<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>jens weinreich &#187; isl/ismm</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Lost in translation: &#8220;I have no case. I have no information&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[alimsan tochtachunow]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wjatscheslaw koloskow]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[goal]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[tokio]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11440</guid>
		<description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p>
<p><a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p>
<p><a title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p>
<p><a title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p>
<p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p>
<blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote>
<p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p>
<blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote>
<p><span id="more-11440"></span></p>
<p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p>
<p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p>
<p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p>
<p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p>
<p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p>
<p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p>
<blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote>
<p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p>
<blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p>
<p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p>
<p>Best regards,</p>
<p>FIFA Media department</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p>
<p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p>
<blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div>
<p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p>
<p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p>
<ul>
<li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p>
<ul>
<li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li>
</ul>
<p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p>
<p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p>
<p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p>
<p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p>
<blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p>
<blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p>
<p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote>
<p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p>
<p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p>
<p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p>
<blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p>
<p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p>
<blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p>
<p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p>
<blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte Sepp.</p>
<p>Aber gewiss doch.</p>
<p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
<enclosure url="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3" length="6542442" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3" length="2211328" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Jacques Rogge sagt: &#8220;reports are confidential&#8221; und &#8220;a warning is not a sanction&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 18:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[iaaf]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11390</guid>
		<description><![CDATA[LAUSANNE. In zwei Jahrzehnten als IOC-Berichterstatter habe ich gewiss schon viele absurde, deprimierende Momente erlebt. Die gerade beendete, äußerst bizarre Pressekonferenz mit einem geradezu leblos argumentierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge gehört sicher dazu &#8211; irgendwo in den Top 20. Das muss Mann erst mal verdauen. Jedenfalls, Rogge, einst als Erneuerer angetreten [und von mir auch als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>LAUSANNE. In zwei Jahrzehnten als IOC-Berichterstatter habe ich gewiss schon viele absurde, deprimierende Momente erlebt. Die gerade beendete, äußerst bizarre Pressekonferenz mit einem geradezu leblos argumentierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge gehört sicher dazu &#8211; irgendwo in den Top 20.</p>
<p>Das muss Mann erst mal verdauen.</p>
<p>Jedenfalls, Rogge, einst als Erneuerer angetreten [<em>und von mir auch als solcher promotet</em>], hätte nicht peinlicher agieren können. Unfassbar. Eigentlich hätte an seiner Stelle auch Samaranch sitzen können, das macht keinen Unterschied. Zu den Feinheiten: Rogge vermied es, die Vokabel &#8220;Korruption&#8221; zu benutzen [<em>ich sage es einmal mehr: das Wort Korruption taucht auch in der Olympischen Charta des IOC nicht auf</em>], er erwähnte auch nicht den Korruptionskonzern ISL/ISMM.</p>
<p>Als wäre nichts gewesen.</p>
<p>Schockierend.</p>
<p>Unanständig.</p>
<p>Es war natürlich Andrew Jennings, der überraschender Weise zwei Mal ans Mikro durfte und flink noch erwähnte, dass wir hier über ein kolossales Betrugssystem reden, das den gesamten, nunmehr von Rogge präsidierten, olympischen Weltsport umfasste. <strong><a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken wurden nachweislich an Schmiergeld gezahlt.</a></strong> Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Und die Bevorteilten, korrupte Funktionäre, sind zu großen Teilen noch in Amt und Würden, hundertmal angemerkt.</p>
<p>Nach etwa zwölf Minuten war die Freakshow beendet. Rogge behauptete:</p>
<blockquote><p>We will not hesitate to act. The wider world will acknowledge that the IOC means business and is accountable and transparent&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich muss es gleich nachhören &#8211; und werde mich erneut gruseln.<br />
<span id="more-11390"></span><br />
Nebenbei definierte Rogge die Gelben und Roten Karten im Fußball neu, oder auch die Ethikregeln. Oder beides. Es war so verworren. So verlogen.</p>
<blockquote><p>a warning is not a sanction</p>
<p>a repriment is a sanction</p>
<p>you could compare it to red card and yellow card in football.</p></blockquote>
<p>Also:</p>
<ul>
<li><strong>Lamine Diack</strong> (Senegal/IOC-Mitglied und Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF) hat insgesamt 52.880 CHF von der ISL erhalten. <a title="ioc.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Ethics/Ethics-2011-10-03-decision-recommendation-Lamine-Diack-Eng.pdf" target="_blank">Er wurde verwarnt.</a></li>
<li><strong>Issa Hayatou</strong> (Kamerun/IOC-Mitglied, FIFA-Vizepräsident, CAF-Präsident) hat 24.700 CHF von der ISL erhalten. <a title="ioc.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Ethics/Ethics-2011-10-03-decision-recommendation-Issa-Hayatou-Eng.pdf" target="_blank">Er wurde ermahnt.</a></li>
</ul>
<p>Beide, Diack und Hayatou, beschäftigen übrigens bis heute den ISL-Schmiergeldboten Jean-Marie Weber, der einst jene 140 Millionen verteilt hat.</p>
<ul>
<li><strong>Joao Havelange</strong> (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">FIFA-Ehrenpräsidentm IOC-Mitglied bis vor wenigen Tagen</a>) hat mutmaßlich viele Millionen von der ISL erhalten. Die Überweisung von 1,5 Millionen aus diesem Paket ist bestens dokumentiert. Havelange wurde von Rogge nicht mal mehr erwähnt.</li>
</ul>
<p>Doch, sorry, <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Rogge sagte erneut &#8230;</a></p>
<blockquote><p>Mr Havelange is not an IOC member anymore. For us he is a private person.</p></blockquote>
<p>Und deshalb gibt es dazu keine Informationen.</p>
<p>Die Ermittlungsergebnisse der Ethikkommission bleiben natürlich auch geheim.</p>
<p>Rogge sagte:</p>
<blockquote><p>reports are confidential, the proposals are public</p></blockquote>
<p><del>Die beiden dünnen Papiere folgen in Kürze.</del></p>
<p><strong>19.37 Uhr:</strong> Denke ich über positive Aspekte nach, fällt mir schon mal dies ein:</p>
<ul>
<li>Die wenigen Journalisten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der ISL-Korruption befasst und wirklich recherchiert haben, beschrieben nichts als die Wahrheit.</li>
<li>Die Dokumente sind echt.</li>
<li>Die Zahlen stimmen.</li>
<li>Das IOC nennt exakt jene Daten und Zahlen, die Andrew Jennings &#8211; ergänzend zum bereits vorliegenden &#8211; vor einem Jahr in der BBC-Panaroma-Sendung vorgelegt hat.</li>
<li>Diese Fakten können auf Dauer weder IOC noch FIFA negieren.</li>
<li>Die historische Wahrheit bleibt die historische Wahrheit. Sie lässt sich auch von diesen milliardenschweren und intransparenten Sportkonzernen nicht beugen.</li>
<li>Die Wahrheit lässt sich auch von Propagandisten und als Journalisten getarnten Idioten nicht beugen.</li>
<li>Man könnte sogar sagen: Journalismus lohnt sich. Mann sieht, ab und an, Resultate. Wenn auch bescheidene.</li>
</ul>
<p>Weitere Resultate werden folgen.</p>
<p><strong>20.20 Uhr:</strong> Die Papiere sind oben nun verlinkt, und außerdem hier zu begutachten:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11399" title="diack1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack1-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11400" title="diack2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11401" title="hayatou1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou1-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11402" title="hayatou2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>FIFA, IOC, Katar 2022: Recherche vs Propaganda</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[daily telegraph]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fbi]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[claire newell]]></category>
		<category><![CDATA[frank lowy]]></category>
		<category><![CDATA[handelszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[james dorsey]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[jesse fink]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[nzz. joseph blatter aloys hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[paul kelso]]></category>
		<category><![CDATA[the zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11379</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und dem Berufsstand des Journalismus Schande bereiten &#8211; und die dann eben inbrünstig und kolossal ahnungslos, oft auch ganz bewusst, die Propaganda der Sportkonzerne verbreiten. Ein Skandal im Skandal.</p>
<p>Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel diese jüngsten:</p>
<ul>
<li><strong>Jean François Tanda</strong>, Handelszeitung: <a title="Fifa: 120'000 Franken für Korruptionsgutachten" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/fifa-120000-franken-fuer-korruptionsgutachten" target="_blank">Fifa: 120&#8217;000 Franken für Korruptionsgutachten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der renommierte Korruptionsbekämpfer Mark Pieth soll Führung und Transparenz der Fifa verbessern. Laut Recherchen der «Handelszeitung» bezahlt sie dafür ein Taggeld von 5000 Franken &#8211; und überwies zusätzliches Geld für ein Gutachten.</p></blockquote>
<p>Auf diesen Beitrag hat Mark Pieth bereits vorab reagiert und gestern Einladungen an einige Journalisten verschickt, die er im Januar gern interviewen würde. Er selbst will ja nicht retrospektiv tätig werden und ermitteln &#8211; das überlässt er anderen. In der Presseerklärung, die gestern ebenfalls verschickt wurde, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Frequent Questions on the Independent Governance Committee on FIFA</strong></p>
<p>Over the last few days several questions relating to the governance reform process of FIFA have been raised. The following text should address the most pressing issues:</p>
<p><strong>Are the Committee Members independent?</strong><span id="more-11379"></span></p>
<p>First, it needs to be pointed out that governance reform and monitoring is serious professional work (comparable to that of auditors) that should not be left to amateurs and that salaries of professionals need to be paid.</p>
<p>Second, as Chairman I personally do not profit at all from this mandate, as the funds generated go either to the Basel Institute on Governance or into a University fund for research at my Chair (employment of research assistants for 2012).</p>
<p><strong>Should one investigate the past before making recommendations on the future?</strong></p>
<p>The Independent Governance Committee is focussing its efforts on bringing about a rapid and effective change of FIFA’s governance structures (some far reaching ideas have been thrown out in our report published last week).</p>
<p>As part of the governance reform process a look back into the past is necessary, as the risk scenarios need to be realistic. Therefore, the Independent Governance Committee will reach out to investigative journalists and host a hearing for experts on FIFA’s past in January 2012.</p>
<p>There is, from the perspective of the Independent Governance Committee, absolutely no objection to an investigation. Several investigations are under way. The Independent Governance Committee will consider making a recommendation how the past could be best addressed and its membership will be composed in a way suited to assess this issue.</p>
<p>Mark Pieth</p></blockquote>
<p>Weitere Lesebefehle:</p>
<ul>
<li><strong>Jesse Fink</strong> auf ESPN Star.com: <a title="Makudi files must be released" href="http://www.espnstar.com/editorial/news/detail/item719186/Fink:-Makudi-files-must-be-released/" target="_blank">Makudi files must be released</a></li>
</ul>
<p>Das sehe ich natürlich auch so. Ich habe der FIFA dazu vor zwei Wochen einen Fragenkatalog geschickt &#8211; auf die Antworten warte ich noch. Weitere Dokumente zu Makudi sind in der Pipeline.</p>
<ul>
<li><strong>James Dorsey</strong>, The Turbulent World of Mideast Soccer: <a title="Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny" href="http://mideastsoccer.blogspot.com/2011/12/qatars-2022-world-cup-bid-comes-under.html" target="_blank">Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Newly appointed FIFA executive committee member and German soccer federation president Theo Zwanziger this week denounced the awarding to Qatar in an interview with Agence France Presse. &#8220;The basic requirements for a host country have been perverted. I have never understood how such a small country can be awarded one of the most important sports events in the world, especially as Qatar were in last place on the grid before the decision was made,” Mr. Zwanziger said.</p>
<p>Australian soccer federation president Frank Lowy, speaking last week days after Mr. Blatter opened the door to an investigation of Qatar’s bid, said he believed that the Gulf state could be deprived of the right to host the tournament. The &#8220;last word hasn&#8217;t been heard yet,&#8221; Mr. Lowy said.</p>
<p>The soccer officials’ statements gained currency this week when the head of FIFA’s newly created Independent Governance Committee, Mark Pieth, told Associated Press that he will focus on FIFA;s past as well as its future. Mr. Pieth said he has “absolutely no objection to an investigation” and would soon interview investigative journalists who are “experts on FIFA’s past.”</p></blockquote>
<p>Und schließlich der Bericht des Daily Telegraph, in der die von den <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Enthüllungen Andrew Jennings&#8217; im Sommer</a> ausgelösten FBI-Ermittlungen konkretisiert werden. Nur nebenbei: Dass FIFA-Exekutivmitglied Chuck Blazer zehn Millionen Dollar (die tatsächliche Summe ist viel höher, das hat er in kleinem Kreise bereits eingeräumt) kassiert, ist für die FIFA kein Grund, einzuschreiten!</p>
<ul>
<li><strong>Claire Newell und Paul Kelso</strong> im Daily Telegraph: <a title="FBI launches investigation into World Cup 'dirty tricks’ campaign " href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/teams/england/8939343/FBI-launches-investigation-into-World-Cup-dirty-tricks-campaign.html" target="_blank">FBI launches investigation into World Cup &#8216;dirty tricks’ campaign</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Investigators claim to have “really great intelligence” of malpractice and came to London last month to interview people present in Zurich at the time of the World Cup vote.</p>
<p>It is understood that the FBI has “substantial evidence” of outside organisations attempting to hack the email accounts of the United States bid for the 2022 tournament, and believe the English bid may have also been affected.</p>
<p>The FBI is understood to have asked England 2018 officials, who are not under suspicion, if they were aware of dirty tricks or corruption in the World Cup bidding campaign.</p>
<p>The FBI is also understood to have asked questions relating to potential offences arising from the alleged bribery of Caribbean football officials by Mohammed Bin Hammam, who stood against Sepp Blatter for the Fifa presidency.</p></blockquote>
<p>Liebe Freunde, es gibt bald viel mehr darüber zu berichten, keine Sorge. Was fehlt, sind allein gerichtsfeste Beweise für die Korruption von Russland 2018 und Katar 2022. Kommt Zeit, kommt Rat.</p>
<p>Was IOC-Präsident Jacques Rogge heute Abend in Lausanne zu den ISL-Korruptionsfällen Diack, Hayatou und Havelange verkünden wird, dürfte eher traurig sein. Denn Rogge wird die Ermittlungsergebnisse der IOC-Ethikkommission nicht veröffentlichen. Aber auch mit dieser Blockadehaltung ist die Wahrheit nicht aufzuhalten.</p>
<p>[<em>Wie <a title="Sportpolitik - FIFA: IOC-Kreise: Keine Ermittlungen gegen Blatter" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">vollkommen ahnungslos, recherchefrei und allein auf Zurufe von ausgewählten IOC-Mitgliedern basierend</a>, einige IOC-Dauerberichterstatter noch immer berichten, ist unfassbar peinlich. Dumm nur, dass diese Leute damit auch eine gewisse Öffentlichkeit prägen - mit Propaganda-Botschaften von FIFA und IOC.</em>]</p>
<p>Ich habe gestern in Zürich und Lausanne eine Kleinigkeit für die NZZ gedichtet: <a title="NZZ: Blatter weibelt in Bundesbern" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/blatter_weibelt_in_bundesbern_1.13557267.html" target="_blank">Blatter weibelt in Bundesbern</a>. Die Kollegen haben sehr gut redigiert und den Text richtig umgestellt. Hier das etwas längere Original, das ich eigentlich für das Blog ausbauen und verlinken wollte, doch dafür fehlt mir momentan die Zeit. Heute Nachmittag geht es weiter in diesem Theater.</p>
<blockquote><p>„Team Spirit“ heißt das Event, das in parlamentarischen Kreisen alljährlich großen Zuspruch genießt. Wenn die Sport-Lotto-Gesellschaft und die Parlamentarische Grupp Sport unter dem Patronat des Sportministers Ueli Maurer (SVP) einladen zu Speis und Trank, garniert mit kleinen Geschenken, ist der Aufmarsch groß. 70 bis 80 Abgeordnete versammelten sich auch am Dienstagabend im Hotel Bellevue Palace zu Bern. Allesamt „Keyplayer“, wie es hieß. Einer jener Keyplayer wirkt gern im Hintergrund: Es ist Aloys Hirzel, PR-Guru der Schweiz, der derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus geht. Denn Hirzel (Agentur „Konsulenten“) ist wie einige andere PR-Leute und Lobbyisten damit beschäftigt, das schwer angeschlagene Image des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter aufzufrischen. Ob er vom Fußball-Weltverband unter Vertrag genommen wurde, mag Hirzel zwar nicht sagen. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, teilt er nur mit. Doch ranghohe FIFA-Mitarbeiter erklären, Hirzel sei auf politischem Parkett tätig und habe zum Beispiel den Lobby-Termin Blatters am Dienstag in Bern mit vorbereitet.</p>
<p>Am Abend, als Blatter sein Versprechen gebrochen hatte und mitteilen musste, dass die so genannte Einstellungsverfügung aus dem ISL-Korruptionsprozess nun doch nicht im Dezember veröffentlicht wird, wurden Blatter in parlamentarischen Kreisen keine kritischen Fragen gestellt. Einige der Anwesenden hatten kürzlich erfolgreich daran mitgewirkt, dass der Bericht des Bundesamtes für Sport zu Korruption und Schattenwirtschaft in Sportkonzernen wie IOK und FIFA, der Ende 2011 vorliegen sollte, um ein Jahr verschoben wurde. Und die Organisatoren von „Team Spirit“ präsentierten Blatter im knapp 45-minütigen Kaminfeuer-Gespräch mit SF-Moderatorion Steffi Buchli, die es vermied, Fragen von Belang zu formulieren.</p>
<p>So durfte Blatter ungestört darüber fabulieren, dass die „Leichtigkeit des Seins“ derzeit nicht gegeben sei, nicht in der FIFA und nicht im WM-Gastgeberland Brasilien, wo sich Staatspräsidentin Dilma Rousseff als energische Korruptionsbekämpferin profiliert. Er, Blatter, werde es allen zeigen und seine Reformen durchsetzen, flötete der 75-jährige aufgekratzt. Das hätten nur einige bösartige Journalisten in England und Deutschland noch nicht begriffen.</p>
<p>Nach dem Stelldichein mit SF-Frau Buchli nahm sich Blatter viel Zeit, um unter den Parlamentariern, unter National- und Bundesräten zu antichambrieren. Es wurde viel gelacht, Freundschaftsfotos geknipst, und Blatter soll sogar mit Nationalrat Roland Büchel (SVP) gesprochen haben, der vor einem Jahr eine Motion eingereicht und die Überprüfung der Korruption in den Sportverbänden gefordert hatte.</p>
<p>Mit derlei Maßnahmen und vielen harmlosen, bestellten Interviews, in denen dann über Probleme schwadroniert wird, die Blatter längst hätte lösen können (Torkameras, Frauen im FIFA-Exko etc), versuchen seine PR-Leute ihn neu zu positionieren. Zur Crew gehören neben Hirzel der neue FIFA-Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio, einst Schweizer Journalist des Jahres, und der Österreicher Bernd Fisa, der ehemals bei Ferrari mit Michael Schumacher gearbeitet hat. Auch Blatters ehemaliger Berater Peter Hargitay soll wieder an Bord sein. [<em>Er bestreitet, einen Vertrag zu haben. Das habe ich a) auch nicht behauptet und b) in vorherigen Beiträgen erwähnt.</em>] Sie verrichten Schwerstarbeit, sie betreiben Propaganda – doch sie können die Entwicklungen nicht beherrschen.</p>
<p>Aktuelle Beispiele gefällig? Der Londoner „Daily Telegraph“ berichtet gerade über das Interesse der amerikanischen Bundespolizei FBI an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Ermittelt wird nicht nur in den USA, auch in anderen Ländern – und von anderen Institutionen. Die FIFA aber verweigert sich konsequent Untersuchungskommissionen zur skandalbehafteten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar. Sie arbeitet nicht einmal das ISL-Bestechungssystem auf. Korrupte Funktionäre, die nachweislich ISL-Gelder erhalten haben, müssen nichts befürchten. Und einer dieser Spitzbuben, Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, WM-Organisationschef 2014, behauptete am Mittwoch in Brasilien gegenüber Journalisten, er sei es nicht gewesen, der die Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung mit juristischen Hebeln verhindert habe.</p>
<p>Wer war es dann? FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange, der ebenfalls ISL-Millionen kassierte und nun unter Druck aus dem IOK demissionierte? Oder hat Blatter am Dienstag nicht die Wahrheit gesagt und es gibt gar keine Hindernisse?</p>
<p>In Lausanne, wo derzeit das IOK-Exekutivkomitee tagt, hielt man sich am Mittwoch bedeckt zum Korruptionsfall ISL und der Verstrickung der IOK-Mitglieder Havelange (Brasilien), Issa Hayatou (Kamerun) und Lamine Diack (Senegal). IOK-Sprecher Mark Adams verwies auf die Pressekonferenz des Präsidenten Jacques Rogge am Donnerstag. Rogge könnte Aufklärung schaffen, wenn er die Ermittlungsergebnisse der IOK-Ethikkommission gegen Havelange veröffentlichen würde. Danach sieht es aber nicht aus. Rogge scheint mit Havelanges Rücktritt zufrieden.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11367</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports. Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar: Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen <del>Lügen</del> Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.</p>
<p>Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:</p>
<ul>
<li>Die <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge</a> von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.</li>
<li>Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.</li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld</a> sind gerichtsfest dokumentiert.</li>
</ul>
<div><img class="size-full wp-image-9842  aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="371" height="336" /></div>
<ul>
<li>Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.</li>
<li>Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. <del>Viele</del> Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden &#8211; manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.</li>
<li>Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell &#8211; und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.</li>
</ul>
<div>Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung &#8211; beide Optionen sind auch möglich.</div>
<p>Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.</p>
<p>Nun die Frage:</p>
<ul>
<li><strong>Was unternimmt der olympische Sport?</strong></li>
</ul>
<p>Bisher so gut wie nichts.</p>
<p>Ach doch, sorry.<span id="more-11367"></span></p>
<ul>
<li>Korrupte FIFA-Funktionäre, der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber und die FIFA haben &#8211; insgesamt &#8211; 8 Millionen Franken (einmal 2,5 Mio, einmal 5,5 Mio) gezahlt, um in <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">Korruptionsverdunklungsverträgen</a> die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten.</li>
<li>Zuvor hatte die FIFA in aller Stille ihr Desinteresse an einer Strafermittlung erklärt &#8211; der Untersuchungsrichter setzte seine Arbeit dennoch fort.</li>
<li>Das IOC hat seine Ethikkommission &#8220;ermitteln&#8221; lassen, nachdem Andrew Jennings Ende vergangenen Jahres in der BBC weitere Beweise vorlegen konnte.</li>
<li>Nun werden, vielleicht, zwei IOC-Ganoven verwarnt (Diack und Hayatou). Doch einer der größten Sportbetrüger aller Zeiten, Joao Havelange, kommt ungeschoren davon.</li>
</ul>
<p>Viel mehr an Aktionen seitens des organisierten Sports ist bislang nicht bekannt. Oder kann mir jemand helfen und mein Erinnerungsvermögen auffrischen?</p>
<p>Die <a title="JW auf SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Kernfragen</a> in der ISL-Causa lautete nach den jüngsten Entwicklungen (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">Rücktritt Havelanges</a> + <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Blatters Versprechen, die ISL-Einstellungsverfügung offenzulegen</a>):</p>
<ul>
<li>Was hat die IOC-Ethikkommission &#8220;ermittelt&#8221;? Vielleicht gar neue Sachverhalte?</li>
<li>Wie hat die IOC-Ethikkommission die Ausschluss-Empfehlung gegen Havelange begründet?</li>
<li>Hat tatsächlich der damalige FIFA-Generalsekretär Blatter angeordnet, jene 1,5 Mio CHF Bestechungsgeld, die von der ISL irrtümlich auf ein FIFA-Konto überwiesen wurden, unverzüglich auf Havelanges Privatkonto weiterzuleiten?</li>
<li>Wenn das so gewesen wäre: Wird die IOC-Ethikkommission unverzüglich gegen Blatter &#8220;ermitteln&#8221;, was angesichts der im Raum stehenden Summe (der heutige FIFA-Präsident bestreitet derartiges Handeln, andere erinnern sich anders) u. U. auch zum IOC-Rausschmiss führen müsste?</li>
<li>Wird der Vorgang in der Einstellungsverfügung dokumentiert? (Eine meiner Quellen behauptet das. Ich weiß es allerdings nicht.)</li>
</ul>
<p>Wie sieht es also aus?</p>
<p>Zunächst einmal nimmt die FIFA <a title="live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: “Crisis? What is a crisis?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/">eine junge, unlängst von mir weltweit exklusiv begründete Tradition</a> auf und veröffentlicht ebenfalls die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/55/27/66/0100_001.pdf" target="_blank">Tagesordnung</a> der Sitzung des Exekutivkomitees (kommende Woche in Tokio).</p>
<p>Zugleich aber <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/news/newsid=1552775/index.html" target="_blank">teilt die FIFA mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter confirms ISL file will be published despite objection of involved party</strong></p>
<p>On 21 October 2011, FIFA President Joseph S. Blatter announced his commitment to publish the ISL-ISMM file after receiving the full backing to do so from the members of the FIFA Executive Committee. Today, the FIFA President confirms his determination to publish the file on the ISL-ISMM case despite the fact that legal measures have been taken by one of the parties involved.</p>
<p>These measures request another thorough legal analysis which<strong> will postpone the envisaged publication of the ISL file.</strong></p>
<p>Joseph S. Blatter stated today: “FIFA has been working intensively over the past few weeks with its lawyers and legal team to be able to publish the ISL file at the next meeting of the FIFA Executive Committee in Japan on 17 December 2011. It was my strong will to make the ISL file fully transparent at this meeting. I have now been advised that as a result of the objection of a third party to such transparency it will take more time to overcome the respective legal hurdles. This does not change my stance at all. I remain fully committed to publishing the files as soon as possible as an important part of my many reform plans for FIFA, which include handling the past as well as preparing the future structure of the organisation.”</p>
<p>The reform process has in any case already started and will continue with a view to presenting concrete measures at the 2012 FIFA Congress.</p></blockquote>
<p>Die Veröffentlichung, ein Kernthema der angeblichen Reformen, wird verschoben.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Wer Fragen haben sollte, wende sich bitte an jene Anwaltkanzleien, die in den schmutzigen Deal mit der Zuger Staatsanwaltschaft beteiligt waren (und bis heute sind), <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">als da wären</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Nobel &amp; Hug" href="http://www.nobel-hug.ch/" target="_blank">Nobel &amp; Hug, Rechtsanwälte</a></li>
<li><a title="Schweiger" href="http://www.schweigerlaw.ch/index3.asp" target="_blank">Schweiger, Advokatur Notariat</a></li>
<li><a title="Niedermann" href="http://www.niedermann.com/en/profile/" target="_blank">Niedermann, Rechtsanwälte</a></li>
</ul>
<p>Und nun zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge [<em>in den ich vor vielen Jahren mal große Hoffnungen gesetzt hatte, die fast alle enttäuscht worden sind, aber das ist mein Problem</em>].</p>
<p>Rogge wird in der Korruptionscausa ISL-Havelange-FIFA von Nachrichtenagenturen (die das Thema lange Jahre sträflich vernachlässigten und sich an der Aufklärung eigentlich kaum oder gar nicht beteiligt haben) so zitiert:</p>
<p>dpa:</p>
<blockquote><p>Der 95-Jährige sei jetzt «ein privater Bürger», erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge. Die IOC-Ethikkommission hatte wegen Korruptionsvorwürfen gegen Havelange ermittelt. Medienberichte, nach denen der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes durch seinen Rückzug einem wahrscheinlichen IOC-Ausschluss zuvorkam, wies Rogge als «pure Spekulation» zurück. «Für mich hat sein Rücktritt mit seiner Gesundheit und seinem Alter zu tun», meinte der Belgier.</p>
<p>Havelange soll in den Bestechungsskandal um die ehemalige Sportvermarktungsfirma ISL verwickelt gewesen sein, hat diese Vorwürfe aber stets bestritten. «Da Herr Havelange kein IOC-Mitglied mehr ist, wird es keine Ermittlungen mehr gegen ihn geben, denn er ist ein privater Bürger», sagte Rogge in einem Reuters-Interview und betonte, der Doyen des IOC habe aus gesundheitlichen Gründen die Ringe-Organisation verlassen. Havelange war seit 1963 im IOC und der letzte Funktionär mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.</p>
<p>«Havelange hat mir in einem Brief von Gesundheitsproblemen geschrieben, die ihn von Reisen abhalten», erklärte Rogge. Havelange drohte eine Suspendierung durch die IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag in Lausanne: «Pure Spekulationen kommentiere ich nicht», so Rogge, «Joao Havelange hatte schon einige Termine verpasst. Bei der IOC-Session in Durban fehlte er auch.»</p>
<p><em>Quelle: dpa via <a title="sueddeutsche.de" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em></p></blockquote>
<p>Reuters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Havelange sent me a letter saying that he had lately had health issues and that stopped him from travelling and he considered that due to his age and health it stopped him from travelling regularly,&#8221; Rogge told Reuters in an exclusive interview.</p>
<p>Asked whether his resignation two days before the IOC discussed the ethics commission report was an indirect admission of guilt by Havelange, Rogge said that was just speculation.</p>
<p>&#8220;I am not going to comment on what is purely speculation. Joao Havelange already had missed other meetings, in the (IOC) session (in July) he was not there either, he missed major meetings of FIFA.</p>
<p><em>Quelle: Reuters via <a title="Eurosport" href="http://asia.eurosport.com/olympicgames/london-2012/2012/ioc-cancel-probe_sto3054908/story.shtml" target="_blank">Eurosport</a></em></p></blockquote>
<p>Weitere Zitate spare ich mir. Vom he-said-she-said-&#8221;Journalismus&#8221; halte ich nichts.</p>
<p>Es ist einfach eklig. Es ist grauenvoll.</p>
<p>Oops. Da ist mir nun doch ein abwertender Begriff über die Tastatur gekommen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kontrastprogramm zur Blatter-FIFA-Propaganda powered by Bild: Andrew Jennings vor dem Europarat</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[europarat]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11357</guid>
		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings ZÜRICH. Wenn ich mir die Berichterstattung über ein so genanntes Interview des FIFA-Präsidenten in einem für mich irrelevanten, schmierig-verkommenen deutschen Boulevardblatt anschaue, fällt mir nichts mehr ein. Wie können so genannte Nachrichtenagenturen überhaupt aus diesem verruchten Blatt zitieren, das ist eine Frage, aber so funktioniert nun mal das verlogene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<p>ZÜRICH. Wenn ich mir die Berichterstattung über ein so genanntes Interview des FIFA-Präsidenten in einem für mich irrelevanten, schmierig-verkommenen deutschen Boulevardblatt anschaue, fällt mir nichts mehr ein. Wie können so genannte Nachrichtenagenturen überhaupt aus diesem verruchten Blatt zitieren, das ist eine Frage, aber so funktioniert nun mal das verlogene Mediengeschäft, eine andere Frage lautet:</p>
<p>Merken die nicht, dass das nichts weiter ist als Blatter-Propaganda powered by Bild?</p>
<p>Sie merken es natürlich nicht.</p>
<p>In verschiedenen Redaktionen, die mich bereits kontaktierten, sind nun die politischen Ressorts ganz aufgeregt. Wie traurig. Aber so läuft das, sie springen ja immer im Kreis, wenn eine so genannte Nachrichtenagentur eine Bild-Geschichte promotet.</p>
<p>Ein Grund mehr, der Branche Adieu zu sagen. Unerträglich.</p>
<p>Aber zurück zum Thema: Joseph Blatter und seine Helfershelfer wollen mit diesem Beitrag natürlich nur von den wahren Problemen ablenken. Nichts sonst. Ich weiß nicht, ob eins der Themen (Frauen im Exko, Profischiedsrichter, Torkamera etc pp) neu ist. Eher nicht. Er hat alles schon teilweise vor ewigen Zeiten so gesagt &#8211; vor allem aber hätte er es bereits vor Jahrhunderten ändern können.</p>
<p>Aber so ein Plaudern verpflichtet zu nichts. Deshalb ja: Ablenkungsmanöver. &#8220;Revolutionäre Pläne&#8221;? Pure Propaganda.</p>
<p>Liebe Freunde, und das gilt auch für meine Freunde in der FIFA: Hier im Blog gibt es weiter das Kontrastprogramm, so wie es sich gehört.<span id="more-11357"></span></p>
<p>Die Havelange-Geschichte habe ich noch einmal für andere Medien aufgeschrieben und einige neue Nuancen beigetragen:</p>
<ul>
<li><strong>Spiegel Online</strong>: <a title="SpOn: Havelange-Rücktritt wird für Blatter zur Gefahr" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Havelange-Rücktritt wird für Blatter zur Gefahr</a></li>
<li><strong>Neue Zürcher Zeitung</strong>: <a title="NZZ: Der unrühmliche Abgang João Havelanges" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/der_unruehmliche_abgang_joao_havelanges_1.13529260.html" target="_blank">Der unrühmliche Abgang João Havelanges</a></li>
</ul>
<p>Wenn meine Infos stimmen, dann ist in Kürze Neues zu erwarten. Angeblich noch heute. Manche Leute sind ganz aufgeregt.</p>
<p>Derweil sitzt mein Kompagnon Andrew Jennings in Paris mit europäischen Parlamentariern zusammen und klärt sie über die FIFA-Strukturen auf. Unlängst hat Andrew Jennings ja einen Vortrag in Brasilia vor einem Senatsausschuss gehalten &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/  ">Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</a></li>
</ul>
<p>&#8230; jetzt gerade spricht er in Paris vor dem <a title="Europarat" href="http://assembly.coe.int/main.asp?Link=/committee/docref/cult_e.htm" target="_blank">Komitee für Kultur, Wissenschaft und Bildung des Europarats</a>, das sich heute u.a. mit dem Thema Korruption im Sport befasst.</p>
<p>Das Komitee hatte ihn vor einigen Wochen bereits um eine schriftliche Zuarbeit gebeten. Der Beitrag kann die jüngsten Entwicklungen natürlich noch nicht berücksichtigen, aber &#8211; voilà &#8211; hier ist der Jennings-Text:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA – Institutionally corrupt and incapable of reforming itself. How it happened &#8211; and what can be done.</strong></p>
<p><em>by Andrew Jennings</em></p>
<p>Who I am: I’m not a sports reporter. For the past 45 years I have specialised in investigating corruption and, in the last 2 decades, the major international sports federations. I write books (my investigation book on FIFA is in 16 languages), make investigative films for the BBC and other broadcasters, and write articles for press and magazines. I also contribute to academic journals, speak at academic conferences and conventions of forensic auditors, lawyers and the sports industry.</p>
<p>My previous longterm investigation, in the 1980s, was into Organised Crime in Sicily and London. This was perfect training for understanding the structures of the IOC, the IAAF and then FIFA.</p>
<p>Everything I write and broadcast is based on their internal, confidential documents. FIFA have threatened but never sued me.</p>
<p><strong>FIFA as Mafia:</strong></p>
<p>I have no hesitation characterising FIFA as an Organised Crime Syndicate. They tick all the boxes in the academic definition. FIFA has a supreme and unaccountable Boss of Bosses: President Joseph Blatter, operating the regime of industrial-scale corruption, the legacy of former President Joao Havelange.</p>
<p>Blatter was put in power in Paris in 1998 with the help of inducements by Havelange and massive bribes delivered by Mohammed Bin Hammam from Qatar, defeating the scrupulously honest Lennart Johansson. Deceitfully, Blatter charged CHF68,000 of his election expenses to FIFA, approving this expenditure retrospectively once elected. Bin Hammam paid the bribes again in 2002 and Blatter has never had to face a presidential vote since.</p>
<p>‘Don’ Blatter heads up six interlocking families. These are the continental confederations. Blatter has huge powers of patronage, based on the billions earned from the World Cup. He uses this to lubricate the affiliated 208 national associations. The grease is lightly audited multi-million dollar ‘development grants’ and access to immense quantities of World Cup tickets to sell for cash into the Black Market, frequently for secret tax-free profits.</p>
<p>The other essential element is the complicity of law enforcement and politicians. Apart from one dedicated Swiss Investigating Magistrate who has tried to unearth the grotesque corruption at FIFA, other police appeared intimidated by Blatter being entertained everywhere from the White House to Downing Street to the Elysée to the Kremlin. The corruption scandals have now encouraged prosecutors in three further countries to start digging.</p>
<p>These secret rewards help explain why our national associations practise Omerta. You rarely hear a word of criticism from their leaders. The ones who decline the grease are appointed to FIFA committees and ‘well-looked after’ with per diems and expenses. Any individual, club or federation that dares to take FIFA to court is suspended; our democratic institutions are off-limits in Herr Blatter’s world.</p>
<p><strong>FIFA Today:</strong></p>
<p>So: the world’s most popular sport is dominated by a tiny elite of unrepentant thieves, unaccountable because of the lack of scrutiny. Sadly, their money machine is covered by football reporters who have no training investigating corruption.</p>
<p>I have been banned from FIFA press conferences since April 2003 after I published a documented story disclosing that Blatter pays himself a secret six-figure annual bonus for ‘loyalty.’ Blatter announced the story was ‘fiction’ and promised to sue. He didn’t. Blatter refuses to reveal what he pays himself in salary, bonuses, housing and car allowances, expenses and other perks.</p>
<p><strong>Meet the Family of Football:</strong></p>
<p>After 36 years as an employee and later President, Blatter seems out of touch with the real world. Protected by his media minders he travels only by imperial private chartered jet, avoiding the fans that frequently boo him. This year of scandal has limited his red carpet options and he is reduced to photocalls in Burma, Zimbabwe and Azerbaijan where there are no risks of free media and sceptical reporters.</p>
<p>You will be aware that FIFA vice-president Jack Warner from Trinidad hurriedly resigned this year following revelations of his involvement in an attempt by Mohamed Bin Hammam in May to pay $1 million dollars in cash bribes to Caribbean officials to support him in the presidential election. Bin Hammam has been banned for life.</p>
<p>The initiative to expose these men was taken by American Chuck Blazer, also a member of FIFA’s executive committee.</p>
<p>For 21 years Mr Warner and Mr Blazer used their continental confederation spanning North and Central America and the micro states of the Caribbean as their private bank account, endlessly enriched with FIFA grants. Mr Blazer has long been both General Secretary and Treasurer of the confederation, defying all good governance practices. In July I published correspondence and bank records suggesting that Mr Blazer has been in receipt of large sums of FIFA money in his Cayman Islands private account. Sepp Blatter declines to investigate.</p>
<p>Blatter also refused to act when in 2006 Manhattan Judge Loretta Preska found for MasterCard against FIFA and stated: ‘Mr Blazer’s testimony was generally without credibility, based on his attitude and evasive answers on cross examination.’ She added: ‘Mr Blazer’s testimony is rejected as fabricated.’ FIFA settled the case, paying $90 million.</p>
<p>In mid-October it was revealed in Argentina that Julio Grondona, chair of FIFA’s Finance Committee, and his family and close aides control bank accounts in Switzerland containing around $120 million. Although the accounts have featured prominently in the Swiss media, Blatter has declined to refer Grondona to FIFA’s Ethics Committee. Police in Buenos Aires are on the case.</p>
<p><strong>The $100 million bribe scandal:</strong></p>
<p>Despite the current scandals that disfigure FIFA there is one long-running racket of epic proportions. In the 1970s marketing companies sought to unlock the value in sport. Joao Havelange was elected FIFA president in 1974 with the help of bribes paid by Horst Dassler of the Adidas company. Dassler set up a company named ISL to capture the TV and marketing rights for the Olympics, world athletics, UEFA and FIFA.</p>
<p>He was wildly successful. The most senior FIFA officials, primarily Havelange, received contract kickbacks. One ISL manager described them to me as ‘regular, like a salary.’ The value of World Cup TV rights soared in the middle 1990s and the IMG company sought to oust ISL.</p>
<p>I obtained the exchange of confidential letters between IMG and FIFA in 1995 and 1996 (I quote them extensively in my book FOUL! – Carton Rouge in France) that demonstrate the outrage of IMG as General Secretary Blatter used every device to favour ISL – who won.</p>
<p>The kickbacks soared but in early 2001, ISL was declared bankrupt. The liquidator discovered the list of bribes and extracted a modest secret settlement from unnamed FIFA officials. The money was paid into an account in February 2004, created by Blatter’s lawyer.</p>
<p><strong>Raid on FIFA House:</strong></p>
<p>Meanwhile Investigating Magistrate Thomas Hildbrand from the Canton of Zug began investigating. Blatter, in secret, tried to get Hildbrand removed. It didn’t work and on the morning of November 3, 2005 Hildbrand raided FIFA House and seized documents. FIFA refuse to discuss this embarrassment.</p>
<p>In March 2008 six executives from ISL went on trial in Zug, accused of trading while insolvent. There were two shocks during the trial. The first was the disclosure in the criminal indictment of the bribes paid from mid-1999, when the Prosecutor considered ISL to have been insolvent. Most of the 37 illicit payments were made to impenetrable Liechtenstein companies but two stood out: one was a total of $130,000 paid to Nicolas Leoz, a member of FIFA’s Executive Committee and still president of the Latin-American confederation. Blatter refuses to investigate.</p>
<p>On the second day Judge Siegwart asked the defendants, who got the money? They refused to say. Those of us in court were electrified when Judge Siegwart announced that the full total of bribes from 1989 until 2001 was around $100 million. That was widely published – but Blatter refuses to investigate.</p>
<p>Magistrate Hildbrand launched a second investigation into who took the bribes. This was completed in May 2010 and in a Swiss procedure, it was announced that an unknown number of FIFA officials would repay some of the money and make a donation to charity. This settlement would remain confidential</p>
<p><strong>Naming names:</strong></p>
<p>Blatter announced that he had been cleared of any wrongdoing and that he would make no further comment. FIFA refuses to disclose how this repayment has been recorded in their accounts. I continued my investigations for the BBC and obtained a list of 175 bribes paid since 1989 to sports officials, mostly at FIFA. The total was indeed $100 million.</p>
<p>We broadcast a BBC Panorama programme in November 2010, linking ISL payments of $9.5 million to a Liechtenstein company named Sanud to Brazilian FIFA executive committee member Ricardo Teixeira, the former son-in-law of Joao Havelange.</p>
<p>I also found a bribe of $1 million dollars direct to Havelange. In March 1997 ISL, by mistake, sent the $1 million to a FIFA account! The Finance Director took the payment notification to Blatter who ordered that the money be forwarded to Havelange – and tried, without success, to persuade the UBS bank to erase it from their records. I believe Havelange received a great deal more.</p>
<p>There were further payments of $600,000 to Nicolas Leoz and a payment of $30,000 to Issa Hayatou, a FIFA vice-president.</p>
<p>There were also payments to IAAF president Lamine Diack totalling $41,000, mostly in cash. Diack, Havelange and Hayatou are members of the IOC who launched an investigation. The BBC has put all these allegations to the men concerned and all have refused to comment. Blatter refuses to investigate.</p>
<p><strong>Unravelling the secret settlement:</strong></p>
<p>I continued my investigations and in May 2011 we broadcast another BBC Panorama which revealed some of the contents of the secret settlement of the Hildbrand investigation. Havelange and Teixeira had signed confessions that they received kickbacks and agreed to repay some money to FIFA. Blatter, for FIFA, had to admit that he knew about the bribes system. This report has remained confidential.</p>
<p><strong>Sunday Times Insight investigation:</strong></p>
<p>In the late Summer of 2010, as the vote at FIFA into who should stage the World Cups of 2018 and 2022 approached, the Insight team of the London Sunday Times set out to investigate if any of the 23 members of FIFA’s executive committee were open to selling their votes to bidding nations.</p>
<p>Using secret recording equipment Insight exposed FIFA executive committee members Amos Adamu from Nigeria and Reynald Temarri from Tahiti. They were suspended by FIFA.</p>
<p>The Insight team recorded secret interviews with football officials around the world. They heard astonishing allegations about endemic corruption at FIFA; in the secret ballot to host 2010, Morocco beat South Africa by two votes – this was suppressed; they talked about bribes paid in the past to host the World Cup – and clamed that bribes were being offered by the Qatar team bidding to host 2022.</p>
<p>Did Blatter investigate these very serious allegations? No, he instituted disciplinary processes and these men were suspended from world football. Their crime was talking. Omerta still rules.</p>
<p><strong>Buying the World Cup:</strong></p>
<p>German investigative reporters obtained documents showing that associates of the Germany bid paid bribes in 2000 to a number of FIFA executive committee members, including Worawi Makudi from Thailand, to defeat South Africa to host 2006. Blatter did not investigate. I featured this corruption in a BBC Panorama in 2007.</p>
<p>Following angry protests by South Africa, Blatter announced a new policy of rotating the World Cup between continents. South Africa won 2010 and Ricardo Teixeira was given his own World Cup in Brazil in 2014 to loot. That was the end of rotation.</p>
<p><strong>The old men get too greedy:</strong></p>
<p>The greed of the ageing members of FIFA’s executive committee precipitated this year’s stream of corruption allegations. The trigger was Blatter announcing that FIFA would simultaneously choose hosts for 2018 &#8211; and for distant 2022. No other sports organisation makes such decisions so far ahead. I have no doubt that this was so more bribes could be extracted, especially from petro-dollar rich states. (I am Scottish and did not support the England bid!)</p>
<p>You may be aware that there is great scepticism about the bizarre decision to award 2022 to Qatar. Evidence has become available that bribes were paid – specific amounts have been mentioned &#8211; and several members of the FIFA executive committee have been named. Unsurprisingly FIFA shows no interest in investigating. It is to be hoped the public authorities will pursue this betrayal of trust.</p>
<p>Once Blatter has been deposed, FIFA will have to revisit this decision. At that time we can hope that FIFA will cease making outrageous demands on governments for exemptions to tax and labour laws that breach EU law.</p>
<p><strong>FIFA General Secretary Jerome Valcke:</strong></p>
<p>In 2001, when employed by the French Vivendi company to conduct due diligence with a view to acquiring the assets of the bankrupt ISL company Mr Valcke appears to have stumbled over the massive bribes paid by the company. During negotiations with FIFA he received a letter from Blatter on April 30, 2001 in which the FIFA President wrote . . . “Threats were specifically directed against both FIFA and “certain gentlemen of FIFA.” And . . . “The position of FIFA in no way will ever be altered by any threats or attempts of blackmailing.” (I have this letter)</p>
<p>Vivendi withdrew but in June 2003 Blatter appointed Valcke as FIFA’s Director of Marketing. Valcke was fired in December after being accused of lying in the MasterCard trial in New York. In a press release (December 12, 2006) Blatter stated, ‘FIFA cannot possibly accept such conduct among its own employees.’</p>
<p>But it did. Six months later, in June 2007, Blatter appointed Valcke to the post of FIFA General Secretary. The sacking – and the reasons &#8211; are erased from Valcke’s official FIFA biography. Instead, it states that Valcke has had, ‘a brilliant career.’</p>
<p><strong>Keeping it in the Family:</strong></p>
<p>The FIFA Family delivers lucrative contracts to Blatter’s nephew Philippe Blatter, CEO of the Infront sports marketing company. When ISL collapsed, Infront occupied their suite of offices in Zug. Infront then acquired the valuable World Cup TV rights for Asia formerly held by ISL. Among their employees is at least one person involved in the Germany bribes in 2000 for 2006.</p>
<p>Philippe Blatter’s Infront company also has a stake in the MATCH company which has the Hospitality contracts for 2010 – 2022. Another shareholder in MATCH is the Dentsu company who were 49% shareholders in ISL throughout the years they paid the massive bribes.</p>
<p>MATCH is 85% owned by Jamie and Enrique Byrom. Their Byrom company were awarded contracts to manage all the ticket sales for the World Cup in Korea/Japan and again last year in South Africa. In Brazil they will be producing, selling and distributing the remaining 3.2 million tickets.</p>
<p><strong>Cleaning FIFA’s stables:</strong></p>
<p>FIFA’s Ethics and Disciplinary Committees are handpicked by Blatter. They are not allowed to launch investigations without permission from Blatter or Valcke. The Chair of the Ethics Committee is former Swiss footballer, now lawyer, Claudio Sulser. At a press conference late last year Mr Sulser refused to investigate the ISL bribery scandal asserting it is ‘historic.’</p>
<p>It is worth noting that in January this year Guenter Hirsch, a former president of Germany&#8217;s Federal Court of Justice, resigned from Sulser’s committee stating, ‘those responsible in FIFA have no real interest in playing an active role in the resolution, pursuance and prevention of violations of FIFA&#8217;s ethics code.&#8217;</p>
<p>On October 21, 2011, at a tightly controlled press conference (one question only, nothing permitted on ISL) Blatter uttered the usual platitudes about ‘Road Maps’ to reform and ‘Task Forces.’ Blatter will hand-pick these entities. The one on ‘Transparency and Compliance,’ is chaired by an official close to the corrupt Nicolas Leoz.</p>
<p>One of Blatter’s many delaying tactics is that decisions cannot be taken until the FIFA Congress in 2013. So FIFA will be its own investigator, judge and jury – one day.</p>
<p>Perhaps the most outrageous announcement concerned the Report of Magistrate Hildbrand. The Zug Prosecutor is prepared to disclose it to the media ‘because it is in the public interest’. Blatter is spending FIFA money on Zurich lawyers to fight for suppression. So too are Teixeira and Havelange. The BBC and Swiss media are pursing legal action through the courts. Our lawyers are adamant that in about 12 months time we will win at the Swiss Federal Court.</p>
<p>The report is about 40 pages in length. A copy resides in Blatter’s desk. He was not cleared – he had to admit that he knew money was diverted from FIFA in the form of kickbacks. Publication would immediately terminate his presidency.</p>
<p>Blatter now claims he wants to release the Report but insists, ‘This can only be done after a thorough legal analysis because of the complexity of the matter,’ adding ‘It will then be given to an independent body for further examination.’ One must ask, why doesn’t he just post it on the internet and let the world do the examining?</p>
<p><strong>The verdict of the IOC:</strong></p>
<p>The day after we meet in Paris the IOC is expected to publish its decisions (December 7/8) about the bribery rackets of Hayatou, Diack, Teixeira, Havelange – and possibly Blatter who handled his $1 million. President Jaques Rogge appears to realise that if the IOC’s reforms after the 1999 Salt Lake cash and sex for votes scandal are to be credible, he must be seen to act where Blatter will not.</p>
<p>[<em>Das ist nun überholt: <a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</a></em>]</p>
<p><strong>What can be done?</strong></p>
<p>Transparency International has a fine record that is blemished by its delusion that it is assisting Blatter reform FIFA. It has already been embarrassed by Blatter giving new business to his nephew and we must hope that wiser heads at TI will withdraw from this ‘consultation’ process before they become the subject of global ridicule and undermine their good work elsewhere.</p>
<p><strong>Come on, you politicians!</strong></p>
<p>Our politicians everywhere owe it to the fans to intervene and reclaim FIFA for the honest people of the world. The Swiss government has indicated it will act after the end of this year. Lawmakers could condemn FIFA for its rampant corruption and resistance to reform. They could also call on sponsors to live up to their claims of social responsibility and talk of turning off the money tap. That would send a shudder through FIFA. Emirates are showing the way.</p>
<p><strong>But there is a quick, cheap and easy answer. FIFA should be told to immediately put everything on line, just as our Governments do. Every set of minutes, every email, every expenses claim, the salaries of Blatter and his Directors, the honoraria and expenses paid to executive committee members. Committee meetings should be streamed and an independent Freedom of Information Officer appointed to enforce disclosure. The secret dirty dealings would end, proper scrutiny achieved for every fan.</strong></p>
<p>Freedom of Information exists in all EU states and many more worldwide. Blatter’s regime, having sacrificed any claim to respect and legitimacy, must become transparent.</p></blockquote>
<p>Im Vortrag wird Andrew Jennings auch eine Untersuchungskommission für die WM-Vergaben an Russland und Katar fordern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 21:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bbc]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[panorama]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2014]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11332</guid>
		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es seit einigen Tagen beschrieben, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<div id="attachment_11344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-11344" title="Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange." src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/e00213fa.m.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange.</p></div>
<p>Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es <a title="One year after: Wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">seit einigen Tagen beschrieben</a>, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der seit 1963 IOC-Mitglied ist.</p>
<p>Nein, natürlich nicht. Sie haben Havelange eine Goldene Brücke gebaut. Rücktritt statt Rausschmiss.</p>
<p>Der Fall ist spektakulär und wird Weiterungen haben.</p>
<p>Heute Nachmittag habe ich dazu einen Beitrag für den Deutschlandfunk produziert &#8211; noch unter Vorbehalt.</p>
<p>Kaum war der Beitrag zum Sender verschickt, kamen die Meldungen. Als erster war mein Freund Jamil Chade, Schweiz-Korrespondent der <strong>Estado de São Paulo</strong>, damit auf dem Markt:</p>
<ul>
<li><a title="estado de sao paulo" href="http://www.estadao.com.br/noticias/esportes,joao-havelange-pede-renuncia-do-coi-em-meio-a-denuncias-de-corrupcao,806609,0.htm" target="_blank">João Havelange pede renúncia do COI em meio a denúncias de corrupção</a></li>
</ul>
<p>Kurz darauf folgte AP:</p>
<ul>
<li><a title="AP" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5jjZCp96z25nwaNEe_z4tOw3knzwQ?docId=c4c090dd902745eb8f0399293c321b6c" target="_blank">Source: Havelange resigns from IOC</a></li>
</ul>
<p>Die Kurzfassung der Geschichte, über die ich seit Jahren berichte (<em>die Links am Ende des Beitrages liefern alle Informationen, bieten Dokumente und hunderte weitere Links</em>), lief wie gesagt im Deutschlandfunk und ist von der Realität in einem Punkt nun schon überholt. Sehr schön, eigentlich.<span id="more-11332"></span></p>
<p>Hören:</p>
<p><a title="dlf zu havelange" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3">:</a></p>
<p>Lesen:</p>
<blockquote><p>In der kommenden Woche trifft sich in Lausanne das IOC-Exekutivkomitee zur letzten Sitzung des Jahres. Mit großer Spannung wird die Pressekonferenz am Donnerstagabend erwartet, auf der IOC-Präsident Jacques Rogge das Urteil der Ethikkommission gegen drei Mitglieder bekanntgeben dürfte. Es geht um den ISL-Bestechungsskandal – und im Mittelpunkt der Anklage steht das dienstälteste IOC-Mitglied: der Brasilianer João Havelange.</p>
<p>João Havelange ist ein Jahrhundert-Sportfunktionär, und zwar im doppelten Sinne. Havelange, geboren 1913, nahm 1936 als Schwimmer an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil, 1952 noch einmal als Wasserballer. Havelange ist seit 1963 IOC-Mitglied und damit der Doyen des IOC. Er war von 1974 bis 1998 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA – und ist seither FIFA-Ehrenpräsident. Havelange zählt zu jenen Figuren, die das weltumspannende Bestechungssystem der einstigen Sportmarketing-Agentur ISL geprägt haben.</p>
<p>Und er hat selbst viele Millionen kassiert – meist über Tarnfirmen, eine davon, Renford Investments, unterhält er gemeinsam mit seinem einstigen Schwiegersohn Ricardo Teixeira. Teixeira gehört dem FIFA-Exekutivkomitee an, ist seit Ewigkeiten Präsident des brasilianischen Verbandes und auch Chef des WM-Organisationskomitees 2014.</p>
<p>Das ISL-Bestechungssystem ist kein Fall für den History Channel, sondern hochaktuell. Auch wenn der ISL-Konzern schon 2001 mit einem Milliardenloch pleite ging und die Aufarbeitung der kriminellen Aktivitäten nun schon ein Jahrzehnt andauert. Mit mehr als 140 Millionen Schweizer Franken hat die vom Deutschen Horst Dassler gegründete ISL-Gruppe einst hochrangige Sportfunktionäre im IOC, in der FIFA und etlichen anderen Weltverbänden geschmiert, um an milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen. Diese gerichtsfest dokumentierten 140 Millionen sind nur die Spitze des Eisberges.</p>
<p>Havelange, Teixeira und die FIFA haben im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug gezahlt, um im im Deal mit der Staatsanwaltschaft die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten. Da aber Journalisten auf Herausgabe dieser Einstellungsverfügung drängten und die Justiz dem Drängen bald nachgeben wird, gerieten die Korruptionsverheimlicher unter Druck. FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte an, das Papier Mitte Dezember zur nächsten Exekutivsitzung in Tokio zu veröffentlichen. Parallel aber hatte die IOC-Ethikkomission längst Ermittlungen gegen Havelange aufgenommen – und gegen zwei andere IOC-Mitglieder, die kleinere Summen erhalten haben: Lamine Diack aus dem Senegal, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und Issa Hayatou aus Kamerun, Afrikas Fußballchef und FIFA-Vizepräsident.</p>
<p>Was Havelange, Hayatou und Diack eint ist die unverbrüchliche Nähe zum Franzosen Jean-Marie Weber, jenem Mann, der über Jahrzehnte das ISL-Schmiergeld verteilt hat, meist in Bar. Weber feiert alljährlich im Mai mit Havelange dessen Geburtstag in Zürich. Weber arbeitet für Hayatous afrikanischen Verband CAF und für Diacks IAAF. Er taucht bei allen großen Sportterminen auf und ging bis vor kurzem auch im IOC-Hauptquartier ein und aus. Vor sechs Jahren hatte Blatters Anwalt für Weber einen weiteren Korruptionsverdunklungsvertrag geschlossen, um die Namen der bestochenen Funktionäre geheim zu halten. Dafür flossen 2,5 Millionen an den ISL-Konkursverwalter – wahrscheinlich haben Havelange und Teixeira bezahlt.</p>
<p>Nach Informationen des Deutschlandfunks wird das IOC Hayatou und Diack nun verwarnen. Gegen Havelange, der viele Millionen mit Teixeira und einmal 1,5 Millionen allein erhalten hat, soll der Ausschluss verfügt werden. Ein solches Votum wäre geradezu ungeheuerlich in dieser Branche. Zumal die Olympischen Sommerspiele 2016 im Joao-Havelange-Stadion in Rio de Janeiro eröffnet werden sollen, zur Feier des 100. Geburtstages von Havelange – so hatte es der damalige Staatspräsident Lula versprochen, als Rio vor zwei Jahren die Spiele erhielt.</p>
<p>Wie schon in anderen Fällen – etwa beim Mexikaner Ruben Acosta oder beim Koreaner Kim Un Yong oder kürzlich in der FIFA beim Vizepräsidenten Jack Warner – wird Havelange wohl eine goldene Brücke gebaut. Es wird erwartet, dass er seinen Rücktritt aus dem IOC bekannt gibt. IOC-Präsident Jacques Rogge wird dazu am Donnerstag in Lausanne Stellung beziehen.</p>
<div id="attachment_11069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-11069 " title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="400" height="42" /><p class="wp-caption-text">Auszug aus den Bestechungs-Unterlagen</p></div>
<p>Das entscheidende Dokument gegen Havelange ist eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken, die am 3. März 1997 irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete – und von dort auf sein Privatkonto weiter geleitet wurde. Ein dreiviertel Jahr zuvor hatte die FIFA die WM-Fernsehverträge <del>2006 und 2010</del> 2002 und 2006 unter dubiosen Umständen für 2,8 Milliarden Franken an die ISL-Gruppe und den Münchner Mogul Leo Kirch verkauft. Bei dieser Vergabe hat der damalige Generalsekretär Blatter ebenfalls eine zwielichtige Rolle gespielt. Blatter soll dann auch den Transfer der Havelange-Million angeordnet haben – was er stets bestritt.</p>
<p>Insofern könnte das Verdikt – oder der Deal: Rücktritt statt Rausschmiss – im Fall Havelange auch Folgen für Blatter haben. Denn der FIFA-Präsident ist selbst IOC-Mitglied – nun müsste eigentlich ein Verfahren gegen ihn eröffnet werden.</p></blockquote>
<p>Es bleibt spannend in diesem Krimi. Denn da Blatter sich von den alten Kameraden und Ganoven um Teixeira, Havelange, Grondona, Makudi und von anderen trennen will und sich allen Ernstes als Reformer der FIFA verkauft, sinnen die auf Rache. Die Folgen sind unabsehbar.</p>
<p>Oh Gott, was haben gerade englische Journalisten Andrew Jennings vor einem Jahr mit Spott und Hass überzogen, nach dieser neuerlichen BBC-Panaroma-Sendung zur FIFA und zum ISL-Bestechungssystem. &#8220;Ein Fall für den History Channel&#8221;, so lästerten nicht nur die englischen WM-Bewerber, auch Journalisten.</p>
<p>History Channel?</p>
<p>Ich sage es erneut: So ein Unsinn.</p>
<p>Das ISL-Korruptionssystem ist Gegenwart. Und Zukunft. Viele Figuren sind noch in Amt und Würden.</p>
<p><strong>Andrew Jennings</strong> hatte zum Wochenende dem Independent diesen Text angeboten, ich weiß nicht, ob der gedruckt wurde &#8211; in Teilen, dem Havelange-Rücktritt, sind auch diese Zeilen nun überholt:</p>
<blockquote><p><strong>Will IOC condemn FIFA corruption?</strong></p>
<p>Sepp Blatter’s tottering leadership of FIFA is likely to take another knock on Thursday evening when the International Olympic Committee announces its verdicts on the biggest corruption scandal to blight world sport.</p>
<p>For the past 11 months the IOC’s Ethics Commission has investigated allegations that senior FIFA officials – also IOC members &#8211; took kickbacks from a company awarded exclusive World Cup marketing contracts.</p>
<p>On Thursday afternoon in Lausanne IOC President Rogge and his 14-member Executive Board will go into camera to discuss the revelations in a BBC Panorama programme in November last year.</p>
<p>In the frame are former FIFA president Joao Havelange, current president Sepp Blatter and vice-president Issa Hayatou, boss of African football. Also accused is world athletics chief Lamine Diack who first denied taking $41,000, mostly in cash but has recently claimed the money was a gift when his house burned down.</p>
<p>After negotiating protection for their sources, BBC producers handed over a list of 175 bribes totalling an astonishing $100 million paid by the Swiss ISL marketing company. The identities of many recipients were hidden behind Liechtenstein front companies but occasionally officials took money direct. Issa Hayatou who heads African football and named for taking $30,000 in cash claims it was for his confederation’s 40th birthday party.</p>
<p>The IOC’s Ethics commission has eight members, four from outside the organisation. They initiate their own investigations and approached Panorama the day after transmission asking for the bribes evidence.</p>
<p>FIFA’s in-house ethics committee, appointed by Blatter and headed by former Swiss footballer Claudio Sulser, is only permitted to investigate issues chosen by Blatter or his general secretary Jerome Valcke. Last autumn Sulser dismissed the ISL bribes as ‘historic’ and snubbed suggestions they should be investigated.</p>
<p>Sulser looked away when two other members of FIFA’s ruling executive committee &#8211; not IOC members – were revealed taking ISL bribes. Paraguay’s Nicolas Leoz was accused in a Swiss court in 2008 and again in the Panorama file of taking $730,000.</p>
<p>Ricardo Teixeira from Brazil was accused by Panorama of pocketing $9.5 million. Again, Blatter refuses to act but Brazilian Federal police are investigating money-laundering and tax evasion and Teixeira is under pressure by the Brazilian government to quit as head of the 2014 World Cup organising committee.</p>
<p>Teixeira’s former father-in-law Joao Havelange, Blatter’s predecessor as FIFA president, is alleged to be the “JH” named in the list as taking 1.5 million Swiss francs on March 3, 1997 – worth about $1 million.</p>
<p>If Havelange is sanctioned then Blatter, also an IOC member, will be in jeopardy. An earlier Panorama programme in June 2006 revealed that this payment was sent by mistake to FIFA and that after Blatter forwarded it to a Havelange account he tried, unsuccessfully, to persuade FIFA’s bankers to erase the transaction. Blatter has refused to comment.</p>
<p>Sources at FIFA say that Blatter’s handling the Havelange bribe was probed by Swiss Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in his lengthy inquiry into FIFA and the ISL bribes. Last year Blatter and two other FIFA officials signed a confidential settlement with Hildbrand in which 5.5 million was repaid to FIFA. A Panorama programme in May this year claimed the other officials were Teixeira and Havelange.</p>
<p>The BBC and Swiss media are asking the courts to order publication of the settlement document. The public prosecutor is supporting disclosure stating it is in the public interest. Blatter, Teixeira and Havelange are objecting but are expected to lose in the Swiss federal court in 12 month’s time.</p>
<p>Blatter has had his own copy of the settlement since May last year and could publish at any time. But he prevaricates claiming that it is legally complex and must be examined by an ‘independent expert.’</p>
<p>A further mystery surrounds bribes to FIFA officials paid through various ISL slush funds. One named Sicuretta, managed by Swiss lawyer Guido Renggli (correct), handed more than £3 million in cash to ISL director Jean-Marie Weber, known as ‘The Bagman’ and a longtime friend of President Blatter.</p>
<p>Mr Ringgli declined to tell investigator Thomas Hildbrand who got this cash – but did mention that Mr Weber took him to the World Cup in France in 1998 and introduced him to Blatter. Weber says it is ‘a matter of honour’ not to reveal who he bribed.</p>
<p>The IOC has declared Weber persona non grata but he is still welcome at FIFA and Issa Hayatou has appointed him a consultant to the African Football Confederation.</p>
<p>Any IOC findings implicating FIFA officials in corruption will cast new doubt over the decisions to give the 2018 World Cup to Russia and the 2022 tournament to Qatar.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3" length="2360320" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[alyos hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[peter hargitay]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11313</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Heute jährt sich zum ersten Mal die bizarre Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an zwei neureiche Powerholder des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, so ging das damals aus: 2018 FIFA World Cup™ Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes (as no [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Heute jährt sich zum <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ersten</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Mal</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">die</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/">bizarre Vergabe</a> der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an <a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/">zwei neureiche Powerholder</a> des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, <a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/">so ging das damals aus:</a></p>
<blockquote><p><strong>2018 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1:</strong> England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes</p>
<p>(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)</p>
<p><strong>Round 2:</strong> Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)</p>
<p><img title="WM 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2018.gif" alt="" width="425" height="194" /></p>
<p><strong>2022 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1: </strong>Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)</p>
<p><strong>Round 2: </strong>Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)</p>
<p><strong>Round 3: </strong>Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)</p>
<p><strong>Round 4: </strong>Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)</p>
<p><img title="WM 2022" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2022.gif" alt="" width="425" height="260" /></p></blockquote>
<p>Der Status Quo ist 365 Tage später unverändert: Russland richtet die WM 2018 aus, Katar die WM 2022 &#8230;</p>
<p>&#8230; wenn nicht doch etwas dazwischen kommt.</p>
<p>Wenn nicht Korruption in großem Stil bewiesen werden kann &#8211; bisher ist das noch nicht der Fall.</p>
<p><strong>Diesen bitteren ersten Jahrestag nutze ich für eine kleine Analyse und als Auftakt zu einer Reihe von Hintergrundtexten und Kurzporträts zu den Personen und Geschäften des FIFA-Exekutivkomitees.</strong><span id="more-11313"></span></p>
<p>In den nächsten zwei Wochen wird viel passieren. In einer Woche beispielsweise wird sich das IOC endlich zur <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Bestechung</a> erklären (jedenfalls zu einigen Personen, die IOC-Mitglieder sind und kassiert haben, wie Havelange/FIFA und Hayatou/FIFA und auch Lamine Diack/IAAF). Eine Woche darauf trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Tokio, wo dann Blatter die ISL-Einstellungsverfügung veröffentlichen will. Dies sind die wichtigsten Termine, es gibt weitere hochinteressante, und es laufen Recherchen. Eins kann Mann schon mal sagen: <a title="&quot;&quot;The truth about FIFA corruption and Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Ricardo Teixeira</a>, der gerade als WM-Organisationschef 2014 die <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=ronaldo+teixeira&amp;source=newssearch&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fsport%2Fronaldo-wird-chef-der-wm-brasiliens-beckenbauer-steigt-gross-ein-1.1223375&amp;ei=NKjYTrmXG8bN4QT-xeGODg&amp;usg=AFQjCNFYqLPRa_f2-qbR8km6Ad4X7AzPTw&amp;sig2=6Fdwo8ZCAjLxFBQfXGA54A" target="_blank">Marionette Ronaldo</a> vorgeführt hat, klammert sich weiter an seine Posten als CBF-Präsident und FIFA-Exekutivmitglied, was nicht erfolgreich sein wird &#8211; seine Reise nach Tokio hat er, Stand heute, vorsorglich abgesagt.</p>
<p>Selten wurden die neuen Machtverhältnisse im Weltsport so manifestiert wie am Abend des 2. Dezember 2010. In der Züricher Messe griffen Russlands Präsident Wladimir Putin und Emir Hamad Al Thani von Katar nach dem faszinierendsten Goldpokal des Planeten. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA sprach unter dubiosen Umständen Russland die Weltmeisterschaft 2018 und Katar die WM 2022 zu. Begleitet war diese irreguläre WM-Vergabe von zahlreichen Korruptionsaffären in der FIFA. Darüber, mit wie vielen Millionen Euro die Öl- und Gasmilliardäre aus Russland und Katar die Stimmen der Exekutivmitglieder gekauft haben könnten, ranken sich seither die wildesten Gerüchte.</p>
<p>Es ist von mehreren Dutzend Millionen die Rede, die auf verschlungenen, professionellen Wegen quer über den Globus transferiert worden sein sollen.</p>
<p>Dutzende Millionen – pro Stimme.</p>
<p>Es war ein Abend, an dem sich den letzten Gutgläubigen die Verkommenheit dieses Gewerbes erschloss. Ein Jahr nach diesem Ereignis muss man allerdings sagen, dass außer zahlreichen Indizien keine gerichtsfesten Beweise vorliegen. Und es gibt in dieser Parallelgesellschaft keine Instanz, keine Kriminalbehörde, die ermitteln würde. Dafür fehlt es teilweise am rechtlichen Rahmen, den unzureichenden Antikorruptionsgesetzen, die einen Weltkonzern wie die FIFA kaum erfassen. Und es fehlt am politischen Willen etwa in jenen neun Nationen, die Russland und Katar unterlagen. Auf der anderen Seite weiß man seit langem, dass Russland und Katar Geheimdienstler und die teuersten Detekteien der Welt damit beauftragt haben, die Lage zu klären und gegebenenfalls Spuren zu verwischen.</p>
<p>Schon damals, am 2.Dezember 2010, galt das von Präsident Joseph Blatter geführte FIFA-Exekutivkomitee weltweit als Synonym für Korruption, als Musterbeispiel einer mafiosen Familie. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass mit dem Schweizer Korruptionsaufklärer Mark Pieth (Universität Basel) ein Experte für die Organisierte Kriminalität den Vorsitz im neuen Governance-Komitee der FIFAübernahm. Doch auch Pieth wird nicht aktiv ermitteln und kriminelle Umtriebe aufklären, wie er am Mittwoch in Zürich erklärte. „Die forensische Arbeit überlasse ich anderen“, sagte Pieth, er habe sich dafür entschieden, nach vorne zu blicken und die FIFA bei der Umstrukturierung in Compliance- und Transparenzfragen zu beraten.</p>
<p>Wer aber klärt dann Korruptionsvorgänge auf? Wer bringt Licht in das Dunkel der WM-Vergaben 2018 und 2022? Darauf wusste Pieth keine Antwort.</p>
<p>[<em>Ich habe vergangenen Mittwoch in Zürich noch ein kurzes Interview mit Mark Pieth geführt. Das reiche ich nach - wie auch eine erste Bewertung seines Papiers. Eine ziemlich gute Fernanalyse dazu habe ich in der taz von <strong>Markus Völker</strong> gelesen: <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/Good-Governance-bei-der-Fifa/!82837/" target="_blank">Ein Wächter für Sepp Blatter</a></em>]</p>
<ul>
<li>Das Pieth-Gutachten vom September: <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA &#8211; Concept Paper and Report</a></li>
</ul>
<p>So kommt es dieser Tage zu merkwürdigen Vorgängen. Da ermuntern ranghohe FIFA-Mitarbeiter Journalisten sogar, den Machenschaften der Ganoven im Exekutivkomitee nachzugehen: Den Geschäften des argentinischen Vizepräsidenten <a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Julio Grondona</a> etwa, der offenbar märchenhaft gefüllte Auslandskonten unterhält. Oder den Umtrieben des Brasilianers Ricardo Teixeira.</p>
<p>Joseph Blatter, gegen den durchaus Indizien vorliegen, kann und will nichts gegen Russland und Katar unternehmen. Es sind nur einzelne Stimmen, die eine WM-Überprüfung fordern. Zuletzt haben sich Australiens Verbandschef Frank Lowy und der englische Politiker Damian Collins geäußert. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Neuling im Exekutivkomitee, wurde mehrfach so zitiert, als wollte er die Katar-Frage aufklären. Es heißt, er werkle mächtig hinter den Kulissen. Doch unternimmt Zwanziger öffentlich brisante, einschneidende Vorstöße und drängt etwa entschieden auf eine Untersuchungskommission zu den WM-Vergaben?</p>
<p>Als Chef der Statutenkommission hat er Blatter kürzlich in Zürich ein Papier vorgestellt, in der unter anderem vorgesehen ist, die Stimmverhältnisse auf dem FIFA-Kongress den Mitgliedszahlen und Erfolgsstatistiken der 208 FIFA-Nationen anzupassen. Winzige Eilande wie Anguilla oder Neukaledonien sollen also künftig nicht mehr eine Stimme wie Deutschland oder Brasilien haben. Nur: Um dies durchzusetzen, bedarf es auf einem Kongress der Voten derjenigen, die sich damit selbst beschneiden müssten. Undenkbar, derzeit.</p>
<p>Im vergangenen Jahr hat sich das FIFA-Exekutivkomitee durchaus verändert &#8211; notgedrungen. Drei Mitglieder wurden wegen Korruption ausgeschlossen, Adamu (Nigeria), Temarii (Tahiti) und der Katari Mohamed Bin Hammam, der Einspruch erhebt vor dem Welt-Sportgerichtshof (CAS). Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad, ein notorischer Absahner, kam seinem Ausschluss durch einen Rücktritt zuvor. Sechs neue Mitglieder wurden in ihren Kontinentalverbänden gewählt. Ein Platz, der von Warner, muss noch neu besetzt werden.</p>
<p>Und der personelle Umbruch hat gerade erst begonnen. Die Abschiede von Grondona und Teixeira, Worawi Makudi (Thailand), Nicolas Leoz (Paraguay), Chuck Blazer (USA) und Issa Hayatou (Kamerun) stehen bevor. Teixeira, Leoz und Hayatou stehen auch im Fokus des ISL-Korruptionsskandals. Die FIFA hat hier zur nächsten Sitzung in zwei Wochen in Tokio die Veröffentlichung eines Dokumentes versprochen, in dem neben Teixeira auch dessen ehemaliger Schwiegervater Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, als Schmiergeldempfänger genannt wird – was Journalisten bereits recherchiert hatten.</p>
<p>FIFA-Ehrenpräsident Havelange ist zugleich dienstältestes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Nun mehren sich die Informationen aus eigentlich zuverlässigen Quellen, dass das IOC-Exekutivkomitee in einer Woche in Lausanne der Empfehlung seiner Ethikkommission folgen und Havelange ausschließen könnte.</p>
<p>[<em>Havelange-Rausschmiss aus dem IOC? Ich kann es immer noch nicht glauben. Doch die Leute, die mir das erzählen, sind nicht blöd und sehr nah dran.</em>]</p>
<p>Mal davon abgesehen, dass die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro zum hundertsten Geburtstag Havelanges im Joao-Havelange-Stadion ausgetragen werden sollen – diese rigorose Bestrafung könnte ein Erdbeben in der Szene auslösen. Es heißt, die Fraktion um Havelange, Warner, Bin Hammam, Grondona und andere plane einen Vergeltungsschlag gegen Blatter.</p>
<p>Der Plot hat das Zeug zu einem Thriller, einem Bestseller: Hier Blatter, einer der Architekten des Korruptionssystems, der plötzlich den Aufklärer gibt und allen Ernstes als Reformpräsident in die Geschichte eingehen will – dort eine Bande verantwortungsloser Ganoven. In dieser Konstellation liegt auch ein Schlüssel dafür, endlich die WM-Vergaben an Russland und Katar aufzuklären.</p>
<p>Insider meinen, in den PR-Aktionen der FIFA auch die Handschrift von Peter Hargitay zu erkennen, der lange Jahre Blatters persönlicher Berater war, der bis vor einem Jahr für die australische WM-Bewerbung werkelte. Hargitay zählt zu den wenigen in der Szene, die direkten Zugang zu Blatter haben, was vielen in der FIFA-Administration nicht gefällt. Hargitay taucht auf FIFA-Pressekonferenzen auf und versucht, Journalisten zu instruieren. Auf Anfrage behauptet er allerdings, nicht vertraglich gebunden zu sein.</p>
<p>Auf einem etwas anderen Niveau ist der Schweizer Aloys Hirzel tätig. Hirzel, PR-Guru seines Landes, geht derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, sagt er. In der FIFA erfährt man, dass Hirzel auf politischem Parkett tätig sei und etwa das Lobbytreffen des FIFA-Präsidenten kommende Woche in Bern mit den Abgeordneten des Nationalrats maßgeblich vorbereite. Auch dort will Blatter sich als Reformer verkaufen. Eine Studie des Schweizer Sportministeriums zu Korruption in der FIFA und möglichen Gesetzesänderungen wurde bereits erfolgreich verzögert. Statt Ende 2011 soll das Papier nun erst Ende 2012 vorgelegt werden. Zum zweiten Jahrestag der WM-Vergabe.</p>
<p>Hirzel übrigens, das mag unerheblich sein (oder auch nicht, weil es die Branche gut beschreibt), war mit seinen Dienstleistungen ebenfalls in den Bewerbungsfeldzug der Kataris für die WM 2022 eingebunden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (65): BT-Grüßausschuss, PR-Ergüsse von Sepp Hosni Ben Ali Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fas]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[novospo]]></category>
		<category><![CDATA[pr-gewäsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[faz]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[michael reinsch]]></category>
		<category><![CDATA[robert kempe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11248</guid>
		<description><![CDATA[Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der Sportausschuss des Bundestages noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor? Sportgespräch des Deutschlandfunks, von Grit Hartmann und Robert Kempe. : Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der <a title="alle Beiträge zum BT-Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Sportausschuss des Bundestages</a> noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor?</p>
<p>Sportgespräch des <strong>Deutschlandfunks</strong>, von Grit Hartmann und Robert Kempe.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" target="_self">:</a></p>
<blockquote><p>Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit auf, und auch die, die da waren, waren nicht immer auf Ballhöhe, was sich dann an Fragen von großer Ahnungslosigkeit offenbarte. Insofern war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie mit dieser Selbstentblößung Schluss machen wollten, die Mitglieder des Ausschusses.</p>
<p><em>Michael Reinsch, FAZ</em></p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag, 12.52 Uhr:</strong> Jetzt auch <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1608872/" target="_blank">als Text online</a>.</p>
<p>Einige Zitate. Zunächst erneut Michael Reinsch, weil er mich mit seinen Beispielen an einige Sitzungen erinnert, die ich auch erlebt und protokolliert habe:</p>
<blockquote><p>Ich werde nie vergessen &#8211; in öffentlicher Sitzung &#8211; den Auftritt des Generaldirektors Michael Vesper, der, von den Abgeordneten gebeten, die Zielvereinbarungen, die der DOSB mit seinen Fachverbänden abschließt, offen zu legen, sich geweigert hat. Und tatsächlich verlangte, dass diese Vereinbarungen, in denen also abgemacht wird, was so ein Verband sich vornimmt für die nächsten Olympischen Spiele und was er dafür für Unterstützung erhält, dass so etwas die Sportorganisationen wie ein Staatsgeheimnis behandelt wissen wollen. Und die Abgeordneten haben das so hingenommen. Der Sportausschuss hätte da natürlich eine Kraftprobe daraus machen können. Aber wenn man keine Kraft hat, lässt man es auch auf eine Probe nicht ankommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich denke mal, Michael Reinsch hat diese Sitzung gemeint:</p>
<ul>
<li><a title="Notizen vom Sportausschuss (5) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln</a></li>
</ul>
<p>Ich empfehle wirklich, diese zweidreiviertel Jahre alten Notizen zu überfliegen, sich aber die Aussagen (soweit sie in verständlichem Deutsch formuliert wurden) von Klaus Riegert (CDU) etwas gründlicher anzusehen. Da wird dann schon eine große Leere deutlich. Kein Wunder, dass dieser Mann die Öffentlichkeit ausgeschlossen hat &#8211; und im Deutschlandfunk <span style="text-decoration: line-through;">nun tönt</span> irrlichtert:<span id="more-11248"></span></p>
<blockquote><p>Ich hab darauf hingewiesen, dass es bestimmte Veröffentlichungen gibt &#8211; nicht die Öffentlichkeit im Sportausschuss, sondern bestimmte Veröffentlichungen -, die man mal in der Sprache und im Inhalt nachlesen muss und in den Bewertungen.</p>
<p>Das können Sie sich selber &#8211; Sie werden ja eh das dann wieder kommentieren und hin und her auslegen, wie Sie wollen. Ich bleibe dabei, es gibt öffentliche Szenarien, die man einfach mal in der Sprache, darauf habe ich hingewiesen, von der Sprache her nachprüfen muss. Und da bin ich ganz deutlich der Meinung, die zielen nicht darauf hin, Parlamentarismus zu stärken, sondern ihn zu untergraben. Da können Sie in bestimmten Foren einmal selber nachlesen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man muss das wirklich endlich mal von der Sprache her nachprüfen, ob so ein Blog, äh, bestimmte Foren, den Parlamentarismus untergraben will oder öffentliche Szenarien, äh, wollen und überhaupt.</p>
<p>Das können sie <a title="Beiträge zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">selber nachlesen</a>, empfiehlt der Herr Abgeordnete Riegert.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Um Sprache geht es auch beim zweiten Thema meiner kleinen Medienauslese:</p>
<p>Die PR-Kampagne des FIFA-Präsidenten Sepp Hosni Ben Ali Blatter ist ja nun ziemlich verreckt, wie man vergangene Woche unschwer an <a title="google search: Blatter, racism" href="http://news.google.de/news/more?hl=en&amp;gl=de&amp;q=blatter+racism&amp;gs_upl=1835118l1838380l0l1838938l14l14l0l9l9l0l142l322l3.1l4l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=dc_QChNQSBFmhOMewQebfOHdMjiJM&amp;ei=xhrKTra1AY6WOoufrcQP&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=2&amp;ved=0CDYQqgIwAQ" target="_blank">Schlagzeilen in aller Welt</a> nachlesen konnte. Sepp kämpft also <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544102/index.html" target="_blank">&#8220;aktiv gegen Rassismus&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li><a title="Sepp Blatter with black people" href="http://seppblatterwithblackpeople.wordpress.com/" target="_blank">Seppblatterwithblackpeople.wordpress.com</a> (<em>via Indirekter Freistoß</em>)</li>
</ul>
<p>Ein weiterer Round Table mit ausgewählten Journalisten, der für vergangenen Freitag angesetzt war, wurde deshalb kurzfristig abgesagt. Sepp gibt aber weiter Interviews, in denen er ungehindert die Wahrheit beugen, seine Welt schönen kann und/oder seine Dialoge mit Gott wiedergeben kann, wie etwa in der <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544902/index.html?cid=twitter_president" target="_blank">Aargauer Zeitung</a>, in der BBC, gestern in der <strong>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</strong> &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/joseph-blatter-im-gespraech-ich-werde-mich-selbst-durchleuchten-lassen-11534877.html  " target="_blank"><strong>&#8220;Ich werde mich selbst durchleuchten lassen&#8221;</strong></a></li>
</ul>
<p>&#8230; und morgen gewiss anderswo.</p>
<p>Womit will Blatter sich eigentlich durchleuchten lassen?</p>
<p>Mit einem Nacktscanner?</p>
<p>[<em>Hinweis an Sepp: Zu viele Röntgenstrahlen sind der Gesundheit abträglich.</em>]</p>
<p>Es handelt sich bei derlei Veröffentlichungen meist um weitgehend keimfreie FIFA-PR: <em>&#8220;Ich, Sepp, räume jetzt aber auf! Ich hätte schon viel früher aufgeräumt, aber ich muss leider, leider, leider mit denen arbeiten, die mir im demokratischen FIFA-Gebilde an die Seite gestellt werden :(&#8220;</em></p>
<p>Die FIFA-Propagandisten verkaufen das FAS-Gespräch sogar auf der eigenen Webseite:</p>
<ul>
<li><a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1545309/index.html" target="_blank">Blatter: Football has a very positive image</a></li>
<li><a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544942/index.html" target="_self">Blatter: Der Fußball hat ein sehr positives Image</a></li>
</ul>
<p>Blatter wolle sich ethisch durchleuchten lassen, behauptet also die FAS.</p>
<p>So ein Unsinn.</p>
<p>Blatter ist längst durchleuchtet worden. Und sollte auch weiter durchleuchtet werden. Nein, eher nicht von <a title="Korruptionsskandal in Wahlkampfzeiten" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1458829/" target="_self">Interpol</a>, <span style="text-decoration: line-through;">die hat er ja gerade mit 20 Millionen bestochen</span> denen hat er ja gerade 20 Millionen &#8220;gespendet&#8221;.</p>
<p>Sepp Blatter ist das Oberhaupt einer mafios strukturierten Familie.</p>
<p>Blatter zu durchleuchten, das war und ist und wird bleiben: die Aufgabe von Journalisten.</p>
<p>[<em>Wogegen eine Darstellerin von Transparency International, einst eine angesehene NGO, deren Mitglied ich immer noch bin, nicht als Aufklärerin, sondern - gemäß Blatter - als Beraterin des FIFA-Präsidenten agiert. Oh Gott, wie schlimm ist es bestellt.</em>]</p>
<p>Richtig ärgerlich wird es, wenn man sich anschaut, wie die FAS dieses PR-Stück verkauft, was Nachrichtenagenturen daraus machen und wie das dann im medialen Kreislauf verwertet wird <a title="google news" href="http://news.google.de/news/more?hl=de&amp;gl=de&amp;q=blatter+fifa&amp;gs_upl=2231l3900l0l4019l12l10l0l7l7l0l124l291l2.1l3l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=d2nl3U1z-tN9FCMPUo616aFQUXgXM&amp;ei=ihPKTpL-OYXc8gP-z4RZ&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=1&amp;ved=0CDEQqgIwAA" target="_blank">(simple Google-News-Suche)</a>.</p>
<p>Da heißt es dann eben:</p>
<ul>
<li>&#8230; Blatter wolle sich selbst ethisch durchleuchten lassen &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter gebe persönliche Fehler zu &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter will Exekutive entmachten &#8230;</li>
</ul>
<p>oder:</p>
<ul>
<li>&#8220;Blatters Dilemma: Zwischen FIFA-Reform und Skepsis&#8221;</li>
</ul>
<p>So ein Nonsens. Mediales Versagen.</p>
<p>Blatter gibt Fehler zu?</p>
<p>Lächerlich.</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p><strong>In einer Kolumne im Internet haben Sie aber schon geschrieben: Es sind schreckliche Fehler gemacht worden. Von Ihnen?</strong></p>
<p>Es ist so: Wer viel arbeitet, macht ab und zu Fehler. Eines aber würde ich nie mehr machen: dass die Exekutive zwei Weltmeisterschaften gleichzeitig vergibt. Da muss es ja zu Interessenskonflikten kommen, denn es konnte jeder mitstimmen, auch wenn sein eigenes Land Kandidat war. Das war ein Fehler.</p>
<p><strong>Ein persönlicher Fehler?</strong></p>
<p>Ja, auch.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Auch!</p>
<p>Blatter will sich &#8220;durchleuchten&#8221; lassen?</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Unter anderem werden diese Leute die neuen Exekutivmitglieder ethisch und moralisch durchleuchten. Die Fifa wird ein Leumundszeugnis verlangen.</p>
<p><strong>Und die alten Mitglieder?</strong></p>
<p>Das ist eine juristische Frage. Aber ich bin überzeugt, dass sich alle Mitglieder einer solchen Überprüfung stellen werden.</p>
<p><strong>Und Sie selbst?</strong></p>
<p>Ja sicher.</p>
<p><strong>Wann?</strong></p>
<p>Im ersten Quartal des nächsten Jahres.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Sicher! Im ersten Quartal des nächsten Jahres!</p>
<p>Noch einmal: Journalisten sind dazu da, Blatter und seine Kumpane zu durchleuchten, aber es gehört nicht zur Aufgabe von Journalisten, seine Wahrheitsbeugungen und die Ergüsse seiner Spin Doktoren nahezu ungebrochen zu verbreiten.</p>
<p>Btw, ich weiß, dass Blatters neue Berater (die fürstlich entlohnten Herren de Gregorio, Fisa, Alexander) noch nicht ganz auf der Höhe des Geschehens sind, dazu fehlen ihnen einfach zu viele Hintergründe. Aber vielleicht könnten sie Ihrem Chef &#8211; ich habe das gelegentlich schon von deren Vorgängern erbeten &#8211; mal sagen, dass er weniger Unsinn erzählen soll.</p>
<p>Zum Beispiel erklärt er:</p>
<blockquote><p>Diejenigen, die mich jagen und sagen, Sepp Blatter steht auf der [<em>ISL-</em>]Liste, irren sich.</p></blockquote>
<p>Sepp, mein Freund, das hat doch gar niemand behauptet. Es geht aber, zum Beispiel, darum, ob der einstige FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter jene 1,5 Millionen, die für den damaligen Präsidenten Havelange bestimmt waren, aber versehentlich auf einem FIFA-Konto ankamen, auf Havelanges Konto transferiert hat.</p>
<p>Ganz davon abgesehen, dass Sepp Blatter stets eine zentrale Rolle im von seinem alten Kumpel Horst Dassler, der ihn auch in der FIFA installierte, begründeten ISL-Korruptionssystem gespielt hat. Ganz davon abgesehen, dass Sepp sich vom Emir von Katar und von Mohamed Bin Hammam 1998 und 2002 inthronisieren ließ. Ganz davon abgesehen &#8230;</p>
<p>&#8230; aber ich will nicht die gesamte Korruptionsgeschichte der FIFA ausbreiten.</p>
<p>Übrigens: <a title="transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org/Secret_KPMG_letters_reveal_FIFA_rackets/secret_kpmg_letters_reveal_fifa_rackets.html" target="_blank">Andrew Jennings hat wieder publiziert</a>, basierend auf langjähriger, hartnäckiger Recherche und auf Dokumenten.</p>
<p>Ganz ohne Körperscanner.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" length="12753408" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona: woher kommen mehr als 100 Millionen Dollar auf seinen Auslandskonten?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 15:19:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[conmebol]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[eduardo de luca]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[geldwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[roland büchel]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[steuerhinterziehung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[liliana grondona]]></category>
		<category><![CDATA[schwarzgeld]]></category>
		<category><![CDATA[traffic]]></category>
		<category><![CDATA[wirtschaftskriminalität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11210</guid>
		<description><![CDATA[Das ist eines meiner Lieblingsbilder. Ich habe es im Frühsommer 2007 in Zürich aufgenommen, als es Sepp und Don Julio noch besser ging. Mittlerweile haben sie weniger zu lachen, der FIFA-Präsident und sein Senior Vice President und Chef der FIFA-Finanzkommission, Don Julio Humberto Grondona. Die unfassbaren Details über Grondonas Auslandskonten, die seit einigen Wochen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist eines meiner Lieblingsbilder. Ich habe es im Frühsommer 2007 in Zürich aufgenommen, als es Sepp und Don Julio noch besser ging.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7526" title="FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/sepp-don-web.jpg" alt="" width="530" /></p>
<p>Mittlerweile haben sie weniger zu lachen, der FIFA-Präsident und sein<strong> Senior Vice President und Chef der FIFA-Finanzkommission, <a title="alle Beiträge von und mit Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/category/julio-humberto-grondona/" target="_self">Don Julio Humberto Grondona</a></strong>. Die unfassbaren Details über Grondonas Auslandskonten, die seit einigen Wochen in argentinischen Medien verhandelt werden, sind gewiss nur die Spitze des Eisberges. Es geht um Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und derlei Vergehen &#8211; um Korruption natürlich auch.</p>
<p><strong>Aktenzeichen C 28.078/2011</strong>.</p>
<p>Nach meiner Rechnung, mit einigen Unbekannten und Unsicherheiten, reden wir über <strong>mehr als 100 Millionen Dollar</strong>, die der Grondona-Clan im Ausland geparkt hat. Und das sind nur die Konten, deren Salden wir nun kennen (komplette Kontoauszüge mit Absendern und Zahlungsgründen kennen wir nicht). Wir ahnen, dass Grondona viele andere Konten hat, zum Beispiel in Steueroasen in der Karibik, manche Details sind in den vergangenen Jahren im Laufe anderer Affären ansatzweise publik geworden.</p>
<p>Noch einmal: Julio Grondona (wer mehr <a title="Don Julio verpflichtet Maradona" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/29/don-julio-verpflichtet-maradona/" target="_self">zu seiner Vita</a> lesen will, lese zum Beispiel, <a title="Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/image/PTG2011/Presentation/Ezequiel_Fernandez_Moores.pdf" target="_blank">Ezequiel Fernández Moores)</a> ist nicht irgendein FIFA-Funktionär:</p>
<ul>
<li>er ist Blatters Stellvertreter als Senior Vice President</li>
<li>er ist Chef der FIFA-Finanzkommission (durchsetzt mit Gaunern, aber die Zusammensetzung der Kommissionen ist mal eine andere Geschichte)</li>
<li>er <a title="&quot;Will Sepp Blatter flee with FIFA's billions?&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/will-sepp-blatter-flee-with-fifa%e2%80%99s-billions/" target="_self">ist zeichnungsberechtigt für die FIFA</a></li>
<li>er ist die Nummer zwei des Weltfußballs und besetzt Schlüsselpositionen</li>
</ul>
<p>Und das ist (ein Teil) der Auslandskonten, die er mit seinem Buddy Eduardo de Luca (Generalsekretär des CONMEBOL aus Paraguay) und seinen Kindern Liliana und Humberto unterhält:<span id="more-11210"></span></p>
<div id="attachment_11211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona.png"><img class="size-large wp-image-11211 " title="Auslandskonten des Grondona-Clans" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona-597x1024.png" alt="" width="478" height="819" /></a><p class="wp-caption-text">Auslandskonten des Grondona-Clans</p></div>
<p>Bleiben wir künftig in der Währung, in der die Grondona-Konten öffentlich verhandelt werden, in US-Dollar.</p>
<p>Demnach ergibt sich folgende Übersicht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11215" title="summary Grondona Konten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/summary-accounts.png" alt="" width="399" height="103" /></p>
<p>Hier sind die entsprechenden Belege, es darf sich jeder bedienen <em>(und mir bei der Analyse helfen, darauf komme ich gleich zurück)</em>:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-11220 alignnone" title="grondona-accounts-1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-11221 alignnone" title="grondona-accounts-2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-3.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11222" title="grondona-accounts-3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-3-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-4.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11223" title="grondona-accounts-4" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-4-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-5.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11224" title="grondona-accounts-5" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-5-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-6.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11225" title="grondona-accounts-6" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-6-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-7.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11226" title="grondona-accounts-7" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-7-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-8.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11227" title="grondona-accounts-8" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-8-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-9.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11228" title="grondona-accounts-9" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-9-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-10.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11229" title="grondona-accounts-10" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-10-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11230" title="grondona-accounts-11" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11.jpg"></a>Woher kommt das Geld?</strong></p>
<p>Man weiß es nicht.</p>
<ul>
<li>Wer hat wofür überwiesen?</li>
<li>Die Korruptionsagentur ISL/ISMM? Mindestens zwei Konten bestanden schon in den neunziger Jahren.</li>
<li>Die FIFA?</li>
<li>Russland 2018?</li>
<li>Katar 2022?</li>
</ul>
<p>Das sind so Fragen. Wichtige Fragen.</p>
<p>Andere lauten:</p>
<ul>
<li>Warum unternimmt die FIFA nichts gegen Grondona?</li>
<li>Warum &#8220;ermittelt&#8221; keine Ethikkommission?</li>
<li>Warum ist Grondona noch auf freiem Fuß?</li>
<li>Warum lassen Blatter, Don Julio &amp; Co weiter jegliche Transparenz vermissen?</li>
</ul>
<p><strong>Argentiniens Justiz hat einige Fragen. Rechtshilfeersuchen (letters rogatory) an die Schweiz, Liechtenstein, USA u.a. sind auf den Weg gebracht. Das Financial Information Unit des Justizministeriums <a title="UIF Argentina" href="http://www.uif.gov.ar/eng/index.html" target="_blank">(Unidad de Informacion Financiera)</a>, das u.a. auf Geldwäsche spezialisiert ist, hat sich ebenfalls Don Julio angenommen.</strong></p>
<p>Hier sind die entsprechenden, bislang wohl unveröffentlichten Briefwechsel der Behörden &#8211; im spanischen Original und jeweils einer englischen Übersetzung &#8211; soweit ich sie bisher bekommen konnte.</p>
<ul>
<li>Aufs Bild <a title="letters Prosecutor Argentina" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf" target="_blank">oder hier klicken</a> und es erscheint eine pdf-Datei von 18 Seiten (5,5 MB)</li>
</ul>
<p>Es darf sich jeder bedienen <em>(Hinweise sind willkommen, ich komme gleich darauf zurück)</em>:</p>
<div id="attachment_11233" class="wp-caption aligncenter" style="width: 539px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf"><img class="size-full wp-image-11233 " title="Argentina, Crime, Don Julio, Prosecutor" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/viviana.jpg" alt="" width="529" height="364" /></a><p class="wp-caption-text">Schreiben von Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein</p></div>
<p>Ich habe die Geschichte &#8211; in extremer Kurzfassung &#8211; für den <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1604684/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> und für einige Zeitungen, beispielsweise die <a title="FIFA-Vize unter Korruptionsverdacht" href="http://www.ftd.de/sport/:weltfussballverband-fifa-vize-unter-korruptionsverdacht/60129257.html" target="_blank">Financial Times</a>, produziert.</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/12/dlf_20111112_1924_ef9f09f0.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Hier der Rohtext für die Zeitungen, er gibt allerdings nicht mehr als einen groben Überblick:</p>
<blockquote><p>Zu jenen Funktionären des Fußball-Weltverbandes FIFA, die sich <a title="&quot;Die Institution FIFA ist nicht korrupt!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">vor drei Wochen in Zürich ein so genanntes Reformpaket verordnet haben</a>, zählte auch der Argentinier Julio Humberto Grondona. Die 80-jährige Skandalnudel mit Nähe zur organisierten Kriminalität fungiert als Erster FIFA-Vizepräsident und als Chef der Finanzkommission. Grondona ist zeichnungsberechtigt für die milliardenschweren FIFA-Konten, schon das muss alarmieren. Denn seit Monaten steht er in seiner Heimat Argentinien einmal mehr wegen dunkler Geschäfte im Fokus. Auslandskonten, die mit 72 Millionen US-Dollar und Schweizer Franken prall gefüllt sind, wurden bereits dokumentiert. Die Strafsache 228078/2011 spitzt sich weiter zu und entwickelt sich zu einem internationalen Krimi.</p>
<p>Vor zwei Wochen hat Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein Rechtshilfeersuchen beantragt, um ein Dutzend von Grondonas Schwarzkonten aufzuklären: Die 72 Millionen lagern vor allem in der Schweiz, auch in Liechtenstein, Spanien und den USA. Schon heißt es, es seien sogar 106 Millionen Dollar nachzuweisen. Dabei wird es nicht bleiben. Grondona steht zudem in Verdacht, Schmiergelder in märchenhafter Höhe von den WM-Ausrichtern Russland (2018) und Katar (2922) kassiert zu haben. Die staatliche Behörde für Finanzverbrechen (UIF) ist eingeschaltet. Es geht um Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Korruption, schweren Betrug und andere Delikte. Es wird diskutiert, die Steuerunterlagen und sämtliche Geschäftsdaten Grondonas aus den vergangenen zehn Jahren einzuziehen. Und was unternimmt die FIFA angesichts der Vorwürfe gegen ihren Finanzchef? Nichts. Natürlich nicht.</p>
<p>„Grondona ist nicht irgendeiner, der irgendwie ein bisschen korrupt ist. Grondona ist der ErsteVizepräsident und Finanzchef der FIFA und damit die Nummer zwei des Weltfußballs“, sagt der Schweizer Nationalrat Roland Büchel (SVP), der sich seit langem um Korruptionsaufklärung in der FIFA bemüht.</p>
<p><strong>„Ich bin überrascht, dass diese neue Summe zum Vorschein kommt. Niemand kann annehmen, dass diese Dutzenden von Millionen sauberes Geld sind!“</strong></p>
<p>Grondona führt seit 1979 den argentinischenVerband AFA und hat sich im Oktober für weitere vier Jahre im Amt bestätigen lassen. Seit 1988 gehört er dem FIFA-Exekutivkomitee an. Er behauptet, mächtiger als jeder argentinische Präsident zu sein. Über zahlreiche Unternehmen beherrscht er den Fußballmarkt in Südamerika, zu seinen Firmen zählt auch ein Überbleibsel der ISL-Gruppe, die Top-Funktionäre in FIFA und IOC nachweislich mit mehr als 141 Millionen Franken geschmiert hat.</p>
<p>Der Auslöser im aktuellen spektakulären Kriminalfall ist die Vertragsbrüchigkeit des AFA-Präsidenten mit der Firma TyC (Torneos y Competencias), die lange Jahre die TV-Rechte am argentinischen Fußball vermarktet und Grondona gemäß Aktenlage auch geschmiert hat. Seine ehemaligen Kompagnons rächen sich und veröffentlichen atemraubende Dokumente. Grondona und sein Kumpel Eduardo de Luca, Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL, wurden von einem Team mit versteckter Kamera gefilmt. Zwei Privatsender haben Teile der Videos ausgestrahlt. Da sagt also Blatters Stellvertreter über seine Rivalen:</p>
<p><strong> &#8220;Wenn ich die beiden umbringen kann, werde ich sie umbringen.&#8221;</strong></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Natürlich hat nun auch Grondona Anwälte eingeschaltet und spricht trotz der Belege von Verleumdungen. Der Fall birgt viele brisante Fragen, weit über Argentinien hinaus: Wie wurden die Schwarzkonten des Grondona-Clans gefüllt? Wer hat wofür die Millionen überwiesen? Gingen auf den Konten auch Zahlungen der ISL und der FIFA ein? Aus Russland und Katar ebenfalls?</p>
<p>Dass Grondona über weitere Millionenkonten in anderen Ländern verfügt, etwa in Steueroasen in der Karibik, darf als nahezu sicher gelten. Er soll auch gemeinsam mit Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira &#8211; FIFA-Exekutivmitglied, ISL-Schmiergeldempfänger und WM-Organisationschef 2014 – an der berüchtigten Firma Traffic beteiligt sein. Diese Figuren haben über Jahrzehnte mit Milliarden jongliert. Über eine seiner Firmen, Rotamund, dealt Grondona seit Ewigkeiten, natürlich, mit Tickets für Fußball-Weltmeisterschaften und sündhaft teuren Reisepaketen.</p>
<p>Dutzende Firmen kannte man bereits, nun kommen neue dazu, wie aus den Angaben zu den Schwarzkonten ersichtlich ist. Allein die &#8220;Kellog Development&#8221;, für die er selbst, sein Sohn Humberto und seine Tochter Liliana eingeschrieben sind, unterhält Konten, auf denen mehr als 60 Millionen Dollar lagern. Es sind die üblichen Banken, die man aus anderen Ganovenstücken kennt: die UBS, die Centrum Bank, die Citibank – hochinteressant für den Schweizer Nationalrat Roland Büchel ist dabei die Hyposwiss Privatbank AG, denn die befindet sich in öffentlicher Hand.</p>
<p>„Die Hyposwiss gehört der St. Gallischen Kantonalbank, die vom St. Galler Volk getragen wird. Und die gibt ja sogar eine Staatsgarantie ab“, sagt Büchel. „Da müssen jetzt im Kanton St. Gallen Vorstöße laufen, damit das definitiv abgeklärt wird. Ich werde dafür sorgen.“ Büchel fordert die FIFA und Grondona auf, unverzüglich sämtliche Kontodaten, Transfers und Geschäftsbeziehungen offen zu legen. „Da muss sofort Transparenz auf dem Tisch“, sagt der Nationalrat.</p>
<p><strong>„Die Schweiz hat eine spezielle Verantwortung dafür zu sorgen, dass Sportverbände sauber arbeiten. Es geht um den Ruf unseres Landes.“</strong></p></blockquote>
<p>Wer halbwegs aufmerksam liest, wird feststellen, dass es mit den Millionensummen auf Grondonas Konten munter durcheinander geht. Das hat Gründe, und wer sich im Bankgewerbe auskennt (oder wer einfach nur detektivisches Gespür hat), kann bei der Aufklärung gern helfen.</p>
<p>Ich habe, wenn ich den Fall Grondona erwähnt habe, zuletzt auch immer von jenen 72 Millionen gesprochen, die in Argentinien verhandelt werden. Habe nie so recht verstanden, wie die Summe errechnet wird, denn wenn ich mir die Kontostände anschaue, komme ich zu anderen Ergebnissen. Hier nochmal meine Auflistung, um etwas Systematik reinzubringen:</p>
<div id="attachment_11211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 448px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona.png"><img class="size-large wp-image-11211 " title="Auslandskonten des Grondona-Clans" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona-597x1024.png" alt="" width="478" height="819" /></a><p class="wp-caption-text">Auslandskonten des Grondona-Clans</p></div>
<p>Dazu muss ich sagen:</p>
<ul>
<li>manche Konten sind in CHF geführt, andere in US Dollar. Zu den meisten fehlt die Währungs-Angabe, oder ich habe das übersehen</li>
<li>in der Tabelle habe ich deshalb Angaben gefettet: nur zweimal habe ich explizit US $ gelesen, ansonsten bin ich von CHF ausgegangen</li>
<li>ich habe mit dem heutigen Wechselkurs CHF/US $ gerechnet</li>
</ul>
<p>Ich bin selbst erst nach mehrfacher Lektüre dieses Textes von <strong>Carlos Ardiles auf analitica.com</strong> darauf gekommen, dass es um viel mehr Geld geht:</p>
<ul>
<li><strong><a title="analitica.com" href="http://www.analitica.com/deportes/9328785.asp  " target="_blank">Julio Grondona y las cuentas no declaradas por 106 millones de dólares: ¿soborno qatarí?</a></strong></li>
</ul>
<p>Carlos Ardiles schreibt von 106 Millionen (wobei sich mir nicht ganz erschließt, wie er darauf kommt).</p>
<p>Aber, so scheint mir, auch die meisten Kollegen in Argentinien, die darüber berichtet haben, vergaßen (sofern ihnen die Kontodaten vorlagen), dass da neben den Salden ja noch anderes verzeichnet ist, Festgeld und Fonds. Deshalb habe ich nun diese Aufstellung gemacht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11215" title="summary Grondona Konten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/summary-accounts.png" alt="" width="399" height="103" /></p>
<p>Wir können gemeinsam an den Daten arbeiten. Gewiss habe ich Fehler gemacht, manches übersehen, insgesamt aber sollte sich die Summe schon auf mehr als 100 Millionen Dollar einpegeln.</p>
<p>Was sagen Experten, die mitlesen:</p>
<ul>
<li><strong>Ist die Auflistung einigermaßen korrekt?</strong></li>
<li><strong>Was lässt sich aus den elf Kontoblättern (oben verlinkt) noch ablesen?</strong></li>
<li><strong>Was lohnt sich, zu recherchieren?</strong></li>
<li><strong>Findet jemand Details zu den Firmen? </strong></li>
<li><strong>Litemax Enterprise Corp?</strong></li>
<li><strong>Anfal Inc?</strong></li>
<li><strong>Kellog Development Inc?</strong></li>
<li><strong>Harvard Society Limited?</strong></li>
</ul>
<p>Es kursieren zu manchen Konten Daten aus dem Jahr 2009, oben habe ich jeweils den letzten Stand, teilweise Ende 2010, veröffentlicht. Was mir dabei aufgefallen ist, sind kräftige Zuwächse auf zwei Konten der <strong>Kellog Development Inc (Konto 8 und 9 in der Tabelle)</strong>.</p>
<p>Theoretisch &#8211; Arbeitshypothese, aber man soll ja ergebnisoffen recherchieren &#8211; könnte das mit WM-Bewerbungen zu tun haben.</p>
<p>Nur so. Laut gedacht. (Aber es wäre gewiss zu einfach.)</p>
<p>Ob 72, 106 oder 121 Millionen &#8211; einerseits ist es egal. Andererseits möchte ich schon mehr wissen.</p>
<p>Also, kann jemand helfen?</p>
<p>Banker aus der Schweiz oder Liechtenstein, die die kompletten Kontoauszüge als pdf und oder auf CD bereitstellen wollen, sind natürlich auch willkommen &#8211; nur Geld kann ich dafür leider nicht zahlen :)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>18</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/12/dlf_20111112_1924_ef9f09f0.mp3" length="2609664" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 13:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrew Jennings</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11041</guid>
		<description><![CDATA[by Andrew Jennings, Transparency in Sport presentation to Senate Education, Culture and Sports Committee in Brasilia, Wednesday October 26, 2011. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Irish Times: Jennings urges Brazil to freeze out corrupt officials BBC: Investigative journalist Andrew Jennings tells Brazil that Fifa &#8220;stinks&#8221; Reuters: Call to bar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>by Andrew Jennings</strong><strong>, <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a></strong></p>
<p><em>presentation to Senate Education, Culture and Sports Committee in Brasilia, Wednesday October 26, 2011.</em></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<ul>
<li>Irish Times: <a title="Irish Times" href="http://www.irishtimes.com/newspaper/sport/2011/1028/1224306622867.html" target="_blank">Jennings urges Brazil to freeze out corrupt officials</a></li>
<li>BBC: <a title="BBC" href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/football/15480890.stm" target="_blank">Investigative journalist Andrew Jennings tells Brazil that Fifa &#8220;stinks&#8221;</a></li>
<li>Reuters: <a title="Reuters" href="http://uk.reuters.com/article/2011/10/27/uk-soccer-brazil-fifa-idUKTRE79Q3YX20111027" target="_blank">Call to bar any corrupt officials from World Cup preparations</a></li>
</ul>
<p><strong>The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira - A verdade sobre FIFA Corrupção &amp; Teixeira Ricardo</strong></p>
<p>Good morning. Thank you for your invitation.</p>
<p>I have been an investigative reporter for 45 years. I research and acquire confidential documents.</p>
<p>Then I write books and articles and make investigation films for the BBC.</p>
<p>I have been investigating FIFA for 10 years.</p>
<p>I have considerable experience in investigating organised crime and I can assure you that FIFA ticks all the boxes in the academic definition of an Organised Crime Family.</p>
<p>Today I want to tell you about the latest corruption crisis at FIFA and how it will impact on the 2014 World Cup.</p>
<p>But first – Meet some of the members of FIFA’s 23-man Executive Committee.<span id="more-11041"></span></p>
<p>[<em>JW says: I do not publish all pictures and videos from AJs presentation, and this can be a little bit confusing for my readers, I am sorry.</em>]</p>
<p># Jim Boyce is Britain’s vice-president. He is silent about corruption. He can expect to pocket around US$1 million in FIFA payments in the next 4 years.</p>
<p># <a title="Schwere Niederlage für Hyundai-Chung: Prinz Ali wird FIFA-Vize" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/06/afc-wahlschlacht-in-doha-oder-the-future-is-asia/" target="_self">Prince Ali</a> from Jordan. A lightweight. Put in place by Blatter to get rid of one of his critics.</p>
<p># Julio Grondona from Argentina, chairman of FIFA’s Finance Committee, currently under investigation for black money accounts in Switzerland. In June 2003 he said on TV, ‘I don’t believe a Jew can ever be a referee at our senior level because it’s hard work and, you know, Jews don’t like hard work.’</p>
<p># <a title="Die FIFA und die Medien: Gruß aus Nordkorea (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/" target="_self">Worawi</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">Makudi</a> from Thailand has been named in several FIFA scandals and is currently under investigation for misuse of FIFA development money.</p>
<p># Manilal Fernando from Sri Lanka is under investigation for his possible involvement in the notorious US$1 million vote-buying scandal set up Qatar’s Mohamed Bin Hammam in Trinidad in May.</p>
<p># Nicolas Leoz from Paraguay, at left, president of Conmebol. Swiss court documents reveal he took US$ 730,000 in bribes from the former FIFA marketing company, ISL. Blatter refuses to investigate.</p>
<blockquote><p>read more:</p>
<ul>
<li><a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world</a></li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens. " href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.</a></li>
<li><a title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p># Issa Hayatou is president of African football and being investigated by the International Olympic Committee for taking a bribe from the ISL company. It was paid to him by the man he’s talking to here. [<em><a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, ISL-bagman</em>]</p>
<p>Currently Ricardo Teixeira is Blatter’s choice to succeed him as FIFA President:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11060" title="Sepp, Tricky Ricky" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/c904149e.m.jpg" alt="" width="500" height="457" /></p>
<p>I will have more to say about Mr Teixeira later.</p>
<p># Chuck Blazer from New York. For the last 21 years Blazer and Jack Warner looted the Confederation of Central, North American and Caribbean countries. <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/" target="_self">Chuck Blazer’s Caribbean bank accounts are now being examined by the FBI.</a></p>
<p>In December 2006 – at the conclusion of a law suit in New York bought by <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">MasterCard against FIFA</a> &#8211; Judge Loretta Preska stated:</p>
<blockquote><p>Mr Blazer’s testimony was generally without credibility, based on his attitude and evasive answers on cross examination &#8230;</p></blockquote>
<p>She added:</p>
<blockquote><p>Mr Blazer’s testimony is rejected as fabricated.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11061" title="Court file" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/22648d4b.m.jpg" alt="" width="500" height="228" /></p>
<p><strong>FIFA paid MasterCard US$90 million to settle the case.</strong></p>
<p># Rafael Salguero from Guatemala was nominated by the now discredited Jack Warner. I won’t repeat the allegations about Mr Salguero!</p>
<p>This is the biggest scandal ever at FIFA. It’s the payment of bribes to FIFA officials by the ISL sports marketing company in return for World Cup contracts. It is currently making news in Brazil – and globally.</p>
<p>Let’s introduce this saga through some of the activities of FIFA General Secretary Jerome Valcke.</p>
<p>Here he is with a friend.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11062" title="Valcke kisses Tricky Ricky" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/b19ee9ce.m.jpg" alt="" width="332" height="500" /></p>
<p>In early 2001 Valcke worked for a French company hoping to buy the assets of the bankrupt ISL company. His team examined the ISL books. He discovered the massive, secret kickbacks to FIFA officials.</p>
<p>He tried to use this information to re-negotiate contracts with FIFA. On April 30 2001, Mr Valcke received this astonishing letter from Blatter:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11064" title="Blatter letter to Valcke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/39fd05c1.m.jpg" alt="" width="338" height="500" /></p>
<p>The highlites are:</p>
<blockquote><p><strong>Threats were specifically directed against both FIFA and “certain gentlemen of FIFA.”</strong></p></blockquote>
<p>And &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>The position of FIFA in no way will ever be altered by any threats or attempts of blackmailing.”</strong></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11065" title="Blatter letter to Valcke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/1ffc8911.m.jpg" alt="" width="500" height="118" /></p>
<p>Two years later Blatter hired this ‘blackmailer’ to be his new head of marketing! You might wonder, why?</p>
<p>Like Chuck Blazer, Mr Valcke also gave evidence in the MasterCard case. Their lawyer Mr Martin Hyman <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">accused Mr Valcke of lying</a>.</p>
<blockquote><p>Disraeli once said there were three kinds of &#8220;lies, darned lies and statistics. &#8221; We have learned from the FIFA Marketing Group that there are more. We have learned about the six degrees of prevarication, white lies, commercial lies, bluffs, pure lies, straight untruths and perjury.</p></blockquote>
<p>And:</p>
<blockquote><p><strong>Mr Valcke even lied when testifying about his lies. But in FIFA&#8217;s world, that&#8217;s perfectly okay.</strong></p></blockquote>
<p>That was in December 2006. It was an international scandal.</p>
<p>Sepp Blatter announced that Jerome Valcke was fired!</p>
<p>Six months later Blatter brought him back &#8230; promoted to be FIFA General Secretary! Again – what hold does the blackmailing Valcke have over Blatter?</p>
<p>[<em>JW says: <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Read more about 2006/2007 FIFA-lies</a>, included links.</em>]</p>
<p>The ISL contracts-kickbacks story began in 1974 when German businessman Horst Dassler paid bribes to get Joao Havelange elected president of FIFA.</p>
<p>Mr Dassler, from the family who owned Adidas, created the ISL company and wanted FIFA’s lucrative World Cup contracts. Did Havelange put his hand out for money? Or did Dassler offer the bribes? Who made the first move? Mr Havelange could tell us.</p>
<p>Horst Dassler died in 1987. Havelange remained FIFA president, Sepp Blatter was his General Secretary. In between them, here, is Jean-Marie Weber, formerly Dassler’s assistant, who became notorious as the ‘Bagman’ who delivered the ISL bribes. He admitted this in court in 2008.</p>
<p>A key player in the conspiracy to privatise the people’s sport was IOC president Juan Antonio Samaranch. One of the IOC’s dirty secrets is the 37-year fascist history of Samaranch, former sports minister for Franco. There he is with his arm up, fourth from right. Samaranch and Dassler worked together to deliver sport to the sponsors.</p>
<p>In 1996 the American IMG company tried to break ISL’s monopoly on FIFA contracts. IMG offered US$1 billion for the rights to the 2002 World Cup.</p>
<p>They soon discovered FIFA General Secretary Blatter and President Havelange were lying to them.</p>
<p>This is IMG executive Eric Drossart. He wrote to Blatter:</p>
<blockquote><p>Sepp, it is very difficult to conclude anything other than there being two sets of rules in operation here, one for ISL and one for the rest &#8230; your responses to our efforts are merely a cosmetic exercise designed to protect FIFA from future accusations of unfair and improper competitive conduct.”</p></blockquote>
<p>[<em>JW says: Read more about the 1995/96 TV-corruption - <a title="JW Play the Game 2000" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/politics-and-corruption-in-fifa-1002.html" target="_blank">Play the Game</a> and in <a title="Das Milliardenspiel" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/milliardenspiel/" target="_self">my book</a> <a title="Revolution am Hofe Havelange" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7851547.html" target="_blank">Das Milliardenspiel.</a></em>]</p>
<p>FIFA double-crossed IMG, ISL got the business and Blatter and Weber got closer.</p>
<p>Here’s Sepp Blatter in 2004 with “The Bagman” &#8211; Jean Marie Weber.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11067" title="The Bagman and his best friend" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/jmw-sepp.jpg" alt="" width="484" height="340" /></p>
<p>From 2001 ISL, Weber, Blatter and the bribe-takers were investigated by this man – Investigating Magistrate Thomas Hildbrand. FIFA and Blatter did all they could to obstruct him.</p>
<p>In 2006 the BBC were investigating the ISL bribery scandal.</p>
<p>We sent emails to Blatter requesting an interview.</p>
<p>He ignored our emails.</p>
<p>So we went to see him.</p>
<p>We caught up with him on a public footpath near the old FIFA House on the day of a FIFA press conference.</p>
<p>I have been banned from FIFA since 2003 when I published a documented story revealing that Blatter pays himself a huge, secret, annual bonus.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>JENNINGS: Please can I come into your press conference?</p>
<p>I said please may I come into your press conference?</p>
<p>BLATTER: When, now?</p>
<p>AJ: Yeah now.</p>
<p>BLATTER: Ok.</p>
<p>AJ: May I come in?</p>
<p>BLATTER: Yes ok.</p>
<p>AJ: But some of your press people won’t always let me in.</p>
<p>BLATTER: I will take care of it. Okay?</p>
<p>AJ: I just want to put a question to you now because some of your press people don’t let me get in, they bar me.</p>
<p>BLATTER: You come with me.</p>
<p>AJ: Let me just ask you this, do you know which football officials took bribes from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: Sorry, I don’t speak about that.</p>
<p>AJ: Do you know which football officials took payments from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: I don’t answer these questions. (&#8230;)</p>
<p>AJ: Have you tried to find out who took these payments from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: You know better than I know, you know better than I know.</p>
<p>AJ: You’re the president of world football, I’m only a reporter.</p>
<p>BLATTER: No, listen, listen, you know better than I know. This is a file which is in the hands of the justice and the courts and it shall be there until …</p>
<p>AJ: Will you tell me who took the 1 million franc bribe? … I’m told you ordered this bribe should be moved to the man who’s name is on the payment, can you tell me who it went to, was it President Havelange?</p></blockquote>
<p>As soon as we stopped filming he refused me entry to his press conference.</p>
<p>Two years later I was at the courthouse in Zug. Six ISL executives were accused of trading while insolvent. The judge confronted Jean-Marie Weber: Did ISL pay around US$100 million in bribes to sports officials?</p>
<p>Yes, said Mr Weber.</p>
<p>For years I’ve been gathering evidence about corruption at the highest levels within FIFA. But there was one crucial document I couldn’t get hold of. Then just over a month ago a trusted source delivered the goods.</p>
<p>It’s a secret document, which some people at FIFA hoped could be kept buried forever.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11068" title="ISL doc 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/8afe60a6.m.jpg" alt="" width="500" height="339" /></p>
<p>Line by line it details 175 secret payments, totalling tens of millions of dollars.</p>
<p>I know from well placed sources that the payments were bribes.</p>
<p>Among the list of names. Some senior FIFA officials.</p>
<p>This is real money, massive kickbacks on World Cup contracts.</p>
<p>Havelange owes a lot to Blatter. On March 3 1997 ISL made a terrible mistake. They sent a bribe for 1.5 million Swiss francs – around US$1 million – intended for President Havelange &#8211; direct to FIFA’s bank account!</p>
<p>I tell this story in the first chapter of my book and in BBC films. Here’s the evidence, from ISL files:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11069" title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="500" height="52" /></p>
<p>FIFA general secretary Sepp Blatter ordered the money transferred quickly to a Havelange private account. He denies it ever happened.</p>
<p>How much did FIFA president Joao Havelange take in bribes?</p>
<p>My guess is in excess of US$50 million. Did he pay tax in Brazil on this money?</p>
<p>I will now move on to 3 other cases of bribes paid to FIFA officials. The BBC sent each man at least 2 emails inviting them to grant interviews. They did not respond.</p>
<p>One of them is Issa Hayatou – well known to “The Bagman” Jean-Marie Weber. This is from my film of November 29 last year.</p>
<p>Mr Hayatou is a FIFA Vice President representing fifty-three African countries.</p>
<p>The list shows ISL paying him 100,000 French Francs.</p>
<p>Next to his name it says “barzahlung”. German for cash payment</p>
<p><!--more-->He didn’t answer our letter either. This time I got a bit closer.</p>
<blockquote><p>Mr Hayatou. Andrew Jennings we’ve met before. Could you spare me a moment?</p>
<p>I’d like to ask you about monies.</p>
<p>Please, please, please.</p></blockquote>
<p>We’ve looked. The ISL books show that you received money from the ISL books.</p>
<p>That’s what the lists say. They say you received money, Issa.</p>
<blockquote><p>Your name is in the books from ISL. Your name is in the books for getting money that is why I am asking you.</p>
<p>Arrete please, out.</p>
<p>OK, yeah.</p></blockquote>
<p>Then there’s Nicolas Leoz from Paraguay. In court in Zug in 2008 we were told that he had received US$130,000 from ISL in the year 2000.</p>
<p>Then I obtained the complete list – and discovered that Mr Leoz had pocketed a lot more</p>
<p>Thanks to this secret list of payments we’ve obtained, never revealed in open court, we can see that Mr Leoz got a great deal more.</p>
<p>The ISL list shows he received three further payments.</p>
<p>One of two hundred thousand dollars.</p>
<p>Another one of two hundred thousand.</p>
<p>And yet another one.</p>
<p>That’s a further 600,000 dollars worth of bribes for Mr Leoz</p>
<p>We wrote asking him to explain the payments. He didn’t respond so I tried to catch up with him at a luxury hotel in Zurich.</p>
<blockquote><p>Senor Leoz, senor Leoz. Did you take bribes from the ISL company?</p>
<p>Senor Leoz, (Spanish translation of above)</p>
<p>Si or Non?</p></blockquote>
<p>Senators – you will remember that in 2001 you published your report of an investigation into Ricardo Teixeira and the CBF.</p>
<p>You discovered that Teixeira and his company were receiving money from a company in Liechtenstein named Sanud.</p>
<p>Here’s a random page from that report.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11071" title="Brazil Sanud 2001" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/544b5ac7.m.jpg" alt="" width="422" height="500" /></p>
<p>I understand that your investigation could not find out where Sanud got its money from.</p>
<p>I discovered that Sanud’s money came from the ISL company.</p>
<p>Here’s a few extracts from the company bribe list</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11070" title="ISL doc, Sanud" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/e1860036.m.jpg" alt="" width="500" height="276" /></p>
<p>In November last year I caught up with him. This is what the world has watched.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>JENNINGS: Here’s another Liechtenstein company, named Sanud.</p>
<p>It got 21 payments totalling 9.5 million dollars.</p>
<p>This time there are some clues about who got the money.</p>
<p>They point to the most significant person linked to our secret document. He’s another member of FIFA’s executive committee.</p>
<p>And the man in charge of the next World Cup, in Brazil in 2014.</p>
<p>Panorama has met him before</p>
<p>In 1998 we tried to ask him about his role in sponsorship deals for Brazil’s national team.</p>
<p>You don’t want to talk about football.</p>
<p>I would like to talk about football.</p>
<p>No more answers. No more questions. Bye, bye.</p>
<p>But we’ve got new questions, because that Liechtenstein company, Sanud, has been closely linked to him in the past.</p>
<p>An inquiry by the Brazilian senate in 2001 found that funds from Sanud had been secretly channeled to Mr Teixeira.</p>
<p>So did the 9.5 million dollars on our list end up in his pocket as well?</p>
<p>We wrote to Mr Teixeira and asked. He didn’t reply either.</p>
<p>Hello Mr Teixeira. Could we talk to you please?</p>
<p>So I went back to FIFA’s hotel in Zurich to ask him.</p>
<p>Did you take your bribes through the Sanud company?</p>
<p>What were those payments from the ISL company for?</p>
<p>Mr Teixeria.</p>
<p>Oh dear.</p></blockquote>
<p>Swiss Magistrate Thomas Hildbrand discovered enough evidence to prove that 2 FIFA officials took ISL bribes – and that Blatter had covered it up. In May 2010 he announced that the case had been settled. Here’s his public statement:</p>
<blockquote><p>Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in August 2008 began an investigation into allegations that certain members of FIFA’s Executive Committee received kickbacks on marketing contracts. After five years of inquiries the accused agreed to repay 5.5million Francs and the case was closed.”</p></blockquote>
<p>Who were the accused? They are Blatter, Teixeira and Havelange. They have paid a small fortune to have their names kept secret.</p>
<p>But they cannot. The BBC and several Swiss newspapers are fighting a legal battle to have Hildbrand’s report published.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11073" title="ISL doc Zug 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/f7f27554.m.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Blatter, Havelange and Teixeira are resisting – and here are the Swiss lawyers for clients B1, B2 and B3.</p>
<p>I know this because the BBC receives copies of all correspondence.</p>
<ul>
<li>B1 is Blatter and Fifa, represented by lawyers Nobel &amp; Hug</li>
<li>B2 is Ricardo Teixeira, represented by law firm Schweiger</li>
<li>B3 is Joao Havelange, represented by law firm Niedermann.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11074" title="ISL doc Zug 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/5c5920a9.m.jpg" alt="" width="500" height="415" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11075" title="ISL doc Zug 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/cef3ddd4.m.jpg" alt="" width="500" height="417" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11076" title="ISL doc Zug 4" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/1fccd1e5.m.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Last week the Public Prosecutor in Zug rejected the arguments of Blatter, Teixeira and Havelange.</p>
<p>The big question now is: Will Blatter, Teixeira and Havelange continue to fight for suppression?</p>
<p>Our lawyers say it is inevitable that the Swiss Supreme court will order disclosure in the public interest – although it may take another 12 months.</p>
<p>Then you will have a massive international scandal hanging over your world Cup. Two Brazilians and President Blatter.</p>
<p>Thank you.</p>
<p>[<em>JW says: As far as I heard the long Q &amp; A session with Senators and AJ in Brasilia has produced much more details - and fun.</em>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>28</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: &#8220;Crisis? What is a crisis?&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 11:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10873</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen. Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen.</p>
<p>Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die durchaus mit Spannung erwartete Exekutivsitzung bloggen und schicke die Agenda mal als ersten Anreißer voraus. Da fällt mir doch <a title="live-Blog aus Zürich: &quot;We are not in a crisis!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/" target="_self">ein Zitat</a> des Großen Vorsitzenden Joseph Hosni Ben Ali Blatter ein:</p>
<blockquote><p><strong>Crisis? What is a crisis? We are not in a crisis! We are only in some difficulties. And the difficulties will be solved, will be solved inside our family.</strong></p></blockquote>
<p>Und für die Problemlösung ist, wenn ich richtig lese, genau einer von 21 Tagesordnungspunkten vorgesehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10876" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda1.jpg" alt="" width="524" height="466" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10877" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda2.jpg" alt="" width="521" height="668" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10878" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda3.jpg" alt="" width="533" height="678" /></p>
<p>Für Journalisten: Sollten Sie aus dieser Traktandenliste zitieren, geben Sie doch bitte sauber die Quelle an: <a title="www.jensweinreich.de" href="http://www.jensweinreich.de" target="_self">www.jensweinreich.de</a>.</p>
<p>Danke.</p>
<p>Bloggern muss ich das ja nicht sagen.</p>
<p><strong>18.45 Uhr:</strong> Habe auf <a title="jw on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank">Twitter</a> gerade mal in die Runde gefragt, ob</p>
<ul>
<li>&#8230; eigentlich irgendein Journalist schon eine Einladung zur FIFA-Pressekonferenz nach der Exko-Sitzung am Freitag erhalten hat (ich jedenfalls nicht) &#8230;</li>
<li>&#8230; und ob es stimmt, dass die FIFA-Propagandaabteilung auch hier in Zürich handverlesene Journalisten zu einem round table geladen hat, um gute Stimmung zu organisieren.</li>
</ul>
<p><strong>22.44 Uhr:</strong> Die exklusive Runde, in der Journalisten wohl auf FIFA-Linie gebracht werden sollen, findet am Donnerstagmorgen im FIFA-House statt. Habe mich jetzt per Email wenigstens für die PK angemeldet. Eine Info dazu gibt es weiterhin nicht.</p>
<p>Flink noch ein langer Roh-Text (nur ansatzweise redigiert und unverlinkt), den ich heute verschiedenen Zeitungen angeboten habe:</p>
<blockquote><p>ZÜRICH. Jahrelang haben sich nur wenige Medien mit der flächendeckenden Korruption im Fußball-Weltverband FIFA befasst. Doch seit einem Jahr ist das Thema en vogue, kein Tag vergeht ohne neue Meldungen über millionenschwere Schmiergelder, Machtmissbrauch, Schwarzkonten, in dunklen Kanälen verschollene Fördermittel – Korruption auf allen Ebenen der FIFA-Pyramide und auf allen Kontinenten. Gerade hat der wegen Korruption zurückgetretene langjährige FIFA-Präsident Jack Warner (Trinidad) erneut einen Tsunami an Enthüllungen versprochen. Gerade wurden in Argentinien weitere Details über die Geschäfte des FIFA-Vizepräsidenten Don Julio Grondona bekannt, es geht unter anderem um Schmiergelder in Höhe von 30 Millionen Dollar auf Schweizer Bankkonten. Doch ab Donnerstag soll auf der zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees aufgeräumt werden: „Warten Sie den 21. Oktober ab! Dann wird Präsident Blatter sein Reformpaket vorstellen.“ So trommeln die PR-Herolde des Fußball-Weltverbandes FIFA seit Wochen.</p>
<p>Was ist davon zu halten, wenn ausgerechnet Joseph Blatter, von 1981 bis 1998 Generalsekretär, seither FIFA-Präsident, Aufklärung, Transparenz, Demokratie und Korruptionsbekämpfung verspricht?</p>
<p>Fakt ist zunächst: Blatter hatte 30 Jahre Zeit, sich darum zu kümmern. Stattdessen hat er das System des Gebens und Nehmens in herausragenden Positionen geprägt. Noch zwei Tage vor seiner absurden Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten (bis 2015) hat er Ende Mai auf einer absurd-turbulenten und abgebrochenen Pressekonferenz erklärt: „Krise? Wir haben keine Krise, nur einige Schwierigkeiten. Und die lösen wir in der Familie!“</p>
<p>Tatsächlich ist nicht einmal die Tagesordnung der Sitzung des Exekutivkomitees öffentlich, die dieser Zeitung allerdings vorliegt. 21 Punkte stehen auf der dreiseitigen Traktandenliste. Thema Korruption? Fehlanzeige. Unter Punkt 18 heißt es lediglich: „Ethikkommission“. Das soll wohl Blatters großer Auftritt werden.</p>
<p>Doch zuvor erstatten Bericht: die Großganoven Ricardo Teixeira (als Organisationschef der WM 2014), Grondona (als Chef der FIFA-Finanzkommission) und der US-Amerikaner Chuck Blazer, der als Generalsekretär der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF nachweislich mindestens zehn Millionen Dollar Kommissionen kassiert hat. Die FIFA unternimmt nichts gegen Blazers Millionendeals, weil der schwergewichtige Absahner Ende des Jahres die CONCACAF verlassen will, sind alle zufrieden.</p>
<p>Außerdem zählt Afrikas Fußballchef Issa Hayatou (Kamerun) zu den Berichterstattern. Gegen Hayatou ermittelt die IOC-Ethikkommission wegen Bestechung, Blatter hat ihn dennochgerade zum Chef der GOAL-Kommission ernannt, die hunderte Millionen an Entwicklungshilfegeldern verteilt. Viele Millionen dieser GOAL-Projekte sind jedoch verschollen, unter anderem in Thailand, wo der FIFA-Exekutivler Worawi Makudi sein Unwesen und mit FIFA-Investitionen den Wert seiner privaten Grundstücke in die Höhe treibt. Makudi wird in Zürich zur Frauen-WM 2011 reden und gewiss einige Worte zum Tagesordnungspunkt 11 sagen, zur Vorbereitung auf die Hallenfußball-WM 2012 in Thailand. Auch hier werden Mittel dazu abgezweigt, seinen Reichtum zu mehren.</p>
<p>Es ließen sich andere brandaktuelle Beispiel von Privatgeschäften der FIFA-Vorständler nennen. Wird einer der Neuen im Gremium, DFB-Präsident Theo Zwanziger, wohl den Mut haben, diese Skandale anzusprechen und unverzüglich Aufklärung zu fordern?</p>
<p>Zwanziger hat sich dafür entschieden, vor dieser Sitzung keine Interviews zu geben. Aus seinem Umfeld verlautet, er sei gut vorbereitet und aufmunitioniert, auch habe er sich mit dem Ligaverband und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge abgesprochen, der auch als Präsident der europäischen Klubvereinigung ECA agiert. Rummenigge hatte Blatter vor einigen Wochen noch mit dem gestürzten ägyptischen Diktator Hosni Mubarak verglichen und war zuletzt etwas leiser geworden.</p>
<p>Zwanziger kann sich offenbar eine herausragende Rolle in einer neu geschaffenen Kommission vorstellen, ob die nun Ethikkommission oder „Lösungskommission“ heißt, wie von Blatter auf dem FIFA-Kongress vor drei Monaten absurder Weise vorgeschlagen. Eine der Kernfragen lautet aber: Warum sollte Blatter ausgerechnet Zwanziger, einen Neuling in der FIFA, der nicht in den alten Seilschaften hängt, damit beauftragen, Lösungen herbeizuführen? Und welche Kompetenzen würden einem solchen Lösungsbeauftragten zugesprochen? Ermittlungskompetenzen unter Einbeziehung von Staatsanwaltschaften, FBI, Interpol und anderen Experten für organisierte Kriminalität etwa?</p>
<p>Derlei Freiräume wird es gewiss nicht geben. Denn dann müssten, zum Beispiel, die Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar unabhängig untersucht werden. Die Hälfte der 24 FIFA-Vorständler liefe Gefahr, als Betrüger aufzufliegen. FIFA-Neuling Zwanziger wird am Donnerstagmorgen, noch vor der Exekutivsitzung, schnell merken, welcher Wind weht. Dann nämlich empfängt UEFA-Präsident Michel Platini, Blatters sportpolitischer Ziehsohn, die europäischen Exekutivmitglieder, um diese wie üblich auf seine Linie einzuschwören.</p>
<p>Inzwischen läuft die FIFA-Propaganda auf Hochtouren. Erst kürzlich wurden mit dem Schweizer Walter de Gregorio, dem Österreicher Bernd Fisa und dem Briten Brian Alexander drei hochbezahlte Leute für die Kommunikationsabteilung verpflichtet, die den Auftrag haben, die Wahrheit zu beugen und Blatter als Reformer zu verkaufen.</p>
<p>Einer der ersten Jobs der FIFA-Direktors de Gregorio war ein so genannter Runder Tisch mit handverlesenen englischen Journalisten in London, um die britische Presse zu befrieden. Wort- und faktengewaltige Recherche-Journalisten wie Andrew Jennings waren nicht geladen, das hat System, stattdessen wurde schlecht über jenen Mann geredet, der die meisten FIFA-Skandale aufgedeckt hat – und den die FIFA auf die schwarze Liste gesetzt hat; seit beinahe einem Jahrzehnt darf Jennings nicht mehr von offiziellen FIFA-Terminen berichten.</p>
<p>Es ist gewiss kein Zufall, dass nun in zwei englischen Medien zwei schlagzeilenträchtige Geschichten verbreitet wurden, das riecht nach gezielten Durchstechereien aus der FIFA-Kommunikationsabteilung. Vergangene Woche wurde vom Telegraph jenes Video des Korruptionstreffens der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF veröffentlicht, auf dem der damalige FIFA-Vizepräsident Jack unverfroren die Umstände der 40.000-Dollar-Gaben seines Kollegen Mohamed Bin Hammam (Katar) erläutert.</p>
<p>In dieser Woche  berichtete die BBC über einen angeblichen Plan von Blatter, ein Korruptions-Dokument der Schweizer Justiz zu veröffentlichen, dessen Herausgabe die FIFA seit langem mit viel Geld und allen juristischenFinessen verhindert. Der Weltverband hat 2010 sogar 5,5 Millionen Franken Schweigegeld an die Justizkasse gezahlt, damit die Einstellungsverfügung zum ISL-Prozess nicht bekannt wird, in der hohe FIFA-Funktionäre wie der Organisationschef der WM 2014, Brasiliens Verbandspräsident Ricardo Teixeira, und der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange als Empfänger von Bestechungsgeldern genannt werden.</p>
<p>Der ISL-Konzern hatte die olympische Sportwelt, auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), vorallem aber die FIFA, einst mit einem umfassenden Schmiergeldsystem überzogen. Angeblich will Blatter, der seine Anwälte losschickte, um die Vorgänge geheim zu halten, nun das Exekutivkomitee befragen, ob man vor Gericht nicht beantragen solle, die Einstellungsverfügung zu veröffentlichen.</p>
<p>Wie absurd! Und zwar aus mehreren Gründen: Zunächst wird Teixeira, der viele Millionen von der ISL kassierte und gegen den in Brasilien nun ein Ermittlungsverfahren eröffnetwurde, kaum dafür stimmen. Zudem stellt sich die Frage, ob Blatter in der Vergangenheit das Exekutivkomitee befragt hat, wenn es galt, ISL-Ermittlungen zu behindern oder zu vertuschen. Offiziell hatte die FIFA sogar ihr Desinteresse an einer weiteren Verfolgung des Bestechungsskandals bekundet. Als das nichts half und im ISL-Prozess gerichtsfest dokumentiert wurde, dass 141 Millionen Franken an Sportfunktionäre flossen, zahlte die FIFA 5,5 Millionen Schweigegeld. Hat Blatter sich diese Millionen vom Exekutivkomitee absegnen lassen?</p>
<p>Blatter, so das Kalkül seiner Berater, wird fein raus sein, sollte das Exekutivkomitee seiner Bitte nicht nachkommen. Dann wird er, der an der Vertuschung mitgewirkt hat, frech behaupten: Ich wollte das Dokument ja veröffentlichen lassen, aber das Exekutivkomitee hat dagegen gestimmt und mir sind deshalb die Hände gebunden.</p>
<p>Es ist viel einfacher: Die FIFA könnte die Einstellungsverfügung, die sie ja besitzt, einfach online stellen. Und schon kann sich die Welt ein Bild davon machen. Doch momentan reicht es nicht einmal zu dieser Geste, die das morsche Gebäude weiter insWanken bringen könnte.</p></blockquote>
<p>Morgen mehr dazu. Systematischer. Besser. Mit Links, wie es sich gehört.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>25</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Tiefflug</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 06:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[annecy 2018]]></category>
		<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korean air]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[samsung]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[yang ho cho]]></category>
		<category><![CDATA[yong sung park]]></category>
		<category><![CDATA[jon tibbs]]></category>
		<category><![CDATA[korruption yang ho cho]]></category>
		<category><![CDATA[kun hee lee]]></category>
		<category><![CDATA[mike lee]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10610</guid>
		<description><![CDATA[DURBAN. Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen: Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. <em>Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen:</em></p>
<p>Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender mit seinen Fotos verschenkt er an Freunde und Geschäftspartner. Sehr praktisch für einen Hobbyfotografen und Naturliebhaber wie Cho ist es, dass er zugleich über eine Fluglinie herrscht, neben ein paar anderen Firmen, die er besitzt und leitet. Etwa der Hanjin-Konzern, eines der größten Transportunternehmen der Welt. Chos Vater hat einst Korean Air billig von der südkoreanischen Regierung erworben, Cho hat das Unternehmen richtig groß gemacht.</p>
<p>Kürzlich war Yang Ho Cho auf Dienstreise in der Südsee, auf Neukaledonien. Auf der Rückreise von Noumea nach Seoul hatte er eine Idee: Wäre das Great Barrier Reef nicht ein packendes Motiv? Seine Gefolgschaft war begeistert. Flink handelte Cho mit der australischen Flugsicherung eine Tiefflugerlaubnis über dem größten Korallenriff der Erde aus. „Ich verhandle sowieso gerade mit den Australiern, weil die an einer Direktverbindung zwischen Cairns und Seoul interessiert sind“, sagt Cho. „Da war das schnell geklärt.“</p>
<p>Sein Jumbo drehte zwei, drei Runden über dem Naturschauspiel. „So lange, bis alle ihre Fotos geschossen hatten. Das war großartig.“ Nach einer halben Stunde ging es wieder auf Reiseflughöhe und ab nach Seoul. Freundlich erkundigt sich Cho: „Wie haben sie das eigentlich rausbekommen? Ich möchte nicht, dass das jeder weiß.“</p>
<p>Dieser Tage ist Herr Cho wieder dienstlich unterwegs. In Durban, Südafrika. Mag sein, dass er am Wochenende auf dem Rückflug nach Seoul einige Runden über den Seychellen dreht oder über den Malediven. Wenn er in Stimmung ist, warum nicht? Wenn Yang Ho Cho als Olympiasieger nach Hause fliegt, wenn er seine Mission erfüllt hat, ist vieles möglich. Auch das.</p>
<p>Herr Cho will die Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang holen. Das ist sein Job. Es geht darum, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu überzeugen. Rund 100 IOC-Mitglieder haben am Mittwoch die Wahl zwischen Pyeongchang, einem verschlafenen Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Metropole Seoul, zwischen München und dem französischen Annecy. Pyeongchang ist Favorit. Zuletzt haben die Koreaner zweimal knapp verloren: für die Winterspiele 2010 gegen Vancouver, für 2014 gegen Sotschi.</p>
<p>Als Chef des Bewerberkomitees arbeitet Cho in Durban Hand in Hand mit Südkoreas Präsidenten Lee Myung-Bak, der schon am Sonnabend anreiste, als die Hälfte der Zielpersonen noch beim IOC-Mitglied Fürst Albert in Monaco Hochzeit feierte. Herr Cho gebietet über mehrere Hundertschaften von Mitarbeitern, Lakaien, Beratern,Vasallen, Lobbyisten. Präsident Lee ist sein Star.</p>
<p>Staatspräsident Lee hat im vergangenen Jahr einen anderen Wirtschaftsfürsten nach einem Korruptionsurteil begnadigt: Kun Hee Lee, Chef des Samsung-Konzerns, der inKorea einen gottgleichen Status genießt. Kun Hee Lee wurde beauftragt, die Olympischen Spiele nach Pyeongchang zu holen. Der Samsung-Boss ist selbst IOC-Mitglied, er sponsert das IOC, etliche Weltverbände und sogar den Deutschen Olympischen Sportbund. Aber er redet nicht gern über sein Engagement. Seine Adjudanten, die ihn von rechts und links stützen, wenn Chairman Lee durch die Kongresshallen wandelt, blocken jeden Annäherungsversuch ab.</p>
<p>Es ist eine Tradition in Südkorea, dass Konzernchefs, die Bosse der mächtigen Chaebols, die meist noch in Familienbesitz sind, auch über Sportverbände gebieten. Das Sportbusiness offeriert vielfältige Kontakt- und Geschäftsoptionen. Als Seoul Anfang der 1980er Jahre die Olympischen Sommerspiele 1988 zugesprochen wurden, entließ der damalige Militär-Diktator Chun Doo Hwan die komplette Sportführung und ersetzte sie durch Wirtschaftsbosse.</p>
<blockquote><p>Samsung-Chef Lee wurde Präsident des Ringerverbandes, ich wurde Präsident des Judoverbandes, der Hyundai-Chef begann mit Reiten und Fußball, und viele andere übernahmen auch Führungspositionen &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Yong Sung Park, dessen Familie den Doosan-Konzern aufgebaut hat.</p>
<p>Herr Park, 71, beaufsichtigte 1988 in Seoul die olympischen Judo-Wettbewerbe, wurde später IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nach einer Korruptionsaffäre wurde er diese Ehrenämter wieder los. Daheim in Korea aber begnadigte man ihn: Park sollte die Winterspiele 2014 nach Pyeongchang holen. Das Vorhaben misslang sehr wahrscheinlich, weil russische Oligarchen mehr Geld gezahlt haben als koreanische Wirtschaftsführer. Die Spiele gingen nach Sotschi. Erst Vancouver, dann Sotschi. Der Kampf um die Winterspiele wurde zum Trauma für die Südkoreaner.</p>
<p>YS Park, wie sie ihn nennen, ist auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er hat eine extrem junge Mannschaft um sich geschart. Eine weltoffene Truppe, kein Vergleich zu jenen verschlossenen Teams, die sich in den vergangenen Jahren um Olympia bewarben. Klischees sind unangebracht. Korea öffnet sich weiter. Eine von Parks Mitarbeitern im NOK heißt Yeonji Kim. Sie ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern leben noch immer in Aachen, und vielleicht ist Yeonji Kim mehr Deutsche als Koreanerin. Sogar ihren ersten von zwei Weltmeistertiteln im Taekwondo gewann sie einst in Deutschland: in Garmisch-Partenkirchen, Kernregion der Münchner Olympiapläne.</p>
<p>Die Welt des Sports ist klein. Herr Park hat Yeonji Kim zuletzt für einige Wochen nach Frankfurt geschickt, damit sie von dort aus die deutschen Medien beobachtet und ihm berichtet. YS Park kennt sich selbst bestens in Deutschland aus. München, das er zwei Dutzend Mal besucht hat, zählt zu seinen Lieblings-Destinationen. Er mag deutsches Bier, hat selbst im Brauerei-Geschäft viele Millionen gemacht, und er liebt deftiges Essen. Park schwört auf Schweinshaxe im Franziskaner in München.</p>
<p>Anders als YS Park ist Bewerbungschef Yang Ho Cho ein recht scheuer Mensch. Das kann ein Problem sein für Pyeongchang. Denn Cho mag das Rampenlicht nicht. Diese verdammte Aufregung, die ihn stets packt, wenn er vor Kameras steht und das Licht angeht – er kann sie einfach nicht besiegen. Sein Team hat alles versucht. Doch Cho wird fahrig und verliert seine Lässigkeit, die ihn im persönlichen Gespräch auszeichnet. Er gerät ins Stocken, sein Englisch wirkt plötzlich sehr bescheiden, dabei hat er in den USA studiert. Terrence Burns, ein Amerikaner, der für Pyeongchang die Präsentationen vor dem IOC-Wahlvolk komponiert, hat Cho bei einer Probe vorsichtig gefragt, ob er bitte darauf verzichtenkönne, seinen Namen vom Blatt abzulesen.</p>
<p>Das fällt Herrn Cho schwer. Dagegen kann man nichts tun. Seine Berater und PR-Strategen versuchen ihn deshalb etwas abzuschotten. Das ist sehr misslich für die Bewerbung Pyeongchangs, denn auf der Seite der Konkurrenz strahlt Katarina Witt in jede Kamera und plappert munter drauflos.</p>
<p>Herr Cho hat Theresa Rah als Sprecherin verpflichtet, eine weltgewandte Diplomatengattin, die auch einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Mit Theresa Rah, mit Pyeongchangs Kommunikationschef Muchol Chin, den er wie viele andere für die Bewerbungszeit von Korean Air abgezogen hat, sowie zwei Beratern aus England, Mike Lee, und Ungarn, Laszlo Vajda, sitzt Cho am Montagnachmittag im Daruma-Restaurant an der Strandpromenade von Durban. Sie besprechen die nächsten Stunden. Die entscheidenden Stunden bis am Mittwoch ab 15.35 Uhr gewählt wird.</p>
<p>Es geht in diesen Tagen immer darum, ein so genanntes Momentum zu erzeugen. Plötzlich wird wichtig, was die Medien berichten.</p>
<blockquote><p>Ein Momentum ist, wenn Journalisten nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die Stärken &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt der Engländer Jon Tibbs, der für München arbeitet. „Dieses Momentum haben zuletzt die drei Siegerstädte London, Sotschi und Rio de Janeiro demonstriert.“ Tibbs hat für Sotschi gearbeitet. Sein großer Gegenspieler Mike Lee war für London und Rio tätig.</p>
<p>Schlechte Schlagzeilen in den letzten Tagen wären fatal, denn es geht letztlich bei Olympiabewerbungen mehr um Stimmungen, um politische Verbindungen und private Vorlieben als um Fakten. Kein IOC-Mitglied ist verpflichtet, auf der Grundlage eines IOC-Prüfberichtes zu entscheiden, der die drei Bewerbungen nach sechzehn technischen Kriterien einordnet und Stärken und Schwächen auflistet. Und das ist das Problem in diesem Wettbewerb, bei dem über Milliardeninvestitionen entschieden wird.</p>
<p>Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkkommission im vergangenen Herbst verwarnt worden, nachdem Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Dennis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Herrn Chos Fluglinie wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p>
<p>„Die Geschäftskultur in Korea ist aber schon viel transparenter geworden“, sagt Charm Lee. Der Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde hieß früher einmal Bernhard Quandt. Er kam in den 1970er Jahren aus Bad Kreuznach nach Südkorea und erhielt als erster Deutscher die koreanische Staatsbürgerschaft. Charm Lee ist ein Star in Korea, sein Leben wurde als Seifenoper aufgeführt, mit Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent. Lee sagt, das Engagement von Konzernchefs mit Korruptions-Hintergrund könne sich „auch negativ auswirken auf Pyeongchangs Bewerbung“.</p>
<p>Die Herausforderer aus Deutschland haben die Korruptionsgeschichten des Olympia-Favoriten nie öffentlich kommentiert. Inoffiziell aber haben sie gern darauf hingewiesen und dabei doch stets vergessen, dass die moderne Sportkorruption in Deutschland erfunden wurde.</p>
<p>Es war der einstige Adidas-Patron Horst Dassler, der den Weltsport seit den 1970er Jahren mit einem Geflecht der Schattenwirtschaft überzog. Zahlungen von rund 100 Millionen Euro aus seiner einstigen Marketingagentur ISL an höchste olympische Sportfunktionäre sind bestens dokumentiert. Dassler machte damals auch beste Geschäfte in Südkorea und förderte das damalige IOC-Mitglied Kim Un Yong sehr.</p>
<p>Kim ist inzwischen wegen Korruption verurteilt und aus dem IOC verstoßen. Als Kim seinen letzten großen olympischen Angriff startete und 2001 IOC-Präsident werden wollte, wurde er von Thomas Bach unterstützt, dem heutigen DOSB-Präsidenten und IOC-Vize. Bach bürgte für Kim. Früher hat Bach als Adlatus von Dassler gedient. Über derlei Zusammenhänge aber schweigen die Deutschen lieber.</p>
<blockquote><p>Auf der Zielgeraden können Bewerbungen gewonnen und verloren werden</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Mike Lee, Chef der Agentur Vero Communications. Er hat einst als politischer Campaigner bei New Labour begonnen. Gewann dann an der Seite von Premier Tony Blair 2005 auf der IOC-Session in Singapur die Olympischen Sommerspiele mit London. 2009 lotste er Brasiliens damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durch die medialen Klippen und gewann auf der IOC-Session in Kopenhagen die Sommerspiele für Rio. In Durban berät er Yang Ho Cho. „Es geht immer um das Gesamtpaket“, sagt Lee.</p>
<p>Das Gesamtpaket von Pyeongchang stimmt. Das von München auch. Dabei sind die Pakete doch totalunterschiedlich.</p>
<p>München wirbt mit vollen Stadien, Wintersporttradition und Emotionen. Ein „Festival der Freundschaft“ wolle man feiern. Zuletzt hat sich Sponsor BMW sehr stark engagiert und setzt den koreanischen Konzernen einiges entgegen.</p>
<p>Pyeongchang wirbt mit Wirtschaftskraft und den Verheißungen eines neuen Marktes. Der Slogan heißt: „Neue Horizonte“. Zwei mal erst wurden die Winterspiele auf denbevölkerungsreichsten Kontinent vergeben – aber 20 Mal nach Europa und Nordamerika. „Pyeongchang ist bereit für die Spiele und wird ein großes Vermächtnis hinterlassen“, sagt Yang Ho Cho. Er hat dem IOC versprochen, bis 2018 auch als Chef des olympischen Organisationskomitees zu arbeiten.</p>
<p>Die Kernfrage hat sich seit Jahren nicht geändert: Kann das IOC einem Bewerber, der zweimal knapp unterlag und der in zehn Jahren sämtliche Versprechen hielt und Milliardeninvestierte, ein drittes Mal absagen? Kann das IOC den koreanischen Konzernchefs, die mit Milliardensummen den olympischen Betrieb alimentieren, einen Korb geben?</p>
<p>Es kann. Aber es sieht nicht danach aus.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 18:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[christian humborg]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparency international]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10433</guid>
		<description><![CDATA[Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfältigen Lebenssachverhalte, die Deutschen und der sportpolitische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre <a title="Die beschämende Wahrheit: was die DFB-Vertreter Zwanziger und Beckenbauer auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA</a>, die Deutschen und die <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalte</a>, die Deutschen und der <a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitische Komplex</a>, die Deutschen und der peinliche <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Bundestags-Sportausschuss</a>, durchsetzt von Wichtigtuern, Duckmäusern und <a title="tag: Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a>, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker &#8230;</p>
<p>&#8230; ach, das sind Skandale für sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.</p>
<p>Es muss dennoch immer wieder neu erzählt und kommentiert werden.</p>
<p>Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:</p>
<blockquote><p><strong>Wer schweigt, macht sich mitschuldig.</strong></p></blockquote>
<p>Und ob.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalösen Vorfällen umtosten FIFA-Kongress in Zürich unterstützte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hörbar, who knows &#8211; hörbar gab er während des Kongresses allerdings <a title="Die beschämende Wahrheit: was DFB-Vertreter auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">Lobpreisungen für die FIFA</a> zu Protokoll. In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun über seine Leib- und Magen-Blätter <a title="Bild.de: Zwanziger beruft Blatter-Gipfel ein" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">aus dem Hause Springer</a> mit, er wolle noch vor der Fußball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.</p>
<p>Wow.</p>
<p>Wenn man nicht weiter weiß oder Engagement vortäuschen will, gründet man eine Kommission – oder lädt an einen so genannten Runden Tisch.</p>
<p>Gemäß Springer-Medien will DFB-Boss Zwanziger also am 21. Juni, fünf Tage vor Eröffnung der Frauen-WM, in Frankfurt  a. M. über das Korruptionsthema diskutieren. Wobei: Von Korruption redet der DFB-Präsident ja nicht so gern. Personen wie er haben Probleme mit der Begriffsbestimmung, behaupten gern, es lägen keine Beweise vor, verstecken sich, wenn es darauf ankommt, wie auf dem FIFA-Kongress, und laden dann die üblichen Verdächtigen – die längst hätten klar Stellung beziehen können. Es aber nicht taten.</p>
<p>Es gibt verschiedene Definitionen von Korruption. Für Zwanziger und Co noch einmal die allumfassende, für den Sportbetrieb absolut ausreichende, formuliert von Transparency International:</p>
<blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p></blockquote>
<p>Das passt. Da erübrigt sich jede Diskussion.</p>
<p>Da muss man gar nicht staatstragend tun wie Zwanziger, der nun anmaßend formuliert, man wolle <em>&#8220;konzeptionelle Grundlagen für eine deutsche Position entwickeln, die anschließend mit UEFA und FIFA&#8221;</em> besprochen werde.</p>
<p><strong>Deutsche Position? Hier kann es nur eine Position geben: Für oder gegen Korruption.</strong></p>
<p>Es ist viel einfacher: Deutsche Sportfunktionäre und Sportpolitiker müssen handeln, sollten sie dazu willens, ehrlich genug und intellektuell fähig sein.</p>
<p>Sie hätten schon längst handeln können. Aber sie tun (fast) nichts.</p>
<p>Deutschland zählt in der internationalen Korruptionsbekämpfung zu den Schlusslichtern. Das Nichtstun hat System in Deutschland.</p>
<p>Beweise und Nachhilfeunterricht gefällig?</p>
<ul>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens</a></li>
<li><a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a></li>
<li><a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/" target="_self">The new power holders in world sport</a></li>
<li><a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li>
<li><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen</a></li>
</ul>
<p>Eine Initiative der bayerischen Justizministerin Beate Merk für ein <a title="Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; </a> ist 2009 grandios gescheitert – vor allem am Widerstand der Sportverbände und ihrer Lobbyisten, die beispielsweise im Sportausschuss des Bundestages sitzen.</p>
<p>Vertreter des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums spielen auf Arbeitsebene der Sportminister im Europarat und der Europäischen Union ebenfalls eine durchaus schändliche Rolle. Den BMI-Staatssekretär Christoph Bergner interessiert das Thema nicht die Bohne.</p>
<p>Die Bundesrepublik zählt zu einer alarmierenden Minderheit von Staaten, die die Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) nicht ratifiziert haben. Deutschland spielt in einer Liga mit Totaldemokratien wie Nordkorea, Somalia, Tschad, Oman, Saudi-Arabien, Myanmar – bis hin zu Kiribati und Tuvalu. Nur drei G-20-Staaten haben die UN Konvention nicht ratifiziert, nur drei EU-Staaten nicht – und nur vier OECD-Nationen. Deutschland ist Schlusslicht. Der Gipfel der Peinlichkeit.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl! <strong>Christian Humborg</strong>: <a title="Space for Transparency" href="http://blog.transparency.org/2011/05/16/in-the-fight-against-corruption-germany-falls-behind/" target="_blank">In the fight against corruption, Germany falls behind </a></li>
</ul>
<p>Christian Humborg, Geschäftsführer der deutschen Sektion von Transparency International, schrieb kürzlich: Deutschland verlangt von anderen Ländern wie etwa Afghanistan, gegen Korruption zu kämpfen, keht aber den Dreck vor der eigenen Tür nicht. Gänzlich bizarr wird es, wenn der deutsche Steuerzahler Projekte des UNCAC finanziert, die über die GTZ in Ländern wie Kolumbien, Indonesien oder Sierra Leone abgewickelt werden – Deutschland selbst aber UNCAC nicht vollends unterstützt.</p>
<p>Der Wahnsinn hat Methode. Ob bei Themen wie Abgeordneten-Bestechung – oder eben bei Korruption im Sport.</p>
<p>Die moderne Sportkorruption, man muss es immer wieder sagen, denn es ist die historische Wahrheit, wurde in Deutschland von einem Deutschen erfunden. Das System, dass der einstige Adidas-Chef Horst Dassler in den frühen siebziger Jahren geprägt und mit seiner ISL-Firmengruppe in den Achtzigern zur Blüte gebracht hat, wirkt bis heute nach. Etliche der engsten Dassler-Mitarbeiter sind noch immer in Amt und Würden. Allen voran Joseph Blatter, der FIFA-Pate.</p>
<p>Auch Jean-Marie Weber, der mehr als 141 Millionen Franken Schmiergeld an höchste Sportfunktionäre aus FIFA, IOC und anderen olympischen Weltverbänden verteilt hat, mischt noch munter mit. Er berät die IOC-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Scheich Al-Sabah (Kuwait) und Lamine Diack (Senegal). Er zählte am Mittwoch als Ehrengast des FIFA-Kongresses in Zürich zu den ersten Gratulanten Blatters. Er nahm kürzlich in Lausanne an einem Journalisten-Empfang der Münchner Olympiabewerber GmbH teil.</p>
<p>Übrigens zählte auch DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach einst zu Dasslers Vertrauten, er war zeitweise sein Adlatus, will aber nie etwas von unsauberen Machenschaften erfahren haben.</p>
<p>Und selbst die deutsche Sektion von Transparency International hinkt anderen Sektionen, etwa der in der Schweiz, meilenweit hinterher. Während TI-Sportsprecherin Sylvia Schenk inhaltlich selten auf der Höhe ist, hat die Schweizer Sektion gemeinsam mit der olympischen Dachorganisation Swiss Olympic schon vor einem Jahr einen <a title="Checkliste Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/07/checkliste-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Ratgeber für Verbände&#8221;</a> erarbeitet. Gewiss kein bahnbrechendes Dokument, als Mix aus rechtlichen Tipps, einer Korruptions-Checkliste und Fallbeispielen jedoch ein bemerkenswertes Heftchen, dass es in Deutschland nicht gibt.</p>
<p><em>(Nachtrag, 7. Juni, 14.21 Uhr: TI Schweiz macht mich per Email darauf aufmerksam, dass Frau Schenk &#8220;bei der Erstellung dieses Ratgebers massgeblich beteiligt war. Ihre Hinweise und Anmerkungen waren für den Inhalt des Ratgebers für Sportverbände mitentscheidend&#8221;. Das ist dann mal eine Überraschung.)</em></p>
<p>In Deutschland wird zudem, erst jüngst wieder in Stellungnahmen des DOSB-Präsidenten nachzulesen, das Thema &#8220;Korruption im Sport&#8221; argumentativ gern mit dem Bereich Wettbetrug gleichgesetzt. Das entspricht der politischen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Präsident Jacques Rogge kürzlich in Lausanne einen Wettgipfel abgehalten hat, bei dem es den anwesenden Politikern quasi verboten wurde, über andere Themen zu reden.</p>
<p>Die Propaganda von Sportkonzernen wie dem IOC zielt darauf ab, das Thema Korruption unter Funktionären mit all seinen Implikationen aus dem öffentlichen Blickfeld zu nehmen. Stattdessen wird die Wettmafia seit einiger Zeit als größte Geißel des Sports gebrandmarkt.</p>
<p>Ich nenne das: Irreführung mit System.</p>
<p><em><strong>Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie können etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Sponsern Sie diesen Blog oder investieren Sie in andere journalistische Arbeit, wir können gern über Rechercheprojekte reden. </strong></em></p>
<p><em><strong>Eine schöne Enthüllung ist gar nicht so teuer &#8211; man muss es nur wollen.</strong></em><br />
<a href="http://flattr.com/thing/301511/Deutschland-und-die-Korruption-Kartell-der-Schande" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>31</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" length="2410496" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" length="8658432" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>The new power holders in world sport</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 May 2011 12:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[play the game]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokratie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10243</guid>
		<description><![CDATA[Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011.html"><img class="aligncenter size-full wp-image-10245" title="Play the Game 2011 Cologne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/05/web_teaser.ptg2011.jpg" alt="" width="467" height="115" /></a></p>
<p><strong>Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. </strong></p>
<p>Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding office. Will he continue to dominate Russia and become president again in the coming year? Or will he yield the second presidential term to his partner Dmitry Medvedev? Is the 58-year-old Putin tired of governing? What else could tempt him? The journalistic astrologers in the Kremlin brought two possibilities into play: The job as Secretary-General of the United Nations (UN) and as the President of the International Olympic Committee (IOC).</p>
<p>Normally, such speculations would only trigger a pitying smile. IOC experts would argue calmly: To become IOC President Putin would have to become a member of the IOC first. That could, theoretically, happen at the 2012 Session in London. And then? In 2013, a new IOC President will be elected as successor of Jacques Rogge, who retires after his cycle. As said, normally Russian power plays would trigger a chuckle. In the case of Putin, however, nobody is laughing. All smiles are fixed. Fear rules.</p>
<p>Many believe that Vladimir Putin is already the most powerful man in the Olympic world – one who more or less along the way had his Romanian Judo buddy Marius Vizer elected as President of the International Judo Federation. Not to forget, of course, how Putin virtually dragged IOC chief Rogge around the circus by the nose ring at the IOC Session in Guatemala in July 2007. Putin flew in with a large entourage, met dozens of IOC Members and made all kinds of promises, most likely paid for by the oligarchs or the Gazprom Group; he bent the truth beyond recognition – and flew home as the Olympic champion. Sochi, his summer residence on the Black Sea coast, was awarded the 2014 Winter Olympic Games.</p>
<p>Since then, Putin has made a deal with Bernie Ecclestone that will bring a Formula One Grand Prix race to Sochi. The Universiade (World Student Games), a little appetiser, will be held in 2013 in Kazan. The same year Moscow will organise the World Championships in Athletics. Just recently Putin organized the 2011 World Figure Skating Championships in Moscow, within a few weeks after the event was taken away from Tokyo because of the tragic earthquake. But the biggest coup ’sports buddy’ Putin had was on 2 December 2010, in Zurich, when the Executive Committee of the world’s football federation (FIFA) awarded the World Cup in 2018 to Russia under scandalous circumstances – of course, matches will also be played in Sochi.</p>
<p>Putin created some confusion in the bidding process when he decided not to turn up in front of the FIFA Executive Committee at the beginning of December. From a distance, as an oracle, he declared that he did not want to put untimely pressure on the sport administrators. What a trick! In the weeks before, he had already met more than half of FIFA’s board members. Vyacheslav Koloskov, a long-time member of the FIFA Executive Committee, announced in Moscow long before 2 December that the decision was made – in favour of Russia, of course.</p>
<p>So it eventuated. And while FIFA President Joseph Blatter in Zurich announced Russia and Qatar (2022) as winners, Putin was already sitting on a plane to Switzerland. In the evening the stage was his alone. In front of the assembled world press, he buoyantly took the steps to the podium and gave a casual greeting in Swiss-German. Putin took the journalists’ questions in barely one hour. He demonstrated his power; he celebrated his success.</p>
<p>On all-sports projects in Russia, of which many swallow up several dozen billion Euros from public funds, especially the big wigs of Putin&#8217;s power structure and those oligarchs, who subordinate to his will, are going to benefit. One of these oligarchs, Roman Abramovich, owner of FC Chelsea, postured in Zurich at friendly photo sessions, not only with Putin. &#8220;I expect Mr Abramovich to invest in this project,&#8221; Putin pontificated. The Russians laughed loudly.</p>
<p>The oligarchs’ so-called investments will be compensated by the state through all sorts of privileges and benefits – so there is a guaranteed profit at the bottom line. This is the case for Abramovich and the World Cup, just as it is for the billionaire Oleg Deripaska, who not only owns a castle-like property in Sochi, but who is also going to build the port and run other projects, or the Gazprom group, which is responsible for most of the Olympic alpine routes in the North Caucasus.</p>
<div id="attachment_5638" class="wp-caption aligncenter" style="width: 438px"><img class="size-full wp-image-5638" title="(c) Government of Russia" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo41.jpg" alt="(c) Government of Russia" width="428" height="360" /><p class="wp-caption-text">(c) Government of Russia</p></div>
<p>According to FIFA no one knew the outcome of the World Cup vote because the results were allegedly kept by the notary of the city of Zurich in sealed envelopes until President Blatter opened them on live-television. However, half an hour before the announcement television station Al Jazeera, based in Doha, Qatar, reported the winner of the World Cup 2022. And Dmitry Chernyshenko, CEO of the Winter Games in Sochi, tweeted, minutes before Blatter took the note with &#8220;Russia&#8221; written on it from the envelope: &#8220;Yesss! We are the champions! Hooray!!!!&#8221;</p>
<p>They all knew. Not only Al Jazeera, not only Chernyshenko. Even Putin. Hamad bin Khalifa Al-Thani, the Emir of Qatar, to whom Blatter has been obligated for one and a half decades, was already sure of victory and timely flown in.</p>
<p>On 2 December 2010, when Russia and Qatar became World Cup hosts, a special chapter was written in sports history. Not so much because FIFA thereby opened up new markets, but mainly because these decisions were surrounded by incredible corruption rumours. When those 140 million Swiss francs, which were once paid by the sports marketing agency ISL/ISMM to high IOC and FIFA officials, was the largest fraud scheme of Olympic sports so far – a scheme which ran brilliantly for decades and during which those responsible, bribe donors and bribe recipients, were not criminally prosecuted –, this FIFA World Cup decision could be the largest single case of corruption in sports history.</p>
<blockquote><p><strong>several related posts:</strong></p>
<ul>
<li><a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022</a></li>
<li><a title="Whistleblower Waleri Morosow: &quot;Es wird Blut fließen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/" target="_self">Whistleblower Waleri Morosow: “Es wird Blut fließen&#8221;</a></li>
<li><a title="Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/10/russland-vancouver-und-sotschi-2014-abschied-vom-elbrus/" target="_self">Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus</a></li>
<li><a title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</a></li>
<li><a title="Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/16/sepp-zu-gast-bei-putin-i-am-really-glad-that-you-greet-me-as-a-friend/" target="_self">Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;</a></li>
<li><a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow</a></li>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
<li><a title="Россия 2018: готова вдохновлять" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Россия 2018: готова вдохновлять</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>&#8220;Corruption is the abuse of entrusted power for private gain,&#8221; goes the definition of the non-governmental organisation Transparency International. It is this corruption concept that is seen here: Russia, not only the Gazprom Group, and Qatar have invested several hundred million Euros in the bidding campaigns. There is only a small probability that evidence showing how Russia and Qatar have bought votes can ever be presented. Russia and Qatar are not exactly model democracies – they guarantee confidentiality.</p>
<p>The show in Zurich reached its absurd climax when Putin, of all people, criticized English media’s corruption revelations as &#8220;unacceptable&#8221;. But the English bidders were not the only ones who angrily claimed that they had been cheated. &#8220;Do you believe that?&#8221; someone wanted to know from Putin. He grinned. &#8220;No.&#8221; One word was enough.</p>
<p>The brutality with which the bidding offers from Russia and Qatar were carried through has shocked even savvy business men in this industry, and this highlights the tectonic shifts of power in world sport for every observer: Western Europe and North America, once the dominant regions of sports policy, are continuing to lose influence. The new power holders are Russian oligarchs and ‘super democrats’ like Putin, Chinese Communist Party bosses, Arab oil sheikhs and various other potentates, for example, of the former Central Asian Soviet republics, where many highly decorated sports administrators work as drug barons and close companions of the dictators – like <a title="† Anwar Chowdhry" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%E2%80%A0-anwar-chowdhry/" target="_self">Gafour Rakhimov in Uzbekistan</a>, Vice President of the International Amateur Boxing Association, AIBA, Vice President of Olympic Council of Asia (OCA) and, according to FBI files, head of the drug cartel in Central Asia.</p>
<p>At the moment there is not much talk in the public of the Chinese Communist Party bigwigs who, back in 2008, successfully organised the Olympic propaganda games in Beijing, but insiders expect attacks on the power base sooner rather than later – maybe even the candidacy of the Chinese-born Ng Ser Miang (Singapore) for the IOC presidency as early as the Session in Buenos Aires in 2013. One thing is clear: These powers have untold economic resources which they can deploy as targeted. Sport offers many ways to gain prestige and influence, to launder money and, sometimes even, like the Emirate of Qatar, with military precision, to reconstruct an entire country as an international hub and a new Olympic centre. Right now the Qataris are aiming to acquire the 2017 World Championships in Athletics. Doha instead of Lausanne as the &#8220;Capitale Olympique&#8221; – that is the agenda.</p>
<p>One can easily find the slogan on many billboards in Doha and even in official publications:</p>
<blockquote><p><strong>Inspiring Qatar: The new global sports capital</strong></p></blockquote>
<p>Let us have a look at the list of the major upcoming events. Admittedly, 2012 will see the Olympic Summer Games in London, but not much more remains for the old Great Powers in the next few years. In 2012 the European Football Championship will be in Poland and Ukraine; in 2014 the Olympic Winter Games in Sochi and the football World Cup in Brazil; in 2016 the Summer Games in Rio de Janeiro; in 2018 the football World Cup in Russia and surely the Olympic Winter Games in Pyeongchang (South Korea), the latter is the likely outcome when the IOC takes its decision in Durban on 6 July. In 2020 the Summer Games could be held in Turkey (Istanbul) or could, for the first time, be held in Africa. In 2022 the World Cup in Qatar. In 2026, the Chinese will go for the World Cup by all means. In 2030, for the centennial celebration, the World Cup will very likely be awarded to Argentina and Uruguay.</p>
<p><strong>What then, Europe? </strong></p>
<p>In 2034, it could work out with the World Cup – in two and a half decades.</p>
<p><strong>What then, USA?</strong></p>
<p>The Americans are, after George W. Bush’s scorched earth policy, two disastrous Olympic defeats (New York 2012, Chicago 2016) and numerous other sports political bankruptcies, in such a state of shock and have no qualified sports administrator that they do not dare to make a new bid for 2020.</p>
<p>The continental distribution of mega-events in the coming years is only one argument; there are more: Those who analyse the key positions in Olympic associations will also find a movement towards new power structures.</p>
<blockquote><p><strong>Søren Bang: <a title="Play the Game: Western countries are losing the race for major sporting events  " href="http://www.playthegame.org/news/detailed/western-countries-are-losing-the-race-for-major-sporting-events-5156.html" target="_blank">Western countries are losing the race for major sporting events</a></strong></p></blockquote>
<p>Take FIFA: Just recently, in early January, long-standing Vice President Chung Mong-Joon (South Korea), a billionaire from the Hyundai-dynasty, was replaced by 35-year-old Jordanian Prince Ali, the brother of King Abdullah II. Although it is not blessed with gushing oil wells and gas stocks like Qatar and Russia, the Jordanian royal family provides a breathtaking Olympic Performance: Princess Haya, sister of Prince Ali and second wife of the ruler of Dubai, has been the President of the International Federation for Equestrian Sports since 2006 and, in that capacity, an IOC Member. Her brother, Feisal, President of the NOC of Jordan, was also sworn in as an IOC Member a year ago in Vancouver. The most powerful Olympic family is sitting in Amman.</p>
<p>Not far away in the microstate of Qatar, Emir Hamad and his childhood friend, Mohamed Bin Hammam, are tinkering with the most spectacular takeover of the year – maybe of the decade. Bin Hammam will challenge the incumbent Joseph Blatter on the 1st of June at the FIFA Congress in Zurich. Blatter, the man whom he evidently provided votes, bought with money from the Emir in two very dirty election campaigns votes – in 1998 against Lennart Johansson (Sweden) and in 2002 against Issa Hayatou (Cameroon). Bin Hammam is said to have ensured support from 70-80 of the 208 national associations in FIFA already. One month remains to get about 30 more votes.</p>
<p>According to all the news and gossip from the concrete desert Doha, nothing seems impossible. One rule dominates the environment: Everything is for sale. Who would know that better than Bin Hammam, who is on FIFA&#8217;s Finance Committee, and who has been controlling the development program for a decade – and on top of that also distributes the money of the Emir, especially among poor nations in Africa and Asia. Who would know that better than Vladimir Putin, the wannabe IOC-President?</p>
<p>Since 2 December 2010, anything is to be believed, and the worst, disturbingly, is to be expected. Putin was, apropos, asked what he could still want after so many successes in the sports arena. &#8220;Russian victory,&#8221; he said. He cannot get enough. Then he left the podium after delivering a piece of folk wisdom: &#8220;Here in Russia we say: One who doesn&#8217;t take risks, never gets to drink champagne!&#8221;</p>
<p><em>geschrieben für <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/the-new-power-holders-in-world-sport-5157.html" target="_blank">Play the Game</a></em><a href="http://flattr.com/thing/183578/The-new-power-holders-in-world-sport" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Roland Rino Büchel: Offener Brief an FIFA-Boss Joseph Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 18:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[waca]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[roland dino büchel]]></category>
		<category><![CDATA[svp]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10112</guid>
		<description><![CDATA[LAUSANNE. Der ehemalige ISL-Manager und heutige SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel hat Seiner FIFA-Heiligkeit Joseph Blatter einen Offenen Brief geschrieben, den ich mit Büchels Zustimmung gern zur Kenntnis gebe. via Nation of Swine/Carlos Hanimann, vielen Dank auch für das schöne Wort &#8220;Wahrheitsallergiker&#8220;, das ich flink mal in meine Tag-Liste aufnehme Internationale Sportfunktionäre sind schwer korrupt Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>LAUSANNE. Der ehemalige ISL-Manager und heutige SVP-Nationalrat <a title="www.rolandbuechel.ch" href="http://www.rolandbuechel.ch/" target="_self">Roland Rino Büchel</a> hat Seiner FIFA-Heiligkeit Joseph Blatter einen Offenen Brief geschrieben, den ich mit Büchels Zustimmung gern zur Kenntnis gebe.</p>
<p><em>via <a title="Nation of Swine" href="http://nationofswine.ch/2011/01/12/der-mann-in-blatters-nacken/" target="_blank">Nation of Swine</a>/Carlos Hanimann, vielen Dank auch für das schöne Wort &#8220;<a title="Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Wahrheitsallergiker</a>&#8220;, das ich flink mal in meine Tag-Liste aufnehme</em></p>
<blockquote><p><strong>Internationale Sportfunktionäre sind schwer korrupt</strong></p>
<p>Die Weltwoche gab FIFA-Präsident Sepp Blatter vor Weihnachten die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge auf einem halben Dutzend Seiten auszubreiten. Die FIFA sei nicht korrupt, war seine Kernaussage.</p>
<p>Eine Replik ist angebracht. – Der Brief an FIFA-Präsident Sepp Blatter:</p>
<p><em>Bern, 11. Januar 2011</em></p>
<p>Geschätzter FIFA-Präsident, lieber Sepp</p>
<p>Kürzlich gaben Sie der Weltwoche ein Mammut-Interview. Als ob das nicht genug wäre, doppelten Sie in den Schweizer Tageszeitungen flächendeckend nach. Am Tag vor Weihnachten sagten Sie auf DRS 1, dass Sie auf den Friedensnobelpreis aspirierten. Genauer: nicht Sie selbst, sondern die FIFA.</p>
<p>Ich beziehe mich nicht auf das lange Gespräch am Radio, sondern auf das Geschriebene. Dazu gehört auch Ihr grosses Interview vom Berchtoldstag: In der Sonntagszeitung kündigten Sie allerhand an. Von all dem wären zwei Aussagen relevant. Falls sie den Tatsachen entsprächen.</p>
<p>Behauptung Nummer eins: „Roland Büchel fordert mehr Staat im Sport.“ Das ist Humbug. Ich richte mich auf Walliserdiitsch an Sie und frage: Wer hat Ihnen diesen „blaggruschtig“ erzählt?</p>
<p>Was ist eigentlich Sache? – Genau das Gegenteil von dem, was Sie vermelden. Staatliche Hyperaktivität ist nicht das, was ich will. Sondern mehr Eigenverantwortung bei den internationalen Sportverbänden. Meine Motion gibt den Milliardenkonzernen FIFA, IOC und, falls nötig, UEFA bis Ende 2011 Zeit, das leidige Problem mit ihren korrupten Spitzenfunktionären anzugehen und zu regeln.</p>
<p>UEFA-Präsident und FIFA-Vize Michel Platini will die Arbeit auslagern. Er verlangt eine Anti- Korruptions-Sport-Polizei: „Was wir brauchen, ist ein länderübergreifendes Instrument, eine internationale Sportpolizei“, liess er deutsche Medien wissen. Wir sind uns einig: Die Version Platini würde definitiv mehr Staat im Sport bedeuten.</p>
<p><strong>FIFA-Funktionäre sind korrupt</strong></p>
<p>Behauptung Nummer zwei: „Die FIFA ist nicht korrupt.“ Ihnen ist klar, wie wenig ich von dieser Aussage halte. Bern denkt gleich. Sowohl der Bundesrat als auch der Nationalrat. Nur nebenbei: Im Nationalrats-Saal werden an den Sessions-Donnerstagen jeweils zuerst die WOZ und die Weltwoche gelesen. Das berühmte Exemplar des Köppel-Magazins mit Ihrem Bild auf der Titelseite lag ganz oben auf den Pulten der Parlamentarier. Ihr Blick, Sepp, ist in die Ferne gerichtet. An allen vorbei. Und an allem. Die Schlagzeile darunter: „In der FIFA gibt es keine Korruption.“ Das war im Dezember 2010.</p>
<p>Im Interview geben Sie sich nuancierter als auf dem Titelblatt: „Es gibt keine systematische Korruption in der FIFA“, lauten ihre Worte dort.</p>
<p>Macht es Sinn, gemäss Chaosprinzip zu schmieren, anstatt mit System? Ich weiss es nicht. Bestechung ist so oder so ein diffiziles Business. Vor ein paar Wochen lief bei der FIFA so ziemlich alles aus dem Ruder: Journalisten von der Sunday Times liessen einen Nigerianer und einen Fussballfunktionär aus Tahiti, beide Mitglieder Ihres Exekutiv-Komitees, in die Falle tappen. Zur Hälfte wenigstens. Der Afrikaner hätte seine Stimme für rund 800‘000 Franken verkauft, der Mann aus der Südsee für drei Millionen Neuseeland-Dollars. Soviel zu den Fakten.</p>
<p>Nun zum Amüsanten. Oder zum Traurigen, je nach Sichtweise. Kürzlich traf ich einen westafrikanischen Minister. Er trat mit ernster Miene auf mich zu: „Ich schäme mich für Afrika.“ Ich verstand nur Bahnhof. Denn für mich war klar, dass wegen eines einzigen käuflichen Funktionärs nicht ein ganzer Kontinent an den Pranger zu stellen ist.</p>
<p>Doch Son Excellence insistierte. Der Mann schämte sich wirklich abgrundtief. „Es ist ein Skandal. Schauen Sie, Monsieur Roland, unser Freund aus dem riesigen Nigeria wollte seine Stimme tatsächlich für drei Mal weniger Geld hergegeben als der Typ aus dem kleinen Tahiti in der Südsee. Wir Afrikaner kennen unseren Wert nicht. Es ist eine Schande.“</p>
<p><strong><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">140‘785‘618.93 Franken Schmiergeld</a></strong></p>
<p>Nehmen oder nicht nehmen? Diese Frage stellen sich hohe Sportfunktionäre seit ein paar Jahren. Und, falls ja, wie viel? Wie gross ist der Kuchen, und wie wird er aufgeteilt? Dazu wissen wir heute: In den letzten zwölf Jahren ihrer Existenz zahlte allein die Sportrechteagentur ISL 140‘785‘618.93 Franken reines Schmiergeld. Die Gegenleistung? Null. Über diese Tatsache müssen wir nicht lange diskutieren; alles ist gerichtsfest bewiesen. Hohe und höchste Sportfunktionäre haben genommen. Die ISL gab und ging bankrott.</p>
<p>Am 30. November 2010 brachte die Sendung Panorama auf BBC 1 eine Liste mit Namen von korrupten Spitzenfunktionären an die Öffentlichkeit. Jemand hatte sie dem wohl bekanntesten aller journalistischen Wadenbeisser zugespielt: Auf Andrew Jennings‘ Tabelle sind 175 Zahlungen fein säuberlich aufgelistet. Unter dem Strich resultiert eine dreistellige Millionensumme für Repräsentanten des Sports.</p>
<p>Mindestens drei Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees und drei IOC-Mitglieder nahmen Bakschisch aus der Schweiz entgegen. Der OK-Präsident der kommenden Fussball-WM in Brasilien, um nur ein Beispiel zu nennen, erhielt einen zweistelligen Millionenbetrag: Ricardo Teixeira gehört zu den Mächtigen unter den 24 FIFA-ExCo-Mitgliedern. Doch das muss ich Ihnen nicht erklären.</p>
<p><strong><span id="more-10112"></span>Jennings‘ List</strong></p>
<p>Trotz Jennings‘ List: Mehr als 90 Prozent der Endempfänger dieser Bestechungsgelder sind bis heute nicht bekannt. Nicht einmal jene vom folgenden konkreten Fall: Richter Marc Siegwart schilderte vor dem Zuger Strafgericht eindrücklich, wie Schmiergeldzahlungen in Sportkreisen abgewickelt werden.</p>
<p>Von den involvierten Individuen über die Briefkastenfirmen bis hin zu den Koffern voller Scheine ist alles ominös. Der Magistrat fantasiert nicht, wenn er sagt, dass Fr. 5‘873‘224.&#8211; zuerst auf die British Virgin Islands gesandt und dann aus der Karibik an eine Anstalt in einem kleinen Fürstentum überwiesen wurden. Dort hob es ein innerschweizer Anwalt in bar ab und übergab die Scheine an einen der ISL-Bosse. Jener spielte den Pestalozzi. Und verteilte. Entweder an Mittelsmänner oder an die Endempfänger aus den Sportverbänden.</p>
<p>Herr Blatter, weshalb wollen Sie nicht wissen, welche von Ihren Kompagnons sich diese knapp sechs und weitere 120 namenlose Millionen unter den Nagel gerissen haben? Weshalb interessiert es Sie nicht, was für unsaubere Typen die wichtigsten Entscheide in Ihrem Milliardenkonzern treffen?</p>
<p>Ich verstehe Franz Beckenbauer, dass er seinen Rücktritt aus Ihrem Exekutiv-Komitee gegeben und verkündet hat: „Mein Vertrauen in die FIFA ist eingeschränkt.“ Und heute lese ich in den Zeitungen, dass der ehemalige Präsident des Deutschen Bundesgerichtshofs nicht mehr Mitglied der Ethik-Kommission ist. Für Prof. h.c. Dr. iur. Günter Hirsch ist klar, „dass die Verantwortlichen der FIFA kein wirkliches Interesse daran haben, eine aktive Rolle bei der Aufklärung, Verfolgung und Vorbeugung von Verstössen gegen das Ethikreglement der FIFA zu spielen.“</p>
<p>Die Mitglieder aus Guam, Namibia, Panama, dem Senegal, Kolumbien, Papua-Neuguinea sowie der Präsident aus dem Ticino verbleiben im Amt.</p>
<p><strong>Family Business</strong></p>
<p>Sie bezeichnen die FIFA oft und gerne als Familie. Dass meine Kollegen im Eidgenössischen Parlament dabei an eine etwas spezielle sizilianische Familienform denken, dürfen Sie ihnen nicht übel nehmen. Ich komme eher auf ein anderes Modell: <a title="&quot;We are the Blatter family!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/sudafrika-tag-6-we-are-the-blatter-family/" target="_self">die Walliser Sippe</a>. Ihr Neffe Philippe Blatter ist Präsident und CEO der Sportrechte-Agentur Infront. Die Zuger Firma hat sich die Filetstücke aus der kunstvoll sezierten ISL ergattert.</p>
<p>Ihr jüngerer Bruder, Prof. Prof. h.c. Marco Blatter, ist Chefpromotor der möglichen Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 oder 2026. Der ehemalige Direktor von Swiss Olympic trägt gleich zwei Ehrenprofessorentitel. Sie wurden ihm von bulgarischen Universitäten wegen seiner Verdienste für „Fairplay und Ethik in der Sportbewegung“ verliehen.</p>
<p>Sepp, Ihre Familie ist Ihnen heilig. Sie haben es in der Hand, dafür zu sorgen, dass die beiden Blatters einen guten Job erledigen können. Oder wollen Sie, dass auch Ihre engsten Verwandten mit deren Firmen und Projekten gegen die Wand fahren, nur weil sie Abermillionen in korrupte Funktionäre investieren müssen?</p>
<p><strong>Hofierende Nationalräte im FIFA-Palast?</strong></p>
<p>Themawechsel und zurück in die Bundeshauptstadt: Im Weltwoche-Interview schiessen Sie auf Gegner, die Sie in Bern zu haben glauben. „Bevor uns einzelne Nationalräte öffentlich kritisieren, sollen sie doch zuerst hierherkommen. Jeder ist herzlich eingeladen“, verkünden Sie. Schliesslich würden sogar Staatschefs bei Ihnen im FIFA-Palast zu Zürich „antichambrieren“ und „hofieren“. Schön. Und gut, dass wir 200 Nationalräte das nicht tun.</p>
<p>Auch ich lade Sie herzlich ein: Kommen Sie nach Bern. Spüren Sie die Stimmung im Parlament. Erfahren Sie aus erster Hand, warum Mitglieder aller Fraktionen meine Motion unterschrieben haben. Und weshalb sogar der Bundesrat von „Machenschaften“ innerhalb der internationalen Sportverbände schreibt.</p>
<p>Geschätzter Sepp, ich bin überzeugt, dass es in dieser leidigen Korruptionsaffäre eine Lösung braucht. Für die Sportler und den Sport ist sie noch wichtiger als für Sie persönlich. Der Schlüssel für eine Lösung liegt in Ihren Händen. Packen Sie die Chance, räumen Sie auf.</p>
<p>Das neue Gremium, welches Sie auf Juni 2011 angekündigt haben, soll mit „Promis“ bestückt werden. Doch es braucht andere Leute. Nämlich solche, die das Business kennen. Ich sage es Ihnen schon heute: Die Gesetzgeber in Bundesbern geben sich mit einem zahnlosen Ausschuss nicht zufrieden.</p>
<p>Die parlamentarische Frist für brauchbare Resultate aus den internationalen Verbänden kennen Sie: Der 31. Dezember 2011 ist das Datum der Deadline. Auch für die FIFA.</p>
<p>Respektvoll,</p>
<p>Roland Rino Büchel</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>18</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 14:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[mastercard]]></category>
		<category><![CDATA[roger köppel]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[visa]]></category>
		<category><![CDATA[weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[carlos hanimann]]></category>
		<category><![CDATA[lügen]]></category>
		<category><![CDATA[nation of swine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10020</guid>
		<description><![CDATA[Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben. Journalisten-Darsteller Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich mal wieder als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen: &#8220;Arroganz des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben.</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Journalisten-Darsteller</span> Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich <a title="Weltwoche: &quot;Ich brachte menschliche Wärme&quot;" href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2007-21/artikel-2007-21-ich-brachte-menschliche-waerme.html" target="_blank">mal wieder</a> als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen:</p>
<ul>
<li><a title="weltwoche.ch" href="http://www.weltwoche.ch/weiche/artikel-fuer-abonnenten.html?hidID=539984" target="_blank">&#8220;Arroganz des Abendlandes&#8221;</a>.</li>
</ul>
<p>[<em>So weit ich sehe, ist das Textlein hinter einer Paywall verschwunden, das ist vielleicht ganz gut so.</em>]</p>
<p>Ich weiß gar nicht, ob de Gregorio noch für den Blick tätig ist, der längst wieder zur Blatter-Liebespostille verkommen ist. Nachdem dort zwischenzeitlich auch solche Doppelseiten zu lesen waren (<a title="Blick, 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/isl-blick-31032008.pdf  " target="_blank">&#8220;Das perfekte Verbrechen&#8221;</a>), wird im Blick so gedichtet, wie ich es <a title="live-Blog aus Zürich: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/" target="_self">jüngst</a> bereits zitierte:</p>
<blockquote><p>Blatters Erfolgsrezept ist ein anderes. Was ihn so unwiderstehlich charismatisch macht, sind zwei Dinge: Bescheidenheit und Demut.</p>
<p>Bescheidenheit und Demut. Es sind die einfachen, die banalen Dinge, die sein gewaltiges Charisma ausmachen.</p>
<p>Diesen Geist trägt er ins FIFA-Haus. Der Verband wird zur Familie.</p>
<p>Natürlich weiß auch ich um die Bestechungsvorwürfe in diesem Haus. Doch das ist ein anderes Thema, dessen Hintergründe ich nicht kenne. Deshalb lasse ich die Finger davon.</p></blockquote>
<p>In diesem Sinne ist gewiss auch das Elaborat der Weltwoche zu verstehen. Denn im Kern geht es doch wohl um diese Behauptung des Patrons aus dem Wallis:</p>
<blockquote><p>Es gibt keine <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">systematische Korruption</a> in der FIFA. Das ist <a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Unsinn</a>.</p></blockquote>
<p>Oh.</p>
<p>Flink nochmal die alten Bestechungszahlen aus dem ISL-Komplex, die folgenlos blieben, die neuen kennt man noch nicht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="477" height="432" /></p>
<p>Ob der Sepp, der <a title="eurosport-yahoo-sport" href="http://de.eurosport.yahoo.com/09122010/73/int-fussball-wende-blatter-gesteht-fehler.html" target="_blank">gerade ein weiteres Interview</a> lancieren ließ und das FIFA-Image gern aufpolieren würde, schon an <a title="Wikipedia: Pseudologie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudologie" target="_blank">Pseudologie</a> leidet? Keine Ahnung, dann wäre dringend ein Besuch beim Arzt seines Vertrauens oder beim Generalstaatsanwalt angebracht. Sagen wir es mal so, vorsichtiger: Die Wahrheitsbeugungen, die Blatter begeht, müssen erst noch gezählt werden.</p>
<p>Zum Beispiel jammert er ja, man würde ihn nicht zum ISL-Komplex fragen. Sepp greint:</p>
<blockquote><p>Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile.</p></blockquote>
<p>Oh.</p>
<p>Wie oft ich ihn dazu seit 2001 befragt habe, das zu zählen, würde mich Jahre kosten.</p>
<p>Mensch, Sepp, wir haben das doch sogar beim Bier (Radeberger) besprochen, schon vergessen?</p>
<p>Egal, ich kann mich noch sehr gut an ein echtes Interview erinnern, das wir im Mai 2001 in Zürich geführt haben, und das ihn so mitnahm, dass er eine Pause machen musste. Damals hat er mir, darf man sagen: <a title="Interview BLZ vom Mai 2001" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0529/sport/0003/index.html" target="_blank">versprochen?</a></p>
<blockquote><p>Ich bin nicht bestechlich. Da können Sie mir beide Hände abhacken.</p></blockquote>
<p>Was der Sepp so sagt.</p>
<p>Hoffentlich hören sie das nicht in Katar. Nicht dass da noch jemand zum Beil greift.</p>
<p>Mehr möchte ich gar nicht verlinken. Das Blog ist voll von Beispielen, dass Sepp regelmäßig gefragt wurde. Auf Youtube habe ich im Laufe der Zeit auch einiges hochgeladen. Und in meinem Film <a title="The Untouchable" href="http://www.jensweinreich.de/filme/the-untouchable/" target="_self">&#8220;The Untouchable&#8221;</a> (Schweden/Dänemark 2004), aus dem sich gerade wieder viele Szenen in der jüngsten Dokumentation des Schweizer Fernsehens finden (wie auch einer meiner Youtube-Clips), spielte das ISL-Thema selbstverständlich eine Rolle.</p>
<ul>
<li><a title="SF1 DOK" href="http://www.sendungen.sf.tv/dok/Sendungen/DOK/Archiv/Koenig-Fussball-Kaiser-Sepp" target="_blank">&#8220;König Fußball, Kaiser Sepp&#8221;</a> von Beat Bieri und Belinda Sallin:</li>
</ul>
<p><object style="width: 448px; height: 270px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="width: 448px; height: 270px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" allowfullscreen="true" quality="high" data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413"></embed></object></p>
<p>Bitte mal lesen:</p>
<ul>
<li>Sepp Blatters Wahrheitsbeugungen und Wahrnehmungsstörungen &#8211; Carlos Hanimann <a title="Nation of Swine" href="http://nationofswine.ch/2010/12/09/blatter-%C2%ABin-der-fifa-gibt-es-keine-korruption%C2%BB/" target="_blank">hat mit dem Zählen begonnen</a>.</li>
</ul>
<p>Sepp sagt zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Es gibt vor allem einen Mann, den Engländer Andrew Jennings, einen besessenen Anti-Blatter-, Anti-Fifa-Journalisten. Er verfolgt mich seit zwölf Jahren. Und er hört nicht auf, gegen mich und die Fifa zu schiessen. Es ist jedoch nicht an mir zu beurteilen, ob seine Berichterstattung einen Einfluss auf den Ausgang der WM-Vergabe hatte.</p>
<p>[<em>Stichworte von Köppel/de Gregorio</em>] <strong>Warum gehen Sie nicht gerichtlich gegen die Verunglimpfungen vor?</strong></p>
<p>Es ist systematisch. Das System wirkt über den englischen Kanal hinweg. Im Schlepptau von Jennings schreiben die deutschen Journalisten Jens Weinreich und Thomas Kistner. Dann gibt es ein paar Schweizer, die das kritiklos nachbeten. Was kann man dagegen unternehmen? Ich argumentiere, es gibt Gerichtsentscheide, die Klartext reden, aber die Argumente werden von diesen Kritikern nicht einmal zur Kenntnis genommen. Sie wärmen uralte Vorwürfe auf und wiederholen sie. Doch die Vorwürfe stimmen nicht. Die jüngste, glasklare Wahl der WM-Orte hat aufgezeigt, wie sehr sich diese extreme Fifa-Kritik auf dem Holzweg befindet. Ich finde es so kleinlich, was hier geschrieben wird. Ich staune, dass sogar qualitativ anspruchsvolle Verlage das überhaupt noch abdrucken.</p>
<p>[<em>Stichworte von Köppel/de Gregorio</em>] <strong>Das Schweizer Fernsehen versuchte kürzlich in einer Dokumentation nachzuweisen, dass in der Fifa bestochen und betrogen wird.</strong></p>
<p>Man stürzt sich auf uralte Kamellen im Zusammenhang mit dem Konkurs der Sportvermarktungsfirma <a title="alle Beiträge zur ISL-Korruption" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">ISL/ISMM</a>. Ich wüsste nicht, was man der Fifa vorwerfen könnte. Nichts, was von juristischer Bedeutung wäre, ist dort geschehen. Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile. (&#8230;)</p>
<p><small>Quelle: www.weltwoche.ch</small></p></blockquote>
<p>Ganz davon abgesehen, dass mir Blatter offenbar die Honorare nicht gönnt: Die Chuzpe vom Sepp und seinem als Generalsekretär schauspielernden <em>Lügenbaron</em> (diese Bezeichnung trifft für sein Verhalten in der Visa/Mastercard-Sache gewiss zu) Jérôme Valcke sucht schon seinesgleichen. Die Herren drehen nach der Skandal-Entscheidung vom vergangenen Donnerstag völlig ab, bezeichnen die WM-Vergabe als totaltransparent und wähnen sich als Sieger der Geschichte. Als Herren des Universums.</p>
<p>Schaun mer mal.</p>
<p>P.S. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas zu weit führt, aber den Begriff Lügenbaron würde ich doch flink mal mit einigen Passagen und Links zum Visa-Mastercard-Skandal unterminieren. Warum eigentlich nicht. Denn dieser Fall verdeutlicht doch einmal mehr, dass diesen Typen einfach nicht zu trauen ist. Achtung, Kommentar, Meinungsäußerung, nachfolgend belegt: <em>Sie lügen, dass sich die Balken biegen.</em></p>
<p>Valcke war damals FIFA-Marketingchef, <a title="FIFA fires four execs after MasterCard mess" href="http://sports.yahoo.com/soccer/news?slug=fifafirings" target="_blank">wurde</a> <a title="FIFA-Pressemitteilung Dezember 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=108638.html" target="_blank">gefeuert</a>, kam wenige Monate später als <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=540197.html" target="_blank">Generalsekretär</a> wieder, und der Sepp stellte es doch tatsächlich so dar, als sei Valcke nie gefeuert worden.</p>
<p>Eine feine Analyse dazu gab es mal im Independent:</p>
<ul>
<li><a title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/people/profiles/jr244me-valcke-he-scored-the-worstever-own-goal-now-hes-running-football-398086.html" target="_blank">Jérôme Valcke: He scored the worst-ever own goal. Now he&#8217;s running football</a> - He lost his job in marketing at Fifa after a judge ruled he had lied over a sponsorship deal. But 10 months on, he&#8217;s the boss. David Owen hears his comeback story</li>
</ul>
<p>Im Original liest sich das <a title="findlaw.com" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CC0QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Ffl1.findlaw.com%2Fnews.findlaw.com%2Fhdocs%2Fdocs%2Fsports%2Fmastercardfifa120706opn.pdf&amp;ei=69IATd73HI2MswaglvjyDg&amp;usg=AFQjCNEcSDUzVNAyXQ2N_ZtQspHuYgrkrg&amp;sig2=uMGJn6YFiYBdbH7bfnCFmQ" target="_blank">im ersten Urteil</a> so:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>FIFA’s negotiators <strong><em>lied repeatedly</em></strong> to MasterCard, including when they assured MasterCard that, consistently with MasterCard’s first right to acquire, FIFA would not sign a deal for the post-2006 sponsorship rights with anyone else unless it could not reach agreement with MasterCard.</li>
<li>FIFA’s negotiators <em><strong>lied</strong></em> to VISA when they <strong><em>repeatedly</em></strong> responded to the direct question of whether MasterCard had any incumbency rights by assuring VISA that MasterCard did not.</li>
<li>FIFA’s negotiators provided VISA with blow-by-blow descriptions of the status of the FIFA-MasterCard negotiations while <em><strong>concealing</strong></em> from its long-time partner MasterCard both the fact of the FIFA-VISA negotiations as well as the status of those negotiations – an action FIFA’s president admitted would not be “fair play.&#8221;</li>
<li>FIFA’s marketing director <em><strong>lied to both</strong></em> MasterCard, FIFA’s long-time partner, and to VISA, its negotiating counterparty, to both of which FIFA, under Swiss law, owed a duty of good faith. When, pursuant to his engineering, VISA raised its bid to the same level as MasterCard’s, he <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ suggestion to give MasterCard the opportunity to submit a higher bid based on his concern for his own reputation with the FIFA Board. He also <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ recommendation that he recommend to the FIFA Board that it continue with its prior approval of MasterCard as the post-2006 sponsor. Instead, he told the board it was difficult for him to make a recommendation and <em><strong>never mentioned</strong></em> MasterCard’s first right to acquire the post-2006 sponsorship.</li>
<li>On the morning of the first of March 2006 FIFA board meetings and after all three FIFA boards had previously approved MasterCard as the post-2006 sponsor, FIFA’s marketing director called VISA to say that if VISA increased its cash bid by $30 million to the level of MasterCard’s bid, VISA “would be the partner.&#8221;</li>
<li>Even after MasterCard had signed the “FINAL version&#8221; of the post-2006 sponsorship agreement and returned it to FIFA, FIFA’s negotiators <em><strong>delayed telling</strong></em> MasterCard that the FIFA Board had chosen VISA; instead they waited for the VISA board to ratify the VISA agreement.</li>
<li>After the FIFA boards had approved MasterCard as post-2006 sponsor and after MasterCard had agreed to FIFA’s asking price and agreement had been reached on all other terms and after FIFA’s in-house counsel had solicited FIFA members for items that might be used to claim that MasterCard breached the Agreement, FIFA pointed to a trademark issue that had been present since 2000 or 2001 to justify granting the post-2006 sponsorship to VISA and sent a letter to MasterCard &#8212; after the commencement of this lawsuit &#8212; purporting to terminate the Agreement and thus MasterCard’s first right to acquire.</li>
<li>After MasterCard and FIFA waived, under Swiss law, both the 90-day time periods set out in section 9.2 by their “conclusive conduct&#8221;, FIFA now seeks <em><strong>retroactively to revive</strong></em> one of the 90-day periods, but not the other, to justify its choice of VISA for the post-2006 sponsorship.</li>
<li>While the FIFA witnesses at trial boldly characterized their breaches as “<em><strong>white lies</strong></em>&#8221;, “<strong><em>commercial lies</em></strong>&#8221;, “<em><strong>bluffs</strong></em>&#8221;, and, ironically, “<strong><em>the game</em></strong>&#8221;, their internal emails discuss the “<em><strong>different excuses</strong></em> to give to MasterCard as to why the deal wasn’t done with them&#8221;, “<em><strong>how we (as FIFA) can still be seen as having at least some business ethics</strong></em>&#8221; and how to “<em><strong>make the whole f***-up look better for FIFA</strong></em>.&#8221; They ultimately confessed, however, that “[I]t’s clear somebody has it in for MC.&#8221;</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Habe den Fall damals selbst nur marginal betreut, wohl aber die Entwicklung beschrieben: <span id="more-10020"></span></p>
<blockquote><p><em>23.06.2007, BLZ<br />
</em><strong><a title="BLZ Juni 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0623/sport/0048/index.html" target="_blank">Nichts als Lügen</a></strong></p>
<p>Dies ist keine geschönte Geschichte aus dem PR-Arsenal eines Milliardenkonzerns. Dies ist eine wahre Geschichte über den Fußball-Weltverband Fifa. Es ist ein übles Gaunerstück, ein Wirtschaftskrimi und ein neuerlicher Beweis für den Mangel an Kompetenz und Moral. Es ist die Geschichte darüber, wie mal eben 100 Millionen Dollar verbrannt werden können.</p>
<p>Im Kern geht es darum, dass die Fifa wie ein lumpiger kleiner Geschäftemacherverein zwei konkurrierende Kreditkarten-Multis narrte: Der langjährige Partner Mastercard hatte ein Vorkaufsrecht für die WM-Turniere 2010 und 2014, zugleich aber schloss die Fifa einen Kontrakt mit dem Mastercard-Rivalen Visa. Dabei wurden Dokumente rückdatiert, Unterschriften und Tonaufzeichnungen verfälscht und anderweitig gelogen. Lässt sich alles nachlesen im Urteil eines New Yorker Gerichts, das Ende 2006 entschied, die Fifa habe unredlich gehandelt. Ein amüsanter Beweis für dieses Urteil lag den Akten bei, eine interne Mail aus der Züricher Fußballzentrale, in der gefragt wurde: “Was müssen wir tun, dass es wenigstens ein bisschen so aussieht, als habe die Fifa Geschäftsethik?&#8221;</p>
<p>100 Millionen Dollar Schaden</p>
<p>Geschäftsethik? Die Fifa? Das passt nicht zusammen. Jedenfalls: Seit diesem Urteil lagen die Verträge auf Eis. Knapp zwei Millionen Dollar Sponsoreneinnahmen entgingen der Fifa deshalb monatlich. Am Donnerstag nun einigte man sich mit Mastercard auf einen Vergleich: Auflösung des Vorkaufrechtes, Einstellung der Gerichtsverfahren und Kompensationszahlung von 90 Millionen Dollar seitens der Fifa. Zusammen mit den bisherigen Ausfällen, ungeachtet der beträchtlichen Rechtskosten, summiert sich der Schaden auf etwa 100 Millionen. Für die Verursacher dieses Schadens, die Sportkameraden in der Fifa-Zentrale und im Exekutivkomitee, bleibt alles beim Alten. Wie hieß der alte Slogan der Fifa nochmal? “Dem Fußball zuliebe.&#8221; Und wie heißt der neue Slogan? “Für das Spiel! Für die Welt!&#8221; Schade eigentlich, denn mit 100 Millionen Dollar hätte man so viel Gutes tun können.</p>
<p>Fifa-Papst Joseph Blatter hatte seinem Völkchen kürzlich beim Kongress in Zürich natürlich keine Schadenssumme genannt, stattdessen nur kryptisch zugerufen: “Es wird uns etwas kosten. Aber es wird Sie überhaupt nichts kosten. Sie müssen nichts aus der eigenen Tasche zahlen. Wir werden es woanders wieder reinholen.&#8221; Auch Blatter, über dessen Tisch Verträge dieser Größenordnung laufen, muss den Schaden nicht aus der eigenen Tasche begleichen, natürlich nicht. Das Exekutivkomitee hatte auf Vorschlag von Blatter übrigens drei Mal entschieden: Zwei Mal für Mastercard, ein Mal für Visa. Warum und weshalb, das verstehen die Götter.</p>
<p>Vor Gericht in New York hatte Jérôme Valcke, Direktor der Fifa Marketing AG, den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; zugegeben. Valcke wurde daraufhin als Bauernopfer entlassen. Ein halbes Jahr und 100 Millionen Schadenssumme später wird er wohl zurückkehren: Nächste Woche entscheidet die Fifa-Exekutive über die neue Besetzung des Generalsekretariats. Valcke gilt als einer der Favoriten. Dem Fußball zuliebe.</p>
<p><em>28.06.2007, BLZ</em><br />
<strong><a title="BLZ Juni 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0628/sport/0048/index.html" target="_blank">Zurück von der Reservebank</a></strong><br />
Jerôme Valcke ist neuer Generalsekretär der Fifa</p>
<p>BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen des Weltsports ist neu besetzt worden: Der Franzose Jerôme Valcke (46) wird Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. Als sein Stellvertreter fungiert nach Beschluss des Fifa-Exekutivkomitees der Deutsche Markus Kattner. Er war bislang Finanzdirektor. Jerôme Valcke ist Nachfolger des Schweizers Urs Linsi.</p>
<p>Erst vor einem halben Jahr hatte sich die Fifa von Valcke, damals war er noch Marketingchef, und drei weiteren Mitarbeitern “mit sofortiger Wirkung getrennt&#8221;. Sie waren für das Finanz- und Vertragsdesaster mit dem Sponsor Mastercard verantwortlich. Die Fifa hatte das Vorkaufsrecht für einen Achtjahresvertrag mit Mastercard missachtet und einen Vertrag mit dem Konkurrenten Visa abgeschlossen, den ein New Yorker Gericht für nichtig erklärte. Dazu teilte die Fifa am 12. Dezember 2006 mit: “Den Fifa-Mitarbeitern, die mit Visa und Mastercard verhandelt haben, wurde wiederholte Unehrlichkeit bei den Verhandlungen und auch Falschinformationen vorgeworfen&#8221;, die Fifa könne “ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen&#8221;. Valcke hatte vor einem Gericht den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; bezeichnet.</p>
<p>Vielfach-Lügner</p>
<p>Am Mittwoch, kurz nachdem die Fifa gegen Zahlung von 90 Millionen Dollar einen Vergleich mit Mastercard geschlossen hatte, behauptete Präsident Joseph Blatter, Valcke sei “nie gefeuert worden, nur suspendiert&#8221;. Sein Vertrag laufe bis 30. Juni. Ab 1. Juli erhält er einen neuen Kontrakt, sicher besser dotiert als zuvor. “Wenn jemand auf der Auswechselbank sitzt, ist er nicht aus dem Team&#8221;, sagte Blatter. Den finanziellen Verlust im Mastercard-Desaster spielte Blatter plötzlich auf angeblich 60 Millionen Dollar herunter und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard eine Kompensationszahlung von mehr als 270 Millionen verlangt hatte. Valcke sei eine “dominierende Persönlichkeit&#8221;, sagte Blatter. Es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;.</p>
<p>Das New Yorker Gericht hatte in seinem Urteil auch interne Besprechungen von Valckes Team zitiert, das darüber rätselte, wie man es so aussehen lassen könne, als habe die Fifa “wenigstens ein bisschen Geschäftsethik&#8221;, und wie es anzustellen sei, damit der “Fuck-up&#8221; für die Fifa besser aussehe. Für den Franzosen Jerôme Valcke, in der Mastercard-Sache Vielfach-Lügner und Verursacher eines Gesamtschadens von etwa 100 Millionen Dollar, sieht es jetzt besser aus: Er ist Fifa-Generalsekretär und damit wichtigster Mitarbeiter des Chef-Ethikers Blatter. Wie sich die Zeiten ändern.</p>
<p><em>02.07.2007</em><br />
<strong><a title="BLZ Juli 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0702/sport/0027/index.html" target="_blank">Im Reich der Lügen</a></strong><br />
Der Fall Mastercard zeigt: Der Fifa fehlen Kontrolleure</p>
<p>GUATEMALA-CITY. Tue Schlechtes und rede darüber! So lässt sich ein bemerkenswertes Interview der Züricher Sonntagszeitung mit dem neuen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke beschreiben. Sonntagszeitungs-Reporter Jean François Tanda zählt zu den wenigen Journalisten, die versuchen, die obskuren Praktiken im Reich des Fußball-Weltverbandes zu beleuchten. Dazu gehört das jüngste Finanzdesaster der Fifa: Die Trennung vom Sponsor Mastercard kostet die Fifa rund 100 Millionen Dollar. Dies ist eine der höchsten selbstverschuldeten Schadenssummen in der Geschichte des Weltsports. Der Hauptverantwortliche dafür war Jérôme Valcke, seinerzeit Fifa-Marketingchef – nun Fifa-Generalsekretär.</p>
<p>Mastercard war als Sponsor mit einem Vorkaufsrecht für den Zeitraum von 2007 bis 2014 ausgestattet. Die Fifa aber wollte aus dubiosen Gründen lieber mit dem Konkurrenten Visa ins Geschäft kommen, der ein paar Millionen Dollar mehr zu zahlen bereit war. Also wurde Mastercard auf rechtswidrige Weise ausgebootet. Perfekt dokumentiert sind die geschäftlichen Usancen der Fifa in einem Urteil eines New Yorker Gerichts. Mit dem Ethik-Code der Fifa lassen sich diese Praktiken nicht vereinbaren. So hat Valcke während der Verhandlungen wiederholt gelogen und stellte das vor Gericht gar als normale Verhaltensweise dar. Am Ende schlossen die Fifa und Mastercard einen Vergleich, der den Weltverband 100 Millionen kostet. Valcke dementiert diese Hochrechnung nicht. “Für Vertragsverhandlungen gelten andere Regeln als für ein Fußballspiel&#8221;, behauptet er. Er sei “nicht alleine verantwortlich für das Sponsoring-Debakel&#8221; gewesen.</p>
<p>Verkennung der Tatsachen</p>
<p>Jawohl, Valcke spricht von einem Debakel, und er nennt die Mitverantwortlichen: “Der Verwaltungsrat der Fifa Marketing AG und das Fifa-Exekutivkomitee wurden, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, zumindest über die großen Linien der Verhandlungen informiert.&#8221; Im Exekutivkomitee hat aber auch niemand Konsequenzen aus dem Desaster gezogen. Joseph Blatter, der Fifa-Präsident, erklärte vorige Woche in Verkennung der Tatsachen, es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;. Den Verlust in der Affäre bezifferte Blatter auf nur 60 Millionen Dollar und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard, hintergangen von Valcke &amp; Co., ursprünglich eine Kompensationszahlung von 270 Millionen verlangt hatte.</p>
<p>Die Vorgänge beweisen erneut, dass es in Blatters Reich keine Kontrollinstanzen gibt. Es wird gelogen, bis sich die Balken biegen. “Manchmal geht es nicht ohne eine Notlüge&#8221;, behauptet Valcke und greint: Er sei “nur angefeindet&#8221; worden, seine Familie habe sehr darunter gelitten. Unter “Anfeindung&#8221; versteht er die seriöse Berichterstattung über den Mastercard-Krimi. “Ich kann Ihnen sagen: Erst seit einem Monat schlafe ich wieder durch. Zuvor bin ich jede Nacht aufgewacht und habe mir unzählige Fragen gestellt.&#8221;</p>
<p>So hart wird die Selbstbefragung nicht gewesen sein. Zumal er auf nahe liegende Fragen keine Antworten hat: Wie glaubwürdig ist ein Fifa-Generalsekretär, der in wichtigen Geschäften wiederholt gelogen hat? “Die Fifa hat nicht nur dunkle Seiten&#8221;, behauptet Valcke. “Ob ich der richtige Mann bin, weiß ich nicht. Das wird sich noch zeigen.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://flattr.com/thing/96824/Akute-Wahrheits-Allergie-im-FIFA-Reich-des-Joseph-Blatter" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>78</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hörprobe: Korruption im Sport</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 18:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[britta bannenberg]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9954</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Fast hätte ich es vergessen. Passend zum Tage, wer mag, kann sich meinen &#8220;Hintergrund Politik&#8221; von heute Abend im Deutschlandfunk anhören. Eine weitere Analyse zur Korruption im Sport. Dauert rund 18 Minuten. Der Korruptionsexpertin Britta Bannenberg zu lauschen, lohnt sich immer. Viel Vergnügen. : Über die Ereignisse in Zürich, über Yussuf Blatter (das ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Fast hätte ich es vergessen. Passend zum Tage, wer mag, kann sich meinen &#8220;Hintergrund Politik&#8221; von heute Abend im Deutschlandfunk anhören. Eine weitere Analyse zur Korruption im Sport. Dauert rund 18 Minuten. Der Korruptionsexpertin Britta Bannenberg zu lauschen, lohnt sich immer. Viel Vergnügen.</p>
<p><a title="Deutschlandfunk, Hintergrund Politik" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Über die Ereignisse in Zürich, über Yussuf Blatter (das ist wirklich einer seiner Spitznamen) und Wladimir Putin, über den Emir von Katar und andere Milliardäre, die demnächst Fußball-Weltmeisterschaften ausrichten, kann <a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">hier weiter diskutiert werden</a>, <span style="text-decoration: line-through;">da schreibe ich heute auch noch weiter</span>.</p>
<p><strong>Nachtrag, 3. Dezember: </strong>Nun steht der (redaktionell gekürzte) Text online, den ich flugs hierher kopiere. Manches habe ich schon oft genug besungen, wird ja stets aufs Neue bewiesen. Frau Bannenbergs Analysen, ich sagte es bereits, sind immer eine Lektüre wert. Und Rogges Ausführungen, nun ja, sind schlicht enttäuschend.</p>
<p>Korruption und Wettbetrug. Täglich werden kleine und große Fälle von Manipulationen im Sport bekannt. Von den großen Verbänden werden diese zumeist als Einzelfälle heruntergespielt. Der organisierte Sport macht Korruption leicht. Denn das Sport-Business mit seiner eigenen Rechtswelt hat strukturelle Probleme.</p>
<p>Der Fußball-Weltverband FIFA hat heute in Zürich zwei Weltmeisterschaften vergeben: Die WM 2018 findet in Russland statt, die WM 2022 wird in Katar ausgetragen. Die Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees wird seit Wochen von Korruptions-Enthüllungen begleitet. Zwei bestechliche Exekutivmitglieder &#8211; Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti &#8211; wurden suspendiert und durften nicht mit abstimmen. Vier weitere einflussreiche Funktionäre wurden ebenfalls gesperrt.</p>
<p>Doch drei andere Exekutivmitglieder, die schon vor Jahren eine zweistellige Millionensumme an Schmiergeld von der Vermarktungsagentur ISL/ISMM kassiert haben, durften mit abstimmen. Dazu gehört Ricardo Teixeira, der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes, der auch als Chef des WM-Organisationskomitees 2014 agiert. Gegen ihn wird nun in Brasilien ermittelt. Die Veröffentlichung weiterer Namen von bestochenen Top-Funktionären versuchen FIFA-Anwälte derzeit zu verhindern.</p>
<p>Derlei Skandale werden von den Amtsträgern gern als Einzelfälle beschrieben. FIFA-Präsident Joseph Blatter kürzlich am Rande des DFB-Bundestages in Essen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die FIFA hat 208 Verbände. Und wenn einige Individuen aus diesen 300 Millionen Teilnehmern der FIFA vielleicht korrupt sind, dann kann man nicht sagen, die ganze Familie ist korrupt. Das kann man nicht sagen.&#8221;</p></blockquote>
<p>So kennt man Sepp Blatter. Er spricht stets von seiner &#8220;Familie&#8221;, von Einzelfällen. In Wahrheit sind diese Fälle nur die Spitze des Eisberges. Korruption im Sport ist zu einem Dauerthema geworden. Das globale Geschäft mit den Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften garantiert Milliardengewinne für die Sportverbände. Die Verlockung ist groß, sich dabei auch privat die Taschen zu füllen. Verbände, Funktionäre, Vermarktungsfirmen, Trainer, Betreuer, Athleten, sogar Politiker &#8211; viele Personen und Institutionen verdienen auf illegale Weise.</p>
<p>Täglich werden kleine und große Fälle von Manipulationen bekannt. Vom größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte rund um die Firma ISL/ISMM, die mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld gezahlt hat, sind auch Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees betroffen: IOC-Doyen Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, Issa Hayatou aus Kamerun und Lamine Diack aus dem Senegal, der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF.</p>
<p>Korruption folgt nicht dem klassischen Täter-Opfer-Prinzip. Es gibt nur Täter &#8211; Geber und Nehmer. Die sind sich in der Regel einig und schließen auch keine Verträge ab. Das macht die Aufklärung so schwierig. Zumal die Geschädigten anonym bleiben &#8211; meist sind es die Steuerzahler.</p>
<p>Kriminologen wie Britta Bannenberg, Professorin an der Universität Gießen, gehen davon aus, dass in allen Bereichen der Gesellschaft mehr als 95 Prozent der Korruptionsfälle nie öffentlich werden. Von den wenigen Fällen, die juristisch verhandelt werden, endet nur ein kleiner Prozentsatz mit einem Schuldspruch. Der Sport macht da keine Ausnahme.</p>
<blockquote><p>&#8220;Nein, im Gegenteil. Der Bereich des Sports ist ja noch abgeschotteter, weil es keine Kontrollstrukturen von außen gibt. Das Strafrecht zum Beispiel, das natürlich im Grundsatz bei Unternehmen und Verwaltungen einsetzbar ist, das greift im Sport ja meistens schon gar nicht. Weil nämlich Akteure gar nicht bestochen werden können. Die eigentliche Bestechung im Kern, die ist vom Strafrecht überhaupt nicht erfasst. Und auch Funktionäre, die ihre Stimme abkaufen lassen, die sind vom Strafrecht in den meisten Ländern nicht erfasst. Und dann ist auch für alles andere, was vielleicht möglich wäre, also Schadensersatzklagen, überhaupt gar kein Raum.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der ISL-Affäre wurden nur wenige der Schmiergeldempfänger bekannt. Die FIFA zahlte sogar ein Schweigegeld von 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug, um die Veröffentlichung weiterer Namen zu verhindern. Experten bezeichnen derlei Abmachungen als Korruptionsverdunklungs-Vertrag. Es war nicht der einzige in der ISL-Affäre.</p>
<p>Die ISL-Gruppe unterhielt ein ausgeklügeltes Korruptionssystem mit Dutzenden von Briefkastenfirmen, geheimen Stiftungen und Schwarzkonten in zahlreichen Ländern. Mindestens 140 Millionen Franken wurden zwischen 1989 und 2001 bis zum Konkurs der Firma bezahlt. Ein ISL-Manager, der sich vor zwei Jahren nicht etwa wegen Korruption, sondern wegen Unterschlagung vor Gericht verantworten musste, sagte damals aus, Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen sei &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230; als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Sonst wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Praxis war unerlässlich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der organisierte Sport macht Korruption leicht. Denn das Sport-Business mit seiner eigenen Rechtswelt hat strukturelle Probleme, die von den Verantwortlichen stets geleugnet werden, sagt Britta Bannenberg:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es sind sehr wenige Menschen mit sehr hoher Macht in diesen Bereichen tätig. Und sie werden im Grunde auch von staatlichen Spitzen hofiert und sind dadurch fast sakrosankt. Das ist eine ganz besondere Konstellation, die ja kaum Vorstandschefs von großen Unternehmen genießen. Und dadurch stehen sie noch mehr außerhalb der staatlichen Kontrolle. Aber es gibt ja auch kaum staatliche Regelungsmechanismen. Das staatliche Strafrecht greift für sie ja nicht. Und deshalb können sie sich auch leicht zurückziehen in ihre wortgewaltigen Ankündigungen der Konsequenzen, die dann aber ohne jegliche rechtliche Relevanz sind, weil selbst ihre Selbstkontrolle oder Eigenkontrolle im Grunde überhaupt nicht ausreichend ist, aber auch nicht konsequent durchgezogen wird.&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-9954"></span>Sportverbände erfreuen sich am Prinzip der partiellen Rechtlosigkeit. Im Sport prallen drei &#8220;juristische Normwelten&#8221; aufeinander, wie Fachleute sagen:</p>
<ul>
<li>Die gewöhnliche Rechtswelt,</li>
<li>das Recht in autonomen Sportorganisationen, also das Verbandsrecht,</li>
<li>und die sogenannte rechtsfreie Spielwelt, also die Spielregeln.</li>
</ul>
<p>Absurd an dieser Konstellation ist, dass milliardenschwere Unternehmen wie das IOC, die FIFA oder der finanzstarke Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach dem Vereinsrecht organisiert sind. Sie operieren zwar wie internationale Konzerne, sind aber &#8211; beispielsweise &#8211; nicht von internationalen Anti-Korruptions-Konventionen erfasst, die im Bereich der Wirtschaft gelten: weder von den Abkommen der Europäischen Union, der OECD, des Europarats noch von dem der Vereinten Nationen.</p>
<p>Rund 50 internationale Sportverbände residieren in der Schweiz und genießen vielfältige Sonderregeln wie Steuerbefreiungen und werden nicht einmal vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb tangiert. Das hat der Bundesrat, die Regierung der Schweiz, so beschlossen. Zwar gibt es nun, ausgelöst durch die jüngsten Enthüllungen zum FIFA-Sumpf, zaghafte Diskussionen darüber, ob diese Sonderregelungen gerechtfertigt sind, doch ob Schweizer Politiker den Worten Taten folgen lassen und die Korruptionsregeln auf Sportkonzerne und deren Amtsträger ausweiten, steht in den Sternen.</p>
<p>Jörg Schild war lange Jahre Staatsanwalt im Drogendezernat. Heute ist er ehrenamtlicher Sportfunktionär und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Swiss Olympic. Auch er befürwortet eine Gesetzesverschärfung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Sport hatte in den vergangenen Jahren genügend Möglichkeiten zu beweisen, dass er die Probleme selbst lösen kann. Ich meine, der Sport hat diese Chance nicht genutzt. Und jetzt müssen wir diese Diskussion führen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Aktuelle Initiativen zur Korruptionsbekämpfung im Sport sind auch aus Deutschland nicht bekannt. Im Gegenteil: Wann immer sich Deutschland um Sport-Großereignisse bewirbt, werden Institutionen wie FIFA oder IOC Steuerbefreiungen, Sondergesetze und allerlei Vergünstigungen garantiert. So auch in der laufenden Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Das Bundeskabinett machte jüngst rund 50 Zusagen, die finanzielle Konsequenzen haben. Zum Beispiel: eine Ausfallbürgschaft und auch die Zusage, für eventuelle Verluste des Organisations-Komitees geradezustehen.</p>
<p>Dieser Großzügigkeit der Gastgeberländer großer Sportevents stehen häufig Sportfunktionäre gegenüber, die skrupellos Selbstbedienung betreiben.</p>
<p>Doch wo beginnt Korruption, was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Es gibt verschiedene Korruptionsbegriffe, juristische, theologische, wirtschaftswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche, politikwissenschaftliche &#8211; und moralische. Die Nichtregierungsorganisation Transparency International verwendet diese schlichte, aber einprägsame Definition:</p>
<blockquote><p>&#8220;Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im vergangenen Jahr hat Bayerns Justizministerin Beate Merk einen Entwurf für ein deutsches &#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; vorgelegt. Sie scheiterte am Widerstand der Sportverbände und zahlreicher Politiker. Selbst in ihrer eigenen Partei fand die CSU-Politikerin dafür keine Mehrheit. Während der Olympiabewerbung Münchens ist erst recht nicht damit zu rechnen, dass der Straftatbestand Sportbetrug eingeführt und damit Doping sowie Bestechlichkeit und Bestechung generell unter Strafe gestellt werden.</p>
<p>Der einzige Sportpolitiker aus dem Bundestag, der sich stets für einen Straftatbestand Sportbetrug eingesetzt hat, ist der Bündnisgrüne Sportsprecher Winfried Hermann. Selbst er stellt fest &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230; dass eigentlich das Thema Korruption im Sport mindestens genauso wichtig ist wie das Thema Doping. Dass aber, im Unterschied etwa zur Bekämpfung des Dopings, wir bei der Korruptionsbekämpfung im Sport ganz am Anfang stehen, und es eigentlich kaum Strukturen und kaum Maßnahmen gibt, um Korruption im Sport aufzudecken. Und schon gar nicht gibt es Strukturen, die das sozusagen wirksam verhindern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Kriminologin Britta Bannenberg kämpft seit Langem für einen Straftatbestand Sportbetrug.</p>
<blockquote><p>&#8220;Also, im Grunde müsste die gesamte Strafbarkeit im Bereich der Wettbewerbsverstöße und der Bestechungsdelikte ausgeweitet werden auf Verantwortliche des Sports. Das heißt auf der einen Seite auf Sportfunktionäre, auf der anderen Seite aber auch auf Akteure im sportlichen Wettbewerb. Das sind zwei unterschiedliche Ebenen, aber die sind bisher nicht erfasst. Und damit fehlt oft jeglicher Ansatzpunkt für die staatliche strafrechtliche Kontrolle.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auf der politischen Ebene bleibt das Thema also vernachlässigt. Und dies, obwohl der Sport jedes Jahr mit Millionensummen aus den öffentlichen Haushalten gefördert wird.</p>
<p>Die Strukturen der Korruption im Sportbusiness unterscheiden sich kaum von jenen, die in anderen gesellschaftlichen Bereichen greifen. Der Sport bietet perfekte Schnittmengen von Wirtschaft, Medien und Politik und offeriert eine Grauzone, in der sich trefflich ungeschützt kungeln lässt. Es gibt Korruption in allen Schattierungen und Größenordnungen. Im Grunde kann unterschieden werden zwischen:</p>
<ol>
<li>Korruption in der Ausübung bzw. Durchführung des reinen sportlichen Wettkampfes: Geber und Nehmer sind Sportler und Offizielle. Dazu zählen Doping, Spielabsprachen, Manipulationen von Kampf- und Schiedsrichtern.</li>
<li>Korruption in Verbänden und bei der Organisation von Wettbewerben: Geber und Nehmer sind zumeist Offizielle. Beispiele sind die Vergabe von Ämtern, Marketingrechten oder Großveranstaltungen wie Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften.</li>
<li>Korruption außerhalb des eigentlichen Wettbewerbs: Geber und Nehmer kommen aus Sport, Politik, Wirtschaft. Hierzu zählt letztlich auch der Missbrauch des Sports zu politischen Zwecken. Und natürlich Formen der organisierten Kriminalität wie Drogenhandel, Menschenhandel, Geldwäsche, die im Sportbusiness akut zunehmen.</li>
</ol>
<p>Im Winter 1998/99 erlebte das IOC fast sein Waterloo. Die Abkürzung steht für International Olympic Committee. Für Verbrechensbekämpfer bedeutet das Kürzel IOC auch: International Organized Crime. Im Bestechungsskandal um die Olympiabewerbung von Salt Lake City wurden sechs Mitglieder ausgeschlossen, vier weitere traten zurück, etliche wurden verwarnt. Auch damals lautete die offizielle Sprachreglung: Es handele sich um bedauerliche Einzelfälle. Von systematischer Korruption könne keine Rede sein. Andere Bewerbungen um die Austragung von Olympischen Spielen hat die hausinterne Prüfungskommission gar nicht erst untersucht.</p>
<p>Auf dem IOC-Gipfeltreffen Ende Oktober dieses Jahres in Acapulco, wo sich unter anderem Vertreter von 130 Sportministerien trafen, stand Korruptionsbekämpfung nicht auf der Tagesordnung. Der belgische IOC-Präsident Jacques Rogge betonte zwar, er begrüße die jüngsten Maßnahmen der FIFA, sechs Funktionäre zu suspendieren. Grundlegende Schritte aber hält Rogge nicht für erforderlich: Auch nicht die Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur analog zur Welt-Anti-Doping-Agentur, über die seit einiger Zeit debattiert wird.</p>
<p>Die größte Gefahr macht Rogge derzeit im organisierten Wettbetrug aus.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das IOC beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit der Frage der illegalen Wetten. Wir haben von Beginn an mit den Weltverbänden gearbeitet, die am ärgsten betroffen waren: Cricket, Tennis, Reiten &#8211; jenen Verbänden also, die schon etwas getan hatten. Wir haben diese Zusammenarbeit dann auf den gesamten olympischen Bereich ausgeweitet und haben während der Sommerspiele 2008 in Peking erstmals ein weltweites Warnsystem installiert. Es gab absolut keinen Hinweis auf Wettmanipulationen. Auch nicht 2010 bei den Winterspielen in Vancouver. Aber das bedeutet nicht, dass das nicht passieren könnte. Besonders nach unseren Erfahrungen mit dem Korruptionsskandal um Salt Lake City sage ich natürlich: Sag niemals nie!&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Vorfeld der Sommerspiele 2012 in London soll die Zusammenarbeit mit Interpol und anderen Ermittlungsbehörden ausgebaut werden &#8211; aber eben nur auf dem Sektor der Wett-Manipulationen.</p>
<p>Multifunktionär Thomas Bach ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Chef der Juristischen Kommission des IOC. Er hat ebenfalls ausschließlich den Wettbetrug im Fokus:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Wettbetrug und die daraus folgende Korruption im Sport, die Manipulation von sportlichen Ereignissen, erfordert ganz eigene Maßnahmen, weil das vollzieht sich alles außerhalb des Sports. Hier hat der Sport keinen Einflussbereich, keine Überwachungsmöglichkeiten, im Gegensatz zu anderen Fällen wie Doping oder auch Korruption &#8211; das vollzieht sich innerhalb der Organisation. Deshalb brauchen wir dort verstärkt die Hilfe von Staaten, Regierungen und Gesetzen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Sport, der stets auf seine Unabhängigkeit pocht, kooperiert im Wettbereich auch deshalb mit staatlichen Institutionen, weil die Einnahmen aus einem florierenden Geschäft mit Sportwetten und im Wett-Sponsoring überlebenswichtig sind. Sonst aber verbitten sich Funktionäre und Verbände gern externe Einmischung und verweisen auf die angebliche Unabhängigkeit.</p>
<p>Die Kriminologin Britta Bannenberg hält nicht viel von selbst ernannten Ethik-Kommissionen und Ethik-Richtlinien, die von Personen bestimmt werden, die selbst im Zentrum der Kritik stehen. Sie zieht Parallelen zu anderen Korruptions-Sphären.</p>
<blockquote><p>&#8220;Allein ist das völlig nutzlos. Das hatten wir alles schon im Bereich der Wirtschaft aber auch der öffentlichen Verwaltungen. Als die ersten Skandale in Deutschland bekannt wurden, das war in den späten achtziger und in frühen neunziger Jahren, da war die erste Reaktion: Wir verabschieden Ethik-Richtlinien und wir verabschieden Selbstverpflichtungen. Und das allein hat überhaupt gar nichts gebracht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die strukturellen Probleme geht der Sport aus guten Gründen nicht an. Das System basiert auf vielfältigen Verflechtungen und Mitwisserschaft. Das Geben und Nehmen darf als Aggregatzustand der Branche bezeichnet werden. Oft werden diejenigen geächtet, bestraft und ihrer Ämter enthoben, die sich um Transparenz bemühen, die Vorgänge aufdecken und als sogenannte Whistleblower eigentlich geschützt werden müssten. Britta Bannenberg:</p>
<blockquote><p>&#8220;Denn letztlich hat man ja die Erfahrung, dass Trainer, Manager, Betreuer, bis hin zu Funktionären eine Einheit bilden, die diese Mauer des Schweigens immer aufrecht erhalten, und die auch einzelne Sportler immer wieder ins Geschehen ziehen. Also, zum Teil ist da ein umfassender Personalaustausch von Doping- und korruptionserprobten Menschen unabdingbar. Mit denen geht es nicht. Setzt man weiterhin auf Selbstkontrolle durch die Verbände, dann wird sich nicht viel ändern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gegen derlei Parallelgesellschaften empfiehlt die Juristin knallharte juristische Maßnahmen. Gesetze, die in einigen großen Korruptionsfällen &#8211; etwa bei Siemens oder Daimler &#8211; durchaus Wirkung hinterließen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der wirkliche Druck entstand im Grunde erst dadurch, dass insbesondere das amerikanische Strafrecht weltweit zur Anwendung kam. Das hat halt ein paar Besonderheiten. Und dieses scharfe Schwert bedeutet, dass man die ganze Organisation, das gesamte Unternehmen als Täter ansehen kann. Und wenn man das auf die großen Wirtschaftsunternehmen der Sportverbände, die weltweit natürlich riesige Geschäfte machen, übertragen würde, dann hätten wir die Lösung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: Eine Lösung ist nicht in Sicht. Denn in der Spezialdemokratie Sport gelten weiterhin andere Gesetze.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" length="8658432" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 09:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[tagesanzeiger]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9881</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Auf geht&#8217;s. Auch heute wieder live aus dem Tollhaus &#8211; den ganzen Tag lang. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Recht so. Der Jack ist schon ein Netter. Mein Gott, die paar Millionen, die er bisher beiseite geschafft hat mit seinen beiden Söhnen. Wer wird da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Auf geht&#8217;s. Auch heute <a title="live-Blog aus Zürich, Dienstag ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/" target="_self">wieder live</a> aus dem Tollhaus &#8211; den ganzen Tag lang.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Recht so. Der <a title="alle Beiträge zu Jack the Ripper" href="http://www.jensweinreich.de/category/jack-austin-warner/" target="_self">Jack</a> ist schon ein Netter. Mein Gott, die paar Millionen, die er bisher beiseite geschafft hat mit seinen beiden Söhnen. Wer wird da kleinlich sein. Im kommenden Jahr, wenn Theo Zwanziger ins FIFA-Exekutivkomitee aufrückt, wird endlich aufgeräumt, dann ist&#8217;s bestimmt bald vorbei mit der Korruption. Dann werden keine Geschäfte mehr gemacht mit Jack und Sepp und <a title="alle Beiträge zu Ricardo Teixeira" href="http://www.jensweinreich.de/?s=ricardo+teixeira" target="_self">Ricki</a> und Chuck und <a title="mehr über Don Julio? Hier entlang!" href="http://www.jensweinreich.de/category/julio-humberto-grondona/" target="_self">Don Julio</a>.</p>
<p>Obwohl, ob 20er jemals Sepp zugehört hat? Mann kann es gar nicht oft genug sagen, viele kennen das, für manche ist es halbwegs neu, egal &#8211; es passt in den Kontext, und vielleicht hört und liest der Theo ja mit &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>8.34 Uhr:</strong> Habe <a title="Sportpolitische Web-Juwelen: Travels with Chuck Blazer ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/01/sportpolitische-juwelen-des-web-1-travels-with-chuck-blazer/" target="_self">lange nicht mehr</a> auf der Webseite des FIFA-Ehrenmannes Chuck Blazer vorbei geschaut. Dabei lohnt sich das doch immer zu sehen, was Chuck, dieser Teufelskerl, so alles treibt. Also, vergangenes Wochenende hat er Weihnachtsgeschenke gekauft. Natürlich im Apple Store an der 5th Avenue. Und bei Wladimir Putin war er auch zu Gast, hat sich sogar ein Autogramm geholt. Ach, schaut doch selbst:</p>
<ul>
<li>Webseite des FIFA-Exekutivmitglieds und CONCACAF-Generals: <a title="Travels with Chuck Blazer and friends ..." href="http://chuckblazer.blogspot.com/" target="_blank">Travels with Chuck Blazer and his Friends&#8230;</a></li>
</ul>
<p>Ich bin übrigens auch ein Freund vom Chuck. Auf Facebook.</p>
<p><strong>9.13 Uhr:</strong> Im Rahmen der Möglichkeiten werde ich die Präsentationen der WM-Bewerber 2022 ab 14 Uhr hier live verfolgen. Noch einmal, wie gestern Abend bereits erwähnt: Fälschlicher Weise habe ich einige Male behauptet, heute würden die 2018er Kandidaten präsentieren und erst morgen die 2022er. Dumm gelaufen, ich hätte die FIFA-Unterlagen besser studieren sollen. Sorry.</p>
<p><strong>10.14 Uhr:</strong> Was wir hier brauchen, sind ein paar Links zu den besten Texten aus erster Hand (mir fehlt die Zeit zur Presseschau) vor Ort. Einen habe ich gefunden, wieder einmal Jean François Tanda im Tages-Anzeiger:</p>
<ul>
<li><a title="Tages-Anzeiger" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wie-die-Fifa-die-Namen-bezahlter-Funktionaere-geheim-halten-will/story/30396858" target="_blank">Wie die Fifa die Namen bezahlter Funktionäre geheim halten will</a></li>
</ul>
<p>Er schreibt u.a.:</p>
<blockquote><p>Mithilfe von Anwälten, die den besten in der Schweiz zugeordnet werden, versucht der Weltfussballverband Fifa zu verhindern, dass die Namen zweier Männer öffentlich werden. Es handelt sich um Fifa-Männer – keine Schweizer Bürger –, die sich im Frühjahr 2010 an einer Wiedergutmachungszahlung von 5,5 Millionen Franken beteiligt haben, damit eine Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft Zug gegen sie und die Fifa eingestellt werde.</p>
<p>Die entsprechende Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 dürfte laut Rechtsprechung des Bundesgerichts veröffentlicht werden. Doch die Anwälte der Fifa und der beiden ausländischen Personen wehren sich dagegen: Es sei zu befürchten, so ein Argument, dass die Offenlegung «zu einer negativen Berichterstattung in der Presse führen würde und eine unverhältnismässige Prangerwirkung zur Folge hätte».</p></blockquote>
<p>Brandaktuell, das Thema. Aber sollen andere so genannte Journalisten nur behaupten, die <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">neuen Dokumente zur ISL-Affäre</a> gehören in den History Channel. Nein, ich rege mich nicht wieder auf. Ich kopiere nur noch mal diese Übersicht zu den Bestechungszahlungen der ISL-Gruppe an höchste Funktionäre in FIFA, IOC etc. hinein:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="424" height="384" /></a></p>
<p><strong>12.05 Uhr:</strong> Okay, bin wieder mal zu großmäulig gewesen. Wird wohl doch nichts mit dem live-Blogging während der Präsentationen. Habe zu viel zu tun. Ich sag doch, Zürich ist teuer, und jeder Auftrag wichtig. Meine Stimme ist übrigens nun (fast) verschwunden. Oder, um beim Thema zu bleiben, ein Wortwechsel der Kollegen Z. und D., als sie mich krächzen hörten:</p>
<blockquote><p>Z: Was ist denn mit Deiner Stimme los?</p>
<p>D: Verkauft!</p></blockquote>
<p>Wenn&#8217;s mal so wäre.</p>
<p><strong>18.15 Uhr:</strong> Hoppala. Schon sind wieder sechs Stunden und fünf Präsentationen vergangen. Mein Gott, haben die Kameraden gesülzt, den Weltfrieden, traumhafte Renditen und &#8211; wenn ich richtig sehe, die Nummer kam mir noch von der Olympiabewerbung Tokios aus dem vergangenen Jahr bekannt vor &#8211; wohl auch die Rettung des Klimaproblems versprochen. Sehr peinlich, das alles. Und meine Performance im Blog ließ leider auch zu wünschen übrig. Ich musste arbeiten. Sorry. Und muss noch etwas tun, ehe ich mich wieder dem Vergnügen widme.</p>
<p><strong>18.39 Uhr:</strong> Ist jetzt auch egal. Habe zwischendurch eine Menge gedichtet, ohne wirklich aufmerksam hinhören zu können. Aber ein bisschen habe ich gehört und in einem der Gedichte (wird in der FTD erscheinen) u.a. die Frage gestellt, ob sich die Politik eigentlich für die Korruptionsgeschichten interessiert. Welch dämliche Frage. Ich Schlingel. Hoffentlich habe ich in der Hektik nicht wieder Namen und/oder Titel durcheinander gebracht.</p>
<blockquote><p>Interessiert das die Politik? Nicht die Bohne. Die Herrschaften sprechen vor den FIFA-Vorständlern, zu denen auch Franz Beckenbauer gehört, lieber über den Weltfrieden, über Menschheitsträume und blühende Landschaften. Südkoreas ehemaliger Ministerpräsident Hong Koo Lee erklärte eine Woche nach dem Raketenangriff der Machthaber des kommunistischen Nordkoreas: „Wir träumen von einem vereinigten Land. Der Fußball kann dazu beitragen. Ich glaube, dass es jetzt am Dunkelsten ist vor dem Sonnenaufgang!“</p>
<p>Derlei Sprüche aus dem Poesiealbum kommen gut an in der FIFA. Einer der Söhne des Emirs von Katar sprach vom „Rendezvous mit der Geschichte“, dem „Geist der Bruderschaft“, die „die gleichen Werte teile“ und von Angeboten, die die FIFA kaum ausschlagen könne. „Wir sind ein zuverlässiger Partner und halten immer unsere Versprechen!“ Ähnlichkeiten mit Zitaten aus der Trilogie „Der Pate“ waren gewiss rein zufällig und keinesfalls beabsichtigt.</p>
<p>Oder, noch ein Beispiel, Australiens Generalgouverneurin Quentin Bryce. „Für die WM 2022 in Australien bieten wir ihnen Spaß, Entspannung und Sicherheit“, sagte sie. „Und was verlangen wir als Gegenleistung?“ Es war eine rhetorische Frage, deren Antwort Frau Bryce sogleich gab: „Nur dass sie und der Rest der Welt nach Australien kommen und dort spielen.“</p>
<p>Das Problem ist nur, und jeder weiß das. Die FIFA und ihre höchsten Funktionäre, die wollen nicht nur spielen. Sie wollen Geschäfte machen, sie wollen verdienen. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Hat eigentlich jemand die Präsentationen verfolgt?</p>
<p><strong>18.43 Uhr:</strong> Mir gefällt die Mitteilung zu Putins Zürich-Verzicht außerordentlich. Interessante Darstellung.</p>
<blockquote><p>RUSSIAN PM PUTIN WILL NOT TO TRAVEL TO ZURICH OUT OF RESPECT TO FIFA – “DECISION WITHOUT ANY OUTSIDE PRESSURE&#8221;</p>
<p>Moscow, 1 December 2010 – The Prime Minister of Russia, Vladimir Putin, announced today that he will not travel to Zurich to attend the final presentation of the Russian bid for the 2018 FIFA World CupTM, stating that he did not want to put pressure on the FIFA Executive Committee ahead of their momentous decision on 2 December.</p>
<p>Prime Minister Putin made the following statement at a meeting of the presidium of the Russian government held today in Moscow:</p>
<p>“I truly would like to present our bid, but under present circumstances and out of respect to the members of the FIFA Executive Committee, I decided to refrain from going to Zurich to allow them to make important decisions calmly and without pressure.</p>
<p>“I call upon my fellow international colleagues to do the same, and to honor the important and historic FIFA World Cup Host Country selection process taking place this week.</p>
<p>“As are all fair-minded people, I am very disappointed about the recent allegations against certain FIFA Executive Committee members. I see it as an unfair competition before the vote to choose future hosts of the FIFA World Cup.</p>
<p>“FIFA is not just a sports organization – it is an international institution, which serves a very important social mission today. It is not simply organizing football matches, but also providing an important social service.</p>
<p>“Football is one of the most popular sports in the world and it encourages young people towards healthy lifestyles.</p>
<p>“Russia has both the desire and the resources to host this grand competition. If we are awarded with it, we will do it in the most honorable way.</p>
<p>“If our country is chosen I will personally meet with President Blatter and the members of the Executive Committee immediately to discuss the staging of the World Cup in 2018&#8221;, the Russian Prime Minister concluded.</p></blockquote>
<p><strong>19.52 Uhr:</strong> Um mal auf die wirklich wichtigen Stimmverhältnisse zurückzukommen. Ich habe nun drei freundliche Empfehlungen erhalten &#8211; zwei per Kommentar, eine per Email, zwei aus Deutschland, eine aus der Schweiz, vielleicht mag das mal jemand ausprobieren. Für die Nachwelt:</p>
<ol>
<li>Zwei Teelöffel Apfelessig auf ein Glas warmes Wasser und Gurgeln.</li>
<li>in paar Rote Beete frisch mit Schale (sauber in der Hotelbadewanne gebürstelt) fein in einen Teller reiben (- dazu nachhaltig in eine dann dem heimischen Hausrat zu integrierende Rohkostreibe investieren -), Sanddornsaft (Reformhaus) addieren und das Ganze geschmacklich mit Honig (Hotelteeküche) justieren. Ergibt einen feinen, äusserst leckeren Brei, der in ein Gefäß zum Mitnehmen gegeben werden kann. Alle 2 bis 3 Stunden ein paar Löffelchen bzw. einen Happen verspeisen.</li>
<li>Salbei-Tee 8 Minuten ziehen lassen, 2-3 Löffel Honig rein plus etwas Apfelessig oder Meersalz und dann mit dieser Mischung lange „gurgeln“. Dazu oft Salbei-Tee trinken.</li>
</ol>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 15.0px Arial} -->Danke. Die Rote-Beete-Nummer klingt schrecklich. Ich habe mich derweil für Gurgeln mit Gargarisma und eine ACC akut 600 entschieden.</p>
<p><strong>20.13 Uhr:</strong> Ich bedanke mich auch sehr herzlich beim Kommentator <em>Greenkeeper_Lothar</em>, der die Präsentationen wunderbar zusammen gefasst hat und ich deshalb per copy-paste einen Ehrenplatz einräume:</p>
<blockquote><p>Also ich fand die Präsentationen den absoluten Wahnsinn: schönes Kumbaya-Geplänkel, aber zwischendrin ein paar schöne Sätze, um zu zeigen, dass man durchaus verstanden hat, auf was die FIFA Wert legt.</p>
<ul>
<li><strong>Australien:</strong> “the Australian government has given Fifa every guarantee&#8221;, also inkl. Steuerfreiheit und unlimited Devisen- Einfuhr/Ausfuhrrecht</li>
<li><strong>(Süd)Korea:</strong> einen “Global Football Fund&#8221; in Höhe von $ 777 Mio., “to be distributed to Fifa’s confederations by 2022&#8221;. Also für die bekannten Privatprojekte?</li>
<li><strong>Qatar:</strong> wir halten unsere Versprechen (aller Art); 22 Stadien, die nach der WM abgebaut und verschenkt werden (wahrscheinlich mit den Namen der jeweiligen Exek-Mitgiliedern getauft)</li>
<li><strong>USA:</strong> Clintons Versprechen: the low-cost of an American World Cup (already have the facilities) and thus the large money-making opportunities for Fifa (so that they can spend it on giving water to Haiti and making the world a better place). Den FIFA-Herren fallen sicher noch andere Orte ein, wo das Geld “versickern&#8221; kann</li>
<li><strong>Japan:</strong> versucht nur mit Technik zu punkten, daher schon verloren: Full Court Vision, virtuelle Spiele in 400 Stadien in der Welt.</li>
<li>Im Endeffekt haben nur zwei Kandidaten Nobelpreis-Potential für Herrn Blatter: Korea und Qatar. Also wirds Qatar und die Gelddruck-WM wird als Versöhnungsfest mit der arabischen Welt verkauft; am besten mit Iran – USA als Eröffnungsspiel, denn das die Qataris als Gastgeber gesetzt sind, meint ja hoffentlich keiner ernst.</li>
</ul>
</blockquote>
<p><a href="http://flattr.com/thing/91138/live-Blog-aus-Zurich-Mittwoch-FIFA-Korruption-WM-Vergabe-Prasentation-2022" target="_blank"> <img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>25</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>BBC Panorama: FIFA&#8217;s dirty secrets</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 07:07:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bbc]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[panorama]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9877</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Wer es noch nicht gesehen haben sollte. Die Panorama-Sendung von Andrew Jennings vom Montagabend: [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Dokumente dazu finden sich reichlich im Blog, einfach mal rechts in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Wer es noch nicht gesehen haben sollte. Die Panorama-Sendung von Andrew Jennings vom Montagabend:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Dokumente dazu finden sich reichlich im Blog, einfach mal rechts in der Sidebar unter der Überschrift &#8220;Korruption in der FIFA&#8221; suchen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/bbc-panorama-fifas-dirty-secrets/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 10:12:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9858</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. An solchen Tagen lernt Mann (einmal mehr) den Vorteil des Bloggens zu schätzen. Ich werde eine Art Live-Blog starten bis zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am Donnerstag. Warum ich die WM 2022 nicht mehr erwähne? Nun, es heißt, die FIFA-Gottheiten hätten ein Krisenmeeting, Sepp Blatter und Jerome Valcke, die 2008 diese irre Idee der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. An solchen Tagen lernt Mann (einmal mehr) den Vorteil des Bloggens zu schätzen. Ich werde eine Art Live-Blog starten bis zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am Donnerstag. Warum ich die WM 2022 nicht mehr erwähne? Nun, es heißt, die FIFA-Gottheiten hätten ein Krisenmeeting, Sepp Blatter und Jerome Valcke, die 2008 diese irre Idee der Doppelvergabe ausgeheckt haben, könnten umschwenken. Eventuell wird die WM erst in zwei Jahren vergeben.</p>
<p>Das wäre doch mal was.</p>
<p>Das IOC will angeblich Beweise von der BBC. Kein Problem, Andrew Jennings wird es dem IOC schon schicken. Komisch nur, dass IOC-Chef Jacques Rogge bisher immer so getan hat, als sei das IOC davon nicht betroffen, und die ISL-Korruption ohnehin eine gaaanz alte Kiste. Mir hat er zwar mal erzählt, das war 2005, dass er das Ganze aufmerksam und kritischst verfolgt. Davon habe ich nie etwas bemerkt. Und als AJ im Oktober 2009 auf dem Olympischen Kongress in Kopenhagen die ISL-Frage stellte, war Rogge ziemlich kurz angebunden. Dabei wollte AJ doch nur wissen, warum der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber ständig IOC-Akkreditierungen erhält.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Als Jens Sejer Andersen als Delegierter auf dem Kongress die Frage stellte, wurde die vom Chef der Ethik-Kommission nicht angenommen. Der Chef von Swiss Olympic, Jörg Schild, hat mir gerade eine ähnliche Geschichte erzählt.</p>
<p><strong>10.51 Uhr:</strong> Ich dachte eigentlich, ich sei nur noch selten durch Zeitungsartikel zu beeindrucken. Aber, ich fand die Sport-Aufschlagsseite der Neuen Zürcher Zeitung heute sehr hübsch gemacht. [Achtung, Selbstreferenz] Und ich freue mich immer, wenn der Sepp morgens die Zeitung aufschlägt und unter meinem Namen so eine schöne Schlagzeile liest: &#8220;140 Millionen Franken Schmiergeld&#8221;.</p>
<p>Die Kollegen von der NZZ haben sogar <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">meine Tabelle mit den ISL-Schmiergeldzahlungen</a> gedruckt. Vielen Dank. So macht das Arbeiten Spaß, so gehe ich den Tag doch gleich beschwingter an.</p>
<p>Ja, es stimmt schon, seit 2008 reden wir über 138 Millionen Schmiergeld. Nun sind es etwas mehr &#8211; vor allem aber: Wir haben die Liste der Jahre 1989 bis 1999. Das ist NEU, liebe Freunde in den Medien, die es nicht einsehen wollen oder nicht einsehen können oder beides (besonders oft lese ich dieses Zeug von <a title="Twitter: Paul Kelso" href="http://twitter.com/#!/pkelso" target="_blank">Paul Kelso</a>, der auch englische WM-Bewerber zitiert, die behaupten, die Doku hätte besser auf dem History Channel laufen sollen). Ich habe das <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">gestern Nacht</a> schon gesagt und ich scheue mich überhaupt nicht, mich selbst zu zitieren:</p>
<blockquote><p>Zur BBC: Es war ein typischer Andrew Jennings mit einigen Highlights der vergangenen Jahre, etwa Jack Warner, der sich lieber seine Spucke spart, als auf ein Stück Abfall wie AJ zu spucken, obwohl der es verdient hätte … so sind die, die FIFA-Ehrenmänner.</p>
<p>Nun wird es wieder Idioten geben im so genannten Journalismus, unter Spindoktoren und Funktionären, die behaupten werden, AJ hätte nichts Neues geliefert. Ich sage: Lüge. Unsinn. Spin. Rufmord.</p>
<p>Andrew Jennings hat mit diesem Dokument ein wichtiges Puzzleteil der Sportgeschichte geliefert. Wer das nicht begreift oder es nicht begreifen will, dem ist nicht zu helfen. Ich sage einmal mehr, liebe Freunde: Es geht im Journalismus nicht um “he said, she said? und also nicht darum, Halbsätze zu interpretieren und daraus so genannte Exklusivnachrichten zu basteln. Es geht um solche Papiere. Bravo, AJ.</p></blockquote>
<p>Die FIFA hat in unnachahmlicher Weise reagiert:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA Statement</strong></p>
<p>In relation to recent media reports, FIFA would like to recall the following:</p>
<p>The matters concerning the case “ISL/ISMM? which are referred to date back many years ago and were investigated by the relevant authorities in Switzerland.</p>
<p>In its verdict of 26 June 2008, the Criminal Court of Zug had not convicted any FIFA Officials. It is therefore important to stress again the fact that no FIFA officials were accused of any criminal offence in these proceedings.</p>
<p>Furthermore, it is important to recall that the decision was made on matters which took place prior to the year 2000 and there has been no court conviction against FIFA. The investigation and the case are definitely closed.</p>
<p><em>FIFA Media department, 30 November 2010</em></p></blockquote>
<p>Wie immer wird hier die Wahrheit gebeugt. Komischer Weise wird auch nicht an den Korruptionsverdunklungsvertrag erinnert, den die FIFA mit der Staatsanwaltschaft geschlossen hat. Es war schon der zweite Korruptionsverdunklungsvertrag in dieser über Jahrzehnte BIS HEUTE UND AUCH NOCH MORGEN, DENN TEIXEIRA IST JA ZUM BEISPIEL PRÄSIDENT DES WM-ORGANISATIONSKOMITEES 2014 währenden Affäre. Nein, es ist keine Affäre: Korruption ist der Aggregatzustand in diesem Business.</p>
<p><strong>11.10 Uhr:</strong> Sehr spannend auch die Twitter-Meldungen zur FIFA. Aber ich höre, dass die Mehrzahl der Journalisten immer noch nicht weiß, was Twitter ist und dass Twitter sehr sinnvoll sein kann. Ein working tool. Echt jetzt.</p>
<p><strong>11.26 Uhr:</strong> Die Russen eiern ziemlich herum. Kann es tatsächlich sein, dass Putin nicht kommt? Dann ESP/POR oder sogar ENG. Ich habe vor Tagen gesagt, dass er kommt, alles versuchen wird, aber nur in die Bütt steigt vor dem FIFA-Exko, wenn die Signale auf Sieg stehen.</p>
<p><strong>11.34 Uhr:</strong> &#8220;In Zürich sind alle Luxushotels ausgebucht&#8221;, schreibt der Tages-Anzeiger. &#8220;Die Vergabe der Fußball-WM beschert Zürichs luxuriöser Hotellerie volle Häuser&#8221;. Gut so, warum sollten nur immer Jack &amp; Ricardo &amp; Joao &amp; Nicolas &amp; Co verdienen.</p>
<p>Da würde ich jetzt gern Mäuschen spielen:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2658" title="FIFA House, Zürich, Türschloss Sepp Blatter" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/fingerprint.jpg" alt="" width="490" height="367" /></p>
<p>Für Freunde der gepflegten Undercover-Fotografie: Das ist der Fingerprint-Sensor, also eine Art Türschloss am Büro von Joseph Blatter.</p>
<p>Nachtrag: Frage mich gerade, was passieren würde, wenn Andrew Jennings da rein fassen würde. Oder meine Wenigkeit. Ob die Falle zuschnappen würde? Finger-Guillotine?</p>
<p><strong>12.01 Uhr:</strong> Anne Schwöbel von <a title="TI Schweiz" href="http://www.transparency.ch/de/index.php?navid=1" target="_blank">Transparency International Schweiz</a> hat es drauf. Anders als deutsche Vertreter, die die Arbeit an sich ziehen und wichtig tun, aber kaum etwas liefern und gar nicht so transparent vorgehen und auch Analyse-Probleme offenbaren, geht sie schon mal auf Konfrontationskurs. Ihre Pressemitteilung habe ich gestern Abend bereits kurz im Deutschlandfunk erwähnt. Hier die wichtigste Passage:</p>
<blockquote><p>Angesichts der aktuellen Vorkommnisse fordert Transparency International Schweiz, die globale zivilgesellschaftliche Organisation zur Bekämpfung der Korruption, dass folgende Massnahmen ergriffen werden:</p>
<ul>
<li>Die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022, die für den 2. Dezember vorgesehen sind, müssen vertagt werden bis die in der Presse publizierten Anschuldigungen geklärt sind; diese haben bereits einen grossen Misskredit auf die FIFA und ihren Vergabeprozess geworfen, dass eine Entscheidung unter diesen Umständen die Kontroverse nur schüren würde;</li>
<li>Die Untersuchung muss von einem unabhängigen Gremium durchgeführt werden, um den Sachverhalt zu ermitteln; die Ethik Kommission der FIFA scheint nicht das erforderte Mass an Unabhängigkeit mitzubringen; darüber hinaus sollte das Gremium, das die Untersuchung durchführt, über umfangreiche investigative Kompetenzen verfügen um in der Lage zu sein den wahren Sachverhalt zu ermitteln;</li>
<li>Der Rechtsstatus von Verbänden, insbesondere derjenige von Sportverbänden, die ihren Sitz in der Schweiz haben, muss geklärt werden; es ist in der Tat unklar inwiefern diese Verbände unter die gesetzlichen Korruptionsbestimmungen fallen; Sportverbände müssen für Korruptionshandlungen, die in Zusammenhang mit ihren Aktivitäten stehen, gesetzlich verfolgt werden können; die dafür erforderlichen Gesetzesänderungen sowie entsprechende internationalen Konventionen, welche für die Forderungen in diesem Zusammenhang benötigt würden, müssen ohne Verzug eröffnet werden.</li>
</ul>
</blockquote>
<p><strong>14.55 Uhr:</strong> McP fragt in den Kommentaren, warum noch mal die Weltmeisterschaften im Paket vergeben werden. Nichts als Politik und hilfreich für Sepps Dauer-Dealen inkl. seiner Wiederwahl 2011. Ansatzsweise habe ich das immer mal beschrieben, seit Mai 2008, als es überraschend und handstreichartig bekannt gegeben wurde.  Zum Beispiel hier: <a rel="nofollow" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/28/ungefahr-zwolf-stadien-bewerbung-um-die-fusball-wm-20182022/">Ungefähr zwölf Stadien</a></p>
<p><strong>16.18 Uhr:</strong> Sollte Putin wirklich nicht nach Zürich kommen, wie <a title="gaseta.ru" href="http://gazeta.ru/sport/2010/11/a_3450729.shtml" target="_blank">gaseta.ru</a> meldet, dann ist Russland tatsächlich draußen. Denke ich &#8211; und das ist überhaupt kein Widerspruch zu meiner Wasserstandsmeldung von vorvergangener Woche: <a title="Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть</a>. Hat jemand eine Ahnung, ob man dieser &#8220;Gaseta&#8221; trauen kann? Aber welchen &#8220;Meldungen&#8221; kann man derzeit überhaupt trauen. Da wird gesponnen von professionellen Spindoktoren und hoch bezahlten Lügnern, was das Zeug hält. Vorsichtig.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-9871" title="www.gaseta.ru" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/putin-gaseta-e1291131667493.jpg" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p><strong>16.43 Uhr:</strong> Komisch. Ich kann weder auf der IOC-Webseite eine Erklärung zu den belegten Korruptionsvorwürfen gegen drei Mitglieder finden, noch habe ich eine Pressemeldung per Email erhalten. Kann mir jemand helfen? Habe ich etwas übersehen? Woher kommen die Zitate, die von den Nachrichtenagenturen <a title="Reuters auf SVT.tv" href="http://sport.stv.tv/football/212979-ioc-asks-bbc-to-give-evidence-to-authorities/" target="_blank">(hier Reuters)</a> verbreitet werden?</p>
<blockquote><p>&#8220;The IOC has taken note of the allegations made by BBC Panorama and will ask the programme makers to pass on any evidence they may have to the appropriate authorities,&#8221; the IOC said in a statement.</p>
<p>&#8220;The IOC has a zero tolerance against corruption and will refer the matter to the IOC Ethics Commission.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich finde es, als Insider sozusagen, im Übrigen befremdlich, was so genannte Journalisten manchmal verbreiten und was sie verschweigen und nie melden. Was sie für bare Münze nehmen, und was sie als Gerücht bezeichnen. Der größte Korruptionsskandal der Sportgeschichte rund um die ISL liefert da Stoff für eine Doktorarbeit.</p>
<p><strong>16.45 Uhr:</strong> So weit ich weiß, hat <a title="alle Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a> für Issa Hayatou eine Art Ehrenerklärung abgegeben. Die ersten Statements von Hayatou werden bereits über Twitter verbreitet, sie kommen demnächst auf anderen Kanälen. Korruption? I wo! Quatsch! Ich bin sauber! Das Geld war nur für eine Feier der CAF.</p>
<p>Klar doch.</p>
<p><strong>22.44 Uhr:</strong> War kurz im Baur au Lac, die Herrschaften aber waren zum Dinner ausgeflogen. Sah nur einige der Diener, etwa den unvermeidlichen Sekretär von Teixeira. Frage mich, ob der manchmal die Geldkoffer schleppen muss. Der Sicherheitsdienst im Baur au Lac war extremst unfreundlich und auch ein bisschen uncool. &#8220;Was wollen Sie hier?&#8221; Was wohl? Wein für 3.000 CHF schlürfen. Sollen sie doch das Hotel gleich ganz absperren, wäre ja auch zu verstehen, wenn Leute wie David Cameron dort absteigen. Aber so? Selbst die News-Crew von der BBC um <a title="BBC blogs David Bond" href="http://www.bbc.co.uk/blogs/davidbond/2010/11/england_2018_heavyweights_ente.html" target="_blank">David Bond</a> wurde vorhin rausgeschmissen. Der arme David, der es wegen der Panorama-Sendung eh nicht leicht hatte in den vergangenen Tagen, muss draußen in der Kälte stehen &#8211; bis Cameron gegen Mitternacht zurückkommt ins Hotel.</p>
<p>Putin übrigens ist noch immer nicht zu sehen.</p>
<p><strong>22.59 Uhr:</strong> Zum Abschluss des Tages &#8211; <strong>das Eingeständnis eines dämlichen Fehlers</strong>, der mir heute und eventuell leider auch gestern unterlaufen ist. Ich habe einfach nicht genau hingesehen: Zunächst präsentieren am Mittwoch ab 14 Uhr die WM-Bewerber 2022 vor Blatters Tafelrunde (nicht wie ich falsch behauptet hatte, die Bewerber für 2018), erst am Donnerstag ab 9 Uhr sind die Bewerber 2018 dran. Sorry.</p>
<p>Wladimir Putin also hat noch etwas Zeit. Vielleicht schlägt er ja morgen Abend noch hier auf. Who knows.</p>
<p>Und ich melde mich am Mittwoch spätestens 14 Uhr live von der Präsentation aus der Messe Zürich. Jetzt wird flink mal eine Erkältung auskuriert, die mich eben schon am Radiobeitragsprechen gehindert hat.</p>
<p>Krächz, krächz.</p>
<p><a href="http://flattr.com/thing/90601/live-Blog-aus-Zurich-Dienstag-FIFA-Korruption-WM-Vergabe" target="_blank"> <img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>21</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:50:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bbc]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[iaaf]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[panorama]]></category>
		<category><![CDATA[schmiergeld]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9839</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der ISL-Gruppe an höchste Sportfunktionäre, die sich gern mit Millionen freikaufen, in der Übersicht: Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der <a title="alle Beiträge zur ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">ISL-Gruppe</a> an höchste Sportfunktionäre, <a title="Wie sich korrupte Sportfunktionäre in der FIFA mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">die sich gern mit Millionen freikaufen</a>, in der Übersicht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="424" height="384" /></p>
<p>Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten zum größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte liegen vor, pünktlich zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 am Donnerstag durch das FIFA-Exekutivkomitee. Ich hatte es <a title="Wasserstandsmeldung: FIFA, IOC, Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/" target="_self">gestern bereits angedeutet</a>.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Neue Namen, neue Zahlen, neue Fakten. Dank BBC Panorama, Andrew Jennings und James Oliver. Well done!</p>
<p>Schmiergeldempfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee:</p>
<ul>
<li>Ricardo Teixeira</li>
<li>Nicolas Leoz</li>
<li>Issa Hayatou</li>
</ul>
<p>Der langjährige FIFA Präsident:</p>
<ul>
<li>Joao Havelange</li>
</ul>
<p>Schmiergeldempfänger aus dem IOC:</p>
<ul>
<li>Joao Havelange</li>
<li>Issa Hayatou</li>
<li>Lamine Diack (IAAF-Präsident)</li>
</ul>
<p>Was nun in der ISL-Saga dokumentiert ist, und zwar gerichtsfest, ist die Zahlung von</p>
<p style="text-align: center;"><strong>140.785.618,93 CHF</strong></p>
<p>zwischen 1989 und 2001 an Funktionäre der FIFA, des IOC, der IAAF und etlichen anderen Weltverbänden und Kontinentalföderationen. Noch einmal:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>140.785.618,93 CHF &#8230;</strong></p>
<p>&#8230; nur von der ISL-Gruppe. Das ist nur, was wir bisher wissen. Es ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Ich sage es erneut: 95-98 Prozent aller Korruptionsfälle (und Zahlungen) bleiben unentdeckt &#8211; jeder kann die Dunkelziffer kalkulieren. Und die ISL war zwar Weltmarktführer im Sportbusiness, aber eben auch nur eine große Firma auf dem Markt, auf dem sich viele andere Giganten und ungezählte kleine Fische tummelten.</p>
<p>Lesebefehle :)</p>
<ul>
<li>Jean Francois Tanda im Tagesanzeiger: <a title="Tagesanzeiger" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Schmiergeldempfaenger-stimmen-mit-/story/31614596" target="_blank">Schmiergeldempfänger stimmen mit</a></li>
<li>Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung: <a title="sueddeutsche.de" href="http://sueddeutsche.de/sport/fifa-korruptionsvorwuerfe-die-naechsten-schwarzen-schafe-1.1029720" target="_blank">Geheime Liste &#8211; Bares für Funktionäre</a></li>
<li>Ich habe ebenfalls gedichtet für <a title="Spiegel Online: Neue Bestechungsvorwürfe gegen FIFA-Funktionäre" href="http://news.google.de/news/url?sa=t&amp;ct2=de%2F0_0_s_0_0_t&amp;ct3=MAA4AEgAUABgAWoCZGU&amp;usg=AFQjCNGRxv71pqHNRYJZgE_s8wY3y9bKRw&amp;sig2=N_GHBssr90YVakKOK6FdOw&amp;cid=17593573535099&amp;ei=c-7zTMjTBpCk_AbUheyPAg&amp;rt=SEARCH&amp;vm=STANDARD&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fsport%2Ffussball%2F0%2C1518%2C731731%2C00.html" target="_blank">Spiegel-Online</a>, die FTD und für Play the Game: <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers-5059.html" target="_blank">New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</a></li>
</ul>
<p>Sendetermin von <a title="BBC Panorama" href="http://news.bbc.co.uk/panorama/hi/default.stm" target="_blank">BBC Panorama</a> ist <strong>heute, 21.30 MEZ</strong>! dogfood notierte vorhin in den Kommentaren:</p>
<blockquote><p>Der Radiosender BBC 5live wird das Andrew Jennings-Feature über die FIFA parallel zu BBC One übertragen und danach mit Interviews und Einschätzungen nachbereiten. BBC 5live ist <a rel="nofollow" href="http://www.bbc.co.uk/iplayer/console/bbc_radio_five_live">in Deutschland per regulärem Stream<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a> zu hören.</p></blockquote>
<p>Hier mein Text von heute Nachmittag:</p>
<blockquote><p>Drei Tage vor der Entscheidung über die Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 liegen weitere Dokumente vor, die Fußballfunktionäre schwer belasten. Mindestens drei aktuelle Mitglieder aus dem Exekutivkomitees des Weltverbandes FIFA haben über Jahre Millionensummen an Schmiergeldern vom ehemaligen Sportrechtehändler ISL/ISMM kassiert: Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, Nicolas Leoz aus Paraguay, Chef der südamerikanischen Fußball-Konföderation CONMEBOL, und Issa Hayatou aus Kamerun, Präsident des afrikanischen Konföderation CAF. Von Teixeira und von Leoz waren andere Vergehen bereits bekannt. Neu ist der Name Hayatou. Alle drei sollen am Donnerstag in Zürich über die beiden Weltmeisterschaften 2018 und 2022 entscheiden. „Schmiergeldempfänger stimmen mit“, titelte am Montag der Züricher „Tagesanzeiger“.</p>
<p>Der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange, ehemals Schwiegervater Teixeiras, taucht ebenfalls auf der Liste auf, die zwischen 1989 und 1999 insgesamt 175 Zahlungen in einer Gesamthöhe von 122.587.308,93 Schweizer Franken erfasst. An der Echtheit des Dokuments, dass BBC-Reporter Andrew Jennings für die Sendung Panorama (wird am Montagabend ausgestrahlt) enthüllte, besteht kein Zweifel. Denn schon im ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug hatte Marc Siegwart, einer der Richter, süffisant von 120 Millionen Schmiergeld gesprochen – es sind sogar einige Millionen mehr.</p>
<p>Gerichtsfest dokumentiert waren bislang weitere 18 Millionen Franken, die von der ISL-Gruppe zwischen 1999 und 2001 an höchste Sportfunktionäre gezahlt wurden. Insgesamt wurden mehr als 140 Millionen Franken gezahlt – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Dafür haben diese Top-Offiziellen aus zahlreichen Sportweltverbänden, nicht nur aus der FIFA, der ISL/ISMM Milliardenaufträge verschafft: Sponsorenverträge, Marketingrechte, TV-Rechte. Die meisten Zahlungen liefen über Tarnfirmen und Stiftungen in zahlreichen Ländern. Das ISL-Korruptionssystem wurde 2008 in einem Strafprozess gegen langjährige ISL-Manager in Zug vor Gericht seziert. Auch zahlreiche Barzahlungen gehörten zum Geschäft, die Schmiergeldboten hatten nie Probleme, prall gefüllte Koffer über die Grenze zu bringen, um etwa Geld aus Liechtenstein in Zürich zu übergeben. Einer der ISL-Manager sagte vor Gericht aus: „All diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind Sportfunktionäre/d.A.) sich dran halten.“ Ein anderer sagte: „Das war, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet.“</p>
<p>Im Juni 2010 war ein Deal zwischen der Staatsanwaltschaft Zug und der FIFA bekannt geworden. Die FIFA zahlte 5,5 Millionen Franken an die Staatskasse – die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Namen der bestechlichen Funktionäre sollten für alle Zeiten geheim bleiben. Nun sind einige Personen mehr bekannt, und etliche Firmen und Stiftungen. Der größte Korruptionsskandal der Sportgeschichte schlägt Kreise und ist damit endgültig im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekommen. Denn neben Havelange, Doyen des IOC, gehört auch Hayatou dem IOC an. Außerdem hat gemäß des Dokuments, das Spiegel Online vorliegt, der Senegalese Lamine Diack Geld kassiert. Diack, in seiner Heimat als künftiger Staatspräsident gehandelt, ist seit 1999 Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und in dieser Eigenschaft IOC-Mitglied.</p>
<p>Top-Verdiener war der Brasilianer Ricardo Teixeira, der von der ISL über Tarnfirmen bis 1999 rund 9,5 Millionen Dollar erhielt. Weitere 2,5 Millionen, das war seit 2008 bekannt, kassierte er zwischen 1999 und 2001. Teixeiras Vergehen sind Legende und unter anderem in Untersuchungsberichten des brasilianischen Parlaments nachzulesen. Doch Teixeira genießt doppelte Protektion: daheim von der Politik, und in der FIFA von Präsident Joseph Blatter. Erst vor zwei Wochen hatte das brasilianische Magazin „Lance“ enthüllt, dass Teixeira als Präsident des brasilianischen Verbandes CBF und Chef des WM-Organisationskomitees 2014 Verträge mit sich selbst abgeschlossen hat. Die WM wird von einer Firma organisiert, die zu 99,9 Prozent dem CBF und zu 0,1 Prozent Teixeira gehört – über die Aufteilung eines etwaigen WM-Gewinns entscheidet allein Teixeira, unabhängig von den Gesellschaftsanteilen.</p>
<p>Das IOC und seine so genannte Ethik-Kommission haben sich nie mit dieser Thematik auseinander gesetzt und wie die FIFA stets darauf verwiesen, dass der Erhalt von Bestechungszahlungen zwischen 1989 und 2001 in der Schweiz nicht strafbar gewesen sei. Präzise betrachtet ist es das auch heute noch nicht: Zwar würde ein Korruptionsgeflecht, wie es die ISL-Gruppe aufgebaut hatte, heute vom Gesetz über den unlauteren Wettbewerb erfasst und wäre strafbar. Doch Sportfunktionäre und ihre milliardenschweren Konzerne wie FIFA und IOC, die zumeist in der Schweiz residieren, genießen weiter den rechtlichen Status von Vereinen, werden von Anti-Korruptionsregeln nicht erfasst. Der Erhalt von Bestechungszahlungen etwa im Zusammenhang mit der Vergabe der beiden Fußball-Weltmeisterschaften an diesem Donnerstag gilt quasi als vereinsinterne Angelegenheit der FIFA. Vor zwei Wochen hatte die FIFA-Ethikkommission zwei Exekutivmitglieder und vier weitere Funktionäre suspendiert, die nach Recherchen der Londoner Sunday Times als bestechlich enttarnt wurden.</p>
<p>Für den IOC-Patron Joao Havelange ist in den Unterlagen am 3. März 1997 eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken verzeichnet. Dies geschah ein dreiviertel Jahr, nachdem die ISL-Gruppe gemeinsam mit dem Münchner Rechtehändler Leo Kirch unter skandalösen Umständen für 2,8 Milliarden Franken die TV-Vermarktung der Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erworben hatte. Im Jahr 1997 sicherte sich die ISL unter ebenso dubiosen Umständen auch die Vermarktung der WM-Sponsorenrechte in Höhe von einer knappen Milliarde Franken.</p>
<p>Für Nicolas Leoz, schon seit 1986 Südamerikas Fußballchef und eng mit Teixeira und Havelange verbandelt, sind 864.000 Franken Schmiergeld notiert – zuzüglich jene 211.625 Franken, die schon länger bekannt waren. Die IOC-Mitglieder Hayatou und Diack kassierten vergleichsweise Peanuts. Hayatou erhielt 1995 einmal 24.700 Franken in bar. Diack erhielt drei Bar-Tranchen, insgesamt 52.680 Franken. Interessant ist, dass der Schmiergeldbote des ISL-Konzerns, Jean-Marie Weber, bis heute für Hayatou und Diack arbeitet, also für den von Hayatou geleiteten afrikanischen Verband CAF und für die IAAF des Lamine Diack.</p></blockquote>
<p>Ab jetzt ein Mini-Liveblog.</p>
<p><strong>19.18 Uhr:</strong> Oh, das ist sogar Thema in der heute-Sendung des ZDF. Wolf Dieter Poschi (so sprach ihn der Kollege zweimal an, der sich von der Auslosung der Frauen-WM an) Poschmann hat in der einen Minute zum Korruptionsthema drei sachliche Fehler gemacht, wenn ich richtig gezählt habe. Oder er wusste nicht richtig Bescheid :)</p>
<p><strong>19.29 Uhr:</strong> Der Text zum BBC-Beitrag ist teilweise lustig-süffisant. Wie immer bei Andrew Jennings. Ein alter Bekannter bekommt weitere Probleme. Wer könnte das wohl sein?</p>
<p><strong>19.38 Uhr:</strong> Kuschelsendung im ZDF. WM-Auslosung, kein Journalismus. Der Bursche, der eben in der Nachrichtensendung Herrn Poschmann als &#8220;Poschi&#8221; angesprochen hat, lässt gerade Theo 20er reden. Ich habe es schon mal auf Facebook gefragt: Ich bin sehr gespannt, wie 20er ab Mai kommenden Jahres als neues Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees aufräumen wird mit der Korruption. Btw: Sehr lustig, dass ein gewisser Günter Netzer gleich die WM-Auslosung der Frauen erledigen wird. <a title="Manager-Magazin" href="http://wissen.manager-magazin.de/wissen/image/show.html?did=26920165&amp;aref=image035/E0317/ROMM200300500520060.PDF" target="_blank">Netzer war einst an dubiosen Deals vor der Vergabe der Männer-WM 2006 an Deutschland beteiligt.</a></p>
<p><strong>19.45 Uhr:</strong> Wenn ich es richtig gesehen habe, sitzt der Herr 20er neben Morawi Makudi aus Thailand. Soll er ihn doch gleich mal fragen, wo das viele Geld geblieben ist, dass u.a. CWL überwiesen hat.</p>
<p><strong>20.01 Uhr:</strong> Deutschland spielt gegen Kanada und Nigeria, die zuletzt daheim Fünfnull und Achtnull besiegt wurden. Doch der Reporter macht es spannend und spricht von &#8220;Top-Teams im Frauenfußball&#8221;.</p>
<p><strong>22.26 Uhr:</strong> Zur BBC: Es war ein typischer Andrew Jennings mit einigen Highlights der vergangenen Jahre, etwa Jack Warner, der sich lieber seine Spucke spart, als auf ein Stück Abfall wie AJ zu spucken, obwohl der es verdient hätte &#8230; so sind die, die FIFA-Ehrenmänner.</p>
<p>Nun wird es wieder Idioten geben im so genannten Journalismus, unter Spindoktoren und Funktionären, die behaupten werden, AJ hätte nichts Neues geliefert. Ich sage: Lüge. Unsinn. Spin. Rufmord.</p>
<p>Andrew Jennings hat mit diesem Dokument ein wichtiges Puzzleteil der Sportgeschichte geliefert. Wer das nicht begreift oder es nicht begreifen will, dem ist nicht zu helfen. Ich sage einmal mehr, liebe Freunde: Es geht im Journalismus nicht um &#8220;he said, she said&#8221; und also nicht darum, Halbsätze zu interpretieren und daraus so genannte Exklusivnachrichten zu basteln. Es geht um solche Papiere. Bravo, AJ.</p>
<p><a href="http://flattr.com/thing/90321/Korruptionsbilanz-in-FIFA-und-IOC-140-785-61893-CHF-Mindestens-" target="_blank"> <img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>45</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" length="2418688" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bbc]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[iaaf]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9846</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Zwischendurch mal in meinem broken English: New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers Three days before the election of the hosts of the 2018 and 2022 football World Cups, new documents have appeared that present heavy charges against football officials. At least three current members of the executive committee of football’s world governing [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Zwischendurch mal in meinem broken English:</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.0px 0.0px; font: 14.0px Verdana; color: #464646} --><strong><a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers-5059.html" target="_self">New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</a></strong></p>
<p>Three days before the election of the hosts of the 2018 and 2022 football World Cups, new documents have appeared that present heavy charges against football officials.</p>
<p>At least three current members of the executive committee of football’s world governing body FIFA have over the years collected millions of dollars in bribes from the former sports marketing agency ISL / ISMM: Ricardo Teixeira, Head of Brazil&#8217;s Football Federation (CBF) and of the 2014 World Cup Organising Committee, Nicolas Léoz of Paraguay, Head of the South American Football Confederation (CONMEBOL), and Issa Hayatou from Cameroon, President of the African Football Confederation (CAF).</p>
<p>Regarding Teixiera and Léoz, other irregularities were already known, but the name of Hayatou is new. All three will meet Thursday in Zurich and take part in the voting on the 2018 and 2022 World Cups.</p>
<p>&#8220;Bribe receivers cast their votes&#8221; said the Zurich Tages-Anzeiger in their headline today.</p>
<p>The long-time FIFA President Joao Havelange, once father-in-law of Ricardo Teixeira, also appears on the list which covers the years between 1989 and 1999 and a total of 175 payments worth 122,587,308.93 Swiss francs.</p>
<p>There is no doubt about the authenticity of the document that the author and investigative reporter Andrew Jennings has uncovered for the BBC programme Panorama (broadcast on Monday evening at 20.30 CET), for in the ISL court procedure in the spring of 2008 in Zug, Marc Siegwart, one of the judges, spoke smugly about bribes of 120 million Swiss francs in those years.</p>
<p>On top of that, the prosecutors in Zug had already documented a further 18 million Swiss francs, which were paid by the ISL group from 1999-2001 to top sports officials. All in all 140 million Swiss francs were paid out &#8211; and this is just the tip of the iceberg. For this money, these top officials from various sports organisations, not only FIFA, ensured orders worth billions for the ISL / ISMM: Sponsorship contracts, marketing rights, TV rights. Most payments were funnelled through sham companies and foundations in many countries. The ISL system of corruption was spelled out in a criminal proceeding against six long-time ISL executives in the court of Zug in 2008.</p>
<p>Numerous cash payments were also part of the business; the bribe couriers never had problems bringing bulging suitcases across the border, for instance to pass money from Liechtenstein to Zurich.</p>
<p>One of the ISL-managers testified in court: &#8220;All these payments were necessary to even get contracts and to make them [the sports officials] stick to it.&#8221; Another said: &#8220;It was like paying salaries. Otherwise they would have stopped working immediately.&#8221;</p>
<blockquote><p><a title="&quot;Bribes as salaries for sports leaders&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/19/bribes-as-salaries-for-sports-leaders/" target="_self">&#8220;Bribes as salaries for sports leaders&#8221;</a> by Jens Sejer Andersen</p>
<p><a title="The ISL bribery system" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the olympic woirld</a> by Jens Weinreich</p></blockquote>
<p>In June 2010, a deal between prosecutors in Zug and FIFA was settled. FIFA paid 5.5 million Swiss francs to the Swiss Treasury – and the investigation was discontinued. The names of the corrupt officials were supposed to remain secret forever. Now some of these names have become publicly known, as have the names of several companies and foundations.</p>
<p>The biggest corruption scandal in the history of sport keeps spreading and has now reached the International Olympic Committee (IOC). Besides Havelange, doyen of the IOC, Hayatou is also an IOC member. Moreover, according to the document, the Senegalese Lamine Diack also collected money from the ISL. Diack, treated as a future president in his home country, has been President of the World Athletics Federation (IAAF) since 1999 and is through this capacity an IOC member.</p>
<p>Top earner is the Brazilian Ricardo Teixeira, who, through sham companies, has received around 9.5 million dollars from the ISL since 1999. Between 1999 and 2001, he collected another 2.5 million dollars, which has been known since 2008.</p>
<p>Teixeira&#8217;s records are legend and included in investigation reports by the Brazilian Parliament. But Teixeira enjoys double protection: at home by politics, and in FIFA by President Joseph Blatter.</p>
<p>Only two weeks ago, the Brazilian magazine &#8220;Lance&#8221; revealed that Teixeira as President of CBF and head of the 2014 World Cup Organising Committee has signed contracts with himself. The World Cup is organized by a company that belongs 99.9 percent to the CBF and 0.1 percent to Teixeira – the sharing of any World Cup profits is decided by Teixeira alone, regardless of the distribution of shares.</p>
<p>The IOC and its so-called Ethics Committee have never paid much attention to this issue or to how FIFA always pointed out that receiving bribes in Switzerland between 1989 and 2001 was not illegal. In fact, it still isn’t: However, a corruption network as the one seen within the ISL Group, would now be covered by the law on unfair competition and as such be punishable. But sports officials and their billion-dollar corporations like FIFA and IOC, which most often reside in Switzerland, further enjoy the legal status of associations, and are thus not covered by anti-corruption rules.</p>
<p>The receipt of payments, such as bribery in connection with the awarding of the two FIFA World Cups this Thursday, seems to be internal affairs for FIFA. Two weeks ago, the FIFA Ethics Committee suspended two executive members and four other officials, who were revealed as corruptible after investigations made by the Sunday Times.</p>
<p>As for the IOC Patron Joao Havelange, the document shows a payment of 1.5 million Swiss francs on 3 March 1997. This happened nine months after the ISL group, together with Munich media entrepreneur Leo Kirch, under scandalous circumstances had acquired the TV marketing rights for the 2002 and 2006 World Cups for 2.8 billion Swiss francs. In 1997, under equally suspicious circumstances, the ISL also secured the marketing of World Cup sponsorship rights worth just under a billion Swiss francs.</p>
<p>Nicolas Léoz, President of CONMENBOL since 1986 and tied in closely with Teixeira and Havelange, is said to have received 864.000 Swiss francs in bribes &#8211; plus 211.625 Swiss francs which has been known for a while. Compared to this, the bribes collected by IOC members Hayatou and Diack were mere peanuts.</p>
<p>In 1995, Hayatou received 24.700 Swiss francs in cash. Diack received three cash payments of 52.680 Swiss francs in total. Interestingly, the bribe distributor of the ISL Group, Jean-Marie Weber, to this day works for Hayatou and Diack, that is, for the African Football Federation (CAF), headed by Hayatou and for the world governing body for Athletics (IAAF), headed by Lamine Diack.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wasserstandsmeldung: Olympia 2018, FIFA, Korruption, WM-Vergabe 2018/2022</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 19:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9833</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Ich bin vom EOC-Kongress aus Belgrad schnurstracks nach Zürich geeilt (eine kleine Summary). Es gibt feine Nachrichten, liebe Leute. Grund zur Freude. Neue Fakten zur FIFA- und zur olympischen Korruption werden die üblichen Verdächtigen aufbereiten: Andrew Jennings am Montag in der BBC (Panorama), und bei Jean Francois Tanda (Tagesanzeiger) und Thomas Kistner (Süddeutsche) gibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Ich bin vom <a title="Pyeongchang 2018 und die Korea-Krise" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/26/pyeongchang-2018-und-die-korea-krise/" target="_self">EOC-Kongress aus Belgrad</a> schnurstracks nach Zürich geeilt (<a title="mein Beitrag im DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1329736/" target="_self">eine kleine Summary</a>). Es gibt feine Nachrichten, liebe Leute. Grund zur Freude. Neue Fakten zur FIFA- und zur olympischen Korruption werden die üblichen Verdächtigen aufbereiten: Andrew Jennings am Montag in der BBC (Panorama), und bei Jean Francois Tanda (Tagesanzeiger) und Thomas Kistner (Süddeutsche) gibt es ebenfalls etwas zu lesen. Ja, auch die<a title="Wie sich korrupte FIFA-Funktionäre mit Millionen frei kaufen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self"> ISL-Story wird fortgeschrieben</a>, und zwar von jenen, die sich seit vielen Jahren darum verdient machen. Wunderbar. Verzeihung, wenn ich schon mal öffentlich frohlocke. Es freut mich auch deshalb sehr, weil ich mir gerade von einigen Beratern, die für Olympiabewerber 2018 und für WM-Bewerber 2018/2022 fürstliche Gagen kassieren, anhören musste, Jennings hätte nichts Neues zu bieten.</p>
<p>Eine erste Lagebeschreibung aus Zürich habe ich gerade im Gespräch mit Astrid Rawohl im Deutschlandfunk abgegeben:<br />
<a title="DLF Interview" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" target="_self"> :</a></p>
<p>Morgen folgt zwischendurch vielleicht noch eine kurze Analyse zum Wettbewerb um die Winterspiele 2018 &#8211; ansonsten aber vor allem: FIFA, FIFA, FIFA, Korruption, ISL, WM 2018/2022. Ich garantiere viel Vergnügen in den nächsten Tagen. Im Blog wird es selbstverständlich etliche Dokumente dazu geben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" length="2418688" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Die Autoritäten der FIFA und ihre Ethik-Narren</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/die-autoritaten-der-fifa-und-ihre-ethik-narren/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/die-autoritaten-der-fifa-und-ihre-ethik-narren/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 12:36:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[ethikfragen]]></category>
		<category><![CDATA[ethikkommission]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9778</guid>
		<description><![CDATA[Ganz ehrlich: Es ist mal wieder schlimmer gekommen, als ich vermutet habe. Ich dachte wirklich, das Witz-Organ namens FIFA-Ethikkommission schmeißt wenigstens den Nigerianer Amos Adamu aus dem Exekutivkomitee. Stattdessen reihen sich die nächsten Peinlichkeiten aneinander, die allesamt erneut belegen: In diesem mafiosen System der Sportfamilie ist keinerlei Besserung in Sicht. Lustig, weil ich seit ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz ehrlich: Es ist mal wieder schlimmer gekommen, als ich vermutet habe. Ich dachte wirklich, das Witz-Organ namens FIFA-Ethikkommission schmeißt wenigstens den Nigerianer <a title="update: Korruption in der FIFA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/18/update-korruption-in-der-fifa/" target="_self">Amos Adamu</a> aus dem <a title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Exekutivkomitee</a>. Stattdessen reihen sich die nächsten Peinlichkeiten aneinander, die allesamt erneut belegen:</p>
<p><strong>In diesem mafiosen <a title="&quot;Bribes as salaries for sports leaders&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/19/bribes-as-salaries-for-sports-leaders/" target="_self">System der Sportfamilie</a> ist keinerlei Besserung in Sicht.</strong></p>
<p>Lustig, weil ich seit ein paar Tagen in Moskau auf, sagen wir, Korruptionsrecherche bin und mich &#8211; zum Beispiel &#8211; gestern lange mit einem russischen Unternehmer unterhalten habe, der etwa in Sotschi große Geschäfte macht und sich erdreistet hat, sein Leben zu gefährden, weil er gegen die Korruptionszahlungen aufbegehrt, die nicht nur kriminelle Autoritäten fordern, sondern auch staatliche. Bei der FIFA ist das ähnlich, anders kann ich die lächerliche Pressemeldung nicht werten, und wenn ich die Äußerungen lese, die FIFA-Oberethiker Claudio Sulser offenbar in Zürich getätigt hat.</p>
<p>Perikles Monioudis jedenfalls <a title="NZZ: FIFA straft milde" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/fifa_reynald_temarii_amos_adamu_1.8418214.html" target="_blank">schreibt in der NZZ</a>:</p>
<blockquote><p>Sulser verstieg sich in einer Belehrung der Medien, die zwar «für die Demokratie in einem Land» wichtig seien. Im Fussball wollten «die Menschen aber Freude erfahren», keine Zwietracht vorgesetzt bekommen.</p></blockquote>
<p>Ähnliches Dämliches habe ich doch gerade von Englands WM-Bewerbungs-CEO Andy Anson <a title="sportbusiness.com" href="http://www.sportbusiness.com/news/182606/england-2018-bid-leader-slams-unpatriotic-bbc?utm_source=sbinsl&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=nov18" target="_blank">gelesen</a>. Der hat Angst vor Andrew Jennings und den Jungs von der BBC, die gerade eine Panorama-Sendung zur FIFA vorbereiten. Seit Wochen versuchen Fußballfunktionäre und sogar Politiker schon, die Ausstrahlung vor dem 2. Dezember, wenn das FIFA-Exekutivkomitee in Zürich die WM-Länder 2018 und 2022 bestimmt, zu verhindern. Anson sagt:</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 20.0px 0.0px; line-height: 19.0px; font: 13.0px Tahoma; color: #202020; background-color: #fafafa} --></p>
<blockquote><p>I am incredibly disappointed with the timing of what the BBC seems to be proposing with Panorama,&#8221; he said. &#8220;If they truly believe there is a journalistic reason to run this programme, then they could have done it any time in the last two years. To do it the week before the vote is about one thing and that&#8217;s sensationalism. I don&#8217;t think that&#8217;s helpful and I don&#8217;t think it&#8217;s patriotic.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mir kommt das alles sehr bekannt vor. Journalisten hätten &#8220;patriotisch&#8221; zu sein, sagen die Patrioten, die nichts von Journalismus verstehen und denen es auch völlig egal ist, etwas davon zu verstehen, so lange diejenigen, die sich Journalisten nennen, sich an die Regeln derjenigen halten, die im Sportbusiness Milliarden umsetzen.</p>
<p>Mir wird ganz schlecht.</p>
<p>[<em>Notiz am mich:  Ist doch immer wieder nett, negativ überrascht zu werden. Erhalte Dir nur das bisschen Optimismus. Wäre es nicht viel schlimmer und langweiliger, nie überrascht zu werden und immer zu glauben, alles schon gewusst zu haben?</em>]</p>
<ul>
<li><a title="Text- und Stilkritik: der FIFA-Ethikcode" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/23/stil-und-textkritik-der-fifa-ethikcode/" target="_self">Den &#8220;FIFA-Ethikcode&#8221; hatte ich ja kürzlich bereits einer Text- und Stilkritik unterzogen</a></li>
</ul>
<p>Oh ja, hier also noch die <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=1336782.html" target="_blank">Meldung</a> der FIFA-Narren:</p>
<blockquote><p><strong>Ethikkommission suspendiert sechs Offizielle</strong></p>
<p>Die FIFA-Ethikkommission, bestehend aus Claudio Sulser (Vorsitz, Schweiz), Petrus Damaseb (Namibia), Juan Pedro Damiani (Uruguay), Dominique Rocheteau (Frankreich), Dali Tahir (Indonesien) und Robert Torres (Guam), suspendierte sechs Fussballoffizielle für jegliche Tätigkeit im Fussball (Administration, Sport etc.) für ein bis vier Jahre, nachdem sie des Verstoßes gegen mehrere Artikel des FIFA-Ethikreglements für schuldig befunden worden waren. Bei ihrer Sitzung vom 15. bis 17. November 2010 fällte die Ethikkommission folgende Entscheide:</p>
<ul>
<li>Reynald Temarii (FIFA-Vizepräsident) darf während eines Jahres weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 5.000 belegt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Amos Adamu (Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Slim Aloulou (Vorsitzender der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten und Mitglied der Kommission für den Status von Spielern) darf während zweier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ahongalu Fusimalohi (Generalsekretär des Fussballverbands von Tonga) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Amadou Diakite (Mitglied der FIFA-Schiedsrichterkommission) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ismael Bhamjee (CAF-Ehrenmitglied) darf während vier Jahren weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.</li>
</ul>
<p>Die FIFA hatte am 18. Oktober 2010 gegen zwei Mitglieder des Exekutivkomitees ein Verfahren eröffnet und die Ethikkommission zu diesem Zweck mit einer unabhängigen, eingehenden Untersuchung beauftragt. Am 20. Oktober verfügte die Ethikkommission daraufhin eine provisorische Suspendierung gegen sechs Offizielle (siehe <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=1320880.html" target="_blank">Medienmitteilung</a> vom 20 Oktober).</p>
<p>Die Ethikkommission untersuchte darüber hinaus auch die Hinweise auf angebliche Absprachen zwischen Mitgliedsverbänden und ihren Bewerbungskomitees im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018/2022™, fand jedoch keine ausreichenden Beweise für eine Verletzung der Bewerbungsregistrierung und des Ethikreglements.</p></blockquote>
<p>Ich weiß gar nicht, wie oft Typen wie Bhamjee noch suspendiert werden sollen. Manche von denen gehören, sorry, nirgendwo anders hin als in den Knast. Mich würde natürlich interessieren, ob die FIFA auch diesmal die Geldstrafe für die Ganoven bezahlt, wie etwa die <a title="Wie sich korrupte FIFA-Funktionäre im Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">5,5 Millionen zum Korruptionsverdunklungsvertrag</a> in der <a title="Der ISL-Korruptionsskandal" href="http://jensweinreich.de/?cat=59" target="_self">ISL-Sache</a>.</p>
<p><strong>Absurder geht nicht.</strong></p>
<p><span id="more-9778"></span>Weshalb ich gern noch einmal daran erinnere, dass wir hier im Blog mal einen passenden <a title="Voting für Sepp Blatter: wer soll die FIFA-Ethikkommission leiten?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/18/voting-fur-sepp-blatter-wer-soll-die-fifa-ethikkommission-leiten/" target="_self">FIFA-Ethikchef gesucht</a> und also abgestimmt haben. Andrew Jennings <a title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/and-the-winner-is-andrew-jennings/" target="_self">setzte sich damals knapp durch</a>. Und ich schrieb an die FIFA-Gottheit:</p>
<blockquote><p><strong>Von:</strong> Jens Weinreich<br />
<strong>Gesendet:</strong> Freitag, 20. Februar 2009 09:23<br />
<strong>An:</strong> Joseph S. Blatter<br />
<strong>Cc:</strong> Klaus, Hans (FIFA); Maingot, Nicolas (FIFA)<br />
<strong>Betreff:</strong> Vorschlag für die Fifa-Ethikkommission</p>
<p>Lieber Herr Blatter,</p>
<p>ich habe mit Interesse vernommen, dass Lord Coe sich entschieden hat, den Vorsitz der FIFA-Ethikkommission ruhen zu lassen, weil er – neben seinen vielen anderen Verpflichtungen in der IAAF und als Chef des Londoner Olympiaorganisationskomitees – gern auch noch Englands Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 unterstützen will.</p>
<p>Ich habe mir erlaubt, die Leser meines Blogs nach über einen geeigneten Nachfolger (präziser wohl: Stellvertreter für die Zeit, in der Lord Coe sich bei der FIFA um eine WM bewirbt, bevor er dann wieder vollethisch tätig sein will) für Sebastian Coe abstimmen zu lassen.</p>
<p>Der Favorit des Volkes, Sie verzeihen mir diese schnittige Bemerkung, ich weiß, dass Sie meinen mitunter derben Humor verstehen, kommt nun leider nicht aus der bestehenden Ethik-Kommission. Es ist, sorry, ausgerechnet Andrew Jennings, der sich knapp vor Wladimir Putin durchgesetzt hat. Auf den Plätzen folgen Jack Austin Warner, Gerhard Mayer-Vorfelder, Robert Hoyzer und Sie.</p>
<p>Meine Stimme hat Andrew Jennings allerdings nicht bekommen. Ich halte ihn zwar geeignet für dieses Ehrenamt, wie Sie wissen – da wird wohl immer Dissens zwischen uns bestehen -, habe aber dennoch für Sie gestimmt und kein Problem damit, das Wahlgeheimnis zu lüften.</p>
<p>Ich wollte Ihnen diesen Vorschlag gern noch vor der Sitzung der Ethikkommission, die ja um 10 Uhr beginnt, übermitteln.</p>
<p>Ich grüße Sie herzlich und würde mich sehr freuen, wenn wir uns in naher Zukunft mal wieder über ethische Fragen unterhalten könnten. Gern auch über Fragen, die Sie derzeit mehr bewegen wie etwa die 6+5-Regel. Die Leser meines sportpolitischen Blogs würden sich auch sehr freuen, hier mit Ihnen zu diskutieren. Vielleicht haben Sie ja Lust dazu.</p>
<p>Jens Weinreich</p></blockquote>
<p>Andrew Jennings nahm die Wahl mit <a title="Andrew Jennings nimmt die Wahl zum FIFA-Ethikchef an" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/andrew-jennings-nimmt-die-wahl-zum-fifa-ethikchef-an/" target="_self">diesem Schreiben</a> an:</p>
<blockquote><p><strong>Von:</strong> Andrew Jennings<br />
<strong>Gesendet:</strong> Freitag, 20. Februar 2009 11:15<br />
<strong>An:</strong> Jens Weinreich<br />
<strong>Betreff:</strong> Re: you are elected!</p>
<p>Thank you. I promise to follow in the steps of my illustrious predecessor<a href="http://jensweinreich.de/?p=2990" target="_self">Lord</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=2406" target="_self">Coe</a> and do absolutely nothing to clean up the racketeering at FIFA. That’s what Seb and Jack and Don Julio and Chuckles and the rest of the gang would want.</p>
<p>Sorry, must stop, have to rush, my allocation of 5,000 <a href="http://jensweinreich.de/?p=2099" target="_self">World Cup tickets</a>has arrived.</p>
<p>Andrew Jennings</p></blockquote>
<p>Schade eigentlich, er hätte seine Sache besser gemacht als Claudio Sulser. Aber Andrew hat ja noch eine Chance: am 29. November, auf BBC Panorama.</p>
<p>Good luck.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Hübsche frische Geschichte übrigens: <a title="T&amp;Ts Newsday" href="http://www.newsday.co.tt/news/0,130997.html" target="_blank">British PM invites Warner to lunch in Zurich</a></p>
<p><a href="http://flattr.com/thing/85451/Die-Autoritaten-der-FIFA-und-ihre-Ethik-Narren" target="_blank"><img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/18/die-autoritaten-der-fifa-und-ihre-ethik-narren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Recherche-Loch und Fakten-Blackout</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/10/20/recherche-loch-und-fakten-blackout/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/10/20/recherche-loch-und-fakten-blackout/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 14:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dpa]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9628</guid>
		<description><![CDATA[Entschuldigung. Ich hatte mir eigentlich ganz doll vorgenommen, mich im Blog künftig noch mehr aufs Selbstreferenzielle zu konzentrieren und die Arbeit anderer Journalisten nach Möglichkeit nicht zu kritisieren, sondern nur noch gelegentlich zu loben, denn meine Arbeit offenbart ja selbst genug Fehler und Schwächen. So habe ich Trottel gerade die aktuelle Tagung der EU-Sportminister von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Entschuldigung. Ich hatte mir eigentlich ganz doll vorgenommen, mich im Blog künftig noch mehr aufs Selbstreferenzielle zu konzentrieren und die Arbeit anderer Journalisten nach Möglichkeit nicht zu kritisieren, sondern nur noch gelegentlich zu loben, denn meine Arbeit offenbart ja selbst genug Fehler und Schwächen. So habe ich Trottel gerade die aktuelle Tagung der EU-Sportminister <a title="BLZ: Familienbande" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1020/sport/0014/index.html" target="_blank">von Antwerpen nach Brüssel verlegt</a>, obwohl ich es <a title="eusportministers2010.be" href="http://www.eusportministers2010.be/de/allgemeine.aspx" target="_blank">natürlich besser weiß</a>.</p>
<p>Doch wie das so ist mit guten Vorsätzen.</p>
<p>Die Nachrichtenagentur dpa lieferte ihren Kunden gerade einen so genannten Hintergrund zum Thema <a title="google search" href="http://www.google.de/search?source=ig&amp;hl=de&amp;rlz=&amp;q=Fu%C3%9Fball,+FIFA+und+Finanzen+-+Korruptionsaff%C3%A4ren&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">&#8220;Fußball, FIFA und Finanzen &#8211; Korruptionsaffären&#8221;</a>. Da werden sage und schreibe vier Pünktchen erwähnt, eins davon ist noch Martin Sonneborns geniale Aktion zur WM-Vergabe 2006 mit den Kuckucksuhren der Titanic. Unfassbar.</p>
<p>Was mich genauso irritiert, ist der Unterpunkt zum ISL-Bestechungsskandal. <a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">Da fehlt doch einiges</a>:</p>
<blockquote><p>April 2008: Das 2001 in Konkurs gegangene Schweizer Marketing-Unternehmen ISMM/ISL soll über eine Stiftung in Liechtenstein über Jahre FIFA-Funktionäre bestochen haben. 2008 vor Gericht dokumentiert sind 138 Millionen Schweizer Franken, die zwischen 1989 und 2001 gezahlt wurden. Nach übereinstimmenden Presseberichten soll Blatter im Mittelpunkt der Affäre stehen. Der Schweizer sei von ISL-Managern unter Druck gesetzt worden, die Verträge mit der in Zug (Schweiz) ansässigen ISMM-Gruppe nicht zu kündigen. Andernfalls würden unliebsame Informationen über sein Geschäftsgebaren veröffentlicht. Blatter wies die Vorwürfe als &#8220;haltlos&#8221; zurück.</p></blockquote>
<p>Ich will mich gar nicht über unzutreffende Konjunktive ärgern. Grundsätzlich meine ich: Es ist nur ein weiteres Beispiel für journalistisches Desinteresse, Unkenntnis, Versagen und Nachrichtenunterdrückung in diesem Themenfeld. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich mag aber nicht zu sehr ins Detail gehen und niemanden überfordern. Nein, es geht nicht mal um Recherche, sondern lediglich um das simple Wahrnehmen von Fakten. Auch bin ich mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube &#8211; wir hatten das schon mal diskutiert, <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">diese nicht ganz unwichtige Geschichte hat die Agentur bis heute nicht vermeldet</a>. Nicht nur diese.</p>
<p>Sorry, das musste mal gesagt werden.</p>
<p>Ich hatte ja <a title="Die Autobahnen und Wunderpillen des DDR-Doping-Funktionärs Thomas Köhler" href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/" target="_self">neulich schon</a> so eine Wutanwallung.<br />
<a href="http://flattr.com/thing/74973/Recherche-Loch-und-Fakten-Blackout" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/10/20/recherche-loch-und-fakten-blackout/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

