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	<title>jens weinreich &#187; madrid 2016</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>The day after, Olympic Congress: IOC sperrt Journalisten aus*</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 08:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rios Olympiagastgeber, Bewerber sind sie ja nicht mehr, haben eine hÃ¼bsche Weltkarte der neuen olympischen Ordnung erstellt: 10.05 Uhr: Moin. Das Bella Center hat sich geleert. Mehr als 1000 Reporter, die gestern nur wegen Obama und der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2016 gekommen waren, sind lÃ¤ngst wieder verschwunden. FÃ¼r das olympische TagesgeschÃ¤ft interessieren sich weltweit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rios <a title="tag: Rio de Janeiro 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Olympiagastgeber</a>, Bewerber sind sie ja nicht mehr, haben eine hÃ¼bsche Weltkarte der neuen olympischen Ordnung erstellt:</p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-5417" title="rio2016map-kl" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/rio2016map-kl.jpg" alt="" width="500" height="281" /></strong></p>
<p><strong>10.05 Uhr:</strong> Moin. Das Bella Center hat sich geleert. Mehr als 1000 Reporter, die gestern nur wegen Obama und der Vergabe der <strong><a title="tag: Sommerspiele 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1081" target="_self">Olympischen Sommerspiele 2016</a></strong> gekommen waren, sind lÃ¤ngst wieder verschwunden. FÃ¼r das olympische TagesgeschÃ¤ft interessieren sich weltweit nur wenige Dutzend Journalisten. Immerhin einige mehr, als gewÃ¶hnlich die Sitzungen des IOC-Exekutivkomitees, der FIFA-FÃ¼hrung und anderer wichtiger WeltverbÃ¤nde verfolgen. Aber doch eine erschreckend kleine Zahl. <em>(Ich werde Ã¼brigens bis zum Ende des zweiten Teils der IOC-Session, die sich dem Kongress anschlieÃŸt, also bis 9. Oktober, hier bleiben und dauerbloggen.)</em></p>
<p><strong>Absurd wird es, dass diesen Journalisten (zumindest dem FuÃŸvolk, nicht etwa allen Mitgliedern der <a title="IOC Press Commission" href="http://www.olympic.org/en/content/The-IOC/Commissions/Press/" target="_blank">IOC-Pressekommission</a> oder den Topleuten der </strong><a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self"><strong>Olympic Journalists Association</strong></a><strong>) der Zugang zum Kongress verwehrt wird. Wir dÃ¼rfen nur Fernsehen schauen und ab und zu in die Mixed Zone rennen. Das nennt sich Kommunikation im 21. Jahrhundert.</strong></p>
<p>Unter Samaranch, beim bislang letzten Olympischen Kongress 1994 in Paris, durfte man sich noch frei bewegen. Erst recht natÃ¼rlich beim wichtigsten Olympischen Kongress der vergangenen hundert Jahre: dem 1981 in Baden-Baden (sagt der altgediente Fahrensmann neben mir).</p>
<p>Also kann ich nur wiedergeben, was ich Ã¼ber KopfhÃ¶rer wahrnehme. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat Frankie Fredericks aus Namibia, den ich seit Jahren vergeblich zum Interview Ã¼berreden will (oder wenigstens zu einem GesprÃ¤ch unter MÃ¤nnern, einfach so, um ihn besser kennenzulernen), der seit Jahren freundlich ausweicht und den ich deshalb nicht wirklich mehr ernst nehmen kann, hat dieser Frankie Fredericks, der mehrfache Olympiamedaillengewinner im Sprint, also gefordert, BetrÃ¼ger mÃ¼ssten lebenslang gesperrt werden.</p>
<p>Beifall habe ich dafÃ¼r nicht vernommen. WÃ¤re auch blÃ¶d, denn wÃ¼rde Fredericks&#8217; Forderung umgesetzt, hÃ¤tte bis auf winzige Ausnahmen der komplette Saal evakuiert werden mÃ¼ssen.</p>
<p><strong>11.35 Uhr:</strong> Zweites FrÃ¼hstÃ¼ck fÃ¼r die Auserlesenen im Kongress. Am Tisch hinter mir hÃ¤lt Kronprinz Willem Alexander Hof und beantwortet Fragen hollÃ¤ndischer Journalisten. Seine drei Bodyguards halten sich gepflegt zurÃ¼ck, in fÃ¼nfzehn Metern Entfernung.</p>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> Wenn der Kollege neben mir richtig hingehÃ¶rt hat, dann hat Prinzessin <a title="Official Website of Princess Haya" href="http://www.princesshaya.net/" target="_blank">Haya von Jordanien</a>Â - PrÃ¤sidentin des Reiter-Weltverbandes,Â Gemahlin eines dopenden Reiters, der gleichzeitig Herrscher von Dubai ist &#8211; ebenÂ gefordert, jeder Trainer, der im kommenden Jahr zu den <a title="tag: Olympische Jugendspiele" href="http://jensweinreich.de/?s=jugendspiele" target="_blank">Olympischen Jugendspielen</a> in Singapur kommt, mÃ¼sse Ã¼berprÃ¼ft werden bzw. es mÃ¼sse sichergestellt werden, dass es sich nicht um &#8220;KinderschÃ¤nder&#8221; handelt. Der Kollege neben mir, der mir Ã¼ber die Schulter schaut, ist beleidigt: &#8220;Von wegen richtig hingehÃ¶rt&#8221;, sagt er: &#8220;Haya hat das dreimal gesagt und richtig insisiert!&#8221;</p>
<p>Diskutiert wurde u.a. auch Ã¼ber <a title="tag: Caster Semenya" href="http://jensweinreich.de/?s=semenya" target="_blank">Caster Semenya</a>. Arne Ljungqvist sagte, man dÃ¼rfe nichts verallgemeinern, er wolle keinen Einzelfall diskutieren. Das IOC habe einige solcher FÃ¤lle bei Olympischen Spielen gehabt &#8211; und alle vertraulich behandelt.</p>
<p><strong>13.19 Uhr:</strong> BlÃ¶de Sache, dies: Der Vorsitzende eines Panels gibt die letzte Frage an &#8220;den Gentleman dort hinten&#8221;. Er meint: <a title="Manuela di Centa Webseite" href="http://www.manueladicenta.it/sportENG.htm" target="_blank">Manuela di Centa</a>. Olympiasiegerin, ehemaliges IOC-Mitglied und stets des Blutdopings verdÃ¤chtigt.</p>
<p><strong>14.58 Uhr:</strong> Hatte gerade lange Diskussionen mit Kollegen aus Deutschland, DÃ¤nemark, Frankreich, Holland, der SchweizÂ und Italien. Sie alle finden die Restriktionen des IOC empÃ¶rend und wollen kollektiv protestieren. Einige Reporter, etwa Alain Lunzenfichter, PrÃ¤sident der <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">OJA</a>, der die offizielle Biografie von Jacques Rogge geschrieben hat, sind zugelassen. Gianni Merlo, PrÃ¤sident der <a title="AIPS Webseite" href="http://www.aipsmedia.com/index.php" target="_blank">International Sports Press Association</a> (AIPS), versucht sich einzusetzen, kann aber keinen IOC-Offiziellen erreichen &#8211; schon gar nicht Kommunikationsdirektor <a title="Olympias Programmreform" href="http://jensweinreich.de/?p=3994" target="_self">Mark Adams</a>, der selten ans Handy geht und fÃ¼r kaum jemanden erreichbar ist, wie mir etliche Kollegen berichten.</p>
<p><strong>15.50 Uhr:</strong> Dazu noch einige Links:</p>
<ul>
<li>Lars Werge zum Problem auf DÃ¤nisch in <a title="Ekstrabladet" href="http://ekstrabladet.dk/sport/anden_sport/anden_sport/article1233369.ece" target="_blank">Ekstra Bladet</a> und auf <a title="Lars Werge: IOC sperrt Journalisten aus" href="http://www.facebook.com/home.php?ref=home#/note.php?note_id=143156174709&amp;ref=nf" target="_blank">Facebook</a></li>
<li><span style="color: #000000;">LarsÂ JÃ¸rgensen auf der <strong>Play the Game</strong> Website: &#8220;<a title="PTG: Ring of security aroung IOC in Copenhagen" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/ring-of-security-around-ioc-in-copenhagen-4537.html" target="_self">Ring of security around IOC in Copenhagen</a>&#8221; und &#8220;<a title="PTG: Limited media access to the IOC hotel in Copenhagen" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/limited-media-access-to-the-ioc-hotel-in-copenhagen-4535.html" target="_blank">Limited media access to the IOC hotel in Copenhagen</a>&#8220;</span></li>
</ul>
<p><strong>15.56 Uhr:</strong> Noch zwei Punkte, die ich bisher glatt vergessen habe:</p>
<ul>
<li>Journalisten erhalten keineÂ Kongress-Unterlagen</li>
<li>Eine Ãœbersicht der Redner gibt es nicht</li>
<li>Verschriftete Reden wie etwa des UN-GeneralsekretÃ¤rs gibt es ebenfalls nicht</li>
</ul>
<p><strong>16.32 Uhr:</strong> Mark Adams antwortet etwas schnippisch auf meine Fragen. Ich fragte:</p>
<ul>
<li>Why are journalists not allowed to attend the Congress?</li>
<li>Why are journalists not allowed to have full access?</li>
<li>Why do journalists not even get the Congress Documentation?</li>
<li>By the way: Journalists do not even get the written speech of the UN General Secretary. They do not even get information about the detailed schedule and all speakers at the Congress.</li>
</ul>
<p>Er antwortete:</p>
<blockquote><p>On the access question &#8211; the rules were made like that I think when we had 2000 journalists in attendance &#8211; I realize that has changed now and I&#8217;m working on at least allowing some access.</p>
<p>As for documentation &#8211; please let me know what it is you are missing and I will try to provide it.</p>
<p>You can appreciate that logistics at such events are always a little fraught!</p></blockquote>
<p><strong>16.45 Uhr:</strong> PlÃ¶tzlich haben einige Kollegen ein mindgrÃ¼nes Armband erhalten, dass Zugang zur Pausenzone der Delegierten erlaubt, nicht aber zum eigentlichen Kongress. Nachdem mir eine MitarbeiterinÂ zweimal sagte, ich stehe nicht auf der Liste, steht mein Name plÃ¶tzlich doch auf einerÂ Zugangs-Liste. Ich erhielt ein Armband, finde aber, das ist nicht genug: Zugang sollte jeder Berichterstatter haben, und zwar vollen Zugang. Einige Kollegen neben mir, u. a. Deutschlandfunk, SÃ¼ddeutsche Zeitung und Sportinformationsdienst, haben noch kein, nun ja: Armband.</p>
<p><strong>* 16.56 Uhr:</strong> Ich Ã¼berlege, ob ich die Ãœberschrift des Eintrags jetzt, da neben mir ein Armband liegt, Ã¤ndert sollte. Bisher steht dortÂ &#8221;IOC sperrt Journalisten aus&#8221;. Ich wollte das Ã¤ndern in &#8220;IOC sondiert Journalisten aus&#8221;. Aber ich finde ebenso wie einige Kollegen: So lange nicht jeder aus der Ã¼berschaubaren Zahl der Berichterstatter vollen Zugang hat, kann die Ãœberschrift stehen bleiben. Gerade fragen mich Kollegen aus Holland, was es mit dem Armband auf sich hat. Sie wissen von nichts. Und sie sind ebenfalls langjÃ¤hrige IOC-Berichterstatter.</p>
<p><strong>17.54 Uhr:</strong> Vom den oben geschilderten chinesischen IOC-Bedingungen mal abgesehen. Derzeit laufen drei Panels gleichzeitig mit einigen meiner LieblingsfunktionÃ¤ren: Blatter/Gosper &#8211; Pound/Pescante &#8211; Smirnow/Verbruggen/Willem Alexander. In eines der Panels zu gehen, ist mir untersagt. Leider habe ich nur zwei Laptops dabei, um auf dem einen ein Panel laufen zu lassen und mit der TV-Karte aufzunehmen, und auf dem anderen ein anderes Panel rudimentÃ¤r zu verfolgen. Ich switche immer mal zwischen den Panels, womit gewÃ¤hrleistet sein sollte, wie beim Lotto, dass ich keinen Hauptgewinn lande und garantiert das Wichtigste verpasse. All die bahnbrechenden Initiativen, grandiosen IdeenÂ und umwÃ¤lzenden BeschlÃ¼sse.</p>
<p>Nein, jetzt ganz ernsthaft: Es ist eine Schande, dass dieser Kongress, der erste seit 15 Jahren!, auf drei Tage gequetscht wird, von den Zugangsrestriktionen, fÃ¼r die die dÃ¤nischen Gastgeber nicht verantwortlich sind, ganz abgesehen.</p>
<p>Dieser Kongress hÃ¤tte meinetwegenÂ auf vier oder fÃ¼nf Tage verteilt werden sollen, wenn die Themen wirklich so wichtig sind. Dann hÃ¤tte man alle Themen, vielleicht auch die, die rausgelassen werden, ansprechen kÃ¶nnen und &#8211; dies mal eine Ãœberlegung fÃ¼r die PR-Abteilung des IOC, obgleich das nicht meine Aufgabe ist &#8211; hÃ¤tte Ã¼berdies eine weit umfangreichere Berichterstattung weltweit garantiert. Ich meine: Welchen Sinn macht dieser Ablauf? Ein Kongress am Tag nach dem 2016-Beschluss, der weltweit nachgearbeitet wird und die Schlagzeilen bestimmt. Ein Kongress am Wochenende, wo weltweit der Ligensport dominiert in den Medien, wo also kaum Platz ist fÃ¼r diese wirklich interessanten und wichtigen Themen (unabhÃ¤ngig davon, s. o., dass ich viele extrem wichtige Themen vermisse). Das ist nicht nur eine ungeschickte, sondern dumm-fahrlÃ¤ssige Planung. Eine Planung, die mÃ¶glicherweise vom Gedanken dominiert wird, dass man gar keine Berichterstattung wÃ¼nscht, die zu tief geht?</p>
<p>to be continued</p>
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		<title>Olympiasieger Rio de Janeiro: das IOC-Wahlergebnis</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 17:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der PrÃ¤sident schluchzt: Inzwischen hat sich Lula wieder gefangen und spricht, von TrÃ¤nen und Schluchzen unterbrochen, auf der Sieger-Pressekonferenz. Vorher hat NOK-PrÃ¤sident Carlos Nuzman die vergangenen vier Jahre minutiÃ¶s Revue passieren lassen, aufgewÃ¼hlt, bis Rogge ihm zuflÃ¼sterte: Lass PrÃ¤sident Lula auch mal was sagen! Nach einer Weile reiÃŸt Lula den ersten Witz. Er sagt, Obama [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der PrÃ¤sident schluchzt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5395" title="Lula weint, Rio gewinnt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/lula-weint.jpg" alt="" width="500" height="362" /></p>
<p>Inzwischen hat sich Lula wieder gefangen und spricht, von TrÃ¤nen und Schluchzen unterbrochen, auf der Sieger-Pressekonferenz. Vorher hat NOK-PrÃ¤sident Carlos Nuzman die vergangenen vier Jahre minutiÃ¶s Revue passieren lassen, aufgewÃ¼hlt, bis Rogge ihm zuflÃ¼sterte: Lass PrÃ¤sident Lula auch mal was sagen!</p>
<p>Nach einer Weile reiÃŸt Lula den ersten Witz. Er sagt, Obama und Zapatero seien seine guten Freunde, den japanischen Premier aber kenne er leider noch nicht so gut:</p>
<blockquote><p>Denn das Problem ist: In Japan sagst Du &#8220;guten Morgen&#8221; zum einen Premierminister &#8211; und &#8220;gute Nacht&#8221; zu dessen Nachfolger. Die wechseln da so oft.</p></blockquote>
<p>Den Host City Contract haben sie inzwischen unterschrieben. Der Deal ist unter Dach und Fach:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5396" title="host-city-contract" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/host-city-contract.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Hier sind die Protokolle der drei WahlgÃ¤nge. FÃ¼r mich auf den ersten Blick am interessantesten, dass Madrid und der alte Samaranch eine konstante Stimmenzahl haben. Es sind jene Stimmen, von denen ich immer gesprochen habe.</p>
<p>Runde 1:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5390" title="Wahl 2016, Runde 1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/2016-1.jpg" alt="" width="500" height="618" /></p>
<p>Runde 2:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5391" title="Wahl 2016, Runde 2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/2016-2.jpg" alt="" width="500" height="581" /></p>
<p>Finale:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5392" title="Wahl 2016, Runde 3" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/2016-3.jpg" alt="" width="500" height="532" /></p>
<p>Mehr gibt&#8217;s hier, <a title="Spon: Wie sich SÃ¼damerika die Spiele sichern konnte" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,652963,00.html" target="_blank">mein Beitrag auf Spiegel-Online</a>.</p>
<p>Boa noite!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2016: Rio gewinnt, Ohrfeige fÃ¼r Obama</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 14:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich setze mit der Abstimmung fort. Die PrÃ¤sentationen gibt es hier. Gerade hat IOC-Chef Jacques Rogge die Kollegen gemahnt: &#8220;Dont leave the room! This is not the end of the session by far. Please stay in the room!&#8221; Da wollten wohl einige ausbÃ¼chsen. Sie sollen aber nun Marokkos Sportministerin Nawal El Moutawakel lauschen, Chefin der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich setze mit der Abstimmung fort. Die PrÃ¤sentationen <a title="Olympia 2016, die PrÃ¤sentationen ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5301" target="_self">gibt es hier</a>. Gerade hat IOC-Chef Jacques Rogge die Kollegen gemahnt:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Dont leave the room! This is not the end of the session by far. Please stay in the room!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Da wollten wohl einige ausbÃ¼chsen. Sie sollen aber nun Marokkos Sportministerin Nawal El Moutawakel lauschen, Chefin der Evaluierungskommission. Sie trÃ¤gt also noch einmal ihre Papiere vor, die keine Rangfolge ermittelt und somit emotionale und politische Entscheidungen ausdrÃ¼cklich forcieren.</p>
<p>Sie sagt u.a.:</p>
<blockquote><p>&#8220;Thank you for the privilege that you granted me!&#8221;</p></blockquote>
<p>Was mich irritiert: Bei der Sondersitzung im Juni lag den IOC-Mitgliedern der Evaluierungsbericht noch nicht vor. Er kam tatsÃ¤chlich erst im September heraus. Der Bericht selbst hat, im Gegensatz zu frÃ¼heren Berichten, kein Erstellungsdatum. Selbst Leute aus dem Circuit haben so getan, als liege der Bericht schon lÃ¤nger vor. Eine WidersprÃ¼chlichkeit mehr, ich fasse es nicht.</p>
<p>Kaffeepause im IOC. Um 16.50 Uhr dÃ¼rfen nur die IOC-Mitglieder wieder in den Saal, nicht aber die Vertreter der Internationalen VerbÃ¤nde. Dann geht&#8217;s richtig los. Hier noch einmal die Abstimmung, die noch wenige Minuten geschaltet ist:</p>
<p>Kurz zum Procedere:</p>
<ul>
<li>Es entscheidet die absolute Mehrheit.</li>
<li>In jedem Wahlgang, bis diese Mehrheit hergestellt ist, fliegt die Stadt mit den wenigsten Stimmen raus.</li>
<li>Es gibt derzeit 106 IOC-Mitglieder, der KorruptionskÃ¶nig <a title="tag: Kun Hee Lee" href="http://jensweinreich.de/?cat=1439" target="_blank">Kun Hee Lee</a> hat nur eingeschrÃ¤nkte Rechte. Also dÃ¼rften nur 105 stimmen. Rogge wÃ¤hlt nie. Diallo und Koivu fehlen entschuldigt. Die Mitglieder, deren Nationen/StÃ¤dte noch im Rennen sind, dÃ¼rfen im ersten Wahlgang ebenfalls nicht wÃ¤hlen: DeFrantz, Easton (USA), Igaya, Okano (Japan), Hevelange, Nuzman (Brasilien), Samaranch Junior (Spanien).</li>
<li>Bleiben: 95 Stimmen in Wahlgang eins.</li>
<li>Zum Sieg benÃ¶tigt man im ersten Wahlgang 48 Stimmen.</li>
</ul>
<p>Der formidabel-langweilige IOC-Generaldirektor Urs Lacotte schlÃ¤felt der Versammlung die Regularien vor. Zum Wahlsystem habe ich unlÃ¤ngst mal einen <a title="The IOC, the bidding race and the question of an democratic, free and secret voting system" href="http://jensweinreich.de/?p=4657" target="_self">englischen Beitrag</a> gedichtet.</p>
<p><strong>17.24 Uhr:</strong> Chicago ist drauÃŸen. Rogge stockte die Stimme.</p>
<p><strong>17.27 Uhr:</strong> Tokio drauÃŸen.</p>
<p><strong>17.32 Uhr:</strong> &#8220;The election is over&#8221;, sagt Rogge. Und er hat bald ein politisches Problem.</p>
<p>Ich frage mich, warum die Amis einen schwarzen, demokratischen PrÃ¤sidenten haben. Das IOC hat jedenfalls nichts davon bemerkt und auch nichts goutiert. 2005 flog New York (mit Hillary) in der ersten Runde raus, wenn ich mich recht erinnere, diesmal Chicago (mit Barack).</p>
<p>Ich sag&#8217;s mal so: Rio und Madrid sind im Finale, also diejenigen, die ich zuletzt immer auf den Favoritenthron gehoben habe. Monatelang Madrid, seit kurzem Rio. Mir schien nur diese absolute Gewissheit, die hier verbreitet wird, in favour of Rio immer etwas verwegen. Ich kann es nicht recht begrÃ¼nden, nur mit einem sportpolitischen GespÃ¼r oder von mir aus mit Aberglauben. Das schien mir PLÃ–TZLICH alles zu klar. Wier werden sehen. Eins ist nur klar: Samaranch, Havelange, Latinofraktion. Die alte Garde &#8211; mit neuen SprÃ¼chen (falls Rio gewinnt: Transformation! Weitsicht! Historisch! Lebensfreude!)</p>
<p>Habe doch gestern in Texten und heute im Blog nochmal erwÃ¤hnt: 76 Mitglieder (mit Kun Hee Lee) kamen bis 2001 ins IOC &#8211; also in der Samaranch-Ã„ra. Wobei Havelange noch zwei Jahre lÃ¤nger als Samaranch Mitglied ist. Was nur wichtig ist: 76 von 106 (wieder mit Kun Hee Lee gezÃ¤hlt).</p>
<p>Dieses IOC ist noch das IOC von Samaranch, nicht von Rogge. Denn, zum Beispiel, die ersten Sportler wie Roland Baar, die 1999 nach der &#8220;Reform&#8221; reinkamen, sind ja lÃ¤ngst wieder verschwunden. AuÃŸer Bubka, dessen achtjÃ¤hrige Sportler-Mitgliedschaft verganges Jahr abgelaufen ist &#8211; er wurde von Rogge sofort zum persÃ¶nlichen Mitglied gemacht. Und Bubka ist einer der alten Garde.</p>
<p>An die NBC-Kiste habe ich lange nicht mehr geglaubt und das kÃ¼rzlich auch erwÃ¤hnt. SpÃ¤testens seit Ebersol in Denver erzÃ¤hlt hat, dass er ganz gut auch mit Rio leben kÃ¶nne.</p>
<p>Noch ein Hinweis auf eine Frage, die ich kÃ¼rzlich in den Kommentaren auftauchte, als ich Jean-Marie Weber in Kopenhagen mit Havelange erwÃ¤hnte und mit Samaranch und meinen Handschlag mit dem IOC-EhrenprÃ¤sidenten: Jean-Marie Weber berÃ¤t und arbeitet fÃ¼r OCA (Scheich Ahmad Al-Sabah), die CAF (Issa Hayatou), die IAAF (Lamine Diack) und andere. Also unter anderem fÃ¼r die Asian Games, die Afrika-Meisterschaften im FuÃŸball und die Leichtathletik-Vermarktung inkl. der Weltmeisterschaften. Ausgebucht.</p>
<p>Ach ja, das Ergebnis unserer kleinen Abstimmung:</p>
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<p>Ich den Kommentaren werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich heute noch nicht auf diesen Beitrag verwiesen habe: &#8220;<a title="Wie sicher ist das Elektronische Wahlsystem des IOC?" href="http://jensweinreich.de/?p=4657" target="_self">The IOC, the bidding race and the question of a secret, democratic election</a>&#8220;. Stimmt. Und weil ja nun Samaranch und Havelange ganz vorn sind, spreche ich fÃ¼r diesen Beitrag einfach mal einen Lesebefehl aus. Die Frage lautet:</p>
<p><strong>Wie sicher, wie glaubwÃ¼rdig ist das Elektronische Wahlsystem des IOC?</strong></p>
<p>Wenn ich schon dabei bin, es ist noch Zeit, den gesamten Text zu lesen, bis der Sieger verkÃ¼ndet wird:</p>
<blockquote><p>Several IOC members, talking to me under the condition of anonymity, have raised questions about the election system. They have criticized the so called Electronic Voting System (EVS) which was introduced by the IOC at the 111<sup>st</sup> Session in 2000 in Sydney.Â </p>
<p>â€œThe principal reason for its introduction was to save timeâ€?, declares the IOC Press Office. â€œA manual round of voting and then counting of ballots took at least 30 minutes. Thus in a vote for the election of a Host City with 5 finalists, you could have up to 4 rounds of vote, thus over 2 hours of time.â€?Â </p>
<p>But, where is the problem? Is it inappropriate to spend â€œtwo hours of timeâ€? in a democratic election after an extensive and expensive worldwide competition?</p>
<p>I understand that there has been no official demand by IOC members so far to change the voting system in Copenhagen. But there has always been a discussion.Â </p>
<p>Do official IOC documents provide sufficient information about important Host City elections and give clear guidance?</p>
<p>Rule 34.3.2 of the <a title="The Olympic Charter" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_122.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">Olympic Charter</span></a> only states:</p>
<p>â€œThe election of the host city takes place after the Session has considered the report by the Evaluation Commission.â€?Â </p>
<p>In its â€œ<a title="2016 Candidature Precedure and Questionnaire" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1318.pdf" target="_blank"><span style="color: #6b8e23;">2016 Candidature Procedure and Questionnaire</span></a>â€? the IOC administration declares:</p>
<p>1.1.12 Election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016</p>
<p><strong>The IOC members vote in secret ballot.</strong> The ballot will have as many rounds as necessary in order for one city to gain a majority of votes. After each round of voting, the city with the least number of votes is eliminated.</p>
<p>But what exactly is a secret ballot?Â </p>
<p>There seems to be a lack of definition in the Olympic Charter.</p>
<p>The two main questions are:Â </p>
<ol>
<li><strong>Is the Electronic Voting System (EVS) to be considered as a â€œsecret ballotâ€??</strong></li>
<li><strong>Is the EVS to be considered as a democratic election?Â </strong></li>
</ol>
<p>Within the European Union, and Denmark is part of the EU, it is being debated whether electronic voting systems are generally democratic or not.</p>
<p>With respect to the Electronic Voting System there is another irritating point:</p>
<p><strong>The IOC doesnâ€™t make any difference between procedural decisions and important elections.</strong> â€œWe use the same EVS system for all electronic votes. Of course some votes are taken by a show of handsâ€?, declares the Press Office.Â </p>
<p>In comparison to the IOC practice the FÃ©dÃ©ration Internationale de Football Association (FIFA) prefers a fundamentally different approach. Nicolas Maingot, Head of FIFAâ€™s Media Department explains:Â </p>
<p><strong>â€œFirst and foremost, it is essential to make the difference between decisions and elections. FIFA uses the Electronic Voting System for decisions, not for elections.â€?</strong></p>
<p>FIFA has established the EVS at its 55<sup>th</sup> Congress 2005 in Marrakech. â€œThe EVS proved to be an efficient, reliable and tamper-proof tool to faster and easier conduct a voting at the FIFA Congressâ€?, says Mr Maingot and repeats:</p>
<p>â€œThe EVS is only a voting and not an election system. Elections are still conducted with traditional polling booths. Except for the cases when the FIFA President is elected by acclamation as decided by the 57<sup>th</sup> FIFA Congress in 2007.â€?Â </p>
<p><strong>What about the results of electronic elections?</strong>Â </p>
<p>â€œThe results are archived at the IOC and stored indefinitelyâ€?, informs the IOC Press Department. â€œNobodyâ€? is allowed to see the voting results by name (by IOC member), says the statement:</p>
<p><strong>â€œIt is a secret ballot. With the system, it is impossible to know what each member voted for.â€?</strong></p>
<p>There is only one difference: â€œWith respect to the vote on the inclusion of Sports in the Olympic programme a notary is involved with respect to the sealing and maintaining of the votes.â€?Â </p>
<p>In comparison, FIFA describes its storage system as follows: â€œRegarding EVS, the results are being stored in a safe within the Home of FIFA for the duration of usually ten years. Regarding elections, the ballot papers are kept by the notary public. He/she notarises the correct process of the election and keeps the relevant papers with him/her.â€?Â </p>
<p>To the question how many FIFA officials are allowed to see the voting results by name, Mr. Maingot replies: â€œIn principle, all delegates are allowed to look at the detailed result if they wish to. This applies only to polls, not to elections which are secret.â€?</p>
<p>The IOC administration says: â€œThe IOC is fully satisfied with the current situation. Note that we always have as a backup the manual voting system if the EVS was to fail or if sufficient members were to request for a manual vote.â€?</p>
<p>I understand that it is up to the IOC members to request a secret ballot with traditional polling booths at the Copenhagen Session.</p></blockquote>
<p>NatÃ¼rlich hat kein IOC-Mitglied ein sauberes Verfahren verlangt. Auch nicht die, die das bestehende Verfahren mir gegenÃ¼ber kritisiert haben. Das hÃ¤tten Samaranch und Havelange ja bemerkt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2016, die PrÃ¤sentationen: &#8220;Obama arrived&#8221;, &#8220;the world would be a better place&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 06:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Der Server macht offenbar nicht so mit, es gibt Probleme bei der Darstellung der Seite, was auch daran liegen kann, dass die vielen Bilddateien zu groÃŸ sind. Ich mache einige Fotos kleiner oder nehme sie raus. Bei mir lÃ¤uft es auf Firefox ordentlich, im Explorer fast gar nicht.) Setzen wir doch die Abstimmung fort &#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>(Der Server macht offenbar nicht so mit, es gibt Probleme bei der Darstellung der Seite, was auch daran liegen kann, dass die vielen Bilddateien zu groÃŸ sind. Ich mache einige Fotos kleiner oder nehme sie raus. Bei mir lÃ¤uft es auf Firefox ordentlich, im Explorer fast gar nicht.)<br />
</em></p>
<p>Setzen wir doch die <a title="Olympia 2016: Einer wird gewinnen!" href="http://jensweinreich.de/?p=5286" target="_self">Abstimmung fort</a> &#8230;</p>
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<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5304" title="Ankunft Obama CPH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/obama-cph.jpg" alt="" width="500" height="393" /></p>
<p>So Freunde, es ist soweit. &#8220;URGENT: OBAMA ARRIVED&#8221;, meldet AFP gerade. Wird aber auch Zeit. In einer halben Stunde beginnen die PrÃ¤sentationen der Olympiabewerber fÃ¼r 2016. Das ist sein Plan heute:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5305" title="Obama CPH schedule" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/obama-schedule.jpg" alt="" width="500" height="409" /></p>
<p>Ich sitze im Bella Center und werde ein bisschen live mitbloggen bis heute Abend. Nebenbei lÃ¤uft das Netbook und zeichnet die Aufnahmen des dÃ¤nischen Fernsehen und der IOC-Veranstaltung auf. Ist also fÃ¼r alles gesorgt. Kaffee gibts auch. Viel VergnÃ¼gen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5302" title="1002075610dvb-tbella-center-ch1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/1002075610dvb-tbella-center-ch1.jpg" alt="" width="500" height="344" /></p>
<p><strong>8.48 Uhr:</strong> Chicago beginnt. Rogge hat nur zwei SÃ¤tze gesagt, das First Couple begrÃ¼ÃŸt. Ab gehts. ZunÃ¤chst spricht Anita DeFrantz, die 2001 mal IOC-PrÃ¤sidentin werden wollte. &#8220;Sweet home, Chicago&#8221;. Das Ã¼bliche Video mit glÃ¼cklichen Menschen, Rock und professionellen Super-Slomos. Der neue USOC-PrÃ¤sident Larry Probst macht den Larry, er verbeugt sich verbal vor dem IOC und verspricht, <a title="tag: USOC" href="http://jensweinreich.de/?s=usoc" target="_self">sÃ¤mtliche Geld-Diskussionen</a>, die die Szene seit langem bestimmen, aufzulÃ¶sen. Er nennt keine Zahlen, sprichtÂ von einer &#8220;new foundation of friendship and trust&#8221;. Ob sie das glauben?</p>
<p>BÃ¼rgermeister Richard Daley, seit 20 Jahren im Amt (Weihnachten 2010 hÃ¤tte er den BÃ¼rgermeister-Rekord von 21 Jahren seines Vaters geknackt) verspricht das Blaue vom Himmel. Aber:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Chicago machen wir nicht nur Versprechen. Wir handeln!&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>8.57 Uhr:</strong> Jetzt kommen die Kinder. Wie immer. Verschiedene NationalitÃ¤ten, bestimmt gleich auch verschiedene Sprachen.</p>
<p>Bewerberchef Pat Ryan bezeichnet IOC-Mitglieder als Volunteers, die die Welt besser machen wollen. Yep! So muss man reden. Das kommt an. Das wird erwartet.</p>
<p>Ich muss sagen: Sie machen das gut. Sie sind jetzt schon gut und fÃ¼r ihre VerhÃ¤ltnisse anrÃ¼hrend &#8211; dabei hat Barack noch gar nicht gesprochen. Der beste Auftritt von Chicago, den ich in diesem Jahr gesehen habe.</p>
<p>Ryan sagt den Olympiern: Shopping-Malls sind so gut wie in Paris, London und New York &#8211; und vor allem: nur einen FuÃŸmarsch vom IOC-Hotel! &#8220;Bringt eure Kinder und Enkel mit!&#8221; Zum Einkaufen.</p>
<p>Bryan Clay, ein kluger Zehnkampf-Olympiasieger, spricht Ã¼ber Dopingkontrollen und seinen Tagesablauf.</p>
<p>Jetzt spricht Doug Arnot, einer der Architekten der Bewerbung, altgedienter FunktionÃ¤r. Er beginnt in FranzÃ¶sisch. Das ist wichtig. Es muss immer mal eine der anderen IOC-Sprachen benutzt werden. GehÃ¶rt zum Regelwerk. Rogge hat bei seiner BegrÃ¼ÃŸung auf der Session gestern im Opernhaus Englisch begonnen, das letzte Drittel dann war FranzÃ¶sisch. Oh, Arnot wechselt wieder die Language :)</p>
<p>Jetzt spricht der Mann, der es lÃ¤ngst aufgegeben hat, sich darÃ¼ber zu Ã¤rgern, dass fast jeder Journalist seinen Namen falsch schreibt: Volleyball-Olympiasieger und ehemaliger IOC-Athletensprecher Bob CTVRTLIK.</p>
<p>Oops, Google-Boss Eric Schmidt mit einer Video-Botschaft. Die olympische Bewegung ist modern! Das werden sie auch ab morgen beim Olympischen Kongress behaupten. CTVRTLIK: true partners, shoulder on shoulder with the olympic movement! Yep!</p>
<p><strong>9.20 Uhr:</strong> Michelle spricht. &#8220;I am honored to be here!&#8221; Sie erzÃ¤hlt, was sonst, ihre Geschichte als Chicago-Kid. &#8220;I am dreaming of an Olympic and Paralympic Games &#8230;&#8221;</p>
<blockquote><p><strong>I am asking you to choose Chicago. I am asking you to choose America. I am not asking as the First Lady. I am asking as a citizen of Chicago, as a daugther, as a mother &#8230;&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>My dad was my hero, sagt sie. Ihr aktueller Held kommt gleich. Dann stellt sie ihren husband vor.</p>
<p><strong>9.27 Uhr:</strong> Jetzt spricht er. Amerika is ready. Und erwÃ¤hnt seinen Vater vom afrikanischen Kontinent, wie er sagt. Oops, war das jetzt ziemlich dÃ¤mlich? Er sagt den IOC-Mitgliedern: Sie haben Michelle die letzten Tage kennengelernt, finden sie nicht auch, dass sie ein USP (unique selling point) fÃ¼r Chicago ist?</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We can make it. If we try! That is not only the american dream. That is the olympic spirit!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Im Pressezentrum ist es Ã¼brigens seit 9.27 Uhr mucksmÃ¤uschenstill.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5330" title="Barack Obama, IOC Session CPH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/obama-session2.jpg" alt="" width="500" height="380" /></p>
<p>Jetzt sagt er etwas, was in diesen Kreisen kaum jemand sagt: Niemand erwartet, dass Olympia alle Probleme lÃ¶st. Und das war klar: Jetzt erwÃ¤hnt er die Novembernacht 2008, in der Amerika den Glauben in die Demokratie wiedergewonnen habe.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I urge you to choose Chicago. I urge you to choose America!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><span id="more-5301"></span>Q &amp; A session. Es dÃ¼rfen IOC-Mitglieder, IF-PrÃ¤sidenten und NOK-Vertreter fragen. Keine Fragen vom IOC, nicht mal von Albert von Monaco, der eigentlich immer fragt. Doch, Sergej Bubka will was Ã¼bers zusÃ¤tzliche Olympische Dorf fÃ¼r Radsportler an der University of Wisconsin wissen.</p>
<p>Na klar, Albert. Er spricht blÃ¶derweise nicht ins Mikrofon, weshalb man kaum was versteht. Redet wohl Ã¼ber den Unterschied zwischen Behauptungen in Bewerberbuch und mÃ¶glichen Ã„nderungen, sollten sie die Spiele bekommen. Komische Frage. Macht doch jeder. Dass er es fragt, zeigt wohl, dass er Chicago nicht mag.</p>
<p>Wichtig Ã¼brigens: Man muss sich fÃ¼r jede Frage bedanken. Und fÃ¼r die weisen RatschlÃ¤ge des IOC. Immer! Am besten man mach es so wie Bob CTVRTLIK. Der sagte:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Thank you, your Royal Highness! Thank you for this excellent question!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Arne Ljungqvist fragt nach der MÃ¶glichkeit, 2016 polizeiliche Ermittlungen in Dopingangelegenheiten zu fÃ¼hren und die Infos mit dem IOC zu teilen. Ryan: &#8220;The answer is absolutely yes.&#8221;</p>
<p>Obama beteiligt sich an der Diskussion. Verspricht volle UnterstÃ¼tzung von White House und State Department. Alle Besucher sollen sich wohl fÃ¼hlen. Samih Moudallal aus Syrien hatte wohl Zweifel.</p>
<p>Rogge sagt das, was er immer sagt und Ã¼berreicht ein Diplom: Sie kÃ¶nnen stolz sein auf das, was sie bisher erreicht haben &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5331" title="Jacques Rogge, Barack Obama" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/diplom-barack.jpg" alt="" width="500" height="377" /></p>
<p>Abmarsch First Couple. HÃ¤ndeschÃ¼tteln. Wer in der ersten Reihe sitzt, wird von Barack und Michelle kurz begrÃ¼ÃŸt. In der Schnelle habe ich erkannt: GrÃ¼ÃŸe an Prinzessin Anne, Phil Coles, Kevin Gosper, JoaoÂ Havelange, Witali Smirnow, Franco Carraro, Ivan Dibos, Prinz Albert, Anton Geesink, Ching-KuoÂ Wu und Walther TrÃ¶ger.</p>
<p><strong>10.27 Uhr:</strong> Tokio. Aber erstmal die Olympische Hymne.</p>
<p>Die 15jÃ¤hrige Turnerin Resa Mishina sagt, dass sie kein Staatschef ist. Eine Spitze in Richtung Obama? Resa fÃ¼hrt offenbar durch das Programm. Sie spricht Ã¼ber die Uweltprobleme der Menschheit, sogar Ã¼ber Doping. Wir wissen ja, Olympia kann <a title="FTD vom 30. September 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:olympia-2016-dabei-sein-reicht-gar-nicht/50016883.html?page=2" target="_self">all diese Probleme lÃ¶sen</a> &#8211; <a title="Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen" href="http://jensweinreich.de/?p=5260" target="_self">die Retter der Welt</a>! GemÃ¤ÃŸ der Olympischen Charta, die ersten beiden &#8220;fundamentalen Prinzipien&#8221; lauten:</p>
<ul>
<li>Olympism is a philosophy of life, exalting and combining in a balanced whole the qualities of body, will and mind. Blending sport with culture and education, Olympism seeks to create a way of life based on the joy of effort, the educational value of good example and respect for universal fundamental ethical principles.</li>
<li>The goal of Olympism is to place sport at the service of the harmonious development of man, with a view to promoting a peaceful society concerned with the preservation of human dignity.</li>
</ul>
<p>&#8220;Make the world a better place&#8221;, sagt auch Premierminister Yukio Hatoyama.</p>
<p>Oops, nicht dass die jetzt Bilder aus Pearl Harbor zeigen.</p>
<p>Nein, zwar schwarz-weiÃŸ Aufnahmen, aber nicht aus World War II.</p>
<p>Tokios Gouverneur spricht von einem See-Forest und von neuen Spielen im 21. Jahrhundert. Dabei ist der Klimagipfel in Kopenhagen doch erst im Dezember. Haben die sich im Termin geirrt?</p>
<p>Nein, er kennt den Termin. Er erwÃ¤hnt tatsÃ¤chlich die Klimakonferenz. Die spinnen, die Japaner.</p>
<p>Na bitte. auch Bewerberchef Ichiro Kono wechselt vom Englischen ins FranzÃ¶sische. Harte Ãœbung, aber es muss sein. Er atmet krÃ¤ftig durch und erhÃ¤lt Beifall. Er hat Ã¼brigens gerade ausfÃ¼hrlich die finanziellen Garantien erwÃ¤hnt, ein Thema, das die Amis elegant umschifften. Sprach den Premier direkt an, zudem hat Tokios Gouverneur einen Olympia-Fond von 4 Milliarden Dollar aufgelegt. Wo die nur das Geld her haben?</p>
<p><strong>11.06 Uhr:</strong> Bin ich ungerecht, wenn ich sage, dass ich diese PrÃ¤sentation langweiliger und pathetischer finde, als die der Amerikaner? Es nervt.</p>
<p>Fragerunde. Wieder Arne Ljungqvist und Albert. Die Frage nach dem Fischmarkt habe ich nicht verstanden. Kono antwortet aber darauf. Ich vermute nicht, dass Albert gefragt hat, ob ich 2016 als Reporter in Tokio auch gutes Sushi bekommen wÃ¼rde. Das wÃ¤re garantiert. Nun gibt es das Diplom fÃ¼r den Gouverneur Shintaro Ishihara.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5342" title="Rogge Diplom Tokio Gouverneur" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/rogge-diplom-tokio.jpg" alt="" width="500" height="293" /></p>
<p>Pause. Um 12.05 Uhr kommt Rio, bitte vormerken. Bis dahin bleibt Zeit fÃ¼r LektÃ¼re:</p>
<ul>
<li>Mein Dossier in der aktuellen Financial Times: &#8220;<a title="FTD vom 2. Oktober 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:agenda-olympischer-ringkampf/50018039.html" target="_blank">Olympischer Ringkampf</a>&#8220;</li>
<li>Mein Beitrag fÃ¼r Spiegel-Online: &#8220;<a title="SpOn vom 1. Oktober 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,652538,00.html" target="_blank">MÃ¶ge der Dreistere gewinnen</a>&#8220;</li>
<li>JÃ¶rg Winterfeldt in der Welt: &#8220;<a title="Die Welt vom 2. Oktober 2009" href="http://www.welt.de/die-welt/sport/article4705693/Die-Obamas-laecheln-fuer-Olympia.html" target="_blank">Die Obamas lÃ¤cheln fÃ¼r Olympia</a>&#8220;</li>
<li>Evi Simeoni in der FAZ: &#8220;<a title="FAZ vom 2. Oktober 2009" href="http://tinyurl.com/yjw6c2w" target="_blank">Obamas Liebeswerben</a>&#8220;</li>
<li>Auch nett: Rainer Seele Ã¼ber die Copyright-Frage der Olympischen Jugendspiele: &#8220;<a title="FAZ vom 2. Oktober 2009" href="http://tinyurl.com/ygc58dh" target="_blank">Wer hat&#8217;s erfunden?</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Wer hier lesen will, mein FTD-Text in OriginallÃ¤ngeÂ (kann mich nie an Vorgaben halten :) unredigiert:</p>
<blockquote><p>Es war eine kurze Nacht fÃ¼r Paulo Coelho. Seine Augen sind arg verquollen. â€žIch kann noch keinen Gedanken fassen&#8221;, sagt er. Was tut man nicht alles, wenn die Heimat ruft. Coelho, der Bestsellerautor, hilft gern. Er war schon im vergangenen Jahr zugegen, als Brasilien vom FuÃŸball-Weltverband (Fifa) die Weltmeisterschaft 2014 zugesprochen wurde. In Kopenhagen geht es nun um die Olympischen Spiele 2016, um die auÃŸer Rio de Janeiro noch Chicago, Tokio und Madrid buhlen.</p>
<p>Paulo Coelho trinkt seinen Kaffee im Stehen und verschlingt ein Croissant. Gleich muss er los ins Nimb-Hotel, wo Brasiliens PrÃ¤sident Lula logiert. Coelho trifft dort die besseren HÃ¤lften von etwa 70 IOC-Mitgliedern. Er wird den Frauen viel erzÃ¤hlen Ã¼ber seine Heimat, Ã¼ber sein aufregendes Leben, weniger Ã¼ber die Bedeutung Olympischer Spiele fÃ¼r Brasilien. Wenn, dann wird er es elegant formulieren.</p>
<p>Coelhos Schriftsteller-Kollege Nelson Rodrigues hat das brasilianische MinderwertigkeitsgefÃ¼hl einmal mit der Metapher vom StraÃŸenkÃ¶ter beschrieben. â€žDer Brasilianer muss sich klar werden, dass er kein StraÃŸenkÃ¶ter ist&#8221;, formulierte Rodrigues. Der StraÃŸenkÃ¶ter &#8211; das steht fÃ¼r den mangelnden Glauben an sich selbst, fÃ¼r Erniedrigung, fÃ¼r mangelndes Selbstbewusstsein. â€žStraÃŸenkÃ¶ter sein oder nicht sein, das ist die Frage.&#8221; Diesen Gedanken nahm auch PrÃ¤sident Luiz InÃ¡cio Lula da Silva unmittelbar nach seiner Ankunft in Kopenhagen auf. Er sprach von einem â€žmagischen Moment&#8221; fÃ¼r sein Land. â€žJahrhundertelang haben wir nur darÃ¼ber geredet, was wir nicht kÃ¶nnen. Jetzt sind wir selbstbewusst und sprengen wir unsere Grenzen!&#8221;</p>
<p>So reden Politiker. Und was macht Paulo Coelho? Er signiert seine Werke fÃ¼r die Frauen der IOC-Mitglieder. Er hat BÃ¼cher in Dutzenden Sprachen dabei. Die Gattin des IOC-Granden Witali Smirnow etwa erfreut er mit einer russischen Ãœbersetzung. Arabische Ausgaben bietet er ebenfalls. â€žEine tolle Idee, nicht?&#8221; sagt Coelho, lacht und dreht ab in Begleitung eines sÃ¼ndhaft teuren PR-Agenten aus London. Mike Lee, Inhaber der Firma Vero Communications, hat vor vier Jahren in Singapur schon Cherie und Tony Blair gecoacht, als London Olympiastadt 2012 wurde. Er macht, soweit sich das Ã¼berblicken lÃ¤sst, in Kopenhagen den besten Job aller vier Bewerber.</p>
<p>Ist es vorstellbar, dass am Abend vor der Wahl ein paar Dutzend IOC-Mitglieder den Berichten ihrer Frauen vom Damenprogramm mit Paulo Coelho lauschen und sich davon beeinflussen lassen? Das wÃ¤re etwas simpel. Doch die Sache ist die: Man darf nichts unversucht lassen. Die Episode verdeutlicht allemal, wie raffiniert Rios Bewerber vorgehen. Sie setzen eben nicht nur auf die politischen Schwergewichte. Sie sind bis 30 Stunden vor der Entscheidung die einzigen, die wirklich Emotionen wecken.</p>
<p>Der Aufmarsch an Staats- und Regierungschefs ist in Kopenhagen wieder gewaltig. Der Termin kÃ¶nnte auch als Gipfeltreffen durchgehen. US-PrÃ¤sident Barack Obama kommt nun doch, Lula war als erster vor Ort, neben Spaniens KÃ¶nig Juan Carlos, der am Mittwoch durch das IOC-Hotel Marriott schlenderte. Die Premierminister Yukio Hatoyama (Japan) und JosÃ© Luis RodrÃ­guez Zapatero (Spanien) kamen am Donnerstag. UN-GeneralsekretÃ¤r Ban Ki-Moon ist Ehrengast auf dem Olympischen Kongress. GeschÃ¤tzte hundert Minister, zwei Dutzend Prinzen und Prinzessinen &#8211; viele sind schon IOC-Mitglieder, DÃ¤nemarks Kronprinz Frederik wird es kommende Woche &#8211; sorgen fÃ¼r Promi-Alarm rund um das von meterhohen Metonbollern abgeschirmte Bella-Centre. FÃ¼r Kopenhagens Innenstadt wird am Freitag kurzzeitiges Verkehrschaos erwartet.</p>
<p>Es gilt als eine Art Grundgesetz der Branche, dass nur gewinnen kann, wer alles aufbietet. Die Sieger der letzten IOC-Entscheidungen beweisen die These: 2003 war Kanadas Premier Jean Chretien mit Vancouver (Winterspiele 2010) erfolgreich, 2005 Tony Blair mit London (Sommerspiele 2012) und 2007 Russlands damaliger PrÃ¤sident und heutiger Premier Wladimir Putin mit Sotschi (Winterspielen 2014).</p>
<p>Anders als Putin wird Obama wohl keine IOC-Mitglieder vor Ort zu persÃ¶nlichen GesprÃ¤chen treffen, auch wenn sich hartnÃ¤ckig das GerÃ¼cht hielt, er komme doch noch am Donnerstagabend. Diesen Job haben die First Lady Michelle Obama und die Talkshow-Queen Oprah Winfrey fÃ¼r Chicago Ã¼bernommen. Als die PrÃ¤sidentengattin am Mittwoch vom Secret Service durch seinen Seiteneingang ins Marriott geschleust wurde, gab sie im Blitzlichtgewitter ein staatstragendes Statement zum Besten: â€žEs gibt keine Siegesgarantie fÃ¼r uns, sondern noch viel zu tun. Deshalb werde ich jetzt mit den WÃ¤hlern sprechen.&#8221;</p>
<p>Es gibt viel zu tun fÃ¼r Michelle Obama. Die Rekordhalterin Cherie Blair hat vor vier Jahren in Singapur mit mehr als 70 IOC-Mitgliedern gesprochen. Das ist die Benchmark.</p>
<p>Traditionell werden derlei Wahlen erst in der letzten Nacht entschieden. LegendÃ¤r die Geschichte aus dem Jahr 1993, als Sydneys Bewerber wenige Stunden vor der IOC-Entscheidung zwei Mitglieder aus Kenia und Uganda zum Nachtmahl baten und mit den Herrschaften VertrÃ¤ge schlossen, die als Entwicklungshilfe deklariert worden. Sydney gewann kurz darauf mit 45:43 gegen Peking. So knapp war es zuletzt meistens: Sotschi siegte 2007 mit 51:47 IOC-Stimmen gegen Pyeongchang (SÃ¼dkorea). London 2005 mit 54:50 gegen Paris. Vancouver 2003 mit 56:53 ebenfalls gegen Pyeongchang &#8211; jene Stadt, gegen die MÃ¼nchen ab dem 15. Oktober um die Winterspiele 2018 kÃ¤mpft.</p>
<p>Im Detail ist es noch komplizierter, weil nach jedem Wahlgang der Bewerber mit der geringsten Stimmenzahl ausscheidet, bis jemand die absolute Mehrheit erreicht. Der Beste des ersten Durchgangs muss nicht zwangslÃ¤ufig Olympiasieger werden. Es ist nur wichtig, die erste Runde zu Ã¼berstehen und keine bÃ¶se Ãœberraschung zu erleben. Dies wissen auch Rios Bewerber.</p>
<p>Wohin die Stimmen der Ausgeschiedenen wandern, ist die groÃŸe Frage. Brasiliens PrÃ¤sident Lula hat schon vor Wochen erklÃ¤rt, Juan Carlos habe ihm die UnterstÃ¼tzung Madrids zugesichert, sollte die spanische Hauptstadt frÃ¼h ausscheiden. Mit Frankreichs Premier Nicolas Sarkozy vereinbarte Lula einen Ã¤hnlichen Deal: Die Grande Nation unterstÃ¼tze Rio.</p>
<p>Die Latino-Fraktion hÃ¤lt bei derlei Entscheidungen traditionell zusammen. Der 93 Jahre alte IOC Doyen Joao Havelange (Brasilien) und der 89-jÃ¤hrige IOC-EhrenprÃ¤sident Juan Antonio Samaranch (Spanien) haben mit diesem Stimmenpaket, zu dem auch die Russen und deren frÃ¼here Ostblock-Satelliten gehÃ¶ren, viele Jahrzehnte lang den Lauf der olympischen Dinge bestimmt. Nun aber treten sie gegeneinander an, zumindest in Runde eins.</p>
<p>Es sieht nicht mehr so gut aus um Madrids PlÃ¤ne, auch wenn Juan Antonio Samaranch Junior &#8211; IOC-Mitglied, Investmentbanker und Sohn des Altmeisters &#8211; weiter mÃ¤chtig wirbelt. Den Einfluss der Samaranchs sollte man nicht Ã¼ber-, aber erst recht nicht unterschÃ¤tzen und ins Reich der Fabel verbannen. Denn von den 105 aktuellen Vollmitgliedern wurden 69 in der PrÃ¤sidentschaft Samaranchs handverlesen aufgenommen! Sechs Mitglieder waren schon dabei, als 1980 die Ã„ra Samaranch begann, fÃ¼nf davon sind ParteigÃ¤nger des alten FÃ¼rsten.</p>
<p>Es wird zwar immer schwieriger, die Mitglieder BlÃ¶cken zuzuordnen, woran manche Bewerber verzweifeln. Andererseits dÃ¼rften gegen historisch verwurzelte Allianzen Tokio und Rio chancenlos sein. Ein Offizieller aus Tokio sagt im Vertrauen, man rechne mit dem Erstrundenaus und befÃ¼rchte nur 15 Stimmen. Selbst eine Frohnatur wie Masato Mizuno kann die Stimmung nicht aufhellen. Mizuno ist Chef des gleichnamigen Sportartikelkonzerns, der auch das IOC ausrÃ¼stet. Er liebt die olympische Bewegung und ist fÃ¼r seinen Spleen bekannt und allseits beliebt: Mizuno fotografiert sich mit allen und jedem, der seinen Weg kreuzt, sogar mit Journalisten. Die Fotos verschickt er auf herkÃ¶mmliche Weise per Briefpost mit einem persÃ¶nlichen Schreiben.</p>
<p>Eine der spannenden Fragen am Freitag lautet, ob die Amerikaner ihre Isolation brechen kÃ¶nnen. Wegen hartnÃ¤ckiger Arroganz, etlicher StÃ¼mpereien von FunktionÃ¤ren, wegen des langjÃ¤hrigen Streits um die Verteilung der IOC-Marketingeinnahmen und nicht zuletzt nach acht Jahren George W. Bush ist das sportpolitische Renommee der Amerikaner auf den Nullpunkt gesunken. Um die Olympiafinanzen toben gleich zwei heftige Debatten: Zum einen erhÃ¤lt das amerikanische Olympiakomitee (USOC) auf Grundlage eines steinalten Vertragswerks mehr Geld alle anderen 206 NOK zusammen. Nur mit MÃ¼he haben die NOKs und die 33 olympischen Sport-WeltverbÃ¤nde den Amerikanern im FrÃ¼hjahr einen Kompromiss und damit einige Millionen abgerungen. Zum anderen verlangt das IOC von allen Bewerbern staatliche Garantien, jedweden Verlust der Organisationskomitees zu Ã¼bernehmen. Erstmals will man den Amerikanern keine Ausnahme gestatten.</p>
<p>Tokio, Rio und Madrid sind argumentativ immer wieder auf das Thema eingegangen, das erst am Freitag wÃ¤hrend der PrÃ¤sentation von Obama geklÃ¤rt werden kann. StÃ¤ndig hat die Konkurrenz betont, dass in ihren LÃ¤ndern Milliarden keine Rolle spielen. FÃ¼r Olympia wird alles aufgeboten. Brasiliens PrÃ¤sident Lula behauptete am Donnerstagmorgen: â€žWir haben das Geld. Unsere Wirtschaft ist in Ordnung, wir sind von der Krise kaum betroffen. WÃ¤hrend anderswo die Arbeitslosigkeit steigt, haben wir allein 2009 rund eine Million ArbeitsplÃ¤tze geschaffen!&#8221;</p>
<p>Dass die Amerikaner doch immer wieder mit Olympischen Spielen versorgt wurden (zuletzt 1996 Atlanta und 2002 Salt Lake City), lÃ¤sst sich allein mit dem Einfluss der TV-Giganten und IOC-Sponsoren begrÃ¼nden. Noch immer generiert das IOC rund die HÃ¤lfte seiner Einnahmen &#8211; im aktuellen Vierjahres-Zyklus mehr als fÃ¼nf Milliarden Dollar &#8211; in den USA. Wenngleich der Anteil stÃ¤ndig sinkt. Und noch immer sind die amerikanischen Olympiarechte fÃ¼r 2014 und 2016 nicht vergeben. NBC-Sportchef Dick Ebersol, der seit 1995 mehr als sechs Milliarden Dollar in das Olympia-Business investiert hat, deutete mehrfach an, dass seine Anstalt auch gut mit einer Olympiastadt Rio leben kÃ¶nnte.</p>
<p>Achtmal wurden Olympische Spiele (Winter und Sommer) in den USA ausgetragen, betonen die Brasilianer nimmermÃ¼de. Doch noch nie in SÃ¼damerika. â€žGebt uns endlich die Spiele&#8221;, sagt Lula und lÃ¶st in Kopenhagen GelÃ¤chter aus: â€žErstmals wollen alle Brasilianer diese Spiele. Wir alle wollen Vater dieses Kindes sein!&#8221;</p>
<p>Auch Lula hat seinen Anteil daran, dass der Obama-Faktor im internationalen Sport reichlich verpufft ist. Denn Lula hat mit Ã¶ffentlichen Mitteln und UnterstÃ¼tzung brasilianischer Konzerne vor allem dort unter IOC-Mitgliedern gepunktet, wo sich die Amerikaner GroÃŸes erhofften: in Afrika, in Nahost. WÃ¤hrend Lula Olympia zur Chefsache machte, hatte Obama andere PrioritÃ¤ten. Der US-PrÃ¤sident zeigt nun im letzten Moment doch noch Flagge. Er riskiert in Kopenhagen seine bisher grÃ¶ÃŸte auÃŸenpolitische Niederlage.</p>
<p>Ausweichen aber konnte Obama nicht, hatte er doch schon im Juni 2008, damals noch PrÃ¤sidentschaftskandidat, in Chicago seinen WÃ¤hlern und BÃ¼rgermeister Richard Daley versprochen: â€žIch kann mir nichts GrÃ¶ÃŸeres vorstellen, als im Sommer 2016, am Ende meiner zweiten Amtszeit als PrÃ¤sident der Vereinigten Staaten, der Welt zuzurufen: Let the Games begin!&#8221; Die Menschen brÃ¼llten ihm entgegen: â€žYes, we can!&#8221;</p>
<p>Man kann diese Szene auf Youtube ansehen. Das Internet vergisst nichts. Und nun muss Obama dieses Versprechen einlÃ¶sen. Er kann eigentlich nur verlieren und wird von einem Mann bedrÃ¤ngt, den er selbst als groÃŸen Politiker bezeichnet: Luiz InÃ¡cio Lula da Silva.</p>
<p>Brasiliens PrÃ¤sident wirkt in Kopenhagen echt entspannt. Die drei Worte â€žYes, we can&#8221;, seien Nordamerikanern â€žschon immer leicht Ã¼ber die Lippen gekommen&#8221;, sinnierte Lula Ã¶ffentlich. â€žWir aber mussten das erst lernen.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>12.07 Uhr:</strong> Go, Rio, go! Oder wie immer das auf Portugiesisch heiÃŸt.</p>
<p>Oh Gott, JoÃ£o Havelange, der alte Haudegen und Freund von MilitÃ¤rdikaturenÂ (politisch verfÃ¤nglichere Begriffe spare ich mir aus rechtlichen GrÃ¼nden), der IOC-Doyen, erzÃ¤hlt von 1936. Da war er als Wasserballer (sic!) dabei. Gleich wird er sagen, dass Olympia noch nie in SÃ¼damerika stattgefunden hat. Irgendwie setzt Rio auch mit Havelange auf Emotion. Ich sage es nochmal: 75 von 106 Voll-MitgliedernÂ (minus Kun Hee Lee) sind bisÂ 2001Â vor und unter Samaranch ins IOC gekommen.</p>
<p>Auch Carlos Nuzman spricht zuerst FranzÃ¶sisch. Warum? Er und Havelange zeigen damit gleich, dassÂ sie fÃ¼r den nicht-englisch dominierten Teil der Welt sprechen.</p>
<p>Soll ich jetzt mal kurz den Korruptions-Index von Havelange und Nuzman ermitteln? Keine Zeit.</p>
<p>Auch Brasilien is ready to take the olympic movement forward! Er redet von transformation &#8211; das ist eins oder vielleicht DAS Leitmotiv.</p>
<p>Und, mein Gott, die KlÃ¤nge. Allerdings kann man mich nicht mehr mit der Copacabana locken, seit ich KaribikstrÃ¤nde gesehen habe. Sorry fÃ¼r diesen Luxus-Exkurs. (War auch ewig nicht mehr dort, tough times :(</p>
<p>Sehr lustig: Gouverneur Sergio Cabral sagt: &#8220;Our budget is public knowledge.&#8221; Schade, dass das nicht fÃ¼r Havelanges und Ricardo Teixeiras Konten gilt.</p>
<p>Cabral sagt auch: Es werde keine Olympia-Tax geben. Dann spricht er die KriminalitÃ¤t an. Wegen des Sports und der PanAm-Games 2007 habe sich schon vieles verbessert, sagt er. Eine Polizistin haben sie gleich mitgebracht, die fÃ¼r all die positiven results zustÃ¤ndig war, sagt er. Wie war das nochmal, was hatte der New Yorker gerade geschrieben?</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I guarantee you and every member of the Games family that we deliver secure Games!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Nun wieder Geld: Henrique Mereilles, Chef der Zentralbank. Er wird wieder sagen, dass Brasilien erstaunlicherweise nichts von der Wirtschafts- und Finanzkrise mitbekommen habe. 240 Mio Dollar-Olympiafond ist schon sicher, sagt er. Acht Prozent Wachstum, niedrigste Arbeitslosenrate (im Juli) aller Zeiten. Er wiederholt alles, was in den vergangenen Tagen gesagt wurde: Sie haben das grÃ¶ÃŸte Unterwasser-Ã–lfeld der Welt entdeckt. Brasilien ist die fÃ¼nftgrÃ¶ÃŸte Wirtschaftsmacht usw. usf.</p>
<blockquote><p>&#8220;Our budget is complete, transparent and totally guaranteed.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gibt es Transparency in Brasilien?</p>
<p>Jetzt BÃ¼rgermeister Eduardo Paes. Die FuÃŸball-WMÂ 2014Â ist das Sprungbrett fÃ¼r die Olympischen Spiele. Nun spricht er Spanisch &#8211; fÃ¼r alle Latinos.</p>
<p>Die <a title="IOC" href="http://www.olympic.org/" target="_blank">IOC-Webseite</a> prÃ¤sentiert sich Ã¼brigens in neuem Look.</p>
<p>Oh, ich vergesse es oft: Das Olympiastadion heiÃŸt &#8220;JoÃ£o Havelange Olympic Stadium&#8221;!</p>
<p>Jetzt stellen sie ihre Sportler vor. PelÃ©, den &#8220;IOC athlete of the century&#8221;, den &#8220;King of Football&#8221; etc. pp.</p>
<p>&#8220;Our great leader&#8221; kommt: Lula. Er spricht Portugiesisch. Ganz Brasilien steht hinter der Bewerbung, sagt er, ob an der Copa oder am Amazonas. Brasilian vereint die Farben der Olympischen Ringe.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Ich glaube ehrlich: Es ist Zeit fÃ¼r Brasilien! Wir sind die einzigen, die nie diese Ehre hatten. FÃ¼r die anderen wÃ¤re es nur einmal Olympia mehr. FÃ¼r uns ist es mehr. Es wird Zeit, diese Disproportion aufzuheben!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5355" title="Lula, IOC, Kopenhagen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/lula-ioc.jpg" alt="" width="500" height="390" /></p>
<p>Richten sie die Spiele endlich in SÃ¼damerika aus. Endlich in einem tropischen Land! Beweisen sie der Welt, dass die Olympischen Spiele allen gehÃ¶ren. Die Jugend, ja: 65 Millionen Kinder und Jugendliche in Brasilien, 180 Millionen in SÃ¼damerika. Ihnen gehÃ¶ren die Spiele, ist die Botschaft.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We asked for your support and vision, ladies and gentlemen! Rio is ready. Give us the chance and we will not disappoint you.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Der alte FIFA-Slogan hieÃŸ: &#8220;For the good of the Game!&#8221; Nuzman sagt: &#8220;For the good of the movement!&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Rio offers action, guarantees, certainty, not just words! Reio is ready. Ready to serve. Ready to deliver history! Thank you. Thank you very much.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nuzman ist gut. (UnabhÃ¤ngig von seinen PrivatgeschÃ¤ften.)</p>
<p>Ljungqvist lÃ¶st den Clown Albert als ersten Fragesteller ab. Rogge hat das in der Hand, er lÃ¤sst erst immer die Frage nach der Dopinggesetzgebung zu, die Ljungqvist auch Chicago und Tokio gestellt und spÃ¤ter Madrid stellen wird. Albert fragt, welche legacy die wichtigste sei. Austin Sealy (Barbados) will von Mereilles etwas Ã¼ber die finanziellen Garantien wissen. Ich denke mal, Sealys Frage ist von anderen Bewerbern bestellt. Nuzman stellt auf Ljungqvists Frage erst mal fest, dass Doping im Sport kein kriminelles Vergehen ist. Aber das ist mal ein anders Thema.</p>
<p>Mein Eindruck: Rio war schlechter, weniger emotional, als ich erwartet hatte (wogegen Chicago insgesamt besser und emotionaler war, als ich erwartet hatte, selbst ohne Obama, der eine normale Vorstelleung geboten hat). Sie haben sich mehr auf die Fakten konzentriert. Fakt ist ja letztlich auch, was Lula hundert Mal wiederholt hat: SÃ¼damerika hatte noch nie die Spiele. Jetzt geht es weiter um einige Fakten, Hotelzimmer, Kreuzfahrtschiffe etc. pp.</p>
<p>Der Gouverneur antwortet Albert auf die VermÃ¤chtnis-Frage: Keinen andere Stadt hÃ¤tte so viel von den Spielen wie Rio. Weder Chicago noch Madrid oder Tokio. Und einmal mehr: Das ist nicht nur eine Sache fÃ¼r die Cariocas, sondern fÃ¼r ganz Brasilien und SÃ¼damerika.</p>
<p>Zur Finanzfrage antwortet Lula. Das Ãœbliche.Â &#8221;New stage in the Brazilian history.&#8221;</p>
<p>Rogge obligatorisch:</p>
<blockquote><p>&#8220;You can be proud what you have achieved in your country and your city through the candidature!&#8221;</p></blockquote>
<p>Und noch ein Diplom, erstaunlicher Weise aber nicht fÃ¼r Lula, sondern fÃ¼r Nuzman und Barbara Swan.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5360" title="Rogge, Swan, Nuzman - Diplom CPH" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/diplom-rio.jpg" alt="" width="500" height="381" /></p>
<p>Pause. Es geht um 14.45 Uhr mit Madrid weiter.</p>
<p><strong>13.25 Uhr:</strong> Air Force One hat Kurs auf Washington genommen.</p>
<p><strong>14.48: Uhr:</strong> Es geht weiter mit Madrid. &#8220;Hola, everyone&#8221;, sagt <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Juan Antonio Samaranch Junior</a>. Spricht vom &#8220;human touch&#8221;. Das fÃ¤llt ihm aber schwer. Ist schon seinem Daddy schwer gefallen. Juan Carlos mittenmang. Dona Pilar auch.Â Der Junior stellt seinen Papa vor:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;The big one, the real one! And of course, my father.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>GroÃŸes Kino.</p>
<p>Bewerberchefin Mercedes Coghen, Hockeyolympiasiegerin 1992,Â offers &#8220;truly international global Games&#8221;. Aha. NÃ¤chstes Video: Mercedes stellt Madrid vor. Das erste Video war ganz hÃ¼bsch, ich fand, es war das erste mit einer in AnsÃ¤tzen witzigen Idee.</p>
<p>Ich halte Zapatero nicht fÃ¼r einen begnadeten Redner. Er hat Stimmung, was sie mÃ¼hevoll aufkommen lieÃŸen, routiniert zerredet.</p>
<p>&#8220;We need you! Give us your help&#8221;, fleht BÃ¼rgermeister Alberto Ruiz Gallardon. Der prÃ¤sentiert einen &#8220;Brief der Einwohner Madrids&#8221;:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5369" title="Brief an das IOC" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/gallardon1.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Nun: drei Sportler, dabei auch RaÃºl. &#8220;Sport makes us equal &#8211; I believe, we believe&#8221;. In der Dauerschleife.</p>
<p><strong>15.30 Uhr:</strong> Jetzt wird es spannend. Samaranch Senior spricht! Preist Rogge fÃ¼r seine FÃ¼hrungsqualitÃ¤ten und erwÃ¤hnt, dass Rogge 1972 gemeinsam mit Juan Carlos den Olympischen Eid geschworen hat.</p>
<p>Nun ein typischer Samaranch-Falangisten-Spruch,Â den habe ich vermisst!!!!!</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;The IOC is stronger, is stronger than ever.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Jawoll! Danke.</p>
<blockquote><p>&#8220;I know that I am very near to the end of my time. I am 89 years old. My I ask you to grant to my country the honor to host the Olympic and Paralympic Games 2016!&#8221;</p></blockquote>
<p>Juan Carlos:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I am convinced: the world would be a better place following Madrid 2016 &#8230; will have changed life forever!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>NatÃ¼rlich: Ljungqvist Frage 1. Albert Frage 2. Bubka Frage 3. Zapatero sagt: Das Dopinggesetz vertrÃ¤gt sich seit 20. September total mit dem WADA-Code.</p>
<p>Und noch ein Diplom. Das Foto spare ich mir.</p>
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		<title>Olympia 2016: Einer wird gewinnen!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 18:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch einmal die Frage: Sehen so Sieger aus? Halt, die feiern noch nicht. Die Entscheidung fÃ¤llt erst am Freitag. Mensch, hÃ¤tte da mal nicht einer meiner StammgÃ¤ste drauf kommen kÃ¶nnen? Die Olympiawahl morgen in Kopenhagen ist doch das perfekte Umfragethema. Ich habe flink was vorbereitet, wÃ¤hrend im Opernhaus das Kulturprogramm zur ErÃ¶ffnung der 121. IOC-Session [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen" href="http://jensweinreich.de/?p=5260" target="_self">Noch einmal die Frage</a>: Sehen so Sieger aus?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-5289" title="Brasiliens Delegation um Lula" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/lula1.jpg" alt="" width="500" height="264" /></p>
<p>Halt, die feiern noch nicht. Die Entscheidung fÃ¤llt erst am Freitag.</p>
<p>Mensch, hÃ¤tte da mal nicht einer meiner StammgÃ¤ste drauf kommen kÃ¶nnen? Die Olympiawahl morgen in Kopenhagen ist doch das perfekte Umfragethema. Ich habe flink was vorbereitet, wÃ¤hrend im Opernhaus das Kulturprogramm zur ErÃ¶ffnung der 121. IOC-Session lÃ¤uft. Wer ein paar Infos braucht, bei <strong>Spiegel-Online</strong> habe ich gerade einige Notizen verÃ¶ffentlicht: &#8220;<a title="SpOn vom 1. Oktober 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,652538,00.html" target="_blank">MÃ¶ge der Dreistere gewinnen</a>&#8220;.</p>
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<p>Und zur Feier des Tages noch einige Fotos. (Viel habe ich heute nicht gesehen, dafÃ¼r aber wieder mal gemerkt, dass ich mich fototechnisch unbedingt weiterbilden muss.) Hier ist er also, Paulo Coelho, heute fÃ¼r alle, Brasiliens Sportminister Orlando Silva scheint ziemlich begeistert zu sein vom DichterfÃ¼rsten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5291" title="Paulo Coelho, Orlando Silva" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/paulo.jpg" alt="" width="500" height="554" /></p>
<p>SchlieÃŸlich noch ein Schnappschuss, den ich gestern vergessen hatte. Im April habe ich in Chicago beim Besuch der IOC-Evaluierungskommission auch Oprah Winfrey, nun ja: getroffen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5292" title="Oprah Winfrey, Chicago April 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/oprah-chi.jpg" alt="" width="500" height="307" /></p>
<p>TatsÃ¤chlich war es ein dÃ¤mlicher Abend am roten Teppich. Ich hÃ¤tte mir in der eiskalten Windy City fast den Tod geholt. Keine Ahnung mehr, warum ich mich da rumgetrieben habe, fÃ¼r das Dinner der Bewerber mit der IOC-Evaluierungskommission war, wenn ich mich recht erinnere, nur der NBC-Universal-Reporter Alan Abrahamson zugelassen.</p>
<p>Im Opernhaus saÃŸ Oprah natÃ¼rlich neben Michelle Obama (alle folgenden Bilder Screenshots vom DÃ¤nischen Fernsehen):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5296" title="Michelle Obama, Oprah Winfrey" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle-oprah-daley.jpg" alt="" width="500" height="273" /></p>
<p>Die First Lady:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5297" title="Michelle Obama" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle.jpg" alt="" width="500" height="291" /></p>
<p>Es ist ja mein Blog, deshalb darf ich ausnahmsweise mal das Wort Arschkarte benutzen, oder? Also, die A. das Tages hat einmal mehr Niels Nygaard gezogen, DÃ¤nemarks NOK-PrÃ¤sident.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5295" title="Niels Nygaard" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/nygaard.jpg" alt="" width="500" height="292" /></p>
<p>Nygaard hatte sich zurecht eine IOC-Mitgliedschaft erhofft. SchlieÃŸlich war sein VorgÃ¤nger Kai Holm in seiner Eigenschaft als NOK-PrÃ¤sident auch IOC-Mitglied ex officio. Doch den Holm-Nachfolger Nygaard mochte Rogge nicht haben. Der IOC-Boss wÃ¼nschte sich stattdessen mehr BlaublÃ¼ter im Gremium. Und deshalb wird kommende Woche Kronprinz Frederik aufgenommen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5298" title="Kronprinz Frederik" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/frederik.jpg" alt="" width="500" height="286" /></p>
<p>Ãœber Frederik, seine Verbindung zum Sport, das IOC und warum Frederik Mitglied wird, hat mein alter Kumpel Lars JÃ¸rgensenÂ gerade ein Buch geschrieben: &#8220;<a title="Frederik og Flammen - Buchtipp" href="http://www.g.dk/webapp/wcs/stores/servlet/ProductDisplay?catalogId=10002&amp;storeId=10001&amp;langId=100&amp;partNumber=9788770556699&amp;bogpriserRef=139981597&amp;bogpriserKey=BF5F76B9D4C0D0D5A4C771871CE58940#" target="_self">Frederik og Flammen</a>&#8220;.</p>
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		<title>Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 23:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Promi-Alarm in Kopenhagen. Habe eben gerade vor einem Restaurant, in dem Tokios Gouverneur zum Sushi geladen hatte, Paulo Coelho getroffen. Wir wollen morgen mal lÃ¤nger plaudern, kein Witz. Coelho, dessen Blog ich regelmÃ¤ÃŸig besuche,Â war ja auch schon mal bei der FIFA aktiv, als Brasilien die FuÃŸball-WM 2014 erhielt. Nun ist er Rios Vorzeige-KÃ¼nstler und hilft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Promi-Alarm in Kopenhagen. Habe eben gerade vor einem Restaurant, in dem Tokios Gouverneur zum Sushi geladen hatte, Paulo Coelho getroffen. Wir wollen morgen mal lÃ¤nger plaudern, kein Witz. Coelho, <a title="Blog von Paulo Coelho" href="http://paulocoelhoblog.com/" target="_blank">dessen Blog</a> ich regelmÃ¤ÃŸig besuche,Â war ja auch schon mal bei der FIFA aktiv, als Brasilien die FuÃŸball-WM 2014 erhielt. Nun ist er Rios Vorzeige-KÃ¼nstler und hilft dabei, die Olympischen Sommerspiele 2016 zu akquirieren. Aus Zeitmangel gibts jetzt mal nur eine wirre Bildgeschichte zur olympischen StÃ¤dtekÃ¼r 2016. Vorerst. Ich bin noch bis Ende der IOC-Session hier, bis zum 9. Oktober.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5262" title="Michelle Obama, Kopenhagen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle-obama.jpg" alt="" width="500" height="277" /></p>
<p>Was soll ich sagen? Ich habe die First Lady gestern leider verpasst (<em>Foto: Chicago 2016</em>). Am Flughafen Kastrup sowieso. Und leider auch am Nachmittag im Marriott-Hotel Kopenhagen, in das Michelle Obama aus einem schwarzen, gepanzerten Chevi in den Seiteneingang schlÃ¼pfte. In der Lobby gab es einen kurzen Fototermin und einige Statements. Das White House hatte zwar schon vor einigen Wochen die Daten ausgewÃ¤hlter Journalisten gesammelt fÃ¼r den obligatorischen Sicherheitscheck, zunÃ¤chst hieÃŸ es, sie werde eine Interviewrunde geben. Doch das fiel aus. Lobbyarbeit fÃ¼r Chicagos Olympiabewerbung ist derzeit wichtiger. Den Donnerstag hat Michelle Obama noch Zeit dazu. Am Freitag stehen im Bella Center auf der 121. IOC-Vollversammlung die PrÃ¤sentationen an. Chicago beginnt, mit Barack Obama, der mit der Air Force One fÃ¼r einige Stunden einfliegt. Letztes GerÃ¼cht: Angeblich soll er nun doch schon Donnerstagabend kommen. Wait and see.</p>
<p>Wen ich sonst noch getroffen habe im Marriott und einigen anderen Hotels: ZunÃ¤chst das Ã¼bliche unscharfe Foto, rein der Dokumentation wegen, das muss sein, daran haben sich Stammleser hier lÃ¤ngst gewÃ¶hnt &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5263" title="Havelange, Weber" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/joaa-jean-marie.jpg" alt="" width="500" height="261" /></p>
<p>Yep, rechts ist <a title="tag: ISL-Skandal" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">Jean-Marie Weber</a>. Gerade begrÃ¼ÃŸt er seinen alten KampfgefÃ¤hrten Joao Havelange. Der FIFA-Caesar schritt kurz zuvor Ã¼brigens mit Spaniens KÃ¶nig Juan Carlos durch die Lobby. Auch den habe ich verpasst, ich saÃŸ gerade an der Bar und habe mir von einem Bewerber die IOC-Stimmen durchrechnen lassen. Kein Witz. Statt Juan Carlos zu begrÃ¼ÃŸen, gehe ich in einigen Stunden zum FrÃ¼hstÃ¼ck mit Brasiliens PrÃ¤sidenten Lula. Ich denke, dieser Termin wird spritzig-witzig.</p>
<p>Es ist immer wieder putzig, wenn StaatsoberhÃ¤upter und Regierungschef und AngehÃ¶rige Ã¤hnlicher Kategorien der Sportfamilie die Aufwartung machen. (Ich rede mal nicht von Sportministern oder Prinzen wie Henry, Albert, Willem Alexander und ab kommende Woche auch Frederik, die ohnehin IOC-Mitglieder sind und also lÃ¤ngst zur Familie gehÃ¶ren, weshalb ich mir ihre Fotos spare, fÃ¼r spÃ¤ter mal.) Vor vier Jahren in Singapur, als London Olympiastadt 2012 wurde, gab es mal einen FrÃ¼hstÃ¼ckstermin bei Hillary. Die war damals Senatorin und fÃ¼r New York aktiv.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5264" title="Hillary &amp; Co, Singapur 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/hillary.jpg" alt="" width="500" height="272" /></p>
<p>Links oben im Bild steht Ã¼brigens Nadja Comaneci, neben ihren Mann Bart Connor.Â Nadja ist so eine Art Olympiabewerbermaskottchen der Amerikaner. Auch in Kopenhagen ist sie dabei, diesmal fÃ¼r Chicago. Sie guckt allerdings &#8211; im roten Leibchen &#8211; nicht viel beteiligter als damals in Singapur:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5265" title="Team Chicago" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/chicago.jpg" alt="" width="500" height="328" /></p>
<p>Und wie erst BÃ¼rgermeister Richard Daley (seit 1989 im Amt! sein Vater war noch ein Jahr lÃ¤nger BÃ¼rgermeister!) dreinschaut. Und Jackie Joyner-Kersee (Mitte), und Bewerberchef Pat Ryan (mit Mikro) und Michael Johnson (rechts hinter Ryan).</p>
<p>Sehen so Sieger aus?</p>
<p>Ich glaube nicht.</p>
<p>Doch von Daley &amp; Ryan flink zurÃ¼ck zu den A-Promis bei olympischen StÃ¤dtekÃ¼ren. Und weiter in meiner kleinen RÃ¼ckschau. Singapur 2005. Ich erwÃ¤hnte den Termin mit Hillary. Gleich darauf ins Taxi und ab ins nÃ¤chste Hotel. Denn dort wartete schon &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5267" title="Tonay Blair, Seb Coe, Singapur 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/blair.jpg" alt="" width="500" height="334" /></p>
<p>Ich meine, nicht dass das sonderlich erbaulich gewesen wÃ¤re. Aber es spricht ja nichts dagegen, A-Promis, also echte V.I.P.s mal von Nahem zu sehen und ihnen zu lauschen. Von Tony Blair gings damals Ã¼brigens zu einem meiner Lieblingsrussen, immer fÃ¼r einen Skandal gut:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5268" title="Juri Luschkow" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/luschkow.jpg" alt="" width="500" height="300" /></p>
<p>Juri Luschkow, Moskaus BÃ¼rgermeister. Zwar im Dienst, diesmal aber ohne Wodka und MÃ¤dels.</p>
<p>Und noch ein Zeitsprung: Guatemala 2007, die KÃ¼r von Sotschi zur Olympiastadt 2014. Eines der Top-Themen war damals der Besuch von Wladimir Putin. Den bekamen Normalsterbliche aber nicht zu Gesicht. Nur seine Sicherheitsjungs, die die ohnehin komfortable Zona 10 noch etwas sicherer machten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5269" title="Guatemala 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/guatemala-sec-rus.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Mir imponierte damalsÂ auÃŸerdem, wie die Russen im Garten des wunderbaren Steakrestaurant gleich neben dem Tagungshotel eine Eislaufbahn errichteten. Eine Eisbahn mitten in den Tropen. Das war cool. Da hatten sie dann mÃ¤chtig was zu Feiern, Olympiasieger Jewgeni Pluschenko und GefÃ¤hrten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5270" title="Pluschenko &amp; Co" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/pluschenko.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Nun aber zurÃ¼ck zu denen, die wohl am Freitag in Kopenhagen feiern.</p>
<p><span id="more-5260"></span>Die Japaner um Professor Shin-ichi Takamura, der uns hier an einem Globus erklÃ¤rt, wie Olympia die Welt retten kann, werden es eher nicht sein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5271" title="PrÃ¤sentation Tokio 2016" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/weltkugel.jpg" alt="" width="500" height="332" /></p>
<p>Zu meinem Beitrag Ã¼ber Takamuras PrÃ¤sentation und einiges mehr gehts <a title="FTD vom 30. September 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:olympia-2016-dabei-sein-reicht-gar-nicht/50016883.html?page=2" target="_blank">hier entlang zur Financial Times</a>.</p>
<p>Diese Truppe aber kÃ¶nnte am Freitagabend gegen 19 Uhr durchaus Grund haben, die Minibar zu leeren &#8211; und noch etwas mehr:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5272" title="PelÃ© &amp; Co" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/pele-und-co.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Rechts Ã¼ber PelÃ© das ist Schwimm-Weltmeister Cesar Cielo. PelÃ© hatte einen ziemlich lÃ¤ssigen Auftritt gestern morgen, den ich in einem Zeitungstext so verarbeitet habe:</p>
<blockquote><p>PelÃ© hÃ¤lt Hof. NatÃ¼rlich steigt Brasiliens Idol, der beste FuÃŸballer aller Zeiten, fÃ¼r die Olympiabewerbung Rio de Janeiros in die BÃ¼tt. Zum fÃ¼nften Mal buhlt Rio um die Spiele, zum dritten Mal ist PelÃ© dabei. Wogegen man Michael Jordan, den erfolgreichsten Basketballer aller Zeiten, beim Konkurrenten Chicago doch sehr vermisst. Also will ein amerikanischer Journalist am Mittwoch von PelÃ© wissen, warum wohl Jordan nicht nach Kopenhagen gekommen ist. PelÃ© versteht erst mal nicht, wer gemeint ist. Was hat Michael Jackson mit Olympia zu tun, fragt er. Nichts. Als die Verwechslung geklÃ¤rt ist &#8211; Jordan, nicht Jackson &#8211; und alle gelacht haben, pariert PelÃ© die Frage politisch durchaus geschickt. â€žIch weiÃŸ nicht, ob ich sie recht verstanden habe&#8221;, holt er aus. â€žAber bei mir ist es ganz einfach: Ich wÃ¼rde fÃ¼r mein Land sterben. Ich wÃ¼rde fÃ¼r den Sport sterben. Ich habe meinem Land zu helfen. Diese Olympischen Spiele sind fÃ¼r ganz SÃ¼damerika. Deshalb bin ich hier!&#8221;</p>
<p>So sind sie, die Brasilianer. Sie argumentieren mit Herz und stellen zunehmend die Konkurrenten aus Chicago, Tokio und Madrid in den Schatten &#8211; zumindest in der verÃ¶ffentlichten Meinung, die keinesfalls mit den Mehrheiten im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Ã¼bereinstimmen muss. Viele IOC-Mitglieder kommen erst am Donnerstag nach DÃ¤nemark, wenn abends im Opernhaus die 121. IOC-Vollversammlung erÃ¶ffnet wird.</p>
<p>Vieles deutet auf ein einsames Duell zwischen Rio und Chicago hin. Der Aufmarsch der A-Prominenz allemal. Am Mittwochmorgen traf die erste Abordnung aus dem WeiÃŸen Haus ein, First Lady Michelle Obama landete auf dem Flughafen Kastrup und trat am Nachmittag erstmals im IOC-Hotel Marriott auf. Am Freitagmorgen schwebt ihr Gatte mit der Air Force One ein, um kurz nach der PrÃ¤sentation Chicagos vor dem IOC wieder nach Washington zu entschwinden. Obama hat in den vergangenen Tagen bereits mit einigen IOC-VorstÃ¤ndlern telefoniert.</p>
<p>Selbst mit Obama werde Chicago nicht gewinnen, glaubt das brasilianische IOC-Mitglied Carlos Nuzman, eine Skandalnudel mit Entertainer-QualitÃ¤ten. â€žObamas Besuch macht gar nichts, das macht gar nichts aus&#8221;, erklÃ¤rte Nuzman. Die Amerikaner fassen das als eine Art GotteslÃ¤sterung auf. Unmittelbar nach der Ã„uÃŸerung Nuzmans gibt Chicago eine Pressekonferenz. Bewerberchef Pat Ryan sagt: â€žCarlos ist ein groÃŸartiger Typ, ein groÃŸer Gegner&#8221;, sagt Ryan. â€žAber ich denke doch, dass die First Lady die Menschen hier elektrisiert.&#8221;</p>
<p>So geht das in einem fort. Amerikanische Journalisten thematisieren die KriminalitÃ¤t in Rio. Die Brasilianer provozieren Chicagos BÃ¼rgermeister Richard Daley mit ihren Fragen und hoffen auf einen verbalen Vulkanausbruch. Daley ist als Choleriker bekannt, hat sich aber derzeit gut im Griff. KÃ¼rzlich soll er in einem Interview gesagt haben, Rio sei nicht fÃ¼r Olympia bereit. Wegen solcher Ã„uÃŸerungen sei die IOC-Ethikkommission alarmiert, verbreitete Nuzman. â€žWie bitte? Ich habe nicht gesagt&#8221;, erklÃ¤rt Daley daraufhin.</p>
<p>Bei manchen Meldungen fragt man sich, ob sie von jenen PR-Firmen, die fÃ¼r die Bewerber arbeiten (Hill &amp; Knowlton fÃ¼r Chicago, Vero Communications fÃ¼r Rio) bestellt worden sind. So meldete die Nachrichtenagentur AP gerade scheinexklusiv, dass in diesem Jahr kein Schwimm-Weltcup in Brasilien stattfindet. Das weiÃŸ man allerdings schon seit einem Monat, worauf die Brasilianer verÃ¤rgert hinweisen. In den USA gilt der Sachverhalt als Beweis, dass es nicht weit her ist mit der FÃ¶rderung des olympischen Sports in Brasilien. PelÃ© wirft dazu lÃ¤ssig ein: In den USA dominieren nur drei Profisportarten, in Brasilien dagegen kennen die Menschen auÃŸer FuÃŸball auch alle anderen 27 olympischen Sportarten. Und Ã¼berhaupt: â€žDie USA hatten acht Mal Olympische Spiele, SÃ¼damerika noch nie!&#8221;</p>
<p>Kaum haben die Brasilianer gepunktet, spricht ein NBC-Reporter ein delikates Thema an. Denn die Titelstory des aktuellen Magazins â€žNew Yorker&#8221; handelt von? NatÃ¼rlich, der Gewalt in Brasiliens Hauptstadt. â€žGangs of Rio&#8221; heiÃŸt die lange Reportage, in der auch erwÃ¤hnt wird, dass allein in Rio und seinen Favelas im vergangenen Jahr 1188 Menschen von Polizisten erschossen worden &#8211; dagegen nur 371 in den gesamten USA. â€žWas sagen Sie dazu&#8221;, lautet die in ultimativen Ton vorgebrachte Frage. Leonardo Gryner, Kommunikationsdirektor der Bewerbung Rios, entgegnet schnippisch, das IOC habe die Frage lÃ¤ngst beantwortet. Im Evaluierungsbericht wird das Problem nur erwÃ¤hnt, mehr aber nicht. â€žBeim Karneval, bei der Silvesterfeier und bei den Panamerikanischen Spielen hat es nie groÃŸe ZwischenfÃ¤lle gegeben&#8221;, sagt Gryner. Dann erklÃ¤rt er lÃ¤ssig: â€žIm Ãœbrigen hatten wir auch noch nie ein Problem mit Terroristen.&#8221;</p>
<p>Das klingt alles nicht sehr souverÃ¤n. Doch gilt es in einem solchen Wettbewerb ohnehin nur darum, den Gegner auszuspielen. Wer kÃ¶nnte das besser als PelÃ©. Der FuÃŸballer fasst die den Diskussionsstand und damit die Weltpolitik vorerst so zusammen: â€žIhr in den USA macht gerade eine groÃŸe Finanzkrise durch, Chicago hat Probleme mit der Ã¶ffentlichen Finanzierung der Spiele, und selbst Ã¼ber Obama mÃ¼sst ihr diskutieren&#8221;, sagt PelÃ©. â€žBrasilien aber ist unter den zehn finanziell ausgeglichensten LÃ¤ndern der Welt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Prima. Und damit das auch klappt mit Rio und Olympia, macht Chefbewerber Carloz Nuzman (rechts) noch einige Deals mit dem FINA-PrÃ¤sidenten <a title="Julio Maglione und die PrÃ¤sidenten der olympischen WeltverbÃ¤nde" href="http://jensweinreich.de/?p=4326" target="_self">Julio Maglione</a> aus:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5275" title="Maglione, Nuzman" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/cesar-carlos.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Bevor ich aber nachts um halb zwei weiter abschweife und noch krudere Notizen mache, schnell nochmal zurÃ¼ck zu meinem alten Freund Jean-Marie. Ich habe ihm viel zu verdanken, gewissermaÃŸen. Denn als wir im Marriott plauderten, schlenderte nicht nur Havelange vorbei, der bald sein ersten Lebensjahrhundert vollendet, auch ein MÃ¤nnlein, das bald sein neuntes Lebensjahrzehnt beendet und fÃ¼r die olympische Familie durchaus von Bedeutung war und ist, blieb natÃ¼rlich bei Jean-Marie stehen, grÃ¼ÃŸte freundlich und, was soll ich sagen, gab selbstverstÃ¤ndlich auch mir die Hand. Ja, es war Juan Antonio Samaranch Senior, der IOC-EhrenprÃ¤sident.</p>
<p>Ich weiÃŸ noch nicht recht, warum es nicht reicht fÃ¼r das olympische Adelsgeschlecht derer von Samaranch. Ich hatte bis vor <a title="Olympia 2016: Rio vs. Chicago vs. Madrid vs. Tokio" href="http://jensweinreich.de/?p=5161" target="_self">einiger Zeit</a> eigentlich das Gegenteil erwartet. Und beim IOC-PrÃ¤sidenten Jacques Rogge, der nicht mit abstimmt, muss sich Juan Antonio Samaranch Junior, Juanito genannt, sicherlich nicht bemÃ¼hen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5277" title="Rogge, Samaranch Junior" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jacques-juanito.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Apropos Samaranch Senior. Was absolut beeindruckend war am Mittwochabend: Sein Auftritt wÃ¤hrend der Pressekonferenz von Madrid. Dem Team um BÃ¼rgermeister Alberto Ruiz Gallardon hat er die Schau gestohlen. Oder sollte man besser sagen: Die Truppe setzt voll auf den Alten. Ganz Spanien setzt auf Samaranch. Es war eine brave PrÃ¤sentation &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5278" title="Team Madrid" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/madrid.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>&#8230; die erst durch Samaranch aufgewertet wurde &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5279" title="Lissavetzky, Samaranch, Ruiz Gallardon" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/madrid-crowd.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>&#8230; der sich in die erste Reihe setzte und gemeinsam mit Tochter Maria Teresa die mÃ¼de Show verfolgte &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5280" title="Tochter Maria Teresa, Papa Juan Antonio " src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jas.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Wie sagte Madrids BÃ¼rgermeister, ganz im Stile der groÃŸen Sportfamilie:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Herr EhrenprÃ¤sident Samaranch: Wir sind ihre SchÃ¼ler! Wir danken ihnen fÃ¼r die Werte, die sie und anerzogen haben.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Gute Nacht und: Amen.</p>
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		</item>
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		<title>&#8220;Law &amp; Order&#8221; Olympia 2016: Rio vs. Chicago vs. Madrid vs. Tokio</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/08/law-order-olympia-2016-rio-vs-chicago-vs-madrid-vs-tokio/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 09:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oh ja, es sind nur noch 24 Tage bis zur Entscheidung des IOC Ã¼ber den Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016. Die Bewerber werden nervÃ¶s. Die Geschichte, die gerade in BrasilienÂ Schlagzeilen macht, stellt ein feines Vorbeben dar. Es geht um eine Folge &#8220;The glory that was&#8221; aus der achten Staffel der TV-Serie &#8220;Law &#38; Order: Criminal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-5171 alignnone" title="Screenshot USA network" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/09/lawandorder-screen.jpg" alt="" width="500" height="300" /></p>
<p>Oh ja, es sind nur noch 24 Tage <a title="The IOC, the 2016 bidding race ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4657" target="_self">bis zur Entscheidung</a> des IOC Ã¼ber den Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2016. Die Bewerber werden nervÃ¶s. Die Geschichte, die gerade in BrasilienÂ Schlagzeilen macht, stellt ein feines Vorbeben dar. Es geht um eine Folge &#8220;The glory that was&#8221; aus der achten Staffel der TV-Serie &#8220;Law &amp; Order: Criminal Intent&#8221; &#8211; und also um die Olympischen Spiele 2016.</p>
<p>In der Beschreibung des <a title="USA network: &quot;Law &amp; Order&quot;" href="http://www.usanetwork.com/series/criminalintent/theshow/episodeguide/episodes/s8_glorythatwas/index.html" target="_blank">USA Networks</a> heiÃŸt es dazu u.a.:</p>
<blockquote><p>At the top of the show, a wealthy Belgian diplomat, Caroline Walters, is found murdered in Central Park. Nearby, a second body is discovered: a former secret service agent hired to protect Caroline Walters. Nichols and Wheeler begin their investigation at the Belgian Consulate, where they meet high-profile security consultant, Jack Tayler. Tayler, it turns out, hired the now-dead agent meant to protect Caroline Walters. (&#8230;) In the aria of the show, Nichols interrogates security consultant, Jack Taylor, who has branch offices throughout the world. Pulling on the strings that hold the tightly wound Taylor together, Nichols leads Taylor directly into a noose of self-incrimination. Taylor expected to win a security contract in Rio de Janeiro. Caroline Walters, it turns out, was the vote he needed on the Olympic Site Selection Committee that would throw the Olympics to Rio.</p></blockquote>
<p>Kurzfassung: Firma mit GeschÃ¤ftsinteressen in Brasilien kauft die Stimme eines weiblichen belgischen IOC-Mitglieds aus Belgien, die dann in New York tot aufgefunden wird &#8230; Rios BÃ¼rgermeister Eduardo Paes gefÃ¤llt diese Story Ã¼berhaupt nicht:Â </p>
<ul>
<li>Globoesporte: &#8220;<a title="Globoesporte.com" href="http://globoesporte.globo.com/Esportes/Noticias/Mais_Esportes/0,,MUL1294491-16317,00-CORIO+CRITICA+E+PAES+CHAMA+DE+RIDICULO+EPISODIO+DE+SERIE+AMERICANA.html" target="_blank">Co-Rio critica, e Paes chama de &#8216;ridÃ­culo&#8217; episÃ³dio de sÃ©rie americana</a>&#8220;</li>
<li>Gamesbids: &#8220;<a title="Gamesbids" href="http://www.gamesbids.com/eng/olympic_bids/1216134643.html" target="_blank">&#8216;Law and Order&#8217; Depiction of Rio 2016 Vote Buying and Corruption Causes Outrage</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Die beanstandete Folge von &#8220;<a title="&quot;Law and Order&quot;" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Law_&amp;_Order" target="_blank">Law and Order</a>&#8221; wurde in den USA auf im Olympiasender NBC schon im FrÃ¼hsommer ausgestrahlt, auf USA kurz vor der PrÃ¤sentation der Bewerber vor dem IOC in Lausanne. Vergangenen Donnerstag wurde die Folge in Brasilien gezeigt, am Tag nach VerÃ¶ffentlichung des Evaluierungsberichts zu den vier Olympiafinalisten. Wenn ich richtig gesehen habe, geht es auf <a title="NBC.com" href="http://www.nbc.com/Law_and_Order/about/" target="_blank">NBC</a> am 25. September mit der nÃ¤chsten Staffel weiter &#8211; eine Woche vor der Olympiavergabe in Kopenhagen. Das kann noch <a title="Phil Hersh, Globetrotting: Crime more than ``public safety challenges'' for Rio 2016 bid" href="http://newsblogs.chicagotribune.com/sports_globetrotting/2009/09/about-24-hours-before-the-international-olympic-committee-release-last-wednesday-of-its-evaluation-commission-report-on-the-f.html" target="_blank">spannend</a> werden.</p>
<p>Am vergangenen Mittwoch hat das IOC den Bericht seiner <a title="IOC releases 2016 Evaluation Commission Report" href="http://www.olympic.org/uk/news/olympic_news/full_story_uk.asp?id=3110" target="_blank">Evaluierungskommission</a> verÃ¶ffentlicht (<a title="Evaluation Commission Report 2016" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1469.pdf" target="_blank">98 Seiten</a>, pdf). Dazu sollte man lesen:</p>
<ul>
<li>Den <a title="IOC-AbsurditÃ¤tenkabinett" href="http://jensweinreich.de/?p=235" target="_self">Zwischenbericht</a> der Kommission vom Juni 2008 (111 Seiten, pdf)</li>
<li>Die <a title="Bid books der Olympiabewerber 2016" href="http://jensweinreich.de/?p=235" target="_self">BewerbungsbÃ¼cher</a> der Finalisten Chicago, Madrid, Rio und Tokio</li>
<li>Hintergrund (Audio und Text) zur <a title="Finanzierung Olympischer Spiele: &quot;Wir sind ein privilegiertes VÃ¶lkchen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">Finanzierung Oympischer Spiele</a></li>
</ul>
<p>Im Zwischenbericht, auf dessen Grundlage im vergangenen Jahr vier Finalisten nominiert wurden, verteilte das IOC wenigstens noch Punkte. <a title="IOC-AbsurditÃ¤tenkabinett" href="http://jensweinreich.de/?p=235" target="_self">Damals</a> lag Tokio vor Madrid, Chicago, Doha und Rio de Janeiro. Weit abgeschlagen waren Prag und Baku &#8211; die genauso aussortiert wurden wie Doha, die Hauptstadt des Emirats Katar. Da Doha mit Infrastruktur punkten konnte, musste eine NotlÃ¼ge her: Die Kataris wollten die Sommerspiele im Herbst austragen, was angesichts der klimatischen Bedingungen einleuchtete. Das IOC aber sagte: Der Termin im Oktober korrespondiere nicht mit dem Sportkalender und schmiss Doha raus.</p>
<p>In frÃ¼heren Jahren haben Evaluierungskommissionen mitunter eine Art Schulnotensystem benutzt, um ansatzweise Ranglisten erkennen zu lassen. Doch die von der Marokkanerin Nawal El Moutawakel geleitete Arbeitsgruppe verzichtete darauf, was das gesamte Procedere fragwÃ¼rdig erscheinen lÃ¤sst. Denn schlieÃŸlich sollen derlei Berichte die technischen Kriterien eindeutig beurteilen. Stattdessen dominieren meist sportpolitische Aspekte. Derartige PrÃ¼fberichte verÃ¶ffentlicht das IOC seit 1993. Nur selten gewannen die Kandidaten mit der laut Bericht besten Offerte. Es waren Sydney, Salt Lake City und Vancouver.Â </p>
<p>Wer die technischen Aspekte aus dem Abschlussbericht (der bereits vor dem IOC-Treffen und <a title="JW in der FTD, Juni 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:bewerber-vor-ioc-olympia-und-der-obama-faktor/528276.html" target="_blank">PrÃ¤sentationen</a> im Juni in <a title="Jean-Marie Weber: &quot;Ich habe nichts Illegales getan&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4000" target="_self">Lausanne</a> erstellt wurde) mit den sportpolitischen StrÃ¶mungen und den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahrzehnte zu verbinden versucht, kÃ¶nnte diese Rangliste aus dem olympischen Kaffeesatz lesen &#8211; allerdings ohne GewÃ¤hr, wie bei den Lottozahlen:</p>
<ol>
<li>Madrid</li>
<li>Chicago</li>
<li>Rio de Janeiro</li>
<li>Tokio</li>
</ol>
<p>In offiziellen Stellungnahmen sehen alle Bewerber ihre Angebote bestÃ¤tigt und bedanken sich geradezu unterwÃ¼rfig beim IOC fÃ¼r die RatschlÃ¤ge und die Kritik. Interessant: Brasiliens PrÃ¤sident Lula verkÃ¼ndete einen Pakt mit Spaniens KÃ¶nig Juan Carlos. Demnach werden sich die Latinos gegenseitig unterstÃ¼tzen, sollte es einer der Bewerber auf der IOC-Session im Oktober nicht ins Finale schaffen. Nun hat Lula auch <a title="AFP: France backs Rios 2016 Olympic bid" href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gTcj-lKpJdchffjMR2IB-FtLQrtw" target="_blank">mit Sarkozy paktiert</a>. Sollten die Stimmen zwischen den WahlgÃ¤ngen tatsÃ¤chlich in der gewÃ¼nschten Richtung wandern, kann das entscheiden! <a title="tag: Sebastian Coe" href="http://jensweinreich.de/?s=coe" target="_self">Sebastian Coe</a>, der Sieger vor vier Jahren in Singapur, glaubt, das <a title="AP: Coe: 2016 race closer than 2012 contest" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5iJ4hx2vr4BuGa6lE2HZFNrYDd9AgD9AIJAP80" target="_blank">Rennen ist knapper als 2005</a>.</p>
<p>Einige inhaltliche Schwerpunkte:Â  <span id="more-5161"></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>MADRID:</strong></span> Die Offerte kompakter Spiele hat die IOC-Kommission im Grunde Ã¼berzeugt. 23 von 33 SportstÃ¤tten seien bereits vorhanden, Probleme kÃ¶nne es beim Bau des Olympiastadions und der Kanu-Anlage geben. Die Kommission kritisiert aber, dass die spanische Doping-Gesetzgebung nicht mit dem Welt-Anti-Doping-Code der WADA harmonisiert. Sportminister Jaime Lissaventzky behauptete, man sei auf bestem Wege, dies bis Oktober zu klÃ¤ren. Es geht vor allem um Fragen der Meldepflicht und nÃ¤chtliche Dopingkontrollen. Inzwischen hat der spanische Ã¶ffentlich-rechtliche Rundfunk Ã¼brigens die Olympiarechte fÃ¼r 2016 erworben. Die von der <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Samaranch</a>-<a title="Samaranch must resign" href="http://jensweinreich.de/?p=5063" target="_self">Dynastie</a> unterstÃ¼tzte spanische Hauptstadt bleibt Favorit.</p>
<ul>
<li><a title="Madrid 2016" href="http://www.madrid2016.es/en/noticias/Paginas/Madrid2016lucharahastael2deoctubreparamostraralCOIqueeslamejoropcion.aspx" target="_blank">Die Bewerber sagen</a></li>
</ul>
<p><strong>RIO DE JANEIRO:</strong> Neben dem obligatorischen Hinweis auf die Sicherheitslage rÃ¼gt die IOC-Kommission das Transportsystem und mangelnde HotelkapazitÃ¤ten. Die FuÃŸball-WM 2014 kÃ¶nne helfen, Infrastrukturprobleme zu lÃ¶sen, andererseits sei die Vermarktung zweier Mega-Veranstaltungen schwierig. In SÃ¼damerika fanden noch nie Olympische Spiele statt. Es fÃ¤llt auf, dass im Evaluierungsbericht viel Platz verwendet wird, um die Idee Olympias fÃ¼r den Subkontinent zu beschreiben. Ein Hinweis auf Rios Chancen? Die Allianzen mit Spanien und Frankreich scheinen aussichtsreich zu sein.</p>
<ul>
<li><a title="Rio 2016" href="http://rio2016.org/en/Noticias/Noticia.aspx?idConteudo=997" target="_blank">Die Bewerber sagen</a></li>
</ul>
<p><strong>CHICAGO:</strong> In Fragen der Infrastruktur und Nachhaltigkeit schneidet die Stadt hervorragend ab. Erstaunlich auch, wie jetzt auch bekannt ist, dass fÃ¼r die Bewerbung 73 Millionen Dollar aus privaten Mitteln akquiriert wurden. Allerdings machen Chicago die fehlenden staatlichen BÃ¼rgschaften zu schaffen. Das IOC verlangt von allen Bewerbern, sÃ¤mtliche finanzielle Risiken zu Ã¼bernehmen und eventuelle Verluste der Organisationskomitees auszugleichen. Chicago aber kann bisher nur eine Garantie von 750 Millionen Dollar bieten und â€žprÃ¤sentiert dem IOC ein Risiko&#8221;, wie die Kommission notiert. Solche Botschaften kommen im WahlvÃ¶lkchen nie gut an. Chicagos Bewerberchef Pat Ryan versprach, das Problem bis Oktober zu lÃ¶sen.</p>
<ul>
<li><a title="Chicago 2016" href="http://www.chicago2016.org/our-plan/news/press-releases/ioc-evaluation-commission-confirms-chicago.aspx" target="_blank">Die Bewerber sagen</a>Â </li>
<li><a title="No Games in Chicago" href="http://nogames.wordpress.com/" target="_blank">No Games in Chicago</a></li>
</ul>
<p><strong>TOKIO:</strong> Die Bewerbung wird mit einer Bemerkung regelrecht abgekanzelt: Einige SportstÃ¤tten, die von den Japanern als existierend bezeichnet werden, mÃ¼ssen â€žtatsÃ¤chlich erst gebaut werden&#8221;, heiÃŸt es in dem Bericht.</p>
<ul>
<li><a title="Tokyo 2016" href="http://www.tokyo2016.or.jp/en/news/2009/09/tokyo_2016_starts_sprint_to_fi.html" target="_blank">Die Bewerber sagen</a></li>
</ul>
<p>Was mir sonst noch auffiel: In den vom IOC in Auftrag gegebenen Umfragen gehen die Zustimmungsraten in BewerberstÃ¤dten und LÃ¤ndern leicht zurÃ¼ck. DafÃ¼r steigen die Zahlen der Olympiagegner, wenngleich bescheiden.</p>
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		<item>
		<title>The IOC, the 2016 bidding race and the question of a secrect, democratic election</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 09:59:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>The major Olympic decision this year is the election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016 on the 2<sup>nd</sup> October in Copenhagen. This is the climax of a tough two-year-long worldwide competition. The bidding cities, and the finalists Chicago, Madrid, Rio de Janeiro and Tokyo, have spent hundreds of millions of US-dollars over the years. And they have planned billions of dollars for their Olympic projects. The final day of the race at the 121<sup>st</sup> IOC Session in Copenhagen is going to attract extraordinary worldwide attention. Head of states and government ministers from all four bidding countries are expected in Copenhagen.Â </p>
<p>All bidders expect a truly free, transparent and democratic election system. It is up to the International Olympic Committee, which was described as the &#8220;least accountable global organisation&#8221; in theÂ <a title="Das intransparenteste Unternehmen der Welt" href="http://jensweinreich.de/?p=2394" target="_self">2008 Global Accountibility Report</a>,Â to provide such anÂ election system.</p>
<p><strong>Several IOC members, talking to me under the condition of anonymity, have raised questions about the election system.</strong> They have criticized the so called Electronic Voting System (EVS) which was introduced by the IOC at the 111<sup>st</sup> Session in 2000 in Sydney.Â </p>
<p>&#8220;The principal reason for its introduction was to save time&#8221;, declares the IOC Press Office. &#8220;A manual round of voting and then counting of ballots took at least 30 minutes. Thus in a vote for the election of a Host City with 5 finalists, you could have up to 4 rounds of vote, thus over 2 hours of time.&#8221;Â </p>
<p>But, where is the problem? Is it inappropriate to spend &#8220;two hours of time&#8221; in a democratic election after an extensive and expensive worldwide competition?</p>
<p>I understand that there has been no official demand by IOC members so far to change the voting system in Copenhagen. But there has always been a discussion.Â </p>
<p>Do official IOC documents provide sufficient information about important Host City elections and give clear guidance?</p>
<p>Rule 34.3.2 of the <a title="The Olympic Charter" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_122.pdf" target="_blank">Olympic Charter</a> only states:</p>
<blockquote><p>&#8220;The election of the host city takes place after the Session has considered the report by the Evaluation Commission.&#8221;Â </p></blockquote>
<p>In its &#8220;<a title="2016 Candidature Precedure and Questionnaire" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1318.pdf" target="_blank">2016 Candidature Procedure and Questionnaire</a>&#8221; the IOC administration declares:</p>
<blockquote><p>1.1.12 Election of the Host City of the Games of the XXXI Olympiad in 2016</p>
<p><strong>The IOC members vote in secret ballot.</strong> The ballot will have as many rounds as necessary in order for one city to gain a majority of votes. After each round of voting, the city with the least number of votes is eliminated.</p></blockquote>
<p>But what exactly is a secret ballot?Â </p>
<p>There seems to be a lack of definition in the Olympic Charter.</p>
<p>The two main questions are:Â </p>
<ol>
<li><strong>Is the Electronic Voting System (EVS) to be considered as a &#8220;secret ballot&#8221;?</strong></li>
<li><strong>Is the EVS to be considered as a democratic election?Â </strong></li>
</ol>
<p>Within the European Union, and Denmark is part of the EU, it is being debated whether electronic voting systems are generally democratic or not.</p>
<p>With respect to the Electronic Voting System there is another irritating point:</p>
<p><strong><span id="more-4657"></span>The IOC doesn&#8217;t make any difference between procedural decisions and important elections.</strong> &#8220;We use the same EVS system for all electronic votes. Of course some votes are taken by a show of hands&#8221;, declares the Press Office.Â </p>
<p>In comparison to the IOC practice the FÃ©dÃ©ration Internationale de Football Association (FIFA) prefers a fundamentally different approach. Nicolas Maingot, Head of FIFA&#8217;s Media Department explains:Â </p>
<blockquote><p><strong>&#8220;First and foremost, it is essential to make the difference between decisions and elections. FIFA uses the Electronic Voting System for decisions, not for elections.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>FIFA has established the EVS at its 55<sup>th</sup> Congress 2005 in Marrakech. &#8220;The EVS proved to be an efficient, reliable and tamper-proof tool to faster and easier conduct a voting at the FIFA Congress&#8221;, says Mr Maingot and repeats:</p>
<p>&#8220;The EVS is only a voting and not an election system. Elections are still conducted with traditional polling booths. Except for the cases when the FIFA President is elected by acclamation as decided by the 57<sup>th</sup> FIFA Congress in 2007.&#8221;Â </p>
<p><strong>What about the results of electronic elections?</strong>Â </p>
<p>&#8220;The results are archived at the IOC and stored indefinitely&#8221;, informs the IOC Press Department. &#8220;Nobody&#8221; is allowed to see the voting results by name (by IOC member), says the statement:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;It is a secret ballot. With the system, it is impossible to know what each member voted for.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>There is only one difference: &#8220;With respect to the vote on the inclusion of Sports in the Olympic programme a notary is involved with respect to the sealing and maintaining of the votes.&#8221;Â </p>
<p>In comparison, FIFA describes its storage system as follows: &#8220;Regarding EVS, the results are being stored in a safe within the Home of FIFA for the duration of usually ten years. Regarding elections, the ballot papers are kept by the notary public. He/she notarises the correct process of the election and keeps the relevant papers with him/her.&#8221;Â </p>
<p>To the question how many FIFA officials are allowed to see the voting results by name, Mr. Maingot replies: &#8220;In principle, all delegates are allowed to look at the detailed result if they wish to. This applies only to polls, not to elections which are secret.&#8221;</p>
<p>The IOC administration says: &#8220;The IOC is fully satisfied with the current situation. Note that we always have as a backup the manual voting system if the EVS was to fail or if sufficient members were to request for a manual vote.&#8221;</p>
<p>I understand that it is up to the IOC members to request a secret ballot with traditional polling booths at the Copenhagen Session.</p>
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		<title>Samsung &amp; Co: â€œnatural partners&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 14:05:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Achtung, MÃ¼nchen! Achtung, Olympiabewerber! Der Konkurrent SÃ¼dkorea Pyeongchang Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband IAAF und sein tÃ¤ppischer, aber geschÃ¤ftstÃ¼chtiger PrÃ¤sident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost: IAAF signs major marketing partnership with Samsung Monte Carlo &#8211; The IAAF is delighted to announce the conclusion of a [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Achtung, MÃ¼nchen! Achtung, Olympiabewerber! Der <a title="Pyeongchang: Olympiafavorit fÃ¼r 2018" href="http://jensweinreich.de/?p=3624" target="_self">Konkurrent</a> <span style="text-decoration: line-through;">SÃ¼dkorea</span> <span style="text-decoration: line-through;">Pyeongchang</span> <a title="Der reichste Koreaner: IOC-Mitglied Lee Kun Hee" href="http://jensweinreich.de/?p=3727" target="_self">Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus</a>. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband <a title="IAAF signs major marketing partnership with Samsung" href="http://www.iaaf.org/aboutiaaf/news/newsid=50615.html" target="_blank">IAAF</a> und sein tÃ¤ppischer, aber geschÃ¤ftstÃ¼chtiger PrÃ¤sident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost:</p>
<blockquote><p><strong>IAAF signs major marketing partnership with Samsung</strong></p>
<p>Monte Carlo &#8211; The IAAF is delighted to announce the conclusion of a worldwide marketing partnership with Samsung, the world&#8217;s leading consumer electronicsâ€˜ brand concerning the World Championships in Athletics. Samsung has agreed to become an Official IAAF Partner of the 2009 and 2011 IAAF World Championships in Athletics and the 2010 IAAF World Indoor Championships.</p>
<p>Samsung will also help the above mentioned World Championships events with products andÂ  provide support for the IAAF&#8217;s Continental and National Championships programmes, thus providing a more direct benefit to the IAAF Areas and Member Federations. With the conclusion of this agreement, the IAAF secures its seventh marketing partner for the 2009 World Championships with the other partners being TDK, Toyota, adidas, Epson, Seiko and VTB as well as Official IAAF Supplier, Mondo. (&#8230;)</p>
<p>Samsung Electronics Co., Ltd. is a global leader in semiconductor, telecommunication, digital media and digital convergence technologies with 2008 consolidated sales of US$96 billion. Employing approximately 150,000 people in 134 offices in 62 countries, the company consists of two business units: Digital Media &amp; Communications and Device Solutions. Recognized as one of the fastest growing global brands, Samsung Electronics is a leading producer of digital TVs, mobile phones and TFT-LCDs. For more information, please visit <a href="http://www.samsung.com/">www.samsung.com</a></p>
<p>IAAF President Lamine Diack said: &#8220;I believe that the IAAF and Samsung are natural partners. I am very proud that a top corporation like Samsung, which is already renowned for its work with the Olympic movement, has now agreed to become the partner of athletics, which has such a historic connection with the summer Olympic Games.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Mein Beitrag im <a title="Sportportal des Deutschlandfunks" href="http://www.dradio.de/portale/sport/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> zur Lage der MÃ¼nchner Bewerbung vom Wochenende &#8211; mitÂ O-TÃ¶nen der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer Bernhard Schwank und Richard Adam sowie DOSB-General Vesper, eingeholt nach der letzten <a title="Notizen vom Sportausschuss (9): &quot;Berlino ist ein Klasse-SympathietrÃ¤ger&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3814" target="_self">Sportausschuss-Sitzung</a>:</p>
<p><a title="DLF vom 16. Mai 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/05/16/dlf_20090516_1952_be4e8df1.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Erst am 15. Oktober ist Bewerbungsschluss fÃ¼r Interessenten an den Winterspielen in neun Jahren. Bislang sieht es nach einem historischen geringen Interesse und deshalb schon rein rechnerisch nach einer guten Chance fÃ¼r MÃ¼nchen aus. MÃ¼nchens Olympiabewerber stellten sich in dieser Woche im Sportausschuss des Bundestages vor.</p>
<p>Bisher stehen nur Pyeongchang aus SÃ¼dkorea und Annecy in Frankreich als Konkurrenten fest. Das kann sich allerdings Ã¤ndern, vielleicht sogar noch Anfang Oktober nach der IOC-Entscheidung Ã¼ber die Sommerspiele 2016. Bernhard Schwank, einer von zwei GeschÃ¤ftsfÃ¼hrern der MÃ¼nchner Bewerbergesellschaft: &#8220;Also im Moment ist klar, mit wem wir nicht rechnen mÃ¼ssen. NÃ¤mlich mit Norwegen, mit Schweden und der Schweiz, die alle deutlich signalisiert haben, dass sie sich fÃ¼r 2018 nicht bewerben werden. Es gibt immer wieder Hinweise aus Kasachstan mit Almaty. Es gibt aus unserer Sicht keine Hinweise, dass zum Beispiel Harbin, das jetzt die Winter-Universiade ausgetragen hat, sich bewerben wird. Bleibt also aus unserer Sicht der 15. Oktober abzuwarten &#8211; und dann wissen wir es.&#8221;</p>
<p>Die grÃ¶ÃŸte Gefahr fÃ¼r MÃ¼nchens Bewerbung bleibt ein <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">Olympiasieg von Madrid</a>. Wenn die spanische Hauptstadt die Sommerspiele 2016 bekommt, sinken MÃ¼nchens Chancen exorbitant, weil die Spiele nach London, Sotschi und Madrid sicher nicht zum vierten Mal in Folge in Europa ausgetragen wÃ¼rden. Und diese Gefahr ist in dieser Woche gestiegen, weil sich das Exekutivkomitee der EuropÃ¤ischen Nationalen Olympiakomitees auf seiner Sitzung in Dubrovnik klar zur UnterstÃ¼tzung Madrids ausgesprochen hat.</p>
<p><span id="more-3886"></span>In MÃ¼nchen will man die internationalen VorgÃ¤nge nicht kommentieren, sondern sich auf die eigene Arbeit konzentrieren. Richard Adam, der zweite GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer: &#8220;Alles was jetzt ist, ist Spekulation. Wir wissen es im Oktober und dann kÃ¶nnen wir die Sache beurteilen. Weil es kann bis Oktober auch noch Ãœberraschungen geben. Wir wissen es einfach nicht.&#8221;</p>
<p>WÃ¤hrend Schwank fÃ¼r das technische Konzept zustÃ¤ndig ist, kÃ¼mmert sich Adam, ein Tourismusfachmann, um das Marketing und auch um die Finanzen. Der Finanzplan fÃ¼r eine etwaige Ausrichtung der Spiele, also die Erstellung von <a title="Finanzierung Olympischer Spiele" href="http://jensweinreich.de/?p=3771" target="_self">Organisations- und Infrastrukturetat</a>, wurde gerade ausgeschrieben. Belastbare Zahlen gibt es noch nicht. Die Hochrechnungen in den <strong><a title="Was das BMI zur Finanzierung der Olympiabewerbung sagt" href="http://jensweinreich.de/?p=2889" target="_self">Arbeitsgruppen der bayerischen Staatskanzlei und des Bundesinnenministeriums sind nicht bekannt</a></strong>.</p>
<p>Inzwischen beschÃ¤ftigt die Bewerber GmbH zwÃ¶lf Mitarbeiter. Und Adam reagiert auf Fragen nach den Finanzen schon ziemlich genervt &#8211; auch deshalb, weil es selbst in der Region Bayern schwer fÃ¤llt, die 30 Millionen Euro fÃ¼r die Bewerbungsphase einzutreiben. &#8220;Was die Finanzen betrifft. Es ist doch letztlich so, dass wir nicht in der GoldgrÃ¤bersituation sind, weltweit. Insofern tue ich mich immer schwer, wenn Leute, die dem Sport verbunden sind, immer so genÃ¼sslich, fast sadistisch auf dieser Frage herumreiten. Fest steht, wir mÃ¼ssen uns nicht mit RÃ¼cklagen beschÃ¤ftigen und stillen Reserven, wie sie angelegt werden. Aber es steht genauso gut fest, was wir zum Arbeiten brauchen, das haben wir. Es wird nicht bis zum Jahr 2011 reichen, deswegen mÃ¼ssen wir uns auch strecken, um die Finanzierung fÃ¼r die gesamte Bewerbung noch letztlich einzutreiben. Aber das gehÃ¶rt einfach dazu zu diesem GeschÃ¤ft.&#8221;</p>
<p>Zuletzt sind drei deutsche Bewerbungen &#8211; Berchtesgaden, Berlin und <a title="Das Ergebnis heiÃŸt ... Leipzig" href="http://jensweinreich.de/?p=192" target="_self">Leipzig</a> &#8211; desastrÃ¶s gescheitert. Am Ende aller drei Bewerbungen wiesen RechnungshÃ¶fe und Untersuchungskommissionen die kolossale Verschwendung von Steuermitteln nach. Gegen diese Tradition hat sich MÃ¼nchen zu behaupten. Michael Vesper, Generaldirektor des Hauptgesellschafters, des Deutschen Olympischen Sportbundes.</p>
<p>&#8220;Es ist schwieriger geworden, in Zeiten dieser riesigen Finanz- und Wirtschaftskrise Mittel einzuwerben und FÃ¶rderer zu gewinnen. Gerade deswegen kann man zufrieden sein mit dem bisher erreichten Stand der Zusagen, die noch nicht immer VertrÃ¤ge sind. Aber worauf sie anspielen, das ist ja die Verwendung von Steuergeldern. Bislang sind noch keine Steuergelder in diese Bewerbung geflossen. Es ist deswegen nach wie vor der Wille und die Absicht aller Gesellschafter, dass diese Bewerbung, wie das MÃ¼nchen ja versprochen hat, aus privaten Mitteln finanziert wird.&#8221;</p>
<p>NatÃ¼rlich flieÃŸen Steuermittel in die Bewerbung, verkappt und teilweise auch direkt. Ein Beispiel: Die Bob- und Rodelbahn am KÃ¶nigssee wird mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung saniert. Im Vergleich zum Projekt Leipzig 2012, fÃ¼r das bis zu 14 Milliarden Euro nÃ¶tig gewesen wÃ¤ren, wÃ¼rde die Austragung von Winterspielen allerdings bedeutend billiger sein. Aus der Erfahrung Leipzig habe der Sport in vielerlei Hinsicht gelernt &#8211; behaupten die SportfunktionÃ¤re.</p>
<p>&#8220;Wir haben gelernt, dass eine solche Bewerbung nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie nicht nur vom gesamten Sport, sondern von der gesamten Nation getragen wird. Wenn es darum keine politischen ScharmÃ¼tzel gibt, sondern wenn es einen Ã¼bergreifenden Willen gibt, diese Bewerbung zum Erfolg zu fÃ¼hren. Und diesen Eindruck habe ich bei der Bewerbung MÃ¼nchens um die Paralympics und die Olympischen Winterspiele im Jahr 2018.&#8221;</p>
<p>Vesper selbst hat damals als Minister in NRW die Bewerbung von DÃ¼sseldorf/Rheinruhr unterstÃ¼tzt. Schwank wurde kurz vor der Entscheidung im innerdeutschen Wettbewerb, im FrÃ¼hjahr 2003, Verwaltungschef des damaligen NOK.</p>
<p>&#8220;Als ich GeneralsekretÃ¤r wurde, daran kann ich mich noch erinnern, da war die Leipzig-Bewerbung weit fortgeschritten. Und wenn ich das so sagen darf: Die Fehler waren bereits gemacht. Und diese Fehler, die in der Grundausrichtung der Leipziger Bewerbung lagen und auch im Verfahren, dass da vorgeschaltet wurde, die haben wir, glaube ich, dieses Mal nicht gemacht, die haben wir vermieden. Und deswegen ist auch der Start und das weitere Vorgehen dieser Bewerbung zurzeit so stark und lÃ¤uft auf den richtigen Bahnen.&#8221;</p>
<p>FÃ¼r Schwank wird es in den nÃ¤chsten Monaten Ã¼brigens doppelt schwer. Denn er ist nicht nur OlympiageschÃ¤ftsfÃ¼hrer, sondern als Chef de Mission auch fÃ¼r das deutsche Team bei den Winterspielen 2010 in Vancouver verantwortlich.</p>
<p>&#8220;Im Moment ist die Arbeit als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer der Olympiabewerbung ein Fulltimejob und mehr als das. Als ich noch beim DOSB gearbeitet habe, haben wir schon an der Vorbereitung Vancouver gesessen und viele, viele Dinge schon auf den Weg gebracht. Dort gibt es hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen, die das weiter treiben. Mit denen bin ich regelmÃ¤ÃŸig in Kontakt und lasse mich informieren, fÃ¼hre aber auch selbst mit den VerbÃ¤nden von Zeit zu Zeit PlanungsgesprÃ¤che, um da voll auf dem Laufenden zu bleiben.&#8221;</p>
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		<title>Samaranch Junior</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 03:02:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein exklusiver GruÃŸ aus dem Herzen der groÃŸen olympischen Familie:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3395" title="Juan Antonio Samaranch Junior" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/samaranch-junior.jpg" alt="" width="500" height="344" /></p>
<p style="text-align: center;" mce_style="text-align: center;"><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" mce_href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen HÃ¤nde manikÃ¼rt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blÃ¼ht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind hat ihn der Vater eingefÃ¼hrt in diese Kreise, ihn und seine Schwester Maria Teresa. Juanito lacht. â€žKlar laufen die GeschÃ¤fte schlecht&#8221;, sagt er, wÃ¤hrend er an einem StÃ¼ckchen KÃ¤se kaut. â€žAber soll ich jetzt anfangen zu heulen? Das Leben geht weiter. Man muss sich jeden Tag zusammenreiÃŸen, heiÃŸ duschen &#8211; und arbeiten!&#8221;</p>
<p>Juanitos Vater leistete sich auch keine SchwÃ¤chephasen. Wenn einmal etwas misslang, bÃ¼gelte er diese Niederlage meist triumphal aus. Juan Antonio Samaranch, der 88 Jahre alte Senior, war von 1980 bis 2001 PrÃ¤sident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und ist seit 2001 EhrenprÃ¤sident. Juan Antonio Samaranch, der 49 Jahre alte Junior, in der Branche Juanito genannt, folgte seinem Vater 2001 ins IOC. Nun versucht er, wie einst der Papa, die Olympischen Sommerspiele nach Spanien zu holen. Der Senior lieÃŸ 1992 in Barcelona die Puppen tanzen. Dem Junior soll das 2016 in Madrid gelingen.</p>
<p>â€žMadrid ist der perfekte Ort fÃ¼r die Spiele&#8221;, sagt der Junior. â€žIn diesen unsicheren, kalten Zeiten kann Madrid Sicherheiten bieten.&#8221; Angeblich braucht Madrid weniger als 300 Millionen Dollar fÃ¼r den Bau der SportstÃ¤tten. Das klingt wie mÃ¤rchenhaft, zumal angesichts der gigantischen Etatsteigerungen der Olympiastadt London. â€žMadrid hat doch fast alles&#8221;, sagt Juanito.</p>
<p>Madrid hat vor allem zwei Samaranchs. Das hat sonst keiner.</p>
<p>Die Spanier sind eine Macht in der Sportpolitik. Juanito ist VizeprÃ¤sident des Weltverbandes im Modernen FÃ¼nfkampf und lobbyiert neuerdings fÃ¼r die Aufnahme von Golf ins Olympische Programm. Im vergangenen Herbst haben binnen weniger Tage drei Spanier die PrÃ¤sidentschaft in olympischen FÃ¶derationen Ã¼bernommen: Marisol Casado (Triathlon), JosÃ© Perurena Lopez (Kanu) und Leandro Negre (Hockey). Zwar stimmen sie nicht mit ab, wenn das IOC am 2. Oktober zwischen Madrid, Chicago, Tokio und Rio de Janeiro entscheidet, doch hat dieser Dreier-Coup die Konkurrenz verunsichert.<span id="more-3394"></span></p>
<ul>
<li>Die <a title="Bid Books der Olympiabewerber 2016" href="http://jensweinreich.de/?p=2915" mce_href="http://jensweinreich.de/?p=2915" target="_self">BewerbungsbÃ¼cher</a> von Madrid, Chicago, Rio und Tokio</li>
</ul>
<p>Die Spanier gelten als heimliche Favoriten, obgleich der Wettbewerb immer offener wird. â€žDer knappste, den ich je erlebte&#8221;, sagt Juanito. Geht es nach dem Beifall des FuÃŸvolkes, das auf der Messe Sportaccord in Denver die PrÃ¤sentationen der Bewerber verfolgte, so mÃ¼ssten die Spiele nach Rio gehen. Der Beifall war betrÃ¤chtlich, die PrÃ¤sentation hatte Witz, Charme und WÃ¤rme. IOC-Mitglied Carlos Guzman, daheim immer wieder in Skandale verwickelt, entwickelte Entertainer-QualitÃ¤ten.</p>
<p>Zwei Kernfragen bestimmen die Bewerbung. Die erste: Wird das IOC nach rein finanziellen Gesichtspunkten entscheiden, also darauf setzen, dass der Zuschlag fÃ¼r Chicago eine geschÃ¤tzte halbe Milliarde mehr bei den amerikanischen TV-Rechten bringen kÃ¶nnte? NBC, das seit 1993 schon mehr als sechs Milliarden Dollar in Olympia investiert hat, bleibt sicher auch 2016/2018 IOC-Partner. Nur wird der Vertrag in diesem Jahr kaum noch unterschrieben. Beide Seiten lassen sich Zeit. â€žWir mÃ¼ssen das Maximale herausholen, das ist unsere Aufgabe&#8221;, sagt IOC-Marketingdirektor Timo Lumme. â€žWir kÃ¶nnen warten.&#8221; Ein Olympiasieg von Rio wÃ¤re NBC die zweitliebste LÃ¶sung, wegen der geringen Zeitdifferenz lieÃŸen sich die Ãœbertragungen in der Primetime problemlos organisieren.</p>
<p>Die hitzige Diskussion um die olympischen Marketinganteile des US-Olympiakomitees (USOC), die in dieser Woche mit einer Resolution der Vereinigung aller SommersportverbÃ¤nde (ASOIF) eskalierte, in der 152 Millionen Dollar vom USOC gefordert worden, scheint IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge noch einmal beruhigen zu kÃ¶nnen. â€žDie Verhandlungen werden erst nach der Entscheidung Ã¼ber die Sommerspiele 2016 fortgesetzt&#8221;, sagt Samaranch Junior und nimmt vorweg, was Rogge erst am Schlusstag der Sitzungen in Denver verkÃ¼nden wollte. â€žDas ist gut so. Damit nimmt man endlich den Konflikt aus dieser Bewerbung.&#8221;</p>
<p>Die zweite Kernfrage lautet: Wie stark ist die sportpolitische Armada der Spanier wirklich? Dass der alte Samaranch noch immer rund 30 Stimmen bÃ¼ndelt, darunter die alten VerbÃ¼ndeten aus Russland und SÃ¼dkorea, darf als sicher gelten. Vor vier Jahren in Singapur, als London gewann, war Madrid auf den Olympiasieg programmiert. Der K.o. in der dritten Runde kam Ã¼berraschend und soll nur deshalb passiert sein, weil ein IOC-Mitglied auf dem elektronischen WahlgerÃ¤t eine falsche Taste gedrÃ¼ckt hatte. Es heiÃŸt, unter Zeugen habe Samaranch Senior damals dem spanischen KÃ¶nig Juan Carlos versprochen, die Spiele wÃ¼rden zu seinen Lebzeiten wieder in Spanien stattfinden.</p>
<p>â€žDas ist Unsinn&#8221;, sagt Juanito. â€žMein Vater wÃ¼rde nie etwas versprechen, was er nicht halten kann. Es ist eher anders herum: Der KÃ¶nig unterstÃ¼tzt uns in allem.&#8221; Der Senior Ã¼be nur eine beratende Funktion aus, erklÃ¤rt der Junior. â€žEr muss keine Stimmen beschaffen.&#8221;</p>
<p>Stille. Ein tiefer Blick in die Augen. Der IOC-EhrenprÃ¤sident beschafft also keine Stimmen, weiÃŸ womÃ¶glich nicht mal, wie so etwas geht? Das kann der Sohn doch nicht ernst meinen. TatsÃ¤chlich, Juanito muss grinsen.</p>
<p><em>(Den Beitrag wollte ich eigentlich am Freitag einigen Zeitungen anbieten. Doch ich habe vor lauter <a title="Das Finale ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3381" mce_href="http://jensweinreich.de/?p=3381" target="_self">Ablenkung </a>in der kurzen Nacht glatt vergessen, die Email mit dem Text abzuschicken. Nun steht er halt hier, und da steht er auch gut.)</em></p>
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		<title>IOC-AbsurditÃ¤tenkabinett</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 17:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/ioc-2016-final.JPG" alt="ioc-2016-final.JPG" /></p>
<p>&#8220;Final result&#8221; steht Ã¼ber dem Chart aus dem <a target="_blank" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1317.pdf">Bericht der IOC-Evaluierungskommission</a> zu den Bewerbern fÃ¼r die <a target="_blank" href="http://jensweinreich.de/?p=224">Sommerspiele 2016</a>, der vor wenigen Minuten verÃ¶ffentlicht wurde. Demnach liegt <strong>Doha</strong>, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, Austragungsort der Asienspiele 2006, einer mit den Olympischen Spielen problemlos vergleichbaren Veranstaltung, fast gleichauf mit dem vermeintlichen Olympiafavoriten <strong>Chicago</strong>. Vorn liegen <strong>Tokio</strong> und <strong>Madrid</strong>, gerade noch im grÃ¼nen Bereich ist <strong>Rio de Janeiro</strong>. Der Bericht schreibt den Kataris sogar die FÃ¤higkeit zu, Olympische Spiele auszurichten. Dennoch wurde Doha vom IOC-Exekutivkomitee in Athen heute Nachmittag aussortiert &#8211; wie Baku und Prag.</p>
<p>Die Finalisten bereiten sich nun auf die Entscheidung am 2. Oktober 2009 vor. Und das IOC, das nach wie vor Ã¼ber keine transparenten und klar nachvollziehbaren Regeln bei Olympiabewerbungen (und der Bewertung dieser Offerten) verfÃ¼gt, hat ein weiteres absurdes Kapitel seiner wenig ruhmreichen Geschichte geschrieben: Doha, so suggeriert es der Bericht auf Seite 94, wurde aussortiert, weil das von den Kataris vorgeschlagene Datum (14. Oktober bis 30. Oktober 2016) auÃŸerhalb der vom IOC prÃ¤ferierten Zeitmarke liegt (15. Juli bis 31. August).</p>
<p>NatÃ¼rlich gibt es andere GrÃ¼nde fÃ¼r den Rausschmiss der arabischen SportfÃ¼rsten. DarÃ¼ber wird noch ausfÃ¼hrlich zu reden sein. Vorerst nur ein paar Daten, die die LÃ¤cherlichkeit der Entscheidung unterstreichen. Ein Blick in die olympische Geschichte. Sommerspiele, obgleich noch nie in der WÃ¼ste,Â wurden zum Beispiel zu folgenden Terminen ausgetragen:</p>
<ul>
<li>22. November bis 8. Dezember 1956: Melbourne</li>
<li>25. August bis 11. September 1960: Rom</li>
<li>10. Oktober bis 24. Oktober 1964: Tokio</li>
<li>12. Oktober bis 27. Oktober 1968: Mexico City</li>
<li>26. August bis 11. September 1972: MÃ¼nchen</li>
<li>17. September bis 2. Oktober 1988: Seoul</li>
<li>15. September bis 1. Oktober 2000: SydneyÂ </li>
</ul>
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		<title>Monopoly 2016</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 12:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In ein paar Stunden wÃ¤hlt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fÃ¤llt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen. Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren Leipzig in der ersten Runde): Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In ein paar Stunden wÃ¤hlt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fÃ¤llt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.2016baku.org/"><img vspace="5" align="left" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/baku-2016-logo.thumbnail.png" hspace="5" alt="baku-2016-logo.png" /></a><a target="_blank" href="http://www.praha2016.org/olymp/jnp/en/home/index.html"><img vspace="5" align="right" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/prag-2016-logo1.thumbnail.JPG" hspace="5" alt="prag-2016-logo1.JPG" /></a>Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren <a href="http://jensweinreich.de/?p=192">Leipzig</a> in der ersten Runde): Die tapferen Sportkameraden aus Aserbaidshan mit ihrer Hauptstadt Baku und die Hobbybewerber aus Prag. Baku und Prag sind nicht ernst zu nehmen. Beide betrachten ihre &#8220;Bewerbung&#8221; vor allem als touristische Promotion. Mitunter dienen Bewerbungen, gerade die aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, aber auch als veritables MittelÂ  der GeldwÃ¤sche. Anzeichen dafÃ¼r gibt es viele. Vor einigen Jahren hat dies ein schwedischer Staatsanwalt, der sich mit Olympiabwerbungen beschÃ¤ftigte, sogar mal laut ausgesprochen: &#8220;Geld rein, Geld raus, und alles unter dem DeckmÃ¤ntelchen Olympischer Spiele.&#8221;</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.doha2016.org/en/index"><img vspace="5" align="left" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/doha-2016-logo.thumbnail.jpg" hspace="5" alt="doha-2016-logo.jpg" /></a>Nun zu den ernsthaften Kandidaten, die mÃ¶glicherweise allesamt in die Finalrunde kommen. Vielleicht aber sortiert das IOC von diesem Quintett noch ein oder zwei AnwÃ¤rter aus. Man weiÃŸ es nicht genau. Die Regularien sind auch unter Jacques Rogge alles andere als transparent. Nachdem vor einem Jahr in Guatemala die Ã–l-Oligarchen aus <a href="http://jensweinreich.de/?p=72">Putins</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=69">Reich</a> die <a href="http://jensweinreich.de/?p=67">Winterspiele</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=66">2014</a> gekauft haben, sind erstmals Ã–lscheichs vom Persischen Golf am Start. Olympiabewerbungen waren schon immer ein Milliarden-Monopoly. Mit den Kataris wird es nun besonders lustig. Geld spielt dort keine Rolle. Man hat es &#8211; und man weiÃŸ es auszugeben. Dabei kann man &#8211; um die Themen Geld und Moral mal auÃŸer Acht zu lassen &#8211; trefflichÂ darÃ¼ber streiten, ob es vielleicht doch Gegenden auf diesem Planeten gibt, in denen keine Spiele ausgetragen werden sollten: Die Antarktis und die SteinwÃ¼ste von Katar wÃ¤ren da sicher erste Kandidaten.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.rio2016.org.br/en/"><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/rio-2016-logo.thumbnail.JPG" alt="rio-2016-logo.JPG" /></a><a target="_blank" href="http://www.madrid2016.es/en/paginas/home.aspx"><img vspace="5" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/madrid-2016-logo.thumbnail.gif" hspace="5" alt="madrid-2016-logo.gif" /></a><a target="_blank" href="http://www.tokyo2016.or.jp/en/"><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/tokio-2016-logo1.thumbnail.JPG" alt="tokio-2016-logo1.JPG" /></a></p>
<p>Mit den Bewerbern aus Madrid und Tokio werde ich mich spÃ¤ter mal befassen. ZunÃ¤chst zu Chicago, demÂ Favoriten der <a target="_blank" href="http://www.gamesbids.com/english/index.shtml">Insider</a>-<a target="_blank" href="http://aroundtherings.com/">Dienste</a>. Die olympischen FachverbÃ¤nde und die Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC) setzen die Amerikaner gehÃ¶rig unter Druck. Es geht ums Geld, was sonst. Ich habe gestern morgen im Hotel Divani Caravel mit Chicagos Bewerberchef Patrick Ryan gesprochen und folgende (fÃ¼r diesen Blog natÃ¼rlich Ã¼berarbeitete) Geschichte fÃ¼r einige Zeitungen geschrieben:<span id="more-224"></span></p>
<blockquote><p><a target="_blank" href="http://www.chicago2016.org/News/Pages/home.aspx"><img vspace="5" align="right" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/chicago-2016-logo.thumbnail.jpg" hspace="5" alt="chicago-2016-logo.jpg" /></a></p>
<p>ATHEN. Wenn es darum geht, die VorzÃ¼ge seiner Stadt zu loben, ist <a target="_blank" href="http://www.chicago2016.org/bid-information/Pages/PatRyanBio.aspx">Patrick Ryan</a> um keinen Superlativ verlegen. Seine Botschaft ist ambitioniert und schlicht zugleich. Denn sie lÃ¤sst sich in einem Wort zusammenfassen: â€žWeltklasseâ€œ. Darunter macht es Ryan kaum. â€žWeltklasseâ€œ sei in Chicago so ziemlich alles, sagt Ryan, Chef des olympischen Bewerbungskomitees: Architektur, Kultur, Natur und Sport. Glaubt man Ryan, dem GrÃ¼nder und CEO des Versicherungskonzerns <a target="_blank" href="http://www.aon.com/default.jsp">Aon</a>, dann kann es im Jahr 2016 nur einen Ausrichter der Sommerspiele geben: Chicago.</p>
<p>Dumm nur, dass sich noch sechs andere StÃ¤dte fÃ¼r Olympia interessieren. Tokio, Rio de Janeiro, Doha (Katar), Baku (Aserbaidhan), Madrid und Prag sind Chicagos Konkurrenten. Am Mittwoch trifft das IOC-Exekutivkomitee in Athen eine Vorauswahl der Finalisten. Prag und Baku werden aussortiert, vielleicht sogar eine weitere Stadt. Chicago aber, das ist klar, wird dabei bleiben bis das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Oktober 2009 in Kopenhagen abstimmt. â€žChicagoâ€œ, sagt Ryan, â€žist der ideale Marktplatz fÃ¼r die olympische Bewegung.â€œ</p>
<p>Marktplatz ist ein gutes Stichwort. Denn rund um Chicagos Offerte wird gefeilscht wie auf einem orientalischen Basar. Die Bewerbung ist von der Diskussion um die olympischen Marketingeinnahmen Ã¼berschattet. Die 35 olympischen WeltverbÃ¤nde und die Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) wollen die Amerikaner schrÃ¶pfen.</p>
<p>Anfang der achtziger Jahre, als das IOC mit der Kommerzialisierung der Olympischen Spiele begann, wurden mit dem amerikanischen NOK (<a target="_blank" href="http://www.aon.com/default.jsp">USOC</a>) Sonderkonditionen ausgehandelt. Der Vertrag wurde zuletzt 1996 angepasst und galt lange als Geheimsache: Das USOC erhÃ¤lt 12,75 Prozent der amerikanischen TV-ErlÃ¶se und 20 Prozent aus dem IOC-Sponsorenprogramm TOP. Im Olympiazyklus 2005-2008 werden rund 364 Millionen Dollar an das USOC Ã¼berwiesen â€“ mehr als an alle anderen NOKâ€™s zusammen. Von 2009 bis 2012 darf das USOC sogar 450 Millionen erwarten.</p>
<p>â€žDas ist nicht fairâ€œ, sagt der Schweizer Denis Oswald, Chef der Vereinigung der 28 SommersportverbÃ¤nde (ASOIF) und IOC-Exekutivmitglied. â€žIn den achtziger Jahren kamen fast alle TOP-Sponsoren aus den USA, jetzt sind es gerade noch zwei oder drei.â€œ PrÃ¤zise betrachtet sind es sechs von zwÃ¶lf <a target="_blank" href="http://www.olympic.org/uk/organisation/facts/programme/sponsors_uk.asp">IOC-Sponsoren</a>: Coca-Cola, Kodak, Johnson &amp; Johnson, Gneral Electric, McDonald&#8217;s, Visa. Doch wenn es ums Geld geht, argumentiert selbst ein Jurist wie Oswald nicht immer faktenorientiert. Ob zwei, drei, sechs oder sieben ist letztlich egal: Die Amerikaner haben die gesamte Sportwelt gegen sich.</p>
<p>Manch FunktionÃ¤r, etwa das dÃ¤nische IOC-Mitglied Kai Holm, sagt laut, was alle denken: Wenn das USOC nicht auf einen Teil seiner Einnahmen verzichtet, hat Chicago keine Chance. Spricht man Pat Ryan darauf an, wird er leise und einsilbig. â€žDas hat mit der Bewerbung nichts zu tunâ€œ, sagt er. Was natÃ¼rlich nicht stimmt. Denn die Bewerbung ist das perfekte Druckmittel fÃ¼r alle, die sich grÃ¶ÃŸere StÃ¼cke vom olympischen Kuchen erhoffen.</p>
<p>Oswald fÃ¼hrt die Rebellion an, er ist auch Chef des Ruder-Weltverbandes. Anfang MÃ¤rz hatte er einen Brandbrief an seine Kollegen verschickt. Die USOC-Ãœberweisungen seien â€žmoralisch nicht lÃ¤nger zu akzeptierenâ€œ, schrieb Oswald. â€žWir brauchen eine faire LÃ¶sung. Und zwar baldâ€œ, sagt er in Athen. Er gehÃ¶rt gemeinsam mit dem Mexikaner Mario VÃ¡zqez Rana, Chef der Vereinigung der 205 NOK, und IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg zur kleinen Arbeitsgruppe, die sich mit dem USOC einigen soll. Warum aber sollte das USOC freiwillig Geld abgeben, wenn doch ein Kontrakt existiert? â€žDie Amerikaner behaupten, der Vertrag sei unbefristetâ€œ, sagt Oswald. â€žAber Europa kennt man so etwas nicht. Wir mÃ¼ssen da eine friedliche LÃ¶sung finden.â€œ</p>
<p>Chicagos Bewerberchef Ryan verweist auf die Verantwortlichkeit des USOC. â€žUSOC-PrÃ¤sident <a target="_blank" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Ueberroth">Peter Ueberroth</a> hat klar gemacht, dass das Problem recht bald gelÃ¶st wirdâ€œ, sagt er. Wann genau? â€žSehr bald.â€œ</p>
<p>Ueberroth aber, der sich olympisch unsterblich gemacht hat, weil er mit den Sommerspielen 1984 in Los Angeles Profit machte, kann nicht zaubern. Sein USOC, geplagt von Jahrzehnten der Misswirtschaft, braucht jeden Dollar. â€žWenn wir jetzt anfangen zu feilschen und hier und da ein paar Prozente verschieben, ist niemandem geholfenâ€œ, sagt er. â€žWir kÃ¶nnen aber den Kuchen verdoppeln. Dann haben alle mehr davon.â€œ</p>
<p>Wie das gehen soll? Erstmals seit Jahrzehnten wird um Sommerspiele gebuhlt, ohne dass die amerikanischen Fernsehrechte schon vergeben wÃ¤ren. Der Olympiasender NBC zahlt fÃ¼r 2010 (Winterspiele in Vancouver) und 2012 (Sommerspiele in London) rund 2,2 Milliarden Dollar. NBC wÃ¼nscht sich nach den Quoten-Desastern von Athen (2004) und Turin (2006) endlich wieder Spiele in der eigenen HemisphÃ¤re: mit Live-Ãœbertragungen zur Primetime â€“ und nicht mit zeitversetzten Konserven.</p>
<p>Ueberroth dreht den SpieÃŸ also um: Das IOC und die SportverbÃ¤nde kÃ¶nnten die Rechnung an den amerikanischen Konsumenten weiterreichen. Man mÃ¼sste nur NBC bedienen und Chicago zur Olympiastadt machen. Doch ob das dem Rest der Welt gefÃ¤llt?</p></blockquote>
<p>Gestern Abend hat sich die Diskussion etwas zugespitzt, wie Phil Hersh in der <em>Chicago Tribune</em> berichtet: <a target="_blank" href="http://www.chicagotribune.com/news/chi-us-olympic-revenue-share-jun05,0,3063304.story">&#8220;IOC official says &#8216;sign of goodwill&#8217; could help Chicago&#8217;s Olympic bid&#8221;</a>. Ich kann nicht recht verstehen, wie der IOC-PrÃ¤sident eine solche Aussage treffen kann: &#8220;A clear indication the USOC is willing to find a solution and not refusing a solution could be very good for Chicago. It would not have a negative impact [if there were no such sign], but this sign could have a positive impact.&#8221;</p>
<p>Normalerweise mÃ¼sste man sagen: Das ist Erpressung &#8211; und somit ein Fall fÃ¼r die IOC-Ethikkommission.</p>
<p>Wie auch immer, DenisÂ Oswald spricht von einer kurzfristigen LÃ¶sung und einer langfristigen. Inzwischen hat mir ein anderer PrÃ¤sident eines Weltverbandes Zahlen genannt: 30 Millionen Dollar mehr fÃ¼r die SportverbÃ¤nde. Das ist eine schÃ¶ne runde Summe, die Sinn macht: Denn im Programm der Sommerspiele sind derzeit 28 Sportarten &#8211; zwei weitere hÃ¤tte man gern dabei (auch wenn das IOC 2007 in Guatemala gerade beschlossen hat, es solle bei 28 Sportarten bleiben). Bliebe also eine schÃ¶ne Million fÃ¼r jeden. Andererseits: Was sind schon 30 Millionen fÃ¼r das USOC? Sollte man deshalb die Bewerbung Chicagos opfern?</p>
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