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	<title>jens weinreich &#187; lobbyismus</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten &#8230;&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 19:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Herbert Fischer-Solms hat gerade im Deutschlandfunk einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur bisherigen Berichterstattung über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an: Was bisher geschah &#8211; meine Zusammenfassung: : Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) hat &#8220;an der Qualität einige Dinge&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herbert Fischer-Solms</strong> hat gerade im <strong>Deutschlandfunk</strong> einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">bisherigen</a> <a title="Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/" target="_self">Berichterstattung</a> </strong>über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an:</p>
<p>Was bisher geschah &#8211; meine Zusammenfassung:</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1910_05b7472f.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>Klaus Riegert (CDU/<span style="text-decoration: line-through;">Schwäbischer Turnerbund</span>) </strong>hat &#8220;an der Qualität einige Dinge&#8221; in meinem &#8220;Statement&#8221;, &#8220;die man auch anders würdigen kann&#8221;, wenn ich ihn recht verstanden habe, was echt schwerfällt. Egal, hier auch das Interview mit demjenigen, der Öffentlichkeit und Transparenz scheut wie der Teufel das Weihwasser: Klaus Riegert, sportpolitischer Sprecher der Union.</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1938_358bfe99.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ich denke, dies und Riegerts erschreckend hilflos-ahnungslose Satzfetzen im <a title="zeit-online: Interview mit Klaus Riegert (CDU)" href="http://www.zeit.de/sport/2011-10/sportpolitik-riegert-presse-2/komplettansicht" target="_blank">Zeit-online-Interview</a> mit Oliver Fritsch erklären einiges.</p>
<p>Zum Abschluss schließlich das Interview von Herbert Fischer-Solms mit der Sportausschusschefin <strong>Dagmar Freitag (SPD/Deutscher Leichtathletik-Verband)</strong>, der die Entwicklung hörbar peinlich ist:</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1944_c5857dc5.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><em>Nachtrag, 4. November, 11.21 Uhr:</em> Ich wurde soeben von einem schwäbischen Leser darauf hingewiesen, dass Klaus Riegert nicht mehr Vizepräsident des <a title="Präsidium des Schwäbischen Turnerbundes" href="http://www.stb.de/stb/organisation/praesidium.html" target="_blank">Schwäbischen Turnerbundes</a> ist. Er war es lange Jahre, und auf der <a title="BT Klaus Riegert" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/R/riegert_klaus.html" target="_blank">Bundestags-Webseite</a> allerdings steht das bis zu diesem Moment auch noch so.</p>
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		<title>Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 12:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen: Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen:</p>
<blockquote><p>Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst vor Veränderung haben. Sie glauben, dass ihre bisherigen wirtschaftlichen und politischen Erfolge sie moralisch dazu berechtigen, die Regeln der neuen Welt bestimmen zu können. Sie wollen weiter erfolgreich und mächtig sein, ohne sich so radikal ändern zu müssen, wie es die neuen Umstände der digitalen Welt erfordern. (&#8230;)</p>
<p>Viele „Kartelle der Angst“ werden zwar nach und nach von den Realitäten überholt und politisch und wirtschaftlich marginalisiert. Doch wenn sie im Untergang ihre alte Macht rücksichtslos nutzen, können sie nicht nur vorübergehenden gesellschaftlichen Schaden verursachen.</p>
<p><em><strong>Pavel Mayer</strong>, MdL Berlin, Die Piratenpartei, in der <a title="FAZ.net: Die Antwort der Piraten" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/netzfreiheit-die-antwort-der-piraten-11495541.html" target="_blank">FAZ vom 16. Oktober 2011</a></em></p></blockquote>
<p>Schaun mer also mal, was die MdB im Sportausschuss, Lobbyisten und Wahrheitsbeuger wie Joachim Günther (FDP) und Klaus Riegert (CDU), mittelfristig <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">unter Ausschluss der Öffentlichkeit</a></strong> geplant haben.</p>
<p>Denn dieses <strong>Kartell der Angst</strong> will ja, so die Propaganda, nunmehr fachlich Höchstleistungen vollbringen und all das bieten, wozu es bisher unter den Augen von Journalisten und anderen interessierten Bürgern leider nicht in der Lage war:</p>
<ul>
<li>der Kontrollpflicht von BMI und Sportverbänden nachkommen,</li>
<li>sich professionell vorbereiten und fachlich kompetent sein &#8230;</li>
<li>&#8230; und etliches mehr. (Wer sich darüber ein Bild machen möchte, dem seien erneut meine <a title="tag Notizen vom Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/novosp/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss und viele andere Beiträge empfohlen</a>.)</li>
</ul>
<p>Jetzt aber wird alles anders.</p>
<p><a title="abgeordnetenwatch.de" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37894--f315487.html#q315487" target="_blank">Klaus Riegert</a> <a title="klaus-riegert.de - Erklärung seines Mitarbeiters Thomas Dorenburg" href="http://klaus-riegert.de/gaestebuch.php?SESSION_ID=d33da3c7d36e383449569076c0caf2d3" target="_blank">dumpft:</a></p>
<blockquote><p>In Blick auf ein effektives und fachpolitisches Arbeiten ist man daher zur ursprünglichen Form entsprechend der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages zurückgekehrt. Diesen Wechsel als einen „Skandal“ zu bezeichnen oder diesen in Verbindung mit „autoritären Systemen“ zu stellen, spricht für sich selbst.</p></blockquote>
<p>Joachim Günther <a title="joachimguenther.de" href="http://www.joachimguenther.de/" target="_blank">irrlichtert:</a></p>
<blockquote><p>Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll eine effizientere Arbeit ermöglicht werden. <strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong> Joachim Günther: &#8220;Auch ich stehe selbstverständlich für Themenanfragen zur Verfügung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da stimmt natürlich kaum etwas an diesen großen und kleinen Wahrheitsbeugungen. Oder soll ich etwa sagen: Lügen?</p>
<p>Zwei Beispiele nur, die belegen, dass der Steinzeit-Kommunikator Günther, der so gewiss auch in Nordkorea Karriere gemacht hätte, mitnichten stets zur Verfügung steht:</p>
<ul>
<li><a title="Ein Arbeitsprotokoll ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/" target="_self">Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB’s im Sportausschuss</a></li>
<li>Grit Hartmann: <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)</a> &#8211; sie schreibt &#8230;</li>
</ul>
<blockquote><p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht.</p></blockquote>
<p>So ist das mit der Wahrheit.</p>
<p>Noch einmal MdB Günther:</p>
<blockquote><p><strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong></p></blockquote>
<p>Und nun weiter mit den Fakten. Zurück zur Eingangsfrage:</p>
<p><strong>Was planen sie also in der nächsten Zeit, die Sportpolitiker des Bundes?</strong></p>
<p>Hier der Stand der Ermittlungen, aus dem Bundestag, die Themenliste <span style="text-decoration: line-through;">der kommenden Sitzungen</span> nichtöffentlichen Sitzungen des kommenden Jahres:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11014" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt1neu.png" alt="" width="498" height="769" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11015" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt2neu.jpg" alt="" width="499" height="338" /></p>
<p>Das ist, nun ja, nicht sehr viel.</p>
<p>Ist ja auch nichts los im Sportbusiness. Nichts, was aufzuarbeiten und zu diskutieren wäre. Nichts Dringendes, nichts Drängendes. Nichts, was die Öffentlichkeit interessieren könnte. (Es gibt keinen Formel-1-Bayern-LB-Bestechungsprozess, keine flächendeckende Korruption bei der FIFA und in vielen anderen Weltverbänden, keine Misswirtschaft in deutschen Sportorganisationen, keine Verstöße gegen Dopingregeln, keinen Handball-Prozess in Kiel &#8230; die Liste, was es alles nicht gibt, ließe sich ins Unendliche verlängern, denn die Welt ist in Ordnung.)</p>
<p><strong>Was also tun?</strong></p>
<ul>
<li><strong>1)</strong> Ich finde, weder Medien noch die sonstige Öffentlichkeit sollten das den CDU-CSU-FDP-Kameraden durchgehen lassen.</li>
<li><strong>2)</strong> Mit Glossen, die gestern und heute in einigen Zeitungen zu lesen waren, ist es allein nicht getan. Es bedarf klarerer Worte und Aktionen. Denn diese Steinzeit-Handlungen höhlen die Demokratie weiter aus.</li>
</ul>
<p>Und diejenigen aus der Opposition, die nun mit <a title="Grüne-PM" href="http://violavoncramon.de/aktuelles/aktuelles-news-single/article/angst_vor_der_oeffentlichkeit/" target="_blank">einiger</a> <a title="Linke-PM" href="http://www.linksfraktion.de/nachrichten/schwarz-gelbe-rolle-rueckwaerts/" target="_blank">Verspätung</a> das Vorgehen der Koalition <a title="SPD-PM" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58749,00.html" target="_blank">kritisieren</a>, gehen ja auch selten mit gutem Beispiel voran &#8211; überzeugende Sachpolitik im Sportausschuss jedenfalls stelle nicht nur ich mir anders vor. Jedenfalls nicht so, wie ich es seit einem Jahrzehnt im Sportausschuss erlebt habe. (Aber ich bin eben ein Träumer.)</p>
<p><strong>Michael Reinsch</strong> <a title="faz.net: Spiel mit verdeckten Karten" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/sportausschuss-spiel-mit-verdeckten-karten-11506055.html" target="_blank">sieht es ähnlich</a>, und er darf gewissermaßen als Doyen der Ausschuss-Berichterstatter gelten:</p>
<blockquote><p>Dass die Sportpolitiker von Union und Freien Demokraten der Öffentlichkeit die Tür ins Gesicht schlagen, ist nur deshalb kein Skandal, weil sie die Bedeutung des Ausschusses (&#8230;) ohnehin längst unterminiert haben.</p></blockquote>
<p>Nochmal: <strong>Was also tun?</strong></p>
<p>Einiges ist in den <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">Kommentaren</a> schon andiskutiert worden.</p>
<p>Es gibt viele Möglichkeiten.</p>
<ul>
<li><strong>3)</strong> Ich finde, ein <strong>partieller Medienboykott</strong> ist angebracht. Weder Blogger noch Journalisten sollten von den künftigen Ausschusssitzungen berichten. Das gilt auch für Nachrichtenagenturen.</li>
<li><strong>4)</strong> Wohl aber sollten diese Medienmenschen ihre frei werdende Zeit sinnvoll nutzen und geschlossen wichtige Hintergründe, Skandälchen und Skandale der real existierenden deutschen Sportpolitik <strong>recherchieren</strong>.</li>
</ul>
<p>Themen gibt es en masse.</p>
<p>Solche Skandale wie die <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Bremserrolle der Deutschen im internationalen Antidopingkampf</a>, wie gerade wieder von Grit Hartmann akribisch seziert, verdienen mehr Aufmerksamkeit. Weil derlei Recherchen ein Lügengebilde entlarven.</p>
<p><strong>Und das übrigens ist die wichtigste Aufgabe von Journalismus. </strong></p>
<p>Es zählt aber nicht zu Aufgaben von Journalisten, Informationsblockern und Wahrheitsallergikern wie Riegert, dem Teppichhändler (CDU) und/oder Günther (FDP) hinterherzulaufen und sich von ihnen erzählen zu lassen, <span style="text-decoration: line-through;">welche Spiele am iPad gespielt wurden</span> wie heldenhaft sie gerade unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Sportausschuss Demokratie gespielt haben, und derlei Propaganda dann ungeprüft und ungestraft unters Volk zu bringen.</p>
<p>No way.</p>
<p>Stattdessen sollten Journalisten und Blogger und interessierte Bürger vielmehr, zum Beispiel &#8230;</p>
<ul>
<li><strong>5)</strong> &#8230; die <a title="google search" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;oq=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=1&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=17347l20672l0l21032l2l2l0l0l0l0l134l134l0.1l1l0" target="_blank">Geschäfte des Joachim Günther (FDP)</a> durchleuchten,</li>
<li><strong>6)</strong> &#8230; das <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Eigenleben der in Bonn residierenden BMI-Sportabteilung</a> unter Gerhard Böhm beschreiben,</li>
<li><strong>7) </strong>&#8230; den Öffentlichkeitsblockern im Ausschuss Demokratie beibringen, nicht erst bei den nächsten Wahlen, wenn die Kreuze für die Piratenpartei gemacht werden.</li>
</ul>
<p>Es wäre viel mehr zu sagen, und es ist auch schon sehr viel gesagt worden, zur <strong><a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_self">Propagandamaschine</a></strong> (Lesebefehl, Namen und Zahlen beliebig austauschbar) und zum <a title="We are family: der kritische Schulterschluss von Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Schulterschluss von Sport und Politik</a> &#8211; hier und anderswo.</p>
<p>Was man &#8211; Bürger, Journalisten, Blogger &#8211; also tun könnte, das würde ich gern etwas ausführlicher besprechen.</p>
<p>Für mich ist dieser Vorgang ein Grund mehr, endlich meinen lang gehegten Plan umzusetzen, und unter dem Label &#8220;Sport and Politics&#8221; eine sportpolitische Berichterstattung anzubieten, die weit über das hier im Blog angebotene hinausgeht und national wie international eine Marktlücke füllt.</p>
<p><strong>Any thoughts? Vorschläge? Lasst uns sammeln und diskutieren &#8211; Sofortmaßnahmen, Recherchethemen. Alles.</strong></p>
<p><strong>Nachtrag, </strong><strong></strong><strong>20.58 Uhr: </strong></p>
<ul>
<li><a title="JonathanSachse.de" href="http://jonathansachse.de/?p=1198" target="_blank">Jonathan Sachse reagiert auf seinem Blog:</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Vor drei Jahren habe ich meine Studium-Abschlussarbeit über “Crowdsourcing in Sportvereinen” geschrieben. Von dem Modell der “Weisen Masse” bin ich überzeugt. Man muss die Möglichkeiten der modernen online Datenbank nur sinnvoll einsetzen. Nach der passenden Mechanik muss sicherlich noch gesucht werden.</p></blockquote>
<p><strong>21.21 Uhr:</strong></p>
<p>Daniel Drepper schreibt in seinem Blog:</p>
<blockquote><p>Wofür braucht es noch einen Sportausschuss, wenn er weder entscheiden kann, noch öffentliche Diskussionen bietet?</p></blockquote>
<p>&#8230; und wenn er seiner Kontrollfunktion nicht nachkommt?</p>
<p><strong>Es braucht ihn gar nicht (mehr).</strong></p>
<p>Das sieht Perikles Simon offenbar auch so:</p>
<blockquote><p><strong><a title="n-tv.de" href="http://www.n-tv.de/sport/Doping-Jaeger-plagen-Zweifel-article4316346.html" target="_blank">Ausgelacht von Sportpolitikern</a></strong></p>
<p>In Freiburg tauchten Feinde des Anti-Doping-Kampfes aus den verschiedensten Ecken auf. Perikles Simon, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der Uni Mainz und einer der Hoffnungsträger der Branche, berichtete in einer Diskussion eher beiläufig, dass er von einer Gruppe deutscher Sportpolitiker eingeladen und um Rat gefragt worden war. Er sei ausgelacht worden, als er die Notwendigkeiten für einen effektiven Anti-Doping-Kampf erläuterte. Simon: <strong>&#8220;Glauben Sie, da gehe ich noch einmal hin?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Was der Sportinformationsdienst in dieser Meldung flapsig als &#8220;Gruppe deutscher Sportpolitiker&#8221; bezeichnet, war: der Sportausschuss.</p>
<p>Ich meine, es handelte sich um <a title="Die miserable Erfolgsquote der Dopinganalytik – und die Erfolgsmeldung von BMI, NADA und BVA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/" target="_self">diese Sitzung vor einem Jahr (hier findet sich auch der Vortrag von Simon)</a>, bei der sich der nun wirklich verdienstvolle Wissenschaftler heftiger Angriffe erwehren musste.</p>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 13:52:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; und einige von ihnen wollen auch nicht länger beschrieben lesen, wie faul und dumm und verantwortungslos sie eigentlich agieren, diese &#8220;Volksvertreter&#8221;. Jonathan Sachse beschreibt auf seinem Blog gerade, was seit gestern in der Szene kursierte und uns bereits alarmierte: CDU-Sportlobbyist Klaus Riegert hat zu Beginn der heutigen Sitzung (von Grit Hartmann professionell medial vorbereitet) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und einige von ihnen wollen auch nicht länger beschrieben lesen, wie faul und dumm und verantwortungslos sie eigentlich agieren, diese &#8220;Volksvertreter&#8221;.</p>
<p><a title="Jonathan Sachse" href="http://jonathansachse.de/?p=1144#more-1144" target="_blank">Jonathan Sachse</a> beschreibt auf seinem Blog gerade, was seit gestern in der Szene kursierte und uns bereits alarmierte: CDU-Sportlobbyist Klaus Riegert hat zu Beginn der heutigen Sitzung <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">(von Grit Hartmann professionell medial vorbereitet)</a> eine Abstimmung beantragt, die Öffentlichkeit auszuschließen. Dauerhaft nunmehr.</p>
<div id="attachment_11002" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-11002  " title="Screenshot www.jonathansachse.de" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/josa-screen.jpg" alt="" width="492" height="277" /><p class="wp-caption-text">Screenshot www.jonathansachse.de</p></div>
<p>Ein Skandal mehr.</p>
<p>Eine Spezialdemokratie.</p>
<p>Versagen von Politik.</p>
<p>Demonstration von Macht, Dummheit und Arroganz.</p>
<p>Unterirdisch<em> (ja, ich benutze das Wort noch einmal, für die nächste Obleute-Sitzung)</em>.</p>
<p>Unfassbar.</p>
<p>Und doch wiederum logisch.</p>
<p>Es ist halt schwierig, Lobbyisten und Steinzeitmenschen, die ein fürstliches Abgeordnetensalär beziehen, demokratische Gepflogenheiten beizubringen. Kommunizieren ist nicht Jedermanns Sache.</p>
<p>Die Vorgeschichte für diese Entscheidung ist in diesem Blog zu finden. In der Bundestags-Saison 2008/2009 habe ich mit den &#8220;Notizen vom Sportausschuss&#8221; eine neue Form der sportpolitischen Berichterstattung begonnen &#8211; Live-Berichterstattung, die zum <a title="GOA 2009" href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=950" target="_blank">Grimme-Online-Award</a> beitrug und von der Jury ausdrücklich erwähnt wurde.</p>
<ul>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/15/notizen-vom-sportausschuss-des-bundestages/">Notizen vom Sportausschuss (1): WM 2010 in Südafrika</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/17/notizen-vom-bundestags-sportausschuss-2-bdr-fordermittel/">Notizen vom Sportausschuss (2): Steuermittel für den BDR?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/19/notizen-vom-sportausschuss-klamauk-oder-i-want-to-break-free/">Notizen vom Sportausschuss (3): “I want to break free”</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/22/notizen-vom-sportausschuss-%e2%80%9eden-mangel-kann-man-nicht-durch-mangel-beseitigen/">Notizen vom Sportausschuss (4): „Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.”</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/">Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/notizen-vom-sportausschuss-6-profifusball-vs-amateurfusball/">Notizen vom Sportausschuss (6): Profifußball vs Amateurfußball</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/update-sportausschuss-6-totengraber-des-amateurfusballs/">update Sportausschuss (6): Totengräber des Amateurfußballs</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/04/22/notizen-vom-sportausschuss-7-dopingkontrollen-und-datenschutz/">Notizen vom Sportausschuss (7): Dopingkontrollen und Datenschutz</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/06/notizen-vom-sportausschuss-8-das-machen-wir-schriftlich/">Notizen vom Sportausschuss (8): “Das machen wir schriftlich!”</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/notizen-vom-sportausschuss-9-oder-berlino-ist-ein-klasse-sympathietrager/">Notizen vom Sportausschuss (9) oder: “Berlino ist ein Klasse-Sympathieträger&#8221;?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/27/notizen-vom-sportausschuss-10-doping-im-freizeit-und-breitensport/">Notizen vom Sportausschuss (10): Doping im Freizeit- und Breitensport</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/17/notizen-vom-sportausschuss-11/">Notizen vom Sportausschuss (11): “eine besondere Art Mensch”</a></li>
<li><a title="Die Qual der Wahl oder die Einheitsfraktion des Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/09/27/die-qual-der-wahl-oder-die-einheitsfraktion-des-sports/" target="_self">Die Qual der Wahl oder: die Einheitsfraktion des Sports</a></li>
<li><a title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">“We are family”: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft</a></li>
</ul>
<p>u.v.a.m.</p>
<p>Das kam nicht gut an bei vielen Abgeordneten.</p>
<p>Zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung zählte, dass ich die Sportlobbyisten stets als das beschrieb, was sie sind: <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/14/die-umfaller-sportlobbyisten-im-bundestag/" target="_self">Sportlobbyisten</a>. Und dass diese Beschreibung von Kollegen aufgenommen wurde.</p>
<p>Sie haben oft darüber beraten und wollten sich beschweren bei Chefredaktionen und Intendanten.</p>
<p>Zu Beginn der Legislaturperiode hat CDU-Riegert schon einmal den Vorstoß unternommen, die Sitzungen wieder dauerhaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten. <a title="Dagmar Freitag sagt: “Sportausschuss soll weiter öffentlich tagen”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/dagmar-freitag-sagt-sportausschuss-soll-weiter-offentlich-tagen/" target="_self">Soweit ist es damals nicht gekommen.</a> Die Sportausschuss-Chefin Dagmar Freitag (SPD) erklärte:</p>
<blockquote><p><strong>Sportausschusssitzungen müssen öffentlich bleiben</strong></p>
<p>Zur für den 25. November 2009 geplanten Konstituierung der Ausschüsse des Deutschen Bundestages erklärt die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Freitag:</p>
<p>Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages hat in der abgelaufenen Legislaturperiode grundsätzlich öffentlich getagt und Sportpolitik transparent gemacht. Sportinteressierte konnten die Standpunkte der Fraktionen live verfolgen, Journalisten konnten auf ungefilterte Originalstatements zurückgreifen. Die Arbeit des Sportausschusses und damit auch die Bedeutung der Sportpolitik wurden dank überregionaler Berichterstattung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (…)</p></blockquote>
<p>Das Vorhaben der CDU/FDP hatte ich damals mit Anfragen an die Abgeordneten und diesem Beitrag hier ein wenig torpediert:</p>
<ul>
<li><a title="Der neue Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/16/der-neue-sportausschuss/" target="_self">Der neue Sportausschuss</a></li>
</ul>
<p>Aber jetzt ist es passiert.</p>
<p>Nachdem bei der letzten Sitzung <a title="Daniel Drepper" href="http://www.danieldrepper.de/liveblog-aus-dem-sportausschuss-sport-und-korruption/" target="_blank"><strong>Daniel Drepper</strong></a> die feine Tradition des BT-live-bloggings wieder belebt hatte und auch <strong>Robert Kempe</strong> im Deutschlandfunk <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1583416/" target="_blank">(Disziplinlosigkeiten im Sportausschuss)</a> und <strong>Oliver Fritsch</strong> auf Zeit-online <a title="Nickerchen im Sportausschuss" href="http://www.zeit.de/sport/2011-09/korruption-andersen-sportausschuss-bundestag/komplettansicht" target="_blank">(Nickerchen im Sportausschuss)</a>wahrheitsgemäß beschrieben haben, was die Abgeordneten so treiben. Zum Beispiel Karten spielen auf dem iPad:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Welch geringe Bedeutung dem Thema Korruption seitens deutscher Politiker beigemessen wird, war offensichtlich. Vor allem die Mitglieder der Regierungsfraktionen wirkten desinteressiert bis undiszipliniert. Nicht alle konnten während der dreistündigen Sitzung die Augen offenhalten, manche spielten mit ihrem iPad. Die Volksvertreter hinterließen einen uninformierten Eindruck. Als der längst bekannte Fakt zur Sprache kam, dass der Fifa-Präsident Blatter im Frühjahr aus undurchsichtigen Gründen zwanzig Millionen Euro an Interpol gespendet hatte, ging ein Raunen durch den Saal.</p>
<p>Die Gleichgültigkeit lässt sich erklären. Mit dem Sport verscherzt es sich der Politiker nicht gerne: &#8220;Wo der Sport ist, sind die Kameras.&#8221; (Andersen) Im Sportausschuss sitzen zudem einige Mitglieder, die gleichzeitig Sportämter innehaben. Die Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) ist Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletikverbands. Frank Steffel (CDU) ist Präsident des Berliner Handballvereins Füchse. Interessenskonflikte, die sich am besten an Reinhard Grindel (CDU) ablesen lassen. Er ist Abgeordneter des Bundestags, kandidiert als Vizepräsident für den Niedersächsischen Fußballverband, leitet die neue Antikorruptionskommission des DFB – und saß als externer Sachverständiger am Tisch. Entsprechend verharmlosend waren seine Einwürfe über Theo Zwanziger. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Dies sei, so faselte Riegert wohl gerade im Ausschuss, die Spitze des Eisbergs gewesen.</p>
<p>Dies war nichts anderes als verantwortungsvoller Journalismus. (In den Nachrichtenagenturen, die von dieser Sitzung berichteten, war davon natürlich nichts zu lesen.)</p>
<p>Und dann kamen auch noch so großartige, aufdeckende Artikel wie <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">dieser hier</a> von Grit Hartmann hinzu.</p>
<p>Das verträgt er nicht, der Herr Abgeordnete.</p>
<p><strong>17.41 Uhr:</strong> Ich habe kein Problem damit, diese <a title="spd.de" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58749,00.html" target="_blank">SPD-Pressemitteilung</a> komplett zu veröffentlichen.</p>
<blockquote><p><strong>Sportausschuss braucht Öffentlichkeit</strong></p>
<p>Zur heute in nichtöffentlicher Sitzung gefallenen Entscheidung, den Sportausschuss des Deutschen Bundestags fortan ohne Beteiligung der Öffentlichkeit tagen zu lassen, erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Martin Gerster:</p>
<p>Lebendige Demokratie braucht die öffentliche Debatte. Das gilt insbesondere beim Thema Sport, der in vielerlei Hinsicht von öffentlicher Begeisterung und transparenten, kontrollierbaren Regeln lebt. Heute haben CDU/CSU und FDP im Sportausschuss des Deutschen Bundestages hinter verschlossenen Türen entschieden, die Debatten im Sportausschuss nicht mehr der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein verheerendes Signal in einer Zeit, in der demokratische Politik immer stärker um das Vertrauen der Bevölkerung kämpfen muss und immer weniger Menschen bereit sind, sich in Parteien und Vereinen zu engagieren. Die Motive, die der schwarz-gelben Rückkehr zur Hinterzimmerpolitik zugrunde liegen, sind ebenso einfach wie blamabel: Die Regierungskoalition hat Angst vor schlechter Presse.</p>
<p>Aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion ist das auf keinen Fall hinnehmbar. Auch im Feld der Sportpolitik muss Politik öffentlichen Gegenwind aushalten. Es ist schlicht unglaubwürdig, im Bereich der Dopingbekämpfung und des Sportbetrugs maximale Transparenz schaffen zu wollen und sich gleichzeitig der öffentlichen Berichterstattung über die eigene politische Arbeit zu entziehen. Leider wurde die Entscheidung mit Regierungsmehrheit durchgedrückt. Ein mehr als unsportliches Manöver und ein grobes Foul gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.</p></blockquote>
<p>Im Prinzip kann ich das unterschreiben. Allerdings muss ich hinzufügen: Auch SPD-Sportsprecher Martin Gerster und Ausschuss-Chefin Dagmar Freitag haben Anteil daran, dass der Sportausschuss in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Auch wenn sie heute anders als die Regierungsfraktion gestimmt haben sollten.</p>
<p><strong>18.21 Uhr:</strong></p>
<ul>
<li>Christoph Wolf auf n-tv.de: <a title="n-tv.de" href="http://www.n-tv.de/sport/Sportausschuss-schliesst-Buerger-aus-article4623266.html" target="_blank">Keine Transparenz, keine Kritikfähigkeit &#8211; Sportausschuss schließt Bürger aus</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der Sportausschuss des Bundestages tagt künftig wieder hinter verschlossenen Türen. Aus Verärgerung über kritische Medienberichte, die von schlafenden, uninformierten oder auf iPads spielenden Teilnehmern berichten, beantragt CDU-Mann Klaus Riegert das Ende der Transparenz &#8211; und hat damit Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>18.28 Uhr:</strong> Wie hat <strong>Riegert</strong> seinen Antrag begründet?</p>
<p>Gemäß Ohrenzeugen u.a. damit, dass es für die Öffentlichkeit ein <strong>&#8220;Privileg&#8221;</strong> sei, <strong>&#8220;dabei sein zu dürfen&#8221;</strong>.</p>
<p>Wenn sich die Privilegierten nicht benehmen, also korrekt berichten, entzieht man ihnen kurzerhand die Privilegien. Die Berichterstattung kürzlich über die iPad-Spiele und die Nickerchen sei nur &#8220;die Spitze des Eisbergs&#8221; gewesen. In gewissen <a title="www.jensweinreich.de" href="http://www.jensweinreich.de" target="_self">Blogs</a> gebe es <strong>&#8220;krassere Beispiele&#8221;</strong>.</p>
<p><strong>27. Oktober, 13.14 Uhr:</strong> Der Kommentar von <strong>Michael Reinsch</strong> in der FAZ steht jetzt online. Gut:</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/sportausschuss-spiel-mit-verdeckten-karten-11506055.html" target="_blank">Spiel mit verdeckten Karten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der Sportausschuss des Bundestags hat seine Türen wieder geschlossen. Er geht damit den Weg zurück in den Dunstkreis, in dem Funktionäre und Politiker in Hinterzimmern mauscheln. (&#8230;)</p>
<p>Dass die Sportpolitiker von Union und Freien Demokraten der Öffentlichkeit die Tür ins Gesicht schlagen, ist nur deshalb kein Skandal, weil sie die Bedeutung des Ausschusses, der vor zehn Jahren noch die Entschädigung für Opfer des Dopings in der DDR initiierte, ohnehin längst unterminiert haben. (&#8230;)</p>
<p>Das Unterhaltungsprogramm auf Phones und Pads, dem sich mancher der Abgeordneten während der Ausschusssitzungen wohl auch weiterhin hingeben wird, war nicht nur Gastrednern unangenehm aufgefallen, die feststellen mussten, dass sie ins Leere sprachen. Es sprang auch Besuchern ins Auge, die auf der Galerie über den Parlamentariern saßen &#8211; und nicht selten sehr erstaunt waren von den Gegenständen parlamentarischer Konzentration. Nun standen die Abgeordneten vor der Frage, ob sie verbieten wollten, dass ihnen Gäste weiter über die Schulter auf die Patiencen gucken oder ob sie sich so gut vorbereiten und konzentrieren wollen, dass sie eine sportpolitische Debatte mit offenen Karten bestehen können. Ihre Antwort sagt alles.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III): die Finanzierung der WADA</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 16:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Grit Hartmann Zur Einstimmung ein Filmchen. Alleindarsteller: Sportminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Ein Ausschnitt aus der jüngsten Folge der beliebten Reihe „Sie fragen – der Minister antwortet“. Diesmal salbungsvolle Worte zum Fairplay im Sport. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Diese Aussagen noch einmal zum Nachlesen: Als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p>
<p>Zur Einstimmung ein Filmchen. Alleindarsteller: Sportminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Ein Ausschnitt aus der <a title="BMI" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Videos/DE/Podcast/Fairplay/fairplay_podcast.html" target="_blank">jüngsten Folge</a> der beliebten Reihe <em>„Sie fragen – der Minister antwortet“</em>. Diesmal salbungsvolle Worte zum Fairplay im Sport.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Diese Aussagen noch einmal zum Nachlesen:</p>
<blockquote><p>Als Sportminister ist es für mich natürlich wichtig, Chancengleichheit im Sport auch zu erzeugen. Und das wichtigste Thema in dem Zusammenhang ist die Bekämpfung von Doping. Doping bedeutet, dass die Chancen nicht gleich sind, sondern dass unfair gearbeitet wird, und deswegen ist für mich die Bekämpfung von Doping ein wichtiger Punkt, national wie international. Und das ist meine Aufgabe als Sportminister, die ich insbesondere unter diesem Aspekt – Chancengleichheit – sehe.</p></blockquote>
<p>Dass Friedrich sogar den Kopf bei Ersterwähnung des D-Worts schüttelt, lässt das darstellerische Talent des Ministers ahnen. Denn die politische Realität kann er nicht meinen. Der Mann, der bisher eher durch Neigung zu den populären Seiten der Leibesübungen auffiel, auf der Tribüne, wenn deutsche Kicker antraten, oder als Redner bei Verbandsjubiläen. Morgen (Mittwoch, 26. Oktober) soll bekanntlich der Sportausschuss dem Begehr seines Hauses zustimmen, die Beiträge für die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf derzeitigem Niveau einzufrieren. Diese Unternehmung, inzwischen eine europäische, startete im Juni 2010 Gerhard Böhm, Chef der Sportabteilung im BMI. Seine Begründung:</p>
<p><strong>Eingedenk der globalen Finanzkrise sei es „schwierig, ein kontinuierlich steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln“.</strong></p>
<p>Deutschland spart damit phänomenale 10.000 Euro.</p>
<p>Der WADA aber, die u.a. für die laut Friedrich so wichtige Chancengleichheit zu sorgen hat (Ein anderes Thema: Sie erledigt das ungenügend, allerdings auch, weil sie mit 27 Millionen Dollar im Jahr unterfinanziert ist.), geht viel mehr verloren, denn alle ihre Finanziers aus Politik und Sport müssten mitziehen. Auch der deutschen NADA streicht Minister Friedrich die jährliche Million fürs Stiftungskapital, die Zahlung war von Beginn an befristet. Aber immerhin: Die Million vom Bund fürs Dopingkontrollsystem soll, anders als geplant, auch in 2012 noch fließen.</p>
<p>Die famose Initiative des BMI, der WADA zwei Prozent Plus und damit einen Inflationsausgleich nicht zu genehmigen, wäre vermutlich niemals öffentlich geworden, hätte nicht die grüne Abgeordnete Viola von Cramon die letzten Weihnachtsferien in Montreal verbracht und dort auch die WADA-Zentrale besucht. WADA-Generaldirektor David Howman hatte dann, <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">im Januar, kein Problem, sein Unverständnis öffentlich zu artikulieren</a>.</p>
<p>Im Juni setzte der Sportausschuss die WADA-Frage auf die Tagesordnung <strong>einer erstaunlicher Weise nicht-öffentlichen Sitzung</strong>.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34-SpA-Protokoll.pdf"><img class="size-large wp-image-10956 aligncenter" title="Protokoll 34. Sitzung des Sportausschusses im BT" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34sitzung-sa-1024x616.jpg" alt="" width="491" height="296" /></a></p>
<p>Hier das 51 Seiten starke Wortprotokoll dieser 34. Sitzung. Viel Stoff, der erstens die Frage aufwirft, was denn da der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt werden sollte. Aus heutiger Sicht ist, zweitens, recht spannend, was die Volksvertreter der Union und der FDP den WADA-Justiziar Olivier Niggli alles NICHT gefragt haben.</p>
<ul>
<li><a title="Protokoll 34. Sitzung BT Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34-SpA-Protokoll.pdf" target="_blank">Protokoll 34. Sitzung des Sportausschusses</a> (pdf, 51 Seiten, 538 kb)</li>
</ul>
<p><a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/" target="_self"><strong>Vor vier Wochen</strong></a> lieferte Howman dann eine bemerkenswerte Zahl: Die deutschen Beiträge für die WADA sind 2011 sogar niedriger als im ersten Zahljahr 2002, was am starken Euro (im Vergleich zum Dollar) liegt. Der WADA-Beamte fand dann zu ungewöhnlicher Deutlichkeit gegenüber Berlin, er sprach von „Feindseligkeit“ und „Politikergeschwafel“.</p>
<p><a title="DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1580740/" target="_blank"><strong>Vor zwei Wochen</strong></a> haben Abgeordnete des Sportausschusses (nicht die der Koalition, bis auf eine Ausnahme) für den DLF Fragen dazu beantwortet.</p>
<p>Vor einer Woche wurde, unter mäßigem Interesse, anberaten. Nachzulesen ist diese Entwicklung hier, in Beiträgen auch von Robert Kempe:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1376181/">DLF, 29.1.2011: Bremser im internationalen Antidopingkampf</a></li>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1478087/ ">DLF, 8.6.2011, Robert Kempe: 9000 Euro</a></li>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1568914/">DLF, 2.10.2011: Feindseliges gobbledygook</a></li>
<li><a title="DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1580740/" target="_blank">DLF, 16.10.2011: Ausflüchte und Ablehnung</a></li>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1583416/">DLF, 19.10.2011, Robert Kempe: Disziplinlosigkeit im Sportausschuss</a></li>
</ul>
<p>Morgen wird abgestimmt. Von SPD und Grünen liegen zwei Änderungsanträge zum BMI-Haushaltstitel 68614, Zuschuss an die Welt-Anti-Doping Agentur WADA, vor. Für die Linke schreibt deren sportpolitische Sprecherin Katrin Kunert, ihre Partei schließe sich diesen Anträgen an:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Brief-Linke.pdf"><img class="size-large wp-image-10965 aligncenter" title="Brief Linke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Brief-Linke-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p>Der Antrag der Grünen:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-Grüne.pdf  "><img class="size-large wp-image-10968 aligncenter" title="Antrag Grüne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-Grüne-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p>Der Antrag der SPD: <span id="more-10927"></span><br />
<!--more--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD.pdf  "><img class="size-large wp-image-10969 aligncenter" title="Antrag SPD" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD.pdf  "><img class="size-large wp-image-10970 aligncenter" title="Antrag SPD" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Die Begründungen sagen: Die Opposition hat hier ihren Job gemacht, sie führt vor, dass die BMI-Sparidee zum Fairplay-Filmchen von Minister Friedrich und sonstigen Fensterreden aus dem Land der selbsternannten Antidoping-Weltmeister recht wenig passt. Die Frage ist nun: Warum folgen dem die Regierungsfraktionen im Sportausschuss vermutlich trotzdem? Gibt es schlüssige Argumente, die nur noch nicht zu hören waren? Ein Antwortversuch im Ausschlussverfahren:</p>
<p>Zunächst darf BMI-Abteilungsleiter Böhm als widerlegt gelten. Es ist keineswegs schwierig, ein moderat steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln – als schwierig erweist es sich vielmehr, das Gegenteil, das Einfrieren, zu vermitteln. Das gelingt auch in dieser <a title="CDU/CSU" href=" http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_automatische_steigerungen_der_beitraege_zur_welt_anti_doping_agentur_nicht_gerechtf/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__19954/Inhalte.aspx" target="_blank">Pressemitteilung</a> der Union nicht. Sportsprecher Klaus Riegert behauptet zwar eine</p>
<blockquote><p>gut begründete, gesamteuropäische Linie gegen die automatische Steigerung der WADA-Beiträge“</p></blockquote>
<p>Die Begründung ist dann aber ein sportpolitisches Armutszeugnis par excellence: ein Mix aus Unkenntnis oder Täuschung und – nach Angaben der Beteiligten – falschen bzw. unwahren Angaben. Riegert sagt, es müsse kritisiert werden &#8230;</p>
<blockquote><p>dass die WADA der Aufforderung nach einem transparenten Finanz- und zukunftsorientierten Businessplan nicht nachkam.</p>
<p>Auch wurden Vorschläge der NADA zur Verbesserung des Datenschutzes und zur Änderung der Ein-Stunden-Regelung im Meldesystem für Top-Athleten in der Vergangenheit nicht berücksichtigt.</p>
<p>Nach dem WADA-Code müssen Top-Athleten täglich eine Stunde festlegen, in der sie von den Doping-Kontrolleuren an einem bestimmten Ort garantiert angetroffen werden können.</p></blockquote>
<p>Riegert weiß selbstverständlich (Oder weiß er das tatsächlich nicht?), dass der WADA-Code nicht ad hoc auf deutschen Wunsch hin geändert werden kann. Die Ein-Stunden-Regelung wurde im Rahmen der letzten Revision des Codes, gültig seit 2009, aufgenommen. Deutschland war dagegen, konnte sich aber gegen die Mehrheit der Stakeholder nicht durchsetzen.</p>
<p>Ich habe David Howman die Vorwürfe der Union, die wohl auf der Welle der Datenschützer-Kritik am Meldesystem mitreiten wollte, dennoch vorgetragen, obgleich mir das ein wenig peinlich war, und um Kommentar gebeten. Hier ist er:</p>
<blockquote><p>Please also note that the World Anti-Doping Code is not a document that WADA produces in isolation; rather, it is a document that is produced following detailed consultation and approval from all WADA stakeholders, including governments, sport, and Anti-Doping Organizations. The German Government has every opportunity to suggest changes to the Code during the Code Review Process, but those changes are not approved by WADA but by all its stakeholders.</p></blockquote>
<p>Ebenso entlarvend für BMI/Union/Riegert ist die Auskunft zum angeblich fehlenden „transparenten Finanz- und zukunftsorientierten Businessplan“. Es gibt einen, sogar zweimal im Jahr:</p>
<blockquote><p>Please be advised that WADA presents a detailed budget and business plan to its Foundation Board twice a year, and recently was praised for the meticulous management of its financial affairs. The Foundation Board comprises members from governments and sport across the world, and while there exists differing opinions on the overall budget for WADA, there is general agreement that WADA is totally transparent and efficient with the presentation of its finances.</p></blockquote>
<p>Details zur WADA-Finanzierung kann man <a title="WADA Finanzen" href="http://wada-ama.org/en/About-WADA/Funding/" target="_blank">unschwer auf deren Webseite nachlesen</a>, wenn man will:</p>
<ul>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_Contributions_2011_update_EN.pdf" target="_blank">2011 Contributions</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_Regional_Split_EN.pdf" target="_blank">Current Status of Contributions per Region</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/Financial_Statements/WADA_Financial_statements_2010_EN.pdf" target="_blank">2010 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2009_EN.pdf" target="_blank">2009 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2008_EN.pdf" target="_blank">2008 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2007_EN.pdf" target="_blank">2007 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2006_EN.pdf" target="_blank">2006 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2005_EN.pdf" target="_blank">2005 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2004_EN.pdf" target="_blank">2004 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2003_EN.pdf" target="_blank">2003 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2002_EN.pdf" target="_blank">2002 Financial Statements</a></li>
</ul>
<p>Vielleicht ist, was die WADA vorlegt, Berlin auch bloß nicht „zukunftsorientiert“ genug. Allerdings spricht eine dritte Behauptung Riegerts eher dafür, dass hier der parlamentarische Erfüllungsgehilfe des BMI die Öffentlichkeit umfassend narren möchte: Vorschläge der NADA würden nicht berücksichtigt.</p>
<p>Auch dies ist, wie sich herausstellt, vorgeschoben.</p>
<p>Berthold Mertes, NADA-Sprecher, hat am Telefon zunächst – wie Howman &#8211; das Prozedere der Revision des Codes erörtert, der neue soll bis 2013 stehen. Am Ende hat er zusammengefasst:</p>
<blockquote><p>Also, auf Widerstände bei der WADA sind wir da nicht gestoßen.</p></blockquote>
<p>Die Frage, was man in Bonn von der Sparidee hält, beantwortet Mertes diplomatisch, aber klar:</p>
<blockquote><p>Dafür gibt es von uns offiziell nur einen Satz: Wir wünschen uns eine starke WADA und eine starke NADA.</p></blockquote>
<p>Seriöse Befassung mit dem Thema ist der Union also kaum zu bescheinigen. Keine völlige Überraschung – zuletzt haben etwa <a title="zeit-online" href=" http://www.zeit.de/sport/2011-09/korruption-andersen-sportausschuss-bundestag " target="_blank">Oliver Fritsch auf Zeit online </a> oder <a title="DanielDrepper.de" href=" http://www.danieldrepper.de/liveblog-aus-dem-sportausschuss-sport-und-korruption/ " target="_blank">Daniel Drepper in seinem Blog</a> über ausdauerndes Kartenspielen auf iPads oder laute Unterhaltungen auf den Sesseln der Fraktion berichtet. Wenn die nicht leer waren. Was man Riegert &amp; Co. allerdings nicht absprechen kann, ist eine gewisse Kreativität im Erfinden von Scheinargumenten.</p>
<p>[<em>Jens Weinreich sagt: <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self"><strong>Tag "Sportausschuss" hier im Blog mit (fast) vollständigen Notizen der Sitzungen in der Saison 2008/2009</strong></a>. Mit Dokumentationen zur Sportfamilie, zum Lobbyismus im Ausschuss und dem Versagen von Kontrollmechanismen/Demokratie</em>]</p>
<p>Haben die FDP-Sportexperten bessere? Am Sonnabend gab der sportpolitische Sprecher der Partei, Joachim Günther, dem Deutschlandfunk ziemlich verwirrende Auskünfte:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/22/dlf_20111022_1947_eb76c27d.mp3" target="_self"> :</a></p>
<p>Einerseits will sich Günther wegen vermeintlicher 10.000 Euro „nicht streiten“. Andererseits erwartet der Liberale „ein Gespräch“, er erwartet, dass „effektive Mittel eingesetzt werden“, er erwartet Signale von der WADA „für eine Zusammenarbeit in dieser Richtung“. Dann ließe er, der Sportausschuss-Vize, mit sich reden.</p>
<p>Günther plustert gern: Eigentlich ist er ja Staatswissenschaftler mit Fernstudien-Diplom von der (DDR-Funktionärs-) Akademie für Staat und Recht (Potsdam), laut seiner <a title="BT Joachim Günther" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/G/guenther_joachim.html " target="_blank">Bundestagsbiografie</a> hat er aber ein „Fernstudium Wirtschaftsrecht“ absolviert. Das Auf-den-Putz-Hauen kann man putzig finden, so 20 Jahre nach dem verdienten Exitus der DDR.</p>
<p>Lustig ist es auch bei der WADA nicht. Im Juni, in der 34. Sitzung, hatte Günther keine einzige Frage an den WADA-Vertreter. Von permanenten Konsultationen in Einrichtungen wie dem Foundation Board oder dem Executive Board scheint der Mann aus Plauen auch noch nie gehört zu haben.</p>
<p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht. Für den Fall, dass er zu Sachfragen &#8211; konkrete liberale Kritikpunkte an der WADA-Arbeit, präzise Vorschläge für mehr Effektivität oder dazu, wie weniger Geld diese befördern könnte – nicht so viel zu sagen hätte, gab es eine letzte Frage:</p>
<blockquote><p>Warum liegt es offensichtlich in deutschem Interesse (oder auch nur dem der BMI-Bürokratie), die WADA kleinzuhalten?</p></blockquote>
<p>Für Spekulationen über die tatsächlichen Motive bleibt viel Raum &#8211; wie immer, wenn politisch derart getäuscht und getrickst wird. Man kann beispielsweise den Umstand heranziehen, dass deutsche Stars bisher nur bei internationalen Kontrollen (oder Ermittlungen) als Betrüger auffällig geworden sind. Vielleicht verhält es sich aber viel simpler, so, wie es ein Gerücht besagt. Man müsste das nicht zitieren, wenn denn ein einziger nachvollziehbarer Grund für das Einfrieren der WADA-Zuschüsse vorgetragen worden wäre. Man hört dieses Gerücht aus dem BMI und auf den Fluren des Bundestages:</p>
<p><strong>Einer aus der BMI-Bürokratie, heißt es dort, könne mit einem aus der WADA-Spitze nicht. Deshalb lasse Deutschland, einer der großen Beitragszahler in Europa, jetzt die Muskeln spielen. Der deutsche Einfluss sei groß genug, eine solche Maßnahme durchzudrücken.</strong></p>
<p>Nicht ausgeschlossen, dass aus Animositäten entsteht, was sich dann als Politik verkleiden möchte. Nur: Überzeugungskraft kann einem solchen Vorgang dann nicht einmal das Darstellertalent eines Ministers verleihen.</p>
<p><em>Und wem die bisherigen Links nicht reichen sollten, JW empfiehlt auch:</em></p>
<ul>
<li><a title="Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (I)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (I)</a></li>
<li><a title="Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/" target="_self">Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (II)</a></li>
<li><a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2012 und die Demokratie-Profis im Bundestags-Sportausschuss</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 12:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Anmerkungen und Dokumente zur insgesamt unterirdischen Arbeit des Bundestags-Sportausschusses am Beispiel der aktuellen Haushaltszahlen zur Sportförderung 2012 durch den Bund. Zunächst die Fakten: Im Etatansatz für 2012 finanzieren 9 Bundesressorts mit 239,4 Millionen Euro Maßnahmen auf dem Gebiet des Sports. Das sind knapp 2 Millionen weniger als im laufenden Jahr, aber 3,5 Millionen mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Anmerkungen und Dokumente zur insgesamt unterirdischen Arbeit des Bundestags-Sportausschusses am Beispiel der aktuellen Haushaltszahlen zur Sportförderung 2012 durch den Bund.</p>
<p><object id="doc_64380" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_64380" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=64666378&amp;access_key=key-15xp6kroa7v5tklq852w&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=64666378&amp;access_key=key-15xp6kroa7v5tklq852w&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_64380" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=64666378&amp;access_key=key-15xp6kroa7v5tklq852w&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_64380"></embed></object></p>
<p>Zunächst die Fakten: Im Etatansatz für 2012 finanzieren 9 Bundesressorts mit 239,4 Millionen Euro Maßnahmen auf dem Gebiet des Sports. Das sind knapp 2 Millionen weniger als im laufenden Jahr, aber 3,5 Millionen mehr als im Winter-Olympiajahr 2010. Als <a title="Die Zahlen für 2008 und 2010" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/sportforderung-des-bundes-im-jahr-2010/" target="_self">bessere Vergleichsgröße</a> mag das Jahr 2008 herhalten, das Jahr der Sommerspiele in Peking: Demnach stellt der Bund im Olympiajahr 2012 mit den Sommerspielen in London 26 Millionen Euro mehr zur Verfügung als 2008.</p>
<p>Der größte Anteil entfällt wie immer auf die eigentliche olympische Spitzensportförderung durch das Bundesinnenministerium, mit dem Topf der so genannten Zentralen Maßnahmen, der über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) quasi wie durch eine untergeordnete Bundesbehörde verteilt wird. Hier stehen knapp 132 Millionen zur Verfügung, 1 Million weniger als 2011, aber über 4 Millionen mehr als 2008. Und im zweitgrößten Sportetat, dem des Verteidigungsministeriums, dass die Hundertschaften von Sportsoldaten alimentiert, werden im Londoner Olympiajahr 63 Millionen verteilt, 9 Millionen mehr als 2008. Für die Olympiavorbereitung stehen 6,2 Millionen im Einzelplan des BMI.</p>
<ul>
<li>Für Feinschmecker: Der Haushaltsentwurf zum Einzelplan 06 des BMI versteckt sich in den 2670 Seiten des <a title="Haushaltsgesetz Entwurf 2012" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706600.pdf" target="_blank">Gesetzentwurfs der Bundesregierung über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2012</a></li>
</ul>
<p>Gespart wird, beispielsweise, bei den Zuschüssen zur Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA und damit bei der Dopingbekämpfung. Ein Umstand, der etwa im Deutschlandfunk mehrfach thematisiert wurde &#8211; etwa von Robert Kempe: <a title="DLF: Wie viel ist Deutschland der Kampf gegen Doping wert?" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1480017/" target="_blank">Wie viel ist Deutschland der Kampf gegen Doping wert?</a> Ob jene 20 Prozent, die dem NADA-Etat künftig fehlen sollen, aber so ein Skandal sind wie von Teilen der Opposition behauptet, sei dahingestellt. Längst weiß jeder, dass es nicht um Masse, sondern um Klasse in der Dopingfahndung geht. Und da hat die NADA, die zu sehr am <a title="Grit Hartmann: Die NADA: Ping-Pong-Diplomatie unter Sportsfreunden?" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/08/die-nada-ping-pong-diplomatie-unter-sportsfreunden/" target="_self">Tropf des Bundes</a> hängt und von DOSB-Granden und Bundessportpolitikern dominiert wird, gehörigen Nachholebedarf. Von dem haben allerdings hausgemachte Skandale und peinliche Personalquerelen bisher abgelenkt.</p>
<p>Der Hochleistungssport-Sektor, der nach wie vor seine <a title="tag Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a> im Sportausschuss des Bundestages <a title="Der neue Sportausschuss ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/16/der-neue-sportausschuss/" target="_self">(diese Zusammenstellung müsste mal wieder aktualisiert werden)</a> sitzen hat, kann sich also nicht beklagen. In dermaßen unsicheren Zeiten bleibt der Etat, den der DOSB intransparent an seine Verbände verteilen darf, quasi unangetastet.</p>
<p>Ein Verbandspräsident, der namentlich nicht genannt werden will, hat es <a title="Was vom Tage übrig bleibt: Bundes-Spitzensportförderung 2011 ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/15/was-vom-tage-ubrig-bleibt-60-bundes-spitzensportforderung-sportsoldaten-staatssport-dopingbremerbdr/" target="_self">einmal</a> so formuliert:</p>
<blockquote><p>Wir haben in Deutschland ein System des Staatssports, in dem eine Ministerialbürokratie willkürlich über Sportförderung und Steuermittel entscheidet. Wer in diesem Kartell nicht drinsteckt, hat Pech gehabt.</p></blockquote>
<p>Alle Zahlen zur Spitzensportförderung werden nach wie vor nicht bekanntgegeben. Details kommen eher zufällig ans Tageslicht. Veröffentlichung ist nicht obligatorisch, wie bei den so genannten Zielvereinbarungen, die DOSB und BMI mit den Verbänden schließen. Das hat System. Kein Verband soll so genau wissen, was der andere bekommt, die Öffentlichkeit schon gar nicht. Obwohl es doch um Steuermittel geht.</p>
<p>In nicht-öffentlichen Sitzungen behandelt der Sportausschuss neuerdings wichtige Themen wie Probleme bei der NADA, Zuschüsse für die Welt-Agentur WADA und umstrittene Personalien. Verschwiegenheit und diskrete Deals unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes – da wo Öffentlichkeit geboten wäre. Ohne Öffentlichkeit und journalistische Berichterstattung hätte es in den vergangenen Jahren nie eine vergleichsweise energische Debatte über Doping-Jahresberichte, Versäumnisse der Verbände, Schwächen der NADA und Komplizenschaft von BMI und DOSB gegeben.</p>
<p>Auch das hat System unter der amtierenden Chefin des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), die zugleich Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und Kuratoriumsmitglied der NADA ist – und in dieser Ämterverquickung traditionell keinen Interessenkonflikt sieht. Die Berliner Zeitung <a title="BLZ" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0609/sport/0078/index.html" target="_blank">(&#8220;Wählerinteresse verletzt&#8221;)</a> hat kürzlich die Frage gestellt, ob Freitag als Sportausschuss-Chefin &#8220;noch die Richtige ist, ob sie als echte Volksvertreterin oder eher von Privatinteressen geleitet&#8221; operiere. &#8220;Ihre Furcht vor öffentlichen Ausschusssitzungen verletzt die Interessen ihrer Wähler&#8221;, kommentierte Jörg Winterfeldt.</p>
<p>Als echtes Kontrollorgan von Bundessportgremien und DOSB fungiert der Sportausschuss ohnehin nicht, vielleicht hat er das im bundesdeutschen Staatssportsystem auch nie getan.</p>
<p><strong>Wann hat es die letzte bahnbrechende Initiative dieses Ausschusses oder einer der Fraktionen gegeben? </strong></p>
<p>Das ist gefühlte Jahrhunderte her.</p>
<p><a title="Die Einheitsfraktion des Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/09/27/die-qual-der-wahl-oder-die-einheitsfraktion-des-sports/" target="_self">Nahezu alle</a> Sportausschussmitglieder verstehen sich als <a title="“We are family”: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Freund, Förderer und Partner des Sports</a> – was dem parlamentarischen Auftrag entgegen steht. Der gesamte Sportausschuss ist Teil des sportpolitischen Komplexes, und insofern ist die gespielte Auseinandersetzung um den Sportetat 2012, wie etwa der <a title="www.spd.de" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58035,00.html" target="_blank">substanzlose Aufschrei</a> des ehemaligen freien Journalisten, Präsidenten des Deutschen Sportakrobatikbundes und SPD-Sportsprecher <a title="www.martin-gerster.de" href="http://www.martin-gerster.de/person/index.htm" target="_blank">Martin Gerster</a> nicht wirklich ernstzunehmen. Er sprach von einer Stagnation der Sportförderung unter der CDU.</p>
<p>Alle Jahre wieder. Und ewig grüßt das Murmeltier.</p>
<p><em>(überarbeiteter Beitrag meiner Anmerkungen im Deutschlandfunk)</em></p>
<p><a title="DLF" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/09/10/dlf_20110910_1910_c40db19c.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Okay, den Anfall von Recherchewut kurz vor der Sommerpause, an dem die SPD offenbar laborierte, will ich nicht verschweigen. <a title="DLF: Sportförderung ohne Transparenz" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1540859/" target="_blank">Daniel Drepper</a> hat auch schon darauf hingewiesen. Auf die irrlichternden, Kontrollinteresse vortäuschenden <a title="Kleine Anfrage der SPD vom Juli 2011" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/065/1706530.pdf" target="_blank">41 Fragen</a> einer Kleinen Anfrage vom Juli 2011 gab die Bundesregierung <a title="Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der SPD" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706672.pdf" target="_blank">eine Antwort</a>, die durchaus eine Lektüre wert ist, insbesondere die letzten Seiten mit Zahlen zur Verbandsförderung.</p>
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		<title>Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 18:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfältigen Lebenssachverhalte, die Deutschen und der sportpolitische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre <a title="Die beschämende Wahrheit: was die DFB-Vertreter Zwanziger und Beckenbauer auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA</a>, die Deutschen und die <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalte</a>, die Deutschen und der <a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitische Komplex</a>, die Deutschen und der peinliche <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Bundestags-Sportausschuss</a>, durchsetzt von Wichtigtuern, Duckmäusern und <a title="tag: Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a>, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker &#8230;</p>
<p>&#8230; ach, das sind Skandale für sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.</p>
<p>Es muss dennoch immer wieder neu erzählt und kommentiert werden.</p>
<p>Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:</p>
<blockquote><p><strong>Wer schweigt, macht sich mitschuldig.</strong></p></blockquote>
<p>Und ob.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalösen Vorfällen umtosten FIFA-Kongress in Zürich unterstützte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hörbar, who knows &#8211; hörbar gab er während des Kongresses allerdings <a title="Die beschämende Wahrheit: was DFB-Vertreter auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">Lobpreisungen für die FIFA</a> zu Protokoll. In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun über seine Leib- und Magen-Blätter <a title="Bild.de: Zwanziger beruft Blatter-Gipfel ein" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">aus dem Hause Springer</a> mit, er wolle noch vor der Fußball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.</p>
<p>Wow.</p>
<p>Wenn man nicht weiter weiß oder Engagement vortäuschen will, gründet man eine Kommission – oder lädt an einen so genannten Runden Tisch.</p>
<p>Gemäß Springer-Medien will DFB-Boss Zwanziger also am 21. Juni, fünf Tage vor Eröffnung der Frauen-WM, in Frankfurt  a. M. über das Korruptionsthema diskutieren. Wobei: Von Korruption redet der DFB-Präsident ja nicht so gern. Personen wie er haben Probleme mit der Begriffsbestimmung, behaupten gern, es lägen keine Beweise vor, verstecken sich, wenn es darauf ankommt, wie auf dem FIFA-Kongress, und laden dann die üblichen Verdächtigen – die längst hätten klar Stellung beziehen können. Es aber nicht taten.</p>
<p>Es gibt verschiedene Definitionen von Korruption. Für Zwanziger und Co noch einmal die allumfassende, für den Sportbetrieb absolut ausreichende, formuliert von Transparency International:</p>
<blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p></blockquote>
<p>Das passt. Da erübrigt sich jede Diskussion.</p>
<p>Da muss man gar nicht staatstragend tun wie Zwanziger, der nun anmaßend formuliert, man wolle <em>&#8220;konzeptionelle Grundlagen für eine deutsche Position entwickeln, die anschließend mit UEFA und FIFA&#8221;</em> besprochen werde.</p>
<p><strong>Deutsche Position? Hier kann es nur eine Position geben: Für oder gegen Korruption.</strong></p>
<p>Es ist viel einfacher: Deutsche Sportfunktionäre und Sportpolitiker müssen handeln, sollten sie dazu willens, ehrlich genug und intellektuell fähig sein.</p>
<p>Sie hätten schon längst handeln können. Aber sie tun (fast) nichts.</p>
<p>Deutschland zählt in der internationalen Korruptionsbekämpfung zu den Schlusslichtern. Das Nichtstun hat System in Deutschland.</p>
<p>Beweise und Nachhilfeunterricht gefällig?</p>
<ul>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens</a></li>
<li><a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a></li>
<li><a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/" target="_self">The new power holders in world sport</a></li>
<li><a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li>
<li><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen</a></li>
</ul>
<p>Eine Initiative der bayerischen Justizministerin Beate Merk für ein <a title="Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; </a> ist 2009 grandios gescheitert – vor allem am Widerstand der Sportverbände und ihrer Lobbyisten, die beispielsweise im Sportausschuss des Bundestages sitzen.</p>
<p>Vertreter des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums spielen auf Arbeitsebene der Sportminister im Europarat und der Europäischen Union ebenfalls eine durchaus schändliche Rolle. Den BMI-Staatssekretär Christoph Bergner interessiert das Thema nicht die Bohne.</p>
<p>Die Bundesrepublik zählt zu einer alarmierenden Minderheit von Staaten, die die Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) nicht ratifiziert haben. Deutschland spielt in einer Liga mit Totaldemokratien wie Nordkorea, Somalia, Tschad, Oman, Saudi-Arabien, Myanmar – bis hin zu Kiribati und Tuvalu. Nur drei G-20-Staaten haben die UN Konvention nicht ratifiziert, nur drei EU-Staaten nicht – und nur vier OECD-Nationen. Deutschland ist Schlusslicht. Der Gipfel der Peinlichkeit.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl! <strong>Christian Humborg</strong>: <a title="Space for Transparency" href="http://blog.transparency.org/2011/05/16/in-the-fight-against-corruption-germany-falls-behind/" target="_blank">In the fight against corruption, Germany falls behind </a></li>
</ul>
<p>Christian Humborg, Geschäftsführer der deutschen Sektion von Transparency International, schrieb kürzlich: Deutschland verlangt von anderen Ländern wie etwa Afghanistan, gegen Korruption zu kämpfen, keht aber den Dreck vor der eigenen Tür nicht. Gänzlich bizarr wird es, wenn der deutsche Steuerzahler Projekte des UNCAC finanziert, die über die GTZ in Ländern wie Kolumbien, Indonesien oder Sierra Leone abgewickelt werden – Deutschland selbst aber UNCAC nicht vollends unterstützt.</p>
<p>Der Wahnsinn hat Methode. Ob bei Themen wie Abgeordneten-Bestechung – oder eben bei Korruption im Sport.</p>
<p>Die moderne Sportkorruption, man muss es immer wieder sagen, denn es ist die historische Wahrheit, wurde in Deutschland von einem Deutschen erfunden. Das System, dass der einstige Adidas-Chef Horst Dassler in den frühen siebziger Jahren geprägt und mit seiner ISL-Firmengruppe in den Achtzigern zur Blüte gebracht hat, wirkt bis heute nach. Etliche der engsten Dassler-Mitarbeiter sind noch immer in Amt und Würden. Allen voran Joseph Blatter, der FIFA-Pate.</p>
<p>Auch Jean-Marie Weber, der mehr als 141 Millionen Franken Schmiergeld an höchste Sportfunktionäre aus FIFA, IOC und anderen olympischen Weltverbänden verteilt hat, mischt noch munter mit. Er berät die IOC-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Scheich Al-Sabah (Kuwait) und Lamine Diack (Senegal). Er zählte am Mittwoch als Ehrengast des FIFA-Kongresses in Zürich zu den ersten Gratulanten Blatters. Er nahm kürzlich in Lausanne an einem Journalisten-Empfang der Münchner Olympiabewerber GmbH teil.</p>
<p>Übrigens zählte auch DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach einst zu Dasslers Vertrauten, er war zeitweise sein Adlatus, will aber nie etwas von unsauberen Machenschaften erfahren haben.</p>
<p>Und selbst die deutsche Sektion von Transparency International hinkt anderen Sektionen, etwa der in der Schweiz, meilenweit hinterher. Während TI-Sportsprecherin Sylvia Schenk inhaltlich selten auf der Höhe ist, hat die Schweizer Sektion gemeinsam mit der olympischen Dachorganisation Swiss Olympic schon vor einem Jahr einen <a title="Checkliste Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/07/checkliste-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Ratgeber für Verbände&#8221;</a> erarbeitet. Gewiss kein bahnbrechendes Dokument, als Mix aus rechtlichen Tipps, einer Korruptions-Checkliste und Fallbeispielen jedoch ein bemerkenswertes Heftchen, dass es in Deutschland nicht gibt.</p>
<p><em>(Nachtrag, 7. Juni, 14.21 Uhr: TI Schweiz macht mich per Email darauf aufmerksam, dass Frau Schenk &#8220;bei der Erstellung dieses Ratgebers massgeblich beteiligt war. Ihre Hinweise und Anmerkungen waren für den Inhalt des Ratgebers für Sportverbände mitentscheidend&#8221;. Das ist dann mal eine Überraschung.)</em></p>
<p>In Deutschland wird zudem, erst jüngst wieder in Stellungnahmen des DOSB-Präsidenten nachzulesen, das Thema &#8220;Korruption im Sport&#8221; argumentativ gern mit dem Bereich Wettbetrug gleichgesetzt. Das entspricht der politischen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Präsident Jacques Rogge kürzlich in Lausanne einen Wettgipfel abgehalten hat, bei dem es den anwesenden Politikern quasi verboten wurde, über andere Themen zu reden.</p>
<p>Die Propaganda von Sportkonzernen wie dem IOC zielt darauf ab, das Thema Korruption unter Funktionären mit all seinen Implikationen aus dem öffentlichen Blickfeld zu nehmen. Stattdessen wird die Wettmafia seit einiger Zeit als größte Geißel des Sports gebrandmarkt.</p>
<p>Ich nenne das: Irreführung mit System.</p>
<p><em><strong>Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie können etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Sponsern Sie diesen Blog oder investieren Sie in andere journalistische Arbeit, wir können gern über Rechercheprojekte reden. </strong></em></p>
<p><em><strong>Eine schöne Enthüllung ist gar nicht so teuer &#8211; man muss es nur wollen.</strong></em><br />
<a href="http://flattr.com/thing/301511/Deutschland-und-die-Korruption-Kartell-der-Schande" target="_blank"><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Die miserable Erfolgsquote der Dopinganalytik &#8211; und die Erfolgsmeldung von BMI, NADA und BVA</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Nov 2010 15:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Sportausschuss des Bundestages &#8211; dort also, wo echte Debatten kaum geführt werden und Kontrolle äußerst selten ausgeübt wird &#8211; geht es zur Stunde u.a. um einige Dopingthemen. Nachdem sich die Parlamentarier und Sport-Lobbyisten, Volksvertreter mag ich wirklich nicht sagen, monatelang erfolgreich um einen Besuch in der olympischen Krisenregion München/Garmisch-Partenkirchen gedrückt und das Thema &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Sportausschuss des Bundestages &#8211; dort also, wo echte Debatten kaum geführt werden und Kontrolle äußerst selten ausgeübt wird &#8211; geht es zur Stunde u.a. um einige Dopingthemen.</p>
<p>Nachdem sich die Parlamentarier und <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Sport-Lobbyisten</a>, Volksvertreter mag ich wirklich nicht sagen, monatelang erfolgreich um einen Besuch in der olympischen Krisenregion München/Garmisch-Partenkirchen gedrückt und das Thema &#8211; jedenfalls nicht unter Einbeziehung der Olympia-Opposition &#8211; nie wirklich auf die Tagesordnung gerückt hatten, geruhten sie am vergangenen Sonntag/Montag in Bayern zu weilen. Jetzt, da die politischen Entscheidungen längst gefällt sind &#8211; eine Alibi-Veranstaltung, die zurecht medial unterging.</p>
<p>Heute in Berlin also u.a. diese Themen:</p>
<ul>
<li>TOP 4: Neuere Entwicklungen bei Dopingnachweisverfahren / Verfahren bei Probenentnahme</li>
<li>TOP 5: Anti-Dopingbericht 2009</li>
<li>TOP 6: Sachstandsbericht zur zuwendungsrechtlichen Prüfung des BDR durch das BMI</li>
</ul>
<p>Zu TOP 4 äußern sich der Mainzer Wissenschaftler <a title="Nachweisverfahren für Gendoping" href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/02/was-vom-tage-ubrig-bleibt-59-nachweisverfahren-fur-gendopings/" target="_self"><strong>Perikles Simon</strong></a> sowie die Chefs der Dopingkontrolllabore Köln, Wilhelm Schänzer, und Kreischa, Detlef Thieme. Die Argumentationen hier im Original, wobei wieder einmal Simon mit einer knallharten Analyse herausragt. Er argumentiert zum Beispiel:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>&#8230; dass es nicht sinnvoll ist, so wie gegenwärtig weniger als 2% der im Dopingkampf eingesetzten Gelder für die Weiterentwicklung der Analytik auszugeben. Reines Steroiddoping, welches wir sehr gut nachweisen können, gab es vor 30-40 Jahren. Molekulares Doping und Doping mit Peptidhormonen ist heutzutage relevant. Hierfür haben wir noch keine suffizienten Nachweise. <strong>Die Anti-Dopinglaboratorien, die es weltweit gibt, alleine mit der Entwicklung der ganzen neuen, dringend notwendigen Nachweisverfahren zu beauftragen oder diese Entwicklung implizit „für umsonst“ zu erwarten, ist gescheitert. E</strong>s sind dringend in Zukunft Synergie Effekte mit der modernen Pharmakologischen, Molekularbiologischen und Genetischen Forschung und der entsprechenden Molekularen Diagnostik zu suchen, die an den Universitäten und in der Industrie hervorragend infrastrukturell in Deutschland entwickelt und ausgebaut sind. Oftmals ist Forschern gar nicht klar, dass man das, an was sie arbeiten, auch im Anti-Dopingkampf nutzen könnte.</li>
<li>&#8230; wird Forschungsgeld für die Entwicklung der Analytik geeignet &#8211; also z.B. durch eine korrekte Begutachtung über die DFG, oder international renommierte Gutachter, wie bei der WADA- bereitgestellt, dann kann man auch hoffen, dass neue, effektivere Verfahren entwickelt werden.</li>
<li>&#8230; im Hinblick auf die momentan <strong>miserable Erfolgsquote der Analytik</strong> wäre es sehr sinnvoll zu sehen, wie man die Ausgaben im Bereich der konventionellen Analytik deutlich senkt (30-40%), um die frei werdenden Mittel u.a. verstärkt für die Entwicklung einer deutlich suffizienteren Analytik sowie für andere Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu verwenden. Alleine wenn man die Punkte (&#8230;) effektiv angeht, <strong>dürften diese 30- 40% auch in Deutschland eingespart werden können, ohne dass ein deutscher Athlet sich hierdurch &#8220;schlechter kontrolliert&#8221; fühlt</strong>.</li>
<li>&#8230; Die großen Sportverbände tragen die „ finanzielle Hauptlast“ für die momentanen Kosten im Anti-Doping Kampf. Es müssten Strategien und Konzepte entwickelt werden, die großen Verbände zu motivieren bei den Punkten (&#8230;) mitzuarbeiten. Hierfür wäre es m.E. notwendig wissenschaftlich zu belegen, dass ein auf Dauer nicht effektiv genug geführter, oder eben auch ein unglaubwürdiger und schlecht konzipierter Anti-Dopingkampf zu finanziellen Schäden für die Verbände führt. Sollte dies nicht belegbar sein, oder auch gar nicht den Tatsachen entsprechen, so halte ich persönlich einen befriedigenden Anti-Dopingkampf im Spitzensport anhand von Dopinganalytik, leider auf dem derzeitigen Wissensstand nicht in absehbarer Zeit für realisierbar. Wir müssten hierfür noch mindestens 10 bis 50-mal effektiver werden, ohne Innovationen entwickeln zu können. Das ist nicht realistisch. <strong>Ich würde dann empfehlen verwendete Steuergelder im Anti-Dopingkampf auf die Dopingprävention, den Anti-Dopingkampf im Nachwuchsbereich und im Breitensport zu fokussieren und Doping im Spitzensport im wesentlichen über entsprechende Anti-Dopinggesetzgebung und scharfe Verfolgung mittels Durchsuchungen im Allgemeinen (emails, Häuser, Überwachung und Kontrolle von Finanztransaktionen) zu begegnen.</strong></li>
<li>&#8230; ein auf nicht-analytischem Weg überführter Doper kostet zur Zeit nach nicht offiziellen Schätzungen nur etwa 30-50 Tausend US$. <strong>Diese Gelder sind somit im Moment schon 10mal effektiver eingesetzt, als Gelder für die Dopinganalytik. </strong>Sollten deutsche Juristen bezüglich dieser Vorgehensweisen Probleme sehen, so ist dies m.E. nicht praxisrelevant, da es im globalisierten Spitzensport reichen dürfte, wenn in ein paar Schlüsselländern diesbezüglich Umsetzungen erfolgen.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Die Unterschiede in den Notizen der drei Experten sind teilweise gravierend.</p>
<p><span id="more-9746"></span>Die Ausschuss-Vorlage von Perikles Simon:</p>
<p><object id="doc_338991103355211" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_338991103355211" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41851529&amp;access_key=key-xtcg0ywor0dbkwswl7p&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41851529&amp;access_key=key-xtcg0ywor0dbkwswl7p&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_338991103355211" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41851529&amp;access_key=key-xtcg0ywor0dbkwswl7p&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_338991103355211"></embed></object></p>
<p>Die Ausschuss-Vorlage von Detlef Thieme:</p>
<p><object id="doc_436212545361729" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_436212545361729" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41851539&amp;access_key=key-23a0y1e4sir2mq9h1ifj&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41851539&amp;access_key=key-23a0y1e4sir2mq9h1ifj&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_436212545361729" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41851539&amp;access_key=key-23a0y1e4sir2mq9h1ifj&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_436212545361729"></embed></object></p>
<p>Die Ausschuss-Vorlage von Wilhelm Schänzer:</p>
<p><object id="doc_782816803567338" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_782816803567338" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41851514&amp;access_key=key-16i28ekrw00450u7mlj9&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41851514&amp;access_key=key-16i28ekrw00450u7mlj9&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_782816803567338" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41851514&amp;access_key=key-16i28ekrw00450u7mlj9&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_782816803567338"></embed></object></p>
<p>Zum TOP 5 &#8220;Antidopingbericht 2009&#8243; verweise ich auf meinen Beitrag im Deutschlandfunk &#8230;</p>
<p><a title="Beitrag DLF vom 7. November 2010" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/07/dlf_20101107_1925_a88d2c22.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>&#8230; und auf diese überarbeitete Variante <a title="BLZ vom 10. November 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1110/sport/0046/index.html" target="_blank">&#8220;Nur ein schwarzes Schäfchen&#8221;</a>:</p>
<blockquote><p>Über die so genannten Antidopingberichte der deutschen Spitzensportverbände gab es in den vergangenen Jahren scharfe Debatten. Für 2009 stellt die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) den Verbänden nun ein geradezu zauberhaftes Zeugnis aus. Daraufhin wird der Bund, der den Spitzensport mit insgesamt rund einer Viertelmilliarde Euro alimentiert, nur von einem Verband Fördermittel zurückfordern: vom nichtolympischen American Football Verband Deutschland (AFVD). Der Verband hatte seine aktuelle Antidopingordnung erst am 31. Oktober 2009 rückwirkend zum 1. Januar 2009 beschlossen. „Das wird als unzulässig angesehen&#8221;, heißt es in einem Schreiben des Bundesverwaltungsamtes (BVA), das die Rechtmäßigkeit der Bundesförderung überprüft hat. Deshalb soll der AFVD 700 Euro zahlen. In Auswertung der Antidopingberichte 2008 hatte der Bund im Frühjahr von 19 Verbänden rund 230.000 Euro Rückzahlungen verlangt.</p>
<p>Zur Genese dieser Dopingberichte: Bis 2007 hatte der Bund nie untersucht, ob die in den Bewilligungsbescheiden für Steuermittel erhobenen Forderungen in der Dopingbekämpfung umgesetzt wurden. Seit 2008 müssen die Spitzenverbände jeweils bis 31. März Selbstauskünfte zum abgelaufenen Jahr einreichen. Die NADA fasst die behaupteten Angaben zusammen, vergleicht ansatzweise mit ihren Unterlagen und gibt Empfehlungen an den Zuwendungsgeber Bundesinnenministerium (BMI). Das BMI lässt die Sachverhalte vom BVA prüfen. Eine Tiefenprüfung aller Verbände gab es nie – es finden nur stichprobenartige Checks statt.</p>
<p>Im <a title="Antidopingberichte 2007 der deutschen Sportfachverbände" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/18/exklusiv-antidopingberichte-2007-der-sportfachverbande/" target="_self">Antidopingbericht 2007</a> ging es auch um Versäumnisse des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Am Ende wurde der BDR sogar von der NADA gedeckt, und im Sportausschuss des Bundestages stimmten außer den Bündnisgrünen <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/14/die-umfaller-sportlobbyisten-im-bundestag/" target="_self">alle Fraktionen gegen einen Strafzoll und einen Fördermittelstopp</a>. Derlei Maßnahmen gab es seinerzeit gegen den Deutschen Eishockey-Bund.</p>
<p>Unter dem neuen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ging der Bund nach den <a title="Antidopingberichte 2008 der deutschen Sportfachverbände" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/antidopingberichte-2007-der-deutschen-sportfachverbande/" target="_self">Antidopingberichten 2008</a> etwas energischer zur Sache: <a title="Dopingberichte 2008: die 19 säumigen Verbände" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/04/dopingbericht-2008-die-19-saumigen-verbande/" target="_self">19 von 60 Spitzenverbänden wurden Verstöße unterstellt</a> und Rückforderungen zwischen ein und sechzehn Prozent der Fördermittel erhoben. Die Berichte sind allerdings nicht öffentlich. Wie etwaige Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ausgegangen sind, bleibt unklar. Das BMI hatte das Thema <a title="Wie DOSB und BMI den Bundestags-Sportausschuss narren" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/06/wie-dosb-und-bmi-den-bundestags-sportausschuss-verarschen/" target="_self">Anfang 2010 verschleppt</a>, um während der Olympischen Winterspiele in Vancouver keinen Schatten auf die Medaillen der <a title="Der sportpolitische Komplex oder: Dopingmängel bei den Goldverbänden ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">Rodler, Bobfahrer und Eisschnellläufer</a> fallen zu lassen – all diese Verbände wurden belangt.</p>
<p>Aktuell werden die Antidopingberichte 2009 verhandelt. Gemäß Bericht des BVA, haben sich nur sechs Verbände einer „vertieften Prüfung&#8221; unterziehen müssen: Turnen, Volleyball, Schwimmen, Triathlon, Gewichtheben und Karate; aber nicht die Skandalnudeln Radsport, Eisschnelllaufen oder Reiten. Das BVA entlastet elf Verbände, davon sechs olympische, ohne Beanstandungen – etwa Kanu, Handball sowie den Bob- und Schlittensportverband. 37 Verbände, davon 19 olympische, wurden „mit Hinweisen“ entlastet, wie es heißt: Dabei ging es um die Implementierung des NADA-Codes ins Verbandsregelwerk und um die Frage von Schiedsgerichten. Zu diesen Verbänden zählen Eishockey und Eisschnelllaufen.</p>
<p>Neun weitere Fachverbände, darunter fünf olympische, gingen in ein Anhörungsverfahren – auch Boxer, Eiskunstläufer, Gewichtheber, Judoka und der Skandalverband BDR, dessen belasteter Sportdirektor Burckhard Bremer am Mittwoch Thema im Bundestags-Sportausschuss ist. Im Amtsdeutsch heißt der Tagesordnungspunkt: „Sachstandsbericht zur zuwendungsrechtlichen Prüfung des BDR durch das BMI&#8221;. Es geht auch um rund 800.000 Euro Bundesmittel, mit denen Bremers Gehalt in den vergangenen Jahren gezahlt worden ist.</p>
<p>Von diesen neun Verbänden werden nur die American Footballer belangt, mit 700 Euro. 700 Euro von 229 Millionen Euro Gesamt-Bundesförderung im Jahr 2009. Leisten deutsche Verbände also Vorbildliches an der Doping-Front? Eine solche Interpretation wäre kühn und deckt sich nicht mit den Erfahrungen von Dopingaufklärern. Nachprüfbar sind die Vorgänge ohnehin nicht, denn die Unterlagen werden der Öffentlichkeit vorenthalten.</p></blockquote>
<p>Zu TOP 6 (BDR, <a title="Beiträge zum BDR-Sportdirektor ..." href="http://www.jensweinreich.de/?s=burckhard+bremer" target="_self">Burckhard Bremer</a>) vielleicht später mehr.</p>
<p>Ich denke, zunächst sollte die Aufmerksamkeit Perikles Simon gehören. Siehe auch:</p>
<ul>
<li>Michael Reinsch in der FAZ: <a title="FAZ vom 10. November 2010" href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E6BB5CE23C42C4E5CAA0BEA2AF5236B53~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Forscher wirft NADA &#8220;miserable Erfolgsquote&#8221; vor</a></li>
</ul>
<p><a href="http://flattr.com/thing/82481/Die-miserable-Erfolgsquote-der-Dopinganalytik-und-die-Erfolgsmeldung-von-BMI-NADA-und-BVA" target="_blank"><br />
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		<title>Freunde von FIFA-Franz und FIFA-Sepp: WM-Lobbyisten und Steuermillionen</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 09:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>JOHANNESBURG. Fedor Radmann hat die Weltmeisterschaft für einige Tage verlassen und sich an seinen Schweizer Wohnsitz zurückgezogen. Es gibt immer zu tun für einen wie ihn, einen einflussreichen Fußball-Lobbyisten, den Vertrauten des FIFA-Exekutivmitglieds und Multi-Unternehmers Franz Beckenbauer. Gerade, etwas unangenehm, musste Radmann in Salzburg vor dem <a title="SN: &quot;Wortkarge Geschäftsführer&quot;" href="http://www.salzburg.com/online/ticker/aktuell/Wortkarge-Geschaeftsfuehrer-vor-Olympia-U-Ausschuss.html?article=eGMmOI8V6eK1ZVmYwCwHyimFG1nkJaoSbS87rUw&amp;img=&amp;text=&amp;mode=" target="_blank">Olympia</a>-<a title="Wirtschaftsblatt: &quot;Beklemmende Vorgänge&quot;" href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/427281/index.do" target="_blank">Untersuchungssausschuss</a> über die Finanzflüsse der einstigen Olympiabewerbung aussagen. Radmann war kurze Zeit Geschäftsführer des Projekts Salzburg 2014, dankte dort unter merkwürdigen Umständen schnell wieder ab. Er führte <a title="SZ, Januar 2007: &quot;Plötzlich weg von der Bildfläche&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/salzburgs-olympia-bewerbung-ploetzlich-weg-von-der-bildflaeche-1.861625" target="_blank">gesundheitliche Gründe</a> an – gerüchtehalber wurde ihm allerdings eine Nähe zum russischen Konkurrenten <a title="alle Beiträge zu Sotschi 2014" href="http://www.jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> nachgesagt, der im <a title="Mickeymaus unter Milliardären" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/02/mickeymaus-unter-milliardaren/" target="_self">Juli</a> <a title="Ein letztes Säuseln" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/03/ein-letztes-sauseln/" target="_self">2007</a> <a title="Wettlauf im rechtsfreien Raum" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/04/wettlauf-im-rechtsfreien-raum/" target="_self">den</a> <a title="Die Spiele unter dem Hammer" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/06/die-spiele-unter-dem-hammer/" target="_self">Wettbewerb</a> um die Olympischen Winterspiele 2014 gewann. Radmann hat derlei Verbindungen stets bestritten.</p>
<div id="attachment_8858" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8858" title="Fedor Radmann, Kapstadt 2009" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/07/radmann20091.jpg" alt="Fedor Radmann, Kapstadt 2009" width="530" height="298" /><p class="wp-caption-text">Fedor Radmann, Kapstadt 2009</p></div>
<p>Derzeit werkelt Radmann für <a title="Australia 2022: Come Play!" href="http://www.australia2018-2022.com.au/" target="_blank">Australiens Bewerbung</a> um die Fußball-Weltmeisterschaft <a title="tag WM 2022" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">2022</a>. Australien ist bisher gegenüber den USA und Katar klar favorisiert (Japan und Südkorea spielen keine Rolle). Beim FIFA-Kongress kürzlich in Johannesburg <a title="We are the Blatter family!" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/sudafrika-tag-6-we-are-the-blatter-family/" target="_self">saß Radmann wieder ganz weit vorn</a> bei den Ehrengästen, neben ihm Peter Hargitay, der langjährige PR-Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter. Auch Hargitay – gebürtiger Ungar, Schweizer Staatsbürger mit Lebensmittelpunkt in London &#8211; arbeitet für Australiens WM-Projekt. Down Under machen die Summen, die Radmann und Hargitay kassieren sollen, seit Dienstag Schlagzeilen.</p>
<p>Die Stories wurden Nick McKenzie und Richard Baker recherchiert und erscheinen in den Zeitungen der Fairfax-Gruppe (The Age, SMH etc.), die wichtigsten Beiträge und deren Weiterungen bislang:</p>
<ul>
<li>Sydney Morning Herald: <a title="SMH" href="http://www.smh.com.au/world-cup-2010/world-cup-news/secret-millions-grease-world-cup-bid-20100629-zj9o.html" target="_blank">&#8220;Secret millions grease World Cup bid&#8221;</a></li>
<li>Sydney Morning Herald: <a title="SMH" href="http://www.smh.com.au/world-cup-2010/world-cup-news/tortuous-trail-of-our-world-cup-bid-20100630-zmtn.html  " target="_blank">&#8220;Tortuous trail of our World Cup bid&#8221;</a></li>
<li>The Guardian: <a title="The Guardian" href="http://www.guardian.co.uk/football/2010/jun/30/fifa-australia-world-cup-bid" target="_blank">&#8220;Fifa investigates claims of Australian World Cup 2022 bid gifts&#8221;</a></li>
<li>Ben Buckley, CEO der Football Federation Australia /FFA) im SMH: <a title="SMH" href="http://www.smh.com.au/opinion/fighting-for-the-world-cup-but-by-the-rules-20100630-zmp8.html" target="_blank">&#8220;Fighting for the World Cup &#8211; but by the rules&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Australiens Regierung, mit 45,6 Millionen Dollar Hauptsponsor der Bewerbung, sollen einige Ausgaben-Details verheimlicht worden sein. So weit ich weiß, können die Kollegen ihre Recherchen mit zahlreichen Dokumenten belegen &#8211; bin da recht optimistisch. &#8220;Geheime Millionen schmieren WM-Bewerbung&#8221;, titelt der Herald. Wofür sind 6,5 Millionen Dollar an Fußballverbände in Afrika, Asien und Ozeanien gezahlt worden?</p>
<p>Berichtet wird auch über einen Finanztopf von insgesamt 11,37 Millionen australischen Dollar (knapp acht Millionen Euro) inklusive Bonuszahlungen für die beiden Lobbyisten. Radmann soll über die <a title="Abold" href="http://abold.de/" target="_blank">Münchner Agentur</a> seines langjährigen Geschäftspartners Adreas Abold, die ebenfalls Australiens Bewerbung betreut, bis zu 3,5 Millionen Dollar Honorar plus rund vier Millionen Erfolgsprämie erhalten, wenn Australien im Dezember die WM-Ausrichter wird. Im FIFA-Exekutivkomitee stimmt Radmanns Freund Beckenbauer mit ab. Die engen Beziehung zwischen Beckenbauer und Radmann sind Legende, manche sprechen von einer Symbiose. Eine Episode nur aus Südafrika &#8211; bittet man Beckenbauer um einen Gesprächstermin, sagt der: „Klären’s das mit dem Fedor!“</p>
<div id="attachment_6962" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg"><img class="size-full wp-image-6962" title="Berater Peter Hargitay, FIFA-Präsident Joseph Blatter, Doha 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/02/ph-jsb.jpg" alt="Berater Peter Hargitay, FIFA-Präsident Joseph Blatter, Doha 2003" width="530" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">Berater Peter Hargitay, FIFA-Präsident Joseph Blatter, Doha 2003</p></div>
<p>Der Fedor klärt vieles. Der Peter auch.</p>
<p><a title="tag Hargitay" href="http://www.jensweinreich.de/?s=hargitay" target="_self">Peter Hargitay</a>, vormals &#8220;Special Advisor to the FIFA President&#8221; im &#8220;Presidential Office&#8221;, der angeblich erstklassige Beziehungen zu den FIFA-Exekutivmitgliedern Mohammed Bin Hammam (Katar) und Jack Warner (Trinidad) unterhält, soll in Australien 1,35 Millionen Dollar Honorar und einen Erfolgsbonus von 2,54 Millionen erhalten. Hargitay war zuvor gemeinsam mit dem langjährigen FIFA-Kommunikationsdirektor Markus Siegler für Englands Bewerbung tätig, bis der damals frisch inthronisierte Verbandspräsident Lord David Triesman den Vertrag auflöste. Inzwischen ist auch Triesman nicht mehr dabei – nachdem kürzlich seine <a title="alle Beiträge zu Lord Triesman" href="http://www.jensweinreich.de/?s=triesman" target="_self">Plaudereien über Korruption bei der WM-Vergabe und bei der Schiedsrichter-Bestellung der Weltmeisterschaft 2010</a> publik wurden.</p>
<p>Hargitays Tätigkeiten für WM-Bewerbungen wurden im Blog mehrfach thematisiert:</p>
<ul>
<li><a title="Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/21/peter-hargitay-und-die-fifa-fakten-geruchte-freundschaften-und-mandate/" target="_self">Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate</a></li>
<li><a title="Bewerbungen um die Fußball-WM 2018 und 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/28/ungefahr-zwolf-stadien-bewerbung-um-die-fusball-wm-20182022/" target="_self">Hargitay/Siegler: &#8220;Ungefähr zwölf Stadien&#8221;: Bewerbungen um die Fußball-WM 2018 und 2022</a></li>
</ul>
<p>Andrew Jennings im Februar 2010 auf Transparency in Sport:</p>
<ul>
<li><a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org/Billionaire_Lowy_hires_another_Bagman/billionaire_lowy_hires_another_bagman-sub-index.html  " target="_blank">Billionaire Lowy hires another Bagman</a></li>
</ul>
<p>Die Agentur Abold soll mit dem australischen Verband FFA einen Vertrag in Höhe von drei Millionen Dollar abgeschlossen haben. Andreas Abold, der zuletzt die siegreichen WM-Bewerbungen von <a title="DLF: WM-Regisseur im Hintergrund" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1202251/" target="_blank">Deutschland und Südafrika betreute</a>, erklärt auf meine Anfrage:</p>
<blockquote><p>Bitte sehen Sie mir nach, dass ich Ihre Frage leider nicht beantworten kann. In meinem Vertrag habe ich mich zur Verschwiegenheit bezüglich der Inhalte verpflichtet. Dies einseitig, ohne Zustimmung des Verbandes aufzuheben ist mir nicht möglich. Kann Ihnen daher nicht so viel weiterhelfen.</p></blockquote>
<p>Hargitay spricht von einigen „unwahren“ Behauptungen in den Berichten. Seine Firma ECN erhalte von der FFA lediglich 25.000 britische Pfund (rund 31.000 Euro) pro Monat. Ein Bonus, über dessen Höhe Hargitay nichts sagt, sei selbstverständlich vereinbart – das sei üblich und deshalb kaum überraschend.</p>
<p>Peter Hargitay schreibt u.a.:</p>
<blockquote><p>Our consultancy, ECN Ltd., have a contract with the FFA. The monthly consulting fee to ECN Ltd. is GBP 25&#8217;000.00.</p>
<p>This covers the remuneration for a team of three consultants and support staff. How this reality tallies with the nonsensical and ludicrous claims that I have read in some Australian media, is beyond comprehension.</p>
<p>We shall indeed receive a bonus payment if we win the Bid. Why exactly is that surprising? Please revert to the FFA for further details.</p></blockquote>
<p>Fedor Radmann, dem insgesamt 7,5 Millionen Dollar zugeschrieben werden, erklärt schriftlich: <span id="more-8841"></span></p>
<blockquote><p>Die erwähnten Summen sind nicht zutreffend. Einen Bonus als gegeben anzusehen ist unzulässig, da er eine Hypothese darstellt. Bestenfalls.</p></blockquote>
<p>Ich habe ihn auch danach gefragt, ob er &#8211; wie auf den Fluren gefunkt wird &#8211; zugleich für Russlands WM-Bewerbung 2018 tätig ist. Er sagt:</p>
<blockquote><p>Dämliches Gerücht. Absoluter Käse.</p></blockquote>
<p>Zu seinem besten Freund im FIFA-Exekutivkomitee und seinen Australien-Geschäften sagt Radmann:</p>
<blockquote><p>Franz Beckenbauer ist in keiner Weise eingebunden, noch irgendwie involviert.</p></blockquote>
<p>Die Grauzone des Bewerber- und Consultantgewerbes ist Radmanns Element. Der Lobbyist gerät immer wieder in die Schlagzeilen, wegen einiger Geschäfte, die mindestens ein Gschmäckle und den Geruch der Vetternwirtschaft haben. So war das seinerzeit auch in Deutschland, als er als Vize des WM-Organisationskomitees 2006, in dem seine Frau für &#8220;Unterbringung und Tourismus&#8221; und den FIFA-Kongress zuständig war, zurücktreten musste, aber weiter die graue Eminenz im Hintergrund blieb. <em>(Wer mehr wissen will: Einfach mal googeln, es finden sich hunderte Beiträge mit allen Details.)</em></p>
<p>Seine sportpolitische Ausbildung erhielt Radmann wie so viele andere, die bis heute im Geschäft sind, bei Adidas-Boss Horst Dassler, der den Weltsport einst mit einem Korruptionsgeflecht überzog, in dessen Zentrum die <a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">Marketingagentur ISL</a> stand. <em>(Radmann hat einst ebenfalls für die ISL gearbeitet &#8211; dies nur als Fakt, ohne dass ich damit einen Zusammenhang herstellen will.)</em> Dokumentiert sind seitens der ISL-Gruppe Schmiergeldzahlungen von mindestens 138 Millionen Schweizer Franken. Vor einer Woche erst wurde bekannt, dass sich hohe Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA, die vom ISL-Konglomerat bestochen wurden, in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft Zug <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">mit 5,5 Millionen Franken freigekauft haben</a> – ihre Namen bleiben geheim.</p>
<p>Fedor Radmanns Verpflichtung in Australien, auch das gibt der Geschichte eine pikante Note, geht auf einen Deal zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der FFA zurück. Die Abmachung lautete: Australien zieht seine favorisierte Bewerbung um die Frauen-WM 2011 zurück (die dann Deutschland erhielt), dafür unterstützt der DFB Australiens Männer-WM-Bewerbung mit Knowhow und Stimmen. Seit wir im Dezember 2009 in Kapstadt erstmals über seine Tätigkeit für Australien gesprochen haben, verweist Radmann, wie jetzt auch wieder, stets auf</p>
<blockquote><p>&#8220;die Vereinbarung zwischen DFB und FFA und meine diesbezügliche Beratung&#8221;.</p></blockquote>
<p>Bin gespannt, was die Kollegen in Australien noch an Details und Dokumenten veröffentlichen. Hier werden einmal mehr typischen Konflikte in der FIFA-Familie herausgearbeitet, die in der FIFA-Familie aber nicht als Interessenskonflikte wahrgenommen werden, sondern Aggregatzustand sind. Warum sollen Berater, Freunde, Familienmitglieder, Kommunikationsdirektoren etc. pp. nicht später (oder gleichzeitig, das auch manchmal) für WM-Bewerber, Mäzene, Vereinspräsidenten, Agenturen etc. pp. arbeiten? Wo ist das Problem? Was kann der Peter schon dafür, dass er den Sepp so gut kennt, was kann der Fedor dafür, dass er mit dem Franz und überhaupt, und der Andreas wird immer nur ungerecht behandelt, wenn seine Verbindung zum Fedor erwähnt wird, der Franz hat damit, wie der Sepp, doch gar nichts zu tun, den schließlich gibt es stets <a title="tag: vielfältige Lebenssachverhalte" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" target="_self">vielfältige Lebenssachverhalte</a> und in der Familie läuft man sich halt über den Weg, na logisch. Da schuftet und rackert man, der Peter, der Fedor, der Sepp, der Franz, der Jack. Und wofür? Nur dafür:</p>
<blockquote><p><a title="FIFA.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=529894.html" target="_blank">For the Game! For the World!</a></p></blockquote>
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		<title>Der sportpolitische Komplex oder: Dopingmängel bei den Goldverbänden BSD und DESG</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 02:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Moin, moin. Bin noch auf der anderen Seite des Atlantiks &#8211; gerade von Seattle in Chicago gelandet, über München geht&#8217;s in die Heimat &#8211; und kann deshalb nicht die Sportausschuss-Sitzung heute in Berlin verfolgen (und kann in diesem Beitrag auch nicht gewohnt oft verlinken). Ich sage das so ausführlich, damit mir Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moin, moin. <span style="text-decoration: line-through;">Bin noch auf der anderen Seite des Atlantiks &#8211; gerade von Seattle in Chicago gelandet,</span> über München geht&#8217;s in die Heimat &#8211; und kann deshalb nicht die Sportausschuss-Sitzung heute in Berlin verfolgen (und kann in diesem Beitrag auch nicht gewohnt oft verlinken). Ich sage das so ausführlich, damit mir Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) nicht Falsches behauptet. Schade eigentlich, dass ich nicht im Bundestag sein kann, denn ich glaube, es ist mal wieder an der Zeit, den Damen und Herren Volksvertretern auf die Finger zu schauen – und natürlich den Sport-Ministerialen des BMI. Die Meldung des Tages gibt es allerdings hier schon vorab, sie lautet:</p>
<p>Zu jenen Sportfachverbänden, die gemäß dem Antidopingbericht 2008 einen Teil ihrer Fördermittel (Steuermittel) zurückzahlen müssen, zählen zwei der gerade in Vancouver erfolgreichen Verbände:</p>
<ul>
<li>Der von Andreas Trautvetter (CDU) &#8211; ehemals thüringischer Landesminister und Hobbysänger, inzwischen mit einem gut dotierten Posten versorgt – geleitete <strong>Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD)</strong>.</li>
<li>Die <strong>Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG)</strong>, geführt von Funktionären wie Gerd Heinze, die im Fall Pechstein <a title="Fall Pechstein: &quot;Notlügen&quot; und andere offene Fragen" href="http://jensweinreich.de/2009/07/05/pechstein-heinze-co-lugen-und-andere-unwahrheiten/" target="_self">die Unwahrheit gesagt</a> und die Öffentlichkeit hinters Licht geführt haben.</li>
</ul>
<p>Nach meinen Informationen müssen auch mindestens drei olympische Sommersportverbände (Reiten, Rudern, Moderner Fünfkampf) Steuermittel zurückzahlen. Für den Fünfkampfverband könnte das Existenz bedrohend sein, heißt es in, nun ja, gut informierten Kreisen. Info am Rande: Die gemessen am Fördervolumen prozentual höchste Rückzahlung muss übrigens der Schachverband leisten: ein Sechstel der bescheidenen Förderung.</p>
<p>Man fragt sich: Wir schreiben das Jahr 2010, warum ist der Dopingbericht 2008 noch nicht abgefrühstückt? Und: Warum sind all diese Details nicht längst öffentlich – und zwar für jeden Steuerzahler online in Gänze abrufbar und überprüfbar?</p>
<ul>
<li>Unter anderem deshalb nicht, weil der sportpolitische Komplex so lange brauchte, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu verhandeln und die Probleme auf ein für alle verträgliches Niveau schrumpfen zu lassen.</li>
<li>Unter anderem deshalb, wie ich aus sicherer Quelle weiß, weil das BMI sowohl die Medaillengaranten BSD und DESG, als auch die gesamte deutsche Sportsoldaten-Kompanie in Vancouver nicht mit so dämlichen Fragen belasten wollte, warum eigentlich die Antidopingrichtlinien nicht in Gänze umgesetzt werden.</li>
<li>Oder darf man sagen: Der Bundesinnenminister und sein Ministerium haben alles ein bisschen verzögert, um das Gold richtig glänzen zu lassen?</li>
<li>Das hätte die Weihestunde des Sportsoldatentums und die Selbstbeweihräucherungen des DOSB (inklusive der Vancouver-Gäste Thomas de Maizière/CDU und Karl-Theodor von Guttenberg/CSU) doch etwas gestört.</li>
</ul>
<p><em>Nachtrag, 6. März:</em> Ach Gottchen, ich hätte das da oben gar nicht so kryptisch formulieren müssen. War keine böse Absicht, ich hatte tatsächlich &#8220;Informationen&#8221;, nur hatte ich jene Passage aus einem Interview mit Thomas de Maizière in der Süddeutschen Zeitung (Thomas Kistner, Claudio Catuogno) vom 13. Februar 2010 gar nicht gesehen &#8211; da sagt der Bundesinnenminister:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Es handelt sich in allen Fällen um formale Verstöße, die nichts mit Sportlerverhalten zu tun haben, etwa eine ungenügende Umsetzung der Anti-Doping-Klauseln in der Satzung. Deshalb habe ich entschieden, dass es nicht zu einer detaillierten Veröffentlichung vor Vancouver kommt: Weil ich jeden Vorwurf einer Beeinflussung der Spiele – so oder so rum – vermeiden will. Da ich das offen sage, kann mir nicht der Vorwurf gemacht werden, dass ich etwas vertuscht hätte. Wie gesagt: Sportler sind nicht betroffen, deshalb will ich ihnen auch nicht das Leben in Vancouver schwer machen. Ich spiele da mit offenen Karten. Aber niemand soll meine Milde im Verfahren mit mangelnder Härte in der Sache verwechseln. (&#8230;) Der Sport kämpft um seine Position, wie andere Zuwendungsempfänger auch. Aber die Entscheidung habe ich nicht auf Wunsch oder Druck des Sports getroffen, sondern vorher selbst.</p></blockquote>
<p>Habe ich mich verhört oder hat die DOSB-Führung zum Abschluss in Vancouver am vergangenen Sonnabend auf der Pressekonferenz ausdrücklich die angeblich untadeligen Deutschen gerühmt, die vorbildlich seien in der Dopingbekämpfung? Natürlich habe ich mich nicht verhört. Und in meinen Notizen von dieser Pressekonferenz habe ich geschrieben:</p>
<blockquote><p>“Das ist wieder einmal so eine Propagandanachricht. Es wird einfach etwas behauptet, was sich nicht beweisen und nicht nachprüfen lässt. Deutschland – Intransparenz – Entwicklungsland – vgl. Antidopingberichte.?</p></blockquote>
<p>So komische Notizen mache ich mir oft.</p>
<p>Das Problem mit diesem Antidopingbericht 2008 ist: Er ist bis heute nicht öffentlich. Er lag bis zu diesem Moment, die Sitzung findet am frühen Nachmittag statt, nicht jedem Abgeordneten vor. Er hätte schon vor Monaten der Öffentlichkeit vorgelegt werden müssen, finde nicht nur ich.</p>
<p><em>Nachtrag, 13.11 Uhr:</em> Bin gerade in München gelandet und finde eine Email von Gabriele Hermani aus dem BMI vor.</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Weinreich,</p>
<p>ich möchte Sie der guten Ordnung halber darauf hinweisen, dass es bewusste Haltung des Hauses war, VOR den Olympischen Winterspielen mit dieser Pressemitteilung zu informieren:</p>
<p>http://www.bmi.bund.de/cln_156/sid_46D3929D8640E2C2BEDB6566AE27E380/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/01/antidoping.html?nn=109632</p>
<p>NACH der Sportausschuss-Sitzung werden Sie mehr zum Thema auch unter:</p>
<p>www.bmi.bund.de finden.</p></blockquote>
<p>Das ist schön. Der Hinweis war gar nicht nötig, glaube ich. Denn sollte der Link bei jemandem funktionieren (bei mir nicht), dann geht es sicher zu der <a title="BMI" href="http://www.bmi.bund.de/cln_156/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/01/antidoping.html?nn=109632" target="_blank">PM vom 27. Januar 2010,</a> die ich damals hier im Blog zeitnah komplett veröffentlichte, auf diesen Beitrag ist selbstverständlich auch in diesem Text verlinkt. Der guten Ordnung halber weise ich schließlich darauf hin, dass in der PM natürlich nichts von Gold-Verbänden aus Vancouver steht.</p>
<p>Ich wiederhole mich: In Transparenzfragen ist Deutschland ein Entwicklungsland. Am Beispiel des sportpolitischen Komplexes (BMI, Bundestags-Sportausschuss, DOSB, Fachverbände, Parteien etc) habe ich das oft genug nachgewiesen. Der Antidopingbericht 2008 zeigt das erneut. <em>Achtung, Kommentar:</em> Verschleierung statt Transparenz. Kumpanei statt Aufklärung. Parteipolitik statt Realpolitik. Persönliche Interessen statt Allgemeinwohl. Darum geht es.</p>
<p><span id="more-7183"></span>Mitte Dezember hatte ich nach einer Ausschuss-Sitzung u.a. geschrieben:</p>
<blockquote><p>Es war der erste Auftritt des neuen Bundesinnenministers im Sportausschuss des Parlaments. Thomas de Maizière (CDU) würzte seine Grundsatzausführungen zur Sportpolitik mit einigen spitzen Bemerkungen, die man im Bundestag eher selten hört. Als etwa Abgeordnete wissen wollten, ob der Bund künftig noch mehr Mittel zur Dopingbekämpfung bereit stellt, weil sich einige Verbände – allen voran der Deutsche Schwimmverband (DSV) – kaum noch in der Lage sehen, die Kosten zu schultern, konterte de Maizière trocken: „Ich sehe den Nachholbedarf nicht unbedingt beim Bund. Sie machen Sport und die Mittel für die Dopingbekämpfung trägt die öffentliche Hand? Das kann es nicht sein!“</p>
<p>Sicher, im Grundsatz wird sich auch unter einem neuen CDU-Sportminister kaum etwas ändern. Auch hatte de Maizière kürzlich bei der Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Düsseldorf einen äußerst schmusigen Auftritt hingelegt. Doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU) distanzierte er bei seinem ersten Auftritt im Sportausschuss durchaus ein wenig vom Sport und seinen im Parlament vertretenen Lobbyisten. Schäuble, der schon Mitte der 1970er Jahre selbst dem Sportausschuss angehörte, hatte noch kürzlich seine Zugehörigkeit zur „Sportfamilie“ betont und eine „Begrenztheit der politischen Auseinandersetzung im Sportausschuss“ diagnostiziert. De Maizière fehlt dieser Stallgeruch. Sollte er sich diese gewisse Distanziertheit erhalten, könnte es noch unterhaltsam und vielleicht sogar spannend werden in der sportpolitischen Auseinandersetzung.</p>
<p>Beiläufig kündigte de Maizière an, etliche Spitzenverbände könnten demnächst Rückzahlungsforderungen wegen Mängeln in der Dopingbekämpfung erwarten. Da horchten die Abgeordneten von CDU, SPD und FDP auf, die vor einem Jahr an gleicher Stelle noch vehement den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) verteidigt hatten, dem damals ein Stopp der Sportförderung drohte. Nach Recherchen dieser Zeitung müssen mehr als ein Dutzend Spitzenverbände mit einem Strafzoll rechnen. Die Sachverhalte sind bereits vom Bundesverwaltungsamt (BVA) geprüft. Die Verbände haben derzeit noch die Möglichkeit, ihre Argumente vorzubringen. Es sieht indes nicht danach aus, als sollten – wie üblich – alle davonkommen, ohne Bundesmittel zurückzuzahlen.</p>
<p>Bei der nächsten Ausschuss-Sitzung Mitte Januar 2010 wird das Thema behandelt. Minister de Maizière versprach, den kompletten Antidopingbericht, der das Olympiajahr 2008 umfasst und – wie üblich – sehr spät vorliegt, zur Verfügung zu stellen. „Die Luft brennt“, sagte Armin Baumert, Vorstand des Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), am Mittwoch im Parlamentsausschuss. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Wie konnte ich damals nur eine Sekunde lang glauben (oder eher: hoffen), es käme mal ein Sportminister daher, der sich gewissen <a title="&quot;We are family&quot;: Der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Usancen der großen Sportfamilie</a> verschlösse; der sich nicht von den Bürokraten – in diesem Fall in der BMI-Sportabteilung – und dem DOSB am Nasenring durch die Manage ziehen ließe?</p>
<p>Wie naiv von mir. Wie weltfremd. Wie dumm. Ich sagenhafter Trottel.</p>
<p>Gewiss hätte man argumentieren können, der Antidopingbericht 2008 müsste schnellstmöglich auf den Tisch und gehörte öffentlich ausgewertet. Ich habe das im Dezember der Sportausschuss-Chefin Dagmar Freitag (SPD/DLV-Vizepräsidentin) in einer kurzen, kontroversen Gespräch auch gesagt, kann man ja mal machen, eine Meinung sagen, wenn man sich unterhält mit Experten.</p>
<p>Natürlich beließ es Frau Freitag (SPD/DLV), bestimmt in totaldemokratischer, schlafwandlerischer Allianz mit allen Sport-Obleuten der Fraktionen, beim Sportausschuss-Termin im März. So sieht gewiss knallharte Oppositionsarbeit aus. Und so ließen sich doch die Olympischen Winterspiele in Vancouver viel ungestörter verfolgen. Frau Freitag (SPD/DLV) führte die Delegation es Sportausschusses in Kanada selbstverständlich an.</p>
<p>Das BMI also wurde vom Sportausschuss (der ja eigentlich so etwas wie ein Kontrollorgan sein soll, ich komme im Beitrag bestimmt oft darauf zurück) nicht groß behelligt.</p>
<p>Im Januar geruhte das BMI <a title="Antidopingberichte 2008 der deutschen Sportfachverbände" href="http://jensweinreich.de/2010/01/27/antidopingberichte-2007-der-deutschen-sportfachverbande/" target="_self">lediglich eine putzige Pressemeldung</a> zu verschicken (s.o., bestimmt wollte die BMI-Sprecherin darauf hinweisen).</p>
<p>Grit Hartman berichtete daraufhin im Deutschlandfunk:</p>
<blockquote><p>Etwa 200.000 Euro will das BMI von rund 19 der 60 Verbände zurückverlangen. Diese Information sandte Innenstaatssekretär Christoph Bergner per Presseverteiler aus – und mit der speiste er in vertraulicher Runde auch die Obleute des Sportausschusses ab. Details blieben Fehlanzeige. (&#8230;) Die Probleme kennt das BMI seit einem Jahr. Bei den brüskierten Abgeordneten hinterließ Bergner den Eindruck, ihm gehe es mehr um stille Bereinigung von Rechtsverstößen als um konsequente Ahndung.</p>
<p>Darauf deutet auch ein Bewertungskatalog des BMI, der dem Deutschlandfunk vorliegt. Unterschieden wird in einfache, mittlere und schwere Verstöße, zu ahnden mit Rückforderung von maximal 6, 13 und 20 Prozent der Fördersumme. Nur vier Vergehen gelten als schwer, zwei davon existieren in der Praxis nicht: dass der Code der Nationalen Anti-Doping-Agentur komplett nicht umgesetzt wird und dass ein Verband auf Trainingskontrollen verzichtet. Als schwere Delikte gilt zudem, wenn entweder Athleten oder ihre Betreuer nicht auf den Code verpflichtet wurden. Für den Verband, der das bei seinem Sportdirektor versäumt haben soll, sorgt das BMI aber vor: Spitzenpersonal zählt nicht zwingend zu Betreuern – weshalb das als „einfacher Verstoß“ durchgehen kann.</p>
<p>Eine weitere Bewertung erhält ihre Brisanz dadurch, dass die meisten Sünder anno 2008 bei Wettkampfkontrollen auffielen. Hat ein Verband die weggelassen, ist das lediglich ein mittelschweres Vergehen. In der NADA-Statistik mit den Kontrollen der Labore fehlen fünf Verbände: Reiten, Fünfkampf, Snowboard, Taekwondo und Curling. Sie werden wohl zur Kasse gebeten. Unklar ist der Umgang mit offenkundigen Missverhältnissen. So tat nur ein Verband, was der NADA-Code bei Dopingfällen erlaubt: Strafanzeige erstatten. Und 19 von 33 Spitzenverbänden veranlassten weniger Trainingskontrollen, als sie Athleten im Testpool hatten.</p></blockquote>
<p>Wobei man zum Thema der so genannten Antidopingberichte der Verbände, die dann von der NADA in einen großen Bericht zusammengefasst werden, nicht oft genug sagen kann, weil es so skandalös ist: Die Verbände geben Selbstauskünfte zu Fragen, ob sie den NADA-Code in allen Punkten umsetzen. Das wird nicht aktiv geprüft, d.h. theoretisch könnten die Verbände das Blaue vom Himmel herunter lügen, es würde nicht überprüft. Es soll ja vorgekommen sein, dass Verbände nicht die Wahrheit gesagt haben. Was sie allerdings als Selbstauskunft abgeben, das sammelt die NADA und macht dazu Notizen. Dann geht es zum DOSB und zum BMI. Und irgendwann, nachdem es zwischen der BMI-Sportabteilung, dem DOSB und den Verbänden debattiert worden ist, kommt auch das Bundesverwaltungsamt ins Spiel. Und dann geht es noch mal hin und her.</p>
<p>Bis am Ende, Abra Kadabra, ein erträgliches Resultat zusammen gezimmert wurde.</p>
<p>(Die genauen Abläufe schildert das BMI in oben verlinkter PM, ob ich das glauben darf, weiß ich nicht, ich denke, aus guten Gründen ist Skepsis angebracht. Die Abläufe sind auch dem nachfolgend verlinkten <a title="Sportausschuss Protokoll Dez 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/64.-Protokoll.pdf" target="_blank">Sportausschuss-Sitzungsprotokoll zum Antidopingbericht 2007</a> zu entnehmen – bitte mal studieren/<em>pdf, 1,2 MB, 94 Seiten</em>.)</p>
<p>Am Beispiel des “Berichts 2007?, der Ende 2008 <a title="Antidopingberichte der deutschen Sportfachverbände 2007" href="http://jensweinreich.de/?p=2342" target="_self">hier exklusiv veröffentlicht</a> wurde, kann man sich ein Bild davon machen. Ich empfehle zur Lektüre auch noch einmal das Wortprotokoll der Diskussion im Sportausschuss vom Dezember 2008 dazu. Damals, unter Peter Danckert (SPD/Reiterverband Berlin-Brandenburg), war zwar auch nicht alles tutti paletti, wahrlich nicht, aber es wurde etwas offener diskutiert als heute unter der Leichtathletik-Lobbyistin Dagmar Freitag (SPD/DLV-Vizepräsidentin).</p>
<p>Frau Freitag (SPD/DLV) und etlichen anderen – etwa ihrem gewesenen Koalitionspartner und nun heimlichen Sportausschuss-Chef Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) &#8211; hat die <a title="alle Beiträge zum Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?cat=440" target="_self">Berichterstattung über den Ausschuss</a> nicht gepasst, weder hier noch in anderen Medien wie Deutschlandfunk, Berliner Zeitung oder Süddeutscher Zeitung. Besonders hat ihnen <a title="Detlef Parr (FDP) sagt beim Abschied laut Servus" href="http://jensweinreich.de/2009/07/02/detlef-parr-fdp-sagt-beim-abschied-laut-servus/" target="_self">und anderen missfallen</a>, dass an dieser Stelle ihre Sportfunktionen gleichrangig zur Parteizugehörigkeit und politischen Funktionen aufgezählt werden, weil das ja wichtig ist, denn es handelt sich schließlich um Sport-Lobbyisten, die die vielfältigen Lebenssachverhalte aber natürlich stets voneinander trennen können.</p>
<p>Ihnen hat auch missfallen, wie ausführlich an dieser Stelle die Sportausschuss-Sitzungen dokumentiert worden sind. Es wäre ja noch schöner, sollte sich die Öffentlichkeit ein Bild vom Fleiß, von der Kompetenz der Abgeordneten machen können und darüber, ob diese hochdotierten Volksvertreter ihrer verfassungsgemäßen Rolle nachkommen, die nun mal vor allem darin besteht, ich übersetze das mal flink allgemeinverständlich, die Regierung und den Regierungsapparat zu kontrollieren und die sachgemäße Verwendung von Steuermitteln sicherzustellen.</p>
<p>Jedenfalls, Frau Freitag (SPD/DLV) und der Herr Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) und der Herr Gienger (CDU/DOSB-Vizepräsident Leistungssport) und andere haben offenbar sehr gegrübelt und sind schon im Herbst, als ich und einige Kollegen aus gutem Grunde in mehreren Beiträgen und Interviews gefragt haben, ob der Sportausschuss auch in der neuen Legislaturperiode weiter öffentlich tagt, auf die grandiose Idee gekommen, heiße Themen in die so genannten Obleute-Gespräche auszulagern.</p>
<p>Das war eine billige Nummer. Viel mehr ist von diesen Volksvertretern wohl nicht zu erwarten? Offiziell tagt der Ausschuss weiter öffentlich. Doch im Prinzip hatte man den Ausschuss und damit die Demokratie kastriert.</p>
<p>Das war übrigens ein Grund dafür, dass ich in letzter Zeit relativ selten über den Ausschuss berichtet habe (es gab aber auch etliche terminliche Überschneidungen). Ich lasse mich nicht gern verarschen, sorry, aber derbe Begriffe sind hier mal angebracht.</p>
<p>Ein Freund kommentierte die aktuellen Vorgänge soeben in einer Email:</p>
<blockquote><p>1. Es ist ein Skandal, was hier abläuft. Es findet nichts mehr in der Öffentlichkeit statt, sämtliche wichtigen Entscheidungen sind im stillen Kämmerlein ausgehandelt worden. Der Sportausschuss ist zum Alibi-Ausschuss verkommen, weil die Regierungsfraktionen im Zweifelsfall immer dem BMI/DOSB folgen werden und die Opposition zu wirksamer Oppositionspolitik nicht in der Lage ist.</p>
<p>2. Dagmar Freitag ist eben nicht mit Peter Danckert zu vergleichen, sondern Dagmar Freitag sitzt im Gebüsch, wenn es rundherum rumst und knallt. Ihr Maximum erreicht sie, wenn sie einen schönen Satz in irgendeinem Medium sagen darf, ansonsten ist sie hilflos bis zickig.</p>
<p>3. Die Obleute haben zugestimmt, dass der Anti-Doping-Bericht erst am 3. März &#8220;beraten&#8221; wird, obwohl de Maizière schon im Dezember zugesagt hatte, den Bericht schnellstmöglich an die Sportsprecher zu schicken. De Maizière ist ziemlich schnell eingefangen worden von seiner Sportabteilung und dem DOSB. Keiner schreit: &#8220;Skandal, de Maizière hat den Ausschuss verkohlt.&#8221;</p>
<p>4. Weiterer Inkompetenz-Höhepunkt: Alle Obleute haben zugestimmt, dass der Antidopingbericht 2008 erst nach den Haushaltsberatungen 2010 am 25. Februar im Sportausschuss stattfinden soll. Es hätte jedoch Sitzungsmöglichkeiten im Januar gegeben. Selbst wenn dies nicht möglich gewesen wäre, hätte die Opposition spätestens am 25. Februar einen Antrag auf vorsorgliche Sperrung der Gelder für 2010 stellen müssen.</p>
<p>5. Dieses Vorgehen bleibt deutlich hinter den Ergebnissen der Sitzung des Sportausschusses vom 17. Dezember 2008 zurück (Antidopingbericht 2007). Selbst von diesem bisschen Droh-Flüsterei ist heute nichts mehr übrig geblieben.</p>
<p>6. Eine Rückforderungssumme von max. 200.000 Euro für insgesamt 19 Verbände ist ein Skandal. Der Eishockeybund DEB hat 2008 wegen der fehlenden Implementierung des Anti-Doping-Codes (Fall Florian Busch) wohl allein schon 100.000 Euro aufgebrummt bekommen.</p>
<p>7. Wieso wurde denn der DOSB nicht geprüft (BMI-Olympia-Entsendungskosten Peking 2008)? Wieso wurden denn die OSP nicht geprüft (Arbeitsverträge mit Anti-Doping-Klauseln?)</p></blockquote>
<p>Oh ja, jedes Wort dieses Kommentars hätte von mir sein können. Fast alles (von auf den Moment bezogenen Aussagen mal abgesehen) musste in diesem Blog leider schon oft genug gesagt werden. Ich unterstreiche jeden Satz und kann gern noch Fragen anfügen. Obwohl: <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs des Sportausschusses" href="http://jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/" target="_self">Diesen so genannten “Sportpolitikern?, diesen “Volksvertretern? Fragen zu stellen, erübrigt sich fast. Die Mühe kann man sich (fast) sparen.</a> Es interessiert wenig. Und die Neuen sind &#8230;</p>
<ul>
<li>A) nach Monaten offenbar erschreckend inkompetent sind und haben kaum Ahnung von der Materie,</li>
<li>B) nehmen offenbar weder alle Ausschuss-Sitzungen noch die jeweiligen Sportsitzungen der Fraktionen wahr,</li>
<li>C) ziehen offenbar lieber andere Themen und Ausschüsse vor, was natürlich allein der Arbeitsüberlastung geschuldet ist,</li>
<li>D) gibt es noch etliche andere Gründe, über die künftig zu sprechen ist, aber keiner dieser Gründe kann als Entschuldigung dafür herhalten, dass Abgeordnete ihren Pflichten nicht nachkommen.</li>
</ul>
<p>Einige der gestandenen Sportkameraden befassen sich in diversen Zirkeln mitunter auch damit, wie man missliebigen Journalisten das Handwerk legen kann. Es gibt da verschiedene Überlegungen.</p>
<p>Es ist eine Schande.</p>
<p>Die Krönung ist ein Brief, den der Ausschusssekretär im Auftrag von Frau Freitag (SPD/DLV) am Montag an die Sport-Obleute verschickte. Darin heißt es:</p>
<blockquote><p>“Die Vorsitzende regt an, künftig Beratungen von gutachterlichen Stellungnahmen an den Haushaltsausschuss nichtöffentlich durchzuführen, um den Eindruck präjudizierender Vorwegnahme der Entscheidung des Haushaltsausschusses zu vermeiden.?</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7189" title="Brief vom 1. März 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/freitag-sabt-web.jpg" alt="" width="530" height="290" /></p>
<p>Ich bin noch nicht dazu gekommen, die Vorsitzende zu fragen bzw. werde ich das nach meiner Landung in Deutschland tun. Vielleicht kann mir das einstweilen jemand aus dem Beamtendeutsch und Politikersprech ins Deutsche übersetzen?</p>
<p>Frau Freitag (SPD/DLV) ließ auch mitteilen, dass der <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/2009/06/22/die-verbal-salti-des-christoph-bergner/" target="_self">Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner</a> (CDU/BMI/SV Halle) und DOSB-General Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) im Obleutegespräch, also in kleinem Kreis, vorab den Antidopingbericht 2008 erläutern und die Rückzahlungsforderungen bekannt geben. So läuft das im real existierenden sportpolitischen Komplex dieses Landes.</p>
<p>Frau Freitag (SPD/DLV), Herr Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund), Herr Gienger (CDU/DOSB), <a title="&quot;Berliner, steht auf, wenn Ihr Herthaner seid!&quot;" href="http://jensweinreich.de/2010/01/12/berliner-steht-auf-wenn-ihr-herthaner-seid/" target="_self">Herr</a> <a title="Frank Steffel und das doppelte Heimspiel" href="http://jensweinreich.de/2010/02/18/frank-steffel-und-das-doppelte-heimspiel/" target="_self">Steffel</a> (CDU/Reinickendorfer Füchse/siehe auch stern.de: &#8220;<a title="stern.de" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/nebeneinkuenfte-von-abgeordneten-von-goldfasanen-und-vollzeitpolitikern-1547820.html" target="_blank">Von Goldfasanen und Vollzeitpolitikern</a>&#8220;), <a title="München 2018: Wie Mann (CSU) sich um einen Sitz im Olympia-Aufsichtsrat bewirbt" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-wie-mann-csu-sich-um-einen-platz-im-olympia-aufsichtsrat-bewirbt/" target="_self">Herr</a> <a title="München 2018: Wie Mann (CSU) Olympia-Aufsichtsrat wird" href="http://jensweinreich.de/2009/02/12/munchen-2018-wie-mann-csu-olympia-aufsichtsrat-wird/" target="_self">Mayer</a> (CDU/Aufsichtsrat München 2018), Herr Günther (FDP/ehemals VFC Plauen), Herr Bergner (CDU/BMI/SV Halle):</p>
<blockquote><p>Wissen Sie eigentlich, wer Ihr Gehalt bezahlt, Ihre Privilegien und Ihre fürstlichen Pensionen?</p></blockquote>
<p>Das fragt ein Steuerzahler. Da bin ich mir nicht zu schade.</p>
<p>Sollte es aufrechte Abgeordnete geben in diesem Ausschuss, die Ihre Verpflichtungen gegenüber dem Wähler/Steuerzahler und der Demokratie kennen und ernst nehmen, dann müsste man deren Stimmen jetzt eigentlich hören.</p>
<p>Hört jemand etwas?</p>
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		</item>
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		<title>Christer Ahl: Hassan Moustafa and the priority of personal enrichment</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 21:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[by Christer Ahl, former chairman of the IHF Playing Rules and Referees Commission Last weekend the German magazine ‘Der Spiegel’ has revealed that Hassan Moustafa, president of the International Handball federation (IHF) had been under a personal contract with the Sportfive marketing agency, with a remuneration of 602,000 Euro, during a period for which Sportfive [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>by Christer Ahl</strong>,<br />
<em>former chairman of the IHF Playing Rules and Referees Commission</em></p>
<p>Last weekend the German magazine ‘Der Spiegel’ has revealed that Hassan Moustafa, president of the International Handball federation (IHF) <a title="Hassan Moustafa, Handball, Sportfive, Lobbyismus und Korruption" href="http://jensweinreich.de/?p=6273" target="_self">had been under a personal contract with the Sportfive marketing agency</a>, with a remuneration of 602,000 Euro, during a period for which Sportfive had won a contract with the IHF for the TV rights to all IHF events. ‘Der Spiegel’ had obtained a copy of the contract between Moustafa and Sportfive, and also a confirmation directly from Moustafa.</p>
<p>Clearly, for Mr. Moustafa to obtain a very vague, but lucrative personal contract from Sportfive while at the same time the IHF is selling its valuable TV rights to the very same company, in a competitive bid situation, smacks of conflict of interest, to put it mildly. That some observers will take it a step further and start talking about kick-backs is rather understandable, especially as they feel that Moustafa has shown over the years that he has no understanding of, or regard for, the concept of ‘conflict of interest’. This remarkable state of affairs was picked up by handball media around the world, for instance in the major handball web site ‘Handball-World’.</p>
<p><img align="right" vspace="5" hspace="5" class="alignright size-full wp-image-6371" title="Christer Ahl, 2009, (c) Play the Game" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/christer-ahl-2009.jpg" alt="" width="266" height="400" />Not surprisingly, the IHF president found it necessary to try to counter these damning reports. On January 26, the IHF issued a press bulletin regarding the Spiegel report to back up statements the president had made.</p>
<p>This press bulletin, however, was only provided to German news outlets, and has not been posted on the IHF website.</p>
<p>The impression is that the IHF avoids giving its own press bulletin too much publicity, in an attempt to keep the exposure of the whole matter as limited as possible. This does not tend to be the methods of someone who has nothing to hide.</p>
<p>But the key points of the press bulletin are worth noting: in the face of the existing evidence, the president does not attempt to deny the existence of the lucrative contract.</p>
<p><strong>Instead, he tries to downplay the issue with rather hilarious arguments.</strong></p>
<p>For instance, “he was at this time primarily a businessman with a Cairo-based company, with which Sportfive had obtained a contract, and his position with the IHF was in any event just an honorary one.?</p>
<p>Well, while the president may feel that this attempt to portray his relative priorities may provide some kind of excuse, it all too well reflects precisely what his critics have said about the priority he has given to personal enrichment, in contrast to his treating the development of world handball as a small matter on the side.</p>
<p>It is also somewhat amusing that the press bulletin closes with the comment that the “the IHF has come to the conclusion that Moustafa in all respects has acted correctly?.</p>
<p><span id="more-6369"></span>I think it is universally understood that an IHF Media Officer will describe an ‘IHF conclusion’ in the way that the autocratic president orders it to be described… The typical reactions of knowledgeable people to both the initial revelations and the attempt at a rebuttal are well captured in the web site of the well-known German investigating journalist Jens Weinreich, who also criticizes sports media in handball-crazy Germany for not giving the matter quicker and more prominent coverage.</p>
<p>An interesting twist to the whole story is that the Director of Sportfive during the period through 2009, when Sportfive had both the IHF TV rights and the personal services contract with Moustafa, was a Robert Mueller von Vultejus, who has since abandoned Sportfive in favor of a rival entity, UFA Sports, a subsidiary of the important German media group RTL. UFA Sports, which was established as recently as in 2008, was in early 2009 ready to jump into the competition for the IHF TV rights for the new quadrennial 2010-13.</p>
<p>Somewhat to the surprise of the sports media world, UFA managed to beat out Sportfive and other competitors and gained the rights for 2010-13. These results were announced in connection with the IHF Congress in June 2009.</p>
<p><strong>At the time, it may simply have seemed that this ‘coup’ could be ascribed to the experience acquired by Mueller von Vultejus when dealing with the IHF while at Sportfive.</strong></p>
<p>But after the most recent revelations, the new regime at Sportfive is perhaps beginning to wonder if there’s more to the story as they have indicated that they are now examining the events involving Sportfive’s relationship with the IHF and Moustafa. They are bound to be asking if their former Director brought his questionable practices with him to his new company and therefore whether the bidding was really won fairly by UFA, as now is being forcefully claimed by Mueller von Vultejus.</p>
<p><strong>Perhaps the bidding was not as ‘sealed’ and confidential as it should have been!?</strong></p>
<p>Persons connected with the IHF who are familiar with the process would understandably be unwilling to risk their situation by speaking openly, but it would not come as a shock if one day it came out in the public that UFA had indeed been given a chance to ensure that they had the winning bid&#8230;</p>
<p>Finally, on a personal note, I would like to say that it is painful to have reasons to keep writing negative things about the IHF. But my loyalty is to handball, its image and success, and to the people who work in an honest and selfless way for handball, not to the IHF and its current regime.</p>
<p><em>Crossposting von <a title="Interview mit Christer Ahl" href="http://teamhandballnews.com/comment-n762.html" target="_blank">teamhandballnews.com</a> mit freundlicher Genehmigung von Christer Ahl</em></p>
<ul>
<li>Christer Ahl <a title="tag Christer Ahl" href="http://jensweinreich.de/?s=christer+ahl" target="_self">hier im Blog</a></li>
<li><a title="Vita Christer Ahl" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/author-profile/christer-ahl.html" target="_blank">Kurzbio</a> von Christer Ahl</li>
<li>Vortrag von Christer Ahl auf der Konferenz <a title="tag: Play the Game" href="http://jensweinreich.de/?cat=12" target="_self">Play the Game</a> 2009 in Coventry: &#8220;<a title="Vortrag Play the Game 2009" href="http://www.playthegame.org/uploads/media/Christer_Ahl_-_World_handball_hi-jacked.pdf  " target="_blank">World Handball hi-jacked by its president: structural problems, scandals and an urgent need for change</a>&#8220;</li>
</ul>
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		<title>Hassan Moustafa, Handball, Sportfive, Lobbyismus und Korruption</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 21:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu meinen Lieblingsgästen hier im Blog zählt der altruistische Pharao Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF. Unermüdlich werkelt er für das Wohl seines Sports, für das Wohl der Familie und &#8211; wer will es ihm verübeln &#8211; auch ein bisschen für das eigene Konto. Bevor ich einige Gedanken zur Enthüllung von Michael Wulzinger im Spiegel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu meinen Lieblingsgästen hier im Blog zählt der altruistische <a title="Beiträge zum Pharao" href="http://jensweinreich.de/?cat=258" target="_self"><strong>Pharao Hassan Moustafa</strong></a>, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF. Unermüdlich werkelt er für das Wohl seines Sports, für das Wohl der Familie und &#8211; wer will es ihm verübeln &#8211; auch ein bisschen für das eigene Konto. Bevor ich einige Gedanken zur <a title="SpOn: Moustafa hatte Geheimvertrag mit Vermarktungsagentur" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673558,00.html" target="_blank">Enthüllung von Michael Wulzinger im Spiegel</a> äußere, schlage ich vor, wir hören den Pharao. Denn er hat mir ja nicht nur einmal erklärt, dass es im Sport keine Korruption gibt, ganz einfach, weil der Sport immer sauber ist.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/hassan-moustafa-handball-sportfive-lobbyismus-und-korruption/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Wer mag, kann gern <a title="Umfrage unter Sportfürsten: Braucht der Sport eine WACA?" href="http://jensweinreich.de/?cat=1205" target="_self">die sechs Teile meiner Umfrage</a> unter Weltverbandspräsidenten und IOC-Mitgliedern nachhören (und anschauen). <strong>Es galt, die Frage zu beantworten, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht?</strong></p>
<p>Doch zurück zum Pharao.  Die <a title="SpOn: Moustafa hatte Geheimvertrag mit Vermarktungsagentur" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673558,00.html" target="_blank">Spiegel-Geschichte</a> in Kurzfassung, demnächst wird der gesamte Text aus dem aktuellen Heft ja online verfügbar sein:</p>
<blockquote><p>Hassan Moustafa, der Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hatte über seine nahe Kairo ansässige Firma Sport Group einen geheimen Beratervertrag mit der Sportvermarktungsagentur Sportfive. Demnach zahlte das Hamburger Unternehmen, das bis zum 31. Dezember 2009 die Fernsehrechte des Welthandball-Verbandes verwertete und bis dahin der mit Abstand wichtigste Geschäftspartner der IHF war, dem Spitzenfunktionär <strong>von Oktober 2007 bis zum 31. Dezember 2009 für seine Lobbyistendienste 602.000 Euro</strong>. Mindestens die Hälfte dieses Honorars wurde Moustafa auf ein Privatkonto bei einer Filiale der Bank BNP Paribas in der ägyptischen Stadt Gizeh überwiesen.</p>
<p>Wie es in dem Vertrag heißt, der dem SPIEGEL vorliegt, sollte Moustafa seine &#8220;guten Beziehungen zu Sportorganisationen und ihren Entscheidungsträgern&#8221; sowie zu Mediengesellschaften exklusiv für die kommerziellen Interessen von Sportfive nutzen. Zudem sollte Moustafa Sportfive &#8220;nach besten Kräften in seiner Anstrengung unterstützen, sich die Vermarktungsrechte an bedeutenden Veranstaltungen zu sichern&#8221;.</p></blockquote>
<p>Einige Anmerkungen:</p>
<p><strong>1)</strong> Interessant (oder doch eher wieder typisch) ist zunächst, dass die Enthüllung &#8211; und ich nenne es Enthüllung, wenn ein solcher Vertrag öffentlich wird &#8211; vorab am 23. Januar 2010 veröffentlicht wurde. Deutsche Nachrichtenagenturen haben aber, wenn ich mich nicht täusche, erst am 25. Januar um 9.40 Uhr (SID) bzw. 17.31 Uhr (dpa) darüber berichtet. Hallo? Ich meine, hier geht es nicht um eine beliebige Kleinigkeit, sondern um einen Präsidenten eines olympischen Weltverbandes, um einen vorbelasteten Sportkameraden, der in einer urdeutschen Sportart sein Unwesen treibt, für etliche Skandale und korruptive Umtriebe verantwortlich ist und mächtig abkassiert.</p>
<p>Aber die Zurückhaltung deutscher Agenturjournalisten kann neben allgemeinem Desinteresse an derlei brisanten Themen natürlich auch mit Anordnungen zusammenhängen :), die Stefan Niggemeier gerade dokumentierte: &#8220;<a title="Stefan Niggemeier: Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" target="_self">Klare Ansage bei dpa: Lieber spät als falsch</a>&#8221;</p>
<p>Nein, ernsthaft: Es liegt ein Vertrag zwischen Moustafa und dem Rechteverwerter vor, den beide Seiten bestätigen, also auch der frühere Sportfive-Geschäftsführer und heutige Ufa Sports-Chef Robert Müller von Vultejus.</p>
<ul>
<li>Sportfive = alter IHF-Vermarkter.</li>
<li>Ufa Sports = neuer Sportvermarkter (Vertrag <a title="Wellnessprogramm für die Sportfamilie" href="http://jensweinreich.de/?p=3928" target="_self">2009 vergeben</a>, Laufzeit 2010-2013, Volumen 60 Millionen Franken).</li>
</ul>
<p>Da gibt es nur eins: Die Geschichte ist zu vermelden. Sie hat Relevanz, und zwar beträchtliche Relevanz.</p>
<p><em>(Wie das mit Vermarktungsverträgen, Bietern und denjenigen, die Verträge vergeben, oftmals läuft, <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://jensweinreich.de/?p=5993" target="_self">habe ich sehr ausführlich hier beschrieben</a>.)</em></p>
<p><strong> 2)</strong> Der Vorgang beweist einmal mehr, wie lächerlich irrelevant die so genannte IOC-Ethikkommission ist. Und wie großzügig das IOC noch unter dem selbst ernannten Null-Toleranz-Präsidenten Jacques Rogge agiert. Daran ändert der Umstand nicht, dass das IOC neuerdings behauptet, <a title="Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?cat=171" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, der in der Familie <a title="Jean-Marie Weber: Ich habe nicht Illegales getan!" href="http://jensweinreich.de/?p=4000" target="_self">nie etwas Illegales getan hat</a> und der nach wie vor für etliche IOC-Mitglieder, deren Verbände und Sportarten arbeitet (Fußball, Leichtathletik etc.), werde <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/Rogge_bans_the_Bagman/rogge_bans_the_bagman.html" target="_blank">nicht mehr zu IOC-Veranstaltungen akkreditiert</a>. (Ich werde mir das in Vancouver anschauen.)</p>
<p><strong>3)</strong> Der Vorgang beweist, dass die von der ISL einst geprägte Praxis des Geben und Nehmen noch immer an der Tagesordnung ist. Wie sagten einst Manager des ISL-Konzerns, der &#8211; nur das wissen wir &#8211; <a title="The ISL bribery system ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">138 Millionen Schweizer Franken Bestechungsgeld</a> an hohe Sportfunktionäre gezahlt hat?</p>
<p>Im ISL-Prozess sagte der ehemalige <a title="Deutschlandfunk: Krumme Geschäfte mit dem Sport" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/" target="_blank">ISL-Finanzchef Hans-Jürg Schmid</a> vor Gericht:</p>
<blockquote><p>„Das ist, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die sich dran halten.“</p></blockquote>
<p>ISL-Vorstand Christoph Malms erklärte damals:</p>
<blockquote><p>„Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts. Ohne das geht es nicht.“</p></blockquote>
<p>In den Prozessunterlagen finden sich etliche andere Aussagen und Beweise. Dies soll heute genügen.</p>
<p><strong>4)</strong> Gemäß dpa von heute (&#8220;<a title="FTD" href="http://www.ftd.de/sport/sportmix/handball/:ihf-praesident-moustafa-weist-vorwuerfe-zurueck/50065391.html" target="_blank">Moustafa weist Vorwürfe zurück</a>&#8220;) hat die IHF inzwischen ein Statement abgegeben, das ich aber weder online finde, noch kann mir ein Kollege, der zurzeit bei der Handball-EM ist, mit einem Schriftstück aushelfen (ich denke, das Original trage ich bald nach). Die dpa schreibt:</p>
<blockquote><p>Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hat Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte zurückgewiesen. Bei dem Vertrag zwischen dem ehemaligen IHF-Sport- und Fernsehrechte-Vermarkter Sportfive und der Firma Sport Group aus Kairo handele es sich um eine &#8220;normale geschäftliche Verbindung&#8221;, betonte der 65-Jährige in einer Verbandsmitteilung am Dienstag. Diese Zusammenarbeit sei Moustafa als Inhaber der Firma eingegangen, und dies habe &#8220;absolut nichts&#8221; mit seiner Funktion als IHF-Präsident zu tun. Zugleich erhielt er Rückendeckung durch den Verband. Die IHF sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Moustafa in allen Belangen korrekt verhalten habe.</p></blockquote>
<p>Ich will das gern auseinandernehmen. Andere werden das demnächst ebenfalls tun, zum Beispiel <a title="www.teamhandballnews.com" href="http://teamhandballnews.com/index.php" target="_blank">Christer Ahl</a>, langjähriger IHF-Schiedsrichterchef, der aus Protest gegen die Machenschaften Hassan Moustafas zurückgetreten ist.</p>
<ul>
<li>&#8220;Angeblich fragwürdig&#8221;? Ein Witz.</li>
<li>&#8220;Normale geschäftliche Verbindung&#8221;? In dieser Branche ja.</li>
</ul>
<p>Tatsächlich aber ist das der <a title="Definition und Formen von Korruption im Sport" href="http://jensweinreich.de/?p=3246" target="_self">Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil</a> &#8211; und erfüllt damit exakt die <strong>Korruptions-Definition</strong> von Transparency International.</p>
<p>Soviel Klarheit sollte sein. <strong>Korruption ist und bleibt ein illegaler Deal.</strong></p>
<p>Ich finde, das hätte auch im Spiegel besser herausgearbeitet werden können.</p>
<p><strong>5)</strong> Strafrechtlich könnte die Sache für Vermarkter (Sportfive, Ufa Sports) und die entsprechenden Rechtehändler, die Unschuld beteuern, schon noch interessant werden. Ich sage nur: Siemens. Hier mal ein Auszug aus dem Strafgesetzbuch:</p>
<blockquote><p><strong>§ 299 Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr<span id="more-6273"></span><br />
</strong></p>
<p>(1) Wer als Angestellter oder Beauftragter eines geschäftlichen Betriebes im geschäftlichen Verkehr einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er einen anderen bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen im Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.</p>
<p>(2) Ebenso wird bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs einem Angestellten oder Beauftragten eines geschäftlichen Betriebes einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er ihn oder einen anderen bei dem Bezug von Waren oder gewerblichen Leistungen in unlauterer Weise bevorzuge.</p>
<p>(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Handlungen im ausländischen Wettbewerb.</p></blockquote>
<p>Wer selbst in den <a title="Strafgesetzbuch" href="http://bundesrecht.juris.de/stgb/index.html" target="_blank">Paragrafen schmökern möchte</a>. Ich frage mich: Muss die Staatsanwaltschaft Hamburg nach Veröffentlichung des Spiegel-Artikels von Amts wegen ermitteln? Wer ist zuständig oder entziehen sich die Firma Sportfive und deren verantwortliche Manager deutscher Jurisdiktion?</p>
<p><em>Nachtrag:</em> Sportfive veröffentlichte <a title="PM Sportfive" href="http://www.sportfive.com/index.php?id=693&amp;L=1&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=170&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=91&amp;cHash=df06300283" target="_blank">diese PM</a>:</p>
<blockquote><p>In der aktuellen Ausgabe des &#8220;Spiegel&#8221; und auf &#8220;Spiegel Online&#8221; sind Artikel erschienen, die SPORTFIVE unmittelbar betreffen. Die Artikel handeln von Transaktionen und Beratertätigkeiten aus dem Jahr 2007 zwischen SPORTFIVE und der Sport Group, Kairo. Unmittelbar nachdem wir über diesen Sachverhalt informiert und um eine Stellungnahme gebeten wurden, haben wir mit der Überprüfung der Angelegenheit begonnen.</p>
<p>Nach derzeitigem Kenntnisstand gab es zwei Beraterverträge, abgeschlossen im Jahr 2007. Die Personen, die den Vertrag verhandelt und unterzeichnet haben, sind nicht mehr für SPORTFIVE tätig und haben das Unternehmen im Dezember 2007 verlassen. Der Abschluss des im Artikel angesprochenen Vertrags fällt in diesen Zeitraum und damit in die Zeit vor dem Antritt der jetzigen Geschäftsführung.</p></blockquote>
<p><strong>6)</strong> Lustig sind mal wieder die Begrifflichkeiten. Gegenüber Michael Wulzinger orakelt Moustafa über &#8220;Lebenswirklichkeit in meinem Heimatland&#8221;. Deutsche Funktionäre, deren Beraterverträge gelegentlich öffentlich werden, sprechen mitunter von &#8220;<a title="&quot;Vielfältige Lebenssachverhalte&quot; (III)" href="http://jensweinreich.de/?p=2383" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalten</a>&#8220;, und da liegen die Sachverhalte völlig anders.</p>
<p><strong>7)</strong> Das Schlusswort.</p>
<p>Es hat natürlich Hassan Moustafa:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3">:</a></p>
<p>Ging zu schnell?</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3">:</a></p>
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		<item>
		<title>Der neue Sportausschuss &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/16/der-neue-sportausschuss/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 15:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; des Bundestages hat sich etwas verändert. Ein Fußball-Schiedsrichter, ein Reiter, ein Fußballer, ein UDIOCM-Fan fehlen diesmal &#8211; dafür kommen ein Teppichhändler und Handballer (Steffel), eine Leichtathletin (von Cramon-Taubadel), eine ehemalige Drogenbeauftragte (Bätzing) und einige andere Abgeordnete hinzu, deren Wirken hier weiter aufmerksam verfolgt und dokumentiert wird. Allerdings nur, wenn der Ausschuss auch in der 17. Wahlperiode grundsätzlich öffentlich tagen sollte, wonach es derzeit doch wieder aussieht. Wir werden sehen.</p>
<p>Die Übersicht derzeit, etliche Stellvertreter müssen noch zugeordnet werde. Rechts im Vergleich dazu die alte Besetzung in der vergangenen Wahlperiode.</p>
<table style="width: 394pt; border-collapse: collapse;" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="526">
<colgroup span="1">
<col style="width: 107pt;" span="1" width="143"></col>
<col style="width: 97pt;" span="1" width="129"></col>
<col style="width: 95pt;" span="2" width="127"></col>
</colgroup>
<tbody>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl80" style="width: 394pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="4" width="526" height="22"><strong>Sportausschuss des Deutschen Bundestages</strong></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl83" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: transparent; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>17. Legislaturperiode</strong></td>
<td class="xl84" style="width: 190pt; background-color: transparent; text-align: center;" colspan="2" width="254">16. Legislaturperiode</td>
</tr>
<tr>
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59;" colspan="2" width="272" height="22">
<div style="text-align: center;"><strong>CDU/CSU (7 Mitglieder)</strong></div>
</td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59;" colspan="2" width="254">
<div>
<div style="text-align: center;">CDU/CSU (6 Mitglieder)</div>
</div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter **)</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl70" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: white;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/strenz_karin.html">Karin Strenz</a></td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/fischin0.html">Ingrid Fischbach</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/B/barthno0.html">Norbert Barthle</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/giengeb0.html">Eberhard Gienger</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/giengeb0.html">Eberhard Gienger</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/fischdi0.html">Dirk Fischer (Hamburg)</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl67" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: white;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/steffel_frank.html">Frank Steffel</a></td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/heynebe0.html">Bernd Heynemann</a></div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kolbema0.html">Manfred Kolbe</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/mayerst0.html">Stephan Mayer</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/mayerst0.html">Stephan Mayer</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/sebaswi0.html">Wilhelm Josef Sebastian</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl67" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/stier_dieter.html">Dieter Stier</a></td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/R/rauenpe0.html">Peter Rauen</a><br />
stellv. Vorsitzender des Ausschusses</div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/singhjo0.html">Johannes Singhammer</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/R/riegekl0.html">Klaus Riegert *)</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/R/riegekl0.html">Klaus Riegert *)</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/W/weinbma0.html">Marcus Weinberg</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl87" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: transparent;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/H/heil_mechthild.html">Mechthild Heil</a></td>
<td class="xl88" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl88" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl89" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl90" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>SPD (4 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl94" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">SPD (6 Mitglieder)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/B/baetzing_sabine.html">Sabine Bätzing</a></div>
</td>
<td class="xl74" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/marksca0.html">Caren Marks</a></div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/D/danckpe0.html">Dr. Peter Danckert</a><br />
Ausschussvorsitzender</div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hemkere0.html">Dr. Reinhold Hemker</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/freitda0.html">Dagmar Freitag</a></div>
<div>Ausschussvorsitzende</div>
</td>
<td class="xl79" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/scholol0.html">Olaf Scholz</a></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/freitda0.html">Dagmar Freitag *)</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/koerpfr0.html">Fritz Rudolf Körper</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl69" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/gerstma0.html">Martin Gerster *)</a></div>
</td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/schaeax0.html">Axel Schäfer</a></div>
</td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/gerstma0.html">Martin Gerster</a></div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kumpfut0.html">Ute Kumpf</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/F/fograscher_gabriele.html">Gabriele Fograscher</a></td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/scheebe0.html">Bernd Scheelen</a></div>
</td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/grottwo0.html">Wolfgang Grotthaus</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/M/marksca0.html">Caren Marks</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl69" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42"></td>
<td class="xl66" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl66" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hess_pe0.html">Petra Heß</a></div>
</td>
<td class="xl68" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/schaeax0.html">Axel Schäfer (Bochum)</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="42"></td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/schulsw0.html">Swen Schulz</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/scheebe0.html">Bernd Scheelen</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl90" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>FDP (3 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">FDP (2 Mitglieder)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/guentjo0.html">Joachim Günther *)</a></div>
<div>stellv. Vorsitzender des Ausschusses</div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/guentjo0.html">Joachim Günther</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/A/ackerje0.html">Jens Ackermann</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl76" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/knopek_lutz.html">Lutz Knopek</a></td>
<td class="xl77" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl77" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/P/parr_de0.html">Detlef Parr *)</a></div>
</td>
<td class="xl78" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/grussmi0.html">Miriam Gruß</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl95" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: transparent;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/P/piltzgi0.html">Gisela Piltz</a></td>
<td class="xl88" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl88" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl89" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl96" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>DIE LINKE (2 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">DIE LINKE (1 Mitglied)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: white;" width="143" height="21">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kunerka0.html">Katrin Kunert *)</a></div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kunerka0.html">Katrin Kunert *)</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/sittepe0.html">Dr. Petra Sitte</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 15.75pt;" height="21">
<td class="xl97" style="width: 107pt; height: 15.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="21"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/P/petermann_jens.html">Jens Petermann</a></td>
<td class="xl98" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl98" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
<td class="xl99" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl90" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: transparent;" width="143" height="22"><span style="font-size: small; font-family: Calibri;"> </span></td>
<td class="xl91" style="width: 97pt; background-color: transparent;" width="129"></td>
<td class="xl91" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
<td class="xl92" style="width: 95pt; background-color: transparent;" width="127"></td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl85" style="width: 204pt; height: 16.5pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="272" height="22"><strong>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (2 Mitglieder)</strong></td>
<td class="xl86" style="width: 190pt; background-color: #9bbb59; text-align: center;" colspan="2" width="254">BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (1 Mitglied)</td>
</tr>
<tr style="height: 16.5pt;" height="22">
<td class="xl75" style="width: 107pt; height: 16.5pt; background-color: white;" width="143" height="22"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"><em>Stellvertreter</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Mitglieder</em></td>
<td class="xl75" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127"><em>Stellvertreter</em></td>
</tr>
<tr style="height: 31.5pt;" height="42">
<td class="xl73" style="width: 107pt; height: 31.5pt; background-color: white;" width="143" height="42">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hermawi0.html">Winfried Hermann *)</a></div>
</td>
<td class="xl71" style="width: 97pt; background-color: white;" width="129"></td>
<td class="xl71" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hermawi0.html">Winfried Hermann *)</a></div>
</td>
<td class="xl72" style="width: 95pt; background-color: white;" width="127">
<div><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/goerika0.html">Katrin Göring-Eckardt</a></div>
</td>
</tr>
<tr style="height: 30.75pt;" height="41">
<td class="xl100" style="width: 107pt; height: 30.75pt; background-color: #d8d8d8;" width="143" height="41"><a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/C/cramon_taubadel_viola.html">Viola von Cramon-Taubadel</a></td>
<td class="xl101" style="width: 97pt; background-color: #d8d8d8;" width="129"></td>
<td class="xl101" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
<td class="xl102" style="width: 95pt; background-color: #d8d8d8;" width="127"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Anmerkungen:</p>
<ul>
<li>*) sportpolitische Sprecher der jeweiligen Fraktionen</li>
<li>**) Namen und Zuordnung der meisten Stellvertreter fehlen noch. Die CDU hat ihre stellvertretenden Mitglieder benannt, aber noch nicht zugeordnet: <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/knoerig_axel.html">Axel Knoerig</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/F/fischdi0.html">Dirk Fischer</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/K/kolbe_manfred.html">Manfred Kolbe</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/stettch0.html">Christian Freiherr von Stetten</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/S/stettch0.html">Heinz Peter Wichtel</a>, <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/G/grindre0.html">Reinhard Grindel</a></li>
</ul>
<p>Zum Thema habe ich für den Deutschlandfunk diesen Beitrag gedichtet, mit O-Tönen von Winfried Hermann, Klaus Riegert und einem Archiv-Ton von Dagmar Freitag:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/14/dlf_20091114_1937_5809cf02.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Die erweiterte und verlinkte Version:</p>
<p>Die Besetzung des neuen Bundestags-Sportausschusses steht im Prinzip, wenngleich formal noch einige Entscheidungen ausstehen. Der Ausschussvorsitz geht nach Verhandlungen unter den Fraktionschefs an die SPD &#8211; und damit an die langjährige Sportsprecherin Dagmar Freitag. Zu einem Interview war Frau Freitag noch nicht bereit, sie will noch den letzten Beschluss ihrer Fraktion abwarten.</p>
<p>Zunächst die Zahlen: Der Ausschuss wurde von 16 auf 18 Abgeordnete erweitert. CDU/CSU stellen 7 Abgeordnete, die FDP 3 &#8211; damit ist die Mehrheit gegen SPD (4), Linke (2) und Grüne (2) gesichert. Die SPD hat zwei Sitze verloren, alle anderen Fraktionen einen gewonnen. Die Frauenquote ist deutlich gestiegen, von 4 von 16 auf 8 von 18 Abgeordnete.</p>
<p>Die designierte Chefin <a title="www.dagmar-freitag.de" href="http://dagmar-freitag.de/" target="_blank">Dagmar Freitag</a> ist 56 Jahre alt, Lehrerin von Beruf und stammt aus Iserlohn. Sie gehört seit 1994 dem Bundestag an, war seit 1998 sportpolitische Sprecherin der SPD, dieses Amt gibt sie nun an Martin Gerster ab. Sie gehörte zum so genannten Kompetenzteam des gewesenen Kanzlerkandidaten Steinmeier &#8211; insofern überrascht ihr Comeback.</p>
<p>Frau Freitag hatte sich mit dem scheidenden Ausschussvorsitzenden Peter Danckert in wichtigen Fragen zerstritten, ich denke, das darf man so sagen. Dicke Freunde waren sie nicht mehr. Danckert, der gern Sportminister geworden wäre, wechselt in den Haushaltsausschuss. Freitag bleibt dem auswärtigen Ausschuss treu, ist aber aufgrund der Fraktionsarithmetik plötzlich sehr im Sportausschuss gebunden.</p>
<p>CDU-Sportsprecher Klaus Riegert erklärt, warum sein Favorit und Parteifreund Eberhard Gienger nicht Sportchef geworden ist.</p>
<blockquote><p>„Ich hätte gern den Vorsitzenden Eberhard Gienger gehabt. Das ging nicht, wenn man so will, aus ganz lapidaren Gründen. Wir kriegen neun Ausschussvorsitzplätze, davon stehen zwei der CSU zu, das heißt die CDU bekommt sieben &#8211; und wir Baden-Württemberger haben mit Recht, mit Geschäftsordnung, mit Europa schon drei gezogen. Und deshalb hatte der Eberhard Gienger schlichtweg das Pech, dass er aus Baden-Württemberg kommt. Wenn er aus Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein kommen würde, hätte er den Ausschussplatz wahrscheinlich sogar bekommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Statt des DOSB-Vizepräsidenten Gienger also die DLV-Vizepräsidentin Freitag. In einer Woche will sie auf dem Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Berlin erneut für das Amt kandidieren, das sie seit 2001 hat. Vier Tage später wird sie offiziell Sportausschuss-Chefin. Interessenskonflikte in dieser Doppelfunktion (wie in vorherigen) <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">sieht sie nicht</a>. Auch CDU-Sportsprecher Riegert hat damit kein Problem. Ebenso wenig die Linke-Sportsprecherin Katrin Kunert, sie sagt:</p>
<blockquote><p>Ein Ausschussvorsitz sollte neutral arbeiten. Einen Interessenkonflikt kann ich derzeit nicht erkennen. Außerdem stellt sich doch immer die Frage, wer zulässt, dass bestimmte Interessen &#8220;mehr&#8221; bedient werden oder nicht, hier ist der Sportausschuss in Zukunft gefragt. Warum fragen Sie nicht nach den vielen privaten Beratern bei der Bundesregierung, die Gesetzesentwürfe mitschreiben?</p></blockquote>
<p>Der neue FDP-Sportsprecher Joachim Günther dagegen ließ diese Fragen unbeantwortet.</p>
<ol>
<li>Werden die Sitzungen des Sportausschusses auch in dieser Legislaturperiode öffentlich sein? Wird sich irgendetwas an der Praxis der vergangenen Legislaturperiode ändern? Welche Haltung haben Sie persönlich, welche Haltung hat Ihre Fraktion dazu?</li>
<li>Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit der designierten Ausschussvorsitzenden Dagmar Freitag? Wie bewerten Sie die Benennung von Frau Freitag als Ausschussvorsitzende?</li>
<li>Sollte Frau Freitag als Ausschussvorsitzende ihr Ehrenamt als DLV-Vizepräsidentin aufgeben oder ruhen lassen? Sehen Sie darin einen möglichen Interessenkonflikt?</li>
</ol>
<p><span id="more-5791"></span>Grünen-Sportsprecher Winfried Hermann rät Frau Freitag, gar nicht erst wieder für den DLV zu kandidieren, sondern sich auf den Ausschussvorsitz und die gebotene Unabhängigkeit zu konzentrieren:</p>
<blockquote><p>„Ich erwarte jedenfalls von einer Ausschussvorsitzenden genügend Distanz auch zu den Sportorganisationen selber. Denn schließlich haben wir die Aufgabe zu kontrollieren, was der Staat macht, wir haben zu kontrollieren, was die Sportorganisationen mit dem Geld der öffentlichen Hand machen. Und da ist kritische Distanz auf jeden Fall gut und da ist es nicht so gut, wenn man selbst Teil des Verbandssystems ist.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Familie des</a> <a title="Die Qual der Wahl oder: die Einheitsfraktion des Sports" href="http://jensweinreich.de/?p=5222" target="_self">Sports</a>, zu der sich viele Parlamentarier zählen, gehört Lobbyismus allerdings zum Tagesgeschäft. Der Berliner Sportphilosoph Gunter Gebauer hat schon vor Monaten kritisiert:</p>
<blockquote><p>„Nun gibt es sehr viele Lobbyisten im Bundestag. Aber ich habe sehr selten gesehen, dass so offen über Lobbyarbeit gesprochen wird. Das ist eine Nähe zum organisierten Sport, die man in dieser Offenheit und dieser Freude des Bekenntnisses und dieser Bereitschaft, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, in anderen Ausschüssen eigentlich nicht erlebt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Frau Freitag erklärte kürzlich gegenüber der <a title="FAZ zum Thema" href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E54707048D92A4531A95A5C936D15BCFF~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ</a>, die „Männer vor mir haben ihre Ehrenämter auch nie aufgegeben&#8221;. Indes ist die Frage des Lobbyismus und möglicher Interessenkonflikte keine Frage des Geschlechts, sondern eine des Prinzips.</p>
<p>Als Lobbyistin und Unterstützerin der Leichtathletik-WM 2009 hat Frau Freitag ihre Rolle gespielt. Eigenständige sportpolitische Akzente aber vermisste man bislang eher von ihr. In der von Januar bis August 2009 erbittert diskutierten Frage der <a title="alle Beiträge zu diesem Thema" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self">Beschäftigung von Dopingtrainern mit Steuermitteln</a> zählte sie zu jenen, die das Thema gern in aller Stille <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">abgehandelt hätten</a>. Das war im Interesse des DLV, des BMI, des DOSB und der Regierungskoalition. Als es vor einem darum ging wegen anhaltender Versäumnisse in der Dopingbekämpfung Steuermittel etwa für den Bund Deutscher Radfahrer zu sperren, sah auch Freitag <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">keinen Grund</a> für Konsequenzen.</p>
<p>In der vorerst letzten Sportdebatte des Bundestages Anfang Juli erklärte sie:</p>
<blockquote><p>„Wir ziehen Bilanz am Ende einer Legislaturperiode und das ist natürlich Anlass genug, einen kurzen Blick zurückzuwerfen. Und da fällt zwangsläufig der Blick auf die große offene Flanke, nämlich eine wirklich Erfolg versprechende Dopingbekämpfung und deren Auswirkungen in ihrer verheerenden Form auf den gesamten Sport. Meine Fraktion wäre in der Dopingbekämpfung gerne weiter gegangen. Wir sind in der Frage am Koalitionspartner und an großen Teilen des organisierten Sports gescheitert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Als Ausschusschefin der Opposition kann sie daran nichts ändern, selbst wenn sie es tatsächlich wollte.</p>
<p>Die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes hat zwar den Kandidaten Gienger nicht durchgebracht, ist dennoch zufrieden, sich nicht mehr mit Danckert streiten zu müssen. DOSB-Chef Thomas Bach (FDP) <a title="DOSB auf Schmusekurs mit Danckert-Nachfolgerin" href="http://www.zeit.de/newsticker/2009/11/11/iptc-bdt-20091110-589-22973046xml" target="_blank">erklärte</a>, man „respektiere die Autonomie der Fraktionen&#8221; und erwarte, dass die Autonomie des Sports ebenso akzeptiert werde. Der Fehler in dieser anmaßenden Aussage besteht schon darin, dass der Sport kaum autonom sein kann, weil er ohne die Alimentierung durch Steuermittel nicht existieren könnte. <em>(Dazu ließe sich mehr ausführen, wurde hier schon auch genug gesagt.)</em></p>
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<p><a title="Dagmar Freitag sagt: &quot;Sportausschuss soll weiter öffentlich tagen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=5734" target="_self">Eindeutig</a> hat sich Dagmar Freitag zur Frage geäußert, ob die Sitzungen des Sportausschusses weiter öffentlich stattfinden sollten. Sie ist dafür. Winfried Hermann ist ohnehin dafür, die Linke Katrin Kunert ebenfalls. Überraschend erklärt nun CDU-Mann Riegert:</p>
<blockquote><p>„Meine Meinung ist, dass es nicht gehen wird, dass wir die Nicht-Öffentlichkeit herstellen. Das heißt, ich bin der Meinung, dass wir weiterhin öffentlich tagen sollten. Wenn es Fragen gibt, wo Gesprächspartner Dinge nicht öffentlich benennen können, gibt&#8217;s ja die Möglichkeit, dann nicht-öffentlich zu tagen. Aber der Grundsatz sollte bleiben, dass wir öffentlich tagen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Riegert fügt allerdings an, dass seine Sport-Arbeitsgruppe dazu noch nicht beraten habe. Indes klärt sich die Richtung: Ich schätze, sie werden einige Male mehr als in den vergangenen Jahren hinter verschlossenen Türen tagen.</p>
<p>Manche haben halt Transparenzprobleme. Abgeordnete und Politiker wie DOSB-General Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen), der vor einigen Monaten diesen Brief an Danckert schrieb und sich über <a title="Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln" href="http://jensweinreich.de/?p=2819" target="_self">diverse</a> <a title="Dokumentation: Zielvereinbarungen olympischer Sportverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=2800" target="_self">Veröffentlichungen</a> beschwerte:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5802" title="Brief Vesper, DOSB, Februar 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/vesper-danckert-neu.jpg" alt="" width="500" height="559" /></p>
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		<title>Von A-Promis, Dichtern, First Ladies, olympischen Werten und Lieblingsrussen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/01/ggg/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 23:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Promi-Alarm in Kopenhagen. Habe eben gerade vor einem Restaurant, in dem Tokios Gouverneur zum Sushi geladen hatte, Paulo Coelho getroffen. Wir wollen morgen mal länger plaudern, kein Witz. Coelho, dessen Blog ich regelmäßig besuche, war ja auch schon mal bei der FIFA aktiv, als Brasilien die Fußball-WM 2014 erhielt. Nun ist er Rios Vorzeige-Künstler und hilft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Promi-Alarm in Kopenhagen. Habe eben gerade vor einem Restaurant, in dem Tokios Gouverneur zum Sushi geladen hatte, Paulo Coelho getroffen. Wir wollen morgen mal länger plaudern, kein Witz. Coelho, <a title="Blog von Paulo Coelho" href="http://paulocoelhoblog.com/" target="_blank">dessen Blog</a> ich regelmäßig besuche, war ja auch schon mal bei der FIFA aktiv, als Brasilien die Fußball-WM 2014 erhielt. Nun ist er Rios Vorzeige-Künstler und hilft dabei, die Olympischen Sommerspiele 2016 zu akquirieren. Aus Zeitmangel gibts jetzt mal nur eine wirre Bildgeschichte zur olympischen Städtekür 2016. Vorerst. Ich bin noch bis Ende der IOC-Session hier, bis zum 9. Oktober.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5262" title="Michelle Obama, Kopenhagen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/michelle-obama.jpg" alt="" width="500" height="277" /></p>
<p>Was soll ich sagen? Ich habe die First Lady gestern leider verpasst (<em>Foto: Chicago 2016</em>). Am Flughafen Kastrup sowieso. Und leider auch am Nachmittag im Marriott-Hotel Kopenhagen, in das Michelle Obama aus einem schwarzen, gepanzerten Chevi in den Seiteneingang schlüpfte. In der Lobby gab es einen kurzen Fototermin und einige Statements. Das White House hatte zwar schon vor einigen Wochen die Daten ausgewählter Journalisten gesammelt für den obligatorischen Sicherheitscheck, zunächst hieß es, sie werde eine Interviewrunde geben. Doch das fiel aus. Lobbyarbeit für Chicagos Olympiabewerbung ist derzeit wichtiger. Den Donnerstag hat Michelle Obama noch Zeit dazu. Am Freitag stehen im Bella Center auf der 121. IOC-Vollversammlung die Präsentationen an. Chicago beginnt, mit Barack Obama, der mit der Air Force One für einige Stunden einfliegt. Letztes Gerücht: Angeblich soll er nun doch schon Donnerstagabend kommen. Wait and see.</p>
<p>Wen ich sonst noch getroffen habe im Marriott und einigen anderen Hotels: Zunächst das übliche unscharfe Foto, rein der Dokumentation wegen, das muss sein, daran haben sich Stammleser hier längst gewöhnt &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5263" title="Havelange, Weber" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/joaa-jean-marie.jpg" alt="" width="500" height="261" /></p>
<p>Yep, rechts ist <a title="tag: ISL-Skandal" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">Jean-Marie Weber</a>. Gerade begrüßt er seinen alten Kampfgefährten Joao Havelange. Der FIFA-Caesar schritt kurz zuvor übrigens mit Spaniens König Juan Carlos durch die Lobby. Auch den habe ich verpasst, ich saß gerade an der Bar und habe mir von einem Bewerber die IOC-Stimmen durchrechnen lassen. Kein Witz. Statt Juan Carlos zu begrüßen, gehe ich in einigen Stunden zum Frühstück mit Brasiliens Präsidenten Lula. Ich denke, dieser Termin wird spritzig-witzig.</p>
<p>Es ist immer wieder putzig, wenn Staatsoberhäupter und Regierungschef und Angehörige ähnlicher Kategorien der Sportfamilie die Aufwartung machen. (Ich rede mal nicht von Sportministern oder Prinzen wie Henry, Albert, Willem Alexander und ab kommende Woche auch Frederik, die ohnehin IOC-Mitglieder sind und also längst zur Familie gehören, weshalb ich mir ihre Fotos spare, für später mal.) Vor vier Jahren in Singapur, als London Olympiastadt 2012 wurde, gab es mal einen Frühstückstermin bei Hillary. Die war damals Senatorin und für New York aktiv.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5264" title="Hillary &amp; Co, Singapur 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/hillary.jpg" alt="" width="500" height="272" /></p>
<p>Links oben im Bild steht übrigens Nadja Comaneci, neben ihren Mann Bart Connor. Nadja ist so eine Art Olympiabewerbermaskottchen der Amerikaner. Auch in Kopenhagen ist sie dabei, diesmal für Chicago. Sie guckt allerdings &#8211; im roten Leibchen &#8211; nicht viel beteiligter als damals in Singapur:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5265" title="Team Chicago" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/chicago.jpg" alt="" width="500" height="328" /></p>
<p>Und wie erst Bürgermeister Richard Daley (seit 1989 im Amt! sein Vater war noch ein Jahr länger Bürgermeister!) dreinschaut. Und Jackie Joyner-Kersee (Mitte), und Bewerberchef Pat Ryan (mit Mikro) und Michael Johnson (rechts hinter Ryan).</p>
<p>Sehen so Sieger aus?</p>
<p>Ich glaube nicht.</p>
<p>Doch von Daley &amp; Ryan flink zurück zu den A-Promis bei olympischen Städteküren. Und weiter in meiner kleinen Rückschau. Singapur 2005. Ich erwähnte den Termin mit Hillary. Gleich darauf ins Taxi und ab ins nächste Hotel. Denn dort wartete schon &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5267" title="Tonay Blair, Seb Coe, Singapur 2005" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/blair.jpg" alt="" width="500" height="334" /></p>
<p>Ich meine, nicht dass das sonderlich erbaulich gewesen wäre. Aber es spricht ja nichts dagegen, A-Promis, also echte V.I.P.s mal von Nahem zu sehen und ihnen zu lauschen. Von Tony Blair gings damals übrigens zu einem meiner Lieblingsrussen, immer für einen Skandal gut:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5268" title="Juri Luschkow" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/luschkow.jpg" alt="" width="500" height="300" /></p>
<p>Juri Luschkow, Moskaus Bürgermeister. Zwar im Dienst, diesmal aber ohne Wodka und Mädels.</p>
<p>Und noch ein Zeitsprung: Guatemala 2007, die Kür von Sotschi zur Olympiastadt 2014. Eines der Top-Themen war damals der Besuch von Wladimir Putin. Den bekamen Normalsterbliche aber nicht zu Gesicht. Nur seine Sicherheitsjungs, die die ohnehin komfortable Zona 10 noch etwas sicherer machten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5269" title="Guatemala 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/guatemala-sec-rus.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Mir imponierte damals außerdem, wie die Russen im Garten des wunderbaren Steakrestaurant gleich neben dem Tagungshotel eine Eislaufbahn errichteten. Eine Eisbahn mitten in den Tropen. Das war cool. Da hatten sie dann mächtig was zu Feiern, Olympiasieger Jewgeni Pluschenko und Gefährten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5270" title="Pluschenko &amp; Co" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/pluschenko.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Nun aber zurück zu denen, die wohl am Freitag in Kopenhagen feiern.</p>
<p><span id="more-5260"></span>Die Japaner um Professor Shin-ichi Takamura, der uns hier an einem Globus erklärt, wie Olympia die Welt retten kann, werden es eher nicht sein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5271" title="Präsentation Tokio 2016" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/weltkugel.jpg" alt="" width="500" height="332" /></p>
<p>Zu meinem Beitrag über Takamuras Präsentation und einiges mehr gehts <a title="FTD vom 30. September 2009" href="http://www.ftd.de/sport/:olympia-2016-dabei-sein-reicht-gar-nicht/50016883.html?page=2" target="_blank">hier entlang zur Financial Times</a>.</p>
<p>Diese Truppe aber könnte am Freitagabend gegen 19 Uhr durchaus Grund haben, die Minibar zu leeren &#8211; und noch etwas mehr:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5272" title="Pelé &amp; Co" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/pele-und-co.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Rechts über Pelé das ist Schwimm-Weltmeister Cesar Cielo. Pelé hatte einen ziemlich lässigen Auftritt gestern morgen, den ich in einem Zeitungstext so verarbeitet habe:</p>
<blockquote><p>Pelé hält Hof. Natürlich steigt Brasiliens Idol, der beste Fußballer aller Zeiten, für die Olympiabewerbung Rio de Janeiros in die Bütt. Zum fünften Mal buhlt Rio um die Spiele, zum dritten Mal ist Pelé dabei. Wogegen man Michael Jordan, den erfolgreichsten Basketballer aller Zeiten, beim Konkurrenten Chicago doch sehr vermisst. Also will ein amerikanischer Journalist am Mittwoch von Pelé wissen, warum wohl Jordan nicht nach Kopenhagen gekommen ist. Pelé versteht erst mal nicht, wer gemeint ist. Was hat Michael Jackson mit Olympia zu tun, fragt er. Nichts. Als die Verwechslung geklärt ist &#8211; Jordan, nicht Jackson &#8211; und alle gelacht haben, pariert Pelé die Frage politisch durchaus geschickt. „Ich weiß nicht, ob ich sie recht verstanden habe&#8221;, holt er aus. „Aber bei mir ist es ganz einfach: Ich würde für mein Land sterben. Ich würde für den Sport sterben. Ich habe meinem Land zu helfen. Diese Olympischen Spiele sind für ganz Südamerika. Deshalb bin ich hier!&#8221;</p>
<p>So sind sie, die Brasilianer. Sie argumentieren mit Herz und stellen zunehmend die Konkurrenten aus Chicago, Tokio und Madrid in den Schatten &#8211; zumindest in der veröffentlichten Meinung, die keinesfalls mit den Mehrheiten im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) übereinstimmen muss. Viele IOC-Mitglieder kommen erst am Donnerstag nach Dänemark, wenn abends im Opernhaus die 121. IOC-Vollversammlung eröffnet wird.</p>
<p>Vieles deutet auf ein einsames Duell zwischen Rio und Chicago hin. Der Aufmarsch der A-Prominenz allemal. Am Mittwochmorgen traf die erste Abordnung aus dem Weißen Haus ein, First Lady Michelle Obama landete auf dem Flughafen Kastrup und trat am Nachmittag erstmals im IOC-Hotel Marriott auf. Am Freitagmorgen schwebt ihr Gatte mit der Air Force One ein, um kurz nach der Präsentation Chicagos vor dem IOC wieder nach Washington zu entschwinden. Obama hat in den vergangenen Tagen bereits mit einigen IOC-Vorständlern telefoniert.</p>
<p>Selbst mit Obama werde Chicago nicht gewinnen, glaubt das brasilianische IOC-Mitglied Carlos Nuzman, eine Skandalnudel mit Entertainer-Qualitäten. „Obamas Besuch macht gar nichts, das macht gar nichts aus&#8221;, erklärte Nuzman. Die Amerikaner fassen das als eine Art Gotteslästerung auf. Unmittelbar nach der Äußerung Nuzmans gibt Chicago eine Pressekonferenz. Bewerberchef Pat Ryan sagt: „Carlos ist ein großartiger Typ, ein großer Gegner&#8221;, sagt Ryan. „Aber ich denke doch, dass die First Lady die Menschen hier elektrisiert.&#8221;</p>
<p>So geht das in einem fort. Amerikanische Journalisten thematisieren die Kriminalität in Rio. Die Brasilianer provozieren Chicagos Bürgermeister Richard Daley mit ihren Fragen und hoffen auf einen verbalen Vulkanausbruch. Daley ist als Choleriker bekannt, hat sich aber derzeit gut im Griff. Kürzlich soll er in einem Interview gesagt haben, Rio sei nicht für Olympia bereit. Wegen solcher Äußerungen sei die IOC-Ethikkommission alarmiert, verbreitete Nuzman. „Wie bitte? Ich habe nicht gesagt&#8221;, erklärt Daley daraufhin.</p>
<p>Bei manchen Meldungen fragt man sich, ob sie von jenen PR-Firmen, die für die Bewerber arbeiten (Hill &amp; Knowlton für Chicago, Vero Communications für Rio) bestellt worden sind. So meldete die Nachrichtenagentur AP gerade scheinexklusiv, dass in diesem Jahr kein Schwimm-Weltcup in Brasilien stattfindet. Das weiß man allerdings schon seit einem Monat, worauf die Brasilianer verärgert hinweisen. In den USA gilt der Sachverhalt als Beweis, dass es nicht weit her ist mit der Förderung des olympischen Sports in Brasilien. Pelé wirft dazu lässig ein: In den USA dominieren nur drei Profisportarten, in Brasilien dagegen kennen die Menschen außer Fußball auch alle anderen 27 olympischen Sportarten. Und überhaupt: „Die USA hatten acht Mal Olympische Spiele, Südamerika noch nie!&#8221;</p>
<p>Kaum haben die Brasilianer gepunktet, spricht ein NBC-Reporter ein delikates Thema an. Denn die Titelstory des aktuellen Magazins „New Yorker&#8221; handelt von? Natürlich, der Gewalt in Brasiliens Hauptstadt. „Gangs of Rio&#8221; heißt die lange Reportage, in der auch erwähnt wird, dass allein in Rio und seinen Favelas im vergangenen Jahr 1188 Menschen von Polizisten erschossen worden &#8211; dagegen nur 371 in den gesamten USA. „Was sagen Sie dazu&#8221;, lautet die in ultimativen Ton vorgebrachte Frage. Leonardo Gryner, Kommunikationsdirektor der Bewerbung Rios, entgegnet schnippisch, das IOC habe die Frage längst beantwortet. Im Evaluierungsbericht wird das Problem nur erwähnt, mehr aber nicht. „Beim Karneval, bei der Silvesterfeier und bei den Panamerikanischen Spielen hat es nie große Zwischenfälle gegeben&#8221;, sagt Gryner. Dann erklärt er lässig: „Im Übrigen hatten wir auch noch nie ein Problem mit Terroristen.&#8221;</p>
<p>Das klingt alles nicht sehr souverän. Doch gilt es in einem solchen Wettbewerb ohnehin nur darum, den Gegner auszuspielen. Wer könnte das besser als Pelé. Der Fußballer fasst die den Diskussionsstand und damit die Weltpolitik vorerst so zusammen: „Ihr in den USA macht gerade eine große Finanzkrise durch, Chicago hat Probleme mit der öffentlichen Finanzierung der Spiele, und selbst über Obama müsst ihr diskutieren&#8221;, sagt Pelé. „Brasilien aber ist unter den zehn finanziell ausgeglichensten Ländern der Welt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Prima. Und damit das auch klappt mit Rio und Olympia, macht Chefbewerber Carloz Nuzman (rechts) noch einige Deals mit dem FINA-Präsidenten <a title="Julio Maglione und die Präsidenten der olympischen Weltverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=4326" target="_self">Julio Maglione</a> aus:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5275" title="Maglione, Nuzman" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/cesar-carlos.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Bevor ich aber nachts um halb zwei weiter abschweife und noch krudere Notizen mache, schnell nochmal zurück zu meinem alten Freund Jean-Marie. Ich habe ihm viel zu verdanken, gewissermaßen. Denn als wir im Marriott plauderten, schlenderte nicht nur Havelange vorbei, der bald sein ersten Lebensjahrhundert vollendet, auch ein Männlein, das bald sein neuntes Lebensjahrzehnt beendet und für die olympische Familie durchaus von Bedeutung war und ist, blieb natürlich bei Jean-Marie stehen, grüßte freundlich und, was soll ich sagen, gab selbstverständlich auch mir die Hand. Ja, es war Juan Antonio Samaranch Senior, der IOC-Ehrenpräsident.</p>
<p>Ich weiß noch nicht recht, warum es nicht reicht für das olympische Adelsgeschlecht derer von Samaranch. Ich hatte bis vor <a title="Olympia 2016: Rio vs. Chicago vs. Madrid vs. Tokio" href="http://jensweinreich.de/?p=5161" target="_self">einiger Zeit</a> eigentlich das Gegenteil erwartet. Und beim IOC-Präsidenten Jacques Rogge, der nicht mit abstimmt, muss sich Juan Antonio Samaranch Junior, Juanito genannt, sicherlich nicht bemühen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5277" title="Rogge, Samaranch Junior" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jacques-juanito.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Apropos Samaranch Senior. Was absolut beeindruckend war am Mittwochabend: Sein Auftritt während der Pressekonferenz von Madrid. Dem Team um Bürgermeister Alberto Ruiz Gallardon hat er die Schau gestohlen. Oder sollte man besser sagen: Die Truppe setzt voll auf den Alten. Ganz Spanien setzt auf Samaranch. Es war eine brave Präsentation &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5278" title="Team Madrid" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/madrid.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>&#8230; die erst durch Samaranch aufgewertet wurde &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5279" title="Lissavetzky, Samaranch, Ruiz Gallardon" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/madrid-crowd.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>&#8230; der sich in die erste Reihe setzte und gemeinsam mit Tochter Maria Teresa die müde Show verfolgte &#8230;</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5280" title="Tochter Maria Teresa, Papa Juan Antonio " src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jas.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Wie sagte Madrids Bürgermeister, ganz im Stile der großen Sportfamilie:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Herr Ehrenpräsident Samaranch: Wir sind ihre Schüler! Wir danken ihnen für die Werte, die sie und anerzogen haben.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Gute Nacht und: Amen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB&#8217;s im Sportausschuss</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 09:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bin etwas verspätet, aber rechtzeitig vor den nächsten Sitzung des Sportausschusses, die in knapp zwei Stunden beginnt, wollte ich diesen Beitrag noch veröffentlichen, wenngleich nur in Kurzfassung, anders als gedacht. Seit mehr als vier Monaten dominiert eine Diskussion die deutsche Sportpolitik: Die Frage der Persilscheine für ehemalige Dopingtrainer sorgt für erbitterte Auseinandersetzungen über die Dopingvergangenheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin etwas verspätet, aber rechtzeitig vor den nächsten Sitzung des Sportausschusses, die in knapp zwei Stunden beginnt, wollte ich diesen Beitrag noch veröffentlichen, wenngleich nur in Kurzfassung, anders als gedacht.</p>
<p>Seit mehr als vier Monaten dominiert eine Diskussion die deutsche Sportpolitik: Die Frage der Persilscheine für ehemalige Dopingtrainer sorgt für erbitterte Auseinandersetzungen über die Dopingvergangenheit in Ost und West &#8211; auch hier im Blog (tag <a title="tag: Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?s=goldmann" target="_self"><em>Werner Goldmann</em></a>, tag <a title="tag: Vergangenheitsbewältigung" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self"><em>Vergangenheitsbewältigung</em></a>). Auffällig und nur schwer zu begreifen ist dabei, dass sich der Sportausschuss des Bundestages, der sonst nahezu jede aktuelle Problematik aufgreift, in vier Monaten in keiner der öffentlichen Sitzungen damit befasst hat.</p>
<p>Warum eigentlich nicht? Wird das noch geschehen?</p>
<p>Ich habe am 4. Mai einen Fragenkatalog an alle sechzehn Mitglieder des Sportausschusses geschickt. Die Fragen und die wichtigsten Teile der Email-Konversation dokumentiere ich nachfolgend. Zunächst aber das Resultat meiner Anfrage an die Volksvertreter, die &#8211; wie ich irrtümlicher Weise vermutete &#8211; zum wichtigsten sportpolitischen Thema der vergangenen vier Monate doch sicherlich eine Meinung haben, weil sie ihren Job ja gewissenhaft verrichten und voll im Stoff stehen.</p>
<ul>
<li>Nur ein MdB, <a title="Winfried Hermann ./. Burckhard Bremer" href="http://jensweinreich.de/?p=3558" target="_self">Winfried Hermann</a> von den Bündnisgrünen, beantwortete alle 20 Fragen. Er bedauert, dass sich der Sportausschuss bisher nicht mit dem Thema befasst hat und entschuldigt sich, weil er sich wegen einer ernsten Erkrankung zuletzt nicht nachdrücklich genug einbringen konnte.</li>
<li>Fünf von sechzehn Abgeordneten reagierten eine Woche lang überhaupt nicht, bestätigten nicht einmal den Eingang der Emails: die MdB&#8217;s Wolfgang Grotthaus (SPD), Petra Heß (SPD), der ehemalige Fußballschiedsrichter Bernd Heynemann (CDU), Joachim Günther (FDP) und Ingrid Fischbach (CDU).</li>
<li>Die/eine Vertreterin der Linken (Katrin Kunert) antwortete ebenfalls nicht. Sie ließ vergangenen Montag lediglich anrufen und mitteilen, da sie den von mir erbetenen Termin nicht einhalten könne und die Fragen somit als erledigt betrachte.</li>
<li>Sportausschuss-Chef Peter Danckert (SPD) teilte mir mit, er wisse gar nicht, warum ich ihm diese Fragen stelle, er habe sich doch in etlichen Interviews zur Problematik geäußert.</li>
<li>Einige Abgeordnete der Koalition aus CDU (Peter Rauen, Eberhard Gienger, ) und der SPD (Swen Schulz, Martin Gerster) kündigten Kollektiv-Antworten ihrer jeweiligen Sport-Obleute an. Diese Schreiben von Dagmar Freitag (SPD) und Klaus Riegert (CDU) beantworten jedoch kaum eine der 20 Fragen explizit.</li>
<li><a title="München 2018: Wie Mann (CSU) sich um einen Platz im Olympia-Aufsichtsrat bewirbt" href="http://jensweinreich.de/?p=2884" target="_self">Stephan Mayer</a> (CSU) hat zwar eine Meinung, wollte sie aber auch nicht schriftlich mitteilen, sondern in einem Gespräch, das noch nicht zustande gekommen ist.</li>
<li>Am Montagnachmittag, 11. Mai, nachdem ich über die Anfrage bereits im Deutschlandfunk berichtet hatte, erreichte mich eine Email von <a title="Notizen vom Sportausschuss (3): &quot;I want to break free&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2366" target="_self">Detlef Parr</a> (FDP). Er antwortet zwar auch nicht auf die Fragen, versuchte sich stattdessen als Humorist, mehr aber hätte ich mich über Antworten gefreut.</li>
</ul>
<p>Detlef Parr schrieb:</p>
<div>
<blockquote>
<p align="left">Sehr geehrter Herr Weinreich,</p>
<p align="left">die von Ihnen an mich als Oppositionspolitiker gerichteten Fragen in Ihrem Schreiben vom 4. Mai 2009 könnten eine hervorragende Grundlage für eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung sein. Insofern danke ich Ihnen für Ihre Zuarbeit.</p>
</blockquote>
<p align="left">Bitte, gern geschehen. MdB Parr findet seine Zeilen gewiss ganz cool und lustig. Aber ob ausgerechnet der <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">Freund des UDIOCM</a> eine solche Anfrage wagen sollte, die &#8211; wenn sie denn ernst genommen würde &#8211; der Sportpolitik des DOSB Probleme bereiten müsste?</p>
<p align="left"><img class="size-full wp-image-3806 alignnone" title="Schreiben von MdB Detlef Parr vom 11. Mai 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/parr_seite_1.jpg" alt="" width="500" height="640" /></p>
</div>
<p>Hier meine Fragen an alle MdB&#8217;s im Original, ohne Schönheitskorrekturen:</p>
<blockquote><p>1) Warum hat sich der Sportausschuss seit Beginn der Debatte, die im Januar 2009 am Fall Goldmann entbrannte, bisher nicht mit dem Thema der Trainererklärungen und der Beschäftigung von Dopingtrainern im deutschen Hochleistungssport befasst?</p>
<p>2) Haben sich die Obleute der Fraktionen mit diesem Thema befasst? Wenn ja, wann und zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen? </p>
<p>3) Was haben Sie als Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Mitglied des Sportausschusses seit Januar persönlich im parlamentarischen Rahmen in diesem Themenbereich unternommen?</p>
<p>4) Wie schätzen Sie die von DOSB, DLV und BMI abgesegneten Trainererklärungen (Originaltext am Ende dieser Email) grundsätzlich ein, die laut Aussagen zahlreicher Funktionsträger auch auf andere Verbände ausgeweitet werden sollen?</p>
<p>5) DOSB, DLV und BMI betrachten diese Erklärungen als ausreichend für eine Weiterbeschäftigung. Wie sehen Sie das?</p>
<p>6) In den Erklärungen wird mit Vokabeln des DDR-Staatssports und historischen Fakten widersprechende Behauptungen operiert. (siehe Originaltext am Ende dieser Email.) So ist von Einzelfällen die Rede, wird das Dopingsystem mit dem Begriff „unterstützende pharmazeutische Substanzen&#8221; verharmlost, die DDR-Sportführung und die Stasi prägten einst den Begriff „unterstützende Mittel&#8221;. Meine Fragen dazu: Spiegeln diese Erklärungen aus Ihrer Sicht historische Realitäten wider? Sind derartige Chiffrierungen im Jahr 20 nach der Maueröffnung und angesichts erdrückender Dokumentationen über das kriminelle Dopingsystem der Wirklichkeit angemessen?</p>
<p>7) Die Dopingopfer kritisierten mehrfach und mehrfach kollektiv in scharfer Form diese Art der Vergangenheitsbewältigung. Sie kritisieren, vom organisierten Sport nicht in die Aufarbeitung und auch nicht in die Präventionsarbeit einbezogen zu sein. (Dies ist gut dokumentiert &#8211; es gibt keine entsprechenden Gesprächsrunden und Projekte, obgleich von den Opfern wiederholt vorgeschlagen.) Wie schätzen Sie diese Proteste ein?</p>
<p>8) Haben Sie in diesem Jahr Kontakt zu Dopingopfern aufgenommen? Wird der Sportausschuss zum Themenkomplex Vertreter der Dopingopfer anhören?</p>
<p>9) Warum akzeptieren Sportverbände (DLV, DOSB) und deren Kommissionen sowie das für Sport zuständige BMI offensichtlich die Aussagen ehemaliger Doper &#8211; verzichten aber darauf, Berichte von Dopingopfern und historische Fakten zu würdigen?</p>
<p>10) Ist diese Form der Aufarbeitung akzeptabel?</p>
<p>11) Steht es in der Macht des Innenministers und seiner Sportabteilung, sich selbst von der Kontrollpflicht über die Zuwendungsbescheide zu befreien und dauerhafte Verstöße über einen langen Zeitraum zu bereinigen?</p>
<p>12) Gab es nicht für den DLV, für den DOSB und seine Vorgängerorganisationen DSB und NOK, Antidopingklauseln, gegen die mit der Beschäftigung belasteter Trainer über Jahrzehnte verstoßen wurde? </p>
<p>13) Um wie viele dopingbelastete Trainer aus der DDR und den alten Bundesländern, die seit der Vereinigung mit Steuermitteln beschäftigt wurden, handelt es sich nach Ihrer Kenntnis/Ihrer Schätzung insgesamt?</p>
<p>14) Um wie viele stasibelastete Trainer und Funktionäre aus der DDR und den alten Bundesländern, die seit der Vereinigung mit Steuermitteln beschäftigt wurden, handelt es sich nach Ihrer Kenntnis/Ihrer Schätzung insgesamt?</p>
<p>15) Um wie viele doping- und stasibelastete Mediziner aus der DDR und den alten Bundesländern, die seit der Vereinigung mit Steuermitteln beschäftigt wurden, handelt es sich nach Ihrer Kenntnis/Ihrer Schätzung insgesamt?</p>
<p>16) Sollte eine derartige Erklärung &#8211; wie sie am 6. April vorgelegt wurde &#8211; als Entschuldigungspauschale auf alle anderen Sportarten und Personenkreise (Trainer, Mediziner, Funktionäre) aus Ost und West angewendet werden? Etwa auch auf die derzeit verhandelten Fälle der Biathlontrainer Ullrich und Bock?</p>
<p>17) Mit den bisher vorliegenden Erklärungen wurde einmal mehr der Beweis erbracht, dass seit 1991 Bundesmittel zweckentfremdet &#8211; im Sinne von: nicht den Zuwendungsbescheiden entsprechend, denn darin geht es ja (auch) um dopingfreien Sport mit unbelasteten Kräften &#8211; verwendet wurden. Gedenken Sie Ihrer Rolle als Kontrollinstanz nachzukommen und die rückwirkende Überprüfung der entsprechenden Zuwendungsbescheide zu verlangen?</p>
<p>18) Welche Maßnahmen gedenken Sie einzuleiten?</p>
<p>19) Der Dopingopferhilfeverein (DOH) in der Person seines Vorsitzenden Klaus Zöllig fordert in einer <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Eingabe an den Petitionsausschuss</a> des Bundestages vom 26. April 2009 (Originaltext am Ende dieser Email) unter anderem:</p>
<ul>
<li>a) Rückwirkende Überprüfung von DOSB (sowie Vorgängerverbänden), Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten seit 1991 bezüglich der Einhaltung von zuwendungsrechtlichen Vorschriften, der Förderrichtlinien und sonstiger Bestimmungen;</li>
<li>b) Offenlegung der Ergebnisse der Untersuchungen von Verstößen im Hinblick auf die Beschäftigung Doping- und MfS-belasteter Trainer, Ärzte und Betreuer;</li>
<li>c) Befassung folgender Ausschüsse des Deutschen Bundestages mit den Überprüfungsergebnissen sowie Entscheidung über die Rückzahlung von Bundesmitteln nach den maßgeblichen Bestimmungen des Verwaltungsverfahrengesetzes: Sportausschuss, Haushaltsausschuss, Ausschuss für Gesundheit, Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe;</li>
<li>d) Suspendierung der „Trainererklärung&#8221; vom 6. April d. J. bzw. ein Moratorium bis zum Vorliegen der Überprüfungsergebnisse;</li>
<li>e) Hinwirken des Parlaments auf Einzelfallentscheidungen des deutschen Sports über die Weiterbeschäftigung belasteter Trainer, auf Begründung dieser Entscheidung für oder gegen Beschäftigung gegenüber dem Parlament und Einbeziehung der Doping-Geschädigten in die Bewertung der betreffenden Einzelfälle;  </li>
</ul>
<p>Unterstützen Sie die vom DOH/Herrn Zöllig gestellten Forderungen 19 a bis 19 e? </p>
<p>20) Zahlreiche Mitglieder des Sportausschusses sind im Ehrenamt als Präsidenten oder Vizepräsidenten diverser Sportorganisationen tätig. (DOSB, Leichtathletik, Reiten, Tanzen, Turnen etc.) Inwiefern beeinflusst diese Tätigkeit, die ja mit Interessenlagen verbunden ist, Ihre Arbeit im Sportausschuss? Wie schätzen Sie diese Interessenskonflikte generell ein? Fühlen Sie sich deshalb im Themenbereich „Dopingtrainer&#8221; befangen?</p></blockquote>
<p><a title="pdf-Datei des Schreibens von Klaus Riegert (CDU)" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/Riegert.pdf" target="_blank"><strong>Klaus Riegert</strong> schrieb</a> für die CDU u. a.:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir vertreten die Auffassung, dass der autonome Sport selbstverständlich alle Fakten auf den Tisch legen muss und treten der Forderung nach einer Generalamnestie für Dopingtrainer entgegen.&#8221;</p></blockquote>
<p><a title="pdf-Datei des Schreibens von MdB Dagmar Freitag (SPD)" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/05/freitag.pdf" target="_blank"><strong>Dagmar Freitag</strong></a> teilte für Arbeitsgruppe Sport der SPD mit, man wolle mit der Steiner-Kommission reden und stehe „auch für erneute Gespräche mit den Dopingopfern zur Verfügung&#8221;. Eine „Verharmlosung oder Verzerrung historischer Realitäten&#8221; könne sie in den Trainererklärungen nicht erkennen. Aussagen zum BMI und zur Vergabe öffentlicher Mittel traf sie nicht.</p>
<p><strong>Winfried Hermann</strong> (Bündnis 90/Die Grünen) teilte mir wenige Stunden nach meiner Anfrage mit: <span id="more-3781"></span></p>
<blockquote><p>zu 1./2./3.</p>
<p>Was die Obleute in der Angelegenheit (nicht) gemacht haben und warum, kann ich mangels Präsenz nicht sagen. Ich selbst bin allerdings der Meinung, dass der SpA sich damit befassen muss. Ich werde dazu einen Vorstoß machen. Ich selbst habe mich in beschränktem Umfang (Berl.Zeitg.,ZdF, WDR) ziemlich kritisch geäußert. Ein von mir zugesagtes und vereinbartes Interview im DLF wurden zugunsten von Th. Bach („der bzw. das sei interessanter&#8221;) leider abgesagt.</p>
<p>zu 4./5./6.</p>
<p>Ich halte die Trainererklärung in der Sache für unangemessen und politisch für unanständig. Schuld und Verantwortung sind individuell und können eben nicht pauschaliert (es gibt zu Recht keine Kollektivprozesse und Sippenhaft) „entschuldet&#8221; werden. Hier gibt es nur den Weg der Einzelfallprüfung von Schuld, Verantwortung und Einsicht.</p>
<p>Besonders ärgerlich ist, dass die „Schläfer von einst&#8221;, will sagen: diejenigen Institutionen, die Anfang der 90er Jahre in Fachverbänden, DSB/NOK und im BMI großzügig belastete Doping/Stasi-Trainer/innen übernommen/eingestellt haben bzw. zugestimmt oder nichts dagegen unternommen haben, trotz klarer Hinweise in den Medien (z.B. im Spiegel 1993), die darüber hinaus über all die Jahre die fortwährenden Regelverstöße bei der Nutzung öffentlicher Mittel für solche Trainer/innen nicht aufklärt haben,  sich nach dem alles verjährt ist, sagen: wir können leider nichts machen; denn alles ist verjährt. Da haben sich die Sünder selbst die Absolution erteilt. By the way: der Betrug ist nicht verjährt.</p>
<p>Der pauschalierte Entschuldungstext zeugt nicht gerade von Einsicht. Im Gegenteil. Es ist die alte anpasslerische Haltung ohne Zivilcourage, verantwortlich waren die anderen, „wir mussten das aus Liebe zum Sport leider mitmachen&#8221;.</p>
<p>zu 7.-10.</p>
<p>Ich teile den Ärger und die Kritik der Dopingopfer und unterstütze, dass sie in dieser Sache vom Parlament gehört werden sollen. Diese Art der Aufarbeitung ist inakzeptabel.</p>
<p>zu 10.ff</p>
<p>Dringend notwendig ist die kritische Aufklärung von Doping im Sport (Ost und ! West) Dazu gehört auch die Aufarbeitung der Verstrickung des BMI bzw. dessen „Schlafmützigkeit&#8221;.</p>
<p>zu 13.ff</p>
<p>Um wie viele Personen es sich genau handelt, kann man nur schätzen. M.E. sind es leider nicht nur Einzelfälle, sondern viele.</p>
<p>zu 16.</p>
<p>Nein !</p>
<p>zu 17.</p>
<p>Dieser Frage werde ich nachgehen. Ich halte es für fortgesetzte Verstöße gegen Zuwendungsbescheide, die auch nicht verjährt sind.</p>
<p>zu 18.und 19.</p>
<p>Alle diese Punkte sind unterstützungswürdig.</p>
<p>zu 20.</p>
<p>Leider sind diese Interessenverquickungen hinderlich bei der Aufklärung, meine KollegInnen sehen das gar nicht so. Vermutlich würden sie ohne diese Ämter auch (unkritisch) auf Seiten des Sports sitzen. Ich versuche Interessenskonflikte zu vermeiden. Als Vorsitzender einer Verbände-Organisation „Kuratorium Sport und Natur&#8221;, das keine öffentlichen Mittel erhält, sehe ich aber keine solchen Konflikte bei mir.</p></blockquote>
<p>Soweit das karge Ergebnis meiner Anfrage an sechzehn Sportpolitiker, Sportexperten, Volksvertreter, Kontrolleure zum wichtigsten sportpolitischen Thema der vergangenen Monate. Ich möchte das gar nicht ausschmücken und (relativ) unkommentiert lassen. Nur noch zwei Anmerkungen:</p>
<p>Zu Peter Danckert (SPD). Der Sportausschuss-Chef schrieb mir am 5. Mai:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Weinreich, </p>
<p>ich weiß gar nicht, warum Sie mir diese Fragen stellen. Meine Position ist seit Wochen / Monaten bekannt und veröffentlicht. Dem ist nichts hinzuzufügen. Im Übrigen habe ich gestern Abend im MDR-Fernsehen meine Position erneut geäußert. </p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Peter Danckert</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Danckert,</p>
<p>Ihre Position, die ich als Generalamnestie betrachte, kenne ich selbstverständlich. Diese Fragen gehen jedoch weit darüber hinaus. Ich frage u. a. danach, warum sich der Sportausschuss, der sich doch &#8211; auch Dank Ihres Engagements &#8211; mit den meisten wichtigen Themen deutscher Sportpolitik befasst (und oft genug sehr aktuell reagiert), ausgerechnet zu diesem Thema, das seit vier Monaten dominiert, nicht berät. </p>
<p>Diese Fragen harren weiter einer Beantwortung. Genau wie die Fragen nach politischen Verantwortlichkeiten, nach der Rechtmäßigkeit der Verwendung von Steuermitteln in zahlreichen Fällen seit 1991, der Einhaltung von Zuwendungsbescheiden etc. pp.</p>
<p>Es geht mithin um die Wahrnehmung und Erfüllung des &#8211; wenn ich das so sagen darf &#8211; verfassungsmäßigen Auftrag des Sportausschusses. </p>
<p>Ich gehe nicht davon aus, dass ich meinen Leser und Hörern erklären muss, dass der Vorsitzende des Sportausschusses eine Beantwortung detaillierter Fragen verweigert, weil er der Meinung ist, er habe zu diesem Thema in anderen Medien und zu anderen Journalisten bereits viel gesagt. Darf ich Ihre Zeilen so interpretieren, dass Sie gewissen Journalisten Interviews gewähren, anderen aber nicht? Gibt es zwei Kategorien von Journalisten, zwei Kategorien von Fragen? Das würde mich doch sehr wundern &#8211; und es widerspräche gewiss dem Pflichtenheft eines Abgeordneten.</p>
<p>Ich darf Sie weiter um die Beantwortung meiner Fragen bitten. </p>
<p>Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Freundliche Grüße,</p>
<p>Jens Weinreich</p></blockquote>
<p>Am Tag darauf hat mir Peter Danckert am Rande der Sitzung des Sportausschusses ein kurzes Interview gegeben, dessen wichtigste Sequenzen in <a title="DLF: Fragwürdige Passivität" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/963086/" target="_blank">diesen Beitrag für den Deutschlandfunk</a> eingeflossen sind, man kann es auf der DLF-Webseite auch nachhören.</p>
<p>Zum Thema der <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">möglicherweise widersprüchlichen Interessen</a> in den Personen, die MdB&#8217;s und hohe Sportfunktionäre zugleich sind, zum Thema, das ich Lobbyismus nenne, habe ich mich gelegentlich geäußert. Einige Beispiele: Eberhard Gienger (CDU), DOSB-Vizepräsident Leistungssport; Klaus Riegert (CDU), Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes; Martin Gerster (SPD), Präsident des Sportakrobatik-Bundes; Dagmar Freitag (SPD), Vizepräsidentin des DLV. (Bis vor kurzem war auch Steffen Reiche/SPD noch stellvertretendes Mitglied des Ausschusses, jener Mann, der zugleich als Präsident des brandenburgischen Leichtathletik-Verbandes und als Mitglied der Steiner-Kommission agiert und Werner Goldmann zur Erklärung überredet hat.)</p>
<p>Außer Frau Freitag &#8211; und Winfried Hermann (siehe oben, siehe Beitrag im DLF) &#8211; wollte sich niemand zur Frage von Interessenskonflikten äußern. Die Abgeordnete Freitag teilte mit, sie könne ihre berufliche Tätigkeit strikt von ihrem ehrenamtlichen Engagement im Deutschen Leichtathletik-Verband trennen.</p>
<p>Dann ist ja alles gut.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/11/14/die-umfaller-sportlobbyisten-im-bundestag/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 14:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Aber der BDR-Freispruch im Bundestags-Sportausschuss ist mir noch einige Bemerkungen wert. Ich mache es diesmal ganz kurz (ein Nachtrag folgt am Wochenende) und entscheide mich für die Form eines Bilderkommentars. Liebe Abgeordnete, ich wiederhole: Dies ist ein Kommentar. 1) Ladies first: Das da unten ist Dagmar Freitag von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch auf die Gefahr hin, <a href="http://jensweinreich.de/?p=1652" target="_self">mich zu wiederholen</a>. Aber der BDR-Freispruch im Bundestags-Sportausschuss ist mir noch einige Bemerkungen wert. Ich mache es diesmal ganz kurz (ein Nachtrag folgt am Wochenende) und entscheide mich für die Form eines <strong>Bilderkommentars</strong>. Liebe Abgeordnete, ich wiederhole: Dies ist ein Kommentar.</p>
<p><strong>1)</strong> Ladies first: Das da unten ist <strong>Dagmar Freitag</strong> von der <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E764F6C90EF14474EB8C3C041BBA2E446~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Surrealistischen Partei Deutschlands</a> (SPD). Sie ist u. a. Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV).</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1696" title="freitag" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/freitag.jpg" alt="" width="500" height="386" /></p>
<p><strong>2)</strong> Das da unten ist <strong>Peter Danckert</strong> (ebenfalls SPD). Er leitet den Sportausschuss und fungiert u. a. als Präsident des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg e.V., außerdem gibt er sehr gern Interviews, in denen er eine knallharte Dopingbekämpfung und geeignete parlamentarische Maßnahmen einfordert. Es sind so viele zusammen gekommen, dass ich lieber auf eine Verlinkung verzichte, ihm zuliebe, sonst würde es peinlich. Nur noch eins: Kann es sein, dass der deutsche Reitsport derzeit auch etwas unter Druck gerät?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1697" title="danckert1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/danckert1.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p><strong>3)</strong> Das da unten ist <strong>Detlef Parr</strong> von der freidemokratischen Partei, der auch das UDIOCM angehört, das über seinen <a href="http://www.detlef-parr.de/wcsite.php?wc_c=9823" target="_blank">Freund Parr</a> gern mal <a href="http://www.rp-online.de/public/article/ratingen/627735/FDP-Bergischer-Loewe-fuer-Detlef-Parr.html" target="_blank">sagt</a>: &#8220;Mit dem Mut eines Löwen hat sich Detlef Parr für die Belange des Sports eingesetzt.&#8221; Parr ist u. a. Vizepräsident der Special Olympics Deutschland. </p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1698" title="parr" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/parr.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p><strong>4)</strong> Das da unten ist <strong>Klaus Riegert</strong>, der CDU-Sportobmann im Ausschuss. Er ist u. a. Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes. Er verwechselt mitunter &#8211; unbeabsichtigt - Ursache und Wirkung und verwischt, wenn er schon mal was sagt, mitunter &#8211; unbeabsichtigt &#8211; die Unterschiede zwischen Dichtung und Wahrheit: <a href="http://www.cducsu.de/Titel__Pressemitteilung_Buendnis_90_Die_Gruenen_wollen_den_Radsport_in_Deutschland_zerstoeren/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__11285/Inhalte.aspx" target="_blank">So wie in diesem Fall</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1699" title="riegert" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/riegert.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p><strong>5)</strong> Das da unten ist <strong>Eberhard Gienger</strong> (CDU), Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Wir zwei haben erst am Dienstagabend besprochen, dass wir uns mal unterhalten sollten. Ach, ich weiß irgendwie nicht, ich finde Taten ja wichtiger als wiederholte leere Worte. Jedenfalls, der DOSB, insofern ist das wenigstens kein verdeckter, sondern ganz offener Lobbyismus, taucht auf der 720 Seiten umfassenden Lobbyliste des Bundestages auf: Als Nummer 966, als Dachverband von 95 Sportverbänden und deren Untergruppen, also auch der in diesem Bilderkommentar sonst noch aufgeführten.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1702" title="gienger" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/gienger.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p><strong>6)</strong> Das da unten ist <strong>Peter Rauen</strong> (CDU), einst Chef des Sportausschusses.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1700" title="rauen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/rauen.jpg" alt="" width="500" height="386" /></p>
<p><strong>Peter Rauen</strong> hat <a href="http://jensweinreich.de/?p=1383" target="_self">vor vier Wochen</a> im Sportausschuss übrigens energisch vorgebracht:</p>
<blockquote><p>Ich habe die große Faszination erlebt, die vom Radsport für die Eifel ausging, die Begeisterung der Menschen und auch, was der Radsport durch seinen Bekanntheitsgrad geworden ist. Ich war auch immer der Auffassung, dass es einer ehrlich meint im Dopingsumpf. Herr Holczer hat dagegen angekämpft und ist immer dieser Auffassung gewesen. Wenn ich in diesen Tagen erlebe, wie verzweifelt dieser Mann ist, dass aus seinem Team Stefan Schumacher und Bernhard Kohl definitiv des Dopings überführt wurden, dann ist das offenbar in diesem Sport ein Sumpf, dem man als Parlamentarier versuchen muss, etwas entgegen zu setzen, was wirklich Aufschreie gibt. Herr Holczer hat, ich gehe jetzt aus dem Radsport raus, erkennbar alles getan, er hat auch daran geglaubt, dass in seinem Team nichts passiert. Wenn man auch sieht, dass von der Leitung der Gerolsteiner-Gruppe, die wirklich immer alles getan haben gegen Doping und die riesige Angst hatten davor, dass die ganze Werbung dahin ist, wenn sie in den Sumpf hineingezogen würden, dennoch von Sportlern, obwohl der Sponsor und der sportliche Leiter Wert darauf gelegt haben, mit Füßen getreten wird, dann ist das nicht zu akzeptieren. Offenbar hat sich das Doping in diesem Sport so eingenistet über Jahrzehnte, so dass ohne Doping gar nicht mehr die Möglichkeit besteht, Erfolge zu feiern. Ich wäre persönlich auch dafür, dass wir als Sportausschuss ein ganz klares und deutliches Zeichen, ohne wenn und aber, setzen. (&#8230;)</p>
<p>Eine Haushaltssperre ist nicht die Streichung von Mitteln sondern vielmehr eine Sperre, die man auch wieder aufheben kann. Wir wollen aber hierzu ganz gerne erst einmal Klarheit haben, was da im BDR läuft und hören sie uns hierzu noch einmal hier an. Sie sollen aber im vornherein schon einmal wissen, dass der Sportausschuss und die Verantwortlichen hierzu irgendwann einmal die Schnauze voll haben und dann sagen, wenn alles nicht reicht, werden die Mittel eben gesperrt. Hier muss man erkennen, dass hier ernst gemacht wird.</p></blockquote>
<p><span id="more-1694"></span>Ich verzichte auf weitere Beispiele. Sie haben also ernst gemacht im Sportausschuss. <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0621/sport/0052/index.html" target="_blank">Wieder einmal</a>.</p>
<p>Ich finde Entscheidungen wie die des <a href="http://www.pr-inside.com/de/spd-abgeordneter-staffelt-wechselt-zu-r916565.htm" target="_blank">MdB Ditmar Staffelt</a>, um mal nur das aktuellste Beispiel zu nehmen, irgendwie, wie soll ich sagen: ehrlicher? Glaubwürdiger? Konsequenter? Vermittelbarer? Demokratischer?</p>
<p>Mein Gott, ich bin ein Träumer. Was für Begriffe.</p>
<p>Flink noch ein Lesebefehl &#8211; Andreas Rüttenauer in der taz über den Mittwochnachmittag: <a href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/fuersorgliche-befragung/" target="_blank">&#8220;Der Radsport hat eine verlässliche Lobby: Fürsorgliche Befragung&#8221;</a> - und eine Antwort auf die möglicherweise naheliegende Frage, warum manche Abgeordnete (1, 2, 6) Kopf stehen, aber andere (3, 4, 5) nur zur Seite gekippt sind. Ich fand halt die Kapriolen der Kopfsteher noch etwas wilder, von den anderen bin ich nichts anderes gewöhnt. Im übrigen bin ich der erste, der die MdB&#8217;s wieder aufrichtet, sollten sie dereinst Bahnbrechendes in der Dopingbekämpfung zustande bringen. In einem Radiointerview habe ich zum Beispiel gehört, dass Peter Danckert (2) ankündigte, es könne durchaus passieren, dass sich, wenn er seine Fragen an den BDR schriftlich nachgereicht habe, noch neue Anhaltspunkte ergeben könnten, die möglicherweise dazu führen könnten, dass sich der Sportausschuss noch einmal mit der Thematik der Fördermittel befassen könntemüsstehabensollte. So etwa.</p>
<p>Nachtrag, das ist mir peinlich: Habe ich etwa nicht erwähnt, welche Bundesfördermittel der Leichtathletikverband, der DOSB, die Reiterliche Vereinigung, der Deutsche Turnerbund, die Special Olympics und einige andere erhalten? Ich hole es nach.</p>
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