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	<title>jens weinreich &#187; moskau 1980</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (57): Moskau 1980, Youth Olympic Day</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 10:17:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein Leben abseits der Tour de France. Woran ich wegen des technischen Crashs bisher nicht erinnern konnte: In dieser Woche vor dreißig Jahren wurden die Olympischen Boykottspiele von Moskau eröffnet, mit Mischka und Leonid. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Sagen wir&#8217;s vorerst mal so: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein Leben abseits der <a title="Greg LeMond sagt und sagt und sagt ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/19/greg-lemond-sagt-und-sagt-und-sagt/" target="_self">Tour de France</a>. Woran ich wegen des technischen Crashs bisher nicht erinnern konnte: In dieser Woche vor dreißig Jahren wurden die Olympischen Boykottspiele von Moskau eröffnet, mit Mischka und Leonid.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/24/was-vom-tage-ubrig-bleibt-57-moskau-1980-youth-olympic-day/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Sagen wir&#8217;s vorerst mal so: Der Stil jener Tage unterscheidet sich doch etwas von jenem Stil, mit dem das IOC auf seine ersten <a title="Youth Olympic Games 2010 Singapore" href="http://www.singapore2010.sg/public/sg2010/en.html" target="_blank">Olympischen</a> <a title="YOG auf www.olympic.org" href="http://www.olympic.org/en/content/YOG/#/side11" target="_blank">Jugendspiele</a> hinweist, die vom 14.-26. August in Singapur stattfinden.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/24/was-vom-tage-ubrig-bleibt-57-moskau-1980-youth-olympic-day/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Ich geh dann mal ans Brandenburger Tor, zum Youth Olympic Day.</p>
<p><em>Nachtrag, 26. Juli</em>, ein erster Eindruck, taste mich langsam an das Thema heran:</p>
<p>BERLIN. Diesen Sommer hatte sich Lena Gohlisch etwas anders vorgestellt. Etwas normaler, darf man sagen, ein bisschen weniger aufregend. „Bis zum Frühjahr“, erzählt die Basketballerin aus Berlin, „hatte ich noch nie etwas von den Olympischen Jugendspielen gehört.“ Dann las sie einen Zeitungsartikel, fand es „toll, dass es so etwas gibt“, dachte darüber nach und, schwupps, einige Wochen später war sie selbst für die Jugendspiele qualifiziert. Im August fliegt sie mit 69 anderen deutschen Nachwuchssportlern zu den ersten Youth Olympic Games nach Singapur. „Wahnsinn“, sagt sie, natürlich. Und fügt brav an, sie wolle „Kontakte knüpfen und Leute treffen“ und „den olympischen Geist miterleben“. Was man so sagt mit sechzehn Jahren.</p>
<p>Die Geschichte der Lena Gohlisch ist typisch. Kaum jemand im deutschen Team hatte Singapur in der Jahresplanung. „Vergangenes Jahr zu Weihnachten“, sagt der Judoka Marius Piepke (17) aus Barsinghausen, „habe ich mir alles mögliche ausgemalt für 2010. Singapur war nicht dabei. Ich wusste nicht, dass es Jugendspiele gibt.“</p>
<p>Prominente wie die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen hatten sogar große Zweifel: „Als ich das erste Mal davon gehört habe, war ich total negativ eingestellt“, sagt sie. „Ich dachte: Mensch, jetzt fangen die schon so früh an, die Kinder zu verheizen.“ Die Skepsis habe sie nicht zwar aufgegeben, sagt Britta Steffen, doch das Programm mit all den Seminarangeboten habe sie halbwegs überzeugt. „Das könnte was werden. Aber nur, wenn es wirklich nicht nur um die Goldmedaille geht!“</p>
<p>Das Projekt Youth Olympic Games (YOG) wurde vor drei Jahren vom Internationalen Olympischen Komitee eingeführt. „Es ist ein Fingerzeig für die Gestaltung des olympischen Sports der Zukunft“, sagt IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Für das deutsche Team hat Bach in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Losung ausgegeben: „Die Medaillenwertung interessiert mich nicht. Die Nationenwertung ist unwichtig.“ Ob DOSB-Leistungssportdirektor Ulf Tippelt das auch so sieht, der die deutsche Delegation als Chef de Mission anführt, wird man in Singapur erleben.</p>
<p>Die 14- bis 18-jährigen Sportler wollen in Singapur gewiss nicht nur am Kulturprogramm teilnehmen, nicht nur Seminare zur Dopingprävention besuchen, nicht nur den olympischen Helden Michael Phelps und Usain Bolt lauschen, die das IOC einfliegt. Die Sportler wollen auch gewinnen. Etwa der Ruderer Felix Bach, der zur Eröffnungsfeier die deutsche Fahne trägt. „Er ist extrem ehrgeizig“, sagt die viermalige Olympiasiegerin und heutige Trainerin Katrin Boron, „aber ich wünsche ihm auch, dass er in Singapur das Drumherum genießt.“</p>
<p>Lena Gohlesch spielt Street-Basketball – drei gegen drei – gegen die USA, Angola, Weißrussland und Singapur, und sie ist gespannt darauf, wie sich das eine mit dem anderen verbinden lässt: Sport mit Kultur und Bildung und Party. Erstmals organisiert das IOC eine, nun ja,  Bildungsveranstaltung. Dazu hat man sich Rat geholt, etwa bei der Pfadfindervereinigung, wie Thomas Bach berichtet: „Die haben mehr Erfahrung in solchen Dingen, die sprechen die Sprache der Jugend.“ Sein olympischer Boss, IOC-Präsident Jacques Rogge, pflegt zu sagen, er werde den Jugendlichen keine Vorträge halten: „Sonst schlafen die ein.“</p>
<p>Derzeit gibt Rogge aber viele Interviews zu den Jugendspielen, die sein olympisches Vermächtnis sein sollen. Zunächst einmal geht es darum, die Botschaft in die Welt zu senden und Aufmerksamkeit zu generieren. Der Fackellauf mit Stationen auf fünf Kontinenten (Berlin, Dakar/Senegal, Mexiko-Stadt, Auckland/Neuseeland, Seoul/Südkorea) soll dazu beitragen. In allen Orten wird eine kleine Show produziert, die Bilder bietet man den TV-Stationen kostenlos an, so wie auch das Material von den Youth Olympic Games im August. Die Promotion-Tour quer über den Planeten begann am Freitag mit der Entzündung er olympischen Flamme in Olympia, wie bei den richtigen Olympischen Spielen auch. Am Sonnabend gab es den Youth Olympic Day vor dem Brandenburger Tor, Lena Gohlisch war dabei eine Hauptrolle zugedacht: Sie durfte mit der Fackel eine Feuerschale entzünden. Bei der Gelegenheit traf sie ihr Idol Dirk Nowitzki und holte sich ein Autogramm. Die Jugendspiele, so viel steht fest, haben sich für Lena Gohlisch schon jetzt gelohnt. Zumal: Als erwachsene Basketballerin ist die Wahrscheinlichkeit, jemals Olympia zu erleben, ziemlich gering.</p>
<p>Das IOC lässt sich die Spiele eine dreistellige Millionensumme kosten. So werden die Reisekosten für alle 3.600 Sportler, für Trainer und Offizielle komplett beglichen. Insider sprechen von Gesamtkosten bis zu 400 Millionen Dollar, inklusive Promotion und Organisation vor Ort. Da kommen die jüngsten Sponsorenverträge mit den amerikanischen Konzernen Dow Chemical und Proctor &amp; Gamble gerade recht. „Ich kenne die genauen Zahlen nicht“, sagt IOC-Vize Bach. „Doch egal, wie viel es ist, was wir für die Jugendspiele ausgeben. Es ist eine Investition in die Zukunft. Und die ist jeden Cent wert.“</p>
<p><em>Der Beitrag erschien in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau.</em></p>
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		<title>IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 10:27:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[IOC-Ehrenpräsident Juan Antonio Samaranch hat einst dem Diktator Franco im Range eines Sport-Staatssekretärs gedient. Erst jüngst wurde in Spanien wieder über Fotos debattiert, die den 89-Jährigen mit erhobenem Arm zeigen &#8211; beim Faschistengruß. Nun behaupten russische Autoren, Samaranch sei Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen. „Der KGB spielt Schach&#8221; heißt ein auf Russisch frisch erschienenes Buch. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5720" title="JAS, Guatemala 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/jas-guatemala-2007.jpg" alt="" width="500" height="294" /></p>
<p>IOC-Ehrenpräsident <a title="alle Beiträge zu Samaranch - Senior und Junior :)" href="http://jensweinreich.de/?s=samaranch" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a> hat einst dem Diktator Franco im Range eines Sport-Staatssekretärs gedient. Erst jüngst wurde in Spanien wieder über Fotos debattiert, die den 89-Jährigen <a title="&quot;Samaranch must resign&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=5063" target="_self">mit erhobenem Arm zeigen &#8211; beim Faschistengruß</a>. Nun behaupten russische Autoren, Samaranch sei Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen.</p>
<p>„<strong><a title="KGB plays chess" href="http://www.mippbooks.com/Page.BCart.cls?Type=Books&amp;BOOKSID=141433" target="_blank">Der KGB spielt Schach</a></strong>&#8221; heißt ein auf Russisch frisch erschienenes Buch. Darin geht es vor allem um den Einfluss des Geheimdienstes auf die Schach-Elite der Sowjetunion, um atemraubende Machenschaften bis hin zu Mordkomplotten. Neben dem Historiker <a title="Juri Felshtinsky - Website" href="http://www.felshtinsky.com/index1.html" target="_blank">Juri Felschtinski</a> zählen die Schach-Großmeister <a title="Wikipedia Link" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kortschnoi" target="_blank">Wiktor Kortschnoi</a> und <a title="Wikipedia Link" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Gulko" target="_blank">Boris Gulko</a> zu den Autoren &#8211; sowie Wladimir Popow, ehemals ranghoher KGB-Führungsoffizier. Popow hat einst hunderte Quellen und Agenten im Sportbusiness geführt und bearbeitet. Er behauptet: KGB-Sportagent war nicht nur der langjährige Schach-Weltmeister Anatoli Karpow (Deckname Raul), sondern auch Juan Antonio Samaranch, IOC-Präsident von 1980 bis 2001.</p>
<p>Samaranch war 1977, nach dem Tod seines Führers Franco, als spanischer Botschafter für die Sowjetunion und die Mongolei nach Moskau abgeschoben worden. Im Exil machte er Sport-Karriere: Moskau war Olympiagastgeber 1980, unmittelbar vor Eröffnung dieser Boykottspiele wurde Samaranch IOC-Präsident. Er gewann die Wahl mit 44 IOC-Stimmen gegen Marc Hodler (Schweiz/21), James Worrall (Kanada/7) und Willi Daume (Bundesrepublik/5). Der Neuseeländer Lance Cross hatte im letzten Moment auf seine Kandidatur verzichtet. Samaranchs Transformation vom Blauhemdträger der Falange zum olympischen Moralapostel war gelungen.</p>
<p>Laut KGB-Oberstleutnant Popow hat daran der Geheimdienst mitgewirkt und Stimmen der IOC-Mitglieder aus dem Ostblock organisiert. Der KGB habe sich Samaranchs Mitarbeit erpresst, nachdem man den Botschafter beim Schmuggel mit Antiquitäten, Schmuck und Gemälden erwischt habe. Vom KGB sei Samaranch als „sowjetischer Sport-General&#8221; geführt worden, behauptet Popow, der sich 1996 nach Kanada absetzte.</p>
<p>Samaranch war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. IOC-Kommunikationsdirektor <a title="Beiträge zu Mark Adams" href="http://jensweinreich.de/?s=mark+adams" target="_self">Mark Adams</a>, neu im Geschäft, sagte mir, die KGB-Geschichte sei „bloße Spekulation&#8221;.</p>
<p>Über der Wahl am 16. Juli 1980, am Vorabend der Boykottspiele, im Moskauer Haus der Gewerkschaften, dort wo Samaranch exakt 21 Jahre später abtrat und von Rogge ersetzt wurde, lastet seit jeher der Schatten der Korruption. Samaranchs Vorgänger Lord Michael Killanin (Irland) sagte später öffentlich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich war der festen Überzeugung, daß der Posten eines IOC-Präsidenten nicht käuflich sein sollte. Es gibt eine wachsende Tendenz &#8211; und viele Gerüchte -, sich Posten durch Gunstbezeugungen zu erschleichen.&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-5722" title="Killanin, Samaranch, Moskau 1980 - Screenshot TV" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/jas-kill-1980.jpeg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="320" height="305" align="left" />An der Amtsübergabe von Killanin (links im Bild) zu Samaranch hatten seinerzeit natürlich auch der ehemalige Adidas-Chef Horst Dassler mit seiner „sportpolitischen Abteilung&#8221; (inklusive des Schmiergeldboten <a title="Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?cat=171" target="_self">Jean-Marie Weber</a>) großen Anteil &#8211; und der Franzose André Guelfi, genannt Dédé le Sardine, eine der zentralen Figuren im internationalen Sportbusiness seit Anfang der 1970er Jahre bis zu Beginn dieses Jahrtausends. Guelfi, geboren in Marokko, selbst einst Geheimdienstler, ehemaliger Rennfahrer und in den neunziger Jahren als Schmiergeldbote im gigantischen <a title="Spiegel: Konzern für heikle Missionen" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15613895.html" target="_blank">Korruptionsskandal</a> um den MIneralölkonzern Elf Aquitaine berühmt geworden, schilderte in seinen Memoiren ausführlich die Umstände der Samaranch-Krönung: „Ich konnte fast alle überzeugen, ihr Votum zu ändern. Samaranch wurde mit einer sauberen Mehrheit gewählt.&#8221; Guelfi zahlte mit Geld und Produkten seiner Firma Le Coq Sportif, Dassler aus dem Topf von Adidas.</p>
<p><em>(Ich kürze hier ab, denn sonst müsste ich flink einen Text in der Länge eines Buches veröffentlichen über all die Beziehungen und dunklen Geschäfte von Guelfi &amp; Co. in und mit dem IOC, der FIFA, Havelange, Dassler, Tarpischtschew, Smirnow, Samaranch, Blatter und vielen anderen Sportfürsten, über gefakte Olympiabewerbungen wie die von St. Petersburg, womit schon eine Verbindung zu Sobtschak und Putin gegeben ist, etc. pp.)</em></p>
<p>Legendär sind Samaranchs enge Beziehungen ins Sowjetreich und seine Nachfolger-Staaten. Bei Guelfi bedankte er sich, in dem er ihn in den neunziger Jahren persönlich bei den Diktatoren mittelasiatischer Republiken wie Usbekistan vorstellte. Dies war für Guelfi der Durchbruch, um seine Schmiergeldgeschäfte für Elf Aquitaine zu erledigen. Samaranch verschaffte Guelfi diplomatischen Status, öffnete alle Türen &#8211; und immer ging es bei diesen Deals auch um &#8220;Sport&#8221;, wurden viele Millionen an Funktionäre aus dem ehemaligen Sowjetreich verschoben.</p>
<p>Geheimdienstliche Beziehungen wurden Samaranch schon immer nachgesagt. Er hat es stets bestritten. Sporthistorisch macht die Darstellung der russischen Autoren für die Zeit bis 1980 deshalb Sinn. Der Historiker Felschtinski, der seit drei Jahrzehnten in den USA lebt, kennt sich in der Welt der Geheimdienste zweifellos aus. Zuletzt hatte er nach dem <span style="text-decoration: line-through;">Plutonium</span>Polonium-Mord an seinem Freund und Ex-Agenten Alexander Litwinenko das Buch „Eiszeit im Kreml&#8221; veröffentlicht.</p>
<p><span id="more-5719"></span>Sollte Samaranch tatsächlich als KGB-Agent geführt worden sein, war die Quelle offenbar nicht sehr ergiebig. Denn fünf Jahre später bildeten die Auslands-Spionage-Abteilung von KGB und der DDR-Staatssicherheit ein bizarres Joint Venture, um das IOC, Adidas und die von Dassler inzwischen gegründete Marketingagentur ISL auszuspionieren. In einem Stasi-Dossier aus jener Zeit heißt es über Samaranch: Die Gabe, „sich unter den Mächtigen Freunde zu machen&#8221;, zeichne ihn aus. So konnte er auch den Makel des „früheren Bekenntnisses als hundertprozentiger Franco-Anhänger&#8221; überwinden.</p>
<p>Samaranch war übrigens stets äußerst misstrauisch: Als IOC-Präsident ging er mit wichtigen Gästen zur Besprechung gern hinaus in die Gärten der IOC-Zentrale von Lausanne-Vidy. Das hatte er schon im geliebten Moskau so gehalten &#8211; aus Sicherheitsgründen, aus Angst vor Wanzen des KGB, war er mit Gesprächspartnern durch die Straßen flaniert. Und Jahre später, am ruhigen Genfer See, peinigten den Geheimstrategen immer noch Wahnvorstellungen: Seine Zimmerflucht im Palace-Hotel ließ er regelmäßig nach Abhörgeräten untersuchen.</p>
<p><small>In Kurzfassung und unverlinkt :) erschienen u.a. heute in der Süddeutschen Zeitung: &#8220;<a title="SZ vom 5. November 2009: &quot;Schach mit dem Präsidenten&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/89/493436/text/" target="_blank">Schach mit dem Präsidenten</a>&#8220;</small></p>
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