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	<title>jens weinreich &#187; klass faber</title>
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		<title>Wolfgang Jelkmann sagt zum Fall Pechstein &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 16:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich glaube nicht, dass sich die Professoren Winfried Gassmann und Wolfgang Jelkmann oder der hollÃ¤ndische Chemometriker Klaas Faber kollektiv zu Pechstein-PR hinreiÃŸen lassen. Womit ich auch Wolfgang Jelkmann (weltweit anerkannter Epo-Experte,Â Direktor des Instituts fÃ¼r Physiologie LÃ¼beck, Leiter der AG Hypoxie und Erythropoietin) herzlich im Blog begrÃ¼ÃŸe, neben anderen Fachleuten, die &#8211; ihr gutes Recht &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube nicht, dass sich die Professoren <a title="Was vom Tage Ã¼brig bleibt (50): Kommentar von Prof. Winfried Gassmann zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=6175" target="_self">Winfried</a> <a title="Winfried Gassmanns aktualisiertes Papier zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=6220" target="_self">Gassmann</a> und Wolfgang Jelkmann oder der hollÃ¤ndische <a title="Der CAS im Fall Pechstein: â€œabuse of science, bordering to fraudâ€??" href="http://jensweinreich.de/?p=5964" target="_self">Chemometriker Klaas Faber</a> kollektiv zu Pechstein-PR hinreiÃŸen lassen. Womit ich auch <a title="Bio Wolfgang Jelkmann, Uni LÃ¼beck, Institut fÃ¼r Physiologie" href="http://www.physio.uni-luebeck.de/cgi-bin/mitarbeiter/einzeln.pl?name=jelkmann" target="_blank">Wolfgang Jelkmann</a> (weltweit anerkannter Epo-Experte,Â Direktor des Instituts fÃ¼r Physiologie LÃ¼beck, Leiter der AG Hypoxie und Erythropoietin) herzlich im Blog begrÃ¼ÃŸe, neben anderen Fachleuten, die &#8211; ihr gutes Recht &#8211; unter Pseudonym diskutieren. Ich freue mich besonders darÃ¼ber, weil damit die herkÃ¶mmlichen Kommunikationswege &#8211; Journalist zitiert und/oder befragt einen &#8220;Experten&#8221;, der sich oft genug missverstanden/fehlinterpretiert/verkÃ¼rzt wiedergegeben fÃ¼hlt &#8211; aufgebrochen sind. Der Erkenntnisgewinn dÃ¼rfte in der direkten Kommunikation, dem 21. Jahrhundert angemessen, etwas grÃ¶ÃŸer sein.</p>
<p><strong>Wolfgang Jelkmann</strong> war als Gutachter bei der <a title="CAS-Urteil: Claudia Pechstein bleibt gesperrt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5865" target="_self">CAS-AnhÃ¶rung</a> im Oktober 2009 beteiligt. Er stÃ¼tzt die Argumentation seines Kollegen Gassmann, was nicht Ã¼berraschend geschieht, denn er hatte im Dezember ja sogar gesagt, ihn erinnere der Fall Pechstein an die Hexenverfolgungen im Mittelalter.</p>
<p>Das war nicht gerade wissenschaftlich. Aber egal. Wenn Meinung mit Fachkenntnis unterlegt ist, muss das keine schlechte Kombination sein.</p>
<p>Damit Prof. Jelkmanns <a title="Kommentar Wolfgang Jelkmann" href="http://jensweinreich.de/?p=6220#comment-17809" target="_self">Kommentar</a> nicht untergeht (die Gefahr besteht immer in einem Blog-CMS), kopiere ich auch diesen flink hinein:</p>
<blockquote><p>Ich begrÃ¼ÃŸe die fundierten Ãœberlegungen des Kollegen Winfried Gassmann zum Fall Pechstein. Als Gutachter (fÃ¼r die DESG) in dem Verfahren habe ich mich mit MeinungsÃ¤uÃŸerungen zurÃ¼ckgehalten, obwohl mich das extrem parteiische â€“ Daten und Prozessablauf verfÃ¤lschende â€“ CAS-Urteil bitter enttÃ¤uscht hat. Aus Frau Pechsteins Messwerten der vergangenen 10 Jahre lÃ¤sst sich EPO-Doping nicht belegen (Bluttransfusionen waren ohnehin nie Teil der Anklage).</p>
<p>Zu Fehlern im CAS-Urteil:</p>
<p>(i) Frau Pechsteins Blutwerte in Hamar widersprechen Blutdoping mit EPO oder Ã¤hnlichen Stoffen (fÃ¼r wissenschaftliche Leser: nach EPO Doping sind typischerweise % Makrozyten, % hypochrome Zellen und MCVr erhÃ¶ht, MCHCr und CHr dagegen erniedrigt).</p>
<p>(ii) Die CAS-Richter kannten sich mit medizinischer Literatur nicht aus (S. 48). Belletristische Werke bleiben unverÃ¤ndert (Thomas Manns â€žBuddenbrooksâ€œ ist in der 55. Auflage derselbe Text wie das Original von 1901), aber nicht naturwissenschaftliche, in die immer neue Informationen einflieÃŸen.</p>
<p>(iii) Niedrig dosiertes EPO fÃ¼hrt nicht zu erhÃ¶hten Retikulozytenzahlen. Dennoch wird dies als ErklÃ¤rung fÃ¼r die stets negativen Urinproben genannt.</p>
<p>(iiii) Nach Literaturangaben haben ca. 1% aller gesunden NordeuropÃ¤er Laborwerte, die zwischen den normalen und solchen bei Menschen mit Retikulozyose aufgrund hereditÃ¤rer SphÃ¤rozytose liegen.</p>
<p>(iiiii) Entgegen dem CAS-Urteil (S. 53) wÃ¤re es praktisch unmÃ¶glich gewesen, trotz EPO Dopings HÃ¤moglobinwerte 9 Jahre lang durch BlutverdÃ¼nnungsmaneuver im Normbereich zu halten.</p>
<p>Anders als im Fall Pechstein werden mit dem neuen â€žBlut-Passâ€œ der WADA viele Parameter bewertet. AuÃŸerdem sollen auffÃ¤llige Messdaten zunÃ¤chst anonym von Experten bewertet werden, um ObjektivitÃ¤t zu wahren. Blutabnahme, -lagerung und -analytik sollen standardisiert werden. Die Analytik soll ausschlieÃŸlich in WADA akkreditierten Laboratorien durchgefÃ¼hrt werden. Diese mÃ¼ssen sich QualitÃ¤tskontrollen unterwerfen. Die Messwerte mÃ¼ssen den Sportler(inne)n korrekt zugeordnet werden (â€žBarcodesâ€œ). Bei der Beurteilung der Messwerte sollen TrainingmaÃŸnahmen, HÃ¶henaufenthalte und der allgemeine Gesundheitsstatus der Athlet(inn)en berÃ¼cksichtigt werden. Insofern ist die Behauptung falsch, Frau Pechsteins Freispruch hÃ¤tte zukÃ¼nftige Doping-Nachweise auf Basis des Blut-Passes erschwert. Im Gegenteil, nachdem Frau Pechstein als SÃ¼ndenbock herhalten musste, ist das Verfahren jetzt erst recht mit einem Makel behaftet.</p></blockquote>
<p>Ich will&#8217;s mal so sagen: Meine Zweifel an der Interpretation von <a title="Der ISU-Beschluss im Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=4140" target="_self">ISU</a> und <a title="Dokumente zum Fall, u.a. CAS-Urteil in Deutsch und Englisch ..." href="http://jensweinreich.de/?p=6175" target="_self">CAS</a>, dass Claudia Pechstein eine Blutdoperin ist, sind seit Oktober kontinuierlich gewachsen.</p>
<p>Medizinisch-analytisch durchschaue ich den Wust an Daten und Meinungen natÃ¼rlich nicht, ich denke mal, da befinde ich mich in guter Gesellschaft, etwa mit den CAS-Richtern :), die ja auch keine Fachleute sind. Ich kann mir nur MÃ¼he geben, die tatsÃ¤chlichen Argumente von Finten und TÃ¤uschungsmanÃ¶vern zu trennen, die Diskussion zu moderieren und mir einen Standpunkt zu erarbeiten.</p>
<p>Etliche der VorwÃ¼rfe, die ich gerade zu Beginn der Ã¶ffentlich verhandelten AffÃ¤re formuliert habe, erhalte ich aufrecht &#8211; beispielsweise das UnverstÃ¤ndnis Ã¼ber die LÃ¼gen von DESG/Pechstein im FrÃ¼hjahr 2009 oder den Vorwurf, dass Pechstein (siehe ISU-Beschluss u.a.) in den ersten Monaten nicht genug unternommen hat, stichhaltige ErklÃ¤rungen beizubringen. Andererseits, ganz einfach formuliert: Wenn hier tatsÃ¤chlich Datenmaterial bewusst fehlinterpretiert worden sein sollte und ISU wie CAS-Beschluss einer hÃ¶heren Order folgen (was ich nicht wirklich glaube), fÃ¤llt es angemessen schwer, stichhaltige ErklÃ¤rungen zu liefern.</p>
<p>Die wohl wichtigste sportpolitische Lehre aus knapp zwanzig Jahren BeschÃ¤ftigung mit dem Dopingthema werde ich allerdings nie vergessen: Die Skrupellosigkeit, mit der BetrÃ¼ger sich als Opfer inszenieren, Ã¼bertrifft in der Regel meine schlimmsten BefÃ¼rchtungen. In der Regel. Nicht in jedem Fall.</p>
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