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	<title>jens weinreich &#187; jean-marie weber</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports. Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar: Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen <del>Lügen</del> Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.</p>
<p>Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:</p>
<ul>
<li>Die <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge</a> von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.</li>
<li>Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.</li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld</a> sind gerichtsfest dokumentiert.</li>
</ul>
<div><img class="size-full wp-image-9842  aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="371" height="336" /></div>
<ul>
<li>Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.</li>
<li>Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. <del>Viele</del> Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden &#8211; manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.</li>
<li>Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell &#8211; und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.</li>
</ul>
<div>Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung &#8211; beide Optionen sind auch möglich.</div>
<p>Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.</p>
<p>Nun die Frage:</p>
<ul>
<li><strong>Was unternimmt der olympische Sport?</strong></li>
</ul>
<p>Bisher so gut wie nichts.</p>
<p>Ach doch, sorry.<span id="more-11367"></span></p>
<ul>
<li>Korrupte FIFA-Funktionäre, der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber und die FIFA haben &#8211; insgesamt &#8211; 8 Millionen Franken (einmal 2,5 Mio, einmal 5,5 Mio) gezahlt, um in <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">Korruptionsverdunklungsverträgen</a> die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten.</li>
<li>Zuvor hatte die FIFA in aller Stille ihr Desinteresse an einer Strafermittlung erklärt &#8211; der Untersuchungsrichter setzte seine Arbeit dennoch fort.</li>
<li>Das IOC hat seine Ethikkommission &#8220;ermitteln&#8221; lassen, nachdem Andrew Jennings Ende vergangenen Jahres in der BBC weitere Beweise vorlegen konnte.</li>
<li>Nun werden, vielleicht, zwei IOC-Ganoven verwarnt (Diack und Hayatou). Doch einer der größten Sportbetrüger aller Zeiten, Joao Havelange, kommt ungeschoren davon.</li>
</ul>
<p>Viel mehr an Aktionen seitens des organisierten Sports ist bislang nicht bekannt. Oder kann mir jemand helfen und mein Erinnerungsvermögen auffrischen?</p>
<p>Die <a title="JW auf SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Kernfragen</a> in der ISL-Causa lautete nach den jüngsten Entwicklungen (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">Rücktritt Havelanges</a> + <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Blatters Versprechen, die ISL-Einstellungsverfügung offenzulegen</a>):</p>
<ul>
<li>Was hat die IOC-Ethikkommission &#8220;ermittelt&#8221;? Vielleicht gar neue Sachverhalte?</li>
<li>Wie hat die IOC-Ethikkommission die Ausschluss-Empfehlung gegen Havelange begründet?</li>
<li>Hat tatsächlich der damalige FIFA-Generalsekretär Blatter angeordnet, jene 1,5 Mio CHF Bestechungsgeld, die von der ISL irrtümlich auf ein FIFA-Konto überwiesen wurden, unverzüglich auf Havelanges Privatkonto weiterzuleiten?</li>
<li>Wenn das so gewesen wäre: Wird die IOC-Ethikkommission unverzüglich gegen Blatter &#8220;ermitteln&#8221;, was angesichts der im Raum stehenden Summe (der heutige FIFA-Präsident bestreitet derartiges Handeln, andere erinnern sich anders) u. U. auch zum IOC-Rausschmiss führen müsste?</li>
<li>Wird der Vorgang in der Einstellungsverfügung dokumentiert? (Eine meiner Quellen behauptet das. Ich weiß es allerdings nicht.)</li>
</ul>
<p>Wie sieht es also aus?</p>
<p>Zunächst einmal nimmt die FIFA <a title="live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: “Crisis? What is a crisis?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/">eine junge, unlängst von mir weltweit exklusiv begründete Tradition</a> auf und veröffentlicht ebenfalls die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/55/27/66/0100_001.pdf" target="_blank">Tagesordnung</a> der Sitzung des Exekutivkomitees (kommende Woche in Tokio).</p>
<p>Zugleich aber <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/news/newsid=1552775/index.html" target="_blank">teilt die FIFA mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter confirms ISL file will be published despite objection of involved party</strong></p>
<p>On 21 October 2011, FIFA President Joseph S. Blatter announced his commitment to publish the ISL-ISMM file after receiving the full backing to do so from the members of the FIFA Executive Committee. Today, the FIFA President confirms his determination to publish the file on the ISL-ISMM case despite the fact that legal measures have been taken by one of the parties involved.</p>
<p>These measures request another thorough legal analysis which<strong> will postpone the envisaged publication of the ISL file.</strong></p>
<p>Joseph S. Blatter stated today: “FIFA has been working intensively over the past few weeks with its lawyers and legal team to be able to publish the ISL file at the next meeting of the FIFA Executive Committee in Japan on 17 December 2011. It was my strong will to make the ISL file fully transparent at this meeting. I have now been advised that as a result of the objection of a third party to such transparency it will take more time to overcome the respective legal hurdles. This does not change my stance at all. I remain fully committed to publishing the files as soon as possible as an important part of my many reform plans for FIFA, which include handling the past as well as preparing the future structure of the organisation.”</p>
<p>The reform process has in any case already started and will continue with a view to presenting concrete measures at the 2012 FIFA Congress.</p></blockquote>
<p>Die Veröffentlichung, ein Kernthema der angeblichen Reformen, wird verschoben.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Wer Fragen haben sollte, wende sich bitte an jene Anwaltkanzleien, die in den schmutzigen Deal mit der Zuger Staatsanwaltschaft beteiligt waren (und bis heute sind), <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">als da wären</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Nobel &amp; Hug" href="http://www.nobel-hug.ch/" target="_blank">Nobel &amp; Hug, Rechtsanwälte</a></li>
<li><a title="Schweiger" href="http://www.schweigerlaw.ch/index3.asp" target="_blank">Schweiger, Advokatur Notariat</a></li>
<li><a title="Niedermann" href="http://www.niedermann.com/en/profile/" target="_blank">Niedermann, Rechtsanwälte</a></li>
</ul>
<p>Und nun zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge [<em>in den ich vor vielen Jahren mal große Hoffnungen gesetzt hatte, die fast alle enttäuscht worden sind, aber das ist mein Problem</em>].</p>
<p>Rogge wird in der Korruptionscausa ISL-Havelange-FIFA von Nachrichtenagenturen (die das Thema lange Jahre sträflich vernachlässigten und sich an der Aufklärung eigentlich kaum oder gar nicht beteiligt haben) so zitiert:</p>
<p>dpa:</p>
<blockquote><p>Der 95-Jährige sei jetzt «ein privater Bürger», erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge. Die IOC-Ethikkommission hatte wegen Korruptionsvorwürfen gegen Havelange ermittelt. Medienberichte, nach denen der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes durch seinen Rückzug einem wahrscheinlichen IOC-Ausschluss zuvorkam, wies Rogge als «pure Spekulation» zurück. «Für mich hat sein Rücktritt mit seiner Gesundheit und seinem Alter zu tun», meinte der Belgier.</p>
<p>Havelange soll in den Bestechungsskandal um die ehemalige Sportvermarktungsfirma ISL verwickelt gewesen sein, hat diese Vorwürfe aber stets bestritten. «Da Herr Havelange kein IOC-Mitglied mehr ist, wird es keine Ermittlungen mehr gegen ihn geben, denn er ist ein privater Bürger», sagte Rogge in einem Reuters-Interview und betonte, der Doyen des IOC habe aus gesundheitlichen Gründen die Ringe-Organisation verlassen. Havelange war seit 1963 im IOC und der letzte Funktionär mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.</p>
<p>«Havelange hat mir in einem Brief von Gesundheitsproblemen geschrieben, die ihn von Reisen abhalten», erklärte Rogge. Havelange drohte eine Suspendierung durch die IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag in Lausanne: «Pure Spekulationen kommentiere ich nicht», so Rogge, «Joao Havelange hatte schon einige Termine verpasst. Bei der IOC-Session in Durban fehlte er auch.»</p>
<p><em>Quelle: dpa via <a title="sueddeutsche.de" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em></p></blockquote>
<p>Reuters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Havelange sent me a letter saying that he had lately had health issues and that stopped him from travelling and he considered that due to his age and health it stopped him from travelling regularly,&#8221; Rogge told Reuters in an exclusive interview.</p>
<p>Asked whether his resignation two days before the IOC discussed the ethics commission report was an indirect admission of guilt by Havelange, Rogge said that was just speculation.</p>
<p>&#8220;I am not going to comment on what is purely speculation. Joao Havelange already had missed other meetings, in the (IOC) session (in July) he was not there either, he missed major meetings of FIFA.</p>
<p><em>Quelle: Reuters via <a title="Eurosport" href="http://asia.eurosport.com/olympicgames/london-2012/2012/ioc-cancel-probe_sto3054908/story.shtml" target="_blank">Eurosport</a></em></p></blockquote>
<p>Weitere Zitate spare ich mir. Vom he-said-she-said-&#8221;Journalismus&#8221; halte ich nichts.</p>
<p>Es ist einfach eklig. Es ist grauenvoll.</p>
<p>Oops. Da ist mir nun doch ein abwertender Begriff über die Tastatur gekommen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 21:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es seit einigen Tagen beschrieben, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<div id="attachment_11344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-11344" title="Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange." src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/e00213fa.m.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange.</p></div>
<p>Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es <a title="One year after: Wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">seit einigen Tagen beschrieben</a>, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der seit 1963 IOC-Mitglied ist.</p>
<p>Nein, natürlich nicht. Sie haben Havelange eine Goldene Brücke gebaut. Rücktritt statt Rausschmiss.</p>
<p>Der Fall ist spektakulär und wird Weiterungen haben.</p>
<p>Heute Nachmittag habe ich dazu einen Beitrag für den Deutschlandfunk produziert &#8211; noch unter Vorbehalt.</p>
<p>Kaum war der Beitrag zum Sender verschickt, kamen die Meldungen. Als erster war mein Freund Jamil Chade, Schweiz-Korrespondent der <strong>Estado de São Paulo</strong>, damit auf dem Markt:</p>
<ul>
<li><a title="estado de sao paulo" href="http://www.estadao.com.br/noticias/esportes,joao-havelange-pede-renuncia-do-coi-em-meio-a-denuncias-de-corrupcao,806609,0.htm" target="_blank">João Havelange pede renúncia do COI em meio a denúncias de corrupção</a></li>
</ul>
<p>Kurz darauf folgte AP:</p>
<ul>
<li><a title="AP" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5jjZCp96z25nwaNEe_z4tOw3knzwQ?docId=c4c090dd902745eb8f0399293c321b6c" target="_blank">Source: Havelange resigns from IOC</a></li>
</ul>
<p>Die Kurzfassung der Geschichte, über die ich seit Jahren berichte (<em>die Links am Ende des Beitrages liefern alle Informationen, bieten Dokumente und hunderte weitere Links</em>), lief wie gesagt im Deutschlandfunk und ist von der Realität in einem Punkt nun schon überholt. Sehr schön, eigentlich.<span id="more-11332"></span></p>
<p>Hören:</p>
<p><a title="dlf zu havelange" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3">:</a></p>
<p>Lesen:</p>
<blockquote><p>In der kommenden Woche trifft sich in Lausanne das IOC-Exekutivkomitee zur letzten Sitzung des Jahres. Mit großer Spannung wird die Pressekonferenz am Donnerstagabend erwartet, auf der IOC-Präsident Jacques Rogge das Urteil der Ethikkommission gegen drei Mitglieder bekanntgeben dürfte. Es geht um den ISL-Bestechungsskandal – und im Mittelpunkt der Anklage steht das dienstälteste IOC-Mitglied: der Brasilianer João Havelange.</p>
<p>João Havelange ist ein Jahrhundert-Sportfunktionär, und zwar im doppelten Sinne. Havelange, geboren 1913, nahm 1936 als Schwimmer an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil, 1952 noch einmal als Wasserballer. Havelange ist seit 1963 IOC-Mitglied und damit der Doyen des IOC. Er war von 1974 bis 1998 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA – und ist seither FIFA-Ehrenpräsident. Havelange zählt zu jenen Figuren, die das weltumspannende Bestechungssystem der einstigen Sportmarketing-Agentur ISL geprägt haben.</p>
<p>Und er hat selbst viele Millionen kassiert – meist über Tarnfirmen, eine davon, Renford Investments, unterhält er gemeinsam mit seinem einstigen Schwiegersohn Ricardo Teixeira. Teixeira gehört dem FIFA-Exekutivkomitee an, ist seit Ewigkeiten Präsident des brasilianischen Verbandes und auch Chef des WM-Organisationskomitees 2014.</p>
<p>Das ISL-Bestechungssystem ist kein Fall für den History Channel, sondern hochaktuell. Auch wenn der ISL-Konzern schon 2001 mit einem Milliardenloch pleite ging und die Aufarbeitung der kriminellen Aktivitäten nun schon ein Jahrzehnt andauert. Mit mehr als 140 Millionen Schweizer Franken hat die vom Deutschen Horst Dassler gegründete ISL-Gruppe einst hochrangige Sportfunktionäre im IOC, in der FIFA und etlichen anderen Weltverbänden geschmiert, um an milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen. Diese gerichtsfest dokumentierten 140 Millionen sind nur die Spitze des Eisberges.</p>
<p>Havelange, Teixeira und die FIFA haben im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug gezahlt, um im im Deal mit der Staatsanwaltschaft die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten. Da aber Journalisten auf Herausgabe dieser Einstellungsverfügung drängten und die Justiz dem Drängen bald nachgeben wird, gerieten die Korruptionsverheimlicher unter Druck. FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte an, das Papier Mitte Dezember zur nächsten Exekutivsitzung in Tokio zu veröffentlichen. Parallel aber hatte die IOC-Ethikkomission längst Ermittlungen gegen Havelange aufgenommen – und gegen zwei andere IOC-Mitglieder, die kleinere Summen erhalten haben: Lamine Diack aus dem Senegal, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und Issa Hayatou aus Kamerun, Afrikas Fußballchef und FIFA-Vizepräsident.</p>
<p>Was Havelange, Hayatou und Diack eint ist die unverbrüchliche Nähe zum Franzosen Jean-Marie Weber, jenem Mann, der über Jahrzehnte das ISL-Schmiergeld verteilt hat, meist in Bar. Weber feiert alljährlich im Mai mit Havelange dessen Geburtstag in Zürich. Weber arbeitet für Hayatous afrikanischen Verband CAF und für Diacks IAAF. Er taucht bei allen großen Sportterminen auf und ging bis vor kurzem auch im IOC-Hauptquartier ein und aus. Vor sechs Jahren hatte Blatters Anwalt für Weber einen weiteren Korruptionsverdunklungsvertrag geschlossen, um die Namen der bestochenen Funktionäre geheim zu halten. Dafür flossen 2,5 Millionen an den ISL-Konkursverwalter – wahrscheinlich haben Havelange und Teixeira bezahlt.</p>
<p>Nach Informationen des Deutschlandfunks wird das IOC Hayatou und Diack nun verwarnen. Gegen Havelange, der viele Millionen mit Teixeira und einmal 1,5 Millionen allein erhalten hat, soll der Ausschluss verfügt werden. Ein solches Votum wäre geradezu ungeheuerlich in dieser Branche. Zumal die Olympischen Sommerspiele 2016 im Joao-Havelange-Stadion in Rio de Janeiro eröffnet werden sollen, zur Feier des 100. Geburtstages von Havelange – so hatte es der damalige Staatspräsident Lula versprochen, als Rio vor zwei Jahren die Spiele erhielt.</p>
<p>Wie schon in anderen Fällen – etwa beim Mexikaner Ruben Acosta oder beim Koreaner Kim Un Yong oder kürzlich in der FIFA beim Vizepräsidenten Jack Warner – wird Havelange wohl eine goldene Brücke gebaut. Es wird erwartet, dass er seinen Rücktritt aus dem IOC bekannt gibt. IOC-Präsident Jacques Rogge wird dazu am Donnerstag in Lausanne Stellung beziehen.</p>
<div id="attachment_11069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-11069 " title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="400" height="42" /><p class="wp-caption-text">Auszug aus den Bestechungs-Unterlagen</p></div>
<p>Das entscheidende Dokument gegen Havelange ist eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken, die am 3. März 1997 irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete – und von dort auf sein Privatkonto weiter geleitet wurde. Ein dreiviertel Jahr zuvor hatte die FIFA die WM-Fernsehverträge <del>2006 und 2010</del> 2002 und 2006 unter dubiosen Umständen für 2,8 Milliarden Franken an die ISL-Gruppe und den Münchner Mogul Leo Kirch verkauft. Bei dieser Vergabe hat der damalige Generalsekretär Blatter ebenfalls eine zwielichtige Rolle gespielt. Blatter soll dann auch den Transfer der Havelange-Million angeordnet haben – was er stets bestritt.</p>
<p>Insofern könnte das Verdikt – oder der Deal: Rücktritt statt Rausschmiss – im Fall Havelange auch Folgen für Blatter haben. Denn der FIFA-Präsident ist selbst IOC-Mitglied – nun müsste eigentlich ein Verfahren gegen ihn eröffnet werden.</p></blockquote>
<p>Es bleibt spannend in diesem Krimi. Denn da Blatter sich von den alten Kameraden und Ganoven um Teixeira, Havelange, Grondona, Makudi und von anderen trennen will und sich allen Ernstes als Reformer der FIFA verkauft, sinnen die auf Rache. Die Folgen sind unabsehbar.</p>
<p>Oh Gott, was haben gerade englische Journalisten Andrew Jennings vor einem Jahr mit Spott und Hass überzogen, nach dieser neuerlichen BBC-Panaroma-Sendung zur FIFA und zum ISL-Bestechungssystem. &#8220;Ein Fall für den History Channel&#8221;, so lästerten nicht nur die englischen WM-Bewerber, auch Journalisten.</p>
<p>History Channel?</p>
<p>Ich sage es erneut: So ein Unsinn.</p>
<p>Das ISL-Korruptionssystem ist Gegenwart. Und Zukunft. Viele Figuren sind noch in Amt und Würden.</p>
<p><strong>Andrew Jennings</strong> hatte zum Wochenende dem Independent diesen Text angeboten, ich weiß nicht, ob der gedruckt wurde &#8211; in Teilen, dem Havelange-Rücktritt, sind auch diese Zeilen nun überholt:</p>
<blockquote><p><strong>Will IOC condemn FIFA corruption?</strong></p>
<p>Sepp Blatter’s tottering leadership of FIFA is likely to take another knock on Thursday evening when the International Olympic Committee announces its verdicts on the biggest corruption scandal to blight world sport.</p>
<p>For the past 11 months the IOC’s Ethics Commission has investigated allegations that senior FIFA officials – also IOC members &#8211; took kickbacks from a company awarded exclusive World Cup marketing contracts.</p>
<p>On Thursday afternoon in Lausanne IOC President Rogge and his 14-member Executive Board will go into camera to discuss the revelations in a BBC Panorama programme in November last year.</p>
<p>In the frame are former FIFA president Joao Havelange, current president Sepp Blatter and vice-president Issa Hayatou, boss of African football. Also accused is world athletics chief Lamine Diack who first denied taking $41,000, mostly in cash but has recently claimed the money was a gift when his house burned down.</p>
<p>After negotiating protection for their sources, BBC producers handed over a list of 175 bribes totalling an astonishing $100 million paid by the Swiss ISL marketing company. The identities of many recipients were hidden behind Liechtenstein front companies but occasionally officials took money direct. Issa Hayatou who heads African football and named for taking $30,000 in cash claims it was for his confederation’s 40th birthday party.</p>
<p>The IOC’s Ethics commission has eight members, four from outside the organisation. They initiate their own investigations and approached Panorama the day after transmission asking for the bribes evidence.</p>
<p>FIFA’s in-house ethics committee, appointed by Blatter and headed by former Swiss footballer Claudio Sulser, is only permitted to investigate issues chosen by Blatter or his general secretary Jerome Valcke. Last autumn Sulser dismissed the ISL bribes as ‘historic’ and snubbed suggestions they should be investigated.</p>
<p>Sulser looked away when two other members of FIFA’s ruling executive committee &#8211; not IOC members – were revealed taking ISL bribes. Paraguay’s Nicolas Leoz was accused in a Swiss court in 2008 and again in the Panorama file of taking $730,000.</p>
<p>Ricardo Teixeira from Brazil was accused by Panorama of pocketing $9.5 million. Again, Blatter refuses to act but Brazilian Federal police are investigating money-laundering and tax evasion and Teixeira is under pressure by the Brazilian government to quit as head of the 2014 World Cup organising committee.</p>
<p>Teixeira’s former father-in-law Joao Havelange, Blatter’s predecessor as FIFA president, is alleged to be the “JH” named in the list as taking 1.5 million Swiss francs on March 3, 1997 – worth about $1 million.</p>
<p>If Havelange is sanctioned then Blatter, also an IOC member, will be in jeopardy. An earlier Panorama programme in June 2006 revealed that this payment was sent by mistake to FIFA and that after Blatter forwarded it to a Havelange account he tried, unsuccessfully, to persuade FIFA’s bankers to erase the transaction. Blatter has refused to comment.</p>
<p>Sources at FIFA say that Blatter’s handling the Havelange bribe was probed by Swiss Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in his lengthy inquiry into FIFA and the ISL bribes. Last year Blatter and two other FIFA officials signed a confidential settlement with Hildbrand in which 5.5 million was repaid to FIFA. A Panorama programme in May this year claimed the other officials were Teixeira and Havelange.</p>
<p>The BBC and Swiss media are asking the courts to order publication of the settlement document. The public prosecutor is supporting disclosure stating it is in the public interest. Blatter, Teixeira and Havelange are objecting but are expected to lose in the Swiss federal court in 12 month’s time.</p>
<p>Blatter has had his own copy of the settlement since May last year and could publish at any time. But he prevaricates claiming that it is legally complex and must be examined by an ‘independent expert.’</p>
<p>A further mystery surrounds bribes to FIFA officials paid through various ISL slush funds. One named Sicuretta, managed by Swiss lawyer Guido Renggli (correct), handed more than £3 million in cash to ISL director Jean-Marie Weber, known as ‘The Bagman’ and a longtime friend of President Blatter.</p>
<p>Mr Ringgli declined to tell investigator Thomas Hildbrand who got this cash – but did mention that Mr Weber took him to the World Cup in France in 1998 and introduced him to Blatter. Weber says it is ‘a matter of honour’ not to reveal who he bribed.</p>
<p>The IOC has declared Weber persona non grata but he is still welcome at FIFA and Issa Hayatou has appointed him a consultant to the African Football Confederation.</p>
<p>Any IOC findings implicating FIFA officials in corruption will cast new doubt over the decisions to give the 2018 World Cup to Russia and the 2022 tournament to Qatar.</p></blockquote>
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		<title>New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Zwischendurch mal in meinem broken English: New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers Three days before the election of the hosts of the 2018 and 2022 football World Cups, new documents have appeared that present heavy charges against football officials. At least three current members of the executive committee of football’s world governing [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Zwischendurch mal in meinem broken English:</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.0px 0.0px; font: 14.0px Verdana; color: #464646} --><strong><a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers-5059.html" target="_self">New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</a></strong></p>
<p>Three days before the election of the hosts of the 2018 and 2022 football World Cups, new documents have appeared that present heavy charges against football officials.</p>
<p>At least three current members of the executive committee of football’s world governing body FIFA have over the years collected millions of dollars in bribes from the former sports marketing agency ISL / ISMM: Ricardo Teixeira, Head of Brazil&#8217;s Football Federation (CBF) and of the 2014 World Cup Organising Committee, Nicolas Léoz of Paraguay, Head of the South American Football Confederation (CONMEBOL), and Issa Hayatou from Cameroon, President of the African Football Confederation (CAF).</p>
<p>Regarding Teixiera and Léoz, other irregularities were already known, but the name of Hayatou is new. All three will meet Thursday in Zurich and take part in the voting on the 2018 and 2022 World Cups.</p>
<p>&#8220;Bribe receivers cast their votes&#8221; said the Zurich Tages-Anzeiger in their headline today.</p>
<p>The long-time FIFA President Joao Havelange, once father-in-law of Ricardo Teixeira, also appears on the list which covers the years between 1989 and 1999 and a total of 175 payments worth 122,587,308.93 Swiss francs.</p>
<p>There is no doubt about the authenticity of the document that the author and investigative reporter Andrew Jennings has uncovered for the BBC programme Panorama (broadcast on Monday evening at 20.30 CET), for in the ISL court procedure in the spring of 2008 in Zug, Marc Siegwart, one of the judges, spoke smugly about bribes of 120 million Swiss francs in those years.</p>
<p>On top of that, the prosecutors in Zug had already documented a further 18 million Swiss francs, which were paid by the ISL group from 1999-2001 to top sports officials. All in all 140 million Swiss francs were paid out &#8211; and this is just the tip of the iceberg. For this money, these top officials from various sports organisations, not only FIFA, ensured orders worth billions for the ISL / ISMM: Sponsorship contracts, marketing rights, TV rights. Most payments were funnelled through sham companies and foundations in many countries. The ISL system of corruption was spelled out in a criminal proceeding against six long-time ISL executives in the court of Zug in 2008.</p>
<p>Numerous cash payments were also part of the business; the bribe couriers never had problems bringing bulging suitcases across the border, for instance to pass money from Liechtenstein to Zurich.</p>
<p>One of the ISL-managers testified in court: &#8220;All these payments were necessary to even get contracts and to make them [the sports officials] stick to it.&#8221; Another said: &#8220;It was like paying salaries. Otherwise they would have stopped working immediately.&#8221;</p>
<blockquote><p><a title="&quot;Bribes as salaries for sports leaders&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/19/bribes-as-salaries-for-sports-leaders/" target="_self">&#8220;Bribes as salaries for sports leaders&#8221;</a> by Jens Sejer Andersen</p>
<p><a title="The ISL bribery system" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the olympic woirld</a> by Jens Weinreich</p></blockquote>
<p>In June 2010, a deal between prosecutors in Zug and FIFA was settled. FIFA paid 5.5 million Swiss francs to the Swiss Treasury – and the investigation was discontinued. The names of the corrupt officials were supposed to remain secret forever. Now some of these names have become publicly known, as have the names of several companies and foundations.</p>
<p>The biggest corruption scandal in the history of sport keeps spreading and has now reached the International Olympic Committee (IOC). Besides Havelange, doyen of the IOC, Hayatou is also an IOC member. Moreover, according to the document, the Senegalese Lamine Diack also collected money from the ISL. Diack, treated as a future president in his home country, has been President of the World Athletics Federation (IAAF) since 1999 and is through this capacity an IOC member.</p>
<p>Top earner is the Brazilian Ricardo Teixeira, who, through sham companies, has received around 9.5 million dollars from the ISL since 1999. Between 1999 and 2001, he collected another 2.5 million dollars, which has been known since 2008.</p>
<p>Teixeira&#8217;s records are legend and included in investigation reports by the Brazilian Parliament. But Teixeira enjoys double protection: at home by politics, and in FIFA by President Joseph Blatter.</p>
<p>Only two weeks ago, the Brazilian magazine &#8220;Lance&#8221; revealed that Teixeira as President of CBF and head of the 2014 World Cup Organising Committee has signed contracts with himself. The World Cup is organized by a company that belongs 99.9 percent to the CBF and 0.1 percent to Teixeira – the sharing of any World Cup profits is decided by Teixeira alone, regardless of the distribution of shares.</p>
<p>The IOC and its so-called Ethics Committee have never paid much attention to this issue or to how FIFA always pointed out that receiving bribes in Switzerland between 1989 and 2001 was not illegal. In fact, it still isn’t: However, a corruption network as the one seen within the ISL Group, would now be covered by the law on unfair competition and as such be punishable. But sports officials and their billion-dollar corporations like FIFA and IOC, which most often reside in Switzerland, further enjoy the legal status of associations, and are thus not covered by anti-corruption rules.</p>
<p>The receipt of payments, such as bribery in connection with the awarding of the two FIFA World Cups this Thursday, seems to be internal affairs for FIFA. Two weeks ago, the FIFA Ethics Committee suspended two executive members and four other officials, who were revealed as corruptible after investigations made by the Sunday Times.</p>
<p>As for the IOC Patron Joao Havelange, the document shows a payment of 1.5 million Swiss francs on 3 March 1997. This happened nine months after the ISL group, together with Munich media entrepreneur Leo Kirch, under scandalous circumstances had acquired the TV marketing rights for the 2002 and 2006 World Cups for 2.8 billion Swiss francs. In 1997, under equally suspicious circumstances, the ISL also secured the marketing of World Cup sponsorship rights worth just under a billion Swiss francs.</p>
<p>Nicolas Léoz, President of CONMENBOL since 1986 and tied in closely with Teixeira and Havelange, is said to have received 864.000 Swiss francs in bribes &#8211; plus 211.625 Swiss francs which has been known for a while. Compared to this, the bribes collected by IOC members Hayatou and Diack were mere peanuts.</p>
<p>In 1995, Hayatou received 24.700 Swiss francs in cash. Diack received three cash payments of 52.680 Swiss francs in total. Interestingly, the bribe distributor of the ISL Group, Jean-Marie Weber, to this day works for Hayatou and Diack, that is, for the African Football Federation (CAF), headed by Hayatou and for the world governing body for Athletics (IAAF), headed by Lamine Diack.</p>
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		<title>&#8220;Bribes as salaries for sports leaders&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 13:23:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Freund und Kollege Jens Sejer Andersen hat vergangene Woche an der Universität Antwerpen einen Vortrag zu einem ewig aktuellen (und derzeit wieder brandaktuellen) Thema gehalten, den ich gern veröffentliche. Es tauchen viele der üblichen Verdächtigen und alten Bekannten auf, ob nun der Handball-Pharao, Ruben Acosta oder Jean-Marie Weber. (Aus Zeitgründen muss ich leider weitgehend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Freund und Kollege <a title="alle Beiträge von und mit Jens Sejer Andersen" href="http://www.jensweinreich.de/?s=jens+sejer+andersen" target="_self">Jens Sejer</a> <a title="Jens Sejer Andersen Bio" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/author-profile/jens-sejer-andersen.html" target="_blank">Andersen</a> hat vergangene Woche an der <a title="Antwerp University, workshop &quot;Sports, a matter of peace?&quot;" href="http://www.sportanddev.org/?1331/Sports-a-Matter-of-Peace-UCSIA-International-Workshop" target="_blank">Universität Antwerpen</a> einen Vortrag zu einem ewig aktuellen (und derzeit wieder brandaktuellen) Thema gehalten, den ich gern veröffentliche. Es tauchen viele der üblichen Verdächtigen und alten Bekannten auf, ob nun der Handball-Pharao, Ruben Acosta oder Jean-Marie Weber. (Aus Zeitgründen muss ich leider weitgehend auf Verlinkungen verzichten, zu allen gibt es im Blog etliche Geschichten.)</p>
<p>Voilà:</p>
<p><strong>The Magicians of Sport: How the Greatest Corruption Scandal in World Sport Vanished Before We Knew It Existed</strong></p>
<p><em>By Jens Sejer Andersen</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>International Director and founder, </em><a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org" target="_blank"><em>Play the Game</em></a></p>
<p>Usually, I am a great admirer of magicians. People who can make elephants appear out of nowhere or escape from underwater cages hand-cuffed and wrapped in chains, really deserve respect.</p>
<p>There are, however, some magicians that we should beware of, and quite a few of them do their tricks in sport. I am not referring to artists like Lionel Messi or Justine Henin who can make unimaginable things with a ball. No, the magicians I would like to talk about are exercising their witchcraft more discreetly.</p>
<p>They do not seek our admiration over their skills. On the contrary: They shun the public eye so much that they have become experts in one aspect of magic: They know how to make us look in one direction while they do their work in the other direction, and more than that, when we look back we do not even notice something mysterious has happened.</p>
<p>Thanks to these magic abilities, a number of corruption scandals in the highest ranks of sports leadership continue to vanish, even before we realise that they actually exist.</p>
<p>Where were for instance your eyes looking in late June this year? I suppose that they, like mine, were directed at a flat screen TV to follow the last matches in the group stage of the FIFA world cup in South Africa.</p>
<p>Abracadabra! While we were staring on one of the greatest shows on earth, the biggest corruption scandal ever documented in sport disappeared out in the blue.</p>
<p>Did you notice?</p>
<p>If not, don’t feel ashamed. It was not meant for you to see.</p>
<p>While events in South Africa spellbound the world, a dry and formal sheet of paper was produced more than 8,000 kilometres away, by the public prosecutor in Zug, the Swiss canton in which FIFA resides.</p>
<p>On the 24 June, the prosecutor ended eight years of legal proceedings with a statement that put an end to the so-called ISL-affair.</p>
<p>Simultaneously, FIFA noted in a very brief media release “FIFA is pleased that the prosecutor of Zug has finalised his investigations?.</p>
<p>FIFA had reasons to be satisfied indeed. For although the Swiss prosecutor that day confirmed that FIFA officials had received millions of Swiss francs from the ISL company and kept them in their pockets, and that FIFA should pay a compensation of 5,5 million Swiss francss – around 4 million euros – things could have turned out much worse for football’s governing body.</p>
<p><strong>The collapse of a marketing giant</strong></p>
<p>For the ISL was no street vendor of services to FIFA. ISL stands for International Sport and Leisure and was from the early 1980’ies and until its collapse in 2001 by far the biggest sport marketing company in the world. It was founded by the Horst Dassler, whose family owned Adidas.</p>
<p>ISL bought TV and marketing rights from the international sports federations and the International Olympic Committee and re-sold them to media companies and private sponsors. Thanks to its close personal relations to FIFA and other big federations it became a driving force in the explosive commercialisation of elite sport.</p>
<p>However, even a booming company in a booming sector can make mistakes, and in 2001 the ISL collapsed because it had seriously overestimated the value of its products.</p>
<p>When the Swiss administrators took over the bankrupt ISL and started looking at the internal papers, they soon discovered some strange payments. In the first place, the liquidator of the company, Thomas Baur, found that at least 3,5 million Swiss francs (at the time 2,2 million euros) had been paid out in personal commissions and they started writing leading sports officials in order to get the money back.</p>
<p>And in 2004, Mr Bauer did get most of that money back. Not in many small portions, but on one big check of 2,5 million Swiss francs. It would of course be interesting where this sum came from and on behalf of which sports leaders it was paid back, but after hard work from a splendid Swiss lawyer, Peter Nobel – the Federal Court, the highest court in Switzerland, ruled that no names should be named.</p>
<p>Peter Nobel is not only an excellent player in the court room – a magician in his field you may say – he was also the man who issued the big check. And, coincidentally perhaps, he has for many years been the personal lawyer of Joseph S. Blatter, President of FIFA.</p>
<p>But this was only the beginning. Other parts of the Swiss justice had an interest in the ISL, and one investigative judge, Thomas Hildbrand, was particularly active, launching firstly one investigation into how six ISL-directors managed their affairs, and secondly another one into the relation between FIFA and the ISL.</p>
<p><strong>138 million Swiss francs in kickbacks</strong></p>
<p>In 2008, the court in the Swiss city of Zug concluded the first of these two cases, the proceedings against six former ISL directors for embezzling large portions of money belonging to FIFA. The legal case itself ended up with acquittals and mild sentences since the defendants could convince the judges that FIFA in reality had accepted the way ISL handled FIFA’s money.</p>
<p>But in the indictment a stunning revelation was brought forward and confirmed by the defendants in the court room:</p>
<p>Over 12 years, from 1989 to its bankruptcy in 2001, ISL handed out no less than 138 million Swiss francs – then 87 million euros &#8211; in personal commissions to sports leaders in order to get lucrative TV and marketing contracts.</p>
<p>The payments were channelled to the private pockets or bank accounts of high ranking sports leaders through an advanced system of secret funds in Liechtenstein and the British Virgin Islands. Some of the kickbacks were handed over personally by the top executive of the ISL, Jean-Marie Weber, who travelled around the world with a suitcase filled with cash.</p>
<p><strong>Bribes as salaries for sports leaders</strong></p>
<p>According to the defendant ISL directors, these payments were a normal and integral part of the daily sports business and a precondition if ISL wanted to sign contracts with their customers.</p>
<blockquote><p>“I was told the company would not have existed if it had not made such payments,?</p></blockquote>
<p>said former chief executive of the ISL Christoph Malms, and was backed the former director of finances, Hans-Jürg Schmid.</p>
<blockquote><p>“It was like paying salaries. Otherwise they would have stopped working immediately?,</p></blockquote>
<p>he said about the sports officials.</p>
<p>How come that the six directors admitted these secret personal commissions so freely? The answer is simple. In Switzerland this kind of kickbacks or bribes were not criminal until new anti-corruption legislation was passed in 2006.</p>
<p>And although the directors were quite open-mouthed, they did not risk their future career by dropping names in the court.</p>
<p>We only know that when ISL flourished, some of its most important customers besides FIFA were the ATP in tennis, IAAF in athletics, FINA in swimming, FIBA in basketball and for some years also the IOC.</p>
<p>You would perhaps expect that these organisations did react to the revelations in Zug by tracing corrupt sports leaders in their own ranks or at least distancing themselves publically from such malicious practices.</p>
<p>But no: From the international sports community there has only been one reaction to what is beyond comparison the biggest known corruption scandal in sport: Unanimous and complete silence.</p>
<p>After the verdicts in Zug 2008, there was still a hope: Perhaps the third and last criminal investigation could help us answer the simple question: Who took the bribes?</p>
<p>How much did they get each? – after all, 87 million euros is a lot of money, and not that many persons were in charge of TV and marketing contracts. Do these persons still hold important positions in sport?</p>
<p>Unfortunately, the end of the ISL affair this summer did not answer any of these questions.</p>
<p>The settlement does confirm what FIFA has long denied: That FIFA officials have taken millions of Swiss francs from the ISL in return for contracts. And it does oblige FIFA to pay back some of the money stolen from sport.</p>
<p>But even if we assume that all cheques have been paid by FIFA: 2,5 million Swiss francs to the liquidators, 5,5 million Swiss francs in the recent decision plus the costs of the legal procedure – we are still far from the impressing 138 million Swiss francs that went with the corruption. The financial balance is clearly in favour of those who cheated.</p>
<p>Before I go deeper into analysing the mechanisms that allow such a huge scandal to run almost unnoticed by the world public, one more important question arises from the ISL case:</p>
<p>Is the magic over?</p>
<p>Did corruption in sports organisations die with the ISL in 2001, and is the buying and selling of TV and marketing rights now a clean business?</p>
<p><strong>No answers given at Olympic congress</strong></p>
<p>I raised this question during a session about “Good governance and ethichs? at the Olympic Congress in Copenhagen last year where over 1,200 high ranking sports officials gathered to discuss the challenges to sport. The answer from the moderator, Youssoupha Ndiaye from the IOC Ethics Commission, was easy to understand:</p>
<blockquote><p>“The panel does not answer questions?.</p></blockquote>
<p>To be fair, the audience was quite amused by that response. Well, perhaps not all – probably not the man sitting a few rows from me, Jean-Marie Weber, the man who once travelled the world with a suitcase full of money.</p>
<p>I do not know which tasks the elegant Weber had at the Olympic Congress, but it cost the IOC President Rogge some sweat explaining Weber’s presence. It was apparently not the IOC itself that had invited him, but to get an accreditation through the strict security measures of that meeting you had to have very good connections in the so-called Olympic family of sport. <span id="more-9619"></span></p>
<p>Only several weeks after the congress Rogge declared that Weber would not get Olympic accreditation in the future.</p>
<p>Although Jean-Marie Weber was in his time without comparison the most influential sorcerer in sport, he was not and is not the only one, and there are several cases that prove that corruption in sport did not vanish with the bankruptcy of the ISL.</p>
<p><strong>The royalties of volleyball</strong></p>
<p>Take for instance the great leader of world volleyball from 1984-2008, Ruben Acosta from Mexico – or Dr. Acosta as he prefers to be called though no papers supports this doctorial title.</p>
<p>As a President of the Federation Internationale du Volleyball (FIVB), Ruben Acosta – very actively assisted by his flamboyant wife Malú &#8211; introduced a kind of management style that is comparable to absolute monarchy.</p>
<p>Ruben Acosta made the FIVB a resounding commercial success: He changed the counting system of volleyball, he decreed tiny shorts for female players, and last but not least: He embraced and developed beach volley with its flavour of sun, sex and soft drinks. All these initiatives were aimed at making the ailing sport more appetizing on the TV screens.</p>
<p>And here we go again: While you and I were staring at the suntanned men and women playing in the sand with very little clothes on, the magician went to work.</p>
<p>Without asking anyone he introduced a rule by which every person who signed a TV or marketing contract on behalf of FIVB, was entitled to a personal commission of 10 percent of the contract sum.</p>
<p>He also introduced another rule: That the president signs all contracts.</p>
<p>According to their critics, this procedure may have secured at least 25 million US-dollars for the Acosta family.</p>
<p>Sooner or later this practice had to be ratified by the General Assembly. When some volleyball leaders began to question them, a code of conduct was soon introduced, according to which anyone who criticises volleyball or its institutions, could be excluded by the president.</p>
<p>On that account, several respected international volleyball leaders have had to retire involuntarily in the last decade. They are not even allowed to enter the local volleyball club, so in fact they are deprived of a basic civic right, the right to take part in association life.</p>
<p><strong>Removed critical auditor’s note</strong></p>
<p>But even magicians sometimes fail. When the FIVB accounts for 2001 showed that Ruben Acosta that year alone had received 8.4 million Swiss francs, over 5 million euros in personal commissions, Acosta decided to hide the number by grouping it with other amounts. Perhaps he thought that the General Assembly would not be able to handle such a big figure.</p>
<p>The auditors, however, took the rare step to make a critical note in the accounts because the personal commission was not transparent. This made Acosta even more worried: How would the General Assembly be able to hand such a complex message?</p>
<p>So in order not to confuse the delegates, Acosta simply decided to delete the critical note of the auditors before the FIVB accounts was published. This action is illegal in most countries, even in Switzerland.</p>
<p>So in 2006 the local court in Lausanne decided that Acosta and his nearest aides at the FIVB offices had really done something wrong. But as the judge felt that no harm had been done and there had been no criminal intent, Acosta was acquitted. His only obligation was to pay legal costs in the amount of 4.300 Swiss francs. Again, a good financial balance for the cheater.</p>
<p>Acosta’s magic tricks did not go unnoticed at the IOC. The IOC’s Ethics Commission produced a devastating report about Acosta’s mismanagement already in 2004. But as Acosta reacted by leaving his IOC seat in anger and protest, the IOC decided to keep the report secret, and Acosta got four more years to harvest the money that belonged to volleyball.</p>
<p><strong>The handball Pharao</strong></p>
<p>Acosta’s successor from 2008, long-standing Vice-President Jizhong Wei from China, has fortunately decided to replace his loyalty to Acosta with a loyalty to his sport. Wei has stopped all payments to Acosta, upsetting many of Acosta’s friends, and he has taken many other positive steps. But he has still not succeeded in rehabilitating those volleyball leaders that were excluded from all volleyball because of a sense of ethics.</p>
<p>This sensibility is not predominant in another sport where the top grabs for more than the ball.</p>
<p>The Egyptian business man Hassan Moustafa has had a firm control of the International Handball Federation for the past ten years and has his own way of understanding good governance.</p>
<p>It is well documented that he has tried to influence the outcome of Olympic qualifiers. That he has travelled for over 300,000 euros without presenting receipts. And that he has demanded insight into the doping testing plans for national teams.</p>
<p>At the General Assembly of the IFH in Cairo last year, it was also evident that the European opponents were not allowed to speak. A rival for the presidency, the Luxembourger Jean Kaiser, simply had his microphone cut off.</p>
<p>These facts did not impress the assembly which re-elected Hassan Moustafa by an overwhelming majority, 115 against 25. A similar majority ousted the long-standing secretary general Peter Mühlematter, who had dared to tell the public what Moustafa was doing with handball’s money.</p>
<p>Earlier this year a new story has been confirmed. From 2007 to 2009, Hassan Moustafa was employed as an advisor for the German marketing company Sportfive. Moustafa’s salary was 602,000 Euro.</p>
<p>Curiously, in that same period, Sportfive acquired the TV rights for the International Handball Federation.</p>
<p>And even more curiously: When Sportfive’s director, Robert Müller von Vultejus, left his position and went to rivaling company UFA, a quite new player in sports marketing, this company won the next bid for the IHF TV rights. Thought-provoking, isn’t it?</p>
<p><strong>The Bermuda Triangle: Sport, sponsors, media</strong></p>
<p>Would it have hindered the re-election of Moustafa if his constituency had heard about these magic events?</p>
<p>I guess not. Moustafa is simply a typical representative of the power structures that international sport has developed since the early 1980’ies, thanks to visionary businessmen like the late Horst Dassler.</p>
<p>30 years ago a triangle was created which you may call the Bermuda Triangle of sport – a triangle where transparency, accountability and true democratic standards always disappears mysteriously.</p>
<p>Roughly explained the triangle has three legs that support each others: sports organizations, multinational companies and TV companies.</p>
<p>Adidas and other consumer goods producers give sponsorships to sports organizations to ensure that they are run by people with the right mindset – some of the first to benefit from this was the late IOC President Juan Antonio Samaranch and the former FIFA President Joao Havelange.</p>
<p>In return, these outstanding sports leaders ensured that their sponsors got exposure and access to emerging markets everywhere in the world. By signing marketing contracts with national federations the sponsors could get an even stronger foothold on local markets.</p>
<p>The globalization of the TV media was of course a driving force in this development. TV companies saw the potential of elite sport to build up audiences and were willing to invest huge sums in acquiring broadcasting rights. These rights were paid either with tax-payers’ money – or in case of private TV companies, with money from advertising by consumer goods producers.</p>
<p>TV and corporate companies have one thing in common. They are on a highly competitive market. They need sport in this competition, and they are ready to raise the stakes to get sport on their side.</p>
<p>This has been to the great advantage of sports organizations which in their turn are on a market with very low competition. Within each sport, they are de facto monopolies. Internationally and nationally there is only one federation in every sport.</p>
<p>As a result, sport has been able to gather ever-increasing revenues from the sponsors as well as from media companies.</p>
<p><strong>A breeding ground for corruption</strong></p>
<p>Much of this money has been used by the sports presidents to globalise sport and strengthen their own position. The main procedure has been to establish new federations in poor countries with no structure for athletics, handball, volleyball or any other sport and to provide these new federations with generous grants and other kinds of privileges. They have been so eager to recruit new members that FIFA and some other sports federations have more member countries than the United Nations.</p>
<p>The upside of this development is that the leaders of sport can claim that they are breaking the colonial scheme of sport, fulfilling the goal of making their specific sport accessible to the whole world, also to the less privileged people and countries. By involving new groups and giving each new member state a vote, they can with some right say that they are making sport more global and more democratic.</p>
<p>But there is also a remarkable downside. The one-country-one-vote system is also yielding a lot of power to countries with no particular engagement in a given sport, and – if you take into account that the generous amounts are granted without any strict control over their use – power is also given to sports leaders who may think more about their own fortune that about the fate of their sport.</p>
<p>When we are talking sport in a development context, this is a factor we have to take seriously. Can we say without blushing that the fortunes that the international federations have spread out over the developing countries for the past 25 years, have had an important impact on sports participation in the populations? Are the international federations efficient and reliable partners in the expansion of grassroot sport?</p>
<p>At the 2nd Magglingen conference for sport and development in Switzerland in 2005 I had the opportunity to briefly encourage small grassroot sports projects to prepare for a situation where corruption in one project could destroy the reputation of sport in development more broadly.</p>
<p>Immediately a middle-aged man grabbed the microphone and declared he was “livid?: There is no corruption at all in sport for development, he stated, and I owed everybody an apology!</p>
<p>I was quite surprised by this reaction. And I became even more surprised when I found out that the furious man was the Zimbabwean Tommy Ganda Sithole, prominent IOC director of international cooperation and development.</p>
<p>It is not only surprising, it is deeply worrying if a man in that position rejects that sport is vulnerable to corruption everywhere, even in developing countries.</p>
<p>The fact is that sports organisations are too often breeding grounds for corruption, and there is no real interest in stopping this state of affairs from the inside. On the contrary, the power base of the leadership of sport is built on this scheme of clientelism, of quid pro quo.</p>
<p><strong>The family culture</strong></p>
<p>Those few sports leaders who dare speak up against this system of governance, are met with ridicule, exclusion or marginalisation. Such behaviour is not only threatening the power structures, being illoyal to your leaders is also incompatible with the cultural concept that sports leaders like to promote: Sport as a family.</p>
<p>Over and over again, Sepp Blatter and his likes refer to their sport as a family, the football family, the family of volleyball and above all the all-embracing Olympic family.</p>
<p>The family word may produce good feelings in the corridors of power, but is not as innocent and heart-warming as it may seem. The family unity is also used as a shield against open internal debates.</p>
<p>In a family we are loyal to each other. We do not have any real conflicts of interest. We do not hang our dirty laundry out in the open. And at the end of the day, Daddy knows what is best for us.</p>
<p>If sport was regarded as a community rather than a family, conditions for the debate would change radically. They might even become truly democratic. The family is based on the idea that we all share the same interests. Democracy is based on an understanding that we have different interests and it offers us a way to resolve our conflicts. And top do so, it is a prerequisite that the conflicts are visible and can be discussed publicly.</p>
<p>If the affairs of sport really were a matter for sport only, we could leave the family members to take care of themselves. But during the last 30 years, sport has developed into an unparalleled economic, political and cultural power, and it is therefore of fundamental importance to democratic societies that sport takes its internal democracy seriously as exactly that – and stops seeing itself as a family.</p>
<p>Otherwise the world of sport runs the risk of blending into other industrious groups that handle big fortunes, live outside the law, operate freely across borders – and is based on family values. We have a name for this type of organisation – a word borrowed from Italian.</p>
<p><strong>The media as part of the fan crowd</strong></p>
<p>I have now discussed some of the most important internal factors that make sport unable to clean up its governance by itself.</p>
<p>Let me – in equally rough terms – look at those external forces that you would expect to exercise some control.</p>
<p>One is the world I come from as a journalist: The media. I am embarrassed to say that you should not expect too much. Very few, if any, major sport scandals have in the first place been revealed by investigative journalists.</p>
<p>Sports journalism emerged as a twin to sport, in the late 19th century. From the outset, sports journalists has seen themselves as fans, gladly assisting sport with bringing out its message of character building, national pride and peace in the world.</p>
<p>It has probably oiled the media’s willingness to co-operate that sport was always an item that could attract readers and advertisers. And in recent times, the commercial partnership has grown enormously with the TV media as one of the leg in the before mentioned Bermuda Triangle of sport.</p>
<p>So although sport, as I just mentioned, exercises considerable influence in society, journalists are still focused on the battle field rather on the games in the corridors.</p>
<p>To give you an example: When searching in the international newspaper database Lexis-Nexis which covers most of the Western Hemisphere I found only 44 articles mentioning the ISL and FIFA after the decision to settle the case in June. The articles reached only 12 out of the 208 member nations of FIFA.</p>
<p>We often regard the media as the fourth branch of power in democracies. Sport is a notable exception.</p>
<p><strong>Protecting the autonomy of sport</strong></p>
<p>With such a silence from the inside of sports as well as from the media it is hard to blame our elected politicians that they do not react. Why should they?</p>
<p>Sport is regarded as widely popular, and politicians would not like to provoke their voters by opposing sport. Also, sport might single out critical politicians and stop inviting them to getting media exposure at national team games and medal ceremonies.</p>
<p>Moreover, in many countries sport is seen as a part of the independent civil society, a no-go for politicians, and protecting sport’s autonomy is on top of the agenda of all sports organisations.</p>
<p>Whenever the IOC mentions the need for good governance, they also mention autonomy of sport. There is a clear underlying warning to politicians: If they do not listen, sport will react.</p>
<p>Every now and then FIFA issues a bulletin against a member nation’s government for interfering in football’s own issues. Sometimes FIFA might be in its right to do so, but we have seen many cases in which FIFA intervened against governments that tried to stop corrupt football leaders. Ask in Poland, ask in Greece, Kenya, ask right now in Nigeria.</p>
<p>And independently of the reasons, when FIFA threatens a country with being suspended from international football, most governments pull back.</p>
<p>Last but not least, sports organisations prevent political and police intervention by placing their headquarters in countries that have very favourable working conditions.</p>
<p>Home country number one is of course Switzerland where the organisations enjoy special tax privileges plus the same legal status as any local bowling or household association. This means that the kind of corruption that distorts business competition, like in the ISL case, may well be illegal now. But it is still not illegal to hand over personal commissions in relation to internal events, like elections or choosing hosts of sporting events.</p>
<p>So what can we do to demand transparency, democracy and fair play from such important and potent players in a global, billion-dollar entertainment industry, that are intimately linked to the largest consumer good producers, protected by media conglomerates, and blessed with enormous political, financial and cultural influence?</p>
<p><strong>A solution derived from an emerging threat</strong></p>
<p>The solution may be helped forward from an unexpected side, from people that care even less about sport’s integrity and are even more powerful and unscrupulous.</p>
<p>In the past years, the combination of match fixing and illegal gambling on the Internet has become a growing industry and a growing threat to sport – especially to sport as a business.</p>
<p>Match fixing is indeed an impressive threat. Experts assess that the annual revenues in the world gambling market reach 350 billion dollars – out of which 100 billion dollars are derived from the illegal market, dominated by organised crime in Asia.</p>
<p>If the public in general looses confidence in how sports results are made – in equal competition with uncertainty of the outcome – it will not only affect the state gambling companies that finance sports organisations in most of Europe and many other countries around the world.</p>
<p>It will also affect the lucrative Bermuda Triangle seriously and the core business interest of sport, the media and sponsors.</p>
<p>This threat is by nature global, crossing sports as well as geographical boundaries. An increasing number of sports officials understand that a global all-comprehensive threat must be faced with a global all-comprehensive answer.</p>
<p><strong>A global coalition for good governance</strong></p>
<p>Play the Game suggested in 2006 at a seminar organised by the European Council and UEFA, that we let ourselves be inspired by the World Anti Doping Agency which has proved that a legally binding cooperation between governments, supranational institutions and sport can create considerable progress.</p>
<p>We believe it is time to create a new world institution – a “Global Coalition for Good Governance in Sport?.</p>
<p>This new anti-corruption body should be run jointly by the International Olympic Committee and the international sport federations, by the United Nations, by governmental organisations like the EU and the European Council, and – as a supplement to the structure we know from WADA – should also invite representatives of the media, the scientific community, the fan trusts and the sports business side to the board.</p>
<p>The “Global Coalition for Good Governance in Sport? should</p>
<ol>
<li>define minimum standards for transparency, accountability and democratic procedures</li>
<li>have administrative capacity to ensure that the minimum standards are respected</li>
<li>Build up a global co-operation between the betting industry and governments to counter illegal gambling and match fixing</li>
<li>actively welcome sports leaders and administrators, media professionals, sports researchers and other stakeholders to report irregularities</li>
<li>have a legal mandate and professional expertise to investigate cases of mismanagement and corruption, including the right to search sports offices, archives etc. without prior notice</li>
<li>be equipped with right to issue bans against individuals or groups who violate the global standards and suspend those who are under investigation</li>
<li>be provided with a legal status that enables it to report supposed violations to national or international legal authorities for further trial</li>
<li>communicate its findings to the public through annual reports, conferences etc.</li>
</ol>
<p>Though the focus these years is mostly on match fixing, it would be a great failure to focus narrowly on this aspect of corruption which is managed by organised crime.</p>
<p>Also sports organisations and their leaders must accept that they should be held accountable for their practices.</p>
<p><strong>Rays of hope</strong></p>
<p>Last week, the Secretary General of WADA, David Howman, suggested exactly such a WADA-style anti-corruption body to the sports ministers from the Commonwealth countries. He said he will repeat this proposal to the sports ministers from the European Union at their meeting next week.</p>
<p>And a month ago, sports ministers from the European Council agreed to act against match fixing.</p>
<p>Though I may have painted a quite dark picture of sports politics, I see some hope in these recent developments.</p>
<p>More than that, there is a hope in the fact that sport really can be used to more noble ends than filling the pocket and building prestige of a privileged few magicians in sport.</p>
<p>Let us not turn our eyes away from these magicians, let us instead take a much closer look at them and see if their tricks will survive our awareness.</p>
<p>At our next Play the Game conference from 3-6 October 2011 at the German Sport University Cologne, we will once again invite leading whistleblowers, academics, investigative journalists and sports officials to discuss how we can build alliances against corruption and for democracy, transparency and freedom of expression in sport. I sincerely hope that you will take part and contribute with your ideas and efforts to ensure that the many magicians will not make the values of sport disappear.</p>
<p>Let me end on a quote by an author who has highlighted magic more than anybody else, the inventor of Harry Potter, J.K. Rowlings who has said:</p>
<blockquote><p>“We do not need magic to change the world. We carry all the power we need inside ourselves already: we have the power to imagine better.?</p></blockquote>
<p><a href="http://flattr.com/thing/74466/Bribes-as-salaries-for-sports-leaders" target="_blank"><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 08:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>JOHANNESBURG. Lassen wir Fakten sprechen. Dies ist eine Dokumentation (mehr) aus dem Reich des Joseph Blatter und seiner Fédération Internationale de Football Association (FIFA). Es ist eine Geschichte von jenen, die auszogen, Millionen aus dem Fußballgeschäft auf ihre Privatkonten abzuzweigen, die sich seit Jahrzehnten voll fressen wie Maden im Speck, die über die friedensstiftenden Heilkräfte des Fußballs orakeln, die gerade dieser Tage in Afrika wieder halluzinieren, Familienbande beschwören und doch kaum etwas anderes im Sinn haben, als ihre privaten Interessen. Sie werden von nichts und niemandem kontrolliert. Im Gegenteil: Politiker aller Couleur küssen ihnen die Füße, schließlich bewerben sich gerade wieder elf Länder um <a title="tag WM 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2018/" target="_self">kommende</a> <a title="tag WM 2022" href="http://www.jensweinreich.de/category/wm-2022/" target="_self">Weltmeisterschaften</a>.</p>
<p>Dass sie machen können, was sie wollen, dass in der Spezialdemokratie andere Regeln gelten, wurde selten eindrucksvoller bewiesen als mit jenem Deal, den FIFA-Funktionäre, letztlich auch die FIFA und die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug gerade in der Causa ISL/ISMM geschlossen haben. Der Deal geht so:</p>
<p>Hohe FIFA-Offizielle haben Millionensummen an Schmiergeld kassiert, FIFA-Offizielle haben sich über Jahre bestechen lassen, FIFA-Offizielle agierten zutiefst korrupt, und weil das ausnahmsweise mal gut dokumentiert ist, zahlt man halt 5,5 Millionen CHF an die Schweizer Staatskasse und kauft sich damit quasi frei. Wichtig ist nur:</p>
<p>Alle Beteiligten sind sich einig darin, dass die Namen aller Schmiergeldempfänger nie öffentlich werden dürfen.</p>
<p>Es gibt Juristen, die so etwas als <strong>Korruptionsverdunklungsvertrag</strong> bezeichnen. Und das ist nicht der erste in diesem Fall. Ich finde den Begriff zutreffend.</p>
<p>Bevor ich die Einzelheiten dokumentiere, genießen wir zunächst die FIFA-Propaganda und hören auch, was die Staatsanwaltschaft Zug sagt.</p>
<p>Die FIFA <a title="FIFA PM vom 24. Juni 2010" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/news/newsid=1256730.html#erklarung+fifa+heutigen+bekanntgabe+staatsanwaltschaft+zug" target="_blank">erklärt</a>:</p>
<blockquote><p>Die FIFA reagiert mit Befriedigung darauf, dass die Staatsanwaltschaft Zug ihre Ermittlungen im Zuge des &#8220;ISL/ISMM-Falles&#8221; abgeschlossen hat.</p>
<p>Es sei daran erinnert, dass die Entscheidung einen Sachverhalt betrifft, der vor dem Jahr 2000 lag, und dass es keine gerichtliche Verurteilung der FIFA gab. Der FIFA-Präsident wurde von jeglichem Fehlverhalten in dieser Angelegenheit freigesprochen.</p>
<p>Da die Untersuchung und damit auch der Fall nun endgültig abgeschlossen sind, wird die FIFA keine weiteren Erklärungen dazu abgeben.</p></blockquote>
<p>Die Staatsanwaltschaft <a title="Kanton Zug" href="http://www.zio.ch/verfahren+nach+wiedergutmachung+eingestellt/28202/detail.html  " target="_blank">teilt mit</a>:</p>
<blockquote><p>Verfahren nach Wiedergutmachung eingestellt</p>
<p>Der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) wurden Provisionszahlungen von mehreren Millionen Schweizer Franken vorenthalten. Weil die Beschuldigten den Schaden in angemessenem Umfang wiedergutmachten, wurde das Verfahren gegen sie eingestellt.</p>
<p>Der vorliegende Fall geht zurück ins Jahr 2001. Im Mai 2001 wurde aufgrund einer Anzeige der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) gegen Verantwortliche des Managements der ISMM/ISL-Gruppe ein Verfahren eingeleitet. Das ehemalige Untersuchungsrichteramt Zug schloss jenes Verfahren mit Verfügung vom 18. März 2005 ab und überwies dieses an die damalige Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zur Anklageerhebung. Die Staatsanwaltschaft hat in der Folge „bezüglich der meisten Vorwürfe Schuldsprüche beantragt“. Die anschliessenden Verfahren vor erster und zweiter Instanz der Zuger Gerichtsbehörden führten in den meisten Fällen zu Freisprüchen.</p>
<p>Im Anschluss an die einleitend erwähnte Strafuntersuchung wurde am 8. August 2005 von Amtes wegen ein weiteres Verfahren gegen Unbekannt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zum Nachteil der FIFA eröffnet. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse, denen ausgedehnte Abklärungen im In- und Ausland zu Grunde liegen, musste das Verfahren auf mehrere Personen ausgedehnt werden. Nachdem die abgenommenen Beweise eine Beurteilung des objektiven Tatbestandes ermöglichten und eine Wiedergutmachung des durch die Beschuldigten verursachten Schadens erfolgt war, wurde das Strafverfahren gestützt auf Art. 53 StGB eingestellt.</p>
<p>Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig. Provisionszahlungen als Auslöser des Verfahrens Ausländische Personen von FIFA-Organen kamen bis ins Jahr 2000 in den Genuss von Provisionen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden. Diese Zuwendungen standen einerseits im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen dieser Gruppe und andererseits erfolgten diese Zahlungen aus Gründen der Verknüpfung der Provisionsempfänger mit der FIFA. Die Zahlungsadressaten unterliessen es, die Gelder an die FIFA weiterzuleiten und verwendeten die Vermögenswerte für ihre eigenen Zwecke. Die FIFA ihrerseits unterliess es, die ihr zustehenden Vermögenswerte von den Beschuldigten einzufordern. Sie wurde in diesem Umfang geschädigt.</p>
<p>Die Beschuldigten haben im Rahmen des Verfahrens den Empfang der Gelder nicht in Abrede gestellt, verneinten jedoch eine strafrechtliche Verantwortung. Sie zeigten sich aber bereit, den von der Staatsanwaltschaft als einer Wiedergutmachung zugänglich qualifizierten Betrag von 5.5 Millionen Franken zu bezahlen. Damit konnte der Schaden in diesem Umfang wieder gutgemacht werden. Ein Teil der Wiedergutmachungszahlungen in der Höhe von 2.5 Millionen Franken kommt gemeinnützigen Organisationen zu. Die Beschuldigten haben zudem die Verfahrenskosten übernommen.</p></blockquote>
<p>Mir fehlt die Zeit, alle Absurditäten dieser Erklärungen aufzulisten.</p>
<p>Mit diesem Deal könnte das letzte Kapitel in der juristischen &#8220;Aufarbeitung&#8221; des größten Bestechungsskandals der olympischen Sportgeschichte geschrieben worden sein. Es geht um mindestens 138 Millionen Schweizer Franken, mit denen das Firmen-Konglomerat ISL/ISMM, zwanzig Jahre lang unangefochtene Nummer eins der Welt im Sportmarketing, zahlreiche hochrangige Sportfunktionäre geschmiert hat, um an die lukrativsten, milliardenschweren TV- und Sponsorenverträge zu gelangen. Diese 138 Millionen sind aber nur die Spitze des Eisberges, nimmt man kriminalistisches Basiswissen zum Maßstab und bedenkt, dass 95 bis 98 Prozent aller Korruptionsfälle unentdeckt bleiben, so errechnet sich über die zwei Jahrzehnte der ISL-Herrschaft im olympischen Sportmarketing leicht eine Milliardensumme.</p>
<p>Es ist ein Wirtschaftskrimi, ein Politkrimi, <a title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">Geheimdienste</a> <a title="IOC-Ehrenpräsident Samaranch und der KGB" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/ioc-ehrenprasident-samaranch-und-der-kgb/" target="_self">mischten</a> <a title="† Anwar Chowdhry" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/" target="_self">auch stets mit</a>. Es ist ein Thriller. Denn es war schließlich <a title="alle Beiträge von und mit Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/page/2/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, der Blatter-Freund, der Havelange-Freund, der Schmiergeldbote und treuer Diener des ISL-Gründers Horst Dassler, der mehrfach in kleinen Kreisen bekannt hat: Wenn er die Namen aller Schmiergeldempfänger ausplaudern würde, wäre er ein toter Mann.</p>
<p>Präzise betrachtet geht es um mehr als diese 138 Millionen oder von mir aus auch eine Milliarde. Das gesamte System basierte auf Korruption (oder basiert noch?), die Vergabe von Marketingrechten, die Wahl von Präsidenten und anderen Offiziellen, die Vergabe von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften &#8211; alles ist miteinander verwoben. Eigentlich müsste Sportgeschichte neu geschrieben werden.</p>
<p>Erinnern wir uns an den ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug:</p>
<p>Der Richter:</p>
<blockquote><p>“Das hat etwas Verschwörerisches an sich!&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein ehemaliger ISL-Manager:</p>
<blockquote><p>“Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind die Sportfunktionäre/d. A.) sich dran halten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist:</p>
<blockquote><p>“Als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Zahlungen sind betriebswirtschaftlich notwendig, sind echte Aufwandspositionen. Nur die andere Seite möchte nicht genannt werden, das ist das Sensitive.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein anderer ISL-Manager:</p>
<blockquote><p>“Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.&#8221;</p></blockquote>
<p>So lief&#8217;s Business:</p>
<div id="attachment_3986" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-3986" title="Chart ISMM bribery system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="540" height="680" /><p class="wp-caption-text">Chart ISMM bribery system, basierend auf Gerichtsakten und Zeugenaussagen</p></div>
<p>Ich kann es niemandem, der wirklich an diesem Thema und den Hintergründen interessiert ist, abnehmen, sich die Fakten anzusehen, ausführlich dokumentiert:</p>
<ul>
<li><a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: mitsamt Zeitleisten und Übersicht zum ISL-Portfolio</a></li>
<li><a title="Gericht rügt FIFA &quot;täuschendes Verhalten&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/30/gericht-rugt-fifa-tauschendes-verhalten/" target="_self">Gericht rügt FIFA: &#8220;täuschendes Verhalten&#8221;</a></li>
<li><a title="Kommunikationsherrscher als Leserbriefschreiber" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/11/die-fifa-kommunikationsherrscher-als-leserbriefschreiber/" target="_self">Kommunikationsherrscher als Leserbriefschreiber: die FIFA</a></li>
</ul>
<p>Lange bevor wir an etliche Kilo ISL-Akten kamen, haben Thomas Kistner und ich mal aufgeschrieben (ebenfalls basierend auf etlichen exklusiven Dokumenten), wie sich ISL und Leo Kirch einst die TV-Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 gesichert haben &#8211; auch ein Milliardendeal, wer mal in den ersten Vertrag reinschauen möchte, bitte sehr:</p>
<ul>
<li><a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/" target="_self">Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL</a></li>
</ul>
<p>Bevor Sepps Kommunikationsarbeiter, seine juristische Abteilung und seine teuren Zürcher Anwaltsfreunde aktiv werden, gebe ich den Herrschaften flink jene <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korruption#Transparency_International" target="_blank">Definition von Korruption</a> mit auf den Weg, die hier stets verhandelt wird, die sich die Kameraden aber nie merken können:</p>
<blockquote><p><strong>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil.</strong></p></blockquote>
<p>Wer es genauer wissen will, Analysen zu Strukturen und Formen der Korruption im Sport mit Dutzenden Links zu Originaldokumenten:</p>
<ul>
<li><a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li>
<li><a title="Korruptionsmaßnahmen gegen Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/12/korruption-im-sport-praventionsmasnahmen/" target="_self">Präventionsmaßnahmen gegen Korruption im Sport</a></li>
<li><a title="Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur" href="http://www.jensweinreich.de/2009/09/24/der-sport-braucht-wohl-doch-eine-welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self">Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self">Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self"></a><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-2-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-2-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-3-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-3-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-4-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-4-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-5-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-5-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/"></a><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-6-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
</ul>
<p>Ich habe eingangs gesagt: Lassen wir Fakten sprechen. Propaganda begegnet man am besten mit Fakten, oder?</p>
<p>Die aktuelle Entwicklung in Zug habe ich seit Mittwochabend für verschiedene Medien aufgeschrieben, am Donnerstag stand schon ein Beitrag exklusiv in der <strong>NZZ</strong>, heute beispielsweise in der <a title="Millionenschweres Geheimnis" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0625/wm2010/0017/index.html" target="_self">Berliner Zeitung</a>:</p>
<p><strong>Millionenschweres Geheimnis</strong></p>
<p><em>Hochrangige Fifa-Funktionäre kaufen sich frei</em></p>
<p>JOHANNESBURG. Im größten Bestechungsskandal der olympischen Sportgeschichte sind Funktionäre aus dem Umkreis des Fußball-Weltverbands Fifa zentral involviert. Einige dieser Fifa-Offiziellen, die viele Millionen Schweizer Franken kassierten, haben sich nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft Zug nun quasi freigekauft. Nachdem hochrangige Fußballfunktionäre eine sogenannte &#8220;Wiedergutmachungszahlung&#8221; in Höhe von 5,5 Millionen Schweizer Franken geleistet haben, wird das Verfahren eingestellt. Für den Fifa-Präsidenten Joseph Blatter aber kommt dieser Deal einem WM-Gewinn gleich.</p>
<p>Der Hintergrund: Im Frühjahr 2008 wurde während des Prozesses gegen sechs ehemalige Manager der Sportmarketinggruppe ISL/ISMM die Zahlung von 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an hohe Funktionäre des olympischen Weltsports dokumentiert. Zu den Geschäftsprinzipien der Firmengruppe gehörte es, mit Bestechungszahlungen an lukrative und teilweise milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen, mit Sportorganisationen wie dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dem Fußball-Weltverband Fifa sowie anderen Verbänden (u. a. Leichtathletik, Schwimmen, Basketball). In Deutschland etwa wurden viele Jahre die dubiosen Umstände diskutiert, unter denen der damalige Fifa-Generalsekretär Blatter half, der ISL und der Kirch-Gruppe die milliardenschweren TV-Rechte an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 zuzuschustern.</p>
<p>&#8220;Ausländische Personen von Fifa-Organen kamen bis ins Jahr 2000 in den Genuss von Provisionen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden&#8221;, teilt die Staatsanwaltschaft nun mit. &#8220;Die Zahlungsadressaten unterließen es, die Gelder an die Fifa weiterzuleiten und verwendeten die Vermögenswerte für ihre eigenen Zwecke. Die Fifa ihrerseits unterließ es, die ihr zustehenden Vermögenswerte von den Beschuldigten einzufordern. Sie wurde in diesem Umfang geschädigt.&#8221;</p>
<div id="attachment_8692" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/the-fifa-family.gif"><img class="size-full wp-image-8692" title="Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schiedsrichterkommissionschef &Aacute;ngel María Villar Llona (Spanien/frag nach bei Lord Triesman)" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/the-fifa-family.gif" alt="" width="530" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schiedsrichterkommissionschef &Aacute;ngel María Villar Llona (Spanien/frag nach bei Lord Triesman)</p></div>
<p>Der ehemalige ISL-Finanzchef Hans-Jürg Schmid erklärte seinerzeit vor Gericht: &#8220;Das ist, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden.&#8221; Der einstige ISMM-Verwaltungsratschef Christoph Malms sagte damals aus: &#8220;Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts. Ohne das geht es nicht.&#8221;</p>
<p>In den Gerichtsunterlagen tauchten als Zahlungsempfänger die Fifa-Exekutivmitglieder Nicolas Leoz (Paraguay) und Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira auf &#8211; letzterer über seine Firma Renford Investments, die er gemeinsam mit dem langjährigen Fifa-Präsidenten João Havelange betrieb und die von der ISL-Gruppe mindestens 2,5 Millionen Franken erhielt. Nur ein Bruchteil der bestochenen Funktionäre ist namentlich bekannt. Zur Verantwortung wurde allerdings niemand gezogen.</p>
<p>Im Zusammenhang mit den Ermittlungen, die während des Konkurses der ISMM-Gruppe im Frühjahr 2001 eingeleitet wurden, eröffnete die Staatsanwaltschaft im August 2005 ein weiteres Verfahren &#8211; diesmal gegen unbekannt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zum Nachteil der Fifa. Damals hatte der einstige ISL-Manager und erwiesene Schmiergeldbote Jean-Marie Weber an den Konkursverwalter des ISL-Konglomerats 2,5 Millionen Franken gezahlt. Mit diesem Geld, dessen Herkunft unbekannt ist, wurde ein von Juristen als Korruptionsverdunklungsvertrag bezeichnetes Abkommen geschlossen: Im Gegenzug verpflichtete sich der Konkursverwalter, keine Verfahren gegen Fußballfunktionäre zu eröffnen und die Namen der Schmiergeldempfänger nicht zu veröffentlichen.</p>
<p>Das zweite Kapitel in diesem Korruptionsverdunklungsvertrag schreibt nun die Staatsanwaltschaft. Die Bestochenen zahlen 5,5 Millionen &#8211; und ihre Namen werden auf immer geheim bleiben. Die Staatsanwaltschaft benutzt erstaunlicher Weise statt der korrekten Begriffe &#8220;Schmiergeld&#8221; oder &#8220;Bestechungsgeld&#8221;, die im Prozess von den Richtern herausgearbeitet wurden, die verharmlosende Vokabel &#8220;Provision&#8221;.</p>
<p>Die Funktionäre des Weltverbandes Fifa haben &#8220;den Empfang der Gelder nicht in Abrede gestellt, verneinten jedoch eine strafrechtliche Verantwortung&#8221;, heißt es. Strafrechtlich war Korruption zu dieser Zeit in der Schweiz nicht zu ahnden &#8211; zivilrechtlich schon. Gemäß Gerichtsaussage des ehemaligen ISMM-Chefs Malms war das System der Bestechungszahlungen (&#8220;Provisionen&#8221;) von der eidgenössischen Steuer, der KPMG und renommierten Zürcher Kanzleien (Niederer Kraft &amp; Frey, Prager Dreifuss) mit &#8220;abgesegnet und gutgeheißen&#8221; worden. Letztlich hat nun auch die Staatsanwaltschaft das System abgesegnet.</p>
<div id="attachment_7526" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-7526" title="FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/sepp-don-web.jpg" alt="" width="530" height="398" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona</p></div>
<p>Natürlich hat Sepp gut Lachen.</p>
<p>Hier entlang geht es übrigens zum <a title="Stil- und Textkritik: der FIFA-Ethik-Code" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">FIFA-Ethik-Code</a> und einer Stil- und Textkritik des einmaligen Werkes.<br />
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		</item>
		<item>
		<title>Und es sprach der Ruler of Dubai: &#8220;This is your chance! I have my people here. What can I do for you?&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 10:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>DUBAI. Ich bin ein Idiot. Habe gerade die Chance meines Lebens verpasst. War heute morgen von <a title="The Ruler of Dubai" href="www.sheikhmohammed.ae" target="_blank">Scheich Mohammed</a>, dem Ruler of Dubai, zum Stehfrühstück geladen. Angemessen lässig plauderten der Scheich und seine Junior-Gattin Haya, iOC-Mitglied und Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, über die olympische Welt, Dubais Olympia-Ambitionen, den Reitsport und die Messe <a title="Sportaccord 2010" href="http://www.sportaccordconvention.com" target="_blank">Sportaccord</a>, dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und Sportpolitik, das dieser Tage im Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel stattfindet. Über die <a title="Steroid Nation" href="http://grg51.typepad.com/steroid_nation/2009/08/dubai-shiekh-mohammed-bin-rashid-almaktoum-du-winny-horse-doper.html" target="_blank">Dopingsperre</a>, die Mohammed gerade hinter sich hat, wurde nicht geredet. Nach einer Weile geruhte der Ruler of Dubai, den Haya stets mit His Highness ansprach, recht eindringlich und äußerst nett zu fragen, ob er etwas für mich tun könne. Ob ich Wünsche hätte. Ich solle es nur sagen, frei heraus.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;This is your chance! I have my people here. What can I do for you?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Ja, ich hatte Wünsche. Jede Menge. Aber ich war zu feige, die auszusprechen. Schätze mal, es ging dem Dutzend Kollegen, die Mohammed lauschen durften, ähnlich. Im Einzelgespräch mit dem Scheich wäre uns der eine oder der andere Wunsch gewiss über die Lippen gekommen.</p>
<p>Ein paar Minuten später gab es eine zweite Chance, als der Scheich und Ruler seinem Bruder Scheich Ahmed das Wort erteilte. Der jüngere Scheich ist u.a. Boss der <a title="Scheich Ahmed, Emirates Airline" href="http://www.theemiratesgroup.com/english/our-company/leadership/leadership.aspx" target="_blank">Emirates Airline</a> und zählt als solcher zu den größten Sport (vor allem Fußball) Sponsoren des Planeten. Auch diese Chance ließ ich ungenutzt verstreichen.</p>
<p>Von dieser Unfähigkeit muss ich mich erstmal erholen und meinem Tagesgeschäft nachgehen, das heute darin besteht, eine kleine Geschichte über <a title="alle Beiträge zu Pyeongchang 2018" href="http://jensweinreich.de/category/pyeongchang-2018/" target="_self">Pyeongchang</a> und die Olympiabewerbung 2018 zu basteln. Vor dem Frühstück beim Scheich Mohammed war ich zum Frühstück bei Governor Kim aus Pyeongchang, bei NOK-Präsident Park und Yang Ho Cho, dem Chairman of Korean Air. Auf dem Rückweg vom Sofitel ins Atlantis plauderte ich von Freelancer zu Freelancer mit meinem alten Freund Jean-Marie. Ich erwähne das nur deshalb, weil <a title="alle Beiträge mit Erwähnung von Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie</a> ja Stammgast ist hier im Blog und zuletzt während der Olympischen Winterspiele in <a title="alle Beiträge zu den Winterspielen in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/category/vancouver-2010/" target="_self">Vancouver</a> die Frage aufgeworfen wurde, ob er in Kanada weilte oder nicht. Er war nicht dort. Hatte viel zu tun in Angola beim Africa Cup of Nations im Auftrag von CAF-Präsident und IOC-Mitglied Issa Hayatou und war dann froh, wieder nach Hause zu kommen.</p>
<p>Das ist übrigens das Hotel <a title="Atlantis the Palm" href="http://www.atlantis-the-palm.dubai.de/2-Fakten.html" target="_blank">Atlantis the Palm</a> der <a title="Kerzner Group" href="http://www.kerzner.com/kerzner.html" target="_blank">Kerzner Group</a>, ich fand immer, so ein Sportkongresss müsste mal hier ausgetragen werden, seit ich vor Jahren mal das Atlantis auf den Bahamas gesehen hatte (wo inzwischen die FIFA tatsächlich einen Kongress tanzen ließ).</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/atlantis.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-7829" title="Atlantis the Palm Dubai" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/atlantis.gif" alt="" width="530" height="298" /></a></p>
<p>Und das ist, nur zur Dokumentation, so viel Öffentlichkeit muss sein in diesem Blog, Jean-Marie im Gespräch mit IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss &#8211; von Elsässer zu Elsässer.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7830" title="JMW, Dubai" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/jmw.gif" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Die beiden verbliebenen Geschäftsführer der Münchner Olympiabewerbung, <a title="Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Willy Bogner</a> und Bernhard Schwank sind natürlich auch da, nach dem Abschied von <a title="München 2018: Abschied von Richard Adam" href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/munchen-2018-trennt-sich-von-geschaftsfuhrer-adam/" target="_self">Richard Adam</a> haben sie gut Lachen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7831" title="Willy Bogner, Bernhard Schwank" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/bognerschwank.gif" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p>Neulich in <a title="alle Beiträge zu Sotschi" href="http://jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> und Krasnaja Poljana habe ich übrigens jede Menge Bogner-Läden in Bestpositionen gesehen. Dazu, wie zu vielem anderen, später mehr. Ich muss mal wieder vertrösten, bin noch den Reisebericht von Moskau nach Berlin schuldig und vieles andere mehr. Als Beweis meines guten Willens liefere ich zunächst den Reisebericht meines <a title="Berlin - Moskau. Mit dem Bus." href="http://jensweinreich.de/2010/04/18/moskau-berlin-mit-dem-bus/" target="_self">Leidensgefährten</a> <a title="alle Beiträge zu Klaus Schormann" href="http://jensweinreich.de/?s=schormann" target="_self">Klaus Schormann</a>, Präsident des Weltverbandes der Modernen Fünfkämpfer.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
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		<title>Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 23:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KAPSTADT. Möchte mal jemand einen Original-Milliardenvertrag sehen, in dem die TV-Rechte der Fußball-Weltmeisterschaften geregelt werden? Kein Problem, zeige ich gern, habe ich noch nie gezeigt. Hier also das so genannte Shortform-Agreement, einst abgeschlossen zwischen der FIFA, der ISL (Sporis Holding) und Leo Kirch (Taurus Film) mitsamt aller Zahlungverpflichtungen. Was fehlt, sind eigentlich nur etwaige Bestechungssummen, sollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>KAPSTADT. Möchte mal jemand einen Original-Milliardenvertrag sehen, in dem die TV-Rechte der Fußball-Weltmeisterschaften geregelt werden?</p>
<p>Kein Problem, zeige ich gern, habe ich noch nie gezeigt. Hier also das so genannte Shortform-Agreement, einst abgeschlossen zwischen der FIFA, der ISL (Sporis Holding) und Leo Kirch (Taurus Film) mitsamt aller Zahlungverpflichtungen. Was fehlt, sind eigentlich nur etwaige Bestechungssummen, sollte es die gegeben haben, rein theoretisch.</p>
<ul>
<li><a title="TV-Vertrag WM 2002 und 2006" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/shortform-agreement.pdf" target="_self">Vertrag über die Fernsehrechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006</a> <em>(pdf, 10 Seiten, 600 kb) </em></li>
</ul>
<p>Ich übertreibe es mal wieder mit dieser Nachtlektüre. <em>Andreas</em> fragt in den Kommentaren zum Beitrag &#8220;<a title="Katar und die Fußball-WM 2002 ..." href="http://jensweinreich.de/?p=5979" target="_self">Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank</a>&#8220;, wie &#8220;<a title="Kommentar von Andreas" href="http://jensweinreich.de/?p=5979#comment-16457" target="_self">man eigentlich logisch erklären</a>&#8221; könne, dass für die TV-Rechte an der Fußball-WM 2006 plötzlich 1,5 Milliarden CHF gezahlt wurden, wo doch für die drei Weltmeisterschaften zuvor (1990, 1994, 1998) nur 340 Millionen CHF gezahlt worden sind. Nun, die Antwort lautet:</p>
<ol>
<li>Die Verträge zuvor waren vom damaligen FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter dilletantisch ausgehandelt.</li>
<li>Die Verträge 2002 und 2006 mussten offenbar an die ISL-Gruppe (die damalige Holding war die Sporis, aus der später die ISMM wurde) vergeben werden. Denn die ISL hatte im Dezember 1995 im japanischen Karuizawa überraschend vom IOC den Laufpass bekommen und wurde aus dem TOP-Programm katapultiert. Um ohne die IOC-Sponsorenrechte bzw. das Makeln derselben, was mit 20 Prozent Provision plus Erstattung sämtlicher Kosten vergütet wurde (kein Wunder, dass Richard Pound und Michael Payne damals den Vertrag auflösten), hätte die ISL-Gruppe nicht mehr existieren können. Binnen eines halbes Jahres wurde aus der ISL, die bis dahin nur Sponsorenrechte im olympischen Bereich gemakelt hatte, eine TV-Vermarktungsfirma. Jean-Marie Weber (ISL/Sporis) verbündete sich mit Taurus des Leo Kirch. Der wiederum hatte damals in der Schweiz in aller Stille die Vermarktungsfirme Prisma gegründet und zahlreiche Experten aus anderen Firmen abgeworben &#8211; in weiser Voraussicht, dass er mit der ISL die WM-TV-Rechte erwerben würde.</li>
</ol>
<p>Nachfolgend das entsprechende Kapitel aus dem Buch &#8220;<a title="Das Milliardenspiel" href="http://jensweinreich.de/?page_id=6" target="_self">Das Milliardenspiel</a>&#8220;, das ich 1998 gemeinsam mit Thomas Kistner veröffentlicht habe. Das Kapitel ist unredigiert, wurde im Februar 1998 geschrieben. (Der SPIEGEL schrieb damals zum Erscheinen des Buches: &#8220;<a title="Der Spiegel, März 1998" href="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=7851547&amp;aref=image017/SP1998/013/SP199801301520154.pdf&amp;thumb=false" target="_blank">Revolution am Hofe Havelange</a>&#8220;) Insofern ist es wichtig, sich die Erkenntnisse aus dem ISL-Strafprozess hinzuzudenken, wonach <a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">die ISL-Gruppe offenbar sämtliche Verträge mit Schmiergeld akquiriert hat</a> &#8211; das ist gerichtsfest. Es empfiehlt sich außerdem, mal danach zu googeln, wie Kirch in der Fußballwelt seine Verträge finanziert hat. Da ist einiges publiziert worden, als sein Imperium um die Jahrtausendwende zusammenbrach.</p>
<p>Selbstverständlich sind alle Zitate der nachfolgenden Buch-Passage, etwa aus den Briefen von Eric Drossart und denen von Blatter, mit den entsprechenden Dokumenten zu belegen. Ich habe die alten Fax-Kopien auch noch irgendwo eingescannt im Archiv.</p>
<p>Ich erinnere mich an ein Abendessen mit dem damaligen Kirch-Adlatus und Geschäftsführer Dieter Hahn, der in München einige Journalisten ein geladen hatte. Er sagte damals, er hätte &#8220;Das Milliardenspiel&#8221; mit größtem Interesse gelesen. Sehr interessant sei die Lektüre gewesen, aber das Beste, so Hahn, &#8220;haben sie nicht geschrieben&#8221;. Tut mir auch leid, ich hätte das Beste gern gewusst und juristisch wasserdicht gehabt.</p>
<p>Hier also das Kapitel, für Feinschmecker wie <em>Andreas</em>:</p>
<blockquote><p><strong>Der große Coup</strong></p>
<p>Über die besondere Vertrauensbeziehung zwischen Havelange und Weber war in der Branche schon immer getuschelt worden. Manchmal machten fast schon ehrenrührige Geschichten die Runde &#8211; vor allem, als die FIFA am 3. Juli 1996 die Verwertung ihrer Fernsehrechte (außer USA) für die Weltmeisterschaften der Jahre 2002 und 2006 vergab. Nutznießer waren die <em>Sporis</em>-Holding und die <em>TaurusFilm</em> GmbH, ein Unternehmen aus der Firmengruppe des Münchner Medienmoguls Leo Kirch. Erstmals in der Geschichte der Fußball-WM wurde mit dieser Aufgabe also kein öffentlich-rechtliches Fernsehunternehmen mehr betraut. Laut schrien die Verlierer auf nach jener äußerst dubiosen Abstimmung des Exekutivkomitees Anfang Juli 1996. Die Nerven lagen blank. Am besten faßte die Konfusion ein Mitbewerber zusammen: &#8220;Das, was der Herr Kirch meint, gekauft zu haben, was die ISL meint, vermittelt zu haben, und was die FIFA meint, verkauft zu haben, sind drei verschiedene Paar Schuhe.&#8221;</p>
<p>Als schärfste Kritiker der FIFA traten plötzlich jene hervor, die mehr als zwei Jahrzehnte lang die WM-Fernsehrechte innehatten: Das Konsortium unter Führung der EBU, das in dem Bewerbungsprozeß als Vertreter sämtlicher öffentlich-rechtlicher Anstalten des Erdballs aufgetreten war. EBU-Generalsekretär Jean-Bernard Munch wetterte über eine &#8220;nicht transparente Entscheidungsfindung&#8221; durch die FIFA. Er äußerte sogar den Verdacht, daß <em>Sporis</em>/ISL und die Kirch-Gruppe das EBU-Angebot kannten, bevor sie es um 600 Millionen Franken überboten. Munch sagte weiter, ISL-Geschäftsführer Jean-Marie Weber, der auch inoffizieller Berater von Havelange sei, sei der entscheidende Mann in diesem Geschäft gewesen. Zwar könne er es nicht beweisen, so der langjährige Insider, &#8220;aber es wäre mir unverständlich, wenn Weber unser Angebot nicht gesehen haben sollte&#8221;. Dagegen habe die EBU &#8220;bis zuletzt nicht gewußt, daß Kirch/<em>Sporis</em> dabei waren&#8221;, ergänzte Sportdirektor Richard Bunn. FIFA-Direktor Keith Cooper bezeichnete Munchs Vermutung eilig als &#8220;absurd&#8221;. Auch ISL-Sprecher Christoph Malms, der sonst die Kontakte Webers über alle Maßen lobt, wollte davon nichts wissen. Weber sei kein FIFA-Berater und man habe das EBU-Angebot nicht gekannt.</p>
<p>Auch mit einem Abstand von fast zwei Jahren hat sich die Verärgerung in der Branche nicht gelegt. Und sie fokussiert sich immer noch auf den heiklen Verdacht der persönlichen Seilschaften. EBU-Sportdirektor Bunn meint rückblickend, die FIFA habe &#8220;eine völlig unnormale Geschäftspraxis&#8221; bewiesen. Die Entscheidung sei auch deshalb &#8220;absolut merkwürdig&#8221; gewesen, weil sich das EBU-Angebot (2,2 Milliarden, Produktionskosten exklusive) letztlich &#8220;in der gleichen Höhe bewegt hat wie das von <em>Sporis</em> und Kirch&#8221; (2,8 Milliarden, Produktionskosten inklusive). &#8220;Wir waren bereit, viel Geld auszugeben, und wir hatten ja bereits das gesamte Knowhow dazu. Außerdem hätte sich die FIFA den ganzen Ärger mit dem Pay-TV erspart.&#8221;</p>
<p>Die begünstigenden Umstände, unter denen <em>Sporis</em>/ISL in das für sie fremde Fernsehgeschäft eingestiegen sind, waren damals auch anderen Konkurrenten bekannt. Zwischenzeitlich sah sich die FIFA selbst zu der Erklärung genötigt, es habe keinerlei Vorabsprachen mit einer Firma gegeben. Angesichts der eigenartigen Konstellation hatte sich manch einer für den sofortigen Rückzug entschieden: Medienzar Rupert Murdoch etwa, wahrlich kein blutiger Anfänger auf diesem Sektor. Dessen <em>News Corporation</em> sprang vom Bieterkarussell ab, angeblich, weil Murdoch der FIFA nicht über den Weg traute und weil ihm der geplante Abschluß bis ins Jahr 2006 in dem schnellebigen Geschäft einfach zu lang erschien.</p>
<p>Wie Kirch und die <em>Sporis</em>-Tochter ISL zueinander fanden, ist ebenfalls ein gut gehütetes Geheimnis. Malms &#8220;weiß nicht mehr so genau, wie wir mit denen ins Geschäft kamen&#8221; &#8211; was von bemerkenswerter Vergeßlichkeit zeugt, nur ein Jahr nach dem Erhalt der Rechte. Eine wirtschaftliche Notehe sei es aber nicht gewesen, &#8220;wir hätten auch anders die finanziellen Garantien über die Banken bringen können.&#8221; Da verwundert ein wenig, daß es in den ersten Verlautbarungen nach dem Fernsehdeal zunächst Kirch alleine war, der für die Gesamtsumme von 3,4 Milliarden Mark bürgen sollte. Eingeweihte meinen sich erinnern zu können, daß Kirch und der verstorbene Horst Dassler schon in den achtziger Jahren über gemeinsame Projekte nachgedacht haben. Die beiden Bayern waren ja im CSU-Staat nicht allzu fern voneinander.</p>
<p>Weil Kirch dann unmittelbar nach der FIFA-Entscheidung sein Digitalfernsehprojekt DF 1 startete, hub in Deutschland sofort eine erbitterte Diskussion an: Werden die Spiele der Fußballweltmeisterschaften künftig exklusiv nur noch im Pay TV übertragen &#8211; oder weiterhin in frei zugänglichen Kanälen? Medienexperten jeder Couleur wettern seither lautstark durcheinander. Kurioserweise schrieen dabei immer wieder auch Kirchs CDU-Parteifreunde auf, die mit auffallend wachsweichen Mediengesetzen erst zur Ausbreitung seines Imperiums beitrugen. Es ist viel Heuchelei im Spiel, auf allen Seiten. Nüchtern betrachtet ist es so: Die FIFA hat sich an den Fernsehfreibeuter Kirch verkauft. Und der Programmdirektor der Nation nutzt den Fußball, den jetzt so mancher Diskutant als Kulturgut geschützt sehen will, als Vehikel, um seine Herrschaft auf dem Fernsehmarkt weiter auszubauen. Selbst wenn der beträchtliche Betrag von 2,8 Milliarden Schweizer Franken (1,3 Milliarden für 2002 &#8211; 1,5 Milliarden für 2006), den <em>Sporis</em> und Kirch der FIFA garantieren, durch den Weiterverkauf der Rechte nicht gedeckt werden sollte &#8211; Kirch würde daran nicht zugrunde gehen. Zum einen hat er ja nur die Hälfte der Summe zu verantworten, zum anderen ist anzunehmen, daß er raffiniert genug sein wird, im Sog des Fußballs seine umfänglichen Filmpakete teurer zu verkaufen und damit mögliche Verluste im Rechtehandel wettzumachen.</p>
<p>FIFA-Präsident Havelange und Generalsekretär Blatter indes war ein hilfreicher Doppelpaß mit den alten Gefährten gelungen. Vor allem das Kontaktmonopol des Jean-Marie Weber bewahrte die ISL davor, nach dem IOC auch noch die FIFA zu verlieren &#8211; dieser Schluß scheint einleuchtend zu sein. Dem einstigen Branchenführer ISL hatte immerhin der vollständige Abschied aus dem großen Sportgeschäft gedroht. Nachdem die Trennung vom IOC beschlossene Sache war, mußte die ISL, ein Neuling im Fernsehgeschäft, offenbar unbedingt den TV-Vertrag der FIFA bekommen &#8211; zumal es die ISL-Manager in jenen verwirrenden Monaten auch nicht geschafft hatten, ihre Option auf den Marketingvertrag mit der FIFA für 2002/2006 wahrzunehmen. Ein Versäumnis &#8211; oder eine Frage der Finanzierbarkeit künftiger Vorhaben? FIFA-Generalsekretär Blatter bestätigte sogar das Ende der Option im März 1996, was auf Konfusion und Führungslosigkeit innerhalb der <em>Sporis</em>/ISL-Gruppe schließen ließ. Denn immerhin lud Blatter nun andere Unternehmen zum Bieten ein. Auf die Marketingverträge kommen wir später zurück. Bleiben wir zunächst beim Fernsehgeschäft.</p>
<p>Am 18. August 1995 hatten zunächst die International Management Group (IMG) und die Bertelsmann-Tochter Ufa das Rennen eröffnet. IMG-Vizepräsident Eric Drossart schrieb dem &#8220;lieben Sepp&#8221; Blatter, man wolle für die weltweiten Fernsehrechte der Weltmeisterschaft 2002 sowie die dazugehörigen Sponsoren- und Lizenzrechte eine Milliarde Dollar zahlen. Dies sei ein vorläufiges Angebot mit Verhandlungsspielraum nach oben, wie Drossart deutlich zu verstehen gab &#8211; obwohl die FIFA noch nicht einmal klare Angaben darüber gemacht hatte, welche Rechte sie unter welchen Bedingungen überhaupt ausschreiben wollte. Entwickelte sich nun ein knallharter Milliardendeal auf Weltsportniveau? Es war von Anfang an eher kurios-provinziell.</p>
<p>Auch aus der Angst heraus, die FIFA würde ihren alten Partner ISL bevorteilen, bot IMG vorsorglich eine Milliarde für das Rechtepaket &#8211; und mußte bei Blatter zugleich erst einmal Auskunft verlangen über die Konditionen und den Zeitplan der Bewerbungsphase. Kopien des Briefes verschickte Drossart an seinen Partner Bernd Bauer, Geschäftsführer der Ufa, sowie an FIFA-Präsident Havelange und die Mitglieder der Exekutive. Sogleich geschah Erstaunliches: Blatter empörte sich über diesen informativen Geschäftsvorgang. Am 29. August teilte er IMG-Manager Drossart seine &#8220;Überraschung&#8221; mit, &#8220;daß der als streng vertraulich gekennzeichnete Brief per Fax an alle Mitglieder der FIFA-Exekutivkomitees und andere Adressaten verschickt wurde. Wir sind nicht überzeugt, daß dies die geeignetste Methode war&#8221;.</p>
<p><span id="more-5993"></span>Was war so Ungehöriges passiert? Eigentlich nur dies: Ein Firmenverbund (IMG/Ufa) hatte der FIFA ein Angebot unterbreitet, das um ein Vielfaches über den bisherigen Verträgen lag. Doch der FIFA-Angestellte Blatter beschwerte sich, daß IMG/Ufa nicht nur ihn, sondern gleich alle Entscheidungsträger des Sportverbandes informiert hatten. Blatters Bauchschmerzen lassen deutlich erkennen, daß er um sein Informationsmonopol bangte. Es war (und ist, wie wir noch sehen werden) in der FIFA guter Brauch, daß Blatter im stillen Kämmerlein entsprechende Offerten sondiert und dann den verantwortlichen Gremien wie der Finanzkommission und der Exekutive entscheidungsreife Empfehlungen vorlegt. Das Vorgehen von IMG brach mit dieser eigenartigen Tradition, es war nämlich jetzt von Anfang an zwei Dutzend FIFA-Gewaltigen bekannt.</p>
<p>Die von Drossart angeforderten Bedingungen der Rechtevergabe blieb Joseph Blatter schuldig. Man arbeite mit allen Kräften daran, erwiderte Blatter nur am 19. September 1995. Gleichzeitig verlangte er eine Konkretisierung des IMG-Angebots, ohne auf die Fragen einzugehen, die Drossart in seinem ersten Brief aufgeworfen hatte &#8211; zum Beispiel, ob die FIFA neben den Fernseh- auch die Marketingrechte auszuschreiben gedenke. So konnte also Drossart am 9. Oktober nur wiederholen, was er bereits im August angekündigt hatte: Für eine Milliarde Dollar wären IMG und Ufa bereit, sämtliche Rechte an der WM 2002 zu erwerben. Drossart bot der FIFA nun sogar an, eine Art Aufsichtsrat zu bilden, um die Tätigkeit von IMG/Ufa zu kontrollieren. Weil er den Gerüchten entgegnen wollte, es handle sich bei der Offerte um den totalen Rechte-Ausverkauf? Blatter empfand den zweiten Brief Drossarts offenbar als Affront. Der Umgangston wurde rauher. Am 15. November schrieb Blatter nicht mehr an den &#8220;lieben Eric&#8221;, sondern an &#8220;Mr. Drossart&#8221;. Wenigstens erklärte er nun aber, daß die FIFA die Fernseh- und Marketingrechte der WM 2002 im Paket verkaufen wolle. Dabei sei man jedoch gewissen Zwängen unterworfen, denn der aktuelle Marketingpartner ISL besitze noch eine Option für Verhandlungen über die Marketingrechte, welche erst drei Monate vor der Abstimmung durch die FIFA-Exekutive über den neuen WM-Ort 2002 auslaufe. Die FIFA könne mit IMG/Ufa erst nach Ablauf der ISL-Option verhandeln. Von einer ähnlichen Option in TV-Fragen war in diesem Brief noch nicht die Rede.</p>
<p>Drossart sorgte sich nun erst recht, ausgedribbelt zu werden. Er wandte sich an  den FIFA-Vizepräsidenten Chung Mong-Joon, der an der Spitze der südkoreanischen WM-Bewerber für 2002 stand. Drossart schickte Chung &#8220;ein aussagefähiges Dossier unseres Rechtegebots, das für Sie und ihre Kollegen in der Exekutive nützlich sein sollte&#8221;. Dem Schreiben an Chung legte Drossart eine Kopie des Blatter-Briefes vom 15. November bei. Die Sache wurde verworrener, die Widersprüche häuften sich. Daß es in der FIFA durchaus Bestrebungen gab, die Entscheidungsgewalt von Blatters Tafelrunde einzudämmen, belegt auch ein internes Protokoll der IMG-Tochter Trans World International (TWI). Unter Berufung auf Gespräche mit Chung und mit dem afrikanischen Fußballpräsidenten Issa Hayatou unterrichteten die Manager einander, die FIFA-Exekutive hätte sich schon im Mai 1995 ausdrücklich für eine transparente Bewerbungsprozedur zu TV- und Marketingrechten ausgesprochen. Europäische und afrikanische Exekutivmitglieder würden sogar eine Änderung der FIFA-Statuten anstreben: Auf dem FIFA-Kongreß im Juli 1996 sei die Einberufung eines neuen &#8220;Arbeitskomitees&#8221; geplant, dem lediglich Präsident Havelange und die Chefs der Kontinentalföderationen angehören sollten. Allein dieses Komitee, und nicht mehr die von Blatter und Havelange kontrollierte Finanzkommission sollte mit der Auswertung der TV- und Marketingsangebote betraut werden und der Exekutive Empfehlungen unterbreiten. Dazu ist es zwar nie gekommen &#8211; im Dezember 1995 jedoch hofften die TWI/IMG-Manager noch sehr auf die Möglichkeit dieses demokratischen Meinungsbildungsprozeß und hielten fest: &#8220;Wenn das tatsächlich der Fall wäre, sollte Chung von Blatter eigentlich Kopien aller Angebote fordern können, welche die FIFA bis heute erhalten hat.&#8221;</p>
<p>Soweit die interne IMG-Kommunikation. Offiziell bot Eric Drossart dem FIFA-Generalsekretär am 7. Dezember 1995 zum wiederholten Mal ein Gespräch über die Milliardenofferte an. Es sei eine weise Entscheidung der FIFA, Fernseh- und Marketingrechte im Paket zu verkaufen, lobte Drossart. Dann machte er Blatter erneut auf grundlegende Widersprüche in der Haltung aufmerksam. Am 15. November hatte Blatter erklärt, die FIFA schließe für 2002 die TV-Vermarktung im Bezahlfernsehen aus, gleichzeitig aber akzeptiere man sogenanntes &#8220;privat viewing&#8221;. Drossart fragte nun: Was ist darunter genau zu verstehen? Nur &#8220;Privatfernsehen&#8221; oder mehr? &#8220;Wir verstehen die FIFA-Haltung so: Pay TV ist ausgeschlossen, private Fernsehsender aber sind erlaubt. Sehen wir das richtig? Können Sie uns das so bestätigen?&#8221; Drossart ging auch auf das Erstverhandlungsrecht der ISL ein. Man verstehe nicht, warum die ISL eine weltweite Exklusivität erhalte, obwohl sie mit Ausnahme der USA gar keine gebündelten TV- und Marketingrechte besitze. Die TV-Rechte bis 1998 hielt bekanntlich das von der EBU angeführte Konsortium öffentlich-rechtlicher Anstalten. Blatter aber scherte sich nicht um die für die Bewerber elementar wichtigen Fragen. Er vermied ein Gespräch mit IMG/Ufa, bestätigte am 21. Dezember 1995 in dürren Zeilen den Erhalt des Drossart-Briefes und wünschte &#8220;fröhliche Weihnachten und ein glückliches neues Jahr&#8221;.</p>
<p>Die Verhandlungsoption der ISL lief dann am 29. Februar 1996 ab, ohne daß die FIFA mit der Agentur überein gekommen war. Dies bestätigte Blatter per Pressemitteilung vom 19. März 1996. Kurz zuvor hatte er dies bereits der IMG verkündet. In diesem Brief vom 15. März sprach Blatter erstmals davon, daß über die Rechte an der WM 2002 &#8220;und darüber hinaus&#8221; verhandelt werde. Bisher hatte es stets gelautet, es ginge nur um die WM 2002. IMG-Mann Drossart erschrak. Nun mußte er annehmen, daß Blatter mit der ISL schon immer über die Titelkämpfe 2002 und 2006 verhandelt hatte, während die IMG mit ihrem Gebot für 2002 schon mehr als ein halbes Jahr vertröstet worden war. Drossart schrieb also an Blatter, er sehe sich von der FIFA als Rechtebewerber &#8220;nicht gleichberechtigt&#8221; behandelt.</p>
<p><strong>&#8220;Wir sind über viele Dinge verwirrt und bitten dringend um Klarstellung.&#8221;</strong></p>
<p>Drossart listete unter anderem folgende Punkte auf:</p>
<ol>
<li>Im September 1995 hatte Blatter mitgeteilt, die FIFA arbeite hart an einem  Zeitplan der Rechtevergabe. &#8220;Uns wurde nie gesagt, wie die Vergabe-Prozedur aussieht. Ist das System schon etabliert?&#8221; erkundigte sich Drossart.</li>
<li>Im November 1995 hatte Blatter behauptet, TV- und Marketingrechte würden nur im Paket vergeben. Im Frühjahr 1996 aber verhandelte die FIFA getrennt mit der ISL (offiziell nur über Marketing) und mit der EBU (über Fernsehen). Drossart wollte deshalb wissen: &#8220;Akzeptieren Sie jetzt getrennte und integrierte Vermarktungsangebote?&#8221;</li>
<li>&#8220;Uns war nicht bekannt, daß auch das EBU-Konsortium eine ähnliche Option wie die ISL hätte. Ist dies der Fall, und wenn ja, wann läuft sie aus?&#8221;</li>
<li>Beschwerte sich Drossart nach einem halben Jahr, in dem er vergeblich auf die Beantwortung vieler Fragen gewartet hatte, darüber, hören zu müssen, daß nun auch die Rechte 2006 zur Disposition stünden.</li>
</ol>
<p>Drossarts Brief endete mit einem sehr persönlich gehaltenen Absatz, in dem er an Blatters Integrität appellierte und ein Versprechen, das Blatter im Sommer 1995 gegeben hätte, nämlich daß das Gebot der IMG gleichberechtigt neben allen anderen behandelt werde. Das aber war schon lange nicht mehr der Fall. Auch Ende April, als Drossart nun nach Erhalt der offiziellen Ausschreibung (in der plötzlich nur noch von den Fernsehrechten die Rede war) erneut an Blatter schrieb, machte er auf &#8220;eklatante Widersprüche&#8221; aufmerksam:</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">&#8220;Es fällt mir schwer zu glauben, daß die FIFA aufrichtig versucht, unser Angebot in einem fairen Wettbewerb zu behandeln.&#8221;</span></strong></p>
<p>Drossart wiederholte einen Teil seiner Fragen vom 29. März, die immer noch unbeantwortet waren. Diesmal aber wurde er, wohl schon ahnend, ausgebootet zu sein, deutlich schärfer im Ton. So hieß es unter anderem: &#8220;Da die FIFA jetzt nicht mehr über Marketingverträge redet, heißt das, man hat sich mit der ISL geeinigt, obwohl die exklusive Verhandlungsfrist überschritten war? Oder wurden die Marketingrechte zur späteren Vergabe zurückgezogen?&#8221; (Damit lag Drossart richtig, wie sich zeigen sollte, die Marketingrechte wurden im Dezember 1997 an die ISL vergeben &#8211; wieder gegen ein weitgehend ignoriertes Angebot der IMG.) &#8220;Hat sich die Marktsituation in den vergangenen Monaten so radikal geändert, daß die FIFA wieder zur alten, regressiven Struktur der getrennten Rechtevergabe zurückkehrt&#8221;, wollte Drossart wissen, und er schloß mit dem Hinweis:</p>
<p><strong>&#8220;Es fällt sehr schwer, zu einem anderen Schluß zu kommen als dem, daß hier zwei Sorten von Regeln angewendet werden. Eine für das EBU-Konsortium und für die ISL, und eine für alle anderen.&#8221;</strong></p>
<p>Blatters Zwischenbescheide seien lediglich kleine &#8220;kosmetische Übungen&#8221; gewesen, um die FIFA gegen &#8220;künftige Vorwürfe der unfairen und unsauberen Wettbewerbsführung zu schützen&#8221;, die zunehmend in der Presse erhoben worden waren.</p>
<p>Drossarts Gesamteindruck aus dem Versteckspiel war schlicht vernichtend:</p>
<p><strong>&#8220;Mir scheint, die FIFA hat für den Fußballsport und ihre Mitglieder eine Fürsorgepflicht, ihr kommerzielles Eigentum zum besten Vorteil dieses Sports und seiner Mitglieder umzusetzen. Momentan ignorieren Schlüsselfiguren der FIFA jedoch diese Anforderung, in dem sie Wettbewerber abschrecken.&#8221;</strong></p>
<p>Diesen Beschwerdebrief verschickte Drossart wie schon sein erstes Schreiben vom August 1995 an alle Mitglieder des Exekutivkomitees und diesmal auch zusätzlich an alle Konföderations-Präsidenten. Geholfen hat es seiner Sache nicht. In der Zwischenzeit hatte die Blatterfraktion den alten Freunden von der ISL schon den Weg in die Zukunft bereitet. Auf der Strecke blieb dabei auch die EBU, die für die Fernsehrechte an den Endrunden 2002 und 2006 im Februar 1996 insgesamt 2,2 Milliarden Schweizer Franken geboten hatte. Zudem verfügte das EBU-Konsortium ja über langjährige erstklassige Erfahrungen bei der technischen (TV-Übertragung) und organisatorischen (Weitervergabe der Rechte) Abwicklung solcher Mammutprojekte. Auch hatte FIFA-Präsident Havelange dem Partner eine Vertragsverlängerung fest versprochen, wie der EBU-Vorsitzende Albert Scharf erklärte. Die FIFA aber, die offiziell mit der ISL eigentlich nur über die Marketingrechte (insgeheim aber über Fernsehfragen) verhandelte, ignorierte auch das zweite EBU-Angebot.</p>
<p>Im Juni 1996 erklärte die EBU ihre Bereitschaft, den schon zehn Jahre zuvor ausgehandelten Preis für die WM-Endrunde 1998 in Frankreich von 135 Millionen auf 200 Millionen Schweizer Franken zu erhöhen &#8211; sofern ihr auch die Rechte 2002/2006 zugesprochen würden. Die FIFA hatte auf dieser Erhöhung bestanden, nachdem sie das WM-Feld lange nach Abschluß des entsprechenden TV-Vertrages von 24 auf 32 Mannschaften erweiterte. &#8220;Havelange hatte die WM ja aufgestockt, ohne mit uns geredet zu haben, dann wollte er plötzlich mehr Geld&#8221;, erklärte EBU-Manager Richard Bunn. Man habe sich viel zu lange auf das Spiel der FIFA-Spitzen eingelassen. &#8220;Als wir die nachträgliche Aufbesserung des Vertrags in Aussicht stellten, war Havelange ein Held. Da hat es wieder geheißen, Havelange hätte den Fußball gerettet, und wir spielten mit. Dabei hat sich die FIFA ein neues Gebäude gebaut. Das ist im Grunde unser Gebäude. Unsere Fernsehgelder stecken nicht in den Klubs, sondern in dem Gebäude.&#8221;</p>
<p>Am 15. Mai 1996, um zwölf Uhr mittags, war die offizielle Bewerbungsfrist für die TV-Rechteinteressenten abgelaufen. Noch am Nachmittag gab die FIFA bekannt, sieben Offerten erhalten zu haben: &#8220;Von<em> ABC Television</em> (USA), CSI (Schweiz), CWL (Schweiz), IMG (USA), <em>Sporis</em> (ISL)/Kirch (Schweiz) und TEAM (Schweiz).&#8221; Dazu natürlich von der EBU. Die FIFA-Finanzkommission unter Vorsitz des Dänen Poul Hyldgaard werde die Angebote sorgfältig prüfen, so hieß es, und dem Exekutivkomitee am 31. Mai einen Bericht vorlegen.</p>
<p>Die Tagung Ende Mai war dann erst einmal von der Vergabe der WM-Endrunde 2002 überlagert. Die verfeindeten Rivalen Japan und Südkorea hatten sich in jeder Hinsicht den extensivsten Wettbewerb aller Zeiten geliefert &#8211; jede Seite soll 80 Millionen Dollar investiert haben. Präsident Havelange wollte die WM in Japan sehen; einer seiner Vizepräsidenten, der Südkoreaner Chung, war Finanzier und Wortführer der zweiten Bewerbung. Die europäischen Vertreter im Exekutivkomitee hatten sich schon lange vorher für ein Co-Hosting, eine gemeinsame Ausrichtung, ausgesprochen. Diesem Vorschlag mußte sich Havelange zähneknirschend beugen, denn 14 der 21 Mitglieder hatten ein Papier für das Co-Hosting unterzeichnet und darin erklärt, sie würden für Südkorea stimmen, falls ihr Aufruf von der FIFA-Spitze ignoriert werden sollte. Zudem hatte UEFA-Präsident Johansson vorsorglich beantragt, eine eventuelle geheime Abstimmung von den FIFA-Rechnungsprüfern überwachen zu lassen. &#8220;Offensichtlich erschien es ihm zu riskant, das Stimmgut während zweier Stunden (zwischen der Abstimmung und der Resultatsverkündung) in die Obhut von Havelange und Generalsekretär Sepp Blatter zu geben&#8221;, kommentierte der Züricher <em>Sport</em>. Vertrauen ist eben der Anfang von allem &#8230;</p>
<p>Da nach diesem beachtlichen Mißtrauensvotum offenbar auch Blatter keine andere Lösung mehr einfiel, verlas Havelange auf der Sitzung ein Statement für eine gemeinsame WM. Wenige Tage zuvor hatte er noch erklärt, im Sport gebe es nur Sieger und Verlierer, die FIFA-Regeln erlaubten kein Co-Hosting, und dies werde sich nicht ändern, solange er Präsident der FIFA sei. Nun sagte er kleinlaut: &#8220;Ich habe mich einem vom Exekutivkomitee einhellig unterstützten Vorschlag gefügt.&#8221; So war nach außen die Einheit gewahrt, die Funktionärskollegen applaudierten, und die Sache war entschieden. (Allerdings sollte diese Entscheidung noch viele Probleme mit sich bringen.)</p>
<p>Havelange kochte vor Wut, hatte er doch eine seiner seltenen Niederlagen einstecken müssen. Die TV-Frage mußte also nun erst recht so gelöst werden, wie er persönlich sich das vorstellte, und zwar noch zum FIFA-Kongreß im Juli &#8211; nicht erst, wie irreführenderweise noch offiziell behauptet werden sollte, bei der Exekutivsitzung im Dezember. Vielleicht haben sich Havelanges Opponenten in diesen Stunden und Tag<script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/nextgen-gallery/tinymce3/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/cforms/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/skype-online-status/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/wp-polls/tinymce/plugins/polls/langs/de.js?ver=311"></script>en ein wenig zu sicher gefühlt. FIFA-Vize Mong-Joon Chung erklärte jedenfalls abends an der Hotelbar, Havelange habe seine Haut nur vorerst gerettet. Die Opposition habe nun endlich die Gewißheit, erfolgreich &#8220;Hand anlegen zu können&#8221; an das brasilianische Monument. Ein Beweis der wachsenden Macht sei auch, daß man beschlossen habe, mit der Auswertung der TV-Angebote die Finanzkommission zu beauftragen. Chung sollte sich täuschen. Genau das war Havelanges Vorteil. Das Imperium schlug mit aller Macht zurück.</p>
<p>Am 31. Mai 1996 gab die FIFA folgende Pressemitteilung heraus: &#8220;Das Exekutivkomitee pflichtet dem Vorschlag von Präsident Havelange bei, daß die TV-Rechte nur von der Finanzkommission, geleitet von Herrn Hyldgaard, und dem Generalsekretär zu analysieren sind.&#8221; Auf Blatter und dessen engen Freund Poul Hyldgaard, den Chef der Finanzkommission, konnte sich Havelange verlassen &#8211; er selbst wollte dann in Einzelgesprächen den Rest besorgen und die nötige Mehrheit in der Exekutive herbeiführen. Zu dieser Zeit war immer nur von einem Vertrag für 2002 mit einer Option für 2006 die Rede gewesen. Am 17. Juni offerierten die vier verbliebenen Interessenten (CWL, IMG, das EBU-Konsortium und <em>Sporis</em>/Kirch) ihre Angebote noch einmal der Finanzkommission. ABC, TEAM und CSI stiegen aus.</p>
<p>Die Wochen vergingen mit geschäftigem Treiben auf allen Ebenen. Blatter und Hyldgaard bereiteten in der Finanzkommission den Vorschlag zugunsten von <em>Sporis</em> und Kirch vor &#8211; wie so etwas läuft, wird uns später noch ausführlich ein FIFA-Vizepräsident berichten -, und Havelange bestellte Exekutivmitglieder zum persönlichen Gespräch ein. Am Abend vor der entscheidenden Sitzung Anfang Juli 1996 dinierte der Brasilianer in seinem Apartment noch lange mit dem russischen Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow.</p>
<p>Auf der Sitzung des Exekutivkomitees ging Havelange frühmorgens siegessicher zur Sache. Hinter verschlossenen Türen kam er schnell auf den Punkt. Er schlug vor, die Rechte für 2002/2006 an <em>Sporis/Taurus</em> zu vergeben, obgleich er wußte, daß die Europäer, wenn überhaupt, dann nur über 2002 befinden wollten. Havelange beantragte die sofortige, offene und einzelne Abstimmung und überrumpelte damit seine Konkurrenten. Havelange fragte zunächst seinen langjährigen Mitstreiter Koloskow: &#8220;Bist du nicht auch der Meinung, wir sollten das Angebot akzeptieren, mein Freund?&#8221; Gospodin Koloskow, seit vielen Jahrzehnten in der Sportdiplomatie geschult, tat, worum er gebeten worden war. Er nickte. Dies war ein wichtiger Schachzug, weil das erste Jawort aus taktischen Gründen von einem Europäer kommen mußte. War deren Front erst einmal durchbrochen, würden auch die anderen wankelmütig werden.</p>
<p>Die Frage ging reihum und Generalsekretär Blatter notierte eifrig die Stimmenzahl. 21 Mitglieder hatte das Exekutivkomitee damals. Das deutsche Mitglied Gerhard Mayer-Vorfelder und der greise Milliardär Henry Fok aus Hongkong, der damals noch in der Finanzkommission war, fehlten. Von den verbliebenen neunzehn Mitgliedern antworteten nur neun mit Ja &#8211; also nicht einmal die Mehrheit. Sechs waren dagegen. Mit Mayer-Vorfelder wären es sieben gewesen, jedenfalls, wenn er seinen Auftrag im Sinne des DFB wahrgenommen hätte. Die übrigen drei unter den Verdutzten enthielten sich der Stimme. Gewiß kein überzeugendes Votum also für einen Milliardendeal, der die Öffentlichkeit wie kein Sportrechtehandel zuvor beschäftigen sollte. Havelange aber konnte trotzdem generös auf seine Stimmabgabe verzichten.</p>
<p>Später sollte er sagen: &#8220;Das nächstfolgende Angebot lag um 600 Millionen Schweizer Franken niedriger. Da gab es keine Diskussion.&#8221; Im Februar hatte Havelange noch erklärt: &#8220;Unsere Partner sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten der <em>European Broadcasting Union</em>.&#8221; Warum dann aber diese Überrumpelungstaktik? Warum diese irreführende Informationspolitik? Warum wurde erst der Vertrag in Windeseile durchgedrückt &#8211; und dann Kirch und ISL anderthalb Jahre Zeit gegeben, ihre Verkaufsstrategie auszuhandeln? Völlig überraschend sei die Abstimmung für die Hauptakteure im Fernsehgeschäft gekommen, empörte sich EBU-Präsident Albert Scharf. Er wollte &#8220;wie alle anderen erst aus den Nachrichten&#8221; davon erfahren haben. Ein unerhörter Vorgang? Tatsächlich hatte es in der an die Exekutivmitglieder verschickten Tagesordnung unter Punkt 3.1 nur geheißen: &#8220;Bericht der Finanzkommission über die Vergabe der Fernsehrechte&#8221;. Daß dies nichts besagen muß, zählt zur traurigen Tradition der Ära Havelange, in der den Weltfußball betreffende Grundsatzentscheidungen immer wieder ohne sachliche Diskussion und gründliche Analyse getroffen wurden. Der Beispiele gab es viele. Nur hatte sich die EBU, der langjährige Partner, nie dafür interessiert. Als man das erste Mal selbst benachteiligt worden war, regte man sich mächtig auf. Hilflos und viel zu spät.</p>
<p>Generalsekretär Blatter erging sich nach der Abstimmung in Formulierungen, die nach Erlösung klangen: &#8220;Dies ist eine neue Dimension. Erstens in finanzieller Hinsicht. Zweitens, weil die Zusammenarbeit mit dem Konsortium der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, die seit 1974 bestand, beendet wurde.&#8221; Drei Monate zuvor hatte er noch gesagt, man dürfe &#8220;sich nicht blenden lassen von den großen Summen, die da herumgehen&#8221;. Der Sport stehe zu sehr im Mittelpunkt der Finanzen, &#8220;und das gefällt mir gar nicht gut&#8221;.</p>
<p>9:6 war die Abstimmung ausgegangen, die drei Enthaltungen deuteten wohl kaum auf eine Zustimmung hin. Zunächst aber kursierten sogar unter den Bewerbern ganz andere Ergebnisse. &#8220;Das Verfahren bei der Vergabe war äußerst irritierend&#8221;, kritisierte der EBU-Chef. &#8220;Ständig wurden neue Bedingungen gestellt, bis schließlich die Entscheidung mit einer Stimme Mehrheit getroffen wurde.&#8221; Scharf, Intendant des Bayerischen Rundfunks und damals auch ARD-Vorsitzender, äußerte zugleich sein Unverständnis über das sehr &#8220;auffällige&#8221; Fehlen von Gerhard Mayer-Vorfelder &#8211; immerhin Vertreter des mitgliederstärksten Verbandes der Welt und mithin auch des für Kirch interessantesten Fernsehmarktes.</p>
<p>Nicht nur in EBU-Kreisen wurde Naheliegendes vermutet: Der schwäbische CDU-Minister Mayer-Vorfelder habe sich angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse vor einer Entscheidung drücken wollen. Hätte er für die EBU gestimmt, wäre die Situation für die ISL/Kirch-Offerte prekär geworden &#8211; er hätte sich ja dann in Havelanges Fragerunde als Deutscher gegen die deutsche Offerte erklären müssen und damit gewiß den einen oder anderen der drei Unentschlossenen noch abgeworben. Hätte er aber für seinen Parteifreund Kirch gestimmt, wäre er in Deutschland hart angegriffen worden. Er &#8211; nicht Kirch. So hat er gar nicht abgestimmt. Und dafür kaum Prügel kassiert.</p>
<p>Mit welcher Begründung aber fehlte der Finanzminister Baden-Württembergs überhaupt bei der Beratung dieser delikaten Angelegenheit, ausgerechnet bei der teuersten Entscheidung der FIFA-Historie? Nach Angaben seines Ministeriums hatte Mayer-Vorfelder am Vormittag des 3. Juli 1996 &#8220;dringende Haushaltsberatungen&#8221; in Stuttgart. Nachmittag unterstützte er als CDU-Kreisvorsitzender die Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl. Angeblich will sich Mayer-Vorfelder noch einmal rückversichert haben, bevor er auf die Reise nach Zürich verzichtete. &#8220;Ich habe Blatter gefragt, ob über irgend etwas entschieden wird&#8221;, so erklärte er den Vorgang im Mai 1997. Mach dir keine Sorgen, es sei nur eine Orientierungsrunde, so habe dieser darauf geantwortet. Also seien ihm seine Ministertermine wichtiger gewesen. Später will er dann aus allen Wolken gefallen sein, als das Ergebnis verkündet wurde. War es so?</p>
<p>&#8220;Daß ist das erste Mal, daß ich höre, daß Mayer-Vorfelder mich in dieser Angelegenheit kontaktiert hat&#8221;, widerspricht hingegen Blatter. &#8220;Er hat das ganz sicher nicht gemacht, sonst hätte ich ihm gesagt, daß das auf der Traktandenliste steht, die er auch erhalten hat.&#8221; Und was da drauf steht, das stünde eben nie einfach nur zur Diskussion, &#8220;sondern immer zu Diskussion und Entscheid.&#8221; Darüber wiederum gehen die Einschätzungen auch unter Exekutivlern auseinander. Wenn alles, was auf der Tagesordnung steht, automatisch zum Entscheid ansteht, wäre das schon fahrlässig &#8211; etwa, wenn sich dort wie so oft 40 oder 50 Punkte türmen und die Mitglieder sich gar kein Bild mehr machen können über die jeweilig in aller Eile abzuhandelnden Sachverhalte. Blatter jedenfalls bleibt bei seiner Darstellung: &#8220;Über das Thema haben Mayer-Vorfelder und ich nicht gesprochen.&#8221;</p>
<p>Als Mayer-Vorfelder mit diesen Aussagen konfrontiert wurde, grinste er. &#8220;Dann habe ich eben nicht mit Blatter, sondern mit seinem Sekretariat gesprochen. Das weiß ich doch nicht mehr genau.&#8221; Genaugenommen interessiert ihn ja die ganze Sache mit den Fernsehrechten kaum. Die angesichts der Kirchschen Pay-TV-Drohung so aufgewühlten Gemüter in Deutschland beruhigt er gerne mit dem lässigen Hinweis: &#8220;Wissen die denn überhaupt, wie die Fernsehlandschaft im Jahr 2000 oder 2002 aussieht? Das weiß kein Mensch.&#8221; Da ist viel Wahres dran. Nur drängt sich die Frage dann um so mehr auf, warum die FIFA bereits Mitte 1996 in erkennbar allerhöchster Eile Fernsehverträge bis 2006 abschließen mußte?</p>
<p>Auf dem gleich nachfolgenden Kongreß der FIFA, der vierstündigen Mitgliedervollversammlung am 4. Juli 1996, versetzte Havelange seinen europäischen Rivalen um Lennart Johansson noch ein paar genüßliche Rippenstöße. Zunächst versprach er jedem der damals 198 nationalen Verbände aus dem Fernsehvertrag einen Grundbetrag von einer Million Dollar &#8211; eine Idee, die Johansson bereits in seinem ersten Visions-Papier vorgelegt hatte. Für die gerade neu aufgenommenen Föderationen der Jungferninseln, von Montserrat oder Guam hatte sich der erste Besuch beim Fußballpapst somit schon gelohnt. Der Kongreß beschloß mit 130 zu 41 Stimmen, die Zahl der Exekutivmitglieder um je einen Vertreter aus Afrika, Asien und Ozeanien von 21 auf 24 zu erhöhen. Die Europäer blieben bei ihren acht Plätzen. Havelange mußte keine Widerworte erdulden und bedankte sich anschließend für eine &#8220;ruhige und faire&#8221; Versammlung, die in einer &#8220;Atmosphäre des Friedens und des Fairplay&#8221; stattgefunden habe. &#8220;Sie haben sich perfekt verhalten&#8221;, lobte er in die Runde.</p>
<p>Weniger zufrieden war der DFB. Zwei seiner Anträge wurden abgeschmettert, darunter der für die Stärkung der nationalen Sportgerichtsbarkeit bei Entscheidungen, die eigene Wettbewerbe betreffen. Zurückziehen mußte er den dritten: Die Aufnahme einer Klausel, nach der in Zukunft die Vollversammlung die Vorsitzenden und deren Stellvertreter in den FIFA-Kommissionen wählen soll, an Stelle der bisher geübten Ernennung durch die FIFA-Exekutive. So blieb es bei einem winzigen Erfolg für die Europäer &#8211; sie ersetzten ihren Vertreter in der fünfköpfigen Finanzkommission (je ein Mitglied aus Europa, Asien, Afrika, Südamerika und Mittel/Nordamerika), den dänischen Blatter-Freund Poul Hyldgaard, durch den Italiener Antonio Matarrese. Mit Hyldgaards Leistung als Kommissionschef in der Vorbereitung der Kirch-Verträge war man offenbar nicht glücklich gewesen. Dafür aber büßten die Europäer nun ihren Chefstuhl in der Finanzkommission ein, was ein wenig verwundert, weil sie immerhin den Kontinent repräsentieren, aus dem der Weltfußball das weitaus meiste Geld erlöst.</p>
<p>Wie der Zufall so spielt, waren nun die wichtigsten Gremien wieder fest in lateinamerikanischer Hand: Der Brasilianer Havelange als Boß der Exekutive und der Dringlichkeitskommission, der Argentinier Julio Grondona an der Spitze von Finanzkommission und des Komitees für die FIFA-Jugendwettbewerbe, Havelanges mexikanischer Busenfreund, der im Dezember 1996 verstorbene Fernsehmogul Canedo, als Chef des WM-Organisationskomitees sowie des zugehörigen FIFA-Büros.</p>
<p>Hyldgaard übrigens wurde noch am 4. Juli zum Ehrenmitglied der FIFA ernannt. Und auch Wjatscheslaw Koloskow, der ja eine Art Streikbrecher gespielt hatte innerhalb der Oppositionsfront der europäischen Exekutivmitglieder, hatte bald Grund zur Freude. Sicher war es Zufall, daß Koloskow in seiner Eigenschaft als russischer Verbandschef vier Monate nach der TV-Vergabe und dem persönlichen Gespräch mit Havelange einen lukrativen Vertrag unterschrieb &#8211; mit dem Sportartikelgiganten <em>Nike</em>, der auch die Auswahl Brasiliens unter Vertrag hat und sich zu jener Zeit bei Havelange sehr um einen Kontrakt mit der FIFA bemüht hatte. Bis zum Jahr 2000 treten zehn russische Auswahlteams der Männer, Jugendlichen und Frauen sowie sechs Topvereine der ersten Liga in <em>Nike</em>-Ausrüstung an. &#8220;Neben der Ausstattung beinhaltet der Vertrag mit <em>Nike</em> auch Barzahlungen&#8221;, erklärte Koloskow auf einer Pressekonferenz. Wieviel Dollars in den nächsten Jahren nach Moskau transferiert werden, wurde nicht bekannt. Muß auch nicht sein, im Rechtsstaat Rußland gelangen Devisen meist an die richtige Adresse.</p></blockquote>
<p>Ähnlich verlief im Jahr darauf die Vergabe der FIFA-Marketingrechte für 880 Millionen CHF. Das ist mal eine andere Geschichte.</p>
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		<title>Olympia-Milliarden: “We are less dependent on economical downturn&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 08:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Moin. Heute mal kein <a title="Scherben, Ärger, Polizei" href="http://jensweinreich.de/?p=5481" target="_self">Einbruch in mein Auto</a> &#8211; hoffe ich jedenfalls, es steht noch in der Werkstatt Ebbe Elmer Biler A/S. Ich habe schon gestern Abend beschlossen, mich nicht länger aufzuregen und hatte ja einen unterhaltsamen Abend an der Marriott-Bar. Heute morgen zunächst ein Kaffee bei Dmitri Tschernyschenko, Organisationschef der <a title="tag: Sotschi 2014" href="http://jensweinreich.de/?cat=424" target="_self">Winterspiele 2014 in Sotschi</a>, der in diesem Moment vor der IOC-Session einen Vortrag hält. In Kurzfassung: Alles paletti in Sotschi, alles bestens!</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;We are less dependent on economical downturn! Our Prime Minister Wladimir Putin told us: Enjoy the green light in running the project!&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Live aus der Session, die offiziellen Zahlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5494" title="Sotschi Budget, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sochi-budget-07102009.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5495" title="Sotschi Sponsoring, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sotschi2.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5496" title="Sotschi, Sponsoren, Oktober 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/sochi3.jpg" alt="" width="500" height="408" /></p>
<p>Sotschis Präsentation musste eine Kaffeepause vorgeschaltet werden, weil Olympiaminister Dmitri Kosak sich verspätete. Kosak im Gespräch mit den russischen IOC-Mitgliedern Witali Smirnow und Schamil Tarpischtschew (einst Tennislehrer von Boris Jelzin und verantwortlich für den Verlust von <a title="BLZ: Die Absahner" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0714/magazin/0002/index.html" target="_blank">einigen Milliarden Dollar aus dem so genannten Wodka-Fond</a>):</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5498" title="Smirnow, Tarpischtschew, Kosak" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/smirnow-tarp-kosak.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>Und hier noch die aktuellen Zahlen, schneller als Nachrichtenagenturen :) zum IOC-Vermögen und zu den Einnahmen des Olympiakonzerns, die IOC-Präsident Jacques Rogge vorhin präsentierte.</p>
<p><strong><span id="more-5493"></span>TV-Einnahmen </strong>(USA und europäische Binnenmärkte wie Deutschland sind für 2014/16 noch nicht verkauft, das wird aber kein riesieges Problem)</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5502" title="ioc-tv-07102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-tv-07102009.jpg" alt="" width="500" height="338" /></p>
<p><strong>Sponsorenprogramm TOP</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5503" title="ioc-marketing-07102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-marketing-07102009.jpg" alt="" width="500" height="363" /></p>
<p><strong>IOC-Rücklagen</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5504" title="ioc-ruecklagen-06102009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/ioc-ruecklagen-06102009.jpg" alt="" width="500" height="343" /></p>
<p>Wenn es um Geld geht, darf er auf der IOC-Session nicht fehlen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5501" title="Hayatou, JMW" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/dsc05908.jpg" alt="" width="500" height="342" /></p>
<p>IOC-Mitglied und FIFA-Vizepräsident Issa Hayatou im trauten Gespräch mit Jean-Marie Weber. Aber das ist mal eine andere Geschichte :) Wir haben ja in den vergangenen Tagen erfahren, dass viele IOC-Mitglieder noch nie vom <a title="tag: ISL/ISMM, Korruption" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">ISL-Bestechungsskandal</a>gehört haben.</p>
<p><strong>10.39 Uhr:</strong> Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass vor mir auf den Presseplätzen zwei Kollegen sitzen, die unterschiedlicher kaum sein können: <a title="tag: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?cat=18" target="_self">Andrew Jennings</a> und Jean-Marie Weber (<a title="cat: Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?cat=1514" target="_self">OJA</a>).</p>
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		<title>We are family: Jean-Marie Weber, das IOC und die IAAF</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 15:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4668" title="Berlin, 14. August 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/jmw-ioc-berlin-14082009.jpg" alt="" width="500" height="340" /></p>
<p>Ich weiß, das ist kein schönes Foto. Aber auf die Qualität kommt es gar nicht an. Nur auf die Dokumentation. Berlin, 14. August, 12.45 Uhr, Hotel Interconti, gemeinsame Pressekonferenz von IOC-Präsident Jacques Rogge und IAAF-Präsident Lamine Diack &#8211; unmittelbar nach der gemeinsamen Sitzung des IOC-Exekutivkomitees und des IAAF-Councils. Soviel zur Vorrede.</p>
<p>Wen sehen wir also auf dem Foto? Zumindest ein Mann vom Fach, sollte Stammkunden hier bekannt vorkommen. Schon erkannt oder: erraten?</p>
<p>Ich hatte ja <a title="Jean-Marie Weber: &quot;Ich habe nichts Illegales getan&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4000" target="_self">unlängst angekündigt</a>, dass Jean-Marie Weber &#8211; langjähriger <a title="tag: ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">ISL/ISMM-Zampano</a>, <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior olympic officials" href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">Schmiergeldzahler</a> und Mitglied der <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">Olympic Journalists</a> <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">Association</a> &#8211; in Berlin sein wird, u.a. um seinem alten Freund Lamine Diack unter die Arme zu greifen. Diack hat vorhin gerade verkündet, er werden 2011, dann wäre er 78 Jahre alt, noch einmal vier Jahre als IAAF-Chef verlängern (dazu später mehr). Jean-Marie wird&#8217;s freuen.</p>
<p>Ach ja, kurz noch die Auflösung, wer gemeinsam mit Jean-Marie Weber den Worten von Rogge und Diack lauscht.</p>
<p>Von links nach rechts: Urs <strong>Lacotte</strong> (IOC-Generaldirektor), Michael <strong>Kontos</strong> (Chicago 2016, <a title="tag: Hill &amp; Knowlton" href="http://jensweinreich.de/?s=hill+%26+knowlton" target="_self">Hill &amp; Knowlton</a>, als PR-Mann von Hill &amp; Knowlton war er u.a. für das IOC und Pekings Olympia-Organisationskomitee tätig), Christophe <strong>Dubi</strong> (IOC-Sportdirektor), Bob <strong>Ctvrtlik</strong> (USOC-Vizepräsident, ehemaliges Mitglied der IOC-Athletenkommission), Jean-Marie Weber, Christophe <strong>de Kepper</strong> (Büroleiter und Mastermind des IOC-Präsidenten).</p>
<p>Rechts daneben &#8211; habe ich leider nicht mehr im Bild, sah ich erst später &#8211; stand übrigens Gilbert Felli, Olympic Games Executive Director des IOC.</p>
<p>Und was ich zur Klarstellung gern noch sagen will: Es ist selbstverständlich reiner Zufall, dass die Herrschaften auf einem Foto vereint sind. Sie waren einfach nur zur gleichen Zeit am gleichen Ort.</p>
<p>Sie sind einfach nur Mitglieder einer großen Familie.</p>
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		<title>Jean-Marie Weber sagt: &#8220;Ich habe nichts Illegales getan&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 10:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Idylle über dem Genfer See wird nur geringfügig gestört. Tom Tresser, einer der Aktivisten von No Games Chicago, hat vor dem Olympischen Museum, wo derzeit 92 IOC-Mitglieder den Präsentationen der Olympiabewerber 2016 lauschen, kiloweise Dokumente angehäuft. Der Stapel mit mit den &#8220;Books of evidence &#8211; why Chicago should not be awarded the 2016 Olympic [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-4003" title="No Games in Chicago" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/chicago.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="323" height="430" align="right" />Die Idylle über dem Genfer See wird nur geringfügig gestört. Tom Tresser, einer der Aktivisten von <a title="Website No Games Chicago" href="http://www.nogameschicago.com" target="_blank">No Games Chicago</a>, hat vor dem Olympischen Museum, wo derzeit 92 IOC-Mitglieder den Präsentationen der <a title="tag: Olympiabewerbung" href="http://jensweinreich.de/?cat=26" target="_self">Olympiabewerber 2016</a> lauschen, kiloweise Dokumente angehäuft. Der Stapel mit mit den &#8220;Books of evidence &#8211; why Chicago should not be awarded the 2016 Olympic Games&#8221; ist nicht ganz so hoch, wie die Latte, die der Hochspringer Javier Sotomayor vor Jahren bei seinem Weltrekord übersprungen hat (2,45 m) - und die man im Hintergrund sieht. Rechts von Tresser verschwindet übrigens das italienische IOC-Mitglied Mario Pescante zur Raucherpause aus dem Bild.</p>
<p>Immerhin, Chicagos Olympiagegner durften ihre Bücher, mehrere hundert Seiten dicke Sammelsurien von Zeitungsartikeln über Korruption in Chicago und Illinois, an die IOC-Mitglieder verteilen. Mit einem Wägelchen waren sie ins Museum gefahren, viele Sicherheitskräfte sind ohnehin nicht anwesend, man nimmt es lässig, und schon waren sie im Auditorium, wo gerade Chicagos Bewerber präsentierten. Okay, mag mich jemand ins Museum begleiten, damit ich endlich zum Thema komme?</p>
<p>Das nächste Bild, kein schönes, aber das ist egal, es dient nur der Dokumentation, ist im Museum aufgenommen. Hoppala, wer kehrt uns denn da den Rücken zu?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4002" title="Jean-Marie Weber, Mitte, Olympisches Museum, IOC-Meeting, Juni 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/weber-museum.jpg" alt="" width="500" height="286" /></p>
<p>Klar, aufmerksame Leser wissen, wer das ist. Jean-Marie Weber, frischgebackenes assoziiertes <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">Mitglied</a> der <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">Olympic Journalists Association</a> (OJA). Jean-Marie gehört zur <a title="The ISL bribery system ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">Familie</a>, wie wir alle wissen. Ich spare mir jetzt, die Namen jener Offiziellen aufzuzählen, darunter einige deutsche Amtsträger und Hauptamtliche, die nett mit Jean-Marie plauschten. Das würde zu weit führen. Ich wiederhole nur: Er gehört zur Familie. Ob er auch zur journalistischen Familie gehört, ist ein anderes Thema, das international durchaus breit diskutiert wird. Die britische Sports Journalists&#8217; Association etwa hat meinen offenen Brief gerade veröffentlicht: &#8220;<a title="SJA: Olympic journalists in membership row" href="http://www.sportsjournalists.co.uk/blog/?p=1895" target="_blank">Olympic journalists in membership row</a>&#8220;. Gianni Merlo, Präsident des Sportjournalisten-Weltverbandes <a title="AIPS Website" href="http://www.aipsmedia.com" target="_blank">AIPS</a>, findet das auch ziemlich komisch, um nicht zu sagen: skandalös. Ich weiß nicht, ob er es nur skandalös findet, weil er mit OJA-Chef Alain Lunzenfichter (L&#8217;Equipe) schon viele Kämpfe ausgefochten hat, zuletzt bei seiner erfolgreichen Wahl zum AIPS-Chef. Egal, ich will das alles gar nicht wissen. Mich interessiert nur Jean-Marie Weber.</p>
<p><span id="more-4000"></span>Jean-Marie sagt mir, er sei mir überhaupt nicht böse wegen meines offenen Briefes. Just business, you know. Ich habe meine Geschäfte zu erledigen, er seine. Vielleicht fliegt er die Tage noch nach Südafrika zum Confederations Cup der Fifa, dort könne man Hilfe gebrauchen, sagt er. Auf jeden Fall wird er im August in Berlin sein, bei der IAAF-Leichtathletik-WM. In der IAAF hat er viele Freunde. Wie überall.</p>
<p>Ach so, Jean-Marie sagt noch:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Wer mich kennt, weiß, dass ich eine ehrliche Haut bin. Ich habe nichts zu bereuen. Ich habe <a title="The ISL bribery system" href="http://jensweinreich.de/?p=3975" target="_self">nichts Illegales</a> getan.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Er sei von Alain L. gefragt worden, ob er nicht Mitglied in der Olympic Journalists Association werden wolle. Er habe ja gesagt. Lunzenfichter sagte mir, sein Freund Weber habe ihm gesagt, er wolle ihm keine Probleme bereiten und nicht mir Mitglied sein. Alain sagte mir auch, Ende des Jahres soll es eine OJA-Versammlung geben, wo die Mitgliedschaft in der Organisation grundsätzlich zu diskutieren sei. Grundsätzlich wird schon diskutiert, und das ist auch gut so.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 15:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[As promised the other day: The extended and overworked version of my presentation at Play the Game conference last week in Coventry &#8211; with important backgrounds about the new &#8220;associate member&#8221; of the Olympic Journalists Association: The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world A few weeks ago I [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>As promised <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">the other day</a>: The extended and overworked version of my presentation at <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> conference last week in Coventry &#8211; with important backgrounds about the new &#8220;associate member&#8221; of the <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://jensweinreich.de/?p=3963" target="_self">Olympic Journalists Association</a>:</p>
<p><strong>The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world</strong></p>
<p>A few weeks ago I had several discussions with IHF-President <a title="tag: all articles about Hassan Moustafa" href="http://jensweinreich.de/?s=moustafa" target="_self">Hassan Moustafa</a>.</p>
<p>He told me:</p>
<blockquote><p>&#8220;We are a Handball-family. If anybody has a problem, we have to find a solution within our family &#8211; not outside the family.&#8221;</p></blockquote>
<p>I have heard quotes like this before. My old friend <a title="tag: Joseph Blatter" href="http://jensweinreich.de/?s=blatter" target="_self">Joseph Blatter</a> once said:</p>
<blockquote><p>&#8220;We don&#8217;t go to strangers. If we do have problems in our family, we use to solve the problems in the family. What happens in our family is not a topic for a jurisdiction outside our family. Regular courts are not a part of our family.&#8221;</p></blockquote>
<p>In this picture we can see Joseph Blatter with his longtime friend Jean-Marie Weber. They are members of the family, both the FIFA-President, also a member of the IOC, and the man who has paid an unbelievable amount on bribes to other family members. <a title="transparencyinsport.org: Happy Days with the Bagman" href="http://transparencyinsport.org/Happy_Days_with_the_Bagman/happy_days_with_the_bagman.html" target="_blank">They are longtime friends</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3978" title="Jean-Marie Weber, Joseph Blatter, Tunis 2004" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jm-sepp.jpg" alt="" width="500" height="347" /></p>
<p>This brings me straight to my topic: The <a title="tag: ISL/ISMM" href="http://jensweinreich.de/?s=isl%2Fismm" target="_self">ISL bribery system</a>: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world.</p>
<p>It is a serial story. It is a never-ending story. The story began in the sixties and seventies of the last century when Horst Dassler, the former boss of the sportswear-giant Adidas, formed his so called &#8220;sport-political department&#8221;.</p>
<p>Later, in the early 1980s, after the groundbreaking Olympic Congress in Baden-Baden, in the new age of Olympic commercialization and professionalism, Horst Dassler also created a marketing company: International Sport and Leisure &#8211; ISL.</p>
<p>And to give you another example: this company, ISL, was the first to get IOC-contracts to deal with the newly invented Olympic marketing program &#8211; TOP.</p>
<p>Don&#8217;t be afraid: I will not go back to the 1970s. Nor will I repeat the presentations I gave at former Play the Game conferences. But I would like you to understand that this also a never-ending journalistic story which, I think, began in 1992 with the book &#8220;The Lords of the Rings&#8221; written by Andrew Jennings and Vyv Simpson.</p>
<ul>
<li>In 2000 I presented <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/politics-and-corruption-in-fifa.html" target="_self">some exclusive documents</a> illustrating the circumstances under which the ISL-group was able to secure the biggest TV- and sponsoring-package of the time, worldwide: the contracts for the FIFA World Cup 2002 and 2006.</li>
<li>In 2002 I presented exclusive, original documents about the <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/the-big-bubble-the-crackdown-of-islismm-a-marketing-giant.html" target="_self">collapse of the world&#8217;s biggest sport-marketing company ISL</a>.</li>
<li>In <a title="Play the Game Database" href="http://www.playthegame.org/upload//Jens_Weinreich_-_In_the_Wake_of_the_ISL_Collapse.pdf" target="_self">2005</a> and 2007 we discussed the dubious circumstances under which Swiss prosecutors had to work in the ISL case.</li>
<li>Now, in 2009 we can take a look at the ISL bribery court case in Zug/Switzerland, which took place in spring 2008.</li>
</ul>
<p>This is the verdict &#8211; 179 pages. The charge was 228 pages. The problem is ironical:</p>
<p><strong>According to Swiss law I am not allowed to show you all details of these documents. On the other hand: According to Swiss law it was allowed to pay at least 138 million CHF to high ranking sport officials.</strong></p>
<p>In legal terms: bribery was not a crime in Switzerland at that time. The ISL system of paying sport officials was worked out &#8211; as it came out during the court hearings &#8211; together with KMPG, some of the most famous law firms in Zurich and was officially permitted by the Swiss Tax Authorities.</p>
<p>At the Play the Game conference in 2011, I guess, we shall probably analyze the next court case in the ISL-saga. I will come back to this later.</p>
<p>An impressive number of sport officials and assistants, who have worked for Horst Dassler, for Adidas and ISL-company, who were created and brought into their positions by the visionary Dassler, are still in their positions in the Olympic world: as Presidents of International Federations, as IOC members, as so called consultants, or &#8211; much more clear &#8211; as bagmen. One of Dasslers closest assistants was Jean-Marie Weber. The French born Weber was always described as THE BAGMAN.</p>
<p>What we got to know at least during the trial in spring 2008: Jean-Marie Weber was the man <strong>who paid at least 138 million CHF to high ranking sport officials in the Olympic world between 1989 and 2001</strong>.</p>
<p>After Dasslers early death in 1987 Weber became one of the top managers of the ISL-group. The group was united under the ISMM-umbrella in 2001 when the marketing giant collapsed because of missmanagement, greed and megalomania. It was the second biggest collapse in Swiss economy after the Swiss Air crash.</p>
<p>Jean-Marie Weber was always the bagman &#8211; until the bitter end. But it took decades to prove that description.</p>
<p>It is now proven. It is now documented in several court files.</p>
<p>According to lawyers and Judge Marc Siegwart in the ISL-trial:</p>
<ul>
<li><strong>120 million CHF</strong> were paid between 1989 and 1999.</li>
<li><strong>18 million CHF</strong> were paid between 1999 and 2001 until the bankruptcy procedure began.</li>
<li>Another <strong>18 million CHF</strong>, by the way, were transferred to a bribery account, the secret Nunca foundation in Liechtenstein; but had to be re-transferred in spring 2001 because of the financial difficulties of the ISL-group.</li>
</ul>
<p>So if you like, we can talk about 156 million CHF.</p>
<p>And we can speculate about much more money. Imagine: According to criminal scientists about 95 to 98 per cent of all corruption cases never see the day of light. They remain undisclosed for ever. The reason for this is based in the system of corruption: money givers and money takers do not usually sign contracts.</p>
<p><span id="more-3975"></span>Here are some important questions &#8211; and <em>preliminary answers</em>:</p>
<ul>
<li><strong>Who has got the money &#8211; the SCHMIERGELD, as they use to say in German speaking part of Switzerland?<br />
</strong><em>Only Jean-Marie Weber knows who got it.</em></li>
<li><strong>How much money did ISL pay in the 1980s?<br />
</strong><em>One can only estimate it.</em></li>
<li><strong>How much money was really paid to sport officials over more than 20 years &#8211; not only over a period of 12 years?<br />
</strong><em>One can just estimate it.</em></li>
<li><strong>How much money have the ISL-opponents paid, all those other marketing companies in the huge market?<br />
</strong><em>Same answer: One can only estimate it. </em></li>
<li><strong>How did the International Federations, how did the IOC, how did the so called Ethics Commissions react after the ISL-trial?<br />
</strong><em>Short answer: There was no action at all. I have asked several senior officials. I do not know any reaction which I have to take seriously. No investigations at all.</em></li>
</ul>
<p>Before I come to the question &#8220;Who got the money?&#8221; I have to give you a short and simplifying overview of the whole ISL-case. Simplifying, because I am a journalist.</p>
<ul>
<li>May 2001: ISL/ISMM went into liquidation. Damage: more than 3 billion Euros owing more than 450 million Euros to creditors.</li>
<li>May 2001: FIFA lodged a criminal complaint against ISL/ISMM executives (money from Globo TV and Dentsu &#8211; around 75 million Euros).</li>
<li>May 2001: FIFA president Joseph Blatter told me in an exclusive interview: &#8220;I am not bribable. Otherwise you can chop off both of my hands.&#8221;</li>
<li>2002: Thomas Bauer, ISL-liquidator, wrote to a number of football officials. If they did not return black money payments he would sue them, Bauer pointed out.</li>
<li>May 2003: Bauer opened civil complaints against approximately 20 sport officials.</li>
<li>Feb 2004: Mysterious arrangement between Bauer and Jean-Marie Weber. The office of Peter Nobel, personal lawyer of FIFA-President Blatter, acted on behalf of Jean-Marie Weber.</li>
<li>Mar 2004: 2.5 million CHF were transferred to the liquidators&#8217; account. Mr Bauer withdrew the civil complaints against high ranking officials.</li>
<li>Jun 2004: FIFA, officially and without a press release, ask to stop the criminal investigation. FIFA declared to be not longer interested in investigations. But the magistrate Thomas Hildbrand went on investigating &#8230;</li>
<li>Apr 2005: &#8230; and finished his investigation in spring 2005.</li>
<li>Jul 2005: Decision of the highest Swiss court, Bundesgericht (<a title="Decision Bundesgericht 2005" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/bundesgericht2005.pdf" target="_blank">pdf, 10 pages, 500 kb</a>). The court outvoted an earlier and lower court decision in which lawyer Nobel was forced to give information about the 2.5 million CHF payment, the payer and the &#8220;third party&#8221; for which he was acting for.</li>
<li>Nov 2005: <a title="transparencyinsport.org: The Untouchable in pursuit of the Unspeakable" href="http://transparencyinsport.org/the-untouchable.html" target="_self">Raid in FIFA&#8217;s headquarters</a>.</li>
<li>Mar 2008: ISL/ISMM-trial in Zug (Strafgericht) against six former ISL executives.</li>
<li>Mar 2008: Blatter told me: &#8220;We trust the Swiss justice!&#8221;</li>
</ul>
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<ul>
<li>Jul 2008: The verdict: Weber was fined for embezzling cash that he refused to account for. Two other people were given small fines for false accounting. Three more men were cleared.</li>
<li>Nov 2008: Written verdict.</li>
<li>Ongoing: Magistrate Thomas Hildbrand investigates who got the ISL bribes and who paid the 2.5 million CHF for Jean-Marie Weber.</li>
</ul>
<p>One important question: WHO HAS GOT THE MONEY?</p>
<p>The answer is simple: senior officials of the contractual partners of ISL.</p>
<p>Five of the defendants claimed they had no idea who got bribes. They claimed fellow director Jean-Marie Weber organized the payments. He laundered them through foundations in tax heavens and a British Virgin Islands company (and many others), which distributed the money to companies and individuals. Most of the money was given in cash.</p>
<p>The ISL/ISMM-group had held longtime contracts worth billions of dollars with:</p>
<ol>
<li>1982-2006: <strong>FIFA</strong> (Football)</li>
<li>1982-2004: <strong>UEFA</strong> (Football)</li>
<li>1983-2009: <span style="color: #000000;"><strong>IAAF</strong> </span>(Athletics)</li>
<li>1984-2004: <span style="color: #000000;"><strong>CAF </strong></span>(Football)</li>
<li>1990-2004: <strong>FIBA</strong> (Basketball)</li>
<li>1996-2006: <strong>OCA</strong> (Asian Games)</li>
<li>1997-2007: <strong>FINA</strong> (Swimming)</li>
<li>1998-2007: <strong>CART</strong> (Auto Racing)</li>
<li>1998-2009: <strong>ATP</strong> (Tennis)</li>
<li>1999-2007: <strong>ITF</strong> (Tennis)</li>
<li>1999-2014: <strong>LASI</strong> (Latin American Soccer Investments/Flamengo, Gremio)</li>
<li><strong>Other former partners</strong> &#8211; and last but not least with the <strong>IOC</strong>: from 1983 until 1996.</li>
</ol>
<p>The key for getting and holding these contracts was a gigantic bribery system.</p>
<p>But we can&#8217;t even find the word &#8220;corruption&#8221; in the Olympic Charta, the constitution which governs the IOC and runs the Olympic Movement.</p>
<p>The phrase &#8220;corruption&#8221; does not exist in the Charta. Nevertheless: corruption exists in the movement.</p>
<p>What is corruption?</p>
<p>There are a lot of definitions in different fields: juridical, theological, political, social-cultural, economical, ethical definitions. It is a wonderful playing-field for word-artists; but one does not have to be a lawyer to talk about corruption. Common sense is quite enough. That is why I prefer a very clear and very simple definition; it is the definition of the NGO <a title="Transparency International: frequently asked questions about corruption" href="http://www.transparency.org/news_room/faq/corruption_faq" target="_blank">Transparency International</a>.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Corruption is operationally defined as the misuse of entrusted power for private gain.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>I think it is simple enough.</p>
<p>Now you can see a list of recipients of the ISL-payments. It is just a part of the list: we can find individuals and companies. But it is only a small number of all recipients. We still don&#8217;t know more than 80 per cent of the bribe-takers. Probably we don&#8217;t know more than 95 per cent &#8211; it can just be estimated.</p>
<p>There are just a few well known names on the list: Nicolas Leoz from Paraguay, head of South American Football Federation CONMEBOL, and member of FIFA&#8217;s Executive Committee. Just a few hundred thousands for him. Mr Leoz denies any wrongdoing.</p>
<p>On the list we could also find the company Renford Investments. According to an investigation of the Swiss journalist Jean-Francois Tanda, Renford was owned by Ricardo Teixeira, President of the Brazilian Football Federation CBF, FIFA Exco Member, and his former father in law João Havelange, FIFA President between 1974 and 1998, IOC member since 1963 &#8211; the doyen of the International Olympic Committee. By the way: Once there was also a <a title="Andrew Jennings, Daily Mail" href="http://transparencyinsport.org/PDF-documents-front-page/Havelange-1-million-bribe.jpg" target="_blank">dubious transfer of a million CHF</a> which was once accidently transferred to a FIFA account and was immediately re-transferred.</p>
<p>But coming back to the ISL bribery system, which was mostly a cash system. As I have said earlier: According to all defendants in the ISL court case Jean-Marie Weber is the only person who knows the names of all takers. Simply because he has organized all payments to sport officials. As I have mentioned earlier: The two parties in corruption cases don&#8217;t usually sign contracts.</p>
<p>Weber has always refused to identify recipients, telling the Swiss court authorities:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;These payments were confidential and I must respect that confidentiality.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Here you can see a simple chart of the bribery system in the last years of the ISL-company. The chart is based on the court files and a chart which was presented by judge Siegler during the trial.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3986" title="Chart ISMM bribery system" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="500" height="629" /></p>
<p>Christoph Malms, former Chief Executive, said that after joining ISL in the 1990s he was shocked to discover the business was built on bribes.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;I was told the company would not have existed if it had not made such payments&#8221;,</strong> Malms testified.</p>
<p><strong>&#8220;I was always told they went to well-known decision-makers in the world of sports politics.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Malms said kickbacks were usual in the sports marketing and sports political business worldwide. It was the style of the business.</p>
<p>They have used terms like: PROVISIONS. FINDER-FEES. Or even: SALARIES:</p>
<p>Hans-Juerg Schmid, former Head of Finances, said during the court hearing:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;If we hadn&#8217;t made the payments, the other parties wouldn&#8217;t have signed the contracts.&#8221;</strong></p>
<p><strong>&#8220;It was like paying salaries. Otherwise they</strong> (high ranking sport officials/JW)<strong> would have stopped working immediately!&#8221;</strong></p>
<p><strong>&#8220;The other side doesn&#8217;t want to be named, that is the very sensitive aspect of this business.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>During the hearing Malms&#8217; lawyer Werner Würgler desperately attacked two FIFA Presidents and IOC members: Blatter and Havelange.</p>
<p>Würgler claimed that Joseph Blatter, back then General Secretary and now President, had approached his client Malms and told him, if ISL wanted to keep FIFA&#8217;s business, Jean-Marie Weber would have to stay in his positions in the company. If not, &#8220;it would be bad for ISL&#8221;.</p>
<p>Würgler also said that during the World Cup in France 1998 the outgoing President Joao Havelange made the same demand.</p>
<p>Würgler described the situation as follows: Anybody at FIFA who knew about the bribes and who was getting SCHMIERGELD could exercise great power over fellow officials. Würgler said: ISL became a private source of money for FIFA officials, virtually something like their private bank.</p>
<p>There are numerous well documented, strange operations within FIFA.</p>
<p>In their decision the three judges in Zug stated that FIFA &#8220;knew more than they told investigators&#8221;, that the behavior of FIFA-officials <span style="color: #000000;"><strong>&#8220;was not always in good faith&#8221;</strong></span>, and some of their claims <strong>&#8220;were not credible&#8221;</strong>.</p>
<p>(By the way: that seems to be typical for FIFA. The federation and its current General Secretary Jerome Valcke was described in another court case, the <a title="Original Court decision, pdf, 125 pages" href="http://fl1.findlaw.com/news.findlaw.com/hdocs/docs/sports/mastercardfifa120706opn.pdf" target="_blank">Mastercard-Visa-decision</a> as a kind of a serial liar.)</p>
<p>In the ISL case FIFA was ordered to pay a part of the trial costs, despite claiming not having misled the authorities.</p>
<p>We have got an astonishing documentation of a huge bribery system. Some experts are saying: This is the biggest bribery system in Olympic sports ever.</p>
<p>But nobody in the sporting world has taken any action. Not even against senior officials who were mentioned in the court documents.</p>
<p>Who should have taken action: Sepp Blatter? Havelange? IOC President Jacques Rogge?</p>
<p>By the way: Have I mentioned that Jean-Marie is still a member of the family? He is working with IOC members like Lamine Diack (President of the IAAF) and Issa Hayatou (Vice President of FIFA and President of CAF).</p>
<p>This picture is not a good one, I know. But it is a kind of a document. It shows Weber in December 2008 during an IOC meeting in the IOC headquarter in Lausanne. The IOC President who promised to fight all sorts of corruption with his zero-tolerance-policy is also to be seen in the picture:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3984" title="IOC headquarter, December 2008" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/jm-lausanne-2008.jpg" alt="" width="500" height="323" /></p>
<p>As I said before: from a strictly juridical point of view the ISL-payments were in accordance with the former Swiss law.</p>
<p>But the payments were never in accordance with the rules of sport federations and organizations.</p>
<p>Olympic sport organizations are always arguing that their moral and ethical rules have to be much higher and harder than other rules.</p>
<p>The ISL-bribery case appears to be a strange example for the extremely high standard in the Olympic family.</p>
<ul>
<li>You want to read more? I recommend the Website of Andrew Jennings: <a title="www.transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a>.</li>
</ul>
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		<title>Open letter to the Olympic Journalists Association</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 11:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe seit Ewigkeiten vor, dieses Blog auch auf Englisch zu führen, weil ich denke, dass es vergleichbare Angebote, die nicht von Sponsoren der so genannten Olympischen Bewegung oder gar von Sportfunktionären finanziert werden, kaum gibt. Nun beginne ich damit. Die Geschichte, die ich <a title="Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich" href="http://jensweinreich.de/?p=3960" target="_self">gestern erlebt habe</a>, ist Anlass genug: Denn ich habe ja mit Jean-Marie Weber einen neuen Journalisten-Kollegen in der Olympic Journalists Association (OJA). Ab heute wird es regelmäßig englische und deutsche Beiträge in diesem Blog geben. Ich denke, das ist auf Dauer spannender und erweitert unseren Horizont.</p>
<p>In der Causa Weber habe ich soeben diesen offenen Brief an alle Mitglieder der OJA und einige andere interessierte Kollegen, Funktionäre und das IOC Press Office gesendet. Let&#8217;s talk about it. Have your say!</p>
<blockquote><p>Von: Jens Weinreich<br />
Gesendet: Sonntag, 14. Juni 2009 13:30<br />
Betreff: <strong>open letter to members of the Olympic Journalists Association</strong></p></blockquote>
<p>Dear colleagues,</p>
<p>I have had a shock. My head is spinning. My legs are weak, my brain spins. I grip the edge of my desk and croak for a glass of water.</p>
<p>Coming back from Coventry, England, where I attended the stimulating <a title="Play the Game Website" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> conference I was greeted by the new directory of the Olympic Journalists Association (OJA). I do thank Alain Lunzenfichter, Steve Wilson and Adrian Warner, Wakako Yuki, Karolos Grohmann and Pirate Irwin for their honorary work in the OJA Executive Committee.</p>
<p>But something in it leaves me trembling.</p>
<p>In the new directory I found my name alongside a new &#8220;associate member&#8221; of the OJA. His name? Jean-Marie Weber. In a moment, I&#8217;ll tell you more about Mr Weber.</p>
<p>But first, I am curious to know, who has elected Jean-Marie Weber? He has never been a journalist. But he does have one special role in the Olympic movement.</p>
<p>He paid the bribes. Huge bribes. Bribes for maybe 30 years to high ranking sports officials. Is this now a qualification for membership of the Olympic Journalists Association?</p>
<p>I can&#8217;t afford this membership fee. My children must be fed first.</p>
<p>Apparently he was elected in 2009. The Constitution of OJA says an &#8220;associate member&#8221; can be nominated by the Executive Committee. The definition of an &#8220;associate member&#8221; like Jean-Marie Weber is the following:</p>
<blockquote><p>&#8220;This will be offered to any individual, newspaper, federation, television network, sponsor, association, promoter etc. &#8230; whom the Committee considers has made a contribution to the Association or whose professional duties impact on Olympics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oh yes! Mr Weber&#8217;s activities have impacted on Olympic sport big time. Massively. He&#8217;s the man who bought sport with big bags of banknotes.</p>
<p>How about <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">138 million CHF in bribes</a>? Or financing dreary publications like <em>&#8220;sport intern&#8221;</em> since the rest of us were babies?</p>
<p><span id="more-3963"></span>By the way: It was interesting to read in the &#8220;Constitution Status&#8221; that there should be an annual general meeting. I was never invited to any. I have no idea if a meeting took place ever.</p>
<p>Just one last remark: This is not about criticizing the honorary work of other journalists. I do appreciate their work, especially if the purpose is to organize better working conditions for journalists in the Olympic circuit.</p>
<p>But: I don&#8217;t think adopting people who are working on the other side, the Dark Side, who some of us watched in a Zug court last year refuse to answer direct questions from the magistrates about who got the kickbacks?</p>
<p>I would very much like to get information from our Committee. Over to you guys.</p>
<p>Ironically my presentation at Play the Game last Wednesday in Coventry was about the biggest bribery scandal in the Olympic history. My topic was:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;The ISL/ISMM bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>For those of you who are not familiar with the ISL-bribery system: I will publish an extended version of my presentation on my sport-political blog tomorrow. Just one important point: The man who has paid 138 million CHF (according to judges, to defendants and lawyers in the ISL court case in Zug/Switzerland; see: court documentation) was the former ISL executive Jean-Marie Weber.</p>
<p>Is he really one of us? How on earth was he given membership?</p>
<p>I do think this is important so I am sending this email to every &#8220;full member&#8221; of OJA, to the IOC Press Office, the head of the IOC Press Commission and a few people who have recently discussed measures against corruption in sport with me in Coventry at the Play the Game conference: journalists, sport officials like Dick Pound, scientists and NGO-officials from 31 countries. I will also publish the letter on my sport-political blog.</p>
<p>Kind regards,<br />
 <br />
Jens Weinreich</p>
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		<title>Wir Journalisten: Jean-Marie Weber und ich</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 16:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin gerade zurück aus Coventry und öffne die Post. Ein Brief kommt aus Paris von der L&#8217;Equipe, deren Altmeister Alain Lunzenfichter der <em>Olympic Journalists Association</em> (OJA) vorsteht. Das ist ein kleiner Verbund von, wenn ich richtig gezählt habe, derzeit 107 Personen weltweit, die sich mit olympischen Fragen befassen. Selbst unter diesen 107 tauchen nur einige Dutzend bei allen IOC-Meetings auf &#8211; und es werden, wie jüngst in Lausanne und Denver, immer weniger. Gegründet wurde der Verband, um die Arbeitsbedingungen der Olympic Writer beim IOC zu verbessern, so gab es in Peking erstmals eine <a title="Peking, Tag 1" href="http://jensweinreich.de/?p=346" target="_self">gesonderte Akkreditierung</a> für das IOC-Hotel.</p>
<p>Ich habe die Vokabel &#8220;Personen&#8221; gewählt, obgleich es <em>Olympic <strong>Journalists</strong> Association</em> (OJA) heißt. Ich denke, da muss demnächst mal was geklärt werden, das werde ich auch tun. Die letzten zehn Namen in der alphabetisch gegliederten Liste der OJA lauten:</p>
<ul>
<li>Vandeweghe, Hans (Belgien)</li>
<li>Vande Weyer, Philippe (Belgien)</li>
<li>Ventouillac, Marc (Frankreich)</li>
<li>Wakamizu, Hiroshi (Japan)</li>
<li>Walden, Laura (USA)</li>
<li>Weber, Jean-Marie (Schweiz)</li>
<li>Weinreich, Jens (Deutschland)</li>
<li>Werge, Lars (Dänemark)</li>
<li>Wilson, Neil (UK)</li>
<li>Ziegler, Martyn (UK)</li>
</ul>
<p>Fällt jemandem etwas auf? Das ist weder ein Druckfehler der L&#8217;Equipe, noch ein Schreibfehler von mir. Ruhig noch einmal lesen.</p>
<p>Ich meine, nichts dagegen, wenn Alain Lunzenfichter und Jean-Marie Weber befreundet sind. Ich trinke auch gern Kaffee mit Jean-Marie und plaudere mit ihm über Gott und die Welt. Aber das geht nicht. Tut mir leid, aber OJA-Mitglied mit einem, der <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">138 Millionen Schmiergeld</a> gezahlt hat, möchte ich doch eher nicht sein. (Meinen Vortrag dazu bei Play the Game stelle ich in Kürze leicht überarbeitet ein.) Das IOC hat bislang immer andere Wege gefunden, Jean-Marie Akkreditierungen zu geben, etwa in der Kategorie GT, die für <em>Distinguished Guest</em> steht.</p>
<p>So sind sie, die Sportjournalisten, immer nah am Mann, gern auch in einem Boot mit jenen, denen sie eigentlich auf die Finger hauen sollten. Einige andere Personen, etwa ein Kompagnon und Berater des UDIOCM, werden auch als OJA-Mitglieder geführt.</p>
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		<title>And the winner is: Jean-Marie Weber</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 17:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer zählt hier fleißig die Stimmen bei der Wahl zum afrikanischen Fußballpräsidenten, <a href="http://jensweinreich.de/?p=2898" target="_self">wollte ich gestern Abend wissen</a>.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2905" title="stimmenzaehler" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/02/stimmenzaehler.jpg" alt="" width="500" height="306" /></p>
<p>Ich bin schwer beeindruckt. Okay, es ist Wochenende, die Umfrage war ein bisschen versteckt, weshalb sich nur wenige Leser beteiligten &#8211; die aber offenbarten kolossales Sachverständnis. Sportpolitiker per excellence! Natürlich heißt die Lösung: JMW. Sollte es jemanden geben, der mit dem Namen nichts anfangen kann &#8211; ich empfehle die Suchfunktion rechts oben. Oder die Beiträge, die am Ende dieses Eintrages automatisch verlinkt werden. Viel Vergnügen.<span id="more-2924"></span></p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Und hier auch die fotografische Auslösung, unverkennbar, JMW, der Mann, der <a href="http://jensweinreich.de/?p=163" target="_self">138 Millionen Schmiergeld</a> an Sportfunktionäre verteilte. Mindestens, denn gezählt wurde nur zwischen 1989 und 2001 :)</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/02/jmw-tunis.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2925" title="jmw-tunis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/02/jmw-tunis.jpg" alt="" width="500" height="374" /></a></p>
<p>Und wenn ich schon im Bildarchiv wühle, hoppla, da fällt mir ein anderer Kamerad auf, der sich damals ebenfalls prächtig amüsierte &#8211; jawoll, es ist der <a href="http://jensweinreich.de/?s=pharao" target="_self">Handball-Pharao</a>:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2926" title="pharao-tunis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/02/pharao-tunis.jpg" alt="" width="500" height="385" /></p>
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		<item>
		<title>Gericht rügt Fifa: &#8220;täuschendes Verhalten&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/11/30/gericht-rugt-fifa-tauschendes-verhalten/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 15:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Im Rechtsstaat&#8221;, sagte einst Marc Siegwart, &#8220;gibt es keine Moraljustiz.&#8221; Siegwart ist Richter am Strafgericht des Kantons Zug. Und er hat im Frühjahr dieses Jahres fast ein wenig bedauert, dass es keine Moraljustiz gibt; jedenfalls klingt seine Aussage bis heute in meinen Ohren so nach. Man wird doch mal träumen dürfen. Ich habe den größten Korruptionsprozess der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Im Rechtsstaat&#8221;, sagte einst Marc Siegwart, &#8220;gibt es keine Moraljustiz.&#8221; Siegwart ist Richter am Strafgericht des Kantons Zug. Und er hat im Frühjahr dieses Jahres fast ein wenig bedauert, dass es keine Moraljustiz gibt; jedenfalls klingt seine Aussage bis heute in meinen Ohren so nach. Man wird doch mal träumen dürfen. Ich habe den größten Korruptionsprozess der Sportgeschichte <a href="http://jensweinreich.de/?p=149" target="_self">hier</a> im <a href="http://jensweinreich.de/?p=94" target="_self">Blog</a> recht <a href="http://jensweinreich.de/?p=157" target="_self">ausführlich</a> dokumentiert. Es geht um Schmiergeldzahlungen von bestätigten <a href="http://jensweinreich.de/?p=163" target="_self">138 Millionen Franken</a> an höchste Sportfunktionäre aus jenen Verbänden, mit denen der einstige Weltmarktführer ISL/ISMM Milliardengeschäfte machte.</p>
<p>Ach ja, das hier unten links ist übrigens Jean-Marie Weber, der Geldbriefträger und Geldkofferträger, der als einziger die Namen aller Schmiergeldempfänger kennt. Der Herr daneben, Joseph Blatter, ist ein alter Kampfgefährte und Vertrauter des ISL-Barons Weber, auch er ist <a href="http://jensweinreich.de/?p=1163" target="_self">Stammgast</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1226" target="_self">in</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=1427" target="_blank">diesem</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=167" target="_self">Blog</a>. Jean-Marie war einmal der große Impressario des Weltsports. Er konnte alles.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2074" title="jmw-sepp" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/11/jmw-sepp.jpg" alt="" width="500" height="351" /></p>
<p>Wenn ich mich recht erinnere, war es auch Weber - um nur mal ein Beispiel zu nennen -, der für den 50. Geburtstag von Robert Louis-Dreyfus mal eben die Eremitage in St. Petersburg buchte, einen Jumbo charterte und die rauschende Sause in der Zarenstadt ausrichten ließ. Ich habe gelegentlich schon erwähnt, dass ich Jean-Marie, seine irren Geschichten und seine Kultiviertheit ziemlich mag. Es ist nur so, und das weiß er auch: Die besten Geschichten kenne ich leider nicht. Und die vielen Millionen, mit denen er Sportfunktionäre schmierte, verhindern eine echte Freundschaft. Ich würde gern ein paar Namen mehr erfahren, doch Jean-Marie nimmt, nachdem er nun den ISL-Prozess glimpflich überstanden und wieder unbeschwert für etliche Sportverbände arbeitet, seine Geheimnisse mit ins Grab.</p>
<p>Eine hintergründige Summary dieses Prozesses habe ich <a href="http://jensweinreich.de/?p=242" target="_self">Anfang Juli</a> für den Deutschlandfunk produziert. Wer mag, kann reinhören, bevor es aktuelle Weiterungen gibt.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/07/02/dlf_20080702_1840_3ebbbb2b.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><span id="more-2072"></span>Am 6. November hat das Strafgericht nun endlich die schriftliche Version des Urteils verschickt. Für die Fifa und Blatter, die ja auch im Visa-Mastercard-Streit vor Gericht eine unglaubliche Abreibung erhalten hatten, ist das Urteil einmal mehr peinlich. Der Text ist ein paar Tage alt und bearbeitet u. a. in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/655388/698/2649851/Ohne-Treu-und-Glauben.html" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> (&#8220;Ohne Treu und Glauben&#8221;) und der <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/138_millionen_franken_schmiergeld_1.1309581.html" target="_blank">Neuen Zürcher Zeitung</a> (&#8220;138 Millionen Franken Schmiergeld&#8221;) erschienen. Normalerweise hätte ich das gleich mit vielen Links gebloggt, aber ich muss mich erst wieder an Normalität gewöhnen.</p>
<blockquote><p>Das Urteil im größten Korruptionsprozess der Sportgeschichte ist zwar bereits Anfang Juli ergangen. Doch erst jetzt hat das Strafgericht des Kantons Zug die mit Spannung erwartete, 179 Seiten umfassende schriftliche Version vorgelegt. In Zug hatten sich sechs Manager der ISL/ISMM-Gruppe, ehemals die Nummer eine im weltweiten Sportmarketing, unter anderem wegen Veruntreuung, Betrug und Konkursverschleppung zu verantworten. Drei Personen wurden freigesprochen, drei Manager um den einstigen Geldkofferträger Jean-Marie Weber erhielten Geldstrafen. Das Urteil ist ein sporthistorisches Dokument, das belegt, wie über Firmen, Stiftungen und Schwarzkonten des ISL-Konglomerats 138 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an hohe Funktionäre des Weltsports gezahlt wurden. 18 weitere Millionen waren als Schmiergeld vorgesehen, mussten aber 2001 in den Konkurs-Wehen vom Konto einer Schmiergeldstiftung zurückgebucht werden.</p>
<p>Der Fußball-Weltverband Fifa war 2001 ursprünglich Privatklägerin in dieser Sache, erklärte aber 2004 überraschend und in aller Stille sein Desinteresse an einer weiteren Strafverfolgung. Dies sei nie begründet worden, rügt nun das Gericht. Die Fifa müsse sich zudem „täuschendes Verhalten, welches die Untersuchungen teilweise erschwerte, vorhalten lassen&#8221;. Die Zusammenarbeit mit dem Untersuchungsrichter sei „nicht immer nach besten Wissen und getragen vom Grundsatz von Treu und Glauben erfolgt&#8221;. Die Fifa habe, internes Wissen „verschwiegen&#8221; und eine gezielte „verwirrliche&#8221; Argumentation betrieben. Deshalb wurden dem Weltverband ein Teil der Untersuchungs- und Entschädigungskosten auferlegt.</p>
<p>Anwälte der Angeklagten hatten im Verlauf des Prozess schwere Vorwürfe der Mitwisserschaft erhoben. So hätten zwei Fifa-Präsidenten, der aktuelle Verbandschef Joseph Blatter und dessen Vorgänger Joao Havelange, ultimativ verlangt, den Schmiergeldboten Jean-Marie Weber im Amt zu belassen. Andernfalls wären keine Verträge mit der ISL mehr abgeschlossen worden. Die Zahlungen hätten dadurch den Status von „verbindlichen vertraglichen Abmachungen&#8221; erlangt. Im offiziellen Sprachgebrauch hießen diese Zahlungen „Rechteerwerbskosten&#8221;. Das Betrugssystem wurde mit Hilfe der Schweizer Steuerbehörden und renommierter Anwaltskanzleien installiert. All diese Sachverhalte, die bei der Verhandlung im Frühjahr publik wurden, hält das Strafgericht in seinem Urteil ausdrücklich fest.</p>
<p>Indes stand Bestechung von Privatpersonen, als solche gelten Sportfunktionäre, nach damaligem Schweizer Recht, im Zeitraum von 1989 bis 2001, nicht unter Strafe. Um die milliardenschweren Marketingverträge der ISL mit zahlreichen Sportverbänden (neben der Fifa u. a. IOC, Uefa, Fina, Fiba, ATP, IAAF) als sittenwidrig deklarieren zu können, hätten Verträge zwischen Gebern und Nehmern der Schmier- und Schwarzgelder vorliegen müssen. Doch zum Wesen der Korruption gehört, dass keine Verträge geschlossen werden. Deshalb werden nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle bekannt. Und deshalb haben die 138 Millionen der ISL keine strafrechtlichen Konsequenzen. Die Namen aller Empfänger kennt nur Jean-Marie Weber, der immer noch für etliche Föderationen arbeitet (etwa für den Leichtathletik-Weltverband IAAF und den afrikanischen Fußballverband CAF) und bei den Olympischen Spielen in Peking vom IOC akkreditiert war. Doch Weber hat mehrfach beteuert, er werde sein Wissen mit ins Grab nehmen. Gegenüber Vertrauten soll gesagt haben, sein Leben wäre gefährdet, würde er auspacken.</p>
<p>Das Urteil fasst die mündlichen und schriftlichen Bestätigungen der Korruptionspraktiken von vier der sechs Angeklagten zusammen. Ergänzend mit der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wird ein System beschrieben, mit dem die ISL zwanzig Jahre lang den Weltsport dominiert hatte. Das Urteil wiederholt, was einer der Richter bereits im Frühjahr ausgeführt hatte: „Im Rechtsstaat gibt es keine Moraljustiz.&#8221; </p>
<p>Aufklärungsbedarf besteht akut bei jenen Verbänden, mit denen die ISL gedealt hatte. In sämtlichen Organisationen war der ISL-Prozess mit Spannung beobachtet worden. Obgleich die meisten der in den Prozessunterlagen genannten Empfänger der Schmiergelder noch in Amt und Würden sind &#8211; etwa die beiden Fifa-Exekutivmitglieder Nicolas Leóz (Paraguay) und Ricardo Teixeira (Brasilien) &#8211; hat kein Verband aufklärende Initiativen unternommen. Das Gesamtverfahren ISL ist noch immer nicht abgeschlossen. Es laufen zwei weitere Untersuchungen. So sollen die Empfänger der Schmiergelder ausfindig gemacht werden. Außerdem soll geklärt werden, ob die Fifa für den Geldkofferträger Weber 2,5 Millionen Franken aufgebracht hat, um einen so genannten Korruptionsverdunklungsvertrag zu schließen &#8211; eine Untersuchung läuft zum Thema <a href="http://www.transparencyinsport.org/the-untouchable.html" target="_blank">ungetreues Geschäftsgebaren zum Nachteil der Fifa</a>.</p>
<p>Peter Danckert, Vorsitzender des Bundestagssportausschusses, hatte im Juli angekündigt, er wolle über die Konferenz der europäischen Sportminister Druck auf die Sportorganisationen ausüben. Dem Versprechen folgten jedoch keine Maßnahmen. Die Sportverbände schweigen ohnehin. Bislang hat sich keine der mit viel PR-Getöse etablierten so genannten Ethik-Kommissionen dem ISL-Komplex angenommen.</p>
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