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	<title>jens weinreich &#187; ioc</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Whistleblower Mario Goijman: &#8220;Sie haben mein Leben zerstört&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 11:23:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[My lonely fight in favor of an honest sport has cost me too much, lawyers fees, trips, publications, justice fees, and the persecution of loyal creditors, that now are executing me and some other FAV members, has ruined me, my patrimony and my health. Mario Goijman, Whistleblower Es gäbe unendlich mehr zu sagen als das, was [...]]]></description>
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<blockquote><p>My lonely fight in favor of an honest sport has cost me too much, lawyers fees, trips, publications, justice fees, and the persecution of loyal creditors, that now are executing me and some other FAV members, has ruined me, my patrimony and my health.</p>
<p><em><strong>Mario Goijman</strong>, Whistleblower</em></p></blockquote>
<div id="attachment_11416" class="wp-caption aligncenter" style="width: 479px"><img class="size-full wp-image-11416" title="Mario Goijman" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/mario-cologne.jpg" alt="" width="469" height="640" /><p class="wp-caption-text">Mario Goijman, Köln 2011, Foto: www.playthegame.org, Tine Harden</p></div>
<p>Es gäbe unendlich mehr zu sagen als das, was ich für einige Medien zusammengefasst habe. Die unendliche Geschichte des Mario Goijman raubt mir den Atem. Einmal mehr zeigt sich, wie die Parallelgesellschaft Sport funktioniert: Whistleblower werden geächtet.</p>
<p>Ich habe Mario Goijman viel zu verdanken, das habe ich im Laufe der Jahre hier mehrfach erwähnt. Seine Präsentation auf der Play the Game Konferenz 2005 in Kopenhagen hat mich lange weinen lassen. Und sie hat mir, so merkwürdig es klingt, Kraft gegeben. Denn Goijman, der kein Journalist ist, hat Journalisten weltweit gezeigt, wie weit man mit Recherche kommen kann. Er hat eine Wahrheit erzählt über die verruchte Branche, er hat unglaubliche Dokumente vorgelegt (leider ist seine Webseite www.volleygate.com inzwischen abgeschaltet). Ich finde, Journalisten können sich an Goijman ein Beispiel nehmen. Das klingt alles ziemlich pathetisch. Egal. Man kann die Geschichte gar nicht oft genug aufschreiben. Mario Goijman braucht Hilfe.<br />
<span id="more-11414"></span><br />
[<em>Und mir ist völlig egal, ob vor Ewigkeiten mal jemand gesagt hat, Journalisten sollten sich auch mit einer guten Sache nicht gemein machen. Ich halte nichts von diesem Dogma.</em>]</p>
<p>Mein Beitrag im Deutschlandfunk:</p>
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<ul>
<li>Mein Beitrag in der FTD: <a title="FTD: Whistleblowing lohnt sich nicht" href="http://www.ftd.de/sport/:olympiageschichte-whistleblowing-lohnt-sich-nicht/60141735.html?mode=print" target="_blank">Whistleblowing lohnt sich nicht</a></li>
<li>Jens Sejer Andersen, Play the Game: <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/from-terrible-to-tragic-the-situation-of-sports-corruption-fighter-mario-goijman-5308.html" target="_blank">From terrible to tragic: The situation of sports corruption fighter Mario Goijman</a></li>
</ul>
<p>Mario Goijmans Präsentationen auf Play the Game Konferenzen:</p>
<ul>
<li>2005, Kopenhagen: <a title="Mario Goijman, Play the Game 2005" href="http://www.playthegame.org/upload//Mario_Goijman_-_Exposing_Corruption_in_International_Volleyball_-_A_Personal_Account.pdf" target="_blank">Exposing Corruption in International Volleyball: A Personal Account </a></li>
<li>2009, Coventry: <a title="Mario Goijman, Play the Game 2009" href="http://www.playthegame.org/uploads/media/Mario_Goijman_-_International_sport_under_Swiss_law.pdf" target="_blank">International sport under Swiss law</a> (Goijman hat nur seinen Vortrag geschickt, <a title="Mario Goijman und die Nachwehen des Volleygates" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/09/mario-goijman-und-die-nachwehen-des-volleygates/">er durfte Argentinien nicht verlassen</a>)</li>
<li>2011, Köln: <a title="Mario Goijman, Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/image/PTG2011/Presentation/goijman_Mario_-volleygate-part2.pdf" target="_blank">Volleygate update</a></li>
</ul>
<p>Einer der größten Korruptionsfälle der olympischen Geschichte wurde nicht von Journalisten aufgedeckt, sondern von einem ehemaligen Sportfunktionär: Der Argentinier Mario Goijman hat detailliert nachgewiesen, wie sich der Mexikaner Rubén Acosta als langjähriger Präsident des Volleyball-Weltverbandes FIVB bereicherte. Acosta handelte mit TV-Anstalten und Sponsoren Verträge für die FIVB aus – und kassierte dafür satte Provisionen. Dieses Volleygate, wie es Goijman in Anspielung auf den Watergate-Skandal nannte, ist eine unfassbar tragische Geschichte, die in diesen Tagen einen weiteren tragischen Höhepunkt erlebt:</p>
<p>Acosta ist FIVB-Ehrenpräsident auf Lebenszeit und musste nicht einen Cent seiner ergaunerten Millionen erstatten.</p>
<p>Dagegen ist der Enthüller Mario Goijman ruiniert und verzweifelt. Er muss in diesen Tagen, weil er für Verluste aus der Männer-WM 2002 bürgt, sein Haus in Buenos Aires räumen.</p>
<p>Es war das letzte, was ihm geblieben war. Seine Konten sind bereits leer. Seine Ehe ist zerbrochen. Seine Gesundheit schwer angeschlagen.</p>
<p>„Die FIVB und das Internationale Olympische Komitee haben mich betrogen und belogen“, sagt Goijman, der die Öffentlichkeit um Hilfe bittet. „Sie haben mein Leben zerstört.“</p>
<p>Der 66-jährige Goijman ist ein klassischer Hinweisgeber, ein so genannter Whistleblower. Er war einst Präsident des argentinischen Volleyballverbandes FAV, er hatte Funktionen im Weltverband FIVB und hat lange mit Acosta kooperiert, bis er 2002 in Argentinien die WM ausrichtete. Als Organisationschef haftete er persönlich für einenVerlust von mehr als 800.000 Dollar. Die FIVB machte bei dieser WM einen Profit von mindestens 2,4 Millionen – wahrscheinlich viel mehr, denn alle Unterlagen des Weltverbandes hat Goijman nie gesehen.</p>
<p>Derlei Knebelverträge mit Organisatoren sind flächendeckend üblich im olympischen Weltsport. Es haften immer die Ausrichter, nie die Verbände, die den Profit abziehen. Im Volleyball ist das nicht anders als im Fußball und bei der FIFA oder bei den Olympischen Spielen des IOC.</p>
<p>Goijman hat dagegen opponiert und wurde schnell sämtliche Posten los. Sein Verband wurde sanktioniert, bald stand Goijman alleine da. Er begann zu recherchieren und sich mit den FIVB-Finanzen zu befassen. Goijman legte Dokumente vor, die Acostas Räubereien belegten. Goijman prozessierte in der Schweiz. Doch dort werden die Sportganoven traditionell vom Gesetz gedeckt. Die Sache zog sich über Jahre hin. Es wurde sogar ein alternativer Weltverband (WVBF) gegründet. Unterstützung aus dem Establishment erhielt Goijman aber kaum. Auch der deutsche Verband deckte in unanständiger Unterwürfigkeit stets den Großganoven Acosta.</p>
<p>Auf Goijmans Enthüllungen reagierte die IOC-Ethikkommission. Acosta trat 2004 angeblich aus Altersgründen aus dem IOC zurück, blieb aber noch vier Jahre FIVB-Alleinherrscher. Das IOC duldete diesen Deal laut Goijman auch deshalb, weil Acostas Anwalt damit gedroht hatte, Details über die schmutzigen Geschäfte einiger IOC-Mitglieder und Angestellter in der einstigen IOC-Marketingagentur Meridian zu veröffentlichen.</p>
<p>Im Frühjahr 2009 musste die neue FIVB-Führung auf ihrer Vorstandssitzung einräumen, dass Acosta sogar mindestens 33 Millionen Dollar abgezweigt hatte. Goijman machte auch dieses Protokoll öffentlich. Doch Acosta bleibt FIVB-Ehrenpräsident – auf Lebenszeit. Acostas Nachfolger, der Chinese Jizhong Wei, war lange Jahre treuer Diener des Patrons. Er genehmigt einigen Vizepräsidenten weiter Spesen von 500.000 Dollar pro Jahr, für die keinerlei Nachweise zu erbringen sind.</p>
<p>Das IOC hat sich beim Millionenbetrüger Acosta ähnlich aus der Affäre gezogen wie vergangene Woche im Fall des Millionenbetrügers und langjährigen FIFA-Chefs Joao Havelange (Brasilien). Verlogene Rücktritte werden goutiert. Die Gauner dürfen ihre Millionen behalten und sich weiter Ehrenpräsidenten ihrer olympischen Sportverbände nennen – und das IOC verheimlicht die Berichte der Ethikkommission.</p>
<p>„Acosta und Havelange, das ist dieselbe dreckige Geschichte“, sagt Mario Goijman.</p>
<p>Mit Galgenhumor erinnert er daran, dass er zur WM 2002 auf Geheiß von Acosta auch Havelange als Ehrengast bewirten musste. Auch dafür muss er heute noch büßen – die Gläubiger des WM-Organisationskomitees lassen sein Haus pfänden.</p>
<p>Auf die Frage, ob er in dieser akuten Lage etwas für Mario Goijman zu tun gedenke, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge vergangene Woche in Lausanne: „Ich kenne die Details zu Herrn Goijman nicht, er heißt doch Goijman, ja? Ich muss sichernicht daran erinnern, dass Herr Acosta als IOC-Mitglied zurückgetreten ist.“ Das sollte wohl heißen: Damit geht das Thema das IOC nichts mehr an.</p>
<p>Whistleblower wie Goijman werden in der olympischen Welt nicht geschätzt, sie werden geächtet, auch – oder erst recht – wenn sie dazu beitragen, dass korrupte Funktionäre ihre Ämter loswerden. FIVB-Präsident Wei willigte vor zwei Jahren lediglich ein, einen Teil von Goijmans Prozesskosten zu erstatten.</p>
<p>Die im Grunde noch immer Acosta-hörige Verbandsspitze will Goijman zerstören.</p>
<p>Die FIVB ist einer der reichsten olympischen Verbände und verfügt über Millionenkonten im mondänen Lausanne, wo auch das IOC residiert. In Lausanne, wo im Olympischen Museum des IOC gerade 1,8 Millionen Franken unterschlagen wurden. Die Polizei ermittelt, dass IOC hat sich vor wenigen Tagen von einigen Mitarbeitern getrennt. Dochdies ist eine andere Geschichte im Mikrokosmos der Selbstbereicherung.</p>

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		<title>Jacques Rogge sagt: &#8220;reports are confidential&#8221; und &#8220;a warning is not a sanction&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 18:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>LAUSANNE. In zwei Jahrzehnten als IOC-Berichterstatter habe ich gewiss schon viele absurde, deprimierende Momente erlebt. Die gerade beendete, äußerst bizarre Pressekonferenz mit einem geradezu leblos argumentierenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge gehört sicher dazu &#8211; irgendwo in den Top 20.</p>
<p>Das muss Mann erst mal verdauen.</p>
<p>Jedenfalls, Rogge, einst als Erneuerer angetreten [<em>und von mir auch als solcher promotet</em>], hätte nicht peinlicher agieren können. Unfassbar. Eigentlich hätte an seiner Stelle auch Samaranch sitzen können, das macht keinen Unterschied. Zu den Feinheiten: Rogge vermied es, die Vokabel &#8220;Korruption&#8221; zu benutzen [<em>ich sage es einmal mehr: das Wort Korruption taucht auch in der Olympischen Charta des IOC nicht auf</em>], er erwähnte auch nicht den Korruptionskonzern ISL/ISMM.</p>
<p>Als wäre nichts gewesen.</p>
<p>Schockierend.</p>
<p>Unanständig.</p>
<p>Es war natürlich Andrew Jennings, der überraschender Weise zwei Mal ans Mikro durfte und flink noch erwähnte, dass wir hier über ein kolossales Betrugssystem reden, das den gesamten, nunmehr von Rogge präsidierten, olympischen Weltsport umfasste. <strong><a title="alle Beiträge zu ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken wurden nachweislich an Schmiergeld gezahlt.</a></strong> Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Und die Bevorteilten, korrupte Funktionäre, sind zu großen Teilen noch in Amt und Würden, hundertmal angemerkt.</p>
<p>Nach etwa zwölf Minuten war die Freakshow beendet. Rogge behauptete:</p>
<blockquote><p>We will not hesitate to act. The wider world will acknowledge that the IOC means business and is accountable and transparent&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich muss es gleich nachhören &#8211; und werde mich erneut gruseln.<br />
<span id="more-11390"></span><br />
Nebenbei definierte Rogge die Gelben und Roten Karten im Fußball neu, oder auch die Ethikregeln. Oder beides. Es war so verworren. So verlogen.</p>
<blockquote><p>a warning is not a sanction</p>
<p>a repriment is a sanction</p>
<p>you could compare it to red card and yellow card in football.</p></blockquote>
<p>Also:</p>
<ul>
<li><strong>Lamine Diack</strong> (Senegal/IOC-Mitglied und Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF) hat insgesamt 52.880 CHF von der ISL erhalten. <a title="ioc.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Ethics/Ethics-2011-10-03-decision-recommendation-Lamine-Diack-Eng.pdf" target="_blank">Er wurde verwarnt.</a></li>
<li><strong>Issa Hayatou</strong> (Kamerun/IOC-Mitglied, FIFA-Vizepräsident, CAF-Präsident) hat 24.700 CHF von der ISL erhalten. <a title="ioc.org" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Ethics/Ethics-2011-10-03-decision-recommendation-Issa-Hayatou-Eng.pdf" target="_blank">Er wurde ermahnt.</a></li>
</ul>
<p>Beide, Diack und Hayatou, beschäftigen übrigens bis heute den ISL-Schmiergeldboten Jean-Marie Weber, der einst jene 140 Millionen verteilt hat.</p>
<ul>
<li><strong>Joao Havelange</strong> (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">FIFA-Ehrenpräsidentm IOC-Mitglied bis vor wenigen Tagen</a>) hat mutmaßlich viele Millionen von der ISL erhalten. Die Überweisung von 1,5 Millionen aus diesem Paket ist bestens dokumentiert. Havelange wurde von Rogge nicht mal mehr erwähnt.</li>
</ul>
<p>Doch, sorry, <a title="Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/">Rogge sagte erneut &#8230;</a></p>
<blockquote><p>Mr Havelange is not an IOC member anymore. For us he is a private person.</p></blockquote>
<p>Und deshalb gibt es dazu keine Informationen.</p>
<p>Die Ermittlungsergebnisse der Ethikkommission bleiben natürlich auch geheim.</p>
<p>Rogge sagte:</p>
<blockquote><p>reports are confidential, the proposals are public</p></blockquote>
<p><del>Die beiden dünnen Papiere folgen in Kürze.</del></p>
<p><strong>19.37 Uhr:</strong> Denke ich über positive Aspekte nach, fällt mir schon mal dies ein:</p>
<ul>
<li>Die wenigen Journalisten, die sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der ISL-Korruption befasst und wirklich recherchiert haben, beschrieben nichts als die Wahrheit.</li>
<li>Die Dokumente sind echt.</li>
<li>Die Zahlen stimmen.</li>
<li>Das IOC nennt exakt jene Daten und Zahlen, die Andrew Jennings &#8211; ergänzend zum bereits vorliegenden &#8211; vor einem Jahr in der BBC-Panaroma-Sendung vorgelegt hat.</li>
<li>Diese Fakten können auf Dauer weder IOC noch FIFA negieren.</li>
<li>Die historische Wahrheit bleibt die historische Wahrheit. Sie lässt sich auch von diesen milliardenschweren und intransparenten Sportkonzernen nicht beugen.</li>
<li>Die Wahrheit lässt sich auch von Propagandisten und als Journalisten getarnten Idioten nicht beugen.</li>
<li>Man könnte sogar sagen: Journalismus lohnt sich. Mann sieht, ab und an, Resultate. Wenn auch bescheidene.</li>
</ul>
<p>Weitere Resultate werden folgen.</p>
<p><strong>20.20 Uhr:</strong> Die Papiere sind oben nun verlinkt, und außerdem hier zu begutachten:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11399" title="diack1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack1-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11400" title="diack2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/diack2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou1.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11401" title="hayatou1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou1-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a><br />
<a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-11402" title="hayatou2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/hayatou2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>FIFA, IOC, Katar 2022: Recherche vs Propaganda</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und dem Berufsstand des Journalismus Schande bereiten &#8211; und die dann eben inbrünstig und kolossal ahnungslos, oft auch ganz bewusst, die Propaganda der Sportkonzerne verbreiten. Ein Skandal im Skandal.</p>
<p>Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel diese jüngsten:</p>
<ul>
<li><strong>Jean François Tanda</strong>, Handelszeitung: <a title="Fifa: 120'000 Franken für Korruptionsgutachten" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/fifa-120000-franken-fuer-korruptionsgutachten" target="_blank">Fifa: 120&#8217;000 Franken für Korruptionsgutachten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der renommierte Korruptionsbekämpfer Mark Pieth soll Führung und Transparenz der Fifa verbessern. Laut Recherchen der «Handelszeitung» bezahlt sie dafür ein Taggeld von 5000 Franken &#8211; und überwies zusätzliches Geld für ein Gutachten.</p></blockquote>
<p>Auf diesen Beitrag hat Mark Pieth bereits vorab reagiert und gestern Einladungen an einige Journalisten verschickt, die er im Januar gern interviewen würde. Er selbst will ja nicht retrospektiv tätig werden und ermitteln &#8211; das überlässt er anderen. In der Presseerklärung, die gestern ebenfalls verschickt wurde, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Frequent Questions on the Independent Governance Committee on FIFA</strong></p>
<p>Over the last few days several questions relating to the governance reform process of FIFA have been raised. The following text should address the most pressing issues:</p>
<p><strong>Are the Committee Members independent?</strong><span id="more-11379"></span></p>
<p>First, it needs to be pointed out that governance reform and monitoring is serious professional work (comparable to that of auditors) that should not be left to amateurs and that salaries of professionals need to be paid.</p>
<p>Second, as Chairman I personally do not profit at all from this mandate, as the funds generated go either to the Basel Institute on Governance or into a University fund for research at my Chair (employment of research assistants for 2012).</p>
<p><strong>Should one investigate the past before making recommendations on the future?</strong></p>
<p>The Independent Governance Committee is focussing its efforts on bringing about a rapid and effective change of FIFA’s governance structures (some far reaching ideas have been thrown out in our report published last week).</p>
<p>As part of the governance reform process a look back into the past is necessary, as the risk scenarios need to be realistic. Therefore, the Independent Governance Committee will reach out to investigative journalists and host a hearing for experts on FIFA’s past in January 2012.</p>
<p>There is, from the perspective of the Independent Governance Committee, absolutely no objection to an investigation. Several investigations are under way. The Independent Governance Committee will consider making a recommendation how the past could be best addressed and its membership will be composed in a way suited to assess this issue.</p>
<p>Mark Pieth</p></blockquote>
<p>Weitere Lesebefehle:</p>
<ul>
<li><strong>Jesse Fink</strong> auf ESPN Star.com: <a title="Makudi files must be released" href="http://www.espnstar.com/editorial/news/detail/item719186/Fink:-Makudi-files-must-be-released/" target="_blank">Makudi files must be released</a></li>
</ul>
<p>Das sehe ich natürlich auch so. Ich habe der FIFA dazu vor zwei Wochen einen Fragenkatalog geschickt &#8211; auf die Antworten warte ich noch. Weitere Dokumente zu Makudi sind in der Pipeline.</p>
<ul>
<li><strong>James Dorsey</strong>, The Turbulent World of Mideast Soccer: <a title="Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny" href="http://mideastsoccer.blogspot.com/2011/12/qatars-2022-world-cup-bid-comes-under.html" target="_blank">Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Newly appointed FIFA executive committee member and German soccer federation president Theo Zwanziger this week denounced the awarding to Qatar in an interview with Agence France Presse. &#8220;The basic requirements for a host country have been perverted. I have never understood how such a small country can be awarded one of the most important sports events in the world, especially as Qatar were in last place on the grid before the decision was made,” Mr. Zwanziger said.</p>
<p>Australian soccer federation president Frank Lowy, speaking last week days after Mr. Blatter opened the door to an investigation of Qatar’s bid, said he believed that the Gulf state could be deprived of the right to host the tournament. The &#8220;last word hasn&#8217;t been heard yet,&#8221; Mr. Lowy said.</p>
<p>The soccer officials’ statements gained currency this week when the head of FIFA’s newly created Independent Governance Committee, Mark Pieth, told Associated Press that he will focus on FIFA;s past as well as its future. Mr. Pieth said he has “absolutely no objection to an investigation” and would soon interview investigative journalists who are “experts on FIFA’s past.”</p></blockquote>
<p>Und schließlich der Bericht des Daily Telegraph, in der die von den <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Enthüllungen Andrew Jennings&#8217; im Sommer</a> ausgelösten FBI-Ermittlungen konkretisiert werden. Nur nebenbei: Dass FIFA-Exekutivmitglied Chuck Blazer zehn Millionen Dollar (die tatsächliche Summe ist viel höher, das hat er in kleinem Kreise bereits eingeräumt) kassiert, ist für die FIFA kein Grund, einzuschreiten!</p>
<ul>
<li><strong>Claire Newell und Paul Kelso</strong> im Daily Telegraph: <a title="FBI launches investigation into World Cup 'dirty tricks’ campaign " href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/teams/england/8939343/FBI-launches-investigation-into-World-Cup-dirty-tricks-campaign.html" target="_blank">FBI launches investigation into World Cup &#8216;dirty tricks’ campaign</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Investigators claim to have “really great intelligence” of malpractice and came to London last month to interview people present in Zurich at the time of the World Cup vote.</p>
<p>It is understood that the FBI has “substantial evidence” of outside organisations attempting to hack the email accounts of the United States bid for the 2022 tournament, and believe the English bid may have also been affected.</p>
<p>The FBI is understood to have asked England 2018 officials, who are not under suspicion, if they were aware of dirty tricks or corruption in the World Cup bidding campaign.</p>
<p>The FBI is also understood to have asked questions relating to potential offences arising from the alleged bribery of Caribbean football officials by Mohammed Bin Hammam, who stood against Sepp Blatter for the Fifa presidency.</p></blockquote>
<p>Liebe Freunde, es gibt bald viel mehr darüber zu berichten, keine Sorge. Was fehlt, sind allein gerichtsfeste Beweise für die Korruption von Russland 2018 und Katar 2022. Kommt Zeit, kommt Rat.</p>
<p>Was IOC-Präsident Jacques Rogge heute Abend in Lausanne zu den ISL-Korruptionsfällen Diack, Hayatou und Havelange verkünden wird, dürfte eher traurig sein. Denn Rogge wird die Ermittlungsergebnisse der IOC-Ethikkommission nicht veröffentlichen. Aber auch mit dieser Blockadehaltung ist die Wahrheit nicht aufzuhalten.</p>
<p>[<em>Wie <a title="Sportpolitik - FIFA: IOC-Kreise: Keine Ermittlungen gegen Blatter" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">vollkommen ahnungslos, recherchefrei und allein auf Zurufe von ausgewählten IOC-Mitgliedern basierend</a>, einige IOC-Dauerberichterstatter noch immer berichten, ist unfassbar peinlich. Dumm nur, dass diese Leute damit auch eine gewisse Öffentlichkeit prägen - mit Propaganda-Botschaften von FIFA und IOC.</em>]</p>
<p>Ich habe gestern in Zürich und Lausanne eine Kleinigkeit für die NZZ gedichtet: <a title="NZZ: Blatter weibelt in Bundesbern" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/blatter_weibelt_in_bundesbern_1.13557267.html" target="_blank">Blatter weibelt in Bundesbern</a>. Die Kollegen haben sehr gut redigiert und den Text richtig umgestellt. Hier das etwas längere Original, das ich eigentlich für das Blog ausbauen und verlinken wollte, doch dafür fehlt mir momentan die Zeit. Heute Nachmittag geht es weiter in diesem Theater.</p>
<blockquote><p>„Team Spirit“ heißt das Event, das in parlamentarischen Kreisen alljährlich großen Zuspruch genießt. Wenn die Sport-Lotto-Gesellschaft und die Parlamentarische Grupp Sport unter dem Patronat des Sportministers Ueli Maurer (SVP) einladen zu Speis und Trank, garniert mit kleinen Geschenken, ist der Aufmarsch groß. 70 bis 80 Abgeordnete versammelten sich auch am Dienstagabend im Hotel Bellevue Palace zu Bern. Allesamt „Keyplayer“, wie es hieß. Einer jener Keyplayer wirkt gern im Hintergrund: Es ist Aloys Hirzel, PR-Guru der Schweiz, der derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus geht. Denn Hirzel (Agentur „Konsulenten“) ist wie einige andere PR-Leute und Lobbyisten damit beschäftigt, das schwer angeschlagene Image des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter aufzufrischen. Ob er vom Fußball-Weltverband unter Vertrag genommen wurde, mag Hirzel zwar nicht sagen. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, teilt er nur mit. Doch ranghohe FIFA-Mitarbeiter erklären, Hirzel sei auf politischem Parkett tätig und habe zum Beispiel den Lobby-Termin Blatters am Dienstag in Bern mit vorbereitet.</p>
<p>Am Abend, als Blatter sein Versprechen gebrochen hatte und mitteilen musste, dass die so genannte Einstellungsverfügung aus dem ISL-Korruptionsprozess nun doch nicht im Dezember veröffentlicht wird, wurden Blatter in parlamentarischen Kreisen keine kritischen Fragen gestellt. Einige der Anwesenden hatten kürzlich erfolgreich daran mitgewirkt, dass der Bericht des Bundesamtes für Sport zu Korruption und Schattenwirtschaft in Sportkonzernen wie IOK und FIFA, der Ende 2011 vorliegen sollte, um ein Jahr verschoben wurde. Und die Organisatoren von „Team Spirit“ präsentierten Blatter im knapp 45-minütigen Kaminfeuer-Gespräch mit SF-Moderatorion Steffi Buchli, die es vermied, Fragen von Belang zu formulieren.</p>
<p>So durfte Blatter ungestört darüber fabulieren, dass die „Leichtigkeit des Seins“ derzeit nicht gegeben sei, nicht in der FIFA und nicht im WM-Gastgeberland Brasilien, wo sich Staatspräsidentin Dilma Rousseff als energische Korruptionsbekämpferin profiliert. Er, Blatter, werde es allen zeigen und seine Reformen durchsetzen, flötete der 75-jährige aufgekratzt. Das hätten nur einige bösartige Journalisten in England und Deutschland noch nicht begriffen.</p>
<p>Nach dem Stelldichein mit SF-Frau Buchli nahm sich Blatter viel Zeit, um unter den Parlamentariern, unter National- und Bundesräten zu antichambrieren. Es wurde viel gelacht, Freundschaftsfotos geknipst, und Blatter soll sogar mit Nationalrat Roland Büchel (SVP) gesprochen haben, der vor einem Jahr eine Motion eingereicht und die Überprüfung der Korruption in den Sportverbänden gefordert hatte.</p>
<p>Mit derlei Maßnahmen und vielen harmlosen, bestellten Interviews, in denen dann über Probleme schwadroniert wird, die Blatter längst hätte lösen können (Torkameras, Frauen im FIFA-Exko etc), versuchen seine PR-Leute ihn neu zu positionieren. Zur Crew gehören neben Hirzel der neue FIFA-Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio, einst Schweizer Journalist des Jahres, und der Österreicher Bernd Fisa, der ehemals bei Ferrari mit Michael Schumacher gearbeitet hat. Auch Blatters ehemaliger Berater Peter Hargitay soll wieder an Bord sein. [<em>Er bestreitet, einen Vertrag zu haben. Das habe ich a) auch nicht behauptet und b) in vorherigen Beiträgen erwähnt.</em>] Sie verrichten Schwerstarbeit, sie betreiben Propaganda – doch sie können die Entwicklungen nicht beherrschen.</p>
<p>Aktuelle Beispiele gefällig? Der Londoner „Daily Telegraph“ berichtet gerade über das Interesse der amerikanischen Bundespolizei FBI an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Ermittelt wird nicht nur in den USA, auch in anderen Ländern – und von anderen Institutionen. Die FIFA aber verweigert sich konsequent Untersuchungskommissionen zur skandalbehafteten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar. Sie arbeitet nicht einmal das ISL-Bestechungssystem auf. Korrupte Funktionäre, die nachweislich ISL-Gelder erhalten haben, müssen nichts befürchten. Und einer dieser Spitzbuben, Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, WM-Organisationschef 2014, behauptete am Mittwoch in Brasilien gegenüber Journalisten, er sei es nicht gewesen, der die Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung mit juristischen Hebeln verhindert habe.</p>
<p>Wer war es dann? FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange, der ebenfalls ISL-Millionen kassierte und nun unter Druck aus dem IOK demissionierte? Oder hat Blatter am Dienstag nicht die Wahrheit gesagt und es gibt gar keine Hindernisse?</p>
<p>In Lausanne, wo derzeit das IOK-Exekutivkomitee tagt, hielt man sich am Mittwoch bedeckt zum Korruptionsfall ISL und der Verstrickung der IOK-Mitglieder Havelange (Brasilien), Issa Hayatou (Kamerun) und Lamine Diack (Senegal). IOK-Sprecher Mark Adams verwies auf die Pressekonferenz des Präsidenten Jacques Rogge am Donnerstag. Rogge könnte Aufklärung schaffen, wenn er die Ermittlungsergebnisse der IOK-Ethikkommission gegen Havelange veröffentlichen würde. Danach sieht es aber nicht aus. Rogge scheint mit Havelanges Rücktritt zufrieden.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>

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		<title>Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports. Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar: Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), [...]]]></description>
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<p>ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen <del>Lügen</del> Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.</p>
<p>Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:</p>
<ul>
<li>Die <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge</a> von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.</li>
<li>Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.</li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld</a> sind gerichtsfest dokumentiert.</li>
</ul>
<div><img class="size-full wp-image-9842  aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="371" height="336" /></div>
<ul>
<li>Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.</li>
<li>Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. <del>Viele</del> Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden &#8211; manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.</li>
<li>Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell &#8211; und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.</li>
</ul>
<div>Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung &#8211; beide Optionen sind auch möglich.</div>
<p>Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.</p>
<p>Nun die Frage:</p>
<ul>
<li><strong>Was unternimmt der olympische Sport?</strong></li>
</ul>
<p>Bisher so gut wie nichts.</p>
<p>Ach doch, sorry.<span id="more-11367"></span></p>
<ul>
<li>Korrupte FIFA-Funktionäre, der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber und die FIFA haben &#8211; insgesamt &#8211; 8 Millionen Franken (einmal 2,5 Mio, einmal 5,5 Mio) gezahlt, um in <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">Korruptionsverdunklungsverträgen</a> die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten.</li>
<li>Zuvor hatte die FIFA in aller Stille ihr Desinteresse an einer Strafermittlung erklärt &#8211; der Untersuchungsrichter setzte seine Arbeit dennoch fort.</li>
<li>Das IOC hat seine Ethikkommission &#8220;ermitteln&#8221; lassen, nachdem Andrew Jennings Ende vergangenen Jahres in der BBC weitere Beweise vorlegen konnte.</li>
<li>Nun werden, vielleicht, zwei IOC-Ganoven verwarnt (Diack und Hayatou). Doch einer der größten Sportbetrüger aller Zeiten, Joao Havelange, kommt ungeschoren davon.</li>
</ul>
<p>Viel mehr an Aktionen seitens des organisierten Sports ist bislang nicht bekannt. Oder kann mir jemand helfen und mein Erinnerungsvermögen auffrischen?</p>
<p>Die <a title="JW auf SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Kernfragen</a> in der ISL-Causa lautete nach den jüngsten Entwicklungen (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">Rücktritt Havelanges</a> + <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Blatters Versprechen, die ISL-Einstellungsverfügung offenzulegen</a>):</p>
<ul>
<li>Was hat die IOC-Ethikkommission &#8220;ermittelt&#8221;? Vielleicht gar neue Sachverhalte?</li>
<li>Wie hat die IOC-Ethikkommission die Ausschluss-Empfehlung gegen Havelange begründet?</li>
<li>Hat tatsächlich der damalige FIFA-Generalsekretär Blatter angeordnet, jene 1,5 Mio CHF Bestechungsgeld, die von der ISL irrtümlich auf ein FIFA-Konto überwiesen wurden, unverzüglich auf Havelanges Privatkonto weiterzuleiten?</li>
<li>Wenn das so gewesen wäre: Wird die IOC-Ethikkommission unverzüglich gegen Blatter &#8220;ermitteln&#8221;, was angesichts der im Raum stehenden Summe (der heutige FIFA-Präsident bestreitet derartiges Handeln, andere erinnern sich anders) u. U. auch zum IOC-Rausschmiss führen müsste?</li>
<li>Wird der Vorgang in der Einstellungsverfügung dokumentiert? (Eine meiner Quellen behauptet das. Ich weiß es allerdings nicht.)</li>
</ul>
<p>Wie sieht es also aus?</p>
<p>Zunächst einmal nimmt die FIFA <a title="live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: “Crisis? What is a crisis?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/">eine junge, unlängst von mir weltweit exklusiv begründete Tradition</a> auf und veröffentlicht ebenfalls die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/55/27/66/0100_001.pdf" target="_blank">Tagesordnung</a> der Sitzung des Exekutivkomitees (kommende Woche in Tokio).</p>
<p>Zugleich aber <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/news/newsid=1552775/index.html" target="_blank">teilt die FIFA mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter confirms ISL file will be published despite objection of involved party</strong></p>
<p>On 21 October 2011, FIFA President Joseph S. Blatter announced his commitment to publish the ISL-ISMM file after receiving the full backing to do so from the members of the FIFA Executive Committee. Today, the FIFA President confirms his determination to publish the file on the ISL-ISMM case despite the fact that legal measures have been taken by one of the parties involved.</p>
<p>These measures request another thorough legal analysis which<strong> will postpone the envisaged publication of the ISL file.</strong></p>
<p>Joseph S. Blatter stated today: “FIFA has been working intensively over the past few weeks with its lawyers and legal team to be able to publish the ISL file at the next meeting of the FIFA Executive Committee in Japan on 17 December 2011. It was my strong will to make the ISL file fully transparent at this meeting. I have now been advised that as a result of the objection of a third party to such transparency it will take more time to overcome the respective legal hurdles. This does not change my stance at all. I remain fully committed to publishing the files as soon as possible as an important part of my many reform plans for FIFA, which include handling the past as well as preparing the future structure of the organisation.”</p>
<p>The reform process has in any case already started and will continue with a view to presenting concrete measures at the 2012 FIFA Congress.</p></blockquote>
<p>Die Veröffentlichung, ein Kernthema der angeblichen Reformen, wird verschoben.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Wer Fragen haben sollte, wende sich bitte an jene Anwaltkanzleien, die in den schmutzigen Deal mit der Zuger Staatsanwaltschaft beteiligt waren (und bis heute sind), <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">als da wären</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Nobel &amp; Hug" href="http://www.nobel-hug.ch/" target="_blank">Nobel &amp; Hug, Rechtsanwälte</a></li>
<li><a title="Schweiger" href="http://www.schweigerlaw.ch/index3.asp" target="_blank">Schweiger, Advokatur Notariat</a></li>
<li><a title="Niedermann" href="http://www.niedermann.com/en/profile/" target="_blank">Niedermann, Rechtsanwälte</a></li>
</ul>
<p>Und nun zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge [<em>in den ich vor vielen Jahren mal große Hoffnungen gesetzt hatte, die fast alle enttäuscht worden sind, aber das ist mein Problem</em>].</p>
<p>Rogge wird in der Korruptionscausa ISL-Havelange-FIFA von Nachrichtenagenturen (die das Thema lange Jahre sträflich vernachlässigten und sich an der Aufklärung eigentlich kaum oder gar nicht beteiligt haben) so zitiert:</p>
<p>dpa:</p>
<blockquote><p>Der 95-Jährige sei jetzt «ein privater Bürger», erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge. Die IOC-Ethikkommission hatte wegen Korruptionsvorwürfen gegen Havelange ermittelt. Medienberichte, nach denen der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes durch seinen Rückzug einem wahrscheinlichen IOC-Ausschluss zuvorkam, wies Rogge als «pure Spekulation» zurück. «Für mich hat sein Rücktritt mit seiner Gesundheit und seinem Alter zu tun», meinte der Belgier.</p>
<p>Havelange soll in den Bestechungsskandal um die ehemalige Sportvermarktungsfirma ISL verwickelt gewesen sein, hat diese Vorwürfe aber stets bestritten. «Da Herr Havelange kein IOC-Mitglied mehr ist, wird es keine Ermittlungen mehr gegen ihn geben, denn er ist ein privater Bürger», sagte Rogge in einem Reuters-Interview und betonte, der Doyen des IOC habe aus gesundheitlichen Gründen die Ringe-Organisation verlassen. Havelange war seit 1963 im IOC und der letzte Funktionär mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.</p>
<p>«Havelange hat mir in einem Brief von Gesundheitsproblemen geschrieben, die ihn von Reisen abhalten», erklärte Rogge. Havelange drohte eine Suspendierung durch die IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag in Lausanne: «Pure Spekulationen kommentiere ich nicht», so Rogge, «Joao Havelange hatte schon einige Termine verpasst. Bei der IOC-Session in Durban fehlte er auch.»</p>
<p><em>Quelle: dpa via <a title="sueddeutsche.de" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em></p></blockquote>
<p>Reuters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Havelange sent me a letter saying that he had lately had health issues and that stopped him from travelling and he considered that due to his age and health it stopped him from travelling regularly,&#8221; Rogge told Reuters in an exclusive interview.</p>
<p>Asked whether his resignation two days before the IOC discussed the ethics commission report was an indirect admission of guilt by Havelange, Rogge said that was just speculation.</p>
<p>&#8220;I am not going to comment on what is purely speculation. Joao Havelange already had missed other meetings, in the (IOC) session (in July) he was not there either, he missed major meetings of FIFA.</p>
<p><em>Quelle: Reuters via <a title="Eurosport" href="http://asia.eurosport.com/olympicgames/london-2012/2012/ioc-cancel-probe_sto3054908/story.shtml" target="_blank">Eurosport</a></em></p></blockquote>
<p>Weitere Zitate spare ich mir. Vom he-said-she-said-&#8221;Journalismus&#8221; halte ich nichts.</p>
<p>Es ist einfach eklig. Es ist grauenvoll.</p>
<p>Oops. Da ist mir nun doch ein abwertender Begriff über die Tastatur gekommen.</p>

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		<item>
		<title>IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 21:02:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Jens Weinreich und Andrew Jennings Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es seit einigen Tagen beschrieben, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der [...]]]></description>
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<p><strong>von Jens Weinreich und Andrew Jennings</strong></p>
<div id="attachment_11344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-11344" title="Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange." src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/12/e00213fa.m.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Time to say goodbye: Don Julio Grondona, Señora Grondona, Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange.</p></div>
<p>Ich habe es vor drei Wochen in Zürich zum ersten Mal aus sicherer Quelle gehört und es <a title="One year after: Wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/">seit einigen Tagen beschrieben</a>, wenn auch etwas ungläubig: Ich konnte mir echt nicht vorstellen, dass das IOC-Exekutivkomitee der Empfehlung der Ethikkommission folgt und den IOC-Dienstältesten rausschmeißt, den 95-jährigen FIFA-Ehrenpräsidenten João Havelange, der seit 1963 IOC-Mitglied ist.</p>
<p>Nein, natürlich nicht. Sie haben Havelange eine Goldene Brücke gebaut. Rücktritt statt Rausschmiss.</p>
<p>Der Fall ist spektakulär und wird Weiterungen haben.</p>
<p>Heute Nachmittag habe ich dazu einen Beitrag für den Deutschlandfunk produziert &#8211; noch unter Vorbehalt.</p>
<p>Kaum war der Beitrag zum Sender verschickt, kamen die Meldungen. Als erster war mein Freund Jamil Chade, Schweiz-Korrespondent der <strong>Estado de São Paulo</strong>, damit auf dem Markt:</p>
<ul>
<li><a title="estado de sao paulo" href="http://www.estadao.com.br/noticias/esportes,joao-havelange-pede-renuncia-do-coi-em-meio-a-denuncias-de-corrupcao,806609,0.htm" target="_blank">João Havelange pede renúncia do COI em meio a denúncias de corrupção</a></li>
</ul>
<p>Kurz darauf folgte AP:</p>
<ul>
<li><a title="AP" href="http://www.google.com/hostednews/ap/article/ALeqM5jjZCp96z25nwaNEe_z4tOw3knzwQ?docId=c4c090dd902745eb8f0399293c321b6c" target="_blank">Source: Havelange resigns from IOC</a></li>
</ul>
<p>Die Kurzfassung der Geschichte, über die ich seit Jahren berichte (<em>die Links am Ende des Beitrages liefern alle Informationen, bieten Dokumente und hunderte weitere Links</em>), lief wie gesagt im Deutschlandfunk und ist von der Realität in einem Punkt nun schon überholt. Sehr schön, eigentlich.<span id="more-11332"></span></p>
<p>Hören:</p>
<p><a title="dlf zu havelange" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/04/dlf_20111204_1932_465e52c3.mp3">:</a></p>
<p>Lesen:</p>
<blockquote><p>In der kommenden Woche trifft sich in Lausanne das IOC-Exekutivkomitee zur letzten Sitzung des Jahres. Mit großer Spannung wird die Pressekonferenz am Donnerstagabend erwartet, auf der IOC-Präsident Jacques Rogge das Urteil der Ethikkommission gegen drei Mitglieder bekanntgeben dürfte. Es geht um den ISL-Bestechungsskandal – und im Mittelpunkt der Anklage steht das dienstälteste IOC-Mitglied: der Brasilianer João Havelange.</p>
<p>João Havelange ist ein Jahrhundert-Sportfunktionär, und zwar im doppelten Sinne. Havelange, geboren 1913, nahm 1936 als Schwimmer an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil, 1952 noch einmal als Wasserballer. Havelange ist seit 1963 IOC-Mitglied und damit der Doyen des IOC. Er war von 1974 bis 1998 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA – und ist seither FIFA-Ehrenpräsident. Havelange zählt zu jenen Figuren, die das weltumspannende Bestechungssystem der einstigen Sportmarketing-Agentur ISL geprägt haben.</p>
<p>Und er hat selbst viele Millionen kassiert – meist über Tarnfirmen, eine davon, Renford Investments, unterhält er gemeinsam mit seinem einstigen Schwiegersohn Ricardo Teixeira. Teixeira gehört dem FIFA-Exekutivkomitee an, ist seit Ewigkeiten Präsident des brasilianischen Verbandes und auch Chef des WM-Organisationskomitees 2014.</p>
<p>Das ISL-Bestechungssystem ist kein Fall für den History Channel, sondern hochaktuell. Auch wenn der ISL-Konzern schon 2001 mit einem Milliardenloch pleite ging und die Aufarbeitung der kriminellen Aktivitäten nun schon ein Jahrzehnt andauert. Mit mehr als 140 Millionen Schweizer Franken hat die vom Deutschen Horst Dassler gegründete ISL-Gruppe einst hochrangige Sportfunktionäre im IOC, in der FIFA und etlichen anderen Weltverbänden geschmiert, um an milliardenschwere TV- und Marketingverträge zu gelangen. Diese gerichtsfest dokumentierten 140 Millionen sind nur die Spitze des Eisberges.</p>
<p>Havelange, Teixeira und die FIFA haben im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug gezahlt, um im im Deal mit der Staatsanwaltschaft die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten. Da aber Journalisten auf Herausgabe dieser Einstellungsverfügung drängten und die Justiz dem Drängen bald nachgeben wird, gerieten die Korruptionsverheimlicher unter Druck. FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte an, das Papier Mitte Dezember zur nächsten Exekutivsitzung in Tokio zu veröffentlichen. Parallel aber hatte die IOC-Ethikkomission längst Ermittlungen gegen Havelange aufgenommen – und gegen zwei andere IOC-Mitglieder, die kleinere Summen erhalten haben: Lamine Diack aus dem Senegal, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und Issa Hayatou aus Kamerun, Afrikas Fußballchef und FIFA-Vizepräsident.</p>
<p>Was Havelange, Hayatou und Diack eint ist die unverbrüchliche Nähe zum Franzosen Jean-Marie Weber, jenem Mann, der über Jahrzehnte das ISL-Schmiergeld verteilt hat, meist in Bar. Weber feiert alljährlich im Mai mit Havelange dessen Geburtstag in Zürich. Weber arbeitet für Hayatous afrikanischen Verband CAF und für Diacks IAAF. Er taucht bei allen großen Sportterminen auf und ging bis vor kurzem auch im IOC-Hauptquartier ein und aus. Vor sechs Jahren hatte Blatters Anwalt für Weber einen weiteren Korruptionsverdunklungsvertrag geschlossen, um die Namen der bestochenen Funktionäre geheim zu halten. Dafür flossen 2,5 Millionen an den ISL-Konkursverwalter – wahrscheinlich haben Havelange und Teixeira bezahlt.</p>
<p>Nach Informationen des Deutschlandfunks wird das IOC Hayatou und Diack nun verwarnen. Gegen Havelange, der viele Millionen mit Teixeira und einmal 1,5 Millionen allein erhalten hat, soll der Ausschluss verfügt werden. Ein solches Votum wäre geradezu ungeheuerlich in dieser Branche. Zumal die Olympischen Sommerspiele 2016 im Joao-Havelange-Stadion in Rio de Janeiro eröffnet werden sollen, zur Feier des 100. Geburtstages von Havelange – so hatte es der damalige Staatspräsident Lula versprochen, als Rio vor zwei Jahren die Spiele erhielt.</p>
<p>Wie schon in anderen Fällen – etwa beim Mexikaner Ruben Acosta oder beim Koreaner Kim Un Yong oder kürzlich in der FIFA beim Vizepräsidenten Jack Warner – wird Havelange wohl eine goldene Brücke gebaut. Es wird erwartet, dass er seinen Rücktritt aus dem IOC bekannt gibt. IOC-Präsident Jacques Rogge wird dazu am Donnerstag in Lausanne Stellung beziehen.</p>
<div id="attachment_11069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-11069 " title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="400" height="42" /><p class="wp-caption-text">Auszug aus den Bestechungs-Unterlagen</p></div>
<p>Das entscheidende Dokument gegen Havelange ist eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken, die am 3. März 1997 irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete – und von dort auf sein Privatkonto weiter geleitet wurde. Ein dreiviertel Jahr zuvor hatte die FIFA die WM-Fernsehverträge <del>2006 und 2010</del> 2002 und 2006 unter dubiosen Umständen für 2,8 Milliarden Franken an die ISL-Gruppe und den Münchner Mogul Leo Kirch verkauft. Bei dieser Vergabe hat der damalige Generalsekretär Blatter ebenfalls eine zwielichtige Rolle gespielt. Blatter soll dann auch den Transfer der Havelange-Million angeordnet haben – was er stets bestritt.</p>
<p>Insofern könnte das Verdikt – oder der Deal: Rücktritt statt Rausschmiss – im Fall Havelange auch Folgen für Blatter haben. Denn der FIFA-Präsident ist selbst IOC-Mitglied – nun müsste eigentlich ein Verfahren gegen ihn eröffnet werden.</p></blockquote>
<p>Es bleibt spannend in diesem Krimi. Denn da Blatter sich von den alten Kameraden und Ganoven um Teixeira, Havelange, Grondona, Makudi und von anderen trennen will und sich allen Ernstes als Reformer der FIFA verkauft, sinnen die auf Rache. Die Folgen sind unabsehbar.</p>
<p>Oh Gott, was haben gerade englische Journalisten Andrew Jennings vor einem Jahr mit Spott und Hass überzogen, nach dieser neuerlichen BBC-Panaroma-Sendung zur FIFA und zum ISL-Bestechungssystem. &#8220;Ein Fall für den History Channel&#8221;, so lästerten nicht nur die englischen WM-Bewerber, auch Journalisten.</p>
<p>History Channel?</p>
<p>Ich sage es erneut: So ein Unsinn.</p>
<p>Das ISL-Korruptionssystem ist Gegenwart. Und Zukunft. Viele Figuren sind noch in Amt und Würden.</p>
<p><strong>Andrew Jennings</strong> hatte zum Wochenende dem Independent diesen Text angeboten, ich weiß nicht, ob der gedruckt wurde &#8211; in Teilen, dem Havelange-Rücktritt, sind auch diese Zeilen nun überholt:</p>
<blockquote><p><strong>Will IOC condemn FIFA corruption?</strong></p>
<p>Sepp Blatter’s tottering leadership of FIFA is likely to take another knock on Thursday evening when the International Olympic Committee announces its verdicts on the biggest corruption scandal to blight world sport.</p>
<p>For the past 11 months the IOC’s Ethics Commission has investigated allegations that senior FIFA officials – also IOC members &#8211; took kickbacks from a company awarded exclusive World Cup marketing contracts.</p>
<p>On Thursday afternoon in Lausanne IOC President Rogge and his 14-member Executive Board will go into camera to discuss the revelations in a BBC Panorama programme in November last year.</p>
<p>In the frame are former FIFA president Joao Havelange, current president Sepp Blatter and vice-president Issa Hayatou, boss of African football. Also accused is world athletics chief Lamine Diack who first denied taking $41,000, mostly in cash but has recently claimed the money was a gift when his house burned down.</p>
<p>After negotiating protection for their sources, BBC producers handed over a list of 175 bribes totalling an astonishing $100 million paid by the Swiss ISL marketing company. The identities of many recipients were hidden behind Liechtenstein front companies but occasionally officials took money direct. Issa Hayatou who heads African football and named for taking $30,000 in cash claims it was for his confederation’s 40th birthday party.</p>
<p>The IOC’s Ethics commission has eight members, four from outside the organisation. They initiate their own investigations and approached Panorama the day after transmission asking for the bribes evidence.</p>
<p>FIFA’s in-house ethics committee, appointed by Blatter and headed by former Swiss footballer Claudio Sulser, is only permitted to investigate issues chosen by Blatter or his general secretary Jerome Valcke. Last autumn Sulser dismissed the ISL bribes as ‘historic’ and snubbed suggestions they should be investigated.</p>
<p>Sulser looked away when two other members of FIFA’s ruling executive committee &#8211; not IOC members – were revealed taking ISL bribes. Paraguay’s Nicolas Leoz was accused in a Swiss court in 2008 and again in the Panorama file of taking $730,000.</p>
<p>Ricardo Teixeira from Brazil was accused by Panorama of pocketing $9.5 million. Again, Blatter refuses to act but Brazilian Federal police are investigating money-laundering and tax evasion and Teixeira is under pressure by the Brazilian government to quit as head of the 2014 World Cup organising committee.</p>
<p>Teixeira’s former father-in-law Joao Havelange, Blatter’s predecessor as FIFA president, is alleged to be the “JH” named in the list as taking 1.5 million Swiss francs on March 3, 1997 – worth about $1 million.</p>
<p>If Havelange is sanctioned then Blatter, also an IOC member, will be in jeopardy. An earlier Panorama programme in June 2006 revealed that this payment was sent by mistake to FIFA and that after Blatter forwarded it to a Havelange account he tried, unsuccessfully, to persuade FIFA’s bankers to erase the transaction. Blatter has refused to comment.</p>
<p>Sources at FIFA say that Blatter’s handling the Havelange bribe was probed by Swiss Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in his lengthy inquiry into FIFA and the ISL bribes. Last year Blatter and two other FIFA officials signed a confidential settlement with Hildbrand in which 5.5 million was repaid to FIFA. A Panorama programme in May this year claimed the other officials were Teixeira and Havelange.</p>
<p>The BBC and Swiss media are asking the courts to order publication of the settlement document. The public prosecutor is supporting disclosure stating it is in the public interest. Blatter, Teixeira and Havelange are objecting but are expected to lose in the Swiss federal court in 12 month’s time.</p>
<p>Blatter has had his own copy of the settlement since May last year and could publish at any time. But he prevaricates claiming that it is legally complex and must be examined by an ‘independent expert.’</p>
<p>A further mystery surrounds bribes to FIFA officials paid through various ISL slush funds. One named Sicuretta, managed by Swiss lawyer Guido Renggli (correct), handed more than £3 million in cash to ISL director Jean-Marie Weber, known as ‘The Bagman’ and a longtime friend of President Blatter.</p>
<p>Mr Ringgli declined to tell investigator Thomas Hildbrand who got this cash – but did mention that Mr Weber took him to the World Cup in France in 1998 and introduced him to Blatter. Weber says it is ‘a matter of honour’ not to reveal who he bribed.</p>
<p>The IOC has declared Weber persona non grata but he is still welcome at FIFA and Issa Hayatou has appointed him a consultant to the African Football Confederation.</p>
<p>Any IOC findings implicating FIFA officials in corruption will cast new doubt over the decisions to give the 2018 World Cup to Russia and the 2022 tournament to Qatar.</p></blockquote>

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		</item>
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		<title>FIFA-corruption: Richard Pound demands investigative commission and law enforcement assistance</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/01/fifa-corruption-richard-pound-demands-investigative-commission-and-law-enforcement-assistance/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2011 15:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F10%252F01%252Ffifa-corruption-richard-pound-demands-investigative-commission-and-law-enforcement-assistance%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2FpHwVNS%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22FIFA-corruption%3A%20Richard%20Pound%20demands%20investigative%20commission%20and%20law%20enforcement%20assistance%22%20%7D);"></div>
<p><a href="http://www.codehesive.com/index.php/archive/fifa-12-reviewed-if-fifa-12-was-actually-a-game-about-fifa/comment-page-1/#comment-19290"><img class="size-full wp-image-10802 alignleft" style="margin: 5px;" title="FIFA12" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa12-fake.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="304" height="350" align="left" /></a></p>
<p>Ein Mann, ein Wort. Ich habe <a title="alle Beiträge zu Richard Pound" href="http://www.jensweinreich.de/category/richard-pound/" target="_self">Richard Pound</a> gefragt, ob die Korruption im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA und bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 nicht endlich durch eine internationale Untersuchungskommission aufgearbeitet werden müssen.</p>
<p>Natürlich, sagt Dick Pound:</p>
<blockquote><p>Well, if I wanted to do a serious and credible job, I would be sure to have at least some non-FIFA people on the commission. <strong>I would also ask for some law enforcement assistance.</strong> I would also make the terms of reference public, to demonstrate that I was serious. I would also set up a mechanism to permit anyone with knowledge to provide it, even on anonymous basis, if necessary.</p>
<p>Samaranch chaired our Reform Commission, but did not sit on my ad hoc Investigation Commission. If I were Blatter, I would do the same. We also had outsiders on that Reform Commission, in addition to IF and NOC representatives, so it might be wise to have some NFs on the FIFA Commission.</p></blockquote>
<p>Ich bin überzeugt, dass Richard Pound am Montag (3. Oktober) in Köln am ersten Tag der <strong><a title="Play the Game 2011: festival of sport democracy" href="http://www.jensweinreich.de/2011/09/19/buchen-festival-for-sports-democracy-play-the-game-2011/" target="_self">Konferenz Play the Game</a></strong> die beste Rede halten wird, die je ein hochrangiger Sportfunktionär zum allgegenwärtigen Korruptionsthema abgeliefert hat. Pound stellt die Existenzfrage.</p>
<p>To be or not to be.</p>
<p>Ich habe mich in den vergangenen Tagen mit Dick Pound ausgetauscht und kann einige seiner Thesen vorab vorstellen. Der nachfolgende  Text ist eine Überarbeitung eines Beitrages, der heute in einigen deutschen und Schweizer Tageszeitungen (Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Basler Zeitung, Berner Zeitung u.a.) erschienen ist. Ich habe den Text um einige Zitate ergänzt, damit es meinen englischsprachigen Lesern etwas leichter fällt :)</p>
<blockquote><p>Sports officials, governments and regulators have not addressed the problem of corruption in sport with anything like the vigour required to deal with such activities which, sadly, have become endemic and have badly wounded the integrity of competitive sport and put into question the results of many competitions. There have been, of course, the usual statements in support of fair play. Equally sadly, the pious statements have not been matched by the necessary actions to ensure that what is promised is actually delivered.  In the result, the credibility of sports officials and even of sport itself is now very much in question &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt der Kanadier Richard Pound. Mit für hochrangige Sportfunktionäre ungewöhnlich klaren und scharfen Wortenanalysiert er die Lage: „Wenn wir den Weg des professionellen Wrestlings beschreiten und uns irgendwo zwischen Zirkus und Farce positionieren wollen, müssen wir nur so weitermachen wie bisher.“ Dann sei der Sport am Ende.</p>
<p>Korruption sei „die größte Gefahr des organisierten Sports“ und viel größer als das „begrenzte Problem“ des Dopings, das Pound als eine Sonderform der Korruption bezeichnet. „Die überwältigende Mehrheit“ der 35 olympischen Weltsportverbände habe keine Maßnahmen zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung entwickelt. Die meisten Verbände und Funktionäre seien sich des existenziellen Problems nicht bewusst. „Wenn die Sport-Autoritäten die Probleme negieren und alles tun, was nötig ist, dann müssen sie die Konsequenzen tragen.“</p>
<p>Richard Pound war über lange Jahre eine der prägenden Figuren der olympischen Welt. Der Jurist aus Montreal hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dem er seit 1978 angehört, als Marketingchef Milliardenverträge mit TV-Anstaltenbeschert und hat das olympische Vermarktungsprogramm (TOP) mit Sponsoren aufgebaut. Er war von 1999 bis 2007 Gründungspräsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Er führte im Bestechungsskandal um die Olympiastadt Salt Lake City 1999 die hausinterne IOC-Prüfungskommission und rettete in jenen heißen Monaten als eigentlicher Präsident das IOC vor dem Untergang.</p>
<div id="attachment_9347" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-9347" title="Richard Pound, Madrid 2007" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/08/pound20071.jpg" alt="" width="540" height="323" /><p class="wp-caption-text">Abschied von der WADA: Weltantidopingkongress 2007 in Madrid</p></div>
<p>Persönlich hat ihm das geschadet. Denn Pound, der Wahrheiten stets offen ausspricht, kandidierte 2001 vergeblich für die IOC-Präsidentschaft. Er erhielt nicht nur weniger Stimmen als der Belgier Jacques Rogge, sondern auch <a title="Die Seitenhiebe des Richard Pound" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/0806/sport/0036/index.html" target="_blank">weniger als der schwer korrupte und inzwischen aus dem IOC verbannte Südkoreaner Kim Un Yong</a>.</p>
<p>Pounds Wort hat dennoch Gewicht in der Welt – vor allem unter den Sponsoren des Milliardenbusiness. Wenn einer wie er vor der Gefahr des Untergangs warnt, weil Korruption auf allen Ebenen die Integrität des Sports schwer beschädigt hat und die Verbände kaum etwas dagegen tun, ist das ein Signal, das nachhallen wird.</p>
<p>Im Mittelpunkt von Pounds vehementer Kritik stehen die mächtigsten und reichsten olympischen Institutionen: das IOC und der Fußball-Weltverband FIFA.</p>
<p>Dem IOC wirft Pound vor, das Korruptionsproblem zu vernachlässigen, die Fachverbände nicht genügend unter Druck zu setzen, sich auf das falsche Feld zu konzentrieren und durch eine unklare Begriffsbestimmung das Thema zu verwässern: Korruption wird im IOC, von Präsident Jacques Rogge und seinen Exekutivmitgliedern, neuerdings mit dem illegalen Wettgeschäft gleichgesetzt. Das Grundsatzproblem aber ist Korruption in den eigenen Reihen, auf allen Ebenen, national, international, unter Funktionären, Kampfrichtern, Sportlern, Vermarktern. „Sportverbände neigen dazu, die Verantwortung auf Regierungen abzuschieben und übernehmen nicht einmal Verantwortung für ihren eigenen Bereich“, rügt Pound.</p>
<p>Der so genannte <a title="&quot;Der Sport ist in Gefahr&quot;" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1401110/" target="_blank">Wettgipfel</a>, den das IOC Anfang des Jahres in Lausanne mit handverlesenen Teilnehmern abgehalten hat, und auf dem das Thema Korruptionunter Funktionären und Sportlern nicht angesprochen werden durfte, sei eine Enttäuschung gewesen.</p>
<blockquote><p>The most disappointing aspect for me about the IOC initiative was the response of many of the sports officials involved.  Instead of focusing upon the problem of corruption, many of them saw the meeting as an opportunity to advance the proposition that, because betting agencies have a profitable business in relation to sports events, the betting agencies should share those revenues with the sports organizations.</p></blockquote>
<p>Ich fragte Richard Pound u.a.:</p>
<p>Why did Jacques Rogge lost the track? Any explanation?</p>
<p>Seine Antwort:</p>
<blockquote><p>If the IOC is going to take any lead in this matter, it is going to have to be much stronger in what it says and what it does.  This [<em>corruption in sport</em>] is potentially much more serious than mere doping, which, in any event, is no longer led by the IOC, but by WADA.  All the IOC does these days is to say that it has a Zero Tolernace policy.</p></blockquote>
<p>Vom IOC verlangt Pound stattdessen klare Vorgaben für alle Sportverbände, Korruption in jeder Form zu bekämpfen. Bislang taucht die Vokabel Korruption im Grundgesetz der Branche, der Olympischen Charta des IOC, nicht einmal auf. Sich dem Problem zu stellen und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, sei keine Frage des Geldes, sondern eine Grundsatzentscheidung über Sein oder Nichtsein. Pound wird seine umfassenden Empfehlungen zur Korruptionsbekämpfung am Montag zur Eröffnung der Konferenz „Play the Game“ in Köln vorstellen. Er sympathisiert weiter mit der Gründung einer <a title="Beiträge und Interviews zur WACA" href="http://www.jensweinreich.de/category/welt-anti-korruptions-agentur/" target="_self">Welt-Anti-Korruptions-Agentur (WACA)</a> des Sports, die allerdings eine völlig neue Struktur aufweisen müsse, wofür die WADA kein Vorbild sei.</p>
<p>Die FIFA habe unter Präsident Joseph Blatter ihre Glaubwürdigkeit längst eingebüßt. Sie beweise weder den Willen zur Transparenz, noch leite sie nach den flächendeckenden Korruptionsfällen Lösungen ein. Pound empfiehlt deshalb die Einrichtung einer Kommission, die Korruption im FIFA-Exekutivkomitee und bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 untersuchen sollte. Voraussetzung seien die Einbeziehung von Kriminalisten und Strafverfolgungsbehörden sowie wirksame Mechanismen zum Schutz von Whistleblowern.</p>
<blockquote><p>In my respectful opinion, FIFA has fallen far short of a credible demonstration that it recognizes the many problems it faces, that it has the will to solve them, that it is willing to be transparent about what it is doing and what it finds and that its conduct in the future will be such that the public can be confident in the governance of the sport. At the moment, I do not believe that such confidence exists or would be justified if it did.</p></blockquote>
<p>Auch die Medien spart Pound in seiner Kritik nicht aus. Zu wenige Journalisten und Medienunternehmen betreiben investigativen Journalismus. Zu wenige seien anTransparenz und der Aufdeckung von Korruptionsfällen und anderen Machenschaften interessiert.</p>
<p>Nationalen Regierungen empfiehlt Pound, von Sportverbänden absolute Transparenz und wirksame Antikorruptions-Mechanismen als Voraussetzung für die Förderung mit Steuermitteln zu verlangen. Den Geldgebern aus der Wirtschaft gibt er auf den Weg: „Ich würde Sponsoren raten, auf Antikorruptionsregeln zu bestehen. Bei Korruptionsfällen würde ich dann sämtliche Zahlungen von den Sportverbänden zurückverlangen plus einer angemessenen Entschädigung für den aufgetreten Imageschaden.“</p>
<p>Sollten sich Sponsoren verabschieden, sagt Richard Pound, „würde der organisierte Sport von der Bildfläche verschwinden“.</p>
<blockquote><p>If sponsorship disappears from organized sport, organized sport disappears from the face of the planet.</p></blockquote>
<p><em>(Offenlegung: Richard Pound ist Chef des Advisory Boards von Play the Game, ich bin Mitglied der Programmkommission der diesjährigen Konferenz. Beide Jobs sind, natürlich, ehrenamtlich.)</em></p>

]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>18 Gründe für die Niederlage von München 2018</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/07/18-grunde-fur-die-niederlage-von-munchen-2018/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 16:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[durban]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Bid Book ist zu Staub zerfallen. Thomas Bach DURBAN. Vorgestern habe ich mich an einem Olympia FAQ versucht: 18 Fragen und Antworten zur Bewerbung 2018. Gestern habe ich bis zum Absturz des Blogs live berichtet. Heute etwas kürzer und zugespitzter: 18 Gründe für Münchens Niederlage. es war die zweitbeste Bewerbung, sagt nicht nur IOC-Präsident Rogge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F07%252F07%252F18-grunde-fur-die-niederlage-von-munchen-2018%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%2218%20Gr%C3%BCnde%20f%C3%BCr%20die%20Niederlage%20von%20M%C3%BCnchen%202018%22%20%7D);"></div>
<blockquote><p><strong>Unser Bid Book ist zu Staub zerfallen.</strong></p>
<p><em>Thomas Bach</em></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10678" title="Result Election of the Host City of the 2018 Olympic Winter Games" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/election-2018.gif" alt="" width="429" height="496" /><br />
DURBAN. Vorgestern habe ich mich an einem Olympia FAQ versucht: <a title="18 Fragen und Antworten zu Olympia 2018" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/18-fragen-und-antworten-zu-olympia-2018/" target="_self">18 Fragen und Antworten zur Bewerbung 2018</a>. Gestern habe ich bis zum Absturz des Blogs <a title="live-Blog aus Durban: die Entscheidung für Pyeongchang" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/06/live-blog-aus-durban-olympia-2018-die-entscheidung/" target="_self">live berichtet</a>.</p>
<p>Heute etwas kürzer und zugespitzter: 18 Gründe für Münchens Niederlage.</p>
<ol>
<li>es war die zweitbeste Bewerbung, sagt nicht nur IOC-Präsident Rogge</li>
<li>das Asien-Argument: es sind schließlich globale Spiele</li>
<li>Axel Doering und der Widerstand in Garmisch-Partenkirchen</li>
<li>Arroganz von Chef-Bewerbern und uninformierten Politikern im Umgang mit der Bevölkerung</li>
<li>diese Bewerbung war nie eine nationale Aufgabe</li>
<li>Pyeongchang 2010</li>
<li>Pyeongchang 2014</li>
<li>Samsung und Kun Hee Lee</li>
<li>Korean Air</li>
<li>BMW war zu geizig</li>
<li>Kim Un Yong</li>
<li>Madrid 2020</li>
<li>Rom 2020</li>
<li>Thomas Bach und seine Thron-Ambitionen</li>
<li>die DOSB-Entscheidung im Dezember 2007 für München, um Sommerbewerbungen Hamburg und Berlin zu verhindern</li>
<li>Willy Bogner</li>
<li>FIFA-Mann Franz Beckenbauer in Durban (DFB-Maskottchen Claudia Roth hätte es gerichtet)</li>
<li>IOC-Mitglieder mit politischem Verstand: Deutschland soll lieber den Euro retten!</li>
</ol>
<p>Weil die Berichterstattung durch die <a title="Aus dem Maschinenraum (VII)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/07/aus-dem-maschinenraum-vii/" target="_self">Server-Probleme</a> einen Tag eingeschränkt war, kopiere ich flink noch meine halb-analytischen Schnellschüsse von gestern Abend und heute Nachmittag hinein. Eigentlich müsste Mann mal wieder ein Buch drüber schreiben.</p>
<p>Bei allem Respekt vor jenen in der Olympia GmbH, die hart und aufrecht für diesen Traum gearbeitet haben, ich verfalle nicht in Häme, ich respektiere ehrliche Bemühungen, aber diese Fragen müssen gestellt werden:</p>
<blockquote><p>Sogar die Koreaner haben nicht mit einem so klaren Sieg gerechnet. München trauten sie 35 Stimmen zu.</p>
<p>Interessant in der Nachbereitung wird nun sein, wie es der vom DOSB dominierten Bewerbungsgesellschaft gelang, dem Sponsor aus der Politik – Bundesregierung, Bundestags-Sportausschuss, Landesregierung – jahrelang den Eindruck zu vermitteln, München habe eine reelle Chance?</p>
<p>Darf man von einer bewussten Irreführung sprechen, um viele Millionen Steuermittel zu akquirieren?</p>
<p>Eine andere Frage ist natürlich auch, warum es bequeme, ahnungslose und eingebildete Politiker nicht besser wissen wollten und sich von Olympia-Lobbyisten aus dem DOSB instrumentalisieren ließen/lassen?</p></blockquote>
<p>Wenn ich dann lese, dass Münchner CSU-Trottel schon wieder über 2022 palavern, ohne Zusammenhänge zu begreifen, wird mir übel.</p>
<p>Die beiden Texte:</p>
<p><em>Mittwochabend, 6. Juli</em></p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 16.0px Consolas} -->DURBAN. Die Olympischen Winterspiele 2018 finden in der südkoreanische Kleinstadt Pyeongchang statt. 63 von 95 stimmberechtigten Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entschieden sich im ersten Wahlgang für Pyeongchang. München erhielt nur 25 Stimmen. Für das französische Annecy votierten sieben IOC-Mitglieder. Um 17.18 Uhr gab IOC-Präsident Jacques Rogge das Resultat bekannt. Wenige Minuten später wurden die Verträge mit dem neuen Olympiagastgeber unterschrieben.</p>
<p>Wie erwartet lobte Rogge die Koreaner für ihre Ausdauer, denn es war Pyeongchangs dritte Bewerbung in Folge nach zwei knappen Niederlagen. „Die Höhe des Erstrundensieges überrascht mich“, sagte Rogge:</p>
<blockquote><p>Die beste Bewerbung hat überzeugend gewonnen. Pyeongchang hat sein Angebot kontinuierlich verbessert.</p></blockquote>
<p>Für 2010 hatte Pyeongchang gegen Vancouver und für 2014 gegen Sotschi verloren.</p>
<p>25 Stimmen sind enttäuschend für München, die auch die Unterstützer in der Politik kaum in einen Sieg umdeuten können. Intern hatten Berater schon vor einiger Zeit mit einer Niederlage gerechnet, am Ende aber sprachen alle über eine Aufholjagd und die zweite Runde. 25 Stimmen hatte vor vier Jahren, als die Spiele 2014 vergeben worden, auch Salzburg aus Österreich geholt – mit nur zehn Millionen Euro, statt 34 Millionen wie München. Und ohne ein einflussreiches IOC-Mitglied wie es die Deutschen mit Vizepräsident Thomas Bach haben, der in zwei Jahren Nachfolger von Rogge werden will.</p>
<p>Im IOC wird die Frage gestellt, ob sich Bach mit diesen 25 Stimmen blamiert hat. „Ich glaube nicht“, sagt der Kanadier Richard Pound. „Das ist eine ganz andere Veranstaltung.“ Von einem „Kantersieg“ für Pyeongchang sprach er aber auch.</p>
<p>„Wahrscheinlich ist die Entscheidung ja wirklich schon vorher gefallen“, vermutet Münchens Frontfrau Katarina Witt unter Tränen. Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin hat sich nichts vorzuwerfen. Sie hat beizeiten energisch den überforderten ehemaligen Geschäftsführer Willy Bogner bedrängt, endlich die Zügel anzuziehen. Bogner ist einer der Hauptverantwortlichen für das Kommunikationsdesaster mit den Widerständlern in Garmisch-Partenkirchen, der olympischen Kernregion. Die mangelnde Zustimmung der Bevölkerung sei der Schwachpunkt der Bewerbung gewesen, analysierte das ehemalige deutsche IOC-Mitglied Roland Baar.</p>
<p>Trotz nationaler Querelen trat München mit Witt international extrem besser auf als 1986 Berchtesgaden, 1993 Berlin und 2004 Leipzig, deren Bewerbungen von Skandalen und finanzieller Misswirtschaft geprägt waren.</p>
<p>Am Mittwoch präsentierten sich die Bewerber ein letztes Mal vor den IOC-Mitgliedern. München und Pyeongchang lieferten sehr gute Vorstellungen, die zu den besten der vergangenen zwanzig Jahre im Bewerber-Zirkus zählten. Einen Olympiasieg kann man mit Präsentationen nicht erringen, wohl aber mit einer uninspirierten Vorstellung noch Stimmen verlieren.</p>
<p>Münchens Offerte wurde geprägt von Katarina Witt, der Blindensportlerin Verena Bentele, von Thomas Bach, Franz Beckenbauer und Bundespräsident Christian Wulff. „Alle Gesetze sind auf den Weg gebracht, wir sind ein verlässlicher Partner“, sagte Wulff. „Wir achten die Autonomie des Sports.“ Alle korrupten Funktionäre im Saal wie etwa etliche Vertreter des Fußball-Weltverbands FIFA um Joseph Blatter werden derlei Aussagen erfreut zur Kenntnis genommen haben. Besonders Bach warf sich mächtig ins Zeug und bewies wohl doch, dass ihm diese Bewerbung am Herzen gelegen hat und er nicht nur auf die IOC-Präsidentschaft konzentriert ist. Mit Tränen in den Augen sagte er:</p>
<blockquote><p>Aus tiefstem Herzen bitten wir sie, Ja zu München zu sagen.</p></blockquote>
<p>Dann die Koreaner. Der Amerikaner Terrence Burns, der schon drei Olympiabewerbungen (Peking, Vancouver, Sotschi) und zuletzt die Fußball-WM 2018 mit Russland gewonnen hatte, bereitete diese Präsentation vor. „Noch nie ist mir das so schwer gefallen“, sagte Burns erleichtert, nachdem seine Präsentatoren über sich hinaus gewachsen waren. Die Südkoreaner waren spritzig und witzig. Und sieattackierten immer wieder elegant den Herausforderer München. Herausragendagierte dabei Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Yuna Kim. Koreas NOK-Präsident Yong Sung Park, Chef des Doosan-Konzerns, witzelte in Richtung des IOC-MitgliedsFürst Albert von Monaco:</p>
<blockquote><p>Tut mir echt leid, Ihre Hoheit, dass Sie Ihre Flitterwochen unterbrechen müssen, um zum dritten Mal eine Präsentation von Pyeongchang zu verfolgen.</p></blockquote>
<p>Der Auftritt habe ihn nicht gelangweilt, sagte Albert wenig später. Es sei sehr unterhaltsam gewesen. Einen vierten Auftritt von Pyeongchang wird es nicht geben, aber vielleichteinen zweiten von München – in vier Jahren? Weder Thomas Bach noch Oberbürgermeister Christian Ude wollten im ersten Schock über eine zweiteBewerbung sprechen. Ude sagte zunächst nur, es sei „keine Fehlinvestition“ gewesen.</p>
<p>Die Koreaner haben die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt und agierten weniger aggressiv, entspannt aber bestimmt.</p>
<blockquote><p>Das war eine psychologische Meisterleistung &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagte das Schweizer IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper. &#8220;Man hat ein bisschen Mitleid geweckt und jederzeit die richtige emotionale Ansprache getroffen.“</p>
<p>Historisch betrachtet war der Sieg im dritten Anlauf verdient. Bisher waren 20 Winterspiele nach Europa und Nordamerika vergeben worden – nun die dritten nach Asien. Dieses krasse Missverhältnis hat das IOC etwas aufgehübscht. Andererseits haben derlei Abstimmungen stets einen schlechten Beigeschmack, weil letztlich ein Systembelohnt wurde, das seit Jahrzehnten mit einer einzigartigen Symbiose aus Wirtschaftsmacht und sportpolitischem Einfluss dauerhaft für Korruptionsskandale sorgte. Ob Samsung-Boss Kun Hee Lee, der als IOC-Mitglied Milliarden ins Sportsponsoring steckt, oder die ehemaligen IOC-Mitglieder Park und Kim Un Yong – sie alle wurden bereits wegen Korruption verurteilt. Lee sogar zweimal. Der Samsung-Chef, der einen gottähnlichen Status in Südkorea genießt, entzog sich einer dritten Haftstrafe durch eine gigantische Geldspende. Zuletzt wurde er im Januar 2010 begnadigt, um die Spiele nach Pyeongchang zu holen.</p>
<p>In Durban ging Kun Hee Lee nicht mal mehr in die Bütt. Er wusste, dass es für den souveränen Sieg reichen würde. Vor vier Jahren noch in Guatemala, als Russlands damaliger Präsident Wladimir Putin eingeflogen kam und mit dem Geld seinerOligarchen die IOC-Mitglieder beeinflusste, sprang der öffentlichkeitsscheue Kun Hee Lee noch über seinen Schatten, trat zum ersten Mal überhaupt ans Podium und flehte:</p>
<blockquote><p>Im Namen von 70 Millionen Koreanern, geben Sie uns die Spiele!</p></blockquote>
<p>Mission erfüllt, vier Jahre später. Und Bewerbungschef Yang Ho Cho, der Boss von Korean Air, jubelte: „Heute feiert ganz Korea!“</p>
<p><em>Donnerstagabend, 7. Juli</em></p>
<p>DURBAN. Der Nacht der Tränen folgte der große Kater. Während sich die IOC-Mitglieder längst wieder ihren Geschäften widmeten und routiniert die nächsten Programmpunkte ihrer 123. Vollversammlung abhandelten, räumten die Mitarbeiter der Münchner Olympia GmbH ihre Büros. Am Donnerstagabend verließ das Team um Katarina Witt und den Geschäftsführer Bernhard Schwank fast komplett den Ort der heftigen Niederlage. Es wird daheim nun einige Abschiedsessen geben zur kollektiven Schmerzbetäubung. Ab nächster Woche zerstreut sich die Mannschaft in alleWinde.</p>
<p>Nur die IOC-Mitglieder Thomas Bach und Claudia Bokel, IOC-Ehrenmitglied Walther Tröger und Bachs Adjudantin Katrin Merkel blieben in Durban. Ob sich München noch einmal umWinterspiele bewirbt, steht in den Sternen. Nächste Woche trifft sich das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und wird auch darüber beraten. Ein Schnellschuss kann ausgeschlossen werden. Der DOSB könnte sich dafür aussprechen, doch die wichtigste Lehre, eine immer wieder neue, aus dieser Bewerbung lautet: Es muss transparenter zugehen in finanziellen Fragen – und zunächst sollten die Steuerzahler befragt werden, ob sie Olympia wirklich wollen.</p>
<p>Im IOC-Reich konzentriert sich jetzt alles auf die Sommerspiele 2012 in London und auf die Session im September 2013 in Buenos Aires, wo der Nachfolger von Präsident Jacques Rogge gewählt wird. DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach ist erster Anwärtert. „Dass weiß doch jeder“, hat IOC-Kollege und Eishockey-Weltpräsident Rene Fasel schon vergangenes Jahr zu Protokoll gegeben. Darauf ist die Karriere des Fecht-Olympiasiegers von 1976 angelegt. Genau deshalb hatte Bach die Sommerbewerbungen von Berlin und Hamburg für 2020 verhindert und sich für München 2018 entschieden.</p>
<p>Was bedeuten diese 25 Stimmen, die München bei der Niederlage gegen Pyeongchang (63 Stimmen) erhalten hat, für Bachs präsidiale Ambitionen? Ist es denkbar, dass Bach 2013 Präsident wird, und zwei Jahre später München Olympiastadt 2022? Ist es überhaupt sinnvoll, sich für 2022 zu bewerben, wenn doch 2020 voraussichtlich Olympische Sommerspiele in Europa stattfinden: in Rom (bislang einziger erklärter Kandidat), Istanbul, Madrid oder Paris?</p>
<p>Gegen Pyeongchang, das zum dritten Mal antrat, war Münchens Offerte immer aussichtslos. Das darf man ohne jede Häme und unabhängig von der Klasse der Bewerbung formulieren. Die 63:25 Stimmen sind eindeutig. 25 nur. Thomas Bach hat geweint. Manche interpretieren seine Reaktionen als Schock. Bach ist in zwanzig Jahren im IOC immer mit dem Stimmenpaket unterwegs gewesen, das einst die korrupten südkoreanischen Funktionäre um Kim Un Yong mit dem ehemaligen IOC-Präsidenten Samaranch geschmiedet haben. Diese rund 35 Stimmen kamen stets auch Bach zugute. Mit München musste er nun erstmals in seiner Karriere gegen den Block der alten Koalitionäre kämpfen. Man könnte sagen, er hat immerhin 25 Stimmen erhalten und sich damit als präsidiabel erwiesen, denn in zwei Jahren werden ihm aus Pyeongchangs Paket wieder viele Voten zufließen.</p>
<p>Jeder im Business weiß, dass sich Bach wirklich für München ins Zeug gelegt hat. Es mag anfangs die Überlegung gegeben haben, Münchens Bewerbung seinen präsidialen Plänen zu opfern. Doch das war zu riskant. Eine schwache Bewerbung mit neun Stimmchen wie sie einst Berlin erhielt, konnte sich Bach nicht leisten. Seine Rede während der Münchner Präsentation in Spanisch, Englisch und Französisch war natürlich auch ein Wahlkampfauftritt in eigener Sache. Er hat viel getan, und gemäß Flurfunk nicht wirklich Chancen auf die Präsidentschaft eingebüßt.</p>
<p>Dennoch sollen potenzielle Herausforderer wie Richard Carrion (Puerto Rico) oder Ser Miang Ng (Singapur) leuchtende Augen bekommen haben, als sie das Wahlergebnis lasen. Carrion hat als TV-Unterhändler des IOC vor wenigen Tagen einen <a title="Was vom Tage übrig bleibt (63): olympische TV-Milliarden, NBCU und neue Optionen für die Sommerspiele 2020" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-63-olympische-tv-milliarden-nbcu-und-neue-optionen-fur-die-sommerspiele-2020/" target="_self">4,4-Milliarden-Dollar-Vertrag</a> mit dem amerikanischen Network NBC-Universal ausgehandelt. Für Carrion, den Banker, spricht auch, dass das IOC in 117 Jahren acht Präsidenten hatte, von denen sieben aus Europa kamen. Die Machtverschiebung im Weltsport, die seit langem zu beobachten ist, kann sich auch schnell in der IOC-Präsidentschaft manifestieren.</p>
<p>Sogar die Koreaner haben nicht mit einem so klaren Sieg gerechnet. München trauten sie 35 Stimmen zu. Interessant in der Nachbereitung wird nun sein, wie es der vom DOSB dominierten Bewerbungsgesellschaft gelang, dem Sponsor aus der Politik – Bundesregierung, Bundestags-Sportausschuss, Landesregierung – jahrelang den Eindruck zu vermitteln, München habe eine reelle Chance? Darf man von einer Irreführung sprechen, um viele Millionen Steuermittel zu akquirieren? Eine andere Frage ist natürlich auch, warum es Politiker nicht besser wissen wollen und sich von Olympia-Lobbyisten aus dem DOSB instrumentalisieren lassen?</p>
<p>Müsste morgen schon, und nicht erst 2013, ein neuer IOC-Präsident gewählt werden, würde alles auf Thomas Bach hinauslaufen. Daran hat sich nichts geändert. Als IOC-Präsident würde Bach in Sachen deutscher Olympiabewerbung jedoch wieder vorsichtiger, vielleicht sogar neutral agieren müssen. Sogar sein großes Vorbild Juan Antonio Samaranch hat einst sechs Jahre verstreichen lassen, um die Sommerspiele in seine Heimatstadt Barcelona zu holen. Auch Bach wird Ruhe bewahren. Und Deutschland wird noch ein Jahrzehnt auf Olympia warten müssen.</p>

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		<title>live-Blog aus Durban: Olympia 2018. Die Entscheidung für Pyeongchang</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 06:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F07%252F06%252Flive-blog-aus-durban-olympia-2018-die-entscheidung%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22live-Blog%20aus%20Durban%3A%20Olympia%202018.%20Die%20Entscheidung%20f%C3%BCr%20Pyeongchang%22%20%7D);"></div>
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<p>DURBAN. Moin, moin. Sitze nach einigen Fights mit der Security doch noch pünktlich am Platz. In wenigen Minuten eröffnet IOC-Präsident Jacques Rogge die Show. Ab 8.45 Uhr präsentiert München.</p>
<p>Ich bitte um einen/mehrere Gefallen: Kann mir bitte jemand den Spaß komplett am Fernseher aufzeichnen? Ich nehme alles für mein Archiv: ARD, ntv, ZDF &#8211; wer auch immer heute überträgt. Und zwar in voller Länge. Von jetzt bis heute Abend mit allen Sondersendungen. Falls es derartig veranlagte Menschen geben sollte, bitte, denkt an mich. Her damit.</p>
<p><strong>8.39 Uhr: </strong>Christophe de Kepper, als Rogges Mann neuer Generaldirektor des IOC, ist jetzt der Chef im Ring und erklärt den Ablauf. Und hier im Pressezentrum tendiert die Temperatur gegen Null. Just to mention that.</p>
<p>Rogge wiederholt die Regeln. Sie sind etwas früher bereit und müssen also wg der TV-Übertragung noch vier Minuten warten. Jetzt lässt er die Technik prüfen.</p>
<p>103 von 110 Mitglieder sind anwesend. Davon müssen wir noch jene abziehen, die in der ersten Runde nicht wählen dürfen. Dann sollten es 97 bei der Abstimmung sein. Oder?</p>
<p>München marschiert ein.</p>
<p><strong>8.45 Uhr: </strong>Auf geht&#8217;s, München.</p>
<p>München startet mit einem altbekannten Begrüßungsvideo. Leicht aufgehübscht, das sah man bisher bei fast allen Präsentationen.</p>
<p>Thomas <strong>BACH</strong> beginnt. Gibt den Olympier. Deshalb der Hinweis, dass es die erste IOC-Vollversammlung in Afrika überhaupt ist.</p>
<blockquote><p>Es geht allein um die Verdienste, nicht darum, wie oft sich jemand beworben hat</p></blockquote>
<p>Das bringt er seit einiger Zeit, seit der Präsentation in Lausanne im Mai. Da hat er dann auch ausgepackt, dass das Deutschlands vierte Bewerbung ist &#8211; nach Berchtesgaden, Berlin und Leipzig, den drei Katastrophen. Auch damit wollen sie Pyeongchang toppen. Vier gegen drei. Kleine Spitze, dies.</p>
<p>Es geht um soziale Verantwortung, Umweltschutz und das Gedeihen der olympischen Bewegung. Oops?</p>
<p>Oh, der DOSB hat nun schon 28 Millionen Mitglieder. Sagt <strong>BACH</strong>.</p>
<p>Katarina <strong>WITT</strong> spricht von Architekten und Malern, die wie Sportler eine Kunst verrichten.</p>
<p>Sie ist besser als zuletzt bei allen Präsentationen. Sie hat&#8217;s halt gelernt, vor vielen Jahren im Olympia-Eisring.</p>
<p>Willy <strong>REHM</strong> jodelt, und dieses katastrophale Internet hier bringt mich mal wieder zur Verzweiflung.</p>
<p>Christian <strong>UDE</strong> übernimmt wie immer die Oktoberfest-Nummer, Munich = Party-Town. Er würde gern ein Faß Bier anstechen mit den IOC-Mitgliedern heute Abend.</p>
<p>Jetzt ein Video, in dem es u.a. um Weltklasse-Bars in München geht.</p>
<blockquote><p>Sie können drei Wochen jeden Tag in einem anderen Top-Restaurant speisen.</p></blockquote>
<p>Sagt Ude.</p>
<p>Das kann Pyeongchang derzeit nicht bieten. Aber die Koreaner werden ja alles aus Seoul transferieren. Als ich im Februar dort war zum Besuch der Evaluierungskommission, da hat der Chefkoch des Shilla-Hotels serviert. Shilla, natürlich, gehört auch Kun Hee Lee bzw Samsung.</p>
<p>Bernhard <strong>SCHWANK</strong> ist fürs Sportliche zuständig. Stellt das Konzept vor. Überzieht etwas. Zu aufdringlich. Betont falsch, betont fast jedes Wort.</p>
<p>Seine Botschaft: Deutsche Firmen, die jetzt schon für 50 Prozent des Umsatzes der sieben olympischen Wintersportverbände sorgen, werden ihr Sponsoring dramatisch erhöhen. Jedes Land, jedes NOK, jeder Sportverband wird davon profitieren. Sie alle.</p>
<p>Nun Christian <strong>WULFF</strong>. Spricht Deutsch. Peinlich. Er hat ja an den Proben auch nicht teilgenommen. Hätte schon etwas mehr investieren können.</p>
<blockquote><p>Schenken sie uns ihr Vertrauen für die Olympischen Winterspiele 2018. Wir werden daraus, fröhliche, emotionale und enthusiatische Winterspiele machen.</p></blockquote>
<p>Alle Gesetze sind auf den Weg gebracht. Wir sind verlässliche Partner</p>
<blockquote><p>Schenken sie Stella und der Jugend der Welt im Jahr 2018 erfolgreiche Para- und Olympische Winterspiele im Jahr 2018. Let dreams become true.</p></blockquote>
<p>Wir sind verlässliche Partner. Wir achten die Verantwortung und die Autonomie des Sports. (Notiz an mich: Bitte Haltung bewahren und mich nicht übergeben. #FIFA #IOC #Korruption #Wahrheitsallergiker)</p>
<p>Claudia <strong>BOKEL</strong>. Gibt es eigentlich außer mir und einigen Journalisten weitere Personen, die wissen, dass Bokel seit 2008 IOC-Mitglied ist? Ich weiß nicht, was sie im IOC tut. Sie spricht Französisch und im Namen der Sportler. Davon kommen dann noch einige. Zum Beispiel gleich Verena <strong>BENTELE</strong>. Sie ist sehr gut. (George Hirthler flüstert mir später zu, darauf sei er besonders stolz gewesen.)</p>
<p>Nun Maria <strong>RIESCH</strong>, die lässig sagt, es habe während der Bewerbung viele News aus Garmisch gegeben, aber sie erzähle nun ihre, die richtige.</p>
<blockquote><p>Glauben sie mir: Die Garmischer werden sie alle herzlich bei den Winterspielen begrüßen. Wie alle Deutschen.</p></blockquote>
<p>Der <strong>FRANZ</strong>.</p>
<blockquote><p>People kohl me se Kaiser. I invite you for the winter dream.</p></blockquote>
<p>Und er will auch sofort mit dem Langlauftraining beginnen.</p>
<p>Lügenbaron Jerome Valcke, FIFA-General, sitzt übrigens auch im Saal.</p>
<blockquote><p>Once an athletes, always an athlete.</p></blockquote>
<p><strong>WITT</strong> spricht ein bisschen über sich, ihre Olympiaerfolge und ihren Job als Gesicht der Bewerbung und sagt, sie hätte gern die IOC-Mitglieder daheim besucht. Aber wie alle wissen, ist das nicht erlaubt.</p>
<p>Zählt dann, wie immer, die Rekordzahlen und vollen Stadien in Deutschland auf. Achtung, Pyeongchang:</p>
<blockquote><p>We are not just promosing full stadia, we guarantee full stadia.</p></blockquote>
<p>Und noch ein wirklich hübscher move von George Hirthler:</p>
<blockquote><p>That is the public support that counts.</p></blockquote>
<p>Sein Sportlerherz schlägt höher, sagt <strong>BACH</strong>.</p>
<blockquote><p>One of the single word in every language is yes. Wir bitten sie bescheiden, sagen sie dieses eine Wort zu München 2018.</p></blockquote>
<p>Können Olympische Spiele nachhaltig organisiert werden?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>Können Olympische Spiele umweltfreundlich organisiert werden?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>&#8230; in magischer Amosphäre?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>usw usf</p>
<p>Is the election of a host city really about sports and the athletes?</p>
<blockquote><p>Yes.</p></blockquote>
<p>With stadiums full of knowledgable fans! Achtung, Pyeongchang!</p>
<blockquote><p>From the buttons of our hearts we humbly ask you to say yes.</p></blockquote>
<p>Willy <strong>REHM</strong> jodelt wieder.</p>
<p>Die Fragerunde ist kurz. Was Fürst Albert &#8220;fragt&#8221; (richtige Fragen stellt er eigentlich nie, er äußert sich nur immer als Erster) ist wegen akkustischer Mängel nicht zu verstehen. Außerdem Adam Pengilly (UK) und Ottavio Cinquanta (ITA). Cinquanta will Pyeongchang, das hat er mir schon im Mai klar gesagt. Er will Pyeongchang auch wegen Rom 2020.</p>
<p>Christian <strong>WULFF</strong> antwortet auf seine Frage, ob das nicht nur eine Bewerbung vom Freistaat Bayern, sondern von ganz Deutschland sei.</p>
<blockquote><p>Ich kann ihnen versichern, dass das ganze Land mit einer überwältigende Mehrheit hinter dieser Bewerbung stehen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Politik hat all diesen Bewerbungsunterlagen eiserne Garantien gegeben. Ich stehe persönlich dafür, dass diese Olympischen Spiele ein Ereignis werden, dass wir niemals vergessen werden.</p></blockquote>
<p>Beifall. Diplom. Abgang. <strong>9.43 Uhr</strong>.</p>
<p>Und Patrick Sandusky, der Pressechef des USOC und einstiger Pressechef von Chicago 2016 fragt auf Twitter, wo eigentlich das Diplom ist, dass <a title="Ohrfeige für Obama" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-abstimmung-des-ioc/" target="_self">Chicago 2016</a> im <a title="Obama arrived" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/02/olympia-2016-die-entscheidung-obama-arrived/" target="_self">Oktober 2009</a> als großer Verlierer bekommen hat. Das liegt noch irgendwo im Bella Centre von Kopenhagen, antwortet jemand.</p>
<p><strong>11.06 Uhr:</strong> Nach der München-PK. Annecy präsentiert. Ich verfolge das nicht. Treibe mich herum und bin erst später wieder ganz Ohr bei Pyeongchang.</p>
<p>München natürlich schwer erleichtert. Wenngleich jeder weiß, auch Wulff, der es ganz nett formuliert hat, dass das alles nicht bedeutet/bedeuten muss. Es bleibt nur das Beten und Hoffen.</p>
<p><strong>12.07 Uhr:</strong> Let&#8217;s go, Pyeongchang!</p>
<p>Zunächst ein stimmungsvolles Video. Auch mein Freund Kwang-Bae Kang tritt auf, Vizepräsident des Bob-Weltverbandes FIBT. Dessen Präsident Ivo Ferriani ist (auch als Italiener) ein absoluter Befürworter von Pyeongchang.</p>
<p>Theresa <strong>RAH</strong> stellt das Team vor. Präsident <strong>LEE</strong>, Sportminister, Governor, Sonderbotschafter <strong>KIM</strong>, Yong Sung <strong>PARK</strong>, Yuna <strong>KIM</strong> (großer Beifall) &#8230; Kun Hee <strong>LEE</strong>, der Samsung-Herrscher (langer Beifall, echt!), Dae Sung <strong>MOON</strong>, Olympiasieger und IOC-Mitglied.</p>
<p>Theresa <strong>RAH</strong> erklärt, auch diese Kleinigkeit ist wichtig, dass sie neu ist in der olympischen Bewegung. Die Diplomatengattin, die in vielen Ländern gelebt hat, wurde als Kommunikationschefin geholt.</p>
<blockquote><p>Beharrlichkeit und Geduld.</p></blockquote>
<p>Pyeongchang ist immer wieder aufgestanden, hat sich zweimal erholt und alles getan &#8230; neue Horizonte &#8230; Wintersport in neuen Regionen entwickeln &#8230; geht alles ein bisschen zu schnell für mein Empfinden. Bisschen Luft holen, wäre ganz hübsch gewesen. Aber Theresa spricht natürlich gut.</p>
<p>Er wünscht München und Annecy viel Glück, sagt <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">Yang Ho <strong>CHO</strong></a>. Aber nicht zu viel davon! Vom Glück.</p>
<p><strong>CHO</strong> hat hart gearbeitet. Er hat bisher noch NIE so gut gesprochen.</p>
<p>Südkoreas Präsident <strong>LEE</strong> Myung-Bak.</p>
<p>Spricht Englisch, anders als der deutsche Bundespräsident.</p>
<p>Ich finde, er macht das ziemlich gut. Den Anfang 1948 in St. Moritz und die koreanische Mini-Delegation kannte ich natürlich schon aus anderen Präsentationen. Aber auch dieser ganze Aufbau</p>
<blockquote><p>We are working hard. We&#8217;ll make you proud!</p>
<p>I ask you finally that our olympic and paralympic dream come true!</p></blockquote>
<p>Jin-Sun <strong>KIM</strong>, heute Special Ambassador, früher 12 Jahre Provinz-Gouverneur, ist nun dran. Er verkörpert diese Bewerbung, alle drei Bewerbungen. Und er verkörpert all die anderen koreanischen Geschichten.</p>
<blockquote><p>Our heart were broken. But we never gave up and tried again!</p>
<p>We have heard your advise.</p></blockquote>
<p>Sie setzen auf diese Karte, und das ist auch okay so. Jetzt heult er, weil er zum dritten Mal hier steht.</p>
<blockquote><p>Our people have waited for over ten years.</p></blockquote>
<p>Ich glaube nicht mal, dass diese Emotionen gespielt sind.</p>
<p>Yuna <strong>KIM</strong>.</p>
<p>Sie beginnt viel besser als in Lausanne. Sie hat sieben Wochen hart trainiert, sagt sie. Und nun klingt sie wirklich ziemlich cool. Terrence BURNS hat gut gearbeitet mit seinen Leuten. Es ist MIT ABSTAND die beste Präsentation von Pyeongchang bisher, und ich habe fast alle live verfolgen können.</p>
<p>Lichtjahre besser, unvergleichbar mit der ersten Präsentation im Oktober in Acapulco. Heute kommt es darauf an. Heute bringen sie auch das. Das die Sache mit dem Geld und Samsung und alles längst geklärt ist, glaube ich jetzt erst recht: das Ding ist erledigt.</p>
<blockquote><p>I am an example of a living legacy!</p></blockquote>
<p>Sie darf im Video auch noch das technische Konzept vorstellen. Good move.</p>
<p>IOC-Mitglied <strong>MOON</strong> spricht vom revolutionärem Konzept, ein Olympisches Dorf für Olympics and Paralympics.</p>
<p>Yong Sung <strong>PARK</strong></p>
<blockquote><p>It has been a loooong day for you. But it has been a loooong time for us too.</p></blockquote>
<p>Sagt Fürst Albert:</p>
<blockquote><p>Tut mir echt leid, Ihre Hoheit, dass Sie ihre Flitterwochen unterbrechen müssen, um zum dritten Mal eine Präsentation von Pyeongchang anzuhören!</p></blockquote>
<p>Park ist witzig. Auch im persönlichen Gespräch.</p>
<p>Viele IOC-Kollegen (er sagt immer noch: Kollegen, obwohl er lange schon wieder draußen ist aus dem IOC) hätten ihn gefragt, was sie in P so alles machen können (nicht viel natürlich). Also kommt ein Video zum Programm &#8220;Best of Korea&#8221;: Ich habe das schon oft geschrieben, sie holen während der Spiele alles nach P. Restaurants, Shopping Malls, Theater. Was IOC-Members und Gefährten und Family halt so brauchen.</p>
<blockquote><p>I hope that you&#8217;ll give us the chance to prove that Pyeongchang is ready!</p></blockquote>
<p>Toby <strong>DAWSON</strong>/<strong>KIM</strong> Bong-Soek, geboren un Busan 1978, 1981 adoptiert und nach Vail/Colorado gezogen. Olympiamedaillengewinner im Freestyle 2006 in Torin. Und hier Stammgast jeden Abend an der Bar.</p>
<p>Sehr, sehr gut.</p>
<p>Er verkörpert, sagt er, die Hoffnung und den Traum von Millionen von Kids. New horizons, new markets, new hopes &#8230; sie deklinieren das Thema geschickt &#8211; und emotional. Zum ersten Mal überhaupt! Ich sage ja: Auf die Sekunde topfit.</p>
<p>Theresa <strong>RAH</strong> again.</p>
<p><em>(Und ich stelle das Blog mal um, so dass nur noch dieser Beitrag auf der Startseite erscheint. Vielleicht macht der Server dann mit.)</em></p>
<p><strong>RAH</strong> nimmt Münchens Argument auf und sagt: Hey, 19 Mal wurden die Spiele schon im traditionellen Markt (USA, Kanada, Europa) ausgetragen &#8211; aber nur zweimal in Asien. Nie in Korea.</p>
<blockquote><p>It is a race about dream. It is a race about human potential.</p></blockquote>
<p>Nun spricht sie Französisch. Wichtiges Detail, immer mal in die andere offizielle IOC-Spreache zu wechseln. Für München erledigte das Claudia <strong>BOKEL</strong>. <strong>BACH</strong> begann, auch das hatten wir schon diskutiert, in Spanisch.</p>
<p>Koreaner sind Kämpfer. I like that. Sehr guter Wettbewerb. München und Pyeongchang sehr gut. Man muss derlei Präsentationen nicht mögen und kann alles infrage stellen. Aber es gibt sie nun mal. Und ich habe mich in zwanzig Jahren schon mächtig gelangweilt.</p>
<p>Heute nicht. Good entertainment.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Völlig überraschend von Albert, Adam Pengilly und &#8211; Ottavio Cinquanta. (Inhalte sind uninteressant.)</p>
<p>Albert sagt zu <strong>PARK</strong>: No worries, my friend, es war das dritte Mal, aber es war nicht langweilig.</p>
<p>Das stimmt.</p>
<p><strong>13.02 Uhr:</strong> Präsentation beendet. Mittagspause. Und ich habe die Überschrift schon mal aktualisiert. Glaube nicht, dass ich mich heute Nachmittag blamiere. (Und wenn: Ich habe ein dickes Fell.)</p>
<p><strong>15.24 Uhr:</strong> Mittagessen, viele Gespräche, keine Gerüchte mehr Vorstellbar, dass es anders kommt, als oben beschrieben. Dass Rogge nachher nicht den Zettel mit dem Namen PYEONGCHANG aus dem Umschlag nestelt?</p>
<p>Rogge hat in kleiner Runde mal erzählt, das war im Frühjahr 2007 in Peking, was das für eine dämliche Situation sei, wenn er da, beobachtet von vielen Millionen Menschen, am Umschlag nestelt. Er sei da immer ganz nervös, sagt er, und hat Angst, dass irgendjemand einen Fehler gemacht hat. Dass der Zettel fehlt. Dass der Name falsch drauf steht. Dass er sich verspricht. Irgendwas in der Art. Man muss auf Youtube mal schauen, wie ernst er stets dabei ist und wie steif und blass. Da hatten selbst die Verkündungen des abgebrühten Samaranch einst mehr Leben. Ich meine das gar nicht gemein, dass Rogge das überhaupt erzählte, fand ich sehr sympathisch.</p>
<p><strong>15.31 Uhr:</strong> In vier Minuten beginnt die Abstimmung. Mein Tipp: Nur ein Wahlgang ist nötig. An eine knappe Kiste glaube ich nicht mehr. Sorry, München. Aber ich denke, sie werden ein für deutsche Verhältnisse stolzes Resultat erzielen.</p>
<p>Ich habe eigentlich nur zwei Fragen:</p>
<ul>
<li>Wie stark engagiert sich BMW wirklich? Oder besser: wie Samsung-mäßig? Kann das also etwas wenden?</li>
<li>Ist da was dran, was mir die Koreaner stecken, dass Thomas Bach etlichen Kollegen signalisiert haben soll: Pass mal auf, besser du stimmst für München, dann hast du ab 2013 ein angenehmeres IOC-Leben?</li>
</ul>
<p><em>(Für Juristen: Ich habe gerade zwei FRAGEN gestellt.)</em></p>
<p><strong>15.39 Uhr: </strong>Sie sind noch bei Verfahrensfragen.</p>
<p>Das IOC-Mitglied Angelo Ruggiero <a title="Angela Ruggiero auf Twitter" href="http://twitter.com/#!/AngelaRuggiero" target="_blank">twittert</a> übrigens live aus der Session. Andere simsen, wie ich höre.</p>
<p><strong>15.44 Uhr: </strong>The vote is now open. Ohne Rogge, Bach, Bokel, Drut, Killy, Lee, Moon und Oswald.</p>
<p><strong>15.46 Uhr: </strong>The vote is now closed.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 14.0px 0.0px; line-height: 19.0px; font: 14.0px Times} --><strong>15.46 Uhr:</strong> Dick Pound informiert Rogge. Der sagt:</p>
<blockquote><p>My dear colleagues: You have elected the host city for the Olympic Winter Games in 2018. The election is over!</p></blockquote>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>

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		<title>18 Fragen und Antworten zu Olympia 2018</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 20:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>DURBAN. Habe heute für <a title="SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,772506,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a> 18 Fragen und Antworten zur Olympiaentscheidung 2018 gedichtet. Leicht und hier im Hilton live bearbeitet und erweitert <em>(vielleicht gehe ich in der Nacht nochmal ran)</em>:</p>
<p><strong>1. Warum ist Pyeongchang Olympia-Favorit?</strong></p>
<p>Pyeongchang, ein Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Seoul gelegen, bewirbt sich zum dritten Mal in Folge. Für 2010 haben die Südkoreaner gegen Vancouver und für 2014 gegen Sotschi jeweils knapp verloren. Normalerweise belohnt das IOC derartige Ausdauer. Zumal die Südkoreaner dem IOC nun seit zehn Jahren jeden Wünsch erfüllen und bereits Milliarden investiert haben. Sie tun alles für Olympia. Zudem haben sich koreanische Firmen wie Samsung als Sponsoren des IOC und vieler olympischer Sport-Weltverbände in den vergangenen Jahrzehnten unentbehrlich gemacht. Da dürften alles in allem Milliarden an Sponsoring- und anderen Mitteln geflossen sein.</p>
<p><strong>2. Kennt das IOC denn tatsächlich so etwas wie Dankbarkeit?</strong></p>
<p>Eigentlich nicht, sonst wären die Sommerspiele 2016 ja nach Chicago und nicht nach Rio vergeben worden &#8211; schließlich hatte das US-Network NBC bis dahin schon sieben Milliarden Dollar in das Geschäft gepumpt (und kürzlich weitere 4,4 Mrd). In der Olympischen Charta, dem Grundgesetz des IOC, ist natürlich nicht festgeschrieben, dass die Spiele an einen Bewerber gehen müssen, dessen Konzerne den Sportbetrieb großzügig alimentieren. Aber zuletzt hat nicht nur IOC-Präsident Jacques Rogge immer wieder gesagt, dass man es schätzt, wenn Olympia-Interessenten Niederlagen verkraften, sich wieder bewerben, ihre Offerten verbessern und die Ratschläge des IOC befolgen – dann werden sie auch belohnt. Diese Argumente brachte er etwa nach der Wahl von Rio de Janeiro zum Austragungsort der Sommerspiele 2016. Insofern wäre Pyeongchang im dritten Anlauf der perfekte Sieger.</p>
<p><strong>3. Hat München eine reelle Chance?</strong></p>
<p>München hat eine Außenseiterchance. Vor einiger Zeit sah es noch so aus, als würde Pyeongchang souverän mit rund 70 Stimmen einen Erstrundensieg landen. Davon spricht kaum jemand mehr, jedenfalls nicht von einem Erfolg in dieser Höhe. Man darf eher einen knappen Ausgang erwarten, vielleicht schafft München sogar die zweite Runde. Das Münchener Team hat international seit reichlich zwei Jahren, seit den Winterspielen 2010 in Vancouver, gut gearbeitet. Keine deutsche Bewerbung der letzten Jahrzehnte (Berchtesgaden, Berlin, Leipzig) war so gut aufgestellt. Bei den bisherigen Präsentationen vor IOC-Mitgliedern auf diversen Sportkongressen hinterließ München den besten Eindruck. Die technisch-organisatorischen Aspekte der Bewerbung stimmen im Grunde, bis auf kleine Abstriche.</p>
<p><strong>4. Warum ist Annecy überhaupt Kandidat?</strong></p>
<p>Normalerweise führt das IOC bei Olympiabewerbungen einen Vorentscheid durch und sortiert die schwächsten Bewerber ein Jahr vorher aus. Da sich diesmal nur drei Städte bewarben – es ist das geringste Interesse an Olympischen Spielen seit drei Jahrzehnten -, machte man eine Ausnahme und winkte Annecy trotz gewaltiger Schwächen durch. Denn es ist wichtig für das IOC, den Eindruck eines echten Bewerberwettstreits zu erwecken. In Wirklichkeit ist Annecy kein ernst zu nehmender Kandidat, sondern gewissermaßen ein Platzhalter für die nächste Bewerbung von Paris für Olympische Sommerspiele. Die Franzosen wollen dann ähnlich argumentieren wie die Koreaner: Seht her, wir bewerben uns immer wieder, stecken Niederlagen weg, hören auf euren Rat und stellen uns wieder an!</p>
<p><strong>5. Belasten die nationalen Querelen, der Widerstand in Garmisch-Partenkirchen die deutsche Kandidatur?</strong></p>
<p>Im Grunde sind Winterspiele im IOC ein Minderheitenprogramm. Die meisten der 110 Mitglieder kommen aus Ländern, die schon wegen der geografischen Anforderungen keine Wintersporttradition haben und nie Winterspiele ausrichten könnten. Folglich ist das Interesse gering. Man nimmt das Medienecho sehr wohl wahr, doch problematisch wird es für IOC-Mitglieder meist erst dann, wenn Olympia-Widerstand lautstärker und auch international geäußert wird. So gab es vor etlichen Jahren gewaltsame Proteste bei den Olympiabewerbungen von Amsterdam und Berlin. Folglich waren diese Städte absolut chancenlos. So wie sich die Garmischer Olympiagegner aber auf die Sachebene konzentrieren und die IOC-Verträge mit Bewerbern und Olympia-Ausrichtern als sittenwidrig brandmarken, bleibt das eine Belastung und bringt die Münchener Bewerber in Erklärungsnot.</p>
<p><strong>6. Welche Rolle spielt Katarina Witt für München?</strong></p>
<p>Katarina Witt kann die deutsche Bewerbung in der Szene glaubwürdig vertreten. Sie ist ein Weltstar des Wintersports. Es kam vor, dass sie IOC-Mitgliedern Autogramme gab. Sie wurde vom internationalen Team der Bewerber GmbH und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gut eingeführt und hat hart gearbeitet, um auf dem sportpolitischen Geläuf zu bestehen. Das ist ihr zunehmend besser gelungen. Vor allem aber zieht sie das Interesse der internationalen Medien auf sich. Weder Pyeongchang noch Annecy können das bieten – schon deshalb ist Katarina Witt ein Gewinn für die Bewerbung, auch wenn sie sich kaum in die Problemregion Garmisch-Partenkirchen getraut hat. Intern hat die Witt im Sommer 2009 gegen den damaligen Olympia-Geschäftsführer Willy Bogner opponiert. Bogners Rückzug war eine Stärkung der Bewerbung, denn er hatte zahlreiche Versäumnisse zu verantworten.</p>
<p><strong>7. DOSB-Präsident Thomas Bach will in zwei Jahren IOC-Präsident werden. Kollidiert dieses Vorhaben mit Münchens Olympiaplänen?</strong></p>
<p>2013 wird auf der IOC-Session in Buenos Aires der Nachfolger von Jacques Rogge gewählt. 2013 wird auch der Austragungsort der Sommerspiele 2020 bestimmt. Deshalb galt es für Bach zunächst einmal zu verhindern, dass sich Berlin oder Hamburg um die Sommerspiele 2020 bewerben. Denn auf derselben IOC-Session hätte Deutschland nicht mit Bach und einem Sommer-Bewerber erfolgreich sein können. Münchens Interesse an den Winterspielen 2018 kam Bach gerade recht, er setzte die Bewerbung ohne Widerstände durch. Da er derzeit keinen echten Konkurrenten um die IOC-Präsidentschaft hat und die Winterspiele im IOC ohnehin nicht die große Rolle spielen, ist durchaus beides denkbar: Am 6. Juli 2011 erst ein Olympiasieg von München, 2013 dann ein IOC-Präsident Bach.</p>
<p><strong>8. Und was, wenn München am Mittwoch deutlich verliert: Wäre das ein Zeichen der Schwäche für Bach?</strong></p>
<p>Das ist eine Gefahr. Das IOC will einen starken Führer. Ein Desaster wie einst der Olympiabewerber Berlin mit nur 9 Stimmen kann sich Bach nicht erlauben. Wenn München verliert, dann sollte es knapp sein, mit einer stolzen Anzahl von Stimmen. So wie für München hat sich Bach noch für keine deutsche Olympiabewerbung engagiert.</p>
<p><strong>9. Was sagt der Prüfbericht des IOC?</strong></p>
<p>Der Bericht der so genannten Evaluierungskommission wurde im Mai vorgelegt. Er bewertet die Bewerbungsbücher der Kandidaten, stellt aber keine Rangliste auf. Angeblich sind alle drei Bewerber olympiatauglich. Je nach Lesart liegen München und Pyeongchang nach den technischen Kriterien ungefähr gleichauf. Nur haben derlei Prüfberichte kaum Einfluss auf die Entscheidung. Zuletzt gewannen mit Sotschi (Winterspiele 2014) und Rio (Sommerspiele 2016) die Bewerber mit den technisch schlechtesten Angeboten, die dem IOC Potemkinsche Dörfer offerierten. Kein IOC-Mitglied ist an den Evaluierungsbericht gebunden, viele lesen das Papier nicht einmal. Das IOC könnte mit dem riesigen Datenmaterial vergangener Spiele und den Daten neuer Bewerber sehr leicht eine durchaus objektive Rangliste erstellen. Doch daran hat niemand Interesse. Der subjektive Faktor soll dominieren.</p>
<p><strong>10. Nach welchen Kriterien entscheiden die IOC-Mitglieder?</strong></p>
<p>Es soll Mitglieder geben, die sich in die Berichte einlesen und nach bestem Wissen und Gewissen unabhängig entscheiden. Andere wiederum, die beispielsweise gleichzeitig in bestimmten Sportverbänden hohe Funktionen haben, entscheiden im Sinne dieser Verbände über die Olympiaaustragung. Eine dritte Fraktion lässt sich auch von anderen Faktoren leiten.</p>
<p><strong>11. Ist Korruption im Spiel?</strong></p>
<p>Davon darf man ausgehen. Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Vorteil. Es hat bislang noch bei jeder Olympiabewerbung Korruptionsfälle gegeben. Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkommission im Herbst 2010 verwarnt worden, nachdem die koreanischen Firmen Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Denis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch in Durban nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Korean Air wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p>
<p><strong>12. Und München kommt ganz ohne solche Zugaben aus?</strong></p>
<p>Fakt ist: Deutsche Firmen finanzieren mehr als 50 Prozent des Umsatzes der sieben olympischen Wintersport-Weltverbände. BMW unterstützt diese Bewerbung weltweit mit seinem gigantischen politischen Netzwerk und hat große Pläne als Olympiasponsor. Viele IOC-Mitglieder sehen in diesem Engagement keinen großen Unterschied zu den Avancen der koreanischen Firmen. Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes, etwa sagt: Wenn man den Maßstab der IOC-Ethikkommission anlegen wollte, dürften die Wintersportverbände keine Verträge mit deutschen Firmen und überhaupt nie Verträge mit Firmen abschließen, die aus Ländern kommen, die sich um Olympische Spiele bewerben.</p>
<p><strong>13. Was können die Bewerber in den letzten Stunden noch tun?</strong></p>
<p>Beten. Lächeln. Reden. Zählen. Zahlen. Im Ernst: Es geht zunächst darum, keine Fehler zu machen. Diejenigen, die man auf seiner Seite glaubt, müssen bei Laune gehalten werden. Andere IOC-Mitglieder werden weiter bearbeitet. Mit manchen, die man sicher auf der Gegenseite wähnt, muss man gar nicht erst sprechen. Katarina Witt hatte noch eines der insgesamt 110 IOC-Mitglieder vor Durban nicht gesprochen: Den Finnen Saku Koivu. Das hat sie inzwischen nachgeholt. Es gab schon Olympiabewerbungen, die wurden in der Nacht wenige Stunden vor der Wahl entschieden: So sicherte sich Sydney einst die Sommerspiele 2000, als man mit zwei afrikanischen IOC-Mitgliedern Verträge abschloss. Einige Stunden später gewann Sydney mit 45:43-Stimmen gegen Peking. Der Vorfall ist bestens dokumentiert. Für die IOC-Führung war diese Bestechung allerdings keine Bestechung, sondern: Entwicklungshilfe.</p>
<p>Im Moment, da dieser Text hier im Blog veröffentlicht wird, sitze ich im Hilton Hotel. Münchens Bewerber sind gerade auf vier Dinner verteilt, wo sie 20 IOC-Mitglieder bearbeiten. Gerade kommt CEO Bernhard Schwank vorbei, absolut relaxt, und sagt mir: &#8220;Zu lange arbeiten ist ungesund!&#8221;</p>
<p><strong>14. Wie wichtig sind die Abschlusspräsentationen vor der IOC-Vollversammlung?</strong></p>
<p>Diese Vorstellungen werden kolossal überschätzt. Es mag eine verschwindend geringe Zahl von IOC-Mitgliedern geben, die sich von einer berauschenden Präsentation umstimmen lassen. Niemand weiß das. Im Prinzip kann es nur darum gehen, Fehler zu vermeiden. Eine uninspirierte Präsentation mit technischen Pannen, kann Stimmen kosten. Wer seinen Job professionell erledigt, ist auf der sicheren Seite.</p>
<p><strong>15. Hat die Debatte über Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften Auswirkungen auf diese Olympia-Entscheidung?</strong></p>
<p>Einige IOC-Mitglieder haben auch in der FIFA hohe Funktionen und sind in Korruptionsskandale verstrickt: etwa das FIFA-Exekutivmitglied Issa Hayatou aus Kamerun oder FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange. Gegen beide ermittelt die IOC-Ethikkommission. Havelange, der IOC-Alterspräsident, kommt deshalb nicht nach Durban. FIFA-Boss Joseph Blatter, Hauptverantwortlicher für die Skandale in seinem Verband, ist ebenfalls IOC-Mitglied und stimmt am Mittwoch mit ab. Es mag sein, dass manche empfängliche IOC-Mitglieder wegen der lang anhaltenden FIFA-Skandale, die weltweit Schlagzeilen machen, vorsichtiger geworden sind.</p>
<p><strong>16. Was macht Franz Beckenbauer eigentlich in Durban?</strong></p>
<p>Als Ur-Münchner verkörpert Beckenbauer Bewerbung auf der Abschlusspräsentation glaubhaft. Andererseits sind Fußballstars im IOC nicht unbedingt gern gesehen. Auch steht Beckenbauer, bis vor kurzem FIFA-Exekutivmitglied, für das System Blatter in der FIFA – insofern könnte sein Auftritt bei manchen aufrechten Mitgliedern durchaus kontraproduktiv sein. Im olympischen Bereich fühlt sich Beckenbauer nicht zu Hause, vor acht Jahren trat er schon einmal vergeblich für den Olympiakandidaten Salzburg 2010 an, bekannte seine Unsicherheit und hat seine Reise zur IOC-Session in Prag eher bereut.</p>
<p><strong>17. Ist Europa insgesamt nicht mehr so sexy für das IOC?</strong></p>
<p>Im Weltsport findet eine Machtverschiebung statt, weg vom alten Kontinent, weg auch von den USA, hin zu den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) und nach Arabien. Olympia 2014 in Sotschi, 2016 in Rio de Janeiro, Fußball-WM-2014 in Brasilien, 2018 in Russland und 2022 in Katar. Das sind alles Beweise für diese erdrutschartigen Verschiebungen. Bislang wurden 22-mal Olympische Winterspiele vergeben: sechsmal an Nordamerika, 14-mal an Europa &#8211; aber nur zweimal an Asien. Südkorea ist dran &#8211; und würde damit einer europäischen Sommer-Olympiabewerbung für 2020 den Weg ebnen. Denn das IOC wechselt gern zwischen den Kontinenten. Bisher gibt es für 2020 nur einen Interessenten: Rom. In Kürze wird sich entscheiden, ob sich auch Istanbul bewirbt: Die Türken wären Favorit, weil sie die Brücke von Europa nach Asien schlagen. Sie können als erstes muslimisch geprägtes Land Olympiagastgeber werden.</p>
<p><strong>18. Plant München im Falle einer Pleite eine erneute Bewerbung?</strong></p>
<p>Der Deutsche Olympische Sportbund wappnet sich für den Fall, dass die Kandidatur Münchens für 2018 scheitert. Axel Achten, der Chef der Sportmarketing-Agentur des DSOB, hat sich die Internetadresse muenchen2022.org gesichert. Die Internetadresse der Bewerbungsgesellschaft, die die Kandidatur für die Winterspiele 2018 vorantreibt, lautet muenchen2018.org. &#8220;Wir müssen vorausschauend denken&#8221;, sagt Achten gemäß SPIEGEL. Der Vorgang sei aber nicht als Hinweis darauf zu werten, dass sich die bayerische Landeshauptstadt im Falle einer Niederlage tatsächlich nochmals bewerben würde.</p>

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		<title>Olympic bidding race 2018: die letzten Stunden</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 15:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen.</p>
<p>Im Grunde halte ich es eher mit Gian-Franco Kasper, IOC-Mitglied und Ski-Weltverbandspräsident aus der Schweiz, der mir vorhin gesagt hat, das Desinteresse im IOC an den Winterspielen 2018, die am Mittwoch vergeben werden, sei geradezu beängstigend.</p>
<p>Aber das nur am Rande.</p>
<p>Denn: It&#8217;s showtime, folks!</p>
<p>Oder, um mit <a title="JTA" href="http://www.jtassocs.com/" target="_blank"><strong>Jon Tibbs</strong></a> zu sprechen, zu dessen Kernaufgaben es zählt, für München 2018 ein Momentum zu kreieren:</p>
<blockquote><p><strong>Ein Momentum ist für mich, wenn die Medien nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die positiven Aspekte.</strong></p>
<p><strong> </strong>Die Leute sprechen dann nur noch über Positives und ignorieren die Schwächen.</p></blockquote>
<p>Ich brauche jetzt mal eine Pause, bevor es in die nächste Schicht geht, zur Eröffnung der IOC-Session, und hier ein weiteres Textlein erscheint.</p>
<ul>
<li>Hören Sie doch gern noch mal rein, das war eine Heidenarbeit, diese 27 Minuten über olympische Spindoktoren zu produzieren:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Oder lesen Sie <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">diese Geschichte</a>.</li>
<li>Oder schauen Sie gar <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">auf</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Youtube</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">vorbei</a>, zum <a title="Programmhinweis (XI): &quot;Olympiapoker&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">Olympiapoker</a>.</li>
</ul>
<p>Für morgen, Mittwoch, kündige ich schon mal einen echten <strong>Live-Blog von der Entscheidung an</strong>.</p>
<p>Bis gleich.</p>
<p><strong>21.22 Uhr:</strong> Treffe gerade Sepp Blatters beiden Reisebegleiter im wegen der IOC-Sessionseröffnung verwaisten Hilton Hotel. Blatter war mit den beiden gestern bei Robert Mugabe in Harare.</p>
<p>Ich: Habt ihr denn kein Gewissen? Schämt ihr euch nicht?</p>
<p>Walter Gagg, Sepps Freund und FIFA-Direktor:</p>
<blockquote><p>Wieso? Ich war doch auch schon bei Videla und bei Pinochet.</p></blockquote>
<p><strong>21.25 Uhr:</strong> Momentaufnahmen von heute Nachmittag im Hilton, verfasst für einige Zeitungen:</p>
<p>Gesund leben nicht alle im hektischen olympischen Zirkel. Gian-Franco Kasper schon gar nicht. Wer Kasper sucht, muss nur vor die Tür gehen, dort wo die Raucher stehen. Im Hilton Hotel zu Durban ist das nicht anders als kürzlich in Lausanne oder in London. Kasper braucht seine Dosis Nikotin, anders kann man es nicht sagen. Er hat schon viele Bewerbungen verfolgt, ob nun als IOC-Mitglied oder im Ski-Weltverband FIS, wo er Jahrzehnte Generalsekretär war und seit einer weiteren Ewigkeit als Präsident amtiert. Vor einigen Wochen hat er Olympiabewerber als „paranoid“ bezeichnet und kürzlich die im Umkreis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) herum wuselnden Lobbyisten als „Schmarotzer“. So kennt und schätzt man Kasper. Er liebt klare Worte so sehr wie seine Zigaretten.</p>
<p>Das IOC-Hotel in Durban, fünfzig Meter neben dem Internationalen Kongresszentrum gelegen, in dem amMittwoch auf der 123. IOC-Session die Winterspiele 2018 vergeben werden, ist eigentlich für derlei Anlässe nicht geeignet. Denn es bietet nur eine winzige Lobby, da bleibt kaum Platz für Lobbyisten, die ihre Zielpersonen anvisieren können. Die Olympiabewerber aus Pyeongchang, München und Annecy stört das ein bisschen, Kasper aber ist zufrieden. „Da lassen sie mich in Ruhe.&#8221;</p>
<p>Als Wintersport-Präsident muss man ihm ohnehin nichts mehr erzählen. Andererseits aber wundert sich Kasper, wie wenig Interesse seine IOC-Kollegen an dieser Bewerbung haben. Viele trafen erst am Dienstag in Durban ein, etwa Schwimm-Weltpräsident Julio Maglione aus Uruguay, der beim Check-In sofort vom Münchner Lobbyisten Carlos Garcia belagert wurde, der ebenfalls aus Uruguay stammt; oder der Franzose Guy Drut, der einmal mehr bewies, wie egal ihm die Offerte aus Annecy ist.</p>
<blockquote><p>Das Desinteresse ist fast schon beschämend und beängstigend &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Gian-Franco Kasper. „Da sollte man besser eine Briefwahl machen als so eine Show.“ Olympische Winterspiele sind schon deshalb ein Minderheitenprogramm, weil die meisten der 110 IOC-Mitglieder aus Ländern kommen, die keine große Wintersporttradition haben oder aus geografischen Gründen ohnehin nie für Winterspiele infrage kommen. Manche Mitglieder lesen den Prüfbericht nicht, das ist bekannt, darauf haben kritische Zeitgenossen wie Kasper oder der Kanadier Richard Pound immer wieder hingewiesen. Für 2018 bewerben sich nur drei Städte, Annecy nicht einmal richtig – es ist das kleinste Feld seit drei Jahrzehnten. Die Absagen für Durban häufen sich. Da die Mitglieder aus den Bewerbernationen nicht votieren dürfen, so lange ihre Städte dabei sind, könnten am Mittwoch im ersten Wahlgang schon 49 Stimmen für die absolute Mehrheit reichen.</p>
<p>Katarina Witt hat am Montag in Durban das letzte Häkchen machen können, denn es gab bis dahin noch ein IOC-Mitglied, das sie nicht gesprochen hatte: Den Finnen Saku Koivu, der für die Anaheim Ducks in der NHL Eishockey spielt. Als NHL-Profi ist man gut beschäftigt. „Ein Treffen hat sich einfach nie ergeben“, sagt Witt. Das ist nun auch erledigt.</p>
<p>Eine Momentaufnahme, 20 Stunden vor der Wahl: Am Dienstagnachmittag, als Guy Drut gerade eincheckte, sitzt die Witt mit dem Ukrainer Sergej Bubka im Cafe. Zwei Tische weiter bearbeitet Pyeongchangs Bewerbungschef Yang Ho Cho den Präsidenten des Amateurbox-Weltverbandes, Ching-Kuo Wu aus Taiwan. John Furlang, Organisationschef der Winterspiele 2010 in Vancouver ist ebenfalls gerade angekommen, Carlos Nuzman, IOC-Mitglied und Organisationschef der Sommerspiele 2016 in Rio, eilt zum Aufzug. Der Russe Schamil Tarpischtschew, der als Sportminister einst Milliarden veruntreut hat, schlurft gemeinsam mit Shagdarjav Magvan aus der Mongolei durch die Lobby. Magvan ist aber uninteressant für die Bewerber, denn als IOC-Ehrenmitglied hat er keine Stimme.</p>
<p>Für München ist wieder die Frauen-Combo am Start: Katarina Witt und Claudia Bokel, als Athletensprecherin selbst IOC-Mitglied, assistiert von Severine Hubert aus dem Team des Spindoktors Jon Tibbs und von Katrin Merkel, die beim DOSB und in der Olympia GmbH als Direktorin für Internationales agiert. Außerdem stets in der Nähe sind Judith Bongard und Angela Grammatikos aus der Bewerbergesellschaft. Dieses kleine Team hat in den vergangenen zwei Jahren gewiss mehr als 1.000 Gespräche angebahnt und tat das noch bis weit in die Nacht. Nebenan im Pressezentrum hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gerade TV-Interviews gegeben, stürzte in eine BMW-Limousine und zum nächsten Medientermin mit Münchens Sportbotschaftern. Hektische Betriebsamkeit auf allen Ebenen, ein reichlich absurdes Theater, wobei die interessantesten Termine ja hinter geschlossen Türen ablaufen, auf anderen Etagen des Hilton und in weiteren Etablissements.</p>
<p>Was bespricht etwa Bundespräsident Christian Wulff mit IOC-Mitgliedern. Was versprechen die Abgesandten von BMW? Was machen die Geldverteiler von Samsung, dem IOC-Sponsor, der vom hochkorrupten IOC-Mitglied Kun Hee Lee geführt wird? Das sind entscheidende Fragen, auf die es keine verlässlichen Antworten gibt. Wie immer im Olympiapoker.</p>
<p>Charles Beigbeder, der erst seit einem halben Jahr die Geschäfte des Kandidaten Annecy führt und stets für naiv-spitze Kommentare gut ist, hat auch diesmal Schlagzeilen gemacht. Eine französische Nachrichtenagentur zitierte ihn mit den Worten, die Olympischen Winterspiele sollten keine Trophäe für einen Konzern sein. Natürlich wurde dies als Attacke auf die Bemühungen von Samsung, Korean Air und BMW verstanden. Am Dienstag erklärte der arg in Bedrängnis geratene Beigbeder, wenig überraschend, er sei missverstanden worden und habe das alles nicht so gemeint.</p>
<p>Schon klar.</p>
<p>Der Irrsinn geht weiter. Die Lobbyisten lauern. IOC-Mitglieder schlendern mit Schals in den südafrikanischen Nationalfarben vorbei, offenbar gab es irgendwo eine Einkleidung. In Kürze wird im Durban Play House die IOC-Session eröffnet. Vorher aber gibt auch FranzBeckenbauer noch eine Pressekonferenz für München. Während ein Reporter aus Holland gerade belustigt von einem Eislauftermin mit Pyeongchangs SuperstarYuna Kim berichtet. Es war ein Fiasko: Denn Fräulein Kim hatte leider nicht die richtigen Schlittschuhe parat, das Eis war ihr zu weich – und überhaupt. Man kann nicht alles haben.</p>
<p>Am Mittwoch aber wollen sie alles. München und Pyeongchang. Es gibt nur eine Goldmedaille, kein Silber.</p>

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		<title>Im Tiefflug</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 06:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>DURBAN. <em>Moin, moin. Ich denke, den folgenden Text, den ich schon mal zur Lektüre anbiete, werde ich später mit Links, Bildern, Videos und weiteren Anmerkungen aufhübschen:</em></p>
<p>Yang Ho Cho, 62, ist Vielflieger und ständig unterwegs. Seine Kameras hat er immer dabei, an Motiven ist kein Mangel. Daheim in Korea lichtet er gern Wildblumen ab. Kalender mit seinen Fotos verschenkt er an Freunde und Geschäftspartner. Sehr praktisch für einen Hobbyfotografen und Naturliebhaber wie Cho ist es, dass er zugleich über eine Fluglinie herrscht, neben ein paar anderen Firmen, die er besitzt und leitet. Etwa der Hanjin-Konzern, eines der größten Transportunternehmen der Welt. Chos Vater hat einst Korean Air billig von der südkoreanischen Regierung erworben, Cho hat das Unternehmen richtig groß gemacht.</p>
<p>Kürzlich war Yang Ho Cho auf Dienstreise in der Südsee, auf Neukaledonien. Auf der Rückreise von Noumea nach Seoul hatte er eine Idee: Wäre das Great Barrier Reef nicht ein packendes Motiv? Seine Gefolgschaft war begeistert. Flink handelte Cho mit der australischen Flugsicherung eine Tiefflugerlaubnis über dem größten Korallenriff der Erde aus. „Ich verhandle sowieso gerade mit den Australiern, weil die an einer Direktverbindung zwischen Cairns und Seoul interessiert sind“, sagt Cho. „Da war das schnell geklärt.“</p>
<p>Sein Jumbo drehte zwei, drei Runden über dem Naturschauspiel. „So lange, bis alle ihre Fotos geschossen hatten. Das war großartig.“ Nach einer halben Stunde ging es wieder auf Reiseflughöhe und ab nach Seoul. Freundlich erkundigt sich Cho: „Wie haben sie das eigentlich rausbekommen? Ich möchte nicht, dass das jeder weiß.“</p>
<p>Dieser Tage ist Herr Cho wieder dienstlich unterwegs. In Durban, Südafrika. Mag sein, dass er am Wochenende auf dem Rückflug nach Seoul einige Runden über den Seychellen dreht oder über den Malediven. Wenn er in Stimmung ist, warum nicht? Wenn Yang Ho Cho als Olympiasieger nach Hause fliegt, wenn er seine Mission erfüllt hat, ist vieles möglich. Auch das.</p>
<p>Herr Cho will die Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang holen. Das ist sein Job. Es geht darum, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu überzeugen. Rund 100 IOC-Mitglieder haben am Mittwoch die Wahl zwischen Pyeongchang, einem verschlafenen Provinzstädtchen rund 200 Kilometer östlich der Metropole Seoul, zwischen München und dem französischen Annecy. Pyeongchang ist Favorit. Zuletzt haben die Koreaner zweimal knapp verloren: für die Winterspiele 2010 gegen Vancouver, für 2014 gegen Sotschi.</p>
<p>Als Chef des Bewerberkomitees arbeitet Cho in Durban Hand in Hand mit Südkoreas Präsidenten Lee Myung-Bak, der schon am Sonnabend anreiste, als die Hälfte der Zielpersonen noch beim IOC-Mitglied Fürst Albert in Monaco Hochzeit feierte. Herr Cho gebietet über mehrere Hundertschaften von Mitarbeitern, Lakaien, Beratern,Vasallen, Lobbyisten. Präsident Lee ist sein Star.</p>
<p>Staatspräsident Lee hat im vergangenen Jahr einen anderen Wirtschaftsfürsten nach einem Korruptionsurteil begnadigt: Kun Hee Lee, Chef des Samsung-Konzerns, der inKorea einen gottgleichen Status genießt. Kun Hee Lee wurde beauftragt, die Olympischen Spiele nach Pyeongchang zu holen. Der Samsung-Boss ist selbst IOC-Mitglied, er sponsert das IOC, etliche Weltverbände und sogar den Deutschen Olympischen Sportbund. Aber er redet nicht gern über sein Engagement. Seine Adjudanten, die ihn von rechts und links stützen, wenn Chairman Lee durch die Kongresshallen wandelt, blocken jeden Annäherungsversuch ab.</p>
<p>Es ist eine Tradition in Südkorea, dass Konzernchefs, die Bosse der mächtigen Chaebols, die meist noch in Familienbesitz sind, auch über Sportverbände gebieten. Das Sportbusiness offeriert vielfältige Kontakt- und Geschäftsoptionen. Als Seoul Anfang der 1980er Jahre die Olympischen Sommerspiele 1988 zugesprochen wurden, entließ der damalige Militär-Diktator Chun Doo Hwan die komplette Sportführung und ersetzte sie durch Wirtschaftsbosse.</p>
<blockquote><p>Samsung-Chef Lee wurde Präsident des Ringerverbandes, ich wurde Präsident des Judoverbandes, der Hyundai-Chef begann mit Reiten und Fußball, und viele andere übernahmen auch Führungspositionen &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Yong Sung Park, dessen Familie den Doosan-Konzern aufgebaut hat.</p>
<p>Herr Park, 71, beaufsichtigte 1988 in Seoul die olympischen Judo-Wettbewerbe, wurde später IOC-Mitglied und Präsident des Judo-Weltverbandes. Nach einer Korruptionsaffäre wurde er diese Ehrenämter wieder los. Daheim in Korea aber begnadigte man ihn: Park sollte die Winterspiele 2014 nach Pyeongchang holen. Das Vorhaben misslang sehr wahrscheinlich, weil russische Oligarchen mehr Geld gezahlt haben als koreanische Wirtschaftsführer. Die Spiele gingen nach Sotschi. Erst Vancouver, dann Sotschi. Der Kampf um die Winterspiele wurde zum Trauma für die Südkoreaner.</p>
<p>YS Park, wie sie ihn nennen, ist auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Er hat eine extrem junge Mannschaft um sich geschart. Eine weltoffene Truppe, kein Vergleich zu jenen verschlossenen Teams, die sich in den vergangenen Jahren um Olympia bewarben. Klischees sind unangebracht. Korea öffnet sich weiter. Eine von Parks Mitarbeitern im NOK heißt Yeonji Kim. Sie ist in Deutschland aufgewachsen, ihre Eltern leben noch immer in Aachen, und vielleicht ist Yeonji Kim mehr Deutsche als Koreanerin. Sogar ihren ersten von zwei Weltmeistertiteln im Taekwondo gewann sie einst in Deutschland: in Garmisch-Partenkirchen, Kernregion der Münchner Olympiapläne.</p>
<p>Die Welt des Sports ist klein. Herr Park hat Yeonji Kim zuletzt für einige Wochen nach Frankfurt geschickt, damit sie von dort aus die deutschen Medien beobachtet und ihm berichtet. YS Park kennt sich selbst bestens in Deutschland aus. München, das er zwei Dutzend Mal besucht hat, zählt zu seinen Lieblings-Destinationen. Er mag deutsches Bier, hat selbst im Brauerei-Geschäft viele Millionen gemacht, und er liebt deftiges Essen. Park schwört auf Schweinshaxe im Franziskaner in München.</p>
<p>Anders als YS Park ist Bewerbungschef Yang Ho Cho ein recht scheuer Mensch. Das kann ein Problem sein für Pyeongchang. Denn Cho mag das Rampenlicht nicht. Diese verdammte Aufregung, die ihn stets packt, wenn er vor Kameras steht und das Licht angeht – er kann sie einfach nicht besiegen. Sein Team hat alles versucht. Doch Cho wird fahrig und verliert seine Lässigkeit, die ihn im persönlichen Gespräch auszeichnet. Er gerät ins Stocken, sein Englisch wirkt plötzlich sehr bescheiden, dabei hat er in den USA studiert. Terrence Burns, ein Amerikaner, der für Pyeongchang die Präsentationen vor dem IOC-Wahlvolk komponiert, hat Cho bei einer Probe vorsichtig gefragt, ob er bitte darauf verzichtenkönne, seinen Namen vom Blatt abzulesen.</p>
<p>Das fällt Herrn Cho schwer. Dagegen kann man nichts tun. Seine Berater und PR-Strategen versuchen ihn deshalb etwas abzuschotten. Das ist sehr misslich für die Bewerbung Pyeongchangs, denn auf der Seite der Konkurrenz strahlt Katarina Witt in jede Kamera und plappert munter drauflos.</p>
<p>Herr Cho hat Theresa Rah als Sprecherin verpflichtet, eine weltgewandte Diplomatengattin, die auch einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Mit Theresa Rah, mit Pyeongchangs Kommunikationschef Muchol Chin, den er wie viele andere für die Bewerbungszeit von Korean Air abgezogen hat, sowie zwei Beratern aus England, Mike Lee, und Ungarn, Laszlo Vajda, sitzt Cho am Montagnachmittag im Daruma-Restaurant an der Strandpromenade von Durban. Sie besprechen die nächsten Stunden. Die entscheidenden Stunden bis am Mittwoch ab 15.35 Uhr gewählt wird.</p>
<p>Es geht in diesen Tagen immer darum, ein so genanntes Momentum zu erzeugen. Plötzlich wird wichtig, was die Medien berichten.</p>
<blockquote><p>Ein Momentum ist, wenn Journalisten nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die Stärken &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt der Engländer Jon Tibbs, der für München arbeitet. „Dieses Momentum haben zuletzt die drei Siegerstädte London, Sotschi und Rio de Janeiro demonstriert.“ Tibbs hat für Sotschi gearbeitet. Sein großer Gegenspieler Mike Lee war für London und Rio tätig.</p>
<p>Schlechte Schlagzeilen in den letzten Tagen wären fatal, denn es geht letztlich bei Olympiabewerbungen mehr um Stimmungen, um politische Verbindungen und private Vorlieben als um Fakten. Kein IOC-Mitglied ist verpflichtet, auf der Grundlage eines IOC-Prüfberichtes zu entscheiden, der die drei Bewerbungen nach sechzehn technischen Kriterien einordnet und Stärken und Schwächen auflistet. Und das ist das Problem in diesem Wettbewerb, bei dem über Milliardeninvestitionen entschieden wird.</p>
<p>Pyeongchang ist von der so genannten IOC-Ethikkkommission im vergangenen Herbst verwarnt worden, nachdem Samsung und Korean Air Sponsorenverträge mit den Weltverbänden der Ruderer und Eisläufer abgeschlossen hatten. Ruder-Präsident Dennis Oswald, ein IOC-Mitglied aus der Schweiz, stimmt deshalb am Mittwoch nicht mit ab – sein Verband aber kassiert das Geld von Samsung. Eislauf-Präsident Ottavio Cinquanta, IOC-Mitglied aus Italien, stimmt mit ab – der Vertrag mit Herrn Chos Fluglinie wurde auf Eis gelegt. Bis zum kommenden Donnerstag.</p>
<p>„Die Geschäftskultur in Korea ist aber schon viel transparenter geworden“, sagt Charm Lee. Der Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde hieß früher einmal Bernhard Quandt. Er kam in den 1970er Jahren aus Bad Kreuznach nach Südkorea und erhielt als erster Deutscher die koreanische Staatsbürgerschaft. Charm Lee ist ein Star in Korea, sein Leben wurde als Seifenoper aufgeführt, mit Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent. Lee sagt, das Engagement von Konzernchefs mit Korruptions-Hintergrund könne sich „auch negativ auswirken auf Pyeongchangs Bewerbung“.</p>
<p>Die Herausforderer aus Deutschland haben die Korruptionsgeschichten des Olympia-Favoriten nie öffentlich kommentiert. Inoffiziell aber haben sie gern darauf hingewiesen und dabei doch stets vergessen, dass die moderne Sportkorruption in Deutschland erfunden wurde.</p>
<p>Es war der einstige Adidas-Patron Horst Dassler, der den Weltsport seit den 1970er Jahren mit einem Geflecht der Schattenwirtschaft überzog. Zahlungen von rund 100 Millionen Euro aus seiner einstigen Marketingagentur ISL an höchste olympische Sportfunktionäre sind bestens dokumentiert. Dassler machte damals auch beste Geschäfte in Südkorea und förderte das damalige IOC-Mitglied Kim Un Yong sehr.</p>
<p>Kim ist inzwischen wegen Korruption verurteilt und aus dem IOC verstoßen. Als Kim seinen letzten großen olympischen Angriff startete und 2001 IOC-Präsident werden wollte, wurde er von Thomas Bach unterstützt, dem heutigen DOSB-Präsidenten und IOC-Vize. Bach bürgte für Kim. Früher hat Bach als Adlatus von Dassler gedient. Über derlei Zusammenhänge aber schweigen die Deutschen lieber.</p>
<blockquote><p>Auf der Zielgeraden können Bewerbungen gewonnen und verloren werden</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Mike Lee, Chef der Agentur Vero Communications. Er hat einst als politischer Campaigner bei New Labour begonnen. Gewann dann an der Seite von Premier Tony Blair 2005 auf der IOC-Session in Singapur die Olympischen Sommerspiele mit London. 2009 lotste er Brasiliens damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durch die medialen Klippen und gewann auf der IOC-Session in Kopenhagen die Sommerspiele für Rio. In Durban berät er Yang Ho Cho. „Es geht immer um das Gesamtpaket“, sagt Lee.</p>
<p>Das Gesamtpaket von Pyeongchang stimmt. Das von München auch. Dabei sind die Pakete doch totalunterschiedlich.</p>
<p>München wirbt mit vollen Stadien, Wintersporttradition und Emotionen. Ein „Festival der Freundschaft“ wolle man feiern. Zuletzt hat sich Sponsor BMW sehr stark engagiert und setzt den koreanischen Konzernen einiges entgegen.</p>
<p>Pyeongchang wirbt mit Wirtschaftskraft und den Verheißungen eines neuen Marktes. Der Slogan heißt: „Neue Horizonte“. Zwei mal erst wurden die Winterspiele auf denbevölkerungsreichsten Kontinent vergeben – aber 20 Mal nach Europa und Nordamerika. „Pyeongchang ist bereit für die Spiele und wird ein großes Vermächtnis hinterlassen“, sagt Yang Ho Cho. Er hat dem IOC versprochen, bis 2018 auch als Chef des olympischen Organisationskomitees zu arbeiten.</p>
<p>Die Kernfrage hat sich seit Jahren nicht geändert: Kann das IOC einem Bewerber, der zweimal knapp unterlag und der in zehn Jahren sämtliche Versprechen hielt und Milliardeninvestierte, ein drittes Mal absagen? Kann das IOC den koreanischen Konzernchefs, die mit Milliardensummen den olympischen Betrieb alimentieren, einen Korb geben?</p>
<p>Es kann. Aber es sieht nicht danach aus.</p>

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		<title>Olympic bidding race 2018: noch zwei Tage</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 07:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt [...]]]></description>
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<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/04/olympic-bidding-race-2018-noch-zwei-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt auf knapp 27 Minuten ganz bequem nachhören, was einige der Olympia-Protagonisten mir erzählt haben:</p>
<p>Ein Bericht zur Lage, den ich gestern Nachmittag für den Deutschlandfunk produziert habe, mit O-Tönen von Münchens Spindoktor Jon Tibbs, Charm Lee ehemals Bernhard Quandt, Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde, Koreas NOK-Präsident Yong Sung Park, Münchens OB Christian Ude, Bewerbungs-CEO Bernhard Schwank, DOSB-General Michael Vesper, Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes und IOC-Mitglied, Dennis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes und IOC-Mitglied, sowie Pyeongchangs Spindoktor Mike Lee. Jemanden vergessen?</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und weiter mit der Selbstreferenz, irgendwie muss ich das Blog ja füllen, DLF-Gespräch mit Philipp May:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1945_62f21931.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Hier kann man <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">ein</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Filmchen</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">betrachten</a>.</p>
<p><strong>9.01 Uhr:</strong> So, und dann vertraue ich mal wieder der Crowd: Bitte her mit den Links zu den <em>besten</em> Geschichten rund um diese Olympiabewerbung!</p>
<p>Hier ist schon mal einer, Annecys Newcomer Charles Beigbeder ist immer für Sprüche gut:</p>
<ul>
<li><a title="AFP" href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jB0lCc7g9G31PcTtLcUwI_c3tMSA?docId=CNG.20b633520b3633169526e8afcac80e43.711  " target="_blank">Annecy bid chief launches veiled attack on rivals</a> schreibt AFP</li>
</ul>
<p>Aus dieser Geschichte destillieren Branchendienste diese Headline:</p>
<blockquote><p>The Olympics is not a trophy for a company!</p></blockquote>
<p>Was nun, <a title="tag Samsung im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/?s=samsung" target="_self">Samsung</a>? Was nun, Korean Air? Was nun, BMW?</p>
<p>Einfach weitermachen.</p>
<p><strong>9.33 Uhr:</strong> Zum Ablauf bis Mittwoch habe ich schon <a title="The bidding race 2018: noch 3 Tage" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/03/olympic-bidding-race-2018-noch-3-tage/" target="_self">gestern</a> kurz notiert, was ich, da nun eine neue Bürowoche beginnt, flink wiederhole:</p>
<p>Bis zur IOC-Entscheidung am Mittwoch werden oft nur Notizen und Links erscheinen. Wenn es ernst wird, werde ich mich auch über Twitter und Facebook melden, technisch sollte das okay sein hier, das Netz ist stabiler als bei der WM 2010. Wer also auf dem Laufenden bleiben möchte:</p>
<ul>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Facebook" href="http://www.facebook.com/jens.weinreich" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a></li>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank"><strong>Twitter</strong></a></li>
<li>Für die Zeit in Durban steht unter den Beiträgen auch wieder eine zusätzliche Facebook-Button-Zeile, um die Vernetzung zu erleichtern.</li>
</ul>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> An <em>sternburg</em> et al, die weiter unten kommentieren, flink mein Kommentar #11 reinkopiert: Jungs, bevor Ihr Euch weiter über das Gesichtsbuch/Facebook aufregt, lasst Euch (einmal mehr) gesagt sein: Ich mache das nur deshalb, bzw warne nur vor, weil ich in der Hektik, besonders am Mittwoch, kaum längere Blogbeiträge/Einträge fabrizieren kann. Außerdem bricht in derlei Situationen meist das überlastete Internet in den Pressezentren zusammen bzw wäre es schneller, die Bytes zu Fuß nach Deutschland zu tragen. So wie kürzlich beim <a title="Live-Blog aus Zürich ..." href="live-Blog aus Zürich: Krönungsmesse für den FIFA-Paten im Ozean der Solidarität" target="_self">FIFA-Kongress in Zürich</a> geschehen. That&#8217;s it. Nur deshalb. Bleibt dann oft nur diese Möglichkeit, mit der Welt zu kommunizieren.</p>

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		<title>Olympic bidding race 2018: noch 3 Tage. München hat olympic fever</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 10:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>DURBAN. Lassen wir es langsam angehen. Die erste Nachtschicht ist gemacht, wieder reingeschnuppert in die Welt der Ringe-Dealer. Die Anspannung steigt, halb Südkorea hat Durban schon in Beschlag genommen. Die Ankunft von Staatspräsident <a title="Lee Myung-bak" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lee_Myung-bak">Lee Myung-Bak</a>, der vor anderthalb Jahren Samsung-Chef Kun Hee Lee begnadigte, um die Spiele nach Pyeongchang zu holen, verursachte gestern an der Snell Parade vor dem Southern Hotel Elangeni einen mächtigen Auflauf von Sicherheitskräften, Polizeiwagen und, klar, Koreanern. Alle waren sie da, Korean-Air-Chef Yang Ho Cho, der Boss der Bewerbung, Doosan-Anteilseigner Yong Sung Park, der Boss des NOK &#8211; und ihre vielen Helfer und Berater. Über das, was da so gewispert wurde, was sie sagen, fragen, vielleicht sogar wirklich wissen wollen, über die Gerüchte und den Spin, den sie verbreiten, werde ich nun zunächst für einige Medien berichten. Dazu später mehr in diesem Theater.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-10590" title="unbekanntes Wesen" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/Foto.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="320" height="240" align="left" /><strong>12.49 Uhr:</strong> Es war schon witzig, dass die Herrschaften vorzugsweise im Elangeni absteigen, in dessen Ground Floor sich das Daruma befindet, mein Lieblingsrestaurant hier in Durban. Ich hatte das Glück, hier vor zwei Jahren mal <a title="Südafrika 2010: &quot;The kingdom of FIFA&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/16/sudafrika-2010-the-kingdom-of-fifa/" target="_self">Seminare</a> abhalten zu dürfen. Im Elangeni haben München und Pyeongchang je 50 Zimmer gebucht. Im Daruma ist Mann übrigens derzeit nicht mal vor Groupies sicher, die mit ihren Smartphones alles und jeden fotografieren. Wenn einem solche Exemplare über den Weg laufen, muss Mann halt einfach selbst schnell auf den Auslöser drücken.</p>
<p>Neben dem Hilton, wo das IOC absteigt, dürfte das Elangeni so etwas wie das zweite Zentrum des Business werden bis Mittwoch, bis &#8230; ich zeigs einfach nochmal &#8230;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/03/olympic-bidding-race-2018-noch-3-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> Kurz noch einiges zum Ablauf meiner Berichterstattung im Blog bis Mittwoch.</p>
<p>Ich muss in erster Linie meine Auftragnehmer bedienen und meine Reisekosten einspielen. Deshalb werden bis zur Vergabe oft nur Notizen und Links erscheinen. Ich werde dann, öfter als sonst, jeweils meine journalistischen Ergüsse hier einstellen, nachdem sie anderswo veröffentlicht wurden. Halbwegs kontinuierlich werde ich mich über Twitter und Facebook melden, technisch sollte das okay sein hier, das Netz ist stabiler als bei der WM 2010, iPhone und iPad (wieder mal Schleichwerbung) sind einsatzbereit. Wer also auf dem Laufenden bleiben möchte:</p>
<ul>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Facebook" href="http://www.facebook.com/jens.weinreich" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a></li>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank"><strong>Twitter</strong></a></li>
<li>Für die Zeit in Durban steht unter den Beiträgen auch wieder eine zusätzliche Facebook-Button-Zeile, um die Vernetzung zu erleichtern.</li>
<li>Wer beim Einspielen der Reisekosten behilflich sein möchte, kann mir gern Aufträge schicken und/oder den <a title="JW on Flattr" href="http://flattr.com/thing/30835/jensweinreich-de-dont-mix-politics-with-games" target="_blank"><strong>Flattr-Button</strong></a> hier und in der Sidebar rechts benutzen.</li>
</ul>
<p>That&#8217;s it. Nun kann es bald richtig losgehen. Noch einmal: Viel Vergnügen!</p>
<p><strong>14.23 Uhr: </strong>Münchens erste Pressekonferenz. Bernhard Schwank spricht gerade über die olympischen Benimm-Regeln und sagt also gar nichts über die Mitbewerber. Nur soviel: Es sei ein Dreikampf, kein Zweikampf.</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Arial} p.p2 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Arial; min-height: 14.0px} -->Die drei Herren Vesper, Ude und Schwank haben allesamt <em>olympic fever</em>. Muss man sich Sorgen machen?</p>
<p>Wow, <em>olympic fever</em>, da haben sich die teuren Berater aber was Tolles ausgedacht.</p>
<p>Übrigens:</p>
<p>Michael Vesper:</p>
<blockquote><p>new global standards in green mega events staging</p></blockquote>
<p>Bernhard Schwank:</p>
<blockquote><p>new white elephants anywhere. magical atmosphere in our stadiums</p></blockquote>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10599" title="PK München, Durban, 3. Juli 2011" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/pkmuc.jpg" alt="" width="512" height="382" /></p>

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		<title>Olympic bidding race 2018: noch 4 Tage</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 17:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[DURBAN. Touchdown. Noch kann Mann ungestört durch jene Bereiche schlendern, die von Montag bis Mittwoch zur Hochsicherheitszone erklärt werden: [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Immerhin habe ich der Versuchung widerstanden, meinen Schädel erneut in die Kamera zu halten . Und ich habe mich verzählt, denn es [...]]]></description>
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<p>DURBAN. Touchdown.</p>
<p>Noch kann Mann ungestört durch jene Bereiche schlendern, die von Montag bis Mittwoch zur Hochsicherheitszone erklärt werden:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/02/olympic-bidding-race-2018-noch-4-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Immerhin habe ich der Versuchung widerstanden, meinen Schädel <a title="Programmhinweis (XI): " href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">erneut</a> in die <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">Kamera</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">zu</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">halten</a> . Und ich habe mich verzählt, denn es sind ja nur noch vier Tage bis zur Entscheidung über die Winterspiele 2018 hier im International Congress Centre zu Durban. Nicht fünf, so viel zum Thema Qualitätsjournalismus.</p>
<p>Aber zum Thema Countdown habe ich gerade dieses hübsche Video gefunden:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/02/olympic-bidding-race-2018-noch-4-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Okay. Am Mittwoch ist die Sache entschieden &#8211; und das ist dann auch gut so.</p>
<p>Die Akkreditierung der olympischen Familie baumelt mir um den Hals. Für das IOC-Hotel Hilton, wenige Meter neben dem ICC, gibt es später noch einen zweiten Badge, wie immer für die Mitglieder der so genannten <a title="Open letter to the Olympic Journalists Association" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/14/open-letter-to-the-olympic-journalists-association/" target="_self">Olympic</a> <a title="IOC-Direktor Mark Adams sagt: “They want to have a quiet meeting to discuss their issues?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/ioc-direktor-mark-adams-sagt-they-want-to-have-a-quiet-meeting-to-discuss-their-issues/" target="_self">Journalists</a> <a title="The day after, Olympic Congress: IOC sperrt Journalisten aus*" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/03/the-day-after-olympic-congress/" target="_self">Association</a>, die olympischen Dauerberichterstatter sind schon ein privilegiertes Völkchen.</p>
<p>Noch herrscht Ruhe vor dem kurzen Sturm in Durban. Die IOC-Mitglieder feiern Hochzeit mit Fürst Albert, die Truppe, sogar der Präsident, trudelt erst Montag ein. Da können die Olympiabewerber in Ruhe proben. Erster Eindruck, erste Infos: Durban ist fest in koreanischer Hand. Korean Air, die Gesellschaft des Bewerbungschefs Yang Ho Cho hat mehrere Hundertschaften runtergeflogen.</p>
<p>Ich gehe jetzt ein bisschen arbeiten.</p>
<p><em>(Musste mir übrigens unterwegs in Johannesburg neue Schuhe kaufen, weil ich jenes Paar, das ich mir im März gekauft hatte, bei den Dreharbeiten zum Olympiapoker tatsächlich durchgelaufen habe. Kein Witz.)</em></p>
<p>Gerade im Deutschlandfunk gelaufen, Beitrag von Herbert Fischer-Solms zu letzten Fragen und Hochrechnungen:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1943_52f0c8b3.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Philipp May versucht mich auf einen Sieger festzulegen und ich komme gegen Ende ziemlich ins Schwimmen:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1945_62f21931.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Mehr Links später.</p>
<p><strong>21.22 Uhr: </strong>Mann kann nicht mal in Ruhe Sushi essen in Durban @Daruma grosser Polizei- und Koreaner-Auflauf. Denn Koreas Praesident checkt gerade ein im Hotel im selben Gebaeude. #VIP-Alarm</p>
<p><strong>21.09 Uhr:</strong> &#8230; oh, gut wenn Mann die Restaurants in Durban in frueheren Jahren geckeckt hat. Right place, right moment: Frau Witt kommt auch gerade rein. Ziemlich erschoepft.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Durban. The final countdown</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 10:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin auf dem Weg nach Durban. Ab Samstag wird hier rund um die IOC-Session und die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 gebloggt. Viel Vergnügen! [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Wie tausendmal gesagt: Pyeongchang oder München, das ist hier die Frage. &#8220;New horizons&#8221; oder &#8220;festival of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F07%252F01%252Fdurban-the-final-countdown%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2FikXqRm%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Durban.%20The%20final%20countdown%22%20%7D);"></div>
<p>Ich bin auf dem Weg nach Durban. Ab Samstag wird hier rund um die IOC-Session und die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 gebloggt. Viel Vergnügen!</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Wie <a title="Programmhinweis (XI): &quot;Olympiapoker&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">tausendmal gesagt</a>: Pyeongchang oder München, das ist hier die Frage. &#8220;New horizons&#8221; oder &#8220;festival of friendship&#8221;.</p>
<p>(Tut mir ja auch leid für die Franzosen.)</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<ul>
<li>Hier finden Sie das <a title="Archiv Olympiabewerbung 2018" href="http://jensweinreich.de/category/olympiabewerbung/" target="_self">Bewerbungs-Archiv</a> dieses Blogs mit tausenden Links und vielen, vielen Dokumenten.</li>
<li>Das jüngste Gutachten über die Rechtswirksamkeit der IOC-Host-City-Verträge <a title="NOlympia 2018" href="http://www.nolympia.de/2011/06/pm-olympiabewerbung-munchen-2018-gutachten-bestatigt-host-city-vertrag-nicht-rechtswirksam/" target="_blank">im Original auf NOlympia2018</a>.</li>
</ul>
<p>Oops, <strong><a href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">ein</a>, <a href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">zwei</a>, <a href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">drei</a> </strong>Überraschungen.</p>
<p>Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Was geht ab in Durban?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban1.gif"><img class="size-full wp-image-10563 aligncenter" title="Schedule IOC-Session Durban 2011 - 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban1.gif" alt="" width="491" height="174" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10564" title="Schedule IOC-Session Durban 2011 - 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban2.gif" alt="" width="491" height="337" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10565" title="Schedule IOC-Session Durban 2011 - 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/07/durban3.gif" alt="" width="491" height="259" /></p>
<p>Also, bis demnächst in diesem Theater.</p>
<p>Ein Ende mit Schrecken.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/01/durban-the-final-countdown/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Programmhinweis (XI): &#8220;Olympiapoker&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 14:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für alle, die heute am Mittwoch, 29. Juni, gegen Mitternacht nichts Besseres zu tun haben sollten, eine Programmempfehlung. ARD-Fernsehen einschalten: 23.45 Uhr, &#8220;Olympiapoker&#8221;, Film von Albert Knechtel und Jens Weinreich Wiederholungen gemäß ARD-Programmvorschau: Freitag, 1. Juli, 21:02 &#8211; 21:45, EinsExtra Sonnabend, 2. Juli, 12:45 &#8211; 13:30, WDR Münster Dienstag, 5. Juli, 14:15 &#8211; 15:00, Phoenix Pyeongchang oder München, das ist hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F06%252F29%252Fprogrammhinweis-xi-olympiapoker%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Programmhinweis%20%28XI%29%3A%20%5C%22Olympiapoker%5C%22%22%20%7D);"></div>
<p>Für alle, die <span style="text-decoration: line-through;">heute</span> am Mittwoch, 29. Juni, gegen Mitternacht nichts Besseres zu tun haben sollten, eine Programmempfehlung. ARD-Fernsehen einschalten:</p>
<ul>
<li><a title="ard.de" href="http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,wlzsyp1nkjnu83s7~cm.asp" target="_blank">23.45 Uhr, <strong>&#8220;Olympiapoker&#8221;</strong></a>, Film von Albert Knechtel und Jens Weinreich</li>
</ul>
<p>Wiederholungen gemäß ARD-<a title="Termine Olympiapoker" href="http://programm.ard.de/Programm/Sender?suche=olympiapoker#top" target="_self">Programmvorschau</a>:</p>
<div id="_mcePaste">
<ul>
<li>Freitag, 1. Juli, 21:02 &#8211; 21:45, <strong>EinsExtra</strong></li>
<li>Sonnabend, 2. Juli, 12:45 &#8211; 13:30, <strong>WDR Münster</strong></li>
<li>Dienstag, 5. Juli, 14:15 &#8211; 15:00, <strong>Phoenix</strong></li>
</ul>
</div>
<p><a title="alle Beiträge zum Bidding Race hier im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/category/olympiabewerbung/" target="_self">Pyeongchang oder München</a>, das ist hier die Frage.</p>
<p>Was soll ich sagen. Mir ist noch immer unwohl dabei, ständig durchs Bild zu laufen. Aber das ist nun mal die Lösung, für die wir uns entschieden haben, <a title="tagesspiegel.de" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/muenchen-auf-silberkurs/4333726.html" target="_blank">rasender Reporter</a>. Die Szenen, als ich auf einer einsamen Südseeinsel den Strand beschlendere und mir einen mächtigen Sonnenbrand geholt habe, sind (leider) genauso rausgeflogen, wie die enthüllenden Bilder mit Laptop und Drink am Hotelpool, die Bussis mit/für Katarina &#8211; und manches andere Entlarvende mehr. Etwa die Aufsager, die wir an allen möglichen Orten geprobt haben, und bei denen ich den famosen Kameramann Frank zur Weißglut gebracht habe. Ist auch blöd, wenn einer 30 Mal ansetzen muss, oder waren es wirklich 300 Mal, wie Lehmann behauptet?</p>
<p>Die Location will bei derlei Dreharbeiten natürlich stets exakt besprochen werden, manchmal schon morgens um sieben in gleißendem Sonnenlicht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-10543" title="Teambesprechung auf irgendeiner einsamen Südsee-Sonneninsel" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/teambesprechung.jpg" alt="" width="515" height="293" /></p>
<p>Jedenfalls, ich bedanke mich bei Simone, Albert, Frank und Felix und anderen, dass sie es so lange ausgehalten haben.</p>
<p>Diese TV-Dokumentation war ein Grund dafür, dass ich mich hier im Wohnzimmer zuletzt etwas zurückgehalten habe. Versprechen darf ich jedoch, dass diese Erfahrungen, Gespräche und Recherchen in den kommenden Tagen verwoben werden und vielleicht dabei helfen, den Blick auf den Olympiapoker zu weiten, der am 6. Juli entschieden wird. <span style="text-decoration: line-through;">Da bin ich mir sogar relativ sicher.</span></p>
<p><strong>Ich werde so ab 2. Juli auch im Blog live aus Durban berichten, natürlich &#8211; über die Spiele-Vergabe hinaus &#8211; bis zum Ende der IOC-Session am 9. Juli.</strong></p>
<p>Habe lange überlegt, ob ich den &#8220;Olympiapoker&#8221; hier bewerbe. Würde mir untreu werden, sollte ich mich der Kritik nicht auch diesmal stellen. Deshalb doch noch ein Programmhinweis kurz vor Ausstrahlung.</p>
<p><em>Mitwirkende am &#8220;Olympiapoker&#8221; sind übrigens, in der Reihenfolge ihres Auftretens: Bernhard Schwank, Thomas Bach, Yang Ho Cho, Theresa Rah, Yuna Kim, Katarina Witt, Richard Pound, Walther Tröger, Juan Antonio Samaranch †, Jean-Pierre Méan, Angela Merkel, Axel Doering, Chin Im, Yong Sung Park, Kun Hee Lee, Ottavio Cinquanta, Manfred von Richthofen, Jacques Rogge, Leo Wallner, Robin Mitchell, Kevan Gosper, Ian Robertson, Jon Tibbs, George Hirthler, Gian-Franco Kasper, Terrence Burns, Sam Ramsamy. Was unweigerlich bedeutet, dass die gefühlten 200 anderen Personen, die uns dankenswerter Weise zumindest für Kurzgespräche zur Verfügung standen, aus verschiedenen Gründen nicht untergebracht werden konnten &#8211; in den knapp 44 Minuten.</em></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (63): olympische TV-Milliarden, NBCU und neue Optionen für die Sommerspiele 2020</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-63-olympische-tv-milliarden-nbcu-und-neue-optionen-fur-die-sommerspiele-2020/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/08/was-vom-tage-ubrig-bleibt-63-olympische-tv-milliarden-nbcu-und-neue-optionen-fur-die-sommerspiele-2020/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 10:08:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da haben sich zwei gesucht und gefunden. NBC Universal bleibt also bis 2020 Olympiasender. Das ist die sportpolitische Top-Meldung dieser Tage. Die Summe hat es in sich: 4,4 Milliarden Dollar für das Paket von vier Spielen &#8211; hinzu kommen die Sponsoren-Millionen von General Electric, die schon die bis 2012 geltenden Vertragssummen um bis zu 200 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F06%252F08%252Fwas-vom-tage-ubrig-bleibt-63-olympische-tv-milliarden-nbcu-und-neue-optionen-fur-die-sommerspiele-2020%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Was%20vom%20Tage%20%C3%BCbrig%20bleibt%20%2863%29%3A%20olympische%20TV-Milliarden%2C%20NBCU%20und%20neue%20Optionen%20f%C3%BCr%20die%20Sommerspiele%202020%22%20%7D);"></div>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a title="IOC awards US broadcast rights for 2014, 2016, 2018 and 2020 Olympic Games to NBCUniversal by International Olympic Committee, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/iocmedia/5808866029/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2538/5808866029_f330f342b0.jpg" alt="IOC awards US broadcast rights for 2014, 2016, 2018 and 2020 Olympic Games to NBCUniversal" width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">(l to r) Richard Carrion IOC EB member, Brian Roberts, CEO and Chairman, Comcast, Jacques Rogge IOC President (c) IOC/Richard Juilliart</p></div>
<p>Da haben sich zwei gesucht und gefunden. <a title="universalsports.com" href="http://www.universalsports.com/news-blogs/article/newsid=536211.html#ioc+awards+olympic+media+rights+nbc" target="_blank">NBC Universal bleibt also bis 2020 Olympiasender.</a> Das ist die sportpolitische Top-Meldung dieser Tage. Die Summe hat es in sich: 4,4 Milliarden Dollar für das Paket von vier Spielen &#8211; hinzu kommen die Sponsoren-Millionen von General Electric, die schon die bis 2012 geltenden Vertragssummen um bis zu 200 Millionen Dollar erhöhten. Der neue Besitzer Comcast ist überzeugt, dass die Verluste der Olympia-Abenteuer in Vancouver (mehr als 200 Mio $) und London (es wird ein deutlicher Verlust erwartet) konzernweit ausgeglichen werden und sich die Investition also dennoch rechnet.</p>
<p>Damit sind die USA nun auch wieder für die Olympischen Sommerspiele 2020 im Spiel. Die Amis und ihr USOC wären dämlich, würden sie diese Chance nicht nutzen.</p>
<p>IOC-Präsident Jacques Rogge hat sie gestern regelrecht aufgefordert:</p>
<blockquote><p>You are the country that has organized the most Olympic Games, with the best athletes in the world.  If there is a bid coming for 2020 from the USA, we would be very happy.&#8217;</p></blockquote>
<p>Wer außer Rom ist derzeit im Olympia-Rennen? Südafrika hat abgesagt. Die Türken werden sich nach der Wahl (am 12. Juni) flink zwischen einer neuerlichen Euro-Bewerbung (für 2022) und einer weiteren Olympiabewerbung von Istanbul entscheiden müssen. Die Amerikaner sind zwar international sportpolitisch noch immer isoliert und tragen schwer am Trauma der Desaster von New York (vorletzter Platz im Wettbewerb um die Sommerspiele 2012) und Chicago (letzter Platz im Rennen um 2016), jedoch hat sich ihre Lage mit der neuen USOC-Führung, den positiven Entwicklungen in den Verhandlungen um das olympic revenue sharing und diesem neuerlichen Milliardendeal extrem verbessert. Es bleibt dabei: In den USA wird fast die Hälfte des IOC-Umsatzes generiert.</p>
<p>Allein NBC hat, diesmal erstmals ohne Dick Ebersol, der im Mai den Dienst quittierte, den IOC-Deal aber noch mit vorbereitete, seit dem 1988er Vertrag mehr als 11 Milliarden Dollar für olympische TV-Rechte bezahlt.</p>
<ul>
<li>1988, Seoul: 300 Mio $</li>
<li>1992, Barcelona: 401 Mio $</li>
<li>1996, Atlanta: 456 Mio $</li>
<li>2000, Sydney: 705 Mio $</li>
<li>2002, Salt Lake City: 545 Mio $</li>
<li>2004, Athen: 793 Mio $</li>
<li>2006, Turin: 613 Mio $</li>
<li>2008, Peking: 894 Mio $</li>
<li>2010, Vancouver: 820 Mio $</li>
<li>2012, London: 1181 Mio $</li>
<li>2014, Sotschi: <strong>775 Mio $</strong></li>
<li>2016, Rio de Janeiro: <strong>1226 Mio $</strong></li>
<li>2018, München oder PyeongChang: <strong>963 Mio $</strong></li>
<li>2020:  <strong>1418 Mio $</strong></li>
</ul>
<p>Die letzten/aktuellsten verfügbaren IOC-Statistiken:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10465" title="IOC TV revenue Olympic Games" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/tv-revenue.gif" alt="" width="368" height="612" /></p>
<p>So hat sich das Verhältnis von US-Markt und Einnahmen in anderen Territorien zuletzt entwickelt:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10466" title="IOC TV revenue, territories since 1998" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/tv-revenue2.gif" alt="" width="526" height="253" /></p>
<p>Hoch interessant, was der aufmüpfige Urs Leutert, Sportchef des Schweizer Fernsehens, zur IOC-Strategie der Gewinnmaximierung einmal mehr im NZZ-Interview sagt <a title="nzz.ch" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/verrat_an_der_olympischen_idee_1.10816984.html" target="_blank">(Verrat an der olympischen Idee)</a>:</p>
<blockquote><p><em>Die Rechte für die Spiele 2014 und 2016 haben Sie noch nicht. Wo stehen die Verhandlungen?</em></p>
<p>Das Internationale Olympische Komitee hat nach über 50 Jahren Zusammenarbeit mit der EBU, dem Zusammenschluss der Service-Public-Sender in Europa, gebrochen und die Vermarktung der TV-Rechte einer Agentur übertragen. Diese ehrenwerten und integren Verkäufer kommen nun zur Türe rein und stellen als Erstes klar: «Sie wissen, wir sind keine Nonprofitorganisation.» Und dann reden wir aneinander vorbei:</p>
<ul>
<li><strong>Wir reden von Sport, sie reden von Geld;</strong></li>
<li><strong>wir reden von Fernsehen, sie reden von Geld;</strong></li>
<li><strong>wir reden vom Olympiaprogramm, sie reden von Geld.</strong></li>
</ul>
<p>Und sie bieten uns einzelne Sportarten und einzelne Pakete zum Beispiel für TV, Radio oder Internet an.</p>
<p><strong>Diese Aufsplittung der Sportarten und diese unersättliche Geldgier des IOK sind ein totaler Verrat an der olympischen Idee. </strong></p>
<p>Die vermeintlichen Treuhänder des Sports in Lausanne agieren heute wie Banker.</p></blockquote>
<p>Die olympischen TV-Verträge und die Umstände, unter denen diese Verträge geschlossen wurden, waren lange eines meiner Lieblingsthemen. Aus Zeitgründen muss ich diesmal passen, konnte gestern LEIDER auch nicht in Lausanne sein, ein gewiss einmaliges Erlebnis, und das meine ich extrem ernst, und muss mich auch heute kurz fassen.</p>
<p>Im Blog habe ich mich einige Male mit dem Thema befasst, in den Kommentaren hat Ralf wie gewohnt professionell ein hübsches Archiv verlinkt:</p>
<ul>
<li><a title="Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/" target="_self">Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann</a></li>
<li><a title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/09/lust-und-frust-olympische-tv-milliarden/" target="_self">Lust und Frust: olympische TV-Milliarden</a> <em>(hier finden sich etliche Tabellen, die die Abhängigkeit der meisten olympischen Sportverbände von den IOC-Einnahmen illustrieren)</em></li>
</ul>
<p>Einige Lesebefehle:</p>
<ul>
<li>Alan Abrahamson (ehemals NBCUniversal online) auf seinem Blog <strong>3 wire sports</strong>: <a title="3 wire sports" href="http://3wiresports.com/2011/06/07/nbcs-4-38-billion-knockout-punch/" target="_blank">NBC’s $4.38 billion knockout punch</a></li>
<li>Phil Hersh in der Chicago Tribune: <a title="Chicago Tribune" href="http://articles.chicagotribune.com/2011-06-07/sports/chi-are-there-now-438-billion-reasons-for-us-to-bid-for-2020-summer-games-20110607_1_usoc-chief-executive-ioc-s-rogge-usoc-and-ioc" target="_blank">Are there now 4.38 billion reasons for U.S. to bid for 2020 Summer Games?</a></li>
<li>Kai Pahl hat sich auf allesaussersport vorab mit dem Thema befasst &#8211; <a title="allesaussersport.de" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2011/06/07/screensport-am-dienstag-drei-monate-alter-handelsblatt-kase/" target="_blank">Olympia sucht US-TV</a> &#8211; und amüsiert sich nun vor allem über jene exorbitanten 900 Mio $, die NBCU mehr geboten hat als Konkurrent Fox:</li>
</ul>
<blockquote><p>Gewonnen hat NBC, die im Vergleich zu den Mitbewerbern so deutlich mehr drauf gepackt haben, dass der Verdacht naheliegt, Sportrechtehändler des ZDF hätten einen lukrativen Nebenjob gefunden.</p></blockquote>
<ul>
<li>AP: <a rel="nofollow" href="http://www.usatoday.com/sports/olympics/2011-06-08-1972975086_x.htm">NBC locks up US Olympic TV rights through 2020<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a></li>
<li>USA Today: <a rel="nofollow" href="http://www.usatoday.com/sports/columnist/hiestand-tv/2011-06-07-olympics-rights-nbc_n.htm">NBC pays out, but do the Olympics pay off?<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.59/t.gif" alt="" /></a></li>
</ul>
<p>Die komplette IOC-Pressemitteilung muss sein:</p>
<blockquote><p><strong><a title="olympic.org" href="http://www.olympic.org/media?articlenewsgroup=-1&amp;articleid=130827&amp;searchpageipp=10&amp;searchpage=1" target="_blank">IOC awards US broadcast rights for 2014, 2016, 2018 and 2020 Olympic Games to NBCUniversal</a></strong></p>
<p>The International Olympic Committee (IOC) today awarded NBCUniversal (NBCU) the broadcast rights in the US for the XXII Olympic Winter Games (2014) in Sochi, Russia, and the Games of the XXXI Olympiad (2016) in Rio De Janeiro, Brazil, as well as the 2018 and 2020 Olympic Games, which have yet to be awarded to a host city.</p>
<p>NBCU has acquired the broadcast rights across all media platforms, including free-to-air television, subscription television, internet and mobile. The total agreement is valued at USD 4.38 billion.</p>
<p>“We are delighted to have reached an agreement with our longstanding partner NBCU,&#8221; said IOC President Jacques Rogge. “We received three excellent bids and would like to thank each broadcaster for their presentations. In the end we were most impressed with NBCU, which not only has a track record for broadcasting the Games that speaks for itself, but also has a clear and innovative vision of where it wants to take the broadcast of the Games between now and 2020. We look forward to continuing to build on our already strong relationship beginning in London next year.&#8221;</p>
<p>The IOC based its decision on a long-term broadcast strategy aimed at ensuring broadcast of the Olympic Games of the highest quality, maximising exposure across all available media platforms, and securing the financial future of the Olympic Games and the Olympic Movement.</p>
<p>“We had an obligation to pick the best bid on behalf of the entire Olympic Movement,&#8221; said IOC Executive Board member Richard Carrión, who, along with IOC President Jacques Rogge, led the negotiations. “We assessed each bid against a thorough set of criteria and believe that the long-term nature of this agreement will not only ensure fantastic Olympic broadcast coverage in the US, but also support the long-term financial stability of the Olympic Movement as a whole. NBCU has proven its worth time and again over the years and we’re very excited to continue working with them.&#8221;</p>
<p>The IOC has enjoyed a long partnership with NBCU, and this agreement will mean that by 2020, NBCU will have covered a total of 17 editions of the Games, beginning in 1964.</p>
<p>&#8220;We are honoured to continue as the US Olympic broadcaster for the remainder of this decade. The vision for our new Comcast-NBCUniversal was to create new platforms and technologies to distribute the very best content. Every two years the Olympic Games provides iconic content for us to deliver on all platforms. We are proud to continue the rich heritage and long association that NBC has had with the IOC and I personally want to thank President Rogge and Richard Carrión for their long-term trust,&#8221; said Brian Roberts, CEO and Chairman, Comcast, parent company of NBCUniversal.</p>
<p>The decision came after two days of meetings held at the IOC headquarters in Lausanne, Switzerland, during which ESPN, Fox and NBCU each gave a presentation and submitted their proposals to the IOC. The negotiation process started earlier this year with preliminary discussions conducted with all interested parties. Each proposal was discussed by an IOC delegation chaired by President Rogge.</p>
<p>###</p>
<p><a title="olympic.org" href="http://www.olympic.org/media?q=nbc&amp;chkcat=010&amp;articlenewsgroup=-1&amp;articleid=52392&amp;searchpageipp=10&amp;searchpage=1" target="_blank">NBCU acquired the right to be the IOC’s broadcast partner for the London 2012 Olympic Games in 2003.</a></p>
<p>The 2018 Olympic Winter Games host city vote will take place at the 123rd IOC Session in Durban, South Africa, in July 2011.</p>
<p>The 2020 Olympic Games host city vote will take place at the 125th IOC Session in Buenos Aires, Argentina, in September 2013.</p></blockquote>

]]></content:encoded>
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		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Winterspiele 2018: der IOC-Evaluierungsbericht</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/10/winterspiele-2018-der-ioc-evaluierungsbericht/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/05/10/winterspiele-2018-der-ioc-evaluierungsbericht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 May 2011 08:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das IOC hat soeben den Evaluierungsbericht zu den Olympiabewerbungen 2018 veröffentlicht. Es darf diskutiert werden. Aber bitte bedenken: So ein Bericht ist (fast) nie entscheidend. Die Pressemeldung des IOC dazu: The International Olympic Committee (IOC) today released the report by the Evaluation Commission for the XXIII Olympic Winter Games in 2018. This report follows the [...]]]></description>
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<p>Das IOC hat soeben den Evaluierungsbericht zu den Olympiabewerbungen 2018 veröffentlicht. Es darf diskutiert werden. Aber bitte bedenken: So ein Bericht ist (fast) nie entscheidend.</p>
<p><iframe class="scribd_iframe_embed" src="http://www.scribd.com/embeds/55078081/content?start_page=1&#038;view_mode=list&#038;access_key=key-a0higa7lu7s646wae0z" data-auto-height="true" data-aspect-ratio="1" scrolling="no" id="doc_74780" width="100%" height="600" frameborder="0"></iframe><script type="text/javascript">(function() { var scribd = document.createElement("script"); scribd.type = "text/javascript"; scribd.async = true; scribd.src = "http://www.scribd.com/javascripts/embed_code/inject.js"; var s = document.getElementsByTagName("script")[0]; s.parentNode.insertBefore(scribd, s); })();</script></p>
<p>Die <a title="IOC Press Release" href="http://www.olympic.org/media?articlenewsgroup=-1&amp;articleid=128019&amp;searchpageipp=10&amp;searchpage=1" target="_blank">Pressemeldung des IOC</a> dazu:</p>
<blockquote><p>The International Olympic Committee (IOC) today released the report by the Evaluation Commission for the XXIII Olympic Winter Games in 2018. This report follows the Commission’s visits to the three Candidate Cities bidding to host the Games: Munich (Germany), Annecy (France) and PyeongChang (Republic of Korea).*</p>
<p>The Evaluation Commission, chaired by the IOC member in Sweden Gunilla Lindberg, spent four days in each Candidate City earlier this year (see dates below) to conduct on-site inspections and carry out an assessment of the cities’  2018 Olympic Winter Games projects.</p>
<p>The report is a technical analysis which is being provided to IOC members prior to the “2018 Briefing for IOC Members&#8221; which will be held on 18 and 19 May in Lausanne.  During this meeting the Candidate Cities will have the opportunity to present the technical aspects of their candidatures to the IOC members and answer questions.</p>
<p><a title="Evaluierungsbericht 2018" href="http://www.olympic.org/Documents/Commissions_PDFfiles/Evaluation_Commission/FINAL_DRAFT_2018_EV_COM-ENG.pdf" target="_blank">Download the report</a></p>
<p>The election of the host city of the 2018 Olympic Winter Games will take place on 6 July 2011 during the 123rd IOC Session in Durban (South Africa). Prior to the IOC members casting their votes, the Candidate Cities will make their final presentations, followed by a final report by Evaluation Commission Chair Gunilla Lindberg. The city that obtains an absolute majority of votes will be elected.</p>
<p>The election in Durban will be the culmination of a process that began on 31 July 2009, when the IOC asked National Olympic Committees to nominate cities for the 2018 Games. On 16 October 2009, the IOC announced Munich, Annecy and PyeongChang as the three Applicant Cities. The cities’ responses to the IOC’s Applicant City Questionnaire were studied by an IOC Working Group, which produced a report for the IOC Executive Board (EB). Based on this report, all three cities were named Candidate Cities by the EB at its meeting on 22 June 2010. The cities submitted their Candidature Files, based on the 17 themes outlined in the IOC’s Candidature Procedure and Questionnaire, by the deadline of 11 January 2011.</p>
<p>* Cities are listed in the order of drawing of lots as performed by the IOC Executive Board on 10 December 2009. This is the order in which the cities bidding for the 2018 Games will be listed, make presentations, etc., until the election of the host city in July 2011.</p>
<p>Note to the editors:</p>
<p>The dates of the Evaluation Commission visits were:</p>
<ul>
<li>Annecy: 9–12 February 2011</li>
<li>PyeongChang: 16–19 February 2011</li>
<li>Munich: 1–4 March 2011</li>
</ul>
</blockquote>

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		<item>
		<title>The new power holders in world sport</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 12:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding [...]]]></description>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F05%252F05%252Fthe-new-power-holders-in-world-sport%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2Fl8Qox8%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22The%20new%20power%20holders%20in%20world%20sport%22%20%7D);"></div>
<p><a href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011.html"><img class="aligncenter size-full wp-image-10245" title="Play the Game 2011 Cologne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/05/web_teaser.ptg2011.jpg" alt="" width="467" height="115" /></a></p>
<p><strong>Analysis: Putin’s increasing influence in the Olympic world and the awarding of the FIFA World Cup to Russia and Qatar make it clear for everybody: Everything is for sale in the world of sport – and the worst is to be expected. </strong></p>
<p>Recently, the Russian media speculated on Prime Minister Vladimir Putin’s jadedness from holding office. Will he continue to dominate Russia and become president again in the coming year? Or will he yield the second presidential term to his partner Dmitry Medvedev? Is the 58-year-old Putin tired of governing? What else could tempt him? The journalistic astrologers in the Kremlin brought two possibilities into play: The job as Secretary-General of the United Nations (UN) and as the President of the International Olympic Committee (IOC).</p>
<p>Normally, such speculations would only trigger a pitying smile. IOC experts would argue calmly: To become IOC President Putin would have to become a member of the IOC first. That could, theoretically, happen at the 2012 Session in London. And then? In 2013, a new IOC President will be elected as successor of Jacques Rogge, who retires after his cycle. As said, normally Russian power plays would trigger a chuckle. In the case of Putin, however, nobody is laughing. All smiles are fixed. Fear rules.</p>
<p>Many believe that Vladimir Putin is already the most powerful man in the Olympic world – one who more or less along the way had his Romanian Judo buddy Marius Vizer elected as President of the International Judo Federation. Not to forget, of course, how Putin virtually dragged IOC chief Rogge around the circus by the nose ring at the IOC Session in Guatemala in July 2007. Putin flew in with a large entourage, met dozens of IOC Members and made all kinds of promises, most likely paid for by the oligarchs or the Gazprom Group; he bent the truth beyond recognition – and flew home as the Olympic champion. Sochi, his summer residence on the Black Sea coast, was awarded the 2014 Winter Olympic Games.</p>
<p>Since then, Putin has made a deal with Bernie Ecclestone that will bring a Formula One Grand Prix race to Sochi. The Universiade (World Student Games), a little appetiser, will be held in 2013 in Kazan. The same year Moscow will organise the World Championships in Athletics. Just recently Putin organized the 2011 World Figure Skating Championships in Moscow, within a few weeks after the event was taken away from Tokyo because of the tragic earthquake. But the biggest coup ’sports buddy’ Putin had was on 2 December 2010, in Zurich, when the Executive Committee of the world’s football federation (FIFA) awarded the World Cup in 2018 to Russia under scandalous circumstances – of course, matches will also be played in Sochi.</p>
<p>Putin created some confusion in the bidding process when he decided not to turn up in front of the FIFA Executive Committee at the beginning of December. From a distance, as an oracle, he declared that he did not want to put untimely pressure on the sport administrators. What a trick! In the weeks before, he had already met more than half of FIFA’s board members. Vyacheslav Koloskov, a long-time member of the FIFA Executive Committee, announced in Moscow long before 2 December that the decision was made – in favour of Russia, of course.</p>
<p>So it eventuated. And while FIFA President Joseph Blatter in Zurich announced Russia and Qatar (2022) as winners, Putin was already sitting on a plane to Switzerland. In the evening the stage was his alone. In front of the assembled world press, he buoyantly took the steps to the podium and gave a casual greeting in Swiss-German. Putin took the journalists’ questions in barely one hour. He demonstrated his power; he celebrated his success.</p>
<p>On all-sports projects in Russia, of which many swallow up several dozen billion Euros from public funds, especially the big wigs of Putin&#8217;s power structure and those oligarchs, who subordinate to his will, are going to benefit. One of these oligarchs, Roman Abramovich, owner of FC Chelsea, postured in Zurich at friendly photo sessions, not only with Putin. &#8220;I expect Mr Abramovich to invest in this project,&#8221; Putin pontificated. The Russians laughed loudly.</p>
<p>The oligarchs’ so-called investments will be compensated by the state through all sorts of privileges and benefits – so there is a guaranteed profit at the bottom line. This is the case for Abramovich and the World Cup, just as it is for the billionaire Oleg Deripaska, who not only owns a castle-like property in Sochi, but who is also going to build the port and run other projects, or the Gazprom group, which is responsible for most of the Olympic alpine routes in the North Caucasus.</p>
<div id="attachment_5638" class="wp-caption aligncenter" style="width: 438px"><img class="size-full wp-image-5638" title="(c) Government of Russia" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/photolenta_big_photo41.jpg" alt="(c) Government of Russia" width="428" height="360" /><p class="wp-caption-text">(c) Government of Russia</p></div>
<p>According to FIFA no one knew the outcome of the World Cup vote because the results were allegedly kept by the notary of the city of Zurich in sealed envelopes until President Blatter opened them on live-television. However, half an hour before the announcement television station Al Jazeera, based in Doha, Qatar, reported the winner of the World Cup 2022. And Dmitry Chernyshenko, CEO of the Winter Games in Sochi, tweeted, minutes before Blatter took the note with &#8220;Russia&#8221; written on it from the envelope: &#8220;Yesss! We are the champions! Hooray!!!!&#8221;</p>
<p>They all knew. Not only Al Jazeera, not only Chernyshenko. Even Putin. Hamad bin Khalifa Al-Thani, the Emir of Qatar, to whom Blatter has been obligated for one and a half decades, was already sure of victory and timely flown in.</p>
<p>On 2 December 2010, when Russia and Qatar became World Cup hosts, a special chapter was written in sports history. Not so much because FIFA thereby opened up new markets, but mainly because these decisions were surrounded by incredible corruption rumours. When those 140 million Swiss francs, which were once paid by the sports marketing agency ISL/ISMM to high IOC and FIFA officials, was the largest fraud scheme of Olympic sports so far – a scheme which ran brilliantly for decades and during which those responsible, bribe donors and bribe recipients, were not criminally prosecuted –, this FIFA World Cup decision could be the largest single case of corruption in sports history.</p>
<blockquote><p><strong>several related posts:</strong></p>
<ul>
<li><a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022</a></li>
<li><a title="Whistleblower Waleri Morosow: &quot;Es wird Blut fließen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/08/whistleblower-waleri-morosow-es-wird-blut-fliesen/" target="_self">Whistleblower Waleri Morosow: “Es wird Blut fließen&#8221;</a></li>
<li><a title="Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/10/russland-vancouver-und-sotschi-2014-abschied-vom-elbrus/" target="_self">Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus</a></li>
<li><a title="KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">KGB-gate: Samaranch, more Russian olympic secret agents, IOC, FIFA and the Opus Dei</a></li>
<li><a title="Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/16/sepp-zu-gast-bei-putin-i-am-really-glad-that-you-greet-me-as-a-friend/" target="_self">Sepp, zu Gast bei Putin: “I am really glad that you greet me as a friend&#8221;</a></li>
<li><a title="Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/04/gruse-von-der-russenmafia-alimsan-tochtachunow/" target="_self">Grüße von der Russenmafia: Alimsan Tochtachunow</a></li>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
<li><a title="Россия 2018: готова вдохновлять" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Россия 2018: готова вдохновлять</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>&#8220;Corruption is the abuse of entrusted power for private gain,&#8221; goes the definition of the non-governmental organisation Transparency International. It is this corruption concept that is seen here: Russia, not only the Gazprom Group, and Qatar have invested several hundred million Euros in the bidding campaigns. There is only a small probability that evidence showing how Russia and Qatar have bought votes can ever be presented. Russia and Qatar are not exactly model democracies – they guarantee confidentiality.</p>
<p>The show in Zurich reached its absurd climax when Putin, of all people, criticized English media’s corruption revelations as &#8220;unacceptable&#8221;. But the English bidders were not the only ones who angrily claimed that they had been cheated. &#8220;Do you believe that?&#8221; someone wanted to know from Putin. He grinned. &#8220;No.&#8221; One word was enough.</p>
<p>The brutality with which the bidding offers from Russia and Qatar were carried through has shocked even savvy business men in this industry, and this highlights the tectonic shifts of power in world sport for every observer: Western Europe and North America, once the dominant regions of sports policy, are continuing to lose influence. The new power holders are Russian oligarchs and ‘super democrats’ like Putin, Chinese Communist Party bosses, Arab oil sheikhs and various other potentates, for example, of the former Central Asian Soviet republics, where many highly decorated sports administrators work as drug barons and close companions of the dictators – like <a title="† Anwar Chowdhry" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%E2%80%A0-anwar-chowdhry/" target="_self">Gafour Rakhimov in Uzbekistan</a>, Vice President of the International Amateur Boxing Association, AIBA, Vice President of Olympic Council of Asia (OCA) and, according to FBI files, head of the drug cartel in Central Asia.</p>
<p>At the moment there is not much talk in the public of the Chinese Communist Party bigwigs who, back in 2008, successfully organised the Olympic propaganda games in Beijing, but insiders expect attacks on the power base sooner rather than later – maybe even the candidacy of the Chinese-born Ng Ser Miang (Singapore) for the IOC presidency as early as the Session in Buenos Aires in 2013. One thing is clear: These powers have untold economic resources which they can deploy as targeted. Sport offers many ways to gain prestige and influence, to launder money and, sometimes even, like the Emirate of Qatar, with military precision, to reconstruct an entire country as an international hub and a new Olympic centre. Right now the Qataris are aiming to acquire the 2017 World Championships in Athletics. Doha instead of Lausanne as the &#8220;Capitale Olympique&#8221; – that is the agenda.</p>
<p>One can easily find the slogan on many billboards in Doha and even in official publications:</p>
<blockquote><p><strong>Inspiring Qatar: The new global sports capital</strong></p></blockquote>
<p>Let us have a look at the list of the major upcoming events. Admittedly, 2012 will see the Olympic Summer Games in London, but not much more remains for the old Great Powers in the next few years. In 2012 the European Football Championship will be in Poland and Ukraine; in 2014 the Olympic Winter Games in Sochi and the football World Cup in Brazil; in 2016 the Summer Games in Rio de Janeiro; in 2018 the football World Cup in Russia and surely the Olympic Winter Games in Pyeongchang (South Korea), the latter is the likely outcome when the IOC takes its decision in Durban on 6 July. In 2020 the Summer Games could be held in Turkey (Istanbul) or could, for the first time, be held in Africa. In 2022 the World Cup in Qatar. In 2026, the Chinese will go for the World Cup by all means. In 2030, for the centennial celebration, the World Cup will very likely be awarded to Argentina and Uruguay.</p>
<p><strong>What then, Europe? </strong></p>
<p>In 2034, it could work out with the World Cup – in two and a half decades.</p>
<p><strong>What then, USA?</strong></p>
<p>The Americans are, after George W. Bush’s scorched earth policy, two disastrous Olympic defeats (New York 2012, Chicago 2016) and numerous other sports political bankruptcies, in such a state of shock and have no qualified sports administrator that they do not dare to make a new bid for 2020.</p>
<p>The continental distribution of mega-events in the coming years is only one argument; there are more: Those who analyse the key positions in Olympic associations will also find a movement towards new power structures.</p>
<blockquote><p><strong>Søren Bang: <a title="Play the Game: Western countries are losing the race for major sporting events  " href="http://www.playthegame.org/news/detailed/western-countries-are-losing-the-race-for-major-sporting-events-5156.html" target="_blank">Western countries are losing the race for major sporting events</a></strong></p></blockquote>
<p>Take FIFA: Just recently, in early January, long-standing Vice President Chung Mong-Joon (South Korea), a billionaire from the Hyundai-dynasty, was replaced by 35-year-old Jordanian Prince Ali, the brother of King Abdullah II. Although it is not blessed with gushing oil wells and gas stocks like Qatar and Russia, the Jordanian royal family provides a breathtaking Olympic Performance: Princess Haya, sister of Prince Ali and second wife of the ruler of Dubai, has been the President of the International Federation for Equestrian Sports since 2006 and, in that capacity, an IOC Member. Her brother, Feisal, President of the NOC of Jordan, was also sworn in as an IOC Member a year ago in Vancouver. The most powerful Olympic family is sitting in Amman.</p>
<p>Not far away in the microstate of Qatar, Emir Hamad and his childhood friend, Mohamed Bin Hammam, are tinkering with the most spectacular takeover of the year – maybe of the decade. Bin Hammam will challenge the incumbent Joseph Blatter on the 1st of June at the FIFA Congress in Zurich. Blatter, the man whom he evidently provided votes, bought with money from the Emir in two very dirty election campaigns votes – in 1998 against Lennart Johansson (Sweden) and in 2002 against Issa Hayatou (Cameroon). Bin Hammam is said to have ensured support from 70-80 of the 208 national associations in FIFA already. One month remains to get about 30 more votes.</p>
<p>According to all the news and gossip from the concrete desert Doha, nothing seems impossible. One rule dominates the environment: Everything is for sale. Who would know that better than Bin Hammam, who is on FIFA&#8217;s Finance Committee, and who has been controlling the development program for a decade – and on top of that also distributes the money of the Emir, especially among poor nations in Africa and Asia. Who would know that better than Vladimir Putin, the wannabe IOC-President?</p>
<p>Since 2 December 2010, anything is to be believed, and the worst, disturbingly, is to be expected. Putin was, apropos, asked what he could still want after so many successes in the sports arena. &#8220;Russian victory,&#8221; he said. He cannot get enough. Then he left the podium after delivering a piece of folk wisdom: &#8220;Here in Russia we say: One who doesn&#8217;t take risks, never gets to drink champagne!&#8221;</p>
<p><em>geschrieben für <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/the-new-power-holders-in-world-sport-5157.html" target="_blank">Play the Game</a></em><a href="http://flattr.com/thing/183578/The-new-power-holders-in-world-sport" target="_blank"><br />
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		<item>
		<title>Bürgerbegehren gegen Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/02/22/burgerbegehren-gegen-olympia-2018-in-garmisch-partenkirchen/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 04:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bevor notorische Olympiabefürworter und Schönfärber gleich wieder aufheulen: Ich finde es ganz erstaunlich, bemerkenswert zurückhaltend und fair von den Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen, dass sie bis nach der Alpinen Ski-WM damit gewartet haben. Sie wollten die Party nicht stören, so ist es. Hämische Kommentare von Olympiabewerbern können sie weiter ertragen. Nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2011%252F02%252F22%252Fburgerbegehren-gegen-olympia-2018-in-garmisch-partenkirchen%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22B%C3%BCrgerbegehren%20gegen%20Olympia%202018%20in%20Garmisch-Partenkirchen%22%20%7D);"></div>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Bevor notorische Olympiabefürworter und Schönfärber gleich wieder aufheulen: Ich finde es ganz erstaunlich, bemerkenswert zurückhaltend und fair von den Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen, dass sie bis nach der Alpinen Ski-WM damit gewartet haben. Sie wollten die Party nicht stören, so ist es. Hämische Kommentare von Olympiabewerbern können sie weiter ertragen.</span></p>
<p>Nun ist es also da, das Bürgerbegehren, von jenen gestellt, die es angeht, weil sie in Garmisch-Partenkirchen leben, und weil es ihr demokratisches Recht ist, denjenigen, die über die Olympiapläne UNVOLLSTÄNDIG und teilweise IRREFÜHREND und <a title="Eines von vielen Beispielen - München 2018 und die Olympiafinanzierung: Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">falsch</a> informieren, auf die Finger zu schauen.</p>
<p>Initiator <strong><a title="Bund Naturschutz GAP" href="http://www.bn-gap.de/" target="_blank">Axel Doering</a></strong> und seine Mitstreiter schreiben u.a.:</p>
<blockquote><p><strong>Keine Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen! </strong></p>
<p><strong>Gegen den Ausverkauf unserer Heimat!</strong></p>
<p>Obwohl die Verantwortlichen der Bewerbung alles getan haben, eine Meinungsäußerung ihrer Bürger unmöglich zu machen, starten wir ein Bürgerbegehren auf Durchführung eines Bürgerentscheids mit dem Ziel, dass Garmisch-Partenkirchen die Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2018 beendet.</p>
<p>Unsere Gemeinde, die Stadt München, der Landkreis Berchtesgadener Land, Bund, Land, DOSB und die Bewerbergesellschaft München 2018 haben sich vertraglich verpflichtet, alle IOC-Bedingungen zu erfüllen und alles zu unternehmen, damit Olympische Winterspiele hier stattfinden. Zuletzt wurde sogar noch ein „Multi Party Agreement“ abgeschlossen, dessen vorrangiges Ziel nur sein kann, den Bürger und Steuerzahler von jeder Mitwirkung auszuschließen und ein Bürgerbegehren unmöglich zu machen. Der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen hat mehrfach darauf hingewiesen, dass es jetzt keine mögliche Fragestellung für ein Bürgerbegehren zu Olympia mehr geben könne.</p>
<p>Eine einfache Frage der Art &#8220;Sind Sie dafür, dass Garmisch-Partenkirchen seine Unterstützung für München 2018 zurückzieht?&#8221; wurde durch die Vertragsgestaltung der Bewerber damit leider unmöglich gemacht, da das eine unzulässige Aufforderung zum Vertragsbruch wäre.</p>
<p>Wir haben nun trotzdem die ersten Hürden für ein Bürgerbegehren genommen.</p>
<p>Die einzige Möglichkeit, jetzt, nach der Veröffentlichung des Bid Books, die Olympischen Winterspiele „München 2018“ noch zu verhindern, besteht darin, eine sachliche Beurteilung der Verträge durch einen unabhängigen Rechtsgutachter einholen zu lassen. Fachleute halten ohnehin einige dieser Verträge für rechtsunwirksam. Der von uns vorgeschlagene Herr Prof. Wolff besitzt u.a. als Kommentator zur Bayerischen Verfassung eine herausragende Kompetenz.</p>
<p>Nach langer Diskussion und Beratung mit Anwälten wurde schließlich eine korrekte Fragestellung für das Bürgerbegehren gefunden, das die Marktgemeinde dazu zwingt:</p>
<ul>
<li>die Rechtswirksamkeit der abgegebenen Garantien und Verpflichtungen und die mögliche Sittenwidrigkeit der Verträge von einem unabhängigen Professor für Öffentliches Recht prüfen zu lassen und</li>
<li>im Falle einer Feststellung der Sittenwidrigkeit der „Knebelverträge“ alle als zulässig erachteten Maßnahmen zu ergreifen, um sich von den eingegangenen Verpflichtungen zu lösen.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Im Deutschlandfunk habe ich gestern dazu diese Meldung fabriziert:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/02/21/dlf_20110221_2253_3de8d80e.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Mein Text in der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung: <a title="Berliner Zeitung vom 22. Februar 2011" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0222/sport/0041/index.html" target="_blank">Angst vor dem Ausverkauf der Heimat</a></li>
<li>Sebastian Kemnitzer in der taz: <a title="taz vom 22. Februar 2011" href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/die-wm-ist-vorbei-der-frieden-auch/" target="_blank">Die WM ist vorbei, der Frieden auch</a></li>
</ul>
<p>[<em>In meinen Beiträgen habe ich leider einen Zahlendreher verursacht und von 1860 nötigen Unterschriften gesprochen. Es sind 1680.</em>]</p>
<p>Axel Doering im DLF-Interview:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/02/21/dlf_20110221_2255_adea5ac8.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>In Kurzfassung zum <strong>zeitlichen Ablauf</strong>:</p>
<ul>
<li>zunächst müssen 1680 Unterschriften gesammelt werden</li>
<li>dann wird das Begehren bei der Gemeinde eingereicht</li>
<li>zeitnah bis spätestens nach einem Monat muss ein Termin für den Bürgerentscheid an einem Sonntag innerhalb der nächsten drei Monate angesetzt werden</li>
<li>theoretisch kann also ein Bürgerentscheid noch im Juni vor der IOC-Abstimmung (am 6. Juli in Durban) stattfinden</li>
<li>frühestens könnte ein Bürgerentscheid (rein theoretisch) schon im März stattfinden. Interessante Konstellation übrigens: Wollen die Olympiaplaner, wenn sie einen Bürgerentscheid schon nicht verhindern können, dann eventuell ganz schnell eine Entscheidung, um danach in relativer Ruhe die weiteren Vorbereitungen zu bestreiten, oder wollen sie die Sache lieber verschleppen bis kurz vor der IOC-Abstimmung?</li>
</ul>
<p>Was ist ein <a title="Bürgerbegehren" href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerbegehren" target="_blank">Bürgerbegehren?</a></p>
<ul>
<li>der maßgebliche Artikel in der <a title="Gemeindeordnung Freistaat Bayern" href="http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?nid=s&amp;showdoccase=1&amp;doc.id=jlr-GemOBY1998V11Art18a" target="_blank">Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern</a></li>
</ul>
<p>Im Kern geht es um Überprüfung der Knebelverträge des IOC und der zahlreichen Bürgschaften und Garantien, die Bewerber abgeben müssen. Wer also das Bürgerbegehren richtig einordnen und verstehen will, sollte eventuell überlegen, dazu noch einmal diese Auflistung zu studieren:</p>
<ul>
<li><a title="Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/" target="_self">Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben</a></li>
</ul>
<p>Als wichtige Ergänzung:</p>
<ul>
<li><a title="München 2018: die Bewerbungsdokumente" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/05/munchen-2018-die-bewerbungsdokumente/" target="_self">München 2018: die Bewerbungsdokumente</a></li>
</ul>
<p>Und bei der Olympia-GmbH:</p>
<ul>
<li><a title="Bid Book Eckdaten" href="http://www.muenchen2018.org/files/muenchen2018_bid-book_eckdaten.pdf" target="_blank">Eckdaten der Bewerbung, Zusammenfassung in deutsch</a></li>
<li><a title="Download" href="http://www.muenchen2018.org/files/site/pdf/m2018_bidbook_vol1.pdf" target="_blank">Bid Book volume 1, english</a></li>
<li><a title="Download" href="http://www.muenchen2018.org/files/site/pdf/m2018_bidbook_vol2.pdf" target="_blank">Bid Book volume 2</a></li>
<li><a title="Download" href="http://www.muenchen2018.org/files/site/pdf/m2018_bidbook_vol3.pdf" target="_blank">Bid Book volume 3</a></li>
</ul>
<p>Auf <a title="Nolympia 2018" href="http://www.nolympia2018.de" target="_blank">Nolympia 2018</a> sollten die Infos zum Bürgerbegehren eigentlich auch stehen, kann sie aber derzeit aus meiner Himmelsrichtung nicht aufrufen, korrigiere ich später.</p>
<p>Okay, last but not least, das Corpus Delicti:</p>
<p><object id="doc_35160226659582" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_35160226659582" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=49295895&amp;access_key=key-12cg1lgw6spfmox6u7he&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=49295895&amp;access_key=key-12cg1lgw6spfmox6u7he&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_35160226659582" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=49295895&amp;access_key=key-12cg1lgw6spfmox6u7he&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_35160226659582"></embed></object><a href="http://flattr.com/thing/136767/Burgerbegehren-gegen-Olympia-2018-in-Garmisch-Partenkirchen" target="_blank"><br />
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		<title>Hörprobe: Korruption im Sport</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 18:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>ZÜRICH. Fast hätte ich es vergessen. Passend zum Tage, wer mag, kann sich meinen &#8220;Hintergrund Politik&#8221; von heute Abend im Deutschlandfunk anhören. Eine weitere Analyse zur Korruption im Sport. Dauert rund 18 Minuten. Der Korruptionsexpertin Britta Bannenberg zu lauschen, lohnt sich immer. Viel Vergnügen.</p>
<p><a title="Deutschlandfunk, Hintergrund Politik" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Über die Ereignisse in Zürich, über Yussuf Blatter (das ist wirklich einer seiner Spitznamen) und Wladimir Putin, über den Emir von Katar und andere Milliardäre, die demnächst Fußball-Weltmeisterschaften ausrichten, kann <a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/" target="_self">hier weiter diskutiert werden</a>, <span style="text-decoration: line-through;">da schreibe ich heute auch noch weiter</span>.</p>
<p><strong>Nachtrag, 3. Dezember: </strong>Nun steht der (redaktionell gekürzte) Text online, den ich flugs hierher kopiere. Manches habe ich schon oft genug besungen, wird ja stets aufs Neue bewiesen. Frau Bannenbergs Analysen, ich sagte es bereits, sind immer eine Lektüre wert. Und Rogges Ausführungen, nun ja, sind schlicht enttäuschend.</p>
<p>Korruption und Wettbetrug. Täglich werden kleine und große Fälle von Manipulationen im Sport bekannt. Von den großen Verbänden werden diese zumeist als Einzelfälle heruntergespielt. Der organisierte Sport macht Korruption leicht. Denn das Sport-Business mit seiner eigenen Rechtswelt hat strukturelle Probleme.</p>
<p>Der Fußball-Weltverband FIFA hat heute in Zürich zwei Weltmeisterschaften vergeben: Die WM 2018 findet in Russland statt, die WM 2022 wird in Katar ausgetragen. Die Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees wird seit Wochen von Korruptions-Enthüllungen begleitet. Zwei bestechliche Exekutivmitglieder &#8211; Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti &#8211; wurden suspendiert und durften nicht mit abstimmen. Vier weitere einflussreiche Funktionäre wurden ebenfalls gesperrt.</p>
<p>Doch drei andere Exekutivmitglieder, die schon vor Jahren eine zweistellige Millionensumme an Schmiergeld von der Vermarktungsagentur ISL/ISMM kassiert haben, durften mit abstimmen. Dazu gehört Ricardo Teixeira, der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes, der auch als Chef des WM-Organisationskomitees 2014 agiert. Gegen ihn wird nun in Brasilien ermittelt. Die Veröffentlichung weiterer Namen von bestochenen Top-Funktionären versuchen FIFA-Anwälte derzeit zu verhindern.</p>
<p>Derlei Skandale werden von den Amtsträgern gern als Einzelfälle beschrieben. FIFA-Präsident Joseph Blatter kürzlich am Rande des DFB-Bundestages in Essen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die FIFA hat 208 Verbände. Und wenn einige Individuen aus diesen 300 Millionen Teilnehmern der FIFA vielleicht korrupt sind, dann kann man nicht sagen, die ganze Familie ist korrupt. Das kann man nicht sagen.&#8221;</p></blockquote>
<p>So kennt man Sepp Blatter. Er spricht stets von seiner &#8220;Familie&#8221;, von Einzelfällen. In Wahrheit sind diese Fälle nur die Spitze des Eisberges. Korruption im Sport ist zu einem Dauerthema geworden. Das globale Geschäft mit den Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften garantiert Milliardengewinne für die Sportverbände. Die Verlockung ist groß, sich dabei auch privat die Taschen zu füllen. Verbände, Funktionäre, Vermarktungsfirmen, Trainer, Betreuer, Athleten, sogar Politiker &#8211; viele Personen und Institutionen verdienen auf illegale Weise.</p>
<p>Täglich werden kleine und große Fälle von Manipulationen bekannt. Vom größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte rund um die Firma ISL/ISMM, die mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld gezahlt hat, sind auch Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees betroffen: IOC-Doyen Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, Issa Hayatou aus Kamerun und Lamine Diack aus dem Senegal, der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF.</p>
<p>Korruption folgt nicht dem klassischen Täter-Opfer-Prinzip. Es gibt nur Täter &#8211; Geber und Nehmer. Die sind sich in der Regel einig und schließen auch keine Verträge ab. Das macht die Aufklärung so schwierig. Zumal die Geschädigten anonym bleiben &#8211; meist sind es die Steuerzahler.</p>
<p>Kriminologen wie Britta Bannenberg, Professorin an der Universität Gießen, gehen davon aus, dass in allen Bereichen der Gesellschaft mehr als 95 Prozent der Korruptionsfälle nie öffentlich werden. Von den wenigen Fällen, die juristisch verhandelt werden, endet nur ein kleiner Prozentsatz mit einem Schuldspruch. Der Sport macht da keine Ausnahme.</p>
<blockquote><p>&#8220;Nein, im Gegenteil. Der Bereich des Sports ist ja noch abgeschotteter, weil es keine Kontrollstrukturen von außen gibt. Das Strafrecht zum Beispiel, das natürlich im Grundsatz bei Unternehmen und Verwaltungen einsetzbar ist, das greift im Sport ja meistens schon gar nicht. Weil nämlich Akteure gar nicht bestochen werden können. Die eigentliche Bestechung im Kern, die ist vom Strafrecht überhaupt nicht erfasst. Und auch Funktionäre, die ihre Stimme abkaufen lassen, die sind vom Strafrecht in den meisten Ländern nicht erfasst. Und dann ist auch für alles andere, was vielleicht möglich wäre, also Schadensersatzklagen, überhaupt gar kein Raum.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der ISL-Affäre wurden nur wenige der Schmiergeldempfänger bekannt. Die FIFA zahlte sogar ein Schweigegeld von 5,5 Millionen Franken an die Justizkasse des Kantons Zug, um die Veröffentlichung weiterer Namen zu verhindern. Experten bezeichnen derlei Abmachungen als Korruptionsverdunklungs-Vertrag. Es war nicht der einzige in der ISL-Affäre.</p>
<p>Die ISL-Gruppe unterhielt ein ausgeklügeltes Korruptionssystem mit Dutzenden von Briefkastenfirmen, geheimen Stiftungen und Schwarzkonten in zahlreichen Ländern. Mindestens 140 Millionen Franken wurden zwischen 1989 und 2001 bis zum Konkurs der Firma bezahlt. Ein ISL-Manager, der sich vor zwei Jahren nicht etwa wegen Korruption, sondern wegen Unterschlagung vor Gericht verantworten musste, sagte damals aus, Schmiergeld an Sportfunktionäre zu zahlen sei &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230; als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet. Sonst wären diese Verträge von der anderen Seite nicht unterschrieben worden. Diese Praxis war unerlässlich, sie gehörte zum Stil des Geschäfts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der organisierte Sport macht Korruption leicht. Denn das Sport-Business mit seiner eigenen Rechtswelt hat strukturelle Probleme, die von den Verantwortlichen stets geleugnet werden, sagt Britta Bannenberg:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es sind sehr wenige Menschen mit sehr hoher Macht in diesen Bereichen tätig. Und sie werden im Grunde auch von staatlichen Spitzen hofiert und sind dadurch fast sakrosankt. Das ist eine ganz besondere Konstellation, die ja kaum Vorstandschefs von großen Unternehmen genießen. Und dadurch stehen sie noch mehr außerhalb der staatlichen Kontrolle. Aber es gibt ja auch kaum staatliche Regelungsmechanismen. Das staatliche Strafrecht greift für sie ja nicht. Und deshalb können sie sich auch leicht zurückziehen in ihre wortgewaltigen Ankündigungen der Konsequenzen, die dann aber ohne jegliche rechtliche Relevanz sind, weil selbst ihre Selbstkontrolle oder Eigenkontrolle im Grunde überhaupt nicht ausreichend ist, aber auch nicht konsequent durchgezogen wird.&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-9954"></span>Sportverbände erfreuen sich am Prinzip der partiellen Rechtlosigkeit. Im Sport prallen drei &#8220;juristische Normwelten&#8221; aufeinander, wie Fachleute sagen:</p>
<ul>
<li>Die gewöhnliche Rechtswelt,</li>
<li>das Recht in autonomen Sportorganisationen, also das Verbandsrecht,</li>
<li>und die sogenannte rechtsfreie Spielwelt, also die Spielregeln.</li>
</ul>
<p>Absurd an dieser Konstellation ist, dass milliardenschwere Unternehmen wie das IOC, die FIFA oder der finanzstarke Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach dem Vereinsrecht organisiert sind. Sie operieren zwar wie internationale Konzerne, sind aber &#8211; beispielsweise &#8211; nicht von internationalen Anti-Korruptions-Konventionen erfasst, die im Bereich der Wirtschaft gelten: weder von den Abkommen der Europäischen Union, der OECD, des Europarats noch von dem der Vereinten Nationen.</p>
<p>Rund 50 internationale Sportverbände residieren in der Schweiz und genießen vielfältige Sonderregeln wie Steuerbefreiungen und werden nicht einmal vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb tangiert. Das hat der Bundesrat, die Regierung der Schweiz, so beschlossen. Zwar gibt es nun, ausgelöst durch die jüngsten Enthüllungen zum FIFA-Sumpf, zaghafte Diskussionen darüber, ob diese Sonderregelungen gerechtfertigt sind, doch ob Schweizer Politiker den Worten Taten folgen lassen und die Korruptionsregeln auf Sportkonzerne und deren Amtsträger ausweiten, steht in den Sternen.</p>
<p>Jörg Schild war lange Jahre Staatsanwalt im Drogendezernat. Heute ist er ehrenamtlicher Sportfunktionär und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Swiss Olympic. Auch er befürwortet eine Gesetzesverschärfung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Sport hatte in den vergangenen Jahren genügend Möglichkeiten zu beweisen, dass er die Probleme selbst lösen kann. Ich meine, der Sport hat diese Chance nicht genutzt. Und jetzt müssen wir diese Diskussion führen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Aktuelle Initiativen zur Korruptionsbekämpfung im Sport sind auch aus Deutschland nicht bekannt. Im Gegenteil: Wann immer sich Deutschland um Sport-Großereignisse bewirbt, werden Institutionen wie FIFA oder IOC Steuerbefreiungen, Sondergesetze und allerlei Vergünstigungen garantiert. So auch in der laufenden Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. Das Bundeskabinett machte jüngst rund 50 Zusagen, die finanzielle Konsequenzen haben. Zum Beispiel: eine Ausfallbürgschaft und auch die Zusage, für eventuelle Verluste des Organisations-Komitees geradezustehen.</p>
<p>Dieser Großzügigkeit der Gastgeberländer großer Sportevents stehen häufig Sportfunktionäre gegenüber, die skrupellos Selbstbedienung betreiben.</p>
<p>Doch wo beginnt Korruption, was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Es gibt verschiedene Korruptionsbegriffe, juristische, theologische, wirtschaftswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche, politikwissenschaftliche &#8211; und moralische. Die Nichtregierungsorganisation Transparency International verwendet diese schlichte, aber einprägsame Definition:</p>
<blockquote><p>&#8220;Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im vergangenen Jahr hat Bayerns Justizministerin Beate Merk einen Entwurf für ein deutsches &#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; vorgelegt. Sie scheiterte am Widerstand der Sportverbände und zahlreicher Politiker. Selbst in ihrer eigenen Partei fand die CSU-Politikerin dafür keine Mehrheit. Während der Olympiabewerbung Münchens ist erst recht nicht damit zu rechnen, dass der Straftatbestand Sportbetrug eingeführt und damit Doping sowie Bestechlichkeit und Bestechung generell unter Strafe gestellt werden.</p>
<p>Der einzige Sportpolitiker aus dem Bundestag, der sich stets für einen Straftatbestand Sportbetrug eingesetzt hat, ist der Bündnisgrüne Sportsprecher Winfried Hermann. Selbst er stellt fest &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230; dass eigentlich das Thema Korruption im Sport mindestens genauso wichtig ist wie das Thema Doping. Dass aber, im Unterschied etwa zur Bekämpfung des Dopings, wir bei der Korruptionsbekämpfung im Sport ganz am Anfang stehen, und es eigentlich kaum Strukturen und kaum Maßnahmen gibt, um Korruption im Sport aufzudecken. Und schon gar nicht gibt es Strukturen, die das sozusagen wirksam verhindern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Kriminologin Britta Bannenberg kämpft seit Langem für einen Straftatbestand Sportbetrug.</p>
<blockquote><p>&#8220;Also, im Grunde müsste die gesamte Strafbarkeit im Bereich der Wettbewerbsverstöße und der Bestechungsdelikte ausgeweitet werden auf Verantwortliche des Sports. Das heißt auf der einen Seite auf Sportfunktionäre, auf der anderen Seite aber auch auf Akteure im sportlichen Wettbewerb. Das sind zwei unterschiedliche Ebenen, aber die sind bisher nicht erfasst. Und damit fehlt oft jeglicher Ansatzpunkt für die staatliche strafrechtliche Kontrolle.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auf der politischen Ebene bleibt das Thema also vernachlässigt. Und dies, obwohl der Sport jedes Jahr mit Millionensummen aus den öffentlichen Haushalten gefördert wird.</p>
<p>Die Strukturen der Korruption im Sportbusiness unterscheiden sich kaum von jenen, die in anderen gesellschaftlichen Bereichen greifen. Der Sport bietet perfekte Schnittmengen von Wirtschaft, Medien und Politik und offeriert eine Grauzone, in der sich trefflich ungeschützt kungeln lässt. Es gibt Korruption in allen Schattierungen und Größenordnungen. Im Grunde kann unterschieden werden zwischen:</p>
<ol>
<li>Korruption in der Ausübung bzw. Durchführung des reinen sportlichen Wettkampfes: Geber und Nehmer sind Sportler und Offizielle. Dazu zählen Doping, Spielabsprachen, Manipulationen von Kampf- und Schiedsrichtern.</li>
<li>Korruption in Verbänden und bei der Organisation von Wettbewerben: Geber und Nehmer sind zumeist Offizielle. Beispiele sind die Vergabe von Ämtern, Marketingrechten oder Großveranstaltungen wie Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaften.</li>
<li>Korruption außerhalb des eigentlichen Wettbewerbs: Geber und Nehmer kommen aus Sport, Politik, Wirtschaft. Hierzu zählt letztlich auch der Missbrauch des Sports zu politischen Zwecken. Und natürlich Formen der organisierten Kriminalität wie Drogenhandel, Menschenhandel, Geldwäsche, die im Sportbusiness akut zunehmen.</li>
</ol>
<p>Im Winter 1998/99 erlebte das IOC fast sein Waterloo. Die Abkürzung steht für International Olympic Committee. Für Verbrechensbekämpfer bedeutet das Kürzel IOC auch: International Organized Crime. Im Bestechungsskandal um die Olympiabewerbung von Salt Lake City wurden sechs Mitglieder ausgeschlossen, vier weitere traten zurück, etliche wurden verwarnt. Auch damals lautete die offizielle Sprachreglung: Es handele sich um bedauerliche Einzelfälle. Von systematischer Korruption könne keine Rede sein. Andere Bewerbungen um die Austragung von Olympischen Spielen hat die hausinterne Prüfungskommission gar nicht erst untersucht.</p>
<p>Auf dem IOC-Gipfeltreffen Ende Oktober dieses Jahres in Acapulco, wo sich unter anderem Vertreter von 130 Sportministerien trafen, stand Korruptionsbekämpfung nicht auf der Tagesordnung. Der belgische IOC-Präsident Jacques Rogge betonte zwar, er begrüße die jüngsten Maßnahmen der FIFA, sechs Funktionäre zu suspendieren. Grundlegende Schritte aber hält Rogge nicht für erforderlich: Auch nicht die Gründung einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur analog zur Welt-Anti-Doping-Agentur, über die seit einiger Zeit debattiert wird.</p>
<p>Die größte Gefahr macht Rogge derzeit im organisierten Wettbetrug aus.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das IOC beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit der Frage der illegalen Wetten. Wir haben von Beginn an mit den Weltverbänden gearbeitet, die am ärgsten betroffen waren: Cricket, Tennis, Reiten &#8211; jenen Verbänden also, die schon etwas getan hatten. Wir haben diese Zusammenarbeit dann auf den gesamten olympischen Bereich ausgeweitet und haben während der Sommerspiele 2008 in Peking erstmals ein weltweites Warnsystem installiert. Es gab absolut keinen Hinweis auf Wettmanipulationen. Auch nicht 2010 bei den Winterspielen in Vancouver. Aber das bedeutet nicht, dass das nicht passieren könnte. Besonders nach unseren Erfahrungen mit dem Korruptionsskandal um Salt Lake City sage ich natürlich: Sag niemals nie!&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Vorfeld der Sommerspiele 2012 in London soll die Zusammenarbeit mit Interpol und anderen Ermittlungsbehörden ausgebaut werden &#8211; aber eben nur auf dem Sektor der Wett-Manipulationen.</p>
<p>Multifunktionär Thomas Bach ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Chef der Juristischen Kommission des IOC. Er hat ebenfalls ausschließlich den Wettbetrug im Fokus:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Wettbetrug und die daraus folgende Korruption im Sport, die Manipulation von sportlichen Ereignissen, erfordert ganz eigene Maßnahmen, weil das vollzieht sich alles außerhalb des Sports. Hier hat der Sport keinen Einflussbereich, keine Überwachungsmöglichkeiten, im Gegensatz zu anderen Fällen wie Doping oder auch Korruption &#8211; das vollzieht sich innerhalb der Organisation. Deshalb brauchen wir dort verstärkt die Hilfe von Staaten, Regierungen und Gesetzen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Sport, der stets auf seine Unabhängigkeit pocht, kooperiert im Wettbereich auch deshalb mit staatlichen Institutionen, weil die Einnahmen aus einem florierenden Geschäft mit Sportwetten und im Wett-Sponsoring überlebenswichtig sind. Sonst aber verbitten sich Funktionäre und Verbände gern externe Einmischung und verweisen auf die angebliche Unabhängigkeit.</p>
<p>Die Kriminologin Britta Bannenberg hält nicht viel von selbst ernannten Ethik-Kommissionen und Ethik-Richtlinien, die von Personen bestimmt werden, die selbst im Zentrum der Kritik stehen. Sie zieht Parallelen zu anderen Korruptions-Sphären.</p>
<blockquote><p>&#8220;Allein ist das völlig nutzlos. Das hatten wir alles schon im Bereich der Wirtschaft aber auch der öffentlichen Verwaltungen. Als die ersten Skandale in Deutschland bekannt wurden, das war in den späten achtziger und in frühen neunziger Jahren, da war die erste Reaktion: Wir verabschieden Ethik-Richtlinien und wir verabschieden Selbstverpflichtungen. Und das allein hat überhaupt gar nichts gebracht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die strukturellen Probleme geht der Sport aus guten Gründen nicht an. Das System basiert auf vielfältigen Verflechtungen und Mitwisserschaft. Das Geben und Nehmen darf als Aggregatzustand der Branche bezeichnet werden. Oft werden diejenigen geächtet, bestraft und ihrer Ämter enthoben, die sich um Transparenz bemühen, die Vorgänge aufdecken und als sogenannte Whistleblower eigentlich geschützt werden müssten. Britta Bannenberg:</p>
<blockquote><p>&#8220;Denn letztlich hat man ja die Erfahrung, dass Trainer, Manager, Betreuer, bis hin zu Funktionären eine Einheit bilden, die diese Mauer des Schweigens immer aufrecht erhalten, und die auch einzelne Sportler immer wieder ins Geschehen ziehen. Also, zum Teil ist da ein umfassender Personalaustausch von Doping- und korruptionserprobten Menschen unabdingbar. Mit denen geht es nicht. Setzt man weiterhin auf Selbstkontrolle durch die Verbände, dann wird sich nicht viel ändern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gegen derlei Parallelgesellschaften empfiehlt die Juristin knallharte juristische Maßnahmen. Gesetze, die in einigen großen Korruptionsfällen &#8211; etwa bei Siemens oder Daimler &#8211; durchaus Wirkung hinterließen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der wirkliche Druck entstand im Grunde erst dadurch, dass insbesondere das amerikanische Strafrecht weltweit zur Anwendung kam. Das hat halt ein paar Besonderheiten. Und dieses scharfe Schwert bedeutet, dass man die ganze Organisation, das gesamte Unternehmen als Täter ansehen kann. Und wenn man das auf die großen Wirtschaftsunternehmen der Sportverbände, die weltweit natürlich riesige Geschäfte machen, übertragen würde, dann hätten wir die Lösung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: Eine Lösung ist nicht in Sicht. Denn in der Spezialdemokratie Sport gelten weiterhin andere Gesetze.</p>

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		<title>live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 10:12:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>ZÜRICH. An solchen Tagen lernt Mann (einmal mehr) den Vorteil des Bloggens zu schätzen. Ich werde eine Art Live-Blog starten bis zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 am Donnerstag. Warum ich die WM 2022 nicht mehr erwähne? Nun, es heißt, die FIFA-Gottheiten hätten ein Krisenmeeting, Sepp Blatter und Jerome Valcke, die 2008 diese irre Idee der Doppelvergabe ausgeheckt haben, könnten umschwenken. Eventuell wird die WM erst in zwei Jahren vergeben.</p>
<p>Das wäre doch mal was.</p>
<p>Das IOC will angeblich Beweise von der BBC. Kein Problem, Andrew Jennings wird es dem IOC schon schicken. Komisch nur, dass IOC-Chef Jacques Rogge bisher immer so getan hat, als sei das IOC davon nicht betroffen, und die ISL-Korruption ohnehin eine gaaanz alte Kiste. Mir hat er zwar mal erzählt, das war 2005, dass er das Ganze aufmerksam und kritischst verfolgt. Davon habe ich nie etwas bemerkt. Und als AJ im Oktober 2009 auf dem Olympischen Kongress in Kopenhagen die ISL-Frage stellte, war Rogge ziemlich kurz angebunden. Dabei wollte AJ doch nur wissen, warum der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber ständig IOC-Akkreditierungen erhält.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Als Jens Sejer Andersen als Delegierter auf dem Kongress die Frage stellte, wurde die vom Chef der Ethik-Kommission nicht angenommen. Der Chef von Swiss Olympic, Jörg Schild, hat mir gerade eine ähnliche Geschichte erzählt.</p>
<p><strong>10.51 Uhr:</strong> Ich dachte eigentlich, ich sei nur noch selten durch Zeitungsartikel zu beeindrucken. Aber, ich fand die Sport-Aufschlagsseite der Neuen Zürcher Zeitung heute sehr hübsch gemacht. [Achtung, Selbstreferenz] Und ich freue mich immer, wenn der Sepp morgens die Zeitung aufschlägt und unter meinem Namen so eine schöne Schlagzeile liest: &#8220;140 Millionen Franken Schmiergeld&#8221;.</p>
<p>Die Kollegen von der NZZ haben sogar <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">meine Tabelle mit den ISL-Schmiergeldzahlungen</a> gedruckt. Vielen Dank. So macht das Arbeiten Spaß, so gehe ich den Tag doch gleich beschwingter an.</p>
<p>Ja, es stimmt schon, seit 2008 reden wir über 138 Millionen Schmiergeld. Nun sind es etwas mehr &#8211; vor allem aber: Wir haben die Liste der Jahre 1989 bis 1999. Das ist NEU, liebe Freunde in den Medien, die es nicht einsehen wollen oder nicht einsehen können oder beides (besonders oft lese ich dieses Zeug von <a title="Twitter: Paul Kelso" href="http://twitter.com/#!/pkelso" target="_blank">Paul Kelso</a>, der auch englische WM-Bewerber zitiert, die behaupten, die Doku hätte besser auf dem History Channel laufen sollen). Ich habe das <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">gestern Nacht</a> schon gesagt und ich scheue mich überhaupt nicht, mich selbst zu zitieren:</p>
<blockquote><p>Zur BBC: Es war ein typischer Andrew Jennings mit einigen Highlights der vergangenen Jahre, etwa Jack Warner, der sich lieber seine Spucke spart, als auf ein Stück Abfall wie AJ zu spucken, obwohl der es verdient hätte … so sind die, die FIFA-Ehrenmänner.</p>
<p>Nun wird es wieder Idioten geben im so genannten Journalismus, unter Spindoktoren und Funktionären, die behaupten werden, AJ hätte nichts Neues geliefert. Ich sage: Lüge. Unsinn. Spin. Rufmord.</p>
<p>Andrew Jennings hat mit diesem Dokument ein wichtiges Puzzleteil der Sportgeschichte geliefert. Wer das nicht begreift oder es nicht begreifen will, dem ist nicht zu helfen. Ich sage einmal mehr, liebe Freunde: Es geht im Journalismus nicht um “he said, she said? und also nicht darum, Halbsätze zu interpretieren und daraus so genannte Exklusivnachrichten zu basteln. Es geht um solche Papiere. Bravo, AJ.</p></blockquote>
<p>Die FIFA hat in unnachahmlicher Weise reagiert:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA Statement</strong></p>
<p>In relation to recent media reports, FIFA would like to recall the following:</p>
<p>The matters concerning the case “ISL/ISMM? which are referred to date back many years ago and were investigated by the relevant authorities in Switzerland.</p>
<p>In its verdict of 26 June 2008, the Criminal Court of Zug had not convicted any FIFA Officials. It is therefore important to stress again the fact that no FIFA officials were accused of any criminal offence in these proceedings.</p>
<p>Furthermore, it is important to recall that the decision was made on matters which took place prior to the year 2000 and there has been no court conviction against FIFA. The investigation and the case are definitely closed.</p>
<p><em>FIFA Media department, 30 November 2010</em></p></blockquote>
<p>Wie immer wird hier die Wahrheit gebeugt. Komischer Weise wird auch nicht an den Korruptionsverdunklungsvertrag erinnert, den die FIFA mit der Staatsanwaltschaft geschlossen hat. Es war schon der zweite Korruptionsverdunklungsvertrag in dieser über Jahrzehnte BIS HEUTE UND AUCH NOCH MORGEN, DENN TEIXEIRA IST JA ZUM BEISPIEL PRÄSIDENT DES WM-ORGANISATIONSKOMITEES 2014 währenden Affäre. Nein, es ist keine Affäre: Korruption ist der Aggregatzustand in diesem Business.</p>
<p><strong>11.10 Uhr:</strong> Sehr spannend auch die Twitter-Meldungen zur FIFA. Aber ich höre, dass die Mehrzahl der Journalisten immer noch nicht weiß, was Twitter ist und dass Twitter sehr sinnvoll sein kann. Ein working tool. Echt jetzt.</p>
<p><strong>11.26 Uhr:</strong> Die Russen eiern ziemlich herum. Kann es tatsächlich sein, dass Putin nicht kommt? Dann ESP/POR oder sogar ENG. Ich habe vor Tagen gesagt, dass er kommt, alles versuchen wird, aber nur in die Bütt steigt vor dem FIFA-Exko, wenn die Signale auf Sieg stehen.</p>
<p><strong>11.34 Uhr:</strong> &#8220;In Zürich sind alle Luxushotels ausgebucht&#8221;, schreibt der Tages-Anzeiger. &#8220;Die Vergabe der Fußball-WM beschert Zürichs luxuriöser Hotellerie volle Häuser&#8221;. Gut so, warum sollten nur immer Jack &amp; Ricardo &amp; Joao &amp; Nicolas &amp; Co verdienen.</p>
<p>Da würde ich jetzt gern Mäuschen spielen:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2658" title="FIFA House, Zürich, Türschloss Sepp Blatter" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/fingerprint.jpg" alt="" width="490" height="367" /></p>
<p>Für Freunde der gepflegten Undercover-Fotografie: Das ist der Fingerprint-Sensor, also eine Art Türschloss am Büro von Joseph Blatter.</p>
<p>Nachtrag: Frage mich gerade, was passieren würde, wenn Andrew Jennings da rein fassen würde. Oder meine Wenigkeit. Ob die Falle zuschnappen würde? Finger-Guillotine?</p>
<p><strong>12.01 Uhr:</strong> Anne Schwöbel von <a title="TI Schweiz" href="http://www.transparency.ch/de/index.php?navid=1" target="_blank">Transparency International Schweiz</a> hat es drauf. Anders als deutsche Vertreter, die die Arbeit an sich ziehen und wichtig tun, aber kaum etwas liefern und gar nicht so transparent vorgehen und auch Analyse-Probleme offenbaren, geht sie schon mal auf Konfrontationskurs. Ihre Pressemitteilung habe ich gestern Abend bereits kurz im Deutschlandfunk erwähnt. Hier die wichtigste Passage:</p>
<blockquote><p>Angesichts der aktuellen Vorkommnisse fordert Transparency International Schweiz, die globale zivilgesellschaftliche Organisation zur Bekämpfung der Korruption, dass folgende Massnahmen ergriffen werden:</p>
<ul>
<li>Die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022, die für den 2. Dezember vorgesehen sind, müssen vertagt werden bis die in der Presse publizierten Anschuldigungen geklärt sind; diese haben bereits einen grossen Misskredit auf die FIFA und ihren Vergabeprozess geworfen, dass eine Entscheidung unter diesen Umständen die Kontroverse nur schüren würde;</li>
<li>Die Untersuchung muss von einem unabhängigen Gremium durchgeführt werden, um den Sachverhalt zu ermitteln; die Ethik Kommission der FIFA scheint nicht das erforderte Mass an Unabhängigkeit mitzubringen; darüber hinaus sollte das Gremium, das die Untersuchung durchführt, über umfangreiche investigative Kompetenzen verfügen um in der Lage zu sein den wahren Sachverhalt zu ermitteln;</li>
<li>Der Rechtsstatus von Verbänden, insbesondere derjenige von Sportverbänden, die ihren Sitz in der Schweiz haben, muss geklärt werden; es ist in der Tat unklar inwiefern diese Verbände unter die gesetzlichen Korruptionsbestimmungen fallen; Sportverbände müssen für Korruptionshandlungen, die in Zusammenhang mit ihren Aktivitäten stehen, gesetzlich verfolgt werden können; die dafür erforderlichen Gesetzesänderungen sowie entsprechende internationalen Konventionen, welche für die Forderungen in diesem Zusammenhang benötigt würden, müssen ohne Verzug eröffnet werden.</li>
</ul>
</blockquote>
<p><strong>14.55 Uhr:</strong> McP fragt in den Kommentaren, warum noch mal die Weltmeisterschaften im Paket vergeben werden. Nichts als Politik und hilfreich für Sepps Dauer-Dealen inkl. seiner Wiederwahl 2011. Ansatzsweise habe ich das immer mal beschrieben, seit Mai 2008, als es überraschend und handstreichartig bekannt gegeben wurde.  Zum Beispiel hier: <a rel="nofollow" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/28/ungefahr-zwolf-stadien-bewerbung-um-die-fusball-wm-20182022/">Ungefähr zwölf Stadien</a></p>
<p><strong>16.18 Uhr:</strong> Sollte Putin wirklich nicht nach Zürich kommen, wie <a title="gaseta.ru" href="http://gazeta.ru/sport/2010/11/a_3450729.shtml" target="_blank">gaseta.ru</a> meldet, dann ist Russland tatsächlich draußen. Denke ich &#8211; und das ist überhaupt kein Widerspruch zu meiner Wasserstandsmeldung von vorvergangener Woche: <a title="Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/19/%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D1%8F-2018-%D0%B3%D0%BE%D1%82%D0%BE%D0%B2a-%D0%B2%D0%B4%D0%BE%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D1%8F%D1%82%D1%8C/" target="_self">Ро??и? 2018: готовa вдохновл?ть</a>. Hat jemand eine Ahnung, ob man dieser &#8220;Gaseta&#8221; trauen kann? Aber welchen &#8220;Meldungen&#8221; kann man derzeit überhaupt trauen. Da wird gesponnen von professionellen Spindoktoren und hoch bezahlten Lügnern, was das Zeug hält. Vorsichtig.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-9871" title="www.gaseta.ru" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/putin-gaseta-e1291131667493.jpg" alt="" width="530" height="298" /></p>
<p><strong>16.43 Uhr:</strong> Komisch. Ich kann weder auf der IOC-Webseite eine Erklärung zu den belegten Korruptionsvorwürfen gegen drei Mitglieder finden, noch habe ich eine Pressemeldung per Email erhalten. Kann mir jemand helfen? Habe ich etwas übersehen? Woher kommen die Zitate, die von den Nachrichtenagenturen <a title="Reuters auf SVT.tv" href="http://sport.stv.tv/football/212979-ioc-asks-bbc-to-give-evidence-to-authorities/" target="_blank">(hier Reuters)</a> verbreitet werden?</p>
<blockquote><p>&#8220;The IOC has taken note of the allegations made by BBC Panorama and will ask the programme makers to pass on any evidence they may have to the appropriate authorities,&#8221; the IOC said in a statement.</p>
<p>&#8220;The IOC has a zero tolerance against corruption and will refer the matter to the IOC Ethics Commission.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich finde es, als Insider sozusagen, im Übrigen befremdlich, was so genannte Journalisten manchmal verbreiten und was sie verschweigen und nie melden. Was sie für bare Münze nehmen, und was sie als Gerücht bezeichnen. Der größte Korruptionsskandal der Sportgeschichte rund um die ISL liefert da Stoff für eine Doktorarbeit.</p>
<p><strong>16.45 Uhr:</strong> So weit ich weiß, hat <a title="alle Beiträge zu Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a> für Issa Hayatou eine Art Ehrenerklärung abgegeben. Die ersten Statements von Hayatou werden bereits über Twitter verbreitet, sie kommen demnächst auf anderen Kanälen. Korruption? I wo! Quatsch! Ich bin sauber! Das Geld war nur für eine Feier der CAF.</p>
<p>Klar doch.</p>
<p><strong>22.44 Uhr:</strong> War kurz im Baur au Lac, die Herrschaften aber waren zum Dinner ausgeflogen. Sah nur einige der Diener, etwa den unvermeidlichen Sekretär von Teixeira. Frage mich, ob der manchmal die Geldkoffer schleppen muss. Der Sicherheitsdienst im Baur au Lac war extremst unfreundlich und auch ein bisschen uncool. &#8220;Was wollen Sie hier?&#8221; Was wohl? Wein für 3.000 CHF schlürfen. Sollen sie doch das Hotel gleich ganz absperren, wäre ja auch zu verstehen, wenn Leute wie David Cameron dort absteigen. Aber so? Selbst die News-Crew von der BBC um <a title="BBC blogs David Bond" href="http://www.bbc.co.uk/blogs/davidbond/2010/11/england_2018_heavyweights_ente.html" target="_blank">David Bond</a> wurde vorhin rausgeschmissen. Der arme David, der es wegen der Panorama-Sendung eh nicht leicht hatte in den vergangenen Tagen, muss draußen in der Kälte stehen &#8211; bis Cameron gegen Mitternacht zurückkommt ins Hotel.</p>
<p>Putin übrigens ist noch immer nicht zu sehen.</p>
<p><strong>22.59 Uhr:</strong> Zum Abschluss des Tages &#8211; <strong>das Eingeständnis eines dämlichen Fehlers</strong>, der mir heute und eventuell leider auch gestern unterlaufen ist. Ich habe einfach nicht genau hingesehen: Zunächst präsentieren am Mittwoch ab 14 Uhr die WM-Bewerber 2022 vor Blatters Tafelrunde (nicht wie ich falsch behauptet hatte, die Bewerber für 2018), erst am Donnerstag ab 9 Uhr sind die Bewerber 2018 dran. Sorry.</p>
<p>Wladimir Putin also hat noch etwas Zeit. Vielleicht schlägt er ja morgen Abend noch hier auf. Who knows.</p>
<p>Und ich melde mich am Mittwoch spätestens 14 Uhr live von der Präsentation aus der Messe Zürich. Jetzt wird flink mal eine Erkältung auskuriert, die mich eben schon am Radiobeitragsprechen gehindert hat.</p>
<p>Krächz, krächz.</p>
<p><a href="http://flattr.com/thing/90601/live-Blog-aus-Zurich-Dienstag-FIFA-Korruption-WM-Vergabe" target="_blank"> <img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:50:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der ISL-Gruppe an höchste Sportfunktionäre, die sich gern mit Millionen freikaufen, in der Übersicht: Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2010%252F11%252F29%252Fkorruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Korruptionsbilanz%20in%20FIFA%20und%20IOC%3A%20140.785.618%2C93%20CHF.%20Mindestens.%22%20%7D);"></div>
<p>ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der <a title="alle Beiträge zur ISL/ISMM" href="http://www.jensweinreich.de/category/islismm/" target="_self">ISL-Gruppe</a> an höchste Sportfunktionäre, <a title="Wie sich korrupte Sportfunktionäre in der FIFA mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">die sich gern mit Millionen freikaufen</a>, in der Übersicht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="424" height="384" /></p>
<p>Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten zum größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte liegen vor, pünktlich zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 am Donnerstag durch das FIFA-Exekutivkomitee. Ich hatte es <a title="Wasserstandsmeldung: FIFA, IOC, Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/28/wasserstandsmeldung-olympia-2018-fifa-korruption-wm-vergabe-20182022/" target="_self">gestern bereits angedeutet</a>.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/28/dlf_20101128_1920_5be03d24.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Neue Namen, neue Zahlen, neue Fakten. Dank BBC Panorama, Andrew Jennings und James Oliver. Well done!</p>
<p>Schmiergeldempfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee:</p>
<ul>
<li>Ricardo Teixeira</li>
<li>Nicolas Leoz</li>
<li>Issa Hayatou</li>
</ul>
<p>Der langjährige FIFA Präsident:</p>
<ul>
<li>Joao Havelange</li>
</ul>
<p>Schmiergeldempfänger aus dem IOC:</p>
<ul>
<li>Joao Havelange</li>
<li>Issa Hayatou</li>
<li>Lamine Diack (IAAF-Präsident)</li>
</ul>
<p>Was nun in der ISL-Saga dokumentiert ist, und zwar gerichtsfest, ist die Zahlung von</p>
<p style="text-align: center;"><strong>140.785.618,93 CHF</strong></p>
<p>zwischen 1989 und 2001 an Funktionäre der FIFA, des IOC, der IAAF und etlichen anderen Weltverbänden und Kontinentalföderationen. Noch einmal:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>140.785.618,93 CHF &#8230;</strong></p>
<p>&#8230; nur von der ISL-Gruppe. Das ist nur, was wir bisher wissen. Es ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Ich sage es erneut: 95-98 Prozent aller Korruptionsfälle (und Zahlungen) bleiben unentdeckt &#8211; jeder kann die Dunkelziffer kalkulieren. Und die ISL war zwar Weltmarktführer im Sportbusiness, aber eben auch nur eine große Firma auf dem Markt, auf dem sich viele andere Giganten und ungezählte kleine Fische tummelten.</p>
<p>Lesebefehle :)</p>
<ul>
<li>Jean Francois Tanda im Tagesanzeiger: <a title="Tagesanzeiger" href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Schmiergeldempfaenger-stimmen-mit-/story/31614596" target="_blank">Schmiergeldempfänger stimmen mit</a></li>
<li>Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung: <a title="sueddeutsche.de" href="http://sueddeutsche.de/sport/fifa-korruptionsvorwuerfe-die-naechsten-schwarzen-schafe-1.1029720" target="_blank">Geheime Liste &#8211; Bares für Funktionäre</a></li>
<li>Ich habe ebenfalls gedichtet für <a title="Spiegel Online: Neue Bestechungsvorwürfe gegen FIFA-Funktionäre" href="http://news.google.de/news/url?sa=t&amp;ct2=de%2F0_0_s_0_0_t&amp;ct3=MAA4AEgAUABgAWoCZGU&amp;usg=AFQjCNGRxv71pqHNRYJZgE_s8wY3y9bKRw&amp;sig2=N_GHBssr90YVakKOK6FdOw&amp;cid=17593573535099&amp;ei=c-7zTMjTBpCk_AbUheyPAg&amp;rt=SEARCH&amp;vm=STANDARD&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fsport%2Ffussball%2F0%2C1518%2C731731%2C00.html" target="_blank">Spiegel-Online</a>, die FTD und für Play the Game: <a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers-5059.html" target="_blank">New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</a></li>
</ul>
<p>Sendetermin von <a title="BBC Panorama" href="http://news.bbc.co.uk/panorama/hi/default.stm" target="_blank">BBC Panorama</a> ist <strong>heute, 21.30 MEZ</strong>! dogfood notierte vorhin in den Kommentaren:</p>
<blockquote><p>Der Radiosender BBC 5live wird das Andrew Jennings-Feature über die FIFA parallel zu BBC One übertragen und danach mit Interviews und Einschätzungen nachbereiten. BBC 5live ist <a rel="nofollow" href="http://www.bbc.co.uk/iplayer/console/bbc_radio_five_live">in Deutschland per regulärem Stream<img id="snap_com_shot_link_icon" src="http://i.ixnp.com/images/v6.52/t.gif" alt="" /></a> zu hören.</p></blockquote>
<p>Hier mein Text von heute Nachmittag:</p>
<blockquote><p>Drei Tage vor der Entscheidung über die Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 liegen weitere Dokumente vor, die Fußballfunktionäre schwer belasten. Mindestens drei aktuelle Mitglieder aus dem Exekutivkomitees des Weltverbandes FIFA haben über Jahre Millionensummen an Schmiergeldern vom ehemaligen Sportrechtehändler ISL/ISMM kassiert: Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, Nicolas Leoz aus Paraguay, Chef der südamerikanischen Fußball-Konföderation CONMEBOL, und Issa Hayatou aus Kamerun, Präsident des afrikanischen Konföderation CAF. Von Teixeira und von Leoz waren andere Vergehen bereits bekannt. Neu ist der Name Hayatou. Alle drei sollen am Donnerstag in Zürich über die beiden Weltmeisterschaften 2018 und 2022 entscheiden. „Schmiergeldempfänger stimmen mit“, titelte am Montag der Züricher „Tagesanzeiger“.</p>
<p>Der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange, ehemals Schwiegervater Teixeiras, taucht ebenfalls auf der Liste auf, die zwischen 1989 und 1999 insgesamt 175 Zahlungen in einer Gesamthöhe von 122.587.308,93 Schweizer Franken erfasst. An der Echtheit des Dokuments, dass BBC-Reporter Andrew Jennings für die Sendung Panorama (wird am Montagabend ausgestrahlt) enthüllte, besteht kein Zweifel. Denn schon im ISL-Strafprozess im Frühjahr 2008 in Zug hatte Marc Siegwart, einer der Richter, süffisant von 120 Millionen Schmiergeld gesprochen – es sind sogar einige Millionen mehr.</p>
<p>Gerichtsfest dokumentiert waren bislang weitere 18 Millionen Franken, die von der ISL-Gruppe zwischen 1999 und 2001 an höchste Sportfunktionäre gezahlt wurden. Insgesamt wurden mehr als 140 Millionen Franken gezahlt – und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Dafür haben diese Top-Offiziellen aus zahlreichen Sportweltverbänden, nicht nur aus der FIFA, der ISL/ISMM Milliardenaufträge verschafft: Sponsorenverträge, Marketingrechte, TV-Rechte. Die meisten Zahlungen liefen über Tarnfirmen und Stiftungen in zahlreichen Ländern. Das ISL-Korruptionssystem wurde 2008 in einem Strafprozess gegen langjährige ISL-Manager in Zug vor Gericht seziert. Auch zahlreiche Barzahlungen gehörten zum Geschäft, die Schmiergeldboten hatten nie Probleme, prall gefüllte Koffer über die Grenze zu bringen, um etwa Geld aus Liechtenstein in Zürich zu übergeben. Einer der ISL-Manager sagte vor Gericht aus: „All diese Zahlungen waren notwendig, um überhaupt Verträge zu bekommen und dass die (gemeint sind Sportfunktionäre/d.A.) sich dran halten.“ Ein anderer sagte: „Das war, als wenn man Lohn bezahlen muss. Sonst wird nicht mehr gearbeitet.“</p>
<p>Im Juni 2010 war ein Deal zwischen der Staatsanwaltschaft Zug und der FIFA bekannt geworden. Die FIFA zahlte 5,5 Millionen Franken an die Staatskasse – die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Namen der bestechlichen Funktionäre sollten für alle Zeiten geheim bleiben. Nun sind einige Personen mehr bekannt, und etliche Firmen und Stiftungen. Der größte Korruptionsskandal der Sportgeschichte schlägt Kreise und ist damit endgültig im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekommen. Denn neben Havelange, Doyen des IOC, gehört auch Hayatou dem IOC an. Außerdem hat gemäß des Dokuments, das Spiegel Online vorliegt, der Senegalese Lamine Diack Geld kassiert. Diack, in seiner Heimat als künftiger Staatspräsident gehandelt, ist seit 1999 Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und in dieser Eigenschaft IOC-Mitglied.</p>
<p>Top-Verdiener war der Brasilianer Ricardo Teixeira, der von der ISL über Tarnfirmen bis 1999 rund 9,5 Millionen Dollar erhielt. Weitere 2,5 Millionen, das war seit 2008 bekannt, kassierte er zwischen 1999 und 2001. Teixeiras Vergehen sind Legende und unter anderem in Untersuchungsberichten des brasilianischen Parlaments nachzulesen. Doch Teixeira genießt doppelte Protektion: daheim von der Politik, und in der FIFA von Präsident Joseph Blatter. Erst vor zwei Wochen hatte das brasilianische Magazin „Lance“ enthüllt, dass Teixeira als Präsident des brasilianischen Verbandes CBF und Chef des WM-Organisationskomitees 2014 Verträge mit sich selbst abgeschlossen hat. Die WM wird von einer Firma organisiert, die zu 99,9 Prozent dem CBF und zu 0,1 Prozent Teixeira gehört – über die Aufteilung eines etwaigen WM-Gewinns entscheidet allein Teixeira, unabhängig von den Gesellschaftsanteilen.</p>
<p>Das IOC und seine so genannte Ethik-Kommission haben sich nie mit dieser Thematik auseinander gesetzt und wie die FIFA stets darauf verwiesen, dass der Erhalt von Bestechungszahlungen zwischen 1989 und 2001 in der Schweiz nicht strafbar gewesen sei. Präzise betrachtet ist es das auch heute noch nicht: Zwar würde ein Korruptionsgeflecht, wie es die ISL-Gruppe aufgebaut hatte, heute vom Gesetz über den unlauteren Wettbewerb erfasst und wäre strafbar. Doch Sportfunktionäre und ihre milliardenschweren Konzerne wie FIFA und IOC, die zumeist in der Schweiz residieren, genießen weiter den rechtlichen Status von Vereinen, werden von Anti-Korruptionsregeln nicht erfasst. Der Erhalt von Bestechungszahlungen etwa im Zusammenhang mit der Vergabe der beiden Fußball-Weltmeisterschaften an diesem Donnerstag gilt quasi als vereinsinterne Angelegenheit der FIFA. Vor zwei Wochen hatte die FIFA-Ethikkommission zwei Exekutivmitglieder und vier weitere Funktionäre suspendiert, die nach Recherchen der Londoner Sunday Times als bestechlich enttarnt wurden.</p>
<p>Für den IOC-Patron Joao Havelange ist in den Unterlagen am 3. März 1997 eine Zahlung von 1,5 Millionen Franken verzeichnet. Dies geschah ein dreiviertel Jahr, nachdem die ISL-Gruppe gemeinsam mit dem Münchner Rechtehändler Leo Kirch unter skandalösen Umständen für 2,8 Milliarden Franken die TV-Vermarktung der Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erworben hatte. Im Jahr 1997 sicherte sich die ISL unter ebenso dubiosen Umständen auch die Vermarktung der WM-Sponsorenrechte in Höhe von einer knappen Milliarde Franken.</p>
<p>Für Nicolas Leoz, schon seit 1986 Südamerikas Fußballchef und eng mit Teixeira und Havelange verbandelt, sind 864.000 Franken Schmiergeld notiert – zuzüglich jene 211.625 Franken, die schon länger bekannt waren. Die IOC-Mitglieder Hayatou und Diack kassierten vergleichsweise Peanuts. Hayatou erhielt 1995 einmal 24.700 Franken in bar. Diack erhielt drei Bar-Tranchen, insgesamt 52.680 Franken. Interessant ist, dass der Schmiergeldbote des ISL-Konzerns, Jean-Marie Weber, bis heute für Hayatou und Diack arbeitet, also für den von Hayatou geleiteten afrikanischen Verband CAF und für die IAAF des Lamine Diack.</p></blockquote>
<p>Ab jetzt ein Mini-Liveblog.</p>
<p><strong>19.18 Uhr:</strong> Oh, das ist sogar Thema in der heute-Sendung des ZDF. Wolf Dieter Poschi (so sprach ihn der Kollege zweimal an, der sich von der Auslosung der Frauen-WM an) Poschmann hat in der einen Minute zum Korruptionsthema drei sachliche Fehler gemacht, wenn ich richtig gezählt habe. Oder er wusste nicht richtig Bescheid :)</p>
<p><strong>19.29 Uhr:</strong> Der Text zum BBC-Beitrag ist teilweise lustig-süffisant. Wie immer bei Andrew Jennings. Ein alter Bekannter bekommt weitere Probleme. Wer könnte das wohl sein?</p>
<p><strong>19.38 Uhr:</strong> Kuschelsendung im ZDF. WM-Auslosung, kein Journalismus. Der Bursche, der eben in der Nachrichtensendung Herrn Poschmann als &#8220;Poschi&#8221; angesprochen hat, lässt gerade Theo 20er reden. Ich habe es schon mal auf Facebook gefragt: Ich bin sehr gespannt, wie 20er ab Mai kommenden Jahres als neues Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees aufräumen wird mit der Korruption. Btw: Sehr lustig, dass ein gewisser Günter Netzer gleich die WM-Auslosung der Frauen erledigen wird. <a title="Manager-Magazin" href="http://wissen.manager-magazin.de/wissen/image/show.html?did=26920165&amp;aref=image035/E0317/ROMM200300500520060.PDF" target="_blank">Netzer war einst an dubiosen Deals vor der Vergabe der Männer-WM 2006 an Deutschland beteiligt.</a></p>
<p><strong>19.45 Uhr:</strong> Wenn ich es richtig gesehen habe, sitzt der Herr 20er neben Morawi Makudi aus Thailand. Soll er ihn doch gleich mal fragen, wo das viele Geld geblieben ist, dass u.a. CWL überwiesen hat.</p>
<p><strong>20.01 Uhr:</strong> Deutschland spielt gegen Kanada und Nigeria, die zuletzt daheim Fünfnull und Achtnull besiegt wurden. Doch der Reporter macht es spannend und spricht von &#8220;Top-Teams im Frauenfußball&#8221;.</p>
<p><strong>22.26 Uhr:</strong> Zur BBC: Es war ein typischer Andrew Jennings mit einigen Highlights der vergangenen Jahre, etwa Jack Warner, der sich lieber seine Spucke spart, als auf ein Stück Abfall wie AJ zu spucken, obwohl der es verdient hätte &#8230; so sind die, die FIFA-Ehrenmänner.</p>
<p>Nun wird es wieder Idioten geben im so genannten Journalismus, unter Spindoktoren und Funktionären, die behaupten werden, AJ hätte nichts Neues geliefert. Ich sage: Lüge. Unsinn. Spin. Rufmord.</p>
<p>Andrew Jennings hat mit diesem Dokument ein wichtiges Puzzleteil der Sportgeschichte geliefert. Wer das nicht begreift oder es nicht begreifen will, dem ist nicht zu helfen. Ich sage einmal mehr, liebe Freunde: Es geht im Journalismus nicht um &#8220;he said, she said&#8221; und also nicht darum, Halbsätze zu interpretieren und daraus so genannte Exklusivnachrichten zu basteln. Es geht um solche Papiere. Bravo, AJ.</p>
<p><a href="http://flattr.com/thing/90321/Korruptionsbilanz-in-FIFA-und-IOC-140-785-61893-CHF-Mindestens-" target="_blank"> <img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>

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		<title>New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ZÜRICH. Zwischendurch mal in meinem broken English: New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers Three days before the election of the hosts of the 2018 and 2022 football World Cups, new documents have appeared that present heavy charges against football officials. At least three current members of the executive committee of football’s world governing [...]]]></description>
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<p>ZÜRICH. Zwischendurch mal in meinem broken English:</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 8.0px 0.0px; font: 14.0px Verdana; color: #464646} --><strong><a title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/news/detailed/new-revelations-fifa-excecutives-named-as-isl-bribe-takers-5059.html" target="_self">New revelations: FIFA Excecutives named as ISL bribe-takers</a></strong></p>
<p>Three days before the election of the hosts of the 2018 and 2022 football World Cups, new documents have appeared that present heavy charges against football officials.</p>
<p>At least three current members of the executive committee of football’s world governing body FIFA have over the years collected millions of dollars in bribes from the former sports marketing agency ISL / ISMM: Ricardo Teixeira, Head of Brazil&#8217;s Football Federation (CBF) and of the 2014 World Cup Organising Committee, Nicolas Léoz of Paraguay, Head of the South American Football Confederation (CONMEBOL), and Issa Hayatou from Cameroon, President of the African Football Confederation (CAF).</p>
<p>Regarding Teixiera and Léoz, other irregularities were already known, but the name of Hayatou is new. All three will meet Thursday in Zurich and take part in the voting on the 2018 and 2022 World Cups.</p>
<p>&#8220;Bribe receivers cast their votes&#8221; said the Zurich Tages-Anzeiger in their headline today.</p>
<p>The long-time FIFA President Joao Havelange, once father-in-law of Ricardo Teixeira, also appears on the list which covers the years between 1989 and 1999 and a total of 175 payments worth 122,587,308.93 Swiss francs.</p>
<p>There is no doubt about the authenticity of the document that the author and investigative reporter Andrew Jennings has uncovered for the BBC programme Panorama (broadcast on Monday evening at 20.30 CET), for in the ISL court procedure in the spring of 2008 in Zug, Marc Siegwart, one of the judges, spoke smugly about bribes of 120 million Swiss francs in those years.</p>
<p>On top of that, the prosecutors in Zug had already documented a further 18 million Swiss francs, which were paid by the ISL group from 1999-2001 to top sports officials. All in all 140 million Swiss francs were paid out &#8211; and this is just the tip of the iceberg. For this money, these top officials from various sports organisations, not only FIFA, ensured orders worth billions for the ISL / ISMM: Sponsorship contracts, marketing rights, TV rights. Most payments were funnelled through sham companies and foundations in many countries. The ISL system of corruption was spelled out in a criminal proceeding against six long-time ISL executives in the court of Zug in 2008.</p>
<p>Numerous cash payments were also part of the business; the bribe couriers never had problems bringing bulging suitcases across the border, for instance to pass money from Liechtenstein to Zurich.</p>
<p>One of the ISL-managers testified in court: &#8220;All these payments were necessary to even get contracts and to make them [the sports officials] stick to it.&#8221; Another said: &#8220;It was like paying salaries. Otherwise they would have stopped working immediately.&#8221;</p>
<blockquote><p><a title="&quot;Bribes as salaries for sports leaders&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/19/bribes-as-salaries-for-sports-leaders/" target="_self">&#8220;Bribes as salaries for sports leaders&#8221;</a> by Jens Sejer Andersen</p>
<p><a title="The ISL bribery system" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the olympic woirld</a> by Jens Weinreich</p></blockquote>
<p>In June 2010, a deal between prosecutors in Zug and FIFA was settled. FIFA paid 5.5 million Swiss francs to the Swiss Treasury – and the investigation was discontinued. The names of the corrupt officials were supposed to remain secret forever. Now some of these names have become publicly known, as have the names of several companies and foundations.</p>
<p>The biggest corruption scandal in the history of sport keeps spreading and has now reached the International Olympic Committee (IOC). Besides Havelange, doyen of the IOC, Hayatou is also an IOC member. Moreover, according to the document, the Senegalese Lamine Diack also collected money from the ISL. Diack, treated as a future president in his home country, has been President of the World Athletics Federation (IAAF) since 1999 and is through this capacity an IOC member.</p>
<p>Top earner is the Brazilian Ricardo Teixeira, who, through sham companies, has received around 9.5 million dollars from the ISL since 1999. Between 1999 and 2001, he collected another 2.5 million dollars, which has been known since 2008.</p>
<p>Teixeira&#8217;s records are legend and included in investigation reports by the Brazilian Parliament. But Teixeira enjoys double protection: at home by politics, and in FIFA by President Joseph Blatter.</p>
<p>Only two weeks ago, the Brazilian magazine &#8220;Lance&#8221; revealed that Teixeira as President of CBF and head of the 2014 World Cup Organising Committee has signed contracts with himself. The World Cup is organized by a company that belongs 99.9 percent to the CBF and 0.1 percent to Teixeira – the sharing of any World Cup profits is decided by Teixeira alone, regardless of the distribution of shares.</p>
<p>The IOC and its so-called Ethics Committee have never paid much attention to this issue or to how FIFA always pointed out that receiving bribes in Switzerland between 1989 and 2001 was not illegal. In fact, it still isn’t: However, a corruption network as the one seen within the ISL Group, would now be covered by the law on unfair competition and as such be punishable. But sports officials and their billion-dollar corporations like FIFA and IOC, which most often reside in Switzerland, further enjoy the legal status of associations, and are thus not covered by anti-corruption rules.</p>
<p>The receipt of payments, such as bribery in connection with the awarding of the two FIFA World Cups this Thursday, seems to be internal affairs for FIFA. Two weeks ago, the FIFA Ethics Committee suspended two executive members and four other officials, who were revealed as corruptible after investigations made by the Sunday Times.</p>
<p>As for the IOC Patron Joao Havelange, the document shows a payment of 1.5 million Swiss francs on 3 March 1997. This happened nine months after the ISL group, together with Munich media entrepreneur Leo Kirch, under scandalous circumstances had acquired the TV marketing rights for the 2002 and 2006 World Cups for 2.8 billion Swiss francs. In 1997, under equally suspicious circumstances, the ISL also secured the marketing of World Cup sponsorship rights worth just under a billion Swiss francs.</p>
<p>Nicolas Léoz, President of CONMENBOL since 1986 and tied in closely with Teixeira and Havelange, is said to have received 864.000 Swiss francs in bribes &#8211; plus 211.625 Swiss francs which has been known for a while. Compared to this, the bribes collected by IOC members Hayatou and Diack were mere peanuts.</p>
<p>In 1995, Hayatou received 24.700 Swiss francs in cash. Diack received three cash payments of 52.680 Swiss francs in total. Interestingly, the bribe distributor of the ISL Group, Jean-Marie Weber, to this day works for Hayatou and Diack, that is, for the African Football Federation (CAF), headed by Hayatou and for the world governing body for Athletics (IAAF), headed by Lamine Diack.</p>

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		<title>München 2018: die Bewerbungsdokumente</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 15:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem nun auch das Bundeskabinett den Plänen für München 2018 zugestimmt hat, ist es mal wieder an der Zeit für einige aktuelle Dokumente. Die Stellungnahme des Bundesinnenministeriums für das Kabinett (9 Seiten) Die Vereinbarung zwischen Politik und Sport/DOSB (17 Seiten) Das Multi Party Agreement (8 Seiten) Die eigentlichen Bewerbungsunterlagen, Eckdatenpapier genannt (208 Seiten), die nun [...]]]></description>
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<p>Nachdem nun auch das Bundeskabinett den Plänen für München 2018 zugestimmt hat, ist es <a title="Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/05/vertraulich-alle-burgschaften-und-garantien-die-deutsche-volksvertreter-dem-ioc-fur-munchen-2018-geben/" target="_self">mal wieder an der Zeit</a> für einige aktuelle Dokumente.</p>
<ul>
<li>Die Stellungnahme des Bundesinnenministeriums für das Kabinett <em>(9 Seiten)</em></li>
<li>Die Vereinbarung zwischen Politik und Sport/DOSB <em>(17 Seiten)</em></li>
<li>Das Multi Party Agreement <em>(8 Seiten)</em></li>
<li>Die eigentlichen Bewerbungsunterlagen, Eckdatenpapier genannt <em>(208 Seiten)</em>, die nun in das so genannte Bid Book verwandelt und dem IOC im Januar 2011 übergeben werden.</li>
</ul>
<p>Das Kontrastprogramm gibt es u.a. bei &#8230;</p>
<ul>
<li>Dieter Janecek: <a title="Blog von Dieter Janecek" href="http://blog.dieter-janecek.de/2010/11/04/olympia-2018-milliarden-fur-heise-luft/" target="_blank">Olympia 2018 &#8211; Milliarden für heiße Luft</a> &#8230;</li>
<li>oder bei Ludwig Hartmann und dem Antrag an die Bundesdelegiertenkonferenz der &#8220;sportnarrischen Partei&#8221; (Claudia Roth): <a title="Ludwig Hartmann" href="http://www.ludwig-hartmann.de/inhaltlich/winterspiele-2018/winterspiele-details/artikel/nein-zur-olympiabewerbung-muenchen-2018-antrag-an/" target="_blank">Nein zur Olympiabewerbung München 2018</a> &#8230;</li>
<li>und natürlich bei <a title="NOlympia 2018" href="http://nolympia2018.ludwighartmann.de/" target="_blank">NOlympia 2018</a></li>
</ul>
<p>Hier nun das Material zum Olympiaplan, für den <span style="text-decoration: line-through;">hunderte Millionen</span> im Prinzip Milliarden aus dem Steuersäckel garantiert werden. So viel Transparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln sollte sein, wenn es schon nicht alle durchgelesen haben, die die Bürgschaften erteilten. Lesebefehl!</p>
<ul>
<li><strong>Die Stellungnahme des Bundesinnenministeriums (BMI) für das Kabinett</strong></li>
</ul>
<p><object id="doc_195658640152618" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_195658640152618" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41157242&amp;access_key=key-1m987zxtcu48uqiu7d4b&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41157242&amp;access_key=key-1m987zxtcu48uqiu7d4b&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_195658640152618" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41157242&amp;access_key=key-1m987zxtcu48uqiu7d4b&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_195658640152618"></embed></object><span id="more-9722"></span></p>
<ul>
<li><strong>Die Vereinbarung zwischen Politik und Sport/DOSB</strong></li>
</ul>
<p><object id="doc_970491120012157" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_970491120012157" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41157235&amp;access_key=key-1a08aybmts7ig9rak6z5&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41157235&amp;access_key=key-1a08aybmts7ig9rak6z5&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_970491120012157" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41157235&amp;access_key=key-1a08aybmts7ig9rak6z5&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_970491120012157"></embed></object></p>
<ul>
<li><strong>Das Multi Party Agreement</strong></li>
</ul>
<p><object id="doc_262789391485631" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_262789391485631" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41157229&amp;access_key=key-syjgevpyg1da3rolhaq&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41157229&amp;access_key=key-syjgevpyg1da3rolhaq&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_262789391485631" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41157229&amp;access_key=key-syjgevpyg1da3rolhaq&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_262789391485631"></embed></object></p>
<ul>
<li><strong>Die eigentlichen Bewerbungsunterlagen, Eckdatenpapier genannt</strong></li>
</ul>
<p><object id="doc_16824" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_16824" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=41157223&amp;access_key=key-ndi7j2od02srsplmdn9&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=41157223&amp;access_key=key-ndi7j2od02srsplmdn9&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_16824" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=41157223&amp;access_key=key-ndi7j2od02srsplmdn9&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_16824"></embed></object></p>
<p><span style="font-size: 11px;">Ein Hinweis für Medienschaffende: In diesem Blog wird so manche Recherche ausgewalzt, werden regelmäßig Dokumente veröffentlicht &#8211; und mitunter sogar ein Gedanke. Wer sich hier bedient, sollte unter Umständen in Erwägung ziehen, die Quelle zu nennen. Nur mal so, ich versuche das doch auch :)</span><br />
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