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	<title>sport and politics &#187; olympische jugendspiele</title>
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		<title>sport and politics</title>
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	<itunes:summary>Jens Weinreich - Sport and Politics. Das sportpolitische HintergrundgesprÃ¤ch &#34;Sitzen Sie bequem, ...?&#34; auf dem preisgekrÃ¶nten Blog des investigativen Journalisten Jens Weinreich (www.jensweinreich.de). Themen: deutsche und internationale Sportpolitik, Korruption im Sport, Olympische Spiele, IOC, FIFA und andere Sport-WeltverbÃ¤nde, Transparenzfragen der SportfÃ¶rderung in Deutschland. Doping. Weinreich befragt in seinem Podcast wÃ¶chentlich Protagonisten des Sportbusiness: VerbandsprÃ¤sidenten, Vermarkter, Wissenschaftler, Sportpolitiker, investigative Journalisten, Dopingfahnder, Athleten etc pp</itunes:summary>
	<itunes:keywords>sportpolitik, korruption, im, sport, doping, journalismus, sportvermarktung, fifa, ioc</itunes:keywords>
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		<item>
		<title>Nachwehen der Jugendspiele: Dreier-Basketball wird (ziemlich sicher) olympisch</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 09:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge verfolgt mit den Olympischen Jugendspielen mehrere Ziele. Eines lautet: Er will Ã¼ber den Umweg der Youth Olympic Games neue Disziplinen und kÃ¼nftig auch neue Sportarten testen fÃ¼r die echten Olympischen Spiele. â€žWir entwickeln neue Formateâ€œ, hat er zu Beginn der Premiere in Singapur gesagt, â€ždie sollten wir, wenn sie erfolgreich sind, auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge verfolgt mit den Olympischen Jugendspielen mehrere Ziele. Eines lautet: Er will Ã¼ber den Umweg der Youth Olympic Games neue Disziplinen und kÃ¼nftig auch neue Sportarten testen fÃ¼r die echten Olympischen Spiele. â€žWir entwickeln neue Formateâ€œ, hat er zu Beginn der Premiere in Singapur gesagt, â€ždie sollten wir, wenn sie erfolgreich sind, auf die traditionellen Spiele anwenden.â€œ</p>
<ul>
<li>Die <a title="YOG sports 2010" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en/en_sports/en_26sports.html" target="_blank">26 Sportarten der YOG</a> in Singapur</li>
<li><a title="FAZ: Interview mit Jacques Rogge" href="http://www.faz.net/s/Rub734776270C424F488724904F8D09D041/Doc~E312A623F411C4AE5924D99DDAE7A56F7~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ-Interview</a> mit Jacques Rogge vom 25. August</li>
<li><a title="IOC documents" href="http://www.olympic.org/Documents/Reports/EN/en_report_1391.pdf" target="_blank">YOG Sports Programme, athletes quotas and ages groups</a></li>
</ul>
<p>Der Basketball-Weltverband FIBA ist ein Vorreiter dieser Entwicklung. Die FIBA hat fÃ¼r die Jugendspiele in Singapur einen neuen Wettbewerb kreiert, der an die Wurzeln dieser Sportart geht: MÃ¤dchen und Jungs spielten drei gegen drei, eine Art Streetball, <a title="FIBA 33" href="http://en.wikipedia.org/wiki/FIBA_33" target="_blank">FIBA 33</a> genannt. Der Schweizer FIBA-GeneralsekretÃ¤r Patrick Baumann, selbst IOC-Mitglied, sprach stets von einem â€žrealistischen Traumâ€œ, dass seine neue Basketball-Variante olympisch werden kÃ¶nnte &#8211; etwa bei einem HintergrundgesprÃ¤ch mit Rogge im April 2010 in Dubai. Hinter diesem Traum steckt eine Strategie â€“ und die ist erfolgreich: Carlos Nuzman, IOC-Mitglied in Brasilien und Chef des Organisationskomitees der Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro, sagt nun, er wÃ¼nsche sich so ein Basketballturnier, drei gegen drei, in sechs Jahren an der Copacabana. So wird es kommen, so war es von Rogge geplant.</p>
<p>Man kÃ¶nnte natÃ¼rlich sagen, Nuzmans Reaktion sei bestellt gewesen, war sie sicherlich, denn Rogge will und muss etwas vorzeigen. Man kÃ¶nnte natÃ¼rlich auch behaupten: Nur FIBA 33 taugt vorerst fÃ¼rs groÃŸe Olympia. Ich sage: Es wird viel mehr passieren.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/26/nachwehen-der-jugendspiele-dreier-basketball-wird-ziemlich-sicher-olympisch/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>SpÃ¤testens auf der IOC-Session 2013, wenn Rogge das PrÃ¤sidentenamt an seinen Nachfolger Ã¼bergibt, wird die Dreier-Variante des Basketballs olympisch, behaupte ich einfach mal. Eigentlich brÃ¤uchte es die Session dazu gar nicht, denn das IOC-Exekutivkomitee kann das gemeinsam mit der FIBA beschlieÃŸen. Voraussetzung wÃ¤re allerdings, dass die FIBA gleichzeitig einige Teilnehmer beim herkÃ¶mmlichen Turnier einspart, um die Aktivenzahl insgesamt nicht groÃŸ zu erhÃ¶hen. Die Sommerspiele sind auf rund 10.500 Athleten limitiert.</p>
<p>Der Fahrplan sei â€žlogistisch und von der Wettbewerbsstruktur her realistischâ€œ, sagte mir FIBA-Sprecher Florian Wanninger. Dreier-Basketball sei so alt wie das Spiel selbst und wurde vor Jahren bereits von den groÃŸen AusrÃ¼stern unterstÃ¼tzt. Die Palette der FIBA-Wettbewerbe werde entscheidend erweitert und groÃŸe Anreize fÃ¼r den Nachwuchs geschaffen. AuÃŸerdem sei Dreier-Basketball billig und gebe kleinen Nationen Chancen auf internationalen Ruhm, erklÃ¤rt Wanninger:</p>
<blockquote><p>â€žDas wird eine neue Bewegung und ein neues Werkzeug fÃ¼r unsere Mitglieder und es wird neue Fans zum Basketball locken.â€œ</p></blockquote>
<p>GeneralsekretÃ¤r Baumann sagt, 2012 kÃ¶nnte es die erste Weltmeisterschaft geben, es werde sich eine neue Generation von Spielern entwickeln, Ã¤hnlich wie vor Jahren im Beachvolleyball. Rios Organisationschef Carlos Nuzman weiÃŸ, wovon er redet: Er kommt aus dem Volleyball und hat die Entwicklung begleitet.</p>
<p>Die Deutsche Presse-Agentur trÃ¤gt dazu u.a. <a title="PfÃ¤lzischer Merkur" href="http://www.pfaelzischer-merkur.de/sz-berichte/sport/Sport;art2820,3397655" target="_blank">hier</a> einige Quotes zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin davon begeistert. Es ist unheimlich dynamisch. So hat es auch mit Beachvolleyball begonnen.&#8221;<br />
<em>Ingo Weiss, PrÃ¤sident des Deutschen Basketball-Bundes, VizeprÃ¤sident des EuropÃ¤ischen Basketball-Verbandes und Chef der Deutschen Sportjugend (u.a.)</em></p>
<p>&#8220;FÃ¼r mich ist dieses Basketball das Innovativste bei den Spielen.&#8221;<br />
<em>Ulf Tippelt, DOSB-Leistungssportdirektor</em></p></blockquote>
<p>Jacques Rogge hat mit den Jugendspielen, die in wenigen Stunden enden (<a title="YOG TV" href="http://www.youtholympicgames.org/tv_live.asp" target="_blank">hier geht es zur Ãœbertragung der Abschlussfeier</a>), zweifellos Fakten geschaffen. Die Modernisierung des Olympiaprogramms war seit seinem Amtsantritt im Juli 2001 eines seiner wichtigsten Projekte. Damit scheiterte er mehrfach am Widerstand des Establishments â€“ etwa 2002 auf der IOC-Session in Mexiko-City und 2005 auf der Vollversammlung in Singapur. Im Kern wurde das Programm vor mehr als 100 Jahren vom IOC-GrÃ¼nder Baron de Coubertin geformt. Das IOC hat auf neue Entwicklungen und Trendsportarten selten Ã¼berzeugende Antworten gegeben. Bei den Winterspielen gelang das besser, etwa mit der EinfÃ¼hrung von Snowboard oder zuletzt Skicross. Bei den Sommerspielen aber, wo das Programm viel dichter ist, hat man im Grunde versagt. Die 35 olympischen SportverbÃ¤nde (derzeit 26, demnÃ¤chst wieder 28 Sommer/sieben Winter), von denen die meisten ein kolossales Akzeptanzproblem haben und ohne die Millioneneinnahmen aus dem olympischen Marketingprogramm nicht existieren kÃ¶nnen, hielten stets zusammen und verweigerten sich einer Grundsatzreform.</p>
<p>IOC-Papiere (alle pdf):</p>
<ul>
<li><a title="Evaluation Criteria for Spprts and Disciplines" href="http://www.olympic.org/Documents/Reports/EN/en_report_813.pdf" target="_blank">Evaluation Criteria for Sports and Disciplines</a></li>
<li><a title="Report on the 26 Core Sports for the 2016 Games" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Programme_commission/REPORT_26_CORE_SPORTS_2016_GAMES.pdf" target="_blank">Report on the 26 Core Sports for the 2016 Games</a></li>
<li><a title="Report on the 7 International Federations short-listed for the 2016 Games" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Programme_commission/SEVEN_INTERNATIONAL_FEDERATIONS_SHORT_LISTED_2016_GAMES.PDF" target="_blank">Report on the 7 International Federations short-listed for the 2016 Games</a></li>
</ul>
<p>BlogbeitrÃ¤ge dazu:</p>
<ul>
<li>Juni 2009: <a title="Olympias Programmreform" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/17/olympias-programmreform-transparent-fair-kristallklar/" target="_self">Olympias Programmreform: &#8220;transparent, fair, kristallklar&#8221;?</a></li>
<li>August 2009: <a title="Olympias Programm-Kosmetik" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/14/olympias-programm-kosmetik/" target="_self">Olympias Programm-Kosmetik</a></li>
<li>Oktober 2009:Â <a title="Akklamation? Nein ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/" target="_self">Akklamation? Nein. Jacques Rogge lÃ¤sst sich zum IOC-PrÃ¤sidenten wÃ¤hlen</a></li>
</ul>
<p>Nach lang wÃ¤hrenden sportpolitischen ScharmÃ¼tzeln wurden lediglich Softball und Baseball aus dem Programm der Sommerspiele verbannt (ab 2012 in London). DafÃ¼r kommen 2016 Golf und eine selten gespielte Rugby-Variante (mit sieben Aktiven) hinzu.Â Rogge rang der IOC-Session 2007 allerdings ZugestÃ¤ndnisse ab, wonach nun das Executive Board des IOC weitgehend selbstÃ¤ndig Ã¼ber neue Disziplinen entscheiden und auch Sportarten zur Aufnahme ins Olympische Programm auswÃ¤hlen darf.</p>
<p>Die VerbÃ¤nde haben die Jugendspiele zunÃ¤chst nur zÃ¶gerlich angenommen, dann aber doch in MaÃŸen experimentiert. Die FIBA ist ein Beispiel, andere VerbÃ¤nde fÃ¼hrten gemischte Staffeln (Schwimmen) oder Mixed Wettbewerbe (Fechten) ein. Die Kanuten lieÃŸen Mann gegen Mann paddeln. Die Wettbewerbe zwischen Kontinental-Teams (u. a. Leichtathletik) und gemischten Nationenteams, die in Singapur ausprobiert wurden, wird es beim groÃŸen Olympia allerdings nicht geben. Dort wird weiter strikt in Nationalteams operiert.</p>
<p>Die Modernen FÃ¼nfkÃ¤mpfer mit ihrem deutschen WeltverbandsprÃ¤sidenten Klaus Schormann gehen wieder einmal voran. Schormann hat seinen Sport, der von Coubertin erfunden wurde, seit Mitte der neunziger Jahre sukzessive erneuert. Damals stand der FÃ¼nfkampf â€“ eine Melange aus Laufen, Schwimmen, SchieÃŸen, Fechten und Reiten â€“ vor dem Olympia-Aus und damit vor dem Exitus. Schormann knÃ¼pfte Allianzen im IOC und unter den anderen VerbÃ¤nden, vor allem aber revolutionierte er die Sportart. Aus einem behÃ¤bigen FÃ¼nf-Tage-Wettbewerb ist ein schickes Ein-Tages-Event geworden. In Singapur wurden nun erfolgreich Laser-Pistolen getestet. â€žDamit kommen sie sogar problemlos durch den Zollâ€œ, sagt Schormann und grinst Ã¼ber seinen neusten Clou. Denn die Frage der Grenzkontrollen ist eine ganz praktische fÃ¼r Waffenbesitzern.</p>
<p>â€žDie Laser-Pistolenâ€œ, teilt der Hesse beschwingt mit, â€žbauen sie einfach auseinander und dÃ¼rfen sie sogar auf FlÃ¼gen im HandgepÃ¤ck bei sich haben.â€œ Schormann erfÃ¼llt dem IOC-PrÃ¤sidenten noch jeden Wunsch. Und wer weiÃŸ, vielleicht wird er fÃ¼r soviel Folgsamkeit belohnt und erreicht doch noch sein Lebensziel: eine IOC-Mitgliedschaft.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2018: eine Wasserstandsmeldung und ein nervÃ¶ser Bewerber</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 09:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Hoppala. Da ist aber jemand empfindlich. Das hatte ich auch noch nicht. Edgar Grospiron, Chef der Olympiabewerbung von Annecy, gibt mir meine Visitenkarte zurÃ¼ck, weil ihm irgendwas an der Ãœbersetzung (oder am Inhalt) eines Textes nicht gefallen hat, den ich Ã¼ber die Lage der Olympiabewerbung 2018 gedichtet habe. Ich hÃ¤tte Grospiron fÃ¼r viel cooler [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Hoppala. Da ist aber jemand empfindlich. Das hatte ich auch noch nicht. <a title="Edgar Grospiron" href="http://www.grospiron.net" target="_blank">Edgar Grospiron</a>, Chef der Olympiabewerbung von <a title="Annecy 2018" href="http://www.annecy2018.com/en/" target="_blank">Annecy</a>, gibt mir meine Visitenkarte zurÃ¼ck, weil ihm irgendwas an der Ãœbersetzung (oder am Inhalt) <a title="FTD: Wie MÃ¼nchen IOC-Vize Bach in die Bredouille bringt" href="http://www.ftd.de/sport/:olympiabewerbung-wie-muenchen-ioc-vize-bach-in-die-bredouille-bringt/50158375.html" target="_blank">eines Textes</a> nicht gefallen hat, den ich Ã¼ber die Lage der Olympiabewerbung 2018 gedichtet habe. Ich hÃ¤tte Grospiron fÃ¼r viel cooler gehalten. Aber okay, Mann kann sich tÃ¤uschen. Er sagt, es herrsche zwischen allen Bewerbern eine faire AtmosphÃ¤re. Tut mir leid, das habe ich nie anders behauptet und versucht, ihm das klarzumachen.</p>
<p>Aber das interessiert ihn nicht, er hat sich gewiss erkundigt. Und da in diesen Kreisen, die Kreise sind ja Ã¼berschaubar, sehr gern olympische Dauer-Berichterstatter (ja, so genannte Journalisten), FunktionÃ¤ren einreden, dass es besser ist, mit diesem oder jenem Journalisten nicht zu sprechen, und viele FunktionÃ¤re und Angestellte von SportverbÃ¤nden, ob sie nun IOC oder FIFA heiÃŸen, derlei RatschlÃ¤ge befolgen, wie ich regelmÃ¤ÃŸig und ehrlich gesagt immer Ã¶fter erfahren darf, deshalb also befindet sich Edgar Grospiron in guter Gesellschaft.</p>
<p>Ich weiÃŸ nicht, wo das noch hinfÃ¼hren soll. Bin gespannt, wann jemand auf die Idee kommt, Journalisten, jedenfalls bestimmten Reportern, die Anwesenheit in den Luxushotels zu verbieten, wo die Olympier stets absteigen. Ich denke, viel fehlt nicht, das kann noch lustig werden in den kommenden Monaten. In Singapur gab es trotz Sicherheitscheck am Eingang des Ritz-Carlton keinerlei Restriktionen. (Anders als unlÃ¤ngst in Sotschi bzw Krasnaja Poljana, als ich nicht ins IOC-Hotel durfte, wir Journalisten von den Organisatoren verarscht und nicht Ã¼ber die PlÃ¤ne der IOC-PrÃ¼fungsgruppe informiert wurden, und als schlieÃŸlich sich die Pressechefin sogar erlaubte, ein Interview, das ich gerade mit ISU-PrÃ¤sident Ottavio Cinquanta fÃ¼hrte, zu unterbrechen. Cinquanta klÃ¤rte die Sache schnell und energisch, denn welches IOC-Mitglied lÃ¤sst sich schon gern unterbrechen.) Ich habe hier tagelang herumgelungert und problemlos mit vielen Leuten gesprochen, mal offen, oft konspirativ. HÃ¶flicher Weise habe ich darauf verzichtet, Fotos zu machen. Das fand ich nur fair, ich muss Leute nicht beim Kaffeetrinken fotografieren, bei offiziellen AnlÃ¤ssen ist das etwas anderes.</p>
<p>Ich stelle mir gerade vor, die <a title="MÃ¼nchen 2018" href="http://www.muenchen2018.org/" target="_blank">MÃ¼nchener Olympiabewerber</a> wÃ¤ren so empfindlich wie Monsieur Grospiron. Nicht auszudenken. Aber sie stecken es sportlich lÃ¤ssig weg, angesichts der andauernden Kritik daheim hÃ¤tten sie ihre Bewerbung sonst lÃ¤ngst schon einstellen mÃ¼ssen. Die SÃ¼dkoreaner aus <a title="Pyeongchang" href="http://www.pyeongchang2018.org/language/eng/index.asp?hb_Manager_PK=VDENAA01&#038;s=" target="_blank">Pyeongchang</a> sind Ã¼brigens auch ganz locker, mit denen kann man erstaunlich gut plaudern.</p>
<p>Grospiron ist ja nicht gegenÃ¼ber allen, nun ja, Journalisten, so garstig. Dem so genannten Branchendienst <a title="ATR" href="http://aroundtherings.com/" target="_blank">Around the Rings</a> sponsert Annecy sogar die YOG-Berichterstattung, obwohl Around the Rings Annecy nur auf Rang drei im Rennen um die Winterspiele 2018 fÃ¼hrt. Man kÃ¶nnte trefflich darÃ¼ber streiten, ob Around the Rings stets Journalismus macht, aber das mit Rang drei geht schon in Ordnung, das weiÃŸ jeder.</p>
<p>Anyway, der Stein des AnstoÃŸes, eine harmlose Lagebeschreibung:</p>
<p>SINGAPUR. Ginge es nach dem grÃ¶ÃŸten Aufgebot an Lobbyisten, stÃ¼nde der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018 fest. Es wÃ¤re Pyeongchang aus SÃ¼dkorea. Platz zwei ginge an MÃ¼nchen, abgeschlagener Letzter wÃ¤re das franzÃ¶sische Annecy. Edgar Grospiron, Bewerberchef Annecys und 1992 erster Olympiasieger auf der Buckelpiste, ist zumindest technisch chic ausgestattet. Er sitzt mit seiner Assistentin tagelang in der Chihuly Lounge des Nobelhotels Ritz-Carlton von Singapur und prÃ¤sentiert Annecys VorzÃ¼ge auf einem iPad. Der Ire Patrick Hickey, IOC-Mitglied und Chef der Vereinigung europÃ¤ischer NOK, lÃ¤sst das iPad in der Jackettasche verschwinden. &#8220;Das trifft sich gut&#8221;, witzelt er, &#8220;so ein Ding wollte ich ohnehin haben.&#8221;</p>
<p><em> (Kurz bevor ich den Beitrag hier rein kopierte hat Ã¼brigens gerade Albert von Monaco einen Blick auf die iPad-PrÃ¤sentation geworfen :)</em></p>
<p>Doch Grospiron hat nichts zu verschenken, er hat nur um etwas zu bitten. Eigentlich hieÃŸ es bis vor kurzem noch, IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge wÃ¼nsche keine grÃ¶ÃŸeren Auftritte der Bewerber in Singapur, wo sich sein VÃ¶lkchen bei den Olympischen Jugendspielen vergnÃ¼gt. Selbst IOC-VizeprÃ¤sident und DOSB-Boss Thomas Bach hatte Ende Juli noch behauptet, man mÃ¼sse erstmal prÃ¼fen, ob das IOC in Singapur etwas zulÃ¤sst. Nun sind sie doch wieder mit groÃŸen Abordnungen dabei, auÃŸer Annecy und dem tapferen Fast-EinzelkÃ¤mpfer Grospiron natÃ¼rlich. Akkreditierungen fÃ¼r die Jugendspiele haben die Bewerber zwar nicht, aber das ist nur eine Formalie, die niemanden hindert.</p>
<p>MÃ¼nchen logiert im Mandarin Oriental nebenan und bearbeitet die Zielpersonen im Ritz zeitweise mit einem Dutzend Leuten. Alle FÃ¤den laufen bei Bach zusammen, koordiniert wird der Einsatz von Katrin Merkel, die in einer Doppelfunktion als DOSB-Direktorin fÃ¼r Internationales und als Direktoriumsmitglied der Bewerber GmbH agiert. Eines Abends wuselten ein Dutzend MÃ¼nchner durch die Lobby, inklusive Bach, Katarina Witt und Willy Bogner, der aber schon wieder abgereist ist. ZahlenmÃ¤ÃŸig werden die Deutschen natÃ¼rlich von den Koreanern Ã¼bertroffen. Deren Bewerberchef Cho Yang-Ho, Chef von Korean Air, ist zwar schon wieder daheim. Doch NOK-PrÃ¤sident Park Yong-Sung, der einst wegen Korruption aus dem IOC scheiden musste, nimmt die Sache selbst in die Hand. Den ehemaligen Gouverneur Kim Jin-Sun, der die vorherigen beiden Bewerbungen betreute â€“ Pyeongchang verlor jeweils knapp gegen Vancouver und Sotschi -, wurde ebenfalls eingeflogen.</p>
<p>Die Koreaner bevorzugen die Ãœberfalltaktik. Vorzugsweise arbeiten sie in den Hotelsuiten, doch wenn IOC-Mitglieder in grÃ¶ÃŸerer Zahl etwa zu dinieren gedenken oder Termine wahrnehmen, wie die Gedenkfeier fÃ¼r den verstorbenen IOC-EhrenprÃ¤sidenten Juan Antonio Samaranch, tauchen sie aus allen Richtungen in Dreier- oder Vierergruppen auf. Keiner kann ihnen entkommen.</p>
<p>Der wachsende Widerstand in bayerischen Gemeinden und MÃ¼nchen wird im IOC noch nicht groÃŸ thematisiert. Aber diejenigen, die sich fÃ¼r Winterspiele interessieren, nehmen die Probleme der MÃ¼nchner natÃ¼rlich wahr. ErfahrungsgemÃ¤ÃŸ spielt derartiger Widerstand erst in den letzten Monaten einer Bewerbung eine grÃ¶ÃŸere Rolle â€“ abgestimmt wird am 6. Juli 2011.</p>
<p>Interessanter sind derzeit andere sportpolitische Konstellationen. Etwa eine mÃ¶gliche Olympia-Offerte von St. Moritz fÃ¼r 2022. Swiss Olympic wertet gerade den Bericht einer Arbeitsgruppe aus. Gian-Franco Kasper, PrÃ¤sident des Ski-Weltverbandes (FIS) spricht bereits von einer Kandidatur: â€žAber nur, wenn die Spiele 2018 nicht nach MÃ¼nchen gehen.â€œ Welchen Grund sollte es also fÃ¼r die fÃ¼nf Schweizer IOC-Mitglieder geben, 2011 in Durban fÃ¼r MÃ¼nchen zu stimmen? Sie wÃ¼rden damit die Bewerbung von St. Moritz beerdigen, weil die Winterspiele kaum zweimal (Sotschi 2014, MÃ¼nchen 2018), aber schon gar nicht dreimal in Folge (St. Moritz 2022) nach Europa kÃ¤men. FÃ¼r die Schweizer um die vier WeltprÃ¤sidenten Gian-Franco Kasper (Ski), Denis Oswald (Rudern), Joseph Blatter (FuÃŸball) und RenÃ© Fasel (Eishockey) kÃ¤me eigentlich nur Pyeongchang in Frage.</p>
<p><em>(Ich weiÃŸ schon, Ihre Heiligkeit Sepp entzieht sich derlei Betrachtungen. FÃ¼r ihn gelten ganz andere Regeln.)</em></p>
<p>Es ist noch komplizierter, auch das europÃ¤ische Interesse (Rom) fÃ¼r die Sommerspiele 2020 will beachtet werden. Und Denis Oswald wird nachgesagt, er Ã¼berschÃ¤tze sich so sehr, dass er 2013 IOC-PrÃ¤sident werden wolle. Will er das tatsÃ¤chlich, dann wÃ¤re es ein probates Mittel, MÃ¼nchen zum Olympiasieg zu verhelfen, um einen IOC-PrÃ¤sidenten Thomas Bach zu verhindern. Denn der Flurfunk sagt: Zwei deutsche Siege gehen nicht, das IOC wird nie erst MÃ¼nchen kÃ¼ren und zwei Jahre spÃ¤ter Bach zum PrÃ¤sidenten wÃ¤hlen. Im Grunde hat sich an dieser Konstellation seit Bewerbungsbeginn nichts geÃ¤ndert. Geht die Goldmedaille aber nach Pyeongchang, ist Bachs IOC-PrÃ¤sidentschaft nach jetzigem Stand so gut wie sicher.</p>
<p>Opfert Bach MÃ¼nchen? Derlei BefÃ¼rchtungen kursieren seit Jahren, auch in MÃ¼nchen <em>(und sie wurden hier im Blog schon oft genug diskutiert)</em>. Bach sagte mir kÃ¼rzlich dazu:</p>
<blockquote><p>&#8220;Also so weit sollten sie mich eigentlich kennen, dass ich noch nie gerne angetreten bin, um zu verlieren. Das macht keinen Sinn. Wir kÃ¤mpfen mit vollem Einsatz fÃ¼r MÃ¼nchen 2018. Der gesamte deutsche Sport steht dahinter. Und insoweit verbieten sich schon andere Ãœberlegungen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es gibt IOC-Mitglieder, die Ã¼ber solche Aussagen schallend lachen. Sie mÃ¶chten sich nur nicht zitieren lassen. Anders als etwa Eishockey-PrÃ¤sident Fasel, der mir schon vor Monaten in Sotschi sagte:</p>
<blockquote><p>â€žThomas sagt das ja selber. Praktisch alle Mitglieder wissen, dass er ein seriÃ¶ser Kandidat ist und sein wird.â€œ</p></blockquote>
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		<title>Notizen von den Jugendspielen (II)</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 08:47:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Was Sergej Bubka und Jelena Isinbajewa der Jugend so zu sagen haben: [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Ich komme doch weniger zu den Jugendspielen, als ich ohnehin befÃ¼rchtet habe. Von Hotellobbys aus beobachtet sich das Treiben in den Stadien nicht ganz so gut. Aber Mann [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Was Sergej Bubka und Jelena Isinbajewa der Jugend so zu sagen haben:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/20/notizen-von-den-jugendspielen-ii/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Ich komme doch weniger zu den Jugendspielen, als ich ohnehin befÃ¼rchtet habe. Von Hotellobbys aus beobachtet sich das Treiben in den Stadien nicht ganz so gut. Aber Mann muss sich fÃ¼r bestimmte Themen entscheiden. Und wenn man so will, siegt bei mir die langfristige Recherche doch immer wieder Ã¼ber das TagesgeschÃ¤ft der schnellen Text-Produktion.</p>
<p>Was mich schon etwas nervt und worauf ich in den nÃ¤chsten Tagen gern eingehen will, sind die Medaillenlisten dieser YOG, die ja nun doch von etlichen Medien gefÃ¼hrt werden, etwa hier vor Ort tÃ¤glich in der <a title="Singapore Strait Times" href="http://www.straitstimes.com/BreakingNews/Sport/Story/STIStory_560923.html" target="_blank">Singapore Strait Times</a> (zumindest in der gedruckten Ausgabe, online habe ich das auf die Schnelle nicht gefunden), oder hier bei <a title="YOG auf Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/2010_Summer_Youth_Olympics_medal_table" target="_blank">Wikipedia</a> oder hier beim so genannten Insiderdienst <a title="Around the Rings" href="http://www.aroundtherings.com/articles/view.aspx?id=35410" target="_blank">Around the Rings</a>.</p>
<p>Interessant war ein kurzer Besuch und die Diskussion im Workcamp der Deutschen Sportjugend im YMCA Singapur, gerade weil da da gewissermaÃŸen Kulturen aufeinander prallten. Ich hoffe, dass ich die Jung-Kader und Jung-Reporter nicht zu sehr verschreckt habe :)</p>
<p>Im Programm des Workcamps, dessen Teilnehmer man in der <a title="MannschaftsbroschÃ¼re YOG" href="http://www.dosb.de/de/start/details/news/mannschaftbroschuere_fuer_singapur_ist_online/9746/cHash/fcc438b53f/" target="_blank">MannschaftsbroschÃ¼re</a> findet, heiÃŸt es Ã¼brigens:</p>
<blockquote><p>Im Rahmen der Workshopsessionen in den Kleingruppen werden die Teilnehmer je nach ZugehÃ¶rigkeit zu den Bereichen junge Sportjournalisten, Nachwuchstrainer, Nachwuchsschiedsrichter und junge FÃ¼hrungskrÃ¤fte der SportverbÃ¤nde aufgeteilt und durchlaufen ein zielgruppengerechtes Programm. Die aufgefÃ¼hrten Themen Doping, Olympische Werte etc. werden mit allen Teilnehmern behandelt.</p>
<p>Im Einzelnen wird sich die Gruppe der <strong>Kampf- und Schiedsrichter</strong> mit den Themen Selbstreflexion und PersÃ¶nlichkeitsentwicklung, StressbewÃ¤ltigung sowie dem Konfliktmanagement Trainer/Athlet/Medien auch anhand besuchter YOG-Sportveranstaltungen beschÃ¤ftigen.</p>
<p>Die Gruppe der <strong>Sportjournalisten</strong> wird sich mit Olympia und den daraus erwachsenden ZusammenhÃ¤ngen fÃ¼r den Journalismus beschÃ¤ftigen. Hierbei wird u.a. die Geschichte und die Organisation der SportgroÃŸveranstaltung betrachtet. Ferner werden die Netzwerke des Sports (Zuschauer/Sportler/FunktionÃ¤re) aus Sicht des Journalismus, Sport als Ort des Betrugs und der konkrete Umgang damit sowie eine begleitete aktive Sportberichterstattung vor Ort er- und bearbeitet.</p>
<p>Die jungen <strong>FÃ¼hrungskrÃ¤fte</strong> beschÃ¤ftigen sich mit VerhandlungsfÃ¼hrung, Kommunikation sowie Teamentwicklung. Praktisch soll anhand der Organisation der Spiele Ã¼ber die eigene TÃ¤tigkeit im Sport reflektiert werden sowie Ansatzpunkte fÃ¼r die weitere Entwicklung aufgezeigt werden.</p>
<p>Die <strong>Nachwuchstrainer</strong> werden sich mit den Beziehungen zwischen Trainern, Schiedsrichtern und Athleten auseinandersetzen. Ferner werden sich die Teilnehmer u.a. mit den Themen â€žvon der Mannschaft zum Teamâ€œ sowie der Rolle des Trainers im Gesamtsystem Sport, insbesondere der Anerkennung, Stellung und Stile der Trainer â€“ praktisch anhand besuchter Sportveranstaltungen â€“ beschÃ¤ftigen.</p></blockquote>
<p>Einige EindrÃ¼cke dazu:</p>
<ul>
<li><a title="DSJ" href="http://www.dsj.de/cgi-bin/blog.asp?blog_id=1#headertop" target="_blank">Blog der DSJ</a> (da sollte sich doch eigentlich mehr tun)</li>
<li>Facebook-Seite der deutschen <a title="Facebook Jugendolympiamannschaft" href="http://www.facebook.com/jugendolympiamannschaft" target="_blank">Jugendolympiamannschaft</a></li>
<li>Blog von Michael Geyer auf <a title="leichtathletik.de" href="http://www.leichtathletik.de/index.php?NavID=1&amp;SiteID=28&amp;NewsID=29303" target="_blank">leichtathletik.de</a></li>
</ul>
<p>Da das hier gewissermaÃŸen auch mein Privatarchiv ist, erlaube ich mir weiterhin, Texte zu hinterlegen, die ich fÃ¼r andere Medien produziert habe, etwa diesen, fÃ¼r <a title="Zeit Online" href="http://www.zeit.de/sport/2010-08/olympische-jugendspiele-singapur-bach?page=all" target="_blank">Zeit Online</a> (<em>&#8220;Ein bisschen Leistung soll schon sein&#8221;</em>):</p>
<p>Begeisterung sieht anders auch â€“ und hÃ¶rt sich anders an. â€žNa jaâ€œ, sagt also Shanice Craft (17), und es ist ein sehr lang gezogenes â€žna jaâ€œ. Bei den Olympischen Jugendspielen sei â€ždie Konkurrenz nicht so groÃŸ, dafÃ¼r geht es mehr ums Feeling und soâ€œ. Shanice Craft ist Diskuswerferin mit groÃŸen Ambitionen. Sie war im vergangenen Jahr Dritte bei der Weltmeisterschaft der unter AchtzehnjÃ¤hrigen â€“ da ging es weniger â€œums Feelingâ€?, da stimmte die Konkurrenz. In der <a title="YOG MannschaftsbroschÃ¼re des DOSB" href="http://www.dosb.de/de/start/details/news/mannschaftbroschuere_fuer_singapur_ist_online/9746/cHash/fcc438b53f/" target="_blank">MannschaftsbroschÃ¼re</a> der deutschen Delegation wird die Frage gestellt â€žWas willst Du beruflich mal erreichen?â€œ Shanice Craft antwortete: â€žBei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen und eine Medaille holen.â€œ</p>
<p>Gerade hat sie im Bishan Stadium unter den brennenden Strahlen der Ã¤quatorialen Sonne und vor einigen tausend Besuchern, zumeist Schulklassen aus Singapur, mit sechs Metern Vorsprung die Qualifikation gewonnen. Sechs Meter. Shanice Craft wird also am Sonnabend mit ziemlicher Sicherheit Jugend-Olympiasiegerin. Sie will eine Bestleistung aufstellen. Eines der vielen Kultur- und Bildungsseminare, die bei diesen ersten Youth Olympic Games angeboten werden, hat sie noch nicht gebucht. â€žUnsere Betreuer haben aber gesagt, es wÃ¤re schÃ¶n, wenn wir da mal vorbei schauen kÃ¶nnten.â€œ Shanice Craft nimmt ihren Wettkampf sehr ernst. â€žDas machen doch alle hier, oderâ€œ, fragt sie. Die meisten schon.</p>
<p>Zumindest jene, die sich bei den europÃ¤ischen Trials in Moskau fÃ¼r Singapur qualifizieren mussten. 33 Jugendliche durfte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nach Moskau schicken. Sechzehn sind nun in Singapur. Die Hochspringerin Melina Brenner (17) aus WipperfÃ¼rth zÃ¤hlt auch dazu. Sie macht einen neugierigeren, vertrÃ¤umteren Eindruck, wirkt noch nicht so professionell-fixiert wie Shanice Craft. Aber sie spricht sehr reflektiert.</p>
<blockquote><p>â€žDopingâ€œ, sagt sie zum Beispiel, â€žist fÃ¼r mich ein absolutes No-Go!â€œ</p></blockquote>
<p>Es ist erst ihr dritter Wettkampf im Ausland. Im FrÃ¼hjahr gab es einen LÃ¤nderkampf in Italien, die Ausscheidungen fÃ¼r die Jugendspiele in Moskau â€“ und nun Singapur. Das sei alles sehr aufregend, sagt Melina Brenner, die ErÃ¶ffnungsfeier, das Olympische Dorf, die vielen Nationen, die Stadt, Asien und Ã¼berhaupt.</p>
<p>Es fÃ¤llt nicht leicht, sich auf den Wettkampf zu konzentrieren. Zumal, anders als sonst, wenn der DLV so genannte Disziplintrainer oder sogar die Heimtrainer mit auf Reisen schickt, die sechzehn Leichtathleten diesmal nur von drei Trainern betreut werden. â€žDamit muss ich klar kommenâ€œ, sagt Melina Brenner. Sie ist froh darÃ¼ber, dass auch ihre Eltern im Urlaub in Singapur sind. Die Ablenkung ist groÃŸ. Die Neugier ebenfalls. <span id="more-9379"></span></p>
<blockquote><p>â€žDas ist ein anderer Wettkampf, als man ihn normalerweise hatâ€œ, sagt Ulf Tippelt, der Leistungsportdirektor des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB). Dann doziert er ein bisschen: â€žIch persÃ¶nlich bin der Meinung, fÃ¼r den leistungssportlichen Werdegang eines Athleten ist das eine hervorragende Erfahrung. Da muss man sich drauf einstellen.â€œ</p></blockquote>
<p>Auch fÃ¼r FunktionÃ¤re wie Ulf Tippelt ist es eine neue Erfahrung. SchlieÃŸlich ist Tippelt nicht als Bildungswart beim DOSB angestellt, sondern als oberster Medaillenplaner. Er habe aber keine Excel-Charts mit Medaillenstatistiken im Arbeitskoffer, anders als unlÃ¤ngst bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Es gebe keinerlei Vorgaben, versichert Tippelt. Allerdings berichten einige FachverbÃ¤nde von fordernden Telefonaten mit der DOSB-Zentrale im Vorfeld der Jugendspiele. â€žEs kann nur Anrufe gegeben haben, um zu sehen, wo sich die VerbÃ¤nde etwas ausrechnenâ€œ, sagt Tippelt. â€žAber wir haben um Gottes Willen keinen Leistungsdruck oder Erfolgsdruck ausgeÃ¼bt!â€œ Man wollte nur sicherstellen, dass die EhrengÃ¤ste und der DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach die richtigen WettkÃ¤mpfe besuchen. â€žWenn unser PrÃ¤sident kommtâ€œ, sagt Tippelt, wÃ¤re es doch schade, wenn dort gerade kein Deutscher im Finale steht.â€œ</p>
<p>Ein bisschen Leistung soll schon sein. Aber nicht zu auffÃ¤llig, wennâ€™s geht. Denn angeblich sollen diese Jugendspiele ja vor allem ein Erziehungs-, Bildungs-, und Kulturprogramm sein. So wÃ¼nscht es sich Jacques Rogge, PrÃ¤sident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der Vater des Projekts. Das IOC leistet sich ein 300 Millionen Euro teures Experiment mit 3.600 Kindern und Jugendlichen aus 204 Nationen. Mit allen olympischen Insignien â€“ Fahnen, Hymnen, Medaillen, olympisches Feuer. Mit diesen Jugendspielen wurde das olympische Portfolio des IOC erweitert. Auch darum geht es: Um die Marke. The Brand. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.</p>
<p>Zur ErÃ¶ffnung gab es eine mitreiÃŸende Show in einem schwimmenden Stadion in traumhafter AtmosphÃ¤re, viel Pyrotechnik, ein Medley populÃ¤ren Liedguts aus mehreren Jahrzehnten. Kinder tanzten und lachten. Die Macht der Bilder. So wirkt Olympia. Auch Rogge ist ein VerfÃ¼hrer. Man kann ihm vieles nachsagen, aber eines gewiss nicht: NaivitÃ¤t. Irgendwann wurde ein Ã¼berdimensioniertes MÃ¤rchenbuch in die Arena gefahren, dem ein junger Boxer entsprang, der gegen den Teufel ankÃ¤mpfte, mutig und fleiÃŸig blieb â€“ und schlieÃŸlich das BÃ¶se besiegte. StÃ¤ndig flimmerten Mangas Ã¼ber die GroÃŸbildschirme â€“ Bilder von Umweltkatastrophen, Kriegen und der ZerstÃ¶rung des Regenwaldes. Gemeinsam lÃ¤sst sich eine bessere Welt erschaffen â€“ das ist die Botschaft, die man glauben kann oder nicht.</p>
<p>Vor drei Jahren, als das IOC Rogges Plan genehmigte, gab es in Deutschland lauten Protest: Der DLV kÃ¼ndigte einen Boykott der Jugendspiele an. â€žMan kann nicht alles machen, nur weil es politisch gewÃ¼nscht wirdâ€œ, schimpfte der damalige Chefbundestrainer JÃ¼rgen Mallow. â€žWir haben befÃ¼rchtet, dass sich das sportliche WettrÃ¼sten in immer frÃ¼here Altersbereiche vorverlagertâ€œ, erinnert sich der damalige DLV-VizeprÃ¤sident Eike Emrich, Sportwissenschaftler an der UniversitÃ¤t des Saarlandes. â€žWir haben befÃ¼rchtet, dass es schon bei Kindern und Jugendlichen nur um Medaillen, Nationenvergleiche und Rekordergebnisse geht, dass sich sportliches Handeln allein an der Steigerung von Leistung ausrichtet.â€œ Dies widersprach dem Erneuerungskurs des DLV.</p>
<p>Nun stellen die Leichtathleten als olympische Kernsportart wie selbstverstÃ¤ndlich die grÃ¶ÃŸte Abordnung unter den 70 deutschen Sportlern in Singapur. Das liegt einerseits daran, dass das Programm der Jugendspiele verfeinert und manche Ã„ngste genommen wurden, so steht etwa Doping-PrÃ¤vention im Programm. Andererseits sind auch im DLV, Mallow und Emrich haben ihre Funktionen inzwischen abgegeben, Opportunisten am Werk. Und der vom IOC-VizeprÃ¤sidenten Bach gefÃ¼hrte DOSB hat den Leichtathleten energisch klargemacht, dass ein Boykott nicht infrage kommt.</p>
<p>Von derlei sportpolitischen HintergrÃ¼nden wissen Melina Brenner und Shanice Craft nichts. MÃ¼ssen sie auch nicht. Sie erleben gerade aufregende Tage in Singapur, vielleicht die aufregendsten ihres Lebens. Und Shanice Craft ahnt, dass sie sich doch sehr freuen wird, wenn sie am Sonnabend gewinnt. Ein WM-Titel gegen hÃ¤rtere Konkurrenz wÃ¼rde fÃ¼r sie zwar mehr zÃ¤hlen. Aber, nun ja:</p>
<blockquote><p>â€žEs ist schlieÃŸlich eine internationale Goldmedaille.â€œ</p></blockquote>
<p>Singapur ist die Chance. Wer weiÃŸ schon, ob sie so einen Moment noch einmal erlebt.</p>
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		<item>
		<title>HÃ¶her, schlauer, jÃ¼nger?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Kann man natÃ¼rlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel bÃ¶ser, viel schÃ¶nfÃ¤rberischer und Ã¼berhaupt. Aber so ist mein kleines FragestÃ¼ck zu den Jugendspielen, an dem ich mit SpaÃŸ hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten): : Zu Wort kommen:Â Britta Steffen,Â Kathrin Boron,Â Gudrun Doll-Tepper,Â Jacques Rogge,Â Thomas Bach,Â Joseph Blatter,Â Helmut Digel,Â Eike Emrich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Kann man natÃ¼rlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel bÃ¶ser, viel schÃ¶nfÃ¤rberischer und Ã¼berhaupt. Aber so ist mein kleines FragestÃ¼ck zu den Jugendspielen, an dem ich mit SpaÃŸ hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten):</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_2330_8ac6b877.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu Wort kommen:Â Britta Steffen,Â Kathrin Boron,Â Gudrun Doll-Tepper,Â Jacques Rogge,Â Thomas Bach,Â Joseph Blatter,Â Helmut Digel,Â Eike Emrich und Ulf Tippelt.</p>
<p>Ich habe noch jede Menge O-TÃ¶ne, passendere, bessere, kÃ¼rzere, lÃ¤ngere, und habe ja auch mit einigen Sportlern gesprochen. So ist das nun mal. Im TagesgeschÃ¤ft Journalismus gibt es Andruck- und Sendezeiten und damit einen Redaktionsschluss. Manches, wie die Pound-Passage, habe ich schon vorher produziert, es passt dennoch gut rein.Â Die Youth Olympic Games dauern ja noch ein Weilchen, ich hole noch einiges nach, vielleicht bastle ich aus diesem Beitrag hier noch einen lÃ¤ngeren, ergÃ¤nzenden.</p>
<p>Wer nicht hÃ¶ren mag (oben den Player anklicken), der mag vielleicht lesen, einiges habe ich natÃ¼rlich schon angefÃ¼gt und ergÃ¤nzt:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Der Herzschlag der Jugendspiele. Damit begannen viele Videos, die fÃ¼r die ersten Youth Olympic Games produziert wurden. In Spots auf Youtube und anderen WerbemaÃŸnahmen war auch stets von der DNA der Jugendspiele die Rede. â€žTrÃ¤gst Du die DNA der Jugendspiele in Dir?â€œ wird da gefragt.</p>
<p>YOG-DNA? Wie Michael Phelps?</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Und schon beginnt das Problem.</p>
<p>Denn was ist die DNA der Olympischen Jugendspiele? HeiÃŸt das: HÃ¶chstleistung wie bei den richtigen Olympischen Spielen?</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>&#8230; so wie es Usain Bolt sagt. Der Fabel-Weltrekordler, der schnellste Mann der Welt, um den sich viele GerÃ¼chte ranken. Der als Botschafter avisiert war fÃ¼r Singapur, aber nun doch nicht kommt.</p>
<p>Oder zÃ¤hlen tatsÃ¤chlich Bildung und Kultur zur DNA der Spiele?</p>
<p>Selbst Bolt spricht Ã¼brigens von Bildung â€“ das ist mittlerweile die offizielle Lesart des Internationalen Olympischen Komitees.</p>
<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge betrachtet sich als Vater der Jugendspiele. Auch wenn er noch in eine juristische Auseinandersetzung mit dem Ã–sterreicher Johann Rosenzopf verwickelt ist, der sagt, er habe Ende der neunziger Jahre ein Konzept von olympischen Jugendspielen an den damaligen IOC-PrÃ¤sidenten Samaranch geschickt. Er wirft dem IOC Plagiat vor. Rogge kann dagegen vorbringen, dass er schon vor knapp zwanzig Jahren als Chef der Vereinigung der europÃ¤ischen olympischen Komitees ein kontinentales olympisches Jugendfestival begrÃ¼ndet hat.</p>
<p>Fakt ist: Als IOC-PrÃ¤sident setzte Rogge im FrÃ¼hjahr 2007 in Windeseile die Olympischen Jugendspiele durch. Das IOC folgte fast kollektiv seinem Vorschlag. Drei Jahre spÃ¤ter, kurz vor der Premiere, erklÃ¤rte der 68 Jahre alte Belgier, er sei aufgeregt wie einst vor dem KreiÃŸsaal. Rogge hat zwei erwachsene Kinder und Enkel.</p>
<blockquote><p>â€žGrundsÃ¤tzlich ging es uns bei den Jugendspielen darum, dass wir die Notwendigkeit fÃ¼r Bildung und AufklÃ¤rung gesehen haben â€“ in einem Alter, wo die jungen Sportler noch empfÃ¤nglich sind.Â Wir wollen ihnen Kenntnisse und Fertigkeiten fÃ¼r ihr Leben vermitteln. Nicht nur im Sport, auch auÃŸerhalb des Sports in ihrem ganz normalen Leben, ihren sozialen Beziehungen. Deshalb investieren wir in den Ausbildungsbereich, das ist etwas Neues in der Olympischen Bewegung.</p>
<p>Wir betreiben Doping-AufklÃ¤rung, es geht um gesunde ErnÃ¤hrung, Gesundheitsvorsorge, Krankheitsvorsorge, Umweltschutz â€“ und natÃ¼rlich geht es um die olympischen Werte wie Respekt, Fairplay und die Einhaltung der Regeln.Â Sie bekommen jede Menge MÃ¶glichkeiten. Es geht darum, ihnen so viel wie mÃ¶glich fÃ¼r die Zeit nach der Sportkarriere mitzugeben.</p>
<p>Das wollen wir tun. Und wir glauben, dass wir moralisch dafÃ¼r verantwortlich sind. Wir mÃ¼ssen das tun. Die Olympische Bewegung kann sich nicht nur darauf beschrÃ¤nken, nur Sportereignisse zu organisieren. Wir glauben, dass Sport Bildung ist. Bildung sollten wir den jungen Menschen gerade in dieser Phase angedeihen lassen.â€œ</p>
<p><em>(flÃ¼chtig-schnell Ã¼bersetzt)</em></p></blockquote>
<p>Es ist interessant, wenn Rogge plÃ¶tzlich davon spricht, das IOC sei fÃ¼r Bildung und Erziehung verantwortlich. FÃ¼r Ethik und Fairplay. Ausgerechnet das IOC und sein System des olympischen Hochleistungssports, das bestÃ¤ndig fÃ¼r negative Schlagzeilen sorgt, um nur die Themenfelder Doping und Korruption zu nennen.</p>
<p>Man kann Rogges Ansatz als anmaÃŸend empfinden. Zumal das IOC in den vergangenen Jahren in kritischen Situationen â€“ ob in der Menschenrechtsfrage bei den Olympischen Spielen in Peking oder beim Dopingproblem â€“ stets darauf bestanden hat, nur fÃ¼r die jeweils sechzehn Tage (plus ErÃ¶ffnungsfeier) wÃ¤hrenden Olympischen Spiele in der Verantwortung zu stehen. Und eben nur fÃ¼r den Sport zustÃ¤ndig zu sein.</p>
<p>Rogge wird sich also selbst untreu. Andererseits: Sein Ansatz mit den Jugendspielen ist, wenn man es wohlwollend betrachtet, eine Art RÃ¼ckbesinnung auf den IOC-GrÃ¼nder Pierre de Coubertin. ZurÃ¼ck zu den Wurzeln.</p>
<p>Es fÃ¤llt auf, dass in den Tagen von Singapur viele IOC-Mitglieder so argumentieren. Als hÃ¤tten sie ein Skript auswendig gelernt. Und tatsÃ¤chlich gibt die IOC-Administration ja regelmÃ¤ÃŸig Argumentationshilfen fÃ¼r die Mitglieder auf. Das war vor zwei Jahren kurz vor den Spielen in Peking so, als sich die Antworten zur Frage der Menschenrechte doch sehr Ã¤hnelten. Und das ist jetzt nicht anders.</p>
<p>Joseph Blatter, PrÃ¤sident des FuÃŸball-Weltverbandes FIFA, <a title="Notizen von den Jugendspielen " href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/13/notizen-von-den-jugendspielen/" target="_self">predigt ebenfalls die Verse</a> des Jacques Rogge.</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese Jugendspiele sind sehr wichtig. Weil sie sind eben unter der Bezeichnung respect, education, bringing people together, also sozial-kulturelles Zusammenkommen. Und darum ist es auch fÃ¼r die FIFA sehr wichtig, dass wir hier sind, dass wir nicht mit den groÃŸen Mannschaften oder mit den groÃŸen Namen der Mannschaften gekommen sind, sondern dass wir die MÃ¶glichkeit geben auch den kleinen VerbÃ¤nden, dabei zu sein, und dass sie sich mischen mit der Jugend der Welt.</p>
<p>Das war ja auch der eigentliche olympische Gedanke von Pierre de Coubertin: Bringt die Jugend zusammen und lasst sie miteinander sprechen. Lasst sie spielen, aber nicht wichtig ist das Siegen, sondern wichtig ist das Mitmachen und Sich-Kennenlernen. Und das ist jetzt fÃ¼r die Jugend die Olympischen Spiele. Und darum haben wir auch beschlossen: Wir wollen diese bringen, die sonst nicht dabei sein kÃ¶nnen. Also fÃ¼r uns ist es sehr wichtig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Postulate sind das eine â€“ man kann sie in Singapur an der Wirklichkeit messen. Oder hier verfolgen:</p>
<ul>
<li>Die offizielle WebseiteÂ <a title="Singapore 2010" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en.html" target="_blank">Singapore 2010</a></li>
<li>DieÂ <a title="Olympic.org" href="http://www.olympic.org/" target="_blank">IOC-Webseite</a> zum Thema</li>
<li>DieÂ <a title="ebook DOSB Singapur 2010" href="http://ebook-singapur.dosb.de/" target="_blank">MannschaftsbroschÃ¼re</a> des DOSB und dessenÂ <a title="DOSB, Singapur 2010" href="http://www.dosb.de/de/olympia/olympische-jugendspiele/" target="_blank">Singapur-Schwerpunkt</a></li>
<li>Der Youtube-KanalÂ <a title="Youtube Singapore 2010" href="http://www.youtube.com/user/singapore2010" target="_blank">Singapore 2010</a></li>
</ul>
<p><a title="Frischzellenkur fÃ¼r das Olympia-Business" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/11/frischzellenkur-fur-das-olympia-business/" target="_self">Die Spiele laufen</a>, sie wurden von StaatsprÃ¤sident Sellapan Ramanathan erÃ¶ffnet.Â Ein Video dazu kann natÃ¼rlich nicht mehr eingebettet werden, jedenfalls nicht die offizielle Zusammenfassung der ErÃ¶ffnungsfeier. Denn die ist rechtlich geschÃ¼tzt.</p>
<ul>
<li><a title="YOG News Access Rules" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/YOG-News-Access-Rules-Singapore-2010.pdf" target="_blank">News Access Rules &#8211; Singapore 2010</a></li>
<li>Weil es zuletzt inÂ <a title="tag Blogging-Guidelines, Internet bei Olympia ... " href="http://www.jensweinreich.de/category/blogging-guidelines/" target="_self">Peking und Vancouver</a> immer mal diskutiert wurde und mitunter fÃ¼r Verwirrung gesorgt hat:Â <a title="IOC Social Media Blogging and Internet Guidelines for YOG" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/IOC-Social-Media-Blogging-and-Internet-Guidelines-for-YOG-clean.pdf" target="_blank">IOC Social Media, Blogging and Internet Guidelines for persons accredited at the Youth Olympic Games</a></li>
</ul>
<p>Es gab eine groÃŸe Show in einem schwimmenden Stadion in traumhafter AtmosphÃ¤re, viel Pyrotechnik, ein Medley populÃ¤ren Liedguts aus mehreren Jahrzehnten. Kinder tanzten und lachten.</p>
<p>Die Macht der Bilder. So wirkt Olympia. Auch Rogge ist ein VerfÃ¼hrer. Man kann ihm vieles nachsagen, aber eines gewiss nicht: NaivitÃ¤t.</p>
<p>Irgendwann wurde ein Ã¼berdimensioniertes MÃ¤rchenbuch hereingefahren, dem ein junger Boxer entsprang, der gegen den Teufel ankÃ¤mpfte, mutig und fleiÃŸig blieb â€“ und schlieÃŸlich das BÃ¶se besiegte. StÃ¤ndig flimmerten Mangas Ã¼ber die GroÃŸbildschirme â€“ Bilder von Umweltkatastrophen, Kriegen und der ZerstÃ¶rung des Regenwaldes.</p>
<p>Gemeinsam lÃ¤sst sich eine bessere Welt erschaffen â€“ das ist die Botschaft. Garniert mit den olympischen Insignien. Den Ringen, der Fahne, der Hymne â€“ und dem olympischen Feuer, das bis zum 26. August in der Marina Bay brennt. Das â€žheilige Feuerâ€œ, wie die Kommentatorin auf dem IOC-Kanal formulierte.</p>
<blockquote><p>â€œSo the sacred flame from Olympia burns in the night-sky. A guiding light of inspiration for the next 12 days.â€œ</p></blockquote>
<p>Die olympische Marke, das olympische Portfolio wurde mit diesen Jugendspielen erweitert. DarÃ¼ber haben sich auf dem RÃ¼ckweg ins noble Ritz-Carlton-Hotel tatsÃ¤chlich einige Olympier unterhalten.</p>
<p>Darum geht es zunÃ¤chst einmal. Um die Marke. The Brand. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.</p>
<p>Es ist ein 300 Millionen Euro teueres Experiment &#8211; mit 3.600 Kindern und Jugendlichen aus aller Welt.</p>
<p>Jacques Rogge sagt:</p>
<blockquote><p>â€œIch hoffe, dass der Erziehungspart dieser Olympischen Spiele leichter wird als die Erziehung meiner eigenen Kinder.Â Aber er sei Optimist und glaube an das Konzept, das von allen AktionÃ¤ren Olympias entwickelt worden sei. Dazu zÃ¤hlen die 205 Nationalen Olympischen Komitees und die derzeit 26 olympischen SommersportverbÃ¤nde. Man habe sich alle MÃ¼he gegeben, sei sensitiv vorgegangen, werde aber sicher Fehler machen, schlieÃŸlich wÃ¼rden auch bei den groÃŸen Olympischen Spielen nach mehr als 110 Jahren noch Fehler gemacht.Â Doch der Geist seines, des olympischen Hauses sei: Aus Fehlern lernen und sich stets verbessern.â€œ</p>
<p><em>(flÃ¼chtig-schnell Ã¼bersetzt)</em></p></blockquote>
<p>Auch zwei deutsche Sportwissenschaftler haben in der Vorbereitung der Jugendspiele entscheidend mitgewirkt, in Arbeitsgruppen des IOC und der Organisatoren in Singapur: Gudrun Doll-Tepper aus Berlin und Helmut Digel aus TÃ¼bingen.Â Gudrun Doll-Tepper war lange Jahre PrÃ¤sidentin des <a title="ICSSPE" href="http://www.icsspe.org/" target="_blank">Weltrates fÃ¼r Sportwissenschaft</a> und ist seit 2006 VizeprÃ¤sidentin des Deutschen Sportbundes (DOSB). Sie sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es geht nicht nur um den Sport allein, sondern es geht um den Sport in Verbindung mit etwas. Gesundheit. Bildung und so weiter. Und das denke ich, das ist sozusagen eine MÃ¶glichkeit, die da jetzt beschritten wird, da wird man sehen, ob das so funktioniert. Aber ich glaube, dass das zumindest den Versuch lohnt. Und ob man da jetzt in die letzten Ecken der Welt damit kommt, das wird man sehen. Aber die moderne Kommunikation, muss ich auch sagen, das beeindruckt mich schon sehr. Also die jungen Leute sind hier mÃ¤chtig in Verbindung, digital concierge und was es hier alles gibt. Das scheint die auch alle anzusprechen. Ich habe gestern mir noch einmal die RÃ¤ume angesehen, wo jungen Leuten, die nicht vertraut sind mit solchen Technologien, wo die da EinfÃ¼hrungen bekommen. Das finde ich toll. Das finde ich einfach etwas, wo Ã¼ber den Sport hinaus etwas transportiert wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>IOC-PrÃ¤sident Rogge hat behauptet, er sei gegen einige olympischen Insignien bei den Jugendspielen gewesen. Doch gegen die Mehrheit im IOC habe er sich nicht durchsetzen kÃ¶nnen. â€žIch habe die groÃŸe Schlacht gewonnenâ€œ, hat Rogge gesagt, â€ždie Jugendspiele wurden eingefÃ¼hrt. Aber ich habe auf dem Weg nach Singapur viele kleine Gefechte verloren. Ich wollte keine Flaggen, Hymnen und Podien. Doch die Ã¼berwÃ¤ltigende Mehrheit der IOC-Mitglieder hat gesagt: Nein, nein, nein, es soll alles wie bei den traditionellen Spielen sein!â€œ</p>
<p>Nun gibt es Stimmen im IOC, die das Ganze etwas anders darstellen, was wenig schmeichelhaft fÃ¼r Rogge ist. Doch ganz davon abgesehen, ob er ein die Wahrheit beugt, bleibt doch der grundsÃ¤tzliche Konflikt: Es geht um Medaillen in Singapur â€“ und um Erziehung. In diesem Widerspruch bewegen sich die Jugendspiele.</p>
<blockquote><p>&#8220;Nee, ich sehe darin erstmal keinen Widerspruch, weil ich glaube, dass wir alle letzten Endes auch von Kompromissen leben. Manche Dinge mÃ¶chte man halt durchsetzen, und wenn man sie durchsetzt, wird man als autoritÃ¤r bezeichnet. Setzt man sie nicht durch, dann wird man als schwach bezeichnet. Das ist mir sehr vertraut. Ich glaube, dass das durchaus in Ordnung ist, dass man auch so etwas wie eine Premiere durchaus kritisch analysiert und dann seine Auswertung macht. Das werden sicher die Journalisten tun, aber das werden auch diejenigen tun, die wie ich hier jetzt unterwegs sind und mehr aus einer, ich sage jetzt mal pÃ¤dagogischen oder wissenschaftlichen Perspektive darauf schauen. Also ich bin hier jetzt nicht von irgendjemandem zum Beispiel eingekauft oder Ã¤hnliches, sondern es ist mir wirklich auch ein Anliegen, da rauszufinden, was funktioniert oder was funktioniert nicht, und warum ist das so. Und wie kann man daraus irgendwie seine Lehren ziehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Helmut Digel, langjÃ¤hriger VizeprÃ¤sident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und einst einer der Vordenker des deutschen Sports, versucht sich an der Antwort auf eine simple Frage:</p>
<p>Warum braucht die Welt Olympische Jugendspiele?</p>
<blockquote><p>â€œAlso wenn man Jacques Rogge fragt, ich glaube, er hat hier auf diese Frage eine ganz klare Antwort. Er sieht zwei groÃŸe Probleme. Das eine Problem das hat der Sport selbst. NÃ¤mlich dass er mit seinen Werten nicht mehr richtig umzugehen weiÃŸ, die er selbst propagiert. Und im Zentrum steht dabei der Dopingbetrug. Aber auch Korruption und die ausufernde Kommerzialisierung sind Probleme des Erwachsenensport, die zumindest den Erwachsenensport unter pÃ¤dagogischen Gesichtspunkten entschieden infrage stellen. Und er sieht die Gefahr, dass Eltern die Frage aufwerfen: Kann man seine Kinder in diesen Sport schicken, wenn er als Erwachsenensport diese Deformationen aufweist. Und deswegen glaubt er, dass er fÃ¼r dieses Problem selbst ein Zeichen setzen muss.</p>
<p>Das zweite Problem, das ist nicht weniger gravierend. Das ist ein gesellschaftliches Problem aller fortgeschrittenen Industriegesellschaften. Diese Kinder, die heute aufwachsen, sind einer Konsumwelt ausgesetzt, die dazu fÃ¼hrt, dass sie sich kaum noch bewegen. Er als Arzt sieht Adipositas als ein Problem, das zu bekÃ¤mpfen ist. Und er glaubt, dass der Sport dabei einen wichtigen Beitrag erbringen kÃ¶nnte. Und deswegen mÃ¶chte er mit diesen Olympischen Spielen gleichsam einen Erziehungsprozess in Gang setzen. Ich habe diesbezÃ¼glich meine Zweifel, denn Erziehung ist ein sehr schwieriges GeschÃ¤ft, und man kann nicht mit GroÃŸveranstaltungen Kinder erziehen. Eltern haben schon Probleme, Schulen haben schon Probleme, wenn sie heute Kinder und Jugendliche bilden wollen.â€œ</p></blockquote>
<p>Anderen Branchendenkern, wie etwa Eike Emrich, einst VizeprÃ¤sident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), fÃ¤llt es schwer, derlei GedankengÃ¤nge nachzuvollziehen. Auf seine Initiative hin hat der DLV vor drei Jahren, unmittelbar nach der Entscheidung des IOC fÃ¼r die Jugendspiele, <a title="German road races" href="http://www.germanroadraces.de/224-0-2452-dlv-denkt-ueber-boykott-nach-jugendspiele.html" target="_blank">einen Boykott angekÃ¼ndigt</a>.</p>
<p>Emrich erinnert sich:</p>
<blockquote><p>â€œAlso die vornehmlichen GrÃ¼nde fÃ¼r den DLV waren, dass wir befÃ¼rchtet haben, dass sich das sportliche WettrÃ¼sten in immer frÃ¼here Altersbereiche vorverlagert und dass es kÃ¼nftig, auch wenn es von der olympischen Idee erzÃ¤hlt, faktisch um Medaillen, Nationenvergleiche, Rekordergebnisse und Wettbewerbe unter Kindern und Jugendlichen geht. Und dass einige Nationen die Gelegenheit nutzen werden und in der Folge immer mehr eine Art kleine Olympische Spiele zu machen, in der sich alles sportliches Handeln an der Steigerung von Leistung ausrichtet.â€œ</p></blockquote>
<p>Ã„hnlich dachten zwei deutsche olympische Stars, als sie zum ersten Mal von den Jugendspielen gehÃ¶rt haben. Die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;Als ich noch nichts darÃ¼ber wusste, dachte ich: Oh Gott, jetzt fangen die auch noch damit an. Jetzt werden die jungen Leute verheizt. Hauptsache zu den Olympischen Spielen fahren! Da ist Ã¼berhaupt kein langfristiger Leistungsaufbau mehr denkbar. Da war ich total negativ eingestellt.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#8230;Â und die viermalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron:</p>
<blockquote><p>â€œVor den richtigen Olympischen Spielen heiÃŸt es immer, wir wollen dort Deutschland vertreten und die Zeit auch genieÃŸen. Aber letzten Endes gucken doch alle auf den Medaillenspiegel. Und der Athlet ist derjenige, der zwischen Baum und Borke steht. Wenn es sich dann hinstellt und sagt: Ich will doch hier nur dabei sein, ist es auch nicht die richtige Aussage. Wobei man bei den Jugendspielen das Drumherum bedenken muss. Und da wird ja auch sehr viel gemacht fÃ¼r die Athleten.&#8221;</p></blockquote>
<p>DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach hat in Singapur die Losung ausgegeben, die Nationenwertung sei uninteressant.</p>
<blockquote><p>&#8220;Beides ist gleich wichtig. Die sportliche Leistung, das ist das, was die Athleten auch bringen wollen. Aber genauso wichtig sind die inhaltlichen Fragen, sind, dass sie dort sich international verstÃ¤ndigen, dass sie Freundschaften schlieÃŸen, dass sie fremde Kulturen kennenlernen, dass sie andere Sportarten kennenlernen. Sie wollen beides. Und das ist, glaube ich, eine gesunde Mischung. Medaillenspiegel? Der interessiert uns wirklich nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Andererseits: Der DOSB hat Ulf Tippelt zum Chef de Mission gemacht. Und der Sachse ist keinesfalls Bildungs-Referent beim DOSB, sondern Leistungssportdirektor. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Spannende liegt darin, dass halt wirklich die besten Sportler, die wir in Deutschland in den Sportarten haben, hier am Start sind, andererseits aber dieser Wettkampf in der Regel nicht der JahreshÃ¶hepunkt gewesen ist. Das sind in der Regel die Junioren-Weltmeisterschaften oder die Junioren-Europameisterschaften gewesen. Andererseits die Athleten hier aber ein Umfeld vorfinden, das dem Olympischer Spiele gleicht, was die InternationalitÃ¤t betrifft, was das Olympische Dorf betrifft, was die Ablenkung betrifft. Ich persÃ¶nlich bin der Meinung, auch fÃ¼r den leistungssportlichen Werdegang eines Athleten ist das eine hervorragende Erfahrung. Eben wirklich mal einen anderen Wettkampf zu erleben, als man ihn normalerweise immer hat. Da muss man sich drauf einstellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Medaillenvorgaben habe es nie gegeben, erklÃ¤rt Tippelt. Obwohl einige VerbÃ¤nde im Vertrauen von recht fordernden Anrufen aus der DOSB-Zentrale berichtet haben.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das kann ich mir nicht vorstellen. Es kann Anrufe gegeben haben fÃ¼r die Planung, auch unter anderem fÃ¼r den PrÃ¤sidenten oder unsere EhrengÃ¤ste, wo man gefragt hat: Na, wo rechnet ihr euch was aus? Das kann ich mir vorstellen, das ist wohl auch so gewesen. Aber wir haben um Gottes Willen nicht angerufen und in dem Sinne Leistungsdruck oder Erfolgsdruck auf die VerbÃ¤nde ausgeÃ¼bt.</p>
<p>Wir haben natÃ¼rlich bei VerbÃ¤nden nachgefragt, habt ihr Leute in der Weltspitze, die also in der Weltspitze vorn dran sind, wo man dann sagt, das sind Sportarten, wo mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Finalteilnahme ist. Denn weil, wenn unsere EhrengÃ¤ste oder auch der PrÃ¤sident zum Wettkampf gehen, dann wÃ¤re es natÃ¼rlich schade, wenn dort gerade kein Deutscher mit teilnimmt und im Finale ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>Inzwischen hat Britta Steffen umgedacht. Sie sei informiert worden â€“ und sehe das inzwischen etwas anders, sagt sie.</p>
<blockquote><p>&#8220;Dieser ganzheitliche Ansatz: Es geht eben nicht nur um die Goldmedaille. Das ist nicht die ErfÃ¼llung von allem. Und wenn wirklich schon vom KÃ¶rperlichen her weit entwickelt bist und eben nur in der Jugend die MÃ¶glichkeit hast, sportlichen Erfolg zu haben, dann ist das deine Plattform. WÃ¤hrend die anderen Richtung groÃŸe Olympische Spiele streben, eben da ihren Vorteil sehen. Also so ist irgendwie alles abgedeckt, wenn man das positiv sieht. Aber man kann natÃ¼rlich auch sagen: Ist alles blÃ¶d. Das bringt es so mit sich, dass die Medaille immer zwei Seiten hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und von einem Boykott der Jugendspiele durch den DLV ist schon lange keine Rede mehr. NatÃ¼rlich nehmen deutsche Leichtathleten in Singapur teil. Warum nun doch,Â Eike Emrich?</p>
<blockquote><p>â€œDas ist eine Mischung von allem gewesen, nehme ich an. Und natÃ¼rlich auch das Versprechen des IOC, daraus eine Art Feier der Olympischen Idee zu machen. VÃ¶lkerverstÃ¤ndigung, nationenÃ¼bergreifende Wettbewerbe und so weiter. Wer sich aber die Wirklichkeit anschaut, sieht, dass zwischen olympischer Idee und Betrieb ja schon heute enorme KlÃ¼fte bestehen. Und das wird bei den Jugendspielen genau so werden. Das war sozusagen Gewissensberuhigung. Aber die werden sich in die gleiche Richtung bewegen. Nur wird man hier versuchen, die Jugend der Welt frÃ¼her an die Olympischen Spiele zu binden. Denn das Interesse der Jugend an diesem Ereignis hatte deutlich abgenommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die sinkenden TV-Quoten waren ein wichtiger Grund fÃ¼r die EinfÃ¼rhung der Jugendspiele, Ã¼ber den Jacques Rogge heute nur ungern spricht. Denn die olympische Kundschaft drohte zu vergreisen.</p>
<p>Die Einschaltquoten der Fernsehstationen von den Olympischen Spielen waren alarmierend. Im Vergleich zu Barcelona (1992) oder Atlanta (1996) lagen die Quoten 2004 in Athen in der Kernsportart Leichtathletik unter juvenilen Zuschauern um bis zu 50 Prozent niedriger. Die Jugend interessierte sich kaum noch fÃ¼r die Spiele, und in vielen der 35 olympischen Sportarten, die ohnehin weltweit kaum jemand kennt (etwa Gewichtheben, Rodeln, Bobfahren, Ringen, Moderner FÃ¼nfkampf), blieb der Nachwuchs aus.</p>
<p>Im Kern wurde das Programm vor mehr als 100 Jahren vom IOC-GrÃ¼nder Baron de Coubertin geformt. Das IOC hat auf neue Entwicklungen und Trendsportarten selten Ã¼berzeugende Antworten gegeben â€“ auch weil sich die VerbÃ¤nde <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://www.jensweinreich.de/category/olympisches-programm/" target="_self">kollektiv dagegen stemmten und sich gegenseitig ihren olympischen Status sicherten</a>. FÃ¼r die <a title=".. die PrÃ¤sidenten der olympischen WeltverbÃ¤nde" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/24/julio-maglione-und-die-prasidenten-der-olympischen-weltverbande/" target="_self">meisten SportverbÃ¤nde</a> sind die <a title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/09/lust-und-frust-olympische-tv-milliarden/" target="_self">Ãœberweisungen des IOC aus den olympischen Marketingeinnahmen</a> Ã¼berlebenswichtig.</p>
<p>Bei den Winterspielen gelangen einige Reformen, etwa mit der EinfÃ¼hrung von Snowboard oder zuletzt Skicross. Bei den Sommerspielen aber, wo das Programm viel dichter ist, hat man im Grunde versagt. Darauf hat <a title="Olympias Milliardenmann: Dick Ebersol" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/" target="_self">Dick Ebersol, Sportchef von NBC Universal</a>, zuletzt etwa bei SportAccord 2009 in Denver energisch hingewiesen &#8211; und damals auch gesagt, das IOC riskiere und teste mit den Jugendspielen nicht genug. Rogge hat die Botschaft verstanden.</p>
<p>Die Jugendspiele sollen nun viele Probleme lÃ¶sen. Sie sollen die Kids zum Sporttreiben animieren, sie sollen den SportverbÃ¤nden Nachwuchs generieren, sollen Olympia hip und attraktiv machen und neue Kundschaft heranwachsen lassen â€“ fÃ¼r VerbÃ¤nde, Fernsehanstalten und Sponsoren: Die Finanziers des Olympiakonzerns verstanden als erste, wie wichtig Rogges Projekt ist.</p>
<p>Rogge hat das IOC finanziell hervorragend aufgestellt. Die RÃ¼cklagen steigen kontinuierlich. Da blieben einige Dutzend Millionen fÃ¼r die Promotion der Jugendspiele Ã¼brig, die einher geht mit groÃŸ angelegten AktivitÃ¤ten im Bereich Social Media. Youtube, Facebook, Twitter, Flickr: Hier finden die Jugendspiele statt. Es ist nicht immer professionell, was das IOC dort macht, aber wirkungsvoll, denn die Zugriffszahlen steigen rasant. Und die TV-Quoten stiegen zuletzt auch, was unter anderem daran liegt, das mit China ein neuer Markt mit sehr jungen Zuschauern erschlossen wurde.</p>
<p>Heute stellt Rogge die Lage so dar, als hÃ¤tte es nie ein Problem gegeben. Das ist natÃ¼rlich ein bisschen geflunkert.</p>
<blockquote><p>â€œDie Zahlen sind gut, besonders die Quoten im Bereich der 12- bis 24-jÃ¤hrigen Fernsehzuschauer. Das war bei den Winterspielen Vancouver so â€“ und davor auch in Peking. Wir stehen gut da, besonders seit wir das olympische Programm verÃ¤ndert haben. Die neuen Disziplinen â€“ wie Snowboard, BMX oder Mountainbike â€“ haben viele junge Zuschauer gefunden.</p>
<p>Wir werden diesen Weg weiter gehen. Man muss investieren, auch wenn die Zahlen gut sind und einen zufrieden stellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Womit Rogge kurz vor den ersten Jugendspielen weitere Ã„nderungen im olympischen Programm ankÃ¼ndigte. Erstmals sprach er so klar aus, dass die Jugendspiele letztlich auch ein Testwettbewerb fÃ¼r die groÃŸen Spiele sind.</p>
<blockquote><p>â€œIch denke, da wird es viele Dinge geben, die wir von den Jugendspielen fÃ¼r die traditionellen Olympischen Spiele Ã¼bernehmen werden. Es ist vielleicht noch etwas zu frÃ¼h, darÃ¼ber zu reden. Aber zum Beispiel die Frage, neue Disziplinen oder neue Formate zu entwickeln. Das sollten wir, wenn es erfolgreich ist, auf die traditionellen Spiele anwenden.&#8221;</p></blockquote>
<ul>
<li>Seine Haltung hat er kÃ¼rzlich in einem Interview mit der Zeitung Der Tagesspiegel einmal mehr dargelegt: <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/sport/2010-07/rogge-olympia-jugendspiele?page=all" target="_blank">&#8220;Die Olympischen Jugendspiele sollen den Sport verÃ¤ndern&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Man darf davon ausgehen, dass die Programmreform, mit der er mehrfach schwer scheiterte, Rogges letztes groÃŸes Ziel als IOC-PrÃ¤sident ist, bevor er 2013 nach zwÃ¶lf Jahren Amtszeit satzungsgemÃ¤ÃŸ abtritt.</p>
<p>Helmut Digel glaubt allerdings nicht, dass das einfach wird.</p>
<blockquote><p>â€œAlso ich glaube, dass diese Idee, dass man die Olympischen Jugendspiele benutzen kÃ¶nnte als Erprobungsspiele, als Spielwiese fÃ¼r die internationalen VerbÃ¤nde, dass diese Idee von den VerbÃ¤nden nicht aufgegriffen wird. Aber auch die VerbÃ¤nde, die beispielsweise drei gegen drei Basketball spielen bei den Jugendlichen, die werden ihre Variante bei den Erwachsenen nicht aufrechterhalten. Oder ihre entsprechende Beachvolleyballvariante wird der Volleyballverband beibehalten. Er wird nicht eine neue Beachvolleyballvariante hinzufÃ¼gen.</p>
<p>Das Problem ist, wie die Athleten diese WettkÃ¤mpfe ausfÃ¼hren, wer im Hintergrund diese Athleten beeinflusst, welche Umwelt der Sport aufgebaut hat, ja welche dubiose Welt im Sport existiert mittlerweile, das ist das Problem. Insofern glaube ich, ist es ein vÃ¶llig falscher Ansatz, dass man nun glaubt, man mÃ¼sste den Jugendlichen ihre Trendsportarten anbieten, dann kÃ¶nnte man die Jugendlichen schon fÃ¼r sich gewinnen. Warum die Jugend sich teilweise vom Sport abgewendet hat, das sind ganz andere GrÃ¼nde. Die Sportarten, die attraktiv fÃ¼r die Jugendlichen gestaltet worden, haben nach wie vor ihre Jugendlichen binden kÃ¶nnen. Aber sie werden immer nur eine begrenzte Anzahl von Jugendlichen an sich binden. Und das ist auch gut so. Jugendliche haben unterschiedliche Interessen. Die einen wollen Musik machen. Die anderen interessieren sich fÃ¼r Politik. Und es gibt auch Jugendliche, die sich fÃ¼r Leistungssport interessieren. Darin sehe ich nicht das Problem. Das Problem ist, wie der Sport insgesamt auftritt, wie er sich selbst prÃ¤sentiert und inszeniert, und wie er sich vor allem vervielfÃ¤ltigt, wie er immer umfangreicher, gleichsam imperialistischer wird bezogen auf sein Auftreten. Und hier hÃ¤tten diese Spiele durchaus ihre Funktion, wenn man ein Gegenmodell im Sinne der Bescheidenheit und im Sinne der Nichtkommerzialisierung hÃ¤tte setzen kann. Aber da habe ich eben meine Zweifel.</p>
<p>Die ErÃ¶ffnungsfeier war wahrlich spektakulÃ¤r. Die Gefahr besteht nun, dass der nÃ¤chste Ausrichter diese ErÃ¶ffnungsfeier Ã¼berbieten mÃ¶chte. Und dann befinden wir uns wieder im gleichen Zirkel, den man schon bei den anderen Spielen hat beobachten kÃ¶nnen, dass das Problem des Steigerungsimperativs â€“ eben hÃ¶her, schneller, weiter â€“ eben der allgemeine Imperativ wird fÃ¼r alles, was den Sport betrifft. Und darin hat er offensichtlich ein Steuerungsproblem. Er kann aus sich selbst heraus keine Stoppregeln mehr formulieren, sondern er ist in einem stÃ¤ndigen Steigerungsprozess. Und das ist vor allem geprÃ¤gt durch das Geld, denn es geht im Wesentlichen um die Steigerung der Einnahmen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Trotz allem sieht Digel Rogge mit den Jugendspielen auf einem richtigen Weg.</p>
<blockquote><p>â€œAber was Jacques Rogge mit diesen Jugendspielen sicher erreicht, dass ist, dass er symbolisch in der Welt des Sports ein Zeichen setzt. Es kommt nicht von ungefÃ¤hr, dass die meisten ihn kritisieren, dass sie eigentlich gar nicht engagiert mitarbeiten wollen bei diesen Olympischen Jugendspielen. Auch wenn sie einstimmig abgestimmt haben, das ist typisch fÃ¼r den Weltsport, so gibt es doch intern eine groÃŸe Opposition. Nach wie vor glauben viele FachverbÃ¤nde, man braucht diese WettkÃ¤mpfe nicht. Und das kreative Element, das sich Jacques Rogge von diesen Spielen versprochen hatte, das haben bisher nur einige VerbÃ¤nde erfÃ¼llt. Aber immerhin, er hat auch mit der ErÃ¶ffnungsfeier, mit den Botschaften, zunÃ¤chst einmal ganz andere Zeichen den VerbÃ¤nden, den FunktionÃ¤ren, und das ist wichtig, den FunktionÃ¤ren, die in diesen VerbÃ¤nden Verantwortung Ã¼bernommen haben, gesetzt. Und er hat damit so etwas wie eine Gegenwelt konstruiert. Ob die sich auf Dauer halten lÃ¤sst, und ob er damit am Ende sogar Strukturen beeinflusst, das muss man aus der Sicht von heute bezweifeln.&#8221;</p></blockquote>
<p>GrÃ¶ÃŸte Zweifel an Idee und Umsetzung der Jugendspiele hatte der Kanadier Richard Pound, einer der wichtigsten und einflussreichsten IOC-Mitglieder der vergangenen Jahrzehnte. Pound hat sich mit seiner offenen Art und dem Kampf gegen Doping und Korruption keine Freunde gemacht im IOC. Aber er bleibt sich treu &#8211; und <a title="Der Jugend nah - und doch so fern ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/16/dick-pound-bleibt-den-jugendspielen-fern/" target="_self">so bleibt er, der einzige Kritiker der Olympischen Jugendspiele, diesem Mini-Olympia fern</a>. Richard Pound zieht einen Familienurlaub vor und kommt nicht nach Singapur, wo bis Ende August fast alle IOC-Mitglieder erwartet werden.</p>
<p>Es wÃ¤re heuchlerisch, es wÃ¤re verlogen, bei einer Veranstaltung zu erscheinen, die er so vehement kritisiert hatte und von der er immer noch nicht Ã¼berzeugt ist, teilt Pound mit.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich werde nicht noch mehr Geld des IOC fÃ¼r eine teure Reise zu etwas ausgeben, an das ich nicht glaube!&#8221;</p></blockquote>
<p>Pounds Fernbleiben ist natÃ¼rlich auch eine Ohrfeige fÃ¼r Rogge. Pound dagegen hat das Konzept schon 2007 auf der IOC-Session in Guatemala in Frage gestellt. Rogge redet unentwegt davon, ein weltweites Bildungs- und Erziehungsprogramm anzubieten. Pound hÃ¤lt entgegen, das IOC erreiche mit den Jugendspielen nicht viel mehr als jene Jugendlichen, die ohnehin schon Sport treiben, also nur eine Elite von vielleicht zwei Prozent. Und Pound hat seine Ãœberzeugung deutlich gemacht, dass er das Dopingproblem durch diese Jugendspiele weiter in die unteren Altersklassen verlagert sieht.</p>
<p>Eike Emrich hat grÃ¶ssten Respekt vor der Entscheidung von Pound. Und er weiÃŸ, dass fast alle hohen SportfunktionÃ¤re anders denken:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man ist dort, wird gefeiert, begegnet sich gegenseitig. Also man entkoppelt Denken, Reden und Randeln, und das ganze noch damit garniert, dass es angeblich um die olympische Idee geht. Die betrieblichen Entgleisungen muss man sich ja nicht direkt anschauen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Walther TrÃ¶ger dagegen, IOC-Ehrenmitglied und langjÃ¤hriger Kollege von Pound, meint, es wÃ¤re besser gewesen, Pound hÃ¤tte sich die Jugendspiele angesehen, um dann seine Kritik fundierter vorzubringen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das akzeptiere ich auch. Ich bin mit Dick Pound befreundet, seit vielen Jahren, seit den Spielen in Montreal haben wir eine enge Beziehung. Ich habe hÃ¤ufig mit ihm diskutiert, war oft auf seiner Linie, nicht immer, muss ich sagen. Aber ich habe fÃ¼r eine solche Haltung durchaus VerstÃ¤ndnis. Nun muss man auch sehen: Ihm sind auch nicht alle FrÃ¼chte gereift, die er gerne geerntet hÃ¤tte. Das spielt vielleicht eine Rolle. Aber er ist sehr sachkundig. Er diskutiert zur Sache und er entscheidet zur Sache. Und wenn er der Meinung ist, nein zu sagen und dabei zu bleiben, dann akzeptiere ich das.&#8221;</p></blockquote>
<p>Helmut Digel gehÃ¶rt zu jenen, die zwar kritisieren, aber dann doch stets dabei sind und, wie hier, im Ritz-Carlton logieren. Er war Mitglied des Vorbereitungskomitees und gehÃ¶rt jetzt zu den so genannten Observern, die ihre eigenen Vorbereitungen observen. Ãœber seine Wende vom Kritiker zum Gestalter spricht er u.a. in diesem DLF-Interview mit Astrid Rawohl:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_1925_d9721d06.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und gleich noch ein Interview, mit Ingo Weiss, Chef der Deutschen Sportjugend und PrÃ¤sident des Deutschen Basketball-Bundes:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/15/dlf_20100815_1920_19d8368a.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Als gewesener Kritiker und unbequemer Geist hat Digel natÃ¼rlich VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Pounds Entscheidung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich kann ihn verstehen. Ich respektiere auch seine Haltung. Er war fÃ¼r mich in allem ein engagierter und konstruktiver Kritiker. Wenn es um die GefÃ¤hrdung des Hochleistungssports geht, hat er immer die Probleme beim Namen genannt. Pound ist nicht beliebt in der olympischen Familie. Er hat mehr Gegner als Freunde. Aber die meisten wissen auch, dass ohne Pound heute die Situation des IOC weit gefÃ¤hrlicher wÃ¤re. Denn er hat immerhin fÃ¼r die WADA Beispielhaftes geleistet. Und er hat den Antidopingkampf salonfÃ¤hig gemacht, auch gegenÃ¼ber der Politik. Und wenn er kritische ZusammenhÃ¤nge sieht, ich denke, damit muss auch Jacques Rogge leben, dass er solche Kritiker hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Leicht fÃ¤llt es ihm nicht.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/17/hoher-schlauer-junger/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a><br />
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		<title>Der Jugend nah &#8211; und doch so fern. Dick Pound macht Urlaub</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 08:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Ach, Dick. Ich weiÃŸ schon, warum ich Dick Pound so schÃ¤tze. Gerade lÃ¤uft hier im Lobby-CafÃ© des &#8220;Ritz-Carlton Millenia&#8221; John Fahey vorbei, sein Nachfolger in der WADA, nun ja. Pound ist mal einer mit Statur, Kreuz, Meinung, Ecken und Kanten. Eine Ausnahme im Ringe-Business. Ich hoffe, die Tage noch ein Interview folgen zu lassen. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Ach, Dick. Ich weiÃŸ schon, warum ich <a title="Richard Pound" href="http://www.jensweinreich.de/2007/11/14/richard-pound/" target="_self">Dick Pound</a> so schÃ¤tze. Gerade lÃ¤uft hier im Lobby-CafÃ© des &#8220;Ritz-Carlton Millenia&#8221; John Fahey vorbei, sein Nachfolger in der WADA, nun ja. Pound ist mal einer mit Statur, Kreuz, Meinung, Ecken und Kanten. Eine Ausnahme im Ringe-Business. Ich hoffe, die Tage noch ein Interview folgen zu lassen. Dick ist schwer zu erreichen momentan, weit weg im Urlaub, mit beschrÃ¤nkten KommunikationsmÃ¶glichkeiten, wie er sagt. Weit weg auf jeden Fall von Singapur. Man kÃ¶nnte sagen, er boykottiert diese Olympischen Jugendspiele. Man kann auch sagen, er bleibt ihnen einfach nur fern. Schade und doch konsequent. Denn Richard Pound ist der einzige IOC-Kritiker dieser Jugendspiele, der seine Meinung nicht nur sagt, sondern der auch dazu steht.</p>
<div id="attachment_9347" class="wp-caption aligncenter" style="width: 496px"><img class="size-full wp-image-9347 " title="Richard Pound, Madrid 2007" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/pound20071.jpg" alt="" width="486" height="291" /><p class="wp-caption-text">Abschied von der WADA: Weltantidopingkongress 2007 in Madrid, Dick Pound im Fokus - und Hajo Seppelt ist natÃ¼rlich auch nah dran :)</p></div>
<p>Mit der ErÃ¶ffnung der Spiele von Singapur sei ein neues Kapitel in der Geschichte der olympischen Bewegung geschrieben, erklÃ¤rte IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge am Sonnabend bei der Show in einem in der Marina Bay schwimmenden Freilufttheater. Doch einer, der schon viele Kapitel Olympias geschrieben hat und das IOC einst in grÃ¶ÃŸter Krise vor dem Untergang bewahrte, bleibt dieser Veranstaltung fern. Der Kanadier Richard Pound verzichtete auf die Reise nach Singapur, wo sich dieser Tage fast alle der zurzeit 113 IOC-Mitglieder treffen.<em> </em></p>
<p><em>(Ich muss die Zahlen mal wieder Ã¼berprÃ¼fen. Angeblich sind 106 Mitglieder angekÃ¼ndigt, die meisten heute zum Gedenk-Akt fÃ¼r Juan Antonio Samaranch. Kann auch sein, dass es noch immer 115 Mitglieder sind. HÃ¤ngt davon ab, ob gerade einer im Knast sitzt, wie gerade jemand neben mir witzelt. Obwohl: Ein richtiger Witz ist das eigentlich nicht.)</em></p>
<p>Es wÃ¤re heuchlerisch, &#8220;es wÃ¤re verlogen, bei einer Veranstaltung zu erscheinen, die ich so vehement kritisiert habe und von der ich noch immer nicht Ã¼berzeugt bin&#8221;, teilt Pound aus dem Urlaub mit.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich werde nicht noch mehr Geld des IOC fÃ¼r eine teure Reise zu etwas ausgeben, an das ich nicht glaube!&#8221;</p></blockquote>
<p>Pounds Fernbleiben ist eine Ohrfeige fÃ¼r den IOC-PrÃ¤sidenten Rogge, der sich in Singapur als Renovator der Olympischen Spiele darstellt hat und erstmals ganz klar Ã¶ffentlich verkÃ¼ndete, dass einige der neuen Events und Disziplinen der Jugendspiele zÃ¼gig auch bei den echten Olympischen Spielen Ã¼bernommen werden sollten. Das war immer sein Ziel geblieben, auch wenn er bei der Programmreform mehrfach desastrÃ¶s am Widerstand von FachverbÃ¤nden und IOC-Mitgliedern gescheitert war.</p>
<p>Vergangenes Jahr erst hatte <a title="Olympias Milliardenmann" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/" target="_self">Dick Ebersol</a>, Sportchef von NBC Universal, der als wichtigster IOC-GeschÃ¤ftspartner schon sieben Milliarden Dollar fÃ¼r olympische Fernsehrechte gezahlt hat, das IOC kritisiert: Das Sportprogramm werde zu zaghaft modernisiert und die Jugendspiele zu zÃ¶gerlich als Olympia-Test geplant. Nun darf man davon ausgehen, dass Rogge diese ProgrammÃ¤nderungen noch auf seiner letzten Session als IOC-PrÃ¤sident durchziehen wird &#8211; 2013 in Buenos Aires.</p>
<div id="attachment_9350" class="wp-caption aligncenter" style="width: 496px"><img class="size-full wp-image-9350 " title="Jacques Rogge, Singapur, 14. August 2010" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/rogge-opening-yog.jpg" alt="" width="486" height="330" /><p class="wp-caption-text">IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge auf der ErÃ¶ffnungsfeier der Youth Olympic Games in Singapur - (c) IOC</p></div>
<p>WÃ¤hrend Rogge unentwegt davon redet, mit den Jugendspielen ein weltweites Bildungs- und Erziehungsprogramm anzubieten, stellt Pound das Konzept grundsÃ¤tzlich in Frage. Er bleibt bei seiner Haltung, die er auf der IOC-Session 2007 in Guatemala vorgebracht hatte. Damals wurden die Jugendspiele beschlossen, und Pound argumentierte als einziges IOC-Mitglied dagegen. Er ging auf die Dopinggefahr im Kindesalter ein und stellte grundsÃ¤tzlich die Zielgruppe in Frage: Das IOC erreiche mit den Jugendspielen vielleicht zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen, jene zwei Prozent, die ohnehin schon Sport treiben.</p>
<p>Als PrÃ¤torianer des IOC-PrÃ¤sidenten betÃ¤tigte sich damals Ã¼brigens Alex Gilady aus Israel, einst NBC-Lobbyist und an der Aushandlung milliardenschwerer FernsehvertrÃ¤ge beteiligt (mit Pound) und stets in der Schleimspur der IOC-Herrscher (ob sie nun Samaranch oder Rogge heiÃŸen). Er hatte eigentlich nichts sagen Â wollen, erklÃ¤rte Gilady in Guatemala, aber wenn Dick Pound schon so vehement argumentiere, wolle er doch etwas anfÃ¼gen. &#8220;Es ist einfach, mit dem Mikroskop Probleme zu suchen&#8221;, behauptete Gilady. Man solle besser versuchen, die Probleme zu Ã¼berwinden.</p>
<blockquote><p>&#8220;Mit ihren Visionen und ihrer FÃ¼hrungsstÃ¤rke, Mr. President, werden wir das schaffen!&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Sportwissenschaftler Eike Emrich (SaarbrÃ¼cken), langjÃ¤hriger VizeprÃ¤sident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, hat grÃ¶ÃŸten Respekt vor Pounds Entscheidung, nicht nach Singapur zu kommen. Und er weiÃŸ, dass alle anderen hohen SportfunktionÃ¤re anders denken.</p>
<blockquote><p>â€žMan trifft sich und feiert sich gegenseitig. Man entkoppelt Denken, Reden und Handeln, und man garniert es damit, dass es bei den Jugendspielen angeblich um die olympische Idee geht.â€œ</p></blockquote>
<p>IOC-Ehrenmitglied Walther TrÃ¶ger dagegen meint, Pound hÃ¤tte sich die Jugendspiele ansehen sollen, um fundierter zu kritisieren.</p>
<blockquote><p>â€?Das akzeptiere ich auch. Ich bin mit Dick Pound befreundet, seit vielen Jahren, seit den Spielen in Montreal haben wir eine enge Beziehung. Ich habe hÃ¤ufig mit ihm diskutiert, war oft auf seiner Linie, nicht immer, muss ich sagen. Aber ich habe fÃ¼r eine solche Haltung durchaus VerstÃ¤ndnis. Nun muss man auch sehen: Ihm sind auch nicht alle FrÃ¼chte gereift, die er gerne geerntet hÃ¤tte. Das spielt vielleicht eine Rolle. Aber er ist sehr sachkundig. Er diskutiert zur Sache und er entscheidet zur Sache. Und wenn er der Meinung ist, nein zu sagen und dabei zu bleiben, dann akzeptiere ich das.â€?</p></blockquote>
<p>Helmut Digel, der zu jenen gehÃ¶rt, die kritisieren, aber dann doch stets live dabei sind (hier gehÃ¶rt er der Observer-Gruppe an und hat zuvor in der IOC-Vorbereitungskommission mitgearbeitet), hat VerstÃ¤ndnis fÃ¼r Pound, der im Grunde ja ein Bruder im Geiste ist:</p>
<blockquote><p>â€œIch kann ihn verstehen. Ich respektiere auch seine Haltung. Er war fÃ¼r mich in allem ein engagierter und konstruktiver Kritiker. Wenn es um die GefÃ¤hrdung des Hochleistungssports geht, hat er immer die Probleme beim Namen genannt. Pound ist nicht beliebt in der olympischen Familie. Er hat mehr Gegner als Freunde. Aber die meisten wissen auch, dass ohne Pound heute die Situation des IOC weit gefÃ¤hrlicher wÃ¤re. Denn er hat immerhin fÃ¼r die WADA Beispielhaftes geleistet. Und er hat den Antidopingkampf salonfÃ¤hig gemacht, auch gegenÃ¼ber der Politik. Ich denke, damit muss auch Jacques Rogge leben, dass er solche Kritiker hat.â€œ</p></blockquote>
<p>Richard Pound (68) gehÃ¶rt zu den verdienstvollsten IOC-Mitgliedern. Doch in Rogges Reich wurde er aufs Abstellgleis geschoben. Pound ist zu unbequem, er hatte 2001 vergeblich gegen Rogge fÃ¼r die IOC-PrÃ¤sidentschaft kandidiert, und er hat es nie verwunden, dass er nicht nur Rogge, sondern sogar dem korrupten damaligen sÃ¼dkoreanischen IOC-Mitglied Kim Un Yong unterlegen war. Der Jurist Pound, der als Schwimmer 1964 einst sein Studium einer zweiten Olympiateilnahme vorzog, ist Olympier durch und durch. Dennoch hat er stets RÃ¼ckgrat bewiesen. Ob einst als Chef der hausinternen IOC-Detektivkommission, die den olympischen Bestechungsskandal um Salt Lake City aufklÃ¤ren sollte, als eigentlicher IOC-PrÃ¤sident in jenem fulminanten Krisenwinter 1998/99, oder als GrÃ¼ndungsvater der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die er bis 2007 fÃ¼hrte.</p>
<p>Die Jugendspiele sind eine unausgegorene Veranstaltung, sagt Pound. Er leistet sich den Luxus einer eigenen Meinung und spricht unbequeme Wahrheiten aus. Damit gehÃ¶rt er zu einer ganz seltenen Spezies im IOC, dieser Vollversammlung von Opportunisten und Karrieristen.</p>
<p><em>(Schreckliche Ãœberschrift Ã¼brigens. Sehe ich jetzt erst. Hat jemand einen bessern Vorschlag? Sollte nicht schwer fallen.)</em><br />
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		<title>Notizen von den Jugendspielen</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 18:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. So stellen sie es sich vor, so wird es verkauft: Jung, nett, unbeschwert. &#8220;Every child has a wish, to glow like the stars above &#8230; raise your hand for our generation &#8230; time to fly way beyond the skies &#8230;&#8221; [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. So stellen sie es sich vor, so wird es verkauft: Jung, nett, unbeschwert.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Every child has a wish, to glow like the stars above &#8230;</em></p>
<p><em>raise your hand for our generation &#8230;</em></p>
<p><em>time to fly way beyond the skies &#8230;&#8221;</em></p></blockquote>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/13/notizen-von-den-jugendspielen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Schaun mer mal.</p>
<p>Einige Notizen, bevor es morgen hier richtig los geht und ich mindestens eine sehr hÃ¼bsche Exklusivgeschichte breitwalze, das darf ich schon mal sagen.Â ZunÃ¤chst etwas Selbstreferentielles: Martin Krebbers fÃ¼hrte auf <a title="Deutschlandradio" href="http://www.dradio.de" target="_blank">DRadio Wissen</a> ein Interview mit mir zu den ersten Olympischen Jugendspielen.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/13/drw_201008131202_martin_krebbers_im_gespraech_mit_a2dda9f2.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>ErgÃ¤nzend ein GesprÃ¤ch mit Michael Behringer von der Sporthochschule KÃ¶ln:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/13/drw_201008130802_interview_dr_michael_behringer_ue_52558a4b.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ein Beitrag von der <a title="Frischzellenkur fÃ¼r das Olympia-Business" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/11/frischzellenkur-fur-das-olympia-business/" target="_self">Begegnung mit meinem Freund Sepp</a> vorgestern:</p>
<blockquote><p>Er ist immer einer der ersten. Rechtzeitig vor Ort zu sein, kann nie schaden, sagt Joseph Blatter. Bei Kongressen seines FuÃŸball-Weltverbandes (FIFA) ist er stets zwei Stunden vorher im Saal. Er macht Stellproben, testet das Mikrofon und â€žwill die AtmosphÃ¤re fÃ¼hlenâ€œ. Dieses simple Prinzip der guten Vorbereitung hat ihm so manches Mal aus der Patsche geholfen. Auch zu den Olympischen Jugendspielen ist Blatter zeitig nach Singapur gekommen, vier Tage vor der ErÃ¶ffnung. PrÃ¤zise betrachtet beginnen aber diese ersten Youth Olympic Games nicht erst am Sonnabend mit einer groÃŸen Show in einem schwimmenden Stadion in der Marina Bay, sondern bereits am Donnerstag â€“ mit den ersten Spielen des FuÃŸballturniers. Die FuÃŸballer machen ja auch bei Olympia stets eine Ausnahme und kicken vor der ErÃ¶ffnungsfeier.</p>
<p>Blatter ist, wenn man so will, ein richtiger Olympier. Er hat ungezÃ¤hlte Skandale und brenzlige Situationen Ã¼berstanden, er ist ÃœberlebenskÃ¼nstler. Und er kennt seinen Coubertin. Den IOC-GrÃ¼nder zitiert er in FranzÃ¶sisch. Diese Jugendspiele bringen wirklich die Jugend der Welt zusammen, sagt er. So wie es Coubertin gewollt habe. Andere IOC-Mitglieder hatten zuvor schon die EinfÃ¼hrung der Olympischen Jugendspiele (durch IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge) auf eine Ebene gestellt mit der EinfÃ¼hrung der modernen Olympischen Spiele (durch Coubertin). Blatter beherrscht dieses Spiel. In Singapur, sagt er, â€žkÃ¶nnen die 3.600 Jungen und MÃ¤dchen diskutieren und eine bessere Zukunft aufbauenâ€œ. VoilÃ .</p>
<p>Es wurde viel debattiert Ã¼ber die Jugendspiele, auch in der FIFA. Denn Blatters Verband hatte den MÃ¤dchen aus dem Iran die Teilnahme an den Jugendspielen zunÃ¤chst verweigert. Kopftuchverbot: Sie durften nicht mit dem Hijab spielen. Das Thema machte etliche Wochen Schlagzeilen. SchlieÃŸlich wurde die Disqualifikation zurÃ¼ckgezogen und als Kompromiss ausgehandelt, dass die Iranerinnen mit einer Art Kappe spielen â€“ zum ersten Mal am Donnerstag gegen die TÃ¼rkei, beim eigentlichen Auftakt der Jugendspiele. IOC-Boss Rogge hat kÃ¼rzlich in einem Interview mit der Zeitung &#8220;Tagesspiegel&#8221; erklÃ¤rt, die FIFA habe befÃ¼rchtet, â€ždass durch einen Schleier jemand gewÃ¼rgt werden kÃ¶nnteâ€œ. Die VerbÃ¤nde, auch die FIFA wÃ¼rden die kulturellen Gewohnheiten berÃ¼cksichtigen. Auf den Kopftuchstreit geht Blatter am Mittwoch in Singapur in seiner Nobelabsteige St. Regis nicht weiter ein.</p>
<p>Die FIFA kommt den Vorstellungen des IOC-PrÃ¤sidenten, mit den Jugendspielen etwas Neues zu kreieren und nicht die sportliche HÃ¶chstleistung in den Vordergrund zu stellen, durchaus nahe. <a title="www.fifa.com" href="http://de.fifa.com/mensyoutholympic/index.html" target="_blank">Das beweist schon das Teilnehmerfeld.</a> Bei den MÃ¤dchen: TÃ¼rkei, Iran, Chile, Trinidad, Papua-Neuguinea und Ã„quatorial-Guinea. Bei den Jungen: Bolivien, Montenegro, Haiti, Singapur, Simbabwe und Vanuatu. Die KontinentalverbÃ¤nde durften ihre Vertreter benennen, eine Art Qualifikation gab es nur in Europa. Ein Journalist aus Singapur fragt, ob es nicht besser gewesen wÃ¤re, einige der groÃŸen FuÃŸballnationen dabei zu haben. Dann wÃ¼rden sich die Tickets besser verkaufen. Blatter sagt, das wÃ¼rde â€ždem Geist dieser Jugendspiele widersprechenâ€œ.</p>
<p>Ausgerechnet der PrÃ¤sident des mit Steuerfreiheit gesegneten und stets mit juristischer Wucht agierenden Geldmacher-Konzerns FIFA erklÃ¤rt:</p>
<p><strong>â€žHier geht es nicht darum, Geld zu machen. Es geht um die Teilnahme! Ich wÃ¼rde sogar  die Stadiontore Ã¶ffnen! Wer zuschauen will, soll rein dÃ¼rfen!â€œ</strong></p>
<p><strong> </strong>Singapurs FuÃŸball-PrÃ¤sident Zainudin Nordin schaut nicht gerade glÃ¼cklich, als er das hÃ¶rt. Aber vielleicht spendiert Blatter in seiner altruistischen GÃ¼te den Gastgebern, deren Budget sich vervielfacht hat, einige Millionen.</p>
<p>Als er genug gepredigt hat, kommt Blatter doch wieder auf das TagesgeschÃ¤ft zu sprechen. Etwa auf jene beunruhigenden Meldungen aus Nordkorea, wonach dort die Spieler der WM-Mannschaft und deren Trainer Kim Jong-Hun Ã¶ffentlich gedemÃ¼tigt und mit Strafarbeit belegt worden sein sollen. Sogar von Folter war die Rede.</p>
<p>Blatter sagte, die FÃ¼hrung des nordkoreanischen FuÃŸballverbandes sei von der ParteifÃ¼hrung nach den drei Niederlagen bei der WM in SÃ¼dafrika ausgewechselt worden. Er habe am Dienstag der neuen FÃ¼hrung geschrieben und um AufklÃ¤rung gebeten. Asiens Verbandschef Mohamed Bin Hammam (Katar) sagte, er sei vor zwei Wochen in PjÃ¶ngjang gewesen und habe mit vier WM-Spielern Nordkoreas gesprochen. Den Trainer Kim, dessen Verbleib unklar ist, habe er nicht gesehen. Er kÃ¶nne die Berichte Ã¼ber Folterungen nicht bestÃ¤tigen.</p>
<p>SÃ¼dkoreas FuÃŸball-Chef Chung Mong-Joon, ein MilliardÃ¤r aus der Hyundai-Dynastie und FIFA-VizeprÃ¤sident, wollte sich zu den Meldungen aus dem Norden nicht Ã¤uÃŸern. Als derart prominenter SÃ¼dkoreaner schweigt er besser. Chung leistet sonst aber eine Menge fÃ¼r die AnnÃ¤herung zwischen den verfeindeten BrÃ¼dern. Und er ist natÃ¼rlich auch der Verbindungsmann der FIFA, um die Situation im Nachbarland zu klÃ¤ren. Da kommt Blatter mit seinen Coubertin-Zitaten nicht weiter.</p></blockquote>
<p>Den <a title="Besuch in Nordkorea" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/besuch-in-nordkorea/" target="_self">Nordkorea-Komplex</a> habe ich fÃ¼r den Deutschlandfunk etwas umfassender aufbereitet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/11/dlf_20100811_2250_fd8215fa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Wobei sehr interessant ist, dass eigentlich die ganze Welt &#8211; alle Nachrichtenagenturen, die ich gelesen habe, und damit auch alle, die diese Texte gedruckt haben &#8211; berichtet hat, die FIFA habe eine Untersuchung eingeleitet. Ich halte das fÃ¼r unkorrekt. Denn Blatter hat sich beim PrÃ¤sidenten des nordkoreanischen FuÃŸballverbandes, der gerade neu von den Parteibonzen eingesetzt hat, mal eben erkundigt, was so lÃ¤uft in Nordkorea. Bezeichnend, dass die FIFA einen Tag spÃ¤ter diese Meldung auf ihre Webseite gestellt hat, die in gewisser Weise die Meldungen von der Blatter-Pressekonferenz konterkariert:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA bestÃ¤tigt Schreiben an den Verband der Korea DVR</strong></p>
<p>Die FIFA kann bestÃ¤tigen, dass am 11. August 2010 ein Schreiben an den Fussball-Verband der Korea DVR geschickt wurde, in dem um Informationen zu den jÃ¼ngsten Medienberichten und dem auÃŸerplanmÃ¤ÃŸigen Kongress des Verbandes vom 19. Juni 2010 gebeten wird.</p>
<p>Bis die FIFA eine Antwort vom Verband der Korea DVR erhÃ¤lt, wird sie keine weiteren Stellungnahmen zu diesem Thema abgeben.</p></blockquote>
<p>Und schlieÃŸlich ein Beitrag von mir aus Singapur von heute Nachmittag:</p>
<p>Die olympische Welt ist klar strukturiert. Die einen logieren im Luxushotel Ritz-Carlton. Dort begrÃ¼ÃŸt der frisch gewÃ¤hlte ungarische StaatsprÃ¤sident PÃ¡l Schmitt, im Nebenjob Protokollchef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), beschwingt seine Sportkameraden. Die Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa, russische Serien-Weltrekordlerin, beweist beim FrÃ¼hstÃ¼cksbuffet (fÃ¼r 24 Euro) gesunden Appetit. In der Lobby nebenan fÃ¼hrt John Fahey, PrÃ¤sident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erste Unterredungen. Es ist ein ganz gewÃ¶hnlicher Morgen im olympischen Business â€“ und doch ein besonderer. IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge eilt aus dem Fahrstuhl zur drauÃŸen wartenden Luxuskarosse. Es geht ins Olympische Dorf, wo er sich 30 vom IOC geladenen Nachwuchsreportern zum Interview stellt.</p>
<p>Im Dorf auf dem GelÃ¤nde der Nanyang-UniversitÃ¤t, zwanzig Kilometer vom Ritz entfernt, kurz vor der Grenze zu Malaysia, wohnen die 3.600 Teilnehmer der ersten Olympischen Jugendspiele. Eine sensationell gepflegte Anlage, die teilweise einem botanischen Garten gleicht. Nur die UnterkÃ¼nfte haben einige der 70 deutschen Sportler Ã¼berrascht. Toiletten auf dem Flur und Gemeinschaftsduschen finden manche gewÃ¶hnungsbedÃ¼rftig. Sie sind von Junioren-Weltmeisterschaften ein anderes Niveau gewohnt. â€žDas kÃ¶nnen sie nicht vergleichenâ€œ, sagt IOC-VizeprÃ¤sident Thomas Bach, â€žbei einer Junioren-WM sind die Sportler in Hotels, hier in einem Dorf, denn nur das schafft eine dichte AtmosphÃ¤re.â€œ</p>
<p>Die AtmosphÃ¤re ist sehr wichtig bei diesen Jugendspielen. Denn es soll ja, so die Postulate des IOC, nicht nur um Medaillen gehen, sondern um Bildung und Erziehung, um olympische Werte, um den alten Coubertin im dritten Jahrtausend gewissermaÃŸen. Die 14- bis 18-jÃ¤hrigen werden viel feiern in ihrem Dorf. â€žEs fÃ¼hlt sich an wie Olympia, aber mit ganz viel Drumherumâ€œ, sagt die 15-jÃ¤hrige Berliner Wasserspringerin Kieu Trang Duong, die am Sonnabend bei der ErÃ¶ffnungsfeier die deutsche Fahne in ein auf dem Meer schwimmendes Stadion trÃ¤gt.</p>
<p>Thomas Bach hat als PrÃ¤sident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Losung ausgegeben, nicht auf Medaillen zu schauen. â€žIch freue mich fÃ¼r jeden, der seine Leistung bringt und mit sich selbst zufrieden istâ€œ, sagt Bach. Als deutscher Chef de Mission fungiert allerdings der Sachse Ulf Tippelt, und der ist beim DOSB nicht als Bildungsreferent, sondern als Leistungssportdirektor angestellt. â€žIch komme aber aus dem Landessportbund Sachsenâ€œ, fÃ¼hrt Tippelt zu seiner Verteidigung an, â€žund da habe ich sehr wohl mit Jugend- und Breitensport zu tun gehabt.â€œ</p>
<p><span id="more-9320"></span>In der Regel sind die Jugendspiele fÃ¼r die deutschen Teilnehmer nicht der JahreshÃ¶hepunkt, sagt Tippelt: â€žDas waren Junioren-Welt- oder Europameisterschaften.â€œ Er schwÃ¶rt geradezu, dass er keine Excel-Charts mit Medaillen und LÃ¤nderpunkten in der Arbeitstasche hat â€“ anders als bei den richtigen Olympischen Spielen. Allerdings berichten einige der 20 olympischen FachverbÃ¤nde, in denen deutsche Sportler beteiligt sind, erstaunt von Anrufen aus der DOSB-Zentrale. Da wurde nach Medaillen-Erwartungen gefragt.</p>
<p>Tippelt sagt: â€žEs kann Anrufe gegeben haben fÃ¼r die Planung, fÃ¼r den DOSB-PrÃ¤sidenten oder unsere EhrengÃ¤ste.â€œ Wenn VIPs einen Wettkampf besuchen, â€žwÃ¤re es natÃ¼rlich schade, wenn da kein Deutscher teilnimmt und im Finale istâ€œ. Das sei ganz harmlos gewesen. â€žWir haben keinen Leistungs- oder Erfolgsdruck auf die VerbÃ¤nde ausgeÃ¼bt.â€œ Man wolle nicht zu frÃ¼h Erwartungsdruck aufbauen.</p>
<blockquote><p>â€žDas ist ja gerade die Chance dieser Spiele, dass die Athleten mal ohne Leistungsdruck olympische Luft schnuppern kÃ¶nnen.â€œ</p></blockquote>
<p>Lernen sollen die Kids auch. Die Organisatoren unterbreiten ein umfangreiches Kultur und Bildungsprogramm. Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vize und ehemals PrÃ¤sidentin des Weltrates fÃ¼r Sportwissenschaft, hat daran mitgewirkt. â€žKritik an den Jugendspielen wurde nicht ausgespartâ€œ, behauptet Frau Doll-Tepper. Es sei hart gerungen worden in den Diskussionen mit dem IOC. In Singapur ist keines der Bildungsseminare obligatorisch, es steht den Sportlern frei, hinzugehen oder es sein zu lassen. Nachgefragt sind vor allem Angebote, die sich mit Fragen der langfristigen Karriereplanung und damit beschÃ¤ftigen, wie sportliche, schulische und berufliche Ausbildung in Einklang zu bringen sind. Sind sie das Ã¼berhaupt? AuÃŸerdem gut gebucht:</p>
<blockquote><p>â€žAlles was mit Gesundheit, DopingprÃ¤vention, Internet und neuen Technologien zu tun hat.â€œ</p></blockquote>
<p>Die Jugendspiele sollen das VermÃ¤chtnis des 2013 aus dem Amt scheidenden IOC-Chefs Rogge sein. Rund 300 Millionen Euro kostet das Projekt, es ist alles gerichtet. DrauÃŸen im Olympischen Dorf meldeten die Organisatoren erst einmal Alarm: Eigentlich hatten sie unter den tropischen Bedingungen â€“ Singapur liegt nur etwas mehr als 100 Kilometer vom Ã„quator entfernt â€“ tÃ¤glich mit 20 Wasserflaschen pro Sportler gerechnet. Doch das Wasser ging am Donnerstag aus. Viele Teams hatten VorrÃ¤te gebunkert. Dieses Problem lies sich lÃ¶sen.</p>
<p>Ãœber andere Probleme dieser Jugendspiele aber wird man weiter debattieren.<br />
<a href="http://flattr.com/thing/48604/Notizen-von-den-Olympischen-Jugendspielen" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
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		<title>Frischzellenkur fÃ¼r das Olympia-Business</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 08:54:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SINGAPUR. Habe gerade einen Monsun getroffen. Nicht schlecht. Fotografieren lassen wollte sich dieser Monsunregen allerdings nicht. Vielleicht war ich auch nur zu feige, meine Kamera ins Wasser zu schmeiÃŸen. Nichts anderes wÃ¤re es gewesen. Ich brauche, fÃ¤llt mir da ein, unbedingt eine TaucherausrÃ¼stung. Sie haben mir gestern, als ich die Akkreditierung fÃ¼r die Youth Olympic [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>SINGAPUR. Habe gerade einen Monsun getroffen. Nicht schlecht. Fotografieren lassen wollte sich dieser Monsunregen allerdings nicht. Vielleicht war ich auch nur zu feige, meine Kamera ins Wasser zu schmeiÃŸen. Nichts anderes wÃ¤re es gewesen. Ich brauche, fÃ¤llt mir da ein, unbedingt eine TaucherausrÃ¼stung. Sie haben mir gestern, als ich die Akkreditierung fÃ¼r die Youth Olympic Games abholte, zwar einen dieser kleinen Propeller gegeben, um mir beim Schreiben etwas Luft zuzufÃ¼hren, auch gab es eine KÃ¼hlmatte fÃ¼r den Laptop, nicht schlecht, gut zu gebrauchen <a title="Peking, die ErÃ¶ffnungsfeier" href="http://www.jensweinreich.de/2008/08/08/peking-die-eroffnungsfeier" target="_self">unter tropischen Konditionen</a>, wo die Dinger doch stets sehr heiÃŸ laufen, feucht werden sie auch.</p>
<p>Ab heute also einige Berichte rund um die <a title="alle BeitrÃ¤ge zu den Youth Olympic Games" href="http://www.jensweinreich.de/category/olympische-jugendspiele/" target="_self">Olympischen Jugendspiele</a> <a title="Singapore 2010" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en.html" target="_blank">am Ã„quator</a>. Eine kleine Linksammlung mit Lesebefehlen dazu habe ich vorbereitet, die folgt spÃ¤ter, vielleicht noch heute Abend (mal nicht zu viel versprechen). Nur kurz: Man kann natÃ¼rlich sagen, diese Jugendspiele sind ein Nonsens, die interessieren uns nicht. Das sagen manche Journalisten.</p>
<p>Ich sage das nicht.</p>
<p>Ich habe die Jugendspiele vom ersten Moment an kritisiert und versucht zu beschreiben, was zu beschreiben war. Nun sind sie da. Sie wurden mit viel Geld und viel Aufwand (was ja fast dasselbe ist) vorbereitet und werden &#8211; meine These &#8211; die Olympischen Spiele prÃ¤gen und verÃ¤ndern. Ich werde in den nÃ¤chsten Tagen dazu einige Argumente zusammen tragen. Vor allem aber will ich, so weit mir das mÃ¶glich ist, in Singapur beobachten, inwieweit sich die Postulate des IOC mit der Wirklichkeit decken.</p>
<p>Ãœbrigens, Ehre wem Ehre gebÃ¼hrt. Wir kÃ¶nnen einfach nicht voneinander lassen und laufen uns immer wieder Ã¼ber den Weg. Auch heute im St. Regis Hotel. Er guckt ganz zutraulich.</p>
<div id="attachment_9294" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-9294" title="Blatter &amp; Genossen, Singapur, 11. August 2011" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/fab5.jpg" alt="" width="540" height="329" /><p class="wp-caption-text">Fab 5, von links: Zainudin Nordin (Singapur), Mohamed Bin Hammam (AFC, FIFA), Joseph Blatter (Gott), Mong-Joon Chung (Hyundai, FIFA, MilliardÃ¤r)</p></div>
<p>Vor <a title="GÃ¶tterdÃ¤mmerung in der FIFA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/17/gotterdammerung-in-der-fifa-abschied-von-joseph-blatter/" target="_self">nicht allzu langer Zeit</a> wollten Bin Hammam und Chung den Sepp noch absÃ¤gen. Diesen Zwergenaufstand (das muss man jetzt sagen) aber hat er gemeistert.</p>
<p>Ein erster, nun ja, Stimmungsbericht aus Singapur, ein erster Eindruck:</p>
<p>Es wird noch gebohrt und gemalert auf den vielen Etagen der Marina Bay Shopping Mall. Doch ganz unten kutschen die Gondolieri schon die Touristen Ã¼ber eine Art Canale Grande, der quer durch die Mall fÃ¼hrt. Ein paar Dutzend Meter hÃ¶her hat kÃ¼rzlich ein riesiges Spielcasino erÃ¶ffnet â€“ und 200 Meter hÃ¶her spannt sich die grÃ¶ÃŸte Dachterrasse der Welt auf 340 Metern LÃ¤nge Ã¼ber drei Wolkenkratzer. Eine Terrasse in Form eines Ozeandampfers, mit Gartenanlage und 150 Meter langem Swimmingpool. Von dort hat man besten Blick auf Downtown Singapur und die Marina Bay, wo am Sonnabend in einem Freilufttheater der Superlative â€“ es soll das grÃ¶ÃŸte schwimmende Stadion der Welt sein â€“ die ersten Olympischen Jugendspiele erÃ¶ffnet werden.</p>
<div id="attachment_9295" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-9295" title="Marina Bay Sands, Singapur" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/marinabay.jpg" alt="" width="540" height="304" /><p class="wp-caption-text">Marina Bay Sands: So sieht die Dachterrasse von unten aus. FÃ¼r 20 Singapur-Dollar kann man auch oben baden. Ich werde das mal versuchen.</p></div>
<p>An Superlativen fehlt es in Singapur gewiss nicht. Der neue Komplex <a title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Marina_Bay_Sands" target="_self">Marina Bay Sands</a> hat vierienhalb Milliarden Euro gekostet, und er beherbergt auch das Medienzentrum der Jugendspiele. Es ist, natÃ¼rlich, ein Pressezentrum von olympischen AusmaÃŸen. Erstaunlicher Weise haben sie in Singapur aber begriffen, dass sie doch nicht alles stemmen kÃ¶nnen. â€žDas ist die grÃ¶ÃŸte Veranstaltung, die wir ausrichten kÃ¶nnenâ€œ, erklÃ¤rte kÃ¼rzlich Niam Chiang Meng, StaatssekretÃ¤r im Jugend- und Sportministerium. â€žWir kÃ¶nnen keine Olympischen Spiele austragen und keine FuÃŸball-WM.â€œ Das hatten sie schon mal anders geplant, aber die Krise ist auch hier zu spÃ¼ren. Ein Milliardenprojekt, das olympische Sportzentrum, sollte eigentlich im kommenden Jahr fertig sein. Nun wird es 2014, vielleicht. Vorsorglich hat man die SÃ¼dostasienspiele 2013 abgesagt. Die Youth Olympic Games aber finden statt.</p>
<p>Diese Jugendspiele sind ein Projekt des IOC-PrÃ¤sidenten Jacques Rogge, der einst als Chef der Vereinigung EuropÃ¤ischer NOK schon ein Jugendfestival auf dem alten Kontinent ins Leben gerufen hat. Vor dreieinhalb Jahren peitschte Rogge seinen Plan durch. Erst Ã¼berzeugte er die olympischen WeltverbÃ¤nde, dass Jugendspiele dazu beitragen kÃ¶nnen, die Sportarten zu modernisieren und den Olympischen Spielen zu einer Frischzellenkur zu verhelfen. Denn die meisten Sportarten haben Nachwuchsprobleme â€“ und die olympischen TV-Einschaltquoten sanken seit Anfang der neunziger Jahre bis 2004 in Athen in alarmierendem MaÃŸe. Rogge sprach auch mit Sponsoren und Fernsehpartnern, die das Ringe-Business mit jÃ¤hrlich rund einer Milliarde Euro finanzieren. Es musste damals alles sehr schnell gehen. Im Juli 2007 fÃ¼hrte das IOC die Jugendspiele fÃ¼r 14- bis 18jÃ¤hrige Sportler ein. Im Februar 2008 gewann Singapur die IOC-Abstimmung mit 53:44 gegen Moskau und wurde erster Gastgeber. Die anderen Interessenten â€“ Athen, Bangkok und Turin â€“ wurden vorher aussortiert.</p>
<p><em>(Ich habe leider in BeitrÃ¤gen fÃ¼r Zeitungen die Termine etwas durcheinander gebracht und geschrieben, die Spiele seien bereits im Dezember 2007 vergeben worden. Nein, erst zwei Monate spÃ¤ter.)</em></p>
<p>Sein IOC-VÃ¶lkchen hat Rogge auch mit der Botschaft gekÃ¶dert, die Jugendspiele seien fÃ¼r kleinere Nationen eine wunderbare MÃ¶glichkeit, das OlympiageschÃ¤ft zu betreiben. Singapur war aus vielerlei GrÃ¼nden der perfekte Partner fÃ¼r das IOC. Ein Stadtstaat mit straffen Regeln, wo Politik und Wirtschaft noch enger verzahnt sind als anderswo. Nur zweieinhalb Jahre Vorbereitungszeit hatte Singapur, nicht etwa  sieben Jahre wie die Ausrichter Olympischer Spiele. Darauf wies StaatssekretÃ¤r Meng noch einmal hin, als er nun die Verdreifachung des geplanten Budgets erklÃ¤ren musste.</p>
<p>Nimmt man jene 23 Millionen Euro zum MaÃŸstab, die das IOC den Bewerbern einst empfahl, hat sich das Budget sogar verzehnfacht. Aus 23 Millionen wurden schon in der Bewerbungsphase Singapurs 57 Millionen. Bald erhÃ¶hten die Planer in der LÃ¶wenstadt auf 68 Millionen, derzeit sind es 217 Millionen Euro. Dabei leben die 3600 Sportler aus rund 200 Nationen auf einem UniversitÃ¤tsgelÃ¤nde durchaus bescheiden. Und dabei zahlt auch das IOC eine Menge, es finanziert den Transport und die Unterkunft aller Teilnehmer, es lÃ¤sst sich die weltweite Promotion viele Millionen kosten. Insgesamt summieren sich die Ausgaben fÃ¼r diese Jugendspiele auf mehr als 300 Millionen Euro. Olympia ist immer eine teure Sache, ob im GroÃŸen oder im Kleinen. â€žEine Investition in die Zukunftâ€œ seien die Jugendspiele, sagt IOC-VizeprÃ¤sident Thomas Bach. Da lÃ¤sst man sich nicht lumpen.</p>
<div id="attachment_9296" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-9296" title="IOC-Vize Ng, IOC-Vize Bach" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/bach-ng-berlin.jpg" alt="IOC-VizeprÃ¤sidenten Ser Miang Ng (Singapur), Thomas Bach (Deutschland) - (c) IOC. Das IOC stellt Fotos und Filmmaterial allen Medien kostenfrei zur VerfÃ¼gung." width="540" height="360" /><p class="wp-caption-text">IOC-VizeprÃ¤sidenten Ser Miang Ng (Singapur), Thomas Bach (Deutschland) (c) IOC. Das IOC stellt Fotos und Filmmaterial allen Medien kostenfrei zur VerfÃ¼gung.</p></div>
<p>In Singapur rechnen sie den Werbeeffekt dagegen. Sie rechnen mit 1,5 Milliarden Menschen weltweit, die jene Bilder im Fernsehen sehen, die das IOC den TV-Anstalten kostenfrei zur VerfÃ¼gung stellt. IOC-VizeprÃ¤sident Ser Miang Ng mag sich mit derlei Zahlen nicht beschÃ¤ftigen. Ihm geht es schlicht â€žum die Jugend und die Zukunft Olympiasâ€œ, sagt Herr Ng, Chef des Organisationskomitees. Alles andere sei nachrangig, zumal Singapur ja keine Stadien baue, sondern temporÃ¤re Anlagen bevorzuge. Ser Miang Ng ist ganz offensichtlich ein Mann der Tat und ein Musterbeispiel fÃ¼r die singapurische Effizienz. Da der Inselstaat im Ausland nur einige Dutzend Botschaften und Konsulate unterhÃ¤lt, fungiert Ser Miang Ng im Nebenjob in diplomatischer Mission. Er ist Botschafter in Ungarn und Norwegen â€“ mit Dienstsitz Singapur.<br />
<a href="http://flattr.com/thing/46964/Die-Olympischen-Jugendspiele-in-Singapur-Frischzellenkur-fur-das-Olympia-Business" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png"/></a></p>
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (57): Moskau 1980, Youth Olympic Day</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 10:17:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein Leben abseits der Tour de France. Woran ich wegen des technischen Crashs bisher nicht erinnern konnte: In dieser Woche vor dreiÃŸig Jahren wurden die Olympischen Boykottspiele von Moskau erÃ¶ffnet, mit Mischka und Leonid. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Sagen wir&#8217;s vorerst mal so: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein Leben abseits der <a title="Greg LeMond sagt und sagt und sagt ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/19/greg-lemond-sagt-und-sagt-und-sagt/" target="_self">Tour de France</a>. Woran ich wegen des technischen Crashs bisher nicht erinnern konnte: In dieser Woche vor dreiÃŸig Jahren wurden die Olympischen Boykottspiele von Moskau erÃ¶ffnet, mit Mischka und Leonid.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/24/was-vom-tage-ubrig-bleibt-57-moskau-1980-youth-olympic-day/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Sagen wir&#8217;s vorerst mal so: Der Stil jener Tage unterscheidet sich doch etwas von jenem Stil, mit dem das IOC auf seine ersten <a title="Youth Olympic Games 2010 Singapore" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en.html" target="_blank">Olympischen</a> <a title="YOG auf www.olympic.org" href="http://www.olympic.org/en/content/YOG/#/side11" target="_blank">Jugendspiele</a> hinweist, die vom 14.-26. August in Singapur stattfinden.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/24/was-vom-tage-ubrig-bleibt-57-moskau-1980-youth-olympic-day/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Ich geh dann mal ans Brandenburger Tor, zum Youth Olympic Day.</p>
<p><em>Nachtrag, 26. Juli</em>, ein erster Eindruck, taste mich langsam an das Thema heran:</p>
<p>BERLIN. Diesen Sommer hatte sich Lena Gohlisch etwas anders vorgestellt. Etwas normaler, darf man sagen, ein bisschen weniger aufregend. â€žBis zum FrÃ¼hjahrâ€œ, erzÃ¤hlt die Basketballerin aus Berlin, â€žhatte ich noch nie etwas von den Olympischen Jugendspielen gehÃ¶rt.â€œ Dann las sie einen Zeitungsartikel, fand es â€žtoll, dass es so etwas gibtâ€œ, dachte darÃ¼ber nach und, schwupps, einige Wochen spÃ¤ter war sie selbst fÃ¼r die Jugendspiele qualifiziert. Im August fliegt sie mit 69 anderen deutschen Nachwuchssportlern zu den ersten Youth Olympic Games nach Singapur. â€žWahnsinnâ€œ, sagt sie, natÃ¼rlich. Und fÃ¼gt brav an, sie wolle â€žKontakte knÃ¼pfen und Leute treffenâ€œ und â€žden olympischen Geist miterlebenâ€œ. Was man so sagt mit sechzehn Jahren.</p>
<p>Die Geschichte der Lena Gohlisch ist typisch. Kaum jemand im deutschen Team hatte Singapur in der Jahresplanung. â€žVergangenes Jahr zu Weihnachtenâ€œ, sagt der Judoka Marius Piepke (17) aus Barsinghausen, â€žhabe ich mir alles mÃ¶gliche ausgemalt fÃ¼r 2010. Singapur war nicht dabei. Ich wusste nicht, dass es Jugendspiele gibt.â€œ</p>
<p>Prominente wie die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen hatten sogar groÃŸe Zweifel: â€žAls ich das erste Mal davon gehÃ¶rt habe, war ich total negativ eingestelltâ€œ, sagt sie. â€žIch dachte: Mensch, jetzt fangen die schon so frÃ¼h an, die Kinder zu verheizen.â€œ Die Skepsis habe sie nicht zwar aufgegeben, sagt Britta Steffen, doch das Programm mit all den Seminarangeboten habe sie halbwegs Ã¼berzeugt. â€žDas kÃ¶nnte was werden. Aber nur, wenn es wirklich nicht nur um die Goldmedaille geht!â€œ</p>
<p>Das Projekt Youth Olympic Games (YOG) wurde vor drei Jahren vom Internationalen Olympischen Komitee eingefÃ¼hrt. â€žEs ist ein Fingerzeig fÃ¼r die Gestaltung des olympischen Sports der Zukunftâ€œ, sagt IOC-VizeprÃ¤sident Thomas Bach. FÃ¼r das deutsche Team hat Bach in seiner Eigenschaft als PrÃ¤sident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Losung ausgegeben: â€žDie Medaillenwertung interessiert mich nicht. Die Nationenwertung ist unwichtig.â€œ Ob DOSB-Leistungssportdirektor Ulf Tippelt das auch so sieht, der die deutsche Delegation als Chef de Mission anfÃ¼hrt, wird man in Singapur erleben.</p>
<p>Die 14- bis 18-jÃ¤hrigen Sportler wollen in Singapur gewiss nicht nur am Kulturprogramm teilnehmen, nicht nur Seminare zur DopingprÃ¤vention besuchen, nicht nur den olympischen Helden Michael Phelps und Usain Bolt lauschen, die das IOC einfliegt. Die Sportler wollen auch gewinnen. Etwa der Ruderer Felix Bach, der zur ErÃ¶ffnungsfeier die deutsche Fahne trÃ¤gt. â€žEr ist extrem ehrgeizigâ€œ, sagt die viermalige Olympiasiegerin und heutige Trainerin Katrin Boron, â€žaber ich wÃ¼nsche ihm auch, dass er in Singapur das Drumherum genieÃŸt.â€œ</p>
<p>Lena Gohlesch spielt Street-Basketball â€“ drei gegen drei â€“ gegen die USA, Angola, WeiÃŸrussland und Singapur, und sie ist gespannt darauf, wie sich das eine mit dem anderen verbinden lÃ¤sst: Sport mit Kultur und Bildung und Party. Erstmals organisiert das IOC eine, nun ja,  Bildungsveranstaltung. Dazu hat man sich Rat geholt, etwa bei der Pfadfindervereinigung, wie Thomas Bach berichtet: â€žDie haben mehr Erfahrung in solchen Dingen, die sprechen die Sprache der Jugend.â€œ Sein olympischer Boss, IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge, pflegt zu sagen, er werde den Jugendlichen keine VortrÃ¤ge halten: â€žSonst schlafen die ein.â€œ</p>
<p>Derzeit gibt Rogge aber viele Interviews zu den Jugendspielen, die sein olympisches VermÃ¤chtnis sein sollen. ZunÃ¤chst einmal geht es darum, die Botschaft in die Welt zu senden und Aufmerksamkeit zu generieren. Der Fackellauf mit Stationen auf fÃ¼nf Kontinenten (Berlin, Dakar/Senegal, Mexiko-Stadt, Auckland/Neuseeland, Seoul/SÃ¼dkorea) soll dazu beitragen. In allen Orten wird eine kleine Show produziert, die Bilder bietet man den TV-Stationen kostenlos an, so wie auch das Material von den Youth Olympic Games im August. Die Promotion-Tour quer Ã¼ber den Planeten begann am Freitag mit der EntzÃ¼ndung er olympischen Flamme in Olympia, wie bei den richtigen Olympischen Spielen auch. Am Sonnabend gab es den Youth Olympic Day vor dem Brandenburger Tor, Lena Gohlisch war dabei eine Hauptrolle zugedacht: Sie durfte mit der Fackel eine Feuerschale entzÃ¼nden. Bei der Gelegenheit traf sie ihr Idol Dirk Nowitzki und holte sich ein Autogramm. Die Jugendspiele, so viel steht fest, haben sich fÃ¼r Lena Gohlisch schon jetzt gelohnt. Zumal: Als erwachsene Basketballerin ist die Wahrscheinlichkeit, jemals Olympia zu erleben, ziemlich gering.</p>
<p>Das IOC lÃ¤sst sich die Spiele eine dreistellige Millionensumme kosten. So werden die Reisekosten fÃ¼r alle 3.600 Sportler, fÃ¼r Trainer und Offizielle komplett beglichen. Insider sprechen von Gesamtkosten bis zu 400 Millionen Dollar, inklusive Promotion und Organisation vor Ort. Da kommen die jÃ¼ngsten SponsorenvertrÃ¤ge mit den amerikanischen Konzernen Dow Chemical und Proctor &amp; Gamble gerade recht. â€žIch kenne die genauen Zahlen nichtâ€œ, sagt IOC-Vize Bach. â€žDoch egal, wie viel es ist, was wir fÃ¼r die Jugendspiele ausgeben. Es ist eine Investition in die Zukunft. Und die ist jeden Cent wert.â€œ</p>
<p><em>Der Beitrag erschien in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau.</em></p>
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		<title>Vancouver 2010: die ersten Olympischen Social-Media-Spiele</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 13:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JW</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Wie versprochen, noch einige Zeilen zu den IOC-Blogger-Richtlinien fÃ¼r Olympia-Akkreditierte. Je lÃ¤nger ich darÃ¼ber nachdenke, desto skandalÃ¶ser finde ich es. Glaube auch nicht, dass diese Restriktionen aufrechtzuerhalten sind im digitalen Zeitalter, wo alle Grenzen verschwimmen und jeder zum Publisher wird. Werde sicher in den kommenden Tagen einige Male drauf eingehen und zumindest einige Aspekte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Wie versprochen, noch einige Zeilen zu den <a title="IOC-Blogger-Richtlinien fÃ¼r Olympiateilnehmer" href="http://jensweinreich.de/2010/02/07/die-ioc-blogger-richtlinien-fur-olympiateilnehmer/" target="_self">IOC-Blogger-Richtlinien fÃ¼r Olympia-Akkreditierte</a>. Je lÃ¤nger ich darÃ¼ber nachdenke, desto skandalÃ¶ser finde ich es. Glaube auch nicht, dass diese Restriktionen aufrechtzuerhalten sind im digitalen Zeitalter, wo alle Grenzen verschwimmen und jeder zum Publisher wird. Werde sicher in den kommenden Tagen einige Male drauf eingehen und zumindest einige Aspekte der hochkomplexen Thematik anreiÃŸen. In der Vorbereitung auf diesen Beitrag habe ich einen langen Artikel von <a title="RenÃ© Martens" href="http://renemartens.posterous.com/" target="_blank">RenÃ© Martens</a> in der Funkkorrespondenz vom Dezember 2009 gelesen (&#8220;Wem gehÃ¶rt der Sport?&#8221;). Der Artikel ist nicht frei verfÃ¼gbar. WÃ¼rde das liebend gern als Gastbeitrag verÃ¶ffentlichen und/oder mindestens auf das Original verlinken, just in case, RenÃ© Martens liest mit &#8230;</p>
<p>Nun aber mein aktuelles Geschichtlein:</p>
<p>Die Dienstmeldung von Lindsey Vonn kam Ã¼berraschend. Die weltbeste alpine Skirennfahrerin teilte auf <a title="Twitter, Lindsey Vonn" href="http://twitter.com/lindseyvonn" target="_blank">Twitter</a> und <a title="FB, Lindsey Vonn" href="http://m.facebook.com/LindseyVonnUSA?rd7a3dfbf&amp;v=feed&amp;story_fbid=285754899727&amp;fp=1&amp;refid=0#comments_285754899727" target="_blank">Facebook</a> mit:</p>
<blockquote><p>Hey Everyone, because of the Olympic rules (blackout period) I will not be able to post any updates from now until march 3rd. Sorry, it bums me out too! Even though I won&#8217;t be able to write to you I can still get your messages so keep them coming! :) xoxo Lv</p></blockquote>
<p>Es wird hier jetzt eine Weile ruhig. GemÃ¤ÃŸ den olympischen Richtlinien darf ich mich bis Anfang MÃ¤rz nicht melden. Die Nachricht verbreitete sich Ende vergangener Woche in Windeseile. 25.000 bestÃ¤tigte Fans hat Vonn auf Facebook, dem mit bald 400 Millionen Nutzern grÃ¶ÃŸten Online-Netzwerk der Welt. 35.000 Menschen folgen ihren Kurznachrichten auf Twitter. Vonn ist bei den Winterspielen in Vancouver eine Hauptrolle zugedacht. Gerade posierte sie auf dem Olympia-Cover von Sports Illustrated. Und nun das.</p>
<p>Das IOC verbietet Lindsey Vonn zu bloggen? Im Nu war das Thema ganz groÃŸ in den herkÃ¶mmlichen Medien. Kaum eine amerikanische Zeitung, kaum ein Internetportal, kaum eine TV-Station, die nicht berichtete.</p>
<p>Das Problem war nur: Lindsey Vonn hatte die â€žIOC Blogging Guidelinesâ€œ nicht gelesen und sich aufs HÃ¶rensagen verlassen. Vom amerikanischen Olympiakomitee USOC und vom IOC wurde sie umgehend aufgeklÃ¤rt. StandesgemÃ¤ÃŸ via Twitter.</p>
<p>â€žLindsey Vonn dachte, sie dÃ¼rfe wÃ¤hrend der Spiele nichts postenâ€œ, sagte mir IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams. â€žDas stimmt nicht. Wir haben sofort getwittert und ihr die Regeln geschickt. Ich rÃ¤ume ein, dass die Regeln vielleicht etwas schwer zu verstehen sind. Es ist nun mal eine neue Ã„ra. Es ist schwer, die Regeln den rasanten Entwicklungen im Bereich Social Media anzupassen.â€œ</p>
<p>Das IOC hat die 13 Regeln fÃ¼r Vancouver im September 2009 verÃ¶ffentlicht. Die â€žBlogging Guidelinesâ€œ (<a title="Blogging-Guidelines Englisch" href="http://jensweinreich.de/2010/02/03/vancouver-1-die-ruhe-vor-dem-sturm-und-die-ioc-blogger-richtlinien/" target="_self">englische Version</a>, <a title="Blogging-Guidelines Deutsch" href="http://jensweinreich.de/2010/02/07/die-ioc-blogger-richtlinien-fur-olympiateilnehmer/" target="_self">deutsche Version</a>) gelten fÃ¼r alle Olympia-Akkreditierte â€“ mit Ausnahme von Journalisten. Deren Arbeit ist durch Artikel 49 der Olympischen Charta geschÃ¼tzt, sagt das IOC.</p>
<blockquote><p><strong>49 Â Media Coverage of the Olympic Games</strong></p>
<p>1. The IOC takes all necessary steps in order to ensure the fullest coverage by the different media and the widest possible audience in the world for the Olympic Games.</p>
<p>2. All decisions concerning the coverage of the Olympic Games by the media rest within the competence of the IOC.</p>
<p><em>Bye-law to Rule 49</em></p>
<p>1. It is an objective of the Olympic Movement that, through its contents, the media coverage of the Olympic Games should spread and promote the principles and values of Olympism.</p>
<p>2. The IOC Executive Board establishes all technical regulations and requirements regarding media coverage of the Olympic Games in an IOC Media Guide, which forms an integral part of the Host City Contract. The contents of the IOC Media Guide, and all other instructions of the IOC Executive Board, are binding for any and all persons involved in media coverage of the Olympic Games.</p>
<p>3. Only those persons accredited as media may act as journalists, reporters or in any other media capacity. Under no circumstances, throughout the duration of the Olympic Games, may any athlete, coach, official, press attachÃ© or any other accredited participant act as a journalist or in any other media capacity.</p></blockquote>
<p><span id="more-6605"></span>Sportler also dÃ¼rfen wÃ¤hrend der Spiele nicht journalistisch arbeiten, lediglich persÃ¶nliche Aufzeichnungen verÃ¶ffentlichen, ob nun in einem Blog oder in diversen Netzwerken. Sie dÃ¼rfen nur Tagebuch fÃ¼hren und sollen sich auf ihre Erlebnisse beschrÃ¤nken, nicht aber Ã¼ber Konkurrenten schreiben, schon gar keine olympischen Betriebsgeheimnisse verraten. So steht es in den Richtlinien. Die Regeln wurden im Vergleich zu den Sommerspielen 2008 in Peking verschÃ¤rft: Sportler dÃ¼rfen auf ihren Webseiten und Blogs keine Olympischen Ringe und auch nicht das Logo der Vancouver-Spiele benutzen. Zu einigen anderen Ã„nderungen hat sich <a title="Athletenbloggen in Vancouver ..." href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/05/15/screensport-am-freitag-athletenbloggen-in-vancouver-2010/" target="_blank">Dogfood schon vor Monaten geÃ¤uÃŸert</a>.</p>
<p>Angeblich stehen bei den Spielen und fÃ¼r das IOC doch immer die Sportler im Mittelpunkt. Die aber haben kein privates Recht an olympischen Symbolen. Die Exklusivrechte der Sponsoren und TV-Stationen mÃ¼ssen gewahrt werden. Nur so kÃ¶nnen jene Milliarden generiert werden, â€ždie letztlich allen Sportlern und VerbÃ¤nden zugute kommenâ€œ, argumentiert Mark Adams. â€žNatÃ¼rlich dÃ¼rfen Sportler bloggen. Wir ermuntern sie sogar dazu. Sie sollen twittern und Facebook nutzen.â€œ Irritationen, wie sie nicht nur Lindsey Vonn offenbarte, will das IOC am Dienstag beim Treffen mit allen Delegationsleitern (Chef de Mission) ausrÃ¤umen. Der DOSB, traditionell fest mit dem IOC verschweiÃŸt, meldet bislang keine ProblemfÃ¤lle, wohl aber viele Fragen und Unklarheiten.</p>
<p>Die KomplexitÃ¤t der neuen Medienwirklichkeit, die Revolution auf dem Kommunikationssektor lÃ¤sst sich nicht in dreizehn Regeln fassen. Mark Adams spricht von Grauzonen, in die man sich vortaste. Das BemÃ¼hen ist dem IOC nicht abzusprechen. Man hat schnell gelernt, ist in den groÃŸen Netzwerken aktiv, seit einem Monat auch auf Facebook, wo das IOC am Sonntag 770.000 Fans hatte, und 20 Stunden spÃ¤ter, in dieser Sekunde, schon 826.000.</p>
<p>Bis Freitag, zur ErÃ¶ffnung der Winterspiele, rechnet Adams mit einer Million.</p>
<blockquote><p>â€žUnd das in vier Wochen! PhÃ¤nomenal! Und auf Facebook wird viel aktiver kommuniziert als auf unserer Webseite.â€œ</p></blockquote>
<p>Sich dieser Dynamik anzupassen, â€žfÃ¤llt jedem Apparat schwer, auch dem IOCâ€œ, sagt Adams. â€žDa drauÃŸen sind viele Menschen, die Ã¼ber uns reden. Ich sage, wir sollten zumindest versuchen, mit unseren Fans und auch mit unseren Kritikern zu diskutieren. Sich nicht zu beteiligen, ist keine Option. Denn die Diskussion findet sonst ohne uns statt.â€?</p>
<p>(Das nehme ich ihm natÃ¼rlich nicht ab, und das weiÃŸ er auch. Ich erinnere nur kurz an die unsÃ¤glichen Aktionen beim Olympischen Kongress in Kopenhagen oder daran, dass er nicht erlaubt, die SekretÃ¤rin der Ethik-Kommission zu interviewen. Viele andere Beispiele lieÃŸen sich nennen. Aber das ist nur ein Einschub, der an dieser Stelle nicht entscheidend ist, den ich mir bloÃŸ nicht verkneifen konnte. Wie so ein Tanker wie das IOC auf die Herausforderungen reagiert, zÃ¤hlt fÃ¼r mich zu den interessantesten Sportthemen des Jahres. Ich sage nur: Youth Olympic Games in Singapur.)</p>
<p>Das IOC hat inzwischen mit Alex Huot einen â€žSocial Media Managerâ€œ benannt. Eigentlich brÃ¤uchte es einige Dutzend Angestellte in diesem Bereich. Doch Unter PrÃ¤sident Jacques Rogge ist Sparsamkeit befohlen. Wenngleich das Thema Neue Medien ganz oben auf der Agenda steht.</p>
<p>Aus Sicht des IOC waren die Sommerspiele <strong>2004 in Athen die ersten richtigen Internetspiele</strong>, weil Dank Breitbandverbindungen erstmals groÃŸflÃ¤chig Online-Ãœbertragungen mÃ¶glich waren. Die Sommerspiele <strong>2008 in Peking werden als erste digitale Spiele</strong> gefÃ¼hrt und haben den Mythos ausgelÃ¶scht, dass die Online-Medien angeblich den TV-Anstalten das GeschÃ¤ft vermiesen. Nein, die GeschÃ¤ftsfelder profitieren voneinander, schreiben IOC-Medienmanager in ihrer Peking-Auswertung. Ãœber die vielen neuen KanÃ¤le erreicht der Olympiakonzern endlich wieder eine jÃ¼ngere Zielgruppe, wie interne Analysen und eine Studie der Firma â€žSponsorship Intelligenceâ€œ beweisen.</p>
<p>â€ž<strong>In Vancouver erleben wir nun die ersten Social-Media-Spiele</strong>â€œ, sagt Direktor Adams. <strong>2012 will das IOC in London in diesem Bereich richtig Geld verdienen</strong>, um drohende Mindereinnahmen aus dem herkÃ¶mmlichen TV-GeschÃ¤ft auszugleichen.</p>
<p>Ein Auszug aus den IOC-Unterlagen:</p>
<blockquote><p>London 2012 is certainly expected to set an example in terms of proven &amp; profitable commercial model being reached on digital media broadcast of the Olympic Games spectacle. With ongoing efforts of our partners and ourselves, we expect to embrace more digital media and user participation centric exploitations. These initiatives, to include exploitation of our valuable Olympic Games Archives and social networking platforms, should help develop a presence outside Games-time as well paving the way for reaching out to new audience.</p></blockquote>
<p>Und noch eine Passage, auch wenn ich Gefahr laufe, abzuschweifen:</p>
<blockquote><p>The Digital Revolution encompasses various tools &amp; devices, evolving technology and consumption patterns. Through its various mediums and range of mechanisms of delivery of content whether in data or video format, it enables full exploitation of an Olympic Games broadcast. This means that each moment of an Olympic Games, be it part of ceremonies or sporting action, is guaranteed to be available to the public. It surpasses barriers of famous vs small sports, qualification or final round of events.</p>
<p>Each produced moment is thus guaranteed to be ready for consumption and hence rising opportunities of monetization of this vast and spectacular content that we have to offer in form of the Olympic Games. Digital Media, in particularly the Internet, thus enables all of the content produced (5000 hours for Summer and 1000 hours for Winter Games produced by OBS alone) be broadcast live over multi-streams simultaneously or in VOD, while TV could only show 10% of the whole Games on average.</p>
<p>New content delivery methods across different platforms and mediums, (e.g. Internet including broadband or IPTV, mobile etc.) and growing consumption trends also enhance the number of potential clients interested in Olympic Games broadcast rights, including the telecom firms and Internet Service Providers (ISPs). This increase in interest, of exploiting these rights, is expected to enhance value of these rights and in return the revenue streams of the Olympic Movement.</p>
<p>More than one method of delivery and consumption through Digital Media platforms mean that now we can talk about real interactive user experience of the Olympic Games. It empowers users to view the content on their own terms based on platform, device, time, location and with whole of produced content on offer, they can watch the sport of their choice. Latest technology developments, including ongoing analogue switch-off and others as observed in Beijing, to a certain extent, also enable merger of data and video, resulting in more user centric activation and features like user generated content (UGC), text commentary, trivias, bios, forums, surveys, etc.</p>
<p>All these features extend for taking this enhanced user-experience to outside the Games-time through dissemination of over 35â€™000 hours of archival video content as well as over 600â€™000 images as well as activation through communities based on pillars of Olympic Games in form of the athletes, volunteers, collectors and spectators.</p>
<p>Although we strongly believe that the benefits outnumber the threats, the Digital Revolution comes with a few challenges.</p></blockquote>
<p>PrÃ¤sident Rogge sagte unlÃ¤ngst: Die digitalen Medien seien â€ždie beste Erfindung seit der Erfindung des Fernsehensâ€œ.</p>
<p>Zumindest in diesem Punkt wird Lindsey Vonn nicht widersprechen. Auch wenn sie sich auf Twitter korrigieren musste:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6609" title="Twitter, Lindsey Vonn" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/vonn2.jpg" alt="" width="511" height="162" /></p>
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		<title>Olympische Jugendspiele</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 11:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JW</dc:creator>
				<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[olympische jugendspiele]]></category>
		<category><![CDATA[innsbruck 2012]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Entscheidung fiel auch noch in Lausanne: Innsbruck richtet 2012 die ersten Winter Youth Olympic Games aus. Die ersten Sommer-Jugendspiele finden 2010 in Singapur statt. Innsbruck setzte sich in einer Briefabstimmung des IOC mit 84:15 gegen Kuopio (Finnland) durch. Harbin (China) und Lillehammer (Norwegen) waren zuvor aussortiert worden. Jacques Rogge hat sein Projekt durchgebracht. SpÃ¤ter [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Entscheidung fiel auch noch in Lausanne: Innsbruck richtet 2012 die ersten <a href="http://www.olympic.org/uk/news/olympic_news/full_story_uk.asp?id=2872" target="_blank">Winter Youth Olympic Games</a> aus. Die ersten Sommer-Jugendspiele finden 2010 in <a href="http://www.singapore2010.sg" target="_blank">Singapur</a> statt. Innsbruck setzte sich in einer Briefabstimmung des IOC mit 84:15 gegen Kuopio (Finnland) durch. Harbin (China) und Lillehammer (Norwegen) waren zuvor aussortiert worden. Jacques Rogge hat <a href="http://jensweinreich.de/?p=74" target="_self">sein Projekt</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1468" target="_self">durchgebracht</a>. <span style="text-decoration: line-through;">SpÃ¤ter mehr dazu.</span> Hier Innsbrucks <a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/innsbruck-2012-wyog-press-release-121208.pdf" target="_blank">Pressemitteilung</a> (pdf).</p>
<p>Bei den Olympischen Jugendspielen soll vieles anders sein. Zum Beispiel: die Kleidung. Casual Dresscode ist angesagt. So waren jene sechs IOC-Mitglieder, die es am Freitag in den kleinen, nagelneuen Fernsehraum der Lausanner Konzernzentrale drÃ¤ngte, doch Ã¼berrascht, ihren PrÃ¤sidenten Jacques Rogge und den IOC-Direktor Gilbert Felli mit offenem Hemd zu sehen. Ohne Krawatte zu Gast bei der Jugend. Frankie Fredericks aus Namibia und Ng Ser Miang aus Singapur handelten umgehend: Sie lieÃŸen ihre Binder in den Jackettaschen verschwinden. Lambis Nikolaou, Richard Carrion, Mario Pescante und Sam Ramsamy nestelten nur etwas verwirrt an ihren Hemdkragen herum, nahmen aber keine grundsÃ¤tzlichen Ã„nderungen am Outfit vor.Â </p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2311" title="rogge-yog-2011" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/12/rogge-yog-2011.jpg" alt="" width="500" height="278" /></p>
<p>Die Jugendspiele sind ein Projekt des IOC-PrÃ¤sidenten. Im FrÃ¼hjahr 2007 drÃ¼ckte Rogge es resolut gegen anfÃ¤ngliche WiderstÃ¤nde durch. Auf der IOC-Session im Juli 2007 in Guatemala, als der Plan verabschiedet wurde, diskutierten 47 Mitglieder fast zwei Stunden darÃ¼ber. 46 Olympier dankten ihrem Chef Ã¼berschwÃ¤nglich und benutzten Vokabeln wie â€žbrillant&#8221;, â€žhistorisch&#8221;, â€žeinmalig&#8221;. Mit den Jugendspielen schien das globale Mittel gegen Bewegungsarmut und Fettleibigkeit, die Dominanz elektronischer Medien im Freizeitverhalten und das akut sinkende Interesse der Jugend an den Olympischen Spielen gefunden. Wie so oft stÃ¶rte nur der Kanadier Richard Pound die Huldigungen: â€žIch frage mich, ob eine Struktur aus dem 19. Jahrhundert der richtige Ansatz ist, die Probleme zu lÃ¶sen&#8221;, sagte Pound. Mit den Jugendspielen werde man nur maximal zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen erreichen. â€žWir reden also Ã¼ber eine Minderheit, die ohnehin Sport treibt.&#8221;Â <br />
Â Â <br />
Jacques Rogge hat Fakten geschaffen. Mal sehen, was geht. Die Jugendspiele sollen sein olympisches VermÃ¤chtnis darstellen. Chef der verantwortlichen IOC-Kommission ist der Ukrainer Sergej Bubka, fÃ¼r den etwas Ruhm Ã¼brig bleiben dÃ¼rfte, sollten die Jugendspiele doch ein Erfolg werden. Im Jahr 2013 wird ein Rogge-Nachfolger gesucht. Bubka kann damit punkten.</p>
<p><em>Kleiner Einschub:</em></p>
<blockquote><p>Zehn Jahre nach <a href="http://jensweinreich.de/?p=2276" target="_self">Ausbruch des IOC-Bestechungsskandals</a> ist EhrenprÃ¤sident Juan Antonio Samaranch (88), der diese Kultur geprÃ¤gt und etabliert hat, der vor zwei Jahren fÃ¼r Sotschi 2014 entscheidende Stimmen besorgte, erneut dabei, eine Olympiawahl zu entscheiden. Es war ja kein Zufall, dass er am Dienstag <a href="http://jensweinreich.de/?p=2264" target="_self">Jean-Marie Weber</a> im IOC-Hauptquartier herzlichst begrÃ¼ÃŸte. Wer aus dem IOC bereit ist, vertraulich darÃ¼ber zu reden, sagt, dass Samaranch weiterhin 30 bis 40 IOC-Stimmen kontrolliert. Er hat dem spanischen KÃ¶nig Juan Carlos im Juli 2005 in Singapur unter Zeugen versprochen, dass er die Spiele 2016 nach Madrid holen werde. Er will seinen KÃ¶nig nicht enttÃ¤uschen.Â <br />
Â Â <br />
Beispiele gefÃ¤llig? Am letzten Novemberwochenende wurde in drei von 28 olympischen Sport-WeltverbÃ¤nden gewÃ¤hlt. In allen drei VerbÃ¤nden gewannen Spanier. Marisol Casado fÃ¼hrt die Triathlon-Union (ITU), JosÃ© Perurena Lopez den Kanu-Weltverband (ICF) und Leandro Negre den Hockey-Weltverband (FIH). Sie stimmen zwar am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen nicht mit ab, doch beweist ihre MachtÃ¼bernahme, wie sehr Samaranchs Garde den Weltsport noch prÃ¤gt. Die PlÃ¤ne gehen weit Ã¼ber das Jahr 2009 hinaus.</p>
<p>In Kurzfassung geht die Geschichte, Ã¼ber die noch viel zu reden sein wird, so: Samaranch hat geholfen, die Winterspiele 2014 nach Sotschi zu holen. Die Russen-Fraktion, gefÃ¼hrt von Wladimir Putin, EhrenprÃ¤sident des europÃ¤ischen Judo-Verbandes, mit all ihren Vasallen in Osteuropa, arbeitet geschlossen fÃ¼r Madrid. Samaranchs PrÃ¤torianer bedankt sich dafÃ¼r im Jahr 2013, wenn Jacques Rogge seine zweite Amtszeit hinter sich hat und ein neuer IOC-PrÃ¤sident gewÃ¤hlt wird. Achter IOC-PrÃ¤sident soll der Ukrainer Sergej Bubka werden. Das ist der Plan, der resolut abgearbeitet wird.</p></blockquote>
<p><em>ZurÃ¼ck zu den Jugendspielen:</em><br />
Â Â <br />
<span id="more-2310"></span>Die ersten Sommerspiele fÃ¼r 15- bis 18-JÃ¤hrige finden 2010 in Singapur statt. Die ersten Winterspiele hat das IOC per Briefwahl fÃ¼r 2012 an Innsbruck vergeben, das mit 84:15 Stimmen gegen den Finalisten Kuopio (Finnland) siegte. Lillehammer (Norwegen) und Harbin (China) wurden vorher aussortiert. Wenigstens in der Evaluierung der BewerberstÃ¤dte brachte das IOC Bahnbrechendes zustande: Eine Ã¤hnlich klare Rangordnung wÃ¼rde etwa beim laufenden globalen Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 vieles erleichtern. Die verbale EinschÃ¤tzung im PrÃ¼fbericht fÃ¼r die Jugendspiele war deutlich und stufte die StÃ¤dte so ab: â€žgeringstes Risiko&#8221; (Innsbruck), â€žeinige Risiken&#8221; (Kuopio), â€žfinanzielles Risiko&#8221; (Lillehammer), â€žetliche Risiken&#8221; (Harbin).Â <br />
Â Â <br />
WÃ¤hrend der kurzen TV-Zeremonie am Freitag wurde Rogge per Video von der Schwedin Pernilla Wiberg gelobt. â€žEine sehr gute Idee unseres PrÃ¤sidenten&#8221;, flÃ¶tete sie. Rogge verkÃ¼ndete den Sieger und bedankte sich anschlieÃŸend bei den zwanzig juvenilen Statisten, die im Studio klatschen und somit fÃ¼r HintergrundgerÃ¤usche sorgen durften. â€žFrÃ¶hliche Feiertage Euch allen!&#8221;Â <br />
Â Â <br />
Rogge argumentiert nimmermÃ¼de, die Jugendspiele, die nun doch alle olympische Insignien nutzen &#8211; Hymnen, Flaggen, Fackel &#8211; wÃ¼rden helfen, â€žbessere Menschen und Botschafter der olympischen Werte&#8221; herauszubilden. Das ist die IOC-Doktrin. Auf die Frage, ob diese Spiele nicht das Dopingproblem verschÃ¤rfen und in untere Altersklassen verlagern, gibt es keine Ã¼berzeugenden Antworten. WÃ¤hrend der Spiele soll in Seminaren auch DopingaufklÃ¤rung betrieben werden, verspricht Rogge. Das IOC-Exekutivkomitee hat nun das Programm der Sommerspiele in Singapur abgesegnet: 3600 junge Athleten in 26 Sportarten und 201 Disziplinen. Basketball soll drei gegen drei gespielt werden; in Schwimmen, Leichtathletik, Triathlon gibt es gemischte Staffeln; in Handball, FuÃŸball, Volleyball und Hockey darf nur ein Team pro Kontinent spielen &#8211; all das aber sind keine Innovationen. Zudem: Die Sport-WeltverbÃ¤nde sind aufgefordert, die Teilnahme der besten Juniorsportler sicherzustellen. FÃ¼r alle Altersklassen von 15 bis 18 sollen Weltranglisten gefÃ¼hrt werden. Das klingt eher besorgniserregend.Â <br />
Â Â <br />
Es reicht eben nicht, mal eben die Krawatten abzulegen und jugendlichen Elan vorzutÃ¤uschen. Ungleich anspruchsvoller ist es doch, ein Ã¼berzeugendes Konzept fÃ¼r ein Weltsportfest von MinderjÃ¤hrigen vorzulegen.</p>
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		<title>Die Botschaft der Blockabstimmung</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 21:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war die siebte IOC-Vollversammlung, die Jacques Rogge als PrÃ¤sident leitete, und es war fÃ¼r ihn persÃ¶nlich die erfolgreichste. Er hat in der vergangenen Woche in Guatemala seine Idee der Olympischen Jugendspiele durchgepeitscht, er hat 27 IOC-Mitglieder problemlos im Amt bestÃ¤tigt, vier neue Mitglieder ins Gremium lanciert, seinem Exekutivkomitee nie da gewesene Vollmachten fÃ¼r das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es war die siebte IOC-Vollversammlung, die Jacques Rogge als PrÃ¤sident leitete, und es war fÃ¼r ihn persÃ¶nlich die erfolgreichste. Er hat in der vergangenen Woche in Guatemala seine Idee der Olympischen Jugendspiele durchgepeitscht, er hat 27 IOC-Mitglieder problemlos im Amt bestÃ¤tigt, vier neue Mitglieder ins Gremium lanciert, seinem Exekutivkomitee nie da gewesene Vollmachten fÃ¼r das Olympische Programm zugeschustert, und am letzten Tag durfte er sich auch noch Ã¼ber die Wahl seines Vertrauten Gerhard Heiberg (Norwegen) ins IOC-Exekutivkomitee freuen. Immerhin besiegte Heiberg mit 49:22 Stimmen sehr deutlich Juan Antonio Samaranch Junior, dessen Vater wenige Tage zuvor die Wahl von Sotschi gedeichselt hatte. Insofern kÃ¶nnte man den Belgier Rogge zum Sieger von Guatemala erklÃ¤ren.<span id="more-75"></span></p>
<p>Doch so einfach ist das gar nicht, denn gleichzeitig hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) weiter an GlaubwÃ¼rdigkeit verloren. Doch der Reihe nach.Â NatÃ¼rlich war die Vergabe der Winterspiele 2014 an Sotschi das dominierende Ereignis der 119. IOC-Session. Das IOC hat sich kaufen lassen von einer Allianz aus Wirtschaftsgiganten und hochrangigen Politikern. Rogge will das natÃ¼rlich nicht zugeben, weshalb er, statt wie gewohnt klar und deutlich zu argumentieren, einen verbalen Eiertanz auffÃ¼hrte. So sprach er in seinem ResÃ¼mee der Tagungswoche von Guatemala beispielsweise darÃ¼ber, dass das IOC Ã¼berprÃ¼fen wolle, ob die Anwesenheit von Staats- und Regierungschefs bei der Olympiavergabe in Zukunft erwÃ¼nscht sei &#8211; zuletzt hatten Tony Blair (London 2012) und Wladimir Putin (Sotschi 2014) Olympiasiege errungen. &#8220;Das kann Vor- und Nachteile haben&#8221;, sagte Rogge.</p>
<p>In wenigen Tagen wird er sich in Moskau mit Putin treffen. Ebenso macht sich Gerhard Heiberg auf den Weg in Putins Metropole. Marketingchef Heiberg kÃ¼ndigte auf der Session frank und frei an: &#8220;Ich fliege nach Moskau und sehe zu, was ich rausschlagen kann. Ob es nun ein Vertrag mit Gazprom wird oder mit anderen Firmen. So oder so: Die Angebote sind interessant.&#8221;</p>
<p>Diese Angebote hÃ¤tte es bei einer Abstimmungsniederlage Sotschis in dieser HÃ¶he wohl kaum gegeben. So aber wird Heiberg problemlos einen Etappensieg vollenden und dem IOC erstmals einen Sponsor aus dem ehemaligen Sowjetreich zufÃ¼hren. Im olympischen Sponsorenprogramm Top VI (fÃ¼r die Jahre 2005 bis 2008) wird das IOC erstmals mehr als eine Milliarde Dollar generieren. Begonnen hatte das IOC vor zwanzig Jahren im ersten Top-Programm (1985 &#8211; 1988) mit 96 Millionen Dollar. Heiberg spricht ebenfalls ganz offen darÃ¼ber, dass er als nÃ¤chstes einen Partner aus den Golfstaaten erwartet. Kein Wunder, die Scheichs wollen Olympische Spiele, fÃ¼r 2016 hat sich bereits Katars Hauptstadt Doha beworben, wie Rogge erklÃ¤rte. Bislang stehen Chicago, Rio de Janeiro, Baku, Doha, Tokio und Madrid auf der Warteliste &#8211; Meldeschluss ist im September.</p>
<p>Akuter finanzieller Nachholbedarf besteht derzeit nur beim Abschluss der amerikanischen Fernsehrechte fÃ¼r 2014 und 2016. Gern will das IOC schnell einen Deal mit dem Network NBC einfÃ¤deln. Allerdings hatten die US-Amerikaner zuvor deutlich gemacht, fÃ¼r Spiele in Sotschi weniger zu zahlen als fÃ¼r Spiele in Salzburg. Die Crux besteht darin, dass das IOC, obgleich es bereits mehr als 700 Millionen Dollar auf der hohen Kante hat, auf stÃ¤ndiges Wachstum angewiesen ist. Etliche Millionen werden ja auch fÃ¼r Rogges neue Jugendspiele gebraucht.</p>
<p>Die Finanzfragen haben zudem eine personelle Dimension. Denn Rogge und seinen UnterhÃ¤ndlern war oft vorgeworfen worden, sie verfÃ¼gten nicht Ã¼ber das Format des VorgÃ¤nger-Duos Richard Pound und Michael Payne. Pound, ein unvergleichlicher Geldeintreiber im IOC, war von Rogge abserviert worden, genau wie Payne, der Schwiegersohn Samaranchs, der jahrelang fest angestellter IOC-Marketingchef war und jetzt fÃ¼r Bernie Ecclestone in der Formel 1 Milliardensummen generiert.</p>
<p>Besonders fÃ¼r den IOC-Finanzchef Richard Carrion, einen 54-jÃ¤hrigen Banker aus Puerto Rico, Absolvent des berÃ¼hmten Massachusetts Institut of Technology, ist ein eintrÃ¤glicher Abschluss mit NBC unverzichtbar. Carrion wird nicht nur als potenzieller Rogge-Nachfolger gehandelt, er gilt auch als der Favorit des PrÃ¤sidenten.</p>
<p>Jacques Rogge selbst hat in den letzten Jahren dazugelernt. Er hatte es zunÃ¤chst mit Demokratie und vÃ¶llig freier Diskussion versucht in den Vollversammlungen &#8211; und war damit mehrmals eklatant gescheitert: 2002 vertagte die Session in Mexiko seinen Plan, das Olympische Programm umzugestalten. 2005 gab es in Singapur das programmatische Fiasko, als die Session nur Baseball und Softball, die jÃ¼ngsten olympischen Familienmitglieder, ausscheiden lieÃŸ, aber Karate, Squash, Inlineskating, Golf und Rugby (Rogge war belgischer Rugby-Nationalspieler) nicht akzeptierte. Geradezu lÃ¤cherlich waren die Abstimmungen Ã¼ber Squash und Karate, denen zunÃ¤chst der Status als Olympiasportart gewÃ¤hrt wurde, kurz darauf aber die Zweidrittel-Mehrheit verwehrt wurde, die zur Aufnahme in das Programm der Spiele 2012 berechtigt hÃ¤tte.</p>
<p>&#8220;Dieses Procedere war unlogisch&#8221;, sagte Rogge nun in Guatemala. &#8220;Das hat keiner in der Ã–ffentlichkeit verstanden, nicht einmal wir selbst.&#8221; Deshalb hat er das Procedere geÃ¤ndert &#8211; dies ist ein Quantensprung in der Geschichte der Olympischen Spiele und des IOC. Erstmals liegt die Verantwortung fÃ¼r die Komposition des Programms fast vÃ¶llig beim Exekutivkomitee. Bisher hatte allein die Vollversammlung Ã¼ber Sportarten entschieden, die Exekutive konnte in Zusammenarbeit mit den FachverbÃ¤nden Disziplinen hinzufÃ¼gen, streichen oder Ã¤ndern. Diese DualitÃ¤t war ein Jahrhundert lang eine der heiÃŸdiskutierten olympischen Machtfragen.</p>
<p>KÃ¼nftig ist es so: Das Exekutivkomitee stellt, erstmals fÃ¼r die Sommerspiele 2020, eine Liste von 25 Kernsportarten zusammen und darf maximal drei weitere Sportarten hinzufÃ¼gen. Die Session kann darÃ¼ber nur im Block entscheiden; nÃ¶tig ist eine einfache Mehrheit.</p>
<p>Es fÃ¤llt auf, dass Rogge inzwischen Blockabstimmungen den Einzelabstimmungen vorzieht. So hat er am Donnerstag bereits die Wiederwahl von 27 IOC-Mitgliedern durchgezogen, was kein Ã¼berzeugendes demokratisches Zeichen war. So soll es kÃ¼nftig auch in der Programmfrage abgehen. ZurÃ¼ck zu den Wurzeln, kann man wohl sagen: Rogge lÃ¤sst abstimmen wie einst Juan Antonio Samaranch. Die ganz private Botschaft, die Rogge in Guatemala seinen Pappenheimern gab, kÃ¶nnte man so umschreiben: &#8220;Ich habe es mit Demokratie versucht, aber ihr habt mir die Gefolgschaft immer mal verweigert. Jetzt trickse ich euch aus und gebe euch die Peitsche.&#8221; Und schon parierte der olympische Haufen. IOC-Mitglieder wollen es offenbar nicht anders.</p>
<p>Rogge ist besser vorbereitet als sonst in die Session gegangen. Er hat die Macht des Exekutivkomitees in jeder Beziehung ausgebaut. Samaranch Senior wird es erstaunt zur Kenntnis genommen haben. Allerdings hat EhrenprÃ¤sident Samaranch (86) in Guatemala den grÃ¶ÃŸten Sieg errungen: Binnen weniger Stunden drehte er in VieraugengesprÃ¤chen den Trend gegen Sotschi und besorgte sechs IOC-Stimmen, die verhinderten, dass die Russen bereits in Runde eins scheiterten.</p>
<p>Die spannende Frage fÃ¼r das IOC lautet nun, ob es dem intern gestÃ¤rkten Rogge, der sich extern in grÃ¶ÃŸere AbhÃ¤ngigkeit zu Politik und Wirtschaft begeben hat, gelingt, wieder inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Den Kampf gegen Doping, gegen Gigantismus, gegen Korruption, gegen Gewalt und fÃ¼r die GlaubwÃ¼rdigkeit des Sports hatte er sich bei seinem Amtsantritt auf die Fahnen geschrieben. Zuletzt Ã¼berzeugte er argumentativ nur selten und paktierte zu oft mit zweifelhaften MÃ¤chten. Es wÃ¤re nicht die schlechteste Option fÃ¼r die Zukunft des olympischen Sports, wenn sich das wieder Ã¤ndern wÃ¼rde.</p>
<p><small>(c) Berliner Zeitung</small></p>
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