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	<title>jens weinreich &#187; francis nyangweso</title>
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		<title>Friedensnobelpreis fÃ¼r das IOC? Willi wills wissen</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 13:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[VANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es lÃ¤uft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon kurz eingegangen. Zum Sachverhalt: Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten fÃ¼r Sport in einem Interview: Das IOC war immer mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VANCOUVER. Achtung, Phrasen: Es lÃ¤uft noch nicht rund. Ich muss meinen Rhythmus finden. Insofern kommt mir die neuerliche inhaltliche Nullnummer des Willi Wichtig Lemke ganz gelegen. Darauf bin ich gestern schon <a title="Vancouver (3): PlastiklÃ¶ffel auf Papptellern" href="http://jensweinreich.de/2010/02/05/vancouver-3-eislauf-zoff-um-mitternacht/" target="_self">kurz eingegangen</a>. Zum Sachverhalt:</p>
<p>Andreas Schirmer von der Deutschen Presseagentur (dpa) sagt dem UN-Sonderbeauftragten fÃ¼r Sport in einem Interview:</p>
<blockquote><p>Das IOC war immer mal wieder im GesprÃ¤ch fÃ¼r den Friedensnobelpreis?Â HÃ¤tte es diese Auszeichnung verdient?</p></blockquote>
<p>Lemke nimmt die Verbalvorlage auf:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich wÃ¼rde das nachdrÃ¼cklich unterstÃ¼tzen. Der Sport trÃ¤gt zur Entwicklung von Frieden bei, deshalb wÃ¤re ich fÃ¼r eine Nominierung des IOC. Es wÃ¤re auch ein positives Signal im Kampf gegen die AuswÃ¼chse des Sports.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun, ich mÃ¶chte momentan gar nicht versuchen, auf diese &#8220;Argumente&#8221; einzugehen. Will Willi, auch wenn das folgenlos bleibt, denn er findet ja, dass die dÃ¤mlichen Journalisten viel zu bÃ¶sartig-kritisch mit dem IOC und China umgegangen sind (im Sportausschuss hat er vor einiger Zeit sogar die SÃ¼ddeutsche erwÃ¤hnt als bÃ¶ses Beispiel), nur an Tibet und Peking und das Team Darfour erinnern. Das soll reichen. Zum Thema Friedensnobelpreis habe ich jÃ¼ngst etliche Zeilen gedichtet. Ganz liebevoll hier im Blog, live von der <a title="&quot;More than just a game&quot;: PR auf Robben Island" href="http://jensweinreich.de/2009/12/05/more-than-just-a-game-pr-auf-robben-island/" target="_self">GefÃ¤ngnisinsel Robben Island</a> &#8211; und kurz darauf auch fÃ¼r SpiegelOnline (&#8220;<a title="SpOn: Nobelpreis out of Africa" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,665363,00.html" target="_blank">Nobelpreis out of Africa</a>&#8220;), wo der Text gerade erschien. Joseph Macchiavelli Blatter selbst hat ja mit mir relativ <a title="HÃ¶rbefehl! Interview mit einem FriedensnobelpreistrÃ¤ger in spe" href="http://jensweinreich.de/2009/10/04/hor-befehl/" target="_self">munter Ã¼ber den Friedensnobelpreis geplaudert</a>. Ich weiÃŸ von etlichen Eingeweihten, wie sehr er ihn sich wÃ¼nscht, und seine PR-Jungs sind lange schon aktiv.</p>
<p>DemnÃ¤chst starte ich mal eine kleine Recherche und liste die verschiedenen Nobelpreisinitiativen von und fÃ¼r SportverbÃ¤nde auf. Ach, was sage ich, das machen wir gemeinsam &#8211; und stellen dann auch die schlagenden Argumente dagegen ein. Etwa IOC-Doyen, Junta-Fan und gelegentlicher WaffenhÃ¤ndler Joao Havelange, formerly known as FIFA-PrÃ¤sident, vom nigerianischen MassenmÃ¶rder Sani Abacha einst als HÃ¤uptling Ekwueme geadelt &#8230; usw. usf. Generalmajor Francis Nyangweso, einst Verteidigungsminister und Buddy des MenschenschlÃ¤chters Idi Amin, ist ja auch noch IOC-Mitglied. Auf Leute wie Nyangweso setzt die deutsche Sportpolitik und damit die MÃ¼nchner Olympiabewerbung. In Afrika engagieren sich nicht nur Lemke, sondern auch das UDIOCM und der Bund ganz stark, um Stimmen zu generieren. Aber dazu spÃ¤ter, ich will keinen Rundumschlag starten, ich meine, es ist hier schon 4.43 Uhr und ich sollte verdammt nochmal endlich schlafen.</p>
<p>FÃ¼r all jene, die nicht schlafen mÃ¼ssen, kopiere ich einfach mal ein Kapitelchen rein, das Thomas Kistner und ich 1996 fÃ¼r das Buch &#8220;<a title="Muskelspiele" href="http://jensweinreich.de/referenzen/bucher/muskelspiele/" target="_self">Muskelspiele</a>&#8221; verfasst haben.</p>
<p>Unredigiert, unverlinkt, unaktualisiert. Einfach so, es kann dennoch nicht schaden.</p>
<p>Mit Dank an meinen guten alten Freund Frank BrandsÃ¥s.</p>
<blockquote><p><strong>Samaranch jagt den Friedensnobelpreis</strong></p>
<p>Wer jeden Tag was Gutes tut, wer die Menschheit mit Idealen der FairneÃŸ, Gleichheit und Demokratie Ã¼berhÃ¤uft und das Hohelied auf sich selbst sogar vor der UN-Vollversammlung anstimmen darf, sollte sich zum Ausgleich etwas Besonderes gÃ¶nnen. Am besten was Angemessenes aus der hÃ¶heren Preislage. Sind es nicht humanitÃ¤re Vordenker wie Exzellenz Marquis de Samaranch oder Doktor Kim, die ihren Landsleuten jahrzehntelang das olympische Ideal der Toleranz vorlebten? Waren es nicht sozialÃ¶konomische Pioniere wie Nebiolo, Rana oder Havelange, die den Reichtum der SportvÃ¶lker mehrten, indem sie Fernsehreklame und Werbelogos erfanden? Stehen nicht die Spiele fÃ¼r ein wahrhaft vÃ¶lkerverschwÃ¤gerndes Ereignis, bei dem ein jeder die Siege der anderen bejubelt, besonders, wenn die unter fremder Flagge starten? Steht nicht das IOC fÃ¼r eine Welt kerngesunder Athleten, an denen sich die von Drogen bedrohte, schlappe Restjugend was abschneiden kann? Reines FamilienglÃ¼ck, eine Bewegung voller Vorbilder. Eine, die ihren Preis kennt: nobel muÃŸ er sein, von Friedenstauben umgurrt.</p>
<p>Der Countdown lÃ¤uft seit Jahren, 1996 soll es endlich klappen. Wenn das IOC den Friedensnobelpreis nicht zum hundertsten Geburtstag der Spiele erhÃ¤lt, dÃ¼rfte der Traum vorerst abgeschrieben werden. Getan hat man jedenfalls alles dafÃ¼r. Zumindest hinter den Kulissen.</p>
<p>In Norwegen obliegt es der â€?Stortingâ€? genannten Volksvertretung, ein eigenes Komitee zur Verleihung des Friedensnobelpreises zu berufen. Ãœber sÃ¤mtliche Nobelpreise fÃ¼r die Verdienste ums Menschengeschlecht befinden die KÃ¶niglich-Schwedischen Akademien in Stockholm, einzig der Frieden wird in Oslo proklamiert. Mag ja Zufall gewesen sein, daÃŸ die Winterspiele im Jahr des 100. IOC-Geburtstages ausgerechnet im norwegischen Lillehammer stattfanden, obwohl nicht einmal die norwegischen Ã–ko-AuÃŸenseiter selbst bei der KÃ¼r 1988 in Seoul damit gerechnet hatten, daÃŸ die Wahl auf sie fallen kÃ¶nnte. Mag ja kein cool kalkulierter Werbefeldzug gewesen sein, der Samaranch zu Spielebeginn kurz in die zerstÃ¶rte Olympiastadt von 1984, Sarajewo, fÃ¼hrte, um dort vor kopfschÃ¼ttelnden Passanten und den Kameras der Welt um Frieden fÃ¼r die Dauer der Sportsause in Lillehammer zu bitten. GewiÃŸ sind es beste Absichten im Dienste der Menschheit, die das IOC bestÃ¤ndig antreiben, endlich Sitz und Stimme in den Vereinten Nationen zu ergattern. Und doch. Es gibt da eine Kleinigkeit, die nicht so recht ins Bild edler Selbstlosigkeit paÃŸt.</p>
<p>1991 schloÃŸ das IOC in Birmingham ein Vertrag mit der weltweit operierenden Werbeagentur Grey Advertising und deren PR-Ableger GCI ab. Selbst der traditionelle IOC-Vermarkter ISL zeigte sich damals Ã¼berrumpelt. Grey indes machte die neue Liaison stolz publik: â€?Grey/GCI wird auch fÃ¼r die internationale Vision des IOC und dessen Verpflichtung werben, Ã¼ber die Sportarena hinaus einen positiven EinfluÃŸ auszuÃ¼ben&#8230; ZusÃ¤tzlich wird Grey spezielle Kommunikationsprogramme durchfÃ¼hren fÃ¼r ausgewÃ¤hlte IOC-Projekte, die bestimmt sind, ein besseres internationales VerstÃ¤ndnis und menschliche Harmonie zu fÃ¶rdern.â€?</p>
<p>Von ferne klingt durchs Weltverbesserungsgeschwafel, was vornehmliche Aufgabe des marktbeherrschenden Werbetycoons mit 260 BÃ¼ros in aller Welt ist: die FÃ¶rderung der Nobelpreiskandidatur des IOC. Aber peinlich wurde der Vorgang erst, als er in dieser Deutlichkeit publik wurde. Zwei Jahre spÃ¤ter posaunte IOC-Pressechefin Michele Verdier das freudige Ereignis voll argloser Indiskretion in die Welt: Bon, ganz richtig, der Vertrag sei mit diesem Ziel geschlossen worden. Danach kam es zu verwirrenden Dingen, die sich in summa so umschreiben lassen: Die Bewegung lief schamrot an. Das IOC streitet seither die Nobelpreisambitionen ab oder vermeidet konkrete Statements zum Thema.</p>
<p><span id="more-6560"></span>Es war das Verdienst des norwegischen Journalisten Frank Brandsaas vom â€?Arbeiderbladetâ€?, fÃ¼r umfassende AufklÃ¤rung gesorgt zu haben. Brandsaas hatte bereits erste GerÃ¼chte Ã¼ber die NobelpreisbemÃ¼hungen aufgeschnappt, als im Juli 1992 ein Artikel im â€?Atlanta Journal &amp; Constitutionâ€? erschien. Darin packte der wegen olympischer GeschÃ¤ftsverfilzungen ausgestiegene IOC-VizeprÃ¤sident Robert Helmick Ã¼ber die ehrenwerte Gesellschaft aus. Er meinte: â€?Als er (gemeint ist Samaranch/d. A.) die PR-Firma Grey Advertising anheuerte, sagte er, deren Erfolg wird sich daran messen, ob wir den Nobelpreis gewinnen oder nicht. Er will ihn fÃ¼r das IOC, aber das ist er selbst. In diesem Punkt betrachtet er sich selbst als das IOC.â€? Anfang 1993 suchte der Journalist aus Norwegen das IOC in Lausanne auf. Madame Verdier bestÃ¤tigte ihm und seinem Kollegen Einar Odden das Zitat, ohne Helmicks Namen selbst zu erwÃ¤hnen. Mehr noch, so bezeugen es die Journalisten: â€?Sie machte die Sache grÃ¶ÃŸer, indem sie sagte, daÃŸ die PR-Aktionen fÃ¼r den Nobelpreis die eigentliche Hauptaufgabe fÃ¼r Grey Advertising sei.â€? Bevor Brandsaas die Geschichte publizierte, versicherte er sich bei Helmick persÃ¶nlich. Der Anwalt aus Iowa bestÃ¤tigte die Aussage nicht nur, er wiederholte sie.</p>
<p>Mit Blick auf die Allmachtpolitik des IOC, das im Ernstfall sowohl Helmick als auch Verdier mundtot machen wÃ¼rde, fahndete Brandsaas nach weiteren Informationsquellen. Er wurde fÃ¼ndig bei einer in Oslo ansÃ¤ssigen Firma namens Jensen Grey A/S. Firmenchef Ingar Andresen erwiderte seine Frage (â€?Was haben Sie bisher unternommen, um Grey und das IOC bei der Kampagne fÃ¼r den Nobelpreis zu unterstÃ¼tzen?â€?) ausweichend: Man habe noch nicht begonnen, zudem sei diese Arbeit nicht offiziell. Am selben Abend druckte â€?Arbeiderbladetâ€? die Nobelpreisgeschichte Ã¼ber die gesamte Titelseite.</p>
<p>Brandsaas erhielt eine Einladung, die Story im nationalen Fernsehsender NRK zu debattieren. NRK teilte dazu mit, daÃŸ Ingar Andresen alles bestritten habe. Brandsaas rief Andresen an. Der stritt ab, was er zuvor angeblich NRK gesagt hatte. Brandsaas hakte nach, erkundigte sich, wie er, Andresen, wohl reagieren wÃ¼rde, wenn er in einem der bekanntesten TV-Programme per Tonband der LÃ¼ge Ã¼berfÃ¼hrt werde? Der PR-Mann lud ihn daraufhin in sein BÃ¼ro ein, um einige Papiere vorzulegen. Brandsaas ging hin und erfuhr von Andresen, daÃŸ ihn Grey/IOC angewiesen hÃ¤tten, nichts mehr zu dem Thema zu sagen.</p>
<p>Derweil hatte NRK ein Team nach Lausanne geschickt. Aus der Verabredung mit Madame Verdier wurde nichts, der Reporter hatte es statt dessen mit IOC-Generaldirektor Francois Carrard zu tun. Ãœberhaupt ist von Madame Verdier seither nicht mehr viel zu sehen. Sie nennt sich zwar noch Informationsdirektorin des IOC, bei Pressekonferenzen aber fÃ¼hrt zumeist Carrard das Wort. Frau Verdier teilt die Fragesteller ein, ansonsten sieht man sie vorwiegend mit StÃ¶ÃŸen kopierten Pressematerials im Arm durch die ArbeitssÃ¤le huschen.</p>
<p>Doch selbst des gewiegten Carrards AusflÃ¼chte retteten damals nichts mehr. Inzwischen erinnerte sich auch der Sportdirektor des norwegischen NOK, Bjorge Stensbol, gegenÃ¼ber â€?Arbeiderbladetâ€?, daÃŸ Samaranch schon drei, vier Jahre zuvor eine von Stensbol begleitete norwegische Besucherdelegation in Lausanne gefragt habe, ob einer der GÃ¤ste vielleicht Mitglieder im Nobelpreiskomitee kenne. WofÃ¼r braucht man die Bekanntschaft von Nobelpreisjuroren? Einen zum Kegeln, zwei zum Skat? Mit einer Melange aus Heiterkeit und grimmiger EmpÃ¶rung wurde in Norwegen reagiert, auch Komiteemitglieder kommentierten bÃ¶se die olympische PR-Offensive.</p>
<p>Besonders schmerzlich fÃ¼r das IOC dÃ¼rfte eine Darstellung des Vorgangs durch die angesehene â€?Neuen ZÃ¼rcher Zeitungâ€? gewesen sein, die quasi vor der eigenen HaustÃ¼r erscheint und bis ins HinterstÃ¼bchen rumpelte.Â Das Blatt schrieb im Februar 1993: â€?Schon die Tatsache, daÃŸ sich zwei Komiteemitglieder Ã¶ffentlich Ã¤uÃŸerten, kann als Ende aller IOK-Ambitionen gewertet werden. Die drei MÃ¤nner und zwei Frauen des Komitees pflegen sich fÃ¼r gewÃ¶hnlich in absolutes Schweigen Ã¼ber alle vorgeschlagenen Kandidaten zu hÃ¼llen, so daÃŸ die EmpÃ¶rung Ã¼ber das dreiste IOK-Gebaren in Oslo sehr groÃŸ gewesen sein muÃŸ. Aber auch ohne den jetzt entstandenen schalen Geschmack wÃ¤re wohl nichts aus dem Vorhaben geworden. Aud-Inger Aure, norwegisches Parlamentsmitglied der Christdemokraten, hÃ¤lt Samaranch selber fÃ¼r ein Hindernis. Seiner Meinung nach wÃ¤re es ein Hohn, den Friedenspreis an das IOK, eine &#8216;Organisation selbsternannter Bonzen&#8217; mit zum Teil schlimmer politischer Vergangenheit, zu vergeben. In der Tat wÃ¼rde Samaranch mit der hauptsÃ¤chlich von ihm betriebenen Kommerzialisierung der Spiele schwer etwa zur letzten Friedenspreis-TrÃ¤gerin Rigoberta Menchu passen, einer Indianerin aus Guatemala, die gegen das dortige MilitÃ¤rregime gekÃ¤mpft hat, das ihre Eltern und einen Bruder ermorden lieÃŸ.â€?</p>
<p>Der Vorgang bereichert die Nobelpreisgeschichte um ein Novum, denn Marketingstrategien waren zur KÃ¼r von PersÃ¶nlichkeiten wie Mutter Teresa oder Erzbischof Desmond Tutu bislang nicht erforderlich. Doch darf nicht verwundern, wenn das von GroÃŸindustriellen, Bankern und Advokaten dirigierte Weltsportimperium auch solche Ziele mehr nach den Gesetzen von Drukkerpresse und Big Business verfolgt.</p>
<p>Friedensorganisationen und Menschenrechtskommissionen haben den Eindruck, daÃŸ Toleranz und HumanitÃ¤t vorwiegend unter merkantilem Aspekt BerÃ¼cksichtigung finden im Tagwerk des superreichen IOC. Kaum eine von ihnen hat es geschafft, das IOC zu selbstloser UnterstÃ¼tzung ihrer Arbeit zu gewinnen. Gutes im stillen tun, zahlt sich nicht aus. FÃ¼r Insider wie Richard Dicker von der Menschenrechtsorganisation â€?Human Rights Watchâ€? in New York, der die subtile Machtpolitik des IOC aus nÃ¤chster NÃ¤he studieren konnte, verkÃ¶rpert die olympische Riege schlicht ein diktatorisches Gebilde, â€?zum GlÃ¼ck ohne direkten Zugriff auf ein Volk und auf die politische Machtâ€?. Der weitgereiste Tibet-Experte Dicker hatte Ã¼ber Jahre verfolgt, wie das IOC die Kandidatur Pekings fÃ¼r die Sommerspiele 2000 begÃ¼nstigte und wie die NobelpreisjÃ¤ger die massiven Proteste der von China unterdrÃ¼ckten Tibeter zu ignorieren versuchten.</p>
<p>Eine Ausgrenzung von Randgruppen paÃŸt offenbar eher ins Bild, das fÃ¼r die Praktiken des IOC steht. Aus Sorge ums werbetrÃ¤chtige Image gingen die Ringemakler in den vergangenen Jahren gar auf Distanz zu den Behindertenspielen, den Paralympics. Bei deren Fest gleich nach den Lillehammer-Spielen 1994 wurden zur ErÃ¶ffnungsfeier erstmals zwei Fahnen gehiÃŸt: Eine mit fÃ¼nf und eine mit drei TrÃ¤nen. In Nagano, dem Austragungsort der Winterspiele 1998, wird es nur noch die Flagge mit drei TrÃ¤nen sein &#8211; die mit den fÃ¼nf ZÃ¤hren ist dann fÃ¼r immer verschwunden. (&#8230;)</p>
<p>ZurÃ¼ck nach Oslo. Die Nobelpreisjury lacht Ã¼ber die guten Menschen vom IOC, und die Oberolympier fÃ¼hlen sich wieder grÃ¼ndlich miÃŸverstanden. Hatten nicht sie, die Hundertschaft der olympischen GralshÃ¼ter, Sinnstiftendes am Menschengeschlecht vollbracht? War es ihnen nicht gelungen, spÃ¤testens in Barcelona alle mal wieder zusammenzutrommeln? Haben sie SÃ¼dafrika nicht zeitig wieder die Hand geboten? Hatten sie 1992 nicht die Athleten des kriegsfÃ¼hrenden Serbiens mit einer IOC-Sondermaschine einfliegen lassen (gegen den Willen der UN, und wÃ¤hrend sich andere Teilnehmer aus dem von Serbien terrorisierten Rest-Jugoslawien irgendwie per Bus oder Autostopp nach Barcelona durchschlagen muÃŸten)?</p>
<p>IOC-Generaldirektor Carrard hatte am Vorabend der ErÃ¶ffnungsfeier in Barcelona vor der versammelten Presse mit einer denkwÃ¼rdigen Adresse an die widerspenstige UN triumphiert: â€?Das IOC hat eine Schlacht gewonnen!â€? Die Metaphorik deutet an, daÃŸ im olympischen Buhlen um den gewissen â€?human touchâ€? wenig heilig ist. Die Ziffern zÃ¤hlen. Teilnehmerkontingente, Fernseh-Milliarden, Sponsorzahlungen. Und Rekorde.</p></blockquote>
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