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	<title>jens weinreich &#187; julio humberto grondona</title>
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		<title>Lost in translation: &#8220;I have no case. I have no information&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p>
<p><a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p>
<p><a title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p>
<p><a title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p>
<p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p>
<blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote>
<p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p>
<blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote>
<p><span id="more-11440"></span></p>
<p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p>
<p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p>
<p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p>
<p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p>
<p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p>
<p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p>
<blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote>
<p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p>
<blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p>
<p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p>
<p>Best regards,</p>
<p>FIFA Media department</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p>
<p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p>
<blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div>
<p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p>
<p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p>
<ul>
<li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p>
<ul>
<li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li>
</ul>
<p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p>
<p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p>
<p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p>
<p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p>
<blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p>
<blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p>
<p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote>
<p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p>
<p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p>
<p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p>
<blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p>
<p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p>
<blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p>
<p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p>
<blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte Sepp.</p>
<p>Aber gewiss doch.</p>
<p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p>
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		<title>One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Heute jährt sich zum ersten Mal die bizarre Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an zwei neureiche Powerholder des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, so ging das damals aus: 2018 FIFA World Cup™ Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes (as no [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Heute jährt sich zum <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ersten</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Mal</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">die</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/">bizarre Vergabe</a> der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an <a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/">zwei neureiche Powerholder</a> des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, <a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/">so ging das damals aus:</a></p>
<blockquote><p><strong>2018 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1:</strong> England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes</p>
<p>(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)</p>
<p><strong>Round 2:</strong> Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)</p>
<p><img title="WM 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2018.gif" alt="" width="425" height="194" /></p>
<p><strong>2022 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1: </strong>Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)</p>
<p><strong>Round 2: </strong>Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)</p>
<p><strong>Round 3: </strong>Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)</p>
<p><strong>Round 4: </strong>Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)</p>
<p><img title="WM 2022" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2022.gif" alt="" width="425" height="260" /></p></blockquote>
<p>Der Status Quo ist 365 Tage später unverändert: Russland richtet die WM 2018 aus, Katar die WM 2022 &#8230;</p>
<p>&#8230; wenn nicht doch etwas dazwischen kommt.</p>
<p>Wenn nicht Korruption in großem Stil bewiesen werden kann &#8211; bisher ist das noch nicht der Fall.</p>
<p><strong>Diesen bitteren ersten Jahrestag nutze ich für eine kleine Analyse und als Auftakt zu einer Reihe von Hintergrundtexten und Kurzporträts zu den Personen und Geschäften des FIFA-Exekutivkomitees.</strong><span id="more-11313"></span></p>
<p>In den nächsten zwei Wochen wird viel passieren. In einer Woche beispielsweise wird sich das IOC endlich zur <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Bestechung</a> erklären (jedenfalls zu einigen Personen, die IOC-Mitglieder sind und kassiert haben, wie Havelange/FIFA und Hayatou/FIFA und auch Lamine Diack/IAAF). Eine Woche darauf trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Tokio, wo dann Blatter die ISL-Einstellungsverfügung veröffentlichen will. Dies sind die wichtigsten Termine, es gibt weitere hochinteressante, und es laufen Recherchen. Eins kann Mann schon mal sagen: <a title="&quot;&quot;The truth about FIFA corruption and Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Ricardo Teixeira</a>, der gerade als WM-Organisationschef 2014 die <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=ronaldo+teixeira&amp;source=newssearch&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fsport%2Fronaldo-wird-chef-der-wm-brasiliens-beckenbauer-steigt-gross-ein-1.1223375&amp;ei=NKjYTrmXG8bN4QT-xeGODg&amp;usg=AFQjCNFYqLPRa_f2-qbR8km6Ad4X7AzPTw&amp;sig2=6Fdwo8ZCAjLxFBQfXGA54A" target="_blank">Marionette Ronaldo</a> vorgeführt hat, klammert sich weiter an seine Posten als CBF-Präsident und FIFA-Exekutivmitglied, was nicht erfolgreich sein wird &#8211; seine Reise nach Tokio hat er, Stand heute, vorsorglich abgesagt.</p>
<p>Selten wurden die neuen Machtverhältnisse im Weltsport so manifestiert wie am Abend des 2. Dezember 2010. In der Züricher Messe griffen Russlands Präsident Wladimir Putin und Emir Hamad Al Thani von Katar nach dem faszinierendsten Goldpokal des Planeten. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA sprach unter dubiosen Umständen Russland die Weltmeisterschaft 2018 und Katar die WM 2022 zu. Begleitet war diese irreguläre WM-Vergabe von zahlreichen Korruptionsaffären in der FIFA. Darüber, mit wie vielen Millionen Euro die Öl- und Gasmilliardäre aus Russland und Katar die Stimmen der Exekutivmitglieder gekauft haben könnten, ranken sich seither die wildesten Gerüchte.</p>
<p>Es ist von mehreren Dutzend Millionen die Rede, die auf verschlungenen, professionellen Wegen quer über den Globus transferiert worden sein sollen.</p>
<p>Dutzende Millionen – pro Stimme.</p>
<p>Es war ein Abend, an dem sich den letzten Gutgläubigen die Verkommenheit dieses Gewerbes erschloss. Ein Jahr nach diesem Ereignis muss man allerdings sagen, dass außer zahlreichen Indizien keine gerichtsfesten Beweise vorliegen. Und es gibt in dieser Parallelgesellschaft keine Instanz, keine Kriminalbehörde, die ermitteln würde. Dafür fehlt es teilweise am rechtlichen Rahmen, den unzureichenden Antikorruptionsgesetzen, die einen Weltkonzern wie die FIFA kaum erfassen. Und es fehlt am politischen Willen etwa in jenen neun Nationen, die Russland und Katar unterlagen. Auf der anderen Seite weiß man seit langem, dass Russland und Katar Geheimdienstler und die teuersten Detekteien der Welt damit beauftragt haben, die Lage zu klären und gegebenenfalls Spuren zu verwischen.</p>
<p>Schon damals, am 2.Dezember 2010, galt das von Präsident Joseph Blatter geführte FIFA-Exekutivkomitee weltweit als Synonym für Korruption, als Musterbeispiel einer mafiosen Familie. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass mit dem Schweizer Korruptionsaufklärer Mark Pieth (Universität Basel) ein Experte für die Organisierte Kriminalität den Vorsitz im neuen Governance-Komitee der FIFAübernahm. Doch auch Pieth wird nicht aktiv ermitteln und kriminelle Umtriebe aufklären, wie er am Mittwoch in Zürich erklärte. „Die forensische Arbeit überlasse ich anderen“, sagte Pieth, er habe sich dafür entschieden, nach vorne zu blicken und die FIFA bei der Umstrukturierung in Compliance- und Transparenzfragen zu beraten.</p>
<p>Wer aber klärt dann Korruptionsvorgänge auf? Wer bringt Licht in das Dunkel der WM-Vergaben 2018 und 2022? Darauf wusste Pieth keine Antwort.</p>
<p>[<em>Ich habe vergangenen Mittwoch in Zürich noch ein kurzes Interview mit Mark Pieth geführt. Das reiche ich nach - wie auch eine erste Bewertung seines Papiers. Eine ziemlich gute Fernanalyse dazu habe ich in der taz von <strong>Markus Völker</strong> gelesen: <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/Good-Governance-bei-der-Fifa/!82837/" target="_blank">Ein Wächter für Sepp Blatter</a></em>]</p>
<ul>
<li>Das Pieth-Gutachten vom September: <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA &#8211; Concept Paper and Report</a></li>
</ul>
<p>So kommt es dieser Tage zu merkwürdigen Vorgängen. Da ermuntern ranghohe FIFA-Mitarbeiter Journalisten sogar, den Machenschaften der Ganoven im Exekutivkomitee nachzugehen: Den Geschäften des argentinischen Vizepräsidenten <a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Julio Grondona</a> etwa, der offenbar märchenhaft gefüllte Auslandskonten unterhält. Oder den Umtrieben des Brasilianers Ricardo Teixeira.</p>
<p>Joseph Blatter, gegen den durchaus Indizien vorliegen, kann und will nichts gegen Russland und Katar unternehmen. Es sind nur einzelne Stimmen, die eine WM-Überprüfung fordern. Zuletzt haben sich Australiens Verbandschef Frank Lowy und der englische Politiker Damian Collins geäußert. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Neuling im Exekutivkomitee, wurde mehrfach so zitiert, als wollte er die Katar-Frage aufklären. Es heißt, er werkle mächtig hinter den Kulissen. Doch unternimmt Zwanziger öffentlich brisante, einschneidende Vorstöße und drängt etwa entschieden auf eine Untersuchungskommission zu den WM-Vergaben?</p>
<p>Als Chef der Statutenkommission hat er Blatter kürzlich in Zürich ein Papier vorgestellt, in der unter anderem vorgesehen ist, die Stimmverhältnisse auf dem FIFA-Kongress den Mitgliedszahlen und Erfolgsstatistiken der 208 FIFA-Nationen anzupassen. Winzige Eilande wie Anguilla oder Neukaledonien sollen also künftig nicht mehr eine Stimme wie Deutschland oder Brasilien haben. Nur: Um dies durchzusetzen, bedarf es auf einem Kongress der Voten derjenigen, die sich damit selbst beschneiden müssten. Undenkbar, derzeit.</p>
<p>Im vergangenen Jahr hat sich das FIFA-Exekutivkomitee durchaus verändert &#8211; notgedrungen. Drei Mitglieder wurden wegen Korruption ausgeschlossen, Adamu (Nigeria), Temarii (Tahiti) und der Katari Mohamed Bin Hammam, der Einspruch erhebt vor dem Welt-Sportgerichtshof (CAS). Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad, ein notorischer Absahner, kam seinem Ausschluss durch einen Rücktritt zuvor. Sechs neue Mitglieder wurden in ihren Kontinentalverbänden gewählt. Ein Platz, der von Warner, muss noch neu besetzt werden.</p>
<p>Und der personelle Umbruch hat gerade erst begonnen. Die Abschiede von Grondona und Teixeira, Worawi Makudi (Thailand), Nicolas Leoz (Paraguay), Chuck Blazer (USA) und Issa Hayatou (Kamerun) stehen bevor. Teixeira, Leoz und Hayatou stehen auch im Fokus des ISL-Korruptionsskandals. Die FIFA hat hier zur nächsten Sitzung in zwei Wochen in Tokio die Veröffentlichung eines Dokumentes versprochen, in dem neben Teixeira auch dessen ehemaliger Schwiegervater Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, als Schmiergeldempfänger genannt wird – was Journalisten bereits recherchiert hatten.</p>
<p>FIFA-Ehrenpräsident Havelange ist zugleich dienstältestes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Nun mehren sich die Informationen aus eigentlich zuverlässigen Quellen, dass das IOC-Exekutivkomitee in einer Woche in Lausanne der Empfehlung seiner Ethikkommission folgen und Havelange ausschließen könnte.</p>
<p>[<em>Havelange-Rausschmiss aus dem IOC? Ich kann es immer noch nicht glauben. Doch die Leute, die mir das erzählen, sind nicht blöd und sehr nah dran.</em>]</p>
<p>Mal davon abgesehen, dass die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro zum hundertsten Geburtstag Havelanges im Joao-Havelange-Stadion ausgetragen werden sollen – diese rigorose Bestrafung könnte ein Erdbeben in der Szene auslösen. Es heißt, die Fraktion um Havelange, Warner, Bin Hammam, Grondona und andere plane einen Vergeltungsschlag gegen Blatter.</p>
<p>Der Plot hat das Zeug zu einem Thriller, einem Bestseller: Hier Blatter, einer der Architekten des Korruptionssystems, der plötzlich den Aufklärer gibt und allen Ernstes als Reformpräsident in die Geschichte eingehen will – dort eine Bande verantwortungsloser Ganoven. In dieser Konstellation liegt auch ein Schlüssel dafür, endlich die WM-Vergaben an Russland und Katar aufzuklären.</p>
<p>Insider meinen, in den PR-Aktionen der FIFA auch die Handschrift von Peter Hargitay zu erkennen, der lange Jahre Blatters persönlicher Berater war, der bis vor einem Jahr für die australische WM-Bewerbung werkelte. Hargitay zählt zu den wenigen in der Szene, die direkten Zugang zu Blatter haben, was vielen in der FIFA-Administration nicht gefällt. Hargitay taucht auf FIFA-Pressekonferenzen auf und versucht, Journalisten zu instruieren. Auf Anfrage behauptet er allerdings, nicht vertraglich gebunden zu sein.</p>
<p>Auf einem etwas anderen Niveau ist der Schweizer Aloys Hirzel tätig. Hirzel, PR-Guru seines Landes, geht derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, sagt er. In der FIFA erfährt man, dass Hirzel auf politischem Parkett tätig sei und etwa das Lobbytreffen des FIFA-Präsidenten kommende Woche in Bern mit den Abgeordneten des Nationalrats maßgeblich vorbereite. Auch dort will Blatter sich als Reformer verkaufen. Eine Studie des Schweizer Sportministeriums zu Korruption in der FIFA und möglichen Gesetzesänderungen wurde bereits erfolgreich verzögert. Statt Ende 2011 soll das Papier nun erst Ende 2012 vorgelegt werden. Zum zweiten Jahrestag der WM-Vergabe.</p>
<p>Hirzel übrigens, das mag unerheblich sein (oder auch nicht, weil es die Branche gut beschreibt), war mit seinen Dienstleistungen ebenfalls in den Bewerbungsfeldzug der Kataris für die WM 2022 eingebunden.</p>
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		<title>Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona: woher kommen mehr als 100 Millionen Dollar auf seinen Auslandskonten?</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 15:19:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist eines meiner Lieblingsbilder. Ich habe es im Frühsommer 2007 in Zürich aufgenommen, als es Sepp und Don Julio noch besser ging.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7526" title="FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/sepp-don-web.jpg" alt="" width="530" /></p>
<p>Mittlerweile haben sie weniger zu lachen, der FIFA-Präsident und sein<strong> Senior Vice President und Chef der FIFA-Finanzkommission, <a title="alle Beiträge von und mit Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/category/julio-humberto-grondona/" target="_self">Don Julio Humberto Grondona</a></strong>. Die unfassbaren Details über Grondonas Auslandskonten, die seit einigen Wochen in argentinischen Medien verhandelt werden, sind gewiss nur die Spitze des Eisberges. Es geht um Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und derlei Vergehen &#8211; um Korruption natürlich auch.</p>
<p><strong>Aktenzeichen C 28.078/2011</strong>.</p>
<p>Nach meiner Rechnung, mit einigen Unbekannten und Unsicherheiten, reden wir über <strong>mehr als 100 Millionen Dollar</strong>, die der Grondona-Clan im Ausland geparkt hat. Und das sind nur die Konten, deren Salden wir nun kennen (komplette Kontoauszüge mit Absendern und Zahlungsgründen kennen wir nicht). Wir ahnen, dass Grondona viele andere Konten hat, zum Beispiel in Steueroasen in der Karibik, manche Details sind in den vergangenen Jahren im Laufe anderer Affären ansatzweise publik geworden.</p>
<p>Noch einmal: Julio Grondona (wer mehr <a title="Don Julio verpflichtet Maradona" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/29/don-julio-verpflichtet-maradona/" target="_self">zu seiner Vita</a> lesen will, lese zum Beispiel, <a title="Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/image/PTG2011/Presentation/Ezequiel_Fernandez_Moores.pdf" target="_blank">Ezequiel Fernández Moores)</a> ist nicht irgendein FIFA-Funktionär:</p>
<ul>
<li>er ist Blatters Stellvertreter als Senior Vice President</li>
<li>er ist Chef der FIFA-Finanzkommission (durchsetzt mit Gaunern, aber die Zusammensetzung der Kommissionen ist mal eine andere Geschichte)</li>
<li>er <a title="&quot;Will Sepp Blatter flee with FIFA's billions?&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/will-sepp-blatter-flee-with-fifa%e2%80%99s-billions/" target="_self">ist zeichnungsberechtigt für die FIFA</a></li>
<li>er ist die Nummer zwei des Weltfußballs und besetzt Schlüsselpositionen</li>
</ul>
<p>Und das ist (ein Teil) der Auslandskonten, die er mit seinem Buddy Eduardo de Luca (Generalsekretär des CONMEBOL aus Paraguay) und seinen Kindern Liliana und Humberto unterhält:<span id="more-11210"></span></p>
<div id="attachment_11211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona.png"><img class="size-large wp-image-11211 " title="Auslandskonten des Grondona-Clans" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona-597x1024.png" alt="" width="478" height="819" /></a><p class="wp-caption-text">Auslandskonten des Grondona-Clans</p></div>
<p>Bleiben wir künftig in der Währung, in der die Grondona-Konten öffentlich verhandelt werden, in US-Dollar.</p>
<p>Demnach ergibt sich folgende Übersicht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11215" title="summary Grondona Konten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/summary-accounts.png" alt="" width="399" height="103" /></p>
<p>Hier sind die entsprechenden Belege, es darf sich jeder bedienen <em>(und mir bei der Analyse helfen, darauf komme ich gleich zurück)</em>:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-11220 alignnone" title="grondona-accounts-1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-11221 alignnone" title="grondona-accounts-2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-3.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11222" title="grondona-accounts-3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-3-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-4.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11223" title="grondona-accounts-4" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-4-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-5.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11224" title="grondona-accounts-5" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-5-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-6.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11225" title="grondona-accounts-6" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-6-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11226" title="grondona-accounts-7" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-7-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-8.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11227" title="grondona-accounts-8" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-8-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11228" title="grondona-accounts-9" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-9-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-10.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11229" title="grondona-accounts-10" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11230" title="grondona-accounts-11" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11.jpg"></a>Woher kommt das Geld?</strong></p>
<p>Man weiß es nicht.</p>
<ul>
<li>Wer hat wofür überwiesen?</li>
<li>Die Korruptionsagentur ISL/ISMM? Mindestens zwei Konten bestanden schon in den neunziger Jahren.</li>
<li>Die FIFA?</li>
<li>Russland 2018?</li>
<li>Katar 2022?</li>
</ul>
<p>Das sind so Fragen. Wichtige Fragen.</p>
<p>Andere lauten:</p>
<ul>
<li>Warum unternimmt die FIFA nichts gegen Grondona?</li>
<li>Warum &#8220;ermittelt&#8221; keine Ethikkommission?</li>
<li>Warum ist Grondona noch auf freiem Fuß?</li>
<li>Warum lassen Blatter, Don Julio &amp; Co weiter jegliche Transparenz vermissen?</li>
</ul>
<p><strong>Argentiniens Justiz hat einige Fragen. Rechtshilfeersuchen (letters rogatory) an die Schweiz, Liechtenstein, USA u.a. sind auf den Weg gebracht. Das Financial Information Unit des Justizministeriums <a title="UIF Argentina" href="http://www.uif.gov.ar/eng/index.html" target="_blank">(Unidad de Informacion Financiera)</a>, das u.a. auf Geldwäsche spezialisiert ist, hat sich ebenfalls Don Julio angenommen.</strong></p>
<p>Hier sind die entsprechenden, bislang wohl unveröffentlichten Briefwechsel der Behörden &#8211; im spanischen Original und jeweils einer englischen Übersetzung &#8211; soweit ich sie bisher bekommen konnte.</p>
<ul>
<li>Aufs Bild <a title="letters Prosecutor Argentina" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf" target="_blank">oder hier klicken</a> und es erscheint eine pdf-Datei von 18 Seiten (5,5 MB)</li>
</ul>
<p>Es darf sich jeder bedienen <em>(Hinweise sind willkommen, ich komme gleich darauf zurück)</em>:</p>
<div id="attachment_11233" class="wp-caption aligncenter" style="width: 539px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf"><img class="size-full wp-image-11233 " title="Argentina, Crime, Don Julio, Prosecutor" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/viviana.jpg" alt="" width="529" height="364" /></a><p class="wp-caption-text">Schreiben von Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein</p></div>
<p>Ich habe die Geschichte &#8211; in extremer Kurzfassung &#8211; für den <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1604684/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> und für einige Zeitungen, beispielsweise die <a title="FIFA-Vize unter Korruptionsverdacht" href="http://www.ftd.de/sport/:weltfussballverband-fifa-vize-unter-korruptionsverdacht/60129257.html" target="_blank">Financial Times</a>, produziert.</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/12/dlf_20111112_1924_ef9f09f0.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Hier der Rohtext für die Zeitungen, er gibt allerdings nicht mehr als einen groben Überblick:</p>
<blockquote><p>Zu jenen Funktionären des Fußball-Weltverbandes FIFA, die sich <a title="&quot;Die Institution FIFA ist nicht korrupt!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">vor drei Wochen in Zürich ein so genanntes Reformpaket verordnet haben</a>, zählte auch der Argentinier Julio Humberto Grondona. Die 80-jährige Skandalnudel mit Nähe zur organisierten Kriminalität fungiert als Erster FIFA-Vizepräsident und als Chef der Finanzkommission. Grondona ist zeichnungsberechtigt für die milliardenschweren FIFA-Konten, schon das muss alarmieren. Denn seit Monaten steht er in seiner Heimat Argentinien einmal mehr wegen dunkler Geschäfte im Fokus. Auslandskonten, die mit 72 Millionen US-Dollar und Schweizer Franken prall gefüllt sind, wurden bereits dokumentiert. Die Strafsache 228078/2011 spitzt sich weiter zu und entwickelt sich zu einem internationalen Krimi.</p>
<p>Vor zwei Wochen hat Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein Rechtshilfeersuchen beantragt, um ein Dutzend von Grondonas Schwarzkonten aufzuklären: Die 72 Millionen lagern vor allem in der Schweiz, auch in Liechtenstein, Spanien und den USA. Schon heißt es, es seien sogar 106 Millionen Dollar nachzuweisen. Dabei wird es nicht bleiben. Grondona steht zudem in Verdacht, Schmiergelder in märchenhafter Höhe von den WM-Ausrichtern Russland (2018) und Katar (2922) kassiert zu haben. Die staatliche Behörde für Finanzverbrechen (UIF) ist eingeschaltet. Es geht um Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Korruption, schweren Betrug und andere Delikte. Es wird diskutiert, die Steuerunterlagen und sämtliche Geschäftsdaten Grondonas aus den vergangenen zehn Jahren einzuziehen. Und was unternimmt die FIFA angesichts der Vorwürfe gegen ihren Finanzchef? Nichts. Natürlich nicht.</p>
<p>„Grondona ist nicht irgendeiner, der irgendwie ein bisschen korrupt ist. Grondona ist der ErsteVizepräsident und Finanzchef der FIFA und damit die Nummer zwei des Weltfußballs“, sagt der Schweizer Nationalrat Roland Büchel (SVP), der sich seit langem um Korruptionsaufklärung in der FIFA bemüht.</p>
<p><strong>„Ich bin überrascht, dass diese neue Summe zum Vorschein kommt. Niemand kann annehmen, dass diese Dutzenden von Millionen sauberes Geld sind!“</strong></p>
<p>Grondona führt seit 1979 den argentinischenVerband AFA und hat sich im Oktober für weitere vier Jahre im Amt bestätigen lassen. Seit 1988 gehört er dem FIFA-Exekutivkomitee an. Er behauptet, mächtiger als jeder argentinische Präsident zu sein. Über zahlreiche Unternehmen beherrscht er den Fußballmarkt in Südamerika, zu seinen Firmen zählt auch ein Überbleibsel der ISL-Gruppe, die Top-Funktionäre in FIFA und IOC nachweislich mit mehr als 141 Millionen Franken geschmiert hat.</p>
<p>Der Auslöser im aktuellen spektakulären Kriminalfall ist die Vertragsbrüchigkeit des AFA-Präsidenten mit der Firma TyC (Torneos y Competencias), die lange Jahre die TV-Rechte am argentinischen Fußball vermarktet und Grondona gemäß Aktenlage auch geschmiert hat. Seine ehemaligen Kompagnons rächen sich und veröffentlichen atemraubende Dokumente. Grondona und sein Kumpel Eduardo de Luca, Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL, wurden von einem Team mit versteckter Kamera gefilmt. Zwei Privatsender haben Teile der Videos ausgestrahlt. Da sagt also Blatters Stellvertreter über seine Rivalen:</p>
<p><strong> &#8220;Wenn ich die beiden umbringen kann, werde ich sie umbringen.&#8221;</strong></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Natürlich hat nun auch Grondona Anwälte eingeschaltet und spricht trotz der Belege von Verleumdungen. Der Fall birgt viele brisante Fragen, weit über Argentinien hinaus: Wie wurden die Schwarzkonten des Grondona-Clans gefüllt? Wer hat wofür die Millionen überwiesen? Gingen auf den Konten auch Zahlungen der ISL und der FIFA ein? Aus Russland und Katar ebenfalls?</p>
<p>Dass Grondona über weitere Millionenkonten in anderen Ländern verfügt, etwa in Steueroasen in der Karibik, darf als nahezu sicher gelten. Er soll auch gemeinsam mit Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira &#8211; FIFA-Exekutivmitglied, ISL-Schmiergeldempfänger und WM-Organisationschef 2014 – an der berüchtigten Firma Traffic beteiligt sein. Diese Figuren haben über Jahrzehnte mit Milliarden jongliert. Über eine seiner Firmen, Rotamund, dealt Grondona seit Ewigkeiten, natürlich, mit Tickets für Fußball-Weltmeisterschaften und sündhaft teuren Reisepaketen.</p>
<p>Dutzende Firmen kannte man bereits, nun kommen neue dazu, wie aus den Angaben zu den Schwarzkonten ersichtlich ist. Allein die &#8220;Kellog Development&#8221;, für die er selbst, sein Sohn Humberto und seine Tochter Liliana eingeschrieben sind, unterhält Konten, auf denen mehr als 60 Millionen Dollar lagern. Es sind die üblichen Banken, die man aus anderen Ganovenstücken kennt: die UBS, die Centrum Bank, die Citibank – hochinteressant für den Schweizer Nationalrat Roland Büchel ist dabei die Hyposwiss Privatbank AG, denn die befindet sich in öffentlicher Hand.</p>
<p>„Die Hyposwiss gehört der St. Gallischen Kantonalbank, die vom St. Galler Volk getragen wird. Und die gibt ja sogar eine Staatsgarantie ab“, sagt Büchel. „Da müssen jetzt im Kanton St. Gallen Vorstöße laufen, damit das definitiv abgeklärt wird. Ich werde dafür sorgen.“ Büchel fordert die FIFA und Grondona auf, unverzüglich sämtliche Kontodaten, Transfers und Geschäftsbeziehungen offen zu legen. „Da muss sofort Transparenz auf dem Tisch“, sagt der Nationalrat.</p>
<p><strong>„Die Schweiz hat eine spezielle Verantwortung dafür zu sorgen, dass Sportverbände sauber arbeiten. Es geht um den Ruf unseres Landes.“</strong></p></blockquote>
<p>Wer halbwegs aufmerksam liest, wird feststellen, dass es mit den Millionensummen auf Grondonas Konten munter durcheinander geht. Das hat Gründe, und wer sich im Bankgewerbe auskennt (oder wer einfach nur detektivisches Gespür hat), kann bei der Aufklärung gern helfen.</p>
<p>Ich habe, wenn ich den Fall Grondona erwähnt habe, zuletzt auch immer von jenen 72 Millionen gesprochen, die in Argentinien verhandelt werden. Habe nie so recht verstanden, wie die Summe errechnet wird, denn wenn ich mir die Kontostände anschaue, komme ich zu anderen Ergebnissen. Hier nochmal meine Auflistung, um etwas Systematik reinzubringen:</p>
<div id="attachment_11211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 448px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona.png"><img class="size-large wp-image-11211 " title="Auslandskonten des Grondona-Clans" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona-597x1024.png" alt="" width="478" height="819" /></a><p class="wp-caption-text">Auslandskonten des Grondona-Clans</p></div>
<p>Dazu muss ich sagen:</p>
<ul>
<li>manche Konten sind in CHF geführt, andere in US Dollar. Zu den meisten fehlt die Währungs-Angabe, oder ich habe das übersehen</li>
<li>in der Tabelle habe ich deshalb Angaben gefettet: nur zweimal habe ich explizit US $ gelesen, ansonsten bin ich von CHF ausgegangen</li>
<li>ich habe mit dem heutigen Wechselkurs CHF/US $ gerechnet</li>
</ul>
<p>Ich bin selbst erst nach mehrfacher Lektüre dieses Textes von <strong>Carlos Ardiles auf analitica.com</strong> darauf gekommen, dass es um viel mehr Geld geht:</p>
<ul>
<li><strong><a title="analitica.com" href="http://www.analitica.com/deportes/9328785.asp  " target="_blank">Julio Grondona y las cuentas no declaradas por 106 millones de dólares: ¿soborno qatarí?</a></strong></li>
</ul>
<p>Carlos Ardiles schreibt von 106 Millionen (wobei sich mir nicht ganz erschließt, wie er darauf kommt).</p>
<p>Aber, so scheint mir, auch die meisten Kollegen in Argentinien, die darüber berichtet haben, vergaßen (sofern ihnen die Kontodaten vorlagen), dass da neben den Salden ja noch anderes verzeichnet ist, Festgeld und Fonds. Deshalb habe ich nun diese Aufstellung gemacht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11215" title="summary Grondona Konten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/summary-accounts.png" alt="" width="399" height="103" /></p>
<p>Wir können gemeinsam an den Daten arbeiten. Gewiss habe ich Fehler gemacht, manches übersehen, insgesamt aber sollte sich die Summe schon auf mehr als 100 Millionen Dollar einpegeln.</p>
<p>Was sagen Experten, die mitlesen:</p>
<ul>
<li><strong>Ist die Auflistung einigermaßen korrekt?</strong></li>
<li><strong>Was lässt sich aus den elf Kontoblättern (oben verlinkt) noch ablesen?</strong></li>
<li><strong>Was lohnt sich, zu recherchieren?</strong></li>
<li><strong>Findet jemand Details zu den Firmen? </strong></li>
<li><strong>Litemax Enterprise Corp?</strong></li>
<li><strong>Anfal Inc?</strong></li>
<li><strong>Kellog Development Inc?</strong></li>
<li><strong>Harvard Society Limited?</strong></li>
</ul>
<p>Es kursieren zu manchen Konten Daten aus dem Jahr 2009, oben habe ich jeweils den letzten Stand, teilweise Ende 2010, veröffentlicht. Was mir dabei aufgefallen ist, sind kräftige Zuwächse auf zwei Konten der <strong>Kellog Development Inc (Konto 8 und 9 in der Tabelle)</strong>.</p>
<p>Theoretisch &#8211; Arbeitshypothese, aber man soll ja ergebnisoffen recherchieren &#8211; könnte das mit WM-Bewerbungen zu tun haben.</p>
<p>Nur so. Laut gedacht. (Aber es wäre gewiss zu einfach.)</p>
<p>Ob 72, 106 oder 121 Millionen &#8211; einerseits ist es egal. Andererseits möchte ich schon mehr wissen.</p>
<p>Also, kann jemand helfen?</p>
<p>Banker aus der Schweiz oder Liechtenstein, die die kompletten Kontoauszüge als pdf und oder auf CD bereitstellen wollen, sind natürlich auch willkommen &#8211; nur Geld kann ich dafür leider nicht zahlen :)</p>
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		<item>
		<title>live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: &#8220;Crisis? What is a crisis?&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 11:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen. Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen.</p>
<p>Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die durchaus mit Spannung erwartete Exekutivsitzung bloggen und schicke die Agenda mal als ersten Anreißer voraus. Da fällt mir doch <a title="live-Blog aus Zürich: &quot;We are not in a crisis!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/" target="_self">ein Zitat</a> des Großen Vorsitzenden Joseph Hosni Ben Ali Blatter ein:</p>
<blockquote><p><strong>Crisis? What is a crisis? We are not in a crisis! We are only in some difficulties. And the difficulties will be solved, will be solved inside our family.</strong></p></blockquote>
<p>Und für die Problemlösung ist, wenn ich richtig lese, genau einer von 21 Tagesordnungspunkten vorgesehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10876" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda1.jpg" alt="" width="524" height="466" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10877" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda2.jpg" alt="" width="521" height="668" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10878" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda3.jpg" alt="" width="533" height="678" /></p>
<p>Für Journalisten: Sollten Sie aus dieser Traktandenliste zitieren, geben Sie doch bitte sauber die Quelle an: <a title="www.jensweinreich.de" href="http://www.jensweinreich.de" target="_self">www.jensweinreich.de</a>.</p>
<p>Danke.</p>
<p>Bloggern muss ich das ja nicht sagen.</p>
<p><strong>18.45 Uhr:</strong> Habe auf <a title="jw on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank">Twitter</a> gerade mal in die Runde gefragt, ob</p>
<ul>
<li>&#8230; eigentlich irgendein Journalist schon eine Einladung zur FIFA-Pressekonferenz nach der Exko-Sitzung am Freitag erhalten hat (ich jedenfalls nicht) &#8230;</li>
<li>&#8230; und ob es stimmt, dass die FIFA-Propagandaabteilung auch hier in Zürich handverlesene Journalisten zu einem round table geladen hat, um gute Stimmung zu organisieren.</li>
</ul>
<p><strong>22.44 Uhr:</strong> Die exklusive Runde, in der Journalisten wohl auf FIFA-Linie gebracht werden sollen, findet am Donnerstagmorgen im FIFA-House statt. Habe mich jetzt per Email wenigstens für die PK angemeldet. Eine Info dazu gibt es weiterhin nicht.</p>
<p>Flink noch ein langer Roh-Text (nur ansatzweise redigiert und unverlinkt), den ich heute verschiedenen Zeitungen angeboten habe:</p>
<blockquote><p>ZÜRICH. Jahrelang haben sich nur wenige Medien mit der flächendeckenden Korruption im Fußball-Weltverband FIFA befasst. Doch seit einem Jahr ist das Thema en vogue, kein Tag vergeht ohne neue Meldungen über millionenschwere Schmiergelder, Machtmissbrauch, Schwarzkonten, in dunklen Kanälen verschollene Fördermittel – Korruption auf allen Ebenen der FIFA-Pyramide und auf allen Kontinenten. Gerade hat der wegen Korruption zurückgetretene langjährige FIFA-Präsident Jack Warner (Trinidad) erneut einen Tsunami an Enthüllungen versprochen. Gerade wurden in Argentinien weitere Details über die Geschäfte des FIFA-Vizepräsidenten Don Julio Grondona bekannt, es geht unter anderem um Schmiergelder in Höhe von 30 Millionen Dollar auf Schweizer Bankkonten. Doch ab Donnerstag soll auf der zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees aufgeräumt werden: „Warten Sie den 21. Oktober ab! Dann wird Präsident Blatter sein Reformpaket vorstellen.“ So trommeln die PR-Herolde des Fußball-Weltverbandes FIFA seit Wochen.</p>
<p>Was ist davon zu halten, wenn ausgerechnet Joseph Blatter, von 1981 bis 1998 Generalsekretär, seither FIFA-Präsident, Aufklärung, Transparenz, Demokratie und Korruptionsbekämpfung verspricht?</p>
<p>Fakt ist zunächst: Blatter hatte 30 Jahre Zeit, sich darum zu kümmern. Stattdessen hat er das System des Gebens und Nehmens in herausragenden Positionen geprägt. Noch zwei Tage vor seiner absurden Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten (bis 2015) hat er Ende Mai auf einer absurd-turbulenten und abgebrochenen Pressekonferenz erklärt: „Krise? Wir haben keine Krise, nur einige Schwierigkeiten. Und die lösen wir in der Familie!“</p>
<p>Tatsächlich ist nicht einmal die Tagesordnung der Sitzung des Exekutivkomitees öffentlich, die dieser Zeitung allerdings vorliegt. 21 Punkte stehen auf der dreiseitigen Traktandenliste. Thema Korruption? Fehlanzeige. Unter Punkt 18 heißt es lediglich: „Ethikkommission“. Das soll wohl Blatters großer Auftritt werden.</p>
<p>Doch zuvor erstatten Bericht: die Großganoven Ricardo Teixeira (als Organisationschef der WM 2014), Grondona (als Chef der FIFA-Finanzkommission) und der US-Amerikaner Chuck Blazer, der als Generalsekretär der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF nachweislich mindestens zehn Millionen Dollar Kommissionen kassiert hat. Die FIFA unternimmt nichts gegen Blazers Millionendeals, weil der schwergewichtige Absahner Ende des Jahres die CONCACAF verlassen will, sind alle zufrieden.</p>
<p>Außerdem zählt Afrikas Fußballchef Issa Hayatou (Kamerun) zu den Berichterstattern. Gegen Hayatou ermittelt die IOC-Ethikkommission wegen Bestechung, Blatter hat ihn dennochgerade zum Chef der GOAL-Kommission ernannt, die hunderte Millionen an Entwicklungshilfegeldern verteilt. Viele Millionen dieser GOAL-Projekte sind jedoch verschollen, unter anderem in Thailand, wo der FIFA-Exekutivler Worawi Makudi sein Unwesen und mit FIFA-Investitionen den Wert seiner privaten Grundstücke in die Höhe treibt. Makudi wird in Zürich zur Frauen-WM 2011 reden und gewiss einige Worte zum Tagesordnungspunkt 11 sagen, zur Vorbereitung auf die Hallenfußball-WM 2012 in Thailand. Auch hier werden Mittel dazu abgezweigt, seinen Reichtum zu mehren.</p>
<p>Es ließen sich andere brandaktuelle Beispiel von Privatgeschäften der FIFA-Vorständler nennen. Wird einer der Neuen im Gremium, DFB-Präsident Theo Zwanziger, wohl den Mut haben, diese Skandale anzusprechen und unverzüglich Aufklärung zu fordern?</p>
<p>Zwanziger hat sich dafür entschieden, vor dieser Sitzung keine Interviews zu geben. Aus seinem Umfeld verlautet, er sei gut vorbereitet und aufmunitioniert, auch habe er sich mit dem Ligaverband und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge abgesprochen, der auch als Präsident der europäischen Klubvereinigung ECA agiert. Rummenigge hatte Blatter vor einigen Wochen noch mit dem gestürzten ägyptischen Diktator Hosni Mubarak verglichen und war zuletzt etwas leiser geworden.</p>
<p>Zwanziger kann sich offenbar eine herausragende Rolle in einer neu geschaffenen Kommission vorstellen, ob die nun Ethikkommission oder „Lösungskommission“ heißt, wie von Blatter auf dem FIFA-Kongress vor drei Monaten absurder Weise vorgeschlagen. Eine der Kernfragen lautet aber: Warum sollte Blatter ausgerechnet Zwanziger, einen Neuling in der FIFA, der nicht in den alten Seilschaften hängt, damit beauftragen, Lösungen herbeizuführen? Und welche Kompetenzen würden einem solchen Lösungsbeauftragten zugesprochen? Ermittlungskompetenzen unter Einbeziehung von Staatsanwaltschaften, FBI, Interpol und anderen Experten für organisierte Kriminalität etwa?</p>
<p>Derlei Freiräume wird es gewiss nicht geben. Denn dann müssten, zum Beispiel, die Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar unabhängig untersucht werden. Die Hälfte der 24 FIFA-Vorständler liefe Gefahr, als Betrüger aufzufliegen. FIFA-Neuling Zwanziger wird am Donnerstagmorgen, noch vor der Exekutivsitzung, schnell merken, welcher Wind weht. Dann nämlich empfängt UEFA-Präsident Michel Platini, Blatters sportpolitischer Ziehsohn, die europäischen Exekutivmitglieder, um diese wie üblich auf seine Linie einzuschwören.</p>
<p>Inzwischen läuft die FIFA-Propaganda auf Hochtouren. Erst kürzlich wurden mit dem Schweizer Walter de Gregorio, dem Österreicher Bernd Fisa und dem Briten Brian Alexander drei hochbezahlte Leute für die Kommunikationsabteilung verpflichtet, die den Auftrag haben, die Wahrheit zu beugen und Blatter als Reformer zu verkaufen.</p>
<p>Einer der ersten Jobs der FIFA-Direktors de Gregorio war ein so genannter Runder Tisch mit handverlesenen englischen Journalisten in London, um die britische Presse zu befrieden. Wort- und faktengewaltige Recherche-Journalisten wie Andrew Jennings waren nicht geladen, das hat System, stattdessen wurde schlecht über jenen Mann geredet, der die meisten FIFA-Skandale aufgedeckt hat – und den die FIFA auf die schwarze Liste gesetzt hat; seit beinahe einem Jahrzehnt darf Jennings nicht mehr von offiziellen FIFA-Terminen berichten.</p>
<p>Es ist gewiss kein Zufall, dass nun in zwei englischen Medien zwei schlagzeilenträchtige Geschichten verbreitet wurden, das riecht nach gezielten Durchstechereien aus der FIFA-Kommunikationsabteilung. Vergangene Woche wurde vom Telegraph jenes Video des Korruptionstreffens der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF veröffentlicht, auf dem der damalige FIFA-Vizepräsident Jack unverfroren die Umstände der 40.000-Dollar-Gaben seines Kollegen Mohamed Bin Hammam (Katar) erläutert.</p>
<p>In dieser Woche  berichtete die BBC über einen angeblichen Plan von Blatter, ein Korruptions-Dokument der Schweizer Justiz zu veröffentlichen, dessen Herausgabe die FIFA seit langem mit viel Geld und allen juristischenFinessen verhindert. Der Weltverband hat 2010 sogar 5,5 Millionen Franken Schweigegeld an die Justizkasse gezahlt, damit die Einstellungsverfügung zum ISL-Prozess nicht bekannt wird, in der hohe FIFA-Funktionäre wie der Organisationschef der WM 2014, Brasiliens Verbandspräsident Ricardo Teixeira, und der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange als Empfänger von Bestechungsgeldern genannt werden.</p>
<p>Der ISL-Konzern hatte die olympische Sportwelt, auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), vorallem aber die FIFA, einst mit einem umfassenden Schmiergeldsystem überzogen. Angeblich will Blatter, der seine Anwälte losschickte, um die Vorgänge geheim zu halten, nun das Exekutivkomitee befragen, ob man vor Gericht nicht beantragen solle, die Einstellungsverfügung zu veröffentlichen.</p>
<p>Wie absurd! Und zwar aus mehreren Gründen: Zunächst wird Teixeira, der viele Millionen von der ISL kassierte und gegen den in Brasilien nun ein Ermittlungsverfahren eröffnetwurde, kaum dafür stimmen. Zudem stellt sich die Frage, ob Blatter in der Vergangenheit das Exekutivkomitee befragt hat, wenn es galt, ISL-Ermittlungen zu behindern oder zu vertuschen. Offiziell hatte die FIFA sogar ihr Desinteresse an einer weiteren Verfolgung des Bestechungsskandals bekundet. Als das nichts half und im ISL-Prozess gerichtsfest dokumentiert wurde, dass 141 Millionen Franken an Sportfunktionäre flossen, zahlte die FIFA 5,5 Millionen Schweigegeld. Hat Blatter sich diese Millionen vom Exekutivkomitee absegnen lassen?</p>
<p>Blatter, so das Kalkül seiner Berater, wird fein raus sein, sollte das Exekutivkomitee seiner Bitte nicht nachkommen. Dann wird er, der an der Vertuschung mitgewirkt hat, frech behaupten: Ich wollte das Dokument ja veröffentlichen lassen, aber das Exekutivkomitee hat dagegen gestimmt und mir sind deshalb die Hände gebunden.</p>
<p>Es ist viel einfacher: Die FIFA könnte die Einstellungsverfügung, die sie ja besitzt, einfach online stellen. Und schon kann sich die Welt ein Bild davon machen. Doch momentan reicht es nicht einmal zu dieser Geste, die das morsche Gebäude weiter insWanken bringen könnte.</p></blockquote>
<p>Morgen mehr dazu. Systematischer. Besser. Mit Links, wie es sich gehört.</p>
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		<title>Don Julio und die Ticket-Frage</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 19:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[JOHANNESBURG. Oops. Was ist das denn? Was macht dieses auf den argentinischen Fußballpräsidenten Julio Humberto Grondona ausgestellte Ticket auf dem, nun ja, freien Markt? Ellis Park Stadium, Johannesburg Match 3 &#8211; Group B Argentina vs Nigeria Julio H. Grondona Kategorie 1 &#8211; und nur 160 Dollar? Wie komme ich dazu, eines der Tickets des Ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-8215" title="Grondona Ticket Argentinien Nigeria" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/grondona.gif" alt="" hspace="5" vspace="5" width="250" height="549" align="left" />JOHANNESBURG. Oops. Was ist das denn? Was macht dieses auf den argentinischen Fußballpräsidenten Julio Humberto Grondona ausgestellte Ticket auf dem, nun ja, freien Markt?</p>
<blockquote><p>Ellis Park Stadium, Johannesburg</p>
<p>Match 3 &#8211; Group B</p>
<p>Argentina vs Nigeria</p>
<p><strong>Julio H. Grondona</strong></p>
<p>Kategorie 1 &#8211; und nur 160 Dollar?</p></blockquote>
<p>Wie komme ich dazu, eines der Tickets des Ersten FIFA-Vizepräsidenten zu präsentieren? Ein neuer Ticket-Skandal? Jetzt schon?</p>
<p>Welche Rolle spielt der Tickethändler Jack Warner in diesem Spiel? Und was sagt der <a title="Social Media oder: Fragen an @SeppBlatter" href="http://jensweinreich.de/2010/06/10/social-media-oder-fragen-an-seppblatter/" target="_self">Twitterer</a> Sepp Blatter dazu?</p>
<p>Die WM ist noch lang. <a title="Don Julio verpflichtet Maradona" href="http://jensweinreich.de/2008/10/29/don-julio-verpflichtet-maradona/" target="_self">Don Julio</a> bekommt noch viele Tickets. Es wird weiter recherchiert. Es muss auch Geheimnisse geben.</p>
<p>Auflösung folgt. Demnächst in diesem Theater.</p>
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		<title>Don Julio verpflichtet Maradona</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Oct 2008 22:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Julio Humberto Grondona, der Pate des argentinischen Fußballs, trägt einen schweren, goldenen Siegelring. &#8220;Todo pasa&#8221; steht drauf. Es ist das Motto des 77-jährigen Senior Vice President des Fußball-Weltverbandes Fifa und argentinischen Verbandspräsidenten (quasi auf Lebenszeit). Alles geht vorbei, ich mach das schon. Don Julio, dicker Kumpel vom Fifa-Sepp (wie man auf dem Foto sehen kann) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-62" title="Fifa-Boss Blatter, Fifa-Vize Grondona - Zürich, Mai 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2007/06/sepp-don-julio-2007.JPG" alt="" width="500" height="340" /></p>
<p>Julio Humberto Grondona, der Pate des argentinischen Fußballs, trägt einen schweren, goldenen Siegelring. &#8220;Todo pasa&#8221; steht drauf. Es ist das Motto des 77-jährigen <em><a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/members/people=23707.html" target="_blank">Senior Vice President</a></em> des Fußball-Weltverbandes Fifa und argentinischen Verbandspräsidenten (quasi auf Lebenszeit). Alles geht vorbei, ich mach das schon. Don Julio, dicker Kumpel vom Fifa-Sepp (wie man auf dem Foto sehen kann) und seit vielen Jahren auch Chef der Fifa-Finanzkommission (sic!), hat bislang alle Klippen umschifft. Sein jüngster Coup: um seinen Posten zu retten, verpflichtete er kurzerhand das Drogen-Wrack Diego Armando Maradona als Nationaltrainer. Und stellte ihm Carlos Bilardo als Teammanager zur Seite. Todo pasa.</p>
<p>Über Diego ist anderswo viel zu lesen. Ich will hier auch nicht mit der Geschichte einer Sünde langweilen, denn ich habe mir im vergangenen Jahrhundert, damals spielte Diego für den SSC Neapel, mal in Leipzig ein Autogramm von der Hand Gottes zeichnen lassen. Was ich vielmehr zur aktuellen Diskussion beisteuern kann, ist ein Kapitel meines argentinischen Freundes <strong>Ezequiel Fernandez Moores</strong> aus unserem gemeinsamen Buch <a href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self"><strong>&#8220;Korruption im Sport&#8221;</strong></a>. Der wunderbare Ezequiel kennt sie alle: Diego, Don Julio und noch ein paar andere Spitzbuben. Okay, der Text ist zwei Jahre alt, doch egal, man muss ihn gelesen haben, um ein bisschen was von Don Julio zu verstehen.</p>
<blockquote><p><strong>The Godfather Don Julio</strong></p>
<p><em>The Argentine dictator behind Fifa President Joseph Blatter</em></p>
<p>Julio Humberto Grondona, FIFA&#8217;s Senior Vice President, the great Godfather of South American football and President of the Argentine Football Association (AFA) since 1979, proudly remembers when his mandate began: Almost together with Woytila&#8217;s papacy and Diego Armando Maradona&#8217;s successful international career. But Maradona left the field in 1997 and John Paul the Second died in 2005.</p>
<p>In his twenty-seven-year mandate <em>(nun sind es schon 29 Jahre)</em>, Grondona did not only survive John Paul the Second and the sporting Maradona, but also four de facto Presidents and eight democratic Presidents in Argentina. He also survived eighty-one supporters who died as victims of the endless violence that rules football in Argentina. He survived almost forty-three cases of doping, eight strikes by players and three strikes by referees. Grondona also survived about fifty legal raids on his own offices, the AFA offices and those of his partners.</p>
<p>Grondona is now seventy-four years old <em>(jetzt 77)</em>. His age is not an obstacle. Grondona has already warned that in 2007 he will begin his eighth mandate which will last until 2011; by then he will be thirty-two years at the head of the AFA. Thirty-two years with Don Julio. He likes people to call him that way. Don Julio could mean respect. But who would forget the wonderful Don Vito Corleone interpreted by Marlon Brando? In fact, the other nickname given to Grondona in Argentina is &#8220;The Godfather&#8221;.</p>
<p><span id="more-1499"></span>As Chairman of FIFA&#8217;s Finance Committee and the Marketing and Television Advisory Board he aims some of the most important positions in one of the most powerful industries of world entertainment: football. Grondona, as he once said, lived his first nine years in a room in Sarandí, in the outskirts of Buenos Aires. In this room, without even a refrigerator, he lived together with his parents and his five brothers. His life improved rapidly. Grondona went to a good private school and afterwards to the public University. But nobody thought in those years that Grondona, the grandson of Italian immigrants, would later become the master and boss in Sarandí. He has built buildings, offices and an asylum, sustained with his own money. In December 2004, he also donated half a million dollars to build a sports complex. But the money belonged to FIFA, to the Goal Project, managed by his friend Mohamed Bin Hammam from Qatar.</p>
<p>We know FIFA&#8217;s Goal Project sponsors the development of football in the Third World. This aid means works and money &#8211; and also votes for officials in the assemblies. Well, Grondona decided that FIFA&#8217;s help should be granted to his neighbors in Sarandí. &#8220;Who wouldn&#8217;t like to be Santa Claus?&#8221; said the Godfather when he inaugurated the buildings. But like in Sarandi&#8217;s Third World, Grondona also is Santa Claus in Geneva&#8217;s First World. As FIFA&#8217;s Senior Vice President he was the saviour of the new Olympic Stadium in Geneva, avoiding its bankruptcy. Now, in his honour, the Meyrin FC from Geneva plays the &#8220;Julio Grondona Fair Play Cup&#8221;.</p>
<p><strong>The world record holder</strong></p>
<p>Grondona, who does not speak English, has no e-mail and has no interest in the internet world, no longer lives in a room without a refrigerator. He spends most of the year in the Savoy Hotel in Zurich, in a six-hundred-Euro room. Obviously, it is the FIFA who pays. For every day he spends outside Argentina he gets seven hundred dollars as travelling allowances. Not to mention the one hundred thousand dollars annual salary as a member of the FIFA&#8217;s Executive Committee. Don Julio inherited &#8220;Lombardi and Grondona&#8221;, a hardware store and a deposit from his father. So, for the friendly media, he is a simple ironmonger. But on September 5, 1998, he was unveiled by an investigation done by the Argentine magazine Noticias. Crucecita, Batco, Baprisud, Conenar, Genaversa are some of the companies in which Don Julio is either a partner or the owner, together with his family or friends, such as Eduardo De Luca, secretary general of the South American Football Confederation (Confederación Sudamericana de Fútbol, CONMEBOL). The scope of business goes from construction to gas stations; from an undertaking company to a motel; from bovine cattle to crop fields. A huge and amazing patrimonial increase if we take into account that Grondona has never received a salary during his years as President of the AFA. </p>
<p>What did he do to amass such a fortune? &#8220;I have not invented anything&#8221;, said the Godfather. &#8220;I just imitated João Havelange&#8221;. His master Havelange spent twenty-four years as FIFA&#8217;s President. At the head of the AFA, Grondona has already spent twenty-seven. What does he mean by imitating Havelange? Signing deals with Coca-Cola, Mastercard, TV-stations; without any bids, but with endless guarantees. The AFA&#8217;s contract with television is a world record. It started in 1986 and will end in 2014. Thirty years of partnership with a producing company called Torneos and Competencias (TyC); a partnership that has made TyC rich and football very poor. Today, TyC belongs to an unknown Swiss fund based in the Virgin Islands, and to American investors.</p>
<p>With the profits they received from the football, its first owners bought TV stations, magazines such as El Gráfico and a financial newspaper called Ambito Financiero. They built an extremely modern building for the company and opened sports clothes shops, among many kinds of business. Once, they even rented Argentinos Juniors, Diego Maradona&#8217;s first club. In the nineties, the annual income by a star journalist working for TyC was over one million dollars. More than what TyC paid to many of the First Division impoverished clubs of Argentine football. Today, these poor clubs owe the extremely rich AFA forty-three million dollars.</p>
<p>TyC became partners with the owners of cable television, which managed to have five million subscribers in Argentina &#8211; a record figure in Latin America. As a consequence, TyC was at both sides of the counter. It sold the football rights to itself. Daniel Lalín, the controversial President of Racing Club, one of the most powerful clubs in Argentina, denounced it: the AFA should control its partner. Lalín was soon expelled from football, Racing went bankrupt and the club&#8217;s controller, Liliana Ripoll &#8211; who had threatened to denounce the &#8220;illegal&#8221; contract between AFA and TyC &#8211; today works for AFA. What about Racing? Racing now belongs to a stock company with Ethiopian capitals, based in a tax haven. In the year 2000, an Argentine judge investigated the contract between AFA and TyC. He ordered a raid on the AFA&#8217;s and TyC&#8217;s offices. A TyC employee admitted having personally given Grondona an envelope containing eighty thousand dollars, without any receipt, in his house in Sarandí; and that other leaders of Argentine football dropped by at TyC offices to get some envelopes with money. This judge, Juan Mahdjoubián, even succeeded in proceeding against Grondona and other managers. But a TV program of a station associated with TyC investigated the judge with a hidden cam. It discovered that the judge demanded illegal money in some of his cases. The investigation on the AFA and TyC, obviously, didn&#8217;t get anywhere.</p>
<p>The story of Carlos Ferrer, another judge who also investigated the TV contracts, was similar to that of Mahdjoubián&#8217;s. A hidden camera unveiled him as corrupt. And the same happened to Carlos Branca, a third judge who also investigated the AFA, in relation with its anti-doping controls. The three judges were victims of the hidden cameras belonging to the same TV program, and the three of them were removed from office. One must be extremely clean to investigate the football business in my country. </p>
<p><strong>Long live the king</strong></p>
<p>What about TyC? TyC today pays about thirty million dollars a year to broadcast the Argentine championship on TV. Grondona also helped it with the rights to broadcast the Argentine national team matches. It wanted to broadcast the matches through the pay-per-view system. The Congress did not allow it. Next, it unluckily tried to transfer the rights to a ghost company based in a tax haven. But it did not matter. The Argentine national team is a big business anyway. The South American World Cup qualifying matches are held throughout an extraordinary long period of time: eighteen rounds during two years. Eighty-two matches with just ten national teams. The European clubs complain. Their players are always on the road. But Grondona is convinced that the South American qualifying will keep its fabulous business running even for the 2010 World Cup. No matter, what Real Madrid, Juventus and Barcelona have to say. No matter, what FIFA President Joseph Blatter has to say. This is power indeed.</p>
<p>TyC and its partners also have rights on championships organized by the South American Football Confederation. Grondona is also Don Julio in the CONMEBOL, as the South American Confederation is known. Its President, Nicolás Leoz, is from Paraguay. But Leoz is too docile to Grondona&#8217;s power, as well as to that of Ricardo Teixeira, President of the Brazilian Federation CBF since 1989. Teixeira reached this position thanks to his former father-in-law, João Havelange. The point is that mandates in South American football last for decades. Leoz has been President of CONMEBOL since 1986. Imagine what the scope of their power is like that, some years ago, these men decided that elections are not necessary in CONMEBOL. TyC from Grondona&#8217;s Argentina and Traffic from Teixeira&#8217;s Brazil share the TV business of South American football. Long live Leoz.</p>
<p><strong>Protected by the media</strong></p>
<p>And journalists? What do they say about Grondona? Do they investigate contracts, balance sheets and partnerships? Some of them do, like Víctor Hugo Morales or Gustavo Veiga. But it is impossible to investigate Grondona on TV. Almost all football programs, directly or indirectly, depend on TyC; as well as many of their journalists. And it is known that no guarding dog bites the hand of the one who feeds him. Fan crowd or watchdogs? Neither fan crowd, nor watchdogs. Just partners.</p>
<p>The Godfather also discriminates against people. It was during a very kind interview in a program on TyC Sports cable channel: He ate beef, he drank wine and he told many anecdotes. When the program was reaching the end, the journalist asked why there were no Jewish referees in Argentine football First Division. &#8220;To be a First Division referee&#8221;, answered Grondona, &#8220;is something very difficult and Jews have never liked difficult things&#8221;. Grondona was accused of discrimination, there was a public reaction by the Simon Wiesenthal Center and Grondona was forced to apologize. Shortly after, TyC gathered its main men. The order was quite clear: &#8220;Gentlemen, the sports confederations are our partners. We must take care of them, especially of Grondona&#8221;.</p>
<p>Grondona is also protected by other media. One of the main partners of TyC is Grupo Clarín, the most powerful multimedia in Argentina: newspapers, radios and TV all over the country. However, Grondona is not concerned about journalism. When in 2000, a journalist told him that he would write a book on his life, Grondona met him for a few minutes and immediately introduced him to his lawyer. &#8220;My lawyer will definitely read everything you write&#8221;, warned Don Julio, the name given to the book by the journalist who wrote it, Ariel Borenstein.</p>
<p>Grondona also bases his power on another key factor for somebody who knows about football. It is a factor also used by Blatter&#8217;s FIFA. Have we forgotten the controversial referee performances in the last World Cup? Uruguay expelled in 2005 its number one referee, Gustavo Méndez, under charges of corruption. Brazil was forced to annul and replay eleven matches in the last national championship after corruption by two referees was confirmed. What about Argentina? Aren&#8217;t there any corrupt referees in Argentina? Didn&#8217;t International Transparency said in October 2005 that Argentina takes one of the worst positions in its ranking of corrupt countries, with almost three out of ten points? In Argentina, even Grondona boasted on TV about having created a Referee Union to undermine the power of the existing union. In October 2005, justice condemned him for discriminating one of the two unions with economic purposes. One must pose the inevitable question: what kind of links and relations could the AFA establish with the referees it favors?</p>
<p>There are no legal denouncements. But there is astounding evidence: Is it by chance that River Plate, the most winning club in Argentine football, has only been granted one penalty in forty-one matches in 2005? River threatened to go to the ordinary justice. After this, in its next match, River was granted two penalties. In River, there were elections at the end of 2005. Its President, José María Aguilar, has not kneeled down, as many others have, before Grondona. Even worse, Aguilar is the Argentine football manager who is closer to the G-14, the body that gathers the most powerful clubs in Europe and that is opposed to FIFA. When he wanted to speak at the sport&#8217;s Congress Foro Social critical to Grondona, the Godfather talk with all the directors invited to the Congress: All of them renounced to be there, Aguilar too. </p>
<p><strong>Jobs for the juniors</strong></p>
<p>Fernando Miele, a former President of San Lorenzo, was pretty clear when he said the following in Sport Business magazine in 2003: &#8220;Without Grondona&#8217;s consent, nobody becomes a champion in Argentina&#8221;. Miele, who was Vice President of AFA and has been expelled from his club under charges of corruption, has also declared in El Gráfico magazine that &#8220;Argentine football is a mafia&#8221;. Andrés Ducantezeiler, a former President of Independiente, publicly admitted on the radio that in 2002 his club won the championship because referees played to its favor. What did the AFA do? Did it investigate the self-denouncement? No, it barely removed Ducantenzeiler from his position for two years. Do you know who acts as Independiente&#8217;s President today? Julio Comparada, a partner of Grondona&#8217;s family in Surcos, the AFA&#8217;s insurance company. Comparada, as was published by Un Caño magazine in October 2005, is probably also linked to Grondona&#8217;s family through Puntogol, the company in charge of the AFA&#8217;s marketing. Of course, nothing is official. Real owners are not in the books. Puntogol used to be <a href="http://jensweinreich.de/?p=163" target="_self">ISL</a> before, FIFA&#8217;s marketing company until it broke in 2001. The President of ISL Argentina was Rogelio Riganti. He was a supplier of &#8220;Lombardi and Grondona&#8221;, the company still owned by the Grondona&#8217;s in Sarandí. The AFA and its members, as you can see, are a great family. Remember Havelange lessons.</p>
<p>And one more thing about Independiente: The team didn&#8217;t receive any penalty in more than 30 matches. But when Comparada began a new championship as the President of the club, Independiente, former Grondona&#8217;s club, was beneficiated with seven penalties in the seven first rounds of the last championship (Apertura 2005-06). Javier Castrilli was the only referee that in 1998 dared to denounce that the AFA ordered the protection of certain clubs. He accused Jorge Romo, the referees&#8217; director, but he did not know anything about referees when Grondona appointed him in the AFA. Romo, let it be said, shared the same requisite with Riganti, that of ISL. Romo was also a supplier of &#8220;Lombardi and Grondona&#8221;. Today, Romo is a member of the FIFA&#8217;s Referees Committee and one of his son&#8217;s works in TyC. What did Grondona do to stop Castrilli, the referee who dared to denounce him? He attended a referee assembly, yieldingly demanded support and managed to leave Castrilli alone. Today, seven years after, Castrilli airs his opinions about the referees&#8217; tasks on TV. On which channel? On TyC Sports, of course.</p>
<p>Something else about referees. Arsenal is a modest club playing in the First Division. More than attacking, Arsenal must know how to defend itself. However, in its last 125 matches in First Division (until October 2005), Arsenal only had seven players expelled. The other small clubs that also tend to defend themselves were not as fortunate: Olimpo (also until October 2005) had 31 players expelled in 125 matches; Instituto thirteen players in 51 matches; Quilmes 21 players in 87 matches. And what about the powerful River Plate? 22 expelled players in 125 matches &#8211; three times as much as Arsenal. Oh, I almost forgot to tell you something: Arsenal was founded by Julio Grondona in 1957 in Sarandí. Today, its President is Julio Grondona Jr., who has already started his career: He told the media that he feels capable of replacing his father in the AFA. And in October 2005 Grondona&#8217;s AFA appointed Grondona Jr. as the President of an AFA delegation to Uruguay. Another Havelange lesson.</p>
<p>The journalists only know how to criticize, the establishment of football usually said. Well, but what can we do? What do you prefer? To be partners? We are just witnesses of the battle between what we can describe as old connections (Blatter, Grondona and their friends) and a new connection as it seems to be with Roman Abramovich in Chelsea, the Iranian Kia Joorabchian in Corinthians and globalised money in many clubs all over the world. But the frontiers are not so clear. Humberto Grondona, another Julio Grondona&#8217;s son, today is working in Corinthians, Joorabchian&#8217;s club investigated in Brazil because of the uncertain origins of MIS&#8217;s group money.</p>
<p><strong>&#8220;What time do you want it to be?&#8221;</strong></p>
<p>Grondona is the most important leader in Argentina&#8217;s sport history. He defended football&#8217;s autonomy. He once refused to fire a national team&#8217;s coach in spite of the government&#8217;s pressures. And he resisted pressures to force clubs, which in Argentina perform important social functions as well, to become mere stock companies. He now fights against powerful European clubs which try to buy young talents of South American football at despicable prices, without complying with existent rules and laws. Blatter also says that he won&#8217;t permit the victory of European clubs&#8217; greed. But, as we all know, FIFA and AFA, Blatter and Grondona, do not work for the Foundation of Mother Teresa of Calcutta.</p>
<p>With Grondona, Argentine football also won International Cups, imposed anti-doping controls, had many modest clubs become champions and powerful clubs go down to the B Series. But something must be said: for the big clubs to keep on winning titles, he invented two championships per year. And for the big clubs not to go down to the B series again, he adopted a system that makes an average of the scores obtained in the last three years. A big team can have a bad year, but not three bad years in a row.</p>
<p>Grondona never imposed the AFA&#8217;s rules to punish clubs and managers who are accomplices of violent supporters. I insist: Argentine football experienced 74 fatal casualties throughout Grondona&#8217;s 27-year-mandate. Nowhere in the world there exists FAVIFA, a body of relatives of football victims &#8211; except in Argentina. FAFIVA claimed in AFA&#8217;s office in Buenos Aires in April 2005. Nothing has changed in argentine football. Grondona has not imposed its rules to punish those presidents accused of keeping the money resulting from the sale of players for themselves, and of defaulting clubs, such as Eduardo López, President of Newell&#8217;s Old Boys. He was condemned by justice under charges of clandestine betting operations and accused of writing more than 1.400 bad checks. In October 2005, he owed seven monthly salaries to his players. López is still the AFA&#8217;s International Relations Secretary.</p>
<p>Grondona says that he just complies with the clubs&#8217; mandate. But everybody knows that the AFA and Grondona are the same thing. &#8220;To vote against him is to put an end to one&#8217;s career as a manager&#8221;, said Miele, San Lorenzo&#8217;s former President, some time ago. &#8220;What time is it?&#8221; asks Grondona when he starts the meetings of the AFA&#8217;s Executive Comittee. &#8220;What time do you want it to be?&#8221; reply his aides. And when he wants debate to come to an end, Grondona uses one of his favorite phrases: &#8220;You have to choose: either chicken with rice or rice with chicken.&#8221;</p>
<p>Now, for the first time in nearly three decades, Grondona will have a serious opponent in AFA&#8217;s 2007 elections: Raul Gamez, President of Velez Sarsfield, one of the last champions in Argentina. He said in the last months, that Grondona is untouchable, that he really is The Godfather. He denounced the last agreement of Grondona with a Russian company that will organize 24 friendly matches of the Argentine national team in the next four years &#8211; for 18 million dollars. The capitals are Russians, but the company is addressed in Zurich; and its name was not made public. No matter, everybody in the Argentine football said that at the moment, Grondona is invincible. Just in case, as it happened in the last World Cups, nearly one hundred football directors from Argentina received invitations from AFA to travel by free to Germany 2006. One club&#8217;s chairman resigned the invitation for ethical reasons. But he sent another director from his club. He was frightened that if his club was outside of &#8220;Don Julio&#8217;s Tour&#8221;, then the team could suffer that decision, without matches in TyC or without penalties in the field. </p>
<p><strong>Todo pasa</strong></p>
<p>South America was the first Confederation to support Blatter&#8217;s nomination, when he was going to be elected as FIFA President in France in 1998. Blatter won after a vote that included alleged payments of bribes. Blatter welcomed Grondona&#8217;s support by naming him &#8220;Leader of the year&#8221; in the Versailles Palace. That night Grondona fell to a fountain with his new smoking. Grondona was also a key element in Blatter&#8217;s reelection in 2002. His friends use to tell that immediately after this last victory, Grondona ordered Blatter to fire Michel Zen-Ruffinen, the man who dared to denounce corruption within FIFA. Blatter thanks Grondona for his support. Don Julio controls key FIFA&#8217;s Committees.</p>
<p>Grondona knows the world of football very well. He almost played in River Plate&#8217;s First Division. He played and he founded Club Arsenal. He was President of Independiente and is the head of its national Federation. Few know it, but when in 1997 he was admitted in the AFA&#8217;s Executive Committee, Don Julio could not be incorporated right away. He had to wait until a two-month suspension for intimidating a referee while being President of Independiente was over. A decade before, when he was President of Arsenal, he had been removed from his position on four occasions. During two years and nine months. One of the reasons was that he intimidated and insulted referees.</p>
<p>Those who are close to him say that if Blatter leaves the FIFA, Grondona does not dream of replacing him. And it is true. His friends said that he declined to be FIFA&#8217;s President in 2002, when his name was mentioned as the best solution by both sides to put an end to the battle. But in the meantime, Grondona goes on, and in his golden ring it reads &#8220;todo pasa&#8221;: Everything goes by. Everything, it&#8217;s true, except him. There are those who say that power wears one out. But Grondona is among those who believe in what former Italian Prime Minister Giulio Andreotti, famous for his alleged links to the mafia, once said: &#8220;Power wears people out. It is true, but it wears out those who do not make use of it&#8221;. And Grondona not only uses power. He abuses power as well.</p></blockquote>
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