<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>jens weinreich &#187; juan antonio samaranch</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/juan-antonio-samaranch/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>â€  Anwar Chowdhry</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 22:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[aiba]]></category>
		<category><![CDATA[anwar chowdhry]]></category>
		<category><![CDATA[ching-kuo wu]]></category>
		<category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[gafour rachimow]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[boxen]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[john boulter]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=8542</guid>
		<description><![CDATA[Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, Jean-Marie Weber, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo Juan Antonio Samaranch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-8550 alignnone" style="margin: 5px;" title="Anwar Chowdhry" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Chowdhry.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="150" height="200" align="left" />Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo <a title="â€  Juan Antonio Samaranch" href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a>, wurde 1986 von Adidas auf den AIBA-Thron gehievt, in einer sagenumwobenen Wahlschlacht in Bangkok, mit Sex und Huren und Geld und allem &#8211; blendend dokumentiert sind die VorgÃ¤nge Ã¼brigens in Stasi-Akten.</p>
<p>Ich habe in den vergangenen Jahren viel berichtet Ã¼ber Chowdhrys Machenschaften, u.a.Â <a title="Der olympische Sumpf" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">in diesem Buch</a>. Eine Reportage von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney fasst seine Ã„ra ganz gut zusammen, glaube ich. Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten zu Anwar Chowdhry, der sich gern als <strong>&#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Weltâ€?</strong> bezeichnet hat. Ich finde es auÃŸerordentlich schade, dass ich damals noch nicht fotografiert habe. Dieses GesprÃ¤ch mit ihm in den Katakomben der olympischen Box-Arena hÃ¤tte ich auch ganz gern auf Video aufgenommen.</p>
<p>Ching-Kuo Wu, PrÃ¤sident des Amateur-Box-Weltverbandes AIBA und IOC-Exekutivmitglied aus Taiwan, schreibt zum Tode Chowdhrys:</p>
<div id="attachment_8544" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8544" title="Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhry's-Death---June-20" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhrys-Death-June-20.gif" alt="" width="530" height="750" /><p class="wp-caption-text">Condolence Letter to all NFs on Chowdhry&#39;s Death, June 20, 2010 (c) AIBA</p></div>
<p>SYDNEY, 19. September 2000. Wenn sich die Besten der Weltjugend prÃ¼geln im Convention Centre von Darling Harbour, sitzen die beiden Oberaufseher ganz nah am Ring. Anwar Chowdhry und Loring Baker, PrÃ¤sident und GeneralsekretÃ¤r des Box-Weltverbandes AIBA, verfolgen die KÃ¤mpfe an einem Tischchen, auf dem sich Computerbildschirme befinden, mit denen sie die Arbeit der Punktrichter Ã¼berwachen kÃ¶nnen. Die ergrauten Sportfreunde, die gemeinsam Ã¼ber 153 Jahre Lebenserfahrung verfÃ¼gen, sind derzeit hart gefordert. Gilt doch die AIBA als Synonym fÃ¼r Bestechung jeder Art. FÃ¼r Betrug am Sport und an den Athleten. So war es kein Zufall, dass zu jenen beiden des organisierten Verbrechens verdÃ¤chtigen SportfunktionÃ¤ren, denen vor knapp zwei Wochen die Einreise nach Australien verweigert wurde, der AIBA-FunktionÃ¤r <a title="tag: Gafour Rachimow" href="http://www.jensweinreich.de/?s=gafour+rachimow" target="_self">Gafour Rachimow</a> gehÃ¶rte.</p>
<p>Der Pakistani Chowdhry ist zwar dafÃ¼r bekannt, dass er gern laut und viel erzÃ¤hlt, am liebsten wÃ¤hrend ausschweifender nÃ¤chtlicher Saufgelage, doch Interviews liebt er eigentlich nicht. Um so Ã¼berraschender, dass sich Chowdhry diesmal auf ein GesprÃ¤ch einlÃ¤sst, ja sogar in sein BÃ¼ro einlÃ¤dt.</p>
<blockquote><p>â€žIch werde Ihnen mal die Wahrheit erzÃ¤hlen, junger Mannâ€œ, sagt er, â€ždenn in den Zeitungen steht ja nur ScheiÃŸe Ã¼ber mich.â€œ</p></blockquote>
<p>So ist Anwar Chowdhry, der in der AIBA nur â€žder Professorâ€œ genannt wird: auf seine Art sehr direkt.</p>
<p>Einer seiner Bodyguards fÃ¼hrt in prÃ¤sidiale Office, das schmucklos eingerichtet ist. Nur einer von vielen mit WÃ¤nden aus Hartpappe abgetrennten ArbeitsrÃ¤umen in den Katakomben des Convention Centre: Schreibtisch, zwei Sofas, ein Tischlein, wenige StÃ¼hle, in einer Ecke steht ein kleiner Tresor. Chowdhry lÃ¤sst sich tief in seinen Sessel plumpsen und referiert drauflos. Seine schlichten Thesen lassen sich leicht zusammenfassen:</p>
<blockquote><p>â€žIch bin kein Gauner. Ich bin kein Heuchler. Ich sage die Wahrheit. Ich bin ein groÃŸer und geachteter SportfunktionÃ¤r.â€œ</p></blockquote>
<p>Dies verkÃ¼ndet er wÃ¶rtlich und in vielerlei Variationen. In dieser Beziehung ist der Professor sehr erfindungsreich.</p>
<p>NatÃ¼rlich ist es mÃ¼ÃŸig, den Fuchs im HÃ¼hnerstall zu fragen, ob er gerade ein Huhn zu verspeisen beabsichtige oder wie viele er im Laufe seines Lebens bereits verschlungen hat. So wie der Fuchs diese Frage nicht wahrheitsgetreu beantworten wird, sieht auch Chowdhry keinen Grund, sich als derjenige zu enttarnen, als der er in weiten Kreisen des Weltsports verrufen ist: als Ganove.</p>
<p>Der Berliner Karl-Heinz Wehr, der Chowdhry als AIBA-GeneralsekretÃ¤r anderthalb Jahrzehnte die GeschÃ¤fte gefÃ¼hrt hat, beschrieb den Pakistani einmal so:</p>
<blockquote><p>â€žChowdhry ist charakterlich ein absolutes Schwein, unaufrichtig, hinterhÃ¤ltig und verschlagen. Chowdhry ist ein absoluter GeschÃ¤ftemacher und in jeder Beziehung korrupt.â€œ</p></blockquote>
<p>Zahlreiche VerÃ¶ffentlichungen aus Wehrs umfÃ¤nglichen Stasi-Akten haben Chowdhry in den neunziger Jahren Probleme bereitet. So musste auf Grundlage dieser Unterlagen eine der katastrophalsten Fehlentscheidungen der Sportgeschichte Ã¼berprÃ¼ft werden: Das Urteil im Finalkampf der Olympischen Spiele 1988 gegen den Amerikaner Roy Jones. Nach Monaten der Verschleppungstaktik und nicht gar so intensiver Recherche erklÃ¤rte das IOC jedoch, es hÃ¤tten sich keine Beweise fÃ¼r Bestechung am olympischen Boxring gegeben. Ein lÃ¤cherliches Urteil. Roy Jones, inzwischen zum Profi-Weltmeister aufgestiegen, nahm kurz darauf dennoch einen Olympischen Orden an.</p>
<p>Chowdhry hat sich spÃ¤testens 1998 mit Karl-Heinz Wehr entzweiht. Der Deutsche verbÃ¼ndete sich damals mit dem Taiwanesen Ching-Kuo Wu, einem IOC-Mitglied, und mit dem Amerikaner Paul Konnor. Das Trio wollte Chowdhry und seine â€žrussisch-balkanische Fraktionâ€œ (Wehr) stÃ¼rzen. Konnor, damals Chef der AIBA-Rechtskommission, beschwerte sich bei IOC-PrÃ¤sident Samaranch: Goldmedaillen seien kÃ¤uflich, schrieb Konnor, Chowdhry begehe â€žverachtenswerte Verbrechen&#8221; an Sportlern und habe sich mit 400.000 Dollar aus der Verbandskasse bedient. Samaranch hat nie reagiert.</p>
<blockquote><p>â€žKonnor ist ein Feiglingâ€œ, sagt Chowdhry, er hat mir immer gesagt, dass ich ein vorbildlicher PrÃ¤sident bin. Er hat nie den Mut gehabt, etwas Ã¶ffentlich gegen mich vorzubringen. Als er dann den Mund aufgemacht hat, wurde er aus der AIBA rausgeschmissen. Das ist unsere Demokratie. So einfach ist das.â€œ</p></blockquote>
<p>Wehr formulierte seinerzeit gemeinsam mit Wu ein Manifest fÃ¼r â€žEhrlichkeit und Fairplay im olympischen Boxen &#8211; gegen alle Formen der Manipulation, der Korruption, der Bestechung und des Dopingsâ€œ. Doch Samaranch unterstÃ¼tzte auch diese beiden Opponenten nicht. So wurden Wehr, Wu und Konnor auf dem AIBA-Kongress im November 1998 im tÃ¼rkischen Antalya vorgefÃ¼hrt. Sie verloren alle Posten, auch ihre Sitze im Exekutivkomitee.</p>
<p>â€žIch habe Karl-Heinz Wehr immer wie einen Bruder behandeltâ€œ, sÃ¤uselt Chowdhry, â€žich weiÃŸ nicht, was plÃ¶tzlich in ihn gefahren war, dass er gegen mich arbeitet und auch noch glaubt, er hÃ¤tte damit Erfolg.â€œ Es habe vor Antalya sogar Morddrohungen gegen ihn gegeben, berichtete Wehr. Dies und die Anschuldigung, dass die â€žWahlenâ€œ von Chowdhrys Gefolgsleuten gekauft worden seien, bestreitet der AIBA-PrÃ¤sident. SelbstverstÃ¤ndlich. Im Reiche Chowdhry funktioniert das ganz anders, viel einfacher, nÃ¤mlich so:</p>
<blockquote><p>â€žIch bin auf der ganzen Welt fÃ¼r meine Rechtschaffenheit bekannt. Die Leute lieben mich. Kann etwa jemand immer wieder einstimmig gewÃ¤hlt werden, der ein Schweinehund ist? Wir haben 190 MitgliedsverbÃ¤nde in der AIBA. Glauben sie, das diese 190 WahlmÃ¤nner alle Trottel sind?â€œ</p></blockquote>
<p>Im Arbeitsraum haben sich inzwischen einige KampfgefÃ¤hrten versammelt. Auch der TÃ¼rke Caner Doganeli, VizeprÃ¤sident der AIBA und angeblich Favorit auf die Nachfolge Chowdhrys. Die Claqueure begleiten jeden Satz ihres Meisters mit Beifall.</p>
<blockquote><p>â€žDer Professorâ€œ, sagt Doganeli, â€žhat unendlich viel fÃ¼r den Boxsport getan. Es ist ein Skandal, dass er sich stÃ¤ndig mit solchen bÃ¶sen Unterstellungen herumÃ¤rgern muss.â€œ</p></blockquote>
<p>Zu dumm aber auch, dass Chowdhry &amp; Co. inzwischen in aller Welt als Gangsterbande bezeichnet werden. Angeblich hat die Mafia, ob nun russische, mittelasiatische oder tÃ¼rkische Gruppierungen, lÃ¤ngst das Kommando in der AIBA Ã¼bernommen. â€žDie VorgÃ¤nge sind eine Schandeâ€œ, hat das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg Ã¶ffentlich gesagt, eine ÃœberprÃ¼fung gefordert und den Ausschluss aus dem olympischen Programm angedroht.</p>
<blockquote><p>â€žNichts wissen Leute wie Heibergâ€œ, entgegnet Chowdhry, â€žmit mir hat er kein Wort gesprochen. Und was da in den Zeitungen geschrieben steht, ist shit, shit, shit. Bloody shit.â€œ</p></blockquote>
<p>GroÃŸvater Chowdhry redet sich schnell in Rage. Er brÃ¼llt oft und im Verlauf des einstÃ¼ndigen GesprÃ¤chs knallt er dutzende Male die FÃ¤uste auf den Tisch. Der kleine Recorder, der das Interview mitschneidet, hÃ¼pft jedesmal zehn Zentimeter in die HÃ¶he. Die Tischplatte biegt sich gefÃ¤hrlich tief. Doch dann hat sich der Choleriker auch schon wieder beruhigt.</p>
<p>Am meisten hat Chowdhry verletzt, dass sein â€žFreund Gafourâ€œ Rachimow aus Usbekistan nicht nach Australien einreisen durfte. Chowdhry sagt, er sei wie IOC-PrÃ¤sident Samaranch bereits Ende August vom SOCOG-Sicherheitschef Sandy Hollway informiert worden, dass es Schwierigkeiten geben wÃ¼rde mit Rchimow, dem mutmaÃŸlichen Mafiapaten und Chef der AIBA-Businesskommission. Er hat daraufhin die Usbeken informiert, die beschwerten sich bei der australischen Botschaft in Moskau â€“ aber die Olympiagastgeber blieben hart.</p>
<div id="attachment_8548" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8548" title="SMH" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/SMH.gif" alt="" width="530" height="485" /><p class="wp-caption-text">Titelseite Sydney Morning Herald, September 2000</p></div>
<p>Das IOC, das laut Chowdhry doch lÃ¤ngst Bescheid wusste, tat dann so, als sei die Einreiseverweigerung Ã¼berraschend gekommen. FÃ¼r Chowdhry ist Rachimow selbstverstÃ¤ndlich ein Ehrenmann.</p>
<blockquote><p>â€žEr hatte bereits eine VIP-Akkreditierung, so wie auch Nelson Mandela. Ich begreife nicht, warum man ihm die wieder wegnehmen kann.â€œ</p></blockquote>
<p>Chowdhry redet noch eine Weile Ã¼ber seinen aufopferungsvollen Kampf gegen korrupte Kampfrichter, lobt sich als Erfinder des Punktcomputers (was er in Wirklichkeit nicht ist) und beschlieÃŸt dann die Audienz mit einer milden Gabe zu beenden. Ein Lakai trÃ¤gt eine schwarze UmhÃ¤ngetasche fÃ¼r den Gast herbei.</p>
<blockquote><p>â€žNehmen Sie ruhig, das ist keine Bestechung, das fÃ¤llt noch unter die IOC-Geschenkregel von 200 Dollarâ€œ, witzelt der AIBA-PrÃ¤sident.</p></blockquote>
<p>200 Dollar ist die Grenze, die das IOC 1999 auf seiner Krisensession nach dem <a title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/11/ten-years-after-marc-hodler/" target="_self">Bestechungsskandal von Salt Lake City</a> festgelegt hat. Ein Blick zu seinen mÃ¼rrisch dreinschauenden Gorilla lÃ¤sst den Gedanken aufkommen, es sei vielleicht besser, das PrÃ¤sent nicht abzulehnen. Also trollt man sich mit dem TÃ¤schen, neugierig darauf, was der Professor da so alles verschenkt.</p>
<p>Eine Mappe mit all seinen Verdiensten und Ehrentiteln findet sich darin, eine Krawatte, eine Uhr â€“ alles ist in irgendeiner Form mit Chowdhrys Namen geschmÃ¼ckt. SchlieÃŸlich noch eine GeldbÃ¶rse. Wie beziehungsreich. Jedoch finden sich keine Dollarscheine.</p>
<p><em>(Ich habe die Uhr Ã¼brigens noch irgendwo liegen.)</em></p>
<p>Okay, die Nacht ist lang, und da ich stets zu Ãœbertreibungen neige, flink noch die wichtigsten Geschichten nach dieser, meiner Lieblingsgeschichte Ã¼ber die Ã„ra Chowdhry. Aus den Jahren zuvor, wer das leider vergriffene Buch &#8220;Der olympische Sumpf&#8221; nicht lesen kann, wÃ¤re noch diese Seite-3-Geschichte aus der Berliner Zeitung vom September 1996 interessant, als Ãœbersichtstext:</p>
<ul>
<li><a title="BLZ, September 1996" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0918/reporter/0003/index.html" target="_blank">Ein paar Millionen sollen die IOC-Direktorin kalt gestellt haben</a></li>
</ul>
<p>Samaranch, <a title="KGB Gate" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">der mutmaÃŸliche KGB-Spion</a>, hat nach dieser Geschichte in Spanien auf einer Pressekonferenz Ã¼brigens gesagt, wenn alle Informationen der Stasi (ich habe lang aus Akten zitiert) so unzutreffend wÃ¤ren, wie diese, kÃ¶nne er nur lachen.</p>
<p>Die weiteren Geschichten zur unendlichen AIBA-Story:</p>
<p><em>30. Oktober 2002</em></p>
<blockquote><p><strong>Sein Wille geschehe</strong></p>
<p>Die olympische Bewegung erlebt in dieser Woche ein weiteres Beispiel gelebter Demokratie: den &#8220;Wahl&#8221;-Kongress im Weltverband der Amateurboxer (AIBA) im ziemlich teuren Hotel Meridien in Kairo. Obwohl die BoxfunktionÃ¤re erst von Donnerstag bis Sonnabend in der Ã¤gyptischen Metropole tagen und tafeln, stehen die wichtigsten Ergebnisse dieses sehr speziellen Konvents bereits fest. Anwar Chowdhry, dieser routiniert jung gebliebene Ehrenmann aus Pakistan, bleibt auch die nÃ¤chsten vier Jahre PrÃ¤sident.</p>
<p>Als &#8220;epochales Ereignis&#8221; wurde in der AIBA bereits Chowdhrys Benennung von 97 der 190 MitgliedsverbÃ¤nde gefeiert. Einen Gegenkandidaten gibt es selbstverstÃ¤ndlich nicht (das wÃ¤re ja auch einmal etwas Neues), nachdem die zeitweise interessierten Robert Voy (USA) und Ching-Kuo Wu (IOC-Mitglied aus Taiwan) unter Druck rechtzeitig ihren Verzicht erklÃ¤rten. So wird also Anwar Chowdhry, der am 26. Oktober bereits sein 79. Lebensjahr vollendete und der sich gern als &#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Welt&#8221; bezeichnet, in Kairo per Akklamation im Amt bestÃ¤tigt werden, das er bereits seit 1986 einnimmt.</p>
<p>Die Mitglieder des AIBA-Exekutivkomitees wurden ausnahmslos von Chowdhry selbst auserwÃ¤hlt. Sekundiert wird Chowdhry auch weiterhin von seinen wichtigsten langjÃ¤hrigen Getreuen: Caner Doganeli (TÃ¼rkei), dem neuen AIBA-GeneralsekretÃ¤r, und Gafour Rachimow (Usbekistan), dem VizeprÃ¤sidenten und Chef der so genannten AIBA-Business-Kommission.</p>
<p>Nur zur Erinnerung: Rachimow ist jener Ehrenamtler aus dem total-demokratischen Sportwunderland Usbekistan, der zu den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney keine Einreise erhalten hatte, weil ihn die BehÃ¶rden des Gastgeberlandes als &#8220;Gefahr fÃ¼r die Sicherheit des australischen Volkes&#8221; geortet hatten. Rachimow soll einer der KÃ¶pfe des Drogenhandels in Mittelasien sein. Rachimow zÃ¤hlt zu den GeschÃ¤ftspartnern und Freunden des derzeit in Italien inhaftierten mutmaÃŸlichen Mafioso Alimsan Tochtachunow, der vom FBI unter anderem verdÃ¤chtigt wird, Kampfrichter-Entscheidungen bei den Eiskunstlaufwettbewerben (Paarlauf, Eistanz) bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City manipuliert zu haben. So viel zum ruhmreichen Einfluss usbekischer Granden im olympischen Sport.</p>
<p><span id="more-8542"></span>ZurÃ¼ck zur AIBA. Zwar steht das Amateurboxen nicht auf jener umfassenden Streichliste, Ã¼ber die Ende November auf der IOC-Vollversammlung in Mexiko-Stadt entschieden wird, doch ist der Verbleib im olympischen Programm keinesfalls hundertprozentig gesichert. Denn die von der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees im August abgesegneten Reform-VorschlÃ¤ge sagen relativ klar aus, dass Amateurboxen, ein Hort der Korruption, stÃ¤ndig auf dem PrÃ¼fstand steht. Sollten weitere negative Schlagzeilen folgen, soll das IOC-Exekutivkomitee MaÃŸnahmen ergreifen. Nimmt man nun jene BeschlÃ¼sse zum MaÃŸstab, die nach Chowdhrys heiligem Willen in Kairo gefasst werden sollen, dann dÃ¼rfte die IOC-FÃ¼hrung gefordert sein.</p>
<p>Beispiele gefÃ¤llig? Der Berliner Karl-Heinz Wehr, von Chowdhry abservierter langjÃ¤hriger AIBA-GeneralsekretÃ¤r, hat die AntrÃ¤ge und BeschlussentwÃ¼rfe des AIBA-Kongresses in Kairo analysiert. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil: &#8220;Normalerweise hatte man erwartet, dass die AIBA aus den Diskussionen um den Verbleib im olympischen Programm einige positive VorschlÃ¤ge umsetzt. Leider ist dies nicht der Fall. Die Leute um Chowdhry sind Ã¼berhaupt nicht an VerÃ¤nderungen interessiert. Das olympische Boxen wurde in eine Katastrophe gefÃ¼hrt.&#8221;</p>
<p>Es wird im Amateurboxen auch kÃ¼nftig keine offene Wertung geben. Die ebenfalls vom IOC geforderte RÃ¼ckkehr zur Kampfzeit von 3 x 3 Minuten (derzeit 4 x 2) wurde verworfen. Bei der Benennung der Ring- und Punktrichter (traditionell durch Chowdhry &amp; Co.) bleibt alles beim Alten. Zudem werden die weiÃŸen TrefferflÃ¤chen an den Boxhandschuhen abgeschafft, was fÃ¼r noch mehr Verwirrung in der Wertungsfrage sorgen wird. SchlieÃŸlich will man die Grenzen zwischen Amateur- und Profiboxer weiter verwischen. Das Exekutivkomitee der AIBA wird ermÃ¤chtigt, KÃ¤mpfen zwischen Amateuren und Profis zuzustimmen, zudem sollen Profis kÃ¼nftig an nationalen, kontinentalen und Weltmeisterschaften teilnehmen kÃ¶nnen. Das AIBA-Exekutivkomitee werde &#8220;den Profis schon den Weg ins olympische Boxturnier ebnen&#8221;, hatte Chowdhry schon im MÃ¤rz dieses Jahres getÃ¶nt.</p>
<p>Es hat vor dem Kongress durchaus vernÃ¼nftige VorschlÃ¤ge gegeben &#8211; Chowdhry hat sie abgelehnt. So wurden von 40 VorschlÃ¤gen, die europÃ¤ische VerbÃ¤nde eingereicht haben, lediglich vier akzeptiert. Dem gegenÃ¼ber stehen 85 teilweise recht unsinnige Ideen, die sich Chowdhry und seine Vasallen in Kairo absegnen lassen. Dazu gehÃ¶rt nicht zuletzt der Plan, Weltmeisterschaften kÃ¼nftig jÃ¤hrlich auszutragen.</p>
<p>Ein nicht ganz unwichtiger Tagesordnungspunkt sei nicht verschwiegen. Der Verband wird umbenannt: Statt Amateur International Boxing Association soll er kÃ¼nftig Olympic International Boxing Association (OIBA) heiÃŸen. Irgendwie legt man auf das Wort &#8220;olympic&#8221; doch groÃŸen Wert. SchlieÃŸlich lebt die AIBA/OIBA vor allem von jenen vier Millionen Dollar, die das IOC als Anteil an den olympischen Fernsehrechten Ã¼berweist. Dummerweise weiÃŸ niemand genau, was mit dem Geld geschieht.</p></blockquote>
<p><em>6. November 2006</em></p>
<blockquote><p><strong>Letzter Gang fÃ¼r den Box-Paten</strong></p>
<p><em>Der Weltverband wÃ¤hlt den PrÃ¤sidenten Chowdhry ab</em></p>
<p>Das ist doch mal eine gute Nachricht fÃ¼r den Sport: Anwar Chowdhry (83) ist gestÃ¼rzt. Der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) hat einen neuen PrÃ¤sidenten. 20 Jahre lang hat der Pakistani Chowdhry die AIBA mit vorsintflutlichen Methoden gefÃ¼hrt, auf dem Kongress in Santo Domingo verlor er die Abstimmung gegen den 60 Jahre alten Taiwanesen Ching-Kuo Wu mit 79:83 Stimmen bei einer Enthaltung. Eine so knappe Entscheidung hat es in der olympischen Welt bisher kaum gegeben.</p>
<p>FÃ¼r das Amateurboxen ging es um Leben oder Tod. Zwar hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC), zu dessen Mitgliedern Ching-Kuo Wu seit 1988 zÃ¤hlt, auf seiner Session im Juli 2005 in Singapur dem Sport noch einmal bis 2012 den Olympiastatus verpasst, eine Zahlung aus den Fernsehgeldern in HÃ¶he von 9,15 Millionen US-Dollar war jedoch eingefroren worden. Das Problem der AIBA heiÃŸt seit zwei Jahrzehnten Anwar Chowdhry. Es ist selten nachvollziehbar, auf welchen Konten in diesem Verband Geld verschwindet. Von der Opposition war moniert worden, dass Ã¼ber Ausgaben von 670 000 Dollar keine Belege existieren. Verantwortlich dafÃ¼r: Chowdhry und sein GeneralsekretÃ¤r Caner Doganelli (TÃ¼rkei).</p>
<p>Chowdhry hatte noch in Santo Domingo getÃ¶nt, nur er allein kÃ¶nne die AIBA fÃ¼hren. &#8220;Wu hat keine Ahnung, der weiÃŸ nichts Ã¼ber Boxen&#8221;, sagte er. Nun wurde Chowdhry davon gejagt. Doganelli allerdings, der ebenfalls einen katastrophalen Ruf genieÃŸt und dem NÃ¤he zur organisierten KriminalitÃ¤t nachgesagt wird, darf bleiben. Wegen des Umsturzes nun aber von einer Revolution zu sprechen, wÃ¤re verfrÃ¼ht. Sicher, Sportkamerad Wu hat einen guten Leumund; allerdings darf man nicht vergessen, dass sein Weg ins PrÃ¤sidentenamt vor allem durch die zurÃ¼ckgezogene Kandidatur eines mutmaÃŸlichen Drogendealers namens Gafour Rachimow mÃ¶glich wurde. Der Usbeke, der im Visier von Europol, FBI und anderen GanovenjÃ¤gern steht, hatte selbst PrÃ¤sident werden wollen. Zuletzt empfahl er dem AIBA-VÃ¶lkchen &#8211; und hier besonders den afrikanischen Delegierten -, Ching-Kuo Wu zu wÃ¤hlen. Er dÃ¼rfte seine freundliche Empfehlung unterlegt haben mit diversen Gaben, anders lÃ¤uft es in diesem Verband kaum.</p>
<p>Das Problem der AIBA ist also noch lange nicht gelÃ¶st. Korruption, ob nun in Form von Unterschlagung, Kampfrichterbetrug oder Erpressung, dominiert nach wie vor den klinisch toten Verband. Herr Dr. Wu, ein ehemaliger Basketballer und Architekt, steht eine titanische Aufgabe bevor. Es wird interessant sein, welche Skandale er ans Tageslicht befÃ¶rdert und wie er sich zu Doganelli und Rachimow verhÃ¤lt.</p>
<p>Die NÃ¤he zum IOC ist schon mal gegeben. Durch Ching-Kuo Wu persÃ¶nlich und durch den Umstand, dass die AIBA in der Schweiz ihre GeschÃ¤ftsstelle hat. Eines hat sogar Rachimow begriffen, wie er den nationalen BoxverbÃ¤nden kÃ¼rzlich schriftlich mitteilte: &#8220;Eine der perspektivischen Aufgaben der AIBA besteht meiner Ansicht nach darin, in einen konstruktiven Dialog mit dem IOC zu treten und bedingungslos alle Empfehlungen des IOC zu akzeptieren.&#8221; Nun dann.</p></blockquote>
<p><em>20. Februar 2007</em></p>
<blockquote><p><strong>Thriller von Taipeh</strong></p>
<h4><span style="font-weight: normal;"><em>Der Amateurbox-Weltverband AIBA suspendiert seinen dubiosen GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli</em></span></h4>
<p>Im Weltverband der Amateurboxer geht es weiter herzhaft zur Sache. Wie AIBA-Sprecher Richard Baker dieser Zeitung bestÃ¤tigte, wurde in der vergangenen Woche in aller Stille der AIBA-GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli (TÃ¼rkei) suspendiert. Ihm wird Misswirtschaft und Veruntreuung vorgeworfen. Es geht, vorerst, um mehr als eine halbe Million US-Dollar. Die Sache wurde der Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Ã¼bergeben.</p>
<p>Der Fall Doganeli beweist, dass nach einer 20 Jahre wÃ¤hrenden Diktatur der Korruption durch den PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry (Pakistan) die AufrÃ¤umarbeiten begonnen haben. Auf dem AIBA-Kongress in Santo Domingo im November 2006 war ja nicht nur unter mysteriÃ¶sen UmstÃ¤nden ein Delegierter aus Mali, Pierre Diakite, ums Leben gekommen (er hatte sich gegen Chowdhry ausgesprochen und wurde spÃ¤ter tot im Fahrstuhlschacht seines Hotels gefunden), der Kongress hatte auch einen neuen PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt: Ching-Kuo Wu aus Taiwan gewann mit 83:79 Stimmen gegen Chowdhry. Wu setzte allerdings zunÃ¤chst weiter auf GeneralsekretÃ¤r Doganeli und hatte sich auch mit dem Usbeken Gafur Rachimow verbÃ¼ndet. Rachimow, der in Dokumenten von polizeilichen ErmittlungsbehÃ¶rden mit der organisierten KriminalitÃ¤t und Drogenhandel in Verbindung gebracht wird, ist AIBA-VizeprÃ¤sident. Den Wahlkampf des Dr. Wu hatte mit Ho Kim (SÃ¼dkorea) ein weiterer FunktionÃ¤r zweifelhaften Rufes gemanagt. Kim wurde dafÃ¼r zum Exekutivdirektor der AIBA berufen.</p>
<p>Drei Monate spÃ¤ter trennt sich Wu von Doganeli. Schweizer RechnungsprÃ¼fer, die AIBA-Zentrale sitzt in Lausanne, haben ihren Bericht in Taipeh dem neuen AIBA-Exekutivkomitee vorgetragen. Das Exko leitete den Fall an seine Reformkommission weiter, die vom Norweger Gerhard Heiberg geleitet wird, dem Chef der IOC-Marketingkommission. Heiberg hatte schon im Herbst 2000 in dieser Zeitung Reformen in der AIBA angemahnt: &#8220;Wenn Boxen olympisch bleiben soll, muss sich schleunigst etwas Ã¤ndern.&#8221; Nun soll er im Auftrag von IOC-Chef Jacques Rogge handeln.</p>
<p>Das IOC hat inzwischen 300 000 Dollar, einen Teil der eingefrorenen olympischen Fernsehgelder, an die AIBA Ã¼berwiesen. Die Lage ist vertrackt, denn Wu, selbst IOC-Mitglied, hat sich mit Personen verbÃ¼ndet, die Dreck am Stecken haben. Zudem werden Wu von einigen VerbÃ¤nden SatzungsverstÃ¶ÃŸe vorgeworfen. MerkwÃ¼rdig erscheinen auch die UmstÃ¤nde der Ausbootung seines grÃ¶ÃŸten Kritikers, des russischen Verbandschefs und AIBA-VizeprÃ¤sidenten Eduard Kusainow. Dieser hatte Wu am 18. Januar in einem Brief vorgeworfen, er habe die eine Diktatur durch eine andere abgelÃ¶st, setze auf den &#8220;absolut identischen Clan&#8221; von Chowdhry und verletze die Regeln auf &#8220;kriminelle&#8221; Weise. Kurz darauf wurde Kusainow von der AIBA-FÃ¼hrung suspendiert. Es wurde behauptet, er gehÃ¶re einer islamischen Terrorgruppe an. Kusainow durfte deshalb nicht an der AIBA-Exekutivsitzung teilnehmen, er musste sich stattdessen einem VerhÃ¶r durch die Kollegen stellen.</p>
<p>Der russische NOK-PrÃ¤sident Leonid Tjagatschow erklÃ¤rte umgehend schriftlich, Kusainow sei mit einem bereits verurteilten Terroristen verwechselt worden. Daraufhin wurden die Russen mit der Austragung der Box-WM im September 2007 besÃ¤nftigt. Aber auch das war kurios: Denn eigentlich wurde die WM schon vor einiger Zeit vergeben. Weil nun aber Sportkamerad Ho Kim, der neue AIBA-Exekutivdirektor, die WM gern in SÃ¼dkorea gesehen hÃ¤tte, wurde vergangene Woche in Taipeh ein zweites Mal abgestimmt. 22:9 fÃ¼r Moskau.</p>
<p>Kompliziert ist die Welt des Amateurboxens. Wer lÃ¼gt oder wer vielleicht sogar die Wahrheit sagt, ist schwer auszumachen. Zu den vielen MerkwÃ¼rdigkeiten zÃ¤hlt auch, dass die Suspendierung des GeneralsekretÃ¤rs Doganeli nicht Ã¶ffentlich publik gemacht wurde. PrÃ¤sident Wu hat lediglich E-Mails an seine Exekutive geschrieben. AIBA-Sprecher Richard Baker, frisch im Amt, hat Schwierigkeiten, die AblÃ¤ufe darzulegen. BlÃ¶de Lage fÃ¼r ihn, den Neuling. &#8220;Geben Sie uns beziehungsweise der IOC-Ethikkommission einige Wochen Zeit&#8221;, sagt Baker. Es wird weiter nach belastendem Material gefahndet. Und sicher wird sich Caner Doganeli, kein Kind von Traurigkeit, der gern Mal mit teuren Klagen droht, demnÃ¤chst lautstark verteidigen.</p></blockquote>
<p><em>21. Februar 2007.</em> Nach diesem Interview mit Ching-Kuo Wu, das ins Englische Ã¼bersetzt und verbreitet wurde, habe ich mal Post von Gafour Rachimows Anwalt bekommen. Es ging glimpflich aus.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten&#8221;</strong></p>
<p><em>Weltbox-PrÃ¤sident Ching-Kuo Wu Ã¼ber KorruptionsfÃ¤lle und die Zukunft des olympischen Boxen</em></p>
<p>Etwas hat sich schon geÃ¤ndert im Amateurbox-Weltverband AIBA. Wer je versuchte, den langjÃ¤hrigen PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry zu kontaktieren, konnte verzweifeln. Bei Chowdhrys Nachfolger Ching-Kuo Wu, einem Architekten aus Taiwan, lÃ¤uft das so: Man schickt ihm eine Email, die er prompt beantwortet; und kaum ist man am nÃ¤chsten Morgen im BÃ¼ro eingetroffen, ruft das IOC-Mitglied bereits an. Dr. Wu meldet sich aus Los Angeles. Seine Botschaft: &#8220;Die Leute sollen nicht lÃ¤nger glauben, die AIBA sei ein korrupter Verein.&#8221;</p>
<p><em>Herr Wu, warum wurde GeneralsekretÃ¤r Doganeli suspendiert?</em></p>
<p>Ich wurde im November 2006 zum PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt. Auf diesem Kongress in Santo Domingo wurde ja kein Finanzbericht vorgelegt. Also war es meine erste Aufgaben, unabhÃ¤ngige RechnungsprÃ¼fer anzufordern. Wir haben die Akten im AIBA-Hauptquartier von PriceWaterhouseCoopers prÃ¼fen lassen. Das hat sehr viele Fragen aufgeworfen. Der Umgang mit den Finanzen der AIBA zeichnet meiner Meinung nach ein klares Bild.</p>
<p><em>Werden die Unterlagen der gesamte Chowdhry-Ã„ra geprÃ¼ft?</em></p>
<p>Nur die letzten vier Jahre.</p>
<p><em>Aus AIBA-Quellen heiÃŸt es, bei Doganeli gehe es um mehr als eine halbe Million Dollar, bei Chowdhry wahrscheinlich um mehrere Millionen.</em></p>
<p>Ich spreche nicht Ã¼ber Zahlen, ich kenne sie gar nicht. Ich habe, wie alle Kollegen im Exekutivkomitee, ja nur einen Kurzbericht der PrÃ¼fer gehÃ¶rt. Es geht um viele UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten und wohl auch um Unterschlagung. Es sind ernste VorwÃ¼rfe, sehr gut dokumentiert. Die BuchprÃ¼fer haben viele Personen interviewt, auch die Herren Chowdhry und Doganeli. Aber die AuskÃ¼nfte waren offenbar nicht Ã¼berzeugend. Der gesamte Bericht, ein sehr dicker Ã¼brigens, wurde unserer Ethikkommission Ã¼bergeben, die eine vorlÃ¤ufige Empfehlung ausgesprochen hat. Deshalb wurde Herr Doganeli suspendiert. Er kann sich nun verteidigen und alle VorwÃ¼rfe aufklÃ¤ren.</p>
<p><em>Es ist nicht etwa die IOC-Ethikkommission damit befasst?</em></p>
<p>Nein, das ist ein MissverstÃ¤ndnis. Der Fall liegt in den HÃ¤nden der AIBA-Ethikkommission. Die wird vom langjÃ¤hrigen IOC-Generaldirektor FranÃ§ois Carrard geleitet. Wir warten nun auf die abschlieÃŸenden Empfehlungen. Ich denke, im Mai oder Juni werden wir auf einer auÃŸerordentlichen Sitzung des Exekutivkomitees entscheiden mÃ¼ssen.</p>
<p><em>Also noch vor der IOC-Vollversammlung in Guatemala, auf der Sie Anfang Juli gern eine erneuerte AIBA prÃ¤sentieren wÃ¼rden.</em></p>
<p>Wir haben in der Tat schon viel erreicht fÃ¼r unseren Sport. Jedem unserer 197 NationalverbÃ¤nde kÃ¶nnen wir AusrÃ¼stung im Wert von 5 000 Dollar schicken. Wir haben unsere Regeln transparenter gemacht. Bei der Frauen-WM in Indien und den Asienspielen in Katar wurde ganz offen gewertet: Jeder Aktive, jeder Zuschauer, jeder Offizielle war jederzeit Ã¼ber die ZwischenstÃ¤nde informiert. Es gab keine Beschwerden. Das wird nie wieder anders sein. IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge hat anderthalb Stunden zugesehen. Er war sehr beeindruckt. Wir erleben ein anderes Boxen. Die Zeit der Mauscheleien von Kampfrichtern und FunktionÃ¤ren ist vorbei. Dieses Versprechen habe ich gemacht, ich werde es halten.</p>
<p><em>Haben Sie Kontakt zu Chowdhry?</em></p>
<p>Er ist ein alter und kranker Mann. Er hat mir eine Email geschickt und seine UnterstÃ¼tzung versprochen. Er hat auch einige Briefe geschrieben, in denen er auf die UnterschlagungsvorwÃ¼rfe eingegangen ist. Ich habe diese Post an die BuchprÃ¼fer weiter gereicht.</p>
<p><em>War es wirklich nÃ¶tig, sich mit Doganeli zu verbÃ¼nden, um die Macht Ã¼bernehmen zu kÃ¶nnen?</em></p>
<p>Ich arbeite mit allen Menschen zusammen, die ein ehrliches Interesse am Boxsport haben. Aber sie mÃ¼ssen sauber und transparent agieren. Herr Doganeli wurde bisher von keinem Gericht verurteilt.</p>
<p><em>Warum haben Sie sich noch nicht vom AIBA-VizeprÃ¤sidenten Gafur Rachimow getrennt, der als &#8220;Pate von Taschkent&#8221; bezeichnet wird, der laut Polizeiberichten angeblich im mittelasiatischen Drogenhandel eine groÃŸe Nummer sein soll.</em></p>
<p>Ich kenne diese VorwÃ¼rfe, und ich bin vorsichtig. Ich will die AIBA sÃ¤ubern. Aber ich brauche bessere Beweise. Auch Gafur Rachimow wurde bisher nie verurteilt.</p>
<p><em>Den russischen VerbandsprÃ¤sidenten Eduard Kusainow haben Sie allerdings aufgrund von Zeitungsberichten suspendiert. Hat das damit zu tun, dass Kusainow Sie scharf kritisierte, Rachimow aber mit Ihnen zusammenarbeitet?</em></p>
<p>Es gab in der Tat die Ã¶ffentliche Information, wonach Kusainow in terroristische AktivitÃ¤ten verwickelt sein soll und deshalb zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Wir haben ihn um eine ErklÃ¤rung gebeten. Er hat nichts Substanzielles gesagt. Wir haben eine halbe Stunde lang gefragt. Er hat nicht geantwortet. So haben wir einstimmig entschieden. Auch dieser Fall liegt bei der Ethikkommission. Das hat Ã¼berhaupt nichts mit seiner Kritik an meiner Arbeit zu tun. Mir wird ja auch vorgeworfen, dass ich Ho Kim (umstrittener Wahlkampfmanager von Ching-Kuo Wu/d. R.) zum GeschÃ¤ftsfÃ¼hrenden Direktor der AIBA gemacht habe. Das ist ebenfalls Unsinn. Denn diese Personalie wurde auf einer Exekutivsitzung von Leuten bestÃ¤tigt, die mir nun deshalb VorwÃ¼rfe machen.</p>
<p><em>Sportpolitik ist kompliziert.</em></p>
<p>Ich weiÃŸ, dass die AIBA gerade in Deutschland sehr kritisch gesehen wird. Fragen Sie doch Gerhard Heiberg aus Norwegen, der unsere Reformkommission leitet. Sie wissen, dass er zu den angesehensten IOC-Mitgliedern gehÃ¶rt. Er hat sich immer fÃ¼r Transparenz im Boxen eingesetzt. Er weiÃŸ, dass es mir nur um die Zukunft des olympischen Boxens geht. Ich habe keine finanziellen Interessen an diesem Amt. Gerhard Heiberg traut mir, jeder kann mir trauen.</p>
<p><em>Sie sind zumindest das einzige IOC-Mitglied, das all seine Telefonnummern und Email-Adressen auf seiner eigenen Webseite bereitstellt.</em></p>
<p>Ich bin total transparent und offen. Mit mir kann man jederzeit reden. Die Zeiten, als in der AIBA nur eine Stimme gehÃ¶rt wurde, sind ein fÃ¼r alle Mal vorbei. Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten.</p></blockquote>
<p>Ich finde ja Sportpolitik noch immer faszinierend.<br />
<script type="text/javascript">// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%E2%80%A0-anwar-chowdhry/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br />
<script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (55): Sotschi, KarriereplÃ¤ne des UDIOCM, Samaranch</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/04/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-55-sotschi-karriereplane-des-udiocm-samaranch/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/04/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-55-sotschi-karriereplane-des-udiocm-samaranch/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 06:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[gian-franco kasper]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[rene fasel]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage Ã¼brig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[umweltschutz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7804</guid>
		<description><![CDATA[Leichte Kost fÃ¼r zwischendurch: einige BeitrÃ¤ge, die ich in den vergangenen Tagen fÃ¼r den Deutschlandfunk produziert habe. Kann das alles aus ZeitgrÃ¼nden nicht webgemÃ¤ÃŸ aufarbeiten, verschÃ¶nern und zu Quellen verlinken &#8211; ausnahmsweise. HÃ¶ren ist gewiss auch mal ganz schÃ¶n. 1) Ein Bericht Ã¼ber die Olympiavorbereitungen in Sotschi Und es sprach Ski-WeltprÃ¤sident Gian-Franco Kasper: â€?Was wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leichte Kost fÃ¼r zwischendurch: einige BeitrÃ¤ge, die ich in den vergangenen Tagen fÃ¼r den Deutschlandfunk produziert habe. Kann das alles aus ZeitgrÃ¼nden nicht webgemÃ¤ÃŸ aufarbeiten, verschÃ¶nern und zu Quellen verlinken &#8211; ausnahmsweise. HÃ¶ren ist gewiss auch mal ganz schÃ¶n.</p>
<p>1) <strong>Ein Bericht Ã¼ber die Olympiavorbereitungen in Sotschi</strong></p>
<p>Und es sprach Ski-WeltprÃ¤sident Gian-Franco Kasper:</p>
<blockquote><p>â€?Was wir jetzt sagen kÃ¶nnen, und das ist natÃ¼rlich rein vom Auge her: Man sieht Ã¼berall eine Riesen-Baustelle, hÃ¶chstwahrscheinlich die grÃ¶ÃŸte Baustelle im Moment in Europa. Und es wird also gearbeitet wie wild, also 24 Stunden. Das sieht gewaltig aus. Wie viel wirklich realisiert wird, das sei dahingestellt. Aber ich muss schon sagen, die meisten PlÃ¤ne, die man seit drei Jahren gehabt hat, die sind jetzt in der Realisation. Es fehlen noch einige Sachen, wenn ich an meinen Sport zum Beispiel denke.Â Ich wÃ¼rde sagen, es sieht im Moment sicher nicht schlecht aus mit den Vorbereitungen. Aber es muss noch enorm viel gearbeitet werden. Und man kann nie damit rechnen, dass alles nach Plan lÃ¤uft, etwa beim Tunnelbau, da kann es immer geologische GrÃ¼nde geben, die eine VerzÃ¶gerung bringen. Aber VerzÃ¶gerungen vertrÃ¤gt man ganz sicher nicht.â€?</p></blockquote>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/17/dlf_20100417_1937_17ebb848.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>2) <strong>Die Zukunft des UDIOCM</strong></p>
<p>Macht Thomas Bach als DOSB-PrÃ¤sident weiter? Kann er DOSB-PrÃ¤sident bleiben und sich gleichzeitig ansprechend um seine IOC-PrÃ¤sidentschaft kÃ¼mmern?Â Erstaunlich dabei, dass mir Eishockey-WeltprÃ¤sident RenÃ© Fasel verraten hat, was Bach in Deutschland ja Ã¶ffentlich einfach nicht zugeben will, oder habe ich etwas verpasst?</p>
<p>RenÃ© Fasel sagt:</p>
<blockquote><p>Thomas sagt das ja selber, er ist ein Kandidat fÃ¼r 2013. Er ist ein fÃ¤higer Kandidat, auch ein guter Kandidat. Warum nicht?</p></blockquote>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/18/dlf_20100418_1950_2aa90e53.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>3) <strong>Nachruf auf Juan Antonio Samaranch</strong></p>
<p>Wie sagte Willi Daume schon zu Samaranchs Amtsantritt Anfang der 1980er Jahre?</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie wissen von bedenklichen Erscheinungen beim IOC. Die tumultarische Entwicklung der Fernseheinnahmen, deren AusmaÃŸ mit den neuen Medien noch gar nicht abzusehen ist, hat einiges Schlimme bewirkt. Organisation breitet sich in unvorstellbarem MaÃŸe aus. Immer neue Organisationen ohne einleuchtende Aufgaben, Wichtigtuerei, Politik und Propaganda im Hintergrund. Kein Wissen um die Grenzen in dieser Hinsicht, keine Bescheidenheit. Sport und die Jugend stehen im Hintergrund, keine geistige FÃ¼hrung. Wohin soll das alles fÃ¼hren?&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/24/dlf_20100424_1951_0dc8c4cb.mp3" target="_self">:</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/04/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-55-sotschi-karriereplane-des-udiocm-samaranch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/24/dlf_20100424_1951_0dc8c4cb.mp3" length="3102720" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/18/dlf_20100418_1950_2aa90e53.mp3" length="2383872" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/17/dlf_20100417_1937_17ebb848.mp3" length="2480128" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>â€  Juan Antonio Samaranch</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 21:22:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[francisco franco]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[kgb]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[opus dei]]></category>
		<category><![CDATA[andrÃ© guelfi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7757</guid>
		<description><![CDATA[Er hat ein stolzes Alter erreicht. Er war der prÃ¤gende olympische SportfunktionÃ¤r der zweiten HÃ¤lfte des vergangenen Jahrhunderts. Neben dem IOC-GrÃ¼nder Pierre de Coubertin warÂ Juan Antonio Samaranch, der heute in seiner Heimatstadt Barcelona verstarb, sicher der wichtigste aller bisherigen acht IOC-PrÃ¤sidenten. Der treue Diener des Caudillo, der Ã¼berzeugte Franquist. Sie singen ihm nun ihre Hymnen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er hat ein stolzes Alter erreicht. Er war der prÃ¤gende olympische SportfunktionÃ¤r der zweiten HÃ¤lfte des vergangenen Jahrhunderts. Neben dem IOC-GrÃ¼nder Pierre de Coubertin warÂ <a title="alle BeitrÃ¤ge zu Juan Antonio Samaranch" href="http://jensweinreich.de/category/juan-antonio-samaranch/" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a>, der heute in seiner Heimatstadt Barcelona verstarb, sicher der wichtigste aller bisherigen acht IOC-PrÃ¤sidenten. Der <a title="www.democracyanddignityinsport.cat" href="http://www.democracyanddignityinsport.cat/" target="_self">treue Diener</a> des Caudillo, der Ã¼berzeugte Franquist.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7775" title="Juan Antonio Samaranch, Francisco Franco (c) democracyanddignityinsport.cat" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/jas-franco-web.gif" alt="" width="530" height="352" /></p>
<p>Sie singen ihm nun ihre Hymnen, kein Wunder, sind doch rund zwei Drittel der IOC-Mitglieder unter Samaranch kooptiert worden. Ein Mausoleum hat er lÃ¤ngst.</p>
<p>Er hat es sich selbst errichtet, schon vor rund zwanzig Jahren. Im Juni 1993 wurde dieses Olympische Museum hoch Ã¼ber dem Genfer See in der Capitale Olympique eingeweiht. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern, als unten am Seeufer Berliner Olympiagegner verhaftet wurden (Berlin bewarb sich damals um die Sommerspiele 2000), und drinnen in Museum ein wÃ¼tender Berthold Beitz (der mal unter Samaranch VizeprÃ¤sident war) durch einen kleinen Wassergraben marschierte. Katarina Witt war natÃ¼rlich auch da. Samaranch mochte sie sehr.</p>
<p>Jedenfalls, dieses Museum trÃ¤gt lÃ¤ngst den Namen &#8220;Juan Antonio Samaranch&#8221;, der dem IOC ja auch in der Person seines Sohns Juanito erhalten bleibt.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Seinen letzten groÃŸen Auftritt vor dem IOC hatte der Senior imÂ <a title="Olympia 2016, die PrÃ¤sentationen ..." href="http://jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/" target="_self">Oktober 2009 in Kopenhagen</a>, als sich Madrid vergeblich um die Olympischen Spiele 2016 bewarb.Â <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/" target="_self">Juanito</a> stellte den Papa damals mit den Worten vor:</p>
<blockquote><p>â€œThe big one, the real one! And of course, my father.&#8221;</p></blockquote>
<p>Und der Alte sagte:</p>
<blockquote><p>â€œI know that I am very near to the end of my time. I am 89 years old. May I ask you to grant to my country the honor to host the Olympic and Paralympic Games 2016!&#8221;</p></blockquote>
<p>Diesen einen Wunsch haben sie ihm nicht erfÃ¼llt. Ansonsten hat er in all den Jahren fast alles bekommen.</p>
<p>Samaranch Senior war eine der zentralen Figuren meiner Arbeit Ã¼ber zwei Jahrzehnte. Er wird es auch noch lange sein, schÃ¤tze ich, oder besser: das System Samaranch wird weiter beschrieben. Denn es wirkt ja noch immer. Dazu gehÃ¶ren viele zentrale Figuren und Institutionen, die sich in diesem Blog tummeln. Ob sie nun SeppblatterjeanmarieweberwitalismirnowhorstdasslerandrÃ©guelfiislismmodersonstwie heiÃŸen. Zudem wird 2013 nach Lage der Dinge wohl ein Samaranch- und Dassler-JÃ¼nger neunter IOC-PrÃ¤sident, wenn kein Wunder geschieht. Favorit auf die Nachfolge von Jacques Rogge ist derzeit eindeutig: Thomas Bach, das UDIOCM, der gewesene Dassler-Adlatus und Siemens-Berater, Mann der vielfÃ¤ltigen Lebenssachverhalte.</p>
<p>Zuletzt habe ich mich im November mit Samaranch auseinander gesetzt und mit der Frage, ob erÂ <a title="IOC-EhrenprÃ¤sident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/" target="_self">KGB-Agent</a><a title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self"> gewesen ist</a>. Diese Frage wird sich womÃ¶glich nie beantworten lassen. Er sagt natÃ¼rlich: Nein. Eine VerpflichtungserklÃ¤rung gibt es nicht, und der ehemalige KGB-FÃ¼hrungsoffizier, der das ausgeplaudert hat, kann auch keine anderen Dokumente vorlegen, wie ich inzwischen weiÃŸ. Eher werden wir irgendwann erfahren, ob er tatsÃ¤chlich Supernumerarier des Opus Dei gewesen ist, wie einige Quellen sagen.</p>
<p>Ich denke, dass ich in den nÃ¤chsten Tagen noch einige Leseempfehlungen zu Samaranch anbieten werde. Einige Dokumente und sicher auch eine Art Reader dessen, was ich in den Jahren zu Papier gebracht habe, etwa gemeinsam mit Thomas Kistner im Buch &#8220;<a title="Der olympische Sumpf" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">Der olympische Sumpf</a>&#8220;, was nun auch schon wieder eine Ewigkeit her ist.</p>
<p><em>(Die Nachricht vom Tode Samaranchs habe ich heute auf dem Weg zum Bundestags-Sportausschuss erhalten. Habe meinen Zeitplan dennoch nicht geÃ¤ndert, den Sportausschuss verfolgt und abends <a title="Berliner Zeitung vom 22. April 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0422/sport/0006/index.html" target="_blank">eine Art Nachruf </a></em><em> fÃ¼r zwei Zeitungen gedichtet. Schlechte Nachrufe, ich habe Nachrufe nie gemocht und glaube auch nicht so recht, dass sich so ein Leben in 150 Zeilen pressen lÃ¤sst, ich hasse das. Manchmal kommt alles BlÃ¶de zusammen: Die Busfahrt von Moskau nach Berlin hÃ¤ngt mir noch gewaltig in den Knochen. Unterwegs funktionierte die UMTS-Verbindung nicht, so dass ich weder aus dem Ausschuss live bloggen, noch frÃ¼her etwas zu Samaranch schreiben konnte. So dÃ¤mlich lÃ¤uft das manchmal.)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Friedensnobelpreis fÃ¼r das IOC? Willi wills wissen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/02/06/sepp-jacques-friedensnobelpreis-fur-die-sportfamilie/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/02/06/sepp-jacques-friedensnobelpreis-fur-die-sportfamilie/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 13:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[francis nyangweso]]></category>
		<category><![CDATA[frank brandsas]]></category>
		<category><![CDATA[grey advertising]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[lillehammer 1994]]></category>
		<category><![CDATA[menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[sani abacha]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>
		<category><![CDATA[willi lemke]]></category>
		<category><![CDATA[andreas schirmer]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[friedensnobelpreis]]></category>
		<category><![CDATA[idi amin]]></category>
		<category><![CDATA[michele verdier]]></category>
		<category><![CDATA[muskelspiele]]></category>
		<category><![CDATA[oslo]]></category>
		<category><![CDATA[robert helmick]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[thomas kistner]]></category>
		<category><![CDATA[tibet]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=6560</guid>
		<description><![CDATA[VANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es lÃ¤uft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon kurz eingegangen. Zum Sachverhalt: Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten fÃ¼r Sport in einem Interview: Das IOC war immer mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es lÃ¤uft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon <a title="Vancouver (3): PlastiklÃ¶ffel auf Papptellern" href="http://jensweinreich.de/2010/02/05/vancouver-3-eislauf-zoff-um-mitternacht/" target="_self">kurz eingegangen</a>. Zum Sachverhalt:</p>
<p>Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten fÃ¼r Sport in einem Interview:</p>
<blockquote><p>Das IOC war immer mal wieder im GesprÃ¤ch fÃ¼r den Friedensnobelpreis?Â HÃ¤tte es diese Auszeichnung verdient?</p></blockquote>
<p>Lemke nimmt die Verbalvorlage auf:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich wÃ¼rde das nachdrÃ¼cklich unterstÃ¼tzen. Der Sport trÃ¤gt zur Entwicklung von Frieden bei, deshalb wÃ¤re ich fÃ¼r eine Nominierung des IOC. Es wÃ¤re auch ein positives Signal im Kampf gegen die AuswÃ¼chse des Sports.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun, ich mÃ¶chte momentan gar nicht versuchen, auf diese &#8220;Argumente&#8221; einzugehen. Will Willi, auch wenn das folgenlos bleibt, denn er findet ja, dass die dÃ¤mlichen Journalisten viel zu bÃ¶sartig-kritisch mit dem IOC und China umgegangen sind (im Sportausschuss hat er vor einiger Zeit sogar die SÃ¼ddeutsche erwÃ¤hnt als bÃ¶ses Beispiel), nur an Tibet und Peking und das Team Darfour erinnern. Das soll reichen. Zum Thema Friedensnobelpreis habe ich jÃ¼ngst etliche Zeilen gedichtet. Ganz liebevoll hier im Blog, live von der <a title="&quot;More than just a game&quot;: PR auf Robben Island" href="http://jensweinreich.de/2009/12/05/more-than-just-a-game-pr-auf-robben-island/" target="_self">GefÃ¤ngnisinsel Robben Island</a> &#8211; und kurz darauf auch fÃ¼r SpiegelOnline (&#8220;<a title="SpOn: Nobelpreis out of Africa" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,665363,00.html" target="_blank">Nobelpreis out of Africa</a>&#8220;), wo der Text gerade erschien. Joseph Macchiavelli Blatter selbst hat ja mit mir relativ <a title="HÃ¶rbefehl! Interview mit einem FriedensnobelpreistrÃ¤ger in spe" href="http://jensweinreich.de/2009/10/04/hor-befehl/" target="_self">munter Ã¼ber den Friedensnobelpreis geplaudert</a>. Ich weiÃŸ von etlichen Eingeweihten, wie sehr er ihn sich wÃ¼nscht, und seine PR-Jungs sind lange schon aktiv.</p>
<p>DemnÃ¤chst starte ich mal eine kleine Recherche und liste die verschiedenen Nobelpreisinitiativen von und fÃ¼r SportverbÃ¤nde auf. Ach, was sage ich, das machen wir gemeinsam &#8211; und stellen dann auch die schlagenden Argumente dagegen ein. Etwa IOC-Doyen, Junta-Fan und gelegentlicher WaffenhÃ¤ndler Joao Havelange, formerly known as FIFA-PrÃ¤sident, vom nigerianischen MassenmÃ¶rder Sani Abacha einst als HÃ¤uptling Ekwueme geadelt &#8230; usw. usf. Generalmajor Francis Nyangweso, einst Verteidigungsminister und Buddy des MenschenschlÃ¤chters Idi Amin, ist ja auch noch IOC-Mitglied. Auf Leute wie Nyangweso setzt die deutsche Sportpolitik und damit die MÃ¼nchner Olympiabewerbung. In Afrika engagieren sich nicht nur Lemke, sondern auch das UDIOCM und der Bund ganz stark, um Stimmen zu generieren. Aber dazu spÃ¤ter, ich will keinen Rundumschlag starten, ich meine, es ist hier schon 4.43 Uhr und ich sollte verdammt nochmal endlich schlafen.</p>
<p>FÃ¼r all jene, die nicht schlafen mÃ¼ssen, kopiere ich einfach mal ein Kapitelchen rein, das Thomas Kistner und ich 1996 fÃ¼r das Buch &#8220;<a title="Muskelspiele" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/muskelspiele/" target="_self">Muskelspiele</a>&#8221; verfasst haben.</p>
<p>Unredigiert, unverlinkt, unaktualisiert. Einfach so, es kann dennoch nicht schaden.</p>
<p>Mit Dank an meinen guten alten Freund Frank BrandsÃ¥s.</p>
<blockquote><p><strong>Samaranch jagt den Friedensnobelpreis</strong></p>
<p>Wer jeden Tag was Gutes tut, wer die Menschheit mit Idealen der FairneÃŸ, Gleichheit und Demokratie Ã¼berhÃ¤uft und das Hohelied auf sich selbst sogar vor der UN-Vollversammlung anstimmen darf, sollte sich zum Ausgleich etwas Besonderes gÃ¶nnen. Am besten was Angemessenes aus der hÃ¶heren Preislage. Sind es nicht humanitÃ¤re Vordenker wie Exzellenz Marquis de Samaranch oder Doktor Kim, die ihren Landsleuten jahrzehntelang das olympische Ideal der Toleranz vorlebten? Waren es nicht sozialÃ¶konomische Pioniere wie Nebiolo, Rana oder Havelange, die den Reichtum der SportvÃ¶lker mehrten, indem sie Fernsehreklame und Werbelogos erfanden? Stehen nicht die Spiele fÃ¼r ein wahrhaft vÃ¶lkerverschwÃ¤gerndes Ereignis, bei dem ein jeder die Siege der anderen bejubelt, besonders, wenn die unter fremder Flagge starten? Steht nicht das IOC fÃ¼r eine Welt kerngesunder Athleten, an denen sich die von Drogen bedrohte, schlappe Restjugend was abschneiden kann? Reines FamilienglÃ¼ck, eine Bewegung voller Vorbilder. Eine, die ihren Preis kennt: nobel muÃŸ er sein, von Friedenstauben umgurrt.</p>
<p>Der Countdown lÃ¤uft seit Jahren, 1996 soll es endlich klappen. Wenn das IOC den Friedensnobelpreis nicht zum hundertsten Geburtstag der Spiele erhÃ¤lt, dÃ¼rfte der Traum vorerst abgeschrieben werden. Getan hat man jedenfalls alles dafÃ¼r. Zumindest hinter den Kulissen.</p>
<p>In Norwegen obliegt es der â€?Stortingâ€? genannten Volksvertretung, ein eigenes Komitee zur Verleihung des Friedensnobelpreises zu berufen. Ãœber sÃ¤mtliche Nobelpreise fÃ¼r die Verdienste ums Menschengeschlecht befinden die KÃ¶niglich-Schwedischen Akademien in Stockholm, einzig der Frieden wird in Oslo proklamiert. Mag ja Zufall gewesen sein, daÃŸ die Winterspiele im Jahr des 100. IOC-Geburtstages ausgerechnet im norwegischen Lillehammer stattfanden, obwohl nicht einmal die norwegischen Ã–ko-AuÃŸenseiter selbst bei der KÃ¼r 1988 in Seoul damit gerechnet hatten, daÃŸ die Wahl auf sie fallen kÃ¶nnte. Mag ja kein cool kalkulierter Werbefeldzug gewesen sein, der Samaranch zu Spielebeginn kurz in die zerstÃ¶rte Olympiastadt von 1984, Sarajewo, fÃ¼hrte, um dort vor kopfschÃ¼ttelnden Passanten und den Kameras der Welt um Frieden fÃ¼r die Dauer der Sportsause in Lillehammer zu bitten. GewiÃŸ sind es beste Absichten im Dienste der Menschheit, die das IOC bestÃ¤ndig antreiben, endlich Sitz und Stimme in den Vereinten Nationen zu ergattern. Und doch. Es gibt da eine Kleinigkeit, die nicht so recht ins Bild edler Selbstlosigkeit paÃŸt.</p>
<p>1991 schloÃŸ das IOC in Birmingham ein Vertrag mit der weltweit operierenden Werbeagentur Grey Advertising und deren PR-Ableger GCI ab. Selbst der traditionelle IOC-Vermarkter ISL zeigte sich damals Ã¼berrumpelt. Grey indes machte die neue Liaison stolz publik: â€?Grey/GCI wird auch fÃ¼r die internationale Vision des IOC und dessen Verpflichtung werben, Ã¼ber die Sportarena hinaus einen positiven EinfluÃŸ auszuÃ¼ben&#8230; ZusÃ¤tzlich wird Grey spezielle Kommunikationsprogramme durchfÃ¼hren fÃ¼r ausgewÃ¤hlte IOC-Projekte, die bestimmt sind, ein besseres internationales VerstÃ¤ndnis und menschliche Harmonie zu fÃ¶rdern.â€?</p>
<p>Von ferne klingt durchs Weltverbesserungsgeschwafel, was vornehmliche Aufgabe des marktbeherrschenden Werbetycoons mit 260 BÃ¼ros in aller Welt ist: die FÃ¶rderung der Nobelpreiskandidatur des IOC. Aber peinlich wurde der Vorgang erst, als er in dieser Deutlichkeit publik wurde. Zwei Jahre spÃ¤ter posaunte IOC-Pressechefin Michele Verdier das freudige Ereignis voll argloser Indiskretion in die Welt: Bon, ganz richtig, der Vertrag sei mit diesem Ziel geschlossen worden. Danach kam es zu verwirrenden Dingen, die sich in summa so umschreiben lassen: Die Bewegung lief schamrot an. Das IOC streitet seither die Nobelpreisambitionen ab oder vermeidet konkrete Statements zum Thema.</p>
<p><span id="more-6560"></span>Es war das Verdienst des norwegischen Journalisten Frank Brandsaas vom â€?Arbeiderbladetâ€?, fÃ¼r umfassende AufklÃ¤rung gesorgt zu haben. Brandsaas hatte bereits erste GerÃ¼chte Ã¼ber die NobelpreisbemÃ¼hungen aufgeschnappt, als im Juli 1992 ein Artikel im â€?Atlanta Journal &amp; Constitutionâ€? erschien. Darin packte der wegen olympischer GeschÃ¤ftsverfilzungen ausgestiegene IOC-VizeprÃ¤sident Robert Helmick Ã¼ber die ehrenwerte Gesellschaft aus. Er meinte: â€?Als er (gemeint ist Samaranch/d. A.) die PR-Firma Grey Advertising anheuerte, sagte er, deren Erfolg wird sich daran messen, ob wir den Nobelpreis gewinnen oder nicht. Er will ihn fÃ¼r das IOC, aber das ist er selbst. In diesem Punkt betrachtet er sich selbst als das IOC.â€? Anfang 1993 suchte der Journalist aus Norwegen das IOC in Lausanne auf. Madame Verdier bestÃ¤tigte ihm und seinem Kollegen Einar Odden das Zitat, ohne Helmicks Namen selbst zu erwÃ¤hnen. Mehr noch, so bezeugen es die Journalisten: â€?Sie machte die Sache grÃ¶ÃŸer, indem sie sagte, daÃŸ die PR-Aktionen fÃ¼r den Nobelpreis die eigentliche Hauptaufgabe fÃ¼r Grey Advertising sei.â€? Bevor Brandsaas die Geschichte publizierte, versicherte er sich bei Helmick persÃ¶nlich. Der Anwalt aus Iowa bestÃ¤tigte die Aussage nicht nur, er wiederholte sie.</p>
<p>Mit Blick auf die Allmachtpolitik des IOC, das im Ernstfall sowohl Helmick als auch Verdier mundtot machen wÃ¼rde, fahndete Brandsaas nach weiteren Informationsquellen. Er wurde fÃ¼ndig bei einer in Oslo ansÃ¤ssigen Firma namens Jensen Grey A/S. Firmenchef Ingar Andresen erwiderte seine Frage (â€?Was haben Sie bisher unternommen, um Grey und das IOC bei der Kampagne fÃ¼r den Nobelpreis zu unterstÃ¼tzen?â€?) ausweichend: Man habe noch nicht begonnen, zudem sei diese Arbeit nicht offiziell. Am selben Abend druckte â€?Arbeiderbladetâ€? die Nobelpreisgeschichte Ã¼ber die gesamte Titelseite.</p>
<p>Brandsaas erhielt eine Einladung, die Story im nationalen Fernsehsender NRK zu debattieren. NRK teilte dazu mit, daÃŸ Ingar Andresen alles bestritten habe. Brandsaas rief Andresen an. Der stritt ab, was er zuvor angeblich NRK gesagt hatte. Brandsaas hakte nach, erkundigte sich, wie er, Andresen, wohl reagieren wÃ¼rde, wenn er in einem der bekanntesten TV-Programme per Tonband der LÃ¼ge Ã¼berfÃ¼hrt werde? Der PR-Mann lud ihn daraufhin in sein BÃ¼ro ein, um einige Papiere vorzulegen. Brandsaas ging hin und erfuhr von Andresen, daÃŸ ihn Grey/IOC angewiesen hÃ¤tten, nichts mehr zu dem Thema zu sagen.</p>
<p>Derweil hatte NRK ein Team nach Lausanne geschickt. Aus der Verabredung mit Madame Verdier wurde nichts, der Reporter hatte es statt dessen mit IOC-Generaldirektor Francois Carrard zu tun. Ãœberhaupt ist von Madame Verdier seither nicht mehr viel zu sehen. Sie nennt sich zwar noch Informationsdirektorin des IOC, bei Pressekonferenzen aber fÃ¼hrt zumeist Carrard das Wort. Frau Verdier teilt die Fragesteller ein, ansonsten sieht man sie vorwiegend mit StÃ¶ÃŸen kopierten Pressematerials im Arm durch die ArbeitssÃ¤le huschen.</p>
<p>Doch selbst des gewiegten Carrards AusflÃ¼chte retteten damals nichts mehr. Inzwischen erinnerte sich auch der Sportdirektor des norwegischen NOK, Bjorge Stensbol, gegenÃ¼ber â€?Arbeiderbladetâ€?, daÃŸ Samaranch schon drei, vier Jahre zuvor eine von Stensbol begleitete norwegische Besucherdelegation in Lausanne gefragt habe, ob einer der GÃ¤ste vielleicht Mitglieder im Nobelpreiskomitee kenne. WofÃ¼r braucht man die Bekanntschaft von Nobelpreisjuroren? Einen zum Kegeln, zwei zum Skat? Mit einer Melange aus Heiterkeit und grimmiger EmpÃ¶rung wurde in Norwegen reagiert, auch Komiteemitglieder kommentierten bÃ¶se die olympische PR-Offensive.</p>
<p>Besonders schmerzlich fÃ¼r das IOC dÃ¼rfte eine Darstellung des Vorgangs durch die angesehene â€?Neuen ZÃ¼rcher Zeitungâ€? gewesen sein, die quasi vor der eigenen HaustÃ¼r erscheint und bis ins HinterstÃ¼bchen rumpelte.Â Das Blatt schrieb im Februar 1993: â€?Schon die Tatsache, daÃŸ sich zwei Komiteemitglieder Ã¶ffentlich Ã¤uÃŸerten, kann als Ende aller IOK-Ambitionen gewertet werden. Die drei MÃ¤nner und zwei Frauen des Komitees pflegen sich fÃ¼r gewÃ¶hnlich in absolutes Schweigen Ã¼ber alle vorgeschlagenen Kandidaten zu hÃ¼llen, so daÃŸ die EmpÃ¶rung Ã¼ber das dreiste IOK-Gebaren in Oslo sehr groÃŸ gewesen sein muÃŸ. Aber auch ohne den jetzt entstandenen schalen Geschmack wÃ¤re wohl nichts aus dem Vorhaben geworden. Aud-Inger Aure, norwegisches Parlamentsmitglied der Christdemokraten, hÃ¤lt Samaranch selber fÃ¼r ein Hindernis. Seiner Meinung nach wÃ¤re es ein Hohn, den Friedenspreis an das IOK, eine &#8216;Organisation selbsternannter Bonzen&#8217; mit zum Teil schlimmer politischer Vergangenheit, zu vergeben. In der Tat wÃ¼rde Samaranch mit der hauptsÃ¤chlich von ihm betriebenen Kommerzialisierung der Spiele schwer etwa zur letzten Friedenspreis-TrÃ¤gerin Rigoberta Menchu passen, einer Indianerin aus Guatemala, die gegen das dortige MilitÃ¤rregime gekÃ¤mpft hat, das ihre Eltern und einen Bruder ermorden lieÃŸ.â€?</p>
<p>Der Vorgang bereichert die Nobelpreisgeschichte um ein Novum, denn Marketingstrategien waren zur KÃ¼r von PersÃ¶nlichkeiten wie Mutter Teresa oder Erzbischof Desmond Tutu bislang nicht erforderlich. Doch darf nicht verwundern, wenn das von GroÃŸindustriellen, Bankern und Advokaten dirigierte Weltsportimperium auch solche Ziele mehr nach den Gesetzen von Drukkerpresse und Big Business verfolgt.</p>
<p>Friedensorganisationen und Menschenrechtskommissionen haben den Eindruck, daÃŸ Toleranz und HumanitÃ¤t vorwiegend unter merkantilem Aspekt BerÃ¼cksichtigung finden im Tagwerk des superreichen IOC. Kaum eine von ihnen hat es geschafft, das IOC zu selbstloser UnterstÃ¼tzung ihrer Arbeit zu gewinnen. Gutes im stillen tun, zahlt sich nicht aus. FÃ¼r Insider wie Richard Dicker von der Menschenrechtsorganisation â€?Human Rights Watchâ€? in New York, der die subtile Machtpolitik des IOC aus nÃ¤chster NÃ¤he studieren konnte, verkÃ¶rpert die olympische Riege schlicht ein diktatorisches Gebilde, â€?zum GlÃ¼ck ohne direkten Zugriff auf ein Volk und auf die politische Machtâ€?. Der weitgereiste Tibet-Experte Dicker hatte Ã¼ber Jahre verfolgt, wie das IOC die Kandidatur Pekings fÃ¼r die Sommerspiele 2000 begÃ¼nstigte und wie die NobelpreisjÃ¤ger die massiven Proteste der von China unterdrÃ¼ckten Tibeter zu ignorieren versuchten.</p>
<p>Eine Ausgrenzung von Randgruppen paÃŸt offenbar eher ins Bild, das fÃ¼r die Praktiken des IOC steht. Aus Sorge ums werbetrÃ¤chtige Image gingen die Ringemakler in den vergangenen Jahren gar auf Distanz zu den Behindertenspielen, den Paralympics. Bei deren Fest gleich nach den Lillehammer-Spielen 1994 wurden zur ErÃ¶ffnungsfeier erstmals zwei Fahnen gehiÃŸt: Eine mit fÃ¼nf und eine mit drei TrÃ¤nen. In Nagano, dem Austragungsort der Winterspiele 1998, wird es nur noch die Flagge mit drei TrÃ¤nen sein &#8211; die mit den fÃ¼nf ZÃ¤hren ist dann fÃ¼r immer verschwunden. (&#8230;)</p>
<p>ZurÃ¼ck nach Oslo. Die Nobelpreisjury lacht Ã¼ber die guten Menschen vom IOC, und die Oberolympier fÃ¼hlen sich wieder grÃ¼ndlich miÃŸverstanden. Hatten nicht sie, die Hundertschaft der olympischen GralshÃ¼ter, Sinnstiftendes am Menschengeschlecht vollbracht? War es ihnen nicht gelungen, spÃ¤testens in Barcelona alle mal wieder zusammenzutrommeln? Haben sie SÃ¼dafrika nicht zeitig wieder die Hand geboten? Hatten sie 1992 nicht die Athleten des kriegsfÃ¼hrenden Serbiens mit einer IOC-Sondermaschine einfliegen lassen (gegen den Willen der UN, und wÃ¤hrend sich andere Teilnehmer aus dem von Serbien terrorisierten Rest-Jugoslawien irgendwie per Bus oder Autostopp nach Barcelona durchschlagen muÃŸten)?</p>
<p>IOC-Generaldirektor Carrard hatte am Vorabend der ErÃ¶ffnungsfeier in Barcelona vor der versammelten Presse mit einer denkwÃ¼rdigen Adresse an die widerspenstige UN triumphiert: â€?Das IOC hat eine Schlacht gewonnen!â€? Die Metaphorik deutet an, daÃŸ im olympischen Buhlen um den gewissen â€?human touchâ€? wenig heilig ist. Die Ziffern zÃ¤hlen. Teilnehmerkontingente, Fernseh-Milliarden, Sponsorzahlungen. Und Rekorde.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/02/06/sepp-jacques-friedensnobelpreis-fur-die-sportfamilie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[albert II. von monaco]]></category>
		<category><![CDATA[andrÃ© guelfi]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[geheimdienste]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[kgb]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[leonid tjagatschew]]></category>
		<category><![CDATA[opus dei]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[schamil tapischtschew]]></category>
		<category><![CDATA[witali smirnow]]></category>
		<category><![CDATA[wjatscheslaw koloskow]]></category>
		<category><![CDATA[albert von monaco]]></category>
		<category><![CDATA[boris jelzin]]></category>
		<category><![CDATA[der standard]]></category>
		<category><![CDATA[exzelsior verlag]]></category>
		<category><![CDATA[fsb]]></category>
		<category><![CDATA[iese]]></category>
		<category><![CDATA[insidethegames]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[johann skocek]]></category>
		<category><![CDATA[john hutchison]]></category>
		<category><![CDATA[juri felschtinski]]></category>
		<category><![CDATA[mark adams]]></category>
		<category><![CDATA[moskau 1980]]></category>
		<category><![CDATA[paris match]]></category>
		<category><![CDATA[schach]]></category>
		<category><![CDATA[schamil tarpischtschew]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[viktor chebrikov]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir popow]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5745</guid>
		<description><![CDATA[Die Geschichte von Juan Antonio Samaranch und dem KGB zieht ihre Kreise. &#8220;KGB plays chess&#8221; oder &#8220;KGB igraet w schachmatÃ¶&#8221; (siehe russisches Cover) ist derzeit dasÂ sportpolitische Top-Thema zwischen Vancouver, Madrid, Lausanne, London &#8211; und natÃ¼rlich Moskau. Doch wenn ich es recht verstehe, muss Samaranch nicht viel befÃ¼rchten, und die IOC-FÃ¼hrung kann sich weiter blÃ¶d stellen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5747" title="Buchcover &quot;Der KGB spielt Schach&quot;" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/kgb-plays-chess-kl.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="267" height="366" align="left" />Die Geschichte von Juan Antonio <a title="IOC-EhrenprÃ¤sident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/?p=5719" target="_self">Samaranch und dem KGB</a> zieht ihre Kreise. &#8220;KGB plays chess&#8221; oder &#8220;KGB igraet w schachmatÃ¶&#8221; (siehe russisches Cover) ist derzeit dasÂ sportpolitische Top-Thema zwischen Vancouver, Madrid, Lausanne, London &#8211; und natÃ¼rlich Moskau. Doch wenn ich es recht verstehe, muss Samaranch nicht viel befÃ¼rchten, und die IOC-FÃ¼hrung kann sich weiter blÃ¶d stellen, das <a title="Wikipedia: Prinzip der drei Affen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen" target="_blank">Prinzip der drei Affen</a> vervollkommnen und die Ã–ffentlichkeit fÃ¼r dumm verkaufen. Alles nur GerÃ¼chte, wie mir IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams mitteilte?</p>
<p>Nothing but rumors?Â Not at all.</p>
<p><em>(Es mag jetzt ein bisschen albern wirken, wenn ich Ã¶fter mal mit meinem englischen Halbwissen einen englischen Satz einstreue und die folgenden Zitate gar nicht erst Ã¼bersetze. Aber das hilft den vielen Kollegen, Interessierten und FunktionÃ¤ren, die hier regelmÃ¤ÃŸig vorbei schauen und die gestrige Samaranch-Geschichte goutiert haben. Einige <a title="denglische Texte" href="http://jensweinreich.de/?cat=1513" target="_self">englische BeitrÃ¤ge</a> habe ich im Blog verbrochen &#8211; es werden demnÃ¤chst mehr, es geht nicht anders.)</em></p>
<p>ZurÃ¼ck zum eigentlichen Thema. Nothing but rumors? Keineswegs. Allerdings, und das ist der Unterschied zur ostdeutschen Stasi, sind die KGB (FSB) Archive im Prinzip geschlossen. Sie waren unter Jelzin teilweise zugÃ¤nglich, als Verbrechen der Stalin-Ã„ra thematisiert wurden. In der Ã„ra des KGB-Zaren und Samaranch-Kollegen <a title="alle BeitrÃ¤ge zu Wladimir Putin" href="http://jensweinreich.de/?s=putin" target="_self">Wladimir Putin</a> ist das nicht so einfach mit den Unterlagen. Ich habe mich lange mit <strong>Juri Felschtinski</strong> ausgetauscht, demÂ Autor des Buches und der Samaranch-EnthÃ¼llungen, den ich leider nicht frÃ¼her erreicht hatte. Er sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Vladimir Popov, a former high ranking KGB officer, responsible for sport agents, has liftet his anonymity. This is a new quality. Vladimir Popov knows all the names of the sport spies, all the nicknames and all the recruting officers. He is a very reliable source with strong arguments.&#8221;</p>
<p>&#8220;But nevertheless I do not expect any comments from the FSB people. It&#8217;s all about damage control. They know what he knows.&#8221;</p></blockquote>
<p>Damage control. Darum geht es auch Samaranch. Darum geht es selbstverstÃ¤ndlich dem IOC.</p>
<p>Der Witz an der Geschichte aber kommt jetzt. Denn die EnthÃ¼llung, dass Samaranch ein KGB-Agent gewesen sei, ist nicht neu und &#8211; von den GerÃ¼chten im olympischen Circuit mal abgesehen &#8211; keinesfalls erst jetzt erfolgt, wie nicht nur ich annahm.Â Juri Felschtinski hat darÃ¼ber in seinem Anfang des Jahres erschienen Buch &#8220;<a title="Amazon-Link" href="http://www.amazon.de/Corporation-Russia-KGB-President-Putin/dp/1594032467/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1257521926&amp;sr=8-1" target="_blank">TheÂ Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin</a>&#8221; (Cover unten links) viel ausfÃ¼hrlicher geschrieben. Im Schachbuch &#8211; dasÂ gerade auf Russisch verÃ¶ffentlicht wurdeÂ und das im Dezember im Schach-Fachverlag <a title="Exzelsior Verlag" href="http://exzelsior.de/" target="_blank">Exzelsior</a> auf Deutsch erscheint (exklusiv das Cover unten rechts) &#8211; gehtÂ es um den KGB und seine Machenschaften im Schach. Samaranch ist nur eine Notiz, kein groÃŸes Thema.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5750" title="Cover The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/the-corporation.jpg" alt="" width="250" height="378" align="left" /><img class="alignnone size-full wp-image-5751" title="Cover: Der KGB setzt matt" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/kgb-setzt-matt.jpg" alt="" width="250" height="378" /></p>
<p><span>Juri Felschtinski sagt deshalb: <span id="more-5745"></span></span></p>
<blockquote><p><span>&#8220;To my great surprise no one paid attention to my chapter in the Putin-book which was published in English. Ironically people now pay attention to a publication in Russian which is not even published in English.&#8221;</span></p></blockquote>
<p><span>Tja, man kann es sich nicht aussuchen. So funktionieren die Medien: unberechenbar.</span></p>
<p><span>Im Kern geht es darum, um die <a title="IOC-EhrenprÃ¤sident Samaranch und der KGB" href="http://jensweinreich.de/?p=5719" target="_self">IOC-PrÃ¤sidentenwahl 1980</a>:</span></p>
<blockquote><p><span>source:<strong> The Corporation: Russia and the KGB in the Age of President Putin</strong></span></p>
<p><em>copyright: Juri Felschtinski</em></p>
<p>&#8220;His election was preceded by something of a detective story. As an ambassador in the USSR, Samaranch developed an interest in Russian history and culture. He grew particularly fond of Russian antiques, which he collected with the love of a genuine connoisseur ans shipped to his home in Spain. The USSR prohibited taking objects of cultural and historic value out of the country (&#8230;) In Soviet times, all antiques were closely monitored by the KGB; so ambassador Samaranch, a frequent buyer of increasingly valuable rarities, was taken note of. After a while, an agent from the KGB&#8217;s Second Main Directorate, which monitored theÂ Spanish embassy, met with Samaranch and gently explained to him that his actions were subject to prosecution in accordance with the RSFRS&#8217;s Criminal Code (&#8230;) and were classified by Soviet law as the smuggling of contraband goods. Samaranch was offered a choice: he could either be compromised through the publication of articles in the Soviet and foreign press detailing his activities, which would undoubtedly have put an end to his diplomatic career, or he could collaborate with the KGB as a secret agent. Samaranch chose the latter option.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der KGB nahm dann Kontakt zu den Genossen im Ostblock auf und bat deren Geheimdienste, alles zu tun, um Samaranchs Wahl zum IOC-PrÃ¤sidenten sicherzustellen. Dazu gibt es ein SchriftstÃ¼ck, ein dechiffriertes Telegramm, unterschrieben vom damaligen stellvertretenden KGB-ChefÂ und spÃ¤teren KGB-Boss Viktor Chebrikov. Der Plan ging auf &#8211; auch durch Mithilfe von Dassler, Guelfi, Weber und all den anderen im Sportbusiness und im Dunstkreise von Geheimdiensten TÃ¤tigen.</p>
<blockquote><p>&#8220;As the result, Samaranch was elected President of the IOC, where for many years he loyally served the country to which he was connected by his work as an agent and by his gratitude for its help in getting him a high international position.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sportpolitisch kann man diese EinschÃ¤tzung bestÃ¤tigen. Ich habe es gestern einmal mehr gesagt: Samaranchs Beziehungen ins ehemalige Sowjetreich sind Legende &#8211; bis hin zur dubiosen KÃ¼r von Sotschi zur Winterolympiastadt 2014. Ausgerechnet Sotschi, das subtropische Paradies, wo KGB-Mann Putin urlaubt und (natÃ¼rlich) GeschÃ¤fte macht. Samaranch wurde damals von den Russen im letzten Moment eingeflogen und hat seinen alten Kumpels Witali Smirnow,Â langjÃ¤hriger IOC-VizeprÃ¤sident und Organisationschef der Sommerspiele 1980, und Schamil Tarpischtschew, ehemals Jelzins Tennislehrer, Sportminister und verantwortlich fÃ¼r das spurlose Verschwinden <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">vieler Milliarden Dollar aus dem Wodka-Fond</a>, noch einige IOC-Stimmen beschafft.</p>
<p>Was kaum noch wundert, einige Spione mehr:</p>
<p>According to Mr. Felschtinski the current RussianÂ IOC members <strong>Witali Smirnow</strong> and <strong>Schamil Tarpischtschew</strong>, longtime FIFA Executive Board member <strong><a title="GrÃ¼ÃŸe von der Russenmafia" href="http://jensweinreich.de/?p=1163" target="_blank">Wjatscheslaw Koloskow</a></strong> and Russian NOC President <strong>Leonid Tjagatschew</strong> (code name &#8220;Elbrus&#8221;) have also served as <span style="color: #000000;"><strong>KGB agents</strong></span> &#8211; among other high-ranking sport officials.</p>
<p>Das soll fÃ¼r heute erstmal genÃ¼gen. Es drÃ¤ngt mich, andere Samaranch-Geschichten aufzuwÃ¤rmen, die in jene Zeit passen und das Bild runden, etwa seine Mitgliedschaft im <strong>Opus Dei</strong>, dessen Elite-Akademie Instituto de Estudios Superiores de la Empresa (IESE) er einst besucht hat. Damit habe ich mich vor Jahren aus der Ferne mal im Buch &#8220;<a title="Der olympische Sumpf" href="http://jensweinreich.de/?page_id=25" target="_self">Der olympische Sumpf</a>&#8221; befasst. Opus-Dei-Experte John Hutchison, der Samaranch Supernumerarier des Opus Dei nennt, schrieb in seinem Standardwerk &#8220;Die Heilige Mafia des Papstes&#8221;/&#8221;Pope&#8217;s Holy Mafia&#8221;, in der Zeit des Kalten Krieges habe Samaranch das Opus Dei &#8220;Ã¼ber die AktivitÃ¤ten der Sowjets auf dem laufenden&#8221; gehalten.</p>
<p>Ja, der Leser <a title="Kommentar von enrasen" href="http://jensweinreich.de/?p=5719#comment-15504" target="_self">enrasen</a> hat Recht &#8211; diese Geschichten sind besser als jeder Roman, weil sie nie enden. Schade nur, dass wir alle so wenig darÃ¼ber wissen. Samaranch wird nicht plaudern. Smirnow ebenfalls nicht. Und, sorry,Â Jean-Marie Weber schon gar nicht.</p>
<p>DemnÃ¤chst mehr in diesem Theater.</p>
<p>Schon jetzt mehr, Nachtrag, 21.15 Uhr: Unter Berufung auf Paris Match meldet <strong>Insidethegames</strong>:Â <a title="Insidethegames" href="http://ow.ly/zWWH" target="_blank">IOC member takes legal action over spy claims</a>. Ooops. Diesmal geht es um Spionage-VorwÃ¼rfe gegen <a title="Albert zur Frage einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur" href="http://jensweinreich.de/?p=5534" target="_self">Albert von Monaco</a> &#8211; ausnahmsweise nicht um den KGB.</p>
<ul>
<li><strong>Paris Match</strong>:Â <a title="Paris Match" href="http://www.parismatch.com/People-Match/Tete-couronnee/Actu/Les-attaques-de-la-taupe-sement-le-malaise-a-Monaco-142590/" target="_blank">LES ATTAQUES DE LA Â« TAUPE Â» SÃˆMENT LE MALAISE Ã€ MONACO</a></li>
</ul>
<p>Nachtrag, 8. November:</p>
<ul>
<li>Johann Skocek im Ã¶sterreichischen <strong>Standard</strong>: &#8220;<a title="Der Standard zu Samaranch und KGB" href="http://derstandard.at/fs/1256744306735/Der-geheime-Kompass" target="_blank">Der geheime Kompass</a>&#8220;</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>IOC-EhrenprÃ¤sident Samaranch und der KGB</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 10:27:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrÃ© guelfi]]></category>
		<category><![CDATA[geheimdienste]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[juri felschtinski]]></category>
		<category><![CDATA[kgb]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[moskau 1980]]></category>
		<category><![CDATA[opus dei]]></category>
		<category><![CDATA[stasi]]></category>
		<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[agenten]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[boris gulko]]></category>
		<category><![CDATA[dÃ©dÃ© le sardine]]></category>
		<category><![CDATA[der olympische sumpf]]></category>
		<category><![CDATA[elf aquitaine]]></category>
		<category><![CDATA[falange]]></category>
		<category><![CDATA[franco]]></category>
		<category><![CDATA[ioc andrÃ© guelfe]]></category>
		<category><![CDATA[isl]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[james worrall]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[kgb plays chess]]></category>
		<category><![CDATA[lance cross]]></category>
		<category><![CDATA[lord michael killanin]]></category>
		<category><![CDATA[marc hodler]]></category>
		<category><![CDATA[olympische spiele]]></category>
		<category><![CDATA[sportpolitische abteilung]]></category>
		<category><![CDATA[stimmenkauf]]></category>
		<category><![CDATA[usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[wiktor kortschnoi]]></category>
		<category><![CDATA[willi daume]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir popow]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5719</guid>
		<description><![CDATA[IOC-EhrenprÃ¤sident Juan Antonio Samaranch hat einst dem Diktator Franco im Range eines Sport-StaatssekretÃ¤rs gedient.Â Erst jÃ¼ngst wurde in Spanien wieder Ã¼ber Fotos debattiert, die den 89-JÃ¤hrigen mit erhobenem Arm zeigen &#8211; beim FaschistengruÃŸ. Nun behaupten russische Autoren, Samaranch sei Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen. â€žDer KGB spielt Schach&#8221; heiÃŸt ein auf Russisch frisch erschienenes Buch. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5720" title="JAS, Guatemala 2007" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/jas-guatemala-2007.jpg" alt="" width="500" height="294" /></p>
<p>IOC-EhrenprÃ¤sident <a title="alle BeitrÃ¤ge zu Samaranch - Senior und Junior :)" href="http://jensweinreich.de/?s=samaranch" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a> hat einst dem Diktator Franco im Range eines Sport-StaatssekretÃ¤rs gedient.Â Erst jÃ¼ngst wurde in Spanien wieder Ã¼ber Fotos debattiert, die den 89-JÃ¤hrigen <a title="&quot;Samaranch must resign&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=5063" target="_self">mit erhobenem Arm zeigen &#8211; beim FaschistengruÃŸ</a>. Nun behaupten russische Autoren, Samaranch sei Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen.</p>
<p>â€ž<strong><a title="KGB plays chess" href="http://www.mippbooks.com/Page.BCart.cls?Type=Books&amp;BOOKSID=141433" target="_blank">Der KGB spielt Schach</a></strong>&#8221; heiÃŸt ein auf Russisch frisch erschienenes Buch. Darin geht es vor allem um den Einfluss des Geheimdienstes auf die Schach-Elite der Sowjetunion, um atemraubende Machenschaften bis hin zu Mordkomplotten. Neben dem Historiker <a title="Juri Felshtinsky - Website" href="http://www.felshtinsky.com/index1.html" target="_blank">Juri Felschtinski</a> zÃ¤hlen die Schach-GroÃŸmeister <a title="Wikipedia Link" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kortschnoi" target="_blank">Wiktor Kortschnoi</a> und <a title="Wikipedia Link" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Gulko" target="_blank">Boris Gulko</a> zu den Autoren &#8211; sowie Wladimir Popow, ehemals ranghoher KGB-FÃ¼hrungsoffizier. Popow hat einst hunderte Quellen und Agenten im Sportbusiness gefÃ¼hrt und bearbeitet. Er behauptet: KGB-Sportagent war nicht nur der langjÃ¤hrige Schach-Weltmeister Anatoli Karpow (Deckname Raul), sondern auch Juan Antonio Samaranch, IOC-PrÃ¤sident von 1980 bis 2001.</p>
<p>Samaranch war 1977, nach dem Tod seines FÃ¼hrers Franco, als spanischer Botschafter fÃ¼r die Sowjetunion und die Mongolei nach Moskau abgeschoben worden. Im Exil machte er Sport-Karriere: Moskau war Olympiagastgeber 1980, unmittelbar vor ErÃ¶ffnung dieser Boykottspiele wurde Samaranch IOC-PrÃ¤sident. Er gewann die Wahl mit 44 IOC-Stimmen gegen Marc Hodler (Schweiz/21), James Worrall (Kanada/7) und Willi Daume (Bundesrepublik/5). Der NeuseelÃ¤nder Lance Cross hatte im letzten Moment auf seine Kandidatur verzichtet. Samaranchs Transformation vom BlauhemdtrÃ¤ger der Falange zum olympischen Moralapostel war gelungen.</p>
<p>Laut KGB-Oberstleutnant Popow hat daran der Geheimdienst mitgewirkt und Stimmen der IOC-Mitglieder aus dem Ostblock organisiert. Der KGB habe sich Samaranchs Mitarbeit erpresst, nachdem man den Botschafter beim Schmuggel mit AntiquitÃ¤ten, Schmuck und GemÃ¤lden erwischt habe. Vom KGB sei Samaranch als â€žsowjetischer Sport-General&#8221; gefÃ¼hrt worden, behauptet Popow, der sich 1996 nach Kanada absetzte.</p>
<p>Samaranch war fÃ¼r eine Stellungnahme nicht zu erreichen. IOC-Kommunikationsdirektor <a title="BeitrÃ¤ge zu Mark Adams" href="http://jensweinreich.de/?s=mark+adams" target="_self">Mark Adams</a>, neu im GeschÃ¤ft,Â sagte mir, die KGB-Geschichte seiÂ â€žbloÃŸe Spekulation&#8221;.</p>
<p>Ãœber der Wahl am 16. Juli 1980, am Vorabend derÂ Boykottspiele,Â im Moskauer Haus der Gewerkschaften, dort wo SamaranchÂ exakt 21 Jahre spÃ¤ter abtrat und von Rogge ersetzt wurde,Â lastet seit jeher der Schatten der Korruption. Samaranchs VorgÃ¤nger Lord Michael Killanin (Irland) sagte spÃ¤ter Ã¶ffentlich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich war der festen Ãœberzeugung, daÃŸ der Posten eines IOC-PrÃ¤sidenten nicht kÃ¤uflich sein sollte. Es gibt eine wachsende Tendenz &#8211; und viele GerÃ¼chte -, sich Posten durch Gunstbezeugungen zu erschleichen.&#8221;</p></blockquote>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-5722" title="Killanin, Samaranch, Moskau 1980 - Screenshot TV" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/jas-kill-1980.jpeg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="320" height="305" align="left" />An der AmtsÃ¼bergabe von Killanin (links im Bild) zu Samaranch hatten seinerzeit natÃ¼rlich auch der ehemalige Adidas-Chef Horst Dassler mit seiner â€žsportpolitischen Abteilung&#8221; (inklusive des Schmiergeldboten <a title="BeitrÃ¤ge zu Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?cat=171" target="_self">Jean-Marie Weber</a>) groÃŸen Anteil &#8211; und derÂ Franzose AndrÃ© Guelfi, genanntÂ DÃ©dÃ© le Sardine, eine der zentralen Figuren im internationalen Sportbusiness seit Anfang der 1970er Jahre bis zu Beginn dieses Jahrtausends. Guelfi, geboren in Marokko, selbst einst Geheimdienstler, ehemaliger RennfahrerÂ und in den neunziger Jahren als Schmiergeldbote im gigantischen <a title="Spiegel: Konzern fÃ¼r heikle Missionen" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15613895.html" target="_blank">Korruptionsskandal</a> um den MIneralÃ¶lkonzern Elf Aquitaine berÃ¼hmt geworden, schilderte in seinen Memoiren ausfÃ¼hrlich die UmstÃ¤nde der Samaranch-KrÃ¶nung: â€žIch konnte fast alle Ã¼berzeugen, ihr Votum zu Ã¤ndern. Samaranch wurde mit einer sauberen Mehrheit gewÃ¤hlt.&#8221; Guelfi zahlte mit Geld und Produkten seiner Firma Le Coq Sportif, Dassler aus dem Topf von Adidas.</p>
<p><em>(Ich kÃ¼rze hier ab, denn sonst mÃ¼sste ich flink einen Text in der LÃ¤nge eines BuchesÂ verÃ¶ffentlichen Ã¼ber all dieÂ Beziehungen und dunklen GeschÃ¤fte von Guelfi &amp; Co. in und mit dem IOC, der FIFA, Havelange, Dassler, Tarpischtschew, Smirnow, Samaranch, BlatterÂ und vielen anderen SportfÃ¼rsten, Ã¼ber gefakte Olympiabewerbungen wie die von St. Petersburg, womit schon eine Verbindung zu Sobtschak und Putin gegeben ist,Â etc. pp.)</em></p>
<p>LegendÃ¤r sind Samaranchs enge Beziehungen ins Sowjetreich und seine Nachfolger-Staaten. Bei Guelfi bedankte er sich, in dem er ihn in den neunziger Jahren persÃ¶nlich bei den Diktatoren mittelasiatischer Republiken wie Usbekistan vorstellte. Dies war fÃ¼r Guelfi der Durchbruch, um seine SchmiergeldgeschÃ¤fte fÃ¼r Elf Aquitaine zu erledigen. Samaranch verschaffte Guelfi diplomatischen Status, Ã¶ffnete alle TÃ¼ren &#8211; und immer ging es bei diesen Deals auch um &#8220;Sport&#8221;, wurden viele Millionen an FunktionÃ¤re aus dem ehemaligen Sowjetreich verschoben.</p>
<p>Geheimdienstliche Beziehungen wurden Samaranch schon immer nachgesagt. Er hat es stets bestritten. Sporthistorisch macht die Darstellung der russischen Autoren fÃ¼r die Zeit bis 1980 deshalb Sinn. Der Historiker Felschtinski, der seit drei Jahrzehnten in den USA lebt, kennt sich in der Welt der Geheimdienste zweifellos aus. Zuletzt hatte er nach dem <span style="text-decoration: line-through;">Plutonium</span>Polonium-Mord an seinem Freund und Ex-Agenten Alexander Litwinenko das Buch â€žEiszeit im Kreml&#8221; verÃ¶ffentlicht.</p>
<p><span id="more-5719"></span>Sollte Samaranch tatsÃ¤chlich als KGB-Agent gefÃ¼hrt worden sein, war die Quelle offenbar nicht sehr ergiebig. Denn fÃ¼nf Jahre spÃ¤ter bildeten die Auslands-Spionage-Abteilung von KGB und der DDR-Staatssicherheit ein bizarres Joint Venture, um das IOC, Adidas und die von Dassler inzwischen gegrÃ¼ndete Marketingagentur ISL auszuspionieren. In einem Stasi-Dossier aus jener Zeit heiÃŸt es Ã¼ber Samaranch: Die Gabe, â€žsich unter den MÃ¤chtigen Freunde zu machen&#8221;, zeichne ihn aus. So konnte er auch den Makel des â€žfrÃ¼heren Bekenntnisses als hundertprozentiger Franco-AnhÃ¤nger&#8221; Ã¼berwinden.</p>
<p>Samaranch war Ã¼brigens stets Ã¤uÃŸerst misstrauisch: Als IOC-PrÃ¤sident ging erÂ mit wichtigen GÃ¤stenÂ zur Besprechung gern hinaus in die GÃ¤rten der IOC-Zentrale von Lausanne-Vidy. Das hatte er schon im geliebten Moskau so gehalten &#8211; aus SicherheitsgrÃ¼nden, aus Angst vor Wanzen des KGB, war er mit GesprÃ¤chspartnern durch die StraÃŸen flaniert. Und Jahre spÃ¤ter, am ruhigen Genfer See,Â peinigten den Geheimstrategen immer noch Wahnvorstellungen: Seine Zimmerflucht im Palace-Hotel lieÃŸ er regelmÃ¤ÃŸig nach AbhÃ¶rgerÃ¤ten untersuchen.</p>
<p><small>In Kurzfassung und unverlinkt :) erschienen u.a. heute in der SÃ¼ddeutschen Zeitung: &#8220;<a title="SZ vom 5. November 2009: &quot;Schach mit dem PrÃ¤sidenten&quot;" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/89/493436/text/" target="_blank">Schach mit dem PrÃ¤sidenten</a>&#8220;</small></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Akklamation? Nein. Jacques Rogge lÃ¤sst sich zum IOC-PrÃ¤sidenten wÃ¤hlen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 07:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[golf]]></category>
		<category><![CDATA[gunilla lindberg]]></category>
		<category><![CDATA[hassan moustafa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[kipchoge keino]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[olympisches programm]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[rugby]]></category>
		<category><![CDATA[scheich al-sabah]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[waca]]></category>
		<category><![CDATA[welt-anti-korruptions-agentur]]></category>
		<category><![CDATA[willem alexander]]></category>
		<category><![CDATA[ethik-kommission]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[olympic congress]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[wahlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5541</guid>
		<description><![CDATA[Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach (Zweiter von links/Screenshot IOC-TV) hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wÃ¤re, wenn einer &#8211; er zum Beispiel &#8211; gegen den Alleinkandidaten angetreten wÃ¤re: IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge mochte seine zweite Amtszeit nicht per Akklamation antreten. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5542" title="IOC-PrÃ¤sidentenwahl 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/bach-unterschrift.jpg" alt="" width="500" height="287" /></p>
<p>Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach (Zweiter von links/<em>Screenshot IOC-TV</em>) hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wÃ¤re, wenn einer &#8211; er zum Beispiel &#8211; gegen den Alleinkandidaten angetreten wÃ¤re:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5543" title="Wahlergebnis Jacques Rogge" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/vote-rogge.jpg" alt="" width="500" height="553" /></p>
<p>IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge mochte seine zweite Amtszeit nicht per Akklamation antreten. Er bestand auf einer Abstimmung. Und so wird er, der im Juli 2001 am 81. Geburtstag seines VorgÃ¤ngers Samaranch zum ersten Mal gewÃ¤hlt wurde, nun bis 2013 als IOC-Chef amtieren.</p>
<p>Der alte PrÃ¤sident Samaranch (l.), der Amtsinhaber (r.) und derjenige, der gern auf den Thron will und nicht die schlechtesten Chancen hat:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5544" title="Samaranch, Bach, Rogge" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/jas-bach-rogge.jpg" alt="" width="500" height="331" /></p>
<p>Es wird weiter gewÃ¤hlt im IOC.</p>
<p>Das nenne ich Ã¼brigens mal ein klare Antwort auf die Frage, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht!</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Kip Keino hat sich auch noch geÃ¤uÃŸert:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg kam heute Ã¼brigens zu spÃ¤t zur PrÃ¤sidialwahl. Er entschuldigte sich Ã¶ffentlich, sagte, er sei gestern zu frÃ¼h verschwunden, weshalb er nicht mitbekommen habe, dass es heute schon um 8.30 Uhr beginnt und nicht erst um 9 Uhr wie an den anderen Tagen. Er kam erst, als Rogge schon bestÃ¤tigt war. &#8220;Der PrÃ¤sident hÃ¤tte meine Stimme bekommen&#8221;, sagte Willem-Alexander. Peinlich zwar, die Nummer, aber er steht zu seinen kleinen SchwÃ¤chen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5550" title="Prince of Orange" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/willem-tv.jpg" alt="" width="500" height="279" /></p>
<p>Und hier, nur so, zwei Kameraden, die doch ebenfalls als StammgÃ¤ste bezeichnet werden kÃ¶nnen in diesem Theater: <a title="tag: Hassan Moustafa" href="http://jensweinreich.de/?cat=258" target="_self">Hassan Moustafa</a>und sein Boss <a title="tag: Scheich Al-Sabah" href="Willem-Alexander Claus George Ferdinand van Oranje-Nassau, Prinz von Oranien, Prinz der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Herr von Amsberg. Danke." target="_self">Scheich Al-Sabah</a>. Bestimmt haben sie die Raucherpause genutzt, um Ã¼ber Ethikfragen zu debattieren:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5551" title="Hassan Moustafa, Scheich Al-Sabah" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/hassan-al-sabah.jpg" alt="" width="500" height="326" /></p>
<p><strong>11.48 Uhr:</strong> Das <a title="tag: Olympisches Programm" href="http://jensweinreich.de/?cat=1529" target="_self">Programm</a> fÃ¼r die Olympischen Sommerspiele in <a title="tag: Rio de Janeiro 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Rio 2016</a> steht (fast). ZunÃ¤chst galt es, diese Frage zu beantworten:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5553" title="Sportarten 2016" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sportarten.jpg" alt="" width="500" height="366" /></p>
<p>Ergebnis: 85 Ja-Stimmen &#8211; 8 Nein-Stimmen. Nun wird noch Ã¼ber Golf und Siebener-Rugby abgestimmt. Zuvor aber prÃ¤sentieren sich beide ein letztes Mal. Jeder darf 20 Minuten. Golf beginnt.</p>
<p>Oh Gott, <a title="Ekstra Bladet" href="http://ekstrabladet.dk/sport/anden_sport/anden_sport/article1236555.ece" target="_blank">Ekstra Bladet</a> begrÃ¼t das neue IOC-Mitglied, den dÃ¤nischen Kronprinzen Frederik.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5555" title="Ekstra Bladet" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ekstra-bladet-frederik.gif" alt="" width="500" height="304" /></p>
<p><strong>13.43 Uhr:</strong> GOLF und RUGBY-seven sind olympisch. Golf mit 63:27 Stimmen. Die Rugby-Variante mit sieben Spielern kommt mit 81:8 Stimmen durch.</p>
<p>to be continued</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/09/akklamation-nein-jacques-rogge-lasst-sich-zum-ioc-prasidenten-wahlen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>27</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Umfrage unter Top-FunktionÃ¤ren (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 11:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[denis oswald]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[gerhard heiberg]]></category>
		<category><![CDATA[hassan moustafa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[ivan dibos]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[kopenhagen 2009]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[olympischer kongress]]></category>
		<category><![CDATA[patrick baumann]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>
		<category><![CDATA[waca]]></category>
		<category><![CDATA[welt-anti-korruptions-agentur]]></category>
		<category><![CDATA[aiba]]></category>
		<category><![CDATA[basketball]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[ethik-kommission]]></category>
		<category><![CDATA[fiba]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[fuÃŸball]]></category>
		<category><![CDATA[ihf]]></category>
		<category><![CDATA[olympic congress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5456</guid>
		<description><![CDATA[Eine Umfrage unter wichtigen SportfunktionÃ¤ren, IOC-Mitgliedern und PrÃ¤sidenten der olympischen Sport-WeltverbÃ¤nde. Teil 1. (to be continued) Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency? Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur? [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] [Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Umfrage unter wichtigen SportfunktionÃ¤ren, IOC-Mitgliedern und PrÃ¤sidenten der olympischen Sport-WeltverbÃ¤nde. Teil 1. (to be continued)</p>
<ul>
<li>Does sport need a World-Anti-Corruption-Agency?</li>
<li>Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</li>
</ul>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (41): &#8220;Dream Chasers&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 10:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ard]]></category>
		<category><![CDATA[bisp]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[sportwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage Ã¼brig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[daniel drepper]]></category>
		<category><![CDATA[david miller]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[florence griffith-joyner]]></category>
		<category><![CDATA[franco]]></category>
		<category><![CDATA[frankfurter rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[hans leyendecker]]></category>
		<category><![CDATA[haushaltsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[jessica sturmberg]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[juan antoinio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch junior]]></category>
		<category><![CDATA[karl hagemann]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[mdr]]></category>
		<category><![CDATA[peter danckert]]></category>
		<category><![CDATA[sÃ¼ddeutsche zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[the times]]></category>
		<category><![CDATA[transparancy in sport]]></category>
		<category><![CDATA[wilfried mohren]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang hettfleisch]]></category>
		<category><![CDATA[zeit online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5063</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Samaranch must resign&#8221; fordert die Initiative Democracy and Dignity in SportÂ - wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstÃ¼tzen. Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum GruÃŸ, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior istÂ inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kÃ¼rzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter fÃ¼r die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5070" title="Screenshot Democracy and Dignity in Sport" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/samaranch-must-resign-screen.gif" alt="" width="500" height="187" /></p>
<p><strong>&#8220;Samaranch must resign&#8221;</strong> fordert die <a title="Samaranch must resign" href="http://www.democracyanddignityinsport.cat/" target="_blank"><strong>Initiative Democracy and Dignity in Sport</strong></a>Â - wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstÃ¼tzen. Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum GruÃŸ, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior istÂ inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kÃ¼rzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter fÃ¼r die Olympiabewerbung Madrids, auch wenn <a title="Samaranch Junior" href="http://jensweinreich.de/?p=3394" target="_self">sein Filius anderes erzÃ¤hlt</a>.</p>
<p>Lasse sich nur niemand von gelegentlichen Ã„uÃŸerungen tÃ¤uschen, das Foto sei &#8220;gerade aufgetaucht&#8221;. Andrew Jennings, der Anfang der 1990erÂ Jahre gemeinsam mit katalanischen GefÃ¤hrten in Barcelonas Archiven schon andere Fotos ausgegraben hat, verÃ¶ffentlichte <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/The_IOCs_Favourite_Fascist/Images-the_IOCs_favourite_fascist(page1)/(1)samaranch-fascist-salute(full).jpg" target="_blank">das Bild</a> vor einem Jahr kurz vor den Olympischen Spielen in Peking &#8211; verbunden mit der rethorischen Frage: <a title="Transparency in Sport" href="http://transparencyinsport.org/The_IOCs_Favourite_Fascist/the_iocs_favourite_fascist.html" target="_blank">Why Juan Antonioâ€™s right arm is more muscular than his left? </a></p>
<ul>
<li>Nun ist die Petition gegen Samaranch sogarÂ von der traditionell Samaranch-freundlichen <strong>London Times</strong> aufgegriffen wurden (&#8220;<a title="The Times, 12. August 2009" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article6791326.ece" target="_self">Picture of fascist salute by IOC President Juan Antonio Samaranch sparks row</a>&#8220;). Bei der Times trieb jahrzehntelang der Samaranch-Fan, Samaranch-BiografÂ und olympische OrdenstrÃ¤ger David Miller sein Unwesen.</li>
</ul>
<p>Nach der Leichtathletik-WM und einer Woche Durchatmen blieb einiges liegen. Das wird langsam abgearbeitet. Zum Wochenbeginn einigeÂ <strong>Lese- und HÃ¶rbefehle</strong>:</p>
<ul>
<li>Die neue Flo Jo? Tom Friend auf <strong>ESPN</strong> (&#8220;<a title="ESPN.com" href="http://sports.espn.go.com/espn/eticket/story?page=090826/flojo" target="_blank">Dream Chaser</a>&#8220;) Ã¼ber Mary, die sprintende Tochter der verstorbenen <a title="Florence Griffith-Joyner et al." href="http://jensweinreich.de/?p=994" target="_self">Fabel-Weltrekordlerin</a>, und die Familie Griffith-Joyner: &#8220;Al Joyner feels the presence of Florence Griffith 25 years after Olympic glory. Now, in their daugther, he sees a young Flo Jo&#8221;</li>
<li>Diese &#8220;<a title="Gutachten des Wissenschaftsrats zum BISp 2007" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/7696-07-gutachten-des-wr-zum-bisp-2007.pdf" target="_blank">wissenschaftspolitische Stellungnahme</a>&#8221; <em>(pdf, 65 Seiten, 172 kb)</em> des <a title="Homepage des Wissenschaftsrats" href="http://www.wissenschaftsrat.de/" target="_blank">Wissenschaftsrats</a> ist zwar schon zweieinhalb Jahre alt, sie illustriert dennoch ganz gut die Probleme des Bundesinstituts fÃ¼r Sportwissenschaft (BISp), die Daniel Drepper in den vergangenen Monaten fÃ¼r <strong>Zeit-online</strong> aufgedrÃ¶selt hat &#8211; unter anderem in diesem Beitrag: &#8220;<a title="Daniel Drepper zum BISp auf zeit-online" href="http://www.zeit.de/online/2009/36/bundesinstitut-sportwissenschaften-kritik?page=1" target="_blank">Obersten Sportwissenschaftlern droht das Aus</a>&#8220;, Ã¼ber den <a title="Zum Forschungsprojekt Dopinggeschichte" href="http://jensweinreich.de/?p=3513" target="_self">hier</a> bereits <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">einige Zeit</a>Â diskutiert wird.</li>
<li>Jessica Sturmberg im <strong>Deutschlandfunk</strong> im Interview mit Karl Hagemann (SPD), Mitglied des Bundestags-Haushaltsausschusses,Â zur Frage, ob Steuergelder fÃ¼r das BISp verschwendet werden:</li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a title="DLF vom 29. August 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/08/29/dlf_20090829_1947_4fea9bc5.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Hans Leyendecker in der <strong>SÃ¼ddeutschen Zeitung</strong> Ã¼ber den &#8220;<a title="SZ vom 30. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/451/485872/text/" target="_blank">FÃ¶deralen Wahnwitz ARD</a>&#8220;, Ã¼ber den in den nÃ¤chsten Wochen auch am Beispiel des Prozesses gegen den ehemaligen MDR-Sportchef Wilfried Mohren zu reden sein wird</li>
<li>Peter DanckertÂ <em>(SPD/Kuratoriumsmitglied der NADA, PrÃ¤sident des Reitverbandes in Berlin-Brandenburg/Aufsichtsratsmitglied von Hertha BSC/Vorsitzender des Sportausschusses im Deutschen Bundestag/</em><a title="&quot;We are family&quot;..." href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self"><em>Mitglied der Familie des Sports</em></a><em>) </em>macht Wahlkampf, aber <a title="Peter Danckert (SPD) macht Wahlkampf - aber nicht mit dem Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?p=4564" target="_self">nicht mit dem Fall Pechstein</a>, wie wir wissen &#8211; und Wolfgang Hettfleisch widmet sich in der <strong>Frankfurter Rundschau</strong> dem &#8220;<a title="FR vom 27. August 2009" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1904942_Peter-Danckert-Der-heimliche-Sportminister.html?sid=40bcf782fe9d87ac824523f0cf71612e" target="_blank">heimlichen Sportminister</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>Wenn schon vom alten Samaranch die Rede war, darf ein anderer Spitzbube nicht fehlen: <a title="tag: Jack Warner" href="http://jensweinreich.de/?s=jack+warner" target="_self">Jack Austin Warner</a>, der Altruist vom Weltverbesserer-Verein FIFA und Aktivist der Partei UNP. Ein Youtube-FundstÃ¼ck &#8211; Jack the Ripper schimpft auf einer UNP-Veranstaltung Ã¼ber Andrew Jennings:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Die dazugehÃ¶rigen Passagen aus den Jennings-Produktionen fÃ¼r die BBC sind auch ganz nett: <span id="more-5063"></span></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/08/31/was-vom-tage-ubrig-bleibt-41-dream-chasers/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>28</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/08/29/dlf_20090829_1947_4fea9bc5.mp3" length="2642944" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Samaranch Junior</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 03:02:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[denver]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[asoif]]></category>
		<category><![CDATA[carlos guzman]]></category>
		<category><![CDATA[chicago]]></category>
		<category><![CDATA[hockey]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[josÃ© perurena lopez]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch junior]]></category>
		<category><![CDATA[juan carlos]]></category>
		<category><![CDATA[kanu]]></category>
		<category><![CDATA[leandro negre]]></category>
		<category><![CDATA[marisol casado]]></category>
		<category><![CDATA[moderner fÃ¼nfkampf]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category>
		<category><![CDATA[olympische spiele]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[timo lumme]]></category>
		<category><![CDATA[tokio]]></category>
		<category><![CDATA[triathlon]]></category>
		<category><![CDATA[uipm]]></category>
		<category><![CDATA[usoc]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3394</guid>
		<description><![CDATA[Ein exklusiver GruÃŸ aus dem Herzen der groÃŸen olympischen Familie: : Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen HÃ¤nde manikÃ¼rt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blÃ¼ht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein exklusiver GruÃŸ aus dem Herzen der groÃŸen olympischen Familie:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3395" title="Juan Antonio Samaranch Junior" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/samaranch-junior.jpg" alt="" width="500" height="344" /></p>
<p style="text-align: center;" mce_style="text-align: center;"><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" mce_href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen HÃ¤nde manikÃ¼rt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blÃ¼ht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind hat ihn der Vater eingefÃ¼hrt in diese Kreise, ihn und seine Schwester Maria Teresa. Juanito lacht. â€žKlar laufen die GeschÃ¤fte schlecht&#8221;, sagt er, wÃ¤hrend er an einem StÃ¼ckchen KÃ¤se kaut. â€žAber soll ich jetzt anfangen zu heulen? Das Leben geht weiter. Man muss sich jeden Tag zusammenreiÃŸen, heiÃŸ duschen &#8211; und arbeiten!&#8221;</p>
<p>Juanitos Vater leistete sich auch keine SchwÃ¤chephasen. Wenn einmal etwas misslang, bÃ¼gelte er diese Niederlage meist triumphal aus. Juan Antonio Samaranch, der 88 Jahre alte Senior, war von 1980 bis 2001 PrÃ¤sident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und ist seit 2001 EhrenprÃ¤sident. Juan Antonio Samaranch, der 49 Jahre alte Junior, in der Branche Juanito genannt, folgte seinem Vater 2001 ins IOC. Nun versucht er, wie einst der Papa, die Olympischen Sommerspiele nach Spanien zu holen. Der Senior lieÃŸ 1992 in Barcelona die Puppen tanzen. Dem Junior soll das 2016 in Madrid gelingen.</p>
<p>â€žMadrid ist der perfekte Ort fÃ¼r die Spiele&#8221;, sagt der Junior. â€žIn diesen unsicheren, kalten Zeiten kann Madrid Sicherheiten bieten.&#8221; Angeblich braucht Madrid weniger als 300 Millionen Dollar fÃ¼r den Bau der SportstÃ¤tten. Das klingt wie mÃ¤rchenhaft, zumal angesichts der gigantischen Etatsteigerungen der Olympiastadt London. â€žMadrid hat doch fast alles&#8221;, sagt Juanito.</p>
<p>Madrid hat vor allem zwei Samaranchs. Das hat sonst keiner.</p>
<p>Die Spanier sind eine Macht in der Sportpolitik. Juanito ist VizeprÃ¤sident des Weltverbandes im Modernen FÃ¼nfkampf und lobbyiert neuerdings fÃ¼r die Aufnahme von Golf ins Olympische Programm. Im vergangenen Herbst haben binnen weniger Tage drei Spanier die PrÃ¤sidentschaft in olympischen FÃ¶derationen Ã¼bernommen: Marisol Casado (Triathlon), JosÃ© Perurena Lopez (Kanu) und Leandro Negre (Hockey). Zwar stimmen sie nicht mit ab, wenn das IOC am 2. Oktober zwischen Madrid, Chicago, Tokio und Rio de Janeiro entscheidet, doch hat dieser Dreier-Coup die Konkurrenz verunsichert.<span id="more-3394"></span></p>
<ul>
<li>Die <a title="Bid Books der Olympiabewerber 2016" href="http://jensweinreich.de/?p=2915" mce_href="http://jensweinreich.de/?p=2915" target="_self">BewerbungsbÃ¼cher</a> von Madrid, Chicago, Rio und Tokio</li>
</ul>
<p>Die Spanier gelten als heimliche Favoriten, obgleich der Wettbewerb immer offener wird. â€žDer knappste, den ich je erlebte&#8221;, sagt Juanito. Geht es nach dem Beifall des FuÃŸvolkes, das auf der Messe Sportaccord in Denver die PrÃ¤sentationen der Bewerber verfolgte, so mÃ¼ssten die Spiele nach Rio gehen. Der Beifall war betrÃ¤chtlich, die PrÃ¤sentation hatte Witz, Charme und WÃ¤rme. IOC-Mitglied Carlos Guzman, daheim immer wieder in Skandale verwickelt, entwickelte Entertainer-QualitÃ¤ten.</p>
<p>Zwei Kernfragen bestimmen die Bewerbung. Die erste: Wird das IOC nach rein finanziellen Gesichtspunkten entscheiden, also darauf setzen, dass der Zuschlag fÃ¼r Chicago eine geschÃ¤tzte halbe Milliarde mehr bei den amerikanischen TV-Rechten bringen kÃ¶nnte? NBC, das seit 1993 schon mehr als sechs Milliarden Dollar in Olympia investiert hat, bleibt sicher auch 2016/2018 IOC-Partner. Nur wird der Vertrag in diesem Jahr kaum noch unterschrieben. Beide Seiten lassen sich Zeit. â€žWir mÃ¼ssen das Maximale herausholen, das ist unsere Aufgabe&#8221;, sagt IOC-Marketingdirektor Timo Lumme. â€žWir kÃ¶nnen warten.&#8221; Ein Olympiasieg von Rio wÃ¤re NBC die zweitliebste LÃ¶sung, wegen der geringen Zeitdifferenz lieÃŸen sich die Ãœbertragungen in der Primetime problemlos organisieren.</p>
<p>Die hitzige Diskussion um die olympischen Marketinganteile des US-Olympiakomitees (USOC), die in dieser Woche mit einer Resolution der Vereinigung aller SommersportverbÃ¤nde (ASOIF) eskalierte, in der 152 Millionen Dollar vom USOC gefordert worden, scheint IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge noch einmal beruhigen zu kÃ¶nnen. â€žDie Verhandlungen werden erst nach der Entscheidung Ã¼ber die Sommerspiele 2016 fortgesetzt&#8221;, sagt Samaranch Junior und nimmt vorweg, was Rogge erst am Schlusstag der Sitzungen in Denver verkÃ¼nden wollte. â€žDas ist gut so. Damit nimmt man endlich den Konflikt aus dieser Bewerbung.&#8221;</p>
<p>Die zweite Kernfrage lautet: Wie stark ist die sportpolitische Armada der Spanier wirklich? Dass der alte Samaranch noch immer rund 30 Stimmen bÃ¼ndelt, darunter die alten VerbÃ¼ndeten aus Russland und SÃ¼dkorea, darf als sicher gelten. Vor vier Jahren in Singapur, als London gewann, war Madrid auf den Olympiasieg programmiert. Der K.o. in der dritten Runde kam Ã¼berraschend und soll nur deshalb passiert sein, weil ein IOC-Mitglied auf dem elektronischen WahlgerÃ¤t eine falsche Taste gedrÃ¼ckt hatte. Es heiÃŸt, unter Zeugen habe Samaranch Senior damals dem spanischen KÃ¶nig Juan Carlos versprochen, die Spiele wÃ¼rden zu seinen Lebzeiten wieder in Spanien stattfinden.</p>
<p>â€žDas ist Unsinn&#8221;, sagt Juanito. â€žMein Vater wÃ¼rde nie etwas versprechen, was er nicht halten kann. Es ist eher anders herum: Der KÃ¶nig unterstÃ¼tzt uns in allem.&#8221; Der Senior Ã¼be nur eine beratende Funktion aus, erklÃ¤rt der Junior. â€žEr muss keine Stimmen beschaffen.&#8221;</p>
<p>Stille. Ein tiefer Blick in die Augen. Der IOC-EhrenprÃ¤sident beschafft also keine Stimmen, weiÃŸ womÃ¶glich nicht mal, wie so etwas geht? Das kann der Sohn doch nicht ernst meinen. TatsÃ¤chlich, Juanito muss grinsen.</p>
<p><em>(Den Beitrag wollte ich eigentlich am Freitag einigen Zeitungen anbieten. Doch ich habe vor lauter <a title="Das Finale ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3381" mce_href="http://jensweinreich.de/?p=3381" target="_self">Ablenkung </a>in der kurzen Nacht glatt vergessen, die Email mit dem Text abzuschicken. Nun steht er halt hier, und da steht er auch gut.)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
<enclosure url="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" length="553088" type="audio/mpeg" />
		</item>
	</channel>
</rss>

