<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
		xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd"
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
>
<channel>
	<title>sport and politics &#187; isl/ismm</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>jens weinreich</description>
	<lastBuildDate>Wed, 22 May 2013 17:31:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
	<copyright>© jens weinreich 2013 - (cc-by-nc-sa) http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/</copyright>
	<managingEditor>jensweinreich@gmx.de (Jens Weinreich)</managingEditor>
	<webMaster>jensweinreich@gmx.de (Jens Weinreich)</webMaster>
	<ttl>1440</ttl>
	<image>
		<url>http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/Jens-Weinreich-Play-the-Game-2011.jpg</url>
		<title>sport and politics</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de</link>
		<width>144</width>
		<height>144</height>
	</image>
	<itunes:subtitle>&#34;Sitzen Sie bequem, ...?&#34; Das sportpolitische Hintergrundgespräch.</itunes:subtitle>
	<itunes:summary>Jens Weinreich - Sport and Politics. Das sportpolitische Hintergrundgespräch &#34;Sitzen Sie bequem, ...?&#34; auf dem preisgekrönten Blog des investigativen Journalisten Jens Weinreich (www.jensweinreich.de). Themen: deutsche und internationale Sportpolitik, Korruption im Sport, Olympische Spiele, IOC, FIFA und andere Sport-Weltverbände, Transparenzfragen der Sportförderung in Deutschland. Doping. Weinreich befragt in seinem Podcast wöchentlich Protagonisten des Sportbusiness: Verbandspräsidenten, Vermarkter, Wissenschaftler, Sportpolitiker, investigative Journalisten, Dopingfahnder, Athleten etc pp</itunes:summary>
	<itunes:keywords>sportpolitik, korruption, im, sport, doping, journalismus, sportvermarktung, fifa, ioc</itunes:keywords>
	<itunes:category text="News &#38; Politics" />
	<itunes:category text="Society &#38; Culture" />
	<itunes:category text="Sports &#38; Recreation">
		<itunes:category text="Professional" />
	</itunes:category>
	<itunes:author>Jens Weinreich</itunes:author>
	<itunes:owner>
		<itunes:name>Jens Weinreich</itunes:name>
		<itunes:email>jensweinreich@gmx.de</itunes:email>
	</itunes:owner>
	<itunes:block>no</itunes:block>
	<itunes:explicit>no</itunes:explicit>
	<itunes:image href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/Jens-Weinreich-Play-the-Game-2011.jpg" />
		<item>
		<title>142 Mio CHF Schmiergeld: full list of ISL bribery payments to senior sport officials 1989-2001</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2013/04/28/142-mio-chf-schmiergeld-full-list-of-isl-bribery-payments-to-senior-sport-officials-1989-2001/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=142-mio-chf-schmiergeld-full-list-of-isl-bribery-payments-to-senior-sport-officials-1989-2001</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2013/04/28/142-mio-chf-schmiergeld-full-list-of-isl-bribery-payments-to-senior-sport-officials-1989-2001/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 13:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[ethikkommission]]></category>
		<category><![CDATA[hans-joachim eckert]]></category>
		<category><![CDATA[hortst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[michael garcia]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=15796</guid>
		<description><![CDATA[Der Worte sind genug gewechselt. Ich habe <a title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-bestechungsskandal-isl-liste-belastet-fruehere-funktionaere-a-896688.html" target="_blank"><strong>mit den Kollegen von Spiegel Online</strong></a> erstmals die komplette Liste zum von der <a title="tag ISL/ISMM - sämtliche Beiträge hier im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/tag/islismm/" target="_blank">ISL/ISMM-Gruppe</a> geprägten größten Schmiergeldsystem der olympischen Sportgeschichte veröffentlicht.
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-15928" alt="years-tab-isl" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/years-tab-isl.jpg" width="833" height="551" /></p>
Mal sehen, ob sich via Crowdsourcing noch das eine ander andere Detail zu den zahlreichen Tarnfirmen und Stiftungen in Europa, Amerika und Asien finden lässt. Es bleibt noch viel zu tun, denn es ist so:
<ul>
	<li>Die 142 Millionen CHF Schmiergeld für Sportfunktionäre sind nur ein Teil dessen, was die ISL-Gruppe gezahlt hat. Die tatsächliche Schmiergeldsumme dürfte ungleich höher sein. Unterlagen für die Zeit von 1982 bis 1989 existieren nicht mehr.</li>
	<li>Von diesem 142 Millionen sind die Empfänger von mehr als 110 Millionen unbekannt. Nur der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, Freund von Havelange, Blatter und vielen anderen Top-Funktionären, kennt alle Empfänger. Er nimmt sein Geheimnis mit ins Grab. Er hat übrigens mehrfach in kleinem Kreis erklärt, um sein Leben zu fürchten.</li>
</ul>
Ich biete die Liste in Gänze an und auf die Jahre 1989 bis 2001 aufgeschlüsselt. Zu allen Tabellen werde ich im Laufe des Tages weitere Anmerkungen/Links liefern und weitere Dokumente veröffentlichen.<strong> Work in progress</strong> - immer mal wieder vorbei schauen.
Einige Dokumente, die ich heute zur Verfügung stelle, waren bislang ebenfalls unveröffentlicht. Wer tiefer eintauchen will in das ISL-Geflecht und die Geschichte, findet über den Button "related posts" am Ende des Artikels und im Archiv Dutzende originäre Blogbeiträge mit vielen hundert externen Links und Dokumenten.
<ul>
	<li><strong><a title="creative commons licence" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/" target="_blank">Feel free to use the information containing in the list and in the documents.</a> Do your own research in <a title="ICIJ" href="http://www.icij.org/offshore/secret-files-expose-offshores-global-impact" target="_blank">offshore leaks</a> and/or other databases/sources. If you may find additional information consider to share with the public, with me and my friends and colleagues Andrew Jennings, Jean François Tanda and other journalists who have done a magnificent work over many years. </strong></li>
</ul>
Es gab in den vergangenen Jahren auch viele journalistische Dummköpfe, die plärrten, das ISL-System sei etwas für den History Channel. Wie dämlich. Die ISL-Gruppe wurde vom einstigen Adidas-Zampano Horst Dassler gegründet. Dasslers Erbe beeinflusst den Weltsport bis heute.
So sind einstige ISL-Größen und wichtige Gefährten von Horst Dassler noch in Amt und Würden und in Aktion: Ob nun Schmiergeldbote Jean-Marie Weber &#38; Co. Ob der einstige ISL-Manager Sandro Rossell, Teixeira-Freund und Präsident des FC Barcelona. Ob der FIFA-Präsident, Dasslers Kumpel Sepp Blatter. Oder auch der künftige IOC-Präsident Thomas Bach, Dasslers einstiger Adlatus (1985-87), Adidas-Direktor und damals Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (wie Jean-Marie Weber).
u.e.a.m.
Zudem haben sich in den Wirren des ISL-Konkurses ab 2001 Figuren auf teilweise obskure Weise in Positionen gebracht, die noch auf Jahre wichtige Positionen einnehmen werden: etwa FIFA-Generalsekretär und <a title="“How to make the whole f***-up look better for FIFA”?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/">Serial Liar Jérôme Valcke</a>, der einst als Vivendi-Manager für einen symbolischen Franken die ISL übernehmen wollte, oder sein heutiger Stellvertreter Markus Kattner und Blatters Neffe Philippe (Infront CEO), die beide über die reichlich undurchsichtigen Rettungsarbeiten von McKinsey im FIFA-Business aufschlugen.
Alles hat irgendwie mit dem ISL-Netzwerk und vielfältigen Lebenssachverhalten zu tun.
Wir reden über ein halbes Jahrhundert olympische Machtgeschichte.
Aufgeklärt ist fast nichts.
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-15953" alt="isl-system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system-1536x979.jpg" width="1536" height="979" /></a>
Und, ja, Sepp Blatter steht nicht als Schmiergeldempfänger auf der Liste. Er ist gemäß Einstellungsverfügung aber Mitwisser gewesen.
Und viele Geschichten, <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/"><strong>etwa wie er die ISL/Kirch-Konkurrenz ausgebootet hat</strong></a>, als es um Milliardenverträge ging, erscheinen längst in einem anderen Licht - auch diese Geschichten müssten aufgeklärt werden.
<strong>Die ISL-Liste:</strong>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Worte sind genug gewechselt. Ich habe <a title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-bestechungsskandal-isl-liste-belastet-fruehere-funktionaere-a-896688.html" target="_blank"><strong>mit den Kollegen von Spiegel Online</strong></a> erstmals die komplette Liste zum von der <a title="tag ISL/ISMM - sämtliche Beiträge hier im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/tag/islismm/" target="_blank">ISL/ISMM-Gruppe</a> geprägten größten Schmiergeldsystem der olympischen Sportgeschichte veröffentlicht.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-15928" alt="years-tab-isl" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/years-tab-isl_w523.png" width="535" height="354" /></p>
<p>Mal sehen, ob sich via Crowdsourcing noch das eine oder andere Detail zu den zahlreichen Tarnfirmen und Stiftungen in Europa, Amerika und Asien finden lässt. Es bleibt noch viel zu tun, denn es ist so:</p>
<ul>
<li>Die 142 Millionen CHF Schmiergeld für Sportfunktionäre sind nur ein Teil dessen, was die ISL-Gruppe gezahlt hat. Die tatsächliche Schmiergeldsumme dürfte ungleich höher sein. Unterlagen für die Zeit von 1982 bis 1989 existieren nicht mehr.</li>
<li>Von diesem 142 Millionen sind die Empfänger von mehr als 110 Millionen unbekannt. Nur der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, Freund von Havelange, Blatter und vielen anderen Top-Funktionären, kennt alle Empfänger. Er nimmt sein Geheimnis mit ins Grab.</li>
</ul>
<p>Wir reden über ein halbes Jahrhundert olympische Machtgeschichte. Aufgeklärt ist fast nichts. <a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system-1536x979.png"><img class="aligncenter size-large wp-image-15953" alt="isl-system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system_w523.png" width="535" height="341" /></a> Und, ja, Sepp Blatter steht nicht als Schmiergeldempfänger auf der Liste. Er ist gemäß Einstellungsverfügung aber Mitwisser gewesen.</p>
<p>Und viele Geschichten, <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/"><strong>etwa wie er die ISL/Kirch-Konkurrenz ausgebootet hat</strong></a>, als es um Milliardenverträge ging, erscheinen längst in einem anderen Licht &#8211; auch diese Geschichten müssten aufgeklärt werden.</p>
<p><strong>Die ISL-Liste:</strong></p>
<div class="wpuisc-tab-list" id="wpuisc-tabs-0">
<ul class="clearfix"><li class="tab-title"><a title="Die komplette Liste, 1989-2001" href="#wpuisc-tabs-0-0">full bribery list</a></li><li class="tab-title"><a title="Die ganze Geschichte" href="#wpuisc-tabs-0-1">full text version</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1989" href="#wpuisc-tabs-0-2">1989</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1990" href="#wpuisc-tabs-0-3">1990</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1991" href="#wpuisc-tabs-0-4">1991</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1992" href="#wpuisc-tabs-0-5">1992</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1993" href="#wpuisc-tabs-0-6">1993</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1994" href="#wpuisc-tabs-0-7">1994</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1995" href="#wpuisc-tabs-0-8">1995</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1996" href="#wpuisc-tabs-0-9">1996</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1997" href="#wpuisc-tabs-0-10">1997</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1998" href="#wpuisc-tabs-0-11">1998</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 1999" href="#wpuisc-tabs-0-12">1999</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 2000" href="#wpuisc-tabs-0-13">2000</a></li><li class="tab-title"><a title="Schmiergeldzahlungen anno 2001" href="#wpuisc-tabs-0-14">2001</a></li><li class="tab-title"><a title="Die Empfänger" href="#wpuisc-tabs-0-15">ISL clients</a></li><li class="tab-title"><a href="#wpuisc-tabs-0-16">documents</a></li></ul>
<div class="tab-body clearfix" id="wpuisc-tabs-0-0"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">#</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">1</td>
<td width="75">11.01.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 137.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">2</td>
<td width="75">22.02.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 250.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">3</td>
<td width="75">27.02.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.749.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">4</td>
<td width="75">27.02.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.749.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">5</td>
<td width="75">01.03.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 90.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">6</td>
<td width="75">16.03.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 191.850,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">7</td>
<td width="75">23.05.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">8</td>
<td width="75">21.06.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.690.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">9</td>
<td width="75">27.06.89</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 450.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">10</td>
<td width="75">30.06.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 3.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">11</td>
<td width="75">06.07.89</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">12</td>
<td width="75">05.09.89</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 1.624.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">13</td>
<td width="75">12.09.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.700.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">14</td>
<td width="75">25.09.89</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">15</td>
<td width="75">16.10.89</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">16</td>
<td width="75">27.11.89</td>
<td width="222">Seprocom</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">17</td>
<td width="75">27.11.89</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 664.200,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">18</td>
<td width="75">13.12.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 159.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">19</td>
<td width="75">13.12.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.590.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">20</td>
<td width="75">19.12.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 453.150,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">21</td>
<td width="75">17.01.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 44.715,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">22</td>
<td width="75">17.01.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 17.885,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">23</td>
<td width="75">17.01.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 23.700,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">24</td>
<td width="75">19.01.90</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">25</td>
<td width="75">05.02.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">26</td>
<td width="75">06.02.90</td>
<td width="222">Seprocom</td>
<td align="right" width="106"> 160.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">27</td>
<td width="75">07.02.90</td>
<td width="222">Kishingchand Hongkong</td>
<td align="right" width="106"> 153.480,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">28</td>
<td width="75">30.03.90</td>
<td width="222">Adidas D</td>
<td align="right" width="106"> 100.789,29</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">29</td>
<td width="75">02.04.90</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 90.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">30</td>
<td width="75">29.05.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 50.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">31</td>
<td width="75">01.06.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 710.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">32</td>
<td width="75">18.06.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">33</td>
<td width="75">26.06.90</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">34</td>
<td width="75">18.07.90</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.250.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">35</td>
<td width="75">18.07.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 21.010,08</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">36</td>
<td width="75">03.08.90</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 257.625,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">37</td>
<td width="75">03.08.90</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 89.050,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">38</td>
<td width="75">27.08.90</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 30.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">39</td>
<td width="75">20.09.90</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 900.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">40</td>
<td width="75">03.10.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 640.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">41</td>
<td width="75">03.10.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 104.781,60</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">42</td>
<td width="75">08.11.90</td>
<td width="222">Kishingchand Hongkong</td>
<td align="right" width="106"> 38.370,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">43</td>
<td width="75">08.11.90</td>
<td width="222">Stella Barros Sao Paulo</td>
<td align="right" width="106"> 52.285,44</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">44</td>
<td width="75">07.12.90</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 245.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">45</td>
<td width="75">17.01.91</td>
<td width="222">Scienta</td>
<td align="right" width="106"> 1.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">46</td>
<td width="75">17.01.91</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 1.280.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">47</td>
<td width="75">28.01.91</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">48</td>
<td width="75">28.01.91</td>
<td width="222">Scienta</td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">49</td>
<td width="75">28.01.91</td>
<td width="222">Soc. Polisportiva Palermo</td>
<td align="right" width="106"> 19.080,48</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">50</td>
<td width="75">27.03.91</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">51</td>
<td width="75">09.04.91</td>
<td width="222">FC St. Maurice/F</td>
<td align="right" width="106"> 3.849,89</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">52</td>
<td width="75">16.04.91</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 1.324.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">53</td>
<td width="75">02.05.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 740.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">54</td>
<td width="75">23.05.91</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">55</td>
<td width="75">23.05.91</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 240.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">56</td>
<td width="75">08.06.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 131.925,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">57</td>
<td width="75">23.07.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.600.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">58</td>
<td width="75">23.07.91</td>
<td width="222">Beleza</td>
<td align="right" width="106"> 780.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">59</td>
<td width="75">30.08.91</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">60</td>
<td width="75">15.10.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 72.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">61</td>
<td width="75">01.11.91</td>
<td width="222">Beleza</td>
<td align="right" width="106"> 735.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">62</td>
<td width="75">14.11.91</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">63</td>
<td width="75">09.12.91</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.050.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">64</td>
<td width="75">22.01.92</td>
<td width="222">Ovada</td>
<td align="right" width="106"> 1.095.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">65</td>
<td width="75">27.01.92</td>
<td width="222">Ovada</td>
<td align="right" width="106"> 200.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">66</td>
<td width="75">10.02.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 180.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">67</td>
<td width="75">28.02.92</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">68</td>
<td width="75">05.03.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.848.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">69</td>
<td width="75">21.04.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.661.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">70</td>
<td width="75">05.06.92</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 55.260,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">71</td>
<td width="75">30.06.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.915.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">72</td>
<td width="75">01.07.92</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">73</td>
<td width="75">24.07.92</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 27.200,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">74</td>
<td width="75">31.07.92</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">75</td>
<td width="75">31.07.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">76</td>
<td width="75">31.07.92</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">77</td>
<td width="75">10.08.92</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.320.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">78</td>
<td width="75">22.01.93</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 270.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">79</td>
<td width="75">25.01.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.108.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">80</td>
<td width="75">16.02.93</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.510.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">81</td>
<td width="75">01.04.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 460.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">82</td>
<td width="75">22.04.93</td>
<td width="222">Lamine Diack</td>
<td align="right" width="106"> 29.800,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">83</td>
<td width="75">11.05.93</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.440.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">84</td>
<td width="75">01.07.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.416.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">85</td>
<td width="75">23.07.93</td>
<td width="222">Lamine Diack</td>
<td align="right" width="106"> 15.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">86</td>
<td width="75">27.08.93</td>
<td width="222">&#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 10.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">87</td>
<td width="75">07.09.93</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.460.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">88</td>
<td width="75">06.10.93</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 71.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">89</td>
<td width="75">29.10.93</td>
<td width="222">&#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 4.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">90</td>
<td width="75">02.11.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.575.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">91</td>
<td width="75">19.11.93</td>
<td width="222">Lamine Diack</td>
<td align="right" width="106"> 7.680,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">92</td>
<td width="75">27.12.93</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 15.292,20</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">93</td>
<td width="75">10.01.94</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 800.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">94</td>
<td width="75">04.02.94</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.304.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">95</td>
<td width="75">04.02.94</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 720.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">96</td>
<td width="75">22.03.94</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 42.900,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">97</td>
<td width="75">31.05.94</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 700.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">98</td>
<td width="75">20.06.94</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.640.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">99</td>
<td width="75">03.10.94</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221; (Muttaleb)</td>
<td align="right" width="106"> 13.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">100</td>
<td width="75">04.11.94</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 625.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">101</td>
<td width="75">05.12.94</td>
<td width="222">D&#8217;Elicio Riccardo Torino</td>
<td align="right" width="106"> 33.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">102</td>
<td width="75">09.01.95</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 39.600,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">103</td>
<td width="75">31.01.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 330.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">104</td>
<td width="75">31.01.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 330.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">105</td>
<td width="75">15.02.95</td>
<td width="222">CAF Hayatou</td>
<td align="right" width="106"> 24.700,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">106</td>
<td width="75">31.03.95</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 4.526.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">107</td>
<td width="75">27.04.95</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221; (Muttaleb)</td>
<td align="right" width="106"> 43.320,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">108</td>
<td width="75">31.05.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 590.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">109</td>
<td width="75">31.05.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 590.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">110</td>
<td width="75">06.07.95</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">111</td>
<td width="75">25.08.95</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221; (Muttaleb)</td>
<td align="right" width="106"> 41.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">112</td>
<td width="75">29.08.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 575.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">113</td>
<td width="75">03.10.95</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.166.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">114</td>
<td width="75">24.01.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 115.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">115</td>
<td width="75">24.01.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 82.800,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">116</td>
<td width="75">31.01.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 287.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">117</td>
<td width="75">31.01.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 287.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">118</td>
<td width="75">14.02.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.633.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">119</td>
<td width="75">17.04.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.620.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">120</td>
<td width="75">19.06.96</td>
<td width="222">D&#8217;Elicio Riccardo Torino</td>
<td align="right" width="106"> 31.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">121</td>
<td width="75">19.06.96</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 31.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">122</td>
<td width="75">03.07.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 312.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">123</td>
<td width="75">03.07.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 312.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">124</td>
<td width="75">03.07.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.687.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">125</td>
<td width="75">10.09.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.633.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">126</td>
<td width="75">02.10.96</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 37.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">127</td>
<td width="75">17.10.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">128</td>
<td width="75">17.10.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 125.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">129</td>
<td width="75">17.10.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 150.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">130</td>
<td width="75">28.10.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 316.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">131</td>
<td width="75">06.11.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 630.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">132</td>
<td width="75">25.11.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 315.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">133</td>
<td width="75">17.12.96</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 39.300,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">134</td>
<td width="75">14.01.97</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 39.300,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">135</td>
<td width="75">30.01.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 327.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">136</td>
<td width="75">30.01.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 32.750,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">137</td>
<td width="75">06.02.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.272.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">138</td>
<td width="75">03.03.97</td>
<td width="222">Garantie Joao Havelange</td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">139</td>
<td width="75">10.03.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.812.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">140</td>
<td width="75">30.05.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 367.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">141</td>
<td width="75">30.05.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 367.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">142</td>
<td width="75">18.06.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106">-367.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">143</td>
<td width="75">24.06.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 705.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">144</td>
<td width="75">19.09.97</td>
<td width="222">Muttaleb</td>
<td align="right" width="106"> 145.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">145</td>
<td width="75">02.10.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.595.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">146</td>
<td width="75">30.10.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.522.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">147</td>
<td width="75">30.10.97</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 36.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">148</td>
<td width="75">10.11.97</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106">-36.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">149</td>
<td width="75">11.11.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">150</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 176.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">151</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 352.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">152</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 352.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">153</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Leoz Toyota Cup</td>
<td align="right" width="106"> 282.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">154</td>
<td width="75">26.11.97</td>
<td width="222">Riccardo D&#8217;Elicio</td>
<td align="right" width="106"> 35.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">155</td>
<td width="75">28.11.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106">-352.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">156</td>
<td width="75">20.01.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 170.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">157</td>
<td width="75">20.01.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 177.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">158</td>
<td width="75">18.03.98</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 2.920.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">159</td>
<td width="75">18.03.98</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 730.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">160</td>
<td width="75">23.03.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 146.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">161</td>
<td width="75">25.03.98</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 219.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">162</td>
<td width="75">15.04.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 307.661,45</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">163</td>
<td width="75">05.05.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 375.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">164</td>
<td width="75">13.05.98</td>
<td width="222">Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">165</td>
<td width="75">17.06.98</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">166</td>
<td width="75">24.09.98</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 745.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">167</td>
<td width="75">23.10.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 326.650,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">168</td>
<td width="75">12.11.98</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.618.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">169</td>
<td width="75">25.11.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 323.342,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">170</td>
<td width="75">04.12.98</td>
<td width="222">Kakaire</td>
<td align="right" width="106"> 6.942,50</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">171</td>
<td width="75">04.12.98</td>
<td width="222">Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 282.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">172</td>
<td width="75">18.12.98</td>
<td width="222">Negele Sele Frommelt</td>
<td align="right" width="106"> 50.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">173</td>
<td width="75">11.01.99</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.407.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">174</td>
<td width="75">04.02.99</td>
<td width="222">Renford</td>
<td align="right" width="106"> 705.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">175</td>
<td width="75">26.02.99</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 289.614,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">176</td>
<td width="75">24.03.99</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.190.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">177</td>
<td width="75">06.05.99</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 800.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">178</td>
<td width="75">03.06.99</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 1.550.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">179</td>
<td width="75">23.06.99</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 775.750,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">180</td>
<td width="75">28.06.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 386.875,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">181</td>
<td width="75">14.07.99</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 1.650.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">182</td>
<td width="75">03.08.99</td>
<td width="222">CTF Corporation LTD</td>
<td align="right" width="106"> 3.691,55</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">183</td>
<td width="75">22.09.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 386.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">184</td>
<td width="75">22.09.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 386.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">185</td>
<td width="75">04.11.99</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 460.440,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">186</td>
<td width="75">04.11.99</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 460.440,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">187</td>
<td width="75">08.11.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 184.656,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">188</td>
<td width="75">26.11.99</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 1.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">189</td>
<td width="75">15.12.99</td>
<td width="222">Interadvice Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 12.147,20</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">190</td>
<td width="75">15.12.99</td>
<td width="222">Jean-Marie Weber</td>
<td align="right" width="106"> 100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">191</td>
<td width="75">22.12.99</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 429.246,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">192</td>
<td width="75">23.12.99</td>
<td width="222">A. Ndolanga</td>
<td align="right" width="106"> 15.975,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">193</td>
<td width="75">19.01.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 1.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">194</td>
<td width="75">20.01.00</td>
<td width="222">Merrill Lynch</td>
<td align="right" width="106"> 799.750,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">195</td>
<td width="75">20.01.00</td>
<td width="222">Nicolas Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 159.950,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">196</td>
<td width="75">20.01.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 431.865,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">197</td>
<td width="75">07.02.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 1.654.800,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">198</td>
<td width="75">07.02.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 364.870,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">199</td>
<td width="75">23.02.00</td>
<td width="222">Amicorp B.V.I Limited</td>
<td align="right" width="106"> 701,25</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">200</td>
<td width="75">10.03.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 534.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">201</td>
<td width="75">10.03.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 835.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">202</td>
<td width="75">29.03.00</td>
<td width="222">BNP Banque Nationale de Paris</td>
<td align="right" width="106"> 125.035,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">203</td>
<td width="75">04.05.00</td>
<td width="222">Nicolas Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 51.675,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">204</td>
<td width="75">04.05.00</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 868.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">205</td>
<td width="75">08.05.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 866.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">206</td>
<td width="75">15.05.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 466.803,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">207</td>
<td width="75">31.05.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">208</td>
<td width="75">02.06.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 422.875,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">209</td>
<td width="75">27.06.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">210</td>
<td width="75">05.07.00</td>
<td width="222">Organisa for General Trading</td>
<td align="right" width="106"> 409.650,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">211</td>
<td width="75">19.07.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 446.040,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">212</td>
<td width="75">21.07.00</td>
<td width="222">Amicorp B.V.I Limited</td>
<td align="right" width="106"> 2.347,05</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">213</td>
<td width="75">16.10.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">214</td>
<td width="75">28.11.00</td>
<td width="222">Jean-Marie Weber</td>
<td align="right" width="106"> 90.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">215</td>
<td width="75">15.01.01</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">216</td>
<td>01.01.01</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 372.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1989 &#8211; 2001</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 141.919.290,98 </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Anmerkungen:</p>
<ol>
<li>Dazu bitte auch den erklärenden Text unter dem Tab &#8220;full text version&#8221; lesen.</li>
<li>&#8220;Begünstigte&#8221; sind hier zumeist die Boten/Anwälte/Treuhänder, die das Geld meist in bar von den Schwarzgeld- und Schmiergeldkonten abgehoben haben, in Geldkoffern über die Grenzen brachten und an Jean-Marie Weber übergaben. Etwa Sicuretta.</li>
<li>In der Liste stehen noch drei Rückbuchungen (erkennbar am Minuszeichen :). Was es damit auf sich hat, kann ich nicht bis ins Detail klären.</li>
<li>Währung: Ich habe hier nur die Beträge in Schweizer Franken angegeben. Denn die meisten Beträge wurden auch in CHF gezahlt, einige wenige in französischen Francs, ca ein Viertel oder so in US-Dollar. Manchmal ist keine Währung im Original angegeben.</li>
<li>Der Gesamtbetrag kann zu vorherigen Veröffentlichungen ein wenig differieren und stimmt auch nicht bis auf den Rappen mit den Gerichtsunterlagen überein. Die Kommastellen sind indes zu vernachlässigen. Es geht um: knapp 142 Millionen.</li>
</ol>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-1"><p>Das größte Bestechungssystem der olympischen Sportgeschichte wurde von der einstigen Marketingfirma ISL/ISMM<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> geprägt. Die ISL-Gruppe, die 2001 wegen Misswirtschaft Konkurs anmelden musste, beherrschte zeitweise die Branche und <strong><a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/">hielt lukrative Sponsoren- und TV-Verträge</a></strong> mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dem Fußball-Weltverband FIFA und anderen Weltverbänden. Um an derlei milliardenschwere Verträge zu gelangen, hatte die ISL zwei Jahrzehnte lang Schmiergeld an hohe Sportfunktionäre gezahlt und ein weltweites System von Tarnfirmen und Stiftungen („Sunbow S. A.“, „Nunca“) in Steueroasen wie den British Virgin Islands und Liechtenstein etabliert.</p>
<p>Rund 142 Millionen Franken Schmiergeld sind gerichtsfest dokumentiert – das ist aber nur die Spitze des Eisberges, nur ein Teil der korrupten Geschäfte, die sich aus den Akten rekonstruieren ließen. Hier und bei <a title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-bestechungsskandal-isl-liste-belastet-fruehere-funktionaere-a-896688.html" target="_blank"><strong>Spiegel Online</strong></a> wird nun erstmals die Liste sämtlicher nachweisbarer ISL-Zahlungen veröffentlicht, die seit Jahren weltweit Schlagzeilen macht. Es handelt sich um mehr als 200 Transaktionen<a title="" href="#_ftn2">[2]</a>, wobei nur ein kleiner Teil der Empfänger bekannt sind: etwa die vier langjährigen Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitee, darunter der FIFA-Ehrenpräsident João Havelange (Brasilien), oder an den Kuwaiti Ahmad Muttaleb<a title="" href="#_ftn3">[3]</a>, einst Generalsekretär der asiatischen Olympia-Dachorganisation OCA<a title="" href="#_ftn4">[4]</a>, der zumeist über seine „Traora-Anstalt“ in Liechtenstein bedient wurde.</p>
<p>Der Großteil der 142 Millionen wurde von Anwälten und Treuhändern in bar abgehoben, beispielsweise von Konten bei der GLT-Bank in Liechtenstein, dann in Geldkoffern über die Grenze in die Schweiz gebracht und dem ISL-Manager Jean-Marie Weber übergeben. Dafür stehen in der Liste zum Beispiel all jene Summen, die über die „Sicuretta Invest Establishment“ in Vaduz abgewickelt worden sind. Die beteiligten Anwälte haben die Vorgänge bestätigt. Jean-Marie Weber gab das Geld an Sportfunktionäre weiter<a title="" href="#_ftn5">[5]</a>. Er allein kennt alle Schmiergeldempfänger – und er hat mehrfach erklärt, dass er sein Geheimnis mit ins Grab nehmen wird.</p>
<p>Der Verbleib von mehr als 110 Millionen Franken bleibt unklar. Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft in mehreren Ländern zu Tarnfirmen und Stiftungen wie „Monarde“, „Wando“, „Seprocom“, „Kishingchand“ und anderen blieben erfolglos.<a title="" href="#_ftn6">[6]</a></p>
<p>Die weit verzweigte ISL-Gruppe, zuletzt unter der Holding ISMM firmierend, wurde von Horst Dassler, ehemals Chef des Sportartikelkonzerns Adidas gegründet. Sie blieb bis zum Konkurs im Frühjahr 2001 im Besitz der Dassler-Familie, der vier Schwestern und zwei Kinder von Horst Dassler, der 1987 an Augenkrebs starb. Dassler war einer der besten Freunde und wichtigster Förderer des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter und zahlte Mitte der 1970er Jahre, in Blatters ersten Monaten bei der FIFA, auch dessen Gehalt über Adidas-Konten.<a title="" href="#_ftn7">[7]</a></p>
<p>Für die Zeit von 1982 bis 1988, als Dassler den Weltsport revolutionierte und das Marketingprogramm der Olympischen Spiele erfand, auf dessen Grundlage später auch die Champions League im Fußball vermarktet wurde, liegen keine Dokumente über Korruptionszahlungen mehr vor. Die Summen aber dürften gigantisch sein. Aus Vernehmungen und Aktennotizen in den langjährigen gerichtlichen Auseinandersetzungen zum ISL-Konkurs geht klar hervor, dass das Bestechungssystem von Dassler früh in den 1980er Jahren, und sogar noch davor, etabliert wurde. Sein ehemaliger Buchhalter Jean-Marie Weber führte als ISL-Manager diese Praxis weiter.</p>
<p>Ab 1998, damals begannen sich die ISL-Besitzer für einen Börsengang zu interessieren, wurde das System verfeinert. Im Dezember 1998 errichtete die „Shelter Trust Anstalt“ in Vaduz die Stiftung „Nunca“. Dieser „Nunca“ wurde später die auf den British Virgin Islands registrierte „Sunbow S. A.“ zugeordnet. „Nunca“ und „Sunbow“ dienten allein den Bestechungszahlungen an Top-Funktionäre der olympischen Welt. Die Stiftungen tauchten weder in den Organigrammen des weitverzweigten und mit stets wechselnden Namen agierenden ISL-Konzerns auf, noch in den konsolidierten Bilanzen.</p>
<blockquote>
<p><strong>Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist, als wenn man Lohn bezahlen muss, sonst wird nicht mehr gearbeitet &#8230;“</strong><a title="" href="#_ftn8">[8]</a></p></blockquote>
<p>&#8230; hat der ehemalige ISL-Finanzchef vor Gericht erklärt.</p>
<blockquote>
<p><strong>Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass sich die Sportfunktionäre dran halten &#8230;“</strong></p></blockquote>
<p>&#8230;  sagte ein anderer ISL-Vorstand.</p>
<blockquote>
<p><strong>Diese Praxis war branchenüblich, sie war unerlässlich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.“</strong></p></blockquote>
<p>Diese Lohnzahlungen gingen also an Funktionäre aus jenen Verbänden und Vereinen, mit denen die ISL-Gruppe Geschäfte machte. Die wichtigsten Partner des Sportmarketinggiganten waren (in Klammern die Laufzeiten der wichtigsten Verträge im Umfang von insgesamt mehreren Milliarden Euro)<a title="" href="#_ftn9">[9]</a>:</p>
<ul>
<li>Internationales Olympisches Komitee IOC (1983 – 1996)</li>
<li>Fußball-Weltverband FIFA (1982 – 2006)</li>
<li>Europäische Fußball-Union UEFA (1982 – 2004)</li>
<li>Leichtathletik-Weltverband IAAF (1983 – 2009)</li>
<li>Afrikanischer Fußballverband CAF (1984 – 2004)</li>
<li>Olympic Council of Asia OCA (1996 – 2006)</li>
<li>Basketball-Weltverband FIBA (1990 – 2004)</li>
<li>Schwimm-Weltverband FINA (1997 – 2007)</li>
<li>Autorennsport-Organisation CART (1998 – 2007)</li>
<li>Tennis-Organisation ATP (1998 – 2009)</li>
<li>Tennis-Weltverband ITF (1999 – 2007)</li>
<li>Flamengo Rio de Janeiro, Gremio Porto Alegre (1999 – 2014) im Rahmen des LASI-Projekts</li>
</ul>
<p>Die meisten der bestochenen Offiziellen bleiben unbehelligt.</p>
<p>Mit Spannung wird aber in diesen Tagen das Urteil der FIFA-Ethikkommission zur ISL-Korruption erwartet. Die Ethikkommission besteht aus zwei Kammern, einer Ermittlungskammer, die vom ehemaligen US-Bundesstaatsanwalt Michael Garcia geleitet wird, und der Richterkammer, geführt vom Münchner Richter Hans-Joachim Eckert. Garcia hat Eckert Mitte März ein Aktenkonvolut von angeblich 4.000 Seiten zukommen lassen. FIFA-Präsident Joseph Blatter, inzwischen als Mitwisser des ISL-Schmiergeldsystems enttarnt<a title="" href="#_ftn10">[10]</a>, hatte Eckerts Entscheidung bis zum 15. April 2013 versprochen. Das war wie immer etwas voreilig. Eckert nahm sich mehr Zeit und wollte bis 26. April entscheiden.</p>
<p>Nachdem die Kontinentalverbände der FIFA und die Mitglieder des Exekutivkomitees im März entscheidende Reformvorschläge der Kommission des Governance-Experten Mark Pieth abgelehnt haben, ist der Umgang mit der ISL-Korruption ein weiterer Lackmustest für die Glaubwürdigkeit der FIFA.</p>
<p>Die Amerikanerin Alexandra Wrage, Chefin der Antikorruptionsorganisation TRACE, ist inzwischen aus Protest aus dem Pieth-Komitee zurückgetreten. „Die wichtigsten Reformvorschläge wurden abgelehnt“, sagte sie, „unser Einfluss war sehr begrenzt.“<a title="" href="#_ftn11">[11]</a></p>
<p>Der Nachweis, dass mindestens vier aktuelle und ehemalige FIFA-Exekutivmitglieder Schmiergeld von der ISL-Gruppe kassiert haben, ist längst erbracht.</p>
<p>Gerichtsfest dokumentiert<a title="" href="#_ftn12">[12]</a> sind diese Zahlungen:</p>
<ul>
<li>21,9 Millionen Schweizer Franken kassierten der langjährige FIFA-Präsident und heutige Ehrenpräsident <b>João Havelange</b> (Brasilien) und sein ehemaliger Schwiegersohn <b>Ricardo Terra Teixeira</b>.</li>
<li>Rund 1,1 Millionen Franken kassierte <b>Nicolás Leoz</b> aus Paraguay, Präsident der südamerikanischen Fußball-Konföderation CONMEBOL.</li>
<li>24.700 Franken erhielt <b>Issa Hayatou</b> (Kamerun), Präsident der afrikanischen Konföderation CAF.</li>
</ul>
<p><strong>Havelange</strong> und <strong>Teixeira</strong> haben die 21,9 Millionen über Teixeiras Stiftung („Sanud“), eine gemeinsame Firma („Renford Investments“) und eine Direktüberweisung (an Havelange) erhalten<a title="" href="#_ftn13">[13]</a>. Die Zahlungen sind unstrittig<a title="" href="#_ftn14">[14]</a>, weitere Zahlungen gab es sehr wahrscheinlich, sie konnten aber nicht zugeordnet werden<a title="" href="#_ftn15">[15]</a>. Beide verneinen lediglich eine strafrechtliche Verantwortung. In der Tat war Korruption von Sportfunktionären in jenen Jahren nicht strafbar, auch war das ISL-Schmiergeldsystem mit Wirtschaftsprüfern (KPMG), renommierten Zürcher Anwaltskanzleien und der eidgenössischen Steuerverwaltung abgestimmt<a title="" href="#_ftn16">[16]</a>, indes hätten Havelange und Teixeira wegen Unterschlagung und ungetreuer Geschäftsbesorgung durchaus mit Zuchthausstrafen rechnen müssen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system-1536x979.png"><img class="aligncenter  wp-image-15953" alt="isl-system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system_w523.png" /></a></p>
<p>Nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug wurde im Sommer 2010 das Verfahren gegen Havelange und Teixeira eingestellt<a title="" href="#_ftn17">[17]</a>. Auch die FIFA, die in einem anderen ISL-Verfahren zuvor bereits eine Desinteresseerklärung<a title="" href="#_ftn18">[18]</a> abgegeben hatte und nicht an einer Verfolgung der korrupten Funktionäre interessiert war, beteiligte sich an diesem Deal. Teixeira zahlte 2,5 Millionen Franken Wiedergutmachung, die FIFA ebenfalls 2,5 Millionen, Havelange 500.000 Franken. Der Deal wurde in einer so genannten Einstellungsverfügung<a title="" href="#_ftn19">[19]</a> besiegelt. Das Schweizer Bundesgericht gab im Juli 2012 den Klagen mehrerer Journalisten aus der Schweiz und England statt und ordnete die Veröffentlichung dieser Verfügung an<a title="" href="#_ftn20">[20]</a>.</p>
<p>João Havelange war von 1974 bis 1998 FIFA-Präsident. ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber zählt bis heute zu seinen engsten Vertrauten. Havelange, der im Mai 97 Jahre alt wird und nach dem das Olympiastadion in Rio de Janeiro benannt ist, trat wegen der ISL-Affäre im Dezember 2011 aus dem IOC zurück<a title="" href="#_ftn21">[21]</a>. Blatter hat öffentlich erklärt, der FIFA-Kongress solle Havelange die Ehrenpräsidentschaft entziehen.</p>
<p>Dabei hat Blatter, von 1981 bis 1998 Generalsekretär und seither FIFA-Präsident, nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft vom Schmiergeldsystem gewusst<a title="" href="#_ftn22">[22]</a> und in einem Fall sogar daran mitgewirkt, dass eine irrtümlich auf einem FIFA-Konto eingegangene Millionensumme unverzüglich auf <del>Havelanges Privatkonto</del> ein ISL-Konto weitergeleitet wurde<a title="" href="#_ftn23">[23]</a>.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p style="text-align: left;">[<strong>Ergänzung, 30. April 2013, 11.46 Uhr:</strong> <em>Gerade wurde der Bericht des FIFA-Chefethikers Hans-Joachim Eckert veröffentlicht. Eckert trägt weiter zur Verwirrung bei, weil er von 1,5 Mio CHF redet (wie in der ISL-Liste "Garantie Havelange") - anders als in der Einstellungsverfügung, dort ist von 1 Mio CHF die Rede. Eckert hält fest:</em>]</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Die FIFA selbst hat während der Untersuchung von Michael J. Garcia eine UBS-Bankaufzeichnung vorgelegt, aus der sich ergab, dass am 3. März 1997 auf ein Konto der FIFA von ISL kommend ein Betrag von CHF 1,5 Mio. überwiesen wurde, mit einem Hinweis, dass sich die Zahlung auf eine Garantie für João Havelange beziehe. Laut der Zahlungsmitteilung war der Empfänger Havelange c/o FIFA. Erwiesen ist, dass der damalige Hauptbuchhalter der FIFA diesen Vorgang dem damaligen Generalsekretär Blatter zur Kenntnis brachte und dieser die Rücküberweisung an ISL veranlasste.</p>
<p>Präsident Blatter gab in der Einvernahme durch Michael J. Garcia an, dass „er nicht verstanden habe, dass jemand Geld an die FIFA für eine andere Person schickt, er habe aber nicht den Verdacht gehabt, dass die Zahlung eine Provision gewesen sei“. Auch hier gilt, dass das Verhalten von Präsident Blatter unter keinerlei Fehlverhalten von Ethikregeln fallen konnte. Das Verhalten von Präsident Blatter mag ungeschickt gewesen sein, da sich intern ein Aufklärungsbedarf aufdrängte, zu einem strafrechtlichen oder ethischen Fehlverhalten führt dies nicht.</p>
<p>Anmerkung:</p>
<p>In diesem Zusammenhang sollte hinsichtlich der Weigerung bestimmter ehemaliger Mitarbeiter, Angaben gegenüber Michael Garcia zu machen, ein Passus in die Anstellungsverträge der FIFA aufgenommen werden, dass auch nach Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis eine Mitwirkungspflicht gegenüber der Untersuchungskammer besteht. Alle Kündigungsverträge sollten einen solchen Passus und bei Verstössen Strafen vorsehen.</p></blockquote>
<p>[<em>Die Weiterleitung bzw Rückbuchung auf ein ISL-Konto habe ich oben im Text korrigiert. Überprüfen kann ich die Darstellung von Eckert allerdings nicht.</em>]</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Ricardo Teixeira trat vor einem Jahr unter großem öffentlichem Druck und nach andauernden Interventionen von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff als Langzeit-Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF, Organisationschef der Fußball-WM 2014 und FIFA-Exekutivmitglied zurück. Er ist in zahlreiche andere spektakuläre Korruptionsaffären verwickelt, lebt derzeit im Exil in Miami, soll aber noch immer ins Tagesgeschäft des CDF involviert sein.</p>
<p>Der 84jährige <strong>Nicolás Leoz</strong>, seit 27 Jahren Südamerikas Fußball-Pate, hat zu den ISL-Zahlungen stets geschwiegen. Für ihn stehen zwischen 1997 und 2000 fünf Tranchen von insgesamt 1.075.625 Schweizer Franken in den Akten. Leoz, der sich gerade putzmunter auf Lebenszeit zum CONMEBOL-Boss gekürt hatte, trat am 23. April aus dem Exekutivkomitee zurück. Laut FIFA waren „persönliche und gesundheitliche Gründe“<a title="" href="#_ftn24">[24]</a> ausschlaggebend. Tatsächlich wollte Leoz, wie zuvor Havelange und Teixeira (und in anderen Korruptionsfällen etliche weitere FIFA-Funktionäre) nur einer Bestrafung durch Eckerts Ethikkammer entgehen.</p>
<p>Für <strong>Issa Hayatou</strong> (66), der seit 26 Jahren Afrikas Konföderation CAF führt und sich nach schmutzigen Deals gerade wieder im Amt bestätigen ließ, stehen vergleichsweise bescheidene 24.700 Franken zur Disposition. Hayatou hat dieses Geld im Februar 1995 von Jean-Marie Weber erhalten (damals in 100.000 französischen Francs) und will es für die Feierlichkeiten zum 40. CAF-Geburtstag verwendet haben. Dies hat er, selbst IOC-Mitglied, vor zwei Jahren der IOC-Ethikkommission erklärt<a title="" href="#_ftn25">[25]</a>. Barzahlungen seien zu dieser Zeit in vielen Ländern gängige Praxis gewesen“, schrieb Hayatou. Das IOC-Exekutivkomitee sprach gegen ihn im Dezember 2011 eine Verwarnung aus. Hayatou beschäftigt den Schmiergeldboten Weber in der CAF immer noch als Berater für verschiedene Projekte.</p>
<p>Wie wird nun also die FIFA-Ethikkommission gegen Havelange, Teixeira, Leoz und Hayatou entscheiden?</p>
<p>Es geht nicht nur um Schmiergeld, sondern auch darum, dass diese Funktionäre für ihr angebliches Ehrenamt fürstlich entlohnt und mit hohen Pensionen bedacht werden. Details zur Höhe dieser Zahlungen verschweigt die FIFA ebenso wie genaue Informationen über millionenschwere jährliche Bonifikationen für Top-Offizielle<a title="" href="#_ftn26">[26]</a>.</p>
<p>Spannend ist zudem die Frage, wie Ethikchef Hans-Joachim Eckert, der als Richter in München unter anderem mit dem spektakulären Siemens-Korruptionssystem befasst war, den Fall Joseph Blatter beurteilt.</p>
<p><strong>Joseph Blatter</strong> trägt als Generalsekretär (1981 bis 1998) und Präsident (seit 1998) Verantwortung für die „mangelnde Organisation des Unternehmens“ FIFA und die „Unterlassung strikter interner Reglementierungen“, hat die Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung formuliert. Auch dadurch wurde „verhindert, die Täter zu eruieren“<a title="" href="#_ftn27">[27]</a>.</p>
<div id="attachment_11067" class="wp-caption aligncenter" style="width: 548px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/jmw-sepp.jpg"><img class="size-full wp-image-11067" alt="Freunde fürs Leben: ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, FIFA-Präsident Joseph Blatter" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/jmw-sepp.jpg" width="538" height="378" /></a>
<p class="wp-caption-text">Freunde fürs Leben: ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, FIFA-Präsident Joseph Blatter</p>
</div>
<p>Inzwischen verkauft sich P1<a title="" href="#_ftn28">[28]</a> Joseph Blatter allerdings als Reformer und Saubermann. Zur ISL-Korruption hat er öffentlich die Unwahrheit gesagt und in Interviews beispielsweise behauptet, er habe von der Millionenzahlung an Havelange auf ein FIFA-Konto nichts gewusst.<a title="" href="#_ftn29">[29]</a></p>
<p>Hochinteressant, dass rund um die erste Wahl Blatters im Juni 1998 auf dem Fifa-Kongress in Paris mehr als acht Millionen Schweizer Franken von der ISL verteilt wurden. Außerdem hat der langjährige Fifa-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad und Tobago gerade enthüllt, dass er damals vom scheidenden Fifa-Chef Havelange sechs Millionen Dollar erhalten hat<a title="" href="#_ftn30">[30]</a>, um 30 Stimmen aus Nordamerika und der Karibik für Blatters Wahl zu liefern.</p>
<p>Blatter sei der &#8220;meistgehasste Funktionär der Fifa&#8221; gewesen, erklärte Warner süffisant. Neues Material für den Fifa-Ethikchef Hans-Joachim Eckert.</p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<p><em><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Die Gruppe firmierte während der zwei Jahrzehnte unter zahlreichen Namen/Holdings und bestand zuletzt aus einem weltweit verzweigten System von fast 100 Firmen – die ISL Worldwide (International Sport and Leisure), mit etlichen Töchtern war dabei aber stets der Kern des Unternehmens, das zuletzt in der Holding ISMM firmierte.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Drei Beträge (lfd Nummern 142, 148, 155) wurden zurückgebucht.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Die 5,1 Millionen CHF an Muttaleb über die Taora-Anstalt in Liechtenstein habe ich im Juli 2012 erstmals auf SPON erläutert: <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/ioc-praesident-kandidat-thomas-bach-muss-kaempfen-a-846258.html">http://www.spiegel.de/sport/sonst/ioc-praesident-kandidat-thomas-bach-muss-kaempfen-a-846258.html</a></em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref4">[4]</a> In der Anklageschrift wird darauf ausführlich eingegangen: So haben die Liechtensteiner Treuhänder sämtliche Zahlungen an Muttaleb belegt, die sie im Auftrag der ISL vorgenommen haben. Muttaleb war wirtschaftlich Brechtigter und Enbegünstigter der Taora Anstalt.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref5">[5]</a> Siehe Anklageschrift, wo auch Briefwechsel mit den Mittelsmännern/Treuhändern/Anwälten dokumentiert sind. Außerdem hat der Vorsitzende Richter im Strafprozess in Zug dieses System ausführlich per an die Wand gebeamter Grafiken erörtert und von den Angeklagten in allen Details bestätigen lassen.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref6">[6]</a> Wird u.a. in Einstellungsverfügung und Anklageschrift beschrieben, was wo wie unternommen worden ist.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref7">[7]</a> Auch das ist seit Jahren beschrieben und von Blatter bestätigt. Blatter stieg 1975 auf Dasslers Empfehlung/Auswahl als technischer Direktor bei der FIFA ein – in den ersten Monaten hatte er sein Büro in Dasslers Konzernzentrale (Adidas France) in Landersheim im Elsass. Sein Gehalt wurde von Adidas bezahlt, was später auch der zwischenzeitliche Adidas Chef Robert Louis-Dreyfuss bestätigte.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref8">[8]</a> Zitat aus dem Strafprozess gegen ISL-Manager 2008 in Zug. Ich habe sämtliche Verhandlungstage im Gericht verfolgt. Dokumentiert u.a. hier: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/drucken/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/drucken/</a></em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref9">[9]</a> Das sind nur die wichtigsten Assets kurz vor dem Konkurs 2001. Ich verzichte auf Vertragssummen, spielt hier keine Rolle. Quelle u.a.: Originalunterlagen der ISL, Sanierungsplan vom Frühjahr 2001 kurz vor dem Konkurs.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref10">[10]</a> <b>Einstellungsverfügung</b> vom 11. Mai 2010 der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug in der Untersuchung gegen die FIFA, Ricardo Terra Teixeira und Jean-Marie Faustin Godefroid Havelange wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung. AZ 2A 2005 31601. Seiten 32/33, 6.6</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref11">[11]</a> Wrage hat etliche Interviews gegeben, s.u. <a href="http://blogs.wsj.com/riskandcompliance/2013/04/23/wrage-departure-caps-turbulent-fifa-weekend/">http://blogs.wsj.com/riskandcompliance/2013/04/23/wrage-departure-caps-turbulent-fifa-weekend/</a></em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref12">[12]</a> Die <b>VIER</b> wichtigsten Dokumente dazu:</em> <em>1) <b>Anklageschrift</b> der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zum ISL-Strafverfahren vom 19. Februar 2007 gegen Daniel Beauvois, Christoph Malms, Hans-Jürg Schmid, Heinz Schurtenberger, Hans-Peter Weber und Jean-Marie Weber. AZ STA 2005/41</em> <em><b>2) Urteil des Strafgerichts</b> des Kantons Zug vom 26. Juni 2008 im ISL-Strafverfahren gegen o.g. Personen. AZ SG 2007 4-9</em> <em><b>3) Einstellungsverfügung</b> vom 11. Mai 2010 der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug in der Untersuchung gegen die FIFA, Ricardo Terra Teixeira und Jean-Marie Faustin Godefroid Havelange wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung. AZ 2A 2005 31601</em> <em>4) <b>Urteil des Schweizer Bundesgerichts</b> vom 3. Juli 2012 zur Akteneinsicht in die Einstellungsverfügung zum ISL-Strafverfahren. AZ 1B_68/2012, 1B_70/2012, 1B_72/2012, 1B_74/2012, 1B_76/2012</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref13">[13]</a> wird alles detailliert in der Einstellungsverfügung dargelegt.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref14">[14]</a> Einstellungsverfügung, Seite 16, 4.1 und 4.2, u.a.: „&#8230; verwendete mehrfach ihnen anvertraute Vermögenswerte unrechtmäßig, um sich zu bereichern“. Sämtliche Zahlungen werden detailliert erläutert.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref15">[15]</a> Einstellungsverfügung, Seite 29, 6.3.2. U.a. heißt es da: „Mit der über Jahre dauernden Anfütterung wurden die Dienste gekauft &#8230;“ Ermittler gehen davon aus, das ein beträchtlicher Teil der mehr als 110 Millionen, die nicht zugeordnet werden können, an Havelange und Teixeira gingen.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref16">[16]</a> Diese Details wurden u.a. im ISL-Strafprozess im März 2008 in Zug verhandelt und vom ISL-Chef Christoph Malms erläutert. Das habe ich u.a. im Juni 2010 in diesem Beitrag auf SPON ausführlich dargestellt: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/millionenschwerer-schmiergeldskandal-fifa-funktionaere-kaufen-sich-frei-a-702709.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/millionenschwerer-schmiergeldskandal-fifa-funktionaere-kaufen-sich-frei-a-702709.html</a></em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref17">[17]</a> Dargelegt u.a. hier: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/millionenschwerer-schmiergeldskandal-fifa-funktionaere-kaufen-sich-frei-a-702709.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/millionenschwerer-schmiergeldskandal-fifa-funktionaere-kaufen-sich-frei-a-702709.html</a></em> <em>Aber inzwischen kennen wir ja die Originaldokumente.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref18">[18]</a> Das war 2005. Ein Jahr zuvor hatte der FIFA-Anwalt ausgerechnet für Jean-Marie Weber einen Deal mit dem Konkursverwalter abgeschlossen: Gegen Zahlung von 2,5 Millionen Franken in die Konkursmasse verpflichtete sich der Konkursverwalter, die korrupten Fußballfunktionäre nicht zivilrechtlich zu belangen. Wer für Weber die 2,5 Millionen Franken bezahlt hat, bleibt unklar. Der Anwalt weigerte sich bis vor dem Bundesgericht erfolgreich, den/die Geldgeber nennen zu müssen.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref19">[19]</a> Ausführlich werden sämtliche Details, Abwägungen, Schriftwechsel etc dargelegt: <b>Einstellungsverfügung</b> vom 11. Mai 2010 der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug in der Untersuchung gegen die FIFA, Ricardo Terra Teixeira und Jean-Marie Faustin Godefroid Havelange wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung. AZ 2A 2005 31601</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref20">[20]</a> <b>Urteil des Schweizer Bundesgerichts</b> vom 3. Juli 2012 zur Akteneinsicht in die Einstellungsverfügung zum ISL-Strafverfahren. AZ 1B_68/2012, 1B_70/2012, 1B_72/2012, 1B_74/2012, 1B_76/2012</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref21">[21]</a> Beschrieben u.a. hier: <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/verdaechtige-zahlungen-havelange-ruecktritt-wird-fuer-blatter-zur-gefahr-a-801905.html">http://www.spiegel.de/sport/sonst/verdaechtige-zahlungen-havelange-ruecktritt-wird-fuer-blatter-zur-gefahr-a-801905.html</a></em> <em>Aber auch hier gilt: Inzwischen liegt die Einstellungsverfügung vor, die alles dokumentiert.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref22">[22]</a> Zitat Einstellungsverfügung, Seiten 32, 6.6: „Nicht in Frage gestellt werden kann die Feststellung, dass die FIFA Kenntnis von Schmiergeldzahlungen an Personen ihrer Organe hatte &#8230;“</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref23">[23]</a> „&#8230; einerseits schon dadurch, dass verschiedene Mitglieder des Exekutivkomitees Gelder erhalten hatten und zudem &#8230;. vom ehemaligen Finanzchef der FIFA als Zeuge bestätigt wurde, dass eine für João Havelange bestimmte Zahlung der Gesellschaft 1 über 1 Mio &#8230; irrtümlicherweise direkt auf einem FIFA-Konto eingegangen sei, wovon nicht nur er, sondern unter anderen auch P1/Blatter Kenntnis gehabt hätten &#8230;“ Zitat aus Einstellungsverfügung, Seiten 32/33, 6.6. Blatter wird darin als P1 anonymisiert, ist aber unschwer zu erkennen und hat inzwischen auch eingeräumt, P1 zu sein.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref24">[24]</a><a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/news/newsid=2063101/index.html">http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/news/newsid=2063101/index.html</a></em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref25">[25]</a> IOC Ethics Commission, Decision with recommendation No. D/02/2011, Case No. 1/2010 vom 3. Oktober 2011, ratifiziert vom IOC-Exekutivkomitee im Dezember 2011</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref26">[26]</a> In den Finanzberichten wird jeweils nur eine Gesamtsumme genannt. Selbst FIFA-Exekutivmitglieder wie inzwischen gesperrte Katari Mohamed Bin Hammam sagen, sie hätten nachgefragt, was sich hinter den Millionen verberge, an wen die Boni gingen, doch hätten keine Infos erhalten. FIFA-Finanzchef Markus Kattner wurde dazu mehrfach auf Pressekonferenzen befragt – er gibt ebenfalls keine Auskunft. Angaben zu Gehältern/Aufwandsentschädigungen/Boni/Pensionen für FIFA-Funktionäre und den Präsidenten hat die Pieth-Kommission gefordert. Doch das Exekutivkomitee hat auch diese Forderung im März 2013 abgelehnt und nicht zum Kongress durchgereicht. Auch das war ein entscheidender Kritikpunkt von Alexandra Wrage.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref27">[27]</a> Einstellungsverfügung, Seite 16, 4.3</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref28">[28]</a><a href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1663188/index.html">http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1663188/index.html</a></em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref29">[29]</a> <a href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/15/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago/">http://www.jensweinreich.de/2012/07/15/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago/</a></em> <em>Ich habe ihn dazu u.a. 2004 für eine in zwei Dutzend Ländern ausgestrahlte TV-Dokumentation interviewt. Er hat auf Nachfrage mehrfach versichert, nichts von dieser Havelange-Zahlung zu wissen. Wir müssen uns auf diese eine Zahlung beschränken, die in der Einstellungsverfügung erwähnt wird. Siehe Fußnote 19 und Aussage des ehemaligen FIFA-Finanzchefs, den Blatter damals, im März 1997, angewiesen hat, das Geld an Havelange weiterzuleiten.</em></p>
<p><em><a title="" href="#_ftnref30">[30]</a> <a href="http://www.jensweinreich.de/2013/04/26/fifas-jack-the-ripper-and-the-holy-bible-with-your-love-your-support-and-your-understanding-i-shall-be-your-mp-again/">http://www.jensweinreich.de/2013/04/26/fifas-jack-the-ripper-and-the-holy-bible-with-your-love-your-support-and-your-understanding-i-shall-be-your-mp-again/</a></em></p>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-2"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="65" height="12">Nummer</td>
<td width="95">Valuta</td>
<td width="187">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="158"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">1</td>
<td width="95">11.01.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 137.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">2</td>
<td width="95">22.02.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 250.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">3</td>
<td width="95">27.02.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 1.749.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">4</td>
<td width="95">27.02.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 1.749.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">5</td>
<td width="95">01.03.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 90.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">6</td>
<td width="95">16.03.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 191.850,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">7</td>
<td width="95">23.05.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">8</td>
<td width="95">21.06.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 1.690.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">9</td>
<td width="95">27.06.89</td>
<td width="187">Monarde</td>
<td align="right" width="158"> 450.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">10</td>
<td width="95">30.06.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 3.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">11</td>
<td width="95">06.07.89</td>
<td width="187">Wando</td>
<td align="right" width="158"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">12</td>
<td width="95">05.09.89</td>
<td width="187">Monarde</td>
<td align="right" width="158"> 1.624.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">13</td>
<td width="95">12.09.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 1.700.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">14</td>
<td width="95">25.09.89</td>
<td width="187">Sicuretta</td>
<td align="right" width="158"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">15</td>
<td width="95">16.10.89</td>
<td width="187">Wando</td>
<td align="right" width="158"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">16</td>
<td width="95">27.11.89</td>
<td width="187">Seprocom</td>
<td align="right" width="158"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">17</td>
<td width="95">27.11.89</td>
<td width="187">Monarde</td>
<td align="right" width="158"> 664.200,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">18</td>
<td width="95">13.12.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 159.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">19</td>
<td width="95">13.12.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 1.590.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="65" height="12">20</td>
<td width="95">19.12.89</td>
<td></td>
<td align="right" width="158"> 453.150,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="158"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1989</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="158"><strong>CHF 14.660.700,00</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-3"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">21</td>
<td width="75">17.01.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 44.715,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">22</td>
<td width="75">17.01.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 17.885,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">23</td>
<td width="75">17.01.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 23.700,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">24</td>
<td width="75">19.01.90</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">25</td>
<td width="75">05.02.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">26</td>
<td width="75">06.02.90</td>
<td width="222">Seprocom</td>
<td align="right" width="106"> 160.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">27</td>
<td width="75">07.02.90</td>
<td width="222">Kishingchand Hongkong</td>
<td align="right" width="106"> 153.480,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">28</td>
<td width="75">30.03.90</td>
<td width="222">Adidas D</td>
<td align="right" width="106"> 100.789,29</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">29</td>
<td width="75">02.04.90</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 90.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">30</td>
<td width="75">29.05.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 50.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">31</td>
<td width="75">01.06.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 710.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">32</td>
<td width="75">18.06.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">33</td>
<td width="75">26.06.90</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">34</td>
<td width="75">18.07.90</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.250.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">35</td>
<td width="75">18.07.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 21.010,08</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">36</td>
<td width="75">03.08.90</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 257.625,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">37</td>
<td width="75">03.08.90</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 89.050,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">38</td>
<td width="75">27.08.90</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 30.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">39</td>
<td width="75">20.09.90</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 900.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">40</td>
<td width="75">03.10.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 640.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">41</td>
<td width="75">03.10.90</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 104.781,60</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">42</td>
<td width="75">08.11.90</td>
<td width="222">Kishingchand Hongkong</td>
<td align="right" width="106"> 38.370,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">43</td>
<td width="75">08.11.90</td>
<td width="222">Stella Barros Sao Paulo</td>
<td align="right" width="106"> 52.285,44</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">44</td>
<td width="75">07.12.90</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 245.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1990</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF  6.998.691,41  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Im Herbst 1990 hat das IOC die Olympischen Spiele 1996 an Atlanta vergeben. Die ISL makelte damals noch das olympische TOP-Sponsorenprogramm.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-4"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">45</td>
<td width="75">17.01.91</td>
<td width="222">Scienta</td>
<td align="right" width="106"> 1.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">46</td>
<td width="75">17.01.91</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 1.280.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">47</td>
<td width="75">28.01.91</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">48</td>
<td width="75">28.01.91</td>
<td width="222">Scienta</td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">49</td>
<td width="75">28.01.91</td>
<td width="222">Soc. Polisportiva Palermo</td>
<td align="right" width="106"> 19.080,48</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">50</td>
<td width="75">27.03.91</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">51</td>
<td width="75">09.04.91</td>
<td width="222">FC St. Maurice/F</td>
<td align="right" width="106"> 3.849,89</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">52</td>
<td width="75">16.04.91</td>
<td width="222">Monarde</td>
<td align="right" width="106"> 1.324.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">53</td>
<td width="75">02.05.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 740.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">54</td>
<td width="75">23.05.91</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">55</td>
<td width="75">23.05.91</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 240.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">56</td>
<td width="75">08.06.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 131.925,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">57</td>
<td width="75">23.07.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 1.600.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">58</td>
<td width="75">23.07.91</td>
<td width="222">Beleza</td>
<td align="right" width="106"> 780.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">59</td>
<td width="75">30.08.91</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">60</td>
<td width="75">15.10.91</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 72.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">61</td>
<td width="75">01.11.91</td>
<td width="222">Beleza</td>
<td align="right" width="106"> 735.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">62</td>
<td width="75">14.11.91</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">63</td>
<td width="75">09.12.91</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.050.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1991</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong> CHF 12.481.355,37  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Im Sommer 1991 Vergabe der Olympischen Winterspiele 1998 an Nagano.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-5"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">64</td>
<td width="75">22.01.92</td>
<td width="222">Ovada</td>
<td align="right" width="106"> 1.095.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">65</td>
<td width="75">27.01.92</td>
<td width="222">Ovada</td>
<td align="right" width="106"> 200.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">66</td>
<td width="75">10.02.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 180.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">67</td>
<td width="75">28.02.92</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">68</td>
<td width="75">05.03.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.848.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">69</td>
<td width="75">21.04.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.661.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">70</td>
<td width="75">05.06.92</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 55.260,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">71</td>
<td width="75">30.06.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.915.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">72</td>
<td width="75">01.07.92</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">73</td>
<td width="75">24.07.92</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 27.200,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">74</td>
<td width="75">31.07.92</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 135.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">75</td>
<td width="75">31.07.92</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">76</td>
<td width="75">31.07.92</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">77</td>
<td width="75">10.08.92</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.320.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1992</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 13.306.460,00  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Fast vier Millionen Cash über die Sicuretta &#8211; kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Barcelona.</li>
<li>Über die Sanud kassiert nun auch Teixeira ab.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-6"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">78</td>
<td width="75">22.01.93</td>
<td width="222">Wando</td>
<td align="right" width="106"> 270.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">79</td>
<td width="75">25.01.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.108.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">80</td>
<td width="75">16.02.93</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.510.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">81</td>
<td width="75">01.04.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 460.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">82</td>
<td width="75">22.04.93</td>
<td width="222">Lamine Diack</td>
<td align="right" width="106"> 29.800,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">83</td>
<td width="75">11.05.93</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.440.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">84</td>
<td width="75">01.07.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.416.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">85</td>
<td width="75">23.07.93</td>
<td width="222">Lamine Diack</td>
<td align="right" width="106"> 15.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">86</td>
<td width="75">27.08.93</td>
<td width="222">&#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 10.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">87</td>
<td width="75">07.09.93</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 1.460.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">88</td>
<td width="75">06.10.93</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 71.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">89</td>
<td width="75">29.10.93</td>
<td width="222">&#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 4.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">90</td>
<td width="75">02.11.93</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.575.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">91</td>
<td width="75">19.11.93</td>
<td width="222">Lamine Diack</td>
<td align="right" width="106"> 7.680,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">92</td>
<td width="75">27.12.93</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 15.292,20</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1993</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 12.392.172,20  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Sanud und Sicuretta werden bedient &#8211; rund um die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2000 an Sydney. Auffallend ist, dass rund um IOC-Sessionen eigentlich in all den Jahren größere Barabhebungen erfolgten. Jean-Marie Weber flog offenbar schwer beladen zu den olympischen Sitzungen.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-7"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">93</td>
<td width="75">10.01.94</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 800.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">94</td>
<td width="75">04.02.94</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.304.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">95</td>
<td width="75">04.02.94</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 720.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">96</td>
<td width="75">22.03.94</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 42.900,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">97</td>
<td width="75">31.05.94</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 700.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">98</td>
<td width="75">20.06.94</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.640.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">99</td>
<td width="75">03.10.94</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221; (Muttaleb)</td>
<td align="right" width="106"> 13.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">100</td>
<td width="75">04.11.94</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 625.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">101</td>
<td width="75">05.12.94</td>
<td width="222">D&#8217;Elicio Riccardo Torino</td>
<td align="right" width="106"> 33.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1994</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 8.878.150,00  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Auch hier wieder: jede Menge Bares über die Sicuretta unmittelbar vor den Winterspielen in Lillehammer. Kann natürlich alles Zufall sein.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-8"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">102</td>
<td width="75">09.01.95</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 39.600,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">103</td>
<td width="75">31.01.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 330.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">104</td>
<td width="75">31.01.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 330.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">105</td>
<td width="75">15.02.95</td>
<td width="222">CAF Hayatou</td>
<td align="right" width="106"> 24.700,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">106</td>
<td width="75">31.03.95</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 4.526.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">107</td>
<td width="75">27.04.95</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221; (Muttaleb)</td>
<td align="right" width="106"> 43.320,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">108</td>
<td width="75">31.05.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 590.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">109</td>
<td width="75">31.05.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 590.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">110</td>
<td width="75">06.07.95</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">111</td>
<td width="75">25.08.95</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221; (Muttaleb)</td>
<td align="right" width="106"> 41.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">112</td>
<td width="75">29.08.95</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 575.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">113</td>
<td width="75">03.10.95</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.166.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1995</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 11.356.020,00  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Auch diesmal erfolgen die Sicuretta-Transfers vor (4,5 Mio) und nach (2,1 Mio) der IOC-Session, die in Budapest die Olympischen Winterspiele 2002 an Salt Lake City vergab. #IOC-Bestechungsskandal</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-9"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">114</td>
<td width="75">24.01.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 115.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">115</td>
<td width="75">24.01.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 82.800,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">116</td>
<td width="75">31.01.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 287.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">117</td>
<td width="75">31.01.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 287.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">118</td>
<td width="75">14.02.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.633.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">119</td>
<td width="75">17.04.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.620.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">120</td>
<td width="75">19.06.96</td>
<td width="222">D&#8217;Elicio Riccardo Torino</td>
<td align="right" width="106"> 31.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">121</td>
<td width="75">19.06.96</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 31.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">122</td>
<td width="75">03.07.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 312.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">123</td>
<td width="75">03.07.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 312.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">124</td>
<td width="75">03.07.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.687.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">125</td>
<td width="75">10.09.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.633.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">126</td>
<td width="75">02.10.96</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 37.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">127</td>
<td width="75">17.10.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">128</td>
<td width="75">17.10.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 125.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">129</td>
<td width="75">17.10.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 150.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">130</td>
<td width="75">28.10.96</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 316.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">131</td>
<td width="75">06.11.96</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 630.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">132</td>
<td width="75">25.11.96</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 315.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">133</td>
<td width="75">17.12.96</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 39.300,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1996</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 9.767.600,00  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Das ist nun sehr auffällig: Vier Millionenabhebungen im Vorfeld der <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/"><strong>skandalösen Vergabe der Fußball-WM-TV-Vermarktung 2002/2006 an die ISL/Sporis und die Taurus/Kirch</strong></a> &#8211; dazu kommen noch die Millionen aus dem letzten Quartal 1995. Könnte alles passen.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-10"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">134</td>
<td width="75">14.01.97</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 39.300,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">135</td>
<td width="75">30.01.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 327.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">136</td>
<td width="75">30.01.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 32.750,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">137</td>
<td width="75">06.02.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.272.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">138</td>
<td width="75">03.03.97</td>
<td width="222">Garantie Joao Havelange</td>
<td align="right" width="106"> 1.500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">139</td>
<td width="75">10.03.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 2.812.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">140</td>
<td width="75">30.05.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 367.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">141</td>
<td width="75">30.05.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 367.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">142</td>
<td width="75">18.06.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106">-367.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">143</td>
<td width="75">24.06.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 705.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">144</td>
<td width="75">19.09.97</td>
<td width="222">Muttaleb</td>
<td align="right" width="106"> 145.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">145</td>
<td width="75">02.10.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.595.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">146</td>
<td width="75">30.10.97</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.522.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">147</td>
<td width="75">30.10.97</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106"> 36.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">148</td>
<td width="75">10.11.97</td>
<td width="222">CUS Torino</td>
<td align="right" width="106">-36.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">149</td>
<td width="75">11.11.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;E&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 120.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">150</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 176.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">151</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 352.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">152</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106"> 352.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">153</td>
<td width="75">12.11.97</td>
<td width="222">Leoz Toyota Cup</td>
<td align="right" width="106"> 282.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">154</td>
<td width="75">26.11.97</td>
<td width="222">Riccardo D&#8217;Elicio</td>
<td align="right" width="106"> 35.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">155</td>
<td width="75">28.11.97</td>
<td width="222">Sanud</td>
<td align="right" width="106">-352.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1997</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 12.284.550,00  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Im März diese ominöse &#8220;Garantie Joao Havelange&#8221;, gewiss noch Nachwirkung der TV-Rechtevergabe 2002/2006. Hier kam P1 (Sepp) gehörig ins Schwitzen.</li>
<li>Im September die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1997 an Athen. Kurz danach auch wieder Lohnzahlungen an Funktionäre über die Sicuretta.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-11"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">156</td>
<td width="75">20.01.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 170.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">157</td>
<td width="75">20.01.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 177.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">158</td>
<td width="75">18.03.98</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 2.920.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">159</td>
<td width="75">18.03.98</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 730.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">160</td>
<td width="75">23.03.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 146.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">161</td>
<td width="75">25.03.98</td>
<td></td>
<td align="right" width="106"> 219.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">162</td>
<td width="75">15.04.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 307.661,45</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">163</td>
<td width="75">05.05.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 375.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">164</td>
<td width="75">13.05.98</td>
<td width="222">Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 300.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">165</td>
<td width="75">17.06.98</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">166</td>
<td width="75">24.09.98</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 745.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">167</td>
<td width="75">23.10.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 326.650,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">168</td>
<td width="75">12.11.98</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.618.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">169</td>
<td width="75">25.11.98</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 323.342,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">170</td>
<td width="75">04.12.98</td>
<td width="222">Kakaire</td>
<td align="right" width="106"> 6.942,50</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">171</td>
<td width="75">04.12.98</td>
<td width="222">Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 282.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">172</td>
<td width="75">18.12.98</td>
<td width="222">Negele Sele Frommelt</td>
<td align="right" width="106"> 50.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1998</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 13.697.495,95  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Die Summen werden höher. Renford (Teixeira, Havelange) wird ausverschämter.</li>
<li>Von Ende März an, als der FIFA-Generalsekretär Blatter seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft bekannt gab, bis Juni, als Blatter <a title="FIFA’s Jack the Ripper and the Holy Bible: “with your love, your support and your understanding, I shall be your MP again”" href="http://www.jensweinreich.de/2013/04/26/fifas-jack-the-ripper-and-the-holy-bible-with-your-love-your-support-and-your-understanding-i-shall-be-your-mp-again/"><strong>mit Havelanges finanzieller Unterstützung</strong></a> in Paris unter skandalösen Umständen gegen Lennart Johansson die &#8220;Wahl&#8221; gewann, wurden rund 8 Millionen Franken Bestechungsgeld verteilt &#8211; auch an Leoz. Der Zampano Jean-Marie Weber war in seinem Element.</li>
<li>Ende des Jahres auch wieder 3,6 Mio über die Sicuretta &#8211; wenige Tage später löst das Schweizer IOC-Mitglied Marc Hodler mit seinen Plaudereien den IOC-Bestechungsskandal aus.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-12"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">173</td>
<td width="75">11.01.99</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 1.407.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">174</td>
<td width="75">04.02.99</td>
<td width="222">Renford</td>
<td align="right" width="106"> 705.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">175</td>
<td width="75">26.02.99</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 289.614,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">176</td>
<td width="75">24.03.99</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 3.190.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">177</td>
<td width="75">06.05.99</td>
<td width="222">Sicuretta</td>
<td align="right" width="106"> 800.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">178</td>
<td width="75">03.06.99</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 1.550.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">179</td>
<td width="75">23.06.99</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 775.750,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">180</td>
<td width="75">28.06.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 386.875,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">181</td>
<td width="75">14.07.99</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 1.650.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">182</td>
<td width="75">03.08.99</td>
<td width="222">CTF Corporation LTD</td>
<td align="right" width="106"> 3.691,55</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">183</td>
<td width="75">22.09.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 386.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">184</td>
<td width="75">22.09.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 386.250,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">185</td>
<td width="75">04.11.99</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 460.440,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">186</td>
<td width="75">04.11.99</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 460.440,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">187</td>
<td width="75">08.11.99</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 184.656,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">188</td>
<td width="75">26.11.99</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 1.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">189</td>
<td width="75">15.12.99</td>
<td width="222">Interadvice Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 12.147,20</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">190</td>
<td width="75">15.12.99</td>
<td width="222">Jean-Marie Weber</td>
<td align="right" width="106"> 100.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">191</td>
<td width="75">22.12.99</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 429.246,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">192</td>
<td width="75">23.12.99</td>
<td width="222">A. Ndolanga</td>
<td align="right" width="106"> 15.975,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 1999</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 14.193.334,75  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Es war das Jahr des IOC-Bestechungsskandals. Auf einer Krisensession im März wurden IOC-Mitglieder rausgeschmissen &#8211; und Jean-Marie Weber verteilte mehr als drei Millionen über die Sicuretta.</li>
<li>Im Frühsommer wurden die Olympischen Winterspiele 2006 an Turin vergeben &#8211; und wieder Millionen über die Sicuretta.</li>
<li>Das setzte sich fort bis Ende des Jahres, als sich das IOC offiziell Reformen verordnete und den Bestechungsskandal als abgeschlossen erklärte.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-13"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">193</td>
<td width="75">19.01.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 1.000.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">194</td>
<td width="75">20.01.00</td>
<td width="222">Merrill Lynch</td>
<td align="right" width="106"> 799.750,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">195</td>
<td width="75">20.01.00</td>
<td width="222">Nicolas Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 159.950,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">196</td>
<td width="75">20.01.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 431.865,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">197</td>
<td width="75">07.02.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 1.654.800,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">198</td>
<td width="75">07.02.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 364.870,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">199</td>
<td width="75">23.02.00</td>
<td width="222">Amicorp B.V.I Limited</td>
<td align="right" width="106"> 701,25</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">200</td>
<td width="75">10.03.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 534.400,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">201</td>
<td width="75">10.03.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 835.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">202</td>
<td width="75">29.03.00</td>
<td width="222">BNP Banque Nationale de Paris</td>
<td align="right" width="106"> 125.035,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">203</td>
<td width="75">04.05.00</td>
<td width="222">Nicolas Leoz</td>
<td align="right" width="106"> 51.675,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">204</td>
<td width="75">04.05.00</td>
<td width="222">Renford Investments LTD.</td>
<td align="right" width="106"> 868.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">205</td>
<td width="75">08.05.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 866.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">206</td>
<td width="75">15.05.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 466.803,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">207</td>
<td width="75">31.05.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">208</td>
<td width="75">02.06.00</td>
<td width="222">Taora Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 422.875,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">209</td>
<td width="75">27.06.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">210</td>
<td width="75">05.07.00</td>
<td width="222">Organisa for General Trading</td>
<td align="right" width="106"> 409.650,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">211</td>
<td width="75">19.07.00</td>
<td width="222">Sicuretta Anstalt</td>
<td align="right" width="106"> 446.040,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">212</td>
<td width="75">21.07.00</td>
<td width="222">Amicorp B.V.I Limited</td>
<td align="right" width="106"> 2.347,05</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">213</td>
<td width="75">16.10.00</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">214</td>
<td width="75">28.11.00</td>
<td width="222">Jean-Marie Weber</td>
<td align="right" width="106"> 90.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td style="text-align: right;"></td>
<td style="text-align: left;"><strong>total 2000</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 11.030.261,30</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Im Juli 2000 wurde die Fußball-WM 2006 an Deutschland vergeben. Hat Weber irgendwie mitgedealt? Die Zahlungen von Mai bis Juli sind bemerkenswert.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-14"><table width="530" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<colgroup>
<col width="45" />
<col width="60" />
<col width="210" />
<col width="180" /> </colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="57" height="12">Nummer</td>
<td width="75">Valuta</td>
<td width="222">Begünstigte</td>
<td style="text-align: right;" width="106"> Betrag in CHF</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">215</td>
<td width="75">15.01.01</td>
<td width="222">Gilmark Holdings Inc.</td>
<td align="right" width="106"> 500.000,00</td>
</tr>
<tr>
<td width="57" height="12">216</td>
<td>01.01.01</td>
<td width="222">Taora &#8220;A&#8221;</td>
<td align="right" width="106"> 372.500,00</td>
</tr>
<tr>
<td height="12"></td>
<td></td>
<td></td>
<td width="106"></td>
</tr>
<tr>
<td height="15"></td>
<td></td>
<td><strong>total 2001</strong></td>
<td style="text-align: right;" align="right" width="106"><strong>CHF 872.500,00  </strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<ul>
<li>Die letzten Zuckungen vor dem Konkurs.</li>
</ul>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-15"><p>Die weit verzweigte ISL-Gruppe, zuletzt unter der Holding ISMM firmierend, wurde von Horst Dassler, ehemals Chef des Sportartikelkonzerns Adidas gegründet. Sie blieb bis zum Konkurs im Frühjahr 2001 im Besitz der Dassler-Familie, der vier Schwestern und zwei Kinder von Horst Dassler, der 1987 an Augenkrebs starb.</p>
<p>Dassler war einer der besten Freunde und wichtigster Förderer des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter und zahlte Mitte der 1970er Jahre, in Blatters ersten Monaten bei der FIFA, auch dessen Gehalt über Adidas-Konten.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p>Für die Zeit von 1982 bis 1988, als Dassler den Weltsport revolutionierte und das Marketingprogramm der Olympischen Spiele erfand, auf dessen Grundlage später auch die Champions League im Fußball vermarktet wurde, liegen keine Dokumente über Korruptionszahlungen mehr vor. Die Summen aber dürften gigantisch sein. Aus Vernehmungen und Aktennotizen in den langjährigen gerichtlichen Auseinandersetzungen zum ISL-Konkurs geht klar hervor, dass das Bestechungssystem von Dassler früh in den 1980er Jahren, und sogar noch davor, etabliert wurde. Sein ehemaliger Buchhalter Jean-Marie Weber führte als ISL-Manager diese Praxis weiter.</p>
<p>Ab 1998, damals begannen sich die ISL-Besitzer für einen Börsengang zu interessieren, wurde das System verfeinert. Im Dezember 1998 errichtete die „Shelter Trust Anstalt“ in Vaduz die Stiftung „Nunca“. Dieser „Nunca“ wurde später die auf den British Virgin Islands registrierte „Sunbow S. A.“ zugeordnet. „Nunca“ und „Sunbow“ dienten allein den Bestechungszahlungen an Top-Funktionäre der olympischen Welt. Die Stiftungen tauchten weder in den Organigrammen des weitverzweigten und mit stets wechselnden Namen agierenden ISL-Konzerns auf, noch in den konsolidierten Bilanzen.</p>
<p>„Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist, als wenn man Lohn bezahlen muss, sonst wird nicht mehr gearbeitet“<a title="" href="#_ftn2">[2]</a>, hat der ehemalige ISL-Finanzchef vor Gericht erklärt. „Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass sich die Sportfunktionäre dran halten“, sagte ein anderer ISL-Vorstand. „Diese Praxis war branchenüblich, sie war unerlässlich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.“ Diese Lohnzahlungen gingen also an Funktionäre aus jenen Verbänden und Vereinen, mit denen die ISL-Gruppe Geschäfte machte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system-1536x979.png"><img class="aligncenter  wp-image-15953" alt="isl-system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/04/isl-system_w523.png" /></a></p>
<p>Die wichtigsten Partner des Sportmarketinggiganten waren (in Klammern die Laufzeiten der wichtigsten Verträge im Umfang von insgesamt mehreren Milliarden Euro)<a title="" href="#_ftn3">[3]</a>:</p>
<ul>
<li>Internationales Olympisches Komitee <strong>IOC</strong> (1983 – 1996)</li>
<li>Fußball-Weltverband <strong>FIFA</strong> (1982 – 2006)</li>
<li>Europäische Fußball-Union <strong>UEFA</strong> (1982 – 2004)</li>
<li>Leichtathletik-Weltverband <strong>IAAF</strong> (1983 – 2009)</li>
<li>Afrikanischer Fußballverband <strong>CAF</strong> (1984 – 2004)</li>
<li>Olympic Council of Asia <strong>OCA</strong> (1996 – 2006)</li>
<li>Basketball-Weltverband <strong>FIBA</strong> (1990 – 2004)</li>
<li>Schwimm-Weltverband <strong>FINA</strong> (1997 – 2007)</li>
<li>Autorennsport-Organisation <strong>CART</strong> (1998 – 2007)</li>
<li>Tennis-Organisation <strong>ATP</strong> (1998 – 2009)</li>
<li>Tennis-Weltverband <strong>ITF</strong> (1999 – 2007)</li>
<li>Flamengo Rio de Janeiro, Gremio Porto Alegre (1999 – 2014)</li>
</ul>
<p>Die meisten der bestochenen Offiziellen bleiben unbehelligt. Der Verbleib von mehr als 110 Millionen Franken bleibt unklar. Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft in mehreren Ländern zu Tarnfirmen und Stiftungen wie „Monarde“, „Wando“, „Seprocom“, „Kishingchand“ und anderen blieben erfolglos.</p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<p><em><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Auch das ist seit Jahren beschrieben und von Blatter bestätigt. Blatter stieg 1975 auf Dasslers Empfehlung/Auswahl als technischer Direktor bei der FIFA ein – in den ersten Monaten hatte er sein Büro in Dasslers Konzernzentrale (Adidas France) in Landersheim im Elsass. Sein Gehalt wurde von Adidas bezahlt, was später auch der zwischenzeitliche Adidas Chef Robert Louis-Dreyfuss bestätigte.</em></p>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Zitat aus dem Strafprozess gegen ISL-Manager 2008 in Zug. Ich habe sämtliche Verhandlungstage im Gericht verfolgt. Dokumentiert u.a. hier: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/drucken/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/810712/drucken/</a></p>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Das sind nur die wichtigsten Assets kurz vor dem Konkurs 2001. Ich verzichte auf Vertragssummen, spielt hier keine Rolle. Quelle u.a.: Originalunterlagen der ISL, Sanierungsplan vom Frühjahr 2001 kurz vor dem Konkurs.</p>
</div><div class="tab-body clearfix ui-tabs-hide" id="wpuisc-tabs-0-16"><p> <strong>1) Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zug vom 11. Mai 2010:</strong></p>
<p><iframe id="doc_56012" src="http://www.scribd.com/embeds/99880011/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-dp8v4nt8x85jr2mf7zq" height="600" width="100%" frameborder="0" scrolling="no" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="0.706697459584296"></iframe></p>
<p><strong>2) Das Urteil des Schweizer Bundesgerichts zur Veröffentlichung der Einstellungsverfügung vom 3. Juli 2012:</strong></p>
<p><iframe id="doc_26174" src="http://www.scribd.com/embeds/99880043/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-2egi03kn5gxnm848auas" height="600" width="100%" frameborder="0" scrolling="no" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="0.706697459584296"></iframe></p>
<p><strong>3) Empfehlung der IOC-Ethikkommission zum Fall Lamine Diack (IAAF/IOC) vom 3. Oktober 2011:</strong></p>
<p><iframe id="doc_93352" src="http://www.scribd.com/embeds/138328846/content?start_page=1&amp;view_mode=scroll&amp;access_key=key-21el78glfnkac0h3dybc" height="600" width="100%" frameborder="0" scrolling="no" data-auto-height="false" data-aspect-ratio="0.708006279434851"></iframe></p>
<p><strong>4) Empfehlung der IOC-Ethikkommission zum Fall Issa Hayatou (FIFA/IOC/CAF) vom 3. Oktober 2011:</strong></p>
<p><iframe id="doc_14564" src="http://www.scribd.com/embeds/138328949/content?start_page=1&amp;view_mode=scroll&amp;access_key=key-2cngierac3ssphv84saf" height="600" width="100%" frameborder="0" scrolling="no" data-auto-height="false" data-aspect-ratio="0.708006279434851"></iframe></p>
<p><strong>5) Um derlei Milliardenverträge ging es der ISL-Gruppe, deren Holding Sporis (später in ISMM umbenannt) gemeinsam mit der Taurus aus dem Reich des Leo Kirch 1996 auf dubiose Weise das Recht erhielt, die TV-Vermarktungsrechte für die Fußballweltmeisterschaften 2002 und 2006 zu makeln:</strong></p>
<p><iframe id="doc_96352" src="http://www.scribd.com/embeds/138333191/content?start_page=1&amp;view_mode=scroll&amp;access_key=key-69myomnzsifrhq7eddg" height="600" width="100%" frameborder="0" scrolling="no" data-auto-height="false" data-aspect-ratio="0.707450980392157"></iframe></p>
</div></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2013/04/28/142-mio-chf-schmiergeld-full-list-of-isl-bribery-payments-to-senior-sport-officials-1989-2001/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2013/01/04/olympia-2022-in-graubunden-paradies-fur-geber-und-nehmer/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=olympia-2022-in-graubunden-paradies-fur-geber-und-nehmer</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2013/01/04/olympia-2022-in-graubunden-paradies-fur-geber-und-nehmer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Jan 2013 15:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[graubünden 2022]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[ioc-presidency]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[knebelverträge]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2022]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2020]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2022]]></category>
		<category><![CDATA[annecy 2018]]></category>
		<category><![CDATA[denis oswald]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[gian-franco kasper]]></category>
		<category><![CDATA[graubünden]]></category>
		<category><![CDATA[infront]]></category>
		<category><![CDATA[istanbul 2020]]></category>
		<category><![CDATA[jörg schild]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2020]]></category>
		<category><![CDATA[olympia-nein.ch]]></category>
		<category><![CDATA[patrick baumann]]></category>
		<category><![CDATA[philippe blatter]]></category>
		<category><![CDATA[pierre fasel]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[rene fasel]]></category>
		<category><![CDATA[swiss olympic]]></category>
		<category><![CDATA[tageswoche]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2020]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vetternwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=15214</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:
Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.
Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.
Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (...)]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><em>Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der <a title="Tageswoche.ch" href="http://www.tageswoche.ch/de/2013_01/sport/495349/ein-paradies-fuer-geber-und-nehmer.htm" target="_blank"><strong>Tages Woche</strong></a> (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet: </em></p>
<div id="attachment_15226" class="wp-caption aligncenter" style="width: 516px"><img class=" wp-image-15226 " alt="Cover Tageswoche 1.2013" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2013/01/Tageswoche_2013_01-723x1024.jpg" width="506" height="717" /><p class="wp-caption-text">Cover Tageswoche 1.2013</p></div>
<p>Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.</p>
<p>Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. <a title="Kommentar von Ralf" href="http://www.jensweinreich.de/2013/01/04/olympia-2022-in-graubunden-paradies-fur-geber-und-nehmer/#comment-40908">Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vagen Überlegungen in München und Oslo</a>, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.</p>
<p>Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events.</p>
<div class="content-box widget textwidget ui-corner-all"><h3 class="widgettitle">Winterspiele 2022</h3><p>Weitere Texte aus dem Special der <strong>Tages Woche</strong> &#8221;Olympia im Bündnerland&#8221;:</p>
<ul>
<li>Michael Rockenbach und Martina Rutschmann: <a title="Tageswoche.ch" href="http://www.tageswoche.ch/de/2013_01/schweiz/495351/der-traum-von-einem-neuen-land.htm" target="_blank">Der Traum von einem neuen Land</a></li>
<li>Interview mit Jörg Schild, Chef von Swiss Olympic: <a title="Tageswoche.ch" href="http://www.tageswoche.ch/de/2013_01/schweiz/495323/immer-diese-maekelei.htm" target="_blank">Immer diese Mäkelei</a></li>
<li>Peter Egloff: <a title="Tageswoche.ch" href="http://www.tageswoche.ch/de/2013_01/schweiz/495875/der-jagdtrieb-ist-teil-der-buendner-identitaet.htm" target="_blank">Der Jagdtrieb ist Teil der Bündner Identität</a></li>
<li>Jost Auf der Maur: <a title="Tageswoche.ch" href="http://www.tageswoche.ch/de/2013_01/schweiz/495299/an-olympia-will-die-buendner-elite-genesen.htm" target="_blank">An Olympia will die Bündner Elite genesen</a></li>
</ul>
<p>Pflichtlektüre:</p>
<ul>
<li><a title="olympia-nein.ch" href="http://olympia-nein.ch/go/index.php" target="_blank"><strong>Olympia Nein!</strong></a> (Schweiz)</li>
</ul>
<p>Ein umfangreiches Archiv zu Graubünden und München 2022 findet sich in den Kommentaren zu diesem Beitrag:</p>
<ul>
<li><a title="Permanent Link to Münchens Olympiabewerbung 2022 vs Privatinteressen von Christian Ude (SPD) und Thomas Bach (FDP)" href="http://www.jensweinreich.de/2012/10/10/munchens-olympiabewerbung-2022-vs-privatinteressen-von-christian-ude-spd-und-thomas-bach-fdp/" rel="bookmark">Münchens Olympiabewerbung 2022 vs Privatinteressen von Christian Ude (SPD) und Thomas Bach (FDP)</a></li>
</ul>
</div>
<p>Die Schweiz ist olympiareif und olympiawürdig: Ihre Politiker katzbuckeln seit Jahrzehnten vor Sportkonzernen wie dem IOC oder dem Fußball-Weltverband FIFA, gewähren Steuererleichterungen und allerlei andere Subventionen; kein Land hat mehr IOC-Mitglieder (fünf), die bestens vernetzt sind und ihr Business beherrschen. Außerdem garantieren die Luxusherbergen im Bündner Land dem IOC-Völkchen und anderen Super-V.I.P.s standesgemäße Exklusivität. Zwar bröckelt das Bankgeheimnis ein wenig, doch würden etliche dubiose Vertreter der olympischen Familie den Umstand zu schätzen wissen, sich während der Winterspiele 2022 intensiv ihren Nummernkonten und Privatgeschäften widmen zu können.</p>
<p>Vieles spricht für die Schweiz. Als ein Kernland des Wintersports erfüllt sie alle Bedingungen für den Ringe-Zirkus. Sie beherbergt zudem rund 60 internationale Sportverbände, nicht nur das IOC und die FIFA. Auch die drei wichtigsten der sieben olympischen Wintersportverbände sind in der Eidgenossenschaft domiziliert: Der Eishockeyverband IIHF (Zürich), der Ski-Weltverband FIS (Oberhofen/Thunersee) und der Eislauf-Weltverband ISU in Lausanne, der Capitale Olympique.</p>
<p>Die Schweizer IOC-Mitglieder dürften in Kuala Lumpur zwar nicht für die eigene Kandidatur stimmen, was die IOC-Regeln verbieten, sind aber allesamt so gewandt und gerissen, dass man ihnen zutrauen darf, problemlos Stimmen der 100 anderen IOC-Mitglieder zu akquirieren – wenn sie denn wollen, wenn ihre privaten Interessen mit den nationalen korrespondieren. Zum formidablen Quintett aus der ersten Reihe des Olymps gehören:</p>
<ol>
<li>René <strong>Fasel</strong>, Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF und Mitglied des IOC-Exekutivkomitees;</li>
<li>Denis <strong>Oswald</strong>, Präsident des Ruder-Weltverbandes FISA (mit Sitz in Lausanne);</li>
<li>Gian-Franco <strong>Kasper</strong>, Präsident des Ski-Weltverbandes FIS;</li>
<li>Patrick <strong>Baumann</strong>, Generalsekretär des Basketball-Weltverbandes FIBA (mit Sitz in Cointrin);</li>
<li>sowie die Skandalnudel Joseph <strong>Blatter</strong>, Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA (mit Sitz in Zürich).</li>
</ol>
<p>Eine imposante Liste. Die Herrschaften sind mit allen Wassern gewaschen. Blatter darf man als Korruptionsexperten bezeichnen. Auch Fasel, dem wie Oswald Ambitionen auf die IOC-Präsidentschaft nachgesagt werden, ist nicht ganz ohne: Er betreibt manches Geschäft, gern in Russland, und wurde 2010 vom IOC-Exekutivkomitee wegen eines Interessenskonfliktes im Zusammenhang mit TV- und Marketingrechten gerügt.</p>
<p>Ja, es bleibt vieles in der Familie. TV- und Marketingrechte, darauf sind Schweizer Firmen und Funktionäre spezialisiert. Da lassen sich allerlei diskrete Abmachungen treffen, Karrieren beschleunigen, Familienmitglieder beschäftigen und Verdienste generieren. Blatters Neffe Philippe etwa leitet die Geschäfte der in Zug beheimateten Firma Infront, einem Global Player in diesem Business. Der Infront-Konzern ist mit voluminösen Paketen (insgesamt in Milliardenhöhe) etwa mit der FIFA, der FIS, der IIHF oder dem skandalumtosten Rad-Weltverband UCI verkuppelt. Im Infront-Reich, bei der Entertainmentgruppe Infront-Ringier, hat auch Fasels Sohn Pierre eine gut dotierte Anstellung gefunden.<span id="more-15214"></span></p>
<p>Die Vergabe Olympischer Spiele ist ein völlig irrationaler Wettbewerb. Zwar existieren einige Regeln, die sich das IOC nach dem Bestechungsskandal um die Winterspiele in Salt Lake City im Jahr 1999 verordnen musste, nur hält sich kaum jemand daran. Es geht nicht um den objektiv besten Bewerber, obgleich sich aus dem Datenmaterial vergangener Spiele und Bewerbungen sowie den aktuellen Offerten problemlos eine saubere Rangliste generieren ließe. Aber das will das IOC gar nicht. Der subjektive Faktor muss dominieren. Es ist Platz für allerlei Manipulationen.</p>
<p>Bester Beweis dieser These ist das Faktum, dass selten eine Offerte gewann, die in den Berichten der IOC-Evaluierungskommissionen Bestnoten erhalten hatte: Bei Winterspielen waren das zuletzt Salt Lake City (USA/2002) und Vancouver (Kanada/2010). Wobei die Amerikaner seinerzeit mit millionenschweren Bestechungsleistungen nachgeholfen hatten. Es war ein Schweizer Sportfunktionär, der im Dezember 1998 am Rande der IOC-Exekutivsitzung im IOC-Glaspalast in Lausanne darüber schimpfte: Marc Hodler, der inzwischen verstorbene ehemalige IOC-Vizepräsident und langjährige Chef des Ski-Weltverbandes FIS.</p>
<p>Hodlers Plaudereien über die Vorgänge in Salt Lake City lösten die größte Krise in der IOC-Geschichte aus. Partiell sorgte das für Säuberungen im Ringe-Konzern, zehn Mitglieder verabschiedeten sich unter Druck oder wurden auf einer Krisensession ausgeschlossen. Das Imperium schlug zurück und rächte sich an Hodler und seinen generösen Schweizer Gastgebern: Die Olympiabewerbung von Sion wurde abgestraft. Turin setzte sich auf der IOC-Session in Seoul im Juni 1999 klar mit 53:36 Stimmen durch. Es war ein Racheakt des Establishments. Es war auch ein Sieg der Millionen des damaligen Fiat-Patrons Gianni Agnelli. Nur für Chronisten: Helsinki, Klagenfurt, Poprad (Slowakei) und Zakopane (Polen) befanden sich ebenfalls im Olympia-Wettbewerb.</p>
<div id="attachment_14991" class="wp-caption aligncenter" style="width: 542px"><img class=" wp-image-14991" title="OWG 2022 timetable" alt="OWG 2022 timetable" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/10/OWG-2022-timetable1.jpg" width="532" height="503" /><p class="wp-caption-text">OWG 2022 timetable</p></div>
<p>Der derzeitige IOC-Präsident Jacques Rogge (Belgien) scheidet im September 2013 nach zwölf Jahren turnusgemäß aus dem Amt. Favorit auf seine Nachfolge ist der Deutsche Thomas Bach, der mit aller Macht eine Olympiabewerbung von München für 2022 verhindern will, weil er fürchtet, Münchens neuerliche Olympia-Ambitionen könnten seine IOC-Präsidentschaft gefährden. Auch diese Konstellation spricht für Graubünden.</p>
<p>Jacques Rogge war 2001 mit dem Versprechen angetreten, die Olympischen Spiele bezahlbarer und nachhaltiger zu machen. Auch mit diesem Vorhaben ist er gescheitert. Denn in seiner Ära stehen Athen (Sommer 2004), Peking (Sommer 2008), Sotschi (Winter 2014) und Rio de Janeiro (Sommer 2016) für olympischen Gigantismus. Allenfalls in Vancouver (Winter 2010) und mit großen Abstrichen in London (Sommer 2012) wurde nachhaltig agiert – und selbst in London begann alles mit einer großen Lüge über die Kosten, als die Regierung in der Bewerbungsphase ein entsprechendes Gutachten verheimlichte.</p>
<p>Es gibt natürlich viele gute Gründe, Graubünden mit dem Olympiaprojekt als überfordert zu betrachten. Andererseits ist es gerade bei Winterspielen wieder mal an der Zeit, mit kleinen aber feinen Spielen zu punkten. Der so genannte Organisationsetat (OCOG-Etat) ist bei so ziemlich allen Ausrichtern gleich und bewegt sich in Höhe von maximal zwei Milliarden Franken. Die wahren Kosten werden jedoch in das Infrastruktur-Budget, den das IOC Non-OCOG-Etat nennt, und meist noch in einen dritten Etat ausgelagert. Im russischen Sotschi (2014) und im südkoreanischen Pyeongchang (2018) wurden für die Winterspiele ganze Berglandschaften gerodet und zweistellige Milliardensummen verbaut.</p>
<p>So schlimm würd es in der Schweiz gewiss nicht werden, immerhin findet sich eine politische Mehrheit dafür, die öffentlichen Zuschüsse möglichst gering zu halten. Nur geht es auch hier schon um mehr als zwei Milliarden Franken aus öffentlichen Kassen – für Infrastruktur, Sicherheit und allerlei Bürgschaften. Erfahrungsgemäß explodieren derlei Olympia-Etats ständig. Vorsicht ist also geboten. Mit den Knebelverträgen des IOC ist nicht zu spaßen.</p>
<p>Schon für die Winterspiele 2018 interessierten sich so wenige Städte wie seit einem halben Jahrhundert nicht mehr: Nur Pyeongchang und München waren echte Kandidaten. Das IOC nahm flink noch Annecy (Frankreich) mit in die Endrunde, um einen größeren Wettbewerb vorzutäuschen. Pyeongchang erhielt im Juli 2011 den Zuschlag, nachdem es zuvor für 2010 an Vancouver und für 2014 an Sotschi gescheitert war. Auch für die Sommerspiele 2020, die das IOC im September dieses Jahres vergibt, war die Zahl der Bewerber überschaubar: Doha (Katar) und Baku (Aserbaidschan) wurden in der Vorrunde aussortiert. In Italien stoppte der damalige Ministerpräsident Mario Monti, damals gerade angetreten, um den Staatshaushalt zu sanieren, die Olympia-Offerte von Rom. Monti sprach von „Vernunft“ und „Verantwortung“, die bei derartigen milliardenschweren Abenteuern dominieren müssten. Es blieben also nur Istanbul, Tokio und Madrid im Wettbewerb, wobei Madrid, nun ja, auch so ein Streichkandidat ist – kein ernsthafter Anwärter mehr, nicht nur wegen der defizitären Finanzlage.</p>
<p>Normalerweise wird gern in der olympischen Dialektik argumentiert, wonach die Vergabe der Winter- und Sommerspiele, jeweils in den ungeraden Jahren zwischen den Mega-Sportfesten, im Zusammenhang zu betrachten wären. Angesichts der Wirtschaftslage und des desaströsen internationalen Interesses lassen sich diese Überlegungen vernachlässigen. Ob die Sommerspiele 2020 in Istanbul oder Tokio stattfinden, kann möglichen Schweizer Bewerbern ziemlich egal sein, denn noch einmal: Entscheiden die Bürger für das Abenteuer, steht Graubünden allein auf weiter Flur, ohne ernsthaften Herausforderer.</p>
<p>Für Winterspiele kommen ohnehin nur maximal zwanzig Nationen auf drei Kontinenten in Frage. 2018 ist Asien dran mit Südkorea. 2022 werden die Spiele definitiv in Europa ausgetragen, denn eine nordamerikanische Bewerbung wird es nicht geben.</p>
<p>Als Saubermänner würden die Schweizer gewiss nicht ins Rennen gehen. Denn das bisher größte Korruptionsgeflecht des olympischen Sports, weitgehend ungeahndet, wurde in der Schweiz etabliert: Die Firmengruppe ISL/ISMM, einst Weltmarktführer im Sportbusiness, hatte bis zu ihrem Konkurs im Jahr 2001 über zwei Jahrzehnte höchste Sportfunktionäre geschmiert, um TV- und Marketingverträge zu erhalten – und auch im olympischen Bewerberbusiness mitzuspielen. Gerichtlich verbrieft sind 142 Millionen Franken Bestechungsgeld vor allem für FIFA-Funktionäre und IOC-Mitglieder. Zur Rechenschaft gezogen wurde kaum jemand, etliche Schmiergeldempfänger sind noch im Amt und würden wohl 2015 auch über das olympische Schicksal von Graubünden entscheiden.</p>
<p>Das ISL-Bestechungssystem wurde von Zug aus organisiert (in diesen Büros sitzt jetzt die Infront) und trug gewissermaßen einen amtlichen Stempel: Im ISL-Strafprozess wurde 2008 publik, dass die eidgenössische Steuerverwaltung, die üblichen Verdächtigen aus der Banken-Branche und renommierte Wirtschaftsberatungsgesellschaften wie die KPMG das ISL-System mitgetragen haben. Auch das gehört zur olympischen Tradition: Die Schweiz ist ein Paradies für Geber und Nehmer.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2013/01/04/olympia-2022-in-graubunden-paradies-fur-geber-und-nehmer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>44</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>#London2012 (XXXIII): It&#8217;s show time, folks! live-Blog von der Schlussfeier</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/08/12/london2012-xxxiii-its-show-time-folks-live-blog-von-der-schlussfeier/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=london2012-xxxiii-its-show-time-folks-live-blog-von-der-schlussfeier</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/08/12/london2012-xxxiii-its-show-time-folks-live-blog-von-der-schlussfeier/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Aug 2012 17:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[abschlussfeier]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[boris johnson]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[dsv]]></category>
		<category><![CDATA[dttb]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[london 2012]]></category>
		<category><![CDATA[sebastian coe]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[sportförderung]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[zielvereinbarungen]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=13199</guid>
		<description><![CDATA[LONDON. So sieht&#8217;s aus &#8211; gern auch auf das Foto klicken (zweimal klicken, dann kommt es relativ cool). It&#8217;s showtime, folks. Es hat eben bei der Probe schon ziemlich gerockt, ich denke, das wird ähnlich unterhaltsam wie vor sechzehn Tagen. In knapp zwei Stunden beginnt das Vorprogramm, in etwas mehr als drei Stunden die Party. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<div id="attachment_13200" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07941.jpg"><img class=" wp-image-13200  " title="Olympic Stadium, London, 12. August 2012, 17.42: Die Ruhe vor dem Sturm" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07941-1024x225.jpg" alt="" width="491" height="108" /></a><p class="wp-caption-text">Olympic Stadium, London, 12. August 2012, 17.42: Die Ruhe vor dem Sturm</p></div>
<p>LONDON. So sieht&#8217;s aus &#8211; gern auch auf das Foto klicken (zweimal klicken, dann kommt es relativ cool).</p>
<p>It&#8217;s showtime, folks.</p>
<p>Es hat eben bei der Probe schon ziemlich gerockt, ich denke, das wird ähnlich unterhaltsam <a title="#London2012 (IX): live-Blog Eröffnungsfeier, “Isles of Wonder”" href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/27/london2012-ix-live-blog-eroffnungsfeier/"><strong>wie vor sechzehn Tagen</strong></a>. In knapp zwei Stunden beginnt das Vorprogramm, in etwas mehr als drei Stunden die Party. Was genau läuft, darf ich noch nicht verraten, obgleich das Programm (mit Sperrfrist versehen) in meinem Rucksack lauert.</p>
<p>Rechtzeitiges Erscheinen sichert feine Plätze. Ich glaube, ich war noch nie in meinem Leben irgendwo pünktlich. Heute drei Stunden &#8230; zuvor? Das muss für die Nachwelt festgehalten werden, schließlich habe ich <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/Kommentar-/!99450/" target="_blank">ein rasendes Ego</a>. Manche Leute verstehen es halt noch nicht, wie das ist mit dem Bloggen und dem Journalismus und gewissen Prinzipien und manchen Zusammenhängen. Anyway.</p>
<p>Natürlich wird es heute hier nicht so voll werden wie bei der <a title="#London2012 (IX): live-Blog Eröffnungsfeier, “Isles of Wonder”" href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/27/london2012-ix-live-blog-eroffnungsfeier/">wunderbaren Eröffnungsfeier</a> oder am <a title="#London2012 (XXIX): #openFriedrich und andere Transparenzallergiker: warum das Deutschlandradio mir Berufsverbot erteilte" href="http://www.jensweinreich.de/2012/08/10/london2012-xxix-openfriedrich-und-andere-transparenzallergiker-warum-das-deutschlandradio-mir-berufsverbot-erteilte/">Freitag</a>, doch wir werden uns gewiss vergnügen und nebenbei ein bisschen bilden. Das kann ja nicht schaden.</p>
<p>Deshalb, als nächstes, eine Pflichtlektüre, auch wenn es thematisch nicht zu passen scheint, angesichts der Überschrift dieses Beitrages. Verbinden wir also in feiner Tradition das Vergnügen mit den Mühen des Alltages. One moment, please, dann erscheint hier eine Zielvereinbarung, die nicht mehr Zielvereinbarung heißen soll, sondern <a title="#London2012 (XXX): Wenn Deutsche bilanzieren …" href="http://www.jensweinreich.de/2012/08/11/london2012-xxx-wenn-deutsche-bilanzieren/">Potenzialförderrealismusproblemlösungsvereinbarung</a>.</p>
<p><strong>18.15 Uhr:</strong> Okay, gewiss habe ich mal wieder schlecht recherchiert und es gibt gar keine Sperrfrist, wie ich da oben wichtigtuerisch schrieb.</p>
<p>Hier also, das Lineup, einigen von denen rennt man hier über den Weg. Wirklich.</p>
<p>[<em>Habe es mal sicherheitshalber wieder entfernt. Denn die Embargozeile habe ich nun gefunden: 21.00 BST. Nicht dass hier noch die IOC-Sittenwächter vorbei schauen.</em>]</p>
<p><strong>18.51:</strong> Ich glaube, die haben jetzt erst die Stadiontore geöffnet. Es füllt sich.</p>
<p><strong>18.54:</strong> Ooops, ich kann es nicht unterdrücken: Bitte mal darauf achten, ob schon heute Abend manch Gedanke/Formulierung/Fakt/wasauchsonst kurze Zeit später in Moderationen und/oder Gesprächen im DLF-Sport verbraten werden. Passiert regelmäßig. Kommentare werden auch gern genommen. Ohne Quellenangabe, versteht sich. #LSR</p>
<p><strong>19.07:</strong> So, das lineup musste ich wieder löschen. Embargo: 21.00 British Summer Time.</p>
<p><strong>19.12:</strong> <a title="tag Boris Johnson" href="http://www.jensweinreich.de/category/boris-johnson/" target="_blank">Boris Johnson</a> wieder. Er ist einfach herrlich. <a title="Tweet von PA" href="https://twitter.com/PressAssoc2012/status/234713425861828608" target="_blank">Tweet von PA</a> (die Einbindung funktioniert aus mir unerfindlichen Gründen leider gerade nicht):</p>
<blockquote><p>Boris Johnson brings laughter from British medal winners after telling them the UK should celebrate their achievements with &#8220;an orgy&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>19.15:</strong> Kein Witz bzw doch einer oder nur die traurige Wahrheit: Der Chinese, der neben mir sitzt, hat auf seinem Laptop ein Foto als Bildschirmschoner, dass ihn beim Bückling zeigt, als ihm KP- und Staatschef Hu Jintao die Hand gibt.</p>
<p>Ich bin begeistert. Denn, das werden nicht alle wissen und oder es schon vergessen haben: Hu Jintao ist der Namenspatron dieses Blogs.</p>
<blockquote><p><strong>Don&#8217;t mix politics with games &#8230;</strong></p></blockquote>
<p>&#8230; <a title="Peking, Tag 2" href="http://www.jensweinreich.de/2008/08/02/peking-tag-2/" target="_blank">haben wir einst kollektiv von Hu Jintao geklaut</a>.</p>
<p><strong>19.35:</strong> So siehts jetzt aus (einmal klicken, dann noch einmal und vergrößern):</p>
<div id="attachment_13216" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07959.jpg"><img class=" wp-image-13216   " title="Olympic Stadium, London, 12. August 2012, 19.37: Die Ruhe vor dem Sturm II" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07959-1024x225.jpg" alt="" width="498" height="110" /></a><p class="wp-caption-text">Olympic Stadium, London, 12. August 2012, 19.37: Die Ruhe vor dem Sturm II</p></div>
<p>19.46: Eine Stunde Zeit noch zum lesen. Hier mal drei Zielvereinbarungen im Original. Ich werde das die Tage mal etwas übersichtlicher auf einer Seite zusammenstellen, wie ich überhaupt &#8211; Hallo, cf! &#8211; dafür sorgen muss, dass all die Dokumente, die über die Jahre hochgeladen und verlinkt wurden, etwas besser zur Geltung kommen. Haben mich in London einige Kollegen drauf angesprochen, nicht aufs Ego, sondern auf Dokumente, die man besser finden sollte.</p>
<p>Also. <a title="#London2012 (XXVI): Die Mutter aller Zielvereinbarungen und die Hofschranzenkultur von DOSB und BMI" href="http://www.jensweinreich.de/2012/08/09/london2012-xxvi-die-mutter-aller-zielvereinbarungen-und-die-hofschranzenkultur-von-dosb-und-bmi/">Noch einmal</a> die Mutter aller <del>Zielvereinbarungen</del> <a title="#London2012 (XXX): Wenn Deutsche bilanzieren …" href="http://www.jensweinreich.de/2012/08/11/london2012-xxx-wenn-deutsche-bilanzieren/">Potenzialförderrealismusproblemlösungsvereinbarung</a>: BMI &#8211; DOSB:</p>
<p><iframe id="doc_89471" src="http://www.scribd.com/embeds/102461914/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-24fsjdebtffohs9hclne" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="600" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="0.707514450867052"></iframe></p>
<p>Die <a title="#London2012 (XXX): Wenn Deutsche bilanzieren …" href="http://www.jensweinreich.de/2012/08/11/london2012-xxx-wenn-deutsche-bilanzieren/">Potenzialförderrealismusproblemlösungsvereinbarung</a> des Deutschen Skiverbandes für Sotschi 2014</p>
<p><iframe id="doc_57374" src="http://www.scribd.com/embeds/102687345/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-17ehcizjwknh2czifapr" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="600" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="1.41666666666667"></iframe></p>
<p><span id="more-13199"></span>Die <a title="#London2012 (XXX): Wenn Deutsche bilanzieren …" href="http://www.jensweinreich.de/2012/08/11/london2012-xxx-wenn-deutsche-bilanzieren/">Potenzialförderrealismusproblemlösungsvereinbarung</a> des Deutschen Tischtennis-Bundes für London 2012</p>
<p><iframe id="doc_35463" src="http://www.scribd.com/embeds/102687346/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-22t5kbzzjq2po02giy96" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="600" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="1.41666666666667"></iframe></p>
<p>Dank an Grit Hartmann.</p>
<p>Und ein Zeugnis meiner Dichtkunst von heute Nachmittag. Ich hoffe, das druckt jemand:</p>
<blockquote><p>Es gehört schon ziemlich viel Unvermögen dazu, ein solches PR-Desaster anzurichten wie es die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in London schaffte. Da mochten sich die Funktionäre noch so sehr mühen, die Bilanz als Erfolgsgeschichte zu verkaufen – sie ernteten im Presseraum des Deutschen Hauses nur mitleidiges Kopfschütteln. Denn die Leidtragenden sind letztlich die Athleten, deren Auftritte von Schlagzeilen, die der DOSB leicht hätte verhindern können, geprägt wurden.</p>
<p>Das Thema Intransparenz in der Sportförderung wurde während der Spiele nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin akut, das dem DOSB und dem Bundesinnenministerium auftrug, Unterlagen über die Sportförderung sofort zu veröffentlichen. Weitere Anträge sind nach dem Informationsfreiheitsgesetz anhängig. DOSB-Präsident Thomas Bach (FDP), sein Generaldirektor Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verstrickten sich, erstmals unter kritischer Beobachtung einer größeren Öffentlichkeit, heillos in Widersprüche und kamen mächtig ins Stottern.</p>
<p>Stehen DOSB und BMI über dem deutschen Recht, wenn sie der Öffentlichkeit die kompletten Unterlagen über die Sportförderung verweigern? Natürlich konnte Vesper, einst Bau-, Kultur- und Sportminister in NRW, darauf nicht mit Ja antworten.</p>
<p>„Nein“, presste er hervor. Und nochmal: „Nein, natürlich stehen wir nicht über dem Recht.“</p>
<p>Doch DOSB und BMI verhalten sich so. Sie gaben am Freitagnachmittag erst unter größtem öffentlichen Druck und Gerichtsbeschluss ihre Medaillenplanungen heraus (die Kerndokumente aber stehen noch aus), und haben deshalb Schuld daran, wenn die Schlagzeilen lauten, der DOSB habe seine Zielstellung in London (86 Medaillen) mit seinen 44 Plaketten (Stand Sonntag, 14.00 MESZ) kolossal verfehlt.</p>
<p>„Wir diskutieren hier über 86 Medaillen, anstatt uns zu freuen, dass wir mehr haben als in Peking“, wunderte sich Vesper und referierte über „Potenziale“, „Realismus“ und die „sachgerechte Lösung von Problemlagen“. Tatsächlich haben deutsche Sportler erstmals seit 1992 den Abwärtstrend gestoppt, wenn man nur die Medaillen zählt: 82 in Barcelona 1992, 65 in Atlanta 1996, 56 in Sydney 2000, 49 in Athen 2004, 41 in Peking vor vier Jahren – nun 11 Gold-, 19 Silber- und <del>vier</del> 14 Bronzemedaillen. Und auch mehr Finalplätze (73) als in Peking (69), errungen von einem viel jüngeren Team mit Perspektive.</p>
<p>Wenn diese exorbitant hohe Hochrechnung (86), die auf den Einzelverträgen des DOSB mit den 26 olympischen Fachverbänden beruht, keine Vorgabe gewesen sein soll, wie DOSB und BMI nun in der Not behaupten, rächen sich halt Vetternwirtschaft und Intransparenz, die den Sport seit Jahrzehnten prägt. DOSB und BMI fühlten sich zu sicher. Noch dazu haben der DOSB und der Ruderverband mit einem schlechten Management des Falls Nadja Drygalla zu weiteren negativen Schlagzeilen beigetragen. Mit funktionierenden Informationsflüssen, Transparenz und offener Kommunikation wäre das nicht nötig gewesen.</p>
<p>Das alles ist ärgerlich vor allem für die Athleten. Es ist auch deshalb dumm, weil diese Zielvereinbarungen, „die das System von Belohnung und Bestrafung ablösten“, wie DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank sagte, positive Aspekte haben. Wie etwa das Beispiel des Leichtathletikverbandes belegt, wird neuerdings auch perspektivisch gefördert und investiert. Der DLV hatte in Peking eine Medaille – nun gewannen seine Athleten acht Plaketten und erfrischen mit eloquenten, sympathischen Auftritten und der Lust am offen ausgetragenen Diskurs. „Nach dem alten System hätten wir dem DLV 2008 Geld abziehen müssen“, sagte Schwank, „aber was haben wir gemacht? 1,7 Millionen Euro zusätzlich investiert.“</p>
<p>Die nacholympische Analyse hat bereits begonnen und werde „bei einigen Verbänden sehr kritisch ausfallen“, erklärte DOSB-Boss Bach. Mehr Geld will der Sport von der Politik, natürlich. Was selten ist: Bach gestand einen Fehler ein, wenn auch nur ein bisschen: „Wir haben uns wohl im Namen vergriffen mit diesen Zielvereinbarungen, die sollten in Zukunft Fördervereinbarungen heißen.“ Deutschland solle künftig breit aufgestellt bleiben, das sei „Teil unserer Sportkultur“, wie Bach sagte. Es gibt in Sport und Politik auch Stimmen, die eine Konzentration – wie einst in der DDR – auf wenige medaillenträchtige Sportarten fordern.</p>
<p>Unter den zehn besten der Nationenwertung sei es laut Sportdirektor Schwank außer Deutschland nur Großbritannien gelungen, mehr Medaillen zu gewinnen als 2008 in Peking. Nach Goldmedaillen rangieren die Deutschen hinter den USA, China, dem Gastgeber, Russland und Südkorea auf Platz sechs., nach Gesamtmedaillen hinter den USA, China, Russland und Großbritannien auf Rang fünf – also dort, wo sie sich vorher gesehen hatten. Wo sie sich öffentlich gesehen hatten – aber nicht in den geheimen Zielvereinbarungen. Da hat es viel mehr sein sollen.</p>
<p>Und Bach, der vor ein paar Tagen in einem Interview mit der „China Daily“ noch das chinesische System und die umstrittene Wunderschwimmerin Ye Shiwen über alles lobte („Sie ist ein großer Champion, das ist es, was der Sport braucht“), sagte deutschen Journalisten, China sei kein Maßstab, an dem man sich messe. So sind sie, die vielfältigen Lebenssachverhalte.</p></blockquote>
<p>Das komplette Protokoll der PK gab es live ja bereits im Blog und wurde u.a. in Köln aufmerksam gelesen.</p>
<p><strong>20.02:</strong> Sehr witzig-spritzige Diskussion über Zielvereinbarungs-TV-Bloggen übrigens <a title="allesaussersport.de" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2012/08/12/olympia-spocht-tag-16/" target="_blank">beim Kollegen dogfood auf allesaussersport</a>. Made my day.</p>
<p><strong>20.03:</strong> Das Vorprogramm hat begonnen. Die Zuschauer werden warm gemacht und sollen später vor 300 Millionen (oder waren es 300 Milliarden) Menschen gut performen.</p>
<p><strong>20.05:</strong> Sorry, aber was ich nach drei Wochen ne Weile nicht mehr brauche, sind schwitzende, stinkende Journalistenkörper, nackte Füße von als Journalisten getarnten Autogrammsammlern aus Bangladesch in Usain-Bolt-Pressekonferenzen und am engen Arbeitsplatz warmes, nicht besonders gut riechendes Essen vertilgende Chinesen/Amis/Puertoricaner/bitteLandihrerWahleinsetzen. An die doch etwas, sagen wie, lautstärker kommunizierenden Brasilianer, die ich von diversen Fußball-Weltmeisterschaften kenne, muss ich mich demnächst bei Olympia und bei der WM wieder gewöhnen. In Brasilien kann man ihnen ja nicht ausweichen. Was hilft: Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung. Investition lohnt sich. #rant #rasendesEgo</p>
<p><strong>20.30:</strong> Klatschen wir uns schon mal ein: We will rock you.</p>
<p>Glaub ich auch.</p>
<p><strong>20.40:</strong> Und so siehts jetzt aus (einmal klicken, dann noch einmal und vergrößern):</p>
<div id="attachment_13227" class="wp-caption aligncenter" style="width: 527px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07961.jpg"><img class=" wp-image-13227   " title="Olympic Stadium, London, 12. August 2012, 20.37: Die Ruhe vor dem Sturm III" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07961-1024x225.jpg" alt="" width="517" height="113" /></a><p class="wp-caption-text">Olympic Stadium, London, 12. August 2012, 20.37: Die Ruhe vor dem Sturm III</p></div>
<p><strong>20.46:</strong> The London Symphony Orchestra. Auch nicht übel.</p>
<p>Ich vergaß meine GPS-Koordinaten: <strong>block 212/213, row 53, seat 317</strong></p>
<p><strong>21.00:</strong> Scheiß auf Embargo. Einfach diesen Eintrag vorminutionieren:<br />
Hier also, das Lineup, einigen von denen rennt man hier über den Weg. Wirklich.</p>
<ul>
<li>The Athletes</li>
<li>The LEGEND</li>
<li>Comte Jacques Rogge</li>
<li>Lord Sebastian Coe</li>
<li>Rt Hon David Cameron</li>
<li>Boris Johnson</li>
<li>Alessandro Ambrósio</li>
<li>Beady Eye</li>
<li>BNegao</li>
<li>Russell Brand</li>
<li>Darcey Bussell</li>
<li>Naomi Campbell</li>
<li>Lily Cole</li>
<li>Taio Cruz</li>
<li>Ray Davies</li>
<li>Lilly Donaldson</li>
<li>Jourdan Dunn</li>
<li>Elbow</li>
<li>Karen Elson</li>
<li>Fatboy Slim</li>
<li>David Gandy</li>
<li>Eric Idle</li>
<li>Georgia May Jagger</li>
<li>Jessie J</li>
<li>Richard Jones</li>
<li>Seu Jorge</li>
<li>Kaiser Chiefs</li>
<li>Annie Lennox</li>
<li>Julian Lloyd Webber</li>
<li>Madness</li>
<li>Nick Mason</li>
<li>George Michael</li>
<li>Marisa Monte</li>
<li>Kate Moss</li>
<li>Muse</li>
<li>One Direction</li>
<li>Pet Shop Boys</li>
<li>Queen</li>
<li>Mike Rutherford</li>
<li>Emeli Sandé</li>
<li>Ed Sheeran</li>
<li>Renato Sorriso</li>
<li>Timothy Spall</li>
<li>The Spice Girls</li>
<li>Take That</li>
<li>Tinie Tempah</li>
<li>Stella Tennant</li>
<li>The Who</li>
<li>Artistic Director: Kim Gavin</li>
<li>Associate Director: Nathan Clarke</li>
<li>Associate Director: Gareth Walker</li>
<li>Music Director: David Arnold</li>
<li>Designer: Es Devlin</li>
<li>Costume Designer: Michael Sharp</li>
<li>usw usf</li>
<li>kommt die Queen eigentlich auch?</li>
</ul>
<p><strong>20.58:</strong> Ich kann bestätigen, dass es hier rappelvoll ist. Platz beim Pinkeln fand sich aber noch.</p>
<p><strong>21.00 (II):</strong> Ab gehts.</p>
<p><strong>21.10:</strong> Streetparty nennen sie diese Szene. &#8220;Our house&#8221; von Madness &#8211; und die Leute schreien jetzt schon mit.</p>
<p>Gleich kommen die Pet Shop Boys.</p>
<p><strong>21.14:</strong> Okay, ich habe es ja schon auf Twitter verraten: Fühle mich wie bei der Schuldisco. Gibt Schlimmeres. Möchte nur nicht wieder Wisent-Jeans tragen.</p>
<p><strong>21.18:</strong> Was kommt nach der Streetparty? Waterloo Sunset. Ray Davies im schwarzen Taxi. Das war vor Christi Geburt, oder?</p>
<p><strong>21.28:</strong> Das ist doch mal ne Stimme.</p>
<p><strong>21.29:</strong> Und gleich kommen die Stargäste Hauptdarsteller: 14:10 sind geplant für den Einzug der Olympiateilnehmer. Viele sind ja schon zu Hause. Ryan Lochte hat vorhin gerade auf Twitter gleich nach der Landung mitgeteilt, dass er jetzt endlich wieder einen amerikanischen Burger verspeist. Wo ist da der Unterschied?</p>
<p><strong>21.31:</strong> Die <a title="olympic.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Games_London_2012/London_2012_Closing_Ceremony-Flag_Bearers.pdf" target="_blank"><strong>Liste der Fahnenträger gibt es nebenan beim IOC</strong></a> als pdf.</p>
<p><strong>21.45:</strong> Diesen Teil nennen sie <em>A Symphony of British Music</em>.</p>
<p>Madness, dann Queen vom Band und &#8211; auf vielfachen Wunsch in den Kommentaren &#8211; George Michael.</p>
<p><strong>21.47:</strong> Ach Quatsch, die sind ja immer noch nicht alle drinnen.</p>
<p><strong>21.45 II:</strong> Siehe oben.</p>
<p><strong>21.58:</strong> Endlich sehe ich ein paar Bilder von diesen Spielen.</p>
<p><strong>21.59:</strong> Ah, auch das hatte ich vergessen. Siegerehrung im Marathon. Ich wünsche eigentlich jedem Medaillengewinner einen SOLCHEN Moment. Sofern er sauber ist.</p>
<p><strong>22.02:</strong> Ich habs grad schon getwittert:</p>
<blockquote><p><strong>ISL/ISMM corruption scandal part of closing ceremony &#8211; in person of Lamine Diack #London2012 #IAAF</strong></p></blockquote>
<p><strong>22.06: </strong>Okay, geht hier eh reichlich durcheinander. Ich hatte eine Seite im Programm überblättert. Was jetzt noch läuft heißt <em>Here comes the sun</em>, mit Siegerehrung, Volunteersehrung etc pp</p>
<p>Die Volunteers, wirklich, eine Sensation. Auch wenn manche sich zu sehr an die Regeln halten, das sehe ich wie THE LEGEND.</p>
<p><strong>22.17:</strong> Suchmeldung! Wo ist eigentlich <em>gua</em>?</p>
<p><strong>22.26:</strong> Gebe zu, in diesem Geschnipsel jetzt etwas den Faden verloren zu haben.</p>
<p><strong>22.30:</strong> Bin ich ein <del>Journalist</del> Fan, der es über die Absperrung geschafft hat, wenn ich zugebe, dass ich Annie Lennox mag?</p>
<p><strong>22.50:</strong> Die Chinesen neben mir gucken ganz ernst. Aber sie fotografieren.</p>
<p>Vielleicht auch deshalb.</p>
<p><strong>22.54:</strong> Gerade tweetet jemand:</p>
<blockquote><p>the cook is missing some spices&#8221;</p></blockquote>
<p>Hab ein ähnliches Gefühl.</p>
<p><strong>22.55:</strong> Wo ist David? Singt der nicht mit?</p>
<p>Bei diesem bunten Geflacker kann Mann nicht mal ein vernünftiges Panorama-Foto machen.</p>
<p><strong>23.17: </strong>Ich hätte es wissen müssen: Es heißt Closing Ceremony, deshalb sind die Getränke-Shops schon zu.</p>
<p>Aber wenigstens die Toiletten sind noch offen.</p>
<p><strong>23.21:</strong> Endlich zieht wieder Ordnung ein. Das olympische Protokoll. Die griechische Hymne.</p>
<p>Dank an meinen Freund Stratos übrigens für die vielen Stunden hier in good old London. Er hat sich sogar an meinen Schreibstil gewöhnt, der so derb sein soll, dass der Tisch wackelt. Behauptet Stratos.</p>
<p>Und die Olympische Hymne. In Englisch.</p>
<p><strong>23.35:</strong> Die brasilianischen Momente des Lebens.</p>
<p>Versuche mich nochmal an zwei Panoramen, weiß nicht, ob die Auflösung reicht. Zweimal klicken bitte, dann sollte es ziemlich groß werden:</p>
<div id="attachment_13261" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07969.jpg"><img class=" wp-image-13261  " title="London 2012, Closing Ceremony" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC07969-1024x225.jpg" alt="" width="491" height="108" /></a><p class="wp-caption-text">London 2012, Closing Ceremony</p></div>
<div id="attachment_13262" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC08005.jpg"><img class=" wp-image-13262  " title="London 2012, Closing Ceremony" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/08/DSC08005-1024x225.jpg" alt="" width="491" height="108" /></a><p class="wp-caption-text">London 2012, Closing Ceremony</p></div>
<p><strong>23.38:</strong> Nun also Seb Coe und Jacques Rogge. Habe den beiden heute Mittag bereits in der Abschlusspressekonferenz gelauscht. Ja, Coe hat einen herausragenden Job gemacht.</p>
<p>Coe spricht und die Chinesen bauen ab.</p>
<blockquote><p>Wir haben das Vertrauen gerechtfertigt &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Coe.</p>
<blockquote><p><strong>Theater of Sport and Drama</strong></p></blockquote>
<p>Jetzt bekommen die Volunteers ihren verdienten Beifall.</p>
<blockquote><p>These were Games for everyone by everyone.</p></blockquote>
<p>Bedankt sich bei allen Teilnehmern.</p>
<blockquote><p>This maybe the end of two glorious weeks tonight, but what we have begun will not stop now.</p></blockquote>
<p>Inspire a nation? A generation? Wir werden sehen.</p>
<blockquote><p><strong>When our time came, Britain, we did it right. Thank you.</strong></p></blockquote>
<p>Groß.</p>
<p>Rogge.</p>
<p>Diese Worte zu den Volunteers hat er schon heute Mittag gesagt, klar.</p>
<p>Er mag keine Superlative wie Samaranch Senior, aber alles wartet natürlich auf seine Wertung. Blöder Wettkampf immer wieder.</p>
<blockquote><p><strong>These were happy and glorious Games.</strong></p></blockquote>
<p>Das war die Benotung.</p>
<p>Dann noch ein bisschen Französisch.</p>
<p><strong>23.48:</strong> It&#8217;s all over now.</p>
<p>Die Chinesen brechen auf. Und schaue ich mich um, sehe ich viele Tränen bei den Volunteers.</p>
<p>Kleiner Regiefehler? Trauermusik gestoppt.</p>
<p>Take That &#8211; gleich ist das Feuerchen aus.</p>
<p><strong>00.00:</strong> Tatsächlich. Pünktlich um Mitternacht. Wir haben den 13. August und die Games sind vorbei,</p>
<p>Ich bleib noch ne Weile sitzen.</p>
<p>TBC</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/08/12/london2012-xxxiii-its-show-time-folks-live-blog-von-der-schlussfeier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>180</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>#London2012 (VII): Die ISL-Bestechungsmillionen, ein mysteriöser Scheich, der OCA, die IOC-Präsidentschaft und andere vielfältige Lebenssachverhalte</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/26/london2012-vii-die-isl-bestechungsmillionen-ein-mysterioser-scheich-der-oca-die-ioc-prasidentschaft-und-andere-vielfaltige-lebenssachverhalte/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=london2012-vii-die-isl-bestechungsmillionen-ein-mysterioser-scheich-der-oca-die-ioc-prasidentschaft-und-andere-vielfaltige-lebenssachverhalte</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/26/london2012-vii-die-isl-bestechungsmillionen-ein-mysterioser-scheich-der-oca-die-ioc-prasidentschaft-und-andere-vielfaltige-lebenssachverhalte/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2012 08:23:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[ahmad muttaleb]]></category>
		<category><![CDATA[alexander popow]]></category>
		<category><![CDATA[anita defrantz]]></category>
		<category><![CDATA[anoc]]></category>
		<category><![CDATA[asoif]]></category>
		<category><![CDATA[athen 2004]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[caf]]></category>
		<category><![CDATA[denis oswald]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[francesco ricci bitti]]></category>
		<category><![CDATA[ghorfa]]></category>
		<category><![CDATA[hall of shame]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[iaaf]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[ioc-presidency]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[nawal el moutawakel]]></category>
		<category><![CDATA[oca]]></category>
		<category><![CDATA[rene fasel]]></category>
		<category><![CDATA[richard carrion]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[salt lake city 2002]]></category>
		<category><![CDATA[scheich al-sabah]]></category>
		<category><![CDATA[ser miang ng]]></category>
		<category><![CDATA[sergej bubka]]></category>
		<category><![CDATA[siemens]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[udiocm]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[vielfältige lebenssachverhalte]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[dennis oswald]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[francesco ricci-bitte]]></category>
		<category><![CDATA[holzmann]]></category>
		<category><![CDATA[kuwait]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[london 2012]]></category>
		<category><![CDATA[olympische solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[richard carrion ser miang ng]]></category>
		<category><![CDATA[weinig ag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12388</guid>
		<description><![CDATA[LONDON. Es war zuletzt weltweit ja viel über das ISL-Korruptionssystem zu lesen. Die Sache ist noch nicht geklärt, denn die Empfänger eines Großteils der (mindestens) 142 Millionen Franken Schmiergeld bleiben ja unbekannt. Mann sucht sie noch, sie verbergen sich hinter ominösen Stiftungen, werden von Dienstboten in Anwaltskanzleien geschützt, die teilweise selbst Barabhebungen getätigt und Geldkoffer [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>LONDON. Es war zuletzt weltweit ja viel über das ISL-Korruptionssystem zu lesen. Die Sache ist noch nicht geklärt, denn die Empfänger eines Großteils der (mindestens) 142 Millionen Franken Schmiergeld bleiben ja unbekannt. Mann sucht sie noch, sie verbergen sich hinter ominösen Stiftungen, werden von Dienstboten in Anwaltskanzleien geschützt, die teilweise selbst Barabhebungen getätigt und Geldkoffer über Grenzen getragen habe. Die Empfänger sitzen in der FIFA, im IOC und in etlichen anderen Weltverbänden, mit denen die ISL Geschäfte gemacht hat.</p>
<p>Nach den Olympischen Spielen werden wir erstmals die komplette, bisher unveröffentlichte Liste der ISL-Schmiergelder zur Verfügung stellen und schauen, ob die Weisheit der Massen (Crowdsourcing) das, was Staatsanwälte und Journalisten zusammengetragen haben, ergänzen kann. Einige Namen finden sich ja doch auf der Liste, und einer, Ahmad Muttaleb, langjähriger Generalsekretär des asiatischen Olympia-Councils OCA und einst wichtigster Mann (keine Ahnung, ob er ihm noch immer dient) des kuwaitischen OCA-Präsidenten, IOC-Exekutivmitglieds und gewesenen OPEC-Präsidenten Scheich Ahmed Al-Sabah, hat gemäß Anklageschrift zum ISL-Prozess mehr als 5,1 Millionen CHF kassiert.</p>
<p>Die Zahlungen sind in der Anklageschrift einzeln dokumentiert, zusammenfassend heißt es:</p>
<div>
<blockquote><p><strong>CHF 5&#8217;123&#8217;206.&#8211; an „von Aesch und Zarn&#8221; z.Hd. der Taora Anstalt. Bei der Taora handelt es sich um eine Anstalt nach liechtensteinischem Recht mit Sitz in Vaduz. Verwaltungsrat mit Einzelzeichnungsrecht war u.a. Fritz Vonaesch (D 25/6/3), der am 4. Juni 2000 verstorben ist. Mit Verfügung vom 24. August 2004 wurde die Anwaltskanzlei „von Aesch und Zarn&#8221; zur Hinterlage verschiedener Unterlagen und zur Beantwortung einiger Fragen aufgefordert (D 26/42):</strong></p>
<p><strong>Mit Eingabe vom 30. August hinterlegte RA (&#8230;)  von der erwahnten Kanzlei samtliche Gutschrifts- und Belastungsanzeigen sowie die Vergiitungsauftrage betreffend die Weiterleitung der Betrage. Aus den Bankbelegen ist ersichtlich, dass die Betrage von einer Ausnahme abgesehen an Abdul Muttaleb J.R. Ahamad iiberwiesen wurden. Dieser war gemass Angaben von (&#8230;) der wirtschaftlich Endbegiinstigte, welcher auch der wirtschaftlich Berechtigte an der Taora Anstalt sein soil (D 26/43 ff.). Auf Nachfrage (D 26/70) hinterlegte RA Raeto Zarn mit Eingabe vom 4. Oktober 2004 eine Vereinbarung zwischen Abdul-Muttaleb J.R. Ahmed und Fritz Vonaesch sowie (&#8230;). Gemass dem ebenfalls hinterlegten Formular A wurde Abdul-Muttaleb J.R. Ahmed als wirtschaftlich Berechtigter bezeichnet. (&#8230;) gab in der schriftlichen Eingabe an, dass Abdul-Muttaleb J.R. Ahmed seinem Kollegen Fritz Vonaesch durch Jean-Marie Weber vorgestellt worden sei. Seines Wissens habe Jean-Marie Weber damals erklart, dass es sich um Vermittlerkommissionen fiir zu erbringende Dienste im Sportsektor handeln solle (D 26/71). </strong></p></blockquote>
</div>
<p>So war das also. Ist es das noch?</p>
<p>Der ISL-Manager, einstige Dassler-Diener, Havelange-Berater, Blatter-Freund und Geldkofferträger <a title="alle Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_blank"><strong>Jean-Marie Weber</strong></a>, der als einziger alle Schmiergeldempfänger kennt und das Geheimnis mit ins Grab nehmen will, arbeitet ja immer noch gelegentlich für die IAAF, für den CAF, für den OCA &#8211; und damit für die IOC-Mitglieder Lamine Diack, Issa Hayatou und Scheich Al-Sabah.</p>
<p>Der Scheich, nun ja, der ist die neue Kraft im IOC, wo heute in London etliche neue Exekutivmitglieder gewählt werden.</p>
<p>Der Scheich aus Kuwait, der selbst in seinem Land, nicht als Hort der Transparenz und Demokratie bekannt, einen gigantische schlechten Ruf hat wegen seiner undurchsichtigen, teilweise dreckigen Geschäfte, der wird wohl der Königsmacher sein, wenn im September 2013 ein neuer IOC-Präsident gewählt wird.</p>
<p>ISL-Korruption, OCA, IOC, Muttaleb. Scheich Ahmed und einige Kameraden mehr. Eine Geschichte, gestern bereits <a title="SpOn: Thomas Bach und der geheimnisvolle Scheich" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/ioc-praesident-kandidat-thomas-bach-muss-kaempfen-a-846258.html" target="_blank">auf Spiegel-Online veröffentlicht</a>, heute ergänzt (s. o.) und verlinkt. Nehmen wir die Geschichte als Auftakt zum präsidialen Wahlkampf und als Rechercheplan &#8211; denn es gibt viele Fragen zu beantworten, ach, was rede ich für Unsinn &#8230; wir müssen die vielfältigen Lebenssachverhalte klären.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/25/london2012-v-thomas-bach-die-schweigeminute-die-ghorfa-und-andere-vielfaltige-lebvenssachverhalte/" rel="bookmark">#London2012 (V): Thomas Bach, die Schweigeminute, die Ghorfa und andere vielfältige Lebenssachverhalte</a></li>
<li><a href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/10/thomas-bach-lebenssachverhalte-im-nationalen-interesse/" rel="bookmark">Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse</a></li>
<li><a href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" rel="bookmark">“Vielfältige Lebenssachverhalte” (III)</a></li>
<li><a href="http://www.jensweinreich.de/2008/09/25/vielfaltige-lebenssachverhalte-ii/" rel="bookmark">“Vielfältige Lebenssachverhalte” (II)</a></li>
<li><a href="http://www.jensweinreich.de/2008/09/22/vielfaltige-lebenssachverhalte/" rel="bookmark">“Vielfältige Lebenssachverhalte”</a></li>
</ul>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Ein Wettbewerb wurde in London bereits eröffnet. Seit Dienstag tagt im Grosvenor House die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ab jetzt ist Wahlkampf. Wenn sich das IOC im September 2013 zum nächsten Mal trifft, wird ein neuer Präsident gewählt, der Nachfolger des seit 2001 amtierenden Belgiers Jacques Rogge.</p>
<p>Bisher galt der deutsche IOC-Vize Thomas Bach, 58, als aussichtsreichster Kandidat auf Rogges Erbe. Die Karriere des Fecht-Olympiasiegers von 1976 ist für die IOC-Präsidentschaft designt. Bach war Athletensprecher, er erhielt seine sportpolitische Grundausbildung Mitte der 1980er Jahre als Adlatus des damaligen Adidas-Chefs Horst Dassler, der den Weltsport mit einem Korruptionsgeflecht überzog, der mit Posten und Events schacherte und Offizielle wie etwa Joseph Blatter, den heutigen FIFA-Präsidenten, in Stellung brachte. Von Dasslers schmutzigen Deals, die gut dokumentiert sind, hat Bach nach eigener Aussage nie etwas mitbekommen. Dassler gründete auch die <a title="alle Beiträge zur ISL-Korruption" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_blank">ISL, jene Sportmarketingfirma, die mindestens 142 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an höchste Sportfunktionäre in der FIFA, im IOC und anderen Verbänden zahlte.</a></p>
<p>Thomas Bach wurde 1991 IOC-Mitglied und gehört seit 1996 mit einer turnusmäßigen Pause fast ausschließlich dem Exekutivkomitee an. Der Industrielobbyist und FDP-Mann Bach werkelt meist im Verborgenen, wenn einige seiner Beraterverträge publik wurden und für schlechte Schlagzeilen sorgten, etwa in den Fällen Holzmann und Siemens, verwahrte er sich gegen den naheliegenden Verdacht, er verquicke Privatinteressen mit dem angeblichen Ehrenamt als IOC-Offizieller und seit 2006 auch als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er prägte dafür den wunderbaren Begriff der <strong>„vielfältigen Lebenssachverhalte“</strong>.</p>
<p>Offiziell hat sich Bach nie zur Kandidatur für die IOC-Präsidentschaft bekannt. Der FAZ sagte er, er halte „eine Personaldiskussion zurzeit für verfrüht“. Dabei weiß in der Branche jeder Bescheid. Das Schweizer IOC-Mitglied und Präsident des Eishockey-Weltverbandes (IIHF) René Fasel, dem selbst Ambitionen nachgesagt werden, gab mir schon vor zweieinhalb Jahren zu Protokoll:</p>
<blockquote><p>Thomas sagt uns ja selber, er ist ein Kandidat für 2013. Alle Mitglieder wissen das. Thomas ist am Puck!“</p></blockquote>
<p>Aber Bach ist eben nur ein Kandidat. Das Momentum, diese schwer zu fassende Stimmung im Wahlvolk, entwickelt sich derzeit nicht so, wie es Bach gern hätte. Kaum jemand spricht offen darüber, weil das IOC-Exekutivkomitee im Dezember 2011 Benimm-Regeln verabschiedet und darin eine öffentliche Debatte über die Präsidentschaft verboten hat. Klar ist aber, dass sich viele Mitglieder einen nicht-europäischen Präsidenten wünschen. In 118 Jahren seit IOC-Gründung 1894 hat es nur einen von acht Präsidenten gegeben, der nicht aus Europa kam: den US-Amerikaner Avery Brundage. Das verträgt sich schlecht mit dem Credo der Universalität.</p>
<p>Amerika hat mit Richard Carrion, einem Banker aus Puerto Rico, einen passablen Kandidaten, der als IOC-Finanzchef das Kunststück fertig brachte, den Reichtum des Olympiakonzerns zu mehren. Die Rücklagen stiegen auf 460 Millionen Euro. Für die nächste Olympia-Periode (Sotschi 2014, Rio de Janeiro 2016) sind neue Vermarktungsrekorde garantiert. Zuletzt hat Carrion den größten TV-Vertrag aller Zeiten (4,4 Milliarden Dollar) mit dem US-Network NBC akquiriert. Cool erledigte Carrion auf der IOC-Session seinen Job. Lässig präsentierte er die Bilanzen, und einige Claqueure wie der Australier Kevin Gosper spendeten Beifall und gaben verbale Steilvorlagen:</p>
<blockquote><p>Weltweit kann kaum eine Regierung ihre Finanzen managen, aber sie präsentieren solche extraordinären Zahlen! Wie schaffen Sie das nur?“</p></blockquote>
<p>Neben Bach und Carrion werden auf der inoffiziellen Präsidentschaftsbörse die Marokkanerin Nawal el Moutawakel, 1984 Afrikas erste Olympiasiegerin, der ukrainische Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka und Ser Miang Ng, ein Multimillionär aus Singapur, gehandelt. Mitunter fallen die Namen Denis Oswald (Schweiz), Anita DeFrantz (USA) und Alexander Popow (Russland) – doch das ist aus unterschiedlichen Gründen eher Folklore.</p>
<p>Das Machtzentrum des Weltsports verschiebt sich derzeit nach Asien und in Richtung der Öl-Milliarden an den Golf und nach Russland, was man nicht erst seit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften an Russland und Katar weiß. Und diese tektonischen Plattenverschiebungen werden auch die Wahl des IOC-Präsidenten beeinflussen.</p>
<p>Neuer starker Mann ist als Boss der Vereinigung aller 204 Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) der kuwaitische Verteidigungsminister Scheich Ahmed Al-Sabah, der in London ins IOC-Exekutivkomitee einzieht. Der im Frühjahr zurückgetretene langjährige ANOC-Boss Mario Vázquez Rana hat Al-Sabah unverhohlen Korruption vorgeworfen.</p>
<p>Der 48-jährige Al-Sabah, ehemals OPEC-Präsident und Energieminister Kuwaits, hat in der Tat einen schrecklichen Ruf. Als Präsident des asiatischen Olympia-Councils (OCA) spielte er im Korruptionsskandal um die Olympiaqualifikation 2008 im Handball eine entscheidende Rolle. Sein langjähriger engster Mitarbeiter und OCA-Generalsekretär Ahmad Muttaleb wurde gleich mehrfach als Schmiergeldempfänger und Stimmen-Dealer auffällig: Dokumentiert sind Zahlungen an Muttaleb aus Salt Lake City (Olympia 2002), auch hat er Undercover-Journalisten der BBC während der Londoner Olympiabewerbung einst 23 Stimmen von IOC-Mitgliedern aus Asien versprochen, weshalb ihm vor den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Akkreditierung entzogen wurde, in Scheich Ahmeds engsten OCA-Team blieb er aber – und selbst ins ISL-Bestechungssystem war Muttaleb involviert:</p>
<p>Er hat, so steht es in den Gerichtsakten, über die „Taora Anstalt“ in Liechtenstein insgesamt 5,1 Millionen Schweizer Franken erhalten. Der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber übernimmt immer noch Aufgaben im so genannten Marketingbereich für den Scheich.</p>
<div id="attachment_12358" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/bach-scheich-lemke.jpg"><img class=" wp-image-12358 " title="Mosklau 2012: Lemke, Bach, Scheich Al-Sabaj" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/bach-scheich-lemke.jpg" alt="" width="512" height="288" /></a><p class="wp-caption-text">Bisschen unscharf, aber ich schieße meistens schnell aus der Hüfte: ANOC-Meeting im April 2012 in Moskau. Zentral, die Sportskameraden Thomas Bach und Scheich Ahmed Al-Sabah, beobachtet vom UN-Sportadvisor Willi Lemke (l) und einem russichen Sicherheitsmann (r.)</p></div>
<p>Al-Sabah verantwortet im IOC die Entwicklungshilfe-Gelder, Olympic Solidarity genannt, er sitzt an der Geldquelle. Er hat im Mai in Quebec schon seine Macht demonstriert, als er die Wahl des Italieners Francesco Ricci Bitti, Präsident des Tennis-Weltverbandes (ITF), zum Chef der Vereinigung aller olympischer Sommersportarten (ASOIF) unterstützte. Das alles sind Teilchen im neuen Macht-Puzzle. Wie verhält sich Scheich Al-Sabah? Das ist die große Frage. Unterstützt er Thomas Bach, der zahlreiche Geschäftsbeziehungen in den arabischen Raum und insbesondere nach Kuwait unterhält? Oder stützt er Ser Miang Ng aus Singapur? Offiziell, so steht es in den IOC-Regeln, sind weder Versprechen, noch Unterstützung, noch Geschenke oder andere Gaben erlaubt, ja nicht einmal die Nutzung von Social Networks in der Präsidentschaftsfrage. Gar nichts. Die IOC-Regeln sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden.</p>
<p>Die Tauberbischofsheimer Weinig AG, Weltmarktführer im Holzmaschinenbau, wo Bach als Aufsichtsratschef fungiert, ist in der Hand kuwaitscher Investoren. Bach selbst war dem staatlichen Investmentfond Kuwaits verbunden. Bach ist Präsident <a title="#London2012 (V): Thomas Bach, die Schweigeminute, die Ghorfa und andere vielfältige Lebenssachverhalte" href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/25/london2012-v-thomas-bach-die-schweigeminute-die-ghorfa-und-andere-vielfaltige-lebvenssachverhalte/" target="_blank">der arabisch-deutschen Handelskammer</a> <a title="freitag.de" href="http://www.freitag.de/autoren/gsfrb/ghorfa-thomas-bach-c-wulff-und-die-brucke-in-den-arabischen-markt" target="_blank">Ghorfa</a>. <a title="SZ.de" href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wilhelm-schelsky-euro-monatlich-bis-ans-lebensende-1.707091" target="_blank">Der Spiegel hatte 2008 enthüllt</a>, wie der Siemens-Lobbyist Bach sich bemühte, Kuwait als Großinvestor zu gewinnen. Damals schrieb Bach einem Siemens-Vorstand, er habe „die Investitionsfrage noch einmal mit dem Energieminister vertraulich besprochen“, also mit seinem „Freund und Kollegen Scheich Ahmed al-Sabah“.</p>
<p>Von Siemens kassierte Bach damals 400.000 Jahresgage und 5.000 Euro Tagesspesen. „Vielfältige Lebenssachverhalte“ eben.</p>
<p>Nun ist die Kuwait-Frage wieder aktuell. Hier läuft ein ganz großer Machtpoker. Die Frage ist nur: Hat Thomas Bach in der Hand &#8211; oder ist er nur eine Marionette des kuwaitischen Puppenspielers, der über unermessliche finanzielle Ressourcen verfügt?</p>
<div id="attachment_1089" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-1089 " title="erklaerung_zu_ehrenamt_und_beruf2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/erklaerung_zu_ehrenamt_und_beruf2.png" alt="" width="500" height="694" /><p class="wp-caption-text">DOSB Erklärung vom September 2008</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/26/london2012-vii-die-isl-bestechungsmillionen-ein-mysterioser-scheich-der-oca-die-ioc-prasidentschaft-und-andere-vielfaltige-lebenssachverhalte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>#London2012 (III): Das Vermächtnis des Jacques Rogge</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/23/london2012-iii-das-vermachtnis-des-jacques-rogge/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=london2012-iii-das-vermachtnis-des-jacques-rogge</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/23/london2012-iii-das-vermachtnis-des-jacques-rogge/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2012 11:19:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[ioc-presidency]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[london 2012]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12305</guid>
		<description><![CDATA[Einige Notizen zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge während der Olympischen Sommerspiele
#JacquesRogge #London2012 #IOC]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>LONDON. Ich habe kürzlich für die Badische Zeitung einen Versuch unternommen, die Bilanz des IOC-Präsidenten Jacques Rogge zu ziehen und ein paar Worte zu seiner Nachfolge zu verlieren. In der Rohfassung stelle ich diesen Text hier zur Verfügung. Nennen wir es: Arbeitstext. Denn einige Thesen müssen immer wieder belegt werden. Wie etwa die Frage der Rogge-Nachfolge. Schon lange sage ich, Thomas Bach sei der aussichtsreichste Kandidat, seine Karriere &#8211; von den Anfängen beim Adidas-Boss und ISL-Gründer Horst Dassler bis heute &#8211; ist darauf designt, dereins IOC-Präsident wu werden. Allerdings nimmt die Diskussion jetzt erst Fahrt auf, worüber während der London-Spiele zu reden sein wird.</p>
<p>Ich habe einige Jahre lang große Hoffnungen in Rogge gesetzt, die im Prinzip nicht erfüllt wurden. Beispiele nenne ich im Text, viel mehr Beispiele habe ich schon genannt, seit vielen Jahren. Seinem Stab erschien die Kritik meist überzogen, eine erhitzte Diskussion haben wir mal nach der IOC-Session in Guatemala an einem Abend in Antigua geführt, kurz nach der Vergabe der Winterspiele 2014 an Sotschi. Es ging um Putins Einfluss und die Machtlosigkeit des IOC bzw die Aufgabe gewisser Grundprinzipien, für die Rogge stand. Der IOC-Präsident machte klar, dass er nie von diesen Prinzipien abrücken werde. Ich erlaubte mir die Bemerkung, dass er es dann aber auch besser verkaufen und der Öffentlichkeit klarmachen müsse. Seither spricht er nicht mehr mit mir.</p>
<p>Voilà, ein Angebot zur Diskussion (die gewohnten Links kann ich jetzt leider nicht setzen, bitte mal unten unter &#8220;verwandte Artikel&#8221; suchen, denn natürlich gibt es zu den meisten Aussagen hier im Blog etliche Beiträge und Dokumente, die meine Einschätzungen untermauern, ob es sich nun um die olympische &#8220;Programmreform&#8221;, die Youth Olympic Games, das ISL-Bestechungssystem, den olympischen Gigantismus oder anderes handelt):</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p style="text-align: left;">Es sind die sechsten und letzten Olympischen Spiele unter dem Patronat des Belgiers Jacques Rogge. Im Juli 2001 wurde Rogge, damals 59 Jahre alt, in Moskau zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt. 2009 bestätigte man ihn für weitere vier Jahre als Chef des Milliardenkonzerns. Im September 2013 übergibt Rogge, dann 71, auf der Vollversammlung in Buenos Aires das Amt an seinen Nachfolger.</p>
<p><em>Ein Storify dazu, in dem Rogge ausführlichst zu Wort kommt:</em></p>
<p><script src="
<p>Einige Notizen zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge während der Olympischen Sommerspiele
#JacquesRogge #London2012 #IOC</p>
<p>Einige Notizen zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge während der Olympischen Sommerspiele
#JacquesRogge #London2012 #IOC</p>
<p>http://storify.com/jensweinreich/jacques-rogge-london-2012.js"></script><br />
<noscript>[<a href="
<p>Einige Notizen zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge während der Olympischen Sommerspiele<br />
#JacquesRogge #London2012 #IOC</p>
<p>Einige Notizen zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge während der Olympischen Sommerspiele<br />
#JacquesRogge #London2012 #IOC</p>
<p>http://storify.com/jensweinreich/jacques-rogge-london-2012" target="_blank">View the story "Jacques Rogge, London 2012" on Storify</a>]<br />
<h1>Jacques Rogge, London 2012</h1>
<h2>Einige Notizen zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge während der Olympischen Sommerspiele#JacquesRogge #London2012 #IOC</h2>
<p>Storified by Jens Weinreich &middot; Mon, Jul 23 2012 04:21:13</p>
<div>Rogge hat für den Telegraph einen Kommentar geschrieben (kann sein, dass das einer seiner üblichen Kommentare ist, die das IOC gern an etwa 15 Zeitungen weltweit in verschiedenen Sprachen verkauft, in Deutschland stets an die FAZ &#8230;</div>
<div>These Olympics will leave a glorious legacy &#8211; TelegraphFor every pound spent on infrastructure, 75 pence has been dedicated to legacy purposes. This initiative helped finance the radical trans&#8230;</div>
<div>&#8230; ah, was sage ich denn. Natürlich steht das auch in der FAZ &#8230;</div>
<div>Fremde Federn: Jacques Rogge: Das Vermächtnis der Spiele &#8211; FAZ.NET© AFP Die Olympia-Organisatoren in London haben das Vermächtnis zum Kern ihrer Bewerbung gemacht Auch wenn das sprichwörtliche englische &#8230;</div>
<div>IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams hat während des Olympischen Kongresses 2009 in Kopenhagen mal durchgerechnet und präsentiert, wie effektiv diese PR-Form ist. Wie reichweitenstark ein Meinungstext des IOC-Präsidenten, wie viele Millionen Leser direkt und ungefiltert erreicht werden können.&nbsp;
<div></div>
<div>Aktuell vom Besuch des Olympischen Dorfes heute morgen:</div>
</div>
<div>London 2012 Olympics: IOC President Jacques Rogge insists he is &#8216;working class&#8217; despite VIP treatment &#8211; TelegraphFurther, when he arrived in London, from Lausanne in Switzerland, on Friday, Rogge was greeted by Lord Coe, the London Organising Committ&#8230;</div>
<div>Der Welt am Sonntag gab Rogge gerade&nbsp;ein Interview:</div>
<div>IOC-Chef warnt vor Gefahr der SpielmanipulationExklusiv: IOC-Präsident Jacques Rogge über Korruption, Doping und Manipulation, die Sicherheitspannen in der Ausrichterstadt, und die Cha&#8230;</div>
</noscript>
<p>Es läuft derzeit alles darauf hinaus, dass der deutsche Musterfunktionär und Industrielobbyist Thomas Bach (58) die Macht übernimmt. In Argentiniens Hauptstadt durfte Bach schon einmal feiern: 1977 als Mannschaftsweltmeister der Florettfechter. Bach hat keinen wirklichen Herausforderer. Sein größtes Problem ist das seiner Herkunft. Einerseits hat er den richtigen Stallgeruch, wurde 1976 Fecht-Olympiasieger, erhielt in den achtziger Jahren seine sportpolitische Ausbildung als Adlatus des damaligen Adidas-Chefs Horst Dassler, der viele wichtige Sportfunktionäre in Positionen brachte und über den Lauf der olympischen Dinge auf höchst umstrittene Weise verfügte. Andererseits ist Bach, nun ja: Europäer.</p>
<p>Das IOC wurde überhaupt nur einmal von einem Nicht-Europäer geführt, vom US-Amerikaner Avery Brundage, der eine deutsche Frau hatte. Brundage trat 1972 ab. Potenzielle Präsidentschaftskandidaten aus Asien, Afrika und Mittelamerika, die sich derzeit noch bedeckt halten, werden bald argumentieren, es sei Zeit für einen Wechsel an der Spitze des IOC, diesem eurozentrischen Gremium. Bei Olympiabewerbungen (Rio de Janeiro 2016, Pyeongchang 2018) und der Vergabe anderer großer Veranstaltungen (Fußball-WM 2022 in Katar) war diese Tendenz mit all ihren Begleiterscheinungen bereits zu beobachten.</p>
<p>Was hat Rogge in diesen zwölf Jahren seiner Regentschaft erreicht? In welchem Zustand übergibt er das IOC? Was hat der Mann nach ihm (für eine Frau, etwa die Marokkanerin Nawal el Moutawakel, ist das IOC noch nicht reif genug) als neunter IOC-Präsident zu bieten? Welche Herausforderungen warten auf, sagen wir also: Thomas Bach?</p>
<p>Allein die Tatsache, dass Rogge seit der IOC-Gründung im Jahr 1894 erst der achte Präsident ist, sagt viel aus. Vierzehneinhalb Jahre amtierten IOC-Vorsteher im Durchschnitt. Rogges Vorgänger Juan Antonio Samaranch, der im April 2010 starb, blieb 21 Jahre im Amt. Er machte aus dem IOC, in dem die Mitglieder noch bis Anfang der 1960er Jahre Beitrag zahlen mussten, ein steinreiches Unternehmen. Er steuerte den Sportkonzern aber auch in eine Existenzkrise.</p>
<p>Ende 1998 wurde öffentlich, dass die Olympiabewerber aus Salt Lake City, obwohl mit dem besten Konzept angetreten, einige Millionen Dollar Schmiergeld und andere Gaben verteilten. Im damals beginnenden Internetzeitalter zirkulierten kleine und große Enthüllungen, auch aus anderen Bewerberstädten, in Windeseile um die Welt. Das IOC wurde von diesem medialen Tsunami fast hinweggespült – auf den Krisensessionen des Jahres 1999 wurden sechs Mitglieder ausgeschlossen und rund hundert Reformen in der Olympischen Charta festgeschrieben. Seither darf ein IOC-Präsident eben nur noch acht Jahre regieren und bekommt lediglich vier Jahre Verlängerung.</p>
<p><span id="more-12305"></span>Der französische IOC-Gründer Baron de Coubertin hatte eine Vision und schuf das ideologische Fundament der so genannten olympischen Bewegung. Der Marques de Samaranch begriff beizeiten, dass es komfortabler ist, wenn Ideologie und materieller Wohlstand eine Symbiose eingehen. „The big one“, nannte ihn sein Sohn Juan Antonio, natürlich längst selbst IOC-Mitglied. Jacques Rogge, machen wir uns nichts vor, war immer der Kandidat seines Gönners Samaranch gewesen. Und Thomas Bach darf sogar als Meisterschüler des langjährigen IOC-Patrons, Opus-Dei-Mitglieds und ehemaligen KGB-Agenten Samaranch gelten. Insofern ist die Ära Samaranch längst nicht beendet.</p>
<p>Es war Rogge immer wichtig, sich auch in Finanzfragen zu beweisen. Als er das Amt übernahm, betrugen die IOC-Rücklagen 105 Millionen Dollar – inzwischen weit mehr als 600 Millionen, so dass das IOC in der Lage wäre, den Ausfall von Olympischen Spielen finanziell zu verkraften. Dieses Notfall-Szenario ist ein zentraler Punkt der IOC-Ideologie. Mitglieder, die den Kalten Krieg und die Zeit der Boykotte aktiv miterlebt haben, predigen diese finanzielle Stärke. Aus dem Kontostand erwächst Unabhängigkeit, so sehen das die Olympier. Und das ist wohl Rogges Vermächtnis. Neben einem Event, dass er fast im Alleingang durchsetzte, um seinen Olympia eine Frischzellenkur zu verpassen: die Olympischen Jugendspiele.</p>
<p>Jacques Rogge war 2001 in Moskau mit überzeugenden Botschaften angetreten:</p>
<blockquote><p>Ich stehe für die Glaubwürdigkeit des Sports“</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte er.</p>
<blockquote><p>Gegen Doping, gegen Korruption, gegen Gewalt.“</p></blockquote>
<p>Ganz wichtig sei ihm auch, Gigantismus zu vermeiden und die Olympischen Spielen bezahlbarer zu machen. Außerdem wollte er das Olympische Programm, das im Grunde 60 Jahren geprägt wurde, moderner gestalten.</p>
<p>Elf Jahre später, vierzehn Monate vor seinem Abschied, lässt sich sagen: Rogge setzte mäßige Akzente. Gewiss hat kein IOC-Präsident vor ihm so oft von einer Null-Toleranz-Politik geredet. Null Toleranz gegenüber Doping, Korruption, Rassismus und allerlei anderen Ärgernissen. Rogge, in den außerhalb des olympischen Zirkels große Erwartungen gesetzt wurden, hat aber auch viele Chancen verstreichen lassen. Er hat sich bei den Sommerspielen 2008 in Peking zum Juniorpartner der chinesischen Parteibonzen degradieren lassen, seine Politik der stillen Diplomatie ist gescheitert. Er hat sich von anderen Despoten am Nasenring durch die Manege zerren lassen, etwa vom russischen KGB-Zaren Wladimir Putin, der unter mysteriösen Umständen die Winterspiele 2014 in seine Residenzstadt Sotschi holte.</p>
<p>Rogge hat zahlreiche Gelegenheiten verstreichen lassen, in der Doping- und Korruptionsbekämpfung energischer voranzuschreiten.</p>
<p>Zwei Beispiele nur:</p>
<ul>
<li>Da wäre zum einen der intransparente Umgang mit den seit 2004 und 2008 eingefrorenen Dopingproben von Olympischen Spielen. Vieles wurde nicht getestet, manches vernichtet.</li>
<li>Da wäre zum anderen die Aufarbeitung des größten Korruptionssystems der olympischen Sportgeschichte: Die Sportmarketingfirma ISL hatte zwischen 1989 und 2001 mehr als 142 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld an hohe Sportfunktionäre des IOC und zahlreicher olympischer Weltverbände verteilt. Das ist seit 2008 gerichtsfest. Doch die so genannte Ethikkommission des IOC ermittelte spät und zaghaft. Einer der Schmiergeldempfänger, IOC-Doyen Joao Havelange, entzog sich einer möglichen Ahndung im Dezember 2011 durch einen Rücktritt. Woraufhin Rogge erklärte, Havelange sei nun Privatperson – das IOC könne aber nur über Mitglieder richten.</li>
</ul>
<p>Rogges avisierte Programmreform scheiterte an den kollektiven Widerständen der 35 olympischen Sportverbände. Es gab nur zaghafte Änderungen. Viele der Sportarten sind nicht mehr universell und werden weltweit nur von wenigen tausend Menschen betrieben. Über die Jugendspiele, die ihre eigenen Gefahren kreieren, sollen die großen Spiele wichtige Impulse erhalten.</p>
<p>Rogge verpasste es auch, die 35 Weltverbände (und einige Dutzend mehr, die sich irgendwann einen Olympiastatus erhoffen) in der Doping- und Korruptionsbekämpfung an die Kandare zu nehmen. Das IOC hätte die Macht dazu, weil bis auf wenige Ausnahmen alle Verbände auf die olympischen Tantiemen angewiesen sind und ohne die Überweisungen aus Lausanne, den Prozenten aus den milliardenschweren TV- und Sponsorenverträgen des IOC, nicht überleben könnten. Rogge aber erwies sich als zu schwach und beschränkte den Wirkungskreis des IOC zunehmend auf die jeweils 17 Tage währenden Olympischen Spiele. Jahrzehntelang wurde die Frage diskutiert, ob das IOC eine Art Weltsportregierung sein könne und wolle – diese Frage ist längst entschieden.</p>
<p>Unter Jacques Rogge sind die Olympischen Spiele, entgegen seines Versprechens, gigantischer denn je. Die Winterspiele von Vancouver 2010 waren eine Ausnahme. Athen (Sommer 2004), zu großen Teilen mit EU-Subventionen finanziert, trug zum griechischen Desaster bei. Für Peking 2008 war den KP-Bonzen nichts zu teuer – die Investruinen, auch das architektonisch gepriesene Olympiastadion, zeugen davon. Für Sotschi 2014 und die eitlen Pläne von Putins Oligarchen-Kumpanen werden ganze Gebirgszüge gerodet.</p>
<p>Dagegen nimmt sich London 2012 noch relativ bescheiden aus. Immer wird ein düsteres Viertel des East End urbanisiert und aufgehübscht, es wird vergleichsweise nachhaltig geplant, das hat Qualität. Auch wenn die Kosten explodieren, in London gab es wenigstens so etwas wie parlamentarische Kontrolle. Reell kosten die Spiele mindestens 15 Milliarden Euro, wenn man den Infrastruktur-Etat, den Organisationsetat, die Sicherheitskosten und einige andere Posten addiert, die in der olympischen Propaganda gern auseinander gehalten werden.</p>
<p>Rogge ist zurückhaltender geworden in den vergangenen elf Jahren, misstrauischer, vorsichtiger und einsamer. Manche sagen, er vertraue allein seinem belgischen Landsmann Christophe de Kepper, der lange das IOC-Präsidialbüro führte, bevor er vor einem Jahr IOC-Generaldirektor wurde. De Kepper könnte für eine Zeit lang durchaus das Bindeglied sein zwischen dem alten IOC-Präsidenten und seinem Nachfolger. De Kepper spricht perfekt deutsch und leitete einst das EU-Büro des deutschen Sports in Brüssel.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/23/london2012-iii-das-vermachtnis-des-jacques-rogge/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lösung für die FIFA? Kollektiv-Rücktritt der Führungsclique!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/21/losung-fur-die-fifa-kollektiv-rucktritt-der-fuhrungsclique/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=losung-fur-die-fifa-kollektiv-rucktritt-der-fuhrungsclique</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/21/losung-fur-die-fifa-kollektiv-rucktritt-der-fuhrungsclique/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 21 Jul 2012 09:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[hans-joachim eckert]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[michael garcia]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[st. galler tagblatt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12222</guid>
		<description><![CDATA[(Unmittelbar vor meiner Abreise nach London habe ich für das St. Galler Tagblatt einen Kommentar zur FIFA-Familie geschrieben. Das Machwerk in ursprünglicher, voller Länge.) In der Diskussion über den Fußball-Weltverband (FIFA) gibt es zwei Kernthesen. Die eine lautet: Die FIFA ist ein florierendes Milliardenunternehmen. Die andere besagt: Die FIFA ist ein Konstrukt aus Lügen, Korruption [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><em>(Unmittelbar vor meiner Abreise nach London habe ich für das St. Galler Tagblatt einen Kommentar zur FIFA-Familie geschrieben. Das Machwerk in ursprünglicher, voller Länge.)</em></p>
<p>In der Diskussion über den Fußball-Weltverband (FIFA) gibt es zwei Kernthesen. Die eine lautet: Die FIFA ist ein florierendes Milliardenunternehmen. Die andere besagt: Die FIFA ist ein Konstrukt aus Lügen, Korruption und kriminellen Machenschaften.</p>
<p>These Nummer eins ist so lange nicht bewiesen, wie nicht alle Bücher der FIFA geöffnet und von Kriminalisten überprüft werden. Jene Firmen und Personen, die bisher Atteste ausstellten, sind tendenziell unglaubwürdig, weil sie zu lange mit der FIFA und deren Führungscrew gemauschelt haben. Die Zürcher Welt ist klein. Zu klein mitunter. Man kennt sich. Man schätzt sich, oder besser: man schätzt das Honorarbudget des Partners.</p>
<p>These Nummer zwei ist dagegen gerichtsfest belegt, nicht erst seit der Veröffentlichung der Einstellungsverfügung aus dem ISL-Korruptionsprozess am 11. Juli 2012, die weltweit Schlagzeilen machte. Im täglichen Sprachgebrauch ist die FIFA völlig zurecht zu einem Synonym für eine nach mafiosen Strukturen organisierte Fußballfamilie geworden, die im Grunde nur die eigene Rechtsprechung akzeptiert, worauf Präsident Joseph Blatter stets hinweist. Joseph Blatter alias Don Vito Corleone.</p>
<p>Diesen katastrophalen Ruf hat vor allem Blatter zu verantworten. Seit 1975 steht er im Sold des Verbandes, zunächst als Direktor (anfangs von der Firma Adidas seines Freundes und ISL-Gründers Horst Dassler bezahlt), ab 1981 als geschäftsführender Generalsekretär und seit 1998 als allmächtiger Präsident, dessen Gehalt und Boni nicht öffentlich sind. Blatter ist die FIFA, das stimmt. Blatter ist aber nicht etwa der Segen der FIFA, sondern der Fluch des Weltverbandes.</p>
<p>Dass all jene, die jahrzehntelang mit ihm gekungelt haben, schwer korrupt sind und Dutzende Millionen anhäuften – die Herren Havelange, Teixeira (Beide Brasilien), Warner (Trinidad), Grondona (Argentinien), Blazer (USA), Leoz (Paraguay) Makudi (Thailand) und andere -, während Blatter noch keine Schwarzmillionen nachgewiesen wurden, macht es nicht erträglicher. Das macht Blatter nicht etwa zu einem moralischen Menschen. Es gibt verschiedene Definitionen der Korruption, juristische, theologische, wirtschaftswissenschaftliche &#8230; und moralische. Für den Sportbetrieb ausreichend ist jene Definition, die Transparency International anbietet: Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p>
<p>Wer wüsste das besser als Blatter?</p>
<p>Der größte Feind der Korruption ist, natürlich, die Transparenz.</p>
<p>Wer wüsste das besser als Blatter?</p>
<p>Korruption und Transparenz sind zwei ungleiche Brüder. Sie sind es noch immer in der FIFA.</p>
<p>Blatter hat dieses System geprägt wie kein anderer. Der schreckliche Ruf der FIFA ist mit Dutzenden Millionen Franken, die Blatter in leicht durchschaubare PR-Aktionen ( etwa die 20 Millionen Euro Spende an Interpol), in Lobbyisten (Aloys Hirzel), Propagandisten und Wahrheitsverdreher der Kommunikationsabteilung (da wechseln die Verantwortlichen beinahe jährlich) investiert, nicht  zu korrigieren. Die Verpflichtung des einst renommierten Compliance-Experten und Strafrechtlers Mark Pieth trug auch noch keine schmackhaften Früchte.</p>
<p>Pieth bemüht sich zwar nach Kräften, seine teure Arbeit schönzureden, doch schaut man sich etwa die Besetzung der so genannten Ethikkommission an, die Blatters Exekutivkomitee Anfang dieser Woche absegnete, so kommt man arg ins Grübeln. Denn von den fünfzehn Mitgliedern sind nur die Kommissionschefs Hans-Joachim Eckert (Deutschland, Boss der Gerichtskammer) und Michael Garcia (USA, Boss der Ermittlungskammer) sowie Jack Kariko (Papua Nueguinea) und Ronald Jones (Barbados) neu hinzugekommen. Alle anderen gehörten schon der von Blatter handverlesenen Ethikkommission an, manche genießen einen recht zweifelhaften Ruf.</p>
<p>Joseph Blatter hat lange Jahre gelogen, er beugt noch immer die Wahrheit, wenn er nach Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung etwa behauptet, es habe keine strafrechtliche Handhabe gegen die Millionenkassierer Havelange und Teixeira gegeben. Falsch. Im Dokument der Staatsanwaltschaft steht eindeutig und ausführlich, dass das Delikt „Veruntreuung“ und „ungetreue Geschäftsbesorgung“ sehr wohl mit langjähriger Freiheitsstrafe zu ahnden gewesen wäre. Aber die FIFA und die beiden korrupten Funktionäre haben sich mit einem 5,5 Millonen-Deal freigekauft</p>
<p>Es wird besonders in der Schweiz gern das Argument angeführt, es sei das Verdienst des ewigen Präsidenten Blatter, aus der FIFA, nach der Rechtsstruktur ein Verein, einen globalen Konzern gemacht zu haben. Die Frage aber ist, worin die außergewöhnliche Leistung bestehen sollte, aus einem weltweiten Monopol, den umfassenden Rechten an der Fußball-WM (und anderen, kleineren Weltmeisterschaften), einen anständigen Erlös zu erwirtschaften?</p>
<p>Sponsoren, Ausrüster, Vermarkter und Fernsehanstalten stehen Schlange, um mit der FIFA ins Geschäft zu kommen. Es ist kein Kunststück, in dieser komfortablen Konstellation alljährlich eine Milliarde einzunehmen. Dazu wären zehntausende überdurchschnittliche Studenten der Betriebswirtschaften in der Lage.</p>
<p>Streng betriebswirtschaftlich geführt, würde die FIFA vielleicht sogar kostengünstiger arbeiten. Denn Dutzende Millionen an Bestechungsgeldern des einstigen Marketingpartners ISL sind der FIFA ja letztlich entgangen, weil sie auf Privatkonten landeten. Die FIFA hat vor einigen Jahren wegen absolut entlarvenden, ganovenhaften Verhaltens auch rund 100 Millionen Dollar Schaden erlitten, weil mit zwei Kreditkarten-Multis gleichzeitig Verträge abgeschlossen wurden. Hauptverantwortlich dafür waren Blatter und der einstige Marketingmann Jerome Valcke, den Blatter daraufhin feuerte, um ihn ein halbes Jahr später als Generalsekretär einzustellen und zu behaupten, Valcke sei nie gefeuert worden. Aus jenem Prozess vor einem New Yorker Distriktgericht ist eine wunderbare FIFA-interne Email erhalten, die sagt: Wie, verdammt noch mal, können wir es nur so aussehen lassen, als habe die FIFA noch einen Funken Geschäftsethik.</p>
<p>Diese Frage ist aktueller denn je.</p>
<p>Seit langem schon werden die intransparent hohen Aufwendungen in der Administration und die Boni für Führungskräfte öffentlich kritisiert. Detail-Informationen darüber, wie viel Geld Blatter bekommt, welche Boni an ihn, an Manager und Mitglieder des Exekutivkomitees ausgezahlt werden, verweigert die FIFA nach wie vor. Wer also versucht, den Schleier der Propagandashow dieser Woche zu lüften, wird leicht bemerken, dass sich noch nicht wirklich etwas geändert hat in der FIFA.</p>
<p>Chefermittler Michael Garcia hat viel zu tun. Er muss sofort gegen Blatter, den FIFA-Finanzchef Grondona und dessen märchenhaften Auslandskonten, und gegen etliche andere ermitteln. Wird er das? Darf er das?</p>
<p>Präzise betrachtet gibt es aber nur einen Weg zum Besseren: Den absoluten Neubeginn. Die komplette FIFA-Führungsriege muss zurücktreten und wirklich unabhängigen Ermittlern ihre Archive öffnen. Nur der Rücktritt des Präsidenten, des kompletten Exekutivkomitees, des Generalsekretärs und des juristischen Direktors, der maßgeblich mit verantwortlich für zahlreiche Desaster ist, kann einen Funken Glaubwürdigkeit entzünden.</p>
<p>Es wird ja wohl in der mehr als 300 Personen umfassenden FIFA-Administration, in den sechs Kontinentalföderationen und den 209 Nationalverbänden einige unbelastete, kenntnisreiche Profis oder Ehrenamtler geben, die den Laden übergangsweise übernehmen. Jede andere Lösung ist inakzeptabel.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/21/losung-fur-die-fifa-kollektiv-rucktritt-der-fuhrungsclique/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>An die Arbeit, Michael Garcia!</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/18/an-die-arbeit-michael-garcia/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=an-die-arbeit-michael-garcia</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/18/an-die-arbeit-michael-garcia/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 11:44:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[bild]]></category>
		<category><![CDATA[blick]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[dfl]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fedor radmann]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[franz beckenbauer]]></category>
		<category><![CDATA[hans-joachim eckert]]></category>
		<category><![CDATA[independent governance committee]]></category>
		<category><![CDATA[interpol]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[mastercard]]></category>
		<category><![CDATA[michael garcia]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[reinhard rauball]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2006]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[leo kirch]]></category>
		<category><![CDATA[siemens]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12214</guid>
		<description><![CDATA[(Ich will die kleine Chronik fortsetzen und rein kopieren, was ich gestern auf die Schnelle &#8211; und aus der Ferne &#8211; zum FIFA-Treffen in Zürich fabuliert habe. Zuvor hatte ich im Schweizer Radio schnell noch Andrew Jennings zum FIFA-Ethikchef vorgeschlagen, gemäß unserer volldemokratischen Abstimmung von vor einigen Jahren. Auch diesmal aus Zeitnot leider keine Links, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><em>(Ich will die kleine Chronik fortsetzen und rein kopieren, was ich gestern auf die Schnelle &#8211; und aus der Ferne &#8211; zum FIFA-Treffen in Zürich fabuliert habe. Zuvor hatte ich <a title="drs4" href="http://www.drs4news.ch/www/de/drs4/sendungen/drs4aktuell/5728.sh10233712.html" target="_blank">im Schweizer Radio</a> schnell noch Andrew Jennings zum FIFA-Ethikchef vorgeschlagen, gemäß unserer <a title="Andrew Jennings nimmt die Wahl zum Fifa-Ethikchef an" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/20/andrew-jennings-nimmt-die-wahl-zum-fifa-ethikchef-an/">volldemokratischen Abstimmung</a> von vor einigen Jahren. Auch diesmal aus Zeitnot leider keine Links, aber dafür gibt es ja Tags und verwandte Artikel da unten.)</em></p>
<p>Die Propaganda läuft auf Hochtouren. Joseph Blatter, der Hauptverantwortliche für das allumfassende Korruptionssystem im Fußball-Weltverband (FIFA), der mit jeder beleidigten Äußerung ganze Fußballnationen in Aufruhr versetzt, etwa als er über mögliche Korruption bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland plauderte, wird in deutschsprachigen Boulevardmedien plötzlich als der Held gefeiert. Die Bild-Zeitung, die am Dienstag einen offenen Entschuldigungsbrief des 76 Jahre alten Schweizer Patriarchen veröffentlichte, legte online mit einer Home-Story nach. Und der Blick, bei dem Blatters Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio einige Jahre Sportchef war, titelt nach der FIFA-Exekutivsitzung ebenfalls online: „Blatter siegt an allen Fronten – Weg frei für mehr Transparenz bei der FIFA.“</p>
<p>Was war passiert?</p>
<ul>
<li>Haben sich etwa plötzlich alle Empfänger der mehr als 142 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld, die von der Marketingagentur ISL/ISMM verteilt wurden, gemeldet?</li>
<li>Haben Russland (2018) und Katar (2022) wegen der Korruptionsvorwürfe die Weltmeisterschaften zurückgegeben?</li>
<li>Wird die WM-Vergabe an Deutschland überprüft?</li>
</ul>
<p>Nein, Blatters FIFA-Regierung hat in Zürich lediglich die Besetzung der neuen Ethikkommission abgesegnet. Ethik und die FIFA, das verträgt sich eigentlich nicht. Bislang waren derlei Gremien stets von Blatter handverlesen worden, mitunter ließ er deren Beschlüsse im Papierkorb verschwinden und legte sie gar nicht dem Exekutivkomitee zur Ratifizierung vor, etwa 2006, als die so genannten Ethiker einen deutschen Journalisten wegen seiner kritischen Berichterstattung zur Persona non grata erklärten. <em>(Dieser Kerl schaut regelmäßig vorbei in diesem Theater.)</em></p>
<p>Nun aber riskiert der Baseler Strafrechtler und Compliance-Experte Mark Pieth auf Blatters Wunsch und für viel Geld seinen Ruf und strukturierte um. Auch der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger, der bei seiner Aufnahme ins Exekutivkomitee im Juni 2011 Lobeshymnen auf Blatter sang, werkelte an Statutenänderungen. Der Umstand, dass die künftige Gerichtskammer der Ethikkommission vom Münchner Richter Hans-Joachim Eckert geleitet wird, der im Siemens-Korruptionsprozess gestählt wurde, verrät Zwanzigers Handschrift. Die Ermittlungskammer leitet der US-Amerikaner Michael Garcia, ein ehemaliger Staatsanwalt mit Interpol-Erfahrung. Die anderen dreizehn Mitglieder der Kammern sind eine eher enttäuschende Besetzung. Teilweise windige Typen und Blatter-freundliche wie der Australier Les Murray. Einige Vertreter aus Übersee haben bereits in der alten Kommission schlechten Dienst verrichtet.</p>
<p>Blatter sagte, was er nach nahezu jeder wichtigen Sitzung sagt:</p>
<blockquote><p>Ich bin ein glücklicher Präsident!“</p></blockquote>
<p>Assistiert wurde er von Zwanziger, den Nachrichtenagenturen mit den Worten zitieren:</p>
<blockquote><p>Aus Sicht der FIFA-Exekutive ist er absolut tragbar.“</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagte, er habe keinen Auftrag gehabt, Blatters Rücktritt zu fordern. So wie es vor einigen Tagen Reinhard Rauball verlangt hatte, der Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), der sein Begehren sogar erneuerte. Doch DFB-Vertreter und Blatter spielen wieder Doppelpass, nach einigen medialen Geplänkeln, die nur bei all jenen für Aufregung sorgen, die ungern ins Archiv gucken und also nicht die Regeln dieser Show begreifen.</p>
<p>All jene, die die Weltmeisterschaft nach Deutschland holten, sind Blatter zur Seite gesprungen. Außer einem gespielten Aufschrei der Empörung hatten DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Franz Beckenbauer und der Lobbyist Fedor Radmann nicht viel zu sagen. Ihre WM-Bewerbung sei sauber und über jeden Zweifel erhaben gewesen, gaben sie zu Protokoll, obwohl längst das Gegenteil bewiesen ist. Denn die Deutschen haben, zum Beispiel, über Firmen aus dem ehemaligen Reich des Medienmoguls Leo Kirch FIFA-Exekutivmitglieder und dubiose Figuren im Umfeld der FIFA-Regierung mit traumhaften, nebulösen Verträgen und Geldsummen bedient. Nichts davon ist aufgeklärt.</p>
<p>Es gab in Zürich eine wirklich gut klingende Nachricht: Anders als von Pieth angekündigt <em>(und wie ich es folglich seither verbreitete)</em>, wird es doch keine Verjährungsfrist geben. FIFA-Chefermittler Michael Garcia könnte also sofort die WM-Vergaben an Deutschland, Russland und Katar aufklären, in dem er etwa die Konten der FIFA-Exekutivmitglieder überprüft. All das soll, so hat Pieth behauptet, jetzt möglich sein.</p>
<p>Garcia muss sich eigentlich nur jenes Foto anschauen, das die FIFA am Dienstag auf ihrer Webseite veröffentlichte:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/news/newsid=1664989/index.html"><img class="aligncenter  wp-image-12219" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/fifaexkoscreen.jpg" alt="" width="532" height="433" /></a></p>
<p>Da sitzen die Exekutivler und stimmen über die Ethikkammern ab. Im Vordergrund der schwergewichtige US-Amerikaner Chuck Blazer, der mindestens zehn Millionen Dollar Provisionen kassiert hat – klare Korruption. Gegen Blazer ermittelt das FBI. Neben Blatter sein Generalsekretär Jerome Valcke, der seit dem legendären Prozess um FIFA-Sponsorenverträge mit zwei Kreditkartenfirmen als Serienlügner bezeichnet werden kann. Und der in einer Email an den ehemaligen korrupten FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner behauptet, man wisse doch, dass Katar die WM gekauft habe. Zu Blatters Rechten: der Erste Vizepräsident und Finanzchef Julio Grondona aus Argentinien. Der unterhält Schwarzkonten in etlichen Ländern, die mit mindestens 120 Millionen Dollar gefüllt sind.</p>
<p>Michael Garcia, an die Arbeit!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/18/an-die-arbeit-michael-garcia/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Milliardenverträge im Original, Korruptions-Gespenster aus Deutschland und andere FIFA-Notizen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/16/milliardenvertrage-im-original-korruptions-gespenster-aus-deutschland-und-andere-fifa-notizen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=milliardenvertrage-im-original-korruptions-gespenster-aus-deutschland-und-andere-fifa-notizen</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/16/milliardenvertrage-im-original-korruptions-gespenster-aus-deutschland-und-andere-fifa-notizen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Jul 2012 21:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[andreas herren]]></category>
		<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[ard]]></category>
		<category><![CDATA[berliner zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[bernd fisa]]></category>
		<category><![CDATA[bernie ecclestone]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fedor radmann]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[hall of shame]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[independent governance committee]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[leo kirch]]></category>
		<category><![CDATA[luis moreno ocampo]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[mohamed bin hammam]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[schweizer bundesgericht]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[tv-rechte]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2006]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2010]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[e]]></category>
		<category><![CDATA[frankfurter rundschau]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Tognoni]]></category>
		<category><![CDATA[hans klaus]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[keith cooper]]></category>
		<category><![CDATA[markus siegler]]></category>
		<category><![CDATA[parallelgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[schmiergeld]]></category>
		<category><![CDATA[spiegel online]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12204</guid>
		<description><![CDATA[(Nachtlektüre für Hartgesottene, nicht nur für die FIFA-Propagandisten und deren Rechtsabteilung. Anbei die Rohfassung jener Texte, die ich heute für verschiedene Medien fabuliert habe &#8211; ergänzt um einige einleitende Bemerkung, die für sich betrachtet schon ziemlich lang geraten sind. Ich hätte gern noch etwas gründlicher gearbeitet, aber Mann soll nicht klagen, wenn es mal Aufträge [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><em>(Nachtlektüre für Hartgesottene, nicht nur für die FIFA-Propagandisten und deren Rechtsabteilung. Anbei die Rohfassung jener Texte, die ich heute für verschiedene Medien fabuliert habe &#8211; ergänzt um einige einleitende Bemerkung, die für sich betrachtet schon ziemlich lang geraten sind. Ich hätte gern noch etwas gründlicher gearbeitet, aber Mann soll nicht klagen, wenn es mal Aufträge gibt. Ginge es immer so wie heute, ließe sich sogar dauerhaft Recherchejournalismus finanzieren. Aber nun genug der selbstreferenziellen Spitzen. Anbei meine Machwerke, leider aus Zeitgründen wieder weitgehend unverlinkt, wer mehr lesen will, klickt unten einfach auf die Zeile &#8220;verwandte Artikel&#8221;, dann kommen sie zum Vorschein, die feinziselierten, scharfzüngigen Analysen :)</em></p>
<p>Beginnen wir mit dem Aktuellen: Inzwischen hat der Blatter Sepp, ich hätte es mir denken können, sich in der Bild-Zeitung gemeldet und <a title="welt.de" href="http://www.welt.de/newsticker/sport-news/article108307297/Blatter-bestreitet-Denunziations-Absichten.html" target="_blank">wohl einen offenen Brief geschrieben</a>. Guido Tognoni hatte bereits angekündigt, dass <a title="handelszeitung.ch" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/drohgebaerden-von-blatter-sind-nicht-ernst-zu-nehmen" target="_blank">Sepps Drohgebärden nicht Ernst zu nehmen seien</a>.</p>
<p>Friede, Freude, Eierkuchen also zwischen Deutschen und der FIFA. Auch Fedor Radmann <a title="freiepresse.de" href="http://www.freiepresse.de/SPORT/Radmann-wuenscht-Blatter-die-Chance-auf-Neubeginn-artikel8043721.php" target="_blank">hält zum Sepp</a>, wie ich immer gesagt habe. Gestern wurde Radmann schon in der Berliner Zeitung Tagesspiegel als Kronzeuge aufgerufen (unfassbar, nachdem dieselbe Zeitung bereits <a title="tagesspiegel.de" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/korruption-in-der-fifa-reformen-die-keine-sind/6879986.html#commentInput" target="_blank">falsch behauptet hatte</a>:</p>
<blockquote><p><strong>In dieser Woche wurden der größten Sportorganisation der Welt Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro nachgewiesen.</strong></p></blockquote>
<p>Falsch, und zwar doppelt:</p>
<ol>
<li>Schmiergeldzahlungen sind von der Staatsanwaltschaft <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">und von wenigen Journalisten vor Ewigkeiten</a> nachgewiesen worden, inklusive zahlreicher Namen. Havelange und Teixeira haben wir schon seit Jahren genannt. (Leoz, Hayatou, Diack und andere ebenfalls.) Das hat die Meute der Journalisten nur nie gelesen oder nicht lesen wollen. (Darauf gehe ich in einem Kommentar ein, den ich für die FR und die BLZ geschrieben habe. s.u.)</li>
<li>Ich muss die FIFA endlich mal verteidigen: 100 Millionen Euro der 142 Millionen Franken, die die ISL gezahlt hat (gerichtsfest dokumentiert, wie viel es wirklich war, wissen wir nicht) gingen nicht an die &#8220;größte Sportorganisation der Welt&#8221;, sondern wurden <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">auf viele große Sportorganisationen</a> bzw deren Funktionäre verteilt.</li>
</ol>
<p>Auch das kann man natürlich wissen. Ich nehme das Beispiel dieser Zeitung, es hätten Dutzende andere sein können, auch deshalb, weil es die so genannten Nachrichtenagenturen permanent falsch verbreiten. Manche haben sogar geschrieben und schreiben es noch, die FIFA habe öffentlich gemacht &#8230; Das nennt man dann wohl Geschichtsfälschung. Ich frage mich zunehmend, welche Berichterstatter, die Dokumente überhaupt lesen, die ihnen da im Internet verlinkt werden. Andrew Jennings hat mir gestern gesagt, er hätte die Einstellungsverfügung zwei volle Tage studiert. Andere offenbar nicht mal zwei Sekunden.</p>
<ul>
<li>Wer übrigens mal lesen möchte, <a title="Kleiner Rückblick: Sepp Blatter, die milliardenschweren TV-Rechte, Leo Kirch und die ISL" href="http://www.jensweinreich.de/2009/12/03/kleiner-ruckblick-sepp-blatter-die-milliardenschweren-tv-rechte-leo-kirch-und-die-isl/" target="_blank">wie und warum Blatter und Havelange einst der ISL und Leo Kirch milliardenschwere WM-Fernsehrechte zuschanzten</a>, das stand schon vor vierzehn Jahren in Büchern.</li>
<li>Wer mag, kann auch mal einen <a title="TV-Vertrag 2002/2006" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/shortform-agreement.pdf" target="_blank"><strong>Milliardenvertrag im Original</strong> lesen, als pdf: hier ist er.</a> Dafür bekam Havelange eine Million CHF, mindestens.</li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/shortform-agreement.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-12208" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/shortform-agreement-724x1024.jpg" alt="" width="507" height="717" /></a></p>
<p><em>(Das musste jetzt mal raus. Sorry, aber dafür gibt es ja (auch) Blogs. Da kann man ohne Ende mit Fakten argumentieren, Dokumente bereit stellen, mit Fachleuten diskutieren, sich korrigieren &#8211; und Luft ablassen.)</em></p>
<p>Weil so unglaublich viel Schräges berichtet wird, werde ich dieser Tage, vor London, wohl doch noch mal eine ganze Reihe von Facts und Dokumenten zum olympischen Korruptionssystem der ISL/FIFA/IOC/IAAF/etc bereit stellen. Zunächst aber, wie ganz oben kursiv angekündigt, die Nachtlektüre für Hartgesottene, mein Arbeitsnachweis von heute, in den Urfassungen:</p>
<p><a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-boss-blatter-zur-wm-2006-angriff-aus-der-ecke-a-844546.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>SpOn: &#8220;Blatters Angriff aus der Ecke&#8221;</strong></span></a></p>
<p>Warum eigentlich die Aufregung über eine angeblich gekaufte WM 2006 in Deutschland?</p>
<p>Joseph Blatter, der krisengestählte Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA), hat doch nur laut nachgedacht und gar nicht viel gesagt in einem bestellten Interview mit der Schweizer Boulevard-Postille Blick. In jenem Blatt also, wo Blatters Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio einige Jahre als Sportchef werkelte. Inzwischen macht de Gregorio für Blatter Propaganda – und wie vielen Öffentlichkeitsarbeitern vor ihm, die Blatter heuerte und feuerte (Guido Tognoni, Keith Cooper, Andreas Herren, Hans Klaus, Markus Siegler) legt er eine bescheidene Performance hin. Warum? Wer für Blatter PR macht, wer die Korruptionsskandale und unendlichen Affären der FIFA, die Lügen und leibhaftigen Widersprüche vertuschen und beschönigen soll, muss einfach schlecht aussehen. Es gibt nur ein Mittel dagegen, das aber ist im Arzneischrank des FIFA-Hauptquartiers nicht vorhanden: Transparenz, absolute.</p>
<p>Die FIFA investiert ein Vermögen in PR und Kommunikation. Blatter leistet sich seit etlichen Jahren zusätzlich eigene Berater und Sprecher, derzeit den Österreicher Bernd Fisa, der einst, natürlich, als Sportjournalist begonnen hatte, ehe er bei Red Bull und Ferrari die Seiten wechselte. Fisa, de Gregorio und dem Briten Brian Alexander, noch so ein Propagandist, gelingt es durchaus, wichtige Meinungsmacher in den Medien einzuschläfern und von ihrer eigentlichen Arbeit abzuhalten: Recherche. Große Nachrichtenagenturen plappern meist nur nach, was die Spin Doktoren der FIFA verbreiten, gern werden so genannte Round Table Gespräche organisiert, in London, Doha oder Zürich, je nach Lage. Doch im Grunde bleibt das Dilemma: Der Ruf der FIFA ist ruiniert. Der Verband steht als Synonym für eine Ganovenfamilie – und Blatter gilt in der Öffentlichkeit als Witzfigur und Serienlügner. Wenn er in ein Stadion kommt, buhen die Massen.</p>
<p>„Den nimmt doch niemand mehr ernst“, raunt ein Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der namentlich nicht genannt werden will. Tatsächlich aber wird Blatter in aller Welt noch immer wie ein Staatschef empfangen, nicht nur von Diktatoren. Tatsächlich hat sich, zum Beispiel, in Deutschland noch kein Politiker gefunden, der die Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes fordert.</p>
<p>Im Grunde bleibt alles beim Alten.</p>
<p>Was ist passiert? Was einige Journalisten seit Jahren berichten, hat nun den Amtsstempel der Schweizer Justiz, nachdem die Einstellungsverfügung zum ISL-Bestechungssystem veröffentlicht werden musste: Blatter hat durch seine Misswirtschaft und mangelnde Organisation als FIFA-Generalsekretär und Präsident Korruption befördert und Kenntnis von dubiosen Transaktionen gehabt. Das ist noch höflich formuliert. Denn das Treiben der einstigen Marketingagentur ISL, die Anfang der 1980er Jahre aus dem Reich des Sportartikelkonzerns Adidas hervor ging, prägte seine Karriere.</p>
<p>Der einstige Adidas-Boss und ISL-Gründer Horst Dassler, 1987 an Augenkrebs früh verstorben, holte Blatter 1975 zur FIFA, er bezahlte ihn einige Monate aus der Adidas-Kasse und stellte ihm in seiner Dependance in Landersheim im Elsass ein Büro zur Verfügung. Dassler und Blatter waren beste Freunde. Der eine hatte am 12. März Geburtstag, der andere am 10. März – also feierten sie gemeinsam am 11. Im Reich von Adidas und ISL sind auch Franz Beckenbauer und dessen Intimus Fedor Radmann verortet, die sich jetzt mächtig über Blatters Andeutungen aufregen, bei der WM-Vergabe an Deutschland sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Die beiden könnten, außer sich zu empören, Aufklärung schaffen, in dem sie etwa jene Vorgänge erläutern, die im Frühjahr 2003 das Manager Magazin und die Süddeutsche Zeitung enthüllten: Wie die WM-Bewerber einst mit dem Geld des Medienunternehmers Leo Kirch FIFA-Exekutivmitglieder wie den Thailänder Worawi Makudi bedienten.</p>
<p>Als die Geschichten vor neun Jahren publik wurden, soll Blatter von engsten Mitarbeitern gedrängt worden sein, die Vorfälle zu untersuchen. Er hat es nicht getan. Er wollte die WM in Deutschland nicht gefährden. Blatter hat Deutschland auch geholfen, als im Sommer 2000, vier Wochen nach der WM-Vergabe, die geschlagenen Südafrikaner mit einem prominenten Anwalt (Jean-Louis Dupont, der einst Jean-Marc Bosman vertreten hatte) in Zürich auftauchten und vor Gericht ziehen wollten. Blatter machte ihnen klar, dass sie bei einem Gerichtsgang nie die WM bekommen würden. Kurz vor dem FIFA-Sonderkongress zogen die Südafrikaner um Danny Jordaan ihre Drohung zurück. Deutschland hatte Ruhe, Blatter war zufrieden – und die WM 2010 wurde vier Jahre später nach Südafrika vergeben.</p>
<p>Ja, die WM-Vergabe an Deutschland gehört aufgeklärt. Auch die von irren Korruptionsgerüchten überschatteten WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) müssen ausrecherchiert werden. Während Russland und Katar durchaus fürchten müssen, können sich die Deutschen allerdings beruhigt zurücklehnen. Außer einem Imageschaden droht keine Gefahr, denn die WM kann ihnen kaum mehr entzogen werden. Zudem: Im FIFA-Reich sind eventuelle Bestechungen, die bis zum Sommer 2000 stattgefunden haben könnten, auch unter den neuen Regeln verjährt. Dafür sorgte der von Blatter persönlich beauftragte Compliance-Experte Mark Pieth, ein Strafrechtler aus Basel.</p>
<p>Auch der Elsässer Jean-Marie Weber, der für Dassler als Geldbriefträger unterwegs war und später als ISL-Manager ein Großteil der gerichtlich bestätigten 142 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld persönlich an höchste Sportfunktionäre verteilte, zählte lange Jahre zu Blatters Vertrauten. Weber beriet den FIFA-Präsidenten Joao Havelange, der Millionen von der ISL kassierte, weshalb Blatter nun fordert, dem todkranken 96-Jährigen die FIFA-Ehrenpräsidentschaft zu entziehen. Weber ist noch immer als Berater anderer FIFA- und IOC-Funktionäre aktiv: so arbeitet er mit Lamine Diack (Senegal), Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und FIFA-Vize Issa Hayatou (Kamerun). Diack und Hayatou hatten selbst ISL-Schmiergeld kassiert, wurden im vergangenen Dezember vom IOC aber nur verwarnt, während sich Havelange einer derartigen Ermahnung durch Rücktritt entzog.</p>
<p><span id="more-12204"></span>Es bleibt alles in der Familie. Und dieser Sepp Blatter, der dieses System seit Mitte der siebziger Jahre als FIFA-Direktor, Generalsekretär und Präsident prägt, gibt nun am Dienstag in Zürich wieder den Reformer. Das Exekutivkomitee soll die Mitglieder und Chefs der ab sofort aus zwei Kammern bestehenden Ethikkommission ernennen. Neben Blatter sitzt dann der Vizepräsident und Finanzchef Julio Grondona aus Argentinien. Warum auf dessen Auslandskonten mehr als 120 Millionen Dollar lagern, ist ein weiteres Mysterium.</p>
<p>Deutsche Fußballfunktionäre und Blatter beharken sich öffentlich immer mal wieder. Das ist alles nicht wirklich ernst zu nehmen, weil es selten an die Substanz und über Geplänkel hinaus ging. Ein neuer Sachstand wäre erst gegeben, wenn der DFB offiziell Blatters Rücktritt und die Einberufung eines außerordentlichen FIFA-Kongresses fordern würde. Davon aber ist man weit entfernt. Am Dienstag sind der einstige DFB-Präsident Theo Zwanziger und Joseph Blatter wieder engste Verbündete. Denn, so absurd das klingt, Zwanziger, der seine Reformen durchsetzen will, hält Blatter für den einzigen im 24 Personen umfassenden Exekutivkomitee, der sich für Statutenänderungen interessiert. Anders gesagt: Zwanziger glaubt, ohne Blatter, den Hauptverantwortlichen für das kolossale FIFA-Dilemma, sei keine Zukunft zu organisieren.</p>
<p><a title="fr-online.de" href="http://www.fr-online.de/meinung/korruption-in-der-fifa--ein-gespenst-aus-deutschland,1472602,16636902.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Ein Leitartikel (FR, BLZ): &#8220;Korruption in der FIFA &#8211; ein Gespenst aus Deutschland&#8221;</strong></span></a></p>
<p>Korruption ist die dominierende Konstante des weltweiten Sportbusiness. Seit Jahren machen der Fußball-Weltverband (FIFA) und sein Präsident Joseph Blatter beinahe täglich Korruptions-Schlagzeilen, ohne dass sich nachhaltig etwas ändert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat seinen größten Korruptionsskandal 1999 glimpflich überstanden. Das Treiben in der Formel 1 im Reich des allmächtigen Briten Bernie Ecclestone wurde gerade von einem Gericht in München aufgearbeitet. Nun droht Ecclestone selbst die Anklage.</p>
<p>Im Grunde aber können derlei Sportkonzerne machen, was sie wollen. Prozesse wie der in München oder der gegen die ISL-Gruppe, den einstigen Weltmarktführer in der Sportvermarktung, der jetzt wieder die FIFA in Bedrängnis bringt, sind die Ausnahme. Denn obwohl das IOC und die FIFA jährlich eine Milliardensumme bewegen, sind sie nach dem kommoden Schweizer Vereinsrecht organisiert und entziehen sich zu weiten Teilen Antikorruptionsgesetzen und internationalen Konventionen.</p>
<p>Es ist eine Parallelgesellschaft, die nach mafiaähnlichen Prinzipien organisiert ist und sich in partiell rechtsfreien Räumen eingenistet hat. FIFA-Boss Joseph Blatter strapaziert stets den Begriff der Familie. Die FIFA, so sagt er gern, akzeptiert keine externe Rechtsprechung, „das ist nicht mehr unsere Familie“. Am Dienstag wird Blatter, der kaum mehr ein Fußballstadion betreten kann, ohne ausgepfiffen zu werden, bei der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees die Besetzung einer neuen Ethikkommission festlegen. Neben Blatter sitzen dann Absahner wie der Erste Vizepräsident und Finanzchef Don Julio Grondona aus Argentinien, der Schwarzkonten im Ausland unterhält, die mit mehr als 120 Millionen Dollar gefüllt sind. Woher das Geld kommt, weiß kein Mensch. Figuren, die eigentlich von Kriminalisten durchleuchtet werden müssten, verkaufen sich als Reformer.</p>
<p>Diese Sportkonzerne können auch deshalb reichlich ungestört ihr Unwesen treiben, weil potenzielle Aufpasser in Medienwirtschaft und in der Politik versagen.</p>
<p>Der Journalismus könnte flächendeckend Aufklärung schaffen, wenn Medienkonzerne und Journalisten ihre Rolle wirklich als vierte Gewalt verstehen und sich darauf konzentrieren würden, zu recherchieren, Misswirtschaft und Korruption aufzudecken. Stattdessen aber wollen Medienunternehmen am Geschäft verdienen. Wer etwa für viel Geld die Fernsehrechte an derlei Top-Ereignissen ersteigert, bezahlt zugleich sein eigenes Versagen und unterwirft sich dem Diktat des Veranstalters. Das betrifft nicht nur RTL und die Formel 1, sondern auch die öffentlich-rechtlichen Sender, wie immer wieder in erschreckender Weise bewiesen wird – zuletzt bei der Fußball-EM, demnächst bei den Olympischen Spielen in London, oder einst in zwei Korruptionsprozessen gegen ARD-Sportchefs.</p>
<p>Stallregie von Intendanten und Chefredakteuren, auch in Zeitungshäusern, die Sportberichterstattung nur in der Unterhaltungssparte verorten, ist es aber nicht allein. Die Journalisten darf niemand aus der Verantwortung nehmen. Viele sind glücklich, wenn sie von Olympia, der Fußball-WM oder Formel-1-Strecken berichten dürfen. Davon haben sie als Kinder geträumt, nun hören sie auf zu denken.</p>
<p>Wie kann es sein, dass zwar weltweit zehntausende Reporter  aller Medienrichtungen hauptberuflich über Fußball berichten, aber weltweit gleichzeitig nur vielleicht ein Dutzend Journalisten ernsthaft die Hintergründe des FIFA-Business und damit auch des Handels mit dem WM-Goldpokal beleuchten? Da stimmt etwas gewaltig nicht in den Medien.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich in der Politik. Warum gewähren Politiker aller Couleur mafiosen Vereinen wie der FIFA oder IOC Steuerbefreiungen und erfüllen allerlei andere Sonderwünsche? Die Sportfürsten kassieren Schmiergelder, handeln privat in großem Stil mit WM-Tickets, und werden auf roten Teppichen wie Staatsgäste empfangen. Mag sein, dass es Politiker begeistert, wie dreist-kriminell viele Sportfunktionäre durchs Leben jetten. Brot und Spiele, das ist ein uraltes politisches Unterfangen. Aber das macht es nicht erträglicher.</p>
<p>Vertreter des für Hochleistungssport zuständigen Bundesinnenministeriums zählen international stets zu den Bremsern, wenn auf mitunter versucht wird, die strukturelle Korruption im Sportbusiness einzudämmen, wie zuletzt im Europarat. Das ist eine Schande.</p>
<p>Dabei hätten gerade die Deutschen allen Grund, Aufklärung zu betreiben. Denn die moderne Sportkorruption in FIFA und IOC und anderen Weltverbänden ist ein Gespenst aus Deutschland. Nicht nur das Vermarktungssystem von milliardenschweren Mega-Events – umfassende Exklusivrechte für einen sehr kleinen Kreis von Sponsoren – wurde von einem Deutschen erfunden. Nein, dieser Visionär, der vor rund dreißig Jahren das Sportbusiness umkrempelte, hat den Weltsport zugleich mit einem engmaschigen Korruptionsnetz und mit seinen personellen Kreationen überzogen. Es war der damalige Adidas-Chef Horst Dassler, der die Bestechungsagentur ISL gründete. Zu Dassler engsten Freunden zählte: Joseph Blatter.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Und noch ein Text, den ich einigen Zeitungen angeboten habe: </strong></span></p>
<p>Wer erinnert sich schon noch an die IOC-Session im Dezember 1999 in Lausanne? Damals wurde ein so genanntes Reformpaket verabschiedet, die Bestechungskrise um den Olympiabewerber Salt Lake City hatte das Internationale Olympische Komitee glimpflich überstanden. Erstmals wurden wirkliche Athletenvertreter aufgenommen, die sogleich den Eid auf die olympische Charta sprachen. In seiner Eigenschaft als Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA) wurde seinerzeit auch ein übel beleumundeter Schweizer Funktionär kooptiert. Als Joseph Blatter den Eid schwor auf die Bewegung, das Fairplay, die Weltjugend und derlei Dinge, wurde schallend gelacht unter den Medienvertretern.</p>
<p>Das IOC hat es immer gut gemeint mit Blatter, auch wenn der mitunter drohte, die Fußballer, der Zuschauermagnet bei Olympia, würden den Spielen fernbleiben. Nein sie werden auch kommende Woche in London wieder kicken. Und während der Olympischen Spiele wird der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne über den Einspruch des wegen Korruption auf Lebenszeit von der FIFA suspendierten langjährigen Exekutivmitglieds und Blatter-Wahlhelfers Mohammed Bin Hammam aus Katar entscheiden. So ist das Leben. Blatter selbst aber hat nun wenigstens eine Sorge weniger, denn das IOC teilte offiziell mit, dass es – anders als bisher vermeldet– keinesfalls beabsichtige, den Fall Blatter durch seine Ethikkommission behandeln zu lassen. Man wolle erst mal sehen, was die neue FIFA-Ethikkommission leiste, heißt es aus der IOC-Zentrale.</p>
<p>Zwar soll die FIFA-Ethikkommission, die am Dienstag personell besetzt wird, nun auch eine hochrangig geführte Ermittlungskammer haben. Doch die Verjährungsfrist von zehn Jahren hat der Compliance-Beauftragte Strafrechtler Mark Pieth so gewählt, dass gegen Blatter wegen der Mitwisserschaft im ISL-Bestechungssumpf und der Havelange-Million, die irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete, nicht mehr ermittelt werden kann. Selbst wenn der Argentinier Luis Moreno Ocampo, der die Anklagekammer leiten soll und sich zuvor als Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag bewährt hat, es unbedingt wollte: Die Frage, ob Blatter gelogen hat, als er nach vielen anderen Lügen nun behauptet, die Havelange-Million sei auf ein ISL-Konto zurücküberwiesen worden – und nicht etwa, wie kolportiert, auf Havelanges Privatkonto, mit Blatters Unterschrift versehen -, diese Frage wird nicht beantwortet werden.</p>
<p>Auch wegen der dubiosen Vorgänge während der deutschen Bewerbung um die Fußball-WM 2006, über die Blatter am Wochenende orakelte und eine Welle der Entrüstung in Deutschland und beim DFB auslöste, kann diese Kommission auch nicht, nun ja, ermitteln. Verjährt. Wie so vieles. Aber vielleicht kann Ocampo wenigstens die aufklären, warum sein Landsmann Julio Grondona, Erster Vizepräsident und Finanzchef der FIFA, Auslandskonten in etlichen Ländern hält, die mit mehr als 120 Millionen Dollar gefüllt sind – fast so viel, wie die ISL-Gruppe einst an Schmiergeld verteilte. Ist das denkbar? Wohl kaum. Man wird auch Grondona in Ruhe lassen. Notfalls entzieht er sich einem Zugriff unbotmäßiger Ermittler durch einen gepflegten Rücktritt. So wie es sein alter Kompagnon aus Brasilien vorgemacht hat: FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange, dessen Ehrentitel Blatter nun aberkennen und der aufgeregten Öffentlichkeit als Opfer darbieten will, kam einer milden Bestrafung durch das IOC-Exekutivkomitee im Dezember 2011 mit einem Rücktritt zuvor.</p>
<p>Seit 1963 gehörte Havelange dem IOC an und war das dienstälteste Mitglied. Dass er Millionen an Schmiergeld von der ISL kassiert hatte, war gerichtsfest beweisen. Doch wie sagte IOC-Präsident Jacques Rogge, noch so ein vermeintlicher Reformer? „Herr Havelange ist kein IOC-Mitglied mehr. Für uns ist er Privatmann. Und die IOC-Ethikkommission kann sich nur mit IOC-Mitgliedern befassen.“ Voilà, die Quadratur des Kreises, sie war gelungen.</p>
<p>Derlei Finten dominieren den olympischen Weltsport mit wenigen Ausnahmen. Blatter wird keine dieser Ausnahmen sein, es sei denn, der DFB macht Ernst, beantragt einen außerordentlichen FIFA-Kongress und gleichzeitig Blatters Rücktritt. Doch derlei Erwägungen sind rein theoretischer Natur, und die aufgeregten Schlagzeilen dieser Tage rund um Blatters Bemerkungen zur WM-Vergabe 2006, über die es doch viel mehr und auch (siehe Leo Kirch) viel Konkretes zu sagen gäbe, sind Folklore.</p>
<p>Es gibt aber immerhin FIFA-Exekutivmitglieder, die sich plötzlich für Details aus der ISL-Einstellungsverfügung interessieren, die seit vergangenem Mittwoch weltweit Schlagzeilen macht. Da findet sich für den 5. Juli 2000 eine Notiz, wonach das anonymisierte Kürzel „E 16“ 250.000 Dollar erhalten habe. Einen Tag später, am 6. Juli 2000, wurde in Zürich unter turbulenten Umständen die WM 2006 an Deutschland vergeben. Da wird doch nicht wohl die ISL, die schon im Besitz der WM-Fernseh- und Sponsorenrechte war, nachgeholfen haben? Ein paar Tage später wurden weitere 270.000 Dollar von der Schmiergeldstiftung entnommen. Vergleicht man die Angaben aus der Verfügung mit der Anklageschrift im ISL-Prozess, so verbirgt sich hinter „E 16“ die Firma „Organisa for General Trading“ in Kuweit. Man würde es gern genauer wissen. Luis Moreno Ocampo hätte vielleicht das Zeug dazu, derlei Details herauszufinden – allein fehlt ihm aufgrund der Verjährungsfrist die Befugnis. Wie clever von Blatter und Pieth. Wie schön für alle Beteiligten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/16/milliardenvertrage-im-original-korruptions-gespenster-aus-deutschland-und-andere-fifa-notizen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>42</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn Sepp mit Journalistendarstellern plaudert</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/16/wenn-sepp-mit-journalistendarstellern-plauder/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wenn-sepp-mit-journalistendarstellern-plauder</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/16/wenn-sepp-mit-journalistendarstellern-plauder/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Jul 2012 09:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[blick]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fedor radmann]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[franz beckenbauer]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2006]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>
		<category><![CDATA[charles dempsey]]></category>
		<category><![CDATA[dfl]]></category>
		<category><![CDATA[leo kirch]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12200</guid>
		<description><![CDATA[(In aller Kürze, vom iPad, ausnahmsweise ohne Links: Ein Text, den ich gestern einigen Zeitungen angeboten habe, im Original. #LSR) Dreht er jetzt durch? Ist Joseph Blatter doch zu kippen? Schießt er sich mit seinen 76 Jahren selbst aus dem Amt als Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA)? Kaum wurde er der Mitwisserschaft an millionenschwerer Korruption überführt, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><em>(In aller Kürze, vom iPad, ausnahmsweise ohne Links: Ein Text, den ich gestern einigen Zeitungen angeboten habe, im Original. #LSR)</em></p>
<p>Dreht er jetzt durch? Ist Joseph Blatter doch zu kippen? Schießt er sich mit seinen 76 Jahren selbst aus dem Amt als Präsident des Fußball-Weltverbandes (FIFA)? Kaum wurde er der Mitwisserschaft an millionenschwerer Korruption überführt, kaum hat Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Blatters Rücktritt gefordert, keilt Blatter zurück. In einem schönfärberischen Interview mit seinem Lieblingsblättchen, dem Schweizer Boulevardblatt „Blick“, bei dem sein jetziger Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio einst Sportchef war, sinniert Blatter über die merkwürdige Vergabe der WM 2006 an Deutschland: „Gekaufte WM &#8230; da erinnere ich mich an die WM-Vergabe 2006“, sagt er. Sofort heißt es beim Nachbarn aufgeregt: FIFA-Präsident beschuldigt Deutschland. Ach Gott.</p>
<p>Anders wird ein Schuh draus. Indizien, dass Deutschland sich die WM ergaunert hat, gab es seit dem Juli 2000. Spätestens 2003, als das „Manager-Magazin“ und die „Süddeutsche Zeitung“ aus dem Konkurs-Nachlass des Kirch-Konzerns Dokumente öffentlich machten, die belegten, wie der Medienmogul Leo Kirch und seine Helfershelfer mit Provisionen für TV-Rechte und Freundschaftsspiele (etwa des FC Bayern) FIFA-Funktionäre bedienten, wurde es konkret. Doch als die Belege da waren und Berater ihm dazu rieten, interne Ermittlungen einzuleiten, soll Blatter zurückgezogen haben. Er wollte keinen weiteren Skandal.</p>
<p>In der Not und angesichts der sich weltweit häufenden Rücktrittsforderungen aber erinnert Blatter an die Umstände der WM-Vergabe an den DFB, als der neuseeländische Greis Charles Dempsey verwirrt nach dem ersten Wahlgang das FIFA-Hauptquartier verlassen hatte. Präzise betrachtet sagt Blatter aber erneut die Unwahrheit. Denn dem „Blick“ gibt er zu Protokoll, Deutschland habe 10:9 gegen Südafrika gewonnen – tatsächlich war es ein 12:11 nach Stimmen der FIFA-Exekutivmitglieder. Das ist so bei Blatter: Die Fakten stimmen eher selten.</p>
<p>So behauptet Blatter unentwegt, er habe erst im Rahmen des Konkursverfahrens des FIFA-Marketingpartners ISL 2001 davon erfahren, dass die ISL-Gruppe Schmiergeld gezahlt hat, etwa an den langjährigen Präsidenten Joao Havelange. Dabei hat Blatter hat gemäß Aussage des ehemaligen FIFA-Finanzchefs Erwin Schmid im März 1997 eine irrtümlich auf einem FIFA-Konto gelandete ISL-Bestechungsmillion weiterleiten lassen – nun behauptet er, es sei ihm nicht klar gewesen, dass das Bestechungsgeld gewesen sei. 142 Millionen Franken Schmiergeld hat der ISL-Konzern zwischen 1989 und 2001 an hochrangige FIFA-Funktionäre, aber auch Mitglieder des IOC und Führungskräfte anderer Weltverbände gezahlt. Das ist gerichtsfest. Die tatsächliche Summe dürfte weit höher liegen, denn aus den achtziger Jahren liegen keine Unterlagen vor.</p>
<p>Blatter war einer der besten Kumpels des ISL-Gründers und damaligen Adidas-Patrons Horst Dassler. 1975, als Blatter auch auf Dasslers Initiative hin FIFA-Direktor wurde, sein Büro in der französischen Dependance von Adidas hatte, wurde sein Gehalt zeitweise von Adidas bezahlt. Dassler überzog den olympischen Weltsport mit einem engmaschigen Bestechungsnetz, über die ISL und über die sportpolitische Abteilung von Adidas. Adidas, Dassler, die ISL – die Korruption im Weltsport ist eine sehr deutsche Geschichte. An der ISL-Vorläuferfirma Rofa war einst sogar Franz Beckenbauer beteiligt, ehemals Adidas-Ikone, FC-Bayern-Präsident, DFB-Vize und FIFA-Exekutivmitglied – jetzt Botschafter der russischen Gasindustrie, kurze Zeit nachdem Russland sich unter skandalösen Umständen die WM 2018 gesichert hat.</p>
<p>Auch deshalb haben die Attacken des FIFA-Präsidenten Brisanz ohnegleichen. Fedor Radmann etwa, ehemaliger Adidas- und ISL-Mitarbeiter sowie Intimus von Franz Beckenbauer, spielte eine dubiose Rolle bei der WM-Akquise 2006, wie auch aus den Kirch-Akten hervor geht. Radmann wiederum, der in der Schweiz lebt, zählt zu den Vertrauten Blatters. Bisher hielten die Kameraden immer zusammen, die „Mitglieder der Fußballfamilie“, wie Blatter zu flöten pflegt.</p>
<p>Doch in der Not scheint sich jeder selbst der Nächste. Schon hat Blatter sich vom todkranken FIFA-Ehrenpräsidenten Havelange losgesagt: „Er muss weg.“ Eine weitere Unwahrheit verbreiten Blatter und seine Propagandisten, wenn sie behaupten, es habe im ISL-Verfahren keine strafrechtliche Handhabe gegen Schmiergeldempfänger gegeben. Falsch! Ein Großteil des am Mittwoch nach langem FIFA-Widerstand veröffentlichten Dokuments der Staatsanwaltschaft Zug befasst sich damit, dass Havelange &amp; Co. wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Unterschlagung bis zu fünf Jahre Gefängnis gedroht hatten.</p>
<p>Was nun wohl Havelanges Jünger denken mögen, etwa Jean-Marie Weber, jener ISL-Manager, den einen Großteil der 142 Bestechungsmillionen in Bar übergab? Weber hat in kleinen Kreisen immer gesagt, er fürchte um sein Leben und nehme seine Geheimnisse mit ins Grab. Noch sind bei mehr als 100 Millionen die Empfänger nicht bekannt, lediglich die Tarnfirmen und Stiftungen, über die dunkle Transaktionen liefen.</p>
<p>Die Konstellation garantiert Hochspannung, zumal sich am Dienstag in Zürich das Exekutivkomitee trifft. Mit dabei der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger, der Blatter lange die Treue hielt und glaubt, außer Blatter sei im Exekutivkomitee kaum jemand an Reformen interessiert – traurig genug. Es heißt, Zwanziger sei relativ egal, ob Blatter fällt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/16/wenn-sepp-mit-journalistendarstellern-plauder/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Blatter knew about Havelange bribes 15 years ago!&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/15/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/15/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Jul 2012 11:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrew Jennings</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[blick]]></category>
		<category><![CDATA[daily mail]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[english posts]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[steuerhinterziehung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wolfgang niersbach]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12187</guid>
		<description><![CDATA[von Andrew Jennings und Jens Weinreich Ich erinnere mich noch gut an diesen Januartag des Jahres 2004 in Tunis. Ich drehte für das schwedische und dänische Fernsehen eine Dokumentation über Joseph Blatter (The Untouchable), Andrew Jennings war zum Kongress des afrikanischen Fußballverbandes CAF vor Ort (für FIFA-Events war er damals schon zur persona non grata [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><strong>von Andrew Jennings und Jens Weinreich</strong></p>
<p>Ich erinnere mich noch gut an diesen Januartag des Jahres 2004 in Tunis. Ich drehte für das schwedische und dänische Fernsehen eine Dokumentation über Joseph Blatter (<a title="The Untouchable" href="http://www.jensweinreich.de/filme/the-untouchable/" target="_blank">The Untouchable</a>), Andrew Jennings war zum Kongress des afrikanischen Fußballverbandes CAF vor Ort (für FIFA-Events war er damals schon zur persona non grata erklärt worden). Andrew hatte <a title="Daily Mail" href="http://whoarethem.files.wordpress.com/2012/07/03_12_05-havelange-1-million-bribe-copy.pdf" target="_blank"><strong>einige Tage zuvor in der Daily Mail</strong></a> (!) seine <a title="Daily Mail" href="http://2.bp.blogspot.com/-F3HudOFIaFQ/T__pK8bN2rI/AAAAAAAAAkg/fSzkv4iVXS0/s1600/+02_05_25+%C2%A3500,000+Bribe*.jpg" target="_blank">Geschichte aus dem Jahr 2002</a> über <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Havelange</a> und das <a title="#FIFAcorruption, die Einstellungsverfügung zum ISL-Korruptionssystem" href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/">ISL-Schmiergeld</a> konkretisiert, das irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete und deshalb aus der FIFA-Zentrale weitergeleitet wurde. Wir wollten nun gemeinsam Blatter damit konfrontieren. Hatten aber nur eine Kamera. Ich brauchte die Bilder für mein Filmchen. Andrew ahnte schon, dass er das irgendwann mal für BBC-Panorama benötigen würde.</p>
<p>Gemeinsam mit meinen Kollegen Søren Steen Jespersen und Kameramann Kim Frandsen haben wir also geprobt, mit einer Kamera alles einzufangen: Andrews Frage, Blatters Reaktionen. Alles lief nach Drehbuch. Und es hat geklappt, Glück gehabt. Aus meiner Doku kann ich die mehrere Minuten lange Szene leider nicht zeigen, in der BBC lief das so:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/15/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Ich habe dann in einem der Interviews, die ich mit Blatter für meinen Film führte, natürlich auch ausführlich über das Havelange-Schmiergeld geredet bzw es versucht, darüber zu reden. Blatter log. Er log mal wieder. Er sagte, er wisse nichts davon. Die Kamera blieb lange auf seinem Gesicht. Bis er unsicher wurde und glucksend grinste. Wir haben das so reingeschnitten. Eine schöne Szene, ein Lügengesicht ohnegleichen. <em>(Leider habe ich das nicht parat, bin unterwegs, sonst hätte ich die Passage auch ohne Rechte flink auf Youtube hochgeladen.)</em></p>
<p>Warum ich das so ausführlich erzähle?</p>
<ul>
<li>Über die Bestechungszahlungen der ISL an Havelange weiß die Welt nicht erst <a title="#FIFAcorruption, die Einstellungsverfügung zum ISL-Korruptionssystem" href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/">seit vergangenen Mittwoch</a> Bescheid.</li>
<li>Über das <strong><a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL-Bestechungssystem</a></strong> weiß die Welt <strong><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">nicht</a> <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">erst</a></strong> seit vergangenen Mittwoch Bescheid. Die Recherchen einiger weniger Journalisten sind seit vielen Jahren schon gerichtsfest belegt, sofern sie &#8211; wie im ISL-Fall &#8211; von uns nicht ohnehin mit kiloschweren Dokumentenordnern belegt werden konnten.</li>
</ul>
<p>Auch wenn das so genannte Journalisten (vor allem in Nachrichtenagenturen, aber auch in vielen anderen Medien) und Funktionäre wie der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach beständig falsch verbreiten.<em> (Ich kann die Fehler und Dummheiten gar nicht zählen und versuche, Pionierehrenwort, mich nur noch mäßig darüber aufzuregen.)</em></p>
<p><strong>Blatter hat seit vielen Jahren zur Havelange-ISL-Million gelogen.</strong></p>
<p>Und er beugt weiter die Wahrheit, auch in anderen Punkten &#8211; etwa, wenn er behauptet (wie seine ehemalige Beraterin Sylvia Schenk von TI übrigens), es habe irgendwie keine strafrechtliche Handhabe gegen das Treiben der ISL mit Havelange/Teixeira und vielen anderen gegeben. Irrtum: Einfach nur mal gründlich die Einstellungsverfügung lesen. Nicht wegen Korruption, ja, das erzähle ich selbst seit Jahren, aber die beiden brasilianischen Großganoven hätten wegen ungetreuer Geschäftbesorgung bis zu fünf Jahre in den Knast gehen können. <strong>Seite 19 ff.</strong> Ausführlicher geht&#8217;s nimmer.</p>
<p>Bevor Andrew Jennings zu Wort kommt, hier noch flink die aktualisierte Tabelle der ISL-Schmiergeldzahlungen. Gerichtsfest. Wasserfest. Immer wieder beschrieben. Und nie werden wir alles wissen.</p>
<p style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>ISL-Bestechungszahlungen an hohe Sportfunktionäre in FIFA, IOC, IAAF etc</strong></span></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-12190" title="" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/tabelle-isl.jpg" alt="" width="480" height="408" /></p>
<p>Die Einstellungsverfügung hält zudem fest:</p>
<blockquote><p><strong> Bereits vor 1989 wurden „Vorinvestitionen“ in Millionenhöhe geleistet.</strong></p></blockquote>
<p>Die ISL-Gruppe wurde Anfang der achtziger Jahre vom damaligen Adidas-Boss Horst Dassler gegründet. <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">Mehr dazu hier.</a></p>
<p><em>(Zu den Schmiergeldsummen: Für die Jahre 1989 bis 1999 berufe ich mich sauber auf die Zusammenstellung von Ermittlern, denn wir haben ja mehr Unterlagen, als nun veröffentlicht wurden. Für 1999-2001 habe ich vielleicht einen kleinen Fehler gemacht im Vergleich zu meinen bisherigen Tabellen. Wer mag, kann das gern in der Einstellungsverfügung überprüfen. Es ist für mich doch meist schwierig, Juristendeutsch gepaart mit Buchhaltersprache zu entschlüsseln. Für 1999-2001 haben wir es mit der Besonderheit zu tun, dass die ISL 36 Mio CHF auf Stiftungskonten, Nunca, Sunbow, für Bestechungs- bzw. Funktionärs-Lohnzahlungen überwiesen hatte. Rund die Hälfte davon wurde wegen der prekären Finanzlage kurz vor dem Konkurs aber wieder entnommen und landete nicht in Havelangeteixeirasleozdiackshayatous &#8230; Taschen. Also, wer einen Fehler entdeckt, ich lasse mich gern aufklären und korrigiere sofort.)</em></p>
<p>Hier nun das jüngste Machwerk von Andrew Jennings <a title="AJ blog" href="http://transparencyinsportblog.wordpress.com/2012/07/13/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago-2/" target="_blank">in seinem Blog</a>, er regt sich genauso über Blatter und die FIFA-Propaganda (natürlich <a title="blick.ch" href="http://www.blick.ch/sport/fussball/ich-sollte-mit-50-000-dollar-bestochen-werden-id1962702.html" target="_blank">wieder im Blick</a>, dem ehemaligen Blatt seines Chef-Propagandisten Walter de Gregorio, in dem ich einst &#8211; unter dem Sportchef de Gregorio! &#8211; <a title="Das perfekte Verbrechen" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/isl-blick-31032008.pdf" target="_blank">so etwas geschrieben habe :)</a> auf wie ich das tue.</p>
<p><strong>Blatter knew about Havelange bribes 15 years ago!</strong></p>
<p>Joao Havelange stole around US$60 million in dozens of bribes from the ISL company, money that should have gone to FIFA. But investigators have only been able to discover documentary proof for one bribe of 1.5 million Swiss Francs – around US$1 million. But I knew about this bribe 10 years ago and wrote the world exclusive story on May 25, 2002 in the London <em>Daily Mail</em>.</p>
<p>At that time in 2002 a reliable source within FIFA believed the bribe had been for about £500,000. They knew it had come from ISL and by mistake had been sent to a FIFA bank account.</p>
<p>I kept asking questions about this bribe and in 2003 Sepp Blatter banned me from FIFA press conferences and premises. I continued looking for more facts and another reliable source told me they had heard inside FIFA that the amount was around 1 million Swiss Francs. I published this in the <em>Daily Mail</em> on December 5, 2003. I knew the money had gone to Havelange so we used a big picture of him!</p>
<div>
<p>Every year I learned more about ISL bribes to senior FIFA officials and told the story in the first chapter of my book <strong><em>Foul</em></strong><em>!</em>about FIFA corruption. That chapter is called ‘Blatter’s Ticking Time-Bomb.’ I still had the year wrong – it actually happened in March 1997 – but I had more witnesses. The publisher’s lawyers would not let me name Havelange. Nor would they let me use the quote from Blatter, ‘This money must be moved to Havelange’s account.’ But he said it. The book was published six years ago, in May 2006.</p>
<p>In June 2006 I presented a BBC <em>Panorama</em> investigation into Blatter’s corruption. We called it<em>The Beautiful Bung</em>. In that programme we used a question I had put to Blatter at a press conference in <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Xl_MkPHRTJc">Tunis (have a look!)</a> in January 2004 about the bribe. He could not ban me this time. But he was traumatised by my question and avoided answering it.</p>
<p>During the making of the <em>Panorama</em> film I caught up with Blatter in April 2006 at the old FIFA House. I asked him about the ISL bribes but <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Xl_MkPHRTJc">he refused to talk about them (you can see!)</a>. As he fled I asked him about the Havelange bribe – but he ran away. But we transmitted the allegation in a film watched by millions in the UK and around the world.</p>
<p>At the end of the film <a href="http://www.youtube.com/watch?v=MsE_4DVnfcY">I caught up with Blatter at Zurich airport (have a look!)</a> as he arrived to fly, as he always does, by charter jet. I had seen a document revealing that FIFA had repaid some the bribe money to the liquidator of the IS company.</p>
<p>It is disappointing that reporters for the wire services and so many newspapers have this week believed Blatter when he denies knowing about the ISL bribe to Havelange. So here it is again, extracted from page 8 of Investigating Magistrate Thomas Hildbrand’s report.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-12193" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/07/jhj.jpg" alt="" width="458" height="21" /></p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/15/blatter-knew-about-havelange-bribes-15-years-ago/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>141.967.500,93 CHF: &#8220;Das Thema von ISL ist in Zug, wir sind hier in Zürich&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/13/141-967-50093-chf-das-thema-von-isl-ist-in-zug-wir-sind-hier-in-zurich/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=141-967-50093-chf-das-thema-von-isl-ist-in-zug-wir-sind-hier-in-zurich</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/13/141-967-50093-chf-das-thema-von-isl-ist-in-zug-wir-sind-hier-in-zurich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jul 2012 19:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12177</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe eine weitere Analyse des ISL-Korruptionssystems und der Implikationen für die FIFA versprochen. Daran arbeite ich noch &#8211; in Deutsch und Englisch. Anbei schon mal jener Text, der heute in einigen Tageszeitungen von mir veröffentlicht wurde &#8211; es gibt viel mehr zu sagen, gerade nachdem Sepp Blatter in seinen 5 Fragen und Antworten auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>Ich habe eine weitere Analyse des <a title="#FIFAcorruption, die Einstellungsverfügung zum ISL-Korruptionssystem" href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/">ISL-Korruptionssystems</a> und der Implikationen für die FIFA versprochen. Daran arbeite ich noch &#8211; in Deutsch und Englisch. Anbei schon mal jener Text, der heute in einigen Tageszeitungen von mir veröffentlicht wurde &#8211; es gibt viel mehr zu sagen, gerade nachdem Sepp Blatter in seinen <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1663188/index.html" target="_blank">5 Fragen und Antworten</a> auf der FIFA-Webseite sich weiter in Lügen und Unwahrheiten verstrickt &#8211; auch diese Propaganda werde ich Satz für Satz auseinander nehmen. Viel Spaß am Sonntag bei der Lektüre, @SeppBlatter #fifacorruption</p>
<p>Ein Kleinod habe ich noch ausgegraben. Während der ersten Runde des ISL-Strafprozesses im März 2008 in Zug, den ich komplett im Gerichtssaal verfolgt habe, hatte ich einen Abstecher nach Zürich gemacht zur Exekutivsitzung der FIFA &#8211; und danach zwei Fragen an Blatter gestellt. Die Tonqualität bitte ich zu entschuldigen:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/13/141-967-50093-chf-das-thema-von-isl-ist-in-zug-wir-sind-hier-in-zurich/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Er sagt also:</p>
<blockquote><p>Das Thema von ISL ist in Zug, wir sind hier in Zürich&#8221;</p></blockquote>
<p>Das war schon damals dämlich.</p>
<p>Mensch, Sepp, so kannst Du Dich täuschen.</p>
<p>Eine Analyse (am Donnerstag geschrieben), tiefgründigere und bessere folgen am Wochenende in diesem Theater. Ich denke dennoch, dass ich einige wichtige Punkte anreiße, die in der Diskussion derzeit zu kurz kommen:</p>
<ol>
<li>wir müssen die Zahl des belegten Schmiergeldes nach oben korrigieren: <strong>141.967.500,93 CHF</strong> von 1989 bis 2001</li>
<li>nun hält endlich auch mal ein offizielles Dokument fest, was einige Journalisten seit vielen Jahren beschreiben: auch vor 1989 wurde gezahlt, wie viel, das weiß niemand</li>
<li>die tatsächliche Schmiergeldsumme der ISL ist also viel höher. Und über andere Firmen wird noch gar nicht geredet, die ebenfalls gezahlt haben.</li>
<li>die Einstellungsverfügung beschreibt, dass die ISL-Millionen quasi nur Spielgeld waren, um auf den nationalen Märkten (Teixieira, Havelange, Brasilien) erst richtig abzukassieren. Eine sehr wichtige Anmerkung.</li>
<li>die Einstellungsverfügung beschreibt, dass es sehr wohl strafrechtliche Handhabe gab, Havelange und Teixeira in den Knast zu bringen. Zwar nicht wegen Sport-Korruption, aber wegen Veruntreuung u.a. (Insofern sind Blatters aktuelle Einlassungen erneut Wahrheitsbeugungen.)</li>
</ol>
<p>Das bislang größte Korruptionssystem der olympischen Sportgeschichte lässt sich seit Mittwoch noch besser beschreiben. Mit mindestens 142 Millionen Schweizer Franken hat die einstige Sportmarketingagentur ISL/ISMM zwischen 1989 und 2001 hochrangige Sportfunktionäre aus dem IOC, etlichen olympischen Weltverbänden und vor allem dem Fußball-Weltverband FIFA systematisch geschmiert. Bereits in den Jahren davor leistete die ISL-Gruppe „Vorinvestitionen in Millionenhöhe“, heißt es in einer so genannten Einstellungsverfügung zum ISL-Korruptionssystem, deren Veröffentlichung von der FIFA und den beiden Hauptschuldigen Funktionären lange Jahre mit aller Macht verhindern wollten.</p>
<p>Doch das Schweizer Bundesgericht entschied nun letztinstanzlich, dass das Papier vom Mai 2010 veröffentlicht werden muss, was am Mittwoch geschah. Journalisten und Medien aus der Schweiz und England hatten die Herausgabe verlangt. Fast alle Namen und Firmen wurden anonymisiert, FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange und dessen ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixeira aber werden als Empfänger von insgesamt 22 Millionen Franken Schmiergeld genannt. Die Transfers sind bestens belegt – aber nur die Spitze des Eisberges, das gesamte Treiben der 2001 Konkurs gegangenen ISL bleibt nur zu erahnen.</p>
<p>Auch wenn die meisten Details über die Höhe der Bestechungsgelder, die wie Lohn gezahlt und kassiert wurden, Dank journalistischer Enthüllungen bereits öffentlich geworden waren, ergeben sich aus der 41 Seiten umfassenden Verfügung weitere brisante Sachverhalte – vor allem wird klar, dass Korruption an der FIFA systemisch und keineswegs die Ausnahme war. „Es steht nicht in Frage, dass die FIFA Kenntnis von Schmiergeldzahlungen hatte.“ Auch Joseph Blatter, 1981 bis 1998 Generalsekretär, danach Präsident und Alleinzeichnungsberechtigter, wird in dem Papier als Mitwisser indirekt belastet. Demnach hatte ein Person, die anonymisiert „P1“ genannt wird, 1997 Kenntnis von einer irrtümlich auf einem FIFA-Konto gelandeten Million für Havelange. Vergleicht man die Angaben in diesem Dokument mit der ISL-Anklageschrift aus dem Jahr 2008, so dürfte es sich bei „P1“ um niemanden anders als Blatter handeln, der seinerzeit gemeinsam mit dem damaligen FIFA-Finanzchef Erwin Schmid in große Hektik geriet – das ISL-Schmiergeld wurde umgehend vom FIFA-Konto an Havelange transferiert.</p>
<p><em>(Das habe ich in diesem Zeitungstext vorsichtig formuliert, obwohl ich es besser weiß, seit acht Jahren aber berichte ich darüber, dass es Blatter war, der 1997 die Havelange-Million weiter leiten ließ auf dessen Privatkonto. P1 ist Blatter, das habe ich am Mittwoch auch über Twitter so kommuniziert.)</em></p>
<p>Die Staatsanwaltschaft macht deutlich, dass jene Millionen, die Havelange und Teixeira (und andere FIFA-Exekutivler sowie Vorständler etlicher Weltverbände) kassierten, quasi nur Spielgeld war, um weitere unsaubere und noch lukrativere Geschäfte zu betreiben auf ihren jeweiligen Heimatmärkten: Teixeira war bis zu seinem Rücktritt im Frühjahr 2012 Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, Brasiliens Verbandschef und Boss der WM-Organisation 2014. Er ist in etliche andere Korruptionsskandale verstrickt. Havelange inzwischen 96 Jahre alt, trat im Dezember 2011 aus dem IOC zurück, wohl wissend, dass das ISL-Dokument irgendwann öffentlich würde. Die Frage ist nun, ob die <a title="handelszeitung.ch" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/sepp-blatter-unter-beobachtung-des-ioc" target="_blank">IOC-Ethikkommission gegen „P1“ ermittelt, denn Blatter ist auch IOC-Mitglied.</a></p>
<p>Die Vergehen werden in dem Dokument als „sittenwidrige“, „unrechtmäßige“, „unlautere“, „widerrechtliche“ und „pflichtwidrige“ persönliche Bereicherung klassifiziert. Der „Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung“ sei erfüllt. Die FIFA-Anwälte widersprachen im Laufe der Jahre sämtlichen Darlegungen der Staatsanwaltschaft und verstiegen sich zur Argumentation, Schmiergeldzahlungen gehören in Südamerika und Afrika „zum üblichen Grundeinkommen eines Großteils der Bevölkerung“. Offiziell aber, auch darauf verweist die Verfügung, schreibe sich die FIFA „völkerverbindendes Tun auf die Fahne“.</p>
<p>Havelange und Teixeira hatten Freiheitsstrafen zu fürchten, die FIFA war einerseits Geschädigte, andererseits ergab sich aus extremen „Organisationsmängeln“ auch eine Mittäterschaft, führt die Staatsanwaltschaft aus. Die FIFA wollte immer eine Veröffentlichung der Korruptionspraktiken verhindern. Dieser „gordische Knoten“, so wird formuliert, wurde durch Zahlung einer Widergutmachung und Übernahme der Gerichtskosten durch Teixeira, Havelange und die FIFA verhindert. Die Justizkasse erhielt 2010 insgesamt 5,5 Millionen Franken, die Einstellungsverfügung sollte mit allen Mitteln geheim gehalten werden – bis das Bundesgericht am 3. Juli 2012 entschied.</p>
<p>Bereits 2004 hatte Teixeira 2,5 MillionenFranken im Rahmen eines so genannten Korruptionsverdunklungsvertrages an den damaligen ISL-Konkursverwalter gezahlt. Bestandteil jenes Deals, der maßgeblich von einem FIFA-Anwalt verhandelt und abgewickelt wurde, war ebenfalls, die Namen der korrupten Funktionäre zu verheimlichen. Die FIFA unter dem Präsidenten Joseph Blatter unternahm jahrelang Maßnahmen zum „Schutz der Betrüger“. Dass der Milliardenkonzern FIFA unter dem Schutz des Schweizer Vereinsrechts agiert, wird als „äußerst schlanke“ gesetzliche Regelung gerügt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/13/141-967-50093-chf-das-thema-von-isl-ist-in-zug-wir-sind-hier-in-zurich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>#FIFAcorruption, die Einstellungsverfügung zum ISL-Korruptionssystem</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Jul 2012 22:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundesgericht]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[schweizer bundesgericht]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[storify]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[handelszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[jean françois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=12141</guid>
		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Das nächste Kapitel in der Causa ISL (bitte ruhig mal diese vielen Beiträge durchklicken, da erfährt der geneigte Leser alles) ist geschrieben. Es wird mal wieder brenzlig für den Sepp. Nach einer Ewigkeit darf nun endlich die Einstellungsverfügung im ISL-Korruptionsverfahren vom Juni [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Das nächste Kapitel in der <strong><a title="alle Beiträge zum ISL-Korruptionssystem" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">Causa ISL</a></strong><a title="alle Beiträge zum ISL-Korruptionssystem" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/"> (bitte ruhig mal diese vielen Beiträge durchklicken, da erfährt der geneigte Leser alles)</a> ist geschrieben. Es wird mal wieder brenzlig für den Sepp.</p>
<p>Nach einer Ewigkeit darf nun endlich die Einstellungsverfügung im ISL-Korruptionsverfahren <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">vom Juni 2010</a> veröffentlicht werden. Danke an Jean Francois Tanda (Handelszeitung), James Oliver (BBC Panorama) und an die Kollegen vom Beobachter und der Sonntagszeitung, dass sie durchgehalten haben &#8211; bis das Schweizer Bundesgericht nun die Veröffentlichung jener Unterlagen anordnete, die nach dem (ursprünglichen Willen) von FIFA und der korrupten Führungsclique nie hatten veröffentlicht werden sollen. Nicht vergessen: Deshalb wurden schon zweimal Millionensummen an Schweigegeld für Korruptionsverdunklungsverträge gezahlt. Aber inzwischen ist aus dem FIFA-Papst Joseph Blatter ja ein Reformer geworden.</p>
<p>Ach ja.</p>
<p>Das Thema ISL-FIFA-IOC-etc-Korruption, jener allumfassende Schmiergeldteppich, den einst der Blatter-Kumpel, Adidas-Boss und ISL-Gründer Horst Dassler webte, beschäftigt mich und einige Freunde und Kollegen (wie <a title="Blog Transparency in Sport" href="http://transparencyinsportblog.wordpress.com/" target="_blank">Andrew Jennings</a> oder eben <a title="alle Beiträge zu Jean Francois Tanda" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-francois-tanda-2/">Jean François Tanda</a>, der nun auch schon seit sieben Jahren immer wieder exklusive Geschichten dazu veröffentlicht und Bahnbrechendes geleistet hat &#8211; in der Schweiz, das tut den Ganoven und Sportlobbyisten besonders weh :) professionell seit beinahe zwei Jahrzehnten. Ich sage es noch einmal: das ist kein Thema für den History Channel, wie so genannte Journalisten, Spin Doktoren, Offizielle und Ganoven aus dem Sportbusiness immer wieder behaupten. Denn einige der von Dassler geprägten Figuren und Kumpanen sind noch in Amt und Würden. Dasslers ehemaliger Adlatus, der allerdings weder an diesem System beteiligt war noch jemals irgendetwas davon mitbekommen hat, wird im kommenden Jahr sogar IOC-Präsident, wenn mich nicht alles täuscht.</p>
<p>Es ist mal wieder erschreckend, wie ahnungslos-dumm vor allem die so genannten Nachrichtenagenturen die ISL-Meldungen aufarbeiten. So wird Zeitungslesern heute der Eindruck erweckt, als habe die FIFA mal eben &#8220;Dokumente vorgelegt&#8221;, die Bestechungszahlungen belegen.</p>
<p>Freunde, sorry, die mehr als 140 Millionen Schmiergeld sind seit Jahren gerichtsfest belegt. Der Konjunktiv hat sich schon immer verboten. Die FIFA hat diese Vorgänge lange verheimlicht. Dass das Schweizer Bundesgericht, Kammer Lausanne, nun die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung anordnet/befürwortet, ist nichtsdestotrotz ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssen.</p>
<p>Ich muss die Dokumente auch erst studieren und will mal sehen, ob die Gesamtsumme der gerichtsfest dokumentierten Schmiergelder (<a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">140.785.618,95 CHF</a>) <a title="Kommentar zur Höhe der ISL-Schmiergelder" href="http://www.jensweinreich.de/?p=11938#comment-36349">korrigiert werden muss</a>. <em>(Ich wiederhole: Wir reden nur über die Spitze des Eisberges, tatsächlich dürften von der ISL-Gruppe viel mehr Schmiergelder gezahlt worden sein.)</em> Ich bin unterwegs und werde fast einen Tag nicht mitdiskutieren und kommentieren können. Die überarbeitete Tabelle folgt morgen oder spätestens übermorgen, zusammen mit einigen ausufernden Gedanken zu dieser ganzen Geschichte, ihren Folgen und zur Frage, was Journalismus kann und was nicht, wo die Grenzen der Aufklärung liegen und warum Heerscharen von Journalisten, die ihr ganzes Leben über Fußball und dieses Business berichten, sich einen Dreck für dieses fundamentale Thema interessieren/interessiert haben.</p>
<p><strong>Doch zunächst die Dokumente, absoluter Lesebefehl! Wer mitreden will, muss das studieren.</strong></p>
<p>Ehre wem Ehre gebührt: Der Beitrag von Jean François Tanda in der Handelszeitung, dort kann man die Einstellungsverfügung als pdf herunterladen:</p>
<ul>
<li><a title="Handelszeitung.ch" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/hohe-millionenzahlungen-funktionaere-blatter-wusste-es" target="_blank">Hohe Millionenzahlungen an Funktionäre &#8211; Blatter wusste es</a></li>
</ul>
<p>(Zur Erklärung: bitte nachfolgende Grafik anklicken, dann erscheinen die Texte auf Scribd hier im Blog.)</p>
<ul>
<li><strong>Das Urteil des Schweizer Bundesgerichts vom 3. Juli 2012:</strong></li>
</ul>
<p><iframe id="doc_26174" src="http://www.scribd.com/embeds/99880043/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-2egi03kn5gxnm848auas" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="600" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="0.706697459584296"></iframe></p>
<ul>
<li><strong>Die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010:</strong></li>
</ul>
<p><iframe id="doc_56012" src="http://www.scribd.com/embeds/99880011/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-dp8v4nt8x85jr2mf7zq" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="600" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="0.706697459584296"></iframe></p>
<p><em>(<del>Ich aktualisiere in Kürze, dann gibt es hier auch den Beschluss des Bundesgerichts und die Einstellungsverfügung. Derweil</del> probiere ich vorolympisch mal neues Handwerkszeug aus: <a title="JW on storify" href="http://storify.com/jensweinreich" target="_blank">Storify</a>.)</em></p>
<p><script src="http://storify.com/jensweinreich/fifacorruption-die-isl-akten.js?header=false&#038;sharing=false&#038;border=false"></script><br />
<noscript><a href="http://storify.com/jensweinreich/fifacorruption-die-isl-akten.html" target="_blank">View the story &#8220;#FIFAcorruption, die ISL-Akten&#8221; on Storify</a></noscript>
<noscript>[&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;a href="http://storify.com/jensweinreich/fifacorruption-die-isl-akten" target="_blank"&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;View the story "#FIFAcorruption, die ISL-Akten" on Storify&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/a&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;]&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;br /&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;h1&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;#FIFAcorruption, die ISL-Akten&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/h1&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;h2&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/h2&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;p&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Storified by Jens Weinreich &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;middot; Wed, Jul 11 2012 14:27:50&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/p&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Das Schweizer Bundesgericht hat den Begehren des Journalisten Jean François Tanda von der Handelszeitung (und Kollegen vom Beobachter, der Sonntagszeitung und der BBC)) erwartungsgemäß stattgegeben und die Veröffentlichung der anonymisierten Einstellungsverfügung im größten olympischen Korruptionsskandal aller Zeiten angeordnet. &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Zum Background, in aller Kürze:&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen : jens weinreichZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächti&#8230;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Die Vorgeschichte des Urteils des Bundesgerichts:&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;ISL-Korruption, Havelange, Teixeira, FIFA: Spielverzögerung durch das Schweizer Bundesgericht : jens weinreichAls-Nichtjuristen dröhnen mir die Ohren. Mein Freund Jean François Tanda, selbst Jurist, hat eine Weile versucht, mir das zu erklären. Ic&#8230;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Die Story von&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;nbsp;Jean-François Tanda heute in der Handelszeitung:&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Hohe Millionenzahlungen an Funktionäre &#8211; Blatter wusste esDie Fifa und zwei ihrer Exponenten stehen schon seit längerer Zeit im Visier der Zuger Staatsanwaltschaft. Hintergrund sind Schmiergeldza&#8230;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Meine aktuellen Tweets:&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Take this @SeppBlatter &#8211; ISL court file #fifacorruption, quote 1: &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;FIFA had knowledge of the bribery payments to persons within its organs&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;Jens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Take this @SeppBlatter &#8211; ISL file #fifacorruption, quote 2: #Havelange bribery: &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;P1 would also have known about it&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; Sepp, you are P1, right?Jens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;IOC ethics commission must now handle @seppblatter ISL case because IOC member Blatter knew about biggest corruption system in olympic sportJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(1) #fifacorruption The world should know the identity of person &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;P1&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; mentioned in ISL file. P1 is promoting himself (now) as big reformerJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(2) #fifacorruption person &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;P1&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; mentioned in ISL file is, of course, @SeppBlatter I compared the ISL indictment 2008 with the new court fileJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(3) #fifacorruption &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;P1&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; in ISL file, page 2, has signed FIFA-ISL contract in 1997. In 2008 indictment, page 80, we find the real name &#8230;Jens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(4) #fifacorruption the real name of person &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;P1&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; in ISL file we can see in 2008 indictment, page 80 &#8230; http://pic.twitter.com/Dul8IjjGJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(5) Time to say good-bye, @SeppBlatter P1. Explain the world what you knew about ISL corruption and the Havelange million. #fifacorruptionJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(6) #FIFAcorruption congrats to @AAndrewJennings and @JFTanda but: shame on journalists who did not do their job over many years #ISLJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(7) #fifacorruption you want to know more about P1 @SeppBlatter and Havelange bribery mio? read chapter 1 of &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;Foul!&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; by @AAndrewJenningsJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;(8) #fifacorruption Shame on all officials, spin doctors and journalists who have told us #ISL bribery case is a topic for history channelJens Weinreich&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Das tweeten die Kollegen, Follower, Freunde und die FIFA-Gottheit:&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Pleased by the Swiss Fed. Court decision on ISL. It confirms, as I &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp; the court in Zug said: I was not on the list &#8211; http://d3w.io/N2ZjkSJoseph S Blatter&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Ach was.&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;FIFA.All FIFA activities must be suspended &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp; the entire organisation overhauled. In light of ISL scandal there is no other option.changeFIFA&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;at any other &#8211; normal &#8211; organisation, @seppblatter would be toast today.raphael honigstein&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;ISL file confirms: @seppblatter knew about a bribe payment that mistakenly ended in FIFA&#8217;s account instead of Havelange&#8217;sJean François Tanda&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;@bonitamersiades @jensweinreich @aandrewjennings @jftanda do the History Channel get an award for uncovering this?James Corbett&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;FIFA &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp; Blatter fought against publication until front door of Federal Court http://www.bbc.co.uk/mediacentre/statements/110712-panorama.htmlAndrew Jennings&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;@SeppBlatter You&#8217;re not fit to run a tuck shop. Foolish attempt to try and portray integrity.Pfyse&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;@SeppBlatter you may have not been on the list, but you knew of the list and did nothing. As a result you are as corrupt as the others&#8230;Dan Kelly&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;@SeppBlatter you&#8217;re very quiet today!! Any response to the news regarding your organisation, or is Twitter too &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot;transparent&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;quot; @changeFIFAIan Devlin&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/div&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt; &amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;p&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;</noscript>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/07/12/fifacorruption-die-einstellungsverfugung-zum-isl-korruptionssystem/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>FIFA-Reformen? Eine Frage der Kommunikationsherrschaft</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/03/30/fifa-reformen-widerstand-der-altgardisten/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fifa-reformen-widerstand-der-altgardisten</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/30/fifa-reformen-widerstand-der-altgardisten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 08:26:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[independent governance committee]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[michel platini]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[jean françois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[marios lefkaritis]]></category>
		<category><![CDATA[parallelgesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11938</guid>
		<description><![CDATA[15.08 Uhr: Ich stelle das Aktuelle mal ausnahmsweise voran und aktualisiere meinen Bericht aus Zürich von vorn. Sitze gerade in Blatters Pressekonferenz. Sepp verkauft sich als Erneuerer der FIFA. Ich habe mich getäuscht: weder Pieth noch Zwanziger tauchen hier auf. Es ist allein eine Sepp-Blatter-Show. Propaganda. Dafür hat mal jemand das schöne, beängstigende Wort von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><strong>15.08 Uhr:</strong> Ich stelle das Aktuelle mal ausnahmsweise voran und aktualisiere meinen Bericht aus Zürich von vorn.</p>
<p>Sitze gerade in Blatters Pressekonferenz. Sepp verkauft sich als Erneuerer der FIFA. Ich habe mich getäuscht: weder Pieth noch Zwanziger tauchen hier auf. Es ist allein eine Sepp-Blatter-Show. Propaganda. Dafür hat mal jemand das schöne, beängstigende Wort von der Kommunikationsherrschaft geprägt.</p>
<p>Sepps Propagandisten haben im schlecht besetzten Presseraum bereits vor eineinhalb verbreitet, Pieth habe einen schwachen Eindruck vor dem Exko gemacht. Die Botschaft: große Klappe, nichts dahinter &#8211; ich wiederhole: so stellen es Blatters Medienlenker dar.</p>
<p>Pieths Bericht steht nun online beim Basel Institute on Governance:</p>
<ul>
<li><a title="BIG" href="http://www.baselgovernance.org/fileadmin/FIFA/first_report_by_igc_to_fifa_exco.pdf" target="_blank">FIFA GOVERNANCE REFORM PROJECT - FIRST REPORT BY THE INDEPENDENT GOVERNANCE COMMITTEE T</a><a title="BIG" href="http://www.baselgovernance.org/fileadmin/FIFA/first_report_by_igc_to_fifa_exco.pdf" target="_blank">HE EXECUTIVE COMMITTEE OF FIFA</a></li>
</ul>
<p>ZÜRICH. Um mal wieder mit einem ganz plumpen Einstieg zu langweilen: Die Sonne scheint nicht mehr über dem Zürichsee. Dabei war so wunderbares Frühlingswetter hier. Doch heute, wenn FIFA-Supremo Joseph Blatter in Kürze seine Blitz-Reform durchpauken will (das hatte er zumindest versprochen), sind Wolken aufgezogen. Es wird kühl. Und sollten die FIFA-Exekutivler, mehrheitlich wohl noch immer dubiose Figuren, in zahlreiche Skandale verstrickt, tatsächlich wahrmachen, was sich in den vergangenen Wochen angedeutet hat, dann wäre die teuer erkaufte Propagandashow der vergangenen Monate endgültig verpufft. Die Bremser wollen mehr Zeit und überhaupt: Statuten ändern? Sich selbst beschneiden? Nur noch ein Vizepräsident pro Kontinent? Transparenz herstellen in Sachen Verdienst und Boni? Ein echtes Kontrollorgan installieren, eine Ethikkommission mit Ermittlungsbefugnis, auch retrospektiv?</p>
<p>Wo kommen wir denn da hin?</p>
<p>Das wäre nicht mehr die FIFA. Das wäre nicht mehr unsere Familie, sagen sich Sepps langjährige Getreuen. Und blocken. Was sonst.</p>
<p>Ich habe mich in den vergangenen Tagen wieder ein bisschen umgehört in Zürich, habe die üblichen Bars und Hotelflure unsicher gemacht. Ein bisschen was gesehen. Ein bisschen was gehört. Und habe gestern zwei Texte dazu gedichtet, erschienen auf <strong>Spiegel Online</strong> (<a title="Spiegel Online: FIFA - Im System von Geben und Nehmen" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,824618,00.html" target="_blank">&#8220;Im System von Geben und Nehmen&#8221;</a>) und in der <strong>Badischen Zeitung</strong> (<a title="Badische Zeitung" href="http://www.badische-zeitung.de/f-international/die-fifa-tut-sich-schwer-mit-der-selbstreinigung--57732233.html" target="_blank">&#8220;Die FIFA tut sich schwer mit der Selbstreinigung&#8221;</a>).</p>
<p><em>Weniger aus Großkotzigkeit, sondern viel mehr aus Transparenzgründen, weil ich über Mark Pieth schreibe, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich zu jenen Journalisten gehörte, die Pieth zu einem Hearing seines Independent Governance Committees eingeladen hatte. Gemeinsam mit meinen Freunden Andrew Jennings und Jean Francois Tanda habe ich aber abgesagt und statt dessen eine eigene Reform-Agenda veröffentlicht, eine Liste dringender Maßnahmen, die auch heute &#8211; egal was passiert &#8211; kaum tangiert werden:</em></p>
<ul>
<li><strong><a title="The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?" href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/06/the-real-road-map-investigate-corruption-in-fifa-what-should-be-happening/">The real road map: investigate corruption in FIFA, what should be happening?</a></strong></li>
</ul>
<p>Hier nun eine bloggemäß aufbereitete Variante meiner gestrigen Berichterstattung, ab 15 Uhr geht es los im FIFA-Headquarter, dazu dann später mehr.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Da liegen sie, die beiden Dokumente, die eigentlich kein Journalist sehen dürfte und die dem Fußball-Weltverband FIFA ein neues Fundament geben sollen. „Bitte nicht zitieren“, ermahnt die Quelle.</p>
<p>Eine schräge Szene, wie in der TV-Werbung: „Nicht anfassen, nur gucken!“</p>
<p>Dann macht es flutsch, und etliche hundert Seiten knallen auf den Tisch eines Zürcher Restaurants. Das Möbelstück hält dem Druck stand. Das Dokument wiegt mehr als ein Pfund, es enthält ingesamt 250, teils grundlegende Änderungen in den FIFA-Statuten, die eine Arbeitsgruppe unter Leitung des gewesenen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger vorgelegt hat.</p>
<p>Viel dünner ist das Papier, das mit großer Spannung erwartet wird und das den Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees erst am Mittwoch übergeben wurde: Es sind die Empfehlungen des Baseler Strafrechts-Professors Mark Pieth. Auf 21 Seiten, inklusive Anhang, hat Pieth notiert, wie der strukturellen Korruption in der FIFA beizukommen ist.</p>
<p>In großen Lettern prangt die Vokabel „confidential“ auf der Titelseite. Vertraulich. Aber nur bis Freitagnachmittag. Dann wird das Dokument ins Internet gestellt, dann wird alle Welt sehen, ob die FIFA-Regierung die Mindestforderungen von Pieth und Zwanziger erfüllt und wirklich Reformen einleitet.</p>
<p>Pieth und Zwanziger stellen einige gemeinsame Kernforderungen: Etwa die sofortige Einsetzung einer unabhängigen Ethikkommission, die auch retrospektiv tätig werden soll und also die Fälle der ehemaligen Exekutivler Jack Warner (Trinidad), Mohamed Bin Hammam (Katar) oder Ricardo Teixeira (Brasilien) aufarbeiten muss. Vor allem aber stünden dann die WM-Vergaben an Russland und Katar auf der investigativen Agenda. Man fordert auch die Offenlegung der Bezüge und Boni aller FIFA-Manager und Mandatsträger. Eine Forderung, der bislang nicht einmal Präsident Blatter nachkommt, der immer nur von einem Gehalt von etwa einer Million Franken redet.</p>
<p>Pieth und Zwanziger verlangen zudem die Einsetzung einer Nominierungskommission, die ab sofort alle FIFA-Amtsträger durchleuchtet und eine Art polizeiliches Führungszeugnis ausstellen soll. Dagegen wehrt sich das Establishment mit den üblichen Verdächtigen und Vetternwirtschaftlern.</p>
<p>Was bisher geschah in einem hausinternen und grundsätzlich intransparenten Reinigungsprozess, <a title="Lost in translation: “I have no case. I have no information”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/">läuft noch unter dem Label „Propaganda“</a>.</p>
<p><a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Reformen im Formel-1-Tempo</a> hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter im Oktober großspurig versprochen. Er wollte damit beginnen und ein brisantes Dokument veröffentlichen, das die FIFA sei Jahren unter Verschluss hält und das sowohl die millionenschwere Korruption im Exekutivkomitee als auch die Mitwisserschaft und Duldung seitens der FIFA-Administration beweist: Es geht um die so genannte <a title="ISL-Korruption, Havelange, Teixeira, FIFA: Spielverzögerung durch das Schweizer Bundesgericht" href="http://www.jensweinreich.de/2012/03/23/isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht/">Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal</a>. Im Dezember musste Blatter zurückrudern und schob juristische Gründe vor, die gegen eine Veröffentlichung sprächen. Mark Pieth hat nun vergangene Woche in einem Gespräch mit <a title="SI.com" href="http://sportsillustrated.cnn.com/2012/soccer/wires/03/25/2080.ap.soc.fifa.corruption.pieth.2nd.ld.writethru.0953/index.html" target="_blank">Graham Dunbar von der Nachrichtenagentur AP</a> erzählt, er habe das Dokument mehrfach erfolglos bei Blatter eingefordert.</p>
<p>Der Anfang vom gesicherten Rückzug? Wollte Pieth damit der Welt erklären, er habe es versucht, aber in dieser FIFA sei das halt unmöglich?</p>
<p>Kurz vor dem Showdown lässt sich Pieth dazu nicht mehr befragen. Er hat zuletzt nur wenige Statements lanciert und etwa über den „fürchterlichen Ruf“ der FIFA gesprochen. Für kommenden Montag hat er einen Interview-Marathon organisiert, ich habe mir auch einen Termin gesichert. Klingt beinahe, als wolle jemand ein Wochenende die Ereignisse überschlafen.</p>
<p>Pieths Ruf als weltweit anerkannter Korruptionsbekämpfer ist in der FIFA-Affäre bereits Schaden erlitten. Weniger deshalb, weil die FIFA für die Arbeit Honorar an sein Institut an der Uni Basel überweist und er die Rechnungen nicht offenlegt, sondern vielmehr wegen anderer verbalen Salti. Er wollte sich auf Strukturreformen beschränken und nicht die Korruptionsaffären der Vergangenheit und Gegenwart aufarbeiten, hieß es zunächst. Inzwischenklingt das, nach beträchtlichem öffentlichen Druck, schon anders: Sollten Pieth und Zwanziger mit ihren Ansätzen durchkommen, wären Ermittlungen zu den skandalumtosten Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 (an Russland) und 2022 (an Katar) möglich. Auch dürfen sich Selbstbediener vom Schlage des kürzlich aus dem FIFA-Vorstand demissionierten Brasilianers Ricardo Teixeira nicht mehr sicher fühlen und müssten um ihre millionenschweren FIFA-Pensionen fürchten.</p>
<p>Doch die Konstellation bleibt absurd, wenn <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/60/38/98/excotagesordnung_march2012.pdf" target="_blank">Punkt 28 &#8220;Reformprozess&#8221; von 32 Tagesordnungspunkten</a> verhandelt wird: Da sitzen Figuren wie FIFA-Finanzchef und Vizepräsident Julio Grondona aus Argentinien, der nach Aktenlage mit mehr als 100 Millionen Dollar gefüllte Auslands-Schwarzkonten unterhält, und sollen mit der eigenen Vetternwirtschaft brechen. Die aktuelle Recherche auf den Fluren der Zürcher Nobelhotels Grand Dolder, Baur au Lac und Savoy ergibt eindeutig: Grondona @ Co wollen gar nichts verändern.</p>
<p>„Es ist ein Skandal, was da abläuft“, sagt ein langjähriger FIFA-Manager. „Die Konföderationen wollen ihre Macht erhalten. Die UEFA lässt Zwanziger hängen. Am Freitag wird das alle Welt wissen.“ Wenn Blatter <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1608104/index.html?intcmp=newsreader_news_caption" target="_blank">in der letzten Nacht</a> nicht noch ein Kunststück <del>gelingt</del> gelungen sein sollte.</p>
<p>Er hat seine Bande zwar längst nicht mehr im Griff, doch er ist ein Meister der Improvisation. Abschreiben darf man ihn nie.</p>
<p>Zu den weiteren Absurditäten zählt schließlich auch, dass sowohl Zwanziger als auch Pieth auf Blatter bauen müssen, ausgerechnet auf jenen Mann also, der als FIFA-Direktor (1975-1981), als Generalsekretär (1981-1998) und als Präsident (seit 1998) das System des Geben und Nehmens perfektioniert hat. Und der nun, sich stramm dem neunten Lebensjahrzehnt nähernd, von seinen PR-Soldaten als Reformator verkauft wird. Ausgerechnet Blatter.</p>
<p>Der Vorstand tagt seit Donnerstagnachmittag im abgeschotteten Headquarter auf dem Zürichberg. Die Reform ist in Gefahr. Vergangene Woche wurde Zwanziger beim UEFA-Gipfel in Istanbul niederkartätscht – vor allem von jenen Funktionären, die wie er für die UEFA auch im FIFA-Vorstand sitzen. UEFA-Präsident Michel Platini (Frankreich) lobt die Arbeit des Deutschen zwar öffentlich, intern aber scheint sein wichtigster Wahlhelfer das Sagen zu haben: Marios Lefkaritis, ein steinreicher Zypriot, ist nicht nur der Königsmacher in der UEFA, der Wahlergebnisse stets exakt vorherzusagen weiß, er stemmt sich auch energisch gegen jegliche FIFA-Reformen. Zufall oder nicht, dass Lefkaritis und einige mit UEFA- und FIFA-Exekutivlern verbundene Anwaltsbüros auf Zypern im Zusammenhang mit <a title="One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">möglicher Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022</a> immer wieder genannt werden?</p>
<p>Als Blockierer enttarnen sich derzeit in Zürich auch Südamerikas Fußballboss Nicolas Leoz (Paraguay) und Afrikas Verbandschef und Skandalnudel Issa Hayatou aus Kamerun – wenig überraschend. Theo Zwanziger, seit Juni 2011 im Exekutivkomitee und auch deshalb unabhängig, hat wie Pieth damit kokettiert, er habe keine Zukunft in der FIFA, sollten die Reformen scheitern. Zwanziger wird eventuelle Konsequenzen aber wohl noch ein Wochenende überdenken.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/03/30/fifa-reformen-widerstand-der-altgardisten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ISL-Korruption, Havelange, Teixeira, FIFA: Spielverzögerung durch das Schweizer Bundesgericht</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/03/23/isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/03/23/isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 11:59:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[handelszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[jean françois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11478</guid>
		<description><![CDATA[Die juristische Aufarbeitung des ISL-Korruptionssystems, in das vorrangig hohe FIFA-Funktionäre verstrickt waren, erfährt eine weitere bizarre Wendung. Heute hat das Schweizer Bundesgericht in Lausanne der Entscheidung des Obergerichts Zug vom 22. Dezember 2011, die Einstellungsverfügung vom Juni 2010 zu veröffentlichen, eine aufschiebende Wirkung zugesprochen, wie Jean François Tanda in der Handelszeitung berichtet. Was bedeutet das? Als-Nichtjuristen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>Die juristische Aufarbeitung des <strong><a title="alle Beiträge zum Korruptionssystem ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">ISL-Korruptionssystems</a></strong>, in das vorrangig <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">hohe FIFA-Funktionäre</a> verstrickt waren, erfährt eine weitere bizarre Wendung. Heute hat das Schweizer Bundesgericht in Lausanne der Entscheidung des Obergerichts Zug vom 22. Dezember 2011, <strong><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">die Einstellungsverfügung vom Juni 2010</a></strong> zu veröffentlichen, eine aufschiebende Wirkung zugesprochen, wie Jean François Tanda <a title="handelszeitung.ch" href="http://www.handelszeitung.ch/politik/korruption-bei-fifa-exponenten-weitere-verzoegerungstaktik" target="_blank">in der Handelszeitung berichtet</a>.</p>
<p><iframe id="doc_20511" src="http://www.scribd.com/embeds/86452134/content?start_page=1&amp;view_mode=list&amp;access_key=key-2fl5cib7eypc8bsubz2r" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="600" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="0.707514450867052"></iframe><script type="text/javascript">// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
// < ![CDATA[
(function() { var scribd = document.createElement("script"); scribd.type = "text/javascript"; scribd.async = true; scribd.src = "http://www.scribd.com/javascripts/embed_code/inject.js"; var s = document.getElementsByTagName("script")[0]; s.parentNode.insertBefore(scribd, s); })();
// ]]&gt;</script></p>
<p><strong>Was bedeutet das?</strong></p>
<p>Als-Nichtjuristen dröhnen mir die Ohren. Mein Freund Jean François Tanda, selbst Jurist, hat eine Weile versucht, mir das zu erklären. Ich habe ihn gebeten, mit mir wie mit einem Kinde zu reden, damit ich es verstehe.</p>
<p>Er schreibt:</p>
<blockquote><p>Es geht um die frage, ob ich das dokument einsehen darf oder nicht.</p>
<p>Die sind dagegen.</p>
<p>Das obergericht in zug war dafür.</p>
<p>Weil die dagegen sind, sind sie ans bundesgericht gelangt.</p>
<p>Normalerweise, wenn man an das bundesgericht gelangt, hat dies keine aufschiebene wirkung. Das heisst der letzte entscheid wird umgesetzt, das bundesgericht sagt dann später ob zu recht oder nicht.</p>
<p>Der letzte entscheid war, dass ich das dokument sehen darf.</p>
<p>Ohne aufschiebende wirkung hätte ich das dokument jetzt sehen gehen können.</p>
<p>Dann hätte ich alles gewusst, bevor das bundesgericht über die beschwerde der anderen entschieden hätte.</p>
<p>Dann wären ihre beschwerden hinfällig.</p>
<p>Dann hätte es ihnen nichts gebracht, falls das bundesericht ihnen – wider erwarten – recht gegeben hätte.</p>
<p>Darum hat das bundesgericht aufschiebende wirkung gewährt.</p>
<p>Nun muss ich warten, bis das bundesgericht die beschwerden abgelehnt hat, um das dokument zu sehen.</p></blockquote>
<p>Alles klar?</p>
<p>Es geht um das Dokument, dessen Veröffentlichung FIFA-Präsident Joseph Blatter <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">mehrfach</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">versprochen hatte</a> &#8211; aber sein Versprechen nicht hält. Nicht nur ich bin der Meinung, Blatter könnte das Papier problemlos veröffentlichen und betreibt bloß eine Verzögerungstaktik.</p>
<p>In der Berichterstattung zum Fall werden übrigens eine Menge Fehler fabriziert. Ständig muss ich irgendwo lesen, <strong><a title="tag &quot;Joao Havelange&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/category/joao-havelange/">Havelange</a></strong> und <strong><a title="tag &quot;Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/?s=ricardo+teixeira">Teixeira</a></strong> &#8220;<em>sollen</em>&#8221; Millionen Schmiergeld kassiert haben. Oft steht dann da meist noch: Sie würden das bestreiten.</p>
<p>Diese Berichterstattung ist falsch.</p>
<p>Richtig ist, der FIFA-Ehrenpräsident Havelange, derzeit im Krankenhaus, und sein ehemaliger Schwiegersohn Teixeira, derzeit im Exil in Miami, haben kassiert. Für Havelange stehen 1,5 Mio CHF in den Akten, dazu wohl ein Anteil über die Tarnfirma Renford Investments, die er gemeinsam mit Teixeira unterhielt (wir reden hier nicht von Havelanges sonstigen dreckigen Geschäften). Für Teixeira stehen zwölf Millionen in den Akten [<em>wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, ich rechne gleich nochmal nach</em>], über Renford und Sanud (wir reden hier nicht von Teixeiras sonstigen dreckigen Geschäften).</p>
<p>Sie bestreiten allein eine strafrechtliche Verantwortung.</p>
<p>Sie sind, ich habe das hundertmal versucht zu erklären &#8211; in Beiträgen hier im Blog und in zahlreichen Medien -, hochkorrupt. Sie sind moralisch korrupt. Sie haben ewig lange Schmiergeld kassiert und machen bis heute dreckige Geschäfte. Aber sie sind in der ISL-Causa eben nicht im strafrechtlichen Sinne korrupt. Nur nicht im strafrechtlichen Sinne. Denn es gab und gibt für derlei Korruption in Sportkonzernen keine strafrechtliche Handhabe. Gemäß Gerichtsaussage des ehemaligen ISL/ISMM-Chefs Christoph Malms war das System der Bestechungszahlungen (&#8220;Provisionen&#8221;) von der eidgenössischen Steuerbehörde, der KPMG und renommierten Zürcher Kanzleien (Niederer Kraft &amp; Frey, Prager Dreifuss) &#8220;abgesegnet und gut geheißen&#8221; worden.</p>
<div id="attachment_9842" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="530" height="480" /><p class="wp-caption-text">ISL-Schmiergeldbilanz. Diese Summen an Funktionäre in FIFA, IOC, IAAF, FIBA, FINA etc pp sind gerichtsfest dokumentiert. Die Dunkelziffer ist gewiss ungleich höher.</p></div>
<div>Erinnern wir uns an den ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug:Der Richter:</p>
<blockquote><p>Das hat etwas Verschwörerisches an sich!&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein ehemaliger ISL-Manager:</p>
<blockquote><p>Alle diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind die Sportfunktionäre/d. A.) sich dran halten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen ist:</p>
<blockquote><p>Als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Ansonsten wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Zahlungen sind betriebswirtschaftlich notwendig, sind echte Aufwandspositionen. Nur die andere Seite möchte nicht genannt werden, das ist das Sensitive.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein anderer ISL-Manager:</p>
<blockquote><p>Diese Praxis war unerlässlich, sie war branchenüblich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.&#8221;</p></blockquote>
<p>So lief’s Business:</p>
<div id="attachment_3986" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-3986" title="Chart ISMM bribery system" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/isl-chart-2009.jpg" alt="" width="540" height="680" /><p class="wp-caption-text">Chart ISMM bribery system, basierend auf Gerichtsakten und Zeugenaussagen</p></div>
</div>
<p>Unfassbar herrlich ist natürlich die Argumentation von FIFA-Anwälten, bei diesen Vorgängen (strukturelle Korruption im FIFA-Exekutivkomitee = Millionen kassieren) handele es sich um &#8230;</p>
<ul>
<li><strong>vereinsinterne Sachverhalte, die dem Geschäftsgeheimnis unterstünden</strong>.</li>
</ul>
<p>Hier mit etwas Verspätung noch das Urteil des Obergerichts Zug vom Dezember 2011, das die Offenlegung anordnet. Wie im Herbst <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">bereits dargelegt</a>, handelt es sich bei B 2 um Ricardo Teixeira, damals vertreten von Schweiger Advokatur, und bei B 3 um Joao Havelange, damals vertreten von RA Niedermann.</p>
<p>Es lohnt sich, das Dokument zu studieren.</p>
<blockquote><p>Kanton Zug, Obergericht, I. Beschwerdeabteilung</p>
<p>Urteil vom 22. Dezember 2011</p>
<p>In Sachen</p>
<ul>
<li><strong>B1, Federation Internationale de Football Association (FIFA)</strong>, FIFA-Strasse 20, 8030 Zürich, vertreten durch RA Dr. Dieter Gessler, Nobel &amp; Hug Rechtsanwälte, Dufourstrasse 29 / Postfach 1372, 8032 Zürich</li>
<li><strong>B2</strong>, [<em><strong>Ricardo Teixeira</strong>, JW</em>] vertreten durch RA lic.jur. Hans-Rudolf Wild, Schweiger Advokatur / Notariat, Dammstrasse 19, 6300 Zug</li>
<li><strong>B3</strong>, [<em><strong>Joao Havelange</strong>, JW</em>] vertreten durch RA Dr. Marco Niedermann, Niedermann Rechtsanwälte, Utoquai 37, 8008 Türich,</li>
</ul>
<p>Beschwerdeführer,</p>
<p>gegen</p>
<p>Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach 6301 Zug, vertreten durch OSTA lic.jur. Christian Aebi, Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,</p>
<p>und Jean Francois Tanda, Redaktion Handelszeitung, Förrlibuckstrasse 70, 8021 Zürich,</p>
<p>Beschwerdegegner,</p>
<p>betreffend Akteneinsicht.</p>
<p><strong>Sachverhalt</strong></p>
<p>1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich führte eine Strafuntersuchung gegen B1 (FIFA), B2 und B3 wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung, ev. Veruntreuung. Mit Verfügung vom 11. Mai 2010 wurde die Strafuntersuchung gestützt auf Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) eingestellt. Die Einstellungsverfügung ist rechtskräftig (Verfahren 2 A 2005 31601).</p>
<p>2.1 Mit Eingabe vom 30. Juni 2010 stellte der Journalist Jean Francois Tanda bei der Staatsanwaltschaft des Kantons ein Gesuch um Akteneinsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA. Nachdem die Gesuchsgegner B1, B2 und B3 ihre Stellungnahmen eingereicht hatten, bewilligte die Staatsanwaltschaft dem Gesuchsteller mit Verfügung vom 17. Januar 2011 Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010, und zwar wie folgt:</p>
<p>*1.1 Der Name des Gesuchsgegners B1 (FIFA) wird offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.</p>
<p>1.2 Der Name und das Geburtsdatum des Gesuchsgegners B2, der Name seines Rechtsvertreters, seine Funktion innerhalb der FIFA sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch seine Wohnadresse) werden offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.</p>
<p>1.3 Der Name und das Geburtsdatum des Gesuchsgegners B3, der Name seines Rechtsvertreters, seine Funktion innerhalb der FIFA sowie seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch seine Wohnadresse) werden offengelegt und in der Einstellungsverfügung nicht anonymisiert.</p>
<p>1.4 Der Name sämtlicher nicht beschuldigter Dritter, natürliche und juristische Personen, werden nicht offengelegt und in der Einstellungsverfügung anonymisiert, Davon ausgenommen sind die Namen ISMM/ISL.*</p>
<p>Dagegen erhoben B1, B2 und B3 mit Eingaben vom 28. Januar 2011 bzw. 4. Februar 2011 Einsprache. Mit Entscheid vom 3. Mai 2011 wies die Staatsanwaltschaft die Einsprachen ab (Verfahren VAR 2010 53).</p>
<p>3.1 Gegen diesen Enscheid liessen B1, B2 und B3 (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingaben vom 23. bzw. 24. Mai 2011 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts des Kantons Zug einreichen.</p>
<p>3.1.1 B1 liess in ihrer Beschwerde folgende Anträge stellen (Verfahren BS 2011 43):</p>
<p>*Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens- Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2A 2005 31601) sei zu verweigern; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.</p>
<p>B2 lies in seiner Beschwerde folgende Anträge stellen /Verfahren BS 2011 44):</p>
<p>„Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA /Verfahren 2A 2005 31601) sei zu verweigern;</p>
<p>Eventualiter:</p>
<p>Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben;</p>
<p>Die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31606) sei nur unter vollständiger Anonymisierung bezüglich B2 zu gewähren. Dazu seien der Name der von B2, seine Vermögensverhältnisse sowie sämtliche Informationen, die die Identifikation von B2 ermöglichen, insbesondere auch Hinweise auf dessen Stellung bei der FIFA, Personalangaben und Wohnort abzudecken. Ausserdem seien die folgenden Passagen der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 vollständig abzudecken:</p>
<p>Rubrum S. 1: Personalien von B2</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 2 S. 6: letzter Absatz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.2 S. 7: 2. Satz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.4 Seite 8: 1. Satz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.4 Seite 8: 2. Absatz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.6 S. 10: Namen der Auftraggeber der Überweisungen in der Tabelle, der gesamte 2. Abschnitt sowie Namen der Kontoinhaber in der Tabelle</p>
<p>Erwägung Ziffer 1 S. 14: 3. und 5. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 4.1 Seite 17: Hinweise auf Gesellschaft 1 und Gesellschaft 2</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.^S. 24: letzte 8 Zeilen</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 25: 7. und 8. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 27: 3. Absatz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.4 Seite 32: 2., 6. und 7. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 8.1 Seite 34 f.: Hinweise auf Gesellschaft 1 und Gesellschaft 2</p>
<p>Dem Unterzeichneten sei vor deren Weitergabe an den Gesuchsteller ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 zuzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.</p>
<p>Subeventualiter:</p>
<p>Der Einspruchsentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen; Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse.“</p>
<p>B3 liess in seiner Beschwerde folgende Anträge stellen (Verfahren BS 2011 42):</p>
<p>„Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und die Einsicht in die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31601) sei zu verweigern:</p>
<p>Eventualiter:</p>
<p>Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben;</p>
<p>Die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA (Verfahren 2 A 2005 31601) sei nur unter vollständiger Anonymisierung bezüglich B3 zu gewähren. Dazu seien der Name von B3, seine Vermögensverhältnisse sowie sämtliche Informationen, welche die Identifikation von B3 ermöglichen, insbesondere auch Hinweise auf dessen Stellung bei der FIFA, sein genaues Alter und Y. abzudecken. Außerdem seien die folgenden Passagen der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 vollständig abzudecken:</p>
<p>Rubrum S. 1: Personalien von B3</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.2 S. 7: 1. Satz</p>
<p>Sachverhalt Ziffer 3.6 S. 10: Namen der Auftraggeber der Überweisungen in der Tabelle, der gesamte 2. Abschnitt sowie Namen der Kontoinhaber in der Tabelle</p>
<p>Erwägung Ziffer 1 S. 14: 3. und 5. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.1 S. 24: 1. und 2. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 25: 7. und 8. Satz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 27: 3. Absatz</p>
<p>Erwägung Ziffer 6.3.2 S. 29: 3. Absatz</p>
<p>Dem Unterzeichneten sei vor deren Weitergabe an den Gesuchsteller ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 zuzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.</p>
<p>Subeventualiter:</p>
<p>Der Einspracheentscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 3. Mai 2011 (Verfahrens-Nr. VAR 2010 53) sei aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.“</p>
<p>Während die Staatsanwaltschaft auf eine Vernehmlassung verzichtete, beantragte Jean Francois Tanda (nachfolgend: Beschwerdegegner) in seiner Vernehmlassung vom 7. Juni 2011, es seien alle drei Beschwerden vollumfänglich abzuweisen und die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 17. Januar 2011 sowie deren Einspracheentscheid vom 3. Mai 2011 zu bestätigen und ihm somit vollumfänglich und ohne weitere Verzögerung Einsicht zu gewähren in die Einstellungsverfügung 2 A 2005 31601 vom 11. Mai 2010, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführer.</p>
<p>In den (unaufgefordert eingereichten) Stellungnahmen vom 15. bzw. 17. Juni 2011 hielten die Beschwerdeführer an ihren Anträgen fest.</p>
<p>Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit von Belang, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen Bezug genommen.</p>
<p>Erwägungen</p>
<p>Gemäß § 79 Abs. 1 lit. BGOG entscheidet die Beschwerdeabteilung des Obergerichts über Beschwerden gegen Justizverwaltungsakte, insbesondere über Verfügungen betreffend die Akteneinsicht bei abgeschlossenen Verfahren. Für dieses Verfahren gelten die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (§ 79 Abs. 2 GOG). Zur Erhebung der Beschwerde ist (u.a.) berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat (vgl. § 41 Abs. 1 lit. A VRG). Die Beschwerdeführer haben als Partei am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und sind damit ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. Mithin ist auf die Beschwerden einzutreten.</p>
<p>Mit der Beschwerde können alle Mängel des Verfahrens und des angefochtenen Entscheides gerügt werden (§ 42 Abs. 1 VRG). Neue Begehren, neue tatsächliche Behauptungen und die Bezeichnung neuer Beweismittel sind zulässig (§ 42 Abs. 2 VRG).</p>
<p>2.1.1 Die Beschwerdeführer bringen im Wesentlichen vor, es bestehe kein pauschaler und unbeschränkter Anspruch von nicht verfahrensbeteiligten Dritten, in Straferkenntnisse bzw. Einstellungs- und Nichtanhandnahmeverfügungen Einsicht zu nehmen. Ein allfälliges Informationsinteresse des Gesuchstellers sei im Einzelfall nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gegen die öffentlichen und privaten Geheimhaltungsinteressen abzuwägen.</p>
<p>2.1.2 Die Behauptung des Beschwerdegegners, dass er als Journalist „das öffentliche Interesse vertrete“, weshalb im Akteineinsicht zu gewähren sei, könne so nicht akzeptiert werden. Die Presse und die einzelnen Journalisten hätten zwar durchaus einen bestimmten Stellenwert im demokratischen Staatsgefüge, nämlich den eines Bindegliedes zwischen Behörden und Bevölkerung. Sie hätten aber auch ein ganz konkretes kommerzielles Eigeninteresse, nämlich den Absatz ihres Produkts und die Erhöhung ihres eigen Marktwertes. Die Tatsache, dass die Einstellung der Untersuchung im Ermessen der Staatsanwaltschaft liege, vermöge ein Akteneinsichtsrecht keinesfalls zu rechtfertigen. Die Fälle, in denen die Rechtsordnung die Ausübung der staatlichen Tätigkeit in das Ermessen der Behörden stellen, seien nämlich unabsehbar. Zu Recht verlange daher das Bundesgericht zusätzliche Umstände, die darauf hindeuten, dass ein irreguläres Verhalten vorliegen könnte, wie „systematische bzw. häufige Verfahrenserledigungen dieser Art“, die ein Informationsbedürfnis im konkreten Fall geradezu aufdrängten. Komme hinzu, dass sich die vorgefasste Meinung des Beschwerdegegners in dieser Angelegenheit aus seiner bisherigen tendenziösen Berichterstattung mehr als deutlich ergebe. Die Offenlegung der Einstellungsverfügung gegenüber dem Beschwerdegegner sei deshalb kaum geeignet, der angeblichen „besondere(n) Gefahr, dass der Einstellungsentscheid in der Öffentlichkeit nicht transparent und nachvollziehbar erschein(e)“. zu begegnen. Die in der Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft enthaltenen Angaben reichten vollauf aus. Vollends unbehelflich sei das Argument, dass Einstellungsverfügungen nach Art. 53 StGB „der Geruch einer gewissen Geheimjustiz“ anhafte. Dies sei in keiner Weise dargetan. Die Staatsanwaltschaft habe schliesslich in einem Entwurf der Medienmitteilung „zur Verfahrenseinstellung FIFA“ ausgeführt, sie erachte mit dieser Medienmitteilung jene Fragen als beantwortet, die unter Berücksichtigung des Amtsgeheimnisses aber auch der Persönlichkeitssphäre der durch das Verfahren Betroffenen beantwortet werden könnten. In der tatsächlich herausgegebenen und im Übrigen textlich übereinstimmenden Medienmitteilung vom 24. Juni 2010 fehle dann dieser Passus. Es könne deshalb nicht angehen, dass die Staatsanwaltschaft als Reaktion auf in den Medien erhobene reisserische Vorwürfe klein beigebe und ihren Standpunkt ändere. Von einer Veröffentlichung sein im Rahmen der Vergleichsverhandlungen über eine Verfahrenseinstellung nach Art. 53 StGB nie die Rede gewesen. Die Beteiligten hätten darauf vertrauen drüfen, dass mit der vorgesehenen und realisierten ausführlichen Medienmitteilung das Bedürfnis der Öffentlichkeit auf Information voll abgedeckt sei.</p>
<p>2.1.3 Der Beschwerdegegner begründe das behauptete schutzwürdige Interesse mit demjenigen „der Steuerzahler“ an Wiedergutmachungsleistungen einer angeblich weitgehend steuerbefreiten Organisation sowie mit dem Interesse der „indirekten (Zwangs-)Mitglieder der FIFA“ an der Verwendung angeblich von ihr bezahlter „Lizenzgebühren“. Ganz abgesehen davon, dass beide Gründe nicht zu überzeugen vermöchten, hätten sie nicht das Geringste mit dem vorliegend von der Staatsanwaltschaft und auch der FIFA zu beachtende Schutz der Privatsphäre der Beschwerdeführer B1, B2 und B3 zu tun. Die FIFA sei nicht vom Staat subventioniert und auch nicht steuerbefreit. Sie zahle regelmäßig Ertragssteuern. Auch die Fussballer dieser Welt hätten keinen Anspruch auf Information über die FIFA. Die FIFA lege vereinsintern jeweils Rechenschaft über ihre Einnahmen und Ausgaben nach den anerkannten Standards der IFRS ab und veröffentliche jeweils ihre Zahlen. <strong>Auch bei den Fragen, ob, wann und was die Organe der FIFA über die von der Staatsanwaltschaft untersuchten Sachverhalte gewusst hätten, handle es sich um vereinsinterne Sachverhalte, die dem Geschäftsgeheimnis unterstünden.</strong> Vollends an der Sache vorbei gingen die Ausführungen der Staatsanwaltschaft, wonach die Presse ihrer „aus verfassungsrechtlicher Sicht wichtigen Aufgabe der kritischen Durchleuchtung der Arbeit der Justiz“ nachzukommen habe. Das Bundesgericht anerkenne ein schützenswertes Interesse nur „in begründeten Fällen“. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdegegner im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren reisserische Berichte ins Netz gestellt habe, vermöge da von ihm zu begründende öffentliche Interesse nicht begründen. Ansonsten hätte es jeder Journalist in der Hand, das Verfahren über die Freigabe geschützter Daten selber zu steuern. Das Gleich gelte auch für die von der Staatsanwaltschaft aufgereihten Schlagwörter wie „Abzocker“, „Korruption“, „Sepp Blatter“ und „Vergabe der Weltmeisterschaft 2018/2022 an Russland und Qatar“. Die Geschichten zu den „Schmiergeldern“ würden Jahre zurückliegen, weshalb die Staatsanwaltschaft sie bei der Einstellung der Strafuntersuchung zu Recht als von geringem öffentlichen Interesse qualifiziert habe.</p>
<p>2.1.4 Die privaten Interessen von B1, B2 und B3 seien nicht etwa bloss „nicht von der Hand zu weisen“, vielmehr stünden sie als „besonders schützenswert“ im Vordergrund. Ebenso sei die Gefahr, dass „die entsprechenden Ergebnisse in den Medien in falschem Licht dargestellt wurden“, nicht „grundsätzlich nicht auszuschließen“, sondern unmittelbar absehbar. Diese unverhältnismässige Prangerwirkung zum Nachteil der Beschwerdeführer werde von der Vorinstanz schlicht in Kauf genommen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass in der Strafuntersuchung nicht abschließend geklärt worden sei, ob eine strafbare Handlung überhaupt vorliege. Die Staatsanwaltschaft habe in ihrer Verfügung ausdrücklich festgehalten, dass die Einstellung nach Art. 53 StGB keine Schuldfeststellung vorraussetze und dass auch keiner der Beschuldigten irgendeine Schuld eingestanden habe. Die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung würde aber zu einer Bekanntgabe von zahlreichen nicht näher abgeklärten Verdächtigungen über Vorgänge führen, die größtenteils schon mehr als zehn Jahre zurücklägen. Mit der Veröffentlichung eines ungerechtfertigten Artikels sei der Schaden bereits angerichtet und das Ergreifen von Rechtsbehelfen wirke sich oft kontraproduktiv aus. Die<strong> Beschwerdeführer B2 und B3 seien in unserem Land keine Personen, der aktuellen Zeitgeschichte, die eine besondere Medienpräsenz und damit einhergehende Eingriffe in Kauf zu nehmen bräuchten.</strong> Sodann seien die der Vorinstanz bekannten Umstände des Beschwerdeführers B3 dergestalt, dass die psychische Belastung negativer medialer Berichterstattung besonders schwer ins Gewicht falle. Mehr als unangebracht sei es schliesslich, wenn die Staatsanwaltschaft ihnen rate, eine „aktive Pressepolitik“ zu betreiben. Damit löse sich die Staatsanwaltschaft vollständig vom Boden des Datenschutzgesetzes. Dieses verbiete die Weitergabe von Daten, wenn nicht zwingende Gründe es erfordern würden.<span id="more-11478"></span></p>
<p>2.1.5 Insgesamt sei ein zwingendes Öffentliches Interesse an der Publikation der Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 nicht dargetan. Hingegen bestehe ein erhebliches, überwiegendes persönliches Interesse der Beschwerdeführer an der Wahrung der Persönlichkeitsrechte, wozu insbesondere auch der Schutz der Geheim- und Privatsphäre gehöre. Die Offenlegung der Einstellungsverfügung wäre damit unverhältnismäßig und nicht gerechtfertigt.</p>
<p>2.2 Art. 30 Abs. 3 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Abs. 1 UNO-Pakt II Verankern das Prinzip der Justizöffentlichkeit. Das Prinzip der Justizöffentlichkeit und die draus abgeleiteten Informationsrechte sind- so das Bundesgericht – von zentraler rechtsstaatlicher und demokratischer Bedeutung. Sie sorgen für Transparenz in der Rechtspflege, was eine demokratische Kontrolle durch das Volk erst ermöglicht , und bedeuten damit eine Absage an jede Form geheimer Kabinettjustiz (BGE 134 I 289). Ohne Gerichtsöffentlichkeit sind Spekulationen, ob die Justiz einzelne Prozessparteien ungebührlich behandelt oder priviligiert, unvermeidlich. Kritik an einseitiger oder rechtsstaatlich fragwürdiger Ermittlungstätigkeit oder mangelhafter Verfahrensleitung bliebe ausgeschlossen. Die öffentliche Urteilsverkündung im Sinn einer Publikums- und Medienöffentlichkeit ist als Teilgehalt von Art. 30 Abs 3 BV primär für nicht direkt am Verfahren beteiligte Dritte von Bedeutung, wobei den Medien die Rolle eines Bindegliedes zwischen Justiz und Bevölkerung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010, Erw. 2.2, Fall Roland Nef, =BGE 137 I 16 ff). Gemäss dem Öffentlichkeitsprinzip besteht namentlich bei einer Verfahrenserledigung ohne Straffolgen mittels Einstellungsverfügung durch eine nichtgerichtliche Behörde ein Einsichtsrecht von Interessierten in den strafprozessualen Entscheid. Die Einsichtsnahme setzt voraus, dass der Gesuchsteller ein schutzwürdiges Informationsinteresse nachweist und der beantragten Einsicht keine überwiegenden öffentlichen und privaten Interessen entgegenstehen (BGE 136 I 84; BGE 134 I 288 ff.). Bei entgegenstehenden privaten oder öffentlichen Interessen ist zu prüfen, ob diesen durch Kürzung oder Anonymisierung ausreichend Rechnung getragen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 1 C_258/2008 vom 20. November 2008). In der Literatur wird das Einsichtsrecht Dritter in Akten von abgeschlossenen Verfahren (primär) aus Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 16 Abs. 3 BV abgeleitet (Bommer, Einstellungsverfügung und Öffentlichkeit, in: forumpoenale 4/2011, S. 245 ff.).</p>
<p>Voraussetzung für die Einsicht Dritter in Einstellungsverfügungen ist, wie soeben dargelegt, das Vorliegen eines schutzwürdigen Informationsinteresses. Beim Beschwerdegegner ergibt sich dieses schutzwürdige Interesse aus der Kontrollfunktion der Medien (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010 im Fall Roland Nef = BGE 137 I 16 ff.).</p>
<p>Die FIFA (Federation Internationale de Football Association) ist der Weltfussballverband mit Sitz in Zürich. Die FIFA organisiert verschiene Fussballwettbewerbe, darunter die Männer- und Frauen-Fussballweltmeisterschaft. Der derzeitige Präsident ist der Schweizer Joseph Blatter. Von vielen Seiten wird Kritik gegenüber der FIFA geäußert, dass diese ihre Monopolstellung ausnutze. Es kursieren auch Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld. Im Mai 2006 beschrieb der britischen Enthüllungsjournalist Andrew Jennings in seinem Buch „Foul!“ ein angeblich umfangreiches System der Korruption unter der Ägide von Sepp Blatter, das im Zuge des Zusammenbruchs des FIFA-Marketing-Partners ISL ans Licht kam. Kurz nach Veröffentlichung des Buches strahlte die BBC am 11. Juni 2006 einen kritischen Beitrag über den angeblichen Schmiergeldskandal aus. Insgesamt soll die ISL rund USD 100 Mio. Schiergeld gezahlt haben, um Entscheidungen der FIFA zu beeinflussen. Auch drei Mitglieder des FIFA-Exekutivkommitees, das über die Vergabe von Weltmeisterschaften entscheidet, sollen Zahlungen erhalten haben: Nicolas Leoz, Präsident der südamerikanischen Fussball-Konförderation CONMEBOL soll 1998 und 1999 USD 600`000.&#8211;, Issa Hayatou, Präsident der Confederation Africaine de Football soll 1995 USD 20`000,&#8211; und Ricardo Teixeira, Präsident des brasilianischen Fussball-Nationalverbandes Confederacao Brasileira de Futebol soll USD 9.5 Mio. erhalten haben (vgl. http://wikipedia.org)</p>
<p>Am 24. Juni 2010 war einer Medienmitteilung der Zuger Strafverfolgungsbehörden zu entnehmen, dass der FIFA Provisionszahlungen von mehreren Millionen Schweizer Franken vorenthalten worden seien. Weil die Beschuldigten den Schaden in angemessenem Umfang wieder gut gemacht hätten, sei das Verfahren gegen sie eingestellt worden (vgl. HD ½). Aufgrund der allgemein zugänglichen Informationen über die FIFA, insbesondere der Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld auf der einen Seite und der in der Medienmitteilung enthaltenen Informationen zu Provisionszahlungen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden, auf der anderen Seite besteht ein gewichtiges öffentliches (und weltweites) Interesse an den Umständen, die zur Einstellung des Strafverfahrens im Fall der FIFA führten. Die Verfahrenseinstellung nach Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) wirft in der Öffentlichkeit zahlreiche Fragen auf. Beispielsweise ist von Interesse, wer und warum sich zusammen mit der FIFA letztes Jahr an der Wiedergutmachungszahlung von CHF 5.5 Mio. beteiligt hat, was die FIFA im Zusammenhang mit den Provisionszahlungen wusste und warum sie nichts dagegen unternommen hat (vgl. Beilage 5, S. 5).</p>
<p>Die Medienmitteilung der Zuger Strafverfolgungsbehörden vom 24. Juni 2010 allein kann diese offenen Fragen nicht beantworten. Es ist darin bloss die Rede davon, dass die Provisionszahlungen Auslöser des Verfahrens waren. In der Medienmitteilung wird im Zusammenhang mit den Provisionszahlungen Folgendes ausgeführt (vgl. HD ½): Ausländische Personen von FIFA-Organen kamen bis ins Jahr 2000 in den Genuss von Provisionen, die von der ISMM/ISL-Gruppe ausgeschüttet wurden. Diese Zuwendungen standen einerseits im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen dieser Gruppe und andererseits erfolgten diese Zahlungen aus Gründen der Verknüpfung der Provisionsempfänger mit der FIFA. Die Zahlungsadressaten unterliessen es, die Gelder an die FIFA weiterzuleiten und verwendeten die Vermögenswerte für ihre eigenen Zwecke. Die FIFA unterließ es, die ihr zustehenden Vermögenswerte von den Beschuldigten einzufordern. Sie wurden in diesem Umfang geschädigt.</p>
<p><strong>Die Beschuldigten haben im Rahmen des Verfahrens den Umfang der Gelder nicht in Abrede gestellt, verneinten jedoch eine strafrechtliche Verantwortung.</strong> Sie zeigten sich aber bereit, den von der Staatsanwaltschaft als einer Wiedergutmachung zugänglich qualifizierten Betrag von 5,5 Millionen Franken zu bezahlen. Damit konnte der Schaden in diesem Umfang wieder gutgemacht werden. Ein Teil der Wiedergutmachungszahlungen in der Höhe von 2,5 Millionen Franken kommt gemeinnützigen Organisationen zu. Die Beschuldigten haben zudem die Verfahrenskosten übernommen.“</p>
<p>Die genauen Umstände, die zur Einstellung des Strafverfahrens geführt haben, gehen aus der Medienmitteilung nicht hervor. Aufgrund der vorgelegten Informationen kann nicht im Detail nachvollzogen werden, warum das Verfahren im Fall FIFA nicht weiter geführt wurde. Angaben zum Ermittlungsergebnis und zur rechtlichen Qualifikation der einzelnen Tatvorwürfe fehlen, Ebenso wenig ist ersichtlich, wie sich die Wiedergutmachungssumme von CHF 5,5 Mio. zusammensetzt und wer sich in welcher Höhe daran beteiligt hat. Gestützt auf die Medienmitteilung ist es daher – wie die Staatsanwaltschaft im angefochtenen Entscheid zutreffend festhält (vgl. Erwägung II.4.2) – nicht möglich zu prüfen, ob die Beschwerdeführer in irgendeiner Weise bevorzugt behandelt wurden oder ob die Einstellung der Strafuntersuchung nach Art. 53 StGB in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht korrekt erfolgte. Der Umstand, dass eine Medienmitteilung publiziert wurde, und er Inhalt derselben sind in keiner Weise präjudizierend für die Frage, ob einem Dritten unter den gegebenen Vorraussetzungen Einsicht in die Einstellungsverfügung zu gewähren ist. Die Frage, ob die Vorraussetzungen für eine Einsicht des Beschwerdegegners in die Einstellungsverfügung erfüllt sind, ist in einem anderen Verfahren und nach anderen Kriterien zu beurteilen, als diejenige, ob und wie die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit von sich aus über die Erledigung des Strafverfahrens orientiert. Der Vorwurf der Beschwerdeführer, die Staatsanwaltschaft setze sich mit ihrem Entscheid in Widerspruch zu ihrem früheren Verhalten, geht daher an der Sache vorbei. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass ein Entwurf zur Medienmitteilung folgenden Passus enthielt: *Mit dieser Medienmitteilung erachtet die Staatsanwaltschaft jene Fragen als beantwortet, die unter Berücksichtigung des Amtsgeheimnisses aber auch der Persönlichkeitssphäre der durch das Verfahren Betroffenen beantwortet werden können.“ (vgl. D1 1/32/3). Dieser Passus fand sich, wie erwähnt, lediglich in einem Entwurf zur Medienmitteilung, welcher keinen Eingang in die definitive Fassung vom 24. Juni 2010 fand, weshalb die Staatsanwaltschaft nicht darauf behaftet werden kann. Die Beschwerdeführer hatten demnach entgegen der von ihnen vertretenen Auffassung keinen Anlass, darauf zu vertrauen, dass mit der vorgesehenen und realisierten Medienmitteilung das Bedürfnis der Öffentlichkeit auf Information vollumfänglich abgedeckt sei und auffällige Begehren um Akteineinsicht von Vorneherein ausgeschlossen würden.</p>
<p>Wie Bundesgericht im Fall Roland Nef ausgeführt hat, geht es um die Überwachung der Justiz und die Klärung der Hintergründe und Umstände der Verfahrenseinstellung. Die Öffentlichkeit soll nachvollziehen können, weshalb und unter welchen Bedingungen das Strafverfahren im Fall FIFA eingestellt, mithin nicht zur Anklage gebracht wurde. Im Kern geht es um die Frage, ob die Beschuldigten in irgendeiner Weise privilegiert behandelt wurden. An der Klärung dieser Frage besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse. Zweck der Entscheidöffentlichkeit nach Art. 30 Abs. 3 BV ist es gerade, Spekulationen, dass gewisse Personen von der Justiz bevorzugt werden, zu begegnen und Transparenz zu schaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010 = BGE 137 I 16 ff.). Insofern liegt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer keine „verreinsinterne“ Angelegenheit vor.</p>
<p>Unerheblich ist, dass parallel dazu geführte Strafuntersuchungen (Fall ISMM) mit Freisprüchen endeten. Zum einen wurden diese Verfahren gegen andere Personen und aufgrund anderer Tatvorwürfe geführt. Zum anderen erfolgte im (vorliegend zu beurteilenden) Fall FIFA eben gerade kein Freispruch, sondern Einstellung nach Art. 53 StGB. Eine solche Einstellung setzt nach Rechtsprechung des Bundesgerichts aber voraus, dass der Täter die Normverletzung anerkennt und sich bemüht, den öffentlichen Frieden wieder herzustellen (vgl. BGE 135 IV 25).</p>
<p>Die Überprüfung der Rechtmässigkeit der Handlungen von staatlichen Organen steht ferner nicht einzig in der Kompetenz der entsprechenden Aufsichtsbehörden, wie die Beschwerdeführer vorbringen. Das Bundesgericht anerkennt, dass interessierte Private durchaus ein legitimes Interesse an der Klärung der Fragen haben können, weshalb es zu nichtgerichtlichen Verfahrenseinstellungen ohne Straffolgen durch Sach- und Prozessentscheide kommt. Ein solches Informationsbedürfnis könne sich insbesondere (also nicht nur) bei systematischen bzw. auffällig häufenden Verfahrenserledigungen dieser Art durch Ermittlungs-. Und Untersuchungsbehörden bzw. Staatsanwaltschaften aufdrängen, gerade in den Bereichen, die auf ein besonderes Interesse der Öffentlichkeit stossen würden. Bei nicht verfahrensbeteiligten Dritten erschiene es allerdings geboten, ein schutzwürdiges Informationsinteresse zu verlangen (vgl. BGE 134 I 290). Wie soeben dargelegt, besteht im Fall FIFA, der auf großes Interesse in der Öffentlichkeit stößt, ein solches schutzwürdiges Informationsinteresse. Das Interesse der Öffentlichkeit an den Geschehnissen um die FIFA, den Weltverband der weltweit populärsten Mannschaftssportart, und an der Rolle ihrer Exponenten, wie B2 und B3 es sind, ist vergleichbar mit demjenigen an politischen oder wirtschaftlichen Vorkommnissen.</p>
<p>Unter all diesen Umständen kann aber nicht gesagt werden, vorliegend überwiege ein kommerzielles Eigeninteresse, nämlich der Absatz eines Produktes und die Erhöhung des eigenen Marktwertes. Im Zentrum stehen die Information der Öffentlichkeit über die Einstellung der Strafuntersuchung im Fall der FIFA nach Art. 53 StGb und eine kritische Auseinandersetzung mit den Umständen dieser Einstellung. Daran vermag auch die bisherige Berichterstattung des Beschwerdegegners in dieser Angelegenheit (z.B. der Artikel „Schmiergeldempfänger stimmen mit“, Tagesanzeiger vom 29. November 2010, vgl. ND 3/3) nichts zu ändern. Diese Berichterstattung mag für die Beschwerdeführer tendenziös erscheinen. Massgebend ist indes nicht die persönliche Sicht der Beschwerdeführer sondern ob ein schutzwürdiges Informationsinteresse besteht. Ein solches Interesse ist vorliegend zu bejahen, und zwar ein aktuelles, kursieren doch im Zusammenhang mit der FIFA nach wie vor Anschuldigungen über Zahlungen von Schmiergeld (vgl. Erw. 2.3.1 hiervor).</p>
<p>2.4 Dem Grundsatz der Entscheidöffentlichkeit bzw. der Gewährleistung der Einsicht in die Einstellungsverfügung ist immanent, dass hierdurch die Persönlichkeitsrechte der ehemals Beschuldigten tangiert werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1 C_322/2010 vom 6. Oktober 2010 im Fall Roland Nef = BGE 137 I 16 ff.). Im vorliegenden Fall ist nicht zu verkennen, dass private Interessen der Beschwerdeführer tangiert sind. Die Einstellungsverfügung enthält insbesondere Informationen über das Umfeld der Beschwerdeführerin B1, über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse der Beschwerführer B2 und B3, über das Ermittlungsergebnis und die rechtliche Qualifikation durch die Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft hat aufgezeigt, dass diesen privaten Interessen der Beschwerdeführer zu relativieren sind, namentlich durch die Möglichkeit der gerichtlichen Anfechtung negativer Medienberichte (Art. 28 ff. ZGB), durch den strengen Berufskodex für Journalisten in der Schweiz, durch die Möglichkeit der aktiven Pressepolitik der Beschwerdeführer, durch die Einschränkung des Persönlichkeitsschutzes bei anerkannten Personen des öffentlichen Lebens (B2 und B3; BGE 127 III 481) und dadurch, dass keine Publikation der Adressen von B2 und B3 erfolgt. Diesen Ausführungen ist vollumfänglich beizupflichten. Mit den von der Staatsanwaltschaft aufgezeigten Instrumenten ist jedenfalls die von den Beschwerdeführern befürchtete „unverhältnismässige Prangerwirkung“ hinreichend gebannt. Nicht ersichtlich ist dabei, inwiefern sich die Staatsanwaltschaft – so die Beschwerdeführer – mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der „aktiven Pressepolitik“ durch die Beschwerdeführer vom Boden des Datenschutzgesetzes gelöst haben soll. Die Beschwerdeführer sind zweifelsohne keine Organe im Sinne des Datenschutzgesetzes (vgl. § DSG).</p>
<p>Wenn die Beschwerdeführer ferner befürchten, mit der Veröffentlichung eines ungerechtfertigten Artikels sei der Schaden bereits angerichtet, ist auf Art. 28a abs. 3 ZGB hinzuweisen, wonach im Rahmen des Persönlichkeitsschutzes die Klagen auf Schadensersatz und Genugtuung sowie auf Herausgabe eines Gewinnes entsprechend den Bestimmungen über die Geschäftsführung ohne Auftrag ausdrücklich vorbehalten bleiben. Soweit die Beschwerdeführer im Weiteren geltend machen, die Einstellung nach Art. 53 StGB setze keine Schuldfeststellung heraus und es habe auch keiner der Beschuldigten irgendeine Schuld anerkannt, weshalb die Veröffentlichung der Einstellungsverfügung zur Bekanntgabe von zahlreichen nicht näher abgeklärten Verdächtigungen führen würde, ist ihnen entgegenzuhalten, dass eine Einstellung nach Art. 53 StGB gemäss der bundesgerichtlichen Rechtssprechung (u.a.) voraussetzt, dass der Täter die Normverletzung anerkennt (vgl. Erw. 2.3.4 hiervor). Die Beschwerdeführer haben demnach zumindest eine Normverletzung anerkannt, ansonsten eine Einstellung nach Art. 53 StGB gar nicht infrage gekommen wäre. Insofern ist auch nicht zu befürchten, dass eine Veröffentlichung der Einstellungsverfügung zu „nicht näher abgeklärten Verdächtigungen“ führt. Schließlich mag es sich zwar um die Sachverhalte handeln, die teilweise vor mehr als zehn Jahren stattgefunden haben. Das Interesse an der FIFA bzw. ihren Funktionären und sich hartnäckig haltenden Gerüchten um angebliche Schmiergeldzahlungen ist indes ungebrochen. Insofern kann nicht gesagt werden, die Beschwerdeführer B2 und B3 seien „in unserem Land keine Personen der aktuellen Zeitgeschichte, die eine besondere Medienpräsenz und damit einhergehende Eingriffe in ihre Privatsphäre in Kauf zu nehmen (bräuchten)“. Im Übrigen ist jede negative mediale Berichterstattung über eine Person psychisch belastend, was aber im Rahmen des Zulässigen in Kauf genommen werden muss. Zusammenfassend vermögen demnach die privaten Geheimhaltungsinteressen der Beschwerdeführer B1, B2 und B3 das schutzwürdige Informationsinteresse des Beschwerdegegners (vgl. Erw. 2.3 hiervor) nicht aufzuwiegen.</p>
<p>2.5 Die von der Staatsanwaltschaft gewährte Einsichtnahme erweist sich mit den in der Verfügung vom 17. Januar 2011 festgehaltenen Modalitäten als verhältnismässig. Danach ist der Name der Beschwerdeführerin B1 (FIFA) offen zu legen und nicht zu anonymisieren. Ebenso werden die Namen und Geburtsdaten der Beschwerdeführer B2 und B3, die Namen ihrer Rechtsvertreter, ihre Funktion innerhalb der FIFA sowie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse (nicht jedoch ihre Wohnadresse) offengelegt und nicht anonymisiert. Demgegenüber werden die Namen sämtlicher nicht beschuldigter Dritter, natürliche und juristische Personen, nicht offengelegt und in ihrer Einstellungsverfügung anonymisiert. Davon ausgenommen sind die Namen ISMM/ISL (vgl. HD3). Ein weitergehender Schutz der Beschwerdeführer drängt sich nicht auf. <strong>Es ist von öffentlichem Interesse, wer Provisionszahlungen erhalten hat (Name mit Angabe des Alters) und in welcher Beziehung diese Personen zur FIFA stehen. In diesem Zusammenhang kursieren in der Öffentlichkeit zahlreiche Anschuldigungen (vgl. Erw. 2.3.1 hiervor). Eine Offenlegung der Vermögensverhältnisse von B2 und B3 ist sodann unumgänglich, damit die geleistete Widergutmachung nachvollzogen werden kann.</strong> Im Übrigen werden die Namen allenfalls beteiligter Dritter (mit Ausnahme des ISMM/ISL) nicht offengelegt. Die Staatsanwaltschaft hat die Bedingungen der Anonymisierung genau festgelegt und in ihrem Entscheid festgehalten. Daran hat sie sich zu halten. Insofern ist eine vorgängige Einsichtnahme in ein Exemplar der anonymisierten Einstellungsverfügung durch die Rechtsvertreter von B2 und B3 nicht erforderlich.</p>
<p>3. Nach dem Gesagten erweisen sich die Beschwerden als unbegründet und sind daher abzuweisen.</p>
<p>Bei diesem Ausgang sind die Kosten der drei Beschwerdeverfahren den Beschwerdeführern aufzuerlegen (§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG). Die Beschwerdeführer sind ausserdem zur Bezahlung einer Parteientschädigung an den Beschwerdegegner zu verpflichten (§ 28 Abs. 2 Ziff. 1 VRG)</p>
<p>Urteilsspruch</p>
<p>1. Die Beschwerden werden abgewiesen.</p>
<p>2. Die Kosten der drei Beschwerdeverfahren betragen</p>
<p>CHF 1.500,&#8211; Spruchgebühr</p>
<p>CHF 195,&#8211; Auslagen</p>
<p>CHF 1.695,&#8211; Total</p>
<p>und werden den Beschwerdeführern B1, B2 und B3 unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.</p>
<p>3. Die Beschwerdeführer B1, B2 und B3 werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Beschwerdegegner für die drei Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 1.500,&#8211; zu bezahlen.</p>
<p>4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p>
<p>5. Mitteilung an:</p>
<p>- Parteien</p>
<p>- Gerichtskasse (im Dispositiv)</p>
<p>Obergericht des Kantons Zug</p>
<p>Beschwerdeabteilung</p>
<p>Gez. Lic.jur. F. Ulrich Gez. Lic.jur. D. Hüber Stüdli</p>
<p>Oberrichter Gerichtsschreiberin</p>
<p>Versandt am 23. Dezember 2011 dhu</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/03/23/isl-korruption-havelange-teixeira-fifa-spielverzogerung-durch-das-schweizer-bundesgericht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lost in translation: &#8220;I have no case. I have no information&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 20:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[alimsan tochtachunow]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wjatscheslaw koloskow]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[goal]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[tokio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11440</guid>
		<description><![CDATA[TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen. Don Julio war da, wollte aber nicht mit mir sprechen. Worawi war da, mochte aber nicht mir mir sprechen. Issa war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><img title="weihnacht-tokyo" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/weihnacht-tokyo-e1324153276184.jpg" alt="" width="240" height="320" align="right" hspace="5" vspace="5" />TOKIO. Ich habe einige Tage unterm Weihnachtsbaum der FIFA-Familie verbracht. Bin vor Arbeit gar nicht zum Schreiben gekommen. Das wird nun ansatzweise nachgeholt. Es gibt viel zu erzählen.</p>
<p><a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Don Julio</a> war da, wollte aber nicht mit mir sprechen.</p>
<p><a title="alle Beiträge zu Worawi Makudi" href="http://www.jensweinreich.de/category/worawi-makudi/">Worawi </a>war da, mochte aber nicht mir mir sprechen.</p>
<p><a title="Jacques Rogge sagt: “reports are confidential” und “a warning is not a sanction”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/">Issa</a> war da, hatte aber kein Bedürfnis, mit mir zu reden.</p>
<p>Sepp war auch kurz angebunden auf der Pressekonferenz, komisch eigentlich, er fühlte sich mal wieder missverstanden. Dabei hatte ich doch nur nachgefragt:</p>
<blockquote><p>Just to clarify, do I understand it right: You don&#8217;t care about the past, you don&#8217;t want to know who has paid bribes and who has received bribes. But you will penalize all members of the FIFA family who want to know how Russia and Katar have secured the World Cup?</p></blockquote>
<p>Nein, nein, nein, sagt der Sepp, so habe er das nicht gemeint.</p>
<blockquote><p>This is totally wrong.</p></blockquote>
<p><span id="more-11440"></span></p>
<p>Er hatte, ich habe die Simultanübersetzung gehört, demnach formuliert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer mag, kann es nachhören (im Englischen Original, das ich auch aufgezeichnet habe, doppelt hält besser), der Extrakt einer weitgehend absurden PK, wie ich fand, von mir auf 6:48 Minuten zusammengeschnitten:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3">:</a></p>
<p>Ich denke, dass dieser erste Fragesteller, ein so genannter Journalist aus Katar, bestellt war. Vom Emir oder vom Sepp? Was weiß denn ich.</p>
<p>Jedenfalls, der Typ bedankte sich nach dem Termin ganz euphorisch beim Sepp. So ist&#8217;s recht. Da hat noch einer Respekt.</p>
<p>Für den Deutschlandfunk habe ich gerade gedichtet:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3">:</a></p>
<p>In Tokio traf sich am Rande der Klub-Weltmeisterschaft zum letzten Mal in diesem turbulenten Jahr das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA. Eigentlich hatte Präsident Joseph Blatter zu diesem Termin versprochen, die so genannte Einstellungsverfügung im ISL-Bestechungsskandal zu veröffentlichen. Doch dies wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür hat Blatter einige korrupte FIFA-Funktionäre entlastet.</p>
<p>Schon am Freitag hatte die FIFA in einer dürren Mitteilung das Exekutivmitglied Worawi Makudi aus Thailand vom Vorwurf freigesprochen, eigenen Grundbesitz mit Mitteln aus dem Entwicklungshilfeprogramm GOAL aufgewertet zu haben. Makudi habe entlastende Unterlagen vorgelegt, hieß es. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht. Makudi, den ich in diesem Jahr schon einige Male getroffen und vergeblich gefragt habe, verweigerte sich auch diesmal einem Gespräch und sagte, nachdem er erst tat, als verstehe er nichts, gleichzeitig flüchtete, aber vom Aufzug gestoppt wurde:</p>
<blockquote><p>I have no case. I have no information.</p></blockquote>
<p>No case. Das sagte ja die FIFA auch. Gestern Abend erhielt ich diese Email:</p>
<blockquote><p>Dear Mr Weinreich,</p>
<p>FIFA has completed its analysis of the documents provided by Worawi Makudi and has been able to ascertain that Mr Makudi had in fact donated part of his plot of land to the Thailand FA for the purpose of the construction of FIFA Goal projects in Thailand. Therefore, no proceedings have been opened against Mr Makudi and the matter is now closed.</p>
<p>Best regards,</p>
<p>FIFA Media department</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Kleiner Einschub. Denn diese Email erinnerte mich irgendwie an jene Email, die mir der gewesene FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus einmal schrieb, als ich ihn nach den Umständen <a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/">eines Treffens von FIFA-Präsident Joseph Blatter mit einem international gesuchten russischen Schwerverbrecher und Mafiosi namens Alimsan Tochtachunow</a> gefragt habe.</p>
<p>Der damalige FIFA-Kommunikationsdirektor <a title="@ email von der Fifa" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/08/email-von-der-fifa/">antwortete nach vier Tagen</a>:</p>
<blockquote><p>Ein Zusammenkommen mit der von Ihnen genannten Person ist uns in Bezug der Namen und des Zeitpunktes nicht bekannt.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt, das Treffen von Blatter mit dem <a title="Diebe im Gesetz" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/10/diebe-im-gesetz/">Dieb im Gesetz Tochtachunow</a>, an dem auch das damalige FIFA-Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow teilnahm, fand statt und ist auch mit mehreren Fotos dokumentiert:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" " title="sepp-koloskow-alik" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/sepp-koloskow-alik.jpg" alt="FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)" width="512" height="342" /><p class="wp-caption-text">FIFA-Familie: FIFA-Präsident Joseph Blatter, eh. Exekutivmitglied und Blatter-Nutznießer Wjatscheslaw Koloskow, Mafiosi Alimsan Tochtachunow (v.l.)</p></div>
<p>Koloskow, dem Blatter schon einmal 100.000 Dollar gezahlt hat, treibt sich natürlich auch hier in Tokio herum &#8211; ich sah ihn täglich im Ritz Carlton. Koloskow bleibt ja wichtig, Russland richtet die WM 2018 aus. Und, by the way, er bringt zu den Jahresendparties stets Kaviar und Wodka mit. Die Parties in kleinem Kreise sind legendär.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>* * *</strong></p>
<p>Doch zurück zum Thema Makudi:</p>
<p>Heute erfuhr ich dann dankenswerter Weise doch, auf welcher Grundlage Makudi &#8220;entlastet&#8221; wurde: Mit Datum vom 16. November 2011 hat Makudi die Grundstücke/das Grundstück an Thailands Fußballverband übertragen. Ein von der FIFA in Auftrag gegebenes Gutachten der Zürcher Kanzlei Niederer, Kraft &amp; Frey hält das mit Datum vom 6. Dezember 2011 fest. Die beglaubigte Übertragung geschah also erst</p>
<ul>
<li>&#8230; acht Jahre, nachdem Makudi das Versprechen gegeben und zugleich das GOAL-Geld beantragt hatte, damals noch als Generalsekretär.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></p>
<ul>
<li>&#8230; und erst, nachdem die FIFA ihm bis 1. Dezember eine zweite Frist gesetzt hatte, Unterlagen beizubringen.</li>
</ul>
<p>Ob er zur ersten Frist gelogen hat und gefälschte Unterlagen einreichte, wie thailändische Quellen vermuten, lässt sich nicht sagen. Die FIFA gibt dazu und zu vielen anderen Fragen in der Causa Makudi keine Antwort.</p>
<p>Ich komme auf den Fall Makudi zurück, keine Bange.</p>
<p>Den Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun, <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Schmiergeldempfänger</a>, unterstützte Blatter in Tokio ebenfalls. Hayatou war vergangene Woche vom IOC nur ermahnt worden. Die FIFA unternimmt gar nichts.</p>
<p>Blatters Aussage, simultan übersetzt in Tokio:</p>
<blockquote><p>Herr Hayatou ist immer noch ein gutes, ständiges Mitglied. Und das Exekutivkomitee hat das ebenfalls betont, und die meisten haben sogar geklatscht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ovations für Hayatou? Diese Frage geht an den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.</p>
<blockquote><p><em>Stimmt es, dass Hayatou Beifall bekommen hat heute?</em></p>
<p>Haben Sie bitte Verständnis, dass ich also über Sitzungsinhalte, über Wortbeiträge und auch über Beifall oder Pfiffe keine Auskunft geben möchte.</p></blockquote>
<p>Nur zwei Stunden dauerte die Sitzung heute morgen, in der die Namen der Mitglieder der Governance-Kommission des Basler Professors Mark Pieth bekannt gegeben wurden. Reformen im Schnelldurchlauf. Die Besetzung ist wenig spektakulär, Transparency International verzichtet auf einen Sitz. Während sich Zwanzigers Statutenkommission bereits zweimal getroffen hat, wird Pieths Kommission im Januar die Arbeit aufnehmen und dabei auch Journalisten befragen. Ende Februar soll es gemeinsame Sitzungen aller fünf Kommissionen geben, die zum so genannten Reformpaket gehören.</p>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/"><img class="size-full wp-image-10924   " title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png" alt="" width="499" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser mit viel PR-Gedöns vermarkteten Gruppen wird der Umgang mit der Vergangenheit sein.</p>
<p>Blatter benutzte in Tokio einige Male die Vokabel &#8220;Schlussstrich&#8221;. Auf eine offenbar bestellte Frage eines so genannten Journalisten aus Katar, der all jene bestrafen lassen will, die die WM-Vergabe an das Emirat kritisieren, erklärte Blatter, wie oben bereits zitiert:</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen sagen, dass die Entscheidung der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010, die WM 2018 an Russland und 2022 die WM an Katar zu vergeben, aufrechterhalten bleibt. Ich weiß nicht, wer diese Entscheidungen umstoßen sollte. Wenn sie die Leute innerhalb der FIFA fragen, ob es Mitglieder gibt innerhalb des Exekutivkomitees, die solche Erklärungen abgeben, dann werde ich persönlich eingreifen. Ich kann natürlich nicht die gesamte FIFA-Familie aufhalten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Interpretation, er sei nicht daran interessiert, Korruption bei der WM-Vergabe aufzuklären, werde aber gegen all jene vorgehen, die Aufklärung fordern und die skandalumtoste WM-Vergabe kritisieren, widersprach Blatter vehement. Ein Eiertanz.</p>
<p>Zwanziger, der im Zusammenhang mit der WM in Katar kürzlich das Wort &#8220;pervers&#8221; benutzt hat, blieb von Blatters Drohungen unbeeindruckt.</p>
<blockquote><p>Normalerweise ist das doch nicht der Ort, wo man eine Weltmeisterschaft austragen sollte. Und natürlich auch all das, was darum herum gerankt und geschrieben werden kann. Allerdings muss ich auch sagen, es gibt für mich erkennbar bis heute keinen Beleg, dass dort Korruption oder was auch immer am Platz gewesen sein könnte. Es sind wohl Interessen eingeflossen, die ein Stück über den rein sportlichen Vergabeprozess hinausgehen. Und ich denke, diese Aussage habe ich in der Vergangenheit gemacht und die werde ich auch in der Zukunft machen. Das muss ich sagen und das werde ich mir auch nicht verbieten lassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Blatter schützt etliche alte Weggefährten wie Makudi und Hayatou. Er will nach vorn schauen, nicht zurück, das sagte er oft. Er trägt vernehmbar auch nichts zur Aufklärung der märchenhaften Reichtümer des Ersten Vizepräsidenten und FIFA-Finanzchefs Julio Grondona und des Amerikaners <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Chuck Blazer</a> bei. Zum Beispiel.</p>
<p>Zwanziger unterstellt Blatter dennoch ein Interesse an Reformen. Vor allem aber nennt er zwei der entscheidenden Themen in den kommenden Wochen:</p>
<blockquote><p>Also einfach Vergangenheit totreden und sagen, die ist jetzt weg, das wird man nicht können. Und von daher denke ich schon, dass diese Punkte WM-Vergaben und auch das Thema ISL auf der Tagesordnung bleiben werden, ob man es will oder nicht. An diesem Punkt wird man nicht vorbei kommen. Dass man einfach auch klar und deutlich beschreibt: Was ist gewesen? Wo hat es Zahlungen gegeben? Inwieweit sind die zu beanstanden, inwieweit sind die ethisch vorwerfbar? Und wenn das auf dem Tisch liegt, dann muss die Frage geprüft werden, gibt es unter den heutigen Statuten die Möglichkeit einzuschreiten oder gibt es sie nicht mehr. Also das ist für diesen Vorgang aus meiner Sicht völlig klar: Offenlegung, so schnell wie möglich. Und auch da gilt nur, konsequent zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zwanziger sagt, er wolle es nicht nur in der Frage der WM-Vergabe an Katar genau wissen. <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Unabhängig von den angeblich rechtlichen Problemen bei der Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung</a>, für die die FIFA einst sogar ein Millionen-Schweigegeld gezahlt hat, will Zwanziger gern alle FIFA-Funktionäre und FIFA-verbundene Vorgänge überprüfen, die in den ISL-Unterlagen auftauchen. Und das betrifft neben Hayatou auch Ehrenpräsident Havelange sowie aus dem Exekutivkomitee Südamerikas Konföderationschef Leoz und Brasiliens Verbandschef Teixeira.</p>
<p>Teixeira, auch WM-Organisationschef 2014, hat sich zunächst einmal von der FIFA beurlauben lassen – bis Ende Januar.</p>
<blockquote><p>später kommen wir dann darauf zurück &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte Sepp.</p>
<p>Aber gewiss doch.</p>
<p>[<em>Der Beitrag musste ein wenig dahingeschludert werden, die durchwachte Nacht ist gleich vorbei. Sorry. Beim nächsten Mal wieder gründlicher.</em>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/17/lost-in-translation-i-have-no-case-i-have-no-information/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>28</slash:comments>
			<enclosure url="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/blatter-tokyo-17122011-short.mp3" length="6542442" type="audio/mpeg" />
		<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/17/dlf_20111217_1926_a03424b0.mp3" length="2211328" type="audio/mpeg" />
	</item>
		<item>
		<title>Jacques Rogge sagt: &#8220;reports are confidential&#8221; und &#8220;a warning is not a sanction&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 18:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[iaaf]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11390</guid>
		<description><![CDATA[LAUSANNE. In zwei Jahrzehnten als IOC-Berichterstatter habe ich gewiss schon viele absurde, deprimierende Momente erlebt. Die gerade beendete, äußerst bizarre Pressekonferenz mit einem geradezu leblos argumentierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge gehört sicher dazu &#8211; irgendwo in den Top 20. Das muss Mann erst mal verdauen. Jedenfalls, Rogge, einst als Erneuerer angetreten [und von mir auch als [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>LAUSANNE. In zwei Jahrzehnten als IOC-Berichterstatter habe ich gewiss schon viele absurde, deprimierende Momente erlebt. Die gerade beendete, äußerst bizarre Pressekonferenz mit einem geradezu leblos argumentierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge gehört sicher dazu &#8211; irgendwo in den Top 20.</p>
<p>Das muss Mann erst mal verdauen.</p>
<p>Jedenfalls, Rogge, einst als Erneuerer angetreten [<em>und von mir auch als solcher promotet</em>], hätte nicht peinlicher agieren können. Unfassbar. Eigentlich hätte an seiner Stelle auch Samaranch sitzen können, das macht keinen Unterschied. Zu den Feinheiten: Rogge vermied es, die Vokabel &#8220;Korruption&#8221; zu benutzen [<em>ich sage es einmal mehr: das Wort Korruption taucht auch in der Olympischen Charta des IOC nicht auf</em>], er erwähnte auch nicht den Korruptionskonzern ISL/ISMM.</p>
<p>Als wäre nichts gewesen.</p>
<p>Schockierend.</p>
<p>Unanständig.</p>
<p>Es war natürlich Andrew Jennings, der überraschender Weise zwei Mal ans Mikro durfte und flink noch erwähnte, dass wir hier über ein kolossales Betrugssystem reden, das den gesamten, nunmehr von Rogge präsidierten, olympischen Weltsport umfasste. <strong><a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken wurden nachweislich an Schmiergeld gezahlt.</a></strong> Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Und die Bevorteilten, korrupte Funktionäre, sind zu großen Teilen noch in Amt und Würden, hundertmal angemerkt.</p>
<p>Nach etwa zwölf Minuten war die Freakshow beendet. Rogge behauptete:</p>
<blockquote><p>We will not hesitate to act. The wider world will acknowledge that the IOC means business and is accountable and transparent&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich muss es gleich nachhören &#8211; und werde mich erneut gruseln.<br />
<span id="more-11390"></span><br />
Nebenbei definierte Rogge die Gelben und Roten Karten im Fußball neu, oder auch die Ethikregeln. Oder beides. Es war so verworren. So verlogen.</p>
<blockquote><p>a warning is not a sanction</p>
<p>a repriment is a sanction</p>
<p>you could compare it to red card and yellow card in football.</p></blockquote>
<p>Also:</p>
<ul>
<li><strong>Lamine Diack</strong> (Senegal/IOC-Mitglied und Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF) hat insgesamt 52.880 CHF von der ISL erhalten. <a title="ioc.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Ethics/Ethics-2011-10-03-decision-recommendation-Lamine-Diack-Eng.pdf" target="_blank">Er wurde verwarnt.</a></li>
<li><strong>Issa Hayatou</strong> (Kamerun/IOC-Mitglied, FIFA-Vizepräsident, CAF-Präsident) hat 24.700 CHF von der ISL erhalten. <a title="ioc.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Ethics/Ethics-2011-10-03-decision-recommendation-Issa-Hayatou-Eng.pdf" target="_blank">Er wurde ermahnt.</a></li>
</ul>
<p>Beide, Diack und Hayatou, beschäftigen übrigens bis heute den ISL-Schmiergeldboten Jean-Marie Weber, der einst jene 140 Millionen verteilt hat.</p>
<ul>
<li><strong>Joao Havelange</strong> (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">FIFA-Ehrenpräsidentm IOC-Mitglied bis vor wenigen Tagen</a>) hat mutmaßlich viele Millionen von der ISL erhalten. Die Überweisung von 1,5 Millionen aus diesem Paket ist bestens dokumentiert. Havelange wurde von Rogge nicht mal mehr erwähnt.</li>
</ul>
<p>Doch, sorry, <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Rogge sagte erneut &#8230;</a></p>
<blockquote><p>Mr Havelange is not an IOC member anymore. For us he is a private person.</p></blockquote>
<p>Und deshalb gibt es dazu keine Informationen.</p>
<p>Die Ermittlungsergebnisse der Ethikkommission bleiben natürlich auch geheim.</p>
<p>Rogge sagte:</p>
<blockquote><p>reports are confidential, the proposals are public</p></blockquote>
<p><del>Die beiden dünnen Papiere folgen in Kürze.</del></p>
<p><strong>19.37 Uhr:</strong> Denke ich über positive Aspekte nach, fällt mir schon mal dies ein:</p>
<ul>
<li>Die wenigen Journalisten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der ISL-Korruption befasst und wirklich recherchiert haben, beschrieben nichts als die Wahrheit.</li>
<li>Die Dokumente sind echt.</li>
<li>Die Zahlen stimmen.</li>
<li>Das IOC nennt exakt jene Daten und Zahlen, die Andrew Jennings &#8211; ergänzend zum bereits vorliegenden &#8211; vor einem Jahr in der BBC-Panaroma-Sendung vorgelegt hat.</li>
<li>Diese Fakten können auf Dauer weder IOC noch FIFA negieren.</li>
<li>Die historische Wahrheit bleibt die historische Wahrheit. Sie lässt sich auch von diesen milliardenschweren und intransparenten Sportkonzernen nicht beugen.</li>
<li>Die Wahrheit lässt sich auch von Propagandisten und als Journalisten getarnten Idioten nicht beugen.</li>
<li>Man könnte sogar sagen: Journalismus lohnt sich. Mann sieht, ab und an, Resultate. Wenn auch bescheidene.</li>
</ul>
<p>Weitere Resultate werden folgen.</p>
<p><strong>20.20 Uhr:</strong> Die Papiere sind oben nun verlinkt, und außerdem hier zu begutachten:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11399" title="diack1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack1-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11400" title="diack2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11401" title="hayatou1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou1-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11402" title="hayatou2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/jacques-rogge-sagt-reports-are-confidential-und-a-warning-is-not-a-sanction/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>FIFA, IOC, Katar 2022: Recherche vs Propaganda</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[daily telegraph]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fbi]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[claire newell]]></category>
		<category><![CDATA[frank lowy]]></category>
		<category><![CDATA[handelszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[james dorsey]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[jesse fink]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[nzz. joseph blatter aloys hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[paul kelso]]></category>
		<category><![CDATA[the zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11379</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und dem Berufsstand des Journalismus Schande bereiten &#8211; und die dann eben inbrünstig und kolossal ahnungslos, oft auch ganz bewusst, die Propaganda der Sportkonzerne verbreiten. Ein Skandal im Skandal.</p>
<p>Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel diese jüngsten:</p>
<ul>
<li><strong>Jean François Tanda</strong>, Handelszeitung: <a title="Fifa: 120'000 Franken für Korruptionsgutachten" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/fifa-120000-franken-fuer-korruptionsgutachten" target="_blank">Fifa: 120&#8217;000 Franken für Korruptionsgutachten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der renommierte Korruptionsbekämpfer Mark Pieth soll Führung und Transparenz der Fifa verbessern. Laut Recherchen der «Handelszeitung» bezahlt sie dafür ein Taggeld von 5000 Franken &#8211; und überwies zusätzliches Geld für ein Gutachten.</p></blockquote>
<p>Auf diesen Beitrag hat Mark Pieth bereits vorab reagiert und gestern Einladungen an einige Journalisten verschickt, die er im Januar gern interviewen würde. Er selbst will ja nicht retrospektiv tätig werden und ermitteln &#8211; das überlässt er anderen. In der Presseerklärung, die gestern ebenfalls verschickt wurde, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Frequent Questions on the Independent Governance Committee on FIFA</strong></p>
<p>Over the last few days several questions relating to the governance reform process of FIFA have been raised. The following text should address the most pressing issues:</p>
<p><strong>Are the Committee Members independent?</strong><span id="more-11379"></span></p>
<p>First, it needs to be pointed out that governance reform and monitoring is serious professional work (comparable to that of auditors) that should not be left to amateurs and that salaries of professionals need to be paid.</p>
<p>Second, as Chairman I personally do not profit at all from this mandate, as the funds generated go either to the Basel Institute on Governance or into a University fund for research at my Chair (employment of research assistants for 2012).</p>
<p><strong>Should one investigate the past before making recommendations on the future?</strong></p>
<p>The Independent Governance Committee is focussing its efforts on bringing about a rapid and effective change of FIFA’s governance structures (some far reaching ideas have been thrown out in our report published last week).</p>
<p>As part of the governance reform process a look back into the past is necessary, as the risk scenarios need to be realistic. Therefore, the Independent Governance Committee will reach out to investigative journalists and host a hearing for experts on FIFA’s past in January 2012.</p>
<p>There is, from the perspective of the Independent Governance Committee, absolutely no objection to an investigation. Several investigations are under way. The Independent Governance Committee will consider making a recommendation how the past could be best addressed and its membership will be composed in a way suited to assess this issue.</p>
<p>Mark Pieth</p></blockquote>
<p>Weitere Lesebefehle:</p>
<ul>
<li><strong>Jesse Fink</strong> auf ESPN Star.com: <a title="Makudi files must be released" href="http://www.espnstar.com/editorial/news/detail/item719186/Fink:-Makudi-files-must-be-released/" target="_blank">Makudi files must be released</a></li>
</ul>
<p>Das sehe ich natürlich auch so. Ich habe der FIFA dazu vor zwei Wochen einen Fragenkatalog geschickt &#8211; auf die Antworten warte ich noch. Weitere Dokumente zu Makudi sind in der Pipeline.</p>
<ul>
<li><strong>James Dorsey</strong>, The Turbulent World of Mideast Soccer: <a title="Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny" href="http://mideastsoccer.blogspot.com/2011/12/qatars-2022-world-cup-bid-comes-under.html" target="_blank">Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Newly appointed FIFA executive committee member and German soccer federation president Theo Zwanziger this week denounced the awarding to Qatar in an interview with Agence France Presse. &#8220;The basic requirements for a host country have been perverted. I have never understood how such a small country can be awarded one of the most important sports events in the world, especially as Qatar were in last place on the grid before the decision was made,” Mr. Zwanziger said.</p>
<p>Australian soccer federation president Frank Lowy, speaking last week days after Mr. Blatter opened the door to an investigation of Qatar’s bid, said he believed that the Gulf state could be deprived of the right to host the tournament. The &#8220;last word hasn&#8217;t been heard yet,&#8221; Mr. Lowy said.</p>
<p>The soccer officials’ statements gained currency this week when the head of FIFA’s newly created Independent Governance Committee, Mark Pieth, told Associated Press that he will focus on FIFA;s past as well as its future. Mr. Pieth said he has “absolutely no objection to an investigation” and would soon interview investigative journalists who are “experts on FIFA’s past.”</p></blockquote>
<p>Und schließlich der Bericht des Daily Telegraph, in der die von den <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Enthüllungen Andrew Jennings&#8217; im Sommer</a> ausgelösten FBI-Ermittlungen konkretisiert werden. Nur nebenbei: Dass FIFA-Exekutivmitglied Chuck Blazer zehn Millionen Dollar (die tatsächliche Summe ist viel höher, das hat er in kleinem Kreise bereits eingeräumt) kassiert, ist für die FIFA kein Grund, einzuschreiten!</p>
<ul>
<li><strong>Claire Newell und Paul Kelso</strong> im Daily Telegraph: <a title="FBI launches investigation into World Cup 'dirty tricks’ campaign " href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/teams/england/8939343/FBI-launches-investigation-into-World-Cup-dirty-tricks-campaign.html" target="_blank">FBI launches investigation into World Cup &#8216;dirty tricks’ campaign</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Investigators claim to have “really great intelligence” of malpractice and came to London last month to interview people present in Zurich at the time of the World Cup vote.</p>
<p>It is understood that the FBI has “substantial evidence” of outside organisations attempting to hack the email accounts of the United States bid for the 2022 tournament, and believe the English bid may have also been affected.</p>
<p>The FBI is understood to have asked England 2018 officials, who are not under suspicion, if they were aware of dirty tricks or corruption in the World Cup bidding campaign.</p>
<p>The FBI is also understood to have asked questions relating to potential offences arising from the alleged bribery of Caribbean football officials by Mohammed Bin Hammam, who stood against Sepp Blatter for the Fifa presidency.</p></blockquote>
<p>Liebe Freunde, es gibt bald viel mehr darüber zu berichten, keine Sorge. Was fehlt, sind allein gerichtsfeste Beweise für die Korruption von Russland 2018 und Katar 2022. Kommt Zeit, kommt Rat.</p>
<p>Was IOC-Präsident Jacques Rogge heute Abend in Lausanne zu den ISL-Korruptionsfällen Diack, Hayatou und Havelange verkünden wird, dürfte eher traurig sein. Denn Rogge wird die Ermittlungsergebnisse der IOC-Ethikkommission nicht veröffentlichen. Aber auch mit dieser Blockadehaltung ist die Wahrheit nicht aufzuhalten.</p>
<p>[<em>Wie <a title="Sportpolitik - FIFA: IOC-Kreise: Keine Ermittlungen gegen Blatter" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">vollkommen ahnungslos, recherchefrei und allein auf Zurufe von ausgewählten IOC-Mitgliedern basierend</a>, einige IOC-Dauerberichterstatter noch immer berichten, ist unfassbar peinlich. Dumm nur, dass diese Leute damit auch eine gewisse Öffentlichkeit prägen - mit Propaganda-Botschaften von FIFA und IOC.</em>]</p>
<p>Ich habe gestern in Zürich und Lausanne eine Kleinigkeit für die NZZ gedichtet: <a title="NZZ: Blatter weibelt in Bundesbern" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/blatter_weibelt_in_bundesbern_1.13557267.html" target="_blank">Blatter weibelt in Bundesbern</a>. Die Kollegen haben sehr gut redigiert und den Text richtig umgestellt. Hier das etwas längere Original, das ich eigentlich für das Blog ausbauen und verlinken wollte, doch dafür fehlt mir momentan die Zeit. Heute Nachmittag geht es weiter in diesem Theater.</p>
<blockquote><p>„Team Spirit“ heißt das Event, das in parlamentarischen Kreisen alljährlich großen Zuspruch genießt. Wenn die Sport-Lotto-Gesellschaft und die Parlamentarische Grupp Sport unter dem Patronat des Sportministers Ueli Maurer (SVP) einladen zu Speis und Trank, garniert mit kleinen Geschenken, ist der Aufmarsch groß. 70 bis 80 Abgeordnete versammelten sich auch am Dienstagabend im Hotel Bellevue Palace zu Bern. Allesamt „Keyplayer“, wie es hieß. Einer jener Keyplayer wirkt gern im Hintergrund: Es ist Aloys Hirzel, PR-Guru der Schweiz, der derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus geht. Denn Hirzel (Agentur „Konsulenten“) ist wie einige andere PR-Leute und Lobbyisten damit beschäftigt, das schwer angeschlagene Image des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter aufzufrischen. Ob er vom Fußball-Weltverband unter Vertrag genommen wurde, mag Hirzel zwar nicht sagen. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, teilt er nur mit. Doch ranghohe FIFA-Mitarbeiter erklären, Hirzel sei auf politischem Parkett tätig und habe zum Beispiel den Lobby-Termin Blatters am Dienstag in Bern mit vorbereitet.</p>
<p>Am Abend, als Blatter sein Versprechen gebrochen hatte und mitteilen musste, dass die so genannte Einstellungsverfügung aus dem ISL-Korruptionsprozess nun doch nicht im Dezember veröffentlicht wird, wurden Blatter in parlamentarischen Kreisen keine kritischen Fragen gestellt. Einige der Anwesenden hatten kürzlich erfolgreich daran mitgewirkt, dass der Bericht des Bundesamtes für Sport zu Korruption und Schattenwirtschaft in Sportkonzernen wie IOK und FIFA, der Ende 2011 vorliegen sollte, um ein Jahr verschoben wurde. Und die Organisatoren von „Team Spirit“ präsentierten Blatter im knapp 45-minütigen Kaminfeuer-Gespräch mit SF-Moderatorion Steffi Buchli, die es vermied, Fragen von Belang zu formulieren.</p>
<p>So durfte Blatter ungestört darüber fabulieren, dass die „Leichtigkeit des Seins“ derzeit nicht gegeben sei, nicht in der FIFA und nicht im WM-Gastgeberland Brasilien, wo sich Staatspräsidentin Dilma Rousseff als energische Korruptionsbekämpferin profiliert. Er, Blatter, werde es allen zeigen und seine Reformen durchsetzen, flötete der 75-jährige aufgekratzt. Das hätten nur einige bösartige Journalisten in England und Deutschland noch nicht begriffen.</p>
<p>Nach dem Stelldichein mit SF-Frau Buchli nahm sich Blatter viel Zeit, um unter den Parlamentariern, unter National- und Bundesräten zu antichambrieren. Es wurde viel gelacht, Freundschaftsfotos geknipst, und Blatter soll sogar mit Nationalrat Roland Büchel (SVP) gesprochen haben, der vor einem Jahr eine Motion eingereicht und die Überprüfung der Korruption in den Sportverbänden gefordert hatte.</p>
<p>Mit derlei Maßnahmen und vielen harmlosen, bestellten Interviews, in denen dann über Probleme schwadroniert wird, die Blatter längst hätte lösen können (Torkameras, Frauen im FIFA-Exko etc), versuchen seine PR-Leute ihn neu zu positionieren. Zur Crew gehören neben Hirzel der neue FIFA-Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio, einst Schweizer Journalist des Jahres, und der Österreicher Bernd Fisa, der ehemals bei Ferrari mit Michael Schumacher gearbeitet hat. Auch Blatters ehemaliger Berater Peter Hargitay soll wieder an Bord sein. [<em>Er bestreitet, einen Vertrag zu haben. Das habe ich a) auch nicht behauptet und b) in vorherigen Beiträgen erwähnt.</em>] Sie verrichten Schwerstarbeit, sie betreiben Propaganda – doch sie können die Entwicklungen nicht beherrschen.</p>
<p>Aktuelle Beispiele gefällig? Der Londoner „Daily Telegraph“ berichtet gerade über das Interesse der amerikanischen Bundespolizei FBI an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Ermittelt wird nicht nur in den USA, auch in anderen Ländern – und von anderen Institutionen. Die FIFA aber verweigert sich konsequent Untersuchungskommissionen zur skandalbehafteten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar. Sie arbeitet nicht einmal das ISL-Bestechungssystem auf. Korrupte Funktionäre, die nachweislich ISL-Gelder erhalten haben, müssen nichts befürchten. Und einer dieser Spitzbuben, Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, WM-Organisationschef 2014, behauptete am Mittwoch in Brasilien gegenüber Journalisten, er sei es nicht gewesen, der die Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung mit juristischen Hebeln verhindert habe.</p>
<p>Wer war es dann? FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange, der ebenfalls ISL-Millionen kassierte und nun unter Druck aus dem IOK demissionierte? Oder hat Blatter am Dienstag nicht die Wahrheit gesagt und es gibt gar keine Hindernisse?</p>
<p>In Lausanne, wo derzeit das IOK-Exekutivkomitee tagt, hielt man sich am Mittwoch bedeckt zum Korruptionsfall ISL und der Verstrickung der IOK-Mitglieder Havelange (Brasilien), Issa Hayatou (Kamerun) und Lamine Diack (Senegal). IOK-Sprecher Mark Adams verwies auf die Pressekonferenz des Präsidenten Jacques Rogge am Donnerstag. Rogge könnte Aufklärung schaffen, wenn er die Ermittlungsergebnisse der IOK-Ethikkommission gegen Havelange veröffentlichen würde. Danach sieht es aber nicht aus. Rogge scheint mit Havelanges Rücktritt zufrieden.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11367</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports. Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar: Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen <del>Lügen</del> Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.</p>
<p>Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:</p>
<ul>
<li>Die <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge</a> von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.</li>
<li>Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.</li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld</a> sind gerichtsfest dokumentiert.</li>
</ul>
<div><img class="size-full wp-image-9842  aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="371" height="336" /></div>
<ul>
<li>Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.</li>
<li>Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. <del>Viele</del> Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden &#8211; manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.</li>
<li>Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell &#8211; und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.</li>
</ul>
<div>Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung &#8211; beide Optionen sind auch möglich.</div>
<p>Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.</p>
<p>Nun die Frage:</p>
<ul>
<li><strong>Was unternimmt der olympische Sport?</strong></li>
</ul>
<p>Bisher so gut wie nichts.</p>
<p>Ach doch, sorry.<span id="more-11367"></span></p>
<ul>
<li>Korrupte FIFA-Funktionäre, der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber und die FIFA haben &#8211; insgesamt &#8211; 8 Millionen Franken (einmal 2,5 Mio, einmal 5,5 Mio) gezahlt, um in <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">Korruptionsverdunklungsverträgen</a> die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten.</li>
<li>Zuvor hatte die FIFA in aller Stille ihr Desinteresse an einer Strafermittlung erklärt &#8211; der Untersuchungsrichter setzte seine Arbeit dennoch fort.</li>
<li>Das IOC hat seine Ethikkommission &#8220;ermitteln&#8221; lassen, nachdem Andrew Jennings Ende vergangenen Jahres in der BBC weitere Beweise vorlegen konnte.</li>
<li>Nun werden, vielleicht, zwei IOC-Ganoven verwarnt (Diack und Hayatou). Doch einer der größten Sportbetrüger aller Zeiten, Joao Havelange, kommt ungeschoren davon.</li>
</ul>
<p>Viel mehr an Aktionen seitens des organisierten Sports ist bislang nicht bekannt. Oder kann mir jemand helfen und mein Erinnerungsvermögen auffrischen?</p>
<p>Die <a title="JW auf SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Kernfragen</a> in der ISL-Causa lautete nach den jüngsten Entwicklungen (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">Rücktritt Havelanges</a> + <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Blatters Versprechen, die ISL-Einstellungsverfügung offenzulegen</a>):</p>
<ul>
<li>Was hat die IOC-Ethikkommission &#8220;ermittelt&#8221;? Vielleicht gar neue Sachverhalte?</li>
<li>Wie hat die IOC-Ethikkommission die Ausschluss-Empfehlung gegen Havelange begründet?</li>
<li>Hat tatsächlich der damalige FIFA-Generalsekretär Blatter angeordnet, jene 1,5 Mio CHF Bestechungsgeld, die von der ISL irrtümlich auf ein FIFA-Konto überwiesen wurden, unverzüglich auf Havelanges Privatkonto weiterzuleiten?</li>
<li>Wenn das so gewesen wäre: Wird die IOC-Ethikkommission unverzüglich gegen Blatter &#8220;ermitteln&#8221;, was angesichts der im Raum stehenden Summe (der heutige FIFA-Präsident bestreitet derartiges Handeln, andere erinnern sich anders) u. U. auch zum IOC-Rausschmiss führen müsste?</li>
<li>Wird der Vorgang in der Einstellungsverfügung dokumentiert? (Eine meiner Quellen behauptet das. Ich weiß es allerdings nicht.)</li>
</ul>
<p>Wie sieht es also aus?</p>
<p>Zunächst einmal nimmt die FIFA <a title="live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: “Crisis? What is a crisis?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/">eine junge, unlängst von mir weltweit exklusiv begründete Tradition</a> auf und veröffentlicht ebenfalls die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/55/27/66/0100_001.pdf" target="_blank">Tagesordnung</a> der Sitzung des Exekutivkomitees (kommende Woche in Tokio).</p>
<p>Zugleich aber <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/news/newsid=1552775/index.html" target="_blank">teilt die FIFA mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter confirms ISL file will be published despite objection of involved party</strong></p>
<p>On 21 October 2011, FIFA President Joseph S. Blatter announced his commitment to publish the ISL-ISMM file after receiving the full backing to do so from the members of the FIFA Executive Committee. Today, the FIFA President confirms his determination to publish the file on the ISL-ISMM case despite the fact that legal measures have been taken by one of the parties involved.</p>
<p>These measures request another thorough legal analysis which<strong> will postpone the envisaged publication of the ISL file.</strong></p>
<p>Joseph S. Blatter stated today: “FIFA has been working intensively over the past few weeks with its lawyers and legal team to be able to publish the ISL file at the next meeting of the FIFA Executive Committee in Japan on 17 December 2011. It was my strong will to make the ISL file fully transparent at this meeting. I have now been advised that as a result of the objection of a third party to such transparency it will take more time to overcome the respective legal hurdles. This does not change my stance at all. I remain fully committed to publishing the files as soon as possible as an important part of my many reform plans for FIFA, which include handling the past as well as preparing the future structure of the organisation.”</p>
<p>The reform process has in any case already started and will continue with a view to presenting concrete measures at the 2012 FIFA Congress.</p></blockquote>
<p>Die Veröffentlichung, ein Kernthema der angeblichen Reformen, wird verschoben.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Wer Fragen haben sollte, wende sich bitte an jene Anwaltkanzleien, die in den schmutzigen Deal mit der Zuger Staatsanwaltschaft beteiligt waren (und bis heute sind), <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">als da wären</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Nobel &amp; Hug" href="http://www.nobel-hug.ch/" target="_blank">Nobel &amp; Hug, Rechtsanwälte</a></li>
<li><a title="Schweiger" href="http://www.schweigerlaw.ch/index3.asp" target="_blank">Schweiger, Advokatur Notariat</a></li>
<li><a title="Niedermann" href="http://www.niedermann.com/en/profile/" target="_blank">Niedermann, Rechtsanwälte</a></li>
</ul>
<p>Und nun zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge [<em>in den ich vor vielen Jahren mal große Hoffnungen gesetzt hatte, die fast alle enttäuscht worden sind, aber das ist mein Problem</em>].</p>
<p>Rogge wird in der Korruptionscausa ISL-Havelange-FIFA von Nachrichtenagenturen (die das Thema lange Jahre sträflich vernachlässigten und sich an der Aufklärung eigentlich kaum oder gar nicht beteiligt haben) so zitiert:</p>
<p>dpa:</p>
<blockquote><p>Der 95-Jährige sei jetzt «ein privater Bürger», erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge. Die IOC-Ethikkommission hatte wegen Korruptionsvorwürfen gegen Havelange ermittelt. Medienberichte, nach denen der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes durch seinen Rückzug einem wahrscheinlichen IOC-Ausschluss zuvorkam, wies Rogge als «pure Spekulation» zurück. «Für mich hat sein Rücktritt mit seiner Gesundheit und seinem Alter zu tun», meinte der Belgier.</p>
<p>Havelange soll in den Bestechungsskandal um die ehemalige Sportvermarktungsfirma ISL verwickelt gewesen sein, hat diese Vorwürfe aber stets bestritten. «Da Herr Havelange kein IOC-Mitglied mehr ist, wird es keine Ermittlungen mehr gegen ihn geben, denn er ist ein privater Bürger», sagte Rogge in einem Reuters-Interview und betonte, der Doyen des IOC habe aus gesundheitlichen Gründen die Ringe-Organisation verlassen. Havelange war seit 1963 im IOC und der letzte Funktionär mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.</p>
<p>«Havelange hat mir in einem Brief von Gesundheitsproblemen geschrieben, die ihn von Reisen abhalten», erklärte Rogge. Havelange drohte eine Suspendierung durch die IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag in Lausanne: «Pure Spekulationen kommentiere ich nicht», so Rogge, «Joao Havelange hatte schon einige Termine verpasst. Bei der IOC-Session in Durban fehlte er auch.»</p>
<p><em>Quelle: dpa via <a title="sueddeutsche.de" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em></p></blockquote>
<p>Reuters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Havelange sent me a letter saying that he had lately had health issues and that stopped him from travelling and he considered that due to his age and health it stopped him from travelling regularly,&#8221; Rogge told Reuters in an exclusive interview.</p>
<p>Asked whether his resignation two days before the IOC discussed the ethics commission report was an indirect admission of guilt by Havelange, Rogge said that was just speculation.</p>
<p>&#8220;I am not going to comment on what is purely speculation. Joao Havelange already had missed other meetings, in the (IOC) session (in July) he was not there either, he missed major meetings of FIFA.</p>
<p><em>Quelle: Reuters via <a title="Eurosport" href="http://asia.eurosport.com/olympicgames/london-2012/2012/ioc-cancel-probe_sto3054908/story.shtml" target="_blank">Eurosport</a></em></p></blockquote>
<p>Weitere Zitate spare ich mir. Vom he-said-she-said-&#8221;Journalismus&#8221; halte ich nichts.</p>
<p>Es ist einfach eklig. Es ist grauenvoll.</p>
<p>Oops. Da ist mir nun doch ein abwertender Begriff über die Tastatur gekommen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kontrastprogramm zur Blatter-FIFA-Propaganda powered by Bild: Andrew Jennings vor dem Europarat</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[europarat]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11357</guid>
		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings ZÜRICH. Wenn ich mir die Berichterstattung über ein so genanntes Interview des FIFA-Präsidenten in einem für mich irrelevanten, schmierig-verkommenen deutschen Boulevardblatt anschaue, fällt mir nichts mehr ein. Wie können so genannte Nachrichtenagenturen überhaupt aus diesem verruchten Blatt zitieren, das ist eine Frage, aber so funktioniert nun mal das verlogene [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<p>ZÜRICH. Wenn ich mir die Berichterstattung über ein so genanntes Interview des FIFA-Präsidenten in einem für mich irrelevanten, schmierig-verkommenen deutschen Boulevardblatt anschaue, fällt mir nichts mehr ein. Wie können so genannte Nachrichtenagenturen überhaupt aus diesem verruchten Blatt zitieren, das ist eine Frage, aber so funktioniert nun mal das verlogene Mediengeschäft, eine andere Frage lautet:</p>
<p>Merken die nicht, dass das nichts weiter ist als Blatter-Propaganda powered by Bild?</p>
<p>Sie merken es natürlich nicht.</p>
<p>In verschiedenen Redaktionen, die mich bereits kontaktierten, sind nun die politischen Ressorts ganz aufgeregt. Wie traurig. Aber so läuft das, sie springen ja immer im Kreis, wenn eine so genannte Nachrichtenagentur eine Bild-Geschichte promotet.</p>
<p>Ein Grund mehr, der Branche Adieu zu sagen. Unerträglich.</p>
<p>Aber zurück zum Thema: Joseph Blatter und seine Helfershelfer wollen mit diesem Beitrag natürlich nur von den wahren Problemen ablenken. Nichts sonst. Ich weiß nicht, ob eins der Themen (Frauen im Exko, Profischiedsrichter, Torkamera etc pp) neu ist. Eher nicht. Er hat alles schon teilweise vor ewigen Zeiten so gesagt &#8211; vor allem aber hätte er es bereits vor Jahrhunderten ändern können.</p>
<p>Aber so ein Plaudern verpflichtet zu nichts. Deshalb ja: Ablenkungsmanöver. &#8220;Revolutionäre Pläne&#8221;? Pure Propaganda.</p>
<p>Liebe Freunde, und das gilt auch für meine Freunde in der FIFA: Hier im Blog gibt es weiter das Kontrastprogramm, so wie es sich gehört.<span id="more-11357"></span></p>
<p>Die Havelange-Geschichte habe ich noch einmal für andere Medien aufgeschrieben und einige neue Nuancen beigetragen:</p>
<ul>
<li><strong>Spiegel Online</strong>: <a title="SpOn: Havelange-Rücktritt wird für Blatter zur Gefahr" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Havelange-Rücktritt wird für Blatter zur Gefahr</a></li>
<li><strong>Neue Zürcher Zeitung</strong>: <a title="NZZ: Der unrühmliche Abgang João Havelanges" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/der_unruehmliche_abgang_joao_havelanges_1.13529260.html" target="_blank">Der unrühmliche Abgang João Havelanges</a></li>
</ul>
<p>Wenn meine Infos stimmen, dann ist in Kürze Neues zu erwarten. Angeblich noch heute. Manche Leute sind ganz aufgeregt.</p>
<p>Derweil sitzt mein Kompagnon Andrew Jennings in Paris mit europäischen Parlamentariern zusammen und klärt sie über die FIFA-Strukturen auf. Unlängst hat Andrew Jennings ja einen Vortrag in Brasilia vor einem Senatsausschuss gehalten &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/  ">Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</a></li>
</ul>
<p>&#8230; jetzt gerade spricht er in Paris vor dem <a title="Europarat" href="http://assembly.coe.int/main.asp?Link=/committee/docref/cult_e.htm" target="_blank">Komitee für Kultur, Wissenschaft und Bildung des Europarats</a>, das sich heute u.a. mit dem Thema Korruption im Sport befasst.</p>
<p>Das Komitee hatte ihn vor einigen Wochen bereits um eine schriftliche Zuarbeit gebeten. Der Beitrag kann die jüngsten Entwicklungen natürlich noch nicht berücksichtigen, aber &#8211; voilà &#8211; hier ist der Jennings-Text:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA – Institutionally corrupt and incapable of reforming itself. How it happened &#8211; and what can be done.</strong></p>
<p><em>by Andrew Jennings</em></p>
<p>Who I am: I’m not a sports reporter. For the past 45 years I have specialised in investigating corruption and, in the last 2 decades, the major international sports federations. I write books (my investigation book on FIFA is in 16 languages), make investigative films for the BBC and other broadcasters, and write articles for press and magazines. I also contribute to academic journals, speak at academic conferences and conventions of forensic auditors, lawyers and the sports industry.</p>
<p>My previous longterm investigation, in the 1980s, was into Organised Crime in Sicily and London. This was perfect training for understanding the structures of the IOC, the IAAF and then FIFA.</p>
<p>Everything I write and broadcast is based on their internal, confidential documents. FIFA have threatened but never sued me.</p>
<p><strong>FIFA as Mafia:</strong></p>
<p>I have no hesitation characterising FIFA as an Organised Crime Syndicate. They tick all the boxes in the academic definition. FIFA has a supreme and unaccountable Boss of Bosses: President Joseph Blatter, operating the regime of industrial-scale corruption, the legacy of former President Joao Havelange.</p>
<p>Blatter was put in power in Paris in 1998 with the help of inducements by Havelange and massive bribes delivered by Mohammed Bin Hammam from Qatar, defeating the scrupulously honest Lennart Johansson. Deceitfully, Blatter charged CHF68,000 of his election expenses to FIFA, approving this expenditure retrospectively once elected. Bin Hammam paid the bribes again in 2002 and Blatter has never had to face a presidential vote since.</p>
<p>‘Don’ Blatter heads up six interlocking families. These are the continental confederations. Blatter has huge powers of patronage, based on the billions earned from the World Cup. He uses this to lubricate the affiliated 208 national associations. The grease is lightly audited multi-million dollar ‘development grants’ and access to immense quantities of World Cup tickets to sell for cash into the Black Market, frequently for secret tax-free profits.</p>
<p>The other essential element is the complicity of law enforcement and politicians. Apart from one dedicated Swiss Investigating Magistrate who has tried to unearth the grotesque corruption at FIFA, other police appeared intimidated by Blatter being entertained everywhere from the White House to Downing Street to the Elysée to the Kremlin. The corruption scandals have now encouraged prosecutors in three further countries to start digging.</p>
<p>These secret rewards help explain why our national associations practise Omerta. You rarely hear a word of criticism from their leaders. The ones who decline the grease are appointed to FIFA committees and ‘well-looked after’ with per diems and expenses. Any individual, club or federation that dares to take FIFA to court is suspended; our democratic institutions are off-limits in Herr Blatter’s world.</p>
<p><strong>FIFA Today:</strong></p>
<p>So: the world’s most popular sport is dominated by a tiny elite of unrepentant thieves, unaccountable because of the lack of scrutiny. Sadly, their money machine is covered by football reporters who have no training investigating corruption.</p>
<p>I have been banned from FIFA press conferences since April 2003 after I published a documented story disclosing that Blatter pays himself a secret six-figure annual bonus for ‘loyalty.’ Blatter announced the story was ‘fiction’ and promised to sue. He didn’t. Blatter refuses to reveal what he pays himself in salary, bonuses, housing and car allowances, expenses and other perks.</p>
<p><strong>Meet the Family of Football:</strong></p>
<p>After 36 years as an employee and later President, Blatter seems out of touch with the real world. Protected by his media minders he travels only by imperial private chartered jet, avoiding the fans that frequently boo him. This year of scandal has limited his red carpet options and he is reduced to photocalls in Burma, Zimbabwe and Azerbaijan where there are no risks of free media and sceptical reporters.</p>
<p>You will be aware that FIFA vice-president Jack Warner from Trinidad hurriedly resigned this year following revelations of his involvement in an attempt by Mohamed Bin Hammam in May to pay $1 million dollars in cash bribes to Caribbean officials to support him in the presidential election. Bin Hammam has been banned for life.</p>
<p>The initiative to expose these men was taken by American Chuck Blazer, also a member of FIFA’s executive committee.</p>
<p>For 21 years Mr Warner and Mr Blazer used their continental confederation spanning North and Central America and the micro states of the Caribbean as their private bank account, endlessly enriched with FIFA grants. Mr Blazer has long been both General Secretary and Treasurer of the confederation, defying all good governance practices. In July I published correspondence and bank records suggesting that Mr Blazer has been in receipt of large sums of FIFA money in his Cayman Islands private account. Sepp Blatter declines to investigate.</p>
<p>Blatter also refused to act when in 2006 Manhattan Judge Loretta Preska found for MasterCard against FIFA and stated: ‘Mr Blazer’s testimony was generally without credibility, based on his attitude and evasive answers on cross examination.’ She added: ‘Mr Blazer’s testimony is rejected as fabricated.’ FIFA settled the case, paying $90 million.</p>
<p>In mid-October it was revealed in Argentina that Julio Grondona, chair of FIFA’s Finance Committee, and his family and close aides control bank accounts in Switzerland containing around $120 million. Although the accounts have featured prominently in the Swiss media, Blatter has declined to refer Grondona to FIFA’s Ethics Committee. Police in Buenos Aires are on the case.</p>
<p><strong>The $100 million bribe scandal:</strong></p>
<p>Despite the current scandals that disfigure FIFA there is one long-running racket of epic proportions. In the 1970s marketing companies sought to unlock the value in sport. Joao Havelange was elected FIFA president in 1974 with the help of bribes paid by Horst Dassler of the Adidas company. Dassler set up a company named ISL to capture the TV and marketing rights for the Olympics, world athletics, UEFA and FIFA.</p>
<p>He was wildly successful. The most senior FIFA officials, primarily Havelange, received contract kickbacks. One ISL manager described them to me as ‘regular, like a salary.’ The value of World Cup TV rights soared in the middle 1990s and the IMG company sought to oust ISL.</p>
<p>I obtained the exchange of confidential letters between IMG and FIFA in 1995 and 1996 (I quote them extensively in my book FOUL! – Carton Rouge in France) that demonstrate the outrage of IMG as General Secretary Blatter used every device to favour ISL – who won.</p>
<p>The kickbacks soared but in early 2001, ISL was declared bankrupt. The liquidator discovered the list of bribes and extracted a modest secret settlement from unnamed FIFA officials. The money was paid into an account in February 2004, created by Blatter’s lawyer.</p>
<p><strong>Raid on FIFA House:</strong></p>
<p>Meanwhile Investigating Magistrate Thomas Hildbrand from the Canton of Zug began investigating. Blatter, in secret, tried to get Hildbrand removed. It didn’t work and on the morning of November 3, 2005 Hildbrand raided FIFA House and seized documents. FIFA refuse to discuss this embarrassment.</p>
<p>In March 2008 six executives from ISL went on trial in Zug, accused of trading while insolvent. There were two shocks during the trial. The first was the disclosure in the criminal indictment of the bribes paid from mid-1999, when the Prosecutor considered ISL to have been insolvent. Most of the 37 illicit payments were made to impenetrable Liechtenstein companies but two stood out: one was a total of $130,000 paid to Nicolas Leoz, a member of FIFA’s Executive Committee and still president of the Latin-American confederation. Blatter refuses to investigate.</p>
<p>On the second day Judge Siegwart asked the defendants, who got the money? They refused to say. Those of us in court were electrified when Judge Siegwart announced that the full total of bribes from 1989 until 2001 was around $100 million. That was widely published – but Blatter refuses to investigate.</p>
<p>Magistrate Hildbrand launched a second investigation into who took the bribes. This was completed in May 2010 and in a Swiss procedure, it was announced that an unknown number of FIFA officials would repay some of the money and make a donation to charity. This settlement would remain confidential</p>
<p><strong>Naming names:</strong></p>
<p>Blatter announced that he had been cleared of any wrongdoing and that he would make no further comment. FIFA refuses to disclose how this repayment has been recorded in their accounts. I continued my investigations for the BBC and obtained a list of 175 bribes paid since 1989 to sports officials, mostly at FIFA. The total was indeed $100 million.</p>
<p>We broadcast a BBC Panorama programme in November 2010, linking ISL payments of $9.5 million to a Liechtenstein company named Sanud to Brazilian FIFA executive committee member Ricardo Teixeira, the former son-in-law of Joao Havelange.</p>
<p>I also found a bribe of $1 million dollars direct to Havelange. In March 1997 ISL, by mistake, sent the $1 million to a FIFA account! The Finance Director took the payment notification to Blatter who ordered that the money be forwarded to Havelange – and tried, without success, to persuade the UBS bank to erase it from their records. I believe Havelange received a great deal more.</p>
<p>There were further payments of $600,000 to Nicolas Leoz and a payment of $30,000 to Issa Hayatou, a FIFA vice-president.</p>
<p>There were also payments to IAAF president Lamine Diack totalling $41,000, mostly in cash. Diack, Havelange and Hayatou are members of the IOC who launched an investigation. The BBC has put all these allegations to the men concerned and all have refused to comment. Blatter refuses to investigate.</p>
<p><strong>Unravelling the secret settlement:</strong></p>
<p>I continued my investigations and in May 2011 we broadcast another BBC Panorama which revealed some of the contents of the secret settlement of the Hildbrand investigation. Havelange and Teixeira had signed confessions that they received kickbacks and agreed to repay some money to FIFA. Blatter, for FIFA, had to admit that he knew about the bribes system. This report has remained confidential.</p>
<p><strong>Sunday Times Insight investigation:</strong></p>
<p>In the late Summer of 2010, as the vote at FIFA into who should stage the World Cups of 2018 and 2022 approached, the Insight team of the London Sunday Times set out to investigate if any of the 23 members of FIFA’s executive committee were open to selling their votes to bidding nations.</p>
<p>Using secret recording equipment Insight exposed FIFA executive committee members Amos Adamu from Nigeria and Reynald Temarri from Tahiti. They were suspended by FIFA.</p>
<p>The Insight team recorded secret interviews with football officials around the world. They heard astonishing allegations about endemic corruption at FIFA; in the secret ballot to host 2010, Morocco beat South Africa by two votes – this was suppressed; they talked about bribes paid in the past to host the World Cup – and clamed that bribes were being offered by the Qatar team bidding to host 2022.</p>
<p>Did Blatter investigate these very serious allegations? No, he instituted disciplinary processes and these men were suspended from world football. Their crime was talking. Omerta still rules.</p>
<p><strong>Buying the World Cup:</strong></p>
<p>German investigative reporters obtained documents showing that associates of the Germany bid paid bribes in 2000 to a number of FIFA executive committee members, including Worawi Makudi from Thailand, to defeat South Africa to host 2006. Blatter did not investigate. I featured this corruption in a BBC Panorama in 2007.</p>
<p>Following angry protests by South Africa, Blatter announced a new policy of rotating the World Cup between continents. South Africa won 2010 and Ricardo Teixeira was given his own World Cup in Brazil in 2014 to loot. That was the end of rotation.</p>
<p><strong>The old men get too greedy:</strong></p>
<p>The greed of the ageing members of FIFA’s executive committee precipitated this year’s stream of corruption allegations. The trigger was Blatter announcing that FIFA would simultaneously choose hosts for 2018 &#8211; and for distant 2022. No other sports organisation makes such decisions so far ahead. I have no doubt that this was so more bribes could be extracted, especially from petro-dollar rich states. (I am Scottish and did not support the England bid!)</p>
<p>You may be aware that there is great scepticism about the bizarre decision to award 2022 to Qatar. Evidence has become available that bribes were paid – specific amounts have been mentioned &#8211; and several members of the FIFA executive committee have been named. Unsurprisingly FIFA shows no interest in investigating. It is to be hoped the public authorities will pursue this betrayal of trust.</p>
<p>Once Blatter has been deposed, FIFA will have to revisit this decision. At that time we can hope that FIFA will cease making outrageous demands on governments for exemptions to tax and labour laws that breach EU law.</p>
<p><strong>FIFA General Secretary Jerome Valcke:</strong></p>
<p>In 2001, when employed by the French Vivendi company to conduct due diligence with a view to acquiring the assets of the bankrupt ISL company Mr Valcke appears to have stumbled over the massive bribes paid by the company. During negotiations with FIFA he received a letter from Blatter on April 30, 2001 in which the FIFA President wrote . . . “Threats were specifically directed against both FIFA and “certain gentlemen of FIFA.” And . . . “The position of FIFA in no way will ever be altered by any threats or attempts of blackmailing.” (I have this letter)</p>
<p>Vivendi withdrew but in June 2003 Blatter appointed Valcke as FIFA’s Director of Marketing. Valcke was fired in December after being accused of lying in the MasterCard trial in New York. In a press release (December 12, 2006) Blatter stated, ‘FIFA cannot possibly accept such conduct among its own employees.’</p>
<p>But it did. Six months later, in June 2007, Blatter appointed Valcke to the post of FIFA General Secretary. The sacking – and the reasons &#8211; are erased from Valcke’s official FIFA biography. Instead, it states that Valcke has had, ‘a brilliant career.’</p>
<p><strong>Keeping it in the Family:</strong></p>
<p>The FIFA Family delivers lucrative contracts to Blatter’s nephew Philippe Blatter, CEO of the Infront sports marketing company. When ISL collapsed, Infront occupied their suite of offices in Zug. Infront then acquired the valuable World Cup TV rights for Asia formerly held by ISL. Among their employees is at least one person involved in the Germany bribes in 2000 for 2006.</p>
<p>Philippe Blatter’s Infront company also has a stake in the MATCH company which has the Hospitality contracts for 2010 – 2022. Another shareholder in MATCH is the Dentsu company who were 49% shareholders in ISL throughout the years they paid the massive bribes.</p>
<p>MATCH is 85% owned by Jamie and Enrique Byrom. Their Byrom company were awarded contracts to manage all the ticket sales for the World Cup in Korea/Japan and again last year in South Africa. In Brazil they will be producing, selling and distributing the remaining 3.2 million tickets.</p>
<p><strong>Cleaning FIFA’s stables:</strong></p>
<p>FIFA’s Ethics and Disciplinary Committees are handpicked by Blatter. They are not allowed to launch investigations without permission from Blatter or Valcke. The Chair of the Ethics Committee is former Swiss footballer, now lawyer, Claudio Sulser. At a press conference late last year Mr Sulser refused to investigate the ISL bribery scandal asserting it is ‘historic.’</p>
<p>It is worth noting that in January this year Guenter Hirsch, a former president of Germany&#8217;s Federal Court of Justice, resigned from Sulser’s committee stating, ‘those responsible in FIFA have no real interest in playing an active role in the resolution, pursuance and prevention of violations of FIFA&#8217;s ethics code.&#8217;</p>
<p>On October 21, 2011, at a tightly controlled press conference (one question only, nothing permitted on ISL) Blatter uttered the usual platitudes about ‘Road Maps’ to reform and ‘Task Forces.’ Blatter will hand-pick these entities. The one on ‘Transparency and Compliance,’ is chaired by an official close to the corrupt Nicolas Leoz.</p>
<p>One of Blatter’s many delaying tactics is that decisions cannot be taken until the FIFA Congress in 2013. So FIFA will be its own investigator, judge and jury – one day.</p>
<p>Perhaps the most outrageous announcement concerned the Report of Magistrate Hildbrand. The Zug Prosecutor is prepared to disclose it to the media ‘because it is in the public interest’. Blatter is spending FIFA money on Zurich lawyers to fight for suppression. So too are Teixeira and Havelange. The BBC and Swiss media are pursing legal action through the courts. Our lawyers are adamant that in about 12 months time we will win at the Swiss Federal Court.</p>
<p>The report is about 40 pages in length. A copy resides in Blatter’s desk. He was not cleared – he had to admit that he knew money was diverted from FIFA in the form of kickbacks. Publication would immediately terminate his presidency.</p>
<p>Blatter now claims he wants to release the Report but insists, ‘This can only be done after a thorough legal analysis because of the complexity of the matter,’ adding ‘It will then be given to an independent body for further examination.’ One must ask, why doesn’t he just post it on the internet and let the world do the examining?</p>
<p><strong>The verdict of the IOC:</strong></p>
<p>The day after we meet in Paris the IOC is expected to publish its decisions (December 7/8) about the bribery rackets of Hayatou, Diack, Teixeira, Havelange – and possibly Blatter who handled his $1 million. President Jaques Rogge appears to realise that if the IOC’s reforms after the 1999 Salt Lake cash and sex for votes scandal are to be credible, he must be seen to act where Blatter will not.</p>
<p>[<em>Das ist nun überholt: <a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</a></em>]</p>
<p><strong>What can be done?</strong></p>
<p>Transparency International has a fine record that is blemished by its delusion that it is assisting Blatter reform FIFA. It has already been embarrassed by Blatter giving new business to his nephew and we must hope that wiser heads at TI will withdraw from this ‘consultation’ process before they become the subject of global ridicule and undermine their good work elsewhere.</p>
<p><strong>Come on, you politicians!</strong></p>
<p>Our politicians everywhere owe it to the fans to intervene and reclaim FIFA for the honest people of the world. The Swiss government has indicated it will act after the end of this year. Lawmakers could condemn FIFA for its rampant corruption and resistance to reform. They could also call on sponsors to live up to their claims of social responsibility and talk of turning off the money tap. That would send a shudder through FIFA. Emirates are showing the way.</p>
<p><strong>But there is a quick, cheap and easy answer. FIFA should be told to immediately put everything on line, just as our Governments do. Every set of minutes, every email, every expenses claim, the salaries of Blatter and his Directors, the honoraria and expenses paid to executive committee members. Committee meetings should be streamed and an independent Freedom of Information Officer appointed to enforce disclosure. The secret dirty dealings would end, proper scrutiny achieved for every fan.</strong></p>
<p>Freedom of Information exists in all EU states and many more worldwide. Blatter’s regime, having sacrificed any claim to respect and legitimacy, must become transparent.</p></blockquote>
<p>Im Vortrag wird Andrew Jennings auch eine Untersuchungskommission für die WM-Vergaben an Russland und Katar fordern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/kontrastprogramm-zur-blatter-fifa-propaganda-powered-by-bild-andrew-jennings-vor-dem-europarat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 21:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bbc]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[nicolas leoz]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[panorama]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2014]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11332</guid>
		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es seit einigen Tagen beschrieben, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<div id="attachment_11344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-11344" title="Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange." src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/e00213fa.m.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange.</p></div>
<p>Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es <a title="One year after: Wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">seit einigen Tagen beschrieben</a>, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der seit 1963 IOC-Mitglied ist.</p>
<p>Nein, natürlich nicht. Sie haben Havelange eine Goldene Brücke gebaut. Rücktritt statt Rausschmiss.</p>
<p>Der Fall ist spektakulär und wird Weiterungen haben.</p>
<p>Heute Nachmittag habe ich dazu einen Beitrag für den Deutschlandfunk produziert &#8211; noch unter Vorbehalt.</p>
<p>Kaum war der Beitrag zum Sender verschickt, kamen die Meldungen. Als erster war mein Freund Jamil Chade, Schweiz-Korrespondent der <strong>Estado de São Paulo</strong>, damit auf dem Markt:</p>
<ul>
<li><a title="estado de sao paulo" href="http://www.estadao.com.br/noticias/esportes,joao-havelange-pede-renuncia-do-coi-em-meio-a-denuncias-de-corrupcao,806609,0.htm" target="_blank">João Havelange pede renúncia do COI em meio a denúncias de corrupção</a></li>
</ul>
<p>Kurz darauf folgte AP:</p>
<ul>
<li><a title="AP" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5jjZCp96z25nwaNEe_z4tOw3knzwQ?docId=c4c090dd902745eb8f0399293c321b6c" target="_blank">Source: Havelange resigns from IOC</a></li>
</ul>
<p>Die Kurzfassung der Geschichte, über die ich seit Jahren berichte (<em>die Links am Ende des Beitrages liefern alle Informationen, bieten Dokumente und hunderte weitere Links</em>), lief wie gesagt im Deutschlandfunk und ist von der Realität in einem Punkt nun schon überholt. Sehr schön, eigentlich.<span id="more-11332"></span></p>
<p>Hören:</p>
<p><a title="dlf zu havelange" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3">:</a></p>
<p>Lesen:</p>
<blockquote><p>In der kommenden Woche trifft sich in Lausanne das IOC-Exekutivkomitee zur letzten Sitzung des Jahres. Mit großer Spannung wird die Pressekonferenz am Donnerstagabend erwartet, auf der IOC-Präsident Jacques Rogge das Urteil der Ethikkommission gegen drei Mitglieder bekanntgeben dürfte. Es geht um den ISL-Bestechungsskandal – und im Mittelpunkt der Anklage steht das dienstälteste IOC-Mitglied: der Brasilianer João Havelange.</p>
<p>João Havelange ist ein Jahrhundert-Sportfunktionär, und zwar im doppelten Sinne. Havelange, geboren 1913, nahm 1936 als Schwimmer an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil, 1952 noch einmal als Wasserballer. Havelange ist seit 1963 IOC-Mitglied und damit der Doyen des IOC. Er war von 1974 bis 1998 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA – und ist seither FIFA-Ehrenpräsident. Havelange zählt zu jenen Figuren, die das weltumspannende Bestechungssystem der einstigen Sportmarketing-Agentur ISL geprägt haben.</p>
<p>Und er hat selbst viele Millionen kassiert – meist über Tarnfirmen, eine davon, Renford Investments, unterhält er gemeinsam mit seinem einstigen Schwiegersohn Ricardo Teixeira. Teixeira gehört dem FIFA-Exekutivkomitee an, ist seit Ewigkeiten Präsident des brasilianischen Verbandes und auch Chef des WM-Organisationskomitees 2014.</p>
<p>Das ISL-Bestechungssystem ist kein Fall für den History Channel, sondern hochaktuell. Auch wenn der ISL-Konzern schon 2001 mit einem Milliardenloch pleite ging und die Aufarbeitung der kriminellen Aktivitäten nun schon ein Jahrzehnt andauert. Mit mehr als 140 Millionen Schweizer Franken hat die vom Deutschen Horst Dassler gegründete ISL-Gruppe einst hochrangige Sportfunktionäre im IOC, in der FIFA und etlichen anderen Weltverbänden geschmiert, um an milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen. Diese gerichtsfest dokumentierten 140 Millionen sind nur die Spitze des Eisberges.</p>
<p>Havelange, Teixeira und die FIFA haben im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug gezahlt, um im im Deal mit der Staatsanwaltschaft die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten. Da aber Journalisten auf Herausgabe dieser Einstellungsverfügung drängten und die Justiz dem Drängen bald nachgeben wird, gerieten die Korruptionsverheimlicher unter Druck. FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte an, das Papier Mitte Dezember zur nächsten Exekutivsitzung in Tokio zu veröffentlichen. Parallel aber hatte die IOC-Ethikkomission längst Ermittlungen gegen Havelange aufgenommen – und gegen zwei andere IOC-Mitglieder, die kleinere Summen erhalten haben: Lamine Diack aus dem Senegal, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und Issa Hayatou aus Kamerun, Afrikas Fußballchef und FIFA-Vizepräsident.</p>
<p>Was Havelange, Hayatou und Diack eint ist die unverbrüchliche Nähe zum Franzosen Jean-Marie Weber, jenem Mann, der über Jahrzehnte das ISL-Schmiergeld verteilt hat, meist in Bar. Weber feiert alljährlich im Mai mit Havelange dessen Geburtstag in Zürich. Weber arbeitet für Hayatous afrikanischen Verband CAF und für Diacks IAAF. Er taucht bei allen großen Sportterminen auf und ging bis vor kurzem auch im IOC-Hauptquartier ein und aus. Vor sechs Jahren hatte Blatters Anwalt für Weber einen weiteren Korruptionsverdunklungsvertrag geschlossen, um die Namen der bestochenen Funktionäre geheim zu halten. Dafür flossen 2,5 Millionen an den ISL-Konkursverwalter – wahrscheinlich haben Havelange und Teixeira bezahlt.</p>
<p>Nach Informationen des Deutschlandfunks wird das IOC Hayatou und Diack nun verwarnen. Gegen Havelange, der viele Millionen mit Teixeira und einmal 1,5 Millionen allein erhalten hat, soll der Ausschluss verfügt werden. Ein solches Votum wäre geradezu ungeheuerlich in dieser Branche. Zumal die Olympischen Sommerspiele 2016 im Joao-Havelange-Stadion in Rio de Janeiro eröffnet werden sollen, zur Feier des 100. Geburtstages von Havelange – so hatte es der damalige Staatspräsident Lula versprochen, als Rio vor zwei Jahren die Spiele erhielt.</p>
<p>Wie schon in anderen Fällen – etwa beim Mexikaner Ruben Acosta oder beim Koreaner Kim Un Yong oder kürzlich in der FIFA beim Vizepräsidenten Jack Warner – wird Havelange wohl eine goldene Brücke gebaut. Es wird erwartet, dass er seinen Rücktritt aus dem IOC bekannt gibt. IOC-Präsident Jacques Rogge wird dazu am Donnerstag in Lausanne Stellung beziehen.</p>
<div id="attachment_11069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-11069 " title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="400" height="42" /><p class="wp-caption-text">Auszug aus den Bestechungs-Unterlagen</p></div>
<p>Das entscheidende Dokument gegen Havelange ist eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken, die am 3. März 1997 irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete – und von dort auf sein Privatkonto weiter geleitet wurde. Ein dreiviertel Jahr zuvor hatte die FIFA die WM-Fernsehverträge <del>2006 und 2010</del> 2002 und 2006 unter dubiosen Umständen für 2,8 Milliarden Franken an die ISL-Gruppe und den Münchner Mogul Leo Kirch verkauft. Bei dieser Vergabe hat der damalige Generalsekretär Blatter ebenfalls eine zwielichtige Rolle gespielt. Blatter soll dann auch den Transfer der Havelange-Million angeordnet haben – was er stets bestritt.</p>
<p>Insofern könnte das Verdikt – oder der Deal: Rücktritt statt Rausschmiss – im Fall Havelange auch Folgen für Blatter haben. Denn der FIFA-Präsident ist selbst IOC-Mitglied – nun müsste eigentlich ein Verfahren gegen ihn eröffnet werden.</p></blockquote>
<p>Es bleibt spannend in diesem Krimi. Denn da Blatter sich von den alten Kameraden und Ganoven um Teixeira, Havelange, Grondona, Makudi und von anderen trennen will und sich allen Ernstes als Reformer der FIFA verkauft, sinnen die auf Rache. Die Folgen sind unabsehbar.</p>
<p>Oh Gott, was haben gerade englische Journalisten Andrew Jennings vor einem Jahr mit Spott und Hass überzogen, nach dieser neuerlichen BBC-Panaroma-Sendung zur FIFA und zum ISL-Bestechungssystem. &#8220;Ein Fall für den History Channel&#8221;, so lästerten nicht nur die englischen WM-Bewerber, auch Journalisten.</p>
<p>History Channel?</p>
<p>Ich sage es erneut: So ein Unsinn.</p>
<p>Das ISL-Korruptionssystem ist Gegenwart. Und Zukunft. Viele Figuren sind noch in Amt und Würden.</p>
<p><strong>Andrew Jennings</strong> hatte zum Wochenende dem Independent diesen Text angeboten, ich weiß nicht, ob der gedruckt wurde &#8211; in Teilen, dem Havelange-Rücktritt, sind auch diese Zeilen nun überholt:</p>
<blockquote><p><strong>Will IOC condemn FIFA corruption?</strong></p>
<p>Sepp Blatter’s tottering leadership of FIFA is likely to take another knock on Thursday evening when the International Olympic Committee announces its verdicts on the biggest corruption scandal to blight world sport.</p>
<p>For the past 11 months the IOC’s Ethics Commission has investigated allegations that senior FIFA officials – also IOC members &#8211; took kickbacks from a company awarded exclusive World Cup marketing contracts.</p>
<p>On Thursday afternoon in Lausanne IOC President Rogge and his 14-member Executive Board will go into camera to discuss the revelations in a BBC Panorama programme in November last year.</p>
<p>In the frame are former FIFA president Joao Havelange, current president Sepp Blatter and vice-president Issa Hayatou, boss of African football. Also accused is world athletics chief Lamine Diack who first denied taking $41,000, mostly in cash but has recently claimed the money was a gift when his house burned down.</p>
<p>After negotiating protection for their sources, BBC producers handed over a list of 175 bribes totalling an astonishing $100 million paid by the Swiss ISL marketing company. The identities of many recipients were hidden behind Liechtenstein front companies but occasionally officials took money direct. Issa Hayatou who heads African football and named for taking $30,000 in cash claims it was for his confederation’s 40th birthday party.</p>
<p>The IOC’s Ethics commission has eight members, four from outside the organisation. They initiate their own investigations and approached Panorama the day after transmission asking for the bribes evidence.</p>
<p>FIFA’s in-house ethics committee, appointed by Blatter and headed by former Swiss footballer Claudio Sulser, is only permitted to investigate issues chosen by Blatter or his general secretary Jerome Valcke. Last autumn Sulser dismissed the ISL bribes as ‘historic’ and snubbed suggestions they should be investigated.</p>
<p>Sulser looked away when two other members of FIFA’s ruling executive committee &#8211; not IOC members – were revealed taking ISL bribes. Paraguay’s Nicolas Leoz was accused in a Swiss court in 2008 and again in the Panorama file of taking $730,000.</p>
<p>Ricardo Teixeira from Brazil was accused by Panorama of pocketing $9.5 million. Again, Blatter refuses to act but Brazilian Federal police are investigating money-laundering and tax evasion and Teixeira is under pressure by the Brazilian government to quit as head of the 2014 World Cup organising committee.</p>
<p>Teixeira’s former father-in-law Joao Havelange, Blatter’s predecessor as FIFA president, is alleged to be the “JH” named in the list as taking 1.5 million Swiss francs on March 3, 1997 – worth about $1 million.</p>
<p>If Havelange is sanctioned then Blatter, also an IOC member, will be in jeopardy. An earlier Panorama programme in June 2006 revealed that this payment was sent by mistake to FIFA and that after Blatter forwarded it to a Havelange account he tried, unsuccessfully, to persuade FIFA’s bankers to erase the transaction. Blatter has refused to comment.</p>
<p>Sources at FIFA say that Blatter’s handling the Havelange bribe was probed by Swiss Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in his lengthy inquiry into FIFA and the ISL bribes. Last year Blatter and two other FIFA officials signed a confidential settlement with Hildbrand in which 5.5 million was repaid to FIFA. A Panorama programme in May this year claimed the other officials were Teixeira and Havelange.</p>
<p>The BBC and Swiss media are asking the courts to order publication of the settlement document. The public prosecutor is supporting disclosure stating it is in the public interest. Blatter, Teixeira and Havelange are objecting but are expected to lose in the Swiss federal court in 12 month’s time.</p>
<p>Blatter has had his own copy of the settlement since May last year and could publish at any time. But he prevaricates claiming that it is legally complex and must be examined by an ‘independent expert.’</p>
<p>A further mystery surrounds bribes to FIFA officials paid through various ISL slush funds. One named Sicuretta, managed by Swiss lawyer Guido Renggli (correct), handed more than £3 million in cash to ISL director Jean-Marie Weber, known as ‘The Bagman’ and a longtime friend of President Blatter.</p>
<p>Mr Ringgli declined to tell investigator Thomas Hildbrand who got this cash – but did mention that Mr Weber took him to the World Cup in France in 1998 and introduced him to Blatter. Weber says it is ‘a matter of honour’ not to reveal who he bribed.</p>
<p>The IOC has declared Weber persona non grata but he is still welcome at FIFA and Issa Hayatou has appointed him a consultant to the African Football Confederation.</p>
<p>Any IOC findings implicating FIFA officials in corruption will cast new doubt over the decisions to give the 2018 World Cup to Russia and the 2022 tournament to Qatar.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
			<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3" length="2360320" type="audio/mpeg" />
	</item>
		<item>
		<title>One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[alyos hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[peter hargitay]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11313</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Heute jährt sich zum ersten Mal die bizarre Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an zwei neureiche Powerholder des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, so ging das damals aus: 2018 FIFA World Cup™ Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes (as no [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>ZÜRICH. Heute jährt sich zum <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ersten</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Mal</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">die</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/">bizarre Vergabe</a> der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an <a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/">zwei neureiche Powerholder</a> des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, <a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/">so ging das damals aus:</a></p>
<blockquote><p><strong>2018 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1:</strong> England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes</p>
<p>(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)</p>
<p><strong>Round 2:</strong> Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)</p>
<p><img title="WM 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2018.gif" alt="" width="425" height="194" /></p>
<p><strong>2022 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1: </strong>Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)</p>
<p><strong>Round 2: </strong>Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)</p>
<p><strong>Round 3: </strong>Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)</p>
<p><strong>Round 4: </strong>Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)</p>
<p><img title="WM 2022" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2022.gif" alt="" width="425" height="260" /></p></blockquote>
<p>Der Status Quo ist 365 Tage später unverändert: Russland richtet die WM 2018 aus, Katar die WM 2022 &#8230;</p>
<p>&#8230; wenn nicht doch etwas dazwischen kommt.</p>
<p>Wenn nicht Korruption in großem Stil bewiesen werden kann &#8211; bisher ist das noch nicht der Fall.</p>
<p><strong>Diesen bitteren ersten Jahrestag nutze ich für eine kleine Analyse und als Auftakt zu einer Reihe von Hintergrundtexten und Kurzporträts zu den Personen und Geschäften des FIFA-Exekutivkomitees.</strong><span id="more-11313"></span></p>
<p>In den nächsten zwei Wochen wird viel passieren. In einer Woche beispielsweise wird sich das IOC endlich zur <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Bestechung</a> erklären (jedenfalls zu einigen Personen, die IOC-Mitglieder sind und kassiert haben, wie Havelange/FIFA und Hayatou/FIFA und auch Lamine Diack/IAAF). Eine Woche darauf trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Tokio, wo dann Blatter die ISL-Einstellungsverfügung veröffentlichen will. Dies sind die wichtigsten Termine, es gibt weitere hochinteressante, und es laufen Recherchen. Eins kann Mann schon mal sagen: <a title="&quot;&quot;The truth about FIFA corruption and Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Ricardo Teixeira</a>, der gerade als WM-Organisationschef 2014 die <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=ronaldo+teixeira&amp;source=newssearch&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fsport%2Fronaldo-wird-chef-der-wm-brasiliens-beckenbauer-steigt-gross-ein-1.1223375&amp;ei=NKjYTrmXG8bN4QT-xeGODg&amp;usg=AFQjCNFYqLPRa_f2-qbR8km6Ad4X7AzPTw&amp;sig2=6Fdwo8ZCAjLxFBQfXGA54A" target="_blank">Marionette Ronaldo</a> vorgeführt hat, klammert sich weiter an seine Posten als CBF-Präsident und FIFA-Exekutivmitglied, was nicht erfolgreich sein wird &#8211; seine Reise nach Tokio hat er, Stand heute, vorsorglich abgesagt.</p>
<p>Selten wurden die neuen Machtverhältnisse im Weltsport so manifestiert wie am Abend des 2. Dezember 2010. In der Züricher Messe griffen Russlands Präsident Wladimir Putin und Emir Hamad Al Thani von Katar nach dem faszinierendsten Goldpokal des Planeten. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA sprach unter dubiosen Umständen Russland die Weltmeisterschaft 2018 und Katar die WM 2022 zu. Begleitet war diese irreguläre WM-Vergabe von zahlreichen Korruptionsaffären in der FIFA. Darüber, mit wie vielen Millionen Euro die Öl- und Gasmilliardäre aus Russland und Katar die Stimmen der Exekutivmitglieder gekauft haben könnten, ranken sich seither die wildesten Gerüchte.</p>
<p>Es ist von mehreren Dutzend Millionen die Rede, die auf verschlungenen, professionellen Wegen quer über den Globus transferiert worden sein sollen.</p>
<p>Dutzende Millionen – pro Stimme.</p>
<p>Es war ein Abend, an dem sich den letzten Gutgläubigen die Verkommenheit dieses Gewerbes erschloss. Ein Jahr nach diesem Ereignis muss man allerdings sagen, dass außer zahlreichen Indizien keine gerichtsfesten Beweise vorliegen. Und es gibt in dieser Parallelgesellschaft keine Instanz, keine Kriminalbehörde, die ermitteln würde. Dafür fehlt es teilweise am rechtlichen Rahmen, den unzureichenden Antikorruptionsgesetzen, die einen Weltkonzern wie die FIFA kaum erfassen. Und es fehlt am politischen Willen etwa in jenen neun Nationen, die Russland und Katar unterlagen. Auf der anderen Seite weiß man seit langem, dass Russland und Katar Geheimdienstler und die teuersten Detekteien der Welt damit beauftragt haben, die Lage zu klären und gegebenenfalls Spuren zu verwischen.</p>
<p>Schon damals, am 2.Dezember 2010, galt das von Präsident Joseph Blatter geführte FIFA-Exekutivkomitee weltweit als Synonym für Korruption, als Musterbeispiel einer mafiosen Familie. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass mit dem Schweizer Korruptionsaufklärer Mark Pieth (Universität Basel) ein Experte für die Organisierte Kriminalität den Vorsitz im neuen Governance-Komitee der FIFAübernahm. Doch auch Pieth wird nicht aktiv ermitteln und kriminelle Umtriebe aufklären, wie er am Mittwoch in Zürich erklärte. „Die forensische Arbeit überlasse ich anderen“, sagte Pieth, er habe sich dafür entschieden, nach vorne zu blicken und die FIFA bei der Umstrukturierung in Compliance- und Transparenzfragen zu beraten.</p>
<p>Wer aber klärt dann Korruptionsvorgänge auf? Wer bringt Licht in das Dunkel der WM-Vergaben 2018 und 2022? Darauf wusste Pieth keine Antwort.</p>
<p>[<em>Ich habe vergangenen Mittwoch in Zürich noch ein kurzes Interview mit Mark Pieth geführt. Das reiche ich nach - wie auch eine erste Bewertung seines Papiers. Eine ziemlich gute Fernanalyse dazu habe ich in der taz von <strong>Markus Völker</strong> gelesen: <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/Good-Governance-bei-der-Fifa/!82837/" target="_blank">Ein Wächter für Sepp Blatter</a></em>]</p>
<ul>
<li>Das Pieth-Gutachten vom September: <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA &#8211; Concept Paper and Report</a></li>
</ul>
<p>So kommt es dieser Tage zu merkwürdigen Vorgängen. Da ermuntern ranghohe FIFA-Mitarbeiter Journalisten sogar, den Machenschaften der Ganoven im Exekutivkomitee nachzugehen: Den Geschäften des argentinischen Vizepräsidenten <a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Julio Grondona</a> etwa, der offenbar märchenhaft gefüllte Auslandskonten unterhält. Oder den Umtrieben des Brasilianers Ricardo Teixeira.</p>
<p>Joseph Blatter, gegen den durchaus Indizien vorliegen, kann und will nichts gegen Russland und Katar unternehmen. Es sind nur einzelne Stimmen, die eine WM-Überprüfung fordern. Zuletzt haben sich Australiens Verbandschef Frank Lowy und der englische Politiker Damian Collins geäußert. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Neuling im Exekutivkomitee, wurde mehrfach so zitiert, als wollte er die Katar-Frage aufklären. Es heißt, er werkle mächtig hinter den Kulissen. Doch unternimmt Zwanziger öffentlich brisante, einschneidende Vorstöße und drängt etwa entschieden auf eine Untersuchungskommission zu den WM-Vergaben?</p>
<p>Als Chef der Statutenkommission hat er Blatter kürzlich in Zürich ein Papier vorgestellt, in der unter anderem vorgesehen ist, die Stimmverhältnisse auf dem FIFA-Kongress den Mitgliedszahlen und Erfolgsstatistiken der 208 FIFA-Nationen anzupassen. Winzige Eilande wie Anguilla oder Neukaledonien sollen also künftig nicht mehr eine Stimme wie Deutschland oder Brasilien haben. Nur: Um dies durchzusetzen, bedarf es auf einem Kongress der Voten derjenigen, die sich damit selbst beschneiden müssten. Undenkbar, derzeit.</p>
<p>Im vergangenen Jahr hat sich das FIFA-Exekutivkomitee durchaus verändert &#8211; notgedrungen. Drei Mitglieder wurden wegen Korruption ausgeschlossen, Adamu (Nigeria), Temarii (Tahiti) und der Katari Mohamed Bin Hammam, der Einspruch erhebt vor dem Welt-Sportgerichtshof (CAS). Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad, ein notorischer Absahner, kam seinem Ausschluss durch einen Rücktritt zuvor. Sechs neue Mitglieder wurden in ihren Kontinentalverbänden gewählt. Ein Platz, der von Warner, muss noch neu besetzt werden.</p>
<p>Und der personelle Umbruch hat gerade erst begonnen. Die Abschiede von Grondona und Teixeira, Worawi Makudi (Thailand), Nicolas Leoz (Paraguay), Chuck Blazer (USA) und Issa Hayatou (Kamerun) stehen bevor. Teixeira, Leoz und Hayatou stehen auch im Fokus des ISL-Korruptionsskandals. Die FIFA hat hier zur nächsten Sitzung in zwei Wochen in Tokio die Veröffentlichung eines Dokumentes versprochen, in dem neben Teixeira auch dessen ehemaliger Schwiegervater Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, als Schmiergeldempfänger genannt wird – was Journalisten bereits recherchiert hatten.</p>
<p>FIFA-Ehrenpräsident Havelange ist zugleich dienstältestes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Nun mehren sich die Informationen aus eigentlich zuverlässigen Quellen, dass das IOC-Exekutivkomitee in einer Woche in Lausanne der Empfehlung seiner Ethikkommission folgen und Havelange ausschließen könnte.</p>
<p>[<em>Havelange-Rausschmiss aus dem IOC? Ich kann es immer noch nicht glauben. Doch die Leute, die mir das erzählen, sind nicht blöd und sehr nah dran.</em>]</p>
<p>Mal davon abgesehen, dass die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro zum hundertsten Geburtstag Havelanges im Joao-Havelange-Stadion ausgetragen werden sollen – diese rigorose Bestrafung könnte ein Erdbeben in der Szene auslösen. Es heißt, die Fraktion um Havelange, Warner, Bin Hammam, Grondona und andere plane einen Vergeltungsschlag gegen Blatter.</p>
<p>Der Plot hat das Zeug zu einem Thriller, einem Bestseller: Hier Blatter, einer der Architekten des Korruptionssystems, der plötzlich den Aufklärer gibt und allen Ernstes als Reformpräsident in die Geschichte eingehen will – dort eine Bande verantwortungsloser Ganoven. In dieser Konstellation liegt auch ein Schlüssel dafür, endlich die WM-Vergaben an Russland und Katar aufzuklären.</p>
<p>Insider meinen, in den PR-Aktionen der FIFA auch die Handschrift von Peter Hargitay zu erkennen, der lange Jahre Blatters persönlicher Berater war, der bis vor einem Jahr für die australische WM-Bewerbung werkelte. Hargitay zählt zu den wenigen in der Szene, die direkten Zugang zu Blatter haben, was vielen in der FIFA-Administration nicht gefällt. Hargitay taucht auf FIFA-Pressekonferenzen auf und versucht, Journalisten zu instruieren. Auf Anfrage behauptet er allerdings, nicht vertraglich gebunden zu sein.</p>
<p>Auf einem etwas anderen Niveau ist der Schweizer Aloys Hirzel tätig. Hirzel, PR-Guru seines Landes, geht derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, sagt er. In der FIFA erfährt man, dass Hirzel auf politischem Parkett tätig sei und etwa das Lobbytreffen des FIFA-Präsidenten kommende Woche in Bern mit den Abgeordneten des Nationalrats maßgeblich vorbereite. Auch dort will Blatter sich als Reformer verkaufen. Eine Studie des Schweizer Sportministeriums zu Korruption in der FIFA und möglichen Gesetzesänderungen wurde bereits erfolgreich verzögert. Statt Ende 2011 soll das Papier nun erst Ende 2012 vorgelegt werden. Zum zweiten Jahrestag der WM-Vergabe.</p>
<p>Hirzel übrigens, das mag unerheblich sein (oder auch nicht, weil es die Branche gut beschreibt), war mit seinen Dienstleistungen ebenfalls in den Bewerbungsfeldzug der Kataris für die WM 2022 eingebunden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (65): BT-Grüßausschuss, PR-Ergüsse von Sepp Hosni Ben Ali Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fas]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[novospo]]></category>
		<category><![CDATA[pr-gewäsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[faz]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[michael reinsch]]></category>
		<category><![CDATA[robert kempe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11248</guid>
		<description><![CDATA[Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der Sportausschuss des Bundestages noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor? Sportgespräch des Deutschlandfunks, von Grit Hartmann und Robert Kempe. : Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der <a title="alle Beiträge zum BT-Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Sportausschuss des Bundestages</a> noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor?</p>
<p>Sportgespräch des <strong>Deutschlandfunks</strong>, von Grit Hartmann und Robert Kempe.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" target="_self">:</a></p>
<blockquote><p>Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit auf, und auch die, die da waren, waren nicht immer auf Ballhöhe, was sich dann an Fragen von großer Ahnungslosigkeit offenbarte. Insofern war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie mit dieser Selbstentblößung Schluss machen wollten, die Mitglieder des Ausschusses.</p>
<p><em>Michael Reinsch, FAZ</em></p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag, 12.52 Uhr:</strong> Jetzt auch <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1608872/" target="_blank">als Text online</a>.</p>
<p>Einige Zitate. Zunächst erneut Michael Reinsch, weil er mich mit seinen Beispielen an einige Sitzungen erinnert, die ich auch erlebt und protokolliert habe:</p>
<blockquote><p>Ich werde nie vergessen &#8211; in öffentlicher Sitzung &#8211; den Auftritt des Generaldirektors Michael Vesper, der, von den Abgeordneten gebeten, die Zielvereinbarungen, die der DOSB mit seinen Fachverbänden abschließt, offen zu legen, sich geweigert hat. Und tatsächlich verlangte, dass diese Vereinbarungen, in denen also abgemacht wird, was so ein Verband sich vornimmt für die nächsten Olympischen Spiele und was er dafür für Unterstützung erhält, dass so etwas die Sportorganisationen wie ein Staatsgeheimnis behandelt wissen wollen. Und die Abgeordneten haben das so hingenommen. Der Sportausschuss hätte da natürlich eine Kraftprobe daraus machen können. Aber wenn man keine Kraft hat, lässt man es auch auf eine Probe nicht ankommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich denke mal, Michael Reinsch hat diese Sitzung gemeint:</p>
<ul>
<li><a title="Notizen vom Sportausschuss (5) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln</a></li>
</ul>
<p>Ich empfehle wirklich, diese zweidreiviertel Jahre alten Notizen zu überfliegen, sich aber die Aussagen (soweit sie in verständlichem Deutsch formuliert wurden) von Klaus Riegert (CDU) etwas gründlicher anzusehen. Da wird dann schon eine große Leere deutlich. Kein Wunder, dass dieser Mann die Öffentlichkeit ausgeschlossen hat &#8211; und im Deutschlandfunk <span style="text-decoration: line-through;">nun tönt</span> irrlichtert:<span id="more-11248"></span></p>
<blockquote><p>Ich hab darauf hingewiesen, dass es bestimmte Veröffentlichungen gibt &#8211; nicht die Öffentlichkeit im Sportausschuss, sondern bestimmte Veröffentlichungen -, die man mal in der Sprache und im Inhalt nachlesen muss und in den Bewertungen.</p>
<p>Das können Sie sich selber &#8211; Sie werden ja eh das dann wieder kommentieren und hin und her auslegen, wie Sie wollen. Ich bleibe dabei, es gibt öffentliche Szenarien, die man einfach mal in der Sprache, darauf habe ich hingewiesen, von der Sprache her nachprüfen muss. Und da bin ich ganz deutlich der Meinung, die zielen nicht darauf hin, Parlamentarismus zu stärken, sondern ihn zu untergraben. Da können Sie in bestimmten Foren einmal selber nachlesen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man muss das wirklich endlich mal von der Sprache her nachprüfen, ob so ein Blog, äh, bestimmte Foren, den Parlamentarismus untergraben will oder öffentliche Szenarien, äh, wollen und überhaupt.</p>
<p>Das können sie <a title="Beiträge zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">selber nachlesen</a>, empfiehlt der Herr Abgeordnete Riegert.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Um Sprache geht es auch beim zweiten Thema meiner kleinen Medienauslese:</p>
<p>Die PR-Kampagne des FIFA-Präsidenten Sepp Hosni Ben Ali Blatter ist ja nun ziemlich verreckt, wie man vergangene Woche unschwer an <a title="google search: Blatter, racism" href="http://news.google.de/news/more?hl=en&amp;gl=de&amp;q=blatter+racism&amp;gs_upl=1835118l1838380l0l1838938l14l14l0l9l9l0l142l322l3.1l4l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=dc_QChNQSBFmhOMewQebfOHdMjiJM&amp;ei=xhrKTra1AY6WOoufrcQP&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=2&amp;ved=0CDYQqgIwAQ" target="_blank">Schlagzeilen in aller Welt</a> nachlesen konnte. Sepp kämpft also <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544102/index.html" target="_blank">&#8220;aktiv gegen Rassismus&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li><a title="Sepp Blatter with black people" href="http://seppblatterwithblackpeople.wordpress.com/" target="_blank">Seppblatterwithblackpeople.wordpress.com</a> (<em>via Indirekter Freistoß</em>)</li>
</ul>
<p>Ein weiterer Round Table mit ausgewählten Journalisten, der für vergangenen Freitag angesetzt war, wurde deshalb kurzfristig abgesagt. Sepp gibt aber weiter Interviews, in denen er ungehindert die Wahrheit beugen, seine Welt schönen kann und/oder seine Dialoge mit Gott wiedergeben kann, wie etwa in der <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544902/index.html?cid=twitter_president" target="_blank">Aargauer Zeitung</a>, in der BBC, gestern in der <strong>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</strong> &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/joseph-blatter-im-gespraech-ich-werde-mich-selbst-durchleuchten-lassen-11534877.html  " target="_blank"><strong>&#8220;Ich werde mich selbst durchleuchten lassen&#8221;</strong></a></li>
</ul>
<p>&#8230; und morgen gewiss anderswo.</p>
<p>Womit will Blatter sich eigentlich durchleuchten lassen?</p>
<p>Mit einem Nacktscanner?</p>
<p>[<em>Hinweis an Sepp: Zu viele Röntgenstrahlen sind der Gesundheit abträglich.</em>]</p>
<p>Es handelt sich bei derlei Veröffentlichungen meist um weitgehend keimfreie FIFA-PR: <em>&#8220;Ich, Sepp, räume jetzt aber auf! Ich hätte schon viel früher aufgeräumt, aber ich muss leider, leider, leider mit denen arbeiten, die mir im demokratischen FIFA-Gebilde an die Seite gestellt werden :(&#8220;</em></p>
<p>Die FIFA-Propagandisten verkaufen das FAS-Gespräch sogar auf der eigenen Webseite:</p>
<ul>
<li><a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1545309/index.html" target="_blank">Blatter: Football has a very positive image</a></li>
<li><a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544942/index.html" target="_self">Blatter: Der Fußball hat ein sehr positives Image</a></li>
</ul>
<p>Blatter wolle sich ethisch durchleuchten lassen, behauptet also die FAS.</p>
<p>So ein Unsinn.</p>
<p>Blatter ist längst durchleuchtet worden. Und sollte auch weiter durchleuchtet werden. Nein, eher nicht von <a title="Korruptionsskandal in Wahlkampfzeiten" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1458829/" target="_self">Interpol</a>, <span style="text-decoration: line-through;">die hat er ja gerade mit 20 Millionen bestochen</span> denen hat er ja gerade 20 Millionen &#8220;gespendet&#8221;.</p>
<p>Sepp Blatter ist das Oberhaupt einer mafios strukturierten Familie.</p>
<p>Blatter zu durchleuchten, das war und ist und wird bleiben: die Aufgabe von Journalisten.</p>
<p>[<em>Wogegen eine Darstellerin von Transparency International, einst eine angesehene NGO, deren Mitglied ich immer noch bin, nicht als Aufklärerin, sondern - gemäß Blatter - als Beraterin des FIFA-Präsidenten agiert. Oh Gott, wie schlimm ist es bestellt.</em>]</p>
<p>Richtig ärgerlich wird es, wenn man sich anschaut, wie die FAS dieses PR-Stück verkauft, was Nachrichtenagenturen daraus machen und wie das dann im medialen Kreislauf verwertet wird <a title="google news" href="http://news.google.de/news/more?hl=de&amp;gl=de&amp;q=blatter+fifa&amp;gs_upl=2231l3900l0l4019l12l10l0l7l7l0l124l291l2.1l3l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=d2nl3U1z-tN9FCMPUo616aFQUXgXM&amp;ei=ihPKTpL-OYXc8gP-z4RZ&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=1&amp;ved=0CDEQqgIwAA" target="_blank">(simple Google-News-Suche)</a>.</p>
<p>Da heißt es dann eben:</p>
<ul>
<li>&#8230; Blatter wolle sich selbst ethisch durchleuchten lassen &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter gebe persönliche Fehler zu &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter will Exekutive entmachten &#8230;</li>
</ul>
<p>oder:</p>
<ul>
<li>&#8220;Blatters Dilemma: Zwischen FIFA-Reform und Skepsis&#8221;</li>
</ul>
<p>So ein Nonsens. Mediales Versagen.</p>
<p>Blatter gibt Fehler zu?</p>
<p>Lächerlich.</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p><strong>In einer Kolumne im Internet haben Sie aber schon geschrieben: Es sind schreckliche Fehler gemacht worden. Von Ihnen?</strong></p>
<p>Es ist so: Wer viel arbeitet, macht ab und zu Fehler. Eines aber würde ich nie mehr machen: dass die Exekutive zwei Weltmeisterschaften gleichzeitig vergibt. Da muss es ja zu Interessenskonflikten kommen, denn es konnte jeder mitstimmen, auch wenn sein eigenes Land Kandidat war. Das war ein Fehler.</p>
<p><strong>Ein persönlicher Fehler?</strong></p>
<p>Ja, auch.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Auch!</p>
<p>Blatter will sich &#8220;durchleuchten&#8221; lassen?</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Unter anderem werden diese Leute die neuen Exekutivmitglieder ethisch und moralisch durchleuchten. Die Fifa wird ein Leumundszeugnis verlangen.</p>
<p><strong>Und die alten Mitglieder?</strong></p>
<p>Das ist eine juristische Frage. Aber ich bin überzeugt, dass sich alle Mitglieder einer solchen Überprüfung stellen werden.</p>
<p><strong>Und Sie selbst?</strong></p>
<p>Ja sicher.</p>
<p><strong>Wann?</strong></p>
<p>Im ersten Quartal des nächsten Jahres.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Sicher! Im ersten Quartal des nächsten Jahres!</p>
<p>Noch einmal: Journalisten sind dazu da, Blatter und seine Kumpane zu durchleuchten, aber es gehört nicht zur Aufgabe von Journalisten, seine Wahrheitsbeugungen und die Ergüsse seiner Spin Doktoren nahezu ungebrochen zu verbreiten.</p>
<p>Btw, ich weiß, dass Blatters neue Berater (die fürstlich entlohnten Herren de Gregorio, Fisa, Alexander) noch nicht ganz auf der Höhe des Geschehens sind, dazu fehlen ihnen einfach zu viele Hintergründe. Aber vielleicht könnten sie Ihrem Chef &#8211; ich habe das gelegentlich schon von deren Vorgängern erbeten &#8211; mal sagen, dass er weniger Unsinn erzählen soll.</p>
<p>Zum Beispiel erklärt er:</p>
<blockquote><p>Diejenigen, die mich jagen und sagen, Sepp Blatter steht auf der [<em>ISL-</em>]Liste, irren sich.</p></blockquote>
<p>Sepp, mein Freund, das hat doch gar niemand behauptet. Es geht aber, zum Beispiel, darum, ob der einstige FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter jene 1,5 Millionen, die für den damaligen Präsidenten Havelange bestimmt waren, aber versehentlich auf einem FIFA-Konto ankamen, auf Havelanges Konto transferiert hat.</p>
<p>Ganz davon abgesehen, dass Sepp Blatter stets eine zentrale Rolle im von seinem alten Kumpel Horst Dassler, der ihn auch in der FIFA installierte, begründeten ISL-Korruptionssystem gespielt hat. Ganz davon abgesehen, dass Sepp sich vom Emir von Katar und von Mohamed Bin Hammam 1998 und 2002 inthronisieren ließ. Ganz davon abgesehen &#8230;</p>
<p>&#8230; aber ich will nicht die gesamte Korruptionsgeschichte der FIFA ausbreiten.</p>
<p>Übrigens: <a title="transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org/Secret_KPMG_letters_reveal_FIFA_rackets/secret_kpmg_letters_reveal_fifa_rackets.html" target="_blank">Andrew Jennings hat wieder publiziert</a>, basierend auf langjähriger, hartnäckiger Recherche und auf Dokumenten.</p>
<p>Ganz ohne Körperscanner.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
			<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" length="12753408" type="audio/mpeg" />
	</item>
		<item>
		<title>Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona: woher kommen mehr als 100 Millionen Dollar auf seinen Auslandskonten?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 15:19:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[conmebol]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[geldwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[roland büchel]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[steuerhinterziehung]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[eduardo de luca]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[liliana grondona]]></category>
		<category><![CDATA[schwarzgeld]]></category>
		<category><![CDATA[traffic]]></category>
		<category><![CDATA[wirtschaftskriminalität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11210</guid>
		<description><![CDATA[Das ist eines meiner Lieblingsbilder. Ich habe es im Frühsommer 2007 in Zürich aufgenommen, als es Sepp und Don Julio noch besser ging. Mittlerweile haben sie weniger zu lachen, der FIFA-Präsident und sein Senior Vice President und Chef der FIFA-Finanzkommission, Don Julio Humberto Grondona. Die unfassbaren Details über Grondonas Auslandskonten, die seit einigen Wochen in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>Das ist eines meiner Lieblingsbilder. Ich habe es im Frühsommer 2007 in Zürich aufgenommen, als es Sepp und Don Julio noch besser ging.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7526" title="FIFA-Präsident Joseph Blatter, FIFA Senior Vice President Don Julio Grondona" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/03/sepp-don-web.jpg" alt="" width="530" /></p>
<p>Mittlerweile haben sie weniger zu lachen, der FIFA-Präsident und sein<strong> Senior Vice President und Chef der FIFA-Finanzkommission, <a title="alle Beiträge von und mit Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/category/julio-humberto-grondona/" target="_self">Don Julio Humberto Grondona</a></strong>. Die unfassbaren Details über Grondonas Auslandskonten, die seit einigen Wochen in argentinischen Medien verhandelt werden, sind gewiss nur die Spitze des Eisberges. Es geht um Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und derlei Vergehen &#8211; um Korruption natürlich auch.</p>
<p><strong>Aktenzeichen C 28.078/2011</strong>.</p>
<p>Nach meiner Rechnung, mit einigen Unbekannten und Unsicherheiten, reden wir über <strong>mehr als 100 Millionen Dollar</strong>, die der Grondona-Clan im Ausland geparkt hat. Und das sind nur die Konten, deren Salden wir nun kennen (komplette Kontoauszüge mit Absendern und Zahlungsgründen kennen wir nicht). Wir ahnen, dass Grondona viele andere Konten hat, zum Beispiel in Steueroasen in der Karibik, manche Details sind in den vergangenen Jahren im Laufe anderer Affären ansatzweise publik geworden.</p>
<p>Noch einmal: Julio Grondona (wer mehr <a title="Don Julio verpflichtet Maradona" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/29/don-julio-verpflichtet-maradona/" target="_self">zu seiner Vita</a> lesen will, lese zum Beispiel, <a title="Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/image/PTG2011/Presentation/Ezequiel_Fernandez_Moores.pdf" target="_blank">Ezequiel Fernández Moores)</a> ist nicht irgendein FIFA-Funktionär:</p>
<ul>
<li>er ist Blatters Stellvertreter als Senior Vice President</li>
<li>er ist Chef der FIFA-Finanzkommission (durchsetzt mit Gaunern, aber die Zusammensetzung der Kommissionen ist mal eine andere Geschichte)</li>
<li>er <a title="&quot;Will Sepp Blatter flee with FIFA's billions?&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/will-sepp-blatter-flee-with-fifa%e2%80%99s-billions/" target="_self">ist zeichnungsberechtigt für die FIFA</a></li>
<li>er ist die Nummer zwei des Weltfußballs und besetzt Schlüsselpositionen</li>
</ul>
<p>Und das ist (ein Teil) der Auslandskonten, die er mit seinem Buddy Eduardo de Luca (Generalsekretär des CONMEBOL aus Paraguay) und seinen Kindern Liliana und Humberto unterhält:<span id="more-11210"></span></p>
<div id="attachment_11211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona.png"><img class="size-large wp-image-11211 " title="Auslandskonten des Grondona-Clans" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona-597x1024.png" alt="" width="478" height="819" /></a><p class="wp-caption-text">Auslandskonten des Grondona-Clans</p></div>
<p>Bleiben wir künftig in der Währung, in der die Grondona-Konten öffentlich verhandelt werden, in US-Dollar.</p>
<p>Demnach ergibt sich folgende Übersicht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11215" title="summary Grondona Konten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/summary-accounts.png" alt="" width="399" height="103" /></p>
<p>Hier sind die entsprechenden Belege, es darf sich jeder bedienen <em>(und mir bei der Analyse helfen, darauf komme ich gleich zurück)</em>:</p>
<p class="clearfix">
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-1.png"><img class="size-thumbnail wp-image-11220 alignnone" title="grondona-accounts-1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-1-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-2.png"><img class="size-thumbnail wp-image-11221 alignnone" title="grondona-accounts-2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-2-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-3.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11222" title="grondona-accounts-3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-3-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-4.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11223" title="grondona-accounts-4" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-4-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-5.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11224" title="grondona-accounts-5" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-5-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-6.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11225" title="grondona-accounts-6" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-6-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-7.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11226" title="grondona-accounts-7" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-7-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-8.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11227" title="grondona-accounts-8" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-8-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-9.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11228" title="grondona-accounts-9" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-9-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-10.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11229" title="grondona-accounts-10" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-10-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11230" title="grondona-accounts-11" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/grondona-accounts-11-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>
</p>
<p><strong>Woher kommt das Geld?</strong></p>
<p>Man weiß es nicht.</p>
<ul>
<li>Wer hat wofür überwiesen?</li>
<li>Die Korruptionsagentur ISL/ISMM? Mindestens zwei Konten bestanden schon in den neunziger Jahren.</li>
<li>Die FIFA?</li>
<li>Russland 2018?</li>
<li>Katar 2022?</li>
</ul>
<p>Das sind so Fragen. Wichtige Fragen.</p>
<p>Andere lauten:</p>
<ul>
<li>Warum unternimmt die FIFA nichts gegen Grondona?</li>
<li>Warum &#8220;ermittelt&#8221; keine Ethikkommission?</li>
<li>Warum ist Grondona noch auf freiem Fuß?</li>
<li>Warum lassen Blatter, Don Julio &amp; Co weiter jegliche Transparenz vermissen?</li>
</ul>
<p><strong>Argentiniens Justiz hat einige Fragen. Rechtshilfeersuchen (letters rogatory) an die Schweiz, Liechtenstein, USA u.a. sind auf den Weg gebracht. Das Financial Information Unit des Justizministeriums <a title="UIF Argentina" href="http://www.uif.gov.ar/uif/index.php/en/" target="_blank">(Unidad de Informacion Financiera)</a>, das u.a. auf Geldwäsche spezialisiert ist, hat sich ebenfalls Don Julio angenommen.</strong></p>
<p>Hier sind die entsprechenden, bislang wohl unveröffentlichten Briefwechsel der Behörden &#8211; im spanischen Original und jeweils einer englischen Übersetzung &#8211; soweit ich sie bisher bekommen konnte.</p>
<ul>
<li>Aufs Bild <a title="letters Prosecutor Argentina" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf" target="_blank">oder hier klicken</a> und es erscheint eine pdf-Datei von 18 Seiten (5,5 MB)</li>
</ul>
<p>Es darf sich jeder bedienen <em>(Hinweise sind willkommen, ich komme gleich darauf zurück)</em>:</p>
<div id="attachment_11233" class="wp-caption aligncenter" style="width: 539px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/Don-Julio.pdf"><img class="size-full wp-image-11233 " title="Argentina, Crime, Don Julio, Prosecutor" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/viviana.png" alt="" width="529" height="364" /></a><p class="wp-caption-text">Schreiben von Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein</p></div>
<p>Ich habe die Geschichte &#8211; in extremer Kurzfassung &#8211; für den <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1604684/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> und für einige Zeitungen, beispielsweise die <a title="FIFA-Vize unter Korruptionsverdacht" href="http://www.ftd.de/sport/:weltfussballverband-fifa-vize-unter-korruptionsverdacht/60129257.html" target="_blank">Financial Times</a>, produziert.</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/12/dlf_20111112_1924_ef9f09f0.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Hier der Rohtext für die Zeitungen, er gibt allerdings nicht mehr als einen groben Überblick:</p>
<blockquote><p>Zu jenen Funktionären des Fußball-Weltverbandes FIFA, die sich <a title="&quot;Die Institution FIFA ist nicht korrupt!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">vor drei Wochen in Zürich ein so genanntes Reformpaket verordnet haben</a>, zählte auch der Argentinier Julio Humberto Grondona. Die 80-jährige Skandalnudel mit Nähe zur organisierten Kriminalität fungiert als Erster FIFA-Vizepräsident und als Chef der Finanzkommission. Grondona ist zeichnungsberechtigt für die milliardenschweren FIFA-Konten, schon das muss alarmieren. Denn seit Monaten steht er in seiner Heimat Argentinien einmal mehr wegen dunkler Geschäfte im Fokus. Auslandskonten, die mit 72 Millionen US-Dollar und Schweizer Franken prall gefüllt sind, wurden bereits dokumentiert. Die Strafsache 228078/2011 spitzt sich weiter zu und entwickelt sich zu einem internationalen Krimi.</p>
<p>Vor zwei Wochen hat Staatsanwältin Viviana Beatriz Fein Rechtshilfeersuchen beantragt, um ein Dutzend von Grondonas Schwarzkonten aufzuklären: Die 72 Millionen lagern vor allem in der Schweiz, auch in Liechtenstein, Spanien und den USA. Schon heißt es, es seien sogar 106 Millionen Dollar nachzuweisen. Dabei wird es nicht bleiben. Grondona steht zudem in Verdacht, Schmiergelder in märchenhafter Höhe von den WM-Ausrichtern Russland (2018) und Katar (2922) kassiert zu haben. Die staatliche Behörde für Finanzverbrechen (UIF) ist eingeschaltet. Es geht um Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Korruption, schweren Betrug und andere Delikte. Es wird diskutiert, die Steuerunterlagen und sämtliche Geschäftsdaten Grondonas aus den vergangenen zehn Jahren einzuziehen. Und was unternimmt die FIFA angesichts der Vorwürfe gegen ihren Finanzchef? Nichts. Natürlich nicht.</p>
<p>„Grondona ist nicht irgendeiner, der irgendwie ein bisschen korrupt ist. Grondona ist der ErsteVizepräsident und Finanzchef der FIFA und damit die Nummer zwei des Weltfußballs“, sagt der Schweizer Nationalrat Roland Büchel (SVP), der sich seit langem um Korruptionsaufklärung in der FIFA bemüht.</p>
<p><strong>„Ich bin überrascht, dass diese neue Summe zum Vorschein kommt. Niemand kann annehmen, dass diese Dutzenden von Millionen sauberes Geld sind!“</strong></p>
<p>Grondona führt seit 1979 den argentinischenVerband AFA und hat sich im Oktober für weitere vier Jahre im Amt bestätigen lassen. Seit 1988 gehört er dem FIFA-Exekutivkomitee an. Er behauptet, mächtiger als jeder argentinische Präsident zu sein. Über zahlreiche Unternehmen beherrscht er den Fußballmarkt in Südamerika, zu seinen Firmen zählt auch ein Überbleibsel der ISL-Gruppe, die Top-Funktionäre in FIFA und IOC nachweislich mit mehr als 141 Millionen Franken geschmiert hat.</p>
<p>Der Auslöser im aktuellen spektakulären Kriminalfall ist die Vertragsbrüchigkeit des AFA-Präsidenten mit der Firma TyC (Torneos y Competencias), die lange Jahre die TV-Rechte am argentinischen Fußball vermarktet und Grondona gemäß Aktenlage auch geschmiert hat. Seine ehemaligen Kompagnons rächen sich und veröffentlichen atemraubende Dokumente. Grondona und sein Kumpel Eduardo de Luca, Generalsekretär des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL, wurden von einem Team mit versteckter Kamera gefilmt. Zwei Privatsender haben Teile der Videos ausgestrahlt. Da sagt also Blatters Stellvertreter über seine Rivalen:</p>
<p><strong> &#8220;Wenn ich die beiden umbringen kann, werde ich sie umbringen.&#8221;</strong></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Natürlich hat nun auch Grondona Anwälte eingeschaltet und spricht trotz der Belege von Verleumdungen. Der Fall birgt viele brisante Fragen, weit über Argentinien hinaus: Wie wurden die Schwarzkonten des Grondona-Clans gefüllt? Wer hat wofür die Millionen überwiesen? Gingen auf den Konten auch Zahlungen der ISL und der FIFA ein? Aus Russland und Katar ebenfalls?</p>
<p>Dass Grondona über weitere Millionenkonten in anderen Ländern verfügt, etwa in Steueroasen in der Karibik, darf als nahezu sicher gelten. Er soll auch gemeinsam mit Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira &#8211; FIFA-Exekutivmitglied, ISL-Schmiergeldempfänger und WM-Organisationschef 2014 – an der berüchtigten Firma Traffic beteiligt sein. Diese Figuren haben über Jahrzehnte mit Milliarden jongliert. Über eine seiner Firmen, Rotamund, dealt Grondona seit Ewigkeiten, natürlich, mit Tickets für Fußball-Weltmeisterschaften und sündhaft teuren Reisepaketen.</p>
<p>Dutzende Firmen kannte man bereits, nun kommen neue dazu, wie aus den Angaben zu den Schwarzkonten ersichtlich ist. Allein die &#8220;Kellog Development&#8221;, für die er selbst, sein Sohn Humberto und seine Tochter Liliana eingeschrieben sind, unterhält Konten, auf denen mehr als 60 Millionen Dollar lagern. Es sind die üblichen Banken, die man aus anderen Ganovenstücken kennt: die UBS, die Centrum Bank, die Citibank – hochinteressant für den Schweizer Nationalrat Roland Büchel ist dabei die Hyposwiss Privatbank AG, denn die befindet sich in öffentlicher Hand.</p>
<p>„Die Hyposwiss gehört der St. Gallischen Kantonalbank, die vom St. Galler Volk getragen wird. Und die gibt ja sogar eine Staatsgarantie ab“, sagt Büchel. „Da müssen jetzt im Kanton St. Gallen Vorstöße laufen, damit das definitiv abgeklärt wird. Ich werde dafür sorgen.“ Büchel fordert die FIFA und Grondona auf, unverzüglich sämtliche Kontodaten, Transfers und Geschäftsbeziehungen offen zu legen. „Da muss sofort Transparenz auf dem Tisch“, sagt der Nationalrat.</p>
<p><strong>„Die Schweiz hat eine spezielle Verantwortung dafür zu sorgen, dass Sportverbände sauber arbeiten. Es geht um den Ruf unseres Landes.“</strong></p></blockquote>
<p>Wer halbwegs aufmerksam liest, wird feststellen, dass es mit den Millionensummen auf Grondonas Konten munter durcheinander geht. Das hat Gründe, und wer sich im Bankgewerbe auskennt (oder wer einfach nur detektivisches Gespür hat), kann bei der Aufklärung gern helfen.</p>
<p>Ich habe, wenn ich den Fall Grondona erwähnt habe, zuletzt auch immer von jenen 72 Millionen gesprochen, die in Argentinien verhandelt werden. Habe nie so recht verstanden, wie die Summe errechnet wird, denn wenn ich mir die Kontostände anschaue, komme ich zu anderen Ergebnissen. Hier nochmal meine Auflistung, um etwas Systematik reinzubringen:</p>
<div id="attachment_11211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona.png"><img class="size-large wp-image-11211 " title="Auslandskonten des Grondona-Clans" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/accounts-grondona-597x1024.png" alt="" width="478" height="819" /></a><p class="wp-caption-text">Auslandskonten des Grondona-Clans</p></div>
<p>Dazu muss ich sagen:</p>
<ul>
<li>manche Konten sind in CHF geführt, andere in US Dollar. Zu den meisten fehlt die Währungs-Angabe, oder ich habe das übersehen</li>
<li>in der Tabelle habe ich deshalb Angaben gefettet: nur zweimal habe ich explizit US $ gelesen, ansonsten bin ich von CHF ausgegangen</li>
<li>ich habe mit dem heutigen Wechselkurs CHF/US $ gerechnet</li>
</ul>
<p>Ich bin selbst erst nach mehrfacher Lektüre dieses Textes von <strong>Carlos Ardiles auf analitica.com</strong> darauf gekommen, dass es um viel mehr Geld geht:</p>
<ul>
<li><strong><a title="analitica.com" href="http://www.analitica.com/deportes/9328785.asp  " target="_blank">Julio Grondona y las cuentas no declaradas por 106 millones de dólares: ¿soborno qatarí?</a></strong></li>
</ul>
<p>Carlos Ardiles schreibt von 106 Millionen (wobei sich mir nicht ganz erschließt, wie er darauf kommt).</p>
<p>Aber, so scheint mir, auch die meisten Kollegen in Argentinien, die darüber berichtet haben, vergaßen (sofern ihnen die Kontodaten vorlagen), dass da neben den Salden ja noch anderes verzeichnet ist, Festgeld und Fonds. Deshalb habe ich nun diese Aufstellung gemacht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11215" title="summary Grondona Konten" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/summary-accounts.png" alt="" width="399" height="103" /></p>
<p>Wir können gemeinsam an den Daten arbeiten. Gewiss habe ich Fehler gemacht, manches übersehen, insgesamt aber sollte sich die Summe schon auf mehr als 100 Millionen Dollar einpegeln.</p>
<p>Was sagen Experten, die mitlesen:</p>
<ul>
<li><strong>Ist die Auflistung einigermaßen korrekt?</strong></li>
<li><strong>Was lässt sich aus den elf Kontoblättern (oben verlinkt) noch ablesen?</strong></li>
<li><strong>Was lohnt sich, zu recherchieren?</strong></li>
<li><strong>Findet jemand Details zu den Firmen? </strong></li>
<li><strong>Litemax Enterprise Corp?</strong></li>
<li><strong>Anfal Inc?</strong></li>
<li><strong>Kellog Development Inc?</strong></li>
<li><strong>Harvard Society Limited?</strong></li>
</ul>
<p>Es kursieren zu manchen Konten Daten aus dem Jahr 2009, oben habe ich jeweils den letzten Stand, teilweise Ende 2010, veröffentlicht. Was mir dabei aufgefallen ist, sind kräftige Zuwächse auf zwei Konten der <strong>Kellog Development Inc (Konto 8 und 9 in der Tabelle)</strong>.</p>
<p>Theoretisch &#8211; Arbeitshypothese, aber man soll ja ergebnisoffen recherchieren &#8211; könnte das mit WM-Bewerbungen zu tun haben.</p>
<p>Nur so. Laut gedacht. (Aber es wäre gewiss zu einfach.)</p>
<p>Ob 72, 106 oder 121 Millionen &#8211; einerseits ist es egal. Andererseits möchte ich schon mehr wissen.</p>
<p>Also, kann jemand helfen?</p>
<p>Banker aus der Schweiz oder Liechtenstein, die die kompletten Kontoauszüge als pdf und oder auf CD bereitstellen wollen, sind natürlich auch willkommen &#8211; nur Geld kann ich dafür leider nicht zahlen :)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
			<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/12/dlf_20111112_1924_ef9f09f0.mp3" length="2609664" type="audio/mpeg" />
	</item>
		<item>
		<title>Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 12:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrew Jennings</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[english posts]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11041</guid>
		<description><![CDATA[by Andrew Jennings, Transparency in Sport presentation to Senate Education, Culture and Sports Committee in Brasilia, Wednesday October 26, 2011. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Irish Times: Jennings urges Brazil to freeze out corrupt officials BBC: Investigative journalist Andrew Jennings tells Brazil that Fifa &#8220;stinks&#8221; Reuters: Call to bar [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><strong>by Andrew Jennings</strong><strong>, <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a></strong></p>
<p><em>presentation to Senate Education, Culture and Sports Committee in Brasilia, Wednesday October 26, 2011.</em></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<ul>
<li>Irish Times: <a title="Irish Times" href="http://www.irishtimes.com/newspaper/sport/2011/1028/1224306622867.html" target="_blank">Jennings urges Brazil to freeze out corrupt officials</a></li>
<li>BBC: <a title="BBC" href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/football/15480890.stm" target="_blank">Investigative journalist Andrew Jennings tells Brazil that Fifa &#8220;stinks&#8221;</a></li>
<li>Reuters: <a title="Reuters" href="http://uk.reuters.com/article/2011/10/27/uk-soccer-brazil-fifa-idUKTRE79Q3YX20111027" target="_blank">Call to bar any corrupt officials from World Cup preparations</a></li>
</ul>
<p><strong>The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira - A verdade sobre FIFA Corrupção &amp; Teixeira Ricardo</strong></p>
<p>Good morning. Thank you for your invitation.</p>
<p>I have been an investigative reporter for 45 years. I research and acquire confidential documents.</p>
<p>Then I write books and articles and make investigation films for the BBC.</p>
<p>I have been investigating FIFA for 10 years.</p>
<p>I have considerable experience in investigating organised crime and I can assure you that FIFA ticks all the boxes in the academic definition of an Organised Crime Family.</p>
<p>Today I want to tell you about the latest corruption crisis at FIFA and how it will impact on the 2014 World Cup.</p>
<p>But first – Meet some of the members of FIFA’s 23-man Executive Committee.<span id="more-11041"></span></p>
<p>[<em>JW says: I do not publish all pictures and videos from AJs presentation, and this can be a little bit confusing for my readers, I am sorry.</em>]</p>
<p># Jim Boyce is Britain’s vice-president. He is silent about corruption. He can expect to pocket around US$1 million in FIFA payments in the next 4 years.</p>
<p># <a title="Schwere Niederlage für Hyundai-Chung: Prinz Ali wird FIFA-Vize" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/06/afc-wahlschlacht-in-doha-oder-the-future-is-asia/" target="_self">Prince Ali</a> from Jordan. A lightweight. Put in place by Blatter to get rid of one of his critics.</p>
<p># Julio Grondona from Argentina, chairman of FIFA’s Finance Committee, currently under investigation for black money accounts in Switzerland. In June 2003 he said on TV, ‘I don’t believe a Jew can ever be a referee at our senior level because it’s hard work and, you know, Jews don’t like hard work.’</p>
<p># <a title="Die FIFA und die Medien: Gruß aus Nordkorea (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/" target="_self">Worawi</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">Makudi</a> from Thailand has been named in several FIFA scandals and is currently under investigation for misuse of FIFA development money.</p>
<p># Manilal Fernando from Sri Lanka is under investigation for his possible involvement in the notorious US$1 million vote-buying scandal set up Qatar’s Mohamed Bin Hammam in Trinidad in May.</p>
<p># Nicolas Leoz from Paraguay, at left, president of Conmebol. Swiss court documents reveal he took US$ 730,000 in bribes from the former FIFA marketing company, ISL. Blatter refuses to investigate.</p>
<blockquote><p>read more:</p>
<ul>
<li><a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world</a></li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens. " href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.</a></li>
<li><a title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p># Issa Hayatou is president of African football and being investigated by the International Olympic Committee for taking a bribe from the ISL company. It was paid to him by the man he’s talking to here. [<em><a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, ISL-bagman</em>]</p>
<p>Currently Ricardo Teixeira is Blatter’s choice to succeed him as FIFA President:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11060" title="Sepp, Tricky Ricky" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/c904149e.m.jpg" alt="" width="500" height="457" /></p>
<p>I will have more to say about Mr Teixeira later.</p>
<p># Chuck Blazer from New York. For the last 21 years Blazer and Jack Warner looted the Confederation of Central, North American and Caribbean countries. <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/" target="_self">Chuck Blazer’s Caribbean bank accounts are now being examined by the FBI.</a></p>
<p>In December 2006 – at the conclusion of a law suit in New York bought by <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">MasterCard against FIFA</a> &#8211; Judge Loretta Preska stated:</p>
<blockquote><p>Mr Blazer’s testimony was generally without credibility, based on his attitude and evasive answers on cross examination &#8230;</p></blockquote>
<p>She added:</p>
<blockquote><p>Mr Blazer’s testimony is rejected as fabricated.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11061" title="Court file" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/22648d4b.m.jpg" alt="" width="500" height="228" /></p>
<p><strong>FIFA paid MasterCard US$90 million to settle the case.</strong></p>
<p># Rafael Salguero from Guatemala was nominated by the now discredited Jack Warner. I won’t repeat the allegations about Mr Salguero!</p>
<p>This is the biggest scandal ever at FIFA. It’s the payment of bribes to FIFA officials by the ISL sports marketing company in return for World Cup contracts. It is currently making news in Brazil – and globally.</p>
<p>Let’s introduce this saga through some of the activities of FIFA General Secretary Jerome Valcke.</p>
<p>Here he is with a friend.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11062" title="Valcke kisses Tricky Ricky" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/b19ee9ce.m.jpg" alt="" width="332" height="500" /></p>
<p>In early 2001 Valcke worked for a French company hoping to buy the assets of the bankrupt ISL company. His team examined the ISL books. He discovered the massive, secret kickbacks to FIFA officials.</p>
<p>He tried to use this information to re-negotiate contracts with FIFA. On April 30 2001, Mr Valcke received this astonishing letter from Blatter:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11064" title="Blatter letter to Valcke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/39fd05c1.m.jpg" alt="" width="338" height="500" /></p>
<p>The highlites are:</p>
<blockquote><p><strong>Threats were specifically directed against both FIFA and “certain gentlemen of FIFA.”</strong></p></blockquote>
<p>And &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>The position of FIFA in no way will ever be altered by any threats or attempts of blackmailing.”</strong></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11065" title="Blatter letter to Valcke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/1ffc8911.m.jpg" alt="" width="500" height="118" /></p>
<p>Two years later Blatter hired this ‘blackmailer’ to be his new head of marketing! You might wonder, why?</p>
<p>Like Chuck Blazer, Mr Valcke also gave evidence in the MasterCard case. Their lawyer Mr Martin Hyman <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">accused Mr Valcke of lying</a>.</p>
<blockquote><p>Disraeli once said there were three kinds of &#8220;lies, darned lies and statistics. &#8221; We have learned from the FIFA Marketing Group that there are more. We have learned about the six degrees of prevarication, white lies, commercial lies, bluffs, pure lies, straight untruths and perjury.</p></blockquote>
<p>And:</p>
<blockquote><p><strong>Mr Valcke even lied when testifying about his lies. But in FIFA&#8217;s world, that&#8217;s perfectly okay.</strong></p></blockquote>
<p>That was in December 2006. It was an international scandal.</p>
<p>Sepp Blatter announced that Jerome Valcke was fired!</p>
<p>Six months later Blatter brought him back &#8230; promoted to be FIFA General Secretary! Again – what hold does the blackmailing Valcke have over Blatter?</p>
<p>[<em>JW says: <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Read more about 2006/2007 FIFA-lies</a>, included links.</em>]</p>
<p>The ISL contracts-kickbacks story began in 1974 when German businessman Horst Dassler paid bribes to get Joao Havelange elected president of FIFA.</p>
<p>Mr Dassler, from the family who owned Adidas, created the ISL company and wanted FIFA’s lucrative World Cup contracts. Did Havelange put his hand out for money? Or did Dassler offer the bribes? Who made the first move? Mr Havelange could tell us.</p>
<p>Horst Dassler died in 1987. Havelange remained FIFA president, Sepp Blatter was his General Secretary. In between them, here, is Jean-Marie Weber, formerly Dassler’s assistant, who became notorious as the ‘Bagman’ who delivered the ISL bribes. He admitted this in court in 2008.</p>
<p>A key player in the conspiracy to privatise the people’s sport was IOC president Juan Antonio Samaranch. One of the IOC’s dirty secrets is the 37-year fascist history of Samaranch, former sports minister for Franco. There he is with his arm up, fourth from right. Samaranch and Dassler worked together to deliver sport to the sponsors.</p>
<p>In 1996 the American IMG company tried to break ISL’s monopoly on FIFA contracts. IMG offered US$1 billion for the rights to the 2002 World Cup.</p>
<p>They soon discovered FIFA General Secretary Blatter and President Havelange were lying to them.</p>
<p>This is IMG executive Eric Drossart. He wrote to Blatter:</p>
<blockquote><p>Sepp, it is very difficult to conclude anything other than there being two sets of rules in operation here, one for ISL and one for the rest &#8230; your responses to our efforts are merely a cosmetic exercise designed to protect FIFA from future accusations of unfair and improper competitive conduct.”</p></blockquote>
<p>[<em>JW says: Read more about the 1995/96 TV-corruption - <a title="JW Play the Game 2000" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/politics-and-corruption-in-fifa-1002.html" target="_blank">Play the Game</a> and in <a title="Das Milliardenspiel" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/milliardenspiel/" target="_self">my book</a> <a title="Revolution am Hofe Havelange" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7851547.html" target="_blank">Das Milliardenspiel.</a></em>]</p>
<p>FIFA double-crossed IMG, ISL got the business and Blatter and Weber got closer.</p>
<p>Here’s Sepp Blatter in 2004 with “The Bagman” &#8211; Jean Marie Weber.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11067" title="The Bagman and his best friend" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/jmw-sepp.jpg" alt="" width="484" height="340" /></p>
<p>From 2001 ISL, Weber, Blatter and the bribe-takers were investigated by this man – Investigating Magistrate Thomas Hildbrand. FIFA and Blatter did all they could to obstruct him.</p>
<p>In 2006 the BBC were investigating the ISL bribery scandal.</p>
<p>We sent emails to Blatter requesting an interview.</p>
<p>He ignored our emails.</p>
<p>So we went to see him.</p>
<p>We caught up with him on a public footpath near the old FIFA House on the day of a FIFA press conference.</p>
<p>I have been banned from FIFA since 2003 when I published a documented story revealing that Blatter pays himself a huge, secret, annual bonus.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>JENNINGS: Please can I come into your press conference?</p>
<p>I said please may I come into your press conference?</p>
<p>BLATTER: When, now?</p>
<p>AJ: Yeah now.</p>
<p>BLATTER: Ok.</p>
<p>AJ: May I come in?</p>
<p>BLATTER: Yes ok.</p>
<p>AJ: But some of your press people won’t always let me in.</p>
<p>BLATTER: I will take care of it. Okay?</p>
<p>AJ: I just want to put a question to you now because some of your press people don’t let me get in, they bar me.</p>
<p>BLATTER: You come with me.</p>
<p>AJ: Let me just ask you this, do you know which football officials took bribes from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: Sorry, I don’t speak about that.</p>
<p>AJ: Do you know which football officials took payments from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: I don’t answer these questions. (&#8230;)</p>
<p>AJ: Have you tried to find out who took these payments from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: You know better than I know, you know better than I know.</p>
<p>AJ: You’re the president of world football, I’m only a reporter.</p>
<p>BLATTER: No, listen, listen, you know better than I know. This is a file which is in the hands of the justice and the courts and it shall be there until …</p>
<p>AJ: Will you tell me who took the 1 million franc bribe? … I’m told you ordered this bribe should be moved to the man who’s name is on the payment, can you tell me who it went to, was it President Havelange?</p></blockquote>
<p>As soon as we stopped filming he refused me entry to his press conference.</p>
<p>Two years later I was at the courthouse in Zug. Six ISL executives were accused of trading while insolvent. The judge confronted Jean-Marie Weber: Did ISL pay around US$100 million in bribes to sports officials?</p>
<p>Yes, said Mr Weber.</p>
<p>For years I’ve been gathering evidence about corruption at the highest levels within FIFA. But there was one crucial document I couldn’t get hold of. Then just over a month ago a trusted source delivered the goods.</p>
<p>It’s a secret document, which some people at FIFA hoped could be kept buried forever.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11068" title="ISL doc 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/8afe60a6.m.jpg" alt="" width="500" height="339" /></p>
<p>Line by line it details 175 secret payments, totalling tens of millions of dollars.</p>
<p>I know from well placed sources that the payments were bribes.</p>
<p>Among the list of names. Some senior FIFA officials.</p>
<p>This is real money, massive kickbacks on World Cup contracts.</p>
<p>Havelange owes a lot to Blatter. On March 3 1997 ISL made a terrible mistake. They sent a bribe for 1.5 million Swiss francs – around US$1 million – intended for President Havelange &#8211; direct to FIFA’s bank account!</p>
<p>I tell this story in the first chapter of my book and in BBC films. Here’s the evidence, from ISL files:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11069" title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="500" height="52" /></p>
<p>FIFA general secretary Sepp Blatter ordered the money transferred quickly to a Havelange private account. He denies it ever happened.</p>
<p>How much did FIFA president Joao Havelange take in bribes?</p>
<p>My guess is in excess of US$50 million. Did he pay tax in Brazil on this money?</p>
<p>I will now move on to 3 other cases of bribes paid to FIFA officials. The BBC sent each man at least 2 emails inviting them to grant interviews. They did not respond.</p>
<p>One of them is Issa Hayatou – well known to “The Bagman” Jean-Marie Weber. This is from my film of November 29 last year.</p>
<p>Mr Hayatou is a FIFA Vice President representing fifty-three African countries.</p>
<p>The list shows ISL paying him 100,000 French Francs.</p>
<p>Next to his name it says “barzahlung”. German for cash payment</p>
<p><!--more-->He didn’t answer our letter either. This time I got a bit closer.</p>
<blockquote><p>Mr Hayatou. Andrew Jennings we’ve met before. Could you spare me a moment?</p>
<p>I’d like to ask you about monies.</p>
<p>Please, please, please.</p></blockquote>
<p>We’ve looked. The ISL books show that you received money from the ISL books.</p>
<p>That’s what the lists say. They say you received money, Issa.</p>
<blockquote><p>Your name is in the books from ISL. Your name is in the books for getting money that is why I am asking you.</p>
<p>Arrete please, out.</p>
<p>OK, yeah.</p></blockquote>
<p>Then there’s Nicolas Leoz from Paraguay. In court in Zug in 2008 we were told that he had received US$130,000 from ISL in the year 2000.</p>
<p>Then I obtained the complete list – and discovered that Mr Leoz had pocketed a lot more</p>
<p>Thanks to this secret list of payments we’ve obtained, never revealed in open court, we can see that Mr Leoz got a great deal more.</p>
<p>The ISL list shows he received three further payments.</p>
<p>One of two hundred thousand dollars.</p>
<p>Another one of two hundred thousand.</p>
<p>And yet another one.</p>
<p>That’s a further 600,000 dollars worth of bribes for Mr Leoz</p>
<p>We wrote asking him to explain the payments. He didn’t respond so I tried to catch up with him at a luxury hotel in Zurich.</p>
<blockquote><p>Senor Leoz, senor Leoz. Did you take bribes from the ISL company?</p>
<p>Senor Leoz, (Spanish translation of above)</p>
<p>Si or Non?</p></blockquote>
<p>Senators – you will remember that in 2001 you published your report of an investigation into Ricardo Teixeira and the CBF.</p>
<p>You discovered that Teixeira and his company were receiving money from a company in Liechtenstein named Sanud.</p>
<p>Here’s a random page from that report.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11071" title="Brazil Sanud 2001" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/544b5ac7.m.jpg" alt="" width="422" height="500" /></p>
<p>I understand that your investigation could not find out where Sanud got its money from.</p>
<p>I discovered that Sanud’s money came from the ISL company.</p>
<p>Here’s a few extracts from the company bribe list</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11070" title="ISL doc, Sanud" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/e1860036.m.jpg" alt="" width="500" height="276" /></p>
<p>In November last year I caught up with him. This is what the world has watched.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>JENNINGS: Here’s another Liechtenstein company, named Sanud.</p>
<p>It got 21 payments totalling 9.5 million dollars.</p>
<p>This time there are some clues about who got the money.</p>
<p>They point to the most significant person linked to our secret document. He’s another member of FIFA’s executive committee.</p>
<p>And the man in charge of the next World Cup, in Brazil in 2014.</p>
<p>Panorama has met him before</p>
<p>In 1998 we tried to ask him about his role in sponsorship deals for Brazil’s national team.</p>
<p>You don’t want to talk about football.</p>
<p>I would like to talk about football.</p>
<p>No more answers. No more questions. Bye, bye.</p>
<p>But we’ve got new questions, because that Liechtenstein company, Sanud, has been closely linked to him in the past.</p>
<p>An inquiry by the Brazilian senate in 2001 found that funds from Sanud had been secretly channeled to Mr Teixeira.</p>
<p>So did the 9.5 million dollars on our list end up in his pocket as well?</p>
<p>We wrote to Mr Teixeira and asked. He didn’t reply either.</p>
<p>Hello Mr Teixeira. Could we talk to you please?</p>
<p>So I went back to FIFA’s hotel in Zurich to ask him.</p>
<p>Did you take your bribes through the Sanud company?</p>
<p>What were those payments from the ISL company for?</p>
<p>Mr Teixeria.</p>
<p>Oh dear.</p></blockquote>
<p>Swiss Magistrate Thomas Hildbrand discovered enough evidence to prove that 2 FIFA officials took ISL bribes – and that Blatter had covered it up. In May 2010 he announced that the case had been settled. Here’s his public statement:</p>
<blockquote><p>Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in August 2008 began an investigation into allegations that certain members of FIFA’s Executive Committee received kickbacks on marketing contracts. After five years of inquiries the accused agreed to repay 5.5million Francs and the case was closed.”</p></blockquote>
<p>Who were the accused? They are Blatter, Teixeira and Havelange. They have paid a small fortune to have their names kept secret.</p>
<p>But they cannot. The BBC and several Swiss newspapers are fighting a legal battle to have Hildbrand’s report published.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11073" title="ISL doc Zug 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/f7f27554.m.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Blatter, Havelange and Teixeira are resisting – and here are the Swiss lawyers for clients B1, B2 and B3.</p>
<p>I know this because the BBC receives copies of all correspondence.</p>
<ul>
<li>B1 is Blatter and Fifa, represented by lawyers Nobel &amp; Hug</li>
<li>B2 is Ricardo Teixeira, represented by law firm Schweiger</li>
<li>B3 is Joao Havelange, represented by law firm Niedermann.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11074" title="ISL doc Zug 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/5c5920a9.m.jpg" alt="" width="500" height="415" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11075" title="ISL doc Zug 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/cef3ddd4.m.jpg" alt="" width="500" height="417" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11076" title="ISL doc Zug 4" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/1fccd1e5.m.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Last week the Public Prosecutor in Zug rejected the arguments of Blatter, Teixeira and Havelange.</p>
<p>The big question now is: Will Blatter, Teixeira and Havelange continue to fight for suppression?</p>
<p>Our lawyers say it is inevitable that the Swiss Supreme court will order disclosure in the public interest – although it may take another 12 months.</p>
<p>Then you will have a massive international scandal hanging over your world Cup. Two Brazilians and President Blatter.</p>
<p>Thank you.</p>
<p>[<em>JW says: As far as I heard the long Q &amp; A session with Senators and AJ in Brasilia has produced much more details - and fun.</em>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: &#8220;Crisis? What is a crisis?&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 11:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10873</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen. Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen.</p>
<p>Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die durchaus mit Spannung erwartete Exekutivsitzung bloggen und schicke die Agenda mal als ersten Anreißer voraus. Da fällt mir doch <a title="live-Blog aus Zürich: &quot;We are not in a crisis!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/" target="_self">ein Zitat</a> des Großen Vorsitzenden Joseph Hosni Ben Ali Blatter ein:</p>
<blockquote><p><strong>Crisis? What is a crisis? We are not in a crisis! We are only in some difficulties. And the difficulties will be solved, will be solved inside our family.</strong></p></blockquote>
<p>Und für die Problemlösung ist, wenn ich richtig lese, genau einer von 21 Tagesordnungspunkten vorgesehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10876" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda1.jpg" alt="" width="524" height="466" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10877" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda2.jpg" alt="" width="521" height="668" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10878" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda3.jpg" alt="" width="533" height="678" /></p>
<p>Für Journalisten: Sollten Sie aus dieser Traktandenliste zitieren, geben Sie doch bitte sauber die Quelle an: <a title="www.jensweinreich.de" href="http://www.jensweinreich.de" target="_self">www.jensweinreich.de</a>.</p>
<p>Danke.</p>
<p>Bloggern muss ich das ja nicht sagen.</p>
<p><strong>18.45 Uhr:</strong> Habe auf <a title="jw on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank">Twitter</a> gerade mal in die Runde gefragt, ob</p>
<ul>
<li>&#8230; eigentlich irgendein Journalist schon eine Einladung zur FIFA-Pressekonferenz nach der Exko-Sitzung am Freitag erhalten hat (ich jedenfalls nicht) &#8230;</li>
<li>&#8230; und ob es stimmt, dass die FIFA-Propagandaabteilung auch hier in Zürich handverlesene Journalisten zu einem round table geladen hat, um gute Stimmung zu organisieren.</li>
</ul>
<p><strong>22.44 Uhr:</strong> Die exklusive Runde, in der Journalisten wohl auf FIFA-Linie gebracht werden sollen, findet am Donnerstagmorgen im FIFA-House statt. Habe mich jetzt per Email wenigstens für die PK angemeldet. Eine Info dazu gibt es weiterhin nicht.</p>
<p>Flink noch ein langer Roh-Text (nur ansatzweise redigiert und unverlinkt), den ich heute verschiedenen Zeitungen angeboten habe:</p>
<blockquote><p>ZÜRICH. Jahrelang haben sich nur wenige Medien mit der flächendeckenden Korruption im Fußball-Weltverband FIFA befasst. Doch seit einem Jahr ist das Thema en vogue, kein Tag vergeht ohne neue Meldungen über millionenschwere Schmiergelder, Machtmissbrauch, Schwarzkonten, in dunklen Kanälen verschollene Fördermittel – Korruption auf allen Ebenen der FIFA-Pyramide und auf allen Kontinenten. Gerade hat der wegen Korruption zurückgetretene langjährige FIFA-Präsident Jack Warner (Trinidad) erneut einen Tsunami an Enthüllungen versprochen. Gerade wurden in Argentinien weitere Details über die Geschäfte des FIFA-Vizepräsidenten Don Julio Grondona bekannt, es geht unter anderem um Schmiergelder in Höhe von 30 Millionen Dollar auf Schweizer Bankkonten. Doch ab Donnerstag soll auf der zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees aufgeräumt werden: „Warten Sie den 21. Oktober ab! Dann wird Präsident Blatter sein Reformpaket vorstellen.“ So trommeln die PR-Herolde des Fußball-Weltverbandes FIFA seit Wochen.</p>
<p>Was ist davon zu halten, wenn ausgerechnet Joseph Blatter, von 1981 bis 1998 Generalsekretär, seither FIFA-Präsident, Aufklärung, Transparenz, Demokratie und Korruptionsbekämpfung verspricht?</p>
<p>Fakt ist zunächst: Blatter hatte 30 Jahre Zeit, sich darum zu kümmern. Stattdessen hat er das System des Gebens und Nehmens in herausragenden Positionen geprägt. Noch zwei Tage vor seiner absurden Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten (bis 2015) hat er Ende Mai auf einer absurd-turbulenten und abgebrochenen Pressekonferenz erklärt: „Krise? Wir haben keine Krise, nur einige Schwierigkeiten. Und die lösen wir in der Familie!“</p>
<p>Tatsächlich ist nicht einmal die Tagesordnung der Sitzung des Exekutivkomitees öffentlich, die dieser Zeitung allerdings vorliegt. 21 Punkte stehen auf der dreiseitigen Traktandenliste. Thema Korruption? Fehlanzeige. Unter Punkt 18 heißt es lediglich: „Ethikkommission“. Das soll wohl Blatters großer Auftritt werden.</p>
<p>Doch zuvor erstatten Bericht: die Großganoven Ricardo Teixeira (als Organisationschef der WM 2014), Grondona (als Chef der FIFA-Finanzkommission) und der US-Amerikaner Chuck Blazer, der als Generalsekretär der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF nachweislich mindestens zehn Millionen Dollar Kommissionen kassiert hat. Die FIFA unternimmt nichts gegen Blazers Millionendeals, weil der schwergewichtige Absahner Ende des Jahres die CONCACAF verlassen will, sind alle zufrieden.</p>
<p>Außerdem zählt Afrikas Fußballchef Issa Hayatou (Kamerun) zu den Berichterstattern. Gegen Hayatou ermittelt die IOC-Ethikkommission wegen Bestechung, Blatter hat ihn dennochgerade zum Chef der GOAL-Kommission ernannt, die hunderte Millionen an Entwicklungshilfegeldern verteilt. Viele Millionen dieser GOAL-Projekte sind jedoch verschollen, unter anderem in Thailand, wo der FIFA-Exekutivler Worawi Makudi sein Unwesen und mit FIFA-Investitionen den Wert seiner privaten Grundstücke in die Höhe treibt. Makudi wird in Zürich zur Frauen-WM 2011 reden und gewiss einige Worte zum Tagesordnungspunkt 11 sagen, zur Vorbereitung auf die Hallenfußball-WM 2012 in Thailand. Auch hier werden Mittel dazu abgezweigt, seinen Reichtum zu mehren.</p>
<p>Es ließen sich andere brandaktuelle Beispiel von Privatgeschäften der FIFA-Vorständler nennen. Wird einer der Neuen im Gremium, DFB-Präsident Theo Zwanziger, wohl den Mut haben, diese Skandale anzusprechen und unverzüglich Aufklärung zu fordern?</p>
<p>Zwanziger hat sich dafür entschieden, vor dieser Sitzung keine Interviews zu geben. Aus seinem Umfeld verlautet, er sei gut vorbereitet und aufmunitioniert, auch habe er sich mit dem Ligaverband und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge abgesprochen, der auch als Präsident der europäischen Klubvereinigung ECA agiert. Rummenigge hatte Blatter vor einigen Wochen noch mit dem gestürzten ägyptischen Diktator Hosni Mubarak verglichen und war zuletzt etwas leiser geworden.</p>
<p>Zwanziger kann sich offenbar eine herausragende Rolle in einer neu geschaffenen Kommission vorstellen, ob die nun Ethikkommission oder „Lösungskommission“ heißt, wie von Blatter auf dem FIFA-Kongress vor drei Monaten absurder Weise vorgeschlagen. Eine der Kernfragen lautet aber: Warum sollte Blatter ausgerechnet Zwanziger, einen Neuling in der FIFA, der nicht in den alten Seilschaften hängt, damit beauftragen, Lösungen herbeizuführen? Und welche Kompetenzen würden einem solchen Lösungsbeauftragten zugesprochen? Ermittlungskompetenzen unter Einbeziehung von Staatsanwaltschaften, FBI, Interpol und anderen Experten für organisierte Kriminalität etwa?</p>
<p>Derlei Freiräume wird es gewiss nicht geben. Denn dann müssten, zum Beispiel, die Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar unabhängig untersucht werden. Die Hälfte der 24 FIFA-Vorständler liefe Gefahr, als Betrüger aufzufliegen. FIFA-Neuling Zwanziger wird am Donnerstagmorgen, noch vor der Exekutivsitzung, schnell merken, welcher Wind weht. Dann nämlich empfängt UEFA-Präsident Michel Platini, Blatters sportpolitischer Ziehsohn, die europäischen Exekutivmitglieder, um diese wie üblich auf seine Linie einzuschwören.</p>
<p>Inzwischen läuft die FIFA-Propaganda auf Hochtouren. Erst kürzlich wurden mit dem Schweizer Walter de Gregorio, dem Österreicher Bernd Fisa und dem Briten Brian Alexander drei hochbezahlte Leute für die Kommunikationsabteilung verpflichtet, die den Auftrag haben, die Wahrheit zu beugen und Blatter als Reformer zu verkaufen.</p>
<p>Einer der ersten Jobs der FIFA-Direktors de Gregorio war ein so genannter Runder Tisch mit handverlesenen englischen Journalisten in London, um die britische Presse zu befrieden. Wort- und faktengewaltige Recherche-Journalisten wie Andrew Jennings waren nicht geladen, das hat System, stattdessen wurde schlecht über jenen Mann geredet, der die meisten FIFA-Skandale aufgedeckt hat – und den die FIFA auf die schwarze Liste gesetzt hat; seit beinahe einem Jahrzehnt darf Jennings nicht mehr von offiziellen FIFA-Terminen berichten.</p>
<p>Es ist gewiss kein Zufall, dass nun in zwei englischen Medien zwei schlagzeilenträchtige Geschichten verbreitet wurden, das riecht nach gezielten Durchstechereien aus der FIFA-Kommunikationsabteilung. Vergangene Woche wurde vom Telegraph jenes Video des Korruptionstreffens der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF veröffentlicht, auf dem der damalige FIFA-Vizepräsident Jack unverfroren die Umstände der 40.000-Dollar-Gaben seines Kollegen Mohamed Bin Hammam (Katar) erläutert.</p>
<p>In dieser Woche  berichtete die BBC über einen angeblichen Plan von Blatter, ein Korruptions-Dokument der Schweizer Justiz zu veröffentlichen, dessen Herausgabe die FIFA seit langem mit viel Geld und allen juristischenFinessen verhindert. Der Weltverband hat 2010 sogar 5,5 Millionen Franken Schweigegeld an die Justizkasse gezahlt, damit die Einstellungsverfügung zum ISL-Prozess nicht bekannt wird, in der hohe FIFA-Funktionäre wie der Organisationschef der WM 2014, Brasiliens Verbandspräsident Ricardo Teixeira, und der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange als Empfänger von Bestechungsgeldern genannt werden.</p>
<p>Der ISL-Konzern hatte die olympische Sportwelt, auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), vorallem aber die FIFA, einst mit einem umfassenden Schmiergeldsystem überzogen. Angeblich will Blatter, der seine Anwälte losschickte, um die Vorgänge geheim zu halten, nun das Exekutivkomitee befragen, ob man vor Gericht nicht beantragen solle, die Einstellungsverfügung zu veröffentlichen.</p>
<p>Wie absurd! Und zwar aus mehreren Gründen: Zunächst wird Teixeira, der viele Millionen von der ISL kassierte und gegen den in Brasilien nun ein Ermittlungsverfahren eröffnetwurde, kaum dafür stimmen. Zudem stellt sich die Frage, ob Blatter in der Vergangenheit das Exekutivkomitee befragt hat, wenn es galt, ISL-Ermittlungen zu behindern oder zu vertuschen. Offiziell hatte die FIFA sogar ihr Desinteresse an einer weiteren Verfolgung des Bestechungsskandals bekundet. Als das nichts half und im ISL-Prozess gerichtsfest dokumentiert wurde, dass 141 Millionen Franken an Sportfunktionäre flossen, zahlte die FIFA 5,5 Millionen Schweigegeld. Hat Blatter sich diese Millionen vom Exekutivkomitee absegnen lassen?</p>
<p>Blatter, so das Kalkül seiner Berater, wird fein raus sein, sollte das Exekutivkomitee seiner Bitte nicht nachkommen. Dann wird er, der an der Vertuschung mitgewirkt hat, frech behaupten: Ich wollte das Dokument ja veröffentlichen lassen, aber das Exekutivkomitee hat dagegen gestimmt und mir sind deshalb die Hände gebunden.</p>
<p>Es ist viel einfacher: Die FIFA könnte die Einstellungsverfügung, die sie ja besitzt, einfach online stellen. Und schon kann sich die Welt ein Bild davon machen. Doch momentan reicht es nicht einmal zu dieser Geste, die das morsche Gebäude weiter insWanken bringen könnte.</p></blockquote>
<p>Morgen mehr dazu. Systematischer. Besser. Mit Links, wie es sich gehört.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Tiefflug</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=im-tiefflug</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 06:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[annecy 2018]]></category>
		<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[korean air]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[samsung]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[yang ho cho]]></category>
		<category><![CDATA[yong sung park]]></category>
		<category><![CDATA[jon tibbs]]></category>
		<category><![CDATA[korruption yang ho cho]]></category>
		<category><![CDATA[kun hee lee]]></category>
		<category><![CDATA[mike lee]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10610</guid>
		<description><![CDATA[DURBAN. Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen: Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>DURBAN. <em>Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen:</em></p>
<p>Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender mit seinen Fotos verschenkt er an Freunde und Geschäftspartner. Sehr praktisch für einen Hobbyfotografen und Naturliebhaber wie Cho ist es, dass er zugleich über eine Fluglinie herrscht, neben ein paar anderen Firmen, die er besitzt und leitet. Etwa der Hanjin-Konzern, eines der größten Transportunternehmen der Welt. Chos Vater hat einst Korean Air billig von der südkoreanischen Regierung erworben, Cho hat das Unternehmen richtig groß gemacht.</p>
<p>Kürzlich war Yang Ho Cho auf Dienstreise in der Südsee, auf Neukaledonien. Auf der Rückreise von Noumea nach Seoul hatte er eine Idee: Wäre das Great Barrier Reef nicht ein packendes Motiv? Seine Gefolgschaft war begeistert. Flink handelte Cho mit der australischen Flugsicherung eine Tiefflugerlaubnis über dem größten Korallenriff der Erde aus. „Ich verhandle sowieso gerade mit den Australiern, weil die an einer Direktverbindung zwischen Cairns und Seoul interessiert sind“, sagt Cho. „Da war das schnell geklärt.“</p>
<p>Sein Jumbo drehte zwei, drei Runden über dem Naturschauspiel. „So lange, bis alle ihre Fotos geschossen hatten. Das war großartig.“ Nach einer halben Stunde ging es wieder auf Reiseflughöhe und ab nach Seoul. Freundlich erkundigt sich Cho: „Wie haben sie das eigentlich rausbekommen? Ich möchte nicht, dass das jeder weiß.“</p>
<p>Dieser Tage ist Herr Cho wieder dienstlich unterwegs. In Durban, Südafrika. Mag sein, dass er am Wochenende auf dem Rückflug nach Seoul einige Runden über den Seychellen dreht oder über den Malediven. Wenn er in Stimmung ist, warum nicht? Wenn Yang Ho Cho als Olympiasieger nach Hause fliegt, wenn er seine Mission erfüllt hat, ist vieles möglich. Auch das.</p>
<p>Herr Cho will die Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang holen. Das ist sein Job. Es geht darum, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu überzeugen. Rund 100 IOC-Mitglieder haben am Mittwoch die Wahl zwischen Pyeongchang, einem verschlafenen Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Metropole Seoul, zwischen München und dem französischen Annecy. Pyeongchang ist Favorit. Zuletzt haben die Koreaner zweimal knapp verloren: für die Winterspiele 2010 gegen Vancouver, für 2014 gegen Sotschi.</p>
<p>Als Chef des Bewerberkomitees arbeitet Cho in Durban Hand in Hand mit Südkoreas Präsidenten Lee Myung-Bak, der schon am Sonnabend anreiste, als die Hälfte der Zielpersonen noch beim IOC-Mitglied Fürst Albert in Monaco Hochzeit feierte. Herr Cho gebietet über mehrere Hundertschaften von Mitarbeitern, Lakaien, Beratern,Vasallen, Lobbyisten. Präsident Lee ist sein Star.</p>
<p>Staatspräsident Lee hat im vergangenen Jahr einen anderen Wirtschaftsfürsten nach einem Korruptionsurteil begnadigt: Kun Hee Lee, Chef des Samsung-Konzerns, der inKorea einen gottgleichen Status genießt. Kun Hee Lee wurde beauftragt, die Olympischen Spiele nach Pyeongchang zu holen. Der Samsung-Boss ist selbst IOC-Mitglied, er sponsert das IOC, etliche Weltverbände und sogar den Deutschen Olympischen Sportbund. Aber er redet nicht gern über sein Engagement. Seine Adjudanten, die ihn von rechts und links stützen, wenn Chairman Lee durch die Kongresshallen wandelt, blocken jeden Annäherungsversuch ab.</p>
<p>Es ist eine Tradition in Südkorea, dass Konzernchefs, die Bosse der mächtigen Chaebols, die meist noch in Familienbesitz sind, auch über Sportverbände gebieten. Das Sportbusiness offeriert vielfältige Kontakt- und Geschäftsoptionen. Als Seoul Anfang der 1980er Jahre die Olympischen Sommerspiele 1988 zugesprochen wurden, entließ der damalige Militär-Diktator Chun Doo Hwan die komplette Sportführung und ersetzte sie durch Wirtschaftsbosse.</p>
<blockquote><p>Samsung-Chef Lee wurde Präsident des Ringerverbandes, ich wurde Präsident des Judoverbandes, der Hyundai-Chef begann mit Reiten und Fußball, und viele andere übernahmen auch Führungspositionen &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Yong Sung Park, dessen Familie den Doosan-Konzern aufgebaut hat.</p>
<p>Herr Park, 71, beaufsichtigte 1988 in Seoul die olympischen Judo-Wettbewerbe, wurde später IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nach einer Korruptionsaffäre wurde er diese Ehrenämter wieder los. Daheim in Korea aber begnadigte man ihn: Park sollte die Winterspiele 2014 nach Pyeongchang holen. Das Vorhaben misslang sehr wahrscheinlich, weil russische Oligarchen mehr Geld gezahlt haben als koreanische Wirtschaftsführer. Die Spiele gingen nach Sotschi. Erst Vancouver, dann Sotschi. Der Kampf um die Winterspiele wurde zum Trauma für die Südkoreaner.</p>
<p>YS Park, wie sie ihn nennen, ist auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er hat eine extrem junge Mannschaft um sich geschart. Eine weltoffene Truppe, kein Vergleich zu jenen verschlossenen Teams, die sich in den vergangenen Jahren um Olympia bewarben. Klischees sind unangebracht. Korea öffnet sich weiter. Eine von Parks Mitarbeitern im NOK heißt Yeonji Kim. Sie ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern leben noch immer in Aachen, und vielleicht ist Yeonji Kim mehr Deutsche als Koreanerin. Sogar ihren ersten von zwei Weltmeistertiteln im Taekwondo gewann sie einst in Deutschland: in Garmisch-Partenkirchen, Kernregion der Münchner Olympiapläne.</p>
<p>Die Welt des Sports ist klein. Herr Park hat Yeonji Kim zuletzt für einige Wochen nach Frankfurt geschickt, damit sie von dort aus die deutschen Medien beobachtet und ihm berichtet. YS Park kennt sich selbst bestens in Deutschland aus. München, das er zwei Dutzend Mal besucht hat, zählt zu seinen Lieblings-Destinationen. Er mag deutsches Bier, hat selbst im Brauerei-Geschäft viele Millionen gemacht, und er liebt deftiges Essen. Park schwört auf Schweinshaxe im Franziskaner in München.</p>
<p>Anders als YS Park ist Bewerbungschef Yang Ho Cho ein recht scheuer Mensch. Das kann ein Problem sein für Pyeongchang. Denn Cho mag das Rampenlicht nicht. Diese verdammte Aufregung, die ihn stets packt, wenn er vor Kameras steht und das Licht angeht – er kann sie einfach nicht besiegen. Sein Team hat alles versucht. Doch Cho wird fahrig und verliert seine Lässigkeit, die ihn im persönlichen Gespräch auszeichnet. Er gerät ins Stocken, sein Englisch wirkt plötzlich sehr bescheiden, dabei hat er in den USA studiert. Terrence Burns, ein Amerikaner, der für Pyeongchang die Präsentationen vor dem IOC-Wahlvolk komponiert, hat Cho bei einer Probe vorsichtig gefragt, ob er bitte darauf verzichtenkönne, seinen Namen vom Blatt abzulesen.</p>
<p>Das fällt Herrn Cho schwer. Dagegen kann man nichts tun. Seine Berater und PR-Strategen versuchen ihn deshalb etwas abzuschotten. Das ist sehr misslich für die Bewerbung Pyeongchangs, denn auf der Seite der Konkurrenz strahlt Katarina Witt in jede Kamera und plappert munter drauflos.</p>
<p>Herr Cho hat Theresa Rah als Sprecherin verpflichtet, eine weltgewandte Diplomatengattin, die auch einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Mit Theresa Rah, mit Pyeongchangs Kommunikationschef Muchol Chin, den er wie viele andere für die Bewerbungszeit von Korean Air abgezogen hat, sowie zwei Beratern aus England, Mike Lee, und Ungarn, Laszlo Vajda, sitzt Cho am Montagnachmittag im Daruma-Restaurant an der Strandpromenade von Durban. Sie besprechen die nächsten Stunden. Die entscheidenden Stunden bis am Mittwoch ab 15.35 Uhr gewählt wird.</p>
<p>Es geht in diesen Tagen immer darum, ein so genanntes Momentum zu erzeugen. Plötzlich wird wichtig, was die Medien berichten.</p>
<blockquote><p>Ein Momentum ist, wenn Journalisten nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die Stärken &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt der Engländer Jon Tibbs, der für München arbeitet. „Dieses Momentum haben zuletzt die drei Siegerstädte London, Sotschi und Rio de Janeiro demonstriert.“ Tibbs hat für Sotschi gearbeitet. Sein großer Gegenspieler Mike Lee war für London und Rio tätig.</p>
<p>Schlechte Schlagzeilen in den letzten Tagen wären fatal, denn es geht letztlich bei Olympiabewerbungen mehr um Stimmungen, um politische Verbindungen und private Vorlieben als um Fakten. Kein IOC-Mitglied ist verpflichtet, auf der Grundlage eines IOC-Prüfberichtes zu entscheiden, der die drei Bewerbungen nach sechzehn technischen Kriterien einordnet und Stärken und Schwächen auflistet. Und das ist das Problem in diesem Wettbewerb, bei dem über Milliardeninvestitionen entschieden wird.</p>
<p>Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkkommission im vergangenen Herbst verwarnt worden, nachdem Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Dennis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Herrn Chos Fluglinie wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p>
<p>„Die Geschäftskultur in Korea ist aber schon viel transparenter geworden“, sagt Charm Lee. Der Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde hieß früher einmal Bernhard Quandt. Er kam in den 1970er Jahren aus Bad Kreuznach nach Südkorea und erhielt als erster Deutscher die koreanische Staatsbürgerschaft. Charm Lee ist ein Star in Korea, sein Leben wurde als Seifenoper aufgeführt, mit Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent. Lee sagt, das Engagement von Konzernchefs mit Korruptions-Hintergrund könne sich „auch negativ auswirken auf Pyeongchangs Bewerbung“.</p>
<p>Die Herausforderer aus Deutschland haben die Korruptionsgeschichten des Olympia-Favoriten nie öffentlich kommentiert. Inoffiziell aber haben sie gern darauf hingewiesen und dabei doch stets vergessen, dass die moderne Sportkorruption in Deutschland erfunden wurde.</p>
<p>Es war der einstige Adidas-Patron Horst Dassler, der den Weltsport seit den 1970er Jahren mit einem Geflecht der Schattenwirtschaft überzog. Zahlungen von rund 100 Millionen Euro aus seiner einstigen Marketingagentur ISL an höchste olympische Sportfunktionäre sind bestens dokumentiert. Dassler machte damals auch beste Geschäfte in Südkorea und förderte das damalige IOC-Mitglied Kim Un Yong sehr.</p>
<p>Kim ist inzwischen wegen Korruption verurteilt und aus dem IOC verstoßen. Als Kim seinen letzten großen olympischen Angriff startete und 2001 IOC-Präsident werden wollte, wurde er von Thomas Bach unterstützt, dem heutigen DOSB-Präsidenten und IOC-Vize. Bach bürgte für Kim. Früher hat Bach als Adlatus von Dassler gedient. Über derlei Zusammenhänge aber schweigen die Deutschen lieber.</p>
<blockquote><p>Auf der Zielgeraden können Bewerbungen gewonnen und verloren werden</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Mike Lee, Chef der Agentur Vero Communications. Er hat einst als politischer Campaigner bei New Labour begonnen. Gewann dann an der Seite von Premier Tony Blair 2005 auf der IOC-Session in Singapur die Olympischen Sommerspiele mit London. 2009 lotste er Brasiliens damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durch die medialen Klippen und gewann auf der IOC-Session in Kopenhagen die Sommerspiele für Rio. In Durban berät er Yang Ho Cho. „Es geht immer um das Gesamtpaket“, sagt Lee.</p>
<p>Das Gesamtpaket von Pyeongchang stimmt. Das von München auch. Dabei sind die Pakete doch totalunterschiedlich.</p>
<p>München wirbt mit vollen Stadien, Wintersporttradition und Emotionen. Ein „Festival der Freundschaft“ wolle man feiern. Zuletzt hat sich Sponsor BMW sehr stark engagiert und setzt den koreanischen Konzernen einiges entgegen.</p>
<p>Pyeongchang wirbt mit Wirtschaftskraft und den Verheißungen eines neuen Marktes. Der Slogan heißt: „Neue Horizonte“. Zwei mal erst wurden die Winterspiele auf denbevölkerungsreichsten Kontinent vergeben – aber 20 Mal nach Europa und Nordamerika. „Pyeongchang ist bereit für die Spiele und wird ein großes Vermächtnis hinterlassen“, sagt Yang Ho Cho. Er hat dem IOC versprochen, bis 2018 auch als Chef des olympischen Organisationskomitees zu arbeiten.</p>
<p>Die Kernfrage hat sich seit Jahren nicht geändert: Kann das IOC einem Bewerber, der zweimal knapp unterlag und der in zehn Jahren sämtliche Versprechen hielt und Milliardeninvestierte, ein drittes Mal absagen? Kann das IOC den koreanischen Konzernchefs, die mit Milliardensummen den olympischen Betrieb alimentieren, einen Korb geben?</p>
<p>Es kann. Aber es sieht nicht danach aus.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 18:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[christian humborg]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparency international]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10433</guid>
		<description><![CDATA[Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfältigen Lebenssachverhalte, die Deutschen und der sportpolitische [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre <a title="Die beschämende Wahrheit: was die DFB-Vertreter Zwanziger und Beckenbauer auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA</a>, die Deutschen und die <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalte</a>, die Deutschen und der <a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitische Komplex</a>, die Deutschen und der peinliche <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Bundestags-Sportausschuss</a>, durchsetzt von Wichtigtuern, Duckmäusern und <a title="tag: Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a>, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker &#8230;</p>
<p>&#8230; ach, das sind Skandale für sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.</p>
<p>Es muss dennoch immer wieder neu erzählt und kommentiert werden.</p>
<p>Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:</p>
<blockquote><p><strong>Wer schweigt, macht sich mitschuldig.</strong></p></blockquote>
<p>Und ob.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalösen Vorfällen umtosten FIFA-Kongress in Zürich unterstützte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hörbar, who knows &#8211; hörbar gab er während des Kongresses allerdings <a title="Die beschämende Wahrheit: was DFB-Vertreter auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">Lobpreisungen für die FIFA</a> zu Protokoll. In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun über seine Leib- und Magen-Blätter <a title="Bild.de: Zwanziger beruft Blatter-Gipfel ein" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">aus dem Hause Springer</a> mit, er wolle noch vor der Fußball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.</p>
<p>Wow.</p>
<p>Wenn man nicht weiter weiß oder Engagement vortäuschen will, gründet man eine Kommission – oder lädt an einen so genannten Runden Tisch.</p>
<p>Gemäß Springer-Medien will DFB-Boss Zwanziger also am 21. Juni, fünf Tage vor Eröffnung der Frauen-WM, in Frankfurt  a. M. über das Korruptionsthema diskutieren. Wobei: Von Korruption redet der DFB-Präsident ja nicht so gern. Personen wie er haben Probleme mit der Begriffsbestimmung, behaupten gern, es lägen keine Beweise vor, verstecken sich, wenn es darauf ankommt, wie auf dem FIFA-Kongress, und laden dann die üblichen Verdächtigen – die längst hätten klar Stellung beziehen können. Es aber nicht taten.</p>
<p>Es gibt verschiedene Definitionen von Korruption. Für Zwanziger und Co noch einmal die allumfassende, für den Sportbetrieb absolut ausreichende, formuliert von Transparency International:</p>
<blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p></blockquote>
<p>Das passt. Da erübrigt sich jede Diskussion.</p>
<p>Da muss man gar nicht staatstragend tun wie Zwanziger, der nun anmaßend formuliert, man wolle <em>&#8220;konzeptionelle Grundlagen für eine deutsche Position entwickeln, die anschließend mit UEFA und FIFA&#8221;</em> besprochen werde.</p>
<p><strong>Deutsche Position? Hier kann es nur eine Position geben: Für oder gegen Korruption.</strong></p>
<p>Es ist viel einfacher: Deutsche Sportfunktionäre und Sportpolitiker müssen handeln, sollten sie dazu willens, ehrlich genug und intellektuell fähig sein.</p>
<p>Sie hätten schon längst handeln können. Aber sie tun (fast) nichts.</p>
<p>Deutschland zählt in der internationalen Korruptionsbekämpfung zu den Schlusslichtern. Das Nichtstun hat System in Deutschland.</p>
<p>Beweise und Nachhilfeunterricht gefällig?</p>
<ul>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens</a></li>
<li><a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a></li>
<li><a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/" target="_self">The new power holders in world sport</a></li>
<li><a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li>
<li><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen</a></li>
</ul>
<p>Eine Initiative der bayerischen Justizministerin Beate Merk für ein <a title="Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; </a> ist 2009 grandios gescheitert – vor allem am Widerstand der Sportverbände und ihrer Lobbyisten, die beispielsweise im Sportausschuss des Bundestages sitzen.</p>
<p>Vertreter des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums spielen auf Arbeitsebene der Sportminister im Europarat und der Europäischen Union ebenfalls eine durchaus schändliche Rolle. Den BMI-Staatssekretär Christoph Bergner interessiert das Thema nicht die Bohne.</p>
<p>Die Bundesrepublik zählt zu einer alarmierenden Minderheit von Staaten, die die Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) nicht ratifiziert haben. Deutschland spielt in einer Liga mit Totaldemokratien wie Nordkorea, Somalia, Tschad, Oman, Saudi-Arabien, Myanmar – bis hin zu Kiribati und Tuvalu. Nur drei G-20-Staaten haben die UN Konvention nicht ratifiziert, nur drei EU-Staaten nicht – und nur vier OECD-Nationen. Deutschland ist Schlusslicht. Der Gipfel der Peinlichkeit.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl! <strong>Christian Humborg</strong>: <a title="Space for Transparency" href="http://blog.transparency.org/2011/05/16/in-the-fight-against-corruption-germany-falls-behind/" target="_blank">In the fight against corruption, Germany falls behind </a></li>
</ul>
<p>Christian Humborg, Geschäftsführer der deutschen Sektion von Transparency International, schrieb kürzlich: Deutschland verlangt von anderen Ländern wie etwa Afghanistan, gegen Korruption zu kämpfen, keht aber den Dreck vor der eigenen Tür nicht. Gänzlich bizarr wird es, wenn der deutsche Steuerzahler Projekte des UNCAC finanziert, die über die GTZ in Ländern wie Kolumbien, Indonesien oder Sierra Leone abgewickelt werden – Deutschland selbst aber UNCAC nicht vollends unterstützt.</p>
<p>Der Wahnsinn hat Methode. Ob bei Themen wie Abgeordneten-Bestechung – oder eben bei Korruption im Sport.</p>
<p>Die moderne Sportkorruption, man muss es immer wieder sagen, denn es ist die historische Wahrheit, wurde in Deutschland von einem Deutschen erfunden. Das System, dass der einstige Adidas-Chef Horst Dassler in den frühen siebziger Jahren geprägt und mit seiner ISL-Firmengruppe in den Achtzigern zur Blüte gebracht hat, wirkt bis heute nach. Etliche der engsten Dassler-Mitarbeiter sind noch immer in Amt und Würden. Allen voran Joseph Blatter, der FIFA-Pate.</p>
<p>Auch Jean-Marie Weber, der mehr als 141 Millionen Franken Schmiergeld an höchste Sportfunktionäre aus FIFA, IOC und anderen olympischen Weltverbänden verteilt hat, mischt noch munter mit. Er berät die IOC-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Scheich Al-Sabah (Kuwait) und Lamine Diack (Senegal). Er zählte am Mittwoch als Ehrengast des FIFA-Kongresses in Zürich zu den ersten Gratulanten Blatters. Er nahm kürzlich in Lausanne an einem Journalisten-Empfang der Münchner Olympiabewerber GmbH teil.</p>
<p>Übrigens zählte auch DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach einst zu Dasslers Vertrauten, er war zeitweise sein Adlatus, will aber nie etwas von unsauberen Machenschaften erfahren haben.</p>
<p>Und selbst die deutsche Sektion von Transparency International hinkt anderen Sektionen, etwa der in der Schweiz, meilenweit hinterher. Während TI-Sportsprecherin Sylvia Schenk inhaltlich selten auf der Höhe ist, hat die Schweizer Sektion gemeinsam mit der olympischen Dachorganisation Swiss Olympic schon vor einem Jahr einen <a title="Checkliste Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/07/checkliste-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Ratgeber für Verbände&#8221;</a> erarbeitet. Gewiss kein bahnbrechendes Dokument, als Mix aus rechtlichen Tipps, einer Korruptions-Checkliste und Fallbeispielen jedoch ein bemerkenswertes Heftchen, dass es in Deutschland nicht gibt.</p>
<p><em>(Nachtrag, 7. Juni, 14.21 Uhr: TI Schweiz macht mich per Email darauf aufmerksam, dass Frau Schenk &#8220;bei der Erstellung dieses Ratgebers massgeblich beteiligt war. Ihre Hinweise und Anmerkungen waren für den Inhalt des Ratgebers für Sportverbände mitentscheidend&#8221;. Das ist dann mal eine Überraschung.)</em></p>
<p>In Deutschland wird zudem, erst jüngst wieder in Stellungnahmen des DOSB-Präsidenten nachzulesen, das Thema &#8220;Korruption im Sport&#8221; argumentativ gern mit dem Bereich Wettbetrug gleichgesetzt. Das entspricht der politischen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Präsident Jacques Rogge kürzlich in Lausanne einen Wettgipfel abgehalten hat, bei dem es den anwesenden Politikern quasi verboten wurde, über andere Themen zu reden.</p>
<p>Die Propaganda von Sportkonzernen wie dem IOC zielt darauf ab, das Thema Korruption unter Funktionären mit all seinen Implikationen aus dem öffentlichen Blickfeld zu nehmen. Stattdessen wird die Wettmafia seit einiger Zeit als größte Geißel des Sports gebrandmarkt.</p>
<p>Ich nenne das: Irreführung mit System.</p>
<p><em><strong>Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie können etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Sponsern Sie diesen Blog oder investieren Sie in andere journalistische Arbeit, wir können gern über Rechercheprojekte reden. </strong></em></p>
<p><em><strong>Eine schöne Enthüllung ist gar nicht so teuer &#8211; man muss es nur wollen.</strong></em><br />
<a href="http://flattr.com/thing/301511/Deutschland-und-die-Korruption-Kartell-der-Schande" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>26</slash:comments>
			<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" length="2410496" type="audio/mpeg" />
		<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" length="8658432" type="audio/mpeg" />
	</item>
		<item>
		<title>The new power holders in world sport</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=the-new-power-holders-in-world-sport</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 May 2011 12:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[english posts]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[play the game]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[sotschi 2014]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wladimir putin]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokratie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10243</guid>
		<description><![CDATA[Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p><a href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011.html"><img class="aligncenter size-full wp-image-10245" title="Play the Game 2011 Cologne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/05/web_teaser.ptg2011.jpg" alt="" width="467" height="115" /></a></p>
<p><strong>Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. </strong></p>
<p>Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding office. Will he continue to dominate Russia and become president again in the coming year? Or will he yield the second presidential term to his partner Dmitry Medvedev? Is the 58-year-old Putin tired of governing? What else could tempt him? The journalistic astrologers in the Kremlin brought two possibilities into play: The job as Secretary-General of the United Nations (UN) and as the President of the International Olympic Committee (IOC).</p>
<p>Normally, such speculations would only trigger a pitying smile. IOC experts would argue calmly: To become IOC President Putin would have to become a member of the IOC first. That could, theoretically, happen at the 2012 Session in London. And then? In 2013, a new IOC President will be elected as successor of Jacques Rogge, who retires after his cycle. As said, normally Russian power plays would trigger a chuckle. In the case of Putin, however, nobody is laughing. All smiles are fixed. Fear rules.</p>
<p>Many believe that Vladimir Putin is already the most powerful man in the Olympic world – one who more or less along the way had his Romanian Judo buddy Marius Vizer elected as President of the International Judo Federation. Not to forget, of course, how Putin virtually dragged IOC chief Rogge around the circus by the nose ring at the IOC Session in Guatemala in July 2007. Putin flew in with a large entourage, met dozens of IOC Members and made all kinds of promises, most likely paid for by the oligarchs or the Gazprom Group; he bent the truth beyond recognition – and flew home as the Olympic champion. Sochi, his summer residence on the Black Sea coast, was awarded the 2014 Winter Olympic Games.</p>
<p>Since then, Putin has made a deal with Bernie Ecclestone that will bring a Formula One Grand Prix race to Sochi. The Universiade (World Student Games), a little appetiser, will be held in 2013 in Kazan. The same year Moscow will organise the World Championships in Athletics. Just recently Putin organized the 2011 World Figure Skating Championships in Moscow, within a few weeks after the event was taken away from Tokyo because of the tragic earthquake. But the biggest coup ’sports buddy’ Putin had was on 2 December 2010, in Zurich, when the Executive Committee of the world’s football federation (FIFA) awarded the World Cup in 2018 to Russia under scandalous circumstances – of course, matches will also be played in Sochi.</p>
<p>Putin created some confusion in the bidding process when he decided not to turn up in front of the FIFA Executive Committee at the beginning of December. From a distance, as an oracle, he declared that he did not want to put untimely pressure on the sport administrators. What a trick! In the weeks before, he had already met more than half of FIFA’s board members. Vyacheslav Koloskov, a long-time member of the FIFA Executive Committee, announced in Moscow long before 2 December that the decision was made – in favour of Russia, of course.</p>
<p>So it eventuated. And while FIFA President Joseph Blatter in Zurich announced Russia and Qatar (2022) as winners, Putin was already sitting on a plane to Switzerland. In the evening the stage was his alone. In front of the assembled world press, he buoyantly took the steps to the podium and gave a casual greeting in Swiss-German. Putin took the journalists’ questions in barely one hour. He demonstrated his power; he celebrated his success.</p>
<p>On all-sports projects in Russia, of which many swallow up several dozen billion Euros from public funds, especially the big wigs of Putin&#8217;s power structure and those oligarchs, who subordinate to his will, are going to benefit. One of these oligarchs, Roman Abramovich, owner of FC Chelsea, postured in Zurich at friendly photo sessions, not only with Putin. &#8220;I expect Mr Abramovich to invest in this project,&#8221; Putin pontificated. The Russians laughed loudly.</p>
<p>The oligarchs’ so-called investments will be compensated by the state through all sorts of privileges and benefits – so there is a guaranteed profit at the bottom line. This is the case for Abramovich and the World Cup, just as it is for the billionaire Oleg Deripaska, who not only owns a castle-like property in Sochi, but who is also going to build the port and run other projects, or the Gazprom group, which is responsible for most of the Olympic alpine routes in the North Caucasus.</p>
<div id="attachment_5638" class="wp-caption aligncenter" style="width: 438px"><img class="size-full wp-image-5638" title="(c) Government of Russia" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo41.jpg" alt="(c) Government of Russia" width="428" height="360" /><p class="wp-caption-text">(c) Government of Russia</p></div>
<p>According to FIFA no one knew the outcome of the World Cup vote because the results were allegedly kept by the notary of the city of Zurich in sealed envelopes until President Blatter opened them on live-television. However, half an hour before the announcement television station Al Jazeera, based in Doha, Qatar, reported the winner of the World Cup 2022. And Dmitry Chernyshenko, CEO of the Winter Games in Sochi, tweeted, minutes before Blatter took the note with &#8220;Russia&#8221; written on it from the envelope: &#8220;Yesss! We are the champions! Hooray!!!!&#8221;</p>
<p>They all knew. Not only Al Jazeera, not only Chernyshenko. Even Putin. Hamad bin Khalifa Al-Thani, the Emir of Qatar, to whom Blatter has been obligated for one and a half decades, was already sure of victory and timely flown in.</p>
<p>On 2 December 2010, when Russia and Qatar became World Cup hosts, a special chapter was written in sports history. Not so much because FIFA thereby opened up new markets, but mainly because these decisions were surrounded by incredible corruption rumours. When those 140 million Swiss francs, which were once paid by the sports marketing agency ISL/ISMM to high IOC and FIFA officials, was the largest fraud scheme of Olympic sports so far – a scheme which ran brilliantly for decades and during which those responsible, bribe donors and bribe recipients, were not criminally prosecuted –, this FIFA World Cup decision could be the largest single case of corruption in sports history.</p>
<blockquote><p><strong>several related posts:</strong></p>
<ul>
<li><a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022</a></li>
<li><a title="Whistleblower Waleri Morosow: &quot;Es wird Blut fließen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/" target="_self">Whistleblower Waleri Morosow: “Es wird Blut fließen&#8221;</a></li>
<li><a title="Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/10/russland-vancouver-und-sotschi-2014-abschied-vom-elbrus/" target="_self">Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus</a></li>
<li><a title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</a></li>
<li><a title="Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/16/sepp-zu-gast-bei-putin-i-am-really-glad-that-you-greet-me-as-a-friend/" target="_self">Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;</a></li>
<li><a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow</a></li>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
<li><a title="Россия 2018: готова вдохновлять" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Россия 2018: готова вдохновлять</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>&#8220;Corruption is the abuse of entrusted power for private gain,&#8221; goes the definition of the non-governmental organisation Transparency International. It is this corruption concept that is seen here: Russia, not only the Gazprom Group, and Qatar have invested several hundred million Euros in the bidding campaigns. There is only a small probability that evidence showing how Russia and Qatar have bought votes can ever be presented. Russia and Qatar are not exactly model democracies – they guarantee confidentiality.</p>
<p>The show in Zurich reached its absurd climax when Putin, of all people, criticized English media’s corruption revelations as &#8220;unacceptable&#8221;. But the English bidders were not the only ones who angrily claimed that they had been cheated. &#8220;Do you believe that?&#8221; someone wanted to know from Putin. He grinned. &#8220;No.&#8221; One word was enough.</p>
<p>The brutality with which the bidding offers from Russia and Qatar were carried through has shocked even savvy business men in this industry, and this highlights the tectonic shifts of power in world sport for every observer: Western Europe and North America, once the dominant regions of sports policy, are continuing to lose influence. The new power holders are Russian oligarchs and ‘super democrats’ like Putin, Chinese Communist Party bosses, Arab oil sheikhs and various other potentates, for example, of the former Central Asian Soviet republics, where many highly decorated sports administrators work as drug barons and close companions of the dictators – like <a title="† Anwar Chowdhry" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%E2%80%A0-anwar-chowdhry/" target="_self">Gafour Rakhimov in Uzbekistan</a>, Vice President of the International Amateur Boxing Association, AIBA, Vice President of Olympic Council of Asia (OCA) and, according to FBI files, head of the drug cartel in Central Asia.</p>
<p>At the moment there is not much talk in the public of the Chinese Communist Party bigwigs who, back in 2008, successfully organised the Olympic propaganda games in Beijing, but insiders expect attacks on the power base sooner rather than later – maybe even the candidacy of the Chinese-born Ng Ser Miang (Singapore) for the IOC presidency as early as the Session in Buenos Aires in 2013. One thing is clear: These powers have untold economic resources which they can deploy as targeted. Sport offers many ways to gain prestige and influence, to launder money and, sometimes even, like the Emirate of Qatar, with military precision, to reconstruct an entire country as an international hub and a new Olympic centre. Right now the Qataris are aiming to acquire the 2017 World Championships in Athletics. Doha instead of Lausanne as the &#8220;Capitale Olympique&#8221; – that is the agenda.</p>
<p>One can easily find the slogan on many billboards in Doha and even in official publications:</p>
<blockquote><p><strong>Inspiring Qatar: The new global sports capital</strong></p></blockquote>
<p>Let us have a look at the list of the major upcoming events. Admittedly, 2012 will see the Olympic Summer Games in London, but not much more remains for the old Great Powers in the next few years. In 2012 the European Football Championship will be in Poland and Ukraine; in 2014 the Olympic Winter Games in Sochi and the football World Cup in Brazil; in 2016 the Summer Games in Rio de Janeiro; in 2018 the football World Cup in Russia and surely the Olympic Winter Games in Pyeongchang (South Korea), the latter is the likely outcome when the IOC takes its decision in Durban on 6 July. In 2020 the Summer Games could be held in Turkey (Istanbul) or could, for the first time, be held in Africa. In 2022 the World Cup in Qatar. In 2026, the Chinese will go for the World Cup by all means. In 2030, for the centennial celebration, the World Cup will very likely be awarded to Argentina and Uruguay.</p>
<p><strong>What then, Europe? </strong></p>
<p>In 2034, it could work out with the World Cup – in two and a half decades.</p>
<p><strong>What then, USA?</strong></p>
<p>The Americans are, after George W. Bush’s scorched earth policy, two disastrous Olympic defeats (New York 2012, Chicago 2016) and numerous other sports political bankruptcies, in such a state of shock and have no qualified sports administrator that they do not dare to make a new bid for 2020.</p>
<p>The continental distribution of mega-events in the coming years is only one argument; there are more: Those who analyse the key positions in Olympic associations will also find a movement towards new power structures.</p>
<blockquote><p><strong>Søren Bang: <a title="Play the Game: Western countries are losing the race for major sporting events  " href="http://www.playthegame.org/news/detailed/western-countries-are-losing-the-race-for-major-sporting-events-5156.html" target="_blank">Western countries are losing the race for major sporting events</a></strong></p></blockquote>
<p>Take FIFA: Just recently, in early January, long-standing Vice President Chung Mong-Joon (South Korea), a billionaire from the Hyundai-dynasty, was replaced by 35-year-old Jordanian Prince Ali, the brother of King Abdullah II. Although it is not blessed with gushing oil wells and gas stocks like Qatar and Russia, the Jordanian royal family provides a breathtaking Olympic Performance: Princess Haya, sister of Prince Ali and second wife of the ruler of Dubai, has been the President of the International Federation for Equestrian Sports since 2006 and, in that capacity, an IOC Member. Her brother, Feisal, President of the NOC of Jordan, was also sworn in as an IOC Member a year ago in Vancouver. The most powerful Olympic family is sitting in Amman.</p>
<p>Not far away in the microstate of Qatar, Emir Hamad and his childhood friend, Mohamed Bin Hammam, are tinkering with the most spectacular takeover of the year – maybe of the decade. Bin Hammam will challenge the incumbent Joseph Blatter on the 1st of June at the FIFA Congress in Zurich. Blatter, the man whom he evidently provided votes, bought with money from the Emir in two very dirty election campaigns votes – in 1998 against Lennart Johansson (Sweden) and in 2002 against Issa Hayatou (Cameroon). Bin Hammam is said to have ensured support from 70-80 of the 208 national associations in FIFA already. One month remains to get about 30 more votes.</p>
<p>According to all the news and gossip from the concrete desert Doha, nothing seems impossible. One rule dominates the environment: Everything is for sale. Who would know that better than Bin Hammam, who is on FIFA&#8217;s Finance Committee, and who has been controlling the development program for a decade – and on top of that also distributes the money of the Emir, especially among poor nations in Africa and Asia. Who would know that better than Vladimir Putin, the wannabe IOC-President?</p>
<p>Since 2 December 2010, anything is to be believed, and the worst, disturbingly, is to be expected. Putin was, apropos, asked what he could still want after so many successes in the sports arena. &#8220;Russian victory,&#8221; he said. He cannot get enough. Then he left the podium after delivering a piece of folk wisdom: &#8220;Here in Russia we say: One who doesn&#8217;t take risks, never gets to drink champagne!&#8221;</p>
<p><em>geschrieben für <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/the-new-power-holders-in-world-sport-5157.html" target="_blank">Play the Game</a></em><a href="http://flattr.com/thing/183578/The-new-power-holders-in-world-sport" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Roland Rino Büchel: Offener Brief an FIFA-Boss Joseph Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 18:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JW</dc:creator>
				<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[waca]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[roland dino büchel]]></category>
		<category><![CDATA[svp]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10112</guid>
		<description><![CDATA[LAUSANNE. Der ehemalige ISL-Manager und heutige SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel hat Seiner FIFA-Heiligkeit Joseph Blatter einen Offenen Brief geschrieben, den ich mit Büchels Zustimmung gern zur Kenntnis gebe. via Nation of Swine/Carlos Hanimann, vielen Dank auch für das schöne Wort &#8220;Wahrheitsallergiker&#8220;, das ich flink mal in meine Tag-Liste aufnehme Internationale Sportfunktionäre sind schwer korrupt Die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>LAUSANNE. Der ehemalige ISL-Manager und heutige SVP-Nationalrat <a title="www.rolandbuechel.ch" href="http://www.rolandbuechel.ch/" target="_self">Roland Rino Büchel</a> hat Seiner FIFA-Heiligkeit Joseph Blatter einen Offenen Brief geschrieben, den ich mit Büchels Zustimmung gern zur Kenntnis gebe.</p>
<p><em>via <a title="Nation of Swine" href="http://nationofswine.ch/2011/01/12/der-mann-in-blatters-nacken/" target="_blank">Nation of Swine</a>/Carlos Hanimann, vielen Dank auch für das schöne Wort &#8220;<a title="Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Wahrheitsallergiker</a>&#8220;, das ich flink mal in meine Tag-Liste aufnehme</em></p>
<blockquote><p><strong>Internationale Sportfunktionäre sind schwer korrupt</strong></p>
<p>Die Weltwoche gab FIFA-Präsident Sepp Blatter vor Weihnachten die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge auf einem halben Dutzend Seiten auszubreiten. Die FIFA sei nicht korrupt, war seine Kernaussage.</p>
<p>Eine Replik ist angebracht. – Der Brief an FIFA-Präsident Sepp Blatter:</p>
<p><em>Bern, 11. Januar 2011</em></p>
<p>Geschätzter FIFA-Präsident, lieber Sepp</p>
<p>Kürzlich gaben Sie der Weltwoche ein Mammut-Interview. Als ob das nicht genug wäre, doppelten Sie in den Schweizer Tageszeitungen flächendeckend nach. Am Tag vor Weihnachten sagten Sie auf DRS 1, dass Sie auf den Friedensnobelpreis aspirierten. Genauer: nicht Sie selbst, sondern die FIFA.</p>
<p>Ich beziehe mich nicht auf das lange Gespräch am Radio, sondern auf das Geschriebene. Dazu gehört auch Ihr grosses Interview vom Berchtoldstag: In der Sonntagszeitung kündigten Sie allerhand an. Von all dem wären zwei Aussagen relevant. Falls sie den Tatsachen entsprächen.</p>
<p>Behauptung Nummer eins: „Roland Büchel fordert mehr Staat im Sport.“ Das ist Humbug. Ich richte mich auf Walliserdiitsch an Sie und frage: Wer hat Ihnen diesen „blaggruschtig“ erzählt?</p>
<p>Was ist eigentlich Sache? – Genau das Gegenteil von dem, was Sie vermelden. Staatliche Hyperaktivität ist nicht das, was ich will. Sondern mehr Eigenverantwortung bei den internationalen Sportverbänden. Meine Motion gibt den Milliardenkonzernen FIFA, IOC und, falls nötig, UEFA bis Ende 2011 Zeit, das leidige Problem mit ihren korrupten Spitzenfunktionären anzugehen und zu regeln.</p>
<p>UEFA-Präsident und FIFA-Vize Michel Platini will die Arbeit auslagern. Er verlangt eine Anti- Korruptions-Sport-Polizei: „Was wir brauchen, ist ein länderübergreifendes Instrument, eine internationale Sportpolizei“, liess er deutsche Medien wissen. Wir sind uns einig: Die Version Platini würde definitiv mehr Staat im Sport bedeuten.</p>
<p><strong>FIFA-Funktionäre sind korrupt</strong></p>
<p>Behauptung Nummer zwei: „Die FIFA ist nicht korrupt.“ Ihnen ist klar, wie wenig ich von dieser Aussage halte. Bern denkt gleich. Sowohl der Bundesrat als auch der Nationalrat. Nur nebenbei: Im Nationalrats-Saal werden an den Sessions-Donnerstagen jeweils zuerst die WOZ und die Weltwoche gelesen. Das berühmte Exemplar des Köppel-Magazins mit Ihrem Bild auf der Titelseite lag ganz oben auf den Pulten der Parlamentarier. Ihr Blick, Sepp, ist in die Ferne gerichtet. An allen vorbei. Und an allem. Die Schlagzeile darunter: „In der FIFA gibt es keine Korruption.“ Das war im Dezember 2010.</p>
<p>Im Interview geben Sie sich nuancierter als auf dem Titelblatt: „Es gibt keine systematische Korruption in der FIFA“, lauten ihre Worte dort.</p>
<p>Macht es Sinn, gemäss Chaosprinzip zu schmieren, anstatt mit System? Ich weiss es nicht. Bestechung ist so oder so ein diffiziles Business. Vor ein paar Wochen lief bei der FIFA so ziemlich alles aus dem Ruder: Journalisten von der Sunday Times liessen einen Nigerianer und einen Fussballfunktionär aus Tahiti, beide Mitglieder Ihres Exekutiv-Komitees, in die Falle tappen. Zur Hälfte wenigstens. Der Afrikaner hätte seine Stimme für rund 800‘000 Franken verkauft, der Mann aus der Südsee für drei Millionen Neuseeland-Dollars. Soviel zu den Fakten.</p>
<p>Nun zum Amüsanten. Oder zum Traurigen, je nach Sichtweise. Kürzlich traf ich einen westafrikanischen Minister. Er trat mit ernster Miene auf mich zu: „Ich schäme mich für Afrika.“ Ich verstand nur Bahnhof. Denn für mich war klar, dass wegen eines einzigen käuflichen Funktionärs nicht ein ganzer Kontinent an den Pranger zu stellen ist.</p>
<p>Doch Son Excellence insistierte. Der Mann schämte sich wirklich abgrundtief. „Es ist ein Skandal. Schauen Sie, Monsieur Roland, unser Freund aus dem riesigen Nigeria wollte seine Stimme tatsächlich für drei Mal weniger Geld hergegeben als der Typ aus dem kleinen Tahiti in der Südsee. Wir Afrikaner kennen unseren Wert nicht. Es ist eine Schande.“</p>
<p><strong><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">140‘785‘618.93 Franken Schmiergeld</a></strong></p>
<p>Nehmen oder nicht nehmen? Diese Frage stellen sich hohe Sportfunktionäre seit ein paar Jahren. Und, falls ja, wie viel? Wie gross ist der Kuchen, und wie wird er aufgeteilt? Dazu wissen wir heute: In den letzten zwölf Jahren ihrer Existenz zahlte allein die Sportrechteagentur ISL 140‘785‘618.93 Franken reines Schmiergeld. Die Gegenleistung? Null. Über diese Tatsache müssen wir nicht lange diskutieren; alles ist gerichtsfest bewiesen. Hohe und höchste Sportfunktionäre haben genommen. Die ISL gab und ging bankrott.</p>
<p>Am 30. November 2010 brachte die Sendung Panorama auf BBC 1 eine Liste mit Namen von korrupten Spitzenfunktionären an die Öffentlichkeit. Jemand hatte sie dem wohl bekanntesten aller journalistischen Wadenbeisser zugespielt: Auf Andrew Jennings‘ Tabelle sind 175 Zahlungen fein säuberlich aufgelistet. Unter dem Strich resultiert eine dreistellige Millionensumme für Repräsentanten des Sports.</p>
<p>Mindestens drei Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees und drei IOC-Mitglieder nahmen Bakschisch aus der Schweiz entgegen. Der OK-Präsident der kommenden Fussball-WM in Brasilien, um nur ein Beispiel zu nennen, erhielt einen zweistelligen Millionenbetrag: Ricardo Teixeira gehört zu den Mächtigen unter den 24 FIFA-ExCo-Mitgliedern. Doch das muss ich Ihnen nicht erklären.</p>
<p><strong><span id="more-10112"></span>Jennings‘ List</strong></p>
<p>Trotz Jennings‘ List: Mehr als 90 Prozent der Endempfänger dieser Bestechungsgelder sind bis heute nicht bekannt. Nicht einmal jene vom folgenden konkreten Fall: Richter Marc Siegwart schilderte vor dem Zuger Strafgericht eindrücklich, wie Schmiergeldzahlungen in Sportkreisen abgewickelt werden.</p>
<p>Von den involvierten Individuen über die Briefkastenfirmen bis hin zu den Koffern voller Scheine ist alles ominös. Der Magistrat fantasiert nicht, wenn er sagt, dass Fr. 5‘873‘224.&#8211; zuerst auf die British Virgin Islands gesandt und dann aus der Karibik an eine Anstalt in einem kleinen Fürstentum überwiesen wurden. Dort hob es ein innerschweizer Anwalt in bar ab und übergab die Scheine an einen der ISL-Bosse. Jener spielte den Pestalozzi. Und verteilte. Entweder an Mittelsmänner oder an die Endempfänger aus den Sportverbänden.</p>
<p>Herr Blatter, weshalb wollen Sie nicht wissen, welche von Ihren Kompagnons sich diese knapp sechs und weitere 120 namenlose Millionen unter den Nagel gerissen haben? Weshalb interessiert es Sie nicht, was für unsaubere Typen die wichtigsten Entscheide in Ihrem Milliardenkonzern treffen?</p>
<p>Ich verstehe Franz Beckenbauer, dass er seinen Rücktritt aus Ihrem Exekutiv-Komitee gegeben und verkündet hat: „Mein Vertrauen in die FIFA ist eingeschränkt.“ Und heute lese ich in den Zeitungen, dass der ehemalige Präsident des Deutschen Bundesgerichtshofs nicht mehr Mitglied der Ethik-Kommission ist. Für Prof. h.c. Dr. iur. Günter Hirsch ist klar, „dass die Verantwortlichen der FIFA kein wirkliches Interesse daran haben, eine aktive Rolle bei der Aufklärung, Verfolgung und Vorbeugung von Verstössen gegen das Ethikreglement der FIFA zu spielen.“</p>
<p>Die Mitglieder aus Guam, Namibia, Panama, dem Senegal, Kolumbien, Papua-Neuguinea sowie der Präsident aus dem Ticino verbleiben im Amt.</p>
<p><strong>Family Business</strong></p>
<p>Sie bezeichnen die FIFA oft und gerne als Familie. Dass meine Kollegen im Eidgenössischen Parlament dabei an eine etwas spezielle sizilianische Familienform denken, dürfen Sie ihnen nicht übel nehmen. Ich komme eher auf ein anderes Modell: <a title="&quot;We are the Blatter family!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/10/sudafrika-tag-6-we-are-the-blatter-family/" target="_self">die Walliser Sippe</a>. Ihr Neffe Philippe Blatter ist Präsident und CEO der Sportrechte-Agentur Infront. Die Zuger Firma hat sich die Filetstücke aus der kunstvoll sezierten ISL ergattert.</p>
<p>Ihr jüngerer Bruder, Prof. Prof. h.c. Marco Blatter, ist Chefpromotor der möglichen Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 oder 2026. Der ehemalige Direktor von Swiss Olympic trägt gleich zwei Ehrenprofessorentitel. Sie wurden ihm von bulgarischen Universitäten wegen seiner Verdienste für „Fairplay und Ethik in der Sportbewegung“ verliehen.</p>
<p>Sepp, Ihre Familie ist Ihnen heilig. Sie haben es in der Hand, dafür zu sorgen, dass die beiden Blatters einen guten Job erledigen können. Oder wollen Sie, dass auch Ihre engsten Verwandten mit deren Firmen und Projekten gegen die Wand fahren, nur weil sie Abermillionen in korrupte Funktionäre investieren müssen?</p>
<p><strong>Hofierende Nationalräte im FIFA-Palast?</strong></p>
<p>Themawechsel und zurück in die Bundeshauptstadt: Im Weltwoche-Interview schiessen Sie auf Gegner, die Sie in Bern zu haben glauben. „Bevor uns einzelne Nationalräte öffentlich kritisieren, sollen sie doch zuerst hierherkommen. Jeder ist herzlich eingeladen“, verkünden Sie. Schliesslich würden sogar Staatschefs bei Ihnen im FIFA-Palast zu Zürich „antichambrieren“ und „hofieren“. Schön. Und gut, dass wir 200 Nationalräte das nicht tun.</p>
<p>Auch ich lade Sie herzlich ein: Kommen Sie nach Bern. Spüren Sie die Stimmung im Parlament. Erfahren Sie aus erster Hand, warum Mitglieder aller Fraktionen meine Motion unterschrieben haben. Und weshalb sogar der Bundesrat von „Machenschaften“ innerhalb der internationalen Sportverbände schreibt.</p>
<p>Geschätzter Sepp, ich bin überzeugt, dass es in dieser leidigen Korruptionsaffäre eine Lösung braucht. Für die Sportler und den Sport ist sie noch wichtiger als für Sie persönlich. Der Schlüssel für eine Lösung liegt in Ihren Händen. Packen Sie die Chance, räumen Sie auf.</p>
<p>Das neue Gremium, welches Sie auf Juni 2011 angekündigt haben, soll mit „Promis“ bestückt werden. Doch es braucht andere Leute. Nämlich solche, die das Business kennen. Ich sage es Ihnen schon heute: Die Gesetzgeber in Bundesbern geben sich mit einem zahnlosen Ausschuss nicht zufrieden.</p>
<p>Die parlamentarische Frist für brauchbare Resultate aus den internationalen Verbänden kennen Sie: Der 31. Dezember 2011 ist das Datum der Deadline. Auch für die FIFA.</p>
<p>Respektvoll,</p>
<p>Roland Rino Büchel</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/01/12/roland-rino-buchel-offener-brief-an-fifa-boss-joseph-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 14:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[journalisten-darsteller]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[mastercard]]></category>
		<category><![CDATA[roger köppel]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[visa]]></category>
		<category><![CDATA[weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[carlos hanimann]]></category>
		<category><![CDATA[lügen]]></category>
		<category><![CDATA[nation of swine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10020</guid>
		<description><![CDATA[Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben. Journalisten-Darsteller Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich mal wieder als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen: &#8220;Arroganz des [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<style type='text/css'>
.content-box {float: right;font-size: 90%;background: #e8e8e8;margin: 0.5em 3px 0.5em 1em;padding: 8px;max-width: 212px;border: 1px solid #bbb;border-radius: 5px;box-shadow: 2px 3px 4px rgba(0, 0, 0, 0.25);}
.content-box.fullwidth {float: none;max-width: 90%;margin: 1em auto;}
.content-box h3 {text-align: center;font-size: 110%;color: #666;background: #CCC;border-bottom: 1px dotted #888;border-radius: 4px 4px 0 0;margin: -8px -8px 8px;padding: 5px;}
.content-box ul {list-style: square outside !important;margin: 0.5em 0 !important;padding: 0 0.5em 0 1.5em !important;}
.content-box li {margin: 0 !important;padding: 0 0 4px !important;}
</style>
<p>Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben.</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Journalisten-Darsteller</span> Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich <a title="Weltwoche: &quot;Ich brachte menschliche Wärme&quot;" href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2007-21/artikel-2007-21-ich-brachte-menschliche-waerme.html" target="_blank">mal wieder</a> als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen:</p>
<ul>
<li><a title="weltwoche.ch" href="http://www.weltwoche.ch/weiche/artikel-fuer-abonnenten.html?hidID=539984" target="_blank">&#8220;Arroganz des Abendlandes&#8221;</a>.</li>
</ul>
<p>[<em>So weit ich sehe, ist das Textlein hinter einer Paywall verschwunden, das ist vielleicht ganz gut so.</em>]</p>
<p>Ich weiß gar nicht, ob de Gregorio noch für den Blick tätig ist, der längst wieder zur Blatter-Liebespostille verkommen ist. Nachdem dort zwischenzeitlich auch solche Doppelseiten zu lesen waren (<a title="Blick, 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/isl-blick-31032008.pdf  " target="_blank">&#8220;Das perfekte Verbrechen&#8221;</a>), wird im Blick so gedichtet, wie ich es <a title="live-Blog aus Zürich: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/" target="_self">jüngst</a> bereits zitierte:</p>
<blockquote><p>Blatters Erfolgsrezept ist ein anderes. Was ihn so unwiderstehlich charismatisch macht, sind zwei Dinge: Bescheidenheit und Demut.</p>
<p>Bescheidenheit und Demut. Es sind die einfachen, die banalen Dinge, die sein gewaltiges Charisma ausmachen.</p>
<p>Diesen Geist trägt er ins FIFA-Haus. Der Verband wird zur Familie.</p>
<p>Natürlich weiß auch ich um die Bestechungsvorwürfe in diesem Haus. Doch das ist ein anderes Thema, dessen Hintergründe ich nicht kenne. Deshalb lasse ich die Finger davon.</p></blockquote>
<p>In diesem Sinne ist gewiss auch das Elaborat der Weltwoche zu verstehen. Denn im Kern geht es doch wohl um diese Behauptung des Patrons aus dem Wallis:</p>
<blockquote><p>Es gibt keine <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">systematische Korruption</a> in der FIFA. Das ist <a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Unsinn</a>.</p></blockquote>
<p>Oh.</p>
<p>Flink nochmal die alten Bestechungszahlen aus dem ISL-Komplex, die folgenlos blieben, die neuen kennt man noch nicht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-9842" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="477" height="432" /></p>
<p>Ob der Sepp, der <a title="eurosport-yahoo-sport" href="http://de.eurosport.yahoo.com/09122010/73/int-fussball-wende-blatter-gesteht-fehler.html" target="_blank">gerade ein weiteres Interview</a> lancieren ließ und das FIFA-Image gern aufpolieren würde, schon an <a title="Wikipedia: Pseudologie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudologie" target="_blank">Pseudologie</a> leidet? Keine Ahnung, dann wäre dringend ein Besuch beim Arzt seines Vertrauens oder beim Generalstaatsanwalt angebracht. Sagen wir es mal so, vorsichtiger: Die Wahrheitsbeugungen, die Blatter begeht, müssen erst noch gezählt werden.</p>
<p>Zum Beispiel jammert er ja, man würde ihn nicht zum ISL-Komplex fragen. Sepp greint:</p>
<blockquote><p>Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile.</p></blockquote>
<p>Oh.</p>
<p>Wie oft ich ihn dazu seit 2001 befragt habe, das zu zählen, würde mich Jahre kosten.</p>
<p>Mensch, Sepp, wir haben das doch sogar beim Bier (Radeberger) besprochen, schon vergessen?</p>
<p>Egal, ich kann mich noch sehr gut an ein echtes Interview erinnern, das wir im Mai 2001 in Zürich geführt haben, und das ihn so mitnahm, dass er eine Pause machen musste. Damals hat er mir, darf man sagen: <a title="Interview BLZ vom Mai 2001" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0529/sport/0003/index.html" target="_blank">versprochen?</a></p>
<blockquote><p>Ich bin nicht bestechlich. Da können Sie mir beide Hände abhacken.</p></blockquote>
<p>Was der Sepp so sagt.</p>
<p>Hoffentlich hören sie das nicht in Katar. Nicht dass da noch jemand zum Beil greift.</p>
<p>Mehr möchte ich gar nicht verlinken. Das Blog ist voll von Beispielen, dass Sepp regelmäßig gefragt wurde. Auf Youtube habe ich im Laufe der Zeit auch einiges hochgeladen. Und in meinem Film <a title="The Untouchable" href="http://www.jensweinreich.de/filme/the-untouchable/" target="_self">&#8220;The Untouchable&#8221;</a> (Schweden/Dänemark 2004), aus dem sich gerade wieder viele Szenen in der jüngsten Dokumentation des Schweizer Fernsehens finden (wie auch einer meiner Youtube-Clips), spielte das ISL-Thema selbstverständlich eine Rolle.</p>
<ul>
<li><a title="SF1 DOK" href="http://www.sendungen.sf.tv/dok/Sendungen/DOK/Archiv/Koenig-Fussball-Kaiser-Sepp" target="_blank">&#8220;König Fußball, Kaiser Sepp&#8221;</a> von Beat Bieri und Belinda Sallin:</li>
</ul>
<p><object style="width: 448px; height: 270px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="width: 448px; height: 270px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413" allowfullscreen="true" quality="high" data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/794ed992-cf9e-431c-ac63-3dd6ac176413"></embed></object></p>
<p>Bitte mal lesen:</p>
<ul>
<li>Sepp Blatters Wahrheitsbeugungen und Wahrnehmungsstörungen &#8211; Carlos Hanimann <a title="Nation of Swine" href="http://nationofswine.ch/2010/12/09/blatter-%C2%ABin-der-fifa-gibt-es-keine-korruption%C2%BB/" target="_blank">hat mit dem Zählen begonnen</a>.</li>
</ul>
<p>Sepp sagt zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Es gibt vor allem einen Mann, den Engländer Andrew Jennings, einen besessenen Anti-Blatter-, Anti-Fifa-Journalisten. Er verfolgt mich seit zwölf Jahren. Und er hört nicht auf, gegen mich und die Fifa zu schiessen. Es ist jedoch nicht an mir zu beurteilen, ob seine Berichterstattung einen Einfluss auf den Ausgang der WM-Vergabe hatte.</p>
<p>[<em>Stichworte von Köppel/de Gregorio</em>] <strong>Warum gehen Sie nicht gerichtlich gegen die Verunglimpfungen vor?</strong></p>
<p>Es ist systematisch. Das System wirkt über den englischen Kanal hinweg. Im Schlepptau von Jennings schreiben die deutschen Journalisten Jens Weinreich und Thomas Kistner. Dann gibt es ein paar Schweizer, die das kritiklos nachbeten. Was kann man dagegen unternehmen? Ich argumentiere, es gibt Gerichtsentscheide, die Klartext reden, aber die Argumente werden von diesen Kritikern nicht einmal zur Kenntnis genommen. Sie wärmen uralte Vorwürfe auf und wiederholen sie. Doch die Vorwürfe stimmen nicht. Die jüngste, glasklare Wahl der WM-Orte hat aufgezeigt, wie sehr sich diese extreme Fifa-Kritik auf dem Holzweg befindet. Ich finde es so kleinlich, was hier geschrieben wird. Ich staune, dass sogar qualitativ anspruchsvolle Verlage das überhaupt noch abdrucken.</p>
<p>[<em>Stichworte von Köppel/de Gregorio</em>] <strong>Das Schweizer Fernsehen versuchte kürzlich in einer Dokumentation nachzuweisen, dass in der Fifa bestochen und betrogen wird.</strong></p>
<p>Man stürzt sich auf uralte Kamellen im Zusammenhang mit dem Konkurs der Sportvermarktungsfirma <a title="alle Beiträge zur ISL-Korruption" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">ISL/ISMM</a>. Ich wüsste nicht, was man der Fifa vorwerfen könnte. Nichts, was von juristischer Bedeutung wäre, ist dort geschehen. Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile. (&#8230;)</p>
<p><small>Quelle: www.weltwoche.ch</small></p></blockquote>
<p>Ganz davon abgesehen, dass mir Blatter offenbar die Honorare nicht gönnt: Die Chuzpe vom Sepp und seinem als Generalsekretär schauspielernden <em>Lügenbaron</em> (diese Bezeichnung trifft für sein Verhalten in der Visa/Mastercard-Sache gewiss zu) Jérôme Valcke sucht schon seinesgleichen. Die Herren drehen nach der Skandal-Entscheidung vom vergangenen Donnerstag völlig ab, bezeichnen die WM-Vergabe als totaltransparent und wähnen sich als Sieger der Geschichte. Als Herren des Universums.</p>
<p>Schaun mer mal.</p>
<p>P.S. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas zu weit führt, aber den Begriff Lügenbaron würde ich doch flink mal mit einigen Passagen und Links zum Visa-Mastercard-Skandal unterminieren. Warum eigentlich nicht. Denn dieser Fall verdeutlicht doch einmal mehr, dass diesen Typen einfach nicht zu trauen ist. Achtung, Kommentar, Meinungsäußerung, nachfolgend belegt: <em>Sie lügen, dass sich die Balken biegen.</em></p>
<p>Valcke war damals FIFA-Marketingchef, <a title="FIFA fires four execs after MasterCard mess" href="http://sports.yahoo.com/soccer/news?slug=fifafirings" target="_blank">wurde</a> <a title="FIFA-Pressemitteilung Dezember 2006" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/releases/newsid=108638.html" target="_blank">gefeuert</a>, kam wenige Monate später als <a title="FIFA.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=540197.html" target="_blank">Generalsekretär</a> wieder, und der Sepp stellte es doch tatsächlich so dar, als sei Valcke nie gefeuert worden.</p>
<p>Eine feine Analyse dazu gab es mal im Independent:</p>
<ul>
<li><a title="The Independent" href="http://www.independent.co.uk/news/people/profiles/jr244me-valcke-he-scored-the-worstever-own-goal-now-hes-running-football-398086.html" target="_blank">Jérôme Valcke: He scored the worst-ever own goal. Now he&#8217;s running football</a> - He lost his job in marketing at Fifa after a judge ruled he had lied over a sponsorship deal. But 10 months on, he&#8217;s the boss. David Owen hears his comeback story</li>
</ul>
<p>Im Original liest sich das <a title="findlaw.com" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CC0QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Ffl1.findlaw.com%2Fnews.findlaw.com%2Fhdocs%2Fdocs%2Fsports%2Fmastercardfifa120706opn.pdf&amp;ei=69IATd73HI2MswaglvjyDg&amp;usg=AFQjCNEcSDUzVNAyXQ2N_ZtQspHuYgrkrg&amp;sig2=uMGJn6YFiYBdbH7bfnCFmQ" target="_blank">im ersten Urteil</a> so:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>FIFA’s negotiators <strong><em>lied repeatedly</em></strong> to MasterCard, including when they assured MasterCard that, consistently with MasterCard’s first right to acquire, FIFA would not sign a deal for the post-2006 sponsorship rights with anyone else unless it could not reach agreement with MasterCard.</li>
<li>FIFA’s negotiators <em><strong>lied</strong></em> to VISA when they <strong><em>repeatedly</em></strong> responded to the direct question of whether MasterCard had any incumbency rights by assuring VISA that MasterCard did not.</li>
<li>FIFA’s negotiators provided VISA with blow-by-blow descriptions of the status of the FIFA-MasterCard negotiations while <em><strong>concealing</strong></em> from its long-time partner MasterCard both the fact of the FIFA-VISA negotiations as well as the status of those negotiations – an action FIFA’s president admitted would not be “fair play.&#8221;</li>
<li>FIFA’s marketing director <em><strong>lied to both</strong></em> MasterCard, FIFA’s long-time partner, and to VISA, its negotiating counterparty, to both of which FIFA, under Swiss law, owed a duty of good faith. When, pursuant to his engineering, VISA raised its bid to the same level as MasterCard’s, he <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ suggestion to give MasterCard the opportunity to submit a higher bid based on his concern for his own reputation with the FIFA Board. He also <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ recommendation that he recommend to the FIFA Board that it continue with its prior approval of MasterCard as the post-2006 sponsor. Instead, he told the board it was difficult for him to make a recommendation and <em><strong>never mentioned</strong></em> MasterCard’s first right to acquire the post-2006 sponsorship.</li>
<li>On the morning of the first of March 2006 FIFA board meetings and after all three FIFA boards had previously approved MasterCard as the post-2006 sponsor, FIFA’s marketing director called VISA to say that if VISA increased its cash bid by $30 million to the level of MasterCard’s bid, VISA “would be the partner.&#8221;</li>
<li>Even after MasterCard had signed the “FINAL version&#8221; of the post-2006 sponsorship agreement and returned it to FIFA, FIFA’s negotiators <em><strong>delayed telling</strong></em> MasterCard that the FIFA Board had chosen VISA; instead they waited for the VISA board to ratify the VISA agreement.</li>
<li>After the FIFA boards had approved MasterCard as post-2006 sponsor and after MasterCard had agreed to FIFA’s asking price and agreement had been reached on all other terms and after FIFA’s in-house counsel had solicited FIFA members for items that might be used to claim that MasterCard breached the Agreement, FIFA pointed to a trademark issue that had been present since 2000 or 2001 to justify granting the post-2006 sponsorship to VISA and sent a letter to MasterCard &#8212; after the commencement of this lawsuit &#8212; purporting to terminate the Agreement and thus MasterCard’s first right to acquire.</li>
<li>After MasterCard and FIFA waived, under Swiss law, both the 90-day time periods set out in section 9.2 by their “conclusive conduct&#8221;, FIFA now seeks <em><strong>retroactively to revive</strong></em> one of the 90-day periods, but not the other, to justify its choice of VISA for the post-2006 sponsorship.</li>
<li>While the FIFA witnesses at trial boldly characterized their breaches as “<em><strong>white lies</strong></em>&#8221;, “<strong><em>commercial lies</em></strong>&#8221;, “<em><strong>bluffs</strong></em>&#8221;, and, ironically, “<strong><em>the game</em></strong>&#8221;, their internal emails discuss the “<em><strong>different excuses</strong></em> to give to MasterCard as to why the deal wasn’t done with them&#8221;, “<em><strong>how we (as FIFA) can still be seen as having at least some business ethics</strong></em>&#8221; and how to “<em><strong>make the whole f***-up look better for FIFA</strong></em>.&#8221; They ultimately confessed, however, that “[I]t’s clear somebody has it in for MC.&#8221;</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Habe den Fall damals selbst nur marginal betreut, wohl aber die Entwicklung beschrieben: <span id="more-10020"></span></p>
<blockquote><p><em>23.06.2007, BLZ<br />
</em><strong><a title="BLZ Juni 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0623/sport/0048/index.html" target="_blank">Nichts als Lügen</a></strong></p>
<p>Dies ist keine geschönte Geschichte aus dem PR-Arsenal eines Milliardenkonzerns. Dies ist eine wahre Geschichte über den Fußball-Weltverband Fifa. Es ist ein übles Gaunerstück, ein Wirtschaftskrimi und ein neuerlicher Beweis für den Mangel an Kompetenz und Moral. Es ist die Geschichte darüber, wie mal eben 100 Millionen Dollar verbrannt werden können.</p>
<p>Im Kern geht es darum, dass die Fifa wie ein lumpiger kleiner Geschäftemacherverein zwei konkurrierende Kreditkarten-Multis narrte: Der langjährige Partner Mastercard hatte ein Vorkaufsrecht für die WM-Turniere 2010 und 2014, zugleich aber schloss die Fifa einen Kontrakt mit dem Mastercard-Rivalen Visa. Dabei wurden Dokumente rückdatiert, Unterschriften und Tonaufzeichnungen verfälscht und anderweitig gelogen. Lässt sich alles nachlesen im Urteil eines New Yorker Gerichts, das Ende 2006 entschied, die Fifa habe unredlich gehandelt. Ein amüsanter Beweis für dieses Urteil lag den Akten bei, eine interne Mail aus der Züricher Fußballzentrale, in der gefragt wurde: “Was müssen wir tun, dass es wenigstens ein bisschen so aussieht, als habe die Fifa Geschäftsethik?&#8221;</p>
<p>100 Millionen Dollar Schaden</p>
<p>Geschäftsethik? Die Fifa? Das passt nicht zusammen. Jedenfalls: Seit diesem Urteil lagen die Verträge auf Eis. Knapp zwei Millionen Dollar Sponsoreneinnahmen entgingen der Fifa deshalb monatlich. Am Donnerstag nun einigte man sich mit Mastercard auf einen Vergleich: Auflösung des Vorkaufrechtes, Einstellung der Gerichtsverfahren und Kompensationszahlung von 90 Millionen Dollar seitens der Fifa. Zusammen mit den bisherigen Ausfällen, ungeachtet der beträchtlichen Rechtskosten, summiert sich der Schaden auf etwa 100 Millionen. Für die Verursacher dieses Schadens, die Sportkameraden in der Fifa-Zentrale und im Exekutivkomitee, bleibt alles beim Alten. Wie hieß der alte Slogan der Fifa nochmal? “Dem Fußball zuliebe.&#8221; Und wie heißt der neue Slogan? “Für das Spiel! Für die Welt!&#8221; Schade eigentlich, denn mit 100 Millionen Dollar hätte man so viel Gutes tun können.</p>
<p>Fifa-Papst Joseph Blatter hatte seinem Völkchen kürzlich beim Kongress in Zürich natürlich keine Schadenssumme genannt, stattdessen nur kryptisch zugerufen: “Es wird uns etwas kosten. Aber es wird Sie überhaupt nichts kosten. Sie müssen nichts aus der eigenen Tasche zahlen. Wir werden es woanders wieder reinholen.&#8221; Auch Blatter, über dessen Tisch Verträge dieser Größenordnung laufen, muss den Schaden nicht aus der eigenen Tasche begleichen, natürlich nicht. Das Exekutivkomitee hatte auf Vorschlag von Blatter übrigens drei Mal entschieden: Zwei Mal für Mastercard, ein Mal für Visa. Warum und weshalb, das verstehen die Götter.</p>
<p>Vor Gericht in New York hatte Jérôme Valcke, Direktor der Fifa Marketing AG, den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; zugegeben. Valcke wurde daraufhin als Bauernopfer entlassen. Ein halbes Jahr und 100 Millionen Schadenssumme später wird er wohl zurückkehren: Nächste Woche entscheidet die Fifa-Exekutive über die neue Besetzung des Generalsekretariats. Valcke gilt als einer der Favoriten. Dem Fußball zuliebe.</p>
<p><em>28.06.2007, BLZ</em><br />
<strong><a title="BLZ Juni 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0628/sport/0048/index.html" target="_blank">Zurück von der Reservebank</a></strong><br />
Jerôme Valcke ist neuer Generalsekretär der Fifa</p>
<p>BERLIN. Eine der wichtigsten Positionen des Weltsports ist neu besetzt worden: Der Franzose Jerôme Valcke (46) wird Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa. Als sein Stellvertreter fungiert nach Beschluss des Fifa-Exekutivkomitees der Deutsche Markus Kattner. Er war bislang Finanzdirektor. Jerôme Valcke ist Nachfolger des Schweizers Urs Linsi.</p>
<p>Erst vor einem halben Jahr hatte sich die Fifa von Valcke, damals war er noch Marketingchef, und drei weiteren Mitarbeitern “mit sofortiger Wirkung getrennt&#8221;. Sie waren für das Finanz- und Vertragsdesaster mit dem Sponsor Mastercard verantwortlich. Die Fifa hatte das Vorkaufsrecht für einen Achtjahresvertrag mit Mastercard missachtet und einen Vertrag mit dem Konkurrenten Visa abgeschlossen, den ein New Yorker Gericht für nichtig erklärte. Dazu teilte die Fifa am 12. Dezember 2006 mit: “Den Fifa-Mitarbeitern, die mit Visa und Mastercard verhandelt haben, wurde wiederholte Unehrlichkeit bei den Verhandlungen und auch Falschinformationen vorgeworfen&#8221;, die Fifa könne “ein solches Verhalten ihrer eigenen Mitarbeiter nicht einfach hinnehmen&#8221;. Valcke hatte vor einem Gericht den Vertragsbruch als “normales Gebaren in diesem Geschäft&#8221; bezeichnet.</p>
<p>Vielfach-Lügner</p>
<p>Am Mittwoch, kurz nachdem die Fifa gegen Zahlung von 90 Millionen Dollar einen Vergleich mit Mastercard geschlossen hatte, behauptete Präsident Joseph Blatter, Valcke sei “nie gefeuert worden, nur suspendiert&#8221;. Sein Vertrag laufe bis 30. Juni. Ab 1. Juli erhält er einen neuen Kontrakt, sicher besser dotiert als zuvor. “Wenn jemand auf der Auswechselbank sitzt, ist er nicht aus dem Team&#8221;, sagte Blatter. Den finanziellen Verlust im Mastercard-Desaster spielte Blatter plötzlich auf angeblich 60 Millionen Dollar herunter und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard eine Kompensationszahlung von mehr als 270 Millionen verlangt hatte. Valcke sei eine “dominierende Persönlichkeit&#8221;, sagte Blatter. Es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;.</p>
<p>Das New Yorker Gericht hatte in seinem Urteil auch interne Besprechungen von Valckes Team zitiert, das darüber rätselte, wie man es so aussehen lassen könne, als habe die Fifa “wenigstens ein bisschen Geschäftsethik&#8221;, und wie es anzustellen sei, damit der “Fuck-up&#8221; für die Fifa besser aussehe. Für den Franzosen Jerôme Valcke, in der Mastercard-Sache Vielfach-Lügner und Verursacher eines Gesamtschadens von etwa 100 Millionen Dollar, sieht es jetzt besser aus: Er ist Fifa-Generalsekretär und damit wichtigster Mitarbeiter des Chef-Ethikers Blatter. Wie sich die Zeiten ändern.</p>
<p><em>02.07.2007</em><br />
<strong><a title="BLZ Juli 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0702/sport/0027/index.html" target="_blank">Im Reich der Lügen</a></strong><br />
Der Fall Mastercard zeigt: Der Fifa fehlen Kontrolleure</p>
<p>GUATEMALA-CITY. Tue Schlechtes und rede darüber! So lässt sich ein bemerkenswertes Interview der Züricher Sonntagszeitung mit dem neuen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke beschreiben. Sonntagszeitungs-Reporter Jean François Tanda zählt zu den wenigen Journalisten, die versuchen, die obskuren Praktiken im Reich des Fußball-Weltverbandes zu beleuchten. Dazu gehört das jüngste Finanzdesaster der Fifa: Die Trennung vom Sponsor Mastercard kostet die Fifa rund 100 Millionen Dollar. Dies ist eine der höchsten selbstverschuldeten Schadenssummen in der Geschichte des Weltsports. Der Hauptverantwortliche dafür war Jérôme Valcke, seinerzeit Fifa-Marketingchef – nun Fifa-Generalsekretär.</p>
<p>Mastercard war als Sponsor mit einem Vorkaufsrecht für den Zeitraum von 2007 bis 2014 ausgestattet. Die Fifa aber wollte aus dubiosen Gründen lieber mit dem Konkurrenten Visa ins Geschäft kommen, der ein paar Millionen Dollar mehr zu zahlen bereit war. Also wurde Mastercard auf rechtswidrige Weise ausgebootet. Perfekt dokumentiert sind die geschäftlichen Usancen der Fifa in einem Urteil eines New Yorker Gerichts. Mit dem Ethik-Code der Fifa lassen sich diese Praktiken nicht vereinbaren. So hat Valcke während der Verhandlungen wiederholt gelogen und stellte das vor Gericht gar als normale Verhaltensweise dar. Am Ende schlossen die Fifa und Mastercard einen Vergleich, der den Weltverband 100 Millionen kostet. Valcke dementiert diese Hochrechnung nicht. “Für Vertragsverhandlungen gelten andere Regeln als für ein Fußballspiel&#8221;, behauptet er. Er sei “nicht alleine verantwortlich für das Sponsoring-Debakel&#8221; gewesen.</p>
<p>Verkennung der Tatsachen</p>
<p>Jawohl, Valcke spricht von einem Debakel, und er nennt die Mitverantwortlichen: “Der Verwaltungsrat der Fifa Marketing AG und das Fifa-Exekutivkomitee wurden, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, zumindest über die großen Linien der Verhandlungen informiert.&#8221; Im Exekutivkomitee hat aber auch niemand Konsequenzen aus dem Desaster gezogen. Joseph Blatter, der Fifa-Präsident, erklärte vorige Woche in Verkennung der Tatsachen, es passiere “in jeder Firma der Welt, dass manchmal ein Geschäft nicht so läuft&#8221;. Den Verlust in der Affäre bezifferte Blatter auf nur 60 Millionen Dollar und wertete das sogar als Erfolg, weil Mastercard, hintergangen von Valcke &amp; Co., ursprünglich eine Kompensationszahlung von 270 Millionen verlangt hatte.</p>
<p>Die Vorgänge beweisen erneut, dass es in Blatters Reich keine Kontrollinstanzen gibt. Es wird gelogen, bis sich die Balken biegen. “Manchmal geht es nicht ohne eine Notlüge&#8221;, behauptet Valcke und greint: Er sei “nur angefeindet&#8221; worden, seine Familie habe sehr darunter gelitten. Unter “Anfeindung&#8221; versteht er die seriöse Berichterstattung über den Mastercard-Krimi. “Ich kann Ihnen sagen: Erst seit einem Monat schlafe ich wieder durch. Zuvor bin ich jede Nacht aufgewacht und habe mir unzählige Fragen gestellt.&#8221;</p>
<p>So hart wird die Selbstbefragung nicht gewesen sein. Zumal er auf nahe liegende Fragen keine Antworten hat: Wie glaubwürdig ist ein Fifa-Generalsekretär, der in wichtigen Geschäften wiederholt gelogen hat? “Die Fifa hat nicht nur dunkle Seiten&#8221;, behauptet Valcke. “Ob ich der richtige Mann bin, weiß ich nicht. Das wird sich noch zeigen.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://flattr.com/thing/96824/Akute-Wahrheits-Allergie-im-FIFA-Reich-des-Joseph-Blatter" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>65</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
