Die Zahlen stellen aber auch Fragen. Ob der Griff ans Herz, den er bei der Nationalhymne macht, Schmerzen auslÃ¶st, weil er vielleicht doch ein schlechtes Gewissen hat, wird man wohl nie erfahren. Passender Weise wurde Phelps die zehnte seiner elf Goldmedaillen von Youssoupha Ndiaye umgehÃ¤ngt, der Senegalese ist Chef der IOC-Ethikkommission.</p>
<p>Ist Phelps sauber? Weil es bislang keine belastbaren Fakten gibt, ist die Antwort eine Glaubenssache. Es gibt stichhaltige Argumente, um diese Frage mit Nein zu beantworten. Wer daran glaubt, dass der talentierteste, ehrgeizigste, fleiÃŸigste Schwimmer aller Zeiten in einem professionellen Umfeld, betreut vom besten Trainer aller Zeiten, mit dem besten Schwimmanzug aller Zeiten, der besten Schwimmtechnik, der unnachahmlichen FÃ¤higkeit, in Windeseile grÃ¶ÃŸte Belastungen wegzustecken, um flink den nÃ¤chsten Rekord zu markieren, logischer Weise auch noch mit der grÃ¶ÃŸten SpurtfÃ¤higkeit gesegnet ist, wer also an diese Verkettung von Superlativen glaubt, der mag die Frage mit Ja beantworten.Â </p>
<p>PrÃ¤zise betrachtet ist es nicht nur eine Glaubensfrage, es ist ein Glaubenskrieg.Â </p>
<p>Einer der sich auskennt in derlei aufklÃ¤rerischen FeldzÃ¼gen wie nur wenige andere, saÃŸ am Mittwoch bei Phelpsens Pressekonferenz in der fÃ¼nften Reihe: David Walsh, der Sport-Chefreporter der Londoner Sunday Times. Walsh hat drei BÃ¼cher Ã¼ber Lance Armstrong geschrieben. Er trug gemeinsam mit einem franzÃ¶sischen Kollegen eine beinahe lÃ¼ckenlose Indizienkette zusammen, die den siebenmaligen Sieger der Tour de France als Mega-BetrÃ¼ger darstellt. Und was ist mit Armstrongs Landsmann Phelps, dem WundertÃ¤ter? David Walsh sagt: â€žIch glaube ihm. Aber ich weiÃŸ es natÃ¼rlich nicht.&#8221;</p>
<p>Walsh&#8217;s Hauptargument pro Phelps ist der Umstand, dass sich der Amerikaner seit seinem fÃ¼nfzehnten Lebensjahr auf Weltniveau bewegt. Seit acht Jahren, seit den Olympischen Spielen in Sydney, schwimmt Phelps bei jeder groÃŸen Meisterschaft. Er taucht nicht, wie klassische BetrÃ¼ger, monatelang ab und verblÃ¼fft plÃ¶tzlich mit mÃ¤rchenhaften Verbesserungen. Bei ihm ist das anders: Seine mÃ¤rchenhaften Steigerungen haben eine gewisse Konstanz auf einem Niveau, das fÃ¼r alle anderen unerreicht bleibt. Ein paar Minuten vor Phelps saÃŸen jene vier Russen im Presseraum, die hinter den Amerikanern Silber gewonnen hatte. Alexander Suchorukow sagte: â€žMichael ist nicht von diesem Planeten.&#8221; Seine Kameraden nickten. â€žEr ist aus der Zukunft.&#8221;Â </p>
<p>â€žAmazing&#8221; ist die meistbenutzte Vokabel in diesen Tagen im Water Cube zu Peking. Unglaublich, toll, verblÃ¼ffend, fantastisch. â€žAmazing&#8221;, sagt auch Michael Phelps, der einst Medikamente gegen seine HyperaktivitÃ¤t nehmen musste, und der jetzt &#8211; total â€žamazing&#8221; &#8211; auch als Konzentrationswunder gilt. Eine BBC-Reporterin bat ihn, zu verraten wie â€žamazing&#8221; diese Seriensiege fÃ¼r ihn sind. Etwa so, als wÃ¼rden Geburtstag und Weihnachten zusammen fallen. â€žGeburtstag habe ich jedes Jahr&#8221;, sagte Phelps, â€žWeihnachten ist auch jedes Jahr. Nein, das ist was ganz anderes.&#8221; Irgendwie amazing.Â </p>
<p><strong><span style="color: #000000;">12. August &#8211; Gute Nacht, Marie</span></strong></p>
<p>PEKING. PrÃ¤zise betrachtet gibt es im olympischen Schwimmbecken separate Wettbewerbe. FÃ¼r Michael Phelps, der acht Goldmedaillen anstrebt, und fÃ¼r den Rest der besten Schwimmer des Planeten. FÃ¼r alle anderen geht es hinter Phelps, der auf vier Einzelstrecken Weltrekorde hÃ¤lt und nach Lust und Laune verbessert, nur um die PlÃ¤tze zwei bis acht. Sie sind Statisten in einem historischen Schauspiel. Sie haben keine andere Option als sich in ihre Rolle zu fÃ¼gen.Â </p>
<p>SchÃ¶n zu beobachten war das am Dienstag, als Phelps nach seinem dritten Sieg im Water Cube von Peking eine Pressekonferenz gab. Es stand nur sein Namensschild auf dem Tisch. Niemand sonst wurde erwÃ¤hnt. Der Olympiazweite, Taehwan Park aus SÃ¼dkorea, war erst gar nicht gekommen. Der Olympiadritte, Peter Vanderkaay aus den USA, saÃŸ zur Linken des Meisters. Er wurde nichts gefragt. Er sagte kein Wort. Vanderkaay schwieg und staunte. Ein Reporter fragte Phelps, ob es auf diesem Planeten jemanden gebe, der ihn schlagen kÃ¶nne. Phelps antwortete durchaus diplomatisch: â€žIch weiÃŸ nicht.&#8221; Alles lachte.Â </p>
<p>Michael Phelps, 23, gewann nach den 400 Meter Lagen (mit Weltrekord), der Freistilsprint-Staffel (mit Weltrekord) nun auch Ã¼ber 200 Meter Kraul (mit Weltrekord von 1:42,96 Minuten). Und er wird am Mittwochmorgen auch die 200 Meter Schmetterling gewinnen (mit Weltrekord), jene Strecke, die er seit der WM 2001 in Fukuoka einsam beherrscht, und dann die lange Freistilstaffel (mit Weltrekord). Michael Phelps hat mit neun Goldmedaillen gleichgezogen mit der Turnerin Larissa Latynina (Sowjetunion), den Leichtathleten Paavo Nurmi (Finnland) und Carl Lewis (USA) und dem Schwimmer Mark Spitz (USA). Er wird sie am Mittwoch Ã¼bertrumpfen &#8211; und hat dann noch vier Rennen, zwei mit der Staffel, zwei als EinzelkÃ¤mpfer (200 Lagen, 100 Schmetterling). Gewinnt er acht Mal, Ã¼berweist ihm sein Sponsor Speedo, Produzent der WunderanzÃ¼ge, eine Million Dollar.</p>
<p>Phelps erzÃ¤hlte, er habe gar nichts gewusst von dieser olympischen Statistik, bis ihn sein Trainer Bob Bowman Anfang des Jahres darÃ¼ber aufgeklÃ¤rt habe. Das mag geflunkert gewesen sein, vielleicht hat es aber auch mit jener RechenschwÃ¤che zu tun, die er sich attestiert. â€žMathematik&#8221;, sagt Phelps, â€žist definitiv nicht meine StÃ¤rke.&#8221; Er muss ja auch nicht rechnen im Becken. Er zieht einsam seine Bahnen, dominierte 50 Minuten nach dem Freistilrennen auch das Schmetterling-Halbfinale. Was macht er sonst noch in Peking? Zwischen den Rennen steigt er in eine Eisbox. Ansonsten: â€žViel Pasta und Pizza essen und schlafen.&#8221;Â </p>
<p>Die FÃ¤higkeit, sich in Windeseile von Ã¤rgsten Belastungen zu erholen, sei seine grÃ¶ÃŸte StÃ¤rke, sagt Michael Phelps. Nun weiÃŸ man, dass diese FÃ¤higkeit mit etlichen verbotenen Drogen gestÃ¤rkt werden kann. Blutdopingmittel helfen ebenfalls dabei, und <span style="text-decoration: line-through;">Wachstumshormone sind noch immer nicht nachzuweisen</span>. Niemand weiÃŸ, wie oft, wie ernsthaft und wie Ã¼berraschend Phelps von Dopingkontrolleuren aufgesucht wird. Seine Blut- und DNA-Profile sollen angeblich in einem â€žProjekt Vertrauen&#8221; genannten Programm der amerikanischen AntidopingbehÃ¶rde USADA gespeichert sein. Mehr weiÃŸ man nicht, und was man weiÃŸ, ist eigentlich nichts angesichts der Dimension des Schauspiels, das Michael Phelps und andere &#8211; denn auf anderen Strecken fallen ja auch auch reihenweise Weltrekorde &#8211; im WasserwÃ¼rfel darbieten.</p>
<p>Einer der sich auskennt im Showsport, ist Angel Heredia, ein mexikanischer DrogenhÃ¤ndler. Heredia, der zahlreiche Klienten aus dem olympischen Bereich und den groÃŸen US-Ligen belieferte, erklÃ¤rte gerade in einem Spiegel-Interview: â€žIm wahren Leben musst du unfassbar hart trainieren und sehr begabt sein und ein perfektes Team aus Trainern und Betreuern haben. Und dann machen die besten Drogen den Unterschied aus. Es ist alles eine groÃŸe Komposition, eine Symphonie. Alles ist mit allem verbunden, verstehen Sie, und Drogen wirken dabei auf lange Sicht: Sie sorgen dafÃ¼r, dass du dich erholen kannst, dass du die katabolischen Phasen vermeiden kannst.&#8221;Â </p>
<p>Diese Beschreibung deckt sich mit den Erkenntnissen der Dopingfahnder. Heredia sagte auch: â€žWir mÃ¼ssen ein, zwei Jahre voraus sein. Wir mÃ¼ssen wissen, welches Medikament wo in die Forschung kommt oder bei Tieren eingesetzt wird, wie wir es besorgen kÃ¶nnen. Und wir mÃ¼ssen die Methoden der Tester kennen.&#8221;</p>
<p>Das muss alles nichts mit Michael Phelps zu tun haben. Niemand will eine Verbindung zu Heredia konstruieren, es geht nur darum, die Mechanismen der Branche zu erkennen.</p>
<p>FÃ¼r Phelps spricht: Er ist zweifellos einer der talentiertesten Schwimmer aller Zeiten. Darin sind sich alle Kontrahenten und Teamkollegen einig: Er hat den perfekten KÃ¶rper, das beste Umfeld, und jede Menge Geld zur VerfÃ¼gung. Phelps ist ehrgeizig wie kein Zweiter, kann diesen Ehrgeiz jedoch kanalisieren, was anderen nicht immer gelingt. Phelps schwimmt seit acht Jahren, als er mit zarten fÃ¼nfzehn in Sydney an den Olympischen Spielen teilnahm, in der Weltspitze. Seitdem ist er nie untergetaucht, nicht wie andere, die als BetrÃ¼ger enttarnt wurden.Â </p>
<p>Phelps wird noch eine Weile schwimmen. Wenn nichts dazwischen kommt, was sollte das schon sein, wird er vielleicht sogar in acht Jahren noch an den Olympischen Spielen teilnehmen, die durchaus in Chicago stattfinden kÃ¶nnten. Europameister Paul Biedermann aus Halle/Saale, der in der deutschen Rekordzeit von 1:46,00 Minuten FÃ¼nfter wurde, sagte am Dienstag, er habe gehÃ¶rt, Phelps wolle â€žbis 30 weiter machen&#8221;. Schlechte Zeiten fÃ¼r alle, die mit ihm ins Wasser springen.Â </p>
<p>Es fÃ¤llt nicht einfach, zuversichtlich zu bleiben im Beinstrudel des Giganten. â€žGute Nacht, Marie&#8221;, sagte Biedermann. So kann man es formulieren.</p>
<p><strong>11. AugustÂ  &#8211; TÃ¤gliche Sternstunden</strong></p>
<p>PEKING. Am Montag, um 11.27 Uhr Ortszeit, schienen die Dinge erstmals nicht so zu laufen, wie es sich Michael Phelps vorgestellt hatte. Supermann musste warten, hoffen, flehen und beten. Phelps hatte die amerikanische Sprintstaffel auf Platz zwei angeschwommen und sich um vier Zehntel auf 47,51 Sekunden verbessert. Schneller war nur der Australier Eamon Sullivan in 47,24 Sekunden &#8211; natÃ¼rlich Weltrekord, einer von vier binnen eineinhalb Stunden. Allein ist Phelps ja kaum zu schlagen, nur in der Staffel, wenn seine Kameraden zu langsam sein sollten, oder falsch wechseln, was vor vier Jahren in Athen zum Verlust der siebenten olympischen Goldmedaille und vor einem Jahr in Melbourne zum Verlust des achten WM-Titels fÃ¼hrte. Er kann dummerweise nicht alle vier Strecken schwimmen. Die Regeln sind wie sie sind: In der Staffel muss Supermann andere mitmachen lassen.Â </p>
<p>Da stand er also am Beckenrand und schrie sich die Seele aus dem Leib. Als die Franzosen vor dem letzten Wechsel einen deutlichen Vorsprung hatten und der ehemalige Weltrekordler Alain Bernard ins Wasser sprang und gegen den Amerikaner Jason Lezak nach 370 Metern noch klar fÃ¼hrte, glaubte Phelps das Rennen verloren. Doch Lezak brauste wie ein Schnellboot durchs Becken und holte den Franzosen mit irrwitzigem Speed ein. 46,06 mit so genanntem fliegenden Start ist noch nie ein Mensch geschwommen.</p>
<p>Um 11.28 Uhr war die Welt wieder geordnet. Gold fÃ¼r die USA, fÃ¼r Phelps und Co, mit acht Hundertsteln Vorsprung. Erst am Vorabend hatte eine amerikanische B-Auswahl im Vorlauf Weltrekord markiert. Diese Bestzeit verbesserte das A-Team um 3,99 Sekunden auf 3:08,24 Minuten. FÃ¼r das Protokoll: Phelps hat jetzt zwei Mal gewonnen in Peking. Sechs Goldmedaillen schmÃ¼ckten ihn in Athen. Fehlen noch zwei, dann ist er erfolgreichster Teilnehmer in 112 Jahren olympischer Geschichte. Phelps bleiben sechs Chancen. Am Dienstag steht er im Finale Ã¼ber 200 Meter Freistil und im Halbfinale Ã¼ber 200 Meter Schmetterling. Auf beiden Strecken hÃ¤lt er den Weltrekord.Â </p>
<p>Die Amerikaner feierten, und die Franzosen waren geschockt. Auf leisen Sohlen schlichen sie durch die Mixed Zone, kreidebleich und stumm, nachdem sie doch vorher groÃŸe TÃ¶ne gespuckt, bei der Siegerehrung allerdings tapfer ausgeharrt hatten. Bernard weinte, als ihn ein Trainer umarmte. Die Amerikaner aber, bei denen Phelps auf die Pressekonferenz verzichtete, um den Kollegen mal einen ungestÃ¶rten Medientermin zu gÃ¶nnen, erzÃ¤hlten ihre Geschichten. DarÃ¼ber, dass man immer an sich glauben muss, nie aufgeben darf, die Dinge mutig angehen sollte, fleiÃŸig arbeiten muss, niemals verzagen und Ã¼berhaupt. â€žWenn du dann vier solche Typen zusammen schwimmen, kommt so etwas Unglaubliches dabei raus&#8221;, sagt Jason Lezak.</p>
<p>Neben den beiden Rekorden in der Freistilstaffel schwammen am Mittwoch auch der Japaner Kosuke Kitajima (100 Brust), Kirsty Coventry aus Simbabwe (100 RÃ¼cken) und die Italienerin Frederica Pellegrini (200 Freistil) Weltrekorde. An zwei Tagen gab es acht Weltbestmarken. Der deutsche Teamchef Ã–rjan Madsen wehrte sich dagegen, diese Leistungen nur mit WunderanzÃ¼gen und DopingverdÃ¤chtigungen zu erklÃ¤ren. â€žDas sind Sternstunden&#8221;, sagte er. â€žWenn wie in der Staffel vier Leute alle topfit sind und wirklich bis zum Optimum schwimmen, sich jagen, dann kommen solche fantastischen Sachen zustande.&#8221; Es gÃ¤be weitere GrÃ¼nde fÃ¼r die Leistungsexplosionen: die Trainingsmethodik, die Psychologie, verbessertes Krafttraining, RegelÃ¤nderungen. â€žDie absolute Mehrheit der Schwimmer ist sauber&#8221;, sagte Madsen. Er behauptete, das Antidopingprogramm der Deutschen sein einmalig in der Welt.Â </p>
<p>WehmÃ¼tig erinnerte Madsen daran, dass seine Frauen vor zwei Jahren bei der EM in Budapest auch zwei Staffelweltrekorde aufgestellt hatten. Beide Male mit Britta Steffen, die in Peking neben Paul Biedermann (am Dienstag im Finale Ã¼ber 200 m Freistil) und Antje Buschschulte zu den wenigen zÃ¤hlt, die ihren Bestzeiten nahe kommen. Alle anderen sind viele Sekunden langsamer als noch bei den Deutschen Meisterschaften. Das lÃ¤sst sich in der Tat nicht mit Doping bei der Konkurrenz erklÃ¤ren.Â </p>
<p>Es stimmt nichts in der deutschen Mannschaft. Und so zog Madsen bereits ein katastrophales Fazit seiner zweieinhalbjÃ¤hrigen Amtszeit. Viele Vereinstrainer und Athleten seien seinen Ideen und Forderungen nicht gefolgt. â€žDer neue Cheftrainer und der neue Sportdirektor werden es einfacher haben&#8221;, sagte er. â€žAb der kommenden Saison ist vertraglich geregelt, wer was zu tun hat. Dann mÃ¼ssen sich alle daran halten, was vorgegeben wird.&#8221;</p>
<p>Als Madsen nach den Finals am Montagmorgen diese kleine Brandrede hielt, kÃ¼ndigte er an, auf der Mannschaftssitzung am Mittag werde Tacheles geredet, differenziert aber mit klarem Ton: â€žWir werden sagen, was die Athleten jetzt machen mÃ¼ssen. Wir erwarten nicht, dass sie anfangen zu fliegen. Wir erwarten nur, dass sie an ihre Bestzeiten herankommen.&#8221;Â </p>
<p>Das Ergebnis dieser Unterredung: Am Abend schieden vier deutsche Schwimmerinnen in den VorlÃ¤ufen mit desastrÃ¶sen Leistungen aus: Die WM-Zweite Annika Lurz blieb Ã¼ber 200 Meter Freistil mehr als vier Sekunden Ã¼ber ihrer Bestzeit und wurde Zweiundzwanzigste. Petra Dallmann machte es auf der gleichen Strecke nicht besser (24.), auch die Lagenschwimmerinnen Katharina Schiller (30.) und Sonja Schober (34.) schockierten. Es ist wohl doch nicht so, wie Madsen vermutete, dass â€žnur ein Schalter umgelegt werden muss&#8221;.</p>
<p>Schon vor vier Jahren, als Madsen noch nicht die Verantwortung trug, hatte das Timing der Deutschen nicht gestimmt. Franziska van Almsick und andere kamen erst nach ihren jeweiligen Hauptwettbewerben in beste Form. In Peking sieht das viel Schlimmer aus. Manchmal scheint es, als trieben die Deutschen nicht denselben Sport, den Phelps und die anderen Wunderschwimmer betreiben.Â </p>
<p><strong>10. August &#8211; Der Auftakt</strong></p>
<p>PEKING. Michael Phelps im olympischen WasserwÃ¼rfel: Es empfiehlt sich ein Arbeitsprotokoll, denn schlieÃŸlich hat der Herr Wunderschwimmer viel vor in China. Acht Goldmedaillen sollen es werden, sieben mindestens, und danach wird er der erfolgreichste Olympiateilnehmer aller Zeiten sein. Es ist niemand in Sicht, der das Ã¤ndern kÃ¶nnte.</p>
<p>Die erste am Sonntag: Olympiasieg Ã¼ber 400 Meter Lagen, seiner Lieblingsstrecke. Bill Gates saÃŸ auf der TribÃ¼ne, George W. Bush ebenfalls, er schwenkte ein US-FÃ¤hnchen. â€žZiemlich cool&#8221; sei das gewesen, merkte Phelps nach erledigter Arbeit an. Da mochten sich sein Landsmann Ryan Lochte und der Ungar Laszlo Cseh, die ihm in den vergangenen Jahren immer mal nahe gekommen waren, noch so sehr mÃ¼hen. Die beiden lagen bis etwa 330 Meter sogar unter Phelps Weltrekordmarke. Doch immer dann, wenn Normalsterbliche Schmerzen verspÃ¼ren, wenn die letzten Reserven mobilisiert werden mÃ¼ssen, wenn es in den roten Bereich geht, dann sind derartige Finals entschieden. Denn Phelps kennt so etwas nicht, so was Menschliches. Oder etwa doch? Es sei sein letztes Lagenrennen gewesen, hat er seinem Trainer Bob Bowman gesagt. â€žEs ist wirklich das hÃ¤rteste Rennen.&#8221;</p>
<p>Aber er ratterte wieder sein Pensum herunter. Einmalig begabt. Einmalig gefÃ¶rdert. Vielleicht auch einmalig spezialbetreut, wer weiÃŸ das schon. Jedenfalls, auf den letzten zwei Bahnen, zurÃ¼ckgelegt im freien Stil, nahm Phelps dem Ungarn eine weitere Sekunde ab, Lochte sogar drei Sekunden. Diese 4:03,84 Minuten waren, wenn man richtig mitgezÃ¤hlt hat, der 23. Weltrekord fÃ¼r Michael Phelps. Vor sechs Wochen war er bei den Trials in Omaha/Nebraska Weltrekord geschwommen, nun in Peking schon wieder anderthalb Sekunden schneller.</p>
<p>Es war sein insgesamt siebenter Olympiasieg, nach den sechs in Athen. Drei fehlen noch, dann hat er erreicht, was noch nie jemand schaffte: Zehn Siege bei den Spielen. Dann hat er die Turnerin Larissa Latynina (Sowjetunion), den LanglÃ¤ufer Paavo Nurmi (Finnland), den Schwimmer Mark Spitz (USA) sowie den Sprinter und Weitspringer Carl Lewis (USA) Ã¼bertroffen. Sporthistoriker fÃ¼hren zwar noch den Amerikaner Raymond Ewry mit zehn Goldmedaillen als Spitzenreiter, der vor hundert Jahren in lustigen Stand-Sprungdisziplinen obsiegte, die es lÃ¤ngst nicht mehr gibt. Doch Ewry gewann auch bei den so genannten Zwischenspielen 1906 in Athen, die das IOC nicht in der Medaillenwertung akzeptiert. Wie auch immer, die Sache mit Ewry wird Michael Phelps in Athen klÃ¤ren.</p>
<p>Und selbst wenn das nicht gelingen sollte, wenn es Ã¼berraschend, ja sensationell nur zu drei Goldmedaillen reichen sollte, statt deren acht, wie es das Ziel ist, selbst dann gehÃ¶rt Phelps noch immer die Zukunft. Denn er ist gerade 23 Jahre alt geworden.</p>
<p>Was hat Phelps gesagt nach seinem ersten Gold-Abenteuer in Peking? â€žIch habe nach dem Anschlag versucht, meine Mama auf der TribÃ¼ne ausfindig zu machen. Das ist mir leider nicht gelungen.&#8221; Ist er nicht ein braver Junge, so wie es MÃ¼tter lieben? Er hat gut lachen. Er lachte sogar, als bei der Siegerehrung die Nationalhymne plÃ¶tzlich abbrach. FÃ¼r die Organisatoren war das peinlich. Phelps quittierte es lÃ¤ssig.</p>
<p>Sieben Wettbewerbe noch. Es geht weiter, immer weiter. Am Montag das Finale mit der Sprintstaffel und das Halbfinale Ã¼ber 200 Meter Freistil binnen einer Stunde. Abends nur ein Pflichtrennen: Vorlauf Ã¼ber 200 Meter Schmetterling. NatÃ¼rlich ist er auch auf dieser Strecke Weltrekordler. Am Sonntagabend aber hat er seinen Freistil-Vorlauf verloren. Phelps sah sich den Schweizer Dominik Meichtry, der in Berkeley/Kalifornien lebt, von hinten an. Meichtry bot das Rennen seines Lebens. Mit seinen 1:45,80 Minuten ist er Viertschnellster aller Zeiten. Doch Phelps wird im Finale mindestens zwei Sekunden schneller schwimmen. Er hat noch nicht ernst gemacht. Er wollte nur spielen.</p>
<p><strong>6. August &#8211; Project Believe</strong></p>
<p>PEKING. Es sind immer die gleichen Fragen. Medaillen, Rekorde, Doping und all solche Sachen. Wonach soll man einen wie Michael Phelps auch fragen, einen Wunderschwimmer, einen, der keine Grenze kennt. Der mit seinen 23 Jahren seine dritten Olympischen Spiele erlebt, schon sechs Mal Olympiasieger ist, 17 Weltmeistertitel gewonnen und 22 Weltrekorde aufgestellt hat.</p>
<p>Okay, man kann danach fragen, wie er seine Zeit verbringt im Olympischen Dorf, wo er am Montag eingezogen ist. Er spielt Videospiele. Er schaut Filme. Er liegt auf dem Bett. Er macht SpÃ¤ÃŸe mit seinen Kollegen, mit denen er sich eine Wohnung teilt. â€žStay cool and have fun&#8221;, sagte Michael Phelps. Das muss man nicht Ã¼bersetzen. Ansonsten gilt: â€žIch bin zum Schwimmen hier und nicht, um mir Peking anzugucken.&#8221;</p>
<p>Bevor Michael Phelps am Sonnabend zum ersten Mal ins Wasser springt, zum Vorlauf Ã¼ber 400 Meter Lagen, empfiehlt sich ein Ausflug in die olympische Geschichte. Denn im Water Cube, dem Schwimmstadion von Peking, wird tatsÃ¤chlich Historisches verhandelt. Mit neun Olympiasiegen fÃ¼hren die russische Turnerin Larissa Latynina, der Schwimmer Mark Spitz (USA) sowie die Leichtathleten Paavo Nurmi (Finnland) und Carl Lewis (USA) die ewige Hitliste an.</p>
<p>Feinschmecker der olympischen Statistik fÃ¼hren allerdings das amerikanische Sprungwunder Raymond Ewry als Spitzenreiter, der vor 100 Jahren zehn Goldmedaillen in Standsprungwettbewerben gewann, die nur damals ausgetragen wurden. Zweimal davon aber siegte er bei den so genannten Zwischenspielen 1906 in Athen, die zwar von Historikern anerkannt werden, nicht aber vom IOC.</p>
<p>Michael Phelps hat bisher sechs Goldmedaillen &#8211; und acht Chancen in Peking. Er wird sie also alle Ã¼bertreffen. Latynina, Lewis, Spitz, Nurmi. Auch Ewry. Es sei denn, Phelps verletzt sich &#8211; oder patzt bei einer Dopingkontrolle.</p>
<p>Die Jagd beginnt mit der langen Lagenstrecke, auf der er den Weltrekord hÃ¤lt, wie auch Ã¼ber 200 Meter Lagen und 200 Meter Schmetterling und den 200 Meter Freistil. AuÃŸerdem startet er Ã¼ber 100 Meter Schmetterling und in allen drei Staffeln. Dieses Programm testete er bereits bei der Weltmeisterschaft 2007 in Melbourne mit herausragendem Erfolg: Er gewann sieben Mal, verpasste nur den Titel mit der US-Lagenstaffel, weil sein Intimfeind Ian Crocker beim Wechsel patzte.</p>
<p>Crocker hatte Phelps schon 2004 in Athen mit einer bescheidenen Leistung in der kurzen Freistilstaffel (4 x 100 m) den siebten Olympiasieg vermasselt. Die Amerikaner wurden Dritte &#8211; bei einem Sieg hÃ¤tte Phelps mit sieben Olympiasiegen und einer Bronzemedaille den Rekord von Mark Spitz aus dem Jahre 1972 Ã¼bertroffen, der bisher als einziger sieben Mal bei einer Olympia-Auflage gewann.</p>
<p>â€žHochrechnungen&#8221;, sagt Phelps den Journalisten, â€žsind eure Sache. Ich habe meine eigenen Ziele, die will ich erreichen.&#8221; Er kokettiert. Sein Trainer Bob Bowman schreibt ihm zu Saisonbeginn stets Zahlen auf ein Zettelchen. Beim HÃ¶hepunkt wird dann verglichen. Phelps ist meistens schneller, als sein Trainer verlangt und vermutet. Phelps ist einer derjenigen, die scheinbar keine Grenzen kennen. Er hat den idealen SchwimmkÃ¶rper: Enorme Spannweite, mÃ¤chtiger OberkÃ¶rper, schmale HÃ¼ften und einen extrem langen Torso. NatÃ¼rlich hat er gemeinsam mit seinem Trainer Bob Bowman den vieldiskutierten Speedo-Schwimmanzug LZR Racer mit entwickelt, mit dem fast alle Weltrekorde dieses Jahres erzielt wurden. Phelps war die Testperson.</p>
<p>Einige Eigenheiten seines KÃ¶rpers korrespondieren allerdings mit jenen Ã„uÃŸerlichkeiten, die sich durch den Gebrauch von Dopingmitteln, etwa Wachstumshormonen, entwickeln. Phelps hat sich freiwillig einem Programm der amerikanischen Antidopingagentur USADA angeschlossen, das â€žProject Believe&#8221; genannt wird. Das vorerst limitierte Projekt soll den Glauben an das Gute im Sport zurÃ¼ckbringen &#8211; so formulieren es die Amerikaner. Die USADA hat zwÃ¶lf Olympia-Stars fÃ¼r zusÃ¤tzliche Dopingtests und die Erstellung von Blut- und DNA-Profilen verpflichtet. Dazu zÃ¤hlen Phelps und seine Schwimm-Kolleginnen Dara Torres und Nathalie Caughlin.</p>
<p>Phelps sagt, mehr kÃ¶nne er nicht tun, um Zweifel an seinen Leistungen zu zerstreuen. Er bleibt ganz cool, wie immer. Die 41-jÃ¤hrige Torres dagegen, die neben ihm auf dem Podium sitzt, wirkt leicht genervt. â€žIch musste solche Fragen mindestens schon tausend Mal beantworten&#8221;, sagt sie. â€žDie USADA nimmt Blut- und Urinproben von mir, sie erstellen Profile und frieren die Proben fÃ¼r spÃ¤tere Tests ein. Ich mag eigentlich nicht mehr darÃ¼ber reden.&#8221;</p>
<p>Phelps ist ein um Harmonie bemÃ¼hter Zeitgenosse. Die 17-jÃ¤hrige Katie Hoff, die in Peking sieben Mal gewinnen will, nennt er â€žmeine kleine Schwester&#8221;. Mit Katie Hoff hat er einst in Baltimore trainiert. Inzwischen lebt und schwimmt er in Ann Arbor (Michigan). Dara Torres bezeichnet Phelps in Peking als â€žmeine Mama&#8221;. Torres grinst und lÃ¤sst sich das gefallen. Sie kÃ¶nnte tatsÃ¤chlich seine Mutter sein: Als sie 1984 in Los Angeles das erste Olympiagold gewann, war Phelps noch nicht geboren.</p>
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		<title>Peking, Tag 12</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 02:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[10.07: Da isser wieder. Noch ein paar Minuten Zeit bis zum neunten Olympiasieg. Die MÃ¤dels lassen es heute langsam angehen. Noch kein Weltrekord. 10.09: Habe den Statistik-Blackout von gestern noch in den Knochen. Schwer geschockt heute gleich mal verschlafen. Gewaltmarsch vom MPC zum Water Cube, schon sind die Klamotten durchfeuchtet. Aber was soll&#8217;s, es war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.07:</strong> Da isser wieder. Noch ein paar Minuten Zeit bis zum neunten Olympiasieg. Die MÃ¤dels lassen es heute langsam angehen. Noch kein Weltrekord.</p>
<p><strong>10.09:</strong> Habe den <a href="http://jensweinreich.de/?p=634" target="_self">Statistik-Blackout</a> von gestern noch in den Knochen. Schwer geschockt heute gleich mal verschlafen. Gewaltmarsch vom MPC zum Water Cube, schon sind die Klamotten durchfeuchtet. Aber was soll&#8217;s, es war ein <a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">Protokoll dieser Spiele</a> versprochen worden mit allen Irrungen und Wirrungen.</p>
<p><strong>10.14:</strong> Phelps im Wasser &#8230;</p>
<p><strong>10.14:</strong> &#8230; 50 Meter &#8211; 14 Hundertstel unter WR &#8230;</p>
<p><strong>10.15:</strong> &#8230; 100 Meter &#8211; 71 Hundertstel unter WR &#8230;</p>
<p><strong>10.15:</strong> &#8230; 150 Meter &#8211; 89 HundertstelÂ drunter, zwei LÃ¤ngen Vorsprung &#8230;</p>
<p><strong>10.16:</strong> &#8230; dass er Erster ist, muss man nicht erwÃ¤hnen, oder? Die Zeit: 1:42,96.Â Weltrekord.Â Neunter Olympiasieg. 23. Weltrekord, aber ich Ã¼bernehme fÃ¼r Statistik kein GewÃ¤hr mehr.Â ZÃ¤hle gleich nochmal durch. Phelps muss sich sputen, denn er hat ja gleich ein Halbfinale. Er wird doch nicht wohl &#8230;</p>
<p><strong>10.27:</strong> Gibt doch keinen Grund, so garstig zu sein:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-643" title="phelps-neun" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/phelps-neun.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong><span id="more-634"></span>10.31:</strong> Weltrekord Aaron Peirsol, 100 RÃ¼cken, 52,54. ZÃ¤hlt noch jemand mit? Nummer zehn an drei Tagen.</p>
<p><strong>10.42:</strong> Siegerehrung. KÃ¶nnen diese Augen lÃ¼gen? Und die Ohren?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-646" title="phelps-augen2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/phelps-augen2.jpg" alt="" width="492" height="53" /></p>
<p><strong>11.08:</strong> Phelps im Wasser. Halbfinale 200 Schmetterling. Er lÃ¤sst&#8217;s langsam angehen. Macht nur die letzten 50 Meter ernst und liegt gleich zwei LÃ¤ngen vorn. Olympischer Rekord.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">11.10:</span></strong>Â Einige Links:</p>
<ul>
<li>Ãœber den <a href="http://www.sportspool.tv/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=228&amp;Itemid=1" target="_blank">Dopingspiegel</a>Â von Fred Kowasch auf sportspool.tv ist ja gestern schon gesprochen wurden.</li>
<li>Einige bloggende Kollegen aus Deutschland:Â <a href="http://www.moz.de/index.php/Moz/Spezial/id/241215" target="_blank">JÃ¼rgen Leibner</a> (MÃ¤rkische Oderzeitung), <a href="http://www.stimme.de/sport/olympia/pekingsuppe/" target="_blank">Stefanie Wahl</a> (Heilbronner Stimme), <a href="http://blog.rhein-zeitung.de/?p=415" target="_blank">Volker Boch</a> (Rhein-Zeitung).</li>
<li>International: <a href="http://olympics.blogs.nytimes.com/" target="_blank">On the Rings Blog</a> (New York Times), <a href="http://blogs.guardian.co.uk/sport/" target="_blank">Sport Blog</a> (Guardian), <a href="http://www.nbcolympics.com/blogs/blog=alanabrahamsonsblog/index.html" target="_blank">Alan Abrahamson</a> (NBC Olympics), <a href="http://werge.nationenblog.dk/" target="_blank">Lars Werge</a> (Ekstra Bladet), <a href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/" target="_blank">Phil Hersh</a> (Chicago Tribune). (wird fortgesetzt)</li>
<li>Einer, der nicht in Peking ist und trotzdem gerade einen HeidenspaÃŸ mit seinen Geschichten hat: mein FreundÂ <a href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Andrew Jennings</a>.</li>
</ul>
<p><strong>12.48: </strong>Irgendetwas ist heute anders. Jetzt weiÃŸ ich es: Auf den Rolltreppen im MPC ist Rechtsverkehr. Bis gestern war die andere Seite angesagt. Was hat das zu bedeuten?</p>
<p><strong>13.27:</strong> In den Kommentaren unten schreibt &#8220;Thomas&#8221;:</p>
<blockquote><p>Man kann jetzt natÃ¼rlich auch Ã¼ber jeden Sportler hier die Kommentare mit Vermutungen fÃ¼llen. Wird aber langweilig.</p></blockquote>
<p>Einerseits sehe ich das genauso. Andererseits geht es nicht anders. Darf es nicht anders laufen, zumindest nicht im Journalismus (denn da gibt es, auch wenn ich damit langweile, so etwas wie Verantwortung und AufklÃ¤rungspflicht und etliche andere Aufgaben mehr, den Kunden gegenÃ¼ber), bei Kommentarschreibern schon. Ich schreibe seit etwa 1992/93 regelmÃ¤ÃŸig Ã¼ber Doping. Viele meiner Vermutungen, die meist auf einem gesunden Menschenverstand (hoffentlich), mitunter sogar auf Recherchen beruhten, haben sich spÃ¤ter bewahrheitet: Michelle Smith de Bruin (1996), Kostas Kenteris (2000), um nur zwei olympische Beispiele zu nehmen (<a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">hier ein paar Beispiele</a>). Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie 1996 in Atlanta Craig Lord (London Times), ein exzellenter Schwimmsport-Experte und Dopingrechercheur, angefeindet wurde von so genannten Kollegen, weil er Fragen stellte, weil er beschrieb, was er sah: <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0722/none/0008/index.html" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Michelle Smith de Bruin</span></a> konnte nur eine LÃ¼gnerin sein. Mir ging das genauso mit deutschen Kollegen, nicht nur in Atlanta, auch spÃ¤ter. Andere kÃ¶nnen Geschichten davon berichten. Bei Smith de Bruin Ã¼brigens hatte ich 1998 das VergnÃ¼gen, zufÃ¤llig in Dublin auf einem Uefa-Kongress zu sein, als Craig Lord (!) von ihrer positiven Dopingprobe berichtete.Â Ich bin dann zu ihrer Pressekonferenz gefahren und <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0430/none/0029/index.html" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">sah sie weinen</span></a>. Es gibt viele solcher Geschichten.</p>
<p>Auch wenn es sicher keinen SpaÃŸ macht als Berichterstatter &#8211; aber nur weil man der Wahrheit kaum nÃ¤her kommt in diesem sechzehntÃ¤gigen Zirkus -, es ist, wie es ist: DerÂ Generalverdacht empfiehlt sich aus vielerlei GrÃ¼nden, Ã¼ber die ich oft geschrieben und gesprochen habe und die ich hier nicht wiederholen will. Denn ich muss jetzt los zur USATF-Pressekonferenz mit &#8211; Jeremy Wariner.</p>
<p><strong>14.06:</strong> Mein Timing stimmt genau so wenig wie das der deutschen Schwimmer. Schon bei der PK von Lopepe Lomong war ich vergangene Wochen einen Tag zu frÃ¼h anwesend. Eben auch gerade bei der PK von Jeremy Wariner. Auch die ist erst in 24 Stunden. Normalerweise bin ich ein ZuspÃ¤tkommer oder gar ein Flugzeug- und Pressekonferenzen-Verpasser. Jedenfalls, die PK von Tyson Gay gestern habe ich verpasst, weil e-push mit der chinesischen Handy-Karte auf meinem HTC Touch Cruise leider nicht funktioniert, ich mir die Synchronisierung auf dem iPhone angesichts der bizarren Roamingkosten spare, und mein Laptop ausnahmsweise mal aus war, als ich vom Water Cube ins MPC hetzte und mir anschlieÃŸend ein Mittagessen gÃ¶nnte. Dies mal wieder zur Technikfrage, die ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=280" target="_self">anfangs</a> mal <a href="http://jensweinreich.de/?p=381" target="_self">erwÃ¤hnte</a> und die mir immer sehr am Herzen liegt. Ich kÃ¶nnte mir auch ein Technik-Blog fÃ¼r Journalisten vorstellen.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-654" title="lomong-08082008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/lomong-08082008.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="254" height="133" align="left" />14.19:</strong> Apropos <a href="http://jensweinreich.de/?p=463" target="_self">Lopepe Lomong</a>, ein lÃ¤ngst fÃ¤lliger Nachtrag. Lomong wurde, darÃ¼ber hatte ich berichtet, einst in Kenia auchÂ von der deutschen Dominikanerschwester Luise Radlmeier betreut. Schwester RadlmeierÂ arbeitet seit 1956 in verschiedenen Projekten in Afrika undÂ kÃ¼mmert sich seit einigen Jahren vorzugsweise um Aidswaisen und Kindersoldaten aus dem Sudan. <strong>Sister Luise</strong> schickte gestern eine Email:</p>
<blockquote><p>We are so proud of him to see him carrying the USA Flag. Now about his life. His family has hide him in mountain caves together with others to escape the SOPL raids that were collecting children for the Army. He came with a group of totally emaciated children, escorted by an older person from his home area in Kimtong South Sudan. Their sores and wounds from trekking 4 nights through the bush I could only treat with kamile-tea since we had no money for medical treatment. When they had recovered somehow I put them into local Kenyan Government school. He started in std.1. When he completed std.7 or 8 We negotiated with USA embassy to let him and others emigrate. He was lucky and was places with very nice ,understanding foster-parents. That family Rogers have 3 of our boys. The other 2 are also at University. Lopez as the the American call him, but to us he is Lopepe, is at theÂ University of Arizona. He has come to visit us twice already in 2007 and 2008. He also ventured to go to South Sudan to Kimtong to search for his parents. Luckily he found them. Lopez has started a foundation to help his home village Kimtong out of poverty. I hope his sporting achievements will assist him to raise funds to help develop his home-area of the Buya-tribe.</p></blockquote>
<p>Sollte jemand die Hilfprojekte von Sister Luise in Kenia unterstÃ¼tzen wollen &#8211; bitte hier entlang zur <a href="http://www.thika-hilfe.de/" target="_blank">Mission Thika</a>.</p>
<p><strong>14.59:</strong> Ein Dossier zu China und den Spielen der Bundeszentrale fÃ¼r politische Bildung mit einem <a href="http://www.bpb.de/themen/6D31J6,0,Die_Olympischen_Sommerspiele_in_Peking.html" target="_blank">Beitrag</a> von mir.</p>
<p><strong>15.18:</strong> Hinter mir palavern acht Inder so laut, als mÃ¼ssten sie den StraÃŸenverkehr von Kalkutta Ã¼bertÃ¶nen.</p>
<p><strong>15.25:</strong> Neuaufnahmen in die Liste der LÃ¤nder,Â deren Sportjournalisten Nationaltrikots oder andere Insignien ihrer Olympiateams tragen: Spanien, Griechenland, United Kingdom, Kroatien. Vorher schon auf der <a href="http://jensweinreich.de/?p=558" target="_self">LIste</a>:Â Kollegen und Kolleginnen aus WeiÃŸrussland, Russland, Litauen, Estland, Polen, Tschechien, Ungarn, Schweiz, Frankreich, Italien, Eritrea, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Angola, Ã„thiopien, China, USA.</p>
<p><strong>16.38:</strong> Interessante Diskussion da unten in den Kommentaren. Weil ich jetzt nicht so einsteigen kann, muss ein bisschen Geld verdienen, verlinke ich kurz auf ein SportgesprÃ¤ch im <strong>Deutschlandfunk</strong>, das ich kÃ¼rzlich unter Leitung von Herbert Fischer-SolmsÂ mit den ProfessorenÂ <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Gebauer" target="_blank">Gunter Gebauer</a> (FU Berlin) undÂ <a href="http://www.ifs-tud.de/ifs/Arbeitsbereiche/Sportsoziologie/Bette/profil.html" target="_blank">Karl-Heinrich Bette</a> (TU Darmstadt) fÃ¼hren durfte. Es geht auch um Doping, nicht im Speziellen, sondern um die Dimension des Ganzen und die Verantwortung des Sports. Ich komme natÃ¼rlich auch wieder mit meiner Lieblingsthese, die ich allen Freigabe-Verfechtern entgegenÂ schleudere: Wenn Feigabe, dann totaler Entzug aller Ã¶ffentlichen SportfÃ¶rdermittel (damit wÃ¤re der olympische Sport gestorben). WerÂ MuÃŸe hat, nebenbei reinzuhÃ¶ren &#8211; Gebauer und Bette lohnen sich immer:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/07/27/dlf_20080727_2330_ef25d6e8.mp3">:</a></p>
<p><strong>17.01:</strong> Der erste Caramel FrappÃ© heute. Kalorien mÃ¼ssen sein.</p>
<p><strong>01.40:</strong> So, Freunde der Nacht. Einige Stunden, FrappÃ©s und andere Ungesundheiten spÃ¤ter verabschiedet sich der Domainbetreiber. Er muss zum Bus, zum Hotel und ab ins Bett. Das dauert dann noch ein StÃ¼ndchen. Der Domainbetreiber ist ziemlich genervt. Er hat sich zwar vorgenommen, ein Arbeitsprotokoll der gesamten Olympiaberichterstatung abzuliefern. Aber manches bleibt doch lieber GeschÃ¤ftsgeheimnis. Zum Beispiel, was es fÃ¼r einen freien Journalisten bedeutet, wenn er den ganzen Tag an Texten Ã¼ber Michael Phelps und die chinesischen Medaillenfabrik herumschraubt, und die Deutschen am Ende vier Goldmedaillen gewinnen; wenn dann auch noch bei der Produktion eines Rundfunkbeitrages der Computer abstÃ¼rzt. Mehr als sechzehn Stunden am StÃ¼ck scheint das Ding (Fabrikat nenne ich jetzt nicht, wurde zu Beginn der Expedition erwÃ¤hnt) nicht durchzuhalten. Tja, niemand kann sich denken, was das bedeutet. Gute Nacht allerseits.</p>
<p><strong>01.42:</strong> Habe Ã¼brigens nebenher sehr interessiert die Diskussion verfolgt. Scheint fast, als braucht es hier gar keinen Hausherrn. Das lÃ¤uft auch so.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Peking, Tag 11</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 22:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[03.15: Nachtruhe. In ein paar Stunden geht&#8217;s weiter in diesem Theater &#8211; und ich schÃ¤tze, die Weltrekorde werden wieder munter purzeln im Water Cube. So lange wÃ¼nsche ich viel VergnÃ¼gen mit diesem Spielzeug vom Olympiasender. 09.53: Wenn mich nicht alles tÃ¤uscht, war das Laura Bush, die mir gerade an einer Absperrung vor der Schwimmhalle aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>03.15:</strong> Nachtruhe. In ein paar Stunden geht&#8217;s weiter in diesem Theater &#8211; und ich schÃ¤tze, die Weltrekorde werden wieder munter purzeln im Water Cube. So lange wÃ¼nsche ich viel VergnÃ¼gen mit diesem Spielzeug vom Olympiasender.</p>
<ol><script src="http://wgtclsp.nbcolympics.com/o/4812279165b55abb/489f3ec086feee8d/4812279147dd6d78/a79aae1d/widget.js" type="text/javascript"></script></ol>
<p><strong>09.53:</strong> Wenn mich nicht alles tÃ¤uscht, war das Laura Bush, die mir gerade an einer Absperrung vor der Schwimmhalle aus einer schwarzen GM-Limousine zugewunken hat. Sie hat mich aber nicht gefragt, ob ich ein Autogramm haben will. Die Entourage, 13 schwere Jeeps und Limos (alle GM oder Ford), machte einen prÃ¤sidiablen Eindruck. Vielleicht war es aber auch eine optische TÃ¤uschung.</p>
<p><strong>10.08:</strong> Gerade eingeschneit im Water Cube. VÃ¶llig Ã¼berraschend fÃ¤llt in diesem Moment ein Weltrekord, na so was. Diesmal Kirsty Coventry (Simbabwe) Ã¼ber 100 Meter RÃ¼cken (58,77). Aber der wird nicht lange halten, morgen ist Finale.</p>
<p><strong>10.20:</strong> Achtung, Phelps im Wasser und &#8211; nanu?! &#8211; kein Weltrekord. Nur Dritter im Freistil-Halbfinale (200). Vor Paul Biedermann.</p>
<p><strong>10.31:</strong> Wer hÃ¤tte das gedacht? Weltrekord. Diesmal Kosuke Kitajima (Japan) Ã¼ber 100 Meter Brust. Wie viele Zeilen passen eigentlich in so ein WordPress-Blog? Ich meine, wenn ich jeden Weltrekord vermelde, wird&#8217;s vielleicht eng.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-619" title="blick-ins-becken" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/blick-ins-becken.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="205" height="154" align="left" />10.34:</strong> So sieht das Ã¼brigens von meinem Platz auf der PressetribÃ¼ne aus. Was man sieht, wenn man was sieht, ist eigentlich nur, dass ich nicht alles sehe. Aber dafÃ¼r ist man ja auch nicht in Peking an einer olympischen StÃ¤tte. Ich kann Fernsehen glotzen, heute sogar ganz souverÃ¤n auf zwei GerÃ¤ten links und rechts. Wenn die nicht da wÃ¤ren, wÃ¼rde ichÂ gar nichts sehen &#8211; was sollte ich dann berichten? Ernsthaft: Bei so einem Ereignis kann man genauso gut im Sub-Pressezentrum sitzen bleiben, denn dort stehen und hÃ¤ngen auch groÃŸe Bildschirme, und die Wege zur Mixed Zone und zur Pressekonferenz sind kÃ¼rzer. In Sub-Pressezentren habe ich schon halbe Weltmeisterschaften (Leichtathletik, Schwimmen) zugebracht und halbe Vierschanzentourneen (besonders in Innsbruck und Bischofshofen). Wenn das jetzt Verleger lesen, werden sie wohl kÃ¼nftig den Reiseetat noch weiter kÃ¼rzen. Denn es gibt ja das Internet und solche Sachen. Und natÃ¼rlich das Fernsehen. Da sieht man sowieso alles besser.</p>
<p><strong>11.13:</strong> Bevor <a href="http://usaswimming.org/USASWeb/DesktopModules/BioViewManaged.aspx?personid=4beec290-d7ae-483d-a512-36b18a4e022a&amp;TabId=388&amp;Mid=597" target="_blank">Michael Phelps</a> gleich wieder gewinnt und Weltrekord schwimmt, schnell dies: Ich habe mal eben recherchiert und eine Hochrechnung angestellt. Phelps ist jaÂ so einÂ Wunderschwimmer, ein Fabelwesen.Â Stellen wir uns mal vor, er schwimmt so lange, wie Dara Torres. DasÂ wÃ¼rde eine hÃ¼bsche Medaillenliste ergeben (seine Weltrekorde,Â mehrere Hundert dann, klammere ich mal aus). Derzeit sieht das so aus, den Sieg von nachher schon mal eingerechnet:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-621" title="phelps-tab1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/phelps-tab1.jpg" alt="" width="492" height="469" /></p>
<p>Und so kÃ¶nnte das spÃ¤ter aussehen. In ein paar Jahren. ManÂ erkennt leicht, ich habe regressiv gerechnet.<span id="more-608"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-622" title="phelps-tab2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/phelps-tab2.jpg" alt="" width="489" height="470" /></p>
<p><strong>11.26:</strong> Phelps verbessert seine 100-m-Freistil-Bestzeit als Startschwimmer um 41 Hundertstel auf 47,51.</p>
<p><strong>11.27:</strong> Ich muss meine Statistik korrigieren &#8230;</p>
<p><strong>11.28:</strong> &#8230; denn Frankreich gewinnt &#8230; eine LÃ¤nge vorn &#8230;Â doch nicht. Lezak. Welch ein Spurt. Wie ein Wunder. Alles stimmt. Siehe oben: Weltrekord? Klar doch. Ami-Sieg, Phelps-Gold? Aber sicher.</p>
<p><strong>11.35:</strong> Nachtrag, bevor ich mich in die Mixed Zone stÃ¼rze. Die Amis verbesserten den Weltrekord ihrer B-Mannschaft von gestern um vier Sekunden. V-i-e-r-S-e-k-u-n-d-e-n.</p>
<p><strong>18.27:</strong> Ooops. Was ich vÃ¶llig verpasst habe und erst jetzt sehe, als ein Textlein fabriziere: Es gab in der Staffel noch einen Weltrekord: Startschwimmer Eamon Sullivan (Australien) kraulte 47,24. Ich hatte mich nur auf Phelps konzentiert.</p>
<p><strong>20.08:</strong> Ich bin ein Trottel. Sehr peinlich, dass ich in einigen Texten &#8211; in denen es um Phelpsens Medaillenjagd ging &#8211; unterschlagenÂ habe, dass neben Latynina, Nurmi und Lewis auch Mark Spitz neun olympische Goldmedaillen gewonnen hat. Das fÃ¤llt mir eben auf. Ich kÃ¶nnte schreien. Habe immer nur die sieben von MÃ¼nchen gezÃ¤hlt und die beiden von Mexiko vergessen. Habe gestern noch mit dem Kollegen S, der nichts dafÃ¼r kann, ich bin schuld, nachgesehen, ob nicht der SkilanglÃ¤ufer BjÃ¶rn DÃ¤hlie auch neun Olympiasiege hat. Offenbar nicht. Oder wir waren zu dumm zum Nachschlagen. Jedenfalls, die derzeitige ewige Rangliste bei Sommerspielen sieht so aus &#8211; bis Dienstagmorgen:</p>
<ol>
<li style="TEXT-ALIGN: left">Larissa Latynina (UdSSR/Turnen)Â 9 Gold 5 Silber 4 Bronze</li>
<li>Paavo Nurmi (Finnland/Leichtathletik) 9 GoldÂ 3 Silber 0 Bronze</li>
<li>Mark Spitz (USA/Schwimmen) 9 GoldÂ 1 SilberÂ 1 Bronze</li>
<li>Carl Lewis (USA/Leichtathletik) 9 GoldÂ 1 SilberÂ 0 Bronze</li>
<li>Birgit Fischer (Deutschland/Kanu)Â 8 GoldÂ 4 SilberÂ 0 Bronze</li>
<li>Sawao Kato (Japan/Turnen)Â 8 GoldÂ 3 SilberÂ 1 Bronze</li>
<li>Jenny Thompson (USA/Schwimmen)Â 8 GoldÂ 3 SilberÂ 1 Bronze</li>
<li>Matt Biondi (USA/Schwimmen)Â 8 GoldÂ 2 SilberÂ 1 Bronze</li>
<li>Michael Phelps (USA/Schwimmen)Â 8 GoldÂ 0 SilberÂ 2 Bronze</li>
</ol>
<p><strong>23.07:</strong> Ich schmeiÃŸe mal ein Interview in die Diskussion, dass ich vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen mit Friederike Janofske und Regine Eichhorn gefÃ¼hrt habe, Psychologin und Managerin von Franziska van Almsick &#8211; heute in gleicher Funktion fÃ¼r Britta Steffen tÃ¤tig. Ich kann mir kein Urteil Ã¼ber die QualitÃ¤t der Aussagen von Frau Janofske erlauben, ich bin kein Psychologe, nur ein Reporter, der damals wie heute in ziemlichen Stress versucht, Dinge zu erklÃ¤ren. Das misslingt mitunter total. Manchmal produziert man einen vernÃ¼nftigen Gedanken. NatÃ¼rlich sind die deutschen Auftritte im Bassin nicht nur in psychologischen Problemen begrÃ¼ndet. Es ist eine Mixtur aus vielen Faktoren. Doping ist einer davon. <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0820/athen2004/0002/index.html" target="_blank">&#8220;Wer einen Kampfreflex hat, der hat natÃ¼rlich GlÃ¼ck&#8221;</a>, sagte Janofske damals. Vieles in dem GesprÃ¤ch kommt mir bekannt vor, kÃ¶nnte man fast noch mal abdrucken. Mal sehen, ob Britta Steffen den Kampfreflex hat.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Peking, Tag 10</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/08/10/peking-tag-10/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2008 22:01:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[02.12: Die Nachrichtenagenturen melden, Georgien wolle sein Team zurÃ¼ckziehen. Bei Reuters habe ich zuvor gelesen: The Georgian Olympic team urged the international community to help end the violence. &#8220;This deliberate strategy of aggression has grown into a full-scale military intervention involving all regions of Georgia,&#8221; the athletes said in a statement. &#8220;Georgia calls upon the [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>02.12:</strong> Die Nachrichtenagenturen melden, Georgien wolle sein Team zurÃ¼ckziehen. Bei Reuters habe ich zuvor gelesen:</p>
<blockquote><p>The Georgian Olympic team urged the international community to help end the violence. &#8220;This deliberate strategy of aggression has grown into a full-scale military intervention involving all regions of Georgia,&#8221; the athletes said in a statement. &#8220;Georgia calls upon the international community to make it clear (to Russia) that intrusion into and bombing of the territory of a sovereign state is unacceptable in the 21st century and that such acts cannot and will not be tolerated.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und bei Paul Kelso vom <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/2008/aug/09/olympics20082" target="_blank">Guardian</a> fand ich diese Passage, die vom russischen Olympic Spirit zeugt:</p>
<blockquote><p>Russian Olympic Committee spokesman Gennady Shvets said that the team had been upset by reports of up to 1,500 deaths, and were following developments closely. He insisted that preparation would not be interrupted, but attacked the Georgian president. &#8220;Our athletes are doing what they&#8217;ve prepared for years. There&#8217;s no politics.&#8221; Describing Georgian president Mikheil <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Micheil_Saakaschwili" target="_blank">Saakashvili</a>, who is backed by Washington, he said: &#8220;He&#8217;s stupid, a criminal, mentally ill, he should go to a clinic. Normally during the Olympics countries try to calm down any conflicts they have.&#8221;</p></blockquote>
<p><span style="color: #000000;"><strong>03.30:</strong> Offenbar bleiben Sie doch, meldet dpa unter Berufung auf AP.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09.02:</strong></span> Im Water Cube. Noch 58 Minuten bis Michael Phelps seinen 23. Weltrekord schwimmen und seine siebente olympische Goldmedaille gewinnen wird (hoffentlich habe ich richtig mitgezÃ¤hlt). Man sieht nicht viel, die Presse sitzt unterm Himmel, dort unten bewegen sich kleine Menschen. Aber es gibt Bildschirme auf den PresseplÃ¤tzen. Und das Internet funktioniert, aber mit Schrittgeschwindigkeit. Man kann nicht alles haben.</p>
<p><strong>09.11:</strong> Noch nicht richtig geschwitzt heute. Morgens ist es kÃ¼hl, nur so 28 Grad. DafÃ¼r begann ein gefÃ¼hlter Monsunregen, als ich auf dem Weg zum Water Cube war. Doch wieder durchfeuchtet.</p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-583" title="luftung" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/luftung.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="235" height="167" align="left" />09.25:</strong> Mein belgischer Freund Hans amÃ¼siert sich Ã¼ber meinen USB-Propeller, der mir etwas Luft zufÃ¼hrt. Er macht gleich mal ein Foto fÃ¼r <a href="http://www.demorgen.be/dm/nl/2766/Peking-2008/article/detail/374217/2008/08/09/Hallo-Mister-Hanze---deel-acht.dhtml" target="_blank">sein Blog</a>. So sieht das also aus: Reporter mit Propeller im Schwimmstadion &#8211; in der Mitte, drei rosa RotorblÃ¤tter, Ã¼ber dem Kaffeebecher, den ich entgegen der Anweisungen des BOCOGs auf die TribÃ¼ne verschleppt habe. Ein Volunteer hat mich mehrfach nachdrÃ¼cklich auf das Vergehen aufmerksam gemacht. Ich habe ihn mit freundlichem Nachdruck darauf hingewiesen, dass ich gedenke, meinen Kaffee zu trinken, und zwar hier. Darauf hin meinte er: &#8220;Okay, sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie fertig sind. Ich bringe den Becher weg.&#8221; Ich denke, das war Ã¼bertrieben, den AbfallbehÃ¤lter werde ich schon finden.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-584" title="ente" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/ente.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="154" height="184" align="right" />09.37:</strong> Da wir gerade beim Thema GetrÃ¤nke und Speisen sind. Bei der Gelegenheit erzÃ¤hlt Hans, dass sich in der NÃ¤he vom Poly Plaza, wo wir nÃ¤chtigen, ein sensationeller Entenbrater befinden soll. Die beste Peking-Ente von Peking macht offenbar Meisterkoch Da Dong. Das hat er in einem belgischen Gourmet-FÃ¼hrer gelesen.Â Hans, ein passionierter MarathonlÃ¤ufer, gertenschlank, hat sich bei Da Dong deshalb gleich eine ganze Ente bestellt,Â die hier gerade zugeschnitten wirdÂ - und hat offenbar immer noch Bauchweh.</p>
<p><strong>09.54:</strong> Noch sechs Minuten bis Phelps Weltrekord schwimmt. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, empfehle ich diese LektÃ¼re: <a href="http://olympics.blogs.nytimes.com/2008/08/09/iranian-swimmer-pulls-out-of-heat-that-includes-israeli/?ex=1218945600&amp;en=86b56a9d6fc0b23a&amp;ei=5070&amp;emc=eta1" target="_blank">Iranian Swimmer Pulls Out of Heat That Includes Israeli</a>.</p>
<p><strong>09.58:</strong> Phelps betritt das nur halb gefÃ¼llte Schwimmstadion &#8230;</p>
<p><strong>10.03:</strong> &#8230; liegt nach 100 Meter Schmetterling 46 Hundertstel unter WR &#8230;</p>
<p><strong>10.04:</strong> &#8230; nach RÃ¼cken 83 Hundertstel drunter, aber Lochte bleibt dran &#8230;</p>
<p><strong>10.05:</strong> &#8230; nach Brust 1,40 Sekunden drunter, halbe LÃ¤nge vor Lochte, eine vor Cseh &#8230;</p>
<p><strong>10.06:</strong> &#8230; nach 330 Metern ist es entschieden: 4:03,84 &#8211; Weltrekord. 7. Olympiasieg. Drei Goldene <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,570380,00.html" target="_blank">fehlen noch zum ewigen Rekord</a>.</p>
<p><strong>10.12:</strong> Don&#8217;t mix sport with politics:</p>
<blockquote><p>Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Chinese Human Rights Defenders ist Zeng Jinyan, die Frau des BÃ¼rgerrechtlers <a href="http://sportnetzwerk.eu/?p=83" target="_blank">Hu Jia</a>,Â seit Donnerstag verschwunden. Die BehÃ¶rden hÃ¤tten offenbar verhindern wollen, dass sie wÃ¤hrend der Spiele mit Journalisten spreche. Es sei zu befÃ¼rchten, dass Zeng in Polizeigewahrsam sei und misshandelt werde. Zengs Mann wurde im April wegen &#8220;Aufrufs zum Umsturz der Staatsmacht&#8221; zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. <em>(AP)</em></p></blockquote>
<p><strong>10.48:</strong> Dieses Bild wird man noch oft sehen im Water Cube. Vielleicht sogar sieben Mal, nur die Burschen rechts und links neben Phelps werden andere sein. Vielleicht klappt&#8217;s beim nÃ¤chsten Mal auch mit der Hymne. Diesmal fiel der Ton vor den Schlusstakten aus.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-592" title="phelps-zum-ersten" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/phelps-zum-ersten.jpg" alt="" width="486" height="339" /></p>
<p><span id="more-576"></span></p>
<p><strong>11.23:</strong> Mist. Ausgerechnet jetzt kommt Phelps zur Pressekonferenz, da gerade die MÃ¤dels zum Staffelfinale einmarschieren. Ich muss Ã¼ber beide schreiben heute, Ã¼ber Phelps und die deutsche Staffel mit Britta Steffen. Also bleibe ich erstmal in der Halle sitzen.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-598" title="mixed-swi" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/mixed-swi.jpg" alt="" hspace="5" width="246" height="184" align="right" />12.01:</strong> So sieht es in der Mixed Zone aus, in jenem Areal, in dem die Sportler durchmÃ¼ssen, wenn sie zu ihren UmkleiderÃ¤umen wollen. Zuerst kommen die Rechteinhaber vom Fernsehen, die sogar noch in der Halle Interviews fÃ¼hren dÃ¼rfen. Dann Radiomenschen. Irgendwann, wenn viele Athleten schon ermÃ¼det sind vom stÃ¤ndigen antworten auf die gleichen Fragen, dÃ¼rfen sich die drittklassigen Pressemenschen um ein paar Wortfetzen balgen. Nach dem fÃ¼nften Platz waren die deutschen Staffelschwimmerinnen untrÃ¶stlich. Besonders Britta Steffen war nah am Heulen. Dabei war sie erstklassig geschwommen, nur nicht so schnell wie sie sich erhoffte. Nun hat sie zwei Tage Zeit bis zum Einzelrennen. Alles eine Sache des Kopfes. Zeit fÃ¼r die Psychologen. Mit Mixed Zonen, ihren Regeln und KÃ¶rpergerÃ¼chen, werde ich mich in den nÃ¤chsten Tagen sicher Ã¶fter beschÃ¤ftigen. Im Water Cube war das sehr relaxt: Es wehte sogar ein kÃ¼hlenden LÃ¼ftchen, wenn man an der richtigen Stelle stand. Hier arbeitet die Klimaanlage, anders als in der Sauna, die auf Chinesisch so heiÃŸt: Olymp-ia-stadion.</p>
<p><strong>15.35:</strong> WÃ¤hrend ich <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,571095,00.html" target="_blank">Ã¼ber Britta Steffen schreibe</a>, dudelt auf einem Flatscreen in HDTV ein Volleyballspiel, Brasilien gegen Ã„gypten. Bei Brasilien spielen Marcelinho und Andre Heller mit. Auf dem riesigen Screen nebenan nimmt <a href="http://www.ditte-kotzian.de/" target="_blank">Ditte Kotzian</a> ihre Bronzemedaille in Empfang. Wer soll da noch die Ãœbersicht behalten?</p>
<p><strong>16.42:</strong> Typisch Olympia. Viel kriege ich nicht mehr mit vom tobenden Leben da drauÃŸen. Sitze in der Werkshalle namens MPC und produziere am FlieÃŸband. Immerhin hat ein DÃ¤ne auf einem Flatscreen Handball eingestellt, Korea fÃ¼hrt 17:16 gegen Deutschland, auf dem Bildschirm daneben lÃ¤uft Radrennen, auf der groÃŸen Wand Gewichtheben. &#8220;DrauÃŸen donnert&#8217;s. Jetzt geht&#8217;s los&#8221;, sagt der Kollege S., der gerade von den Wasserballern kommt. Und Pommes wirft das 17:17. Jetzt hÃ¶rt man das Donnern.</p>
<p><strong>17.31:</strong> Wenn Sportreporter zu Fans werden: Ein paar Dutzend Briten jubeln und klatschen. Flinker Blick auf den Bildschirm: Eine Frau aus UK hat StraÃŸenrad-Gold gewonnen. Gestern haben die Spanier gebrÃ¼llt, als Samuel Sanchez Gold holte. Distanz? ZurÃ¼ckhaltung? Doch nicht bei denen.</p>
<p><strong>18.47:</strong> Was auch putzig ist: Die Schreiber aus aller Welt dabei zu beobachten, wie sie verzweifelt nach Worten ringen, vielleicht sogar nach einer Idee fÃ¼r die vielen langen Texte, die tÃ¤glich zu produzieren sind. Ich habe in unserer Legebatterie im MPC jetzt ein paar Stunden die Kollegen R und S beobachtet, die mir gegenÃ¼ber saÃŸen, Herr B kÃ¤mpft ebenfalls mit sich und ringt um geniale Gedanken. Ich werde den Schaffensprozess aber (leider) nichtÂ per Foto dokumentieren. WÃ¼rde mir auch nicht gefallen, wenn jemand meine Grimassen verÃ¶ffentlichte.</p>
<p><strong>18.55:</strong> Mist. Bin verdammt mÃ¼de. Hoffnungsschimmer: Nur noch sieben Stunden fÃ¼r heute.</p>
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		<title>Peking, Tag 9</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2008 10:34:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[00.56: Kleiner Nachtrag aus dem Olympiastadion. Der Kollege G und ich sind fast die letzten in der Arena. Die Volunteers packen zusammen. Aber es gibt noch Bier. RÃ¼ckmarsch zum MPC. 02.05: Bus verpasst, der nÃ¤chste fÃ¤hrt in einer Stunde. Also nochmal den Laptop rausgekramt. Und bei der Gelegenheit bemerkt, dass ich die so genannte IC [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-568" title="nachderfeier-08082008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/nachderfeier-08082008-300x225.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="300" height="225" align="left" />00.56:</strong> Kleiner Nachtrag aus dem Olympiastadion. Der Kollege G und ich sind fast die letzten in der Arena. Die Volunteers packen zusammen. Aber es gibt noch Bier. RÃ¼ckmarsch zum MPC.</p>
<p><strong>02.05:</strong> Bus verpasst, der nÃ¤chste fÃ¤hrt in einer Stunde. Also nochmal den Laptop rausgekramt. Und bei der Gelegenheit bemerkt, dass ich die so genannte IC Card fÃ¼r den Lan-Zugang (kostet wie Wlan 350 Euro) im Stadion in der kleinen Box unter meinem Sitz steckengelassen habe. Der Kollege G Ã¼brigens auch. Doch keine Panik: In solchen Momenten zahlt sich das Bloggen aus. Denn hatte ich nicht im <a href="http://jensweinreich.de/?p=502#comments" target="_self">Bericht von der ErÃ¶ffnungsfeier</a> vermerkt, auf welchem Platz ich saÃŸ? Genau: Aisle 209, Row 12, Seat 11. Also ab ins Rate Card Centre, dort vorgesprochen und auf das Problem aufmerksam gemacht. Die Volunteers versprechen zu helfen, sagen aber auch: Ersatz gibt es nicht, wenn jemand seine Karte stecken lÃ¤sst oder verliert, hat er Pech.<span id="more-558"></span></p>
<p><strong>03.06:</strong> Ich sitze im Bus zum Poly Plaza. Anruf aus dem Rate Card Centre: &#8220;Mr Jens, you are a lucky man. Your IC Card has been found and secured.&#8221; Und was fÃ¼r ein lucky man! Ich darf daran erinnern, dass mein Handy vor einer Woche <a href="http://jensweinreich.de/?p=381" target="_self">allein eine Stadtrundfahrt unternommen hat</a> und auch wieder wohlbehalten zurÃ¼ckgekehrt ist.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>13.20:</strong></span> Der KÃ¶rper hat befohlen: Schlaf mal aus. Ich habe gehorcht.</p>
<p><strong>13.45:</strong> Nach der gestrigen Erfahrung im Olympiastadion habe ich mich heute fÃ¼r Badelatschen entschieden.</p>
<p><strong>13.53:</strong> Die Sicherheitsschleuse am Poly Plaza dreht durch. SchlÃ¤gt AlarmÂ wegen des FuÃŸkettchens der franzÃ¶sischen Kollegin vor mir. Immer diese FranzÃ¶sinnen.</p>
<p><strong>14.55:</strong> Die ersten GesprÃ¤ch haben ergeben, dass gestern noch einige Kollegen Technik-Probleme hatten. Etlichen sind die Laptops ausgefallen, einem das Handy &#8211; nach einer Nacht vor der Klimaanlage war es wieder fit. Muss an der hohen Luftfeuchtigkeit liegen. Wie im Dschungel. Oder, wie mir der weit gereiste Kollege L, eines meiner journalistischen Vorbilder, gerade sagt: &#8220;So etwas habe ich bisher nur in Neu Delhi erlebt. In der Monsumzeit.&#8221; Wie gestern schon notiert: Ich weiÃŸ nicht, wie das bei der Leichtathletik werden soll. Eine Woche unter diesen Bedingungen, herrje. Das Netzteil meines kleinen Sony (Achtung, Schleichwerbung) glÃ¼hte gestern regelrecht. Komisch oder Logisch, dass ich angesichts dieser Erfahrung, Schreiben im Dschungel (<a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/647/305615/text/" target="_blank">das kam dabei raus</a>), stÃ¤ndig an Lillehammer denken muss, an die Winterspiele 1994. Damals habe ich die erste Woche Ã­m Wohnwagen auf einem Zeltplatz an der Bobbahn in Hunderfossen verbracht. Bei 25-30 Grad Minus.</p>
<p><strong>15.30:</strong> Mal ein Wort zur Ticketvergabe fÃ¼r Journalisten. Denn die Akkreditierung fÃ¼r so ein GroÃŸereignis heiÃŸt ja nicht, dass man damit in jedes Stadion zu jedem Wettbewerb kommt. Bei einer FuÃŸball-WM oder FuÃŸball-EM bedeutet das beispielsweise nur, dass man sich in Pressezentren aufhalten, Pressekonferenzen und die offiziellen Termine in den Teamquartieren besuchen darf. Manchmal nicht mal das. FÃ¼r jedes FuÃŸballspiel muss man sich neu bewerben, auch fÃ¼r den Zugang zur Mixed Zone und zu Pressekonferenzen nach den Spielen. Bekommt man ein Spielticket zugeteilt, heiÃŸt das noch lange nicht, dass es auch Mixed Zone-Zugang und PK-Ticket gibt. Wer, was, wann und wie zuteilt, darÃ¼ber wird mitunter <a href="http://www.infocomma.net/wordpress_sib/?p=166" target="_blank">verbittert</a> <a href="http://sportnetzwerk.eu/?p=6" target="_blank">gestritten</a>. Der Verband Deutscher Sportjournalisten (<a href="http://www.sportjournalist.de" target="_blank">VDS</a>) versucht hier, seiner Rolle als Serviceagentur gerecht zu werden. In Peking kÃ¼mmert sich VDS-GeschÃ¤ftsfÃ¼hrerin Ute Maag darum, Tickets fÃ¼r die High-Demand-Veranstaltungen (ErÃ¶ffnungsfeier, Schlussfeier, Schwimmen etc) zu akquirieren und diese Tickets mÃ¶glichst gerecht unter den akkreditierten Journalisten und Fotografen zu verteilen. Ansprechpartner fÃ¼r sie wiederum sind BOCOG, IOC und der Sportjournalisten-Weltverband AIPS. Es gibt, wie bei der Akkreditierung, auchÂ bei der Ticketvergabe LÃ¤nderquoten.</p>
<p><strong>15.58:</strong> Was soll ich sagen: Unsere IC Cards sind wieder da. Der Kollege G wird sich freuen. Wurden uns sogar ins Hauptpressezentrum gebracht. Mal sehen, was ich in den nÃ¤chsten zwei Wochen noch alles liegen lasse. Irgendwann gehts es mal schief.</p>
<p><strong>16.43:</strong> Immer wieder gern erzÃ¤hlt: Die Geschichte, wie deutsche Reporter die erste deutsche Medaille jagen. Das muss heute sehr lustig &#8211; und Ã¤rgerlich &#8211; gewesen sein. Denn traditionell sind ja Deutschlands Medaillenhoffnungen bei den LuftgewehrschÃ¼tzinnen und anderen Pistoleros besonders groÃŸ. Also machten sich viele zum Auftritt der Weltranglistenersten Sonja Pfeilschifter auf den Weg. Wenn ich die Erlebnisse der Kollegen richtig rekapituliere, lief das ungefÃ¤hr so: Am SchieÃŸstand waren die Chinesen erschrocken Ã¼ber den deutschen Andrang, weshalb sie einigen Kollegen den Zutritt zum Presseblock in der Halle verwehrten, mit der BegrÃ¼ndung, es sei Ã¼berfÃ¼llt. Was aber nicht stimmte. Jedenfalls: viel Ã„rger. Und Frau Pfeilschifter traf auch nicht so recht. Weshalb viele Kollegen nach dem Vorkampf gemeinsam mit der ausgeschiedenen potenziellen Heldin wieder vom SchieÃŸstand verschwanden. Andere, die erst zum Finale kamen, waren fast allein und kamen problemlos in den Presseblock. Wer abgereist war, Ã¤rgerte sich gleich noch mehr: Denn mindestens ein Busfahrer verfuhr sich, irrte in Peking herum und fand erst nach groÃŸen Trara und betrÃ¤chtlichem Zeitverlust wieder den richtigen Weg. Das sind typische Olympia-Geschichten. Freud und Leid der Journalisten. Wenn ich mich recht erinnere, war das 1996 in Atlanta mal so: Ein Bus mit Reportern machte sich zu Kanuslalom-Strecke auf, irrte ein paar Stunden in Amerika herum &#8211; und schÃ¼ttete seine Fracht ein paar Hundert Meilen vom anvisierten Zielort entfernt aus. Irgendwo in Tennessee, ich meine an der Ruderstrecke, weiÃŸ es aber nicht mehr genau. Auf jeden Fall nicht beim Kanuslalom.</p>
<p><strong>17.15:</strong> <a href="http://www.reuters.com/article/topNews/idUSSP33698420080809" target="_blank">Relative of U.S. volleyball coach killed</a></p>
<p><strong>18.47:</strong> Der Rest des Tages geht mit Schwimm-Watching (VorlÃ¤ufe mit Michael Phelps und Britta Steffen in der Sprintstaffel) drauf und mit Recherchen zu den sportlichen Aspekten des russischen Ãœberfalls in SÃ¼dossetien. AuÃŸer einem mÃ¼ndlichen Statement von Giselle Davies hat es keine offizielle ErklÃ¤rung des IOC gegeben. Mir ist keine Aussage von Rogge bekannt. Am Freitag hat sich Rogge mit Putin getroffen, offenbar vor dem Bombardement, denn Davies sagte, Ã¼ber die Krise habe man nicht gesprochen. Dass ich Putin fÃ¼r eine der grÃ¶ÃŸten Gefahren des olympischen Weltsports halte, habe ichÂ <a href="http://jensweinreich.de/?p=72"><span style="color: #6b8e23;">in</span></a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=69"><span style="color: #6b8e23;">diesem</span></a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=67"><span style="color: #6b8e23;">Blog</span></a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=66"><span style="color: #6b8e23;">und</span></a> anderswo oft genug beschrieben. Zum Mord am amerikanischen Trainer gab es eine <a href="http://www.olympic.org/uk/news/olympic_news/full_story_uk.asp?id=2705" target="_blank">ErklÃ¤rung</a>Â des IOC:</p>
<blockquote>
<div>The International Olympic Committee (IOC) is deeply saddened to learn of a tragic incident which occurred earlier today involving two relatives of a coach for the United States Olympic Men&#8217;s Indoor Volleyball Team.</div>
</blockquote>
<p>Ich frage mich, ob das IOC nicht auch &#8220;deeply saddened&#8221; Ã¼ber die Toten am Kaukasus ist? Ich weiÃŸ es nicht. Warum wird der Angriff nicht scharf verurteilt? Judoka Putin greift man nicht an. Oder man traut sich nicht. Es ist unglaublich. UnwÃ¼rdig.</p>
<p><strong>21.10:</strong> Eine kleine LIste der LÃ¤nder, deren Sportjournalisten Nationaltrikots oder andere Insignien ihrer Olympiateams tragen. Bisher habe ich gesehen Kollegen und Kolleginnen aus: WeiÃŸrussland, Russland, Litauen, Estland, Polen, Tschechien, Ungarn, Schweiz, Frankreich, Italien, Eritrea, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Angola, Ã„thiopien, China, USA. SchÃ¤tze, habe noch nicht viel gesehen. Manche laufen wie Sportler herum, vielleicht wurden sie mit dem Team eingekleidet.</p>
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		<title>Peking, die ErÃ¶ffnungsfeier</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 11:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[19.22: Jetzt wird&#8217;s wirklich peinlich, ich weiÃŸ: Habe auf dem Weg ins Stadion mal eben noch einen Freund gegrÃ¼ÃŸt. Sitze jetzt in Block 209, Reihe 12, Platz 11 &#8211; nur falls nachher jemand im Fernsehen nachsehen mÃ¶chte. Jedenfalls, es gibt eine passable Lan-Verbindung. Ich kann ein bisschen mitbloggen und kommentieren. 34 Minuten und 3 Sekunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-504" title="zwei maskottchen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/jw-eroffnung-080820081.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="162" height="208" align="left" />19.22:</strong> Jetzt wird&#8217;s wirklich peinlich, ich weiÃŸ: Habe auf dem Weg ins Stadion mal eben noch einen Freund gegrÃ¼ÃŸt. Sitze jetzt in Block 209, Reihe 12, Platz 11 &#8211; nur falls nachher jemand im Fernsehen nachsehen mÃ¶chte. Jedenfalls, es gibt eine passable Lan-Verbindung. Ich kann ein bisschen mitbloggen und kommentieren. 34 Minuten und 3 Sekunden noch, bis die Show beginnt. Die taktisch-technischen Daten: 91.000 Zuschauer, 203.000 Videokameras, schÃ¤tzungsweise 48 Grad im Schatten, totale Luftfeuchte. Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu weit rausschwimme. Kann sein, dass die Tastatur versagt, wegen akuten Andrangs von KÃ¶rperflÃ¼ssigkeiten. Ja, Olympia ist eine harte Sache. Eigentlich wollte ich Ã¼ber das Thema schwitzende, stinkende Journalisten erst in zwei, drei Tagen nach den ersten Besuchen in meinen geliebten Mixed Zonen schreiben. Im Moment bin ich akut KreislaufkollapsgefÃ¤hrdet. Deshalb Pause.</p>
<p><strong>19.33:</strong> Kommentarfunktion ist selbstverstÃ¤ndlich angeschaltet.</p>
<p><strong>19.41:</strong> FÃ¼rchte, es wird verdammt selbstreferenziell in den nÃ¤chsten Stunden. Versuche, nur einfach still zu sitzen und mich zu konzentrieren. Sehr anstrengend: Es flieÃŸt gleich ein halber Liter.</p>
<p><strong>19.53:</strong> Der weit gereiste, lebenskluge Kollege links neben mir erinnert zurecht an den Slogan des heutigen Abends. <strong>&#8220;Don&#8217;t mix politics with games!&#8221;</strong> Wir wollen das mal Ã¼berprÃ¼fen.</p>
<p><strong>19.55:</strong> Gerade schickt mir eine Freundin die Textpassage aus der Meldung, wie Steven Spielberg im <span style="text-decoration: line-through;">vergangenen Jahr</span> Februar seine Absage auf die Regie der ErÃ¶ffnungsfeier begrÃ¼ndete:</p>
<blockquote><p>In a statement sent to the Chinese ambassador and the Beijing Olympic Committee on Tuesday, Mr. Spielberg said that his â€œconscience will not allow me to continue with business as usual.â€?<br />
â€œSudanâ€™s government bears the bulk of the responsibility for these ongoing crimes but the international community, and particularly China, should be doing more to end the continuing human suffering there,â€? the statement said. â€œChinaâ€™s economic, military and diplomatic ties to the government of Sudan continue to provide it with the opportunity and obligation to press for change.â€?</p></blockquote>
<p><strong>20.35:</strong> SchÃ¶ne Bilder. Bunte Massen. Konfuzius sagt:Â <a href="http://xiucai.oai.de/XiuCai/XiuCaiNo93.pdf" target="_blank">&#8220;Der Herrscher ist wie der Wind. Der kleine Mann ist wie das Gras. Wenn der Wind weht, beugt sich das Gras.&#8221;</a></p>
<p><strong>20.45:</strong> GlÃ¼hwÃ¼rmchen. Ich weiÃŸ, bisschen dÃ¼nne die EintrÃ¤ge.</p>
<p><strong>20.47:</strong> &#8220;Don&#8217;t mix politics with games&#8221;: War das eben eine Friedenstaube? Ein politisches Symbol? Die trauen sich was, die Chinesen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-522" title="gluhwurmchen1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/gluhwurmchen1.jpg" alt="" width="481" height="369" /><span id="more-502"></span><img class="aligncenter size-full wp-image-520" title="whiteman" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/whiteman.jpg" alt="" width="497" height="347" /></p>
<p><strong>20.56:</strong> Und jetzt kommen die Kinder. Und die Erde.</p>
<p><strong>21.03:</strong> Ich bin ja im Hauptberuf Papa. Aber diese Kindernummer war wirklich sehr bemÃ¼ht. Besser nicht hingucken. Und wieder BÃ¶ller. Die mÃ¶gen das. Sie haben es erfunden.<!--more--></p>
<p><strong>21.08:</strong> Es geht richtig los. Die Griechen als erste. Nein, nicht mit dem Motorrad, ohne Kenteris/Thanou, das schreckliche Duo. Die Fahne trÃ¤gt Ilias Iliadis, ein Judoka.</p>
<p><strong>21.17:</strong> Hab mich ein bisschen Ã¼bernommen. Muss noch einen Text schreiben. Aber es ist ja jetzt auch nicht so spannend. Und die Kommentarfunktion bleibt offen.</p>
<p><strong>21.22:</strong> Der Kollege aus ZÃ¼rich, der immer den Eindruck macht, als sei er auf Sommerfrische, und bestimmt schon den Tisch in einem In-Restaurant geordert hat fÃ¼r heute Abend, begrÃ¼ÃŸt mich hinterhÃ¤ltig: &#8220;Du siehst ja so durchgeschwitzt aus, mein Lieber.&#8221; Durchgeschwitzt? Ich habe den Aggregatzustand gewechselt.</p>
<p><strong>21.45:</strong> Meine kluge Freundin Grit Hartmann schickt mir eine Email:</p>
<blockquote><p>&#8220;Macht kommt aus dem Lauf eines Gewehrs&#8221;, sagt Mao. Das weiÃŸ auch Hu Jintao: Er hat 1989 als Parteichef von Tibet die dortigen Unruhen brutal niederschlagen lassen und sich damit seinen Aufstieg geebnet.</p></blockquote>
<p>Aber das war eine total andere Geschichte. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.Â &#8221;Don&#8217;t mix politics with games.&#8221;</p>
<p><strong>22.33:</strong> Bin wieder da. <strong>Reporters Stillleben</strong> (mit schweiÃŸgetrÃ¤nkten Tempos, so hart ist die olympische Wirklichkeit):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-529" title="stillleben" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/stillleben.jpg" alt="" width="485" height="364" /></p>
<p><strong>22.44:</strong> Gleich geschafft, nur noch 35 LÃ¤nder, darunter Deutsche und Chinesen. Bis dahin gilt <a href="http://en.beijing2008.cn/news/official/preparation/n214515899.shtml" target="_blank">diese Leseempfehlung</a>.</p>
<p><strong>22.59:</strong> Hat jemand den Judoka namens Putin gesehen? Ist das nicht der, der die Spiele gekauft hat fÃ¼r seine Residenzstadt Sotschi &#8211; und der gerade schieÃŸen lÃ¤sst, nebenan in SÃ¼dossetien? &#8220;Don&#8217;t mix polititcs with games!&#8221;</p>
<p><strong>23.05:</strong> Frage mich gerade, wie viele Sportler eigentlich verbotene ArmbÃ¤nder und Sticker getragen haben? Kann mir kaum vorstellen, dass es einem Zensor aufgefallen wÃ¤re.</p>
<p><strong>23.13:</strong> Da sind sie, die Chinesen. Mit VerspÃ¤tung. Der Einmarsch sollte schon 22.50 vorbei sein. Doch wer will an so einem Abend hetzen? Was ich mich nur frage, wie die Cheerleader das aushalten, seit zwei Stunden tanzen sie ununterbrochen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-534" title="china1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/china1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-535" title="china2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/china2.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong>23.25:</strong> TÃ¤usche ich mich oder leisten sich die Chinesen eine technische SchwÃ¤che. Mal ganz davon abgesehen, dass ich kein Wort verstehe: der Ton funktioniert gerade nicht, da der BOCOG-Mann die olympischen Werte preist. Schade, dass das Volk im Stadion nichts versteht, vielleicht macht er sogar Witze.</p>
<p><strong>23.29:</strong> Auch Rogge ist nicht zu verstehen, wo er doch bestimmt gerade so kritische SÃ¤tze sagt. &#8220;One world, one dream&#8221;, das klingt in mein Ohr. Neulich hat eine freche Zeitung getitelt: Eine Welt, ein Traum und eine LÃ¼ge mehr.</p>
<p><strong>23.42:</strong> Na endlich. Ganz ohne Stechschritt geht&#8217;s doch nicht.</p>
<p><strong>23.45:</strong> Warum wackelt die China-Flagge wie verrÃ¼ckt im Wind, den ich nicht spÃ¼re? Oh, die mÃ¼ssen einen LÃ¼fter installiert haben, denn die olympische Fahne weht nun auch.</p>
<p><strong>00.05:</strong> Oops, einen LÃ¼fter hÃ¤tte ich jetzt auch gebraucht. Ich schwÃ¶re, gerade als ich einen gemeinen Satz Ã¼ber Hu Jintao geschrieben hatte und posten wollte &#8211; Totalabsturz. Und gleich nochmal. Der Kollege G. neben mir kann es bezeugen. Und ich war ja geistesgegenwÃ¤rtig genug, auf den AuslÃ¶ser zu drÃ¼cken. Hier also die Dokumente des Grauens. Das passt gut, denn dieses Peking-Tagebuch sollte doch ein Protokoll eines Olympiareporters sein. Erst das:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-543" title="absturz1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/absturz1.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p>Dann das:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-546" title="absturz21" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/absturz21.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong>00.22:</strong> Aber das habe ich dann doch noch mitgekriegt (mein Nebenmann glaubt mir bis jetzt nicht, dass der Typ da oben, irgendwo neben der Flamme, die ihnÂ hoffentlich nicht versengt hat,Â <strong>Li Ning</strong> heiÃŸt):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-548" title="feuer" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/08/feuer.jpg" alt="" width="492" height="369" /></p>
<p><strong>00.24:</strong> Das reicht fÃ¼r heute. Morgen mehr, bzw. in einigen Stunden. Aus dem Schwimmstadion. Das letzte Wort hat fÃ¼r den Moment meine Lieblings-London-Korrespondentin. Sie schreibt mir gerade vom anderen Ende der Welt:</p>
<blockquote><p>Ich finde eh, das Ganze hat eine sehr kalte Pracht. Passt zur Diktatur und dem Diktatorenwinken; wie die das immer hin kriegen: Arm ausstrecken und mit Handgelenk wackeln, wie diese Spielzeug-DackelkÃ¶pfe in den zu groÃŸen HÃ¤lsen. Und jetzt is aber genug mit der Knallerei, ehrlich. Die armen Asthma-Schwimmer!</p></blockquote>
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		<title>Peking, Tag 8</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 22:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[peking-tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[02.58: Danke der Nachfrage: Der Internetzugang im Poly Plaza funktioniert wieder. Ist sogar schneller als im Pressezentrum. Herr Li hat ganze Arbeit geleistet. 03.38: Am Freitag malÂ SÃ¼ddeutsche lesen (disclaimer: fÃ¼r die ich in Peking auch arbeite). Ich weiÃŸ, dass ist jetzt bestimmt verdammt meinungsfÃ¼hrerisch, aber es gibt neue Fakten zum Siemens-Skandal: FragwÃ¼rdige Zahlungen sollen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>02.58:</strong> Danke der Nachfrage: Der Internetzugang im Poly Plaza funktioniert wieder. Ist sogar schneller als im Pressezentrum. Herr Li hat ganze Arbeit geleistet.</p>
<p><strong>03.38:</strong> Am Freitag malÂ SÃ¼ddeutsche lesen (disclaimer: fÃ¼r die ich in Peking auch arbeite). Ich weiÃŸ, dass ist jetzt bestimmt verdammt <a href="http://jensweinreich.de/?p=443" target="_self">meinungsfÃ¼hrerisch</a>, aber es gibt neue Fakten zum Siemens-Skandal: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/493/305462/text/" target="_blank">FragwÃ¼rdige Zahlungen</a> sollen in die <a href="http://www.jensweinreich.de/?p=192" target="_self">Leipziger</a> <a href="http://jensweinreich.de/?page_id=22" target="_blank">Olympiabewerbung</a> geflossen sein. Heimlich und diskret, versteht sich. In dem Artikel taucht, das wird kaum Ã¼berraschen, auch der Name des immer noch jÃ¼ngsten deutschen IOC-Mitglieds auf.</p>
<p><strong>03.53:</strong> Und nun zu etwasÂ Angenehmeren, nochmal in der SZ, sorry. Die SeiteÂ 3 von Holger Gertz (leider nicht online) empfehle ich dringend. Er hat eineÂ Weile im Olympischen Dorf verbracht und dortÂ u. a. den Gewichtheber Itte Detenamo getroffen. Detenamo wird in seiner Heimat Golden Boy genannt. Seine Heimat &#8220;ist irgendwas mit N&#8221;, sagte der Kollege, als er mir davon erzÃ¤hlte. Nach einer Weile kamen wir zwei Hobby-Geografen tatsÃ¤chlich drauf: N fÃ¼r <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Naurus" target="_blank">Nauru</a>. Das ist Ã¼brigens Itte beim Training:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ftJb7Ca52Hw&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/ftJb7Ca52Hw&amp;hl=en&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true"></embed></object><span id="more-486"></span></p>
<p>NatÃ¼rlich wird es in den kommenden zwei Wochen viele Exoten-Geschichten geben. Doch Nauru ist fÃ¼r mich etwas Besonderes. Daran merke ich, wie alt ich werde. Vor sechzehn Jahren habe ich in Barcelona auch mal Ã¼ber einen Gewichtheber aus Nauru geschrieben, der damals allerdings nicht fÃ¼r Nauru starten konnte, weil das Inselchen (damals angeblich 7.000, heute wohl 13.000 Einwohner) kein NOK hatte. Er startete fÃ¼r West-Samoa, dessen NOK-Chef Seuili Paul Wallwork den Deal deichselte. Jedenfalls, der Golden Boy des Jahres 1992 hieÃŸ Marcus Stephen. Und als wir zwei Nauru-Kenner uns darÃ¼ber unterhielten, erzÃ¤hlte mir der Kollege G. doch glatt, was Marcus Stephen heute macht. Er ist StaatsprÃ¤sident von Nauru.</p>
<p>Wallwork lief mir spÃ¤ter auch Ã¼ber den Weg: als IOC-Mitglied. Bei der Berliner Olympiabewerbergesellschaft rechnete er mal 17.000 Mark fÃ¼r eine Besuchsreise ab. Flugroute:Â Samoa &#8211; Los Angeles &#8211; Berlin &#8211; Madrid &#8211; Teneriffa &#8211; Madrid &#8211; London &#8211; Samoa. 1999 wurde er wegen Korruption aus dem IOC ausgeschlossen. Aber ich schweife ab, es geht um Exoten, nicht um das, was alle machen.</p>
<p>Beim nÃ¤chsten Olympia-Blog, im Februar 2010 in Vancouver, erzÃ¤hle ich dann von meinem Lieblings-Winterexoten. Der heiÃŸt Ernest Matthias und war 1992 Bobfahrer fÃ¼r die U.S. Virgin Islands. Ich war malÂ auf St. John in der Maho Bay, da arbeitete der Bobfahrer: er verleiht Surfboote und Kanus. Mehr dazu in achtzehn Monaten.</p>
<p><strong>04.23:</strong> Ich Ã¼berlege, die ErÃ¶ffnungsfeier am Freitag live zu bloggen. Noch gibt es einige Unbekannte, aber ich kann ja schon mal fragen, ob jemand Lust hat mitzumachen.</p>
<p><strong>18.20:</strong> Ich kÃ¤mpfe mich jetzt aus dem MPC ins Vogelnest vor. So echt live blogging mit cover it live wird nÃ¼scht. Ich muss aktuell arbeiten, d. h. einen Text schreiben. Aber fÃ¼r einige EintrÃ¤ge und Kommentare wird es reichen.</p>
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