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	<title>jens weinreich &#187; olympisches marketing</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (63): olympische TV-Milliarden, NBCU und neue Optionen fÃ¼r die Sommerspiele 2020</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-63-olympische-tv-milliarden-nbcu-und-neue-optionen-fur-die-sommerspiele-2020/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 10:08:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da haben sich zwei gesucht und gefunden. NBC Universal bleibt also bis 2020 Olympiasender. Das ist die sportpolitische Top-Meldung dieser Tage. Die Summe hat es in sich: 4,4 Milliarden Dollar fÃ¼r das Paket von vier Spielen &#8211; hinzu kommen die Sponsoren-Millionen von General Electric, die schon die bis 2012 geltenden Vertragssummen um bis zu 200 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a title="IOC awards US broadcast rights for 2014, 2016, 2018 and 2020 Olympic Games to NBCUniversal by International Olympic Committee, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/iocmedia/5808866029/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2538/5808866029_f330f342b0.jpg" alt="IOC awards US broadcast rights for 2014, 2016, 2018 and 2020 Olympic Games to NBCUniversal" width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">(l to r) Richard Carrion IOC EB member, Brian Roberts, CEO and Chairman, Comcast, Jacques Rogge IOC President (c) IOC/Richard Juilliart</p></div>
<p>Da haben sich zwei gesucht und gefunden. <a title="universalsports.com" href="http://www.universalsports.com/news-blogs/article/newsid=536211.html#ioc+awards+olympic+media+rights+nbc" target="_blank">NBC Universal bleibt also bis 2020 Olympiasender.</a> Das ist die sportpolitische Top-Meldung dieser Tage. Die Summe hat es in sich: 4,4 Milliarden Dollar fÃ¼r das Paket von vier Spielen &#8211; hinzu kommen die Sponsoren-Millionen von General Electric, die schon die bis 2012 geltenden Vertragssummen um bis zu 200 Millionen Dollar erhÃ¶hten.Â Der neue Besitzer Comcast ist Ã¼berzeugt, dass die Verluste der Olympia-Abenteuer in Vancouver (mehr als 200 Mio $) und London (es wird ein deutlicher Verlust erwartet) konzernweit ausgeglichen werden und sich die Investition also dennoch rechnet.</p>
<p>Damit sind die USA nun auch wieder fÃ¼r die Olympischen Sommerspiele 2020 im Spiel. Die Amis und ihr USOC wÃ¤ren dÃ¤mlich, wÃ¼rden sie diese Chance nicht nutzen.</p>
<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge hat sie gestern regelrecht aufgefordert:</p>
<blockquote><p>You are the country that has organized the most Olympic Games, with the best athletes in the world.Â  If there is a bid coming for 2020 from the USA, we would be very happy.&#8217;</p></blockquote>
<p>Wer auÃŸer Rom ist derzeit im Olympia-Rennen? SÃ¼dafrika hat abgesagt. Die TÃ¼rken werden sich nach der Wahl (am 12. Juni) flink zwischen einer neuerlichen Euro-Bewerbung (fÃ¼r 2022) und einer weiteren Olympiabewerbung von Istanbul entscheiden mÃ¼ssen. Die Amerikaner sind zwar international sportpolitisch noch immer isoliert und tragen schwer am Trauma der Desaster von New York (vorletzter Platz im Wettbewerb um die Sommerspiele 2012) und Chicago (letzter Platz im Rennen um 2016), jedoch hat sich ihre Lage mit der neuen USOC-FÃ¼hrung, den positiven Entwicklungen in den Verhandlungen um das olympic revenue sharing und diesem neuerlichen Milliardendeal extrem verbessert. Es bleibt dabei: In den USA wird fast die HÃ¤lfte des IOC-Umsatzes generiert.</p>
<p>Allein NBC hat, diesmal erstmals ohne Dick Ebersol, der im Mai den Dienst quittierte, den IOC-Deal aber noch mit vorbereitete, seit dem 1988er Vertrag mehr als 11 Milliarden Dollar fÃ¼r olympische TV-Rechte bezahlt.</p>
<ul>
<li>1988, Seoul: 300 Mio $</li>
<li>1992, Barcelona: 401 Mio $</li>
<li>1996, Atlanta: 456 Mio $</li>
<li>2000, Sydney: 705 Mio $</li>
<li>2002, Salt Lake City: 545 Mio $</li>
<li>2004, Athen: 793 Mio $</li>
<li>2006, Turin: 613 Mio $</li>
<li>2008, Peking: 894 Mio $</li>
<li>2010, Vancouver: 820 Mio $</li>
<li>2012, London: 1181 Mio $</li>
<li>2014, Sotschi: <strong>775 Mio $</strong></li>
<li>2016, Rio de Janeiro: <strong>1226 Mio $</strong></li>
<li>2018, MÃ¼nchen oder PyeongChang: <strong>963 Mio $</strong></li>
<li>2020: Â <strong>1418 Mio $</strong></li>
</ul>
<p>Die letzten/aktuellsten verfÃ¼gbaren IOC-Statistiken:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10465" title="IOC TV revenue Olympic Games" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/tv-revenue.gif" alt="" width="368" height="612" /></p>
<p>So hat sich das VerhÃ¤ltnis von US-Markt und Einnahmen in anderen Territorien zuletzt entwickelt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10466" title="IOC TV revenue, territories since 1998" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/tv-revenue2.gif" alt="" width="526" height="253" /></p>
<p>Hoch interessant, was der aufmÃ¼pfige Urs Leutert, Sportchef des Schweizer Fernsehens, zur IOC-Strategie der Gewinnmaximierung einmal mehr im NZZ-Interview sagt <a title="nzz.ch" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/verrat_an_der_olympischen_idee_1.10816984.html" target="_blank">(Verrat an der olympischen Idee)</a>:</p>
<blockquote><p><em>Die Rechte fÃ¼r die Spiele 2014 und 2016 haben Sie noch nicht. Wo stehen die Verhandlungen?</em></p>
<p>Das Internationale Olympische Komitee hat nach Ã¼ber 50 Jahren Zusammenarbeit mit der EBU, dem Zusammenschluss der Service-Public-Sender in Europa, gebrochen und die Vermarktung der TV-Rechte einer Agentur Ã¼bertragen. Diese ehrenwerten und integren VerkÃ¤ufer kommen nun zur TÃ¼re rein und stellen als Erstes klar: Â«Sie wissen, wir sind keine Nonprofitorganisation.Â» Und dann reden wir aneinander vorbei:</p>
<ul>
<li><strong>Wir reden von Sport, sie reden von Geld;</strong></li>
<li><strong>wir reden von Fernsehen, sie reden von Geld;</strong></li>
<li><strong>wir reden vom Olympiaprogramm, sie reden von Geld.</strong></li>
</ul>
<p>Und sie bieten uns einzelne Sportarten und einzelne Pakete zum Beispiel fÃ¼r TV, Radio oder Internet an.</p>
<p><strong>Diese Aufsplittung der Sportarten und diese unersÃ¤ttliche Geldgier des IOK sind ein totaler Verrat an der olympischen Idee. </strong></p>
<p>Die vermeintlichen TreuhÃ¤nder des Sports in Lausanne agieren heute wie Banker.</p></blockquote>
<p>Die olympischen TV-VertrÃ¤ge und die UmstÃ¤nde, unter denen diese VertrÃ¤ge geschlossen wurden, waren lange eines meiner Lieblingsthemen. Aus ZeitgrÃ¼nden muss ich diesmal passen, konnte gestern LEIDER auch nicht in Lausanne sein, ein gewiss einmaliges Erlebnis, und das meine ich extrem ernst, und muss mich auch heute kurz fassen.</p>
<p>Im Blog habe ich mich einige Male mit dem Thema befasst, in den Kommentaren hat Ralf wie gewohnt professionell ein hÃ¼bsches Archiv verlinkt:</p>
<ul>
<li><a title="Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/" target="_self">Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann</a></li>
<li><a title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/09/lust-und-frust-olympische-tv-milliarden/" target="_self">Lust und Frust: olympische TV-Milliarden</a> <em>(hier finden sich etliche Tabellen, die die AbhÃ¤ngigkeit der meisten olympischen SportverbÃ¤nde von den IOC-Einnahmen illustrieren)</em></li>
</ul>
<p>Einige Lesebefehle:</p>
<ul>
<li>Alan Abrahamson (ehemals NBCUniversal online) auf seinem Blog <strong>3 wire sports</strong>:Â <a title="3 wire sports" href="http://3wiresports.com/2011/06/07/nbcs-4-38-billion-knockout-punch/" target="_blank">NBCâ€™s $4.38 billion knockoutÂ punch</a></li>
<li>Phil Hersh in der Chicago Tribune:Â <a title="Chicago Tribune" href="http://articles.chicagotribune.com/2011-06-07/sports/chi-are-there-now-438-billion-reasons-for-us-to-bid-for-2020-summer-games-20110607_1_usoc-chief-executive-ioc-s-rogge-usoc-and-ioc" target="_blank">Are there now 4.38 billion reasons for U.S. to bid for 2020 Summer Games?</a></li>
<li>Kai Pahl hat sich auf allesaussersport vorab mit dem Thema befasst &#8211; <a title="allesaussersport.de" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2011/06/07/screensport-am-dienstag-drei-monate-alter-handelsblatt-kase/" target="_blank">Olympia sucht US-TV</a> &#8211; und amÃ¼siert sich nun vor allem Ã¼ber jene exorbitanten 900 Mio $, die NBCU mehr geboten hat als Konkurrent Fox:</li>
</ul>
<blockquote><p>Gewonnen hat NBC, die im Vergleich zu den Mitbewerbern so deutlich mehr drauf gepackt haben, dass der Verdacht naheliegt, SportrechtehÃ¤ndler des ZDF hÃ¤tten einen lukrativen Nebenjob gefunden.</p></blockquote>
<ul>
<li>AP:Â <a rel="nofollow" href="http://www.usatoday.com/sports/olympics/2011-06-08-1972975086_x.htm">NBC locks up US Olympic TV rights through 2020<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a></li>
<li>USA Today:Â <a rel="nofollow" href="http://www.usatoday.com/sports/columnist/hiestand-tv/2011-06-07-olympics-rights-nbc_n.htm">NBC pays out, but do the Olympics pay off?<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a></li>
</ul>
<p>Die komplette IOC-Pressemitteilung muss sein:</p>
<blockquote><p><strong><a title="olympic.org" href="http://www.olympic.org/media?articlenewsgroup=-1&amp;articleid=130827&amp;searchpageipp=10&amp;searchpage=1" target="_blank">IOC awards US broadcast rights for 2014, 2016, 2018 and 2020 Olympic Games to NBCUniversal</a></strong></p>
<p>The International Olympic Committee (IOC) today awarded NBCUniversal (NBCU) the broadcast rights in the US for the XXII Olympic Winter Games (2014) in Sochi, Russia, and the Games of the XXXI Olympiad (2016) in Rio De Janeiro, Brazil, as well as the 2018 and 2020 Olympic Games, which have yet to be awarded to a host city.</p>
<p>NBCU has acquired the broadcast rights across all media platforms, including free-to-air television, subscription television, internet and mobile. The total agreement is valued at USD 4.38 billion.</p>
<p>â€œWe are delighted to have reached an agreement with our longstanding partner NBCU,&#8221; said IOC President Jacques Rogge. â€œWe received three excellent bids and would like to thank each broadcaster for their presentations. In the end we were most impressed with NBCU, which not only has a track record for broadcasting the Games that speaks for itself, but also has a clear and innovative vision of where it wants to take the broadcast of the Games between now and 2020. We look forward to continuing to build on our already strong relationship beginning in London next year.&#8221;</p>
<p>The IOC based its decision on a long-term broadcast strategy aimed at ensuring broadcast of the Olympic Games of the highest quality, maximising exposure across all available media platforms, and securing the financial future of the Olympic Games and the Olympic Movement.</p>
<p>â€œWe had an obligation to pick the best bid on behalf of the entire Olympic Movement,&#8221; said IOC Executive Board member Richard CarriÃ³n, who, along with IOC President Jacques Rogge, led the negotiations. â€œWe assessed each bid against a thorough set of criteria and believe that the long-term nature of this agreement will not only ensure fantastic Olympic broadcast coverage in the US, but also support the long-term financial stability of the Olympic Movement as a whole. NBCU has proven its worth time and again over the years and weâ€™re very excited to continue working with them.&#8221;</p>
<p>The IOC has enjoyed a long partnership with NBCU, and this agreement will mean that by 2020, NBCU will have covered a total of 17 editions of the Games, beginning in 1964.</p>
<p>&#8220;We are honoured to continue as the US Olympic broadcaster for the remainder of this decade. The vision for our new Comcast-NBCUniversal was to create new platforms and technologies to distribute the very best content. Every two years the Olympic Games provides iconic content for us to deliver on all platforms. We are proud to continue the rich heritage and long association that NBC has had with the IOC and I personally want to thank President Rogge and Richard CarriÃ³n for their long-term trust,&#8221; said Brian Roberts, CEO and Chairman, Comcast, parent company of NBCUniversal.</p>
<p>The decision came after two days of meetings held at the IOC headquarters in Lausanne, Switzerland, during which ESPN, Fox and NBCU each gave a presentation and submitted their proposals to the IOC. The negotiation process started earlier this year with preliminary discussions conducted with all interested parties. Each proposal was discussed by an IOC delegation chaired by President Rogge.</p>
<p>###</p>
<p><a title="olympic.org" href="http://www.olympic.org/media?q=nbc&amp;chkcat=010&amp;articlenewsgroup=-1&amp;articleid=52392&amp;searchpageipp=10&amp;searchpage=1" target="_blank">NBCU acquired the right to be the IOCâ€™s broadcast partner for the London 2012 Olympic Games in 2003.</a></p>
<p>The 2018 Olympic Winter Games host city vote will take place at the 123rd IOC Session in Durban, South Africa, in July 2011.</p>
<p>The 2020 Olympic Games host city vote will take place at the 125th IOC Session in Buenos Aires, Argentina, in September 2013.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>21</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vertraulich: alle BÃ¼rgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC fÃ¼r MÃ¼nchen 2018 geben</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 12:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Olympische Spiele ausrichten will, muss nur flink seine nationale Rechtsordnung auÃŸer Kraft setzen (<em>das ist zuspitzend kommentierend formuliert, liebe Juristen</em>), sich dem Diktat des steuerbefreiten Weltkonzerns IOC und seiner <a title="&quot;Korruption im Sport&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/korruption-im-sport/" target="_self">Parallelgesellschaft</a><a title="tag: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/category/korruption/" target="_self"> &#8220;olympischer Sport&#8221;</a> unterwerfen â€“ und natÃ¼rlich einige Dutzend staatliche Garantien abgeben: AusfallbÃ¼rgschaften, viele andere finanzielle BÃ¼rgschaften (wobei die Sicherheitskosten, medizinische Versorgung etc pp in keinem Etat auftauchen, das wird den Steuerzahler noch einige hundert Millionen Euro kosten, so genau nimmtâ€™s man da nicht) und etliches mehr.</p>
<p><a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/07/finanzierung-olympischer-spiele-wir-sind-ein-privilegiertes-volkchen/" target="_self">Olympia ist ein Franchise-Unternehmen</a>, vergleichbar mit einer McDonald&#8217;s-Filiale: Der Franchise-Geber behÃ¤lt alle Rechte und den Profit. Der Franchise-Nehmer agiert weitgehend rechtlos und trÃ¤gt das finanzielle Risiko komplett. Das Risiko bei Olympischen Spielen trÃ¤gt immer allein der Steuerzahler.</p>
<p>VoilÃ , hier ist die Liste der Garantien, die deutsche SportfunktionÃ¤re (als hÃ¤tten sie etwas zu sagen, als wÃ¼rden sie etwas riskieren, als wÃ¼rden sie finanziell fÃ¼r Kosten einstehen) und deutsche Politiker (Stuttgart21 lÃ¤sst grÃ¼ÃŸen) dem <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">intransparentesten Unternehmen der Welt</a>, dem IOC, demnÃ¤chst fÃ¼r die Bewerbung um die <a title="alle BeitrÃ¤ge zur MÃ¼nchner Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/?cat=49" target="_self">Olympischen Winterspiele 2018</a> abgeben.</p>
<p>Das ellenlange Dokument sind zehn Seiten von rund 800 Seiten Bewerbungsunterlagen, die teilweise als â€œstreng vertraulichâ€? gekennzeichnet sind undÂ die am Mittwoch von den Kommunalparlamenten beschlossen werden. Der <a title="MÃ¼nchen 2018: demokratiewidriger Striptease" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/30/bundestag-zu-munchen-2018-demokratiewidriger-striptease/" target="_self">Bundestag hat ja</a> in einem demokratiewidrigen Striptease bereits <a title="Copy and paste im Bundestag" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/01/copy-and-paste-im-bundestag-die-olympiabewerbungen-von-leipzig-und-munchen/" target="_self">seinen Freibrief gegeben</a>. Ich finde allerdings, Entscheidungen und Garantien solcher Tragweite sollten wirklich Ã¶ffentlich verhandelt werden.</p>
<p>Wenn ich richtig gezÃ¤hlt habe, sind es 47 Garantien/BÃ¼rgschaften, Unterpunkte nicht eingerechnet. Mag sein, dass noch einige dazu kommen, einen Hinweis auf die Steuerbefreiung fÃ¼r IOC-Einnahmen im Zusammenhang mit den Spielen habe ich beim Ãœberarbeiten womÃ¶glich nur Ã¼bersehen.</p>
<p>Ich freue mich auf die Diskussion.</p>
<blockquote><p>Aus dem â€œEckpunktepapierâ€? zum â€œBid Book MÃ¼nchen 2018â€?</p>
<p><strong>Multi Party Agreement</strong></p>
<p><strong>PrÃ¤ambel</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) sowie die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH geben gemeinsam folgende Garantien ab:</p>
<p><strong>Garantie 3.3</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, werden unseren finanziellen Beitrag fÃ¼r die erfolgreiche DurchfÃ¼hrung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 leisten und alle MaÃŸnahmen ergreifen und Ressourcen zur VerfÃ¼gung stellen, welche fÃ¼r die sichere und friedliche DurchfÃ¼hrung der Spiele erforderlich sind. Wir werden fÃ¼r die Achtung der Olympischen Charta einstehen und die hieraus folgenden Verpflichtungen erfÃ¼llen. Wir sichern zu, alle notwendigen MaÃŸnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Ã¼brigen Unterzeichner ihre Verpflichtungen erfÃ¼llen.</p>
<p><strong>Garantie 4.1</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land bestÃ¤tigen, dass wir a) die Achtung der Olympischen Charta und des Host City-Vertrages garantieren;</p>
<ul>
<li>b) verstehen und damit einverstanden sind, dass alle Zusicherungen, GewÃ¤hrleistungen und Zusagen, die sowohl in denÂ Bewerbungsunterlagen der Bewerberstadt als auch in allen anderen VerpflichtungserklÃ¤rungen &#8211; mÃ¼ndlicher oder schriftlicher Art &#8211; von der Bewerberstadt (einschlieÃŸlich der Bewerbungsgesellschaft) oder dem Nationalen Olympischen Komitee (NOC) gegenÃ¼ber dem IOC abgegeben worden sind, fÃ¼r die Bewerberstadt verbindlich sind; und</li>
<li>c) garantieren, dass alle notwendigen MaÃŸnahmen getroffen werden, damit die Bewerberstadt alle ihre Verpflichtungen vollumfÃ¤nglich erfÃ¼llt.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 4.2</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, dass in der Landeshauptstadt MÃ¼nchen, in ihrer Umgebung oder anderen Austragungsorten keine anderen wichtigen nationalen oder internationalen Treffen oder Veranstaltungen wÃ¤hrend der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 in MÃ¼nchen (nachfolgend: &#8220;Spiele&#8221;) oder unmittelbar eine Woche vor oder eine Woche nach den Spielen stattfinden.</p>
<p><strong>Garantie 4.4</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, in Form der beiliegenden Dokumente, dass wir angemessene MaÃŸnahmen ergriffen haben, um die Wortmarken &#8220;Munich 2018&#8243; und &#8220;MÃ¼nchen 2018&#8243; innerhalb der Bundesrepublik Deutschland schÃ¼tzen und die Domains Muenchen2018/Munich2018.com/net/org/de registrieren zu lassen.</p>
<p><strong>Garantie 4.5</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Olympische Sport Bund garantieren, dass der weitgehende Schutz des Olympischen Emblems (die Olympischen Ringe) und der Olympischen Bezeichnungen (&#8220;Olympiade&#8221;, &#8220;Olympia&#8221; &#8220;olympisch&#8221;) durch das Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen vom 31.03.2004 erfolgt. Andere Kennzeichen mit Bezug auf die Olympischen Spiele (z. B. Symbole, Motto) kÃ¶nnen Ã¼ber das Markenrecht einen Markenschutz und bei entsprechender WerkqualitÃ¤t Ã¼ber das Urheberrecht Urheberschutz erlangen.</p>
<p>Deutschland ist Vertragspartei des Madrider Abkommens Ã¼ber die internationale Registrierung von Marken sowie des Protokolls zum Madrider Abkommen Ã¼ber die internationale Registrierung von Marken. Einen im Bereich der EuropÃ¤ischen Union geltenden Markenschutz regelt die Verordnung Nr. 40/94 des Rates Ã¼ber die Gemeinschaftsmarke. DarÃ¼ber hinaus gilt das nationale Markengesetz.</p>
<p>Einen ergÃ¤nzenden Schutz gewÃ¤hrt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Danach kann das Anlehnen an den Ruf und das Ansehen eines fremden Kennzeichens gegen das Wettbewerbsrecht verstoÃŸen.</p>
<p><strong>Garantie 4.7.1</strong></p>
<p>Die Landeshauptstadt MÃ¼nchen garantiert hiermit, dass</p>
<ul>
<li>a) die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH (Bid Committee Munich 2018 GmbH), ermÃ¤chtigt ist, die Organisation und Koordination der Bewerbung fÃ¼r uns durchzufÃ¼hren und uns in Belangen der Bewerbung zu gemÃ¤ÃŸ den GesellschaftervertrÃ¤gen und Vereinbarungen zu vertreten;</li>
<li>b) die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH durch ihre GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Bernhard Schwank und JÃ¼rgen BÃ¼hl gesetzlich vertreten wird, wodurch diese ermÃ¤chtigt sind, rechtsgÃ¼ltig VertrÃ¤ge und andere Dokumente fÃ¼r die Bewerbungsgesellschaft zu schlieÃŸen. Die Vertretungsberechtigung und Berechtigung zum Abschluss von verbindlichen Dokumenten (wie etwa dem Host City-Vertrag) fÃ¼r die Stadt MÃ¼nchen obliegt dem OberbÃ¼rgermeister.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 5.3</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass alle akkreditierten Personen, die Ã¼ber einen gÃ¼ltigen Reisepass und eine Olympische Ausweis- und Akkreditierungskarte verfÃ¼gen, in die Bundesrepublik einreisen und ihre olympische oder paralympische Funktion fÃ¼r die Dauer der Spiele sowie je einen Monat vor und nach den Spielen ausÃ¼ben kÃ¶nnen, in Einklang mit dem &#8220;International Olympic Committee&#8217;s Accreditation and Entries at the Olympic Games &#8211; Users&#8217; Guide&#8221;. Sofern sie nicht zur visumfreien Einreise berechtigt sind, werden ihnen gebÃ¼hrenfreie Visa zur mehrfachen Einreise und zum Aufenthalt in die bzw. der Bundesrepublik erteilt.</p>
<p><strong>Garantie 5.4</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass andere Personen, die an der Organisation der Olympischen Spiele mitwirken und nicht im Besitz einer olympischen Akkreditierungskarte sind, auf der Grundlage entsprechender Nachweise im Rahmen der nationalen und bzw. europÃ¤ischen Aufenthaltsbestimmungen zÃ¼gig und gebÃ¼hrenfrei einen Aufenthaltstitel erhalten werden, der die Einreise, zum Aufenthalt und erforderlichenfalls zur ErwerbstÃ¤tigkeit in der Bundesrepublik berechtigt.</p>
<p>Schon jetzt benÃ¶tigt ein Teil der im 2018 Candidate Procedure and Questionnaire genannten Personengruppen, wie etwa AngehÃ¶rige der meisten EU-Staaten, keine Arbeitsgenehmigung.</p>
<p><strong>Garantie 5.7.1</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass fÃ¼r die Zwecke der DurchfÃ¼hrung der Spiele die vorÃ¼bergehende Einfuhr und anschlieÃŸende Wiederausfuhr und der Gebrauch der vom IOC, vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC), den internationalen SportverbÃ¤nden (IF), den Nationalen Olympischen Komitees und ihren Delegationen, den Medien, Sponsoren und Zulieferern eingefÃ¼hrten Waren inklusive VerbrauchsgÃ¼ter ohne Erhebung von ZÃ¶llen, Einfuhrumsatzsteuer oder sonstigen staatlichen Steuern und Abgaben gestattet wird.</p>
<p><strong>Garantie 6.7</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Freistaat Bayern, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass alle gemeldeten BaumaÃŸnahmen, die im Rahmen der Organisation der Spiele erforderlich sind, kommunalen, landesrechtlichen und bundesrechtlichen Umweltgesetzen und -Verordnungen ebenso entsprechen wie internationalen Vereinbarungen und Protokollen (soweit anwendbar), welche die Planung, Konstruktion und den Schutz der Umwelt betreffen.</p>
<p><strong>Garantie 7.1</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sportbund im Namen des zukÃ¼nftigen &#8220;Organising Committee of the Olympic Games&#8221; (OCOG) garantieren gemeinsam mit der Bundesrepublik Deutschland die Deckung jeglichen potentiellen Fehlbetrags des OCOG, einschlieÃŸlich eventueller RÃ¼ckerstattungen an das IOC solcher Vorausleistungen und BeitrÃ¤ge, die das IOC dem OCOG gegenÃ¼ber erbracht hat und die das IOC im Falle eines Schadens, wie etwa dem teilweisen oder vollstÃ¤ndigen Ausfall der Spiele, Dritten gegenÃ¼ber erstatten muss.</p>
<p><strong>Garantie 7.2</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass sie dem OCOG Dienstleistungen in Bezug auf Zoll und Einreise kostenlos zur VerfÃ¼gung stellt. Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass sie dem OCOG Dienstleistungen betreffend der Ã¶ffentlichen medizinischen Versorgung kostenlos zu VerfÃ¼gung stellen. Die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern garantieren, dass sie dem OCOG Dienstleistungen in Bezug auf die Sicherheit kostenlos zur VerfÃ¼gung stellen werden.</p>
<p><strong>Garantie 7.3</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland bestÃ¤tigt, dass aufgrund des in Deutschland herrschenden Prinzips der freien Marktwirtschaft kein System zur generellen Preiskontrolle besteht. Die bestehenden Zivil- und Strafgesetze der Bundesrepublik Deutschland ermÃ¶glichen jedoch ein Vorgehen gegen Wucher.</p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH bestÃ¤tigt, dass sie mit einer Vielzahl von Hotels im Raum der Austragungsorte OptionsvertrÃ¤ge geschlossen hat, worin feste Hotelpreise vereinbart wurden.</p>
<p><strong>Garantie 8.1</strong></p>
<p>&#8220;Joint Marketing Programme Agreement&#8221; &#8211; Vorlage wird zur VerfÃ¼gung gestellt.</p>
<p><strong>Garantie 8.2</strong></p>
<p>Das Nationale Paralympische Komitee (NPC), der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund &#8211; im Namen des zukÃ¼nftigen &#8220;Organising Committee of the Olympic Games&#8221; (OCOG)</p>
<ul>
<li>a) bestÃ¤tigen hiermit, dass das Paralympische geistige Eigentum innerhalb Deutschlands zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Dezember 2020 einheitlich durch das OCOG vermarktet wird. Zu diesem Zweck werden die Parteien bis zum 31. Juli 2012 ein &#8220;Paralympic Joint Marketing Programme Agreement&#8221; (PJMPA) abschlieÃŸen, welches den Anforderungen des IOC entspricht. Darin werden alle kommerziellen Rechte des NPC von dem OCOG fÃ¼r den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2020 wahrgenommen.</li>
<li>b) erkennen an, dass das PJMPA mit Genehmigung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) in Kraft treten soll.</li>
</ul>
<p>Das NPC verpflichtet sich weiter,</p>
<ul>
<li>a) in die NPC-Sponsoren-VertrÃ¤ge Klauseln aufzunehmen, dass diese VertrÃ¤ge am 31. Dezember 2012 enden und NPC-Sponsoren kein Recht haben, sich wirtschaftlich in irgendeiner Weise mit den Paralympics, dem OCOG, dem NPC (nach dem 31. Dezember 2012) oder den Paralympic Teams des NPC von 2014, 2016 und 2018 zu assoziieren; weiterhin haben sie weder ein Vorrecht aufÂ Verhandlungen (sog. &#8220;right of first discussion&#8221;) noch sonstige Vorzugsrechte in Verbindung mit den Paralympics, dem OCOG, dem NPC oder den Paralympic Teams des NPC von 2014, 2016 und 2018;</li>
<li>b) zu gewÃ¤hrleisten, dass die nationalen paralympischen SportverbÃ¤nde (sowohl der Sommer- als auch der Winterwettkampfdisziplinen, im Folgenden &#8220;NF&#8221;) mit dem OCOG zusammenzuarbeiten, um Gebiete zu identifizieren, in denen gemeinsame Marketing-Interessen bestehen und dass die NFs von jeglichen Ambush-Marketing-AktivitÃ¤ten Abstand nehmen bzw. ihre Sponsoren dazu veranlassen, jegliche Ambush-Marketing-AktivitÃ¤ten zu unterlassen, wie insbesondere die Entwicklung von Marketing-AktivitÃ¤ten, die in irgendeinem Zusammenhang mit den Spielen, der Stadt MÃ¼nchen, dem Jahr der Spiele oder Olympischer und Paralympischer Teams stehen.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 8.3.1</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Olympische Sport Bund garantieren, dass entsprechende Gesetze zur effektiven Reduktion und Sanktionierung von Ambush-Marketing (z. B. zur Verhinderung von unlauterem Wettbewerb durch Wettbewerber der Olympischen Sponsoren) bereits bestehen. Sofern nach dem Olympiaschutzgesetz, dem Markengesetz, der EG-Verordnung Nr. 40/94 Ã¼ber die Gemeinschaftsmarke oder dem Urheberrechtsgesetz geschÃ¼tzte Rechte verletzt werden, besteht Schutz aufgrund der entsprechenden gesetzlichen Regelungen. DarÃ¼ber hinaus gewÃ¤hrt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Schutz, wenn unlautere geschÃ¤ftliche Handlungen, wie etwa irrefÃ¼hrende Werbung oder Ausnutzung oder BeeintrÃ¤chtigung der WertschÃ¤tzung der Ware oder Dienstleistung eines Unternehmens, erfolgen. Die genannten Gesetze sehen insbesondere UnterlassungsansprÃ¼che, die schnell und effektiv im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes durchgesetzt werden kÃ¶nnen, sowie Schadensersatz-AnsprÃ¼che vor. Gegen unerwÃ¼nschte Werbung in den vom Veranstalter genutzten GebÃ¤uden und auf den vom Veranstalter genutzten GrundstÃ¼cke (insbesondere an den AustragungsstÃ¤tten) kann sich dieser durch AusÃ¼bung des ihm zustehenden Hausrechts schÃ¼tzen, wonach WerbemaÃŸnahmen von Nicht-Sponsoren auf dem GelÃ¤nde ausgeschlossen werden kÃ¶nnen.</p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen im Zeitraum von zwei Wochen vor der ErÃ¶ffnungszeremonie bis zur Schlusszeremonie der Spiele StraÃŸenverkÃ¤ufe und WerbeflÃ¤chen im Ã¶ffentlichen Raum (PlakatwÃ¤nde, Werbung in Ã¶ffentlichen Verkehrsmitteln) kontrolliert werden. Der Freistaat Bayern garantiert, dass der Luftraum Ã¼ber den Austragungsorten derart kontrolliert werden kann, dass die Verhinderung von VerÃ¶ffentlichungen im Luftraum sichergestellt ist.</p>
<p><strong>Garantie 8.3.2</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass wir mit allen EigentÃ¼mern verbindliche Vereinbarung zum Erwerb aller existierenden oder noch entstehenden AuÃŸenwerbeflÃ¤chen im Ã¶ffentlichen Raum in MÃ¼nchen und anderen operativen StÃ¤dten (z. B. Austragungsorte, Verkehrsknotenpunkte) zu den 2010 geltenden marktÃ¼blichen Konditionen abgeschlossen haben bzw. noch abschlieÃŸen werden.</p>
<p><strong>Garantie 8.3.3</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass wir mit allen EigentÃ¼mern verbindliche Vereinbarung zum Erwerb aller existierenden oder noch entstehenden WerbeflÃ¤chen in Ã¶ffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. Busse, U-Bahn und Tram) in MÃ¼nchen und anderen operativen StÃ¤dten (Austragungsorte, Verkehrsknotenpunkte) zu den 2010 geltenden marktÃ¼blichen Konditionen abgeschlossen haben.</p>
<p><strong>Garantie 8.3.4</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass sie mit den Betreibergesellschaften der FlughÃ¤fen MÃ¼nchen, Innsbruck und Salzburg verbindliche Vereinbarungen zur Kontrolle aller existierenden oder noch entstehenden WerbeflÃ¤chen (innen und auÃŸen) an den fÃ¼r die Spiele genutzten FlughÃ¤fen zu den 2010 geltenden marktÃ¼blichen Konditionen abgeschlossen hat.</p>
<p><strong>Garantie 8.4</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen , der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, als zukÃ¼nftige Gesellschafter des OCOG, die bedingungslose Teilnahme des OCOG am TOP-Programm (&#8220;The Olympic Partner Programme&#8221;) und anderen Marketing Programmen des IOC. Das TOP-Programm, das vom IOC durchgefÃ¼hrt wird, ist das einzige Sponsoring mit exklusiven Marketingrechten fÃ¼r sowohl die Sommer- als auch die Winterspiele.</p>
<p><strong>Garantie 9.7</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren die Finanzierung sÃ¤mtlicher BaumaÃŸnahmen fÃ¼r Wettkampf- und Nicht-WettkampfstÃ¤tten fÃ¼r die Austragung der Spiele.</p>
<p><strong>Garantie 9.8</strong></p>
<p><strong>(1)</strong> Als EigentÃ¼merin der Olympiapark MÃ¼nchen GmbH garantiert die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, als EigentÃ¼merin der fÃ¼r die Schneewettbewerbe vorgesehen GrundstÃ¼cke im Markt Garmisch-Partenkirchen garantiert der Markt Garmisch-Partenkirchen, als EigentÃ¼mer der Kunsteisbahn KÃ¶nigssee garantiert der Landkreis Berchtesgadener Land, als EigentÃ¼mer des fÃ¼r die Austragung der Biathlon- und Langlaufwettbewerbe benÃ¶tigten GrundstÃ¼cks und des fÃ¼r die temporÃ¤r zu errichtende Eisschnelllaufhalle benÃ¶tigten GrundstÃ¼cks garantiert der Freistaat Bayern, dass das OCOG</p>
<ul>
<li>exklusive Nutzungsrechte Ã¼ber die WettkampfstÃ¤tten fÃ¼r die Spiele erhÃ¤lt;</li>
<li>das Recht (und die Pflicht) erhÃ¤lt, um den Zugang der Delegationen der Nationalen Olympischen Komitees fÃ¼r Trainingszwecke und Kennenlernen der WettkampfstÃ¤tten zu erleichtern; und</li>
<li>alle Rechte hinsichtlich kommerzieller Rechte erhÃ¤lt (einschlieÃŸlich der Konditionen, wie sie im &#8220;Clean Venue Appendix&#8221; aufgefÃ¼hrt sind) fÃ¼r den Zeitraum wÃ¤hrend der Olympischen und Paralympischen Winterspiele sowie der Testevents.</li>
</ul>
<p>Die Garantiegeber verpflichten sich ferner, die Bedingungen der Olympischen Charta und des Host City-Vertrages wÃ¤hrend der Dauer des Miet-/Pachtvertrages mit dem OCOG einzuhalten.</p>
<p><strong>(2)</strong> Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die betroffenen Internationalen SportverbÃ¤nde schriftlich bestÃ¤tigt haben, dass die jeweilige WettkampfstÃ¤tte den spezifischen Anforderungen entspricht bzw. gemÃ¤ÃŸ den Planungen der Bewerbungsgesellschaft entsprechen wird.</p>
<p><strong>Garantie 9.9</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass alle Wettkampf- und Nicht-WettkampfstÃ¤tten, die im Ã¶ffentlichen Eigentum stehen, dem OCOG kostenfrei bzw. gegen eine vom IOC gebilligte Miete fÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der Spiele zur VerfÃ¼gung stehen.</p>
<p><strong>Garantie 10.5.4</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 bestÃ¤tigt, dass gemÃ¤ÃŸ Bid Book alle Venues fÃ¼r die Paralympischen Spiele bereits wÃ¤hrend der Olympischen Winterspiele genutzt werden und somit die Kontrolle der kommerziellen Rechte an diesen Venues durch Garantie 9.8 geklÃ¤rt sind.</p>
<p><strong>Garantie 10.9.2</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass nationale und internationale Richtlinien zur Barrierefreiheit in allen Planungs- und Bauphasen berÃ¼cksichtigt werden, insbesondere, aber nicht abschlieÃŸend,</p>
<ul>
<li>a) das Ãœbereinkommen der Vereinten Nationen Ã¼ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen und dessen Zusatzprotokoll; Ziel des auch von Deutschland ratifizierten Ãœbereinkommens ist es, die Rechte behinderter Menschen zu garantieren, zu schÃ¼tzen und zu fÃ¶rdern;</li>
<li>b) das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG), dessen Ziel es ist, jegliche Benachteiligungen behinderter Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewÃ¤hrleisten und ihnen eine selbstbestimmte LebensfÃ¼hrung zu ermÃ¶glichen;</li>
<li>c) das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), dessen Ziel es ist, jegliche Diskriminierung u. a. aufgrund von Behinderungen zu verhindern; und</li>
<li>d) das Bayerische Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung (BayBGG), wobei insbesondere die unter a), b) und c) aufgefÃ¼hrten Gesetze auch spezielle Vorschriften zur Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr enthalten; hiernach sind zivile Neubauten, Um- und Erweiterungsbauten sowie sonstige Anlagen, Ã¶ffentliche Wege, PlÃ¤tze und StraÃŸen sowie sonstige Ã¶ffentlich zugÃ¤ngliche Verkehrsanlagen und BefÃ¶rderungsmittel im Ã¶ffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 10.12.1</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass sÃ¤mtliche finanziellen Mittel fÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der Paralympischen Winterspiele 2018 gewÃ¤hrleistet werden.</p>
<p><strong>Garantie 11.2</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass die fÃ¼r die Errichtung der Olympischen DÃ¶rfer in MÃ¼nchen, Garmisch-Partenkirchen und der Athletenunterkunft in SchÃ¶nau a. KÃ¶nigssee im Landkreis Berchtesgadener Land (nachfolgend: Olympisches Dorf genannt) dem Stadtentwicklungs- bzw. Raumordnungsplan entsprechen und den Standards, um eine bauliche Genehmigung zu erhalten.</p>
<p><strong>Garantie 11.4</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen als zukÃ¼nftige EigentÃ¼merin des fÃ¼r das in MÃ¼nchen vorgesehene Olympische Dorf vorgesehenen GrundstÃ¼cks, der Markt Garmisch-Partenkirchen als zukÃ¼nftiger EigentÃ¼mer des fÃ¼r das in Garmisch-Partenkirchen vorgesehenen GrundstÃ¼cks, der Landkreis Berchtesgadener Land als Vertragspartner des EigentÃ¼mers der Athletenunterkunft in SchÃ¶nau a. KÃ¶nigssee, garantieren, dass das OCOG in die Planung hinsichtlich der Errichtung des Olympischen Dorfes einbezogen werden wird.</p>
<p><strong>Garantie 11.5</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass ausreichend finanzielle Mittel fÃ¼r die Errichtung des Olympischen Dorfes vorhanden sind bzw. von uns bereitgestellt werden, sofern bei der Errichtung des Olympischen Dorfes durch Private eine DeckungslÃ¼cke entstehen sollte. Die Angaben zu den Finanzierungsfragen und den BetrÃ¤gen entnehmen sie der Tabelle 11.5 im Bid Book.</p>
<p><strong>Garantie 11.7</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass sich auf den GrundstÃ¼cken fÃ¼r das geplante Olympische Dorf keine GebÃ¤ude befinden bzw. diese nicht fÃ¼r das Olympische Dorf genutzt werden mÃ¼ssen.</p>
<p><strong>Garantie 11.8</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land garantieren, dass das Olympische und Paralympische Dorf sÃ¤mtlichen nationalen und internationalen Standards zur Barrierefreiheit entspricht bzw. entsprechen wird, nÃ¤mlich insbesondere, aber nicht abschlieÃŸend,</p>
<ul>
<li>a) das Ãœbereinkommen der Vereinten Nationen Ã¼ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen und dessen Zusatzprotokoll; Ziel des auch von Deutschland ratifizierten Ãœbereinkommens ist es, die Rechte behinderter Menschen zu garantieren, zu schÃ¼tzen und zu fÃ¶rdern;</li>
<li>b) dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG), dessen Ziel es ist, jegliche Benachteiligungen behinderter Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu gewÃ¤hrleisten und ihnen eine selbstbestimmte LebensfÃ¼hrung zu ermÃ¶glichen;</li>
<li>c) dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), dessen Ziel es ist, jegliche Diskriminierung u. a. aufgrund von Behinderungen zu verhindern; und</li>
<li>d) dem Bayerischen Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung (BayBGG), wobei insbesondere die unter a) b) und c) aufgefÃ¼hrten Gesetze auch spezielle Vorschriften zur Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr enthalten; hiernach sind zivile Neubauten, Um- und Erweiterungsbauten sowie sonstige Anlagen, Ã¶ffentliche Wege, PlÃ¤tze und StraÃŸen sowie sonstige Ã¶ffentlich zugÃ¤ngliche Verkehrsanlagen und BefÃ¶rderungsmittel im Ã¶ffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 11.10</strong></p>
<p>Wir, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen und der&#8217; Markt Garmisch-Partenkirchen als zukÃ¼nftige EigentÃ¼mer und der Landkreis Berchtesgadener Land als Vertragspartner des EigentÃ¼mers garantieren, dass die jeweiligen EigentÃ¼mer alle kommerziellen Rechte (einschlieÃŸlich der im &#8220;Clean Venue Appendix&#8221; enthaltenen Konditionen) an den Teilen des Olympischen Dorfes, die unter ihrer VerfÃ¼gungsbefugnis stehen, dem OCOG fÃ¼r den Zeitraum, in dem das OCOG Kontrolle Ã¼ber die WettkampfstÃ¤tten ausÃ¼bt, Ã¼berlassen.</p>
<p><strong>Garantie 11.18.1</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land, und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, als zukÃ¼nftige Gesellschafter des OCOG, dass das OCOG</p>
<ul>
<li>a) die Reisekosten fÃ¼r alle Delegationen der NOCs und der NPCs, die an den Spielen als qualifizierte und akkreditierte Athleten teilnehmen oder akkreditierte Personen sind, die nach Regel 39 der Olympischen Charta berechtigt sind, im Olympischen Dorf zu wohnen, erstatten wird. Diese ReisekostenÃ¼bernahme berechnet sich auf der Grundlage eines Economy Class-Fluges von der Hauptstadt oder eines anderen, vom jeweiligen NOC identifizierten Haupt-Flughafens des Heimatlandes zu dem internationalen Flughafen der Gastgeberstadt MÃ¼nchen;</li>
<li>b) vom IOC gesetzte Verfahren und Fristen befolgen wird; und</li>
<li>c) gewÃ¤hrleisten wird, dass &#8211; im Einklang mit der IOC-IPC-Vereinbarung &#8211; die Reisebedingungen fÃ¼r Athleten und Team-Mitglieder der Paralympischen Winterspiele 2018 die gleichen sein werden wie fÃ¼r die Olympischen Winterspiele.</li>
</ul>
<p><strong>Garantie 12.14</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren, dass der Welt-Anti-Doping-Code und die Anti-Doping-Regeln des IOC, die im Jahr 2018 gelten werden, uneingeschrÃ¤nkt auf die Spiele angewendet werden.</p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Olympische Sport Bund, garantieren unsere volle Kooperation und UnterstÃ¼tzung betreffend der Umsetzung der IOC Anti-Doping-Regeln wÃ¤hrend der Olympischen Winterspiele, insbesondere in Bezug auf Untersuchungen und Verfahren betreffend der Athletenbetreuer oder jede andere Person, die in den illegalen Handel involviert ist oder die in sonst einer strafbaren Weise in Bezug auf die Verwendung von verbotenen Substanzen oder verbotenen Methoden UnterstÃ¼tzung leistet.</p>
<p><strong>Garantie 13.15/13.16</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren die sichere und friedliche Ausrichtung der Spiele. Wir werden alle betroffenen Stellen nachhaltig unterstÃ¼tzen, damit bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2018 fÃ¼r die Delegationen der Nationalen Olympischen Komitees und der Nationalen Paralympischen Komitees, fÃ¼r die Delegationen des IOC und IPC und fÃ¼r alle Zuschauer und Medienvertreter ein grÃ¶ÃŸtmÃ¶glicher Sicherheitsstandard geschaffen wird. Die finanzielle, planerische und organisatorische Verantwortung obliegt dem Freistaat Bayern als einsatzfÃ¼hrendem Land. Die oberste zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ist das Bayerische Staatsministerium des Innern.</p>
<p><strong>Garantie 14.2</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die im Bewerbungsdokument dargestellten GesamtunterbringungskapazitÃ¤ten mittels Optionsvertrag von dem jeweiligen HoteleigentÃ¼mer/-Betreiber zugesichert worden sind und fÃ¼r die Spiele zur VerfÃ¼gung stehen. Die GesamtunterbringungskapazitÃ¤ten wurden ebenfalls durch das &#8220;National Tourist Board&#8221; bestÃ¤tigt.</p>
<p><strong>Garantie 14.7.1</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in den beigefÃ¼gten Tabellen angefÃ¼hrten Hotels und MedienunterkÃ¼nfte zu den entsprechend angefÃ¼hrten Preisen verfÃ¼gbar sind.Â Dies wurde mittels Optionsvertrag von den HoteleigentÃ¼mern/-Betreibern bestÃ¤tigt (OptionsvertrÃ¤ge siehe Anlage).</p>
<p><strong>Garantie 14.7.2</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in der beigefÃ¼gten Liste angefÃ¼hrten GebÃ¤ude zu Unterbringungszwecken zur VerfÃ¼gung stehen.</p>
<p><strong>Garantie 14.7.3</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in der beigefÃ¼gten Liste angefÃ¼hrten Hotels nach Angaben der EigentÃ¼mer und Betreiber in Planung sind. Entsprechende Genehmigungen, ZeitplÃ¤ne, die Finanzierung und die Betreiber lassen sich ebenfalls der Anlage entnehmen.</p>
<p><strong>Garantie 15.3</strong></p>
<p>Die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH garantiert, dass die in der beigefÃ¼gten Tabelle angefÃ¼hrten KapazitÃ¤ten am Flughafen MÃ¼nchen, Innsbruck und Salzburg durch die Betreibergesellschaften der FlughÃ¤fen schriftlich bestÃ¤tigt wurden (siehe Anlage) und internationalen Standards entsprechen. Der in den Bewerbungsunterlagen dargestellte Standard wird bis und einschlieÃŸlich zum Jahr 2018 aufrecht erhalten.</p>
<p><strong>Garantie 15.6</strong></p>
<p>Wir, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren, dass die in der beigefÃ¼gten Tabelle angefÃ¼hrten VerkehrsinfrastrukturmaÃŸnahmen geplant sind. Weiterhin garantieren wir, dass die fÃ¼r diese InfrastrukturmaÃŸnahmen erforderlichen Genehmigungen angeben werden und die Finanzierung gesichert ist. ZeitplÃ¤ne und verantwortliche BehÃ¶rden lassen sich ebenfalls der Anlage entnehmen.</p>
<p><strong>Garantie 15.11</strong></p>
<p>Eine Erweiterung des Fuhrparks von Ã¶ffentlichen Personennah- und Regionalverkehrsmitteln ist nicht erforderlich und somit nicht geplant.</p>
<p><strong>Garantie 15.19</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land, garantieren, dass sog. Olympic Lanes fÃ¼r den Zeitraum der Spiele bzw. einen angemessenen Zeitraum vor und nach den Spielen zur VerfÃ¼gung stehen. Diese PlÃ¤ne sind im Bewerbungsdokument zu den Spielen nÃ¤her spezifiziert.</p>
<p><strong>Garantie 15.22</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land garantieren die Umsetzung eines olympischen Verkehrsmanagementsystems. Die stÃ¤dtische und regionale Transport- und Verkehrsleitung steht wÃ¤hrend der Spiele unter Leitung und Kontrolle des Freistaats Bayern.</p>
<p><strong>Garantie 16.8</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass die erforderlichen Funkfrequenzen fÃ¼r die Ãœbertragung der Spiele bereitgestellt, verwaltet und kontrolliert werden.</p>
<p><strong>Garantie 16.9</strong></p>
<p>Die Bundesrepublik Deutschland garantiert, dass die Kosten fÃ¼r die Bereitstellung der erforderlichen Funkfrequenzen fÃ¼r die Ãœbertragung der Spiele den Athleten, dem IOC, den NOCs, dem OCOG, den Internationalen SportverbÃ¤nden, den Medien, den Rundfunksendern und den Olympischen Partnern fÃ¼r den Zeitraum eines Monats vor der ErÃ¶ffnungszeremonie der Spiele bis eine Woche nach Ende der Schlussfeier der Paralympischen Winterspiele 2018 von ihr Ã¼bernommen werden.</p>
<p><strong>Garantie 17.1</strong></p>
<p>Wir, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt MÃ¼nchen, der Markt Garmisch-Partenkirchen, der Landkreis Berchtesgadener Land und der Deutsche Olympische Sport Bund garantieren im Namen des zukÃ¼nftigen OCOG, dass mit dem erforderlichen Zeitvorlauf von mindestens 9 Monaten vor Beginn der Spiele ein auf hÃ¶chstem Ausstattungsniveau stehendes Internationales Radio- und Fernsehzentrum (International Broadcasting Centre, IBC) eingerichtet wird, das allen technischen Anforderungen des 2018 Candidature Procedure and Questionnaire gerecht wird. Eine entsprechende schriftliche Zusage der Messe MÃ¼nchen GmbH (eine Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt MÃ¼nchen) als Betreiber des in den Bewerbungsunterlagen dargestellten GelÃ¤ndes/Hallen liegt vor.</p></blockquote>
<p>Unterschreiben Sie hier:</p>
<blockquote><p>Berlin, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>FÃ¼r die Regierung der Bundesrepublik Deutschland<br />
<strong>Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r die Regierung des Freistaates Bayern<br />
<strong>Horst Seehofer, MinisterprÃ¤sident</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r die Landeshauptstadt MÃ¼nchen<br />
<strong>Christian Ude, OberbÃ¼rgermeister</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r den Markt Garmisch-Partenkirchen<br />
<strong>Thomas Schmid, Erster BÃ¼rgermeister</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r den Landkreis Berchtesgadener Land<br />
<strong>Georg Grabner, Landrat</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r den Deutschen Olympischen Sportbund<br />
<strong>Dr. Thomas Bach, PrÃ¤sident</strong></p>
<p>MÃ¼nchen, &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>FÃ¼r die Bewerbungsgesellschaft MÃ¼nchen 2018 GmbH<br />
<strong>Bernhard Schwank, Vorsitzender der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrung</strong></p></blockquote>
<p><a href="http://flattr.com/thing/69690/Vertraulich-alle-Burgschaften-und-Garantien-die-deutsche-Volksvertreter-dem-IOC-fur-Munchen-2018-g" target="_blank"><br />
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		<title>HÃ¶her, schlauer, jÃ¼nger?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Kann man natÃ¼rlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel bÃ¶ser, viel schÃ¶nfÃ¤rberischer und Ã¼berhaupt. Aber so ist mein kleines FragestÃ¼ck zu den Jugendspielen, an dem ich mit SpaÃŸ hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten): : Zu Wort kommen:Â Britta Steffen,Â Kathrin Boron,Â Gudrun Doll-Tepper,Â Jacques Rogge,Â Thomas Bach,Â Joseph Blatter,Â Helmut Digel,Â Eike Emrich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Kann man natÃ¼rlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel bÃ¶ser, viel schÃ¶nfÃ¤rberischer und Ã¼berhaupt. Aber so ist mein kleines FragestÃ¼ck zu den Jugendspielen, an dem ich mit SpaÃŸ hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten):</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_2330_8ac6b877.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu Wort kommen:Â Britta Steffen,Â Kathrin Boron,Â Gudrun Doll-Tepper,Â Jacques Rogge,Â Thomas Bach,Â Joseph Blatter,Â Helmut Digel,Â Eike Emrich und Ulf Tippelt.</p>
<p>Ich habe noch jede Menge O-TÃ¶ne, passendere, bessere, kÃ¼rzere, lÃ¤ngere, und habe ja auch mit einigen Sportlern gesprochen. So ist das nun mal. Im TagesgeschÃ¤ft Journalismus gibt es Andruck- und Sendezeiten und damit einen Redaktionsschluss. Manches, wie die Pound-Passage, habe ich schon vorher produziert, es passt dennoch gut rein.Â Die Youth Olympic Games dauern ja noch ein Weilchen, ich hole noch einiges nach, vielleicht bastle ich aus diesem Beitrag hier noch einen lÃ¤ngeren, ergÃ¤nzenden.</p>
<p>Wer nicht hÃ¶ren mag (oben den Player anklicken), der mag vielleicht lesen, einiges habe ich natÃ¼rlich schon angefÃ¼gt und ergÃ¤nzt:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Der Herzschlag der Jugendspiele. Damit begannen viele Videos, die fÃ¼r die ersten Youth Olympic Games produziert wurden. In Spots auf Youtube und anderen WerbemaÃŸnahmen war auch stets von der DNA der Jugendspiele die Rede. â€žTrÃ¤gst Du die DNA der Jugendspiele in Dir?â€œ wird da gefragt.</p>
<p>YOG-DNA? Wie Michael Phelps?</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Und schon beginnt das Problem.</p>
<p>Denn was ist die DNA der Olympischen Jugendspiele? HeiÃŸt das: HÃ¶chstleistung wie bei den richtigen Olympischen Spielen?</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>&#8230; so wie es Usain Bolt sagt. Der Fabel-Weltrekordler, der schnellste Mann der Welt, um den sich viele GerÃ¼chte ranken. Der als Botschafter avisiert war fÃ¼r Singapur, aber nun doch nicht kommt.</p>
<p>Oder zÃ¤hlen tatsÃ¤chlich Bildung und Kultur zur DNA der Spiele?</p>
<p>Selbst Bolt spricht Ã¼brigens von Bildung â€“ das ist mittlerweile die offizielle Lesart des Internationalen Olympischen Komitees.</p>
<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge betrachtet sich als Vater der Jugendspiele. Auch wenn er noch in eine juristische Auseinandersetzung mit dem Ã–sterreicher Johann Rosenzopf verwickelt ist, der sagt, er habe Ende der neunziger Jahre ein Konzept von olympischen Jugendspielen an den damaligen IOC-PrÃ¤sidenten Samaranch geschickt. Er wirft dem IOC Plagiat vor. Rogge kann dagegen vorbringen, dass er schon vor knapp zwanzig Jahren als Chef der Vereinigung der europÃ¤ischen olympischen Komitees ein kontinentales olympisches Jugendfestival begrÃ¼ndet hat.</p>
<p>Fakt ist: Als IOC-PrÃ¤sident setzte Rogge im FrÃ¼hjahr 2007 in Windeseile die Olympischen Jugendspiele durch. Das IOC folgte fast kollektiv seinem Vorschlag. Drei Jahre spÃ¤ter, kurz vor der Premiere, erklÃ¤rte der 68 Jahre alte Belgier, er sei aufgeregt wie einst vor dem KreiÃŸsaal. Rogge hat zwei erwachsene Kinder und Enkel.</p>
<blockquote><p>â€žGrundsÃ¤tzlich ging es uns bei den Jugendspielen darum, dass wir die Notwendigkeit fÃ¼r Bildung und AufklÃ¤rung gesehen haben â€“ in einem Alter, wo die jungen Sportler noch empfÃ¤nglich sind.Â Wir wollen ihnen Kenntnisse und Fertigkeiten fÃ¼r ihr Leben vermitteln. Nicht nur im Sport, auch auÃŸerhalb des Sports in ihrem ganz normalen Leben, ihren sozialen Beziehungen. Deshalb investieren wir in den Ausbildungsbereich, das ist etwas Neues in der Olympischen Bewegung.</p>
<p>Wir betreiben Doping-AufklÃ¤rung, es geht um gesunde ErnÃ¤hrung, Gesundheitsvorsorge, Krankheitsvorsorge, Umweltschutz â€“ und natÃ¼rlich geht es um die olympischen Werte wie Respekt, Fairplay und die Einhaltung der Regeln.Â Sie bekommen jede Menge MÃ¶glichkeiten. Es geht darum, ihnen so viel wie mÃ¶glich fÃ¼r die Zeit nach der Sportkarriere mitzugeben.</p>
<p>Das wollen wir tun. Und wir glauben, dass wir moralisch dafÃ¼r verantwortlich sind. Wir mÃ¼ssen das tun. Die Olympische Bewegung kann sich nicht nur darauf beschrÃ¤nken, nur Sportereignisse zu organisieren. Wir glauben, dass Sport Bildung ist. Bildung sollten wir den jungen Menschen gerade in dieser Phase angedeihen lassen.â€œ</p>
<p><em>(flÃ¼chtig-schnell Ã¼bersetzt)</em></p></blockquote>
<p>Es ist interessant, wenn Rogge plÃ¶tzlich davon spricht, das IOC sei fÃ¼r Bildung und Erziehung verantwortlich. FÃ¼r Ethik und Fairplay. Ausgerechnet das IOC und sein System des olympischen Hochleistungssports, das bestÃ¤ndig fÃ¼r negative Schlagzeilen sorgt, um nur die Themenfelder Doping und Korruption zu nennen.</p>
<p>Man kann Rogges Ansatz als anmaÃŸend empfinden. Zumal das IOC in den vergangenen Jahren in kritischen Situationen â€“ ob in der Menschenrechtsfrage bei den Olympischen Spielen in Peking oder beim Dopingproblem â€“ stets darauf bestanden hat, nur fÃ¼r die jeweils sechzehn Tage (plus ErÃ¶ffnungsfeier) wÃ¤hrenden Olympischen Spiele in der Verantwortung zu stehen. Und eben nur fÃ¼r den Sport zustÃ¤ndig zu sein.</p>
<p>Rogge wird sich also selbst untreu. Andererseits: Sein Ansatz mit den Jugendspielen ist, wenn man es wohlwollend betrachtet, eine Art RÃ¼ckbesinnung auf den IOC-GrÃ¼nder Pierre de Coubertin. ZurÃ¼ck zu den Wurzeln.</p>
<p>Es fÃ¤llt auf, dass in den Tagen von Singapur viele IOC-Mitglieder so argumentieren. Als hÃ¤tten sie ein Skript auswendig gelernt. Und tatsÃ¤chlich gibt die IOC-Administration ja regelmÃ¤ÃŸig Argumentationshilfen fÃ¼r die Mitglieder auf. Das war vor zwei Jahren kurz vor den Spielen in Peking so, als sich die Antworten zur Frage der Menschenrechte doch sehr Ã¤hnelten. Und das ist jetzt nicht anders.</p>
<p>Joseph Blatter, PrÃ¤sident des FuÃŸball-Weltverbandes FIFA, <a title="Notizen von den Jugendspielen " href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/13/notizen-von-den-jugendspielen/" target="_self">predigt ebenfalls die Verse</a> des Jacques Rogge.</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese Jugendspiele sind sehr wichtig. Weil sie sind eben unter der Bezeichnung respect, education, bringing people together, also sozial-kulturelles Zusammenkommen. Und darum ist es auch fÃ¼r die FIFA sehr wichtig, dass wir hier sind, dass wir nicht mit den groÃŸen Mannschaften oder mit den groÃŸen Namen der Mannschaften gekommen sind, sondern dass wir die MÃ¶glichkeit geben auch den kleinen VerbÃ¤nden, dabei zu sein, und dass sie sich mischen mit der Jugend der Welt.</p>
<p>Das war ja auch der eigentliche olympische Gedanke von Pierre de Coubertin: Bringt die Jugend zusammen und lasst sie miteinander sprechen. Lasst sie spielen, aber nicht wichtig ist das Siegen, sondern wichtig ist das Mitmachen und Sich-Kennenlernen. Und das ist jetzt fÃ¼r die Jugend die Olympischen Spiele. Und darum haben wir auch beschlossen: Wir wollen diese bringen, die sonst nicht dabei sein kÃ¶nnen. Also fÃ¼r uns ist es sehr wichtig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Postulate sind das eine â€“ man kann sie in Singapur an der Wirklichkeit messen. Oder hier verfolgen:</p>
<ul>
<li>Die offizielle WebseiteÂ <a title="Singapore 2010" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en.html" target="_blank">Singapore 2010</a></li>
<li>DieÂ <a title="Olympic.org" href="http://www.olympic.org/" target="_blank">IOC-Webseite</a> zum Thema</li>
<li>DieÂ <a title="ebook DOSB Singapur 2010" href="http://ebook-singapur.dosb.de/" target="_blank">MannschaftsbroschÃ¼re</a> des DOSB und dessenÂ <a title="DOSB, Singapur 2010" href="http://www.dosb.de/de/olympia/olympische-jugendspiele/" target="_blank">Singapur-Schwerpunkt</a></li>
<li>Der Youtube-KanalÂ <a title="Youtube Singapore 2010" href="http://www.youtube.com/user/singapore2010" target="_blank">Singapore 2010</a></li>
</ul>
<p><a title="Frischzellenkur fÃ¼r das Olympia-Business" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/11/frischzellenkur-fur-das-olympia-business/" target="_self">Die Spiele laufen</a>, sie wurden von StaatsprÃ¤sident Sellapan Ramanathan erÃ¶ffnet.Â Ein Video dazu kann natÃ¼rlich nicht mehr eingebettet werden, jedenfalls nicht die offizielle Zusammenfassung der ErÃ¶ffnungsfeier. Denn die ist rechtlich geschÃ¼tzt.</p>
<ul>
<li><a title="YOG News Access Rules" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/YOG-News-Access-Rules-Singapore-2010.pdf" target="_blank">News Access Rules &#8211; Singapore 2010</a></li>
<li>Weil es zuletzt inÂ <a title="tag Blogging-Guidelines, Internet bei Olympia ... " href="http://www.jensweinreich.de/category/blogging-guidelines/" target="_self">Peking und Vancouver</a> immer mal diskutiert wurde und mitunter fÃ¼r Verwirrung gesorgt hat:Â <a title="IOC Social Media Blogging and Internet Guidelines for YOG" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/IOC-Social-Media-Blogging-and-Internet-Guidelines-for-YOG-clean.pdf" target="_blank">IOC Social Media, Blogging and Internet Guidelines for persons accredited at the Youth Olympic Games</a></li>
</ul>
<p>Es gab eine groÃŸe Show in einem schwimmenden Stadion in traumhafter AtmosphÃ¤re, viel Pyrotechnik, ein Medley populÃ¤ren Liedguts aus mehreren Jahrzehnten. Kinder tanzten und lachten.</p>
<p>Die Macht der Bilder. So wirkt Olympia. Auch Rogge ist ein VerfÃ¼hrer. Man kann ihm vieles nachsagen, aber eines gewiss nicht: NaivitÃ¤t.</p>
<p>Irgendwann wurde ein Ã¼berdimensioniertes MÃ¤rchenbuch hereingefahren, dem ein junger Boxer entsprang, der gegen den Teufel ankÃ¤mpfte, mutig und fleiÃŸig blieb â€“ und schlieÃŸlich das BÃ¶se besiegte. StÃ¤ndig flimmerten Mangas Ã¼ber die GroÃŸbildschirme â€“ Bilder von Umweltkatastrophen, Kriegen und der ZerstÃ¶rung des Regenwaldes.</p>
<p>Gemeinsam lÃ¤sst sich eine bessere Welt erschaffen â€“ das ist die Botschaft. Garniert mit den olympischen Insignien. Den Ringen, der Fahne, der Hymne â€“ und dem olympischen Feuer, das bis zum 26. August in der Marina Bay brennt. Das â€žheilige Feuerâ€œ, wie die Kommentatorin auf dem IOC-Kanal formulierte.</p>
<blockquote><p>â€œSo the sacred flame from Olympia burns in the night-sky. A guiding light of inspiration for the next 12 days.â€œ</p></blockquote>
<p>Die olympische Marke, das olympische Portfolio wurde mit diesen Jugendspielen erweitert. DarÃ¼ber haben sich auf dem RÃ¼ckweg ins noble Ritz-Carlton-Hotel tatsÃ¤chlich einige Olympier unterhalten.</p>
<p>Darum geht es zunÃ¤chst einmal. Um die Marke. The Brand. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.</p>
<p>Es ist ein 300 Millionen Euro teueres Experiment &#8211; mit 3.600 Kindern und Jugendlichen aus aller Welt.</p>
<p>Jacques Rogge sagt:</p>
<blockquote><p>â€œIch hoffe, dass der Erziehungspart dieser Olympischen Spiele leichter wird als die Erziehung meiner eigenen Kinder.Â Aber er sei Optimist und glaube an das Konzept, das von allen AktionÃ¤ren Olympias entwickelt worden sei. Dazu zÃ¤hlen die 205 Nationalen Olympischen Komitees und die derzeit 26 olympischen SommersportverbÃ¤nde. Man habe sich alle MÃ¼he gegeben, sei sensitiv vorgegangen, werde aber sicher Fehler machen, schlieÃŸlich wÃ¼rden auch bei den groÃŸen Olympischen Spielen nach mehr als 110 Jahren noch Fehler gemacht.Â Doch der Geist seines, des olympischen Hauses sei: Aus Fehlern lernen und sich stets verbessern.â€œ</p>
<p><em>(flÃ¼chtig-schnell Ã¼bersetzt)</em></p></blockquote>
<p>Auch zwei deutsche Sportwissenschaftler haben in der Vorbereitung der Jugendspiele entscheidend mitgewirkt, in Arbeitsgruppen des IOC und der Organisatoren in Singapur: Gudrun Doll-Tepper aus Berlin und Helmut Digel aus TÃ¼bingen.Â Gudrun Doll-Tepper war lange Jahre PrÃ¤sidentin des <a title="ICSSPE" href="http://www.icsspe.org/" target="_blank">Weltrates fÃ¼r Sportwissenschaft</a> und ist seit 2006 VizeprÃ¤sidentin des Deutschen Sportbundes (DOSB). Sie sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es geht nicht nur um den Sport allein, sondern es geht um den Sport in Verbindung mit etwas. Gesundheit. Bildung und so weiter. Und das denke ich, das ist sozusagen eine MÃ¶glichkeit, die da jetzt beschritten wird, da wird man sehen, ob das so funktioniert. Aber ich glaube, dass das zumindest den Versuch lohnt. Und ob man da jetzt in die letzten Ecken der Welt damit kommt, das wird man sehen. Aber die moderne Kommunikation, muss ich auch sagen, das beeindruckt mich schon sehr. Also die jungen Leute sind hier mÃ¤chtig in Verbindung, digital concierge und was es hier alles gibt. Das scheint die auch alle anzusprechen. Ich habe gestern mir noch einmal die RÃ¤ume angesehen, wo jungen Leuten, die nicht vertraut sind mit solchen Technologien, wo die da EinfÃ¼hrungen bekommen. Das finde ich toll. Das finde ich einfach etwas, wo Ã¼ber den Sport hinaus etwas transportiert wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>IOC-PrÃ¤sident Rogge hat behauptet, er sei gegen einige olympischen Insignien bei den Jugendspielen gewesen. Doch gegen die Mehrheit im IOC habe er sich nicht durchsetzen kÃ¶nnen. â€žIch habe die groÃŸe Schlacht gewonnenâ€œ, hat Rogge gesagt, â€ždie Jugendspiele wurden eingefÃ¼hrt. Aber ich habe auf dem Weg nach Singapur viele kleine Gefechte verloren. Ich wollte keine Flaggen, Hymnen und Podien. Doch die Ã¼berwÃ¤ltigende Mehrheit der IOC-Mitglieder hat gesagt: Nein, nein, nein, es soll alles wie bei den traditionellen Spielen sein!â€œ</p>
<p>Nun gibt es Stimmen im IOC, die das Ganze etwas anders darstellen, was wenig schmeichelhaft fÃ¼r Rogge ist. Doch ganz davon abgesehen, ob er ein die Wahrheit beugt, bleibt doch der grundsÃ¤tzliche Konflikt: Es geht um Medaillen in Singapur â€“ und um Erziehung. In diesem Widerspruch bewegen sich die Jugendspiele.</p>
<blockquote><p>&#8220;Nee, ich sehe darin erstmal keinen Widerspruch, weil ich glaube, dass wir alle letzten Endes auch von Kompromissen leben. Manche Dinge mÃ¶chte man halt durchsetzen, und wenn man sie durchsetzt, wird man als autoritÃ¤r bezeichnet. Setzt man sie nicht durch, dann wird man als schwach bezeichnet. Das ist mir sehr vertraut. Ich glaube, dass das durchaus in Ordnung ist, dass man auch so etwas wie eine Premiere durchaus kritisch analysiert und dann seine Auswertung macht. Das werden sicher die Journalisten tun, aber das werden auch diejenigen tun, die wie ich hier jetzt unterwegs sind und mehr aus einer, ich sage jetzt mal pÃ¤dagogischen oder wissenschaftlichen Perspektive darauf schauen. Also ich bin hier jetzt nicht von irgendjemandem zum Beispiel eingekauft oder Ã¤hnliches, sondern es ist mir wirklich auch ein Anliegen, da rauszufinden, was funktioniert oder was funktioniert nicht, und warum ist das so. Und wie kann man daraus irgendwie seine Lehren ziehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Helmut Digel, langjÃ¤hriger VizeprÃ¤sident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und einst einer der Vordenker des deutschen Sports, versucht sich an der Antwort auf eine simple Frage:</p>
<p>Warum braucht die Welt Olympische Jugendspiele?</p>
<blockquote><p>â€œAlso wenn man Jacques Rogge fragt, ich glaube, er hat hier auf diese Frage eine ganz klare Antwort. Er sieht zwei groÃŸe Probleme. Das eine Problem das hat der Sport selbst. NÃ¤mlich dass er mit seinen Werten nicht mehr richtig umzugehen weiÃŸ, die er selbst propagiert. Und im Zentrum steht dabei der Dopingbetrug. Aber auch Korruption und die ausufernde Kommerzialisierung sind Probleme des Erwachsenensport, die zumindest den Erwachsenensport unter pÃ¤dagogischen Gesichtspunkten entschieden infrage stellen. Und er sieht die Gefahr, dass Eltern die Frage aufwerfen: Kann man seine Kinder in diesen Sport schicken, wenn er als Erwachsenensport diese Deformationen aufweist. Und deswegen glaubt er, dass er fÃ¼r dieses Problem selbst ein Zeichen setzen muss.</p>
<p>Das zweite Problem, das ist nicht weniger gravierend. Das ist ein gesellschaftliches Problem aller fortgeschrittenen Industriegesellschaften. Diese Kinder, die heute aufwachsen, sind einer Konsumwelt ausgesetzt, die dazu fÃ¼hrt, dass sie sich kaum noch bewegen. Er als Arzt sieht Adipositas als ein Problem, das zu bekÃ¤mpfen ist. Und er glaubt, dass der Sport dabei einen wichtigen Beitrag erbringen kÃ¶nnte. Und deswegen mÃ¶chte er mit diesen Olympischen Spielen gleichsam einen Erziehungsprozess in Gang setzen. Ich habe diesbezÃ¼glich meine Zweifel, denn Erziehung ist ein sehr schwieriges GeschÃ¤ft, und man kann nicht mit GroÃŸveranstaltungen Kinder erziehen. Eltern haben schon Probleme, Schulen haben schon Probleme, wenn sie heute Kinder und Jugendliche bilden wollen.â€œ</p></blockquote>
<p>Anderen Branchendenkern, wie etwa Eike Emrich, einst VizeprÃ¤sident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), fÃ¤llt es schwer, derlei GedankengÃ¤nge nachzuvollziehen. Auf seine Initiative hin hat der DLV vor drei Jahren, unmittelbar nach der Entscheidung des IOC fÃ¼r die Jugendspiele, <a title="German road races" href="http://www.germanroadraces.de/224-0-2452-dlv-denkt-ueber-boykott-nach-jugendspiele.html" target="_blank">einen Boykott angekÃ¼ndigt</a>.</p>
<p>Emrich erinnert sich:</p>
<blockquote><p>â€œAlso die vornehmlichen GrÃ¼nde fÃ¼r den DLV waren, dass wir befÃ¼rchtet haben, dass sich das sportliche WettrÃ¼sten in immer frÃ¼here Altersbereiche vorverlagert und dass es kÃ¼nftig, auch wenn es von der olympischen Idee erzÃ¤hlt, faktisch um Medaillen, Nationenvergleiche, Rekordergebnisse und Wettbewerbe unter Kindern und Jugendlichen geht. Und dass einige Nationen die Gelegenheit nutzen werden und in der Folge immer mehr eine Art kleine Olympische Spiele zu machen, in der sich alles sportliches Handeln an der Steigerung von Leistung ausrichtet.â€œ</p></blockquote>
<p>Ã„hnlich dachten zwei deutsche olympische Stars, als sie zum ersten Mal von den Jugendspielen gehÃ¶rt haben. Die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;Als ich noch nichts darÃ¼ber wusste, dachte ich: Oh Gott, jetzt fangen die auch noch damit an. Jetzt werden die jungen Leute verheizt. Hauptsache zu den Olympischen Spielen fahren! Da ist Ã¼berhaupt kein langfristiger Leistungsaufbau mehr denkbar. Da war ich total negativ eingestellt.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#8230;Â und die viermalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron:</p>
<blockquote><p>â€œVor den richtigen Olympischen Spielen heiÃŸt es immer, wir wollen dort Deutschland vertreten und die Zeit auch genieÃŸen. Aber letzten Endes gucken doch alle auf den Medaillenspiegel. Und der Athlet ist derjenige, der zwischen Baum und Borke steht. Wenn es sich dann hinstellt und sagt: Ich will doch hier nur dabei sein, ist es auch nicht die richtige Aussage. Wobei man bei den Jugendspielen das Drumherum bedenken muss. Und da wird ja auch sehr viel gemacht fÃ¼r die Athleten.&#8221;</p></blockquote>
<p>DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach hat in Singapur die Losung ausgegeben, die Nationenwertung sei uninteressant.</p>
<blockquote><p>&#8220;Beides ist gleich wichtig. Die sportliche Leistung, das ist das, was die Athleten auch bringen wollen. Aber genauso wichtig sind die inhaltlichen Fragen, sind, dass sie dort sich international verstÃ¤ndigen, dass sie Freundschaften schlieÃŸen, dass sie fremde Kulturen kennenlernen, dass sie andere Sportarten kennenlernen. Sie wollen beides. Und das ist, glaube ich, eine gesunde Mischung. Medaillenspiegel? Der interessiert uns wirklich nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Andererseits: Der DOSB hat Ulf Tippelt zum Chef de Mission gemacht. Und der Sachse ist keinesfalls Bildungs-Referent beim DOSB, sondern Leistungssportdirektor. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Spannende liegt darin, dass halt wirklich die besten Sportler, die wir in Deutschland in den Sportarten haben, hier am Start sind, andererseits aber dieser Wettkampf in der Regel nicht der JahreshÃ¶hepunkt gewesen ist. Das sind in der Regel die Junioren-Weltmeisterschaften oder die Junioren-Europameisterschaften gewesen. Andererseits die Athleten hier aber ein Umfeld vorfinden, das dem Olympischer Spiele gleicht, was die InternationalitÃ¤t betrifft, was das Olympische Dorf betrifft, was die Ablenkung betrifft. Ich persÃ¶nlich bin der Meinung, auch fÃ¼r den leistungssportlichen Werdegang eines Athleten ist das eine hervorragende Erfahrung. Eben wirklich mal einen anderen Wettkampf zu erleben, als man ihn normalerweise immer hat. Da muss man sich drauf einstellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Medaillenvorgaben habe es nie gegeben, erklÃ¤rt Tippelt. Obwohl einige VerbÃ¤nde im Vertrauen von recht fordernden Anrufen aus der DOSB-Zentrale berichtet haben.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das kann ich mir nicht vorstellen. Es kann Anrufe gegeben haben fÃ¼r die Planung, auch unter anderem fÃ¼r den PrÃ¤sidenten oder unsere EhrengÃ¤ste, wo man gefragt hat: Na, wo rechnet ihr euch was aus? Das kann ich mir vorstellen, das ist wohl auch so gewesen. Aber wir haben um Gottes Willen nicht angerufen und in dem Sinne Leistungsdruck oder Erfolgsdruck auf die VerbÃ¤nde ausgeÃ¼bt.</p>
<p>Wir haben natÃ¼rlich bei VerbÃ¤nden nachgefragt, habt ihr Leute in der Weltspitze, die also in der Weltspitze vorn dran sind, wo man dann sagt, das sind Sportarten, wo mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Finalteilnahme ist. Denn weil, wenn unsere EhrengÃ¤ste oder auch der PrÃ¤sident zum Wettkampf gehen, dann wÃ¤re es natÃ¼rlich schade, wenn dort gerade kein Deutscher mit teilnimmt und im Finale ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>Inzwischen hat Britta Steffen umgedacht. Sie sei informiert worden â€“ und sehe das inzwischen etwas anders, sagt sie.</p>
<blockquote><p>&#8220;Dieser ganzheitliche Ansatz: Es geht eben nicht nur um die Goldmedaille. Das ist nicht die ErfÃ¼llung von allem. Und wenn wirklich schon vom KÃ¶rperlichen her weit entwickelt bist und eben nur in der Jugend die MÃ¶glichkeit hast, sportlichen Erfolg zu haben, dann ist das deine Plattform. WÃ¤hrend die anderen Richtung groÃŸe Olympische Spiele streben, eben da ihren Vorteil sehen. Also so ist irgendwie alles abgedeckt, wenn man das positiv sieht. Aber man kann natÃ¼rlich auch sagen: Ist alles blÃ¶d. Das bringt es so mit sich, dass die Medaille immer zwei Seiten hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und von einem Boykott der Jugendspiele durch den DLV ist schon lange keine Rede mehr. NatÃ¼rlich nehmen deutsche Leichtathleten in Singapur teil. Warum nun doch,Â Eike Emrich?</p>
<blockquote><p>â€œDas ist eine Mischung von allem gewesen, nehme ich an. Und natÃ¼rlich auch das Versprechen des IOC, daraus eine Art Feier der Olympischen Idee zu machen. VÃ¶lkerverstÃ¤ndigung, nationenÃ¼bergreifende Wettbewerbe und so weiter. Wer sich aber die Wirklichkeit anschaut, sieht, dass zwischen olympischer Idee und Betrieb ja schon heute enorme KlÃ¼fte bestehen. Und das wird bei den Jugendspielen genau so werden. Das war sozusagen Gewissensberuhigung. Aber die werden sich in die gleiche Richtung bewegen. Nur wird man hier versuchen, die Jugend der Welt frÃ¼her an die Olympischen Spiele zu binden. Denn das Interesse der Jugend an diesem Ereignis hatte deutlich abgenommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die sinkenden TV-Quoten waren ein wichtiger Grund fÃ¼r die EinfÃ¼rhung der Jugendspiele, Ã¼ber den Jacques Rogge heute nur ungern spricht. Denn die olympische Kundschaft drohte zu vergreisen.</p>
<p>Die Einschaltquoten der Fernsehstationen von den Olympischen Spielen waren alarmierend. Im Vergleich zu Barcelona (1992) oder Atlanta (1996) lagen die Quoten 2004 in Athen in der Kernsportart Leichtathletik unter juvenilen Zuschauern um bis zu 50 Prozent niedriger. Die Jugend interessierte sich kaum noch fÃ¼r die Spiele, und in vielen der 35 olympischen Sportarten, die ohnehin weltweit kaum jemand kennt (etwa Gewichtheben, Rodeln, Bobfahren, Ringen, Moderner FÃ¼nfkampf), blieb der Nachwuchs aus.</p>
<p>Im Kern wurde das Programm vor mehr als 100 Jahren vom IOC-GrÃ¼nder Baron de Coubertin geformt. Das IOC hat auf neue Entwicklungen und Trendsportarten selten Ã¼berzeugende Antworten gegeben â€“ auch weil sich die VerbÃ¤nde <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://www.jensweinreich.de/category/olympisches-programm/" target="_self">kollektiv dagegen stemmten und sich gegenseitig ihren olympischen Status sicherten</a>. FÃ¼r die <a title=".. die PrÃ¤sidenten der olympischen WeltverbÃ¤nde" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/24/julio-maglione-und-die-prasidenten-der-olympischen-weltverbande/" target="_self">meisten SportverbÃ¤nde</a> sind die <a title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/09/lust-und-frust-olympische-tv-milliarden/" target="_self">Ãœberweisungen des IOC aus den olympischen Marketingeinnahmen</a> Ã¼berlebenswichtig.</p>
<p>Bei den Winterspielen gelangen einige Reformen, etwa mit der EinfÃ¼hrung von Snowboard oder zuletzt Skicross. Bei den Sommerspielen aber, wo das Programm viel dichter ist, hat man im Grunde versagt. Darauf hat <a title="Olympias Milliardenmann: Dick Ebersol" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/" target="_self">Dick Ebersol, Sportchef von NBC Universal</a>, zuletzt etwa bei SportAccord 2009 in Denver energisch hingewiesen &#8211; und damals auch gesagt, das IOC riskiere und teste mit den Jugendspielen nicht genug. Rogge hat die Botschaft verstanden.</p>
<p>Die Jugendspiele sollen nun viele Probleme lÃ¶sen. Sie sollen die Kids zum Sporttreiben animieren, sie sollen den SportverbÃ¤nden Nachwuchs generieren, sollen Olympia hip und attraktiv machen und neue Kundschaft heranwachsen lassen â€“ fÃ¼r VerbÃ¤nde, Fernsehanstalten und Sponsoren: Die Finanziers des Olympiakonzerns verstanden als erste, wie wichtig Rogges Projekt ist.</p>
<p>Rogge hat das IOC finanziell hervorragend aufgestellt. Die RÃ¼cklagen steigen kontinuierlich. Da blieben einige Dutzend Millionen fÃ¼r die Promotion der Jugendspiele Ã¼brig, die einher geht mit groÃŸ angelegten AktivitÃ¤ten im Bereich Social Media. Youtube, Facebook, Twitter, Flickr: Hier finden die Jugendspiele statt. Es ist nicht immer professionell, was das IOC dort macht, aber wirkungsvoll, denn die Zugriffszahlen steigen rasant. Und die TV-Quoten stiegen zuletzt auch, was unter anderem daran liegt, das mit China ein neuer Markt mit sehr jungen Zuschauern erschlossen wurde.</p>
<p>Heute stellt Rogge die Lage so dar, als hÃ¤tte es nie ein Problem gegeben. Das ist natÃ¼rlich ein bisschen geflunkert.</p>
<blockquote><p>â€œDie Zahlen sind gut, besonders die Quoten im Bereich der 12- bis 24-jÃ¤hrigen Fernsehzuschauer. Das war bei den Winterspielen Vancouver so â€“ und davor auch in Peking. Wir stehen gut da, besonders seit wir das olympische Programm verÃ¤ndert haben. Die neuen Disziplinen â€“ wie Snowboard, BMX oder Mountainbike â€“ haben viele junge Zuschauer gefunden.</p>
<p>Wir werden diesen Weg weiter gehen. Man muss investieren, auch wenn die Zahlen gut sind und einen zufrieden stellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Womit Rogge kurz vor den ersten Jugendspielen weitere Ã„nderungen im olympischen Programm ankÃ¼ndigte. Erstmals sprach er so klar aus, dass die Jugendspiele letztlich auch ein Testwettbewerb fÃ¼r die groÃŸen Spiele sind.</p>
<blockquote><p>â€œIch denke, da wird es viele Dinge geben, die wir von den Jugendspielen fÃ¼r die traditionellen Olympischen Spiele Ã¼bernehmen werden. Es ist vielleicht noch etwas zu frÃ¼h, darÃ¼ber zu reden. Aber zum Beispiel die Frage, neue Disziplinen oder neue Formate zu entwickeln. Das sollten wir, wenn es erfolgreich ist, auf die traditionellen Spiele anwenden.&#8221;</p></blockquote>
<ul>
<li>Seine Haltung hat er kÃ¼rzlich in einem Interview mit der Zeitung Der Tagesspiegel einmal mehr dargelegt: <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/sport/2010-07/rogge-olympia-jugendspiele?page=all" target="_blank">&#8220;Die Olympischen Jugendspiele sollen den Sport verÃ¤ndern&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Man darf davon ausgehen, dass die Programmreform, mit der er mehrfach schwer scheiterte, Rogges letztes groÃŸes Ziel als IOC-PrÃ¤sident ist, bevor er 2013 nach zwÃ¶lf Jahren Amtszeit satzungsgemÃ¤ÃŸ abtritt.</p>
<p>Helmut Digel glaubt allerdings nicht, dass das einfach wird.</p>
<blockquote><p>â€œAlso ich glaube, dass diese Idee, dass man die Olympischen Jugendspiele benutzen kÃ¶nnte als Erprobungsspiele, als Spielwiese fÃ¼r die internationalen VerbÃ¤nde, dass diese Idee von den VerbÃ¤nden nicht aufgegriffen wird. Aber auch die VerbÃ¤nde, die beispielsweise drei gegen drei Basketball spielen bei den Jugendlichen, die werden ihre Variante bei den Erwachsenen nicht aufrechterhalten. Oder ihre entsprechende Beachvolleyballvariante wird der Volleyballverband beibehalten. Er wird nicht eine neue Beachvolleyballvariante hinzufÃ¼gen.</p>
<p>Das Problem ist, wie die Athleten diese WettkÃ¤mpfe ausfÃ¼hren, wer im Hintergrund diese Athleten beeinflusst, welche Umwelt der Sport aufgebaut hat, ja welche dubiose Welt im Sport existiert mittlerweile, das ist das Problem. Insofern glaube ich, ist es ein vÃ¶llig falscher Ansatz, dass man nun glaubt, man mÃ¼sste den Jugendlichen ihre Trendsportarten anbieten, dann kÃ¶nnte man die Jugendlichen schon fÃ¼r sich gewinnen. Warum die Jugend sich teilweise vom Sport abgewendet hat, das sind ganz andere GrÃ¼nde. Die Sportarten, die attraktiv fÃ¼r die Jugendlichen gestaltet worden, haben nach wie vor ihre Jugendlichen binden kÃ¶nnen. Aber sie werden immer nur eine begrenzte Anzahl von Jugendlichen an sich binden. Und das ist auch gut so. Jugendliche haben unterschiedliche Interessen. Die einen wollen Musik machen. Die anderen interessieren sich fÃ¼r Politik. Und es gibt auch Jugendliche, die sich fÃ¼r Leistungssport interessieren. Darin sehe ich nicht das Problem. Das Problem ist, wie der Sport insgesamt auftritt, wie er sich selbst prÃ¤sentiert und inszeniert, und wie er sich vor allem vervielfÃ¤ltigt, wie er immer umfangreicher, gleichsam imperialistischer wird bezogen auf sein Auftreten. Und hier hÃ¤tten diese Spiele durchaus ihre Funktion, wenn man ein Gegenmodell im Sinne der Bescheidenheit und im Sinne der Nichtkommerzialisierung hÃ¤tte setzen kann. Aber da habe ich eben meine Zweifel.</p>
<p>Die ErÃ¶ffnungsfeier war wahrlich spektakulÃ¤r. Die Gefahr besteht nun, dass der nÃ¤chste Ausrichter diese ErÃ¶ffnungsfeier Ã¼berbieten mÃ¶chte. Und dann befinden wir uns wieder im gleichen Zirkel, den man schon bei den anderen Spielen hat beobachten kÃ¶nnen, dass das Problem des Steigerungsimperativs â€“ eben hÃ¶her, schneller, weiter â€“ eben der allgemeine Imperativ wird fÃ¼r alles, was den Sport betrifft. Und darin hat er offensichtlich ein Steuerungsproblem. Er kann aus sich selbst heraus keine Stoppregeln mehr formulieren, sondern er ist in einem stÃ¤ndigen Steigerungsprozess. Und das ist vor allem geprÃ¤gt durch das Geld, denn es geht im Wesentlichen um die Steigerung der Einnahmen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Trotz allem sieht Digel Rogge mit den Jugendspielen auf einem richtigen Weg.</p>
<blockquote><p>â€œAber was Jacques Rogge mit diesen Jugendspielen sicher erreicht, dass ist, dass er symbolisch in der Welt des Sports ein Zeichen setzt. Es kommt nicht von ungefÃ¤hr, dass die meisten ihn kritisieren, dass sie eigentlich gar nicht engagiert mitarbeiten wollen bei diesen Olympischen Jugendspielen. Auch wenn sie einstimmig abgestimmt haben, das ist typisch fÃ¼r den Weltsport, so gibt es doch intern eine groÃŸe Opposition. Nach wie vor glauben viele FachverbÃ¤nde, man braucht diese WettkÃ¤mpfe nicht. Und das kreative Element, das sich Jacques Rogge von diesen Spielen versprochen hatte, das haben bisher nur einige VerbÃ¤nde erfÃ¼llt. Aber immerhin, er hat auch mit der ErÃ¶ffnungsfeier, mit den Botschaften, zunÃ¤chst einmal ganz andere Zeichen den VerbÃ¤nden, den FunktionÃ¤ren, und das ist wichtig, den FunktionÃ¤ren, die in diesen VerbÃ¤nden Verantwortung Ã¼bernommen haben, gesetzt. Und er hat damit so etwas wie eine Gegenwelt konstruiert. Ob die sich auf Dauer halten lÃ¤sst, und ob er damit am Ende sogar Strukturen beeinflusst, das muss man aus der Sicht von heute bezweifeln.&#8221;</p></blockquote>
<p>GrÃ¶ÃŸte Zweifel an Idee und Umsetzung der Jugendspiele hatte der Kanadier Richard Pound, einer der wichtigsten und einflussreichsten IOC-Mitglieder der vergangenen Jahrzehnte. Pound hat sich mit seiner offenen Art und dem Kampf gegen Doping und Korruption keine Freunde gemacht im IOC. Aber er bleibt sich treu &#8211; und <a title="Der Jugend nah - und doch so fern ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/16/dick-pound-bleibt-den-jugendspielen-fern/" target="_self">so bleibt er, der einzige Kritiker der Olympischen Jugendspiele, diesem Mini-Olympia fern</a>. Richard Pound zieht einen Familienurlaub vor und kommt nicht nach Singapur, wo bis Ende August fast alle IOC-Mitglieder erwartet werden.</p>
<p>Es wÃ¤re heuchlerisch, es wÃ¤re verlogen, bei einer Veranstaltung zu erscheinen, die er so vehement kritisiert hatte und von der er immer noch nicht Ã¼berzeugt ist, teilt Pound mit.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich werde nicht noch mehr Geld des IOC fÃ¼r eine teure Reise zu etwas ausgeben, an das ich nicht glaube!&#8221;</p></blockquote>
<p>Pounds Fernbleiben ist natÃ¼rlich auch eine Ohrfeige fÃ¼r Rogge. Pound dagegen hat das Konzept schon 2007 auf der IOC-Session in Guatemala in Frage gestellt. Rogge redet unentwegt davon, ein weltweites Bildungs- und Erziehungsprogramm anzubieten. Pound hÃ¤lt entgegen, das IOC erreiche mit den Jugendspielen nicht viel mehr als jene Jugendlichen, die ohnehin schon Sport treiben, also nur eine Elite von vielleicht zwei Prozent. Und Pound hat seine Ãœberzeugung deutlich gemacht, dass er das Dopingproblem durch diese Jugendspiele weiter in die unteren Altersklassen verlagert sieht.</p>
<p>Eike Emrich hat grÃ¶ssten Respekt vor der Entscheidung von Pound. Und er weiÃŸ, dass fast alle hohen SportfunktionÃ¤re anders denken:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man ist dort, wird gefeiert, begegnet sich gegenseitig. Also man entkoppelt Denken, Reden und Randeln, und das ganze noch damit garniert, dass es angeblich um die olympische Idee geht. Die betrieblichen Entgleisungen muss man sich ja nicht direkt anschauen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Walther TrÃ¶ger dagegen, IOC-Ehrenmitglied und langjÃ¤hriger Kollege von Pound, meint, es wÃ¤re besser gewesen, Pound hÃ¤tte sich die Jugendspiele angesehen, um dann seine Kritik fundierter vorzubringen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das akzeptiere ich auch. Ich bin mit Dick Pound befreundet, seit vielen Jahren, seit den Spielen in Montreal haben wir eine enge Beziehung. Ich habe hÃ¤ufig mit ihm diskutiert, war oft auf seiner Linie, nicht immer, muss ich sagen. Aber ich habe fÃ¼r eine solche Haltung durchaus VerstÃ¤ndnis. Nun muss man auch sehen: Ihm sind auch nicht alle FrÃ¼chte gereift, die er gerne geerntet hÃ¤tte. Das spielt vielleicht eine Rolle. Aber er ist sehr sachkundig. Er diskutiert zur Sache und er entscheidet zur Sache. Und wenn er der Meinung ist, nein zu sagen und dabei zu bleiben, dann akzeptiere ich das.&#8221;</p></blockquote>
<p>Helmut Digel gehÃ¶rt zu jenen, die zwar kritisieren, aber dann doch stets dabei sind und, wie hier, im Ritz-Carlton logieren. Er war Mitglied des Vorbereitungskomitees und gehÃ¶rt jetzt zu den so genannten Observern, die ihre eigenen Vorbereitungen observen. Ãœber seine Wende vom Kritiker zum Gestalter spricht er u.a. in diesem DLF-Interview mit Astrid Rawohl:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_1925_d9721d06.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und gleich noch ein Interview, mit Ingo Weiss, Chef der Deutschen Sportjugend und PrÃ¤sident des Deutschen Basketball-Bundes:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_1920_19d8368a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Als gewesener Kritiker und unbequemer Geist hat Digel natÃ¼rlich VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Pounds Entscheidung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich kann ihn verstehen. Ich respektiere auch seine Haltung. Er war fÃ¼r mich in allem ein engagierter und konstruktiver Kritiker. Wenn es um die GefÃ¤hrdung des Hochleistungssports geht, hat er immer die Probleme beim Namen genannt. Pound ist nicht beliebt in der olympischen Familie. Er hat mehr Gegner als Freunde. Aber die meisten wissen auch, dass ohne Pound heute die Situation des IOC weit gefÃ¤hrlicher wÃ¤re. Denn er hat immerhin fÃ¼r die WADA Beispielhaftes geleistet. Und er hat den Antidopingkampf salonfÃ¤hig gemacht, auch gegenÃ¼ber der Politik. Und wenn er kritische ZusammenhÃ¤nge sieht, ich denke, damit muss auch Jacques Rogge leben, dass er solche Kritiker hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Leicht fÃ¤llt es ihm nicht.</p>
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		<item>
		<title>Vancouver 2010: die ersten Olympischen Social-Media-Spiele</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 13:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Wie versprochen, noch einige Zeilen zu den IOC-Blogger-Richtlinien fÃ¼r Olympia-Akkreditierte. Je lÃ¤nger ich darÃ¼ber nachdenke, desto skandalÃ¶ser finde ich es. Glaube auch nicht, dass diese Restriktionen aufrechtzuerhalten sind im digitalen Zeitalter, wo alle Grenzen verschwimmen und jeder zum Publisher wird. Werde sicher in den kommenden Tagen einige Male drauf eingehen und zumindest einige Aspekte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Wie versprochen, noch einige Zeilen zu den <a title="IOC-Blogger-Richtlinien fÃ¼r Olympiateilnehmer" href="http://jensweinreich.de/2010/02/07/die-ioc-blogger-richtlinien-fur-olympiateilnehmer/" target="_self">IOC-Blogger-Richtlinien fÃ¼r Olympia-Akkreditierte</a>. Je lÃ¤nger ich darÃ¼ber nachdenke, desto skandalÃ¶ser finde ich es. Glaube auch nicht, dass diese Restriktionen aufrechtzuerhalten sind im digitalen Zeitalter, wo alle Grenzen verschwimmen und jeder zum Publisher wird. Werde sicher in den kommenden Tagen einige Male drauf eingehen und zumindest einige Aspekte der hochkomplexen Thematik anreiÃŸen. In der Vorbereitung auf diesen Beitrag habe ich einen langen Artikel von <a title="RenÃ© Martens" href="http://renemartens.posterous.com/" target="_blank">RenÃ© Martens</a> in der Funkkorrespondenz vom Dezember 2009 gelesen (&#8220;Wem gehÃ¶rt der Sport?&#8221;). Der Artikel ist nicht frei verfÃ¼gbar. WÃ¼rde das liebend gern als Gastbeitrag verÃ¶ffentlichen und/oder mindestens auf das Original verlinken, just in case, RenÃ© Martens liest mit &#8230;</p>
<p>Nun aber mein aktuelles Geschichtlein:</p>
<p>Die Dienstmeldung von Lindsey Vonn kam Ã¼berraschend. Die weltbeste alpine Skirennfahrerin teilte auf <a title="Twitter, Lindsey Vonn" href="http://twitter.com/lindseyvonn" target="_blank">Twitter</a> und <a title="FB, Lindsey Vonn" href="http://m.facebook.com/LindseyVonnUSA?rd7a3dfbf&amp;v=feed&amp;story_fbid=285754899727&amp;fp=1&amp;refid=0#comments_285754899727" target="_blank">Facebook</a> mit:</p>
<blockquote><p>Hey Everyone, because of the Olympic rules (blackout period) I will not be able to post any updates from now until march 3rd. Sorry, it bums me out too! Even though I won&#8217;t be able to write to you I can still get your messages so keep them coming! :) xoxo Lv</p></blockquote>
<p>Es wird hier jetzt eine Weile ruhig. GemÃ¤ÃŸ den olympischen Richtlinien darf ich mich bis Anfang MÃ¤rz nicht melden. Die Nachricht verbreitete sich Ende vergangener Woche in Windeseile. 25.000 bestÃ¤tigte Fans hat Vonn auf Facebook, dem mit bald 400 Millionen Nutzern grÃ¶ÃŸten Online-Netzwerk der Welt. 35.000 Menschen folgen ihren Kurznachrichten auf Twitter. Vonn ist bei den Winterspielen in Vancouver eine Hauptrolle zugedacht. Gerade posierte sie auf dem Olympia-Cover von Sports Illustrated. Und nun das.</p>
<p>Das IOC verbietet Lindsey Vonn zu bloggen? Im Nu war das Thema ganz groÃŸ in den herkÃ¶mmlichen Medien. Kaum eine amerikanische Zeitung, kaum ein Internetportal, kaum eine TV-Station, die nicht berichtete.</p>
<p>Das Problem war nur: Lindsey Vonn hatte die â€žIOC Blogging Guidelinesâ€œ nicht gelesen und sich aufs HÃ¶rensagen verlassen. Vom amerikanischen Olympiakomitee USOC und vom IOC wurde sie umgehend aufgeklÃ¤rt. StandesgemÃ¤ÃŸ via Twitter.</p>
<p>â€žLindsey Vonn dachte, sie dÃ¼rfe wÃ¤hrend der Spiele nichts postenâ€œ, sagte mir IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. â€žDas stimmt nicht. Wir haben sofort getwittert und ihr die Regeln geschickt. Ich rÃ¤ume ein, dass die Regeln vielleicht etwas schwer zu verstehen sind. Es ist nun mal eine neue Ã„ra. Es ist schwer, die Regeln den rasanten Entwicklungen im Bereich Social Media anzupassen.â€œ</p>
<p>Das IOC hat die 13 Regeln fÃ¼r Vancouver im September 2009 verÃ¶ffentlicht. Die â€žBlogging Guidelinesâ€œ (<a title="Blogging-Guidelines Englisch" href="http://jensweinreich.de/2010/02/03/vancouver-1-die-ruhe-vor-dem-sturm-und-die-ioc-blogger-richtlinien/" target="_self">englische Version</a>, <a title="Blogging-Guidelines Deutsch" href="http://jensweinreich.de/2010/02/07/die-ioc-blogger-richtlinien-fur-olympiateilnehmer/" target="_self">deutsche Version</a>) gelten fÃ¼r alle Olympia-Akkreditierte â€“ mit Ausnahme von Journalisten. Deren Arbeit ist durch Artikel 49 der Olympischen Charta geschÃ¼tzt, sagt das IOC.</p>
<blockquote><p><strong>49 Â Media Coverage of the Olympic Games</strong></p>
<p>1. The IOC takes all necessary steps in order to ensure the fullest coverage by the different media and the widest possible audience in the world for the Olympic Games.</p>
<p>2. All decisions concerning the coverage of the Olympic Games by the media rest within the competence of the IOC.</p>
<p><em>Bye-law to Rule 49</em></p>
<p>1. It is an objective of the Olympic Movement that, through its contents, the media coverage of the Olympic Games should spread and promote the principles and values of Olympism.</p>
<p>2. The IOC Executive Board establishes all technical regulations and requirements regarding media coverage of the Olympic Games in an IOC Media Guide, which forms an integral part of the Host City Contract. The contents of the IOC Media Guide, and all other instructions of the IOC Executive Board, are binding for any and all persons involved in media coverage of the Olympic Games.</p>
<p>3. Only those persons accredited as media may act as journalists, reporters or in any other media capacity. Under no circumstances, throughout the duration of the Olympic Games, may any athlete, coach, official, press attachÃ© or any other accredited participant act as a journalist or in any other media capacity.</p></blockquote>
<p><span id="more-6605"></span>Sportler also dÃ¼rfen wÃ¤hrend der Spiele nicht journalistisch arbeiten, lediglich persÃ¶nliche Aufzeichnungen verÃ¶ffentlichen, ob nun in einem Blog oder in diversen Netzwerken. Sie dÃ¼rfen nur Tagebuch fÃ¼hren und sollen sich auf ihre Erlebnisse beschrÃ¤nken, nicht aber Ã¼ber Konkurrenten schreiben, schon gar keine olympischen Betriebsgeheimnisse verraten. So steht es in den Richtlinien. Die Regeln wurden im Vergleich zu den Sommerspielen 2008 in Peking verschÃ¤rft: Sportler dÃ¼rfen auf ihren Webseiten und Blogs keine Olympischen Ringe und auch nicht das Logo der Vancouver-Spiele benutzen. Zu einigen anderen Ã„nderungen hat sich <a title="Athletenbloggen in Vancouver ..." href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/05/15/screensport-am-freitag-athletenbloggen-in-vancouver-2010/" target="_blank">Dogfood schon vor Monaten geÃ¤uÃŸert</a>.</p>
<p>Angeblich stehen bei den Spielen und fÃ¼r das IOC doch immer die Sportler im Mittelpunkt. Die aber haben kein privates Recht an olympischen Symbolen. Die Exklusivrechte der Sponsoren und TV-Stationen mÃ¼ssen gewahrt werden. Nur so kÃ¶nnen jene Milliarden generiert werden, â€ždie letztlich allen Sportlern und VerbÃ¤nden zugute kommenâ€œ, argumentiert Mark Adams. â€žNatÃ¼rlich dÃ¼rfen Sportler bloggen. Wir ermuntern sie sogar dazu. Sie sollen twittern und Facebook nutzen.â€œ Irritationen, wie sie nicht nur Lindsey Vonn offenbarte, will das IOC am Dienstag beim Treffen mit allen Delegationsleitern (Chef de Mission) ausrÃ¤umen. Der DOSB, traditionell fest mit dem IOC verschweiÃŸt, meldet bislang keine ProblemfÃ¤lle, wohl aber viele Fragen und Unklarheiten.</p>
<p>Die KomplexitÃ¤t der neuen Medienwirklichkeit, die Revolution auf dem Kommunikationssektor lÃ¤sst sich nicht in dreizehn Regeln fassen. Mark Adams spricht von Grauzonen, in die man sich vortaste. Das BemÃ¼hen ist dem IOC nicht abzusprechen. Man hat schnell gelernt, ist in den groÃŸen Netzwerken aktiv, seit einem Monat auch auf Facebook, wo das IOC am Sonntag 770.000 Fans hatte, und 20 Stunden spÃ¤ter, in dieser Sekunde, schon 826.000.</p>
<p>Bis Freitag, zur ErÃ¶ffnung der Winterspiele, rechnet Adams mit einer Million.</p>
<blockquote><p>â€žUnd das in vier Wochen! PhÃ¤nomenal! Und auf Facebook wird viel aktiver kommuniziert als auf unserer Webseite.â€œ</p></blockquote>
<p>Sich dieser Dynamik anzupassen, â€žfÃ¤llt jedem Apparat schwer, auch dem IOCâ€œ, sagt Adams. â€žDa drauÃŸen sind viele Menschen, die Ã¼ber uns reden. Ich sage, wir sollten zumindest versuchen, mit unseren Fans und auch mit unseren Kritikern zu diskutieren. Sich nicht zu beteiligen, ist keine Option. Denn die Diskussion findet sonst ohne uns statt.â€?</p>
<p>(Das nehme ich ihm natÃ¼rlich nicht ab, und das weiÃŸ er auch. Ich erinnere nur kurz an die unsÃ¤glichen Aktionen beim Olympischen Kongress in Kopenhagen oder daran, dass er nicht erlaubt, die SekretÃ¤rin der Ethik-Kommission zu interviewen. Viele andere Beispiele lieÃŸen sich nennen. Aber das ist nur ein Einschub, der an dieser Stelle nicht entscheidend ist, den ich mir bloÃŸ nicht verkneifen konnte. Wie so ein Tanker wie das IOC auf die Herausforderungen reagiert, zÃ¤hlt fÃ¼r mich zu den interessantesten Sportthemen des Jahres. Ich sage nur: Youth Olympic Games in Singapur.)</p>
<p>Das IOC hat inzwischen mit Alex Huot einen â€žSocial Media Managerâ€œ benannt. Eigentlich brÃ¤uchte es einige Dutzend Angestellte in diesem Bereich. Doch Unter PrÃ¤sident Jacques Rogge ist Sparsamkeit befohlen. Wenngleich das Thema Neue Medien ganz oben auf der Agenda steht.</p>
<p>Aus Sicht des IOC waren die Sommerspiele <strong>2004 in Athen die ersten richtigen Internetspiele</strong>, weil Dank Breitbandverbindungen erstmals groÃŸflÃ¤chig Online-Ãœbertragungen mÃ¶glich waren. Die Sommerspiele <strong>2008 in Peking werden als erste digitale Spiele</strong> gefÃ¼hrt und haben den Mythos ausgelÃ¶scht, dass die Online-Medien angeblich den TV-Anstalten das GeschÃ¤ft vermiesen. Nein, die GeschÃ¤ftsfelder profitieren voneinander, schreiben IOC-Medienmanager in ihrer Peking-Auswertung. Ãœber die vielen neuen KanÃ¤le erreicht der Olympiakonzern endlich wieder eine jÃ¼ngere Zielgruppe, wie interne Analysen und eine Studie der Firma â€žSponsorship Intelligenceâ€œ beweisen.</p>
<p>â€ž<strong>In Vancouver erleben wir nun die ersten Social-Media-Spiele</strong>â€œ, sagt Direktor Adams. <strong>2012 will das IOC in London in diesem Bereich richtig Geld verdienen</strong>, um drohende Mindereinnahmen aus dem herkÃ¶mmlichen TV-GeschÃ¤ft auszugleichen.</p>
<p>Ein Auszug aus den IOC-Unterlagen:</p>
<blockquote><p>London 2012 is certainly expected to set an example in terms of proven &amp; profitable commercial model being reached on digital media broadcast of the Olympic Games spectacle. With ongoing efforts of our partners and ourselves, we expect to embrace more digital media and user participation centric exploitations. These initiatives, to include exploitation of our valuable Olympic Games Archives and social networking platforms, should help develop a presence outside Games-time as well paving the way for reaching out to new audience.</p></blockquote>
<p>Und noch eine Passage, auch wenn ich Gefahr laufe, abzuschweifen:</p>
<blockquote><p>The Digital Revolution encompasses various tools &amp; devices, evolving technology and consumption patterns. Through its various mediums and range of mechanisms of delivery of content whether in data or video format, it enables full exploitation of an Olympic Games broadcast. This means that each moment of an Olympic Games, be it part of ceremonies or sporting action, is guaranteed to be available to the public. It surpasses barriers of famous vs small sports, qualification or final round of events.</p>
<p>Each produced moment is thus guaranteed to be ready for consumption and hence rising opportunities of monetization of this vast and spectacular content that we have to offer in form of the Olympic Games. Digital Media, in particularly the Internet, thus enables all of the content produced (5000 hours for Summer and 1000 hours for Winter Games produced by OBS alone) be broadcast live over multi-streams simultaneously or in VOD, while TV could only show 10% of the whole Games on average.</p>
<p>New content delivery methods across different platforms and mediums, (e.g. Internet including broadband or IPTV, mobile etc.) and growing consumption trends also enhance the number of potential clients interested in Olympic Games broadcast rights, including the telecom firms and Internet Service Providers (ISPs). This increase in interest, of exploiting these rights, is expected to enhance value of these rights and in return the revenue streams of the Olympic Movement.</p>
<p>More than one method of delivery and consumption through Digital Media platforms mean that now we can talk about real interactive user experience of the Olympic Games. It empowers users to view the content on their own terms based on platform, device, time, location and with whole of produced content on offer, they can watch the sport of their choice. Latest technology developments, including ongoing analogue switch-off and others as observed in Beijing, to a certain extent, also enable merger of data and video, resulting in more user centric activation and features like user generated content (UGC), text commentary, trivias, bios, forums, surveys, etc.</p>
<p>All these features extend for taking this enhanced user-experience to outside the Games-time through dissemination of over 35â€™000 hours of archival video content as well as over 600â€™000 images as well as activation through communities based on pillars of Olympic Games in form of the athletes, volunteers, collectors and spectators.</p>
<p>Although we strongly believe that the benefits outnumber the threats, the Digital Revolution comes with a few challenges.</p></blockquote>
<p>PrÃ¤sident Rogge sagte unlÃ¤ngst: Die digitalen Medien seien â€ždie beste Erfindung seit der Erfindung des Fernsehensâ€œ.</p>
<p>Zumindest in diesem Punkt wird Lindsey Vonn nicht widersprechen. Auch wenn sie sich auf Twitter korrigieren musste:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6609" title="Twitter, Lindsey Vonn" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vonn2.jpg" alt="" width="511" height="162" /></p>
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		<title>Olympia-Milliarden: â€œWe are less dependent on economical downturn&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 08:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Moin. Heute mal kein Einbruch in mein Auto &#8211; hoffe ich jedenfalls, es steht noch in der Werkstatt Ebbe Elmer Biler A/S. Ich habe schon gestern Abend beschlossen, mich nicht lÃ¤nger aufzuregen und hatte ja einen unterhaltsamen Abend an der Marriott-Bar. Heute morgen zunÃ¤chst ein Kaffee bei Dmitri Tschernyschenko, Organisationschef der Winterspiele 2014 in Sotschi, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moin. Heute mal kein <a title="Scherben, Ã„rger, Polizei" href="http://jensweinreich.de/?p=5481" target="_self">Einbruch in mein Auto</a> &#8211; hoffe ich jedenfalls, es steht noch in der Werkstatt Ebbe Elmer Biler A/S. Ich habe schon gestern Abend beschlossen, mich nicht lÃ¤nger aufzuregen und hatte ja einen unterhaltsamen Abend an der Marriott-Bar. Heute morgen zunÃ¤chst ein Kaffee bei Dmitri Tschernyschenko, Organisationschef der <a title="tag: Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Winterspiele 2014 in Sotschi</a>, der in diesem Moment vor der IOC-Session einen Vortrag hÃ¤lt. In Kurzfassung: Alles paletti in Sotschi, alles bestens!</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We are less dependent on economical downturn! Our Prime Minister Wladimir Putin told us: Enjoy the green light in running the project!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Live aus der Session, die offiziellen Zahlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5494" title="Sotschi Budget, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sochi-budget-07102009.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5495" title="Sotschi Sponsoring, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sotschi2.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5496" title="Sotschi, Sponsoren, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sochi3.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Sotschis PrÃ¤sentation musste eine Kaffeepause vorgeschaltet werden, weil Olympiaminister Dmitri Kosak sich verspÃ¤tete. Kosak im GesprÃ¤ch mit den russischen IOC-Mitgliedern Witali Smirnow und Schamil Tarpischtschew (einst Tennislehrer von Boris Jelzin und verantwortlich fÃ¼r den Verlust von <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">einigen Milliarden Dollar aus dem so genannten Wodka-Fond</a>):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5498" title="Smirnow, Tarpischtschew, Kosak" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/smirnow-tarp-kosak.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Und hier noch die aktuellen Zahlen, schneller als Nachrichtenagenturen :)Â zum IOC-VermÃ¶gen und zu den Einnahmen des Olympiakonzerns, dieÂ IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge vorhin prÃ¤sentierte.</p>
<p><strong><span id="more-5493"></span>TV-Einnahmen </strong>(USA und europÃ¤ische BinnenmÃ¤rkte wie Deutschland sind fÃ¼r 2014/16 noch nicht verkauft, das wird aber kein riesieges Problem)</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5502" title="ioc-tv-07102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-tv-07102009.jpg" alt="" width="500" height="338" /></p>
<p><strong>Sponsorenprogramm TOP</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5503" title="ioc-marketing-07102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-marketing-07102009.jpg" alt="" width="500" height="363" /></p>
<p><strong>IOC-RÃ¼cklagen</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5504" title="ioc-ruecklagen-06102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-ruecklagen-06102009.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p>Wenn es um Geld geht, darf er auf der IOC-Session nicht fehlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5501" title="Hayatou, JMW" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/dsc05908.jpg" alt="" width="500" height="342" /></p>
<p>IOC-Mitglied und FIFA-VizeprÃ¤sident Issa Hayatou im trauten GesprÃ¤ch mit Jean-Marie Weber. Aber das ist mal eine andere Geschichte :) Wir haben ja in den vergangenen Tagen erfahren, dass viele IOC-Mitglieder noch nie vom <a title="tag: ISL/ISMM, Korruption" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">ISL-Bestechungsskandal</a>gehÃ¶rt haben.</p>
<p><strong>10.39 Uhr:</strong> Fast hÃ¤tte ich vergessen zu erwÃ¤hnen, dass vor mir auf den PresseplÃ¤tzen zwei Kollegen sitzen, die unterschiedlicher kaum sein kÃ¶nnen: <a title="tag: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?cat=18" target="_self">Andrew Jennings</a> und Jean-Marie Weber (<a title="cat: Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?cat=1514" target="_self">OJA</a>).</p>
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (37): Journalismus und Interessenskonflikte, USOC und Chicago 2016</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/07/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-37-journalismus-und-interessenskonflikte-usoc-und-chicago-2016/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 07:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Um die Debatte Ã¼ber die Causa Hartelt, die ja eine Grundsatzdiskussion Ã¼ber die Aufgabe von (Sport)JournalismusÂ und Interessenskonflikte ist, weiter zu bereichern, empfehle ich diese aktuelle LektÃ¼re: Christian Humborg auf Carta: &#8220;NebentÃ¤tigkeiten: Abgeordnete und Journalisten im Vergleich&#8220; Bitte jetzt nicht nur mit dem erwartbaren Argument kommen, es ginge doch nicht zuvorderst um NebentÃ¤tigkeiten. Schon klar, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um die Debatte Ã¼ber die <a title="Doping und die Medien (2): der Fall Hartelt" href="http://jensweinreich.de/?p=4293" target="_self">Causa Hartelt</a>, die ja eine Grundsatzdiskussion Ã¼ber die Aufgabe von (Sport)JournalismusÂ und Interessenskonflikte ist, weiter zu bereichern, empfehle ich diese aktuelle LektÃ¼re:</p>
<ul>
<li>Christian Humborg auf <strong>Carta</strong>: &#8220;<a title="Carta vom 16. Juli 2009" href="http://carta.info/11689/nebentaetigkeiten-abgeordnete-und-journalisten-im-vergleich/" target="_self">NebentÃ¤tigkeiten: Abgeordnete und Journalisten im Vergleich</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Bitte jetzt nicht nur mit dem erwartbaren Argument kommen, es ginge doch nicht zuvorderst um NebentÃ¤tigkeiten. Schon klar, aber auch das. Vielmehr bitte mal diese SÃ¤tze von Christian Humborg, GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer von Transparency International Deutschland, durchdenken, es lohnt sich:</p>
<blockquote><p>Wer Journalisten mit anderen Berufsgruppen vergleichen will, sollte sie lieber mit Beamten als mit Abgeordneten vergleichen, zumindest diejenigen, die bei den Ã¶ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beschÃ¤ftigt sind. Denn diese seien als sogenannte â€žAmtstrÃ¤ger&#8221; anzusehen, da ihr Arbeitgeber zu den â€žsonstigen Stellen der Ã¶ffentlichen Verwaltung&#8221; zÃ¤hlen wÃ¼rde, urteilte das Landgericht Frankfurt am Main in der <a title="Die Barrieren des JÃ¼rgen Emig" href="http://jensweinreich.de/?p=1156" target="_self">Causa Emig</a> &#8211; allerdings ist das Urteil in Revision.</p></blockquote>
<p>TatsÃ¤chlich, sind Journalisten AmtstrÃ¤ger? Ich kann Humborgs Argumentation durchaus nachvollziehen. Und auch dies:</p>
<blockquote><p>Der Dienstherr der Ã¶ffentlich-rechtlich beschÃ¤ftigten Journalisten ist dafÃ¼r verantwortlich, dass relevante Interessenkonflikte erst gar nicht entstehen.</p></blockquote>
<p>Zum Thema eines US Olympic TV Network: Die Ãœberlegungen des USOC verÃ¤rgern nicht nur <a title="Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann" href="http://jensweinreich.de/?p=3411" target="_self">Dick Ebersols NBC</a>, sondern gefÃ¤hrden die Olympiachancen Chicagos. Die PlÃ¤ne werden in den USA schon zwei Wochen heiÃŸt diskutiert. Ich hÃ¤tte lÃ¤ngst drauf eingehen wollen, habe nun aber doch gewartet, bis JÃ¼rgen Kalwa sich gewohnt routiniert zu Wort meldet :)</p>
<ul>
<li>JÃ¼rgen Kalwa in der <strong>American Arena</strong> (&#8220;<a title="American Arena: Chicago das Opfer der Kabale?" href="http://american-arena.blogspot.com/2009/07/chicago-das-opfer-der-kabale.html" target="_self">Chicago das Opfer der Kabale?</a>&#8220;) und im <strong>Deutschlandfunk</strong>: &#8220;<a title="DLF vom 18. Juli 2009: StÃ¶rung im Programm" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1001685/" target="_blank">StÃ¶rung im Programm</a>&#8220;</li>
<li>Alan Abrahamson (ein Angestellter von <strong>NBC Universal</strong>) mit den BeitrÃ¤gen &#8220;<a title="On a USOC TV network: many questions, few answers" rel="bookmark" href="http://wcsnblogs.com/olympics/alanabrahamson/alanabrahamson/2009/07/08/on-a-usoc-tv-network-many-questions-few-answers/" target="_self">On a USOC TV network: many questions, few answers</a>&#8221; und &#8220;<a title="Alan Abrahamson: USOC TV network - the IOC responds" href="http://wcsnblogs.com/olympics/alanabrahamson/alanabrahamson/2009/07/09/usoc-tv-network-the-ioc-responds/" target="_self">USOC TV network &#8211; the IOC responds</a>&#8220;</li>
<li>Phil Hersh (<strong>Chicago Tribune</strong>) prÃ¤sentiert den Beschwerdebrief des IOC-Marketingdirektors Timo Lumme auf seinem Blog <strong>Globetrotting</strong>:</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4316" title="IOC Brief an USOC vom 7. Juli 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/ioc-letter-to-usoc.jpg" alt="" width="500" height="706" /></p>
<ul>
<li>Phil Hersh schreibt in der Tribune u.a. &#8220;<a title="Chicago Tribune vom 12. Juli 2009" href="http://www.chicagotribune.com/sports/olympics/chi-12-usoc-ioc-nbc-jul12,0,3349496.story" target="_blank">NBC sports chief believes USOC hurting Chicago&#8217;s bid for 2016 Olympics</a>&#8221; und in seinem Blog:Â &#8221;<a title="Globetrotting vom 9. Juli 2009" href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/2009/07/the-inside-stuff-ioc-letter-on-us-olympic-network-dispute.html" target="_self">The inside stuff: IOC letter on U. S. Olympic Network dispute</a>&#8220;, &#8220;<a title="Globetrotting vom 9. Juli 2009" href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/2009/07/usoc-words-actions-attitude-doing-chicago-olympic-bid-no-favors.html" target="_self">USOC words, actions, attitude doing Chicago Olympic bid no favors</a>&#8221; und &#8220;<a title="Globetrotting vom 15. Juli 2009" href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/2009/07/by-philip-hershwant-to-know-why-the-international-olympic-committee-is-backing-nbc-in-its-dispute-with-the-us-olympic-commi.html" target="_self">Numbers game: IOC would be taxed without NBC revenues</a>&#8220;.</li>
</ul>
<p>Und wenn ich schon mal dabei bin: Einen anderen Blogbeitrag von Phil Hersh hatte ich lÃ¤ngst mal verlinken wollen. Sein Email-Wechsel mit dem ehemaligen UCI-PrÃ¤sidenten <a title="tag: Verbruggen" href="http://jensweinreich.de/?s=verbruggen" target="_self">Hein Verbruggen</a>Â zumÂ lang wÃ¤hrenden Streit um den <a title="Was vom Tage Ã¼brig bleibt (27)" href="http://jensweinreich.de/?p=3376" target="_self">USOC-Anteil am olympischen Marketing</a>Â ist eine ErwÃ¤hnung wert. Es zeigt, wie Blogs Journalismus bereichern. Oder anders gesagt: <strong>Ich finde, das ist Journalismus auf der HÃ¶he der Zeit.</strong> Aus Deutschland sind mir derartige Beispiele (in diesem Fachbereich) nicht bekannt.Â </p>
<ul>
<li>Lesebefehl: &#8220;<a title="Globetrotting vom 8. Juli 2009" href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/2009/07/by-philip-hersh-over-the-past-several-months-i-have-written-several-blogs-about-the-ongoing-revenue-sharing-dispute-between.html" target="_self">Verbruggen on IOC-USOC money flap: Never a serious proposition from USOC</a>&#8220;</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Epo macht MÃ¤use klÃ¼ger &#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 12:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; sagt Hannelore Ehrenreich vom Max-Planck-Institut fÃ¼r Experimentelle Medizin. Das ist doch mal eine aufmunternde Meldung, die natÃ¼rlich einen ernsten Hintergrund hat. Mehr zur Epo-Schlaganfall-Studie gibt es hier. Professorin Ehrenreich sagt auch, das Klugmachen von MÃ¤usen sei kein Grund, gesunde Menschen mit Epo zu dopen behandeln. Der dpa-Text lÃ¤uft heute ganz gut, wie man bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; sagt Hannelore Ehrenreich vom Max-Planck-Institut fÃ¼r Experimentelle Medizin. Das ist doch mal eine aufmunternde Meldung, die natÃ¼rlich einen ernsten Hintergrund hat. Mehr zur Epo-Schlaganfall-Studie <a title="Webseite Epo-Schlaganfall-Studie" href="http://www.epo-study.de/kriterien.html" target="_blank">gibt es hier</a>. Professorin Ehrenreich sagt auch, das Klugmachen von MÃ¤usen sei kein Grund, gesunde Menschen mit Epo zu <span style="text-decoration: line-through;">dopen</span> behandeln.</p>
<p>Der dpa-Text lÃ¤uft heute ganz gut, wie man bei <a title="Suche: Epo, Ehrenreich, GÃ¶ttingen" href="http://news.google.de/news?hl=de&amp;num=100&amp;newwindow=1&amp;q=epo%20ehrenreich%20g%C3%B6ttingen&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;sa=N&amp;tab=wn" target="_blank">Google News</a> nachlesen kann. Allerdings ist die Studie nicht gerade taufrisch. In der Zeit gab es schon vor einem VierteljahrÂ einen ausfÃ¼hrlichen Beitrag u.a. dazu.Â Lesebefehl: <span id="more-4236"></span></p>
<ul>
<li>&#8220;<a title="zeit online, MÃ¤rz 2009: Die gute Seite des BÃ¶sen" href="http://www.zeit.de/2009/14/M-Epo?page=1" target="_blank">Die gute Seite des BÃ¶sen</a>&#8221; von Martin Lindner vom 26. MÃ¤rz 2009.</li>
</ul>
<div>
<blockquote><p>(&#8230;) Einen einzigartigen Einblick in das komplexe Interessengeflecht der Epo-Branche bietet eine teilweise durch den amerikanischen Epo-Hersteller Johnson &amp; Johnson gesponserte Schlaganfallstudie von Ehrenreich und ihren Kollegen. Die Forscher wollten nachweisen, dass Patienten nach einem Hirnschlag durch eine nur dreitÃ¤gige Therapie mit einer bestimmten Epo-Variante &#8211; dem Epoetin alfa &#8211; weniger dauerhafte Defizite zurÃ¼ckbehalten. Bereits vor einigen Jahren hatte eine viel beachtete Pilotstudie diesen Effekt nahegelegt; jetzt sollte er bei rund 500 MÃ¤nnern und Frauen mit akutem Schlaganfall Ã¼berprÃ¼ft werden.</p>
<p>Die Ergebnisse der Untersuchung werden derzeit durch eine Fachzeitschrift begutachtet. Laut einer vorlÃ¤ufigen Analyse waren in der Epo-Gruppe paradoxerweise mehr Patienten gestorben als in der Kontrollgruppe. Die teilweise durch Hirnblutungen bedingten TodesfÃ¤lle seien jedoch nur vermehrt aufgetreten, wenn neben Epo noch ein Medikament zur AuflÃ¶sung von Blutgerinnseln gegeben wurde &#8211; nicht aber bei einer reinen Epo-Therapie, erklÃ¤rte Ehrenreich gegenÃ¼ber dem Fachinformationsdienst Medscape. In einem aktuellen Ãœbersichtsartikel im Fachblatt <em>Neurotherapeutics</em> deuten die Forscher an, dass sich die aus der Pilotstudie bekannten positiven Effekte bestÃ¤tigen lieÃŸen. Details will Ehrenreich wegen des laufenden Publikationsverfahrens zurzeit nicht preisgeben.</p>
<p><strong>Der Ruf von Epo ist so schlecht, dass die Hersteller kein Risiko mehr wagen</strong></p>
<p>All dies wÃ¤re noch nicht sonderlich bemerkenswert. Was die Sache aber pikant macht: Johnson &amp; Johnson hatte nach Bekanntwerden der vorlÃ¤ufigen Ergebnisse prompt eine Warnmeldung an die amerikanischen und europÃ¤ischen ArzneimittelbehÃ¶rden herausgegeben &#8211; ohne RÃ¼cksprache mit den zustÃ¤ndigen Forschern. Zugleich beeilte sich das Unternehmen, in einer Pressemitteilung auf Distanz zu der Untersuchung zu gehen. Zwar habe man das verwendete Medikament sowie Geldmittel beigesteuert, sich aber weder am Design noch an der DurchfÃ¼hrung der Studie beteiligt. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Noch eins: <a title="PrÃ¤sident Rogge sagt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=2296" target="_self">Johnson</a> &amp; <a title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://jensweinreich.de/?p=2237" target="_self">Johnson</a> war Ã¼brigens bis 31. Dezember 2008 TOP-Sponsor des Internationalen Olympischen Komitees.</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Olympias Programmreform: &#8220;transparent, fair, kristallklar&#8221;?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/06/17/olympias-programmreform-transparent-fair-kristallklar/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 08:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorhang auf fÃ¼r Mark Adams, den neuen Kommunikationsdirektor des IOC. Der 45-jÃ¤hrige EnglÃ¤nder, Nachfolger von Giselle Davies und zuletzt Direktor des Weltwirtschaftsforums im Genf, ist seit zwei Wochen im Amt. Zu seiner ersten Pressekonferenz wurde er vom IOC-Generaldirektor Urs Lacotte und Sportdirektor Christophe Dubi flankiert. â€žDie echt komplizierten Fragen stellen sie bitte Urs&#8221;, sagte Adams. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorhang auf fÃ¼r Mark Adams, den neuen Kommunikationsdirektor des IOC. Der <a title="IOC appoints new Director of Communications" href="http://www.olympic.org/uk/news/media_centre/press_release_uk.asp?id=2949" target="_blank">45-jÃ¤hrige EnglÃ¤nder</a>, Nachfolger von <a title="Giselle Davies ..." href="http://jensweinreich.de/?p=955" target="_self">Giselle Davies</a> und zuletzt Direktor des Weltwirtschaftsforums im Genf, ist seit zwei Wochen im Amt. Zu seiner ersten Pressekonferenz wurde er vom IOC-Generaldirektor Urs Lacotte und Sportdirektor Christophe Dubi flankiert. â€žDie echt komplizierten Fragen stellen sie bitte Urs&#8221;, sagte Adams. Da die Binnenpolitik des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) viele komplizierte Fragen bereit hÃ¤lt, erteilte Adams flink Dubi und Lacotte das Wort. Die Reform des olympischen Programms, seit Ewigkeiten diskutiert, kommt einfach nicht voran. IOC-FunktionÃ¤re drehen sich argumentativ im Kreis und verstricken sich in WidersprÃ¼che, die kaum aufzulÃ¶sen sind.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3995" title="Mark Adams, Jacques Rogge, Lausanne, Juni 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/adams-rogge.jpg" alt="" width="500" height="541" /></p>
<p>Auf dem Papier liest sich alles einfach: 26 Sportarten stehen fÃ¼r die Sommerspiele 2012 in London im Programm. Die WeltverbÃ¤nde haben dafÃ¼r 33 VorschlÃ¤ge unterbreitet, Ã¼ber die das IOC-Exekutivkomitee entscheiden kann. Dazu zÃ¤hlen etwa der Teamwettbewerb im Tischtennis oder die Aufnahme des Frauenboxens. Im GroÃŸen und Ganzen ist das unkompliziert, sieht man einmal davon ab, dass der juvenile IOC-Sportdirektor Dubi die Fakten nicht so parat hat. So sprach er von drei Frauen-Gewichtsklassen &#8211; es sind aber fÃ¼nf mit je acht Boxerinnen. Geschenkt.</p>
<p>Viel verzwickter ist das Procedere zur Implementierung zwei neuer Sportarten fÃ¼r die Sommerspiele 2016. <a title="IGF Website" href="http://www.internationalgolffederation.org/" target="_blank">Golf</a>, <a title="IRB Website" href="http://www.irb.com/" target="_blank">Rugby</a>, <a title="WKF Website" href="http://www.karateworld.org/" target="_blank">Karate</a>, <a title="FIR Website" href="http://www.rollersports.org/default.asp?load=41885074A001" target="_blank">Inlineskating</a> und <a title="WSF Website" href="http://www.worldsquash.org/" target="_blank">Squash</a> wollen endlich dabei sein &#8211; <a title="IBAF Website" href="http://www.ibaf.org/" target="_blank">Baseball</a> und <a title="ISF Website" href="http://www.internationalsoftball.com/index.asp" target="_blank">Softball</a> wollen wieder rein, nachdem sie vergangenes Jahr in Peking Abschied nehmen mussten. Alle sieben VerbÃ¤nde prÃ¤sentierten sich am Montag vor dem IOC-Exekutivkomitee. Sie heuerten teure PR-Agenturen an, die weltweit fÃ¼r die Sache trommeln. Der Eingangsbereich zur olympischen Konzernzentrale war verstopft mit Limousinen im Wert von einigen Millionen Euro. Was fÃ¼r ein Fuhrpark, ein Traum fÃ¼r jeden AutohÃ¤ndler.</p>
<p>PrÃ¤sident Jacques Rogge, einst Olympiasegler und Rugby-Nationalspieler,Â hat diese Angelegenheit zur Chefsache gemacht. Er sagte am Dienstagabend, das System sei â€žtransparent, fair und kristallklar&#8221;. TatsÃ¤chlich? Rogge scherzte nicht etwa, er meinte es ernst.</p>
<p><span id="more-3994"></span>Dabei hat dasÂ IOCÂ noch nicht einmal den Bericht der Programmkommission, geleitet vom Italiener Franco Carraro, Ã¶ffentlich gemacht. Carraros Truppe hat, wie schon 2005, die Sommerspiele analysiert und zu allen Sportarten spannende Daten zusammengestellt: TV-Einschaltquoten, Zuschauerzahlen, Vermarktungsdetails, Berichterstattung in Printmedien, kontinentale Verbreitung, TV-Interesse an Weltmeisterschaften und vieles mehr. Aus diesem Datenwust lÃ¤sst sich leicht eine aussagekrÃ¤ftige Rangliste erstellen. Doch niemand ist daran interessiert, die StÃ¤rken und SchwÃ¤chen offen zu legen. Nach Fakten wird im Ringe-Business nicht entschieden, was man immer wieder auch an den Olympiabewerbungen sieht, wo zuletzt 1995 (ausgerechnet Salt Lake City!) die Stadt mit den besten Noten im Evaluierungsbericht gewann, sondern nach politischem KalkÃ¼l.</p>
<p>Das Exekutivkomitee wird auf der nÃ¤chsten Sitzung im August in Berlin festlegen, welche zwei Sportarten es der im Oktober in Kopenhagen tagenden Vollversammlung fÃ¼r 2016 vorschlÃ¤gt. Erst danach soll der Carraro-Bericht verÃ¶ffentlicht werden. Die IOC-Session muss dann mit einfacher Mehrheit entscheiden. Gut mÃ¶glich, dass auch diese Abstimmung zum Hornberger SchieÃŸen gerÃ¤t und endet wie die Sessionen 2002 in Mexiko-Stadt und 2005 in Singapur. Damals hatte Rogge Programmreformen versprochen, scheiterte aber kolossal. Denn letztlich sind alle derzeit 33 olympischen VerbÃ¤nde (26 Sommer, sieben Winter) mit dem Status Quo zufrieden. Ihre Lobbyisten unter den IOC-Mitgliedern sind es auch. Alle VerbÃ¤nde bekommen ihren Anteil vom olympischen Kuchen serviert. Ohne diese Millionen aus den FernsehvertrÃ¤gen des IOC kÃ¶nnten die meisten FÃ¶derationen nicht existieren.</p>
<p>FÃ¼r die abgelaufene Olympiade bis Peking 2008 hat das IOC unter den SommersportverbÃ¤nden 290 Millionen Dollar verteilt. Die VerbÃ¤nde werden in vier Zahlungsklassen unterteilt: In der Kategorie A sind allein die Leichtathleten und erhalten 28,5 Millionen. Die Sportarten der Kategorie B (Basketball, Radsport, FuÃŸball, Turnen, Schwimmen, Tennis, Volleyball) erhalten je 14 Millionen. Zur Kategorie C, dotiert mit 9,4 Millionen, zÃ¤hlen Rudern, Reiten, Handball und Hockey. Der Rest (Gruppe D) erhÃ¤lt je 7,9 Millionen Dollar. Manche VerbÃ¤nde finanzieren sich zu <a title="Lust und Frust: Olympische TV-Milliarden" href="http://jensweinreich.de/?p=2237" target="_self">90 Prozent Ã¼ber diesen olympischen TV-Anteil</a>.</p>
<p>Was also passiert, wenn in Kopenhagen keine Mehrheit fÃ¼r die zwei auserwÃ¤hlten Sportarten zusammenkommt? Erhalten dann jene fÃ¼nf, die vorher aussortiert wurden, eine zweite Chance? Sportdirektor Dubi und Generaldirektor Lacotte wissen es auch nicht so genau. â€žDann muss die Session entscheiden, wie es weitergeht&#8221;, glaubt Dubi. Tags darauf wusste es Rogge besser, oder soll man besser sagen: Er ordnete es an?</p>
<blockquote><p>â€žWenn die Session eine oder zwei Sportarten nicht akzeptiert, dann ist die Sache erledigt. Dann warten wir bis zur nÃ¤chsten Session und auf ein neues Wahlsystem.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dann kÃ¶nnen sich die Olympia-Interessenten erst wieder in vier Jahren bewerben. Sie werden Rogges AnkÃ¼ndigung alarmiert zur Kenntnis nehmen.</p>
<p>AuÃŸerdem: Wenn das passieren sollte, wÃ¤re von 1996 bis 2020 keine Sportart neu ins Programm gekommen!</p>
<ul>
<li>Mein Beitrag in der <strong>Financial Times Deutschland</strong>: Reform des olympischen Programms: <a title="FTD vom 17. Juni 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:Reform-des-olympischen-Programms-Wir-w%E4ren-so-gern-dabei/527891.html" target="_blank">Wir wÃ¤ren so gern dabei</a></li>
<li>Evi Simeoni in der <strong>FAZ</strong>: <a title="FAZ vom 17. Juni 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub906784803A9943C4A3399622FC846D0D/Doc~EB54DCFAF96044459BDB85A2151386C0A~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Wie ein Freier vor einer schÃ¶nen Prinzessin</a></li>
</ul>
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		<title>Samsung &amp; Co: â€œnatural partners&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 14:05:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Achtung, MÃ¼nchen! Achtung, Olympiabewerber! Der Konkurrent SÃ¼dkorea Pyeongchang Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband IAAF und sein tÃ¤ppischer, aber geschÃ¤ftstÃ¼chtiger PrÃ¤sident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost: IAAF signs major marketing partnership with Samsung Monte Carlo &#8211; The IAAF is delighted to announce the conclusion of a [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Achtung, MÃ¼nchen! Achtung, Olympiabewerber! Der <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit fÃ¼r 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Konkurrent</a> <span style="text-decoration: line-through;">SÃ¼dkorea</span> <span style="text-decoration: line-through;">Pyeongchang</span> <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus</a>. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband <a title="IAAF signs major marketing partnership with Samsung" href="http://www.iaaf.org/aboutiaaf/news/newsid=50615.html" target="_blank">IAAF</a> und sein tÃ¤ppischer, aber geschÃ¤ftstÃ¼chtiger PrÃ¤sident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost:</p>
<blockquote><p><strong>IAAF signs major marketing partnership with Samsung</strong></p>
<p>Monte Carlo &#8211; The IAAF is delighted to announce the conclusion of a worldwide marketing partnership with Samsung, the world&#8217;s leading consumer electronicsâ€˜ brand concerning the World Championships in Athletics. Samsung has agreed to become an Official IAAF Partner of the 2009 and 2011 IAAF World Championships in Athletics and the 2010 IAAF World Indoor Championships.</p>
<p>Samsung will also help the above mentioned World Championships events with products andÂ  provide support for the IAAF&#8217;s Continental and National Championships programmes, thus providing a more direct benefit to the IAAF Areas and Member Federations. With the conclusion of this agreement, the IAAF secures its seventh marketing partner for the 2009 World Championships with the other partners being TDK, Toyota, adidas, Epson, Seiko and VTB as well as Official IAAF Supplier, Mondo. (&#8230;)</p>
<p>Samsung Electronics Co., Ltd. is a global leader in semiconductor, telecommunication, digital media and digital convergence technologies with 2008 consolidated sales of US$96 billion. Employing approximately 150,000 people in 134 offices in 62 countries, the company consists of two business units: Digital Media &amp; Communications and Device Solutions. Recognized as one of the fastest growing global brands, Samsung Electronics is a leading producer of digital TVs, mobile phones and TFT-LCDs. For more information, please visit <a href="http://www.samsung.com/">www.samsung.com</a></p>
<p>IAAF President Lamine Diack said: &#8220;I believe that the IAAF and Samsung are natural partners. I am very proud that a top corporation like Samsung, which is already renowned for its work with the Olympic movement, has now agreed to become the partner of athletics, which has such a historic connection with the summer Olympic Games.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Mein Beitrag im <a title="Sportportal des Deutschlandfunks" href="http://www.dradio.de/portale/sport/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> zur Lage der MÃ¼nchner Bewerbung vom Wochenende &#8211; mitÂ O-TÃ¶nen der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Bernhard Schwank und Richard Adam sowie DOSB-General Vesper, eingeholt nach der letzten <a title="Notizen vom Sportausschuss (9): &quot;Berlino ist ein Klasse-SympathietrÃ¤ger&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3814" target="_self">Sportausschuss-Sitzung</a>:</p>
<p><a title="DLF vom 16. Mai 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/16/dlf_20090516_1952_be4e8df1.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Erst am 15. Oktober ist Bewerbungsschluss fÃ¼r Interessenten an den Winterspielen in neun Jahren. Bislang sieht es nach einem historischen geringen Interesse und deshalb schon rein rechnerisch nach einer guten Chance fÃ¼r MÃ¼nchen aus. MÃ¼nchens Olympiabewerber stellten sich in dieser Woche im Sportausschuss des Bundestages vor.</p>
<p>Bisher stehen nur Pyeongchang aus SÃ¼dkorea und Annecy in Frankreich als Konkurrenten fest. Das kann sich allerdings Ã¤ndern, vielleicht sogar noch Anfang Oktober nach der IOC-Entscheidung Ã¼ber die Sommerspiele 2016. Bernhard Schwank, einer von zwei GeschÃ¤ftsfÃ¼hrern der MÃ¼nchner Bewerbergesellschaft: &#8220;Also im Moment ist klar, mit wem wir nicht rechnen mÃ¼ssen. NÃ¤mlich mit Norwegen, mit Schweden und der Schweiz, die alle deutlich signalisiert haben, dass sie sich fÃ¼r 2018 nicht bewerben werden. Es gibt immer wieder Hinweise aus Kasachstan mit Almaty. Es gibt aus unserer Sicht keine Hinweise, dass zum Beispiel Harbin, das jetzt die Winter-Universiade ausgetragen hat, sich bewerben wird. Bleibt also aus unserer Sicht der 15. Oktober abzuwarten &#8211; und dann wissen wir es.&#8221;</p>
<p>Die grÃ¶ÃŸte Gefahr fÃ¼r MÃ¼nchens Bewerbung bleibt ein <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Olympiasieg von Madrid</a>. Wenn die spanische Hauptstadt die Sommerspiele 2016 bekommt, sinken MÃ¼nchens Chancen exorbitant, weil die Spiele nach London, Sotschi und Madrid sicher nicht zum vierten Mal in Folge in Europa ausgetragen wÃ¼rden. Und diese Gefahr ist in dieser Woche gestiegen, weil sich das Exekutivkomitee der EuropÃ¤ischen Nationalen Olympiakomitees auf seiner Sitzung in Dubrovnik klar zur UnterstÃ¼tzung Madrids ausgesprochen hat.</p>
<p><span id="more-3886"></span>In MÃ¼nchen will man die internationalen VorgÃ¤nge nicht kommentieren, sondern sich auf die eigene Arbeit konzentrieren. Richard Adam, der zweite GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer: &#8220;Alles was jetzt ist, ist Spekulation. Wir wissen es im Oktober und dann kÃ¶nnen wir die Sache beurteilen. Weil es kann bis Oktober auch noch Ãœberraschungen geben. Wir wissen es einfach nicht.&#8221;</p>
<p>WÃ¤hrend Schwank fÃ¼r das technische Konzept zustÃ¤ndig ist, kÃ¼mmert sich Adam, ein Tourismusfachmann, um das Marketing und auch um die Finanzen. Der Finanzplan fÃ¼r eine etwaige Ausrichtung der Spiele, also die Erstellung von <a title="Finanzierung Olympischer Spiele" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">Organisations- und Infrastrukturetat</a>, wurde gerade ausgeschrieben. Belastbare Zahlen gibt es noch nicht. Die Hochrechnungen in den <strong><a title="Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/?p=2889" target="_self">Arbeitsgruppen der bayerischen Staatskanzlei und des Bundesinnenministeriums sind nicht bekannt</a></strong>.</p>
<p>Inzwischen beschÃ¤ftigt die Bewerber GmbH zwÃ¶lf Mitarbeiter. Und Adam reagiert auf Fragen nach den Finanzen schon ziemlich genervt &#8211; auch deshalb, weil es selbst in der Region Bayern schwer fÃ¤llt, die 30 Millionen Euro fÃ¼r die Bewerbungsphase einzutreiben. &#8220;Was die Finanzen betrifft. Es ist doch letztlich so, dass wir nicht in der GoldgrÃ¤bersituation sind, weltweit. Insofern tue ich mich immer schwer, wenn Leute, die dem Sport verbunden sind, immer so genÃ¼sslich, fast sadistisch auf dieser Frage herumreiten. Fest steht, wir mÃ¼ssen uns nicht mit RÃ¼cklagen beschÃ¤ftigen und stillen Reserven, wie sie angelegt werden. Aber es steht genauso gut fest, was wir zum Arbeiten brauchen, das haben wir. Es wird nicht bis zum Jahr 2011 reichen, deswegen mÃ¼ssen wir uns auch strecken, um die Finanzierung fÃ¼r die gesamte Bewerbung noch letztlich einzutreiben. Aber das gehÃ¶rt einfach dazu zu diesem GeschÃ¤ft.&#8221;</p>
<p>Zuletzt sind drei deutsche Bewerbungen &#8211; Berchtesgaden, Berlin und <a title="Das Ergebnis heiÃŸt ... Leipzig" href="http://jensweinreich.de/?p=192" target="_self">Leipzig</a> &#8211; desastrÃ¶s gescheitert. Am Ende aller drei Bewerbungen wiesen RechnungshÃ¶fe und Untersuchungskommissionen die kolossale Verschwendung von Steuermitteln nach. Gegen diese Tradition hat sich MÃ¼nchen zu behaupten. Michael Vesper, Generaldirektor des Hauptgesellschafters, des Deutschen Olympischen Sportbundes.</p>
<p>&#8220;Es ist schwieriger geworden, in Zeiten dieser riesigen Finanz- und Wirtschaftskrise Mittel einzuwerben und FÃ¶rderer zu gewinnen. Gerade deswegen kann man zufrieden sein mit dem bisher erreichten Stand der Zusagen, die noch nicht immer VertrÃ¤ge sind. Aber worauf sie anspielen, das ist ja die Verwendung von Steuergeldern. Bislang sind noch keine Steuergelder in diese Bewerbung geflossen. Es ist deswegen nach wie vor der Wille und die Absicht aller Gesellschafter, dass diese Bewerbung, wie das MÃ¼nchen ja versprochen hat, aus privaten Mitteln finanziert wird.&#8221;</p>
<p>NatÃ¼rlich flieÃŸen Steuermittel in die Bewerbung, verkappt und teilweise auch direkt. Ein Beispiel: Die Bob- und Rodelbahn am KÃ¶nigssee wird mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung saniert. Im Vergleich zum Projekt Leipzig 2012, fÃ¼r das bis zu 14 Milliarden Euro nÃ¶tig gewesen wÃ¤ren, wÃ¼rde die Austragung von Winterspielen allerdings bedeutend billiger sein. Aus der Erfahrung Leipzig habe der Sport in vielerlei Hinsicht gelernt &#8211; behaupten die SportfunktionÃ¤re.</p>
<p>&#8220;Wir haben gelernt, dass eine solche Bewerbung nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie nicht nur vom gesamten Sport, sondern von der gesamten Nation getragen wird. Wenn es darum keine politischen ScharmÃ¼tzel gibt, sondern wenn es einen Ã¼bergreifenden Willen gibt, diese Bewerbung zum Erfolg zu fÃ¼hren. Und diesen Eindruck habe ich bei der Bewerbung MÃ¼nchens um die Paralympics und die Olympischen Winterspiele im Jahr 2018.&#8221;</p>
<p>Vesper selbst hat damals als Minister in NRW die Bewerbung von DÃ¼sseldorf/Rheinruhr unterstÃ¼tzt. Schwank wurde kurz vor der Entscheidung im innerdeutschen Wettbewerb, im FrÃ¼hjahr 2003, Verwaltungschef des damaligen NOK.</p>
<p>&#8220;Als ich GeneralsekretÃ¤r wurde, daran kann ich mich noch erinnern, da war die Leipzig-Bewerbung weit fortgeschritten. Und wenn ich das so sagen darf: Die Fehler waren bereits gemacht. Und diese Fehler, die in der Grundausrichtung der Leipziger Bewerbung lagen und auch im Verfahren, dass da vorgeschaltet wurde, die haben wir, glaube ich, dieses Mal nicht gemacht, die haben wir vermieden. Und deswegen ist auch der Start und das weitere Vorgehen dieser Bewerbung zurzeit so stark und lÃ¤uft auf den richtigen Bahnen.&#8221;</p>
<p>FÃ¼r Schwank wird es in den nÃ¤chsten Monaten Ã¼brigens doppelt schwer. Denn er ist nicht nur OlympiageschÃ¤ftsfÃ¼hrer, sondern als Chef de Mission auch fÃ¼r das deutsche Team bei den Winterspielen 2010 in Vancouver verantwortlich.</p>
<p>&#8220;Im Moment ist die Arbeit als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der Olympiabewerbung ein Fulltimejob und mehr als das. Als ich noch beim DOSB gearbeitet habe, haben wir schon an der Vorbereitung Vancouver gesessen und viele, viele Dinge schon auf den Weg gebracht. Dort gibt es hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen, die das weiter treiben. Mit denen bin ich regelmÃ¤ÃŸig in Kontakt und lasse mich informieren, fÃ¼hre aber auch selbst mit den VerbÃ¤nden von Zeit zu Zeit PlanungsgesprÃ¤che, um da voll auf dem Laufenden zu bleiben.&#8221;</p>
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		<title>Finanzierung Olympischer Spiele: â€œWir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 07:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum HÃ¶ren: : Zum Lesen:Â EinÂ Hintergrund Politik von mir im Deutschlandfunk zum Thema &#8220;Die Finanzierung von Mega-Events in Krisenzeiten&#8221;. (Ich denke, dass ich den Beitrag spÃ¤ter noch mit einigen Zahlen und Links aufhÃ¼bsche.) Olympische Spiele sind die grÃ¶ÃŸte Showveranstaltung auf Erden. Nur 17 Tage dauern die Sportfeste &#8211; und kosten doch jeweils viele Milliarden Dollar. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zum HÃ¶ren:</em></p>
<p><em><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/05/dlf_20090505_1840_86f0052d.mp3" target="_self">:</a></em></p>
<p><em>Zum Lesen:Â EinÂ </em><a title="DLF Hintergrund Politik" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/" target="_blank"><em>Hintergrund Politik</em></a><em> von mir im Deutschlandfunk zum Thema &#8220;Die Finanzierung von Mega-Events in Krisenzeiten&#8221;. (Ich denke, dass ich den Beitrag spÃ¤ter noch mit einigen Zahlen und Links aufhÃ¼bsche.)</em></p>
<p>Olympische Spiele sind die grÃ¶ÃŸte Showveranstaltung auf Erden. Nur 17 Tage dauern die Sportfeste &#8211; und kosten doch jeweils viele Milliarden Dollar. Die Finanzierung von Olympischen Spielen ist, historisch betrachtet, immer ein Risiko. Das kanadische Montreal beispielsweise, Ausrichter der Sommerspiele 1976, brauchte drei Jahrzehnte, um seine Schulden zu tilgen. KÃ¼nftige OlympiastÃ¤dte wie Vancouver, London und Sotschi Ã¤chzen derzeit unter der Last ihrer Verpflichtungen. Die Wirtschaftskrise gefÃ¤hrdet zahlreiche Projekte, notdÃ¼rftig werden die LÃ¶cher gestopft. GroÃŸspurige Versprechen von Finanzinvestoren wurden zu Makulatur.</p>
<p>Deshalb erweisen sich in Vancouver, wo im Februar 2010 die nÃ¤chsten Winterspiele stattfinden, und in London, Gastgeber der Sommerspiele 2012, der Bau der olympischen DÃ¶rfer als die grÃ¶ÃŸten Probleme. Und in Sotschi, Austragungsort der Winterspiele 2014, musste die Stadtverwaltung gerade einrÃ¤umen, dass es wegen Geldmangels zu weiteren VerzÃ¶gerungen kommt. Die schlechten Nachrichten hÃ¤ufen sich. Der Besitzer der Spiele aber, das Internationale Olympische Komitee (IOC), wÃ¤hnt sich in Sicherheit. Marketingchef Gerhard Heiberg aus Norwegen sieht keinen Grund fÃ¼r Ã„nderungen am olympischen Vermarktungsprogramm:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich glaube nicht, denn wir haben ja VertrÃ¤ge fÃ¼r vier und acht und zwÃ¶lf Jahre. Und so lange wird diese Krise wahrscheinlich nicht dauern. Eigentlich haben wir nichts zu Ã¤ndern. Warten wir jetzt ab. Zurzeit bereuen wir nichts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Von seinen Marketingeinnahmen &#8211; knapp fÃ¼nf Milliarden Dollar im Olympiazyklus 2009 bis 2012 &#8211; Ã¼berweist das IOC rund ein Drittel an die OlympiastÃ¤dte: Vancouver bekommt eine halbe Milliarde, London rund eine Milliarde Dollar. Mehr gibt es nicht. Die restlichen Milliarden werden in der so genannten olympischen Familie verteilt: unter 33 WeltsportverbÃ¤nden und 205 Nationalen Olympischen Komitees. Das IOC behÃ¤lt etwa sieben Prozent.</p>
<p>Das IOC hat einige Millionen Dollar am Finanzmarkt verzockt, etwa in Fonds des BetrÃ¼gers Bernard Madoff. Doch dieser Verlust hÃ¤lt sich in Grenzen. Zwar haben vier Firmen ihre SponsorenvertrÃ¤ge nicht verlÃ¤ngert &#8211; dafÃ¼r aber sprangen andere ein, und die zahlen sogar noch mehr. Der belgische IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge sorgt sich deshalb nicht um die Finanzen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die IOC-Finanzen sind gesichert. Wir haben 405 Millionen Dollar RÃ¼cklagen. Sie wissen, dass ich ein sehr vorsichtiger Mensch bin. Die Weltlage ist nicht vorherzusehen. Ich habe keine Kristallkugel. Im Moment gilt: Es gibt kein ernstes Problem.&#8221;</p></blockquote>
<p>Rogge wird kaum etwas anderes erklÃ¤ren, solange das Interesse an den Spielen ungebrochen bleibt. Selbst in Krisenzeiten bewerben sich StÃ¤dte und Nationen um Olympische Spiele, die als Image- und Infrastrukturprogramm betrachtet werden. FÃ¼r die Sommerspiele 2016 gab es sieben Bewerber: Prag, Doha und Baku wurden vor einem Jahr aussortiert. Derzeit prÃ¼ft eine IOC-Kommission die vier Finalisten: Chicago, Tokio, Rio de Janeiro und Madrid &#8211; ein erlesener Wettbewerb.</p>
<p>Brasilien zum Beispiel will in den kommenden Jahren 250 Milliarden Dollar in seine Infrastruktur investieren. FÃ¼nf Prozent dieser Summe sollen in das olympische Abenteuer flieÃŸen. Also wird Rios ehrgeiziger Gouverneur Sergio Cabral es nicht leid, den IOC-PrÃ¼fern immer wieder zu versprechen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir wissen, dass Etat-Probleme das Letzte sind, Ã¼ber das in diesem Finanzklima jemand reden will. Rios Olympia-Etat ist komplett, ehrlich, realistisch und transparent. Er enthÃ¤lt alle Investitionen und die Regierung wird jedes Defizit ausgleichen. Wir richten sogar noch einen Startup-Fonds fÃ¼r das Organisationskomitee mit 700 Millionen Dollar ein!&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-3771"></span>700 Millionen Dollar fÃ¼r ein Startup &#8211; so lÃ¤uft das immer bei Olympischen Spielen. Ohne derartige Gaben ist man chancenlos. Auch Juan Antonio Samaranch Junior, der Sohn des gleichnamigen IOC-EhrenprÃ¤sidenten, verspricht &#8211; was die Bewerbung Madrids betrifft &#8211; den IOC-Kommissaren das Blaue vom Himmel.</p>
<blockquote><p>&#8220;In Madrid sind mehr als 77 Prozent der olympischen StÃ¤tten bereits gebaut oder werden gerade fertiggestellt. Der Etat ist abgesegnet, die Finanzquellen klar. Unser Budget fÃ¼r Olympiabauten liegt unter 300 Millionen Dollar! Es ist schon alles da, alles finanziert. In diesen sehr unsicheren Zeiten glaube ich, dass Madrid Sicherheit bieten kann. Sicherheit ist heutzutage ein groÃŸes Plus, fÃ¼r jedes Projekt im Leben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sicherheit? Samaranch Junior muss es wissen. Denn im Hauptberuf ist er, nun ja: Investmentbanker. Ein delikater Job.</p>
<blockquote><p>&#8220;NatÃ¼rlich muss man beunruhigt sein, denn die olympische Bewegung ist Teil der Gesellschaft und nicht immun gegen die Krise. Dennoch: Heute, und ich kann nur fÃ¼r den Augenblick sprechen, sehen die Olympiafinanzen sehr gesund aus. Das IOC hat aus dem Sommerspielen 2008 sehr viel Geld an die SportverbÃ¤nde und die Nationalen Olympischen Komitees verteilt. Ich muss schon sagen: Wir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das &#8220;privilegierte VÃ¶lkchen&#8221; wird stÃ¤ndig von den GrÃ¶ÃŸen der Weltpolitik umgarnt. Im Oktober vergibt die IOC-Vollversammlung in Kopenhagen die Sommerspiele 2016. Als Stargast auf dieser IOC-Session wird US-PrÃ¤sident Barack Obama erwartet. Obama hat in seiner Heimatstadt Chicago schon im Juni vergangenen Jahres, damals noch als PrÃ¤sidentschaftskandidat, ein Ã¶ffentliches Versprechen gegeben: Er will im Sommer 2016, am Ende seiner zweiten Amtszeit als US-PrÃ¤sident im Olympiastadion von Chicago die Sommerspiele erÃ¶ffnen. &#8220;Let the Games begin!&#8221; Zuletzt haben zwei hochkarÃ¤tige Politiker erfolgreich vor dem IOC um Olympia gebuhlt:</p>
<p>Im Juli 2005 half GroÃŸbritanniens Regierungschef Tony Blair auf der IOC-Session in Singapur, die Sommerspiele 2012 nach London zu holen. Er wurde belohnt. Im Juli 2007 war es Russlands PrÃ¤sident Wladimir Putin, der auf der IOC-Session in Guatemala die Winterspiele 2014 fÃ¼r Sotschi akquirierte. Putin versprach:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir garantieren, dass die SportstÃ¤tten pÃ¼nktlich fertig werden. Wir stellen dafÃ¼r rund zwÃ¶lf Milliarden Dollar zur VerfÃ¼gung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und IOC-PrÃ¤sident Rogge belohnte auch ihn.</p>
<p>Wer zÃ¤hlt die Versprechen, wer die Milliarden?</p>
<p>Der russische Staat hat inzwischen die FÃ¶rderung fÃ¼r Sotschi drastisch zurÃ¼ckgefahren &#8211; die Rede ist nur noch von sechs Milliarden Euro. Von den Milliarden, die Oligarchen in die Region pumpen wollten, spricht niemand mehr. In London wurde schon wÃ¤hrend der Bewerbung ein Regierungsbericht geheim gehalten, der besagte, dass Mega-Events wie Olympische Spiele keine Gewinne abwerfen. Es gehe dabei &#8220;mehr ums Feiern als um wirtschaftlichen Nutzen&#8221;. Das Prinzip &#8220;Brot und Spiele&#8221; halt. Inzwischen haben sich die olympiabedingten Kosten in London fast vervierfacht, von 2,7 auf 10,4 Milliarden Euro &#8211; Tendenz steigend. Olympiaministerin Tessa Jowell musste sich vorwerfen lassen, Parlament und die Ã–ffentlichkeit hinters Licht gefÃ¼hrt zu haben.</p>
<p>Olympische Spiele sind kein Wettbewerb der Wahrheiten. Eine seriÃ¶se Diskussion Ã¼ber Kosten und Risiken wird durch die Transparenzprobleme der Branche erschwert. Erst kÃ¼rzlich hat die Nichtregierungsorganisation &#8220;One World Trust&#8221; das IOC in einer unabhÃ¤ngigen Studie zum intransparentesten von 30 getesteten, weltweit operierenden Unternehmen gekÃ¼rt.</p>
<p>Der vermeintliche Nutzen wird schÃ¶n gerechnet &#8211; die Risiken werden herunter gespielt. Wer Olympische Spiele und andere GroÃŸereignisse wie FuÃŸball-Weltmeisterschaften als Infrastrukturprogramm betrachtet, mag langfristig durchaus messbare positive Effekte verzeichnen. Kurzfristig aber ist die Bilanz negativ. DarÃ¼ber dÃ¼rfen die stets geschÃ¶nten Rechnungen der Organisatoren nicht hinweg tÃ¤uschen.</p>
<p>Helmut Digel ist Direkter des Instituts fÃ¼r Sportwissenschaften der UniversitÃ¤t TÃ¼bingen. Als ehemaliger VizeprÃ¤sident des Leichtathletik-Weltverbandes, verantwortlich fÃ¼r Marketing, hat er Erfahrungen mit der Austragung von Sport-GroÃŸveranstaltungen gesammelt.</p>
<blockquote><p>&#8220;In der Tat gibt es ganz wenige verlÃ¤ssliche Studien, die aufzeigen, welche Ã¶konomischen Gewinne sich mit sportlichen GroÃŸereignissen erzielen lassen. Wir haben bis heute noch keine nachvollziehbare Abrechnung der Weltmeisterschaft im FuÃŸball. Und wenn man Peking nun betrachtet, da wird es ausgesprochen schwierig sein, vor dem Hintergrund der Daten, die zugÃ¤nglich sind, eine volkswirtschaftlich solide Abrechnung bezogen auf dieses GroÃŸereignis vorzulegen. Aber die seriÃ¶sen Volkswirtschaftler, die auf diesem Gebiet auch eine gewisse wissenschaftliche Expertise aufweisen, die Anerkennung gefunden hat, die haben schon lÃ¤ngst davor gewarnt, vor Ã¼berzogenen Erwartungen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Um im hektischen NachrichtengeschÃ¤ft die Ãœbersicht zu bewahren, ist es hilfreich, die beiden wichtigsten Kategorien einer Olympia-Finanzierung zu unterscheiden:</p>
<p>Es gibt den Organisationsetat, kurz: OCOG-Etat genannt, und den Infrastrukturetat, oder Non-OCOG-Etat. Organisationsetats werden von Olympiabewerbern in der Regel mit 1,8 bis 3 Milliarden Dollar veranschlagt. Die tatsÃ¤chlichen Olympiakosten betragen ein Vielfaches.</p>
<p>Der OCOG-Etat soll alle Kosten der unmittelbaren Organisation von der ErÃ¶ffnungs- bis zur Schlussfeier umfassen. Die Kosten fÃ¼r die meisten SportstÃ¤tten jedoch, sogar fÃ¼r Olympiastadien, werden dem Non-OCOG-Etat zugeschlagen, weil es sich bei derartigen Anlagen, so die IOC-Logik, um &#8220;nichtolympiabedingte&#8221; Investitionen handele.</p>
<p>So wird sichergestellt, dass Organisationskomitees Gewinne ausweisen. Es ist alles eine Frage der Buchungstechnik: Was nicht in den OCOG-Etat passt, wird in den Non-OCOG-Etat ausgelagert. Manche Ausrichter fÃ¼hren sogar einen dritten Etat, eine Art nationalen Infrastrukturplan.</p>
<p>Zwei Beispiele aus Deutschland: Leipzig, nationaler Bewerber fÃ¼r die Sommerspiele 2012, kalkulierte einst mit dem Ã¼blichen OCOG-Etat von rund 2 Milliarden Dollar. Der Non-OCOG-Etat aber, inklusive aller &#8220;nichtolympiabedingten&#8221; und &#8220;olympiabedingten&#8221; Kosten, wurde der Ã–ffentlichkeit verschwiegen: Denn die Planer in Bundesinnenministerium und sÃ¤chsischer Staatskanzlei hatten Gesamtkosten von 9 bis 13 Milliarden Euro Ã¼berschlagen.</p>
<p>Belastbare Zahlen des kommenden Olympiabewerbers MÃ¼nchen, der ab Herbst in den offiziellen Wettkampf um die Winterspiele 2018 eintritt, liegen nicht vor. Ein Finanzierungskonzept wird erst erstellt. Das Versprechen lautet: Die Bewerbungskosten von 30 Millionen Euro werden komplett aus der Wirtschaft generiert. MÃ¼nchens OberbÃ¼rgermeister Christian Ude im Sommer vergangenen Jahres:</p>
<blockquote><p>&#8220;30 Millionen, die man ja auch in Kinderkrippen und KindergÃ¤rten umrechnen kann, dÃ¼rfen nicht aus Steuermitteln aufgewendet werden. Unser Ziel ist ja, den Betrag vollstÃ¤ndig aus Sponsorengeldern zu decken. Das ist eine MÃ¶glichkeit auch fÃ¼r unsere Sponsoren, international aufzutreten. Und die Bereitschaft mitzumachen, ist selbst fÃ¼r mich erstaunlich groÃŸ.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Zahlen sind nicht Ã¼berzeugend. Nur ein kleiner Teil dieser Summe wurde bisher erlÃ¶st. Also wird die Bewerbung schon jetzt mit Ã¶ffentlichen Mitteln und Leistungen Ã¶ffentlicher Unternehmen alimentiert.</p>
<p>Derartige Konflikte aber interessieren das IOC kaum. Denn Olympia braucht, anders als der Bankensektor in der Krise, keinen Rettungsplan. Olympia funktioniert schon immer nach dem Prinzip des &#8220;Bail-outs&#8221;: Was auch passiert &#8211; die Zeche begleichen die Steuerzahler. Helmut Digel:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Sport ist heute ohne Ã¶ffentliche UnterstÃ¼tzung nicht denkbar als moderner Hochleistungssport. Wenn man die 210 Mitgliedsnationen bei den Olympischen Spielen etwas genauer betrachtet, so wird es vermutlich keine einzige Nation geben, die ihre Vorbereitung nicht mittels staatlicher Mittel unternimmt. Das heiÃŸt: Der Steuerzahler ist im Wesentlichen der Garant der Olympischen Bewegung. Das wird viel zu selten gewÃ¼rdigt und geschÃ¤tzt. Und gerade mit Blick auf den Steuerzahler stellt sich natÃ¼rlich die Frage, ob in wirtschaftlich schwierigen Zeiten man die Mittel zugunsten einer Sportbewegung verwenden darf, die sich selbst in Frage stellt &#8211; durch Korruption, durch Dopingbetrug, durch Gewaltausschreitungen, also durch eine ganze Reihe von Risiken, die ganz ohne Zweifel im Sport existieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Olympische Spiele sind, sachlich betrachtet, ein globales Franchise-Unternehmen. Die Spiele mit all ihren Insignien und Symbolen bleiben Eigentum des IOC, das alle zwei Jahre den Ausrichtern von Winter- und Sommerspielen die Nutzung seines GeschÃ¤ftskonzeptes erlaubt. Im Kern lÃ¤uft das nicht anders ab als bei Fastfood-Ketten, wo nach genau festgelegter Rezeptur produziert werden muss. Die Rezeptur der Spiele liefert das IOC-Grundgesetz, die Olympische Charta.</p>
<p>Der EnglÃ¤nder Michael Payne war gut zwei Jahrzehnte hauptamtlicher Marketingchef des IOC. Er arbeitet inzwischen fÃ¼r Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Payne hat Anfang der 80er Jahre, nachdem sich Olympia dem Kommerz geÃ¶ffnet hatte, die GrundsÃ¤tze der olympischen Vermarktung ausgearbeitet.</p>
<blockquote><p>&#8220;Franchise ist eine sehr gute Beschreibung. Das IOC ist der Franchisegeber &#8211; die Organisationskomitees, AusrichterstÃ¤dte und LÃ¤nder sind die Franchisenehmer. Das GeschÃ¤ft der Vertragspartner besteht darin, erfolgreiche Olympische Spiele auszurichten. Ich habe das oft so beschrieben. Wenn man es einem AuÃŸenstehenden erklÃ¤ren soll, passt dieses Franchisemodell ziemlich genau.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Franchisegeber IOC verlangt bereits von Bewerbern die bedingungslose Unterwerfung und zahlreiche Regierungsgarantien. Im Vertrag mit dem Olympiaausrichter lautet die Grundregel: Der Franchisenehmer trÃ¤gt das volle finanzielle Risiko. Das IOC ist nicht in Regress zu nehmen.</p>
<p>Das IOC verlangt zum Beispiel diese Regierungsgarantien:</p>
<ul>
<li>Die Verpflichtung, alle Sicherheits-, medizinischen-, Zoll- und andere regierungsbezogenen Dienstleistungen bereitzustellen, ohne dass dem Organisationskomitee (OCOG) Kosten entstehen.</li>
<li>Die Verpflichtung, alle den Ã¶ffentlichen BehÃ¶rden gehÃ¶renden sportlichen und nicht-sportlichen Veranstaltungsorte dem OCOG zur VerfÃ¼gung zu stellen, entweder kostenlos oder fÃ¼r Mietkosten, die vorher durch das IOC genehmigt werden mÃ¼ssen.</li>
<li>Eine BÃ¼rgschaft fÃ¼r die Ãœbernahme eines mÃ¶glichen wirtschaftlichen Verlustes im OCOG-Etat.</li>
<li>Die Verpflichtung, die Entwicklung der Infrastruktur zu Ã¼bernehmen und zu finanzieren.</li>
</ul>
<p>Wegen finanzieller Probleme wurden erst einmal Olympische Spiele zurÃ¼ckgegeben: In einem Referendum stimmten im November 1972 die BÃ¼rger des US-Bundesstaates Colorado gegen eine Finanzierung aus Steuermitteln. Also gab Denver die Winterspiele 1976 zurÃ¼ck, die dann in Innsbruck ausgetragen wurden.</p>
<p>Derartige UnfÃ¤lle kÃ¶nnen sich heute nicht wiederholen, obgleich die Kosten exorbitant steigen &#8211; dafÃ¼r sorgt das IOC in seinem Regelwerk, das Volksentscheide praktisch ausschlieÃŸt. Helmut Digel:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das IOC ist gut beraten, wenn ein Modell fÃ¼r die olympische Bewegung entwickelt wird, dass auch eine Nation mit 20 Millionen Einwohnern Olympische Spiele ausrichten kann. Wenn man Olympische Spiele nicht auch in der Schweiz ausrichten kann, oder nicht auch in BrÃ¼ssel ausrichten kann, dann ist die olympische Idee fÃ¼r meine Begriffe in Frage gestellt. Ich glaube, genau daran muss man es messen. Dass man mit diesen 10.500 Athleten und dem Medienaufwand, den man mit Olympischen Spielen verbindet, einen Weg sucht, der auch machbar ist unter dem Aspekt kleinerer VerhÃ¤ltnisse. Dann hat die olympische Bewegung eine Zukunft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Digel ist ein einsamer Rufer in der WÃ¼ste. Selbst IOC-PrÃ¤sident Rogge ist mit seinem ursprÃ¼nglichen Plan, die Spiele kleiner und feiner zu machen, gescheitert. In den vergangenen Jahren ist Olympia gigantischer geworden. Und damit steigen auch die Gefahren.</p>
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		<title>Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 05:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-3412 alignleft" style="margin: 5px;" title="Dick Ebersol, screenshot NBC" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/ebersol.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="284" height="322" align="right" />Manche bezeichnen <a title="Wikipedia, Dick Ebersol" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dick_Ebersol" target="_blank">Dick</a> <a title="Biografie Dick Ebersol auf NBC Universal" href="http://www.nbcuni.com/About_NBC_Universal/Executive_Bios/ebersol_dick.shtml" target="_blank">Ebersol</a>, Sportchef von NBC Universal, als den eigentlichenÂ BossÂ im GeschÃ¤ft mit den olympischen Ringen. Ebersol hat bislang diese olympischen TV-Rechte fÃ¼r die USA erworben und besorgte damit mehr als die HÃ¤lfte sÃ¤mtlicher IOC-Einnahmen:</p>
<ul>
<li>1988, Seoul: 300 Mio $</li>
<li>1992, Barcelona: 401 Mio $</li>
<li>1996, Atlanta: 456 Mio $</li>
<li>2000, Sydney: 705 Mio $</li>
<li>2002, Salt Lake City: 545 Mio $</li>
<li>2004, Athen: 793 Mio $</li>
<li>2006, Turin: 613 Mio $</li>
<li>2008, Peking: 894 Mio $</li>
<li>2010, Vancouver: 820 Mio $</li>
<li>2012, London: 1181 Mio $</li>
</ul>
<p>Wenn ich diesmal richtig addiert habe, sind das bislang 6,7 Milliarden Dollar gewesen, zuzÃ¼glich jener 160 Millionen (mindestens), die NBC fÃ¼r 2009-2012 zusÃ¤tzlich als Partner des IOC-Sponsorenprogramms zahlt. <em>(Es lohnt sich immer wieder, den Taschenrechner zu bemÃ¼hen, denn </em><a title="Zeit online, 29. MÃ¤rz 2009: Big Spender in Turnschuhen" href="http://www.zeit.de/online/2009/14/ioc-ebersol-rogge-london-chicago" target="_blank"><em>hier habe ich mich leider doch wieder verrechnet</em></a><em>, weil ich Seoul und Barcelona vergaÃŸ.)</em></p>
<p>Ich habe Ebersol vergangene Woche in Denver zugehÃ¶rt und beobachtet &#8211; und dies notiert:</p>
<p>Der Boss trÃ¤gt Turnschuhe. Als Sebastian Coe den hoch aufgeschossenen Grauschopf im Foyer des Hyatt Regency Hotels erblickt, schnÃ¼rt er umgehend in dessen NÃ¤he. Der Boss tÃ¤tschelte Coe, den er um KopfeslÃ¤nge Ã¼berragt, wohlwollend die Schulter. Ein putziges PÃ¤rchen geben die beiden ab: Lord Coe, Olympiasieger und Cheforganisator der Sommerspiele 2012 in London (und <a title="Ethik-Pause fÃ¼r Lord Coe" href="http://jensweinreich.de/?p=2990" target="_self">beurlaubter Chef</a> der <a title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Fifa-Ethikkommission</a>), und der Big Spender der olympischen Bewegung, der seit 1993 schon <span style="text-decoration: line-through;">6,2</span> 6,7 Milliarden Dollar in den Zirkus gepumpt hat: Dick Ebersol, 61, Sportchef des TV-Giganten NBC Universal.</p>
<p>Tags darauf, als Ebersol auf der Messe Sportaccord ein Interview gibt, erinnert er an sein Treffen mit Lord Coe. GÃ¶nnerhaft merkt er an, niemand mÃ¼sse fÃ¼rchten, dass NBC in London den Zeitplan Ã¤ndere, um nachts um eins die Puppen tanzen zu lassen, damit Olympiafinals zur Primetime an der amerikanischen OstkÃ¼ste live Ã¼bertragen werden kÃ¶nnen. Gespannte Stille im Saal. â€žKeine Sorge&#8221;, schiebt Ebersol nach, â€žwir werden das niemals tun.&#8221; Er lacht als einziger Ã¼ber diese Bemerkung.</p>
<p>Er versucht sich noch an anderen Witzchen. So sagt er, das Beste wÃ¤re, Olympia wÃ¼rde immer in Amerika ausgetragen. Dann stimme die Quote, NBC wÃ¤re glÃ¼cklich, auch in Europa und Asien kÃ¶nne man sich damit arrangieren. Wieder lacht er. Und fÃ¼gt an: â€žBitte schreiben sie, dass ich es witzig gemeint habe. Das ist keiner dieser dubiosen Ebersol-PlÃ¤ne.&#8221;</p>
<p>Wer zahlt, der bestimmt mit Ã¼ber die Regeln. Zumal wenn es sich um einen so unbescheidenen, genialen Vordenker wie Ebersol handelt. Als Rechercheur fÃ¼r den damaligen Olympiasender ABC hat er 1967 angefangen und schnell begriffen, was es fÃ¼r gelungene OlympiaÃ¼bertragungen braucht. â€žKuriositÃ¤ten&#8221;, ruft er einem Verbandsvertreter zu, der ihn um Tipps fÃ¼r die TV-Darstellung bittet: â€žKuriositÃ¤ten mÃ¼ssen sie liefern. Einzigartige Geschichten!&#8221; Er nennt ein Beispiel: Die Michael-Phelps-Saga auf NBC wurde mit einer Homestory Ã¼ber â€ždie LiebesaffÃ¤re mit seinem Hund&#8221; eingeleitet.</p>
<p><span id="more-3411"></span>Ebersol erzÃ¤hlt, wie er IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge schon im Sommer 2001, bei dessen Antrittsbesuch in den USA, erlÃ¤utert habe, dass man Ã¼ber den Zeitplan der Sommerspiele in Peking nachdenken mÃ¼sse. â€žWir haben erst einige Jahre spÃ¤ter wieder drÃ¼ber geredet.&#8221; Sollte heiÃŸen: Rogge hatte begriffen. Die Finals im Schwimmen und Turnen fanden frÃ¼h am Morgen statt &#8211; damit NBC in der Primetime Ã¼bertragen konnte. Ebersol bedankt sich bei den WeltverbÃ¤nden der Schwimmer und Turner â€žund bei Jacques&#8221; fÃ¼r deren â€žaufopfernde Initiative&#8221;. Er stellt er es so dar, als seien die morgendlichen Finals fÃ¼r die Rekordflut im Schwimmbecken verantwortlich gewesen. â€žAllein morgens fielen mehr Weltrekorde als bei den beiden vorangegangen Spielen zusammen!&#8221; Wie gut nur, dass der Zeitplan geÃ¤ndert wurde.</p>
<p>Amerikanische Stars, die bei den Winterspielen in Vancouver die Hauptrolle Ã¼bernehmen kÃ¶nnten, die Phelps fÃ¼r NBC in Peking so prÃ¤chtig spielte, hat Dick Ebersol lÃ¤ngst ausgemacht: SkilÃ¤uferin Lindsay Vonn, Shorttrack-Star Apolo Ohno, EisschnelllÃ¤ufer Shani Davis und Snowboarder Shaun White &#8211; dessen knallroter Schopf begeistert Ebersol besonders: â€žDas kommt wunderbar im High-Definition-Format!&#8221; WÃ¤hrend der Spiele, so geht die Saga, lebt Ebersol siebzehn Tage ununterbrochen in seinem BÃ¼ro im Fernsehzentrum, in Peking ausgestattet mit 30 Flachbildschirmen, einem Bett und â€žeinem Bad von der GrÃ¶ÃŸe eines olympischen AufwÃ¤rmbeckens&#8221;. Wieder lacht Ebersol sehr auffÃ¤llig.</p>
<p>Seit 1996 Ã¼bertrÃ¤gt NBC die Sommerspiele. Dass der an Parkinson erkrankte Muhammad Ali damals in Atlanta das olympische Feuer entzÃ¼ndete, hat sich Ebersol ausgedacht. Sagt Ebersol. Winterspiele zeigt NBC seit 2002. FÃ¼r Vancouver 2010 Ã¼berweist man 820 Millionen Dollar, fÃ¼r London knapp 1,2 Milliarden. Der Mutterkonzern General Electric zahlt zusÃ¤tzlich 160 Millionen als einer von neun IOC-Sponsoren. Die Liaison ist finanziell erfolgreich, bislang verkaufte NBC stets genÃ¼gend WerbeplÃ¤tze. Zudem, auch das ist ein Wert: Olympia lockt Frauen an die TV-GerÃ¤te. â€žDa gucken mehr Frauen als MÃ¤nner.&#8221;</p>
<p>Ebersol, der 2004 einen Flugzeugabsturz Ã¼berlebte, bei dem einer seiner SÃ¶hne starb, lÃ¤sst keinen Zweifel daran, dass er auch ab 2014 Olympia Ã¼bertragen will. Nur wolle man mit der Vertragsunterzeichnung nichts Ã¼berstÃ¼rzen. â€žWait and see&#8221;, sagt er: â€žEs ist im Interesse des IOC, auch der Nationalen Olympischen Komitees und der SportfachverbÃ¤nde, auf eine bessere wirtschaftliche Situation zu warten.&#8221; Das sagen auch Rogge und die IOC-UnterhÃ¤ndler, etwa Marketingchef Timo Lumme: â€žWir kÃ¶nnen warten. Unser Job ist es, ein maximales Ergebnis zu erlÃ¶sen.&#8221; Richard Carrion, Chef der IOC-Finanzkommission, formuliert es Ã¤hnlich: â€žWir haben keine Eile.&#8221;</p>
<p>Ebersol erinnert daran, dass die TV-Verhandlungen Anfang der neunziger Jahre wegen der schlechten Ã¶konomischen Lage schon einmal verschoben wurden: 1990 erhielt Atlanta die Sommerspiele 1996 &#8211; aber erst 1993 wurden die TV-Rechte fÃ¼r Atlanta vergeben. Und nun bewirbt sich Chicago um die Sommerspiele 2016. â€žIch kann mir nicht vorstellen&#8221;, behauptet Ebersol, dass die Diskussion Ã¼ber die Fernsehrechte und Ã¼ber die Sonderrolle des amerikanischen NOK in der Olympiavermarktung â€ždie Entscheidung Ã¼ber die Sommerspiele 2016 beeinflussen&#8221;. Was man so sagt als Big Spender.</p>
<p>Die meisten ZuhÃ¶rer kÃ¶nnen sich auch etwas nicht vorstellen: Dass Dick Ebersol das ernst meint.</p>
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (27)</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 09:23:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3378" title="Sportaccord 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/sportsmovementfamily.jpg" alt="" width="500" height="402" /></p>
<p>Tut mir leid, aber zu mehr als einer Zweitverwertung meiner Texte vom Gipfeltreffen der Sportfamilie aus Denver reicht es momentan nicht. Die vielen Ideen lassen sich aus zeitlichen GrÃ¼nden gerade nicht umsetzen. FÃ¼r Nachschub ist aber gesorgt,Â der Trip hierher hat sich in dieser Hinsicht zweifellos gelohnt.</p>
<p><em>Beitrag vom 25. MÃ¤rz</em></p>
<p>DENVER. Hein Verbruggen war wÃ¼tend. â€žDiese Arroganz&#8221;, schimpfte der langjÃ¤hrige PrÃ¤sident des Radsport-Weltverbandes, â€ždie wollen einfach nicht mit uns reden. Diese Arroganz, die ist total!&#8221; Nein, Verbruggen sprach nicht Ã¼ber einen gewissen Verbruggen, der Ã¼ber die Jahre alle VorwÃ¼rfe an seiner AmtsfÃ¼hrung mit der ihm eigenen Impertinenz abprallen lieÃŸ, der HollÃ¤nder tadelte den eigentlichen Gastgeber des Weltsportgipfels in Denver: das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC). Seit vier Jahren versuchen Verbruggen und sein VerbÃ¼ndeter Denis Oswald, PrÃ¤sident des Ruder-Weltverbandes und Chef der Vereinigung der Olympischen SommersportverbÃ¤nde (ASOIF), das USOC dazu zu bewegen, auf einen Teil seiner olympischen Marketingeinnahmen zu verzichten. Nun forderten die 26 VerbÃ¤nde das IOC geschlossen auf, die USOC-VertrÃ¤ge zu kÃ¼ndigen.Â </p>
<p>GemÃ¤ÃŸ Abmachungen aus den 1980er Jahren, die zuletzt 1996 verlÃ¤ngert wurden, erhÃ¤lt das USOC pauschal 12,75 Prozent der milliardenschweren amerikanischen TV-Rechte und 20 Prozent aus den SponsorenvertrÃ¤gen des IOC. So kassiert das USOC im vierjÃ¤hrigen Olympiazyklus bis 2012 insgesamt 450 Millionen Dollar. â€žEtwa soviel wie alle olympischen VerbÃ¤nde und die anderen 204 NOK zusammen&#8221;, sagt Oswald, der sich schon mit dem Gedanken vertraut gemacht hat, gegen das USOC vor Gericht zu ziehen. Oswald trÃ¤gt die Forderung der ASOIF am Donnerstag dem IOC-Exekutivkomitee vor. Die sieben WintersportverbÃ¤nde werden die Resolution vorerst nicht unterstÃ¼tzen, sagt Ski-WeltprÃ¤sident Gian-Franco Kasper: â€žDie SommerverbÃ¤nde haben uns nicht gefragt.&#8221;</p>
<p><span id="more-3376"></span>Oswald verlangt vom IOC-Exekutivkomitee und vom PrÃ¤sidenten Jacques Rogge, sich ultimativ zur USOC-Causa zu Ã¤uÃŸern, die lÃ¤ngst die Olympiabewerbung von Chicago Ã¼berschattet. Ohne ein finanzielles ZugestÃ¤ndnis der Amerikaner hat Chicago keine Chance auf die Sommerspiele 2016, die am 2. Oktober vom IOC vergeben werden. Den ehemaligen USOC-PrÃ¤sidenten Peter Ueberroth verspottete Oswald: â€žEr hat auf unsere schriftlichen VorschlÃ¤ge nicht einmal reagiert. Er denkt, er weiÃŸ alles. Und alles, was er sagt, ist richtig. Es fÃ¤llt schwer, mit solchen Menschen zu verhandeln.&#8221; Auch der neue USOC-Boss Larry Probst, der Oswald und der eigens eingerichteten Verhandlungskommission (mit IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg und ANOC-PrÃ¤sident Mario Vazquez Rana) stÃ¤ndig ausweicht, bekam sein Fett weg. Monatelang hat das USOC sich einem Treffen verweigert. â€žGestern sollten wir uns nun plÃ¶tzlich mit dem USOC in San Francisco treffen, oder in Los Angeles, ich weiÃŸ auch nicht. Dabei sind wir doch hier alle in Denver. Ich weiÃŸ nicht, was das soll!&#8221;</p>
<p>Die 26 SommersportverbÃ¤nde fordern in ihrer Resolution vom USOC rÃ¼ckwirkend ab 2005 bis 2020 fÃ¼r jede Olympiade:</p>
<ul>
<li>14 Millionen Dollar Kostenbeteiligung an der Olympiaorganisation,</li>
<li>12 Millionen fÃ¼r die ASOIF und</li>
<li>12 Millionen fÃ¼r die ANOC.</li>
</ul>
<p>Insgesamt also 152 Millionen Dollar.</p>
<p>Die USOC-VertrÃ¤ge sollen beendet und neu verhandelt werden. Verbruggen hat dem Olympischen Kongress, der im Oktober tagt, einen Vorschlag Ã¼ber die Neuverteilung aller IOC-Einnahmen unterbreitet. Verbuggen kritisierte anschlieÃŸend den mangelnden RÃ¼ckhalt der ASOIF-Initiative im IOC und unter NOK-PrÃ¤sidenten. â€žMich Ã¤rgert besonders, wie sich Thomas Bach verhÃ¤lt&#8221;, sagte Verbruggen. â€žEr ist ja nicht nur IOC-Vize, sondern auch DOSB-PrÃ¤sident. Da mÃ¼sste ihn doch interessieren, dass sein NOK mehr bekommt und die Amerikaner nicht so unverschÃ¤mt viel.&#8221;</p>
<p>WÃ¤hrend die ASOIF also am Dienstag in Denver mit einer historischen Initiative aufwartete, die Amerika schwer unter Zugzwang bringt, verblÃ¼ffte die Organisation wenige Stunden spÃ¤ter, auf dem zweiten Teil ihrer Vollversammlung, mit einer unglaublichen Narretei: Der von KorruptionsvorwÃ¼rfen belastete Handball-PrÃ¤sident Hassan Moustafa (Ã„gypten) zog nach skurriler Diskussion Ã¼berraschend seine Kandidatur fÃ¼r den ASOIF-Chefposten zurÃ¼ck, weil sein Antrag, eine geheime Abstimmung in Wahlkabinen durchzufÃ¼hren, nicht genehmigt wurde. Stattdessen falteten die 26 Verbandschefs ihre Zettelchen und warfen sie in <a title="Hassan Moustafa oder: wenn Stimmzettel in EinkaufstÃ¼ten fliegen" href="http://jensweinreich.de/?p=3364" target="_self">EinkaufstÃ¼ten</a>, die von zwei Helfern herumgereicht wurden. Ohne Gegenkandidaten wurde Oswald mit 19 von 26 Stimmen im Amt bestÃ¤tigt.</p>
<p>Zuvor hatte man fast eine halbe Stunde lautstark in verschiedenen Sprachen aneinander vorbei debattiert und sich gegenseitig beleidigt. Ausgerechnet Moustafa warf Oswald und Verbruggen vor, sich nicht an demokratische Gepflogenheiten zu halten. Man darf gespannt darauf sein, wie er im Juni auf dem IHF-Kongress in Kairo die Wahlen organisiert, wenn der Luxemburger Jeannot Kaiser und der IslÃ¤nder Gudmundur Ingvarsson gegen ihn antreten.</p>
<p>Der TÃ¼binger Sportwissenschaftler Helmut Digel verfolgte das Tohuwabohu und sagte: â€žWir sprechen so oft Ã¼ber ProfessionalitÃ¤t und die hohen Anforderungen an SportfunktionÃ¤re. FÃ¼r das hier aber gibt es nur ein Wort: Kindergarten.&#8221; Der Kindergarten von Denis Oswald hat sich ziemlich viel vorgenommen, will er die ungeheuer werthaltigen olympischen MarketingvertrÃ¤ge der Amerikaner tatsÃ¤chlich aufkÃ¼ndigen.</p>
<p><em>Beitrag vom 24. MÃ¤rz</em></p>
<p>DENVER. Immer aufmerksam. Immer auf der Lauer. Die beiden GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der MÃ¼nchner Olympiabewerbung streunen durch die GÃ¤nge des Hyatt Regency Hotels. Bernhard Schwank lÃ¤sst sich von Sir Craig Reedie, IOC-Mitglied aus GroÃŸbritannien, zu seinem neuen Job gratulieren. Richard Adam ist mit dem Amerikaner George Hirthler unterwegs, der ihn einfÃ¼hrt in diese fremde Welt. Hirthler unterhÃ¤lt eine Firma fÃ¼r olympische Strategieberatung und erstellt olympische BewerbungsbÃ¼cher. MÃ¼nchen hat den Kontakt zu Hirthler schon vor lÃ¤ngerem aufgebaut. Vor Ort sind auch die Planer von Albert Speer &amp; Partner, wie in jedem Jahr, wenn sich beim Kongress Sportaccord die Branche trifft, begleitet von Sitzungen des IOC und sÃ¤mtlicher WeltsportverbÃ¤nde.</p>
<p>Schwank und Adam kÃ¶nnen einiges lernen in Denver, Colorado. Die Bewerber aus MÃ¼nchen trommeln ja damit, die Winterspiele 2018 kostengÃ¼nstig auszutragen, weil ein groÃŸer Teil der SportstÃ¤tten bereits vorhanden sei. Diese Idee ist nicht neu. Sie wurde schon einmal propagiert &#8211; und auf spektakulÃ¤re Weise verworfen.</p>
<p>Billige Spiele in der GroÃŸstadt versprachen im FrÃ¼hjahr 1970 auch die StadtvÃ¤ter von Denver dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Das hÃ¶rte sich alles ganz prÃ¤chtig an: 80 Prozent der SportstÃ¤tten seien vorhanden, hieÃŸ es. Nur 14 Millionen Dollar sollte das Abenteuer kosten. Im IOC, damals noch dem Amateurgedanken verfallen und chronisch klamm, war man hoch erfreut. Im Mai 1970 erhielt Denver auf der IOC-Session in Amsterdam den Zuschlag fÃ¼r die Winterspiele 1976. Mit 39:30 Stimmen gewannen die Amerikaner gegen Sion. Tampere und Vancouver wurden in den ersten Runden eliminiert.</p>
<p>Was fÃ¼r ein MÃ¤rchen. Bereits ein Jahr spÃ¤ter war der Zauber verflogen, der Etat hatte sich mehr als verdreifacht, die Idee von drei Clustern ward geboren. Drei Cluster &#8211; wie heuer in MÃ¼nchen und Partnergemeinden. Privat finanziert wurde damals in Denver allerdings nichts. Stattdessen zweigte man die Millionen aus Steuermitteln ab, wogegen sich rasanter Widerstand regte und in einer Initiative â€žBÃ¼rger fÃ¼r Colorados Zukunft&#8221; mÃ¼ndete. Es kam zu einem Referendum: Am 9. November 1972 stimmten mehr als 60 Prozent gegen weitere Finanzspritzen aus Ã¶ffentlichen Kassen. Sechs Tage spÃ¤ter gaben die Amerikaner die Spiele zurÃ¼ck. Das IOC war schockiert und fand in Innsbruck einen Ersatzausrichter.</p>
<p>Gewiss, die Episode ereignete sich in einer anderen Epoche. Erst ab 1981 wurden die Olympischen Spiele vermarktet. IOC-Mitglieder werden nicht mÃ¼de, dies zu betonen. In Krisenzeiten wie diesen ist es dennoch hilfreich, an Erfahrungen aus Denver zu erinnern. Denn die kommenden OlympiastÃ¤dte &#8211; Vancouver, London und Sotschi &#8211; Ã¤chzen alle unter der Last der Milliarden. LÃ¤ngst entlarvt sind die halsbrecherischen Versprechen und hanebÃ¼chenen Etat-Kalkulationen.</p>
<p>Nichts ist normal in Zeiten wie diesen, wo selbst die RÃ¼cklagen des IOC &#8211; rund 400 Millionen Dollar &#8211; minimal schmelzen, weil man sich auf dem Finanzmarkt verzockte, etwa beim BetrÃ¼ger Bernard Madoff. Auch FachverbÃ¤nde haben Millionen an Madoff und Lehman Brothers verloren. Gespannt werden in Denver die Auftritte von NBC-Sportchef Dick Ebersol und CNN-GrÃ¼nder Ted Turner erwartet. Die Branche braucht positive Nachrichten. Das IOC wird, gut getimt, eine solche verkÃ¼nden: Marketingchef Richard Carrion, als Banker daheim in Puerto Rico mÃ¤chtig ins Schlingern geraten, wird einen TV-Vertrag in China prÃ¤sentieren, der weit Ã¼ber jenem liegt, den das chinesische Staatsfernsehen fÃ¼r Peking 2008 unterzeichnete.</p>
<p>Die groÃŸen Fragen aber bleiben weiter offen: Ein neuer TV-Vertrag in den USA, gÃ¼ltig ab 2013, ist nicht in Sicht. Carrion und sein GÃ¶nner, IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge, pokern und wollen die Entscheidung Ã¼ber die Sommerspiele 2016 abwarten. Wogegen andere KrÃ¤fte im IOC, zu denen der deutsche VizeprÃ¤sident Thomas Bach zÃ¤hlt, lieber heute als morgen abschlieÃŸen wÃ¼rden. Chicago will die Spiele 2016, ebenso Rio de Janeiro, Madrid und Tokio. Nie zuvor wurde eine Bewerbung so laut und offen mit mÃ¶glichen MilliardenvertrÃ¤gen kombiniert. Die Amerikaner versprechen hÃ¶here TV-Einnahmen und machen sich damit, so merkwÃ¼rdig das klingt, nicht wirklich Freunde &#8211; denn das Versprechen ist eher eine Erpressung.</p>
<p>Gleichzeitig will das IOC, wollen auch die 33 olympischen WeltverbÃ¤nde und 204 Nationale Olympische Komitees das NOK der USA schrÃ¶pfen: Denn das USOC erhÃ¤lt aus einer zwei Jahrzehnte alten Abmachung etwa soviel Geld aus dem IOC-MarketingvertrÃ¤gen (TV und Sponsoren), wie alle anderen zusammen. Allein zwischen 2009 und 2012 sind das 450 Millionen. Diskutiert wird darÃ¼ber seit Jahren, ohne Ergebnis.</p>
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		<title>PrÃ¤sident Rogge sagt &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 01:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2303" title="rogge-pk-111220082" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/rogge-pk-111220082.jpg" alt="" width="500" height="230" /></p>
<p>&#8230; einiges zur Finanzkrise und den Olympischen Spielen. Und ich kann das jetzt nicht alles aufschreiben. Deshalb ein Mitschnitt der Passagen aus der Pressekonferenz am Donnerstagabend in Lausanne, in denen sich Rogge zu den olympischen Finanzen Ã¤uÃŸert. Wer mag, knapp neun Minuten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/rogge-pk-11122008.MP3" target="_self">:</a></p>
<p>Und hier mein Arbeitsprotokoll von gestern:</p>
<p><span id="more-2296"></span>BBC-Reporter Adrian Warner wollte es genau wissen. Zehn Minuten hatte Gilbert Felli, Olympic Games Executive Director des IOC, Ã¼ber dieses und jenes referiert; die finanziellen Probleme, unter denen der Olympia-Ausrichter London Ã¤chzt, hatte er routiniert klein geredet. Der Schweizer, der seit 1990 Dienst verrichtet, hat mit seinem gewÃ¶hnungsbedÃ¼rftigen bÃ¼rokratischen Charme viele Krisen gemeistert. Also fragte der MannÂ von der BBC: Sagen Sie mal, Herr Felli, heiÃŸt dass, die einzige Entscheidung, die das Exekutivkomitee heute getroffen hat, war die, wo das IOC im Sommer 2012 in London Ã¼bernachtet? Immerhin war Felli schlagfertig: â€žEs ist nicht das Dorchester.&#8221; Sollte heiÃŸen: Es gibt teurere Hotels in London, wir haben nur das <a href="http://www.hilton.de/hydepark" target="_blank">Hilton Hyde Park</a> gebucht. Dort nÃ¤chtigen die IOC-Mitglieder also wÃ¤hrend der Sommerspiele 2012. Die PrÃ¤sidenten der olympischen SportverbÃ¤nde Ã¼bernachten im Four Seasons, NOK-Vertreter im Interconti und die IOC-Bediensteten im Grosvenor House. Damit war das geklÃ¤rt. Felli grinste. Noch Fragen?</p>
<p>Die Botschaft ist nicht neu, aber eminent wichtig &#8211; sie ist Grundlage des MilliardengeschÃ¤fts mit den Ringen: Das IOC ist immer fein raus. Es Ã¼berweist Olympia-Ausrichtern eine Milliarde Dollar aus seinen TV-VertrÃ¤gen, ob Peking 2008, Vancouver 2010, London 2012 oder Sotschi 2014. Mehr gibt es nicht. Der LÃ¶wenanteil an den Kosten der Partys wird aus Ã¶ffentlichen Kassen beglichen. Die StÃ¤dte und Regierungen haben sich vertraglich verpflichtet, sÃ¤mtliche Risiken zu Ã¼bernehmen. Ob zehn Milliarden Euro in Athen, 30 und mehr Milliarden in Peking, zehn Milliarden in London, ob Vancouver einen neuen Etat aufstellt, ob einige Milliarden mehr oder weniger, so genau will es im Olympiakonzern niemand wissen.</p>
<p>Niemand hat es je treffender formuliert als Primo Nebiolo, lÃ¤ngst verstorbener langjÃ¤hriger PrÃ¤sident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. Nebiolo riet einst den Organisatoren der Leichtathletik-WM 1993 in Stuttgart: â€žBe happy and pay the deficit!&#8221; IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge wÃ¤hlt nur andere Worte. Die Botschaft ist dieselbe.</p>
<p>â€žDie finanzielle Lage ist Ã¤uÃŸerst volatil&#8221;, formulierte Rogge am Donnerstagabend, â€žniemand kann vorher sehen, was noch passiert. Aber die Finanzen des IOC sind solide, weil wir nicht in exotische Werte investiert haben.&#8221; Rogge sieht die Lage in Vancouver (Winterspiele 2010) positiv. FÃ¼r London (Sommer 2010) verweist er darauf, dass bereits zwei Drittel der nationalen Sponsoren gewonnen seien. Und fÃ¼r Sotschi (Winter 2014) erneuerte <a href="http://jensweinreich.de/?p=1344" target="_self">Olympiaminister und Vize-Premier Dmitri Kosak</a> gerade per Telefonkonferenz das Versprechen, dass Russlands Regierung fÃ¼r alle Kosten einsteht.</p>
<p>Das ist typisch fÃ¼r das Olympia-Business. Das IOC unterscheidet bei Olympischen Spielen zwischen dem Organisationsetat (OCOG-Etat) und dem Infrastruktur-Etat (Non-OCOG-Etat). Was unmittelbar mit dem sportlichen Ablauf der Sportfeste zu tun hat, fÃ¤llt in den OCOG-Etat, der sich um die zwei Milliarden Dollar bewegt, egal an welchem Ort. Kosten fÃ¼r die meisten Bauten werden dem Non-OCOG-Etat zugeschlagen, weil es sich bei einem Olympiastadion, so die IOC-Logik, um ein langfristiges, â€žnicht olympiabedingtes&#8221; Investment handelt. Auf diese Weise stellt man sicher, dass jedes Organisationskomitee Gewinn ausweist &#8211; alles eine Frage der Buchungstechnik. Ein Beispiel: Der Olympia-Bewerber Leipzig kalkulierte einst mit einem OCOG-Etat zwischen 1,6 und 2,3 Milliarden Dollar. Die â€žnicht olympiabedingten&#8221; Kosten wurden der Ã–ffentlichkeit verschwiegen. Je nach Rechnung betrugen sie <a href="http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=1&amp;NAVZU_ID=16&amp;STORY_ID=5&amp;M_STORY_ID=41&amp;B_STORY_ID=72" target="_blank">neun bisÂ vierzehn Milliarden</a> Euro. Das sind Konflikte, die das IOC nicht so interessieren.</p>
<p>Wenn es um die eigenen Einnahmen geht, die TV-Rechte und Sponsorenzahlungen, nimmt es das IOC genauer. Noch hat sich aber kein Dreh gefunden, hier direkt aus Ã¶ffentlichen Kassen Geld abzuzweigen. Bis 2012 sind die IOC-Finanzen gesichert mit rund 3,5 Milliarden Dollar aus FernsehvertrÃ¤gen und derzeit 900 Millionen von Sponsoren. Schwierig wird es ab 2013, die TV-Verhandlungen kommen nicht recht voran, was angesichts der Weltwirtschaft keinen wundert. â€žWir sind nicht in Eile, wir warten auf den idealen Moment&#8221;, sagt Rogge. Selbst wenn die TV-Rechte fÃ¼r 2014 und 2016 erst nach der Vergabe der Sommerspiele 2016 vergeben werden sollten, sieht er keine Probleme. Am 10. Jahrestag der Hodler-EnthÃ¼llungen sagte er: <a href="http://jensweinreich.de/?p=2276" target="_self">â€žDas wird fair ablaufen. IOC-Mitglieder entscheiden immer nach sportlichen Gesichtspunkten, nicht nach finanziellen.&#8221;</a></p>
<p>Im Sponsoringbereich hat das IOC fÃ¼r den Zeitraum 2005 bis 2008 mit den Spielen in Turin und Peking von <a href="http://www.olympic.org/uk/organisation/facts/programme/sponsors_uk.asp" target="_blank">zwÃ¶lf Partnern 866 Millionen Dollar</a> erlÃ¶st. Von diesen Konzernen sind fÃ¼r das Programm, das ab 1. Januar 2009 lÃ¤uft, vier Firmen abgesprungen: Eastman Kodak, Johnson &amp; Johnson, Manulife Financial Services und Lenovo. Der chinesische Computerhersteller Lenovo wird durch Acer ersetzt. Die neun Partner sollen derzeit 900 Millionen Dollar beisteuern. Man will mindestens noch ein oder zwei Firmen dazugewinnen, sagt der Norweger Gerhard Heiberg seit Monaten.</p>
<p>Heiberg,Â Chef der IOC-Marketingkommission und Olympiaorganisator 1994 in Lillehammer, hat schon 2007 <a href="http://jensweinreich.de/?p=69#more-69" target="_self">in Guatemala</a> der IOC-SessionÂ <a href="http://jensweinreich.de/?p=75#more-75" target="_self">versprochen</a>, in KÃ¼rze einen Vertrag in Russland abzuschlieÃŸen, â€žsei es mit Gazprom oder einer anderen Firma&#8221;. Passiert ist nichts. Im Sommer 2008 musste er vor der IOC-Session in Peking einrÃ¤umen, dass der Gazprom-Deal geplatzt sei, weil London fÃ¼r sein nationales Sponsorenprogramm die British Petroleum (BP) gewonnen habe. BP und Gazprom sind Rivalen auf dem Weltmarkt. Daraufhin versprach Heiberg, Gazprom sei erster Kandidat fÃ¼r den Ã¼bernÃ¤chsten Zyklus (2013 bis 2016). Doch das einzige, was bei den Winterspielen 2014 in Sotschi gesichert erscheint, ist die IOC-Herberge. FÃ¼r den FÃ¼nf-Sterne-Tempel sollen aufkommen: die russischen Steuerzahler.</p>
<p><small>erschienen u. a. in der SÃ¼ddeutschen Zeitung und der Basler Zeitung</small></p>
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		<title>Lust und Frust: Olympische TV-Milliarden</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 19:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Route de Vidy 9, CH-1007 Lausanne &#8211; ist dieÂ Adresse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). AlljÃ¤hrlich fliegen in der Vorweihnachtszeit die Mitglieder des IOC-Exekutivkomitees zu ihren Jahresendsitzungen ein. Das mit den Jahreszeiten kriegt Google Ã¼brigens nicht hin, wie man sieht, auf Google Maps ist noch Sommer, und der neue Anbau zwischen altem und neuem Teil des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Route de Vidy 9, CH-1007 Lausanne &#8211; ist dieÂ Adresse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). AlljÃ¤hrlich fliegen in der Vorweihnachtszeit die Mitglieder des IOC-Exekutivkomitees zu ihren Jahresendsitzungen ein. Das mit den Jahreszeiten kriegt Google Ã¼brigens nicht hin, wie man sieht, auf Google Maps ist noch Sommer, und der neue Anbau zwischen altem und neuem Teil des IOC-Headquarters ist auch noch nicht zu sehen. Ich werde morgen Fotos nachreichen:</p>
<p>Â </p>
<p>Ich bin via Genf gerade in Lausanne angekommen, diesmal im Hotel City nahe der IOC-Absteiger Palace, wo ich mich gleich mal an der Bar umschauen werde. Zur Einstimmung ein Beitrag zur seit einer Woche wieder heiÃŸ diskutierten Frage der olympischen TV-Vermarktung.Â Mich interessiert dabei weniger, welche Rekordsummen das IOC fÃ¼r die Winterspiele 2014 (Sotschi) und die Sommerspiele 2016 (werden im Oktober 2009 zwischenÂ Madrid, Rio de Janeiro, Tokio und Chicago vergeben) erlÃ¶sen kann. Dazu spÃ¤ter einmal mehr. Ich konzentriere mich zunÃ¤chst auf die Erwartungen der SportverbÃ¤nde und unterlege die Geschichte, die ich inÂ <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/1209/sport/0006/index.html" target="_blank">verschiedenen</a> <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/107/450824/text/" target="_self">Medien</a>Â verÃ¶ffentlicht habe,Â mit einigen IOC-Statistiken. <em>(Ich weiÃŸ, dass die Zahlen je nach Browser mitunter schlecht zu lesen sein werden, kann das aber im Moment leider nicht Ã¤ndern.)</em></p>
<p>Die olympischen TV-ErlÃ¶se:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2253" title="tv-sommer" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/tv-sommer.jpg" alt="" width="456" height="419" /></p>
<p><span id="more-2237"></span><img class="aligncenter size-full wp-image-2254" title="tv-winter" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/tv-winter.jpg" alt="" width="456" height="451" /></p>
<p>Das IOCÂ ist spÃ¤t dran und steht aus vielerlei GrÃ¼nden unter Druck. Das ist die olympische Welt nicht mehr gewÃ¶hnt: 1995/96 beispielsweise wurde in einer sagenhaften Schacherei die amerikanischen Rechte (NBC) und europÃ¤ischen Rechte (EBU) in zwei Paketen bis 2008 vergeben. SeitÂ der vergangenen Woche wissen wir nun, dass die European Broadcasting UnionÂ (EBU) erstmals seit einem halben Jahrhundert nicht kollektiv bedacht wird. <a href="http://www.sueddeutsche.de/656381/403/2663260/Geld-gegen-Gemeinschaft.html" target="_blank">&#8220;Geld gegen Gemeinschaft&#8221;</a>, die Rechte werden auf den europÃ¤ischen Territorien einzeln vermarktet, so wie es einst die ISL mit Kirch bei der FuÃŸball-WM 2002 und ansatzweise &#8211; bis zum Konkurs, dannÂ wurde der Job von Infront Ã¼bernommen &#8211; auch fÃ¼r 2006 erledigt hat. Auf diese Weise will das IOC eine Milliarde erlÃ¶sen, wobei die EBU nur 625 Millionen geboten hat.Â ARD und ZDF kÃ¶nnten spÃ¤ter doch noch anÂ die Bilder kommen. Aber nur, wenn sie den ZwischenhÃ¤ndlern, im GesprÃ¤ch sind die Agenturen Infront und Sportfive, einen deutlich hÃ¶heren Preis zahlen, als sie bisher zu zahlen bereit sind.</p>
<p>Im olympischen Sport wird die Abkehr vom alten Partner EBU durchaus mit Skepsis aufgenommen.</p>
<p>Das IOC gibt sich in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mit der bisher Ã¼blichen, rund 30-prozentigen Steigerungsrate zufrieden, sondern strebt sogar 50 Prozent und mehr an. Nicht jeder ist darÃ¼ber glÃ¼cklich. So sagt das IOC-Mitglied Walther TrÃ¶ger: <strong>â€žWer die Fernsehrechte vergibt, muss in erster Linie dafÃ¼r sorgen, dass jeder Zugang hat, und erst in zweiter Linie dafÃ¼r, dass er Geld bekommt.&#8221;</strong> Allein in Deutschland wird der Spitzensport im kommenden Jahr Ã¼ber Bundesministerien mit fast einer Viertel Milliarde Euro aus Steuermitteln gefÃ¶rdert. TrÃ¶ger glaubt, daraus leite sich eine gewisse Berechtigung ab, dass die Fernsehrechte fÃ¼r moderate Summen an die Ã¶ffentlich-rechtlichen Sender gehen und der Steuerzahler nicht ein zweites Mal geschrÃ¶pft wird: â€žDas ist eine politische Frage.&#8221; Das IOC wolle mit hÃ¶heren Fernseheinnahmen die sich abzeichnenden Mindereinnahmen im Sponsorenprogramm ausgleichen, glaubt TrÃ¶ger. Zuletzt hatten mit Lenovo, Eastman Kodak, Manulife Financial ServicesÂ sowie Johnson &amp; Johnson vier Firmen ihren RÃ¼ckzug aus dem TOP-Sponsorenprogramm verkÃ¼ndet, das fÃ¼r 2009-2012 nur noch neun Partner umfasst. IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg hat mehrfach verkÃ¼ndet, man wolle demnÃ¤chst zwei weitere Sponsoren gewinnen.</p>
<p>IOC-VizeprÃ¤sident Thomas Bach (UDIOCM)Â sieht keinen Grund zur Beunruhigung. â€žWenn die EBU jetzt nicht mehr dabei ist, heiÃŸt das doch nicht, dass Ã¶ffentlich-rechtliche Sender nicht dabei sind&#8221;, sagt Bach, der an den Verhandlungen beteiligt ist. â€žEs gilt ja auch der Ausschreibungsteil, der frei empfangbares Fernsehen zur Auflage macht. In Deutschland mÃ¼ssen mindestens 200 Stunden im freien Fernsehen Ã¼bertragen werden.&#8221; Die TV-Ausschreibung entsprÃ¤che europÃ¤ischen Richtlinien. WÃ¤re das EBU-Angebot, das deutlich geringer als das der verbliebenen Interessenten war, berÃ¼cksichtigt worden, wÃ¤re das IOC in BrÃ¼ssel wegen BegÃ¼nstigung zerpflÃ¼ckt worden.</p>
<p>Die meisten der 35 olympischen WeltverbÃ¤nde (28 im Sommer, 7 im Winter) kÃ¶nnten ohne ihren Anteil an den IOC-FernsehvertrÃ¤gen nicht existieren. WÃ¤hrend etwa der olympische TV-Anteil des FuÃŸballverbandes Fifa weniger als ein halbes Prozent am Fifa-Etat ausmacht, betrÃ¤gt er im BogenschieÃŸen, Segeln und Softball rund 85 Prozent. Ulrich Feldhoff, kÃ¼rzlich als PrÃ¤sident des Kanu-Weltverbandes (ICF) zurÃ¼ckgetreten und zum EhrenprÃ¤sidenten ernannt, beziffert den Olympia-Anteil an den ICF-Einnahmen auf 75 Prozent. Josef Fendt, PrÃ¤sident des Rodel-Weltverbandes (FIL), Ã¼berschlÃ¤gt rund 80 Prozent. Und FÃ¼nfkampf-WeltprÃ¤sident Klaus Schormann spricht fÃ¼r seine UIPM â€žauf Cash-Basis&#8221; von zwei Dritteln. Das kommt alles in etwa hin, wie diese Statistik beweist: Die Einnahmen der SommerverbÃ¤nde aus der IOC-TV-Vermarktung im VerhÃ¤ltnis zu ihren Gesamteinnahmen. Stand ist Athen 2004 &#8211; fÃ¼r Peking kenne ich noch keine Daten, aber man darf davon ausgehen, dass sich die Zahlen eher zugunsten des IOC-Anteils verschieben.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2248" title="percentage-ioc-revenue-if" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/percentage-ioc-revenue-if.jpg" alt="" width="500" height="505" /></p>
<p>Wer glaubt, mit hÃ¶heren Olympiaeinnahmen fÃ¼r die Zukunft gewappnet zu sein, kÃ¶nnte ein Waterloo erleben, sagt Feldhoff: â€žDenn wenn die Ã–ffentlich-Rechtlichen nicht mehr die Olympiarechte haben, werden sie vielleicht kaum noch an Weltmeisterschaften interessiert sein. Wenn ich aber in den vier Jahren zwischen den Olympischen Spielen gar keine TV-PrÃ¤senz habe, kann ich keine nennenswerten Drittmittel akquirieren. Kein Sponsor interessiert sich fÃ¼r eine Sportart ohne TV-PrÃ¤senz. Das ist ein Teufelskreis.&#8221; Josef Fendt sieht das Ã¤hnlich. â€žWir wÃ¼rden schon gern mehr Geld vom IOC bekommen&#8221;, sagt Fendt. â€žAber das Geld allein ist es nicht. Wir haben bei unseren eigenen TV-VertrÃ¤gen langfristig den Ã–ffentlich-Rechtlichen den Vorzug gegeben, obwohl die Summe etwas weniger war, als uns von anderer Seite angeboten wurde.&#8221;</p>
<p>Der Kanuverband hat seine Fernsehrechte am Weltcup und an Weltmeisterschaften bis 2012 fÃ¼r moderate Summen an die EBU verkauft, und zwar nicht weil der ehemalige PrÃ¤sident Feldhoff seit Jahrzehnten mit dem jetzigen EBU-Chef Fritz Pleitgen befreundet ist. Partner des Rodel-Weltverbandes ist die Sporta, Rechteagentur von ARD und ZDF. Auf diese Sender ist FÃ¼nfkampf-Boss Schormann nicht gut zu sprechen: Denn bei der WM 2007 in Berlin interessierten sich zunÃ¤chst nur Regionalprogramme. â€žErst nach den ersten Titeln fÃ¼r deutsche Athleten kamen auch ARD und ZDF&#8221;, Ã¤rgert sich Schormann noch heute. Er argumentiert deshalb reservierter als die Kollegen, steht aber vor demselben Dilemma: â€žWenn wir zwischen den Olympischen Spielen im Medienbereich prÃ¤senter wÃ¤ren, kÃ¶nnten wir neue SponsorenvertrÃ¤ge bekommen und uns weniger abhÃ¤ngig von den IOC-Einnahmen machen.&#8221;</p>
<p>Nach einer Erhebung der IOC-Programmkommission aus dem Jahr 2005 zu den 28 Sommersportarten haben drei VerbÃ¤nde (Segeln, BogenschieÃŸen, Taekwondo) keine eigenen TV-Einnahmen, drei weitere (SchieÃŸen, Triathlon, Softball) nur minimale und zehn VerbÃ¤nde gerade EinkÃ¼nfte in niedriger sechsstelliger HÃ¶he. In der HÃ¤lfte aller WeltverbÃ¤nde werden Weltmeisterschaften nur in einigenÂ Dutzend LÃ¤ndern Ã¼bertragen, wenn Ã¼berhaupt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2251" title="wm-uebertragungen-if" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/wm-uebertragungen-if.jpg" alt="" width="342" height="634" /></p>
<p>FÃ¼r Feldhoff wÃ¤re es optimal, die Olympiarechte in irgendeiner Weise an den Verkauf der WM-Rechte zu koppeln. Das aber scheint utopisch. Fendt erklÃ¤rt, ihm wÃ¤re ein Olympia-Vertrag mit der EBU am liebsten und sichersten, dafÃ¼r wÃ¼rde er sogar auf hÃ¶here Einnahmen verzichten. TrÃ¶ger sagt: â€žMan muss auch mal Nein sagen kÃ¶nnen.&#8221; Sie alle erkennen die Gefahr: Kurzfristig profitieren die kleinen VerbÃ¤nde von hÃ¶heren olympischen TV-Einnahmen. Langfristig aber droht vielen FÃ¶derationen das Aus. Feldhoff: â€žViele haben noch gar nicht kapiert, was da auf uns zu kommt.&#8221;</p>
<p>Zum Abschluss noch eine Statistik aus Athen (Sommerspiele 2004), so teuer sind die TV-Produktionskosten fÃ¼r die einzelnen Sportarten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2252" title="tv-production-costs" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/tv-production-costs.jpg" alt="" width="500" height="469" /></p>
<p>Wer mag, kann einen Teil der O-TÃ¶ne auch hÃ¶ren:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/12/07/dlf_20081207_1951_0bac104f.mp3" target="_self">:</a></p>
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