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> <channel><title>jens weinreich &#187; doping</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/doping/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Grit Hartmann: Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/#comments</comments> <pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:39:13 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[claudia pechstein]]></category> <category><![CDATA[dgho]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingärzte]]></category> <category><![CDATA[grit hartmann]]></category> <category><![CDATA[propaganda]]></category> <category><![CDATA[uv-doping]]></category> <category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category> <category><![CDATA[blutbestrahlung]]></category> <category><![CDATA[blutdoping]]></category> <category><![CDATA[cas]]></category> <category><![CDATA[desg]]></category> <category><![CDATA[erfurt]]></category> <category><![CDATA[fritz sörgel]]></category> <category><![CDATA[winfried gassmann]]></category> <guid
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Manches, was derzeit von aufgeregten Reportern als exklusiv verkündet wird, hat sie längst schon ruhig und bestimmt vermeldet. Man muss nur lesen wollen. (Andere Journalisten zitieren seit Wochen aus ihren Beiträgen, ohne Quellen zu nennen. Manche tun beides. Aber so ist das Geschäft.)</p><p>Ich weiß, dass noch einiges kommen wird. Und ich freue mich drauf.</p><p>Zunächst ihre jüngste Recherche, dann die älteren Texte ab April vergangenen Jahres:</p><blockquote><p><strong>Neue Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</strong></p><p>Als Claudia Pechstein nach ihrer Dopingsperre aufs Eis zurückkehrte, rechnete einer ihrer eifrigsten Fürsprecher noch einmal ab mit den „Antidoping-Jägern“. Der Siegener Krankenhausarzt Winfried Gassmann schimpfte über die „Ungerechtigkeit“, die Pechstein durch den Weltsportgerichtshof CAS und ihre Kritiker widerfahren sei. „Ich bin froh, wenn ich mit dieser Szene nichts mehr zu tun habe.“</p><p>Das war vor einem Jahr. Längst hat es sich Gassmann, der wie andere Experten aus der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) beim Schweizer Bundesgericht ein Gutachten für Pechstein vorlegte, anders überlegt. Vor kurzem flatterte dem Bundestags-Sportausschuss wieder mal ein Brief von ihm auf den Tisch. Die aktuellen, nach wie vor schwankenden Blutwerte bei Pechstein, belehrte Gassmann die Abgeordneten, hätten „bewiesen, dass die zentrale Aussage des Richterspruchs biologisch falsch ist“. Der CAS erklärte bekanntlich die Ausschläge bei den jungen roten Blutkörperchen, den Retikulozyten, mit Doping – die Hämatologen mit einer vererbten Anomalie.</p><p>Spannend dürfte nun werden, was die professoralen Parteigänger der Kufenläuferin zu Erfurt vortragen, zu Pechsteins Blutbestrahlung mit ultraviolettem Licht. „Für die Wissenschaft waren die Hämatologen-Auftritte blamabel“, sagt schon jetzt der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel, einer der Wenigen, der an der Anomalie-These zweifelte. Die DGHO sei wohl „der Prominenz Pechsteins und ihrem PR-Tross“ erlegen – statt „objektiv zu arbeiten und intensiv zu recherchieren“.</p><p>Sörgel wagt sich nicht nur eingedenk der Hinterlassenschaft der DDR-Doktoren so weit vor: Schon die setzten die Blutpraxis in mehrwöchigen Kuren zu Dopingzwecken ein. Österreichs Skandaltrainer Walter Mayer schätzte sie ebenfalls – 2002 in Salt Lake City flogen seine Athleten damit auf. Bei den Winterspielen in Turin stießen Carabinieri im Teamquartier dann auch auf UV-Lampen.</p><p>Zum Mysterium der UV-Lampen hat Sörgel einige der raren Arbeiten ausgegraben.</p><ul><li><strong>1964 etwa legte ein Ärzteteam der Universität Göttingen Patienten mit diversen Hautkrankheiten unters UV-Licht. Resultat: Die Retikulozyten-Zahl fällt erst, zwischen dem 13. und 15. Tag aber kommt es zur „überschießenden Regeneration“, zu einem Plus von 36 Prozent. Hämatokrit und Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff und wichtigste Sauerstofftransporter, bleiben unverändert.</strong></li><li><strong>1976 experimentierten polnische Forscher an Ratten und Hasen. Die UV-Bestrahlung „steigerte die Blutbildung im Knochenmark“. Weil eine stärkere Dosis abgefeuert wurde, stiegen die Reti-Werte um mehr als 200 Prozent, aber auch der Hämatokrit.</strong></li><li><strong>Die dritte Arbeit schließlich, publiziert 1986 von der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, hält ebenfalls Interessantes fest: UV-Licht schädigt die Membranen der roten Blutkörperchen.</strong></li></ul><p>Anomalie der Membranen, verrückt spielende Retis – auf den ersten Blick verblüffende Parallelen zu Pechsteins Blutbild.</p><p>Allerdings: UV-Lampen wirken anders als Eigenblutmanipulation, wie der Arzt und Epo-Forscher Stefan Franz ergänzt: „Bei UV-Bestrahlung des Körpers kommt es durch eine Aktivierung verschiedener Mechanismen offensichtlich zur Freisetzung von Hormonen. Die wiederum aktivieren das Knochenmark.“</p><p>Bei der in Erfurt angewandten Prozedur hält Franz dies – auch er ein profunder Kritiker der DGHO-Gutachter – für unwahrscheinlich: „Obwohl Ausschließen in der Wissenschaft immer schwierig ist.“ Die Veränderung der Membranen sei „im Kontext jedoch ein interessanter Aspekt“.</p><p>Und wie wirkt direkte Blutbestrahlung?</p><p>Dazu kursieren viele von der Schulmedizin skeptisch beäugte Thesen. Einer ihrer bekannteren Vertreter ist Gerhard Frick. Er führt eine Naturheilkunde-Praxis und sitzt im Vorstand einer „Internationalen Ärztlichen Arbeitsgemeinschaft“, die der UV-Blutmethode Wunder zuschreibt. Heilkräfte soll sie bei Magen-Darm-Leiden, bei Lungen-, Nieren- und Herzkrankheiten entfalten sowie generell bei Altersbeschwerden. Zu DDR-Zeiten war Frick, damals Leiter der Transfusionsmedizin an der Universität Greifswald, noch bescheidener. In einem Artikel für die „Zeitschrift für Ärztliche Fortbildung“ sah er 1986 vor allem eine medizinische Indikation, nämlich das Kurieren arterieller Verschlusserkrankungen.</p><p>Das wichtigste Plus der UV-Strahlen: „Steigerung der Fließbarkeit und somit erhöhte Mikrozirkulation des Blutes“. Sogar der Physiker Manfred von Ardenne, einer der Entwickler von Stalins Atombombe und in der DDR hoch geehrter Erfinder, interessierte sich dafür. Ardenne fand angeblich „verbesserte Sauerstoffausnutzung im Gewebe“. Davon würden auch Athleten profitieren. DDR-Kliniken zögerten jedoch mit Einführung der UVB. Frick: „Weil die Wirkungen molekularbiologisch noch nicht ganz aufgeklärt sind.“</p><p>Kann die UV-Blutpraxis eine Erklärung für Werte wie die von Claudia Pechstein liefern? Das ist nun eine von vielen Fragen. Zumal:</p><p><strong>Die DGHO-Gemeinde um Gassmann lavierte in der Causa schon hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit.</strong></p><p>Anfang 2010 attestierte sie zunächst eine Kugelzellanomalie, eine Sphärozytose. Die „neue Methode“, mit der diese angeblich sicher detektiert war, erwies sich indes als ungeeignet für Pechsteins Werte – das stellte sich Ende 2010 heraus, als sie publiziert wurde. Der Münchner Professor Stefan Eber entdeckte dann eine andere Anomalie, eine Xerozytose.</p><p>Schließlich einigte man sich auf eine Art Morbus Pechstein, eine „bisher unbekannte Mischform“ beider Zytosen.</p><p><strong>Nach dem Gen, auf dem beide gemeinsam lokalisiert sein sollen, wird noch gefahndet.</strong></p><p><em>(Erstveröffentlichung 1m 1. Februar 2012 in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau)</em></p></blockquote><p>Die Vorgeschichte:</p><p><span
id="more-11632"></span>16. April 2011:</p><blockquote><p><strong>Dopingermittlungen gegen Erfurter Mediziner</strong></p><p>In Thüringen geht die Staatsanwaltschaft einem Dopingverdacht nach. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen einen Mediziner, der dem Olympiastützpunkt eng verbunden ist und auch Eisschnellläufer betreut.</p><p>Es war ein durchaus auffälliger Vorgang, der sich letzen Montag in Erfurt ereignete: Im Olympiastützpunkt am Steigerwald, nur wenige Gehminuten vom Thüringer Landtag entfernt, marschierte ein halbes Dutzend Herren ein. Beobachtern der Szenerie entging nicht, dass es sich um eine Ermittlertruppe der Staatsanwaltschaft handelte. Durchsucht wurde ebenfalls, und auch das sprach sich schnell herum, eine Arztpraxis. Ihr Inhaber gilt im Erfurter Spitzensport als Koryphäe. Der Mediziner ist dem Olympiastützpunkt vertraglich verbunden; er betreut Kaderathleten aus Radsport, Leichtathletik und Eisschnelllauf.</p><p>Die Aktion warf eine spannende Frage auf: Geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass in Erfurt Spitzensportler gedopt wurden? Auf Deutschlandfunk-Anfrage bestätigt OSP-Leiter Bernd Neudert &#8220;Durchsuchungen in einem Teil der Räume&#8221;. Auch habe sich der anwesende Staatsanwalt für &#8220;kooperative Zusammenarbeit und Unterstützung&#8221; bedankt. Mehr will Neudert vorerst nicht sagen; fügt aber hinzu, er werde gern Auskunft geben, &#8220;sobald das Verfahren einer rechtsstaatlichen Klärung zugeführt&#8221; sei.</p><p>Weniger zurückhaltend ist die Staatsanwaltschaft. Sprecher Hannes Grünseisen teilt mit, ermittelt werde gegen &#8220;einen Mediziner aus Erfurt&#8221;, und zwar wegen &#8220;unerlaubter Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken bei Anderen&#8221;. Er bestätigt auch eine Durchsuchungsaktion, nennt aber nicht die Objekte. Die Staatsanwaltschaft habe Beweismittel sichergestellt.</p><p>Der nach Deutschlandfunk-Informationen betroffene Mediziner, Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, ließ eine detaillierte Anfrage unbeantwortet. Für ihn gilt, selbstverständlich, die Unschuldsvermutung. Im Angebotskatalog seiner Praxis findet sich das Übliche für Spitzensportler: Laktatmessungen oder Leistungsdiagnostik. In einer Rubrik namens &#8220;individuelle Gesundheitsleistungen&#8221; gibt es indes eine Offerte, deren Anwendung jedenfalls bei Athleten verboten wäre, nämlich: &#8220;UV-Bestrahlungen des Blutes&#8221;.</p><p>Dafür wird Patienten Blut entnommen, in der Regel eine kleine Menge, mit ultraviolettem Licht bestrahlt und dann zurück injiziert. Die Eigenblut-Therapie muss mehrfach wiederholt werden, soll sie eine Wirkung haben. Ob sie überhaupt eine hat, ist wissenschaftlich so umstritten, dass Kritiker von Scharlatanerie sprechen. Angeblich soll UV-Bestrahlung des Blutes aber gegen allerlei Beschwerden helfen: Infektionen, Stoffwechselstörungen, gegen das Altern und sogar gegen Krebs. Und sie soll &#8211; das macht die vermeintliche Wundermethode für Spitzensportler interessant &#8211; die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Gewebes erhöhen. Nachgewiesen ist indes auch das nicht. Berthold Mertes, Sprecher der Nationalen Antidoping-Agentur Nada, sagt dennoch:</p><p>&#8220;Die Nada und genauso die Antidopinglabore und die AG der Nada haben die intravenöse Rückfuhr von Eigenblut stets unter die verbotene Methode &#8216;Erhöhung des Sauerstofftransfers&#8217; gefasst, und insofern würde es sich um einen Verstoß gegen die Antidoping-Bestimmungen gehandelt haben.&#8221;</p><p>Allerdings: Der Wada-Code ließ lange einen interpretationsfähigen Spielraum. Ärzte konnten Athletenblut reinfundieren, allerdings nicht mehr als 50 Milliliter und nur bei klarer medizinischer Indikation. Erst seit Anfang des Jahres sind jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Vollblut explizit untersagt. Sollten sich also Athleten in Erfurt einer solchen Behandlung unterzogen haben, und auch die Frage danach ließ der Mediziner unbeantwortet, wäre das ein sportrechtlich komplizierter Fall.</p><p>Die Erfurter Staatsanwaltschaft gibt noch eine interessante Information preis: Das Ermittlungsverfahren gegen den Sportarzt habe eine andere Staatsanwaltschaft von Amts wegen eingeleitet und Ende 2010 nach Thüringen abgegeben. Die deutschlandweit laufenden Verfahren zu Doping im Spitzensport sind überschaubar, auch in den Sportarten, die dieser Mediziner betreut. Im Radsport sind einige abgeschlossen, in der Leichtathletik ist keins bekannt. Geht es also um Eisschnelllauf? Die Erfurter Ermittler geben keine Auskunft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München sagt immerhin so viel: Ja, man habe &#8220;ein Verfahren nach Erfurt&#8221; abgegeben. Eines aus den Ermittlungen gegen Unbekannt &#8220;im Fall Claudia Pechstein&#8221;.</p><p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote><p>11. Januar 2012:</p><blockquote><p><strong>Neuer Blutdoping-Verdacht im deutschen Eisschnelllauf</strong></p><p>Der Deutschlandfunk hatte im April letzten Jahres exklusiv berichtet: In Erfurt durchsuchte die Staatsanwaltschaft den Olympiastützpunkt und die Praxis eines Mediziners. Sie ging und geht der Frage nach, ob der Arzt Spitzenathleten unter anderem im Eisschnelllauf gedopt hat. Nun weitet sich die Affäre aus.</p><p>Noch versucht der Sport, die mutmaßliche Blutdoping-Causa in Erfurt klein zu halten, denn die könnte sich zu einer Lawine entwickeln. Den ersten Stein haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen langjährigen Vertragsarzt des Olympiastützpunktes schon ins Rollen gebracht: Nach Deutschlandfunk-Informationen wurde ein Disziplinarverfahren gegen eine Eisschnellläuferin eingeleitet, die ihr Blut bei dem Mediziner behandeln ließ. Die Nationale Antidoping-Agentur bestätigt das: Es handele sich um ein laufendes Verfahren, so die knappe Antwort.</p><p>Gegen den Arzt ermitteln die Thüringer Staatsanwälte seit Monaten. Er steht im Verdacht, Spitzensportler gedopt zu haben, und zwar nicht nur aus Erfurt. Im Frühjahr beschlagnahmten die Fahnder Unterlagen in seiner Praxis und im Olympiastützpunkt, für den der Arzt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Behördensprecher Hannes Grünseisen sagte dem Deutschlandfunk, die Ermittlungen dauerten an. Wie lange noch, sei offen.</p><p>Das deutet auf einen komplexen Fall. Der Arzt soll eine fragwürdige Dienstleistung an Athleten praktiziert haben: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und an den Sportler zurückgeführt. Angeblich verbessert das den Sauerstofftransport im Gewebe. Erst seit Anfang 2011 untersagt der Welt-Anti-Doping-Code explizit jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Sportlerblut. Vorher war das in kleinen Mengen erlaubt, aber nur bei klarer medizinischer Indikation. Die dürfte kaum vorliegen bei einer Methode, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.</p><p>Dem Dopingverfahren gegen die Eisschnellläuferin könnten weitere folgen. Denn der Mediziner hat wohl nicht nur ihr Blut bestrahlt. Für den Bund Deutscher Radfahrer sagt Generalsekretär Martin Wolf, die NADA prüfe bereits, ob es bei Radsportlern Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen gab. Auch das Bundesinnenministerium bestätigt den Verdacht auf &#8211; Zitat &#8211; &#8220;rechtswidrige Behandlung&#8221; von Athleten &#8220;aus nicht nur einer Sportart&#8221;. Der Olympiastützpunkt habe den Mediziner suspendiert. Die Causa wirft viele unangenehme Fragen für den Spitzensport auf, auch diese: Wer wusste von den Behandlungen &#8211; Trainer, Funktionäre? Dem Deutschlandfunk liegen Hinweise vor, dass sie schon vor den Winterspielen 2006 in Turin praktiziert wurden.</p><p>Brisant ist ein weiterer Umstand:</p><p>Die Staatsanwaltschaft München stieß bei ihren Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf den Mediziner aus Erfurt. Kurz bevor sie ihre Bemühungen einstellte, gab sie das Verfahren gegen den Arzt nach Thüringen ab.</p><p>Im April, als der Deutschlandfunk erstmals über Erfurt berichtete und nachfragte, wollte Pechstein nicht sagen, ob sie bei diesem Arzt war. Sie habe niemals gedopt oder &#8220;zu unerlaubten Methoden gegriffen&#8221;. Bei der Eisschnellläuferin, gegen die nun ein Dopingverfahren läuft, handelt es sich nicht um Pechstein.</p><p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote><p>15. Januar 2012:</p><blockquote><p><strong>Brisante Akten in Erfurt</strong></p><p><em>Blutdoping-Fall bringt Nationale Antidoping-Agentur in Bedrängnis</em></p><p>Im deutschen Sport entfaltet sich ein neuer Dopingskandal &#8211; die Dimensionen sind bisher nur im Ansatz zu erahnen. Auslöser ist ein laufendes Ermittlungsverfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen einen Mediziner. Der Doktor war Vertragsarzt am Olympiastützpunkt Thüringen und soll Blutdoping bei Topathleten praktiziert haben.</p><p>Die Nationale Antidoping-Agentur NADA hält sich erkennbar bedeckt. Nur wenig gibt sie preis zur Frage, wie sie sportrechtlich umgeht mit der Strafsache gegen den langjährigen Arzt am Olympiastützpunkt Erfurt. Der erste Satz: Die NADA sei &#8220;frühzeitig über das grundsätzliche Vorgehen der Staatsanwaltschaft informiert&#8221; gewesen und habe zudem &#8220;eigene Ermittlungen angestellt&#8221;. Der zweite: Ein Disziplinar-, sprich: Dopingverfahren laufe bereits. Dritter und letzter Satz: &#8220;In anderen Fällen prüfen wir dies.&#8221;</p><p>Dass die NADA sonderlich energisch prüft, darf bezweifelt werden. Denn die Agentur ist nicht bloß &#8220;über das grundsätzliche Vorgehen&#8221; der Thüringer Ermittler informiert. Hannes Grünseisen, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, sagt, sie habe sogar &#8220;vollumfänglich Akteneinsicht&#8221; in das Verfahren gegen den Mediziner. Und was in den Akten steckt, das ist nach Deutschlandfunk-Informationen mindestens in einem zweiten Fall ein glasklarer Dopingverstoß. Er ist so unmissverständlich, dass sich die Frage aufdrängt: Was genau prüft die NADA eigentlich? Doch der Reihe nach:</p><p>Das Verfahren gegen den Arzt wurde von der Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I eingeleitet und Ende 2010 nach Erfurt abgegeben. Sie stieß bei den Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf die Umtriebe des Mediziners.</p><p>Die Münchner stellten ihr Verfahren im letzten Sommer ein. Da ermittelten die Erfurter Kollegen längst mit Hochdruck gegen den Arzt, der für den Olympiastützpunkt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Öffentlich wurde das, als die Fahnder im April 2011 mit einem Durchsuchungsbefehl in der Praxis des Arztes und im Olympiastützpunkt am Steigerwald einmarschierten. Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, lautet der Vorwurf. Der Doktor soll an Topathleten eine Methode praktiziert haben, die nach dem Kodex der Welt-Antidoping-Agentur als Doping gilt: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und wieder injiziert. Angeblich verbessert dies den Sauerstofftransport.</p><p>Nach Deutschlandfunk-Informationen wurden in der Arztpraxis verräterische Computerdateien beschlagnahmt. Sie dokumentieren zum Beispiel, dass ein Topathlet schon im Jahr 2005 den Blut-Service in Anspruch nahm.</p><p><strong>Auch ein aufgezeichnetes Telefonat, noch von den Münchnern zu den Akten gegeben, entlarvt angeblich diesen Sportler: In dem empfiehlt er die Spezialität des Erfurter Doktors einem anderen Athleten. Der äußert Bedenken, fragt, ob das nicht Doping sei. Antwort des Tippgebers: UV-Bestrahlung sei doch nicht nachweisbar. Eindeutiger kann ein Höchstleister kaum formulieren, dass er dopt und sich dessen bewusst ist.</strong></p><p>Staatsanwalt Grünseisen, nach diesen Akteninhalten befragt, sagt nur, das könne seine Behörde &#8220;nicht kommentieren&#8221;. Zugleich weist er darauf hin, dass Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz nach fünf Jahren verjähren. Das heißt: Ein solcher Fall wäre für die Ermittlungen gegen den Arzt uninteressant. Der Athlet würde auch nicht als Zeuge befragt &#8211; im Gegensatz zu anderen, die ab 2006 Kunden des Mediziners waren. Grünseisen sagt, bisher seien zehn Sportler gehört worden: Eisschnellläufer, Radsportler, Leichtathleten.</p><p>Die NADA müsste sich für all das brennend interessieren: Sie hat von den drei betroffenen Spitzenverbänden das so genannte Ergebnismanagement übernommen, entscheidet also allein über Doping-Sanktionen. Auch der handfeste Altfall aus 2005 ist sportrechtlich nicht verjährt &#8211; Dopingverstöße sind acht Jahre lang zu ahnden. Fragen zu diesem Fall konnte die NADA bisher nicht beantworten. Ihr Sprecher Berthold Mertes sicherte zu, es werde geprüft, ob Auskunft möglich sei.</p><p>Dem ersten Verfahren gegen eine Eisschnellläuferin vom ESC Erfurt müssten also weitere folgen. Noch ist offen, bei wie vielen Athleten und seit wann der Mediziner die Eigenblut-Behandlung praktiziert hat. Im Herbst 2001 zum Beispiel begleitete der Arzt die Eisschnellläufer in ein Höhentrainingslager zur Vorbereitung auf die Winterspiele in Salt Lake City. Auch damals bot seine Praxis schon Blutbestrahlung an. Noch bekannter als dieser Doktor, zu dem Athleten nicht nur aus Erfurt pilgerten, ist übrigens sein einstiger Praxispartner. Bei dem handelt es sich um einen Kollegen mit ausgewiesener Doping-Expertise, um Horst Tausch. Der Medizinalrat war bis 1989 Verbandsarzt der DDR-Schwimmerinnen. Als ihr Doper bekam er 1999 zehn Monate Bewährungsstrafe.</p><p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote><p>21. Januar 2012:</p><blockquote><p><strong>Erfurter Dummenfang</strong></p><p><em>UV-Bestrahlung des Blutes wird seit langem als Dopingmethode eingesetzt</em></p><p>Was der Erfurter Sportmediziner Andreas Franke in dieser Woche zu den strafrechtlichen Doping-Ermittlungen gegen ihn zu sagen hatte, klang launig: Er sei „nicht darauf gekommen“, dass die UV-Bestrahlung des Blutes bei Athleten „irgendwann einmal als dopingrelevant eingestuft werden könnte“. So therapiere er Infekte, seit 20 Jahren. Der Nürnberger Pharmakologe und Dopingkenner Fritz Sörgel lacht darüber: „Das wäre Quacksalberei“, sagt der Professor über die Methode, für die keine Krankenkasse zahlt. „Wenn der Arzt tatsächlich die Kleinstmenge von 50 Milliliter Blut nimmt und angibt, das wirke bei Infekten, ist das Dummenfang.“</p><p>Bernd Neudert, der Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen, für den Franke jahrelang Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute, sprang dem Doktor trotzdem bei: „Ich glaube, dass er nichts wissentlich falsch gemacht hat.“ Und die Nationale Antidoping Agentur untersucht erst noch, ob Sportler, die ihr Blut manipulieren ließen, „mit Vorsatz“ handelten. Sie leitete bisher nur ein Verfahren ein – nachdem eine Erfurter Eisschnellläuferin sich selbst angezeigt hatte.</p><p>Warum der Sport ein vitales Interesse daran hat, die Affäre klein zu halten, liegt auf der Hand: Schon DDR-Sportmediziner praktizierten die UV-Methode systematisch und zu Dopingzwecken. Im März 1983 etwa berichtete Manfred Höppner, der Drahtzieher des ostdeutschen Staatsdopings, in Schwerin, Kreischa und bei der Sportvereinigung Dynamo „wurden in den vergangenen zwei Jahren Untersuchungen zur Ultraviolett-Bestrahlung des Blutes durchgeführt und teilweise an Aktiven erprobt“. Die Experimente mündeten in die Anordnung, „die Untersuchungen nunmehr offiziell fortzusetzen“. Höppner alias IM „Technik“ informierte die Staatssicherheit auch über den Beifall der Genossen Funktionäre: Ihnen gelte die Blutpraxis als „Wunderwaffe für die Spiele“ in Sarajevo 1984. Höppner hielt das für voreilig, merkte aber an, „in der Humanmedizin“ diene sie „zur prophylaktischen Behandlung von Infekten“ und „zur Sauerstoffanreicherung“.</p><p>Wunderwaffe oder nicht – die DDR, die ihre Medaillenjagd in jenen Jahren durch verfeinerte Anabolika-Nachweise bedroht sah, setzte sie ein. So zitiert der Thüringer Wintersport-Kenner Thomas Purschke in seinem Buch „Staatsplan Sieg“ (2004) die Information eines Suhler MfS-Offiziers an die Berliner Zentrale: Nach „Instruktion“ von Sportärzten seien ab 1. Mai 1983 an „ausgewählten Olympiakandidaten Eigenblut-Transfusionen in folgendem Rhythmus vorgenommen &#8230;“ worden. Langläufern und Biathleten zapfte man in Kuren bis zu einem halben Liter Blut ab und führte es nach UV-Bestrahlung zurück. Athleten bestätigten, dass sie der „Therapie“ bis zum Ende der DDR ausgesetzt waren.</p><p>Die Methode überlebte die DDR. Auch Walter Mayer, Skandalnudel des österreichischen Skiverbandes (ÖSV), fiel damit auf. Als nach den Spielen in Salt Lake City 2002 eine Putzfrau im Teamquartier blutverschmierte Utensilien fand, argumentierte er so bizarr wie nun der Erfurter Franke: UV-Bestrahlung sei „kein Blutdoping“, sondern Infekt-Vorsorge. Was freilich die nach den Antidoping-Regeln nötige medizinische Indikation für Blutbehandlungen verfehlte. „Verblödung in Frankensteins Küche“, spottete Österreichs Presse. Das Internationale Olympische Komitee sperrte Mayer nach diesem Geständnis und disqualifizierte zwei Langläufer nachträglich.</p><p>Die Frage, ob sich die Österreicher eines Exportschlagers aus der DDR bedienten, ist erlaubt. Im ÖSV heuerten viele ostdeutsche Experten an, auch zwei aus Thüringen: der dopingbelastete Biathlon-Cheftrainer Kurt Hinze und sein Oberhofer Kollege Klaus Siebert, inzwischen Trainer in Weißrussland.</p><p>Die Tradition also passt wenig zu den aktuellen Unschuldsbeteuerungen in der Causa Erfurt. Eher zeigt sich darin jene reflexhafte Abwehr des Systems, die noch jeden größeren Dopingskandal begleitet hat. Zumal: Franke teilte seine Praxis mit einem DDR-Fachdoper, der 1999 einen Strafbefehl bekam – mit Schwimm-Verbandsarzt Horst Tausch.</p><p><em>(Erstveröffentlichung in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung)</em></p></blockquote><p>Aus Zeitgründen kann ich nicht verlinken &#8211; hier unten folgen aber die automatischen Links zu etlichen Beiträgen in der Causa.</p><p>Die letzten Entwicklungen wurden in diesem Blogbeitrag diskutiert (und dort finden sich natürlich etliche Links, gesetzt und gesammelt von Ralf, zu anderen journalistischen Beiträgen):</p><ul><li><a
title="Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/fall-pechstein-urteil-des-bundesgerichts-zum-revisionsantrag-im-wortlaut">Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut</a></li></ul><p>Frau Merk hatte es <a
title="Das Original: “Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/#comment-34107">zumindest mal versucht</a>:</p><ul><li><a
title="Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport" href="http://www.justiz.bayern.de/ministerium/presse/archiv/2012/detail/20.php">Fälle von Eigenblutdoping/Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport</a></li></ul><p>Für Freunde des schrägen Geschmacks:</p><ul><li>Claudia Pechstein: <a
title="www.claudiapechstein.de" href="http://claudiapechstein.de/News/news.php?news_ID=45">&#8220;Werde auf die neuerliche Schlammschlacht mit einer Strafanzeige reagieren&#8221;</a></li></ul><p><strong>Und noch der Hinweis: Ich werde die Kommentare strikt moderieren und lasse mich auf wenig Diskussionen darüber ein, wie ich moderiere und ggf. lösche. Die Gründe sind tausendmal beschrieben.</strong></p><p>Nachtrag zu Kommentar #6 von <em>denkbär</em>:</p><ul><li>Übersicht zu den <a
title="via cycling4fans.de" href="http://www.cycling4fans.de/fileadmin/user_upload/vermischtes/doping/2012/M1-M2-Vgl-2004-2012_verbotene_Methoden.pdf" target="_blank">Veränderungen im WADA-Code von 2004 bis 2012</a> (pdf/via cycling4fans.de)</li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>253</slash:comments> </item> <item><title>Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III): die Finanzierung der WADA</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/#comments</comments> <pubDate>Tue, 25 Oct 2011 16:37:31 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category> <category><![CDATA[bmi]]></category> <category><![CDATA[bundestag]]></category> <category><![CDATA[cdu]]></category> <category><![CDATA[david howman]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[die linke]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[fdp]]></category> <category><![CDATA[gerhard böhm]]></category> <category><![CDATA[grit hartmann]]></category> <category><![CDATA[hans-peter friedrich]]></category> <category><![CDATA[joachim günther]]></category> <category><![CDATA[katrin kunert]]></category> <category><![CDATA[klaus riegert]]></category> <category><![CDATA[lobbyismus]]></category> <category><![CDATA[martin gerster]]></category> <category><![CDATA[nada]]></category> <category><![CDATA[robert kempe]]></category> <category><![CDATA[spd]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <category><![CDATA[sportfamilie]]></category> <category><![CDATA[sportförderung]]></category> <category><![CDATA[steuermittel]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[wada]]></category> <category><![CDATA[cdo]]></category> <category><![CDATA[klaus reigert]]></category> <category><![CDATA[viola von cramon]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10927</guid> <description><![CDATA[von Grit Hartmann Zur Einstimmung ein Filmchen. Alleindarsteller: Sportminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Ein Ausschnitt aus der jüngsten Folge der beliebten Reihe „Sie fragen – der Minister antwortet“. Diesmal salbungsvolle Worte zum Fairplay im Sport. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Diese Aussagen noch einmal zum Nachlesen: Als [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p><p>Zur Einstimmung ein Filmchen. Alleindarsteller: Sportminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Ein Ausschnitt aus der <a
title="BMI" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Videos/DE/Podcast/Fairplay/fairplay_podcast.html" target="_blank">jüngsten Folge</a> der beliebten Reihe <em>„Sie fragen – der Minister antwortet“</em>. Diesmal salbungsvolle Worte zum Fairplay im Sport.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Diese Aussagen noch einmal zum Nachlesen:</p><blockquote><p>Als Sportminister ist es für mich natürlich wichtig, Chancengleichheit im Sport auch zu erzeugen. Und das wichtigste Thema in dem Zusammenhang ist die Bekämpfung von Doping. Doping bedeutet, dass die Chancen nicht gleich sind, sondern dass unfair gearbeitet wird, und deswegen ist für mich die Bekämpfung von Doping ein wichtiger Punkt, national wie international. Und das ist meine Aufgabe als Sportminister, die ich insbesondere unter diesem Aspekt – Chancengleichheit – sehe.</p></blockquote><p>Dass Friedrich sogar den Kopf bei Ersterwähnung des D-Worts schüttelt, lässt das darstellerische Talent des Ministers ahnen. Denn die politische Realität kann er nicht meinen. Der Mann, der bisher eher durch Neigung zu den populären Seiten der Leibesübungen auffiel, auf der Tribüne, wenn deutsche Kicker antraten, oder als Redner bei Verbandsjubiläen. Morgen (Mittwoch, 26. Oktober) soll bekanntlich der Sportausschuss dem Begehr seines Hauses zustimmen, die Beiträge für die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf derzeitigem Niveau einzufrieren. Diese Unternehmung, inzwischen eine europäische, startete im Juni 2010 Gerhard Böhm, Chef der Sportabteilung im BMI. Seine Begründung:</p><p><strong>Eingedenk der globalen Finanzkrise sei es „schwierig, ein kontinuierlich steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln“.</strong></p><p>Deutschland spart damit phänomenale 10.000 Euro.</p><p>Der WADA aber, die u.a. für die laut Friedrich so wichtige Chancengleichheit zu sorgen hat (Ein anderes Thema: Sie erledigt das ungenügend, allerdings auch, weil sie mit 27 Millionen Dollar im Jahr unterfinanziert ist.), geht viel mehr verloren, denn alle ihre Finanziers aus Politik und Sport müssten mitziehen. Auch der deutschen NADA streicht Minister Friedrich die jährliche Million fürs Stiftungskapital, die Zahlung war von Beginn an befristet. Aber immerhin: Die Million vom Bund fürs Dopingkontrollsystem soll, anders als geplant, auch in 2012 noch fließen.</p><p>Die famose Initiative des BMI, der WADA zwei Prozent Plus und damit einen Inflationsausgleich nicht zu genehmigen, wäre vermutlich niemals öffentlich geworden, hätte nicht die grüne Abgeordnete Viola von Cramon die letzten Weihnachtsferien in Montreal verbracht und dort auch die WADA-Zentrale besucht. WADA-Generaldirektor David Howman hatte dann, <a
title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">im Januar, kein Problem, sein Unverständnis öffentlich zu artikulieren</a>.</p><p>Im Juni setzte der Sportausschuss die WADA-Frage auf die Tagesordnung <strong>einer erstaunlicher Weise nicht-öffentlichen Sitzung</strong>.</p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34-SpA-Protokoll.pdf"><img
class="size-large wp-image-10956 aligncenter" title="Protokoll 34. Sitzung des Sportausschusses im BT" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34sitzung-sa-1024x616.jpg" alt="" width="491" height="296" /></a></p><p>Hier das 51 Seiten starke Wortprotokoll dieser 34. Sitzung. Viel Stoff, der erstens die Frage aufwirft, was denn da der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt werden sollte. Aus heutiger Sicht ist, zweitens, recht spannend, was die Volksvertreter der Union und der FDP den WADA-Justiziar Olivier Niggli alles NICHT gefragt haben.</p><ul><li><a
title="Protokoll 34. Sitzung BT Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34-SpA-Protokoll.pdf" target="_blank">Protokoll 34. Sitzung des Sportausschusses</a> (pdf, 51 Seiten, 538 kb)</li></ul><p><a
title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/" target="_self"><strong>Vor vier Wochen</strong></a> lieferte Howman dann eine bemerkenswerte Zahl: Die deutschen Beiträge für die WADA sind 2011 sogar niedriger als im ersten Zahljahr 2002, was am starken Euro (im Vergleich zum Dollar) liegt. Der WADA-Beamte fand dann zu ungewöhnlicher Deutlichkeit gegenüber Berlin, er sprach von „Feindseligkeit“ und „Politikergeschwafel“.</p><p><a
title="DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1580740/" target="_blank"><strong>Vor zwei Wochen</strong></a> haben Abgeordnete des Sportausschusses (nicht die der Koalition, bis auf eine Ausnahme) für den DLF Fragen dazu beantwortet.</p><p>Vor einer Woche wurde, unter mäßigem Interesse, anberaten. Nachzulesen ist diese Entwicklung hier, in Beiträgen auch von Robert Kempe:</p><ul><li><a
href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1376181/">DLF, 29.1.2011: Bremser im internationalen Antidopingkampf</a></li><li><a
href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1478087/ ">DLF, 8.6.2011, Robert Kempe: 9000 Euro</a></li><li><a
href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1568914/">DLF, 2.10.2011: Feindseliges gobbledygook</a></li><li><a
title="DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1580740/" target="_blank">DLF, 16.10.2011: Ausflüchte und Ablehnung</a></li><li><a
href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1583416/">DLF, 19.10.2011, Robert Kempe: Disziplinlosigkeit im Sportausschuss</a></li></ul><p>Morgen wird abgestimmt. Von SPD und Grünen liegen zwei Änderungsanträge zum BMI-Haushaltstitel 68614, Zuschuss an die Welt-Anti-Doping Agentur WADA, vor. Für die Linke schreibt deren sportpolitische Sprecherin Katrin Kunert, ihre Partei schließe sich diesen Anträgen an:</p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Brief-Linke.pdf"><img
class="size-large wp-image-10965 aligncenter" title="Brief Linke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Brief-Linke-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p><p>Der Antrag der Grünen:</p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-Grüne.pdf  "><img
class="size-large wp-image-10968 aligncenter" title="Antrag Grüne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-Grüne-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p><p>Der Antrag der SPD: <span
id="more-10927"></span><br
/></p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD.pdf  "><img
class="size-large wp-image-10969 aligncenter" title="Antrag SPD" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p><p
style="text-align: center;"><a
href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD.pdf  "><img
class="size-large wp-image-10970 aligncenter" title="Antrag SPD" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p><p
style="text-align: left;">Die Begründungen sagen: Die Opposition hat hier ihren Job gemacht, sie führt vor, dass die BMI-Sparidee zum Fairplay-Filmchen von Minister Friedrich und sonstigen Fensterreden aus dem Land der selbsternannten Antidoping-Weltmeister recht wenig passt. Die Frage ist nun: Warum folgen dem die Regierungsfraktionen im Sportausschuss vermutlich trotzdem? Gibt es schlüssige Argumente, die nur noch nicht zu hören waren? Ein Antwortversuch im Ausschlussverfahren:</p><p>Zunächst darf BMI-Abteilungsleiter Böhm als widerlegt gelten. Es ist keineswegs schwierig, ein moderat steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln – als schwierig erweist es sich vielmehr, das Gegenteil, das Einfrieren, zu vermitteln. Das gelingt auch in dieser <a
title="CDU/CSU" href=" http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_automatische_steigerungen_der_beitraege_zur_welt_anti_doping_agentur_nicht_gerechtf/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__19954/Inhalte.aspx" target="_blank">Pressemitteilung</a> der Union nicht. Sportsprecher Klaus Riegert behauptet zwar eine</p><blockquote><p>gut begründete, gesamteuropäische Linie gegen die automatische Steigerung der WADA-Beiträge“</p></blockquote><p>Die Begründung ist dann aber ein sportpolitisches Armutszeugnis par excellence: ein Mix aus Unkenntnis oder Täuschung und – nach Angaben der Beteiligten – falschen bzw. unwahren Angaben. Riegert sagt, es müsse kritisiert werden &#8230;</p><blockquote><p>dass die WADA der Aufforderung nach einem transparenten Finanz- und zukunftsorientierten Businessplan nicht nachkam.</p><p>Auch wurden Vorschläge der NADA zur Verbesserung des Datenschutzes und zur Änderung der Ein-Stunden-Regelung im Meldesystem für Top-Athleten in der Vergangenheit nicht berücksichtigt.</p><p>Nach dem WADA-Code müssen Top-Athleten täglich eine Stunde festlegen, in der sie von den Doping-Kontrolleuren an einem bestimmten Ort garantiert angetroffen werden können.</p></blockquote><p>Riegert weiß selbstverständlich (Oder weiß er das tatsächlich nicht?), dass der WADA-Code nicht ad hoc auf deutschen Wunsch hin geändert werden kann. Die Ein-Stunden-Regelung wurde im Rahmen der letzten Revision des Codes, gültig seit 2009, aufgenommen. Deutschland war dagegen, konnte sich aber gegen die Mehrheit der Stakeholder nicht durchsetzen.</p><p>Ich habe David Howman die Vorwürfe der Union, die wohl auf der Welle der Datenschützer-Kritik am Meldesystem mitreiten wollte, dennoch vorgetragen, obgleich mir das ein wenig peinlich war, und um Kommentar gebeten. Hier ist er:</p><blockquote><p>Please also note that the World Anti-Doping Code is not a document that WADA produces in isolation; rather, it is a document that is produced following detailed consultation and approval from all WADA stakeholders, including governments, sport, and Anti-Doping Organizations. The German Government has every opportunity to suggest changes to the Code during the Code Review Process, but those changes are not approved by WADA but by all its stakeholders.</p></blockquote><p>Ebenso entlarvend für BMI/Union/Riegert ist die Auskunft zum angeblich fehlenden „transparenten Finanz- und zukunftsorientierten Businessplan“. Es gibt einen, sogar zweimal im Jahr:</p><blockquote><p>Please be advised that WADA presents a detailed budget and business plan to its Foundation Board twice a year, and recently was praised for the meticulous management of its financial affairs. The Foundation Board comprises members from governments and sport across the world, and while there exists differing opinions on the overall budget for WADA, there is general agreement that WADA is totally transparent and efficient with the presentation of its finances.</p></blockquote><p>Details zur WADA-Finanzierung kann man <a
title="WADA Finanzen" href="http://wada-ama.org/en/About-WADA/Funding/" target="_blank">unschwer auf deren Webseite nachlesen</a>, wenn man will:</p><ul><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_Contributions_2011_update_EN.pdf" target="_blank">2011 Contributions</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_Regional_Split_EN.pdf" target="_blank">Current Status of Contributions per Region</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/Financial_Statements/WADA_Financial_statements_2010_EN.pdf" target="_blank">2010 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2009_EN.pdf" target="_blank">2009 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2008_EN.pdf" target="_blank">2008 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2007_EN.pdf" target="_blank">2007 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2006_EN.pdf" target="_blank">2006 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2005_EN.pdf" target="_blank">2005 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2004_EN.pdf" target="_blank">2004 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2003_EN.pdf" target="_blank">2003 Financial Statements</a></li><li><a
href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2002_EN.pdf" target="_blank">2002 Financial Statements</a></li></ul><p>Vielleicht ist, was die WADA vorlegt, Berlin auch bloß nicht „zukunftsorientiert“ genug. Allerdings spricht eine dritte Behauptung Riegerts eher dafür, dass hier der parlamentarische Erfüllungsgehilfe des BMI die Öffentlichkeit umfassend narren möchte: Vorschläge der NADA würden nicht berücksichtigt.</p><p>Auch dies ist, wie sich herausstellt, vorgeschoben.</p><p>Berthold Mertes, NADA-Sprecher, hat am Telefon zunächst – wie Howman &#8211; das Prozedere der Revision des Codes erörtert, der neue soll bis 2013 stehen. Am Ende hat er zusammengefasst:</p><blockquote><p>Also, auf Widerstände bei der WADA sind wir da nicht gestoßen.</p></blockquote><p>Die Frage, was man in Bonn von der Sparidee hält, beantwortet Mertes diplomatisch, aber klar:</p><blockquote><p>Dafür gibt es von uns offiziell nur einen Satz: Wir wünschen uns eine starke WADA und eine starke NADA.</p></blockquote><p>Seriöse Befassung mit dem Thema ist der Union also kaum zu bescheinigen. Keine völlige Überraschung – zuletzt haben etwa <a
title="zeit-online" href=" http://www.zeit.de/sport/2011-09/korruption-andersen-sportausschuss-bundestag " target="_blank">Oliver Fritsch auf Zeit online </a> oder <a
title="DanielDrepper.de" href=" http://www.danieldrepper.de/liveblog-aus-dem-sportausschuss-sport-und-korruption/ " target="_blank">Daniel Drepper in seinem Blog</a> über ausdauerndes Kartenspielen auf iPads oder laute Unterhaltungen auf den Sesseln der Fraktion berichtet. Wenn die nicht leer waren. Was man Riegert &amp; Co. allerdings nicht absprechen kann, ist eine gewisse Kreativität im Erfinden von Scheinargumenten.</p><p>[<em>Jens Weinreich sagt: <a
title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self"><strong>Tag "Sportausschuss" hier im Blog mit (fast) vollständigen Notizen der Sitzungen in der Saison 2008/2009</strong></a>. Mit Dokumentationen zur Sportfamilie, zum Lobbyismus im Ausschuss und dem Versagen von Kontrollmechanismen/Demokratie</em>]</p><p>Haben die FDP-Sportexperten bessere? Am Sonnabend gab der sportpolitische Sprecher der Partei, Joachim Günther, dem Deutschlandfunk ziemlich verwirrende Auskünfte:</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/22/dlf_20111022_1947_eb76c27d.mp3" target="_self"> :</a></p><p>Einerseits will sich Günther wegen vermeintlicher 10.000 Euro „nicht streiten“. Andererseits erwartet der Liberale „ein Gespräch“, er erwartet, dass „effektive Mittel eingesetzt werden“, er erwartet Signale von der WADA „für eine Zusammenarbeit in dieser Richtung“. Dann ließe er, der Sportausschuss-Vize, mit sich reden.</p><p>Günther plustert gern: Eigentlich ist er ja Staatswissenschaftler mit Fernstudien-Diplom von der (DDR-Funktionärs-) Akademie für Staat und Recht (Potsdam), laut seiner <a
title="BT Joachim Günther" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/G/guenther_joachim.html " target="_blank">Bundestagsbiografie</a> hat er aber ein „Fernstudium Wirtschaftsrecht“ absolviert. Das Auf-den-Putz-Hauen kann man putzig finden, so 20 Jahre nach dem verdienten Exitus der DDR.</p><p>Lustig ist es auch bei der WADA nicht. Im Juni, in der 34. Sitzung, hatte Günther keine einzige Frage an den WADA-Vertreter. Von permanenten Konsultationen in Einrichtungen wie dem Foundation Board oder dem Executive Board scheint der Mann aus Plauen auch noch nie gehört zu haben.</p><p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht. Für den Fall, dass er zu Sachfragen &#8211; konkrete liberale Kritikpunkte an der WADA-Arbeit, präzise Vorschläge für mehr Effektivität oder dazu, wie weniger Geld diese befördern könnte – nicht so viel zu sagen hätte, gab es eine letzte Frage:</p><blockquote><p>Warum liegt es offensichtlich in deutschem Interesse (oder auch nur dem der BMI-Bürokratie), die WADA kleinzuhalten?</p></blockquote><p>Für Spekulationen über die tatsächlichen Motive bleibt viel Raum &#8211; wie immer, wenn politisch derart getäuscht und getrickst wird. Man kann beispielsweise den Umstand heranziehen, dass deutsche Stars bisher nur bei internationalen Kontrollen (oder Ermittlungen) als Betrüger auffällig geworden sind. Vielleicht verhält es sich aber viel simpler, so, wie es ein Gerücht besagt. Man müsste das nicht zitieren, wenn denn ein einziger nachvollziehbarer Grund für das Einfrieren der WADA-Zuschüsse vorgetragen worden wäre. Man hört dieses Gerücht aus dem BMI und auf den Fluren des Bundestages:</p><p><strong>Einer aus der BMI-Bürokratie, heißt es dort, könne mit einem aus der WADA-Spitze nicht. Deshalb lasse Deutschland, einer der großen Beitragszahler in Europa, jetzt die Muskeln spielen. Der deutsche Einfluss sei groß genug, eine solche Maßnahme durchzudrücken.</strong></p><p>Nicht ausgeschlossen, dass aus Animositäten entsteht, was sich dann als Politik verkleiden möchte. Nur: Überzeugungskraft kann einem solchen Vorgang dann nicht einmal das Darstellertalent eines Ministers verleihen.</p><p><em>Und wem die bisherigen Links nicht reichen sollten, JW empfiehlt auch:</em></p><ul><li><a
title="Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (I)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (I)</a></li><li><a
title="Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/" target="_self">Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (II)</a></li><li><a
title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung</a></li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/22/dlf_20111022_1947_eb76c27d.mp3" length="2597888" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Buchen! Festival for sports democracy: Play the Game 2011</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/09/19/buchen-festival-for-sports-democracy-play-the-game-2011/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/09/19/buchen-festival-for-sports-democracy-play-the-game-2011/#comments</comments> <pubDate>Mon, 19 Sep 2011 09:40:34 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dshs köln]]></category> <category><![CDATA[jens sejer andersen]]></category> <category><![CDATA[journalismus]]></category> <category><![CDATA[konferenzen]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[play the game]]></category> <category><![CDATA[sportwissenschaft]]></category> <category><![CDATA[transparenzfragen]]></category> <category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category> <category><![CDATA[köln 2011]]></category> <category><![CDATA[play the game 2011]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10778</guid> <description><![CDATA[Da haben sie im letzten Newsletter eine feine Formulierung gefunden für die 7. Auflage der Konferenz Play the Game, die nach Stationen in Dänemark, Island und England zum ersten Mal in Deutschland stattfinden wird: Festival for sports democracy &#8230; &#8230; vom 3. bis 6. Oktober an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ich kann Journalisten und allen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Da haben sie im letzten Newsletter eine feine Formulierung gefunden für die 7. Auflage der Konferenz <a
title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org/home.html" target="_blank"><strong>Play the Game</strong></a>, die nach Stationen in Dänemark, Island und England zum ersten Mal in Deutschland stattfinden wird:</p><blockquote><p><strong>Festival for sports democracy &#8230;</strong></p></blockquote><p>&#8230; vom <a
title="Play the Game 2011 in Köln" href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011.html" target="_blank">3. bis 6. Oktober an der Deutschen Sporthochschule Köln</a>.</p><p>Ich kann Journalisten und allen an Sportpolitik Interessierten die Teilnahme an der Konferenz nur wärmstens empfehlen.</p><p>Für mich ist Play the Game, initiiert und mit beispiellosem Engagement immer wieder vorangetrieben von Jens Sejer Andersen, die wichtigste Initiative, Kontaktbörse, Weiterbildungsveranstaltung meines journalistischen Lebens. Ich habe Play the Game viel zu verdanken: Freunde, Wissen, Spaß, Energie, Begeisterung, ein Netzwerk Gleichgesinnter, mitunter einen Auftrag. Ich weiß, dass es anderen ähnlich geht.</p><p>Play the Game ist mehr als etwas, was Jens Sejer Andersen mal <em>Kommunikationskonferenz</em>, mal <em>home for the homeless questions in sport </em>oder diesmal eben <em>festival for sports democracy</em> nennt. Man muss sich drauf einlassen.</p><p>Eines ist gewiss: wer gibt, der bekommt auch etwas zurück.</p><p>Logisch, dass eine Organisation wie Play the Game, die im Frühjahr mit dem dänischen Institut für Sportstudien fusionierte (und deren Überleben dadurch glücklicherweise wieder einige Zeit gesichert ist), aus Skandinavien kommt. In Deutschland gibt es keine Tradition für derlei Initiativen abseits des sportiven Mainstreams, des sportpolitischen Komplexes, wie ich gern formuliere. Das ist ein Jammer. Um so erfreulicher ist es, dass einige von der Idee Play the Game Infizierte, wie etwa Michael Sauer, es fertig gebracht haben, diese Veranstaltung an der Sporthochschule Köln auszurichten.</p><div
id="attachment_10789" class="wp-caption aligncenter" style="width: 528px"><img
class="size-full wp-image-10789  " title="Play the Game 2007" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/09/bluelagoon.jpg" alt="" width="518" height="345" /><p
class="wp-caption-text">Auch das ist Play the Game: unsere argentinischen Freunde und Stammgäste Pablo Vignone und Ezequiel Fernández Moores 2007 auf Island in der Blue Lagoon. Unvergessen.</p></div><p>Ich bin gespannt, ob Play the Game in Deutschland diesmal das Medienecho findet, das diese in der sportpolitischen Branche weltweit einmalige Konferenz verdient. Denn die vergangenen Veranstaltungen wurden von deutschen Journalisten doch leider weitgehend ignoriert. Ich weiß, dass manch einer gern teilgenommen hätte, doch die meisten Redaktionen, auch die der so genannten Qualitätsmedien, die allwöchentlich viel Geld etwa für x-beliebige Fußballberichterstattung (Reisekosten, Honorare) ausgeben, verweigern sich konsequent Konferenzgebühren, wie sie Play the Game erhebt. In Dänemark dagegen buchten Zeitungen schon mal ein halbes Dutzend Tickets, um ihren Reportern die Möglichkeit zur Weiterbildung, Kontaktpflege und, ja, einfach nur zum vernünftigen Arbeiten zu geben.</p><p><a
title="Preise Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/conferences/play-the-game-2011/prices.html" target="_blank">Das All-inclusive-Paket</a> kostet diesmal für vier Tage, etliche Dutzend Seminare, Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden mit hochrangigen Experten, engagierten Wissenschaftlern, Journalisten, Funktionären: 600 Euro (Vollverpflegung).</p><p>Wer mit einer &#8220;Begleitperson&#8221; bucht, zahlt für zwei Personen 800 Euro, also 100 Euro pro Tag pro Person. Wer auch noch die Konferenz des Deutschlandfunks am 2. Oktober (s. u.) besucht, zahlt dafür 30 Euro &#8211; und erhält sein Play-the-Game Rundum-sorglos-Paket für ermäßigte 300 Euro.</p><p>Es lohnt sich in jeder Beziehung.</p><p>Das Wissen und die Kontakte, vielleicht sogar die Freundschaften, die sich aus dieser Konferenzwoche ergeben, sind ohnehin unbezahlbar.</p><p>Aus dem PtG-Programm, das weiter bearbeitet wird, nenne ich mal einige Namen, allesamt gut bekannt hier im Blog: Richard Pound, Declan Hill, William Gaillard, Jérôme Champagne, James Dorsey, Perikles Simon, David Howman, Wilhelm Schänzer, Mario Goijman, Rafael Maranhao, Ezequiel Fernández Moores, Andrew Jennings, Olukayode Thomas, Anne Schwöbel, Willi Lemke, Arne Ljungqvist, Gerhard Treutlein &#8230; alle Nichtgenannten mögen mir verzeihen.</p><ul><li>Hier ist das <strong><a
title="pdf Programm Play the Game 2011" href="http://www.playthegame.org/fileadmin/documents/Programme_PtG_150911_2_.pdf" target="_blank">Programm 2011</a></strong></li></ul><p>Und hier, schon oft verlinkt, sind die Magazine der vergangenen Konferenzen, als Appetizer:</p><ul><li><a
title="Play the Game Magazin 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/10/play-the-game-magazin-2009.pdf" target="_blank">Magazin 2009</a> <em>(pdf, 33,4 mb)</em></li><li><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2007.pdf" target="_blank">Magazin 2007</a> <em>(pdf, 1,3 mb)</em></li><li><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2005.pdf" target="_blank">Magazin 2005</a> <em>(pdf, 2,4 mb)</em></li><li><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2002.pdf" target="_blank">Magazin 2002</a> <em>(pdf, 2,7 mb)</em></li><li><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/09/ptgmagazine2000.pdf" target="_blank">Magazin 2000</a> <em>(pdf, 4,6 mb)</em></li></ul><p>Am Sonntag, d. 2. Oktober, gibt es also im Deutschlandfunk noch eine Art Vorkonferenz unter dem Titel:</p><blockquote><div
id="_mcePaste"><strong>Diktat Gefälligkeits&#8211;Journalismus? Der Sport, die Medien und die deutschen Verhältnisse</strong></div></blockquote><p>Mitwirkende u.a. Herbert Fischer-Solms, Gunter Gebauer, Kai Pahl, Hajo Seppelt, Ronny Blaschke, Oliver Fritsch, Ute Krause, Jochen Staadt, Michael Vesper</p><ul><li>das <a
title="Programm DLF-Konferenz" href="http://www.dradio.de/download/147367/" target="_blank">Programm der DLF-Konferenz</a></li><li><a
title="Anmeldung DLF-Konferenz" href="http://www.dradio.de/dlf/veranstaltungen/1542392/" target="_blank">Anmeldung</a></li></ul><p><em>Offenlegung</em>, auch wenn das Stammleser ohnehin längst wissen, ich habe es in Beiträgen und Kommentaren oft genug erwähnt: Ich bin Mitglied der Programmkommission von Play the Game. In diesem Jahr halte ich einen Workshop zum Thema &#8220;Investigative journalism and social media&#8221; und diskutiere am letzten Tag mit Andrew Jennings und Mario Goijman über Korruptionsthemen. Auf der DLF-Konferenz halte ich einen Vortrag zum Thema &#8220;Ein aussterbendes Modell? Wie kann sportpolitischer Journalismus im dritten Jahrtausend aussehen?&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/09/19/buchen-festival-for-sports-democracy-play-the-game-2011/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> <item><title>Programmhinweis, Symposium in Freiburg: &#8220;Sportmedizin und Doping in Europa&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/09/09/programmhinweis-symposium-in-freiburg-sportmedizin-und-doping-in-europa/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/09/09/programmhinweis-symposium-in-freiburg-sportmedizin-und-doping-in-europa/#comments</comments> <pubDate>Fri, 09 Sep 2011 10:55:33 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingärzte]]></category> <category><![CDATA[freiburg]]></category> <category><![CDATA[konferenzen]]></category> <category><![CDATA[sportmedizin]]></category> <category><![CDATA[alessandro donati]]></category> <category><![CDATA[arne ljungqvist]]></category> <category><![CDATA[gerhard treutlein]]></category> <category><![CDATA[John Hoberman]]></category> <category><![CDATA[Letizia Paoli]]></category> <category><![CDATA[mario thevis]]></category> <category><![CDATA[Pat MacQuaid]]></category> <category><![CDATA[perikles simon]]></category> <category><![CDATA[richard pound]]></category> <category><![CDATA[Richard Young]]></category> <category><![CDATA[uni freiburg]]></category> <category><![CDATA[werner franke]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10746</guid> <description><![CDATA[Für Kurzentschlossene, falls jemand kommende Woche noch nichts vorhaben sollte: Ich empfehle dringend das von der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin um Letizia Paoli organisierte Symposium vom 12.-14. September: &#8220;Sportmedizin und Doping in Europa&#8221; (Programm, pdf) Mit dabei: Letizia Paoli, Richard Pound, Alessandro Donati, Perikles Simon, Arne Ljungqvist, Werner Franke, Pat McQuaid, Richard Young, Mario Thevis, Gerhard [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Für Kurzentschlossene, falls jemand kommende Woche noch nichts vorhaben sollte: Ich empfehle dringend das von der <a
title="Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin" href="http://www.evaluierungskommission.uni-freiburg.de/" target="_blank">Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin</a> um Letizia Paoli organisierte Symposium <strong>vom 12.-14. September</strong>:</p><ul><li><a
title="Programm Flyer" href="http://www.evaluierungskommission.uni-freiburg.de/dateien/pdf/flyer_symposium-deutsch" target="_blank">&#8220;Sportmedizin und Doping in Europa&#8221;</a> <em>(Programm, pdf)</em></li></ul><p>Mit dabei: Letizia Paoli, Richard Pound, Alessandro Donati, Perikles Simon, Arne Ljungqvist, Werner Franke, Pat McQuaid, Richard Young, Mario Thevis, Gerhard Treutlein, John Hoberman u.v.a.</p><p>Perfekter Termin für eine Weiterbildung.</p><p><em>(Den ich aus privaten logistischen Gründen leider nicht wahrnehmen kann.)</em></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/09/09/programmhinweis-symposium-in-freiburg-sportmedizin-und-doping-in-europa/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>34</slash:comments> </item> <item><title>Doping, Kies und Politik in Freiburg: Einzelfälle mit System</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/05/03/doping-kies-und-politik-in-freiburg-einzelfalle-mit-system/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/05/03/doping-kies-und-politik-in-freiburg-einzelfalle-mit-system/#comments</comments> <pubDate>Tue, 03 May 2011 08:38:11 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingärzte]]></category> <category><![CDATA[freiburg]]></category> <category><![CDATA[grit hartmann]]></category> <category><![CDATA[gundolf fleischer]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[armin klümper]]></category> <category><![CDATA[birgit dressel]]></category> <category><![CDATA[josef keul]]></category> <category><![CDATA[team telekom]]></category> <category><![CDATA[telekom]]></category> <category><![CDATA[universitätsklinik]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10230</guid> <description><![CDATA[Grit Hartmann hat sich dem eng vernetzten Freiburger Doping- und Politiksystem genähert &#8211; und befasst sich auch mit Freiburger Kies. Ein feines Stück Journalismus, wie ich finde, mit etlichen Hintergründen, die es weiter zu beleuchten lohnt. Mein Hörbefehl, ganz rigoros: : Diese Recherche des Deutschlandfunks vom Sonntag, 1. Mai, gibt es hier mit Genehmigung der [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Grit Hartmann hat sich dem eng vernetzten Freiburger Doping- und Politiksystem genähert &#8211; und befasst sich auch mit Freiburger Kies. Ein feines Stück Journalismus, wie ich finde, mit etlichen Hintergründen, die es weiter zu beleuchten lohnt.</p><p>Mein <strong>Hörbefehl</strong>, ganz rigoros:</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/05/01/dlf_20110501_2330_0bad1b1b.mp3" target="_self">:</a></p><p>Diese Recherche des <a
title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1447409/" target="_blank">Deutschlandfunks</a> vom Sonntag, 1. Mai, gibt es hier mit Genehmigung der Autorin zum Nachlesen.</p><p><strong>Lesebefehl!</strong></p><p>Eine Bemerkung noch vorab: Im Vergleich zu Freiburg und das west- bzw bundesdeutsche Dopingsystem ist das ostdeutsche Dopingsystem längst ein offenes Buch, das vergleichsweise wenig Geheimnisse birgt. Ergänzend zur folgenden Lektüre das auf <a
title="Dopingdokumente auf Cycling4fans" href="http://www.cycling4fans.de/index.php?id=5084" target="_blank">Cycling4fans zusammengetragene Archiv</a>.</p><p><em>(Mir fehlt momentan die Zeit für die vielen, vielen Links, die dieser großartige Text verdient hätte. Wer mag, bitte her mit den Links, ich trage demnächst alles nach.)</em></p><p><strong>von Grit Hartmann</strong></p><p>Im Mai 2007 räumten Ärzte des Freiburger Universitätsklinikums Doping im Radsport ein. Die Affäre, die als Telekom-Skandal bekannt wurde, ist bis heute nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter; für die Universität soll eine Kommission die Breisgauer Dopinghistorie der letzten Jahrzehnte aufklären. Kann das gelingen? Wie steht es in Freiburg &#8211; vier Jahre danach?</p><blockquote><p>Der Baggersee ist sehr beliebt. Erst mal wegen seiner schönen Wasserqualität, und zweitens ist er auch ein sozialer Treffpunkt, und zwar ein sozialer Treffpunkt, wie kein Verein ihn bieten kann. Da treffen sich Leute aus verschiedenen Schichten, verschiedene Altersgruppen, vom Baby bis zum Rentner, von der Hartz-IV-Empfängerin bis zur großen Unternehmerin mit&#8217;m Sechszylinder. Die liegen dann nebeneinander auf der Wiese und reden miteinander, und wenn&#8217;s nur ums Wasser oder um die Sonne geht. Und so Leute würden sich im richtigen Leben niemals begegnen und nie ein Wort miteinander reden. Und das find ich so schön an unserm Baggersee.&#8221;</p></blockquote><p>Niederrimsingen, wenige Kilometer entfernt von Freiburg. Gleich hinter den Weinbergen liegt Merdingen, einst Heimat von Jan Ullrich. Die Gegend wirkt idyllisch. Bis Bauingenieur Gustav Rosa zeigt, was einmal eine Liegewiese am Baggersee war und nun, Ende März, aussieht wie eine Reihe Schützengräben. So ähnlich verhält es sich mit der Stadt Freiburg, von der manche sagen, sie sei wegen ihrer beschaulichen Abgelegenheit ausgewählt worden als sportmedizinische Zentrale der Bundesrepublik. Andere sagen: wegen ihrer Tradition.</p><p><strong>Früh befasste man sich an der Albert-Ludwigs-Universität mit Leistungsmaximierung. Herbert Reindell war ab 1941 Chefmediziner, seit den 50ern Olympiaarzt, danach Präsident des Deutschen Sportärztebundes. Joseph Keul folgte ihm auf allen drei Posten. Armin Klümper, für Spitzensportler nur &#8220;der Doc&#8221;, bekam eine eigene Klinik aus Steuermitteln. Doping, bei hier betreuten Athleten, gab es immer. Einzelfälle, hieß das dann. Erst 2007, als Georg Huber, auch er Olympiaarzt, Andreas Schmid und Lothar Heinrich Radsport-Doping einräumten, taten sich Gräben auf im Bild, das eine Lobby aus Politikern, Beamten und Sportfunktionären gern pflegte von der Breisgauer Mediziner-Elite. Oder eher kleine Risse. Denn hier gelten nun diese drei Ärzte als: Einzelfälle.</strong></p><p>Zurück zu den richtigen Gräben. Im See baut die Firma Hermann Peter KG Kies ab. Das Werk liegt am anderen Ufer, der neue Bagger brummt im Hintergrund. Auch hier gibt es ein Problem mit Lobbyisten. Vielleicht mit denselben. Offiziell hat das Landratsamt die Zerstörung der Wiese genehmigt und Dorfbewohner zu Wutbürgern gemacht:</p><blockquote><p>Da muss jemand zeigen, dass er den größten Bagger hat. In meinen Augen sind das Machtspiele. Das ist auch Maßnahme sechs, und Maßnahme eins bis fünf sind zum Teil oder gar nicht erfüllt, und die sind eigentlich viel wichtiger. Mit der 400 Meter langen Flachwasserzone und all so Sachen. Oder Renaturierung und Wiederaufforstung &#8211; die Maßnahmen sind nicht erfüllt worden. Aber diese Maßnahme, die die Badegäste ärgert oder die Besucher ärgert, die ist doppelt und dreifach durchgezogen worden, total überhöht auch. Weil, auf dem Plan fängt sie siebzig, achtzig Meter weiter hinten an.&#8221;</p></blockquote><p>Der &#8220;Kiespeter&#8221;, sagt man hier über den Firmenchef, genieße Narrenfreiheit. Derzeit will er die Abbaugenehmigung erweitern lassen. Mit der gültigen, sie sollte bis 2018 reichen, kommt er angeblich nur noch zwei Jahre hin. Für Gustav Rosa steht schon fest, wie das ausgeht. Hätte Peter sonst den neuen Bagger aufs Wasser gesetzt? In Niederrimsingen meint man zu wissen, wer die &#8220;Kieser&#8221; stützt:</p><blockquote><p>Bei der letzten Landtagswahl sind die LKW der Firma Hermann Peter KG mit großer Wahlwerbung für Herrn Gundolf Fleischer und für die CDU durch die Gegend gefahren. War schon deutlich, also man konnte gut sehen, in welche Richtung das geht. In diesem Jahr hat er sich zurückgehalten. Ich hab keine Laster mit Wahlwerbung gesehen.&#8221;</p></blockquote><p>Gundolf Fleischer kandidierte nicht mehr für den Landtag. Das Ende einer Ära. 37 Jahre lang vertrat er den Wahlkreis Breisgau-Hochschwarzwald, war schon unter Hans Filbinger Generalsekretär der Landes-CDU und seit Lothar Späth Staatssekretär in vier Ministerien. &#8220;Fleischerismus&#8221; nannte man seinen Politstil. In Stuttgart machte er viel Geld für den Wahlkreis locker und ließ sich dann persönlich dafür feiern. Nur Wenige spotteten über den &#8220;Sonnenkönig von Südbaden&#8221;.</p><p>Anfang 2010 sank die Sonne &#8211; &#8220;Gundolfdämmerung&#8221; titelte dann das Lokalblatt, die &#8220;Badische Zeitung&#8221;. Staatsanwälte interessierten sich für die Finanzen seines CDU-Kreisverbandes. Und bekannt wurde, wie Fleischer Bauprojekte zum Hochwasserschutz am Oberrhein verzögert hatte &#8211; zugunsten der heimischen Kiesbarone. Die wiederum hatten gespendet, an Fleischers klamme Kreis-CDU und die Landespartei.</p><blockquote><p>Unsere Einstellung zu Doping ist ja bekannt, und jeder von uns ist Zeit seines Lebens in aller Klarheit auch dagegen angegangen, im Rahmen dessen, was man überhaupt eben tun kann. Und das war für uns natürlich schon ein Schock und eine Belastung, als wir das erfahren haben. Wieso haben wir das nicht mitbekommen? Konnten wir gar nicht. Das war der Profibereich. Das hat ja mit dem Olympiastützpunkt überhaupt nichts zu tun gehabt, die Telekom. Ich hab beispielsweise Jan Ullrich auch nur gesehen, wenn er einen großen Erfolg hatte und nachher die Gemeinde Merdingen für ihn einen Empfang gegeben hat.&#8221;</p></blockquote><p>Im Sport bleibt Gundolf Fleischer unumstrittenes Schwergewicht. Als Trägervereins-Vorsitzender am Olympiastützpunkt, seit 1995 als Präsident des Badischen Sportbundes. Schon in den 70ern war er sportpolitischer Sprecher seiner Partei. Man ist ein wenig überrascht, dass er, der den Aufstieg Freiburgs zur Hochburg der Sportmedizin so eng begleitete, kaum zu tun hatte mit ihren Protagonisten. Vom Klümper-Cocktail habe er gehört &#8211; aber, versichert er, ein Schoppen Gutedel sei ihm lieber. Mit Georg Huber sei er befreundet, aber nur privat. Und Joseph Keul? Keul, sagt Fleischer, war ja Präsident des Sportärzte-Bundes in Baden-Württemberg:</p><blockquote><p>Und da hatten wir dann vor allem natürlich immer über finanzielle Fragen eben zu sprechen. Das ging&#8217;s eben um Landeshaushaltsfragen und solche Geschichten. Ich erinnere mich konkret an zwei Besuche, die ich bei ihm in Sportinstitut gemacht hab, wo&#8217;s eben um finanzielle Fragen gegangen ist.&#8221;</p></blockquote><p><strong>Im Nachruf auf Keul vor elf Jahren klang das viel persönlicher. Da schrieb Fleischer: &#8220;Jupp war ein Freund.&#8221; Fredy Stober, langjähriges NOK-Mitglied aus Freiburg, nannte Fleischer den &#8220;immer präsenten politischen Macher&#8221; hinter der Sportmedizin. Gemeinsam habe man auch die Berufung von Keul-Nachfolger Hans-Hermann Dickhuth durchgesetzt.</strong></p><p>Sport und Kies &#8211; ist beides in Niederrimsingen verknüpft? Im Freiburger Regierungspräsidium erinnert man sich gut, wie Fleischer Ende der 90er Jahre mehrfach mit Thomas Birkenmeier vorsprach. Dessen Firma &#8220;Stein und Design&#8221; liegt auch am Baggersee. Birkenmeier bezieht Kies von Peter. Fleischer und er drängten auf Abbau ins zweite Grundwasserstockwerk. Hier, wo das größte und besonders geschützte Grundwasservorkommen der Gegend liegt. Birkenmeier ist auch Miteigentümer der Rheintalklinik in Bad Krozingen. Dort kam Dopingarzt Andreas Schmid unter, nach der Entlassung von der Uni. Galt Schmid als unsicherer Kantonist, der mit dem Job ruhig gestellt werden sollte? Hat Kieser Birkenmeier Fleischer damit etwas zurückgegeben, diesmal dem Sportfunktionär?</p><p><span
id="more-10230"></span>Fleischer sagt, er kannte Schmid nicht. Dass der auch die Fußballer des SC Freiburg verarztete, hat er, seit den 60ern im Verein engagiert, spät gehört, vom inzwischen verstorbenen Präsidenten des Bundesligisten:</p><blockquote><p>Das hab ich erst erfahren, als gegen Schmid ermittelt wurde und der Achim Stocker sich ganz auf die Seite von Schmid damals in der Öffentlichkeit gestellt hat und gesagt hat: &#8216;Mensch, das ist doch ein prima Kerl, und was wollt ihr denn!&#8217; &#8230; und eben viel Sympathie ihm gegenüber. Da hab ich dabei erfahren, dass er, damals war Finke hier noch Trainer, dass er eben hier auch Mannschaftsarzt gewesen ist. Meine Funktion: Ich bin Vorsitzender vom Wahlausschuss. Das ist so&#8217;n Mini-Aufsichtsrat, den der DFB vorgeschrieben hat. Aber mit dem rein operativen Bereich hab ich natürlich überhaupt nichts. Ich meine, man trifft sich ab und zu und spricht. Oder auch Spieler, die man dann ab und zu mal trifft. Weihnachtsfeier, wo man dann auch eingeladen wird &#8230;&#8221;</p></blockquote><p>Bei Feiern ist Fleischer dem Doktor nie begegnet. Nur in Bad Krozingen. In der Klinik von Birkenmeier lässt er sich seit Jahren von einer Physiotherapeutin behandeln:</p><blockquote><p>Dann war ich einmal &#8211; jetzt komm ich zu Schmid, den ich ja nicht kannte -, mir wurd&#8217;s auf einmal schlecht während meiner Behandlung bei der Frau Wohlburg. Und die hat bisschen Angst gehabt, dass ich nen Herzkasperle krieg. Und die hat nachher nach oben telefoniert, dass sie doch bitte einen Arzt runterschicken. Dann kam ein Arzt, den ich wie gesagt nicht kannte, der dann bei mir den Puls gemessen hat und einige Untersuchungen durchgeführt, wie man&#8217;s macht, wenn so etwas im Raum steht. Er kannte wahrscheinlich mich. Weil, er hat mich dann immer so angeschaut. Übrigens ein sehr sympathischer Mann, kann man wirklich nicht anders sagen, also ich versteh da den Achim Stocker gut. Und nachher hat er sich dann geoutet und hat sich zu erkennen gegeben. Ich: &#8216;Nein, jetzt liege ich hier auf dem Wagen, und dann lerne ich ausgerechnet Sie jetzt hier auch kennen!&#8217; Aber er hat mich prima behandelt, wirklich sehr gut behandelt und ist dann wieder weggegangen. Ich hab keinen Herzinfarkt gehabt. Und ich hab ihn auch seitdem dann nie mehr gesehen.&#8221;</p></blockquote><p>Hatte Fleischer nichts zu tun mit der Unterbringung von Schmid in der Rheintalklinik?</p><blockquote><p>Keine Rede! Ich hab in keiner Weise dabei mitgewirkt.&#8221;</p></blockquote><p>In der Rathaus-Apotheke in Elzach, nördlich von Freiburg, waren die Doping-Ärzte Stammkunden. Dort bezogen sie Epo. Im selben Haus hat ein Bruder Gundolf Fleischers seine Arztpraxis. Wusste Fleischer davon?</p><blockquote><p>Das ist nicht zu fassen! Ich weiß auch nicht, dass die Praxis meines Bruders, der eine Praxis in Elzach hat, dass die über der Apotheke liegt. Also. Das hat überhaupt nichts damit zu tun!&#8221;</p></blockquote><p><strong>Der Bruder promovierte 1980 an der Uni, an der &#8220;Abteilung Leistungs- und Sportmedizin&#8221;. Erster Gutachter war Joseph Keul. &#8211; Viele Zufälle verbinden Gundolf Fleischer mit der Sportmedizin. Falsche Fährten, allesamt? Wir hätten gern Andreas Schmid gefragt. Doch der schweigt, auch gegenüber Journalisten. Das übermittelt sein Anwalt. Es ist derselbe, der Gundolf Fleischer vertritt.</strong></p><p>Schmid arbeitet nicht mehr in der Rheintalklinik. Ihm wurden kürzlich &#8220;die Räume gekündigt&#8221;, behauptet der Geschäftsführer. Und dass Schmid nie angestellt war, bloß seine private Praxis hier betrieb. Als wir im Winter die Klinik besucht haben, wies nirgendwo ein Schild auf diese Praxis hin. Patienten erzählten, ja, der Doktor Schmid sei auf der Station Innere Medizin. Die Rheintalklinik, dies ist am Hintereingang vermerkt, gehört zum Reha-Netzverbund des Uniklinikums. Das überweist Patienten. Und: Die Privatklinik ist Ausbildungskrankenhaus für Studenten. Schmids Wirken dort war in Freiburg bekannt, Zeitungen berichteten. Der Universität kann das kaum entgangen sein. Druck machte sie erst, nachdem der Deutschlandfunk Ende 2010 anfragte. Wie, wollten wir wissen, lässt sich das vereinbaren mit dem neuen &#8220;Anti-Doping-Konzept&#8221; des Uniklinikums? Das besagt zum Beispiel: Die Lehre, in Medizin und Sportwissenschaft, soll Bewusstsein wecken gegen Leistungsmanipulation.</p><p>Angehende Trainer studieren am Institut für Sport und Sportwissenschaften, kurz IfSS. Kommt das Thema Doping vor? Institutsdirektor Albert Gollhofer:</p><blockquote><p>Ich bin Physiker, Biomechaniker und bin von Natur aus eigentlich kein Biochemiker. Und zu blöd, die Facetten genau rüberzubringen. Wir haben in der Trainingswissenschaft schon so Eckpunkte, wo man sagen kann, wo die biologischen Limits sitzen, und dass man natürlich auch jetzt durch ein verstärktes Testosteronprofil ein verstärktes Muskeldickenwachstum oder ne beschleunigte Regeneration kriegt.&#8221;</p></blockquote><p>Die Mediziner würden das Thema wohl einbeziehen, glaubt er. Im Fach Ethik könne es vorkommen. Die Wochenzeitung &#8220;Die Zeit&#8221; setzte Gollhofers Institut gerade auf Platz 1 ihres Rankings. Der Professor sagt, Weltspitze sei man in der Sportmotorik, der neuromuskulären Forschung. Gollhofer hält auch einen Gesellschafteranteil an der Radlabor GmbH. Die Firma wurde 2007 ausgegründet aus dem IfSS, kurz nach dem Telekom-Skandal. Sie wirbt auch mit dem, womit die Universität offiziell nichts mehr zu tun hat: mit der Betreuung von Radprofis. Als der Deutschlandfunk Anfang März berichtete, protestierten Gollhofer und Björn Stapelfeldt, der Firmenchef. Stapelfeldt zeigt nun Existenzgründeranträge von 2005. Beim Rundgang sagt er, Leistungsdiagnostik sei nur ein Geschäftsfeld:</p><blockquote><p>Wir haben hier in der Mitte Sitzposition, Biomechanik. Wir setzen den Menschen aufs Rad, messen Pedalkräfte, können Videoanalyse betreiben. Und wir haben hier verschiedene Trainingsprogramme, die sich an unterschiedliche Klientel richten: Fitnesssportler, Gesundheitssportler, Unternehmer, die irgendwas verbessern wollen. Und hintendrauf haben wir die Preise.&#8221;</p></blockquote><p>Die Radlabor GmbH entwickelt Messgeräte, die sie weltweit verkauft. Für den Bund Deutscher Radfahrer betreut sie Athleten. Profis nur noch vereinzelt. Stapelfeldt fühlt sich betrogen von den Ärzten, mit denen er arbeitete, und von den einstigen Stars, die auf seinen Geräten saßen:</p><blockquote><p>Woher wissen wir, welche Leistungen überhaupt möglich sind? Wenn man in Lehrbücher schaut, dann gab&#8217;s schon, als Epo noch gar kein Thema war, Sauerstoffaufnahmen von 90. Wurden von Radfahrern, von Ruderern berichtet.&#8221;</p></blockquote><p>Gollhofer leitete ein Projekt im &#8220;Arbeitskreis Dopingfreier Sport&#8221;, über den ab 1998 der Telekom-Konzern offiziell Forschung im Dienste der Sauberkeit finanzierte: &#8220;Leistungsdiagnostische Betreuung im Radsport &#8211; Team Telekom&#8221;. Trainingsprogramme sollten geliefert werden. War es in Freiburg ganz anders als etwa in der ostdeutschen Sportforschungszentrale Leipzig, wo Trainingsmethodik auf Dopingkuren aufbaute? Waren keine seltsamen Leistungssprünge bemerkbar? Dafür müsse man, sagt Gollhofer, Sportler lange beobachten.</p><blockquote><p>Wir hatten die Leute projektbezogen bei uns, und wir hatten die immer so punktuell gesehen.&#8221;</p></blockquote><p>Die Projektdarstellung besagt etwas anderes: &#8220;Regelmäßig&#8221;, heißt es darin, würden &#8220;die Athleten des Team Telekom leistungsdiagnostisch erfasst&#8221;; &#8220;langfristig&#8221; die Daten im Radlabor dokumentiert. Kurz nach dem Gespräch geht uns ein internes Protokoll zu. Verklausuliert ist die Rede von &#8220;Ereignissen in der Sportmedizin&#8221;, die nun Einfluss hätten auf Institut und Radlabor. Das Rektorat habe jetzt &#8220;strukturelle Entflechtung&#8221; angeordnet. Heißt: Gollhofer wird nicht mehr Gesellschafter im Radlabor bleiben und Stapelfeldt nicht mehr am Sportinstitut angestellt.</p><p>Die Ergebnisberichte des Telekom-Arbeitskreises wären nützlich für die Große Kommission mit der Kriminologie-Professorin Letizia Paoli an der Spitze. Sie prüft die wissenschaftliche Arbeit der Sportmediziner auf Dopingrelevanz. Die Papiere seien unauffindbar, teilt die Uni mit. Einige Projekttitel riechen nach Beihilfe zum Doping. Dem Projektleiter Andreas Schmid etwa sponserte die Telekom Erkundungen zur &#8220;prospektiven&#8221; Analyse von Parametern für den indirekten Epo-Nachweis. Mit derlei Vorsorge ermittelt die Szene auch Abklingraten.</p><p>Die Kommission geht komplizierten Fragen nach. Eine: Schmid, der so genannte Einzelfall, forschte mit vielen Kollegen; die meisten sind noch an der Uni. Welchen Anteil hatten sie? Oder: Welche Expertise erwarben hier jene Doktoren, die heute bundesweit Lehrstühle besetzen und Athleten betreuen? Einfach wird das nicht. Noch ist offen, ob das Rektorat eher Rufschaden begrenzen will oder tatsächlich an Wahrheitsfindung interessiert ist. Letzten Sommer ließ man ein Rechtsgutachten anfertigen. Dem Deutschlandfunk liegt es vor.</p><p><strong>Es sperrt Unterlagen der Kleinen Doping-Kommission, die 2009 zum Telekom-Team berichtete, für die Große. Hauptgrund: Datenschutzgesetze. Nur Gutgläubige werden am Gutachter keinen Beigeschmack finden: Der Anwalt aus der Kanzlei Graf von Westphalen vertritt die Uni oft; er steht dem Verein &#8220;Freunde der Rechtswissenschaftlichen Fakultät&#8221; vor. Verwehrt wird der Paoli-Kommission auch Einsicht in die Personalakten von Armin Klümper und Joseph Keul.</strong></p><p>Mit Keul ist eine zentrale Frage verknüpft. Stimmt, was die Kleine Kommission feststellte? Dass Keul zwar Doping verharmloste, sich auch am Versand von Mitteln an Athleten beteiligte, dass ihm aber sonst nichts vorzuwerfen ist? Ging der Epo-Einsatz, angeblich erst ab 1996 und nur im Radsport, wirklich auf seine Schüler Schmid und Heinrich zurück? Ihr Meister interessierte sich beizeiten für den Stoff: Der sei &#8220;bei richtiger Anwendung ungefährlich&#8221; und könne &#8220;das Höhentraining durchaus ersetzen&#8221;, dozierte Keul 1991. Epo war neu damals. Woher wusste der Sportmediziner das?</p><p>An der Uni gab es eine Fachkraft: den Onkologen Roland Mertelsmann, als Pionier der Gentherapie gefeiert. Er setzte das Medikament als einer der Ersten in Deutschland bei Krebspatienten ein. Mertelsmann geriet 1997 in den Strudel des bis dato größten Skandals in der deutschen Medizin. Arbeiten des Krebsforschers Friedhelm Herrmann beruhten auf falschen Daten &#8211; und viele von Mertelsmann, seinem Doktorvater. Auch damals berief der Rektor eine Kommission:</p><blockquote><p>Das war keine einfache Aufgabe, weil unsere Kommission ja eigentlich gegen den Widerstand der Medizinischen Fakultät eingesetzt war und auch immer wieder konfrontiert wurde mit anwaltlichen Angriffen. Da kam mir als langjährigem Richter zustatten, dass man weiß, was man hinnehmen muss oder nicht hinnehmen muss. Und wir haben dann ohne Wenn und Aber unsere Kommissionsarbeit durchgezogen.&#8221;</p></blockquote><p>Albin Eser leitete die Untersuchung. Der weltweit renommierte Emeritus war unter anderem Dekan an mehreren Universitäten, Richter in Den Haag, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht. Seine Kommission attestierte Mertelsmann grobe Regelverletzung und &#8220;fehlende Glaubwürdigkeit&#8221;.</p><blockquote><p>Unsere Kommission hatte von vornherein nur den Auftrag, Feststellungen zu treffen. Deshalb haben wir uns strikt darauf beschränkt, haben allerdings im Gespräch mit dem Rektor zum Ausdruck gebracht, dass jetzt die Universität gefragt sei und letztlich das Ministerium für Wissenschaft in Stuttgart, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Im Ministerium sind die Dinge dann nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hätte. Erstens ist man nur sehr zögerlich an die Sache herangegangen, und es ist eigentlich auch nicht sehr viel dabei herausgekommen.&#8221;</p></blockquote><p>Mertelsmann stieg auf &#8211; die Kollegen bestellten ihn als Zeichen ihrer Solidarität zum geschäftsführenden Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum. Die Bitte um ein Gespräch beantwortet er nicht, auch keine schriftlichen Fragen zur Verbindung mit Keul. Die wichtigste: Führt eine Linie vom einen großen Skandal zum anderen, vom Wissenschaftsbetrug zum Sportbetrug? Mertelsmann und Keul waren befreundet. Sie publizierten gemeinsam. 1996 starteten sie mit der Firma CellGenix ins Stammzellen-Business. Den Pioniergeist der Professoren belobigte auch der US-Gentechnik-Riese Amgen, Weltmarktführer für Epo. CellGenix existiert noch &#8211; mit Mertelsmann und seiner Familienstiftung als Hauptgesellschafter. Die Universität hält Anteile. Und bis heute beteiligt: Die Erben von Joseph Keul.</p><p>Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt ermittelt in Freiburg Staatsanwalt Christoph Frank gegen Andreas Schmid, Lothar Heinrich, gegen weitere Ärzte und Betreuer des einstigen Telekom-Teams. Ein Verfahren hat er schon eingestellt, das gegen die Apothekerin in Elzach.</p><blockquote><p>Wir stellen ein System fest, das wohl alles andere als transparent ist, und müssen sehen, dass wir die strafrechtlich relevanten Vorwürfe rausfiltern können. Der Ausgang der Ermittlungen ist noch offen, wir gehen aber davon aus, in den nächsten Wochen das Verfahren abschließen zu können. Wenn das Verfahren abgeschlossen wird, wird sich die Abschlussverfügung der Staatsanwaltschaft natürlich auch mit der Beschreibung des Systems der Behandlungen am Universitätsklinikum Freiburg befassen, um auch deutlich zu machen, welche geringen Möglichkeiten das Strafrecht hat, um Dopingpraktiken im Nachhinein zu bewerten und strafrechtlich einzuordnen.&#8221;</p></blockquote><p>Mit geschlossenen Systemen kennt Frank sich aus. In den 80ern ermittelte er gegen Armin Klümper. Es ging um Abrechnungsbetrug. Als verhandelt wurde, lag der qualvolle Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel, auch sie von Klümper gespritzt, noch nicht lange zurück.</p><blockquote><p>Es gab damals, von Sportlern gegründet, eine Initiative, die den Prozess sehr eng begleitet hat und immer wieder darauf hingewiesen hat, dass in der Abwägung der medizinischen Leistungen von Professor Klümper und den strafrechtlichen Vorwürfen ein Ungleichgewicht bestehe. Eberhard Gienger hat damals diese Gruppe organisiert. Die Sportler &#8211; die Hauptverhandlung hat sich ja über viele Monate hin erstreckt &#8211; haben die Hauptverhandlung begleitet durch Interviews, durch Pressearbeit, um Professor Klümper zu unterstützen.&#8221;</p></blockquote><p>Neben Gienger, heute für die CDU im Bundestag, gewesener Vizepräsident im Deutschen Olympischen Sportbund und einst von Klümper mit Anabolika versorgt, gehörten die Fechterin Anja Fichtel oder die Hoeneß-Brüder zur Sportlerfront. Und was Rang und Namen hatte im aktiven Spitzensport, pilgerte weiter zu ihm &#8211; oder zu Keul. Freiburger Mediziner-Erfolg schätzte auch die Politprominenz, nicht nur in Form von Medaillen. Landesminister wie Fußballfunktionär Gerhard Mayer-Vorfelder, sein Kollege aus dem Justizressort, Beamte aus dem Bundesinnenministerium &#8211; sie waren Geldgeber und Patienten. Das Offensichtliche gehörte zum System:</p><blockquote><p>In den Verfahren gegen Professor Klümper hat, ohne dass Professor Keul beteiligt war, Professor Keul immer eine Rolle gespielt. Im Hintergrund war immer auch der nicht offen geäußerte Vorwurf des Dopings beidseits erhoben worden. Nach meinem Eindruck aus dem Verfahren gegen Professor Klümper war es ihm jedenfalls wichtig, auch immer wieder sich von Herrn Keul zu unterscheiden, deutlich zu machen, dass er andere Maßstäbe für seine medizinischen Behandlungen habe als Professor Keul. Der wiederum hat außerhalb des Prozesses seine Vorstellungen über die Behandlungsmethoden von Professor Klümper sehr deutlich geäußert.&#8221;</p></blockquote><p>Im Fall Klümper waren politische Einflussnahme und medienwirksamer Beistand offen zu besichtigen. Ein wenig haben sie sich doch geändert, die Zeiten. Jetzt, mit der grün-roten Revolution im Musterländle, soll ohnehin alles anders werden, auch im Sport. In der Opposition interessierten sich Grüne und SPD wenig für die Breisgauer Dopingpraxis. Wie sie offengelegt wird, das könnte ein Maß sein für die neue Politik.</p><p>Gundolf Fleischer, der badische Sportpräsident, will selbstverständlich auch Aufklärung. Nur schnell soll sie gehen:</p><blockquote><p>Heinrich und Schmid &#8211; das waren zwei. Und alle anderen, die haben Zeit ihres Lebens tadellose Arbeit geliefert. Und deswegen muss ich schauen, dass die auch bald wieder dazu kommen, dass sie diese Arbeit machen können. Und dass auch dieser gute Ruf, den Freiburg immer wieder gehabt hat, auf die Weise wieder hergestellt wird. Einerseits Aufklärungsgebot und auf der anderen Seite auch alles zu tun, damit nicht diese über Jahrzehnte hervorragende Einrichtung über Gebühr und unverhältnismäßig Schaden nimmt. Sondern wieder zu alten Zeiten möglichst sogar zurückkehren kann.&#8221;</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/05/03/doping-kies-und-politik-in-freiburg-einzelfalle-mit-system/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>5</slash:comments> <enclosure
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title="Doping und die Medien" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/doping-und-die-medien/" target="_self">einiger Zeit</a> hatte ich bereits die Arbeiten von Angelika Mikus und Lukas Eberle vorgestellt.</p><ul><li>Angelika Mikus: <a
title="Diplomarbeit Angelika Mikus, TU Dortmund, 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/diplomarbeit-angelika-mikus-2009.pdf" target="_blank">“Chancen, Schergen, Scharlatane – Der Sportjournalismus und die Tour de France?</a>. Diplomarbeit, vorgelegt im Januar 2009, Institut für Journalistik, TU Dortmund</li><li>Lukas Eberle: <a
title="Bachelorarbeit Lukas Eberle, Uni Tübingen, 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/lukas-eberle-bachelorarbeit-2008.pdf" target="_blank">„Die Tour de France 2007 – Doping und der differente Umgang damit in den Tageszeitungen“</a>. Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang „Sportpublizistik“, Universität Tübingen, Januar 2008</li></ul><p><strike>Die Diplomarbeit von Fabian Kautz gibt es hier als Download (950 kb, alles in allem 223 Seiten).</strike></p><p><strong>Nachtrag, 19. Februar, 5.11 Uhr:</strong> Fabian Kautz hat mich gebeten, die Arbeit wieder aus dem Netz zu nehmen. Warum? Das wollte er eigentlich in einem Kommentar erklären. Schade.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/02/01/blickpunkt-doping-eine-studie-zu-meinungen-und-einstellungen-von-sportjournalisten/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Deutschland: Bremser im internationalen Antidopingkampf</title><link>http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/#comments</comments> <pubDate>Mon, 31 Jan 2011 12:17:21 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[bmi]]></category> <category><![CDATA[bundestag]]></category> <category><![CDATA[david howman]]></category> <category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[gerhard böhm]]></category> <category><![CDATA[grit hartmann]]></category> <category><![CDATA[sportförderung]]></category> <category><![CDATA[steuermittel]]></category> <category><![CDATA[viola von cramon]]></category> <category><![CDATA[wada]]></category> <category><![CDATA[abteilung sport]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10121</guid> <description><![CDATA[Zwischen Dichtung und Wahrheit heißt hier eine meiner Lieblingsrubriken. Einen wunderbaren Beitrag zu diesem Thema hat gerade Grit Hartmann exklusiv für den Deutschlandfunk produziert. Ein Teilchen mehr im großen Puzzle, das die PR-Mär, Deutschland gehe im so genannten Antidopingkampf unentwegt voran, einmal mehr mit Fakten widerlegt. Hörbefehl: : Lesebefehl: Bremser im internationalen Antidopingkampf WADA-Budget wird [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen <a
title="tag: Dichtung und Wahrheit" href="http://www.jensweinreich.de/category/dichtung-und-wahrheit/" target="_self">Dichtung und Wahrheit</a> heißt hier eine meiner Lieblingsrubriken. Einen wunderbaren Beitrag zu diesem Thema hat gerade <strong>Grit Hartmann</strong> exklusiv für den Deutschlandfunk produziert. Ein Teilchen mehr im großen Puzzle, das die PR-Mär, Deutschland gehe im so genannten Antidopingkampf unentwegt voran, <a
title="Die NADA: Ping-Pong-Diplomatie unter Sportsfreunden" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/08/die-nada-ping-pong-diplomatie-unter-sportsfreunden/" target="_self">einmal mehr</a> mit Fakten widerlegt.</p><p>Hörbefehl:</p><p><a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/01/29/dlf_20110129_1946_13cd1ef1.mp3" target="_self">:</a></p><p>Lesebefehl:</p><p><em>Bremser im internationalen Antidopingkampf</em></p><p><strong>WADA-Budget wird reduziert – auf Initiative der Bundesregierung</strong></p><p>von Grit Hartmann</p><p>Für den Antidopingkampf verfügen Bundesregierung wie Sportfunktionäre über eine beliebte Sprachregelung: Der müsse, im Interesse der Chancengleichheit, weltweit harmonisiert werden.</p><p>Deshalb war eine moderat steigende Unterstützung der Weltantidoping-Agentur <a
title="WADA" href="http://www.wada-ama.org" target="_blank">WADA</a> aus dem deutschen Steuersäckel konsensfähig. Offiziell hat sich daran nichts geändert &#8211; hinter den Kulissen schon. Der WADA setzt eine irritierende Initiative der Bundesregierung zu.</p><p>Es ist nicht neu, dass sportpolitische Ärgernisse zufällig öffentlich werden. Dieser Fall jedoch hat Seltenheitswert. Die grüne Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon:</p><blockquote><p>In diesem Jahr haben wir unseren Familienurlaub, unseren Weihnachtsurlaub in Montreal verbracht. Mein Mann stammt daher. Und ich hab die Gelegenheit wahrgenommen, Anfang Januar mal ein Gespräch zu suchen bei der WADA, die ja dort ihr Headquarter hat. Wir hatten verschiedene Themen. Und da gab es einen Punkt, der besonders interessant war, und der betraf das deutsche Engagement innerhalb der WADA, bei der Finanzierung.&#8221;</p></blockquote><p>WADA-Mitarbeiter präsentierten einen brisanten Brief, datiert vom Juni 2010. Absender: Gerhard Böhm, Chef der Sportabteilung im Bundesinnenministerium. Adressat: der Europarat, wo die europäischen Staaten sich über ihren Jahresbeitrag zum WADA-Haushalt verständigen. Eine Hälfte zahlt das IOC, die andere die Regierungen, wobei der europäische Anteil bei 47,5 Prozent liegt. Die Bundesrepublik gehört zu den größten Zahlern; sie gibt so viel wie Rom, London und Paris, 722.000 US-Dollar im letzten Jahr. Böhm wurde nun mit dem Anliegen vorstellig, die WADA-Zuwendungen &#8211; bisher stets leicht geklettert &#8211; ab 2011 einzufrieren.</p><p>Begründung: Eingedenk der globalen Finanzkrise sei es &#8220;schwierig, ein kontinuierlich steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln&#8221;.</p><p><object
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title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung</a></li><li><a
title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/22/die-verbal-salti-des-christoph-bergner/" target="_self">Die Verbal-Salti des Christoph Bergner</a></li><li><a
title="“We are family&#8221;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/  " target="_self">“We are family&#8221;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft</a></li></ul></blockquote><p>Vorab das Resultat des Vorstoßes: Unbemerkt von der Öffentlichkeit einigten sich Europas Regierungen im November darauf, ihre Beiträge in diesem Jahr nur um zwei Prozent aufzustocken &#8211; das kleinste Plus seit Gründung der WADA vor elf Jahren. WADA-Generaldirektor David Howman sagt, damit fange man lediglich die Inflation ab:</p><blockquote><p>Im Wesentlichen heißt das für uns Stillstand. Wir kommen nicht voran. Bei Nullwachstum würden wir schrumpfen, uns zurückbewegen. Und das ist ein wenig beunruhigend. Insbesondere, wenn man sich zum Beispiel den EU-Haushalt ansieht &#8211; der wurde für 2011 um sechs Prozent erhöht. Um zu verdeutlichen, worüber wir bei Europa sprechen: Ein Prozent Erhöhung für die WADA sind 150.000 US-Dollar, verteilt auf 47 Länder &#8211; das ist ein ziemlich kleiner Betrag.&#8221;</p></blockquote><p>2012 würde, geht es nach den Europäern, aus dem Stillstand ein Zurück. Die Beiträge sollen eingefroren werden. Viola von Cramon erinnert an der Deutschen liebste Klage. Sie lautet, dass deutsche Athleten, weil angeblich bestens kontrolliert, international benachteiligt sind:</p><blockquote><p>Dann müsste es ja eigentlich im deutschen Interesse sein, genau diese Institution zu stärken, die sich für die weltweite Überprüfung der Athleten einsetzt, und das ist die WADA. Da müsste man die WADA nicht mit weniger Geld versehen, sondern mit deutlich mehr Geld.&#8221;</p></blockquote><p>Dass die Betrugsbekämpfer mit ihrem 27-Millionen-Dollar-Budget unterfinanziert sind, gilt als ausgemacht. Howman sagt, was die WADA erreicht habe, habe sie nicht dank ihrer finanziellen Ausstattung erreicht, sondern trotzdem. Mag es Kritik an der WADA geben &#8211; für weltweite Harmonisierung des Antidopingkampfes ist sie unverzichtbar. In 15 ärmeren Regionen finanziert sie Antidoping-Organisationen; die assistieren derzeit 122 Ländern bei der Kontrolle von Athleten. Fast im Alleingang finanziert sie die Verfeinerung der Analytik. Mit einer Zahl für die letzten sieben Jahre illustriert Howman die Absurdität des deutschen Vorstoßes:</p><blockquote><p>Aus unserem Forschungsetat sind mehr als 32 Millionen Dollar zurück nach Europa gegangen, in Forschungsprojekte. Das ist fast genauso viel wie die Einzahlungen, die wir aus Europa bekommen haben. Verglichen mit anderen Kontinenten bewegen sich die Europäer also in einem Geld-Rein-Geld-Raus-Szenario.&#8221;</p></blockquote><p>In Montreal rätselt man deshalb, was die Bundesregierung wirklich antreibt:<br
/> <span
id="more-10121"></span></p><blockquote><p>Deutschland ist einer der starken Befürworter der WADA gewesen und geblieben. Wir haben diese Unterstützung begrüßt. Das ist seit der WADA-Gründung so gewesen, und wir hatten damit gerechnet, dass es dabei bleibt. Deshalb war es für uns überraschend, dass so ein Vorstoß kam. Wir haben ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass der Sportetat des Bundesinnenministeriums in diesem Jahr de facto gestiegen ist, gleichzeitig aber wollen sie unser Budget reduzieren. Das finde ich etwas beunruhigend.&#8221;</p></blockquote><p>Von Cramon fragt nun nach dem Gehalt frommer Fensterreden. Im <a
title="Was vom Tage übrig bleibt (60): Bundes-Spitzensportförderung, Sportsoldaten, Staatssport, Doping/Bremer/BDR" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/15/was-vom-tage-ubrig-bleibt-60-bundes-spitzensportforderung-sportsoldaten-staatssport-dopingbremerbdr/" target="_self">jüngsten Sportbericht</a>, er wurde gerade im Bundestag debattiert, belobigt sich die Koalition eifrig für ihre &#8220;führende Rolle&#8221; im internationalen Antidopingkampf.</p><blockquote><p>Dann könnte man davon ausgehen, dass die Bundesregierung ausschließlich den sauberen Sport fördert. Wenn man aber sieht, was sie tatsächlich macht, dann kann man nicht davon ausgehen, dass das ein ernstgemeintes Bekenntnis ist. Und ich denke, das ist ein ganz fatales politisches Signal für den weltweiten Antidopingkampf.&#8221;</p></blockquote><p>Zusätzliche Sprengkraft bezieht der deutsche Vorstoß aus der Herausforderung, die Howman formuliert:</p><blockquote><p>Wir wissen, dass der raffinierte Doper, der smarte und vermutlich bestens finanzierte Doper riskanteste Verbindungen eingeht, um den Nachweis zu vermeiden. Und das funktioniert seit einer Weile. Wir können eine Menge Geld für bessere Analytik ausgeben, um ihn zu erwischen. Aber wir müssen dafür andere Wege gehen.&#8221;</p></blockquote><p>Heißt, die WADA sieht ihren Job zunehmend in Detektivarbeit, darin, kriminelle Strukturen aufzudecken, in denen ausgereifte Dopingpraktiken gedeihen &#8211; vornehmlich in entwickelten Nationen wie Deutschland. Das liefert Stoff für Mutmaßungen: Verbirgt sich hinter der neuen Berliner Sparsamkeit ein stiller Dienst des sportpolitischen Kartells am offiziell vorbildhaft sauberen deutschen Athleten? Howman will nächste Woche bei einem Deutschland-Besuch um Aufklärung bitten. Auch von Cramon hat der Bundesregierung Fragen übermittelt. Zweitens werde sich der Sportausschuss mit der Causa befassen.</p><blockquote><p>Und drittens ist es natürlich so, dass über die Gelder nicht nur die Bundesregierung entscheidet, sondern ganz sicher auch wir Parlamentarier, also der Deutsche Bundestag.&#8221;</p></blockquote><p>Hier nochmals die <a
title="Was vom Tage übrig bleibt (60): Bundes-Spitzensportförderung, Sportsoldaten, Staatssport, Doping/Bremer/BDR " href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/15/was-vom-tage-ubrig-bleibt-60-bundes-spitzensportforderung-sportsoldaten-staatssport-dopingbremerbdr/" target="_self">Übersicht</a> zur Bundes-Sportförderung:</p><p><object
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isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9762</guid> <description><![CDATA[Es wird mal wieder etwas umfangreicher. Einige Leser &#8211; aus dem Leistungssportbereich und aus der Verwaltung &#8211; haben sich doch sehr an den Service gewöhnt, hier regelmäßig Dokumente zur Sportförderung des Bundes zu finden &#8211; und fordern dies recht offensiv ein. Denn es ist ja weiterhin so, dass man diese Zahlen nicht einfach irgendwo abrufen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Es wird mal wieder etwas umfangreicher. Einige Leser &#8211; aus dem Leistungssportbereich und aus der Verwaltung &#8211; haben sich doch sehr an den Service gewöhnt, hier regelmäßig Dokumente zur <a
title="tag: Sportförderung" href="http://www.jensweinreich.de/?s=sportf%C3%B6rderung" target="_self">Sportförderung</a> des <a
title="Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2010" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/sportforderung-des-bundes-im-jahr-2010/" target="_self">Bundes</a> zu finden &#8211; und fordern dies recht offensiv ein. Denn es ist ja weiterhin so, dass man diese Zahlen nicht einfach irgendwo abrufen kann. Komisch. Die Intransparenz im sportpolitischen Komplex habe ich oft genug kritisiert.</p><p>Wie hat es einer der Anrufer, sogar Präsident eines Sportverbandes, gerade so hübsch formuliert:</p><blockquote><p>Wir haben in Deutschland ein System des Staatssports, in dem eine Ministerialbürokratie willkürlich über Sportförderung und Steuermittel entscheidet. Wer in diesem Kartell nicht drinsteckt, hat Pech gehabt.</p></blockquote><p>Stimmt. Eike Emrich hat das einmal (siehe: <a
title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung</a>) so ausgedrückt:</p><blockquote><p>Wer gut bedient werden will, muss bereit sein, zu jeder geforderten Zeit, und sei es kurz vor wichtigen Sportereignissen, der gutachterlichen Behörde seine Aufwartung zu machen. In diesem sozialen Umfeld erweist sich stets, dass Intrigen, Ränke- und Machtspiele sowie der strategische Umgang mit Informationen nebst Partizipation an den richtigen Seilschaften Bestandteil der Erfolg verheißenden Handlungsmaxime der Akteure sind.</p><p>Also sind im Schnittfeld zwischen Politik und Sport durchaus höfische Einflüsse auf moderne Organisation erkennbar, was aufgrund der traditional-feudalen Momente sowohl im Sportsystem als auch im politischen Beamtenwesen nicht weiter verwundert. Darüber hinaus verlangt die sportliche Behörde von anderen Organisationen in allen nur denkbaren Punkten immer mehr Transparenz, um zugleich umgekehrt proportional zu diesen Ansprüchen die eigenen Kriterien der Entscheidungen teilweise intransparent zu gestalten.</p><p><small>via <a
href="http://jensweinreich.de/?page_id=27" target="_self">Korruption im Sport</a>. Originalquelle: Emrich, E./Papathanassiou, V.: Zur Führungskultur in assoziativen Systemen – As­pekte machtzentrierter traditionaler Denk- und Handlungsmuster im Sportsystem. In: Sportwissenschaft, 3/2003, S. 239 ff.</small></p></blockquote><p>Ich gebe zu, da hole ich wieder mal sehr weit aus. Aber das Leben ist nun mal kompliziert, Mann sollte es auch in diesem Diskussionsforum nicht einfacher machen, als es ist.</p><p>Vielleicht hat sich die Haltung des BMI unter dem neuen Sport-Abteilungsleiter Gerhard Böhm, ehemals Sportberater der Kanzlerin, ja grundlegend geändert, wer weiß. Ich habe mich kürzlich ganz angeregt mit Herrn Böhm unterhalten. Wer weiß, vielleicht gibt das BMI ja demnächst endlich mal die detaillierten Zahlen zur Spitzensportförderung bekannt? Besonders interessiert natürlich die Einzelförderung der Verbände, die sich unter dem Punkt &#8220;zentrale Maßnahmen auf dem Gebiet des Sports&#8221; versteckt. Vielleicht habe ich gerade einen Blackout, ich lasse mich überaus gern korrigieren &#8211; aber ist es nicht so, dass die Zuwendungen für die einzelnen Verbände nicht öffentlich sind, wie vieles andere auch, etwa die <a
title="tag: Zielvereinbarungen" href="http://www.jensweinreich.de/?s=zielvereinbarung" target="_self">Zielvereinbarungen</a>? Natürlich soll niemand wissen, was der andere bekommt. Obwohl es doch um Steuermittel geht.</p><p>Also, wenn jemand mitliest aus DOSB/BMI, immer her mit den Zahlen &#8211; Diskretion ist garantiert.</p><p>Andererseits, so lange <a
title="alle Beiträge von und mit Christoph Bergner" href="http://www.jensweinreich.de/?s=christoph+bergner" target="_self">Christoph Bergner</a> parlamentarischer Staatssekretär bleibt, wird sich so schnell wohl nichts ändern. Habe mir sagen lassen, der CDU-Mann habe sich vergangene Woche im Sportausschuss zum wiederholten Male über meine Berichterstattung erregt bzw. darüber, dass Details zum so genannten <a
title="zum Antidopingbericht 2009" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/" target="_self">Antidopingbericht 2009</a> vorab im Deutschlandfunk veröffentlicht worden sind. Ach, der <a
title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/22/die-verbal-salti-des-christoph-bergner/" target="_self">Herr Bergner</a>, wenn ich ihn um kurze Statements bitte, ist er eigentlich immer sehr nett. Man hört aber so Sachen, dass er schon mal in kleinen Kreisen überlegen soll, wie man gewissen Journalisten das Handwerk erschweren könnte. Ich bevorzuge allerdings das offene Visier.</p><p>Egal. Hier also einige halbwegs frische Dokumente.</p><p>Hier zunächst der <strong><a
title="12. Sportbericht der Bundesregierung" href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/028/1702880.pdf" target="_blank">12. Sportbericht der Bundesregierung</a></strong>, falls den jemand übersehen hat (garantiert :), der gewissermaßen die politischen Rahmenbedingungen der Sportförderung in Deutschland festlegt (im <a
title="Sport im Koalitionsvertrag" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/28/was-vom-tage-ubrig-bleibt-47-koalitionsvertrag-klaue-pechstein-studie-auf-staatskosten/" target="_self">Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP</a> steht natürlich auch etwas):</p><p><object
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id="doc_471594346959025" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
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title="Die miserable Erfolgsquote der Dopinganalytik – und die Erfolgsmeldung von BMI, NADA und BVA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/" target="_self">jüngst wieder andiskutiert</a> wurde und der im Januar weiter im Sportausschuss verhandelt werden soll. Die <strong>Drucksache 17/3004, Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bündnisgrünen</strong>:</p><p><object
id="doc_8720696817260" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
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title="Bundestag Drucksache 17/3004" href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/030/1703004.pdf" target="_blank">im Original</a> auf der Bundestags-Webseite und die <a
title="Bundestag.de" href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2010_10/2010_325/02.html" target="_self">Meldung</a> dazu</li><li>Beiträge auf dem Blog von <a
title="Winfried Hermann, tag: Bremer" href="http://www.winnehermann.de/2010/tag/bremer/" target="_blank">Winfried Hermann</a> (tag: Bremer)</li><li>Beiträge im Blog (<a
title="tag: Burckhard Bremer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=burckhard+bremer" target="_self">tag: Bremer</a>), insbesondere der mit zahlreichen Links gefütterte und stets aktualisierte Beitrag (mal wieder: Danke, Ralf) <a
title="Winfried Hermann ./. BDR-Leistungssportdirektor Burckhard Bremer" href="http://www.jensweinreich.de/2009/04/16/winfried-hermann-bdr-leistungssportdirektor-burckhard-bremer/" target="_self">Winfried Hermann ./. BDR-Leistungssportdirektor Burckhard Bremer</a></li></ul><p>Ich wünsche eine erhellende Lektüre.<br
/> <a
href="http://flattr.com/thing/84240/Was-vom-Tage-ubrig-bleibt-60-Bundes-Spitzensportforderung-Sportsoldaten-Staatssport-DopingBre" target="_blank"><br
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isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9746</guid> <description><![CDATA[Im Sportausschuss des Bundestages &#8211; dort also, wo echte Debatten kaum geführt werden und Kontrolle äußerst selten ausgeübt wird &#8211; geht es zur Stunde u.a. um einige Dopingthemen. Nachdem sich die Parlamentarier und Sport-Lobbyisten, Volksvertreter mag ich wirklich nicht sagen, monatelang erfolgreich um einen Besuch in der olympischen Krisenregion München/Garmisch-Partenkirchen gedrückt und das Thema &#8211; [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Im Sportausschuss des Bundestages &#8211; dort also, wo echte Debatten kaum geführt werden und Kontrolle äußerst selten ausgeübt wird &#8211; geht es zur Stunde u.a. um einige Dopingthemen.</p><p>Nachdem sich die Parlamentarier und <a
title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Sport-Lobbyisten</a>, Volksvertreter mag ich wirklich nicht sagen, monatelang erfolgreich um einen Besuch in der olympischen Krisenregion München/Garmisch-Partenkirchen gedrückt und das Thema &#8211; jedenfalls nicht unter Einbeziehung der Olympia-Opposition &#8211; nie wirklich auf die Tagesordnung gerückt hatten, geruhten sie am vergangenen Sonntag/Montag in Bayern zu weilen. Jetzt, da die politischen Entscheidungen längst gefällt sind &#8211; eine Alibi-Veranstaltung, die zurecht medial unterging.</p><p>Heute in Berlin also u.a. diese Themen:</p><ul><li>TOP 4: Neuere Entwicklungen bei Dopingnachweisverfahren / Verfahren bei Probenentnahme</li><li>TOP 5: Anti-Dopingbericht 2009</li><li>TOP 6: Sachstandsbericht zur zuwendungsrechtlichen Prüfung des BDR durch das BMI</li></ul><p>Zu TOP 4 äußern sich der Mainzer Wissenschaftler <a
title="Nachweisverfahren für Gendoping" href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/02/was-vom-tage-ubrig-bleibt-59-nachweisverfahren-fur-gendopings/" target="_self"><strong>Perikles Simon</strong></a> sowie die Chefs der Dopingkontrolllabore Köln, Wilhelm Schänzer, und Kreischa, Detlef Thieme. Die Argumentationen hier im Original, wobei wieder einmal Simon mit einer knallharten Analyse herausragt. Er argumentiert zum Beispiel:</p><blockquote><ul><li>&#8230; dass es nicht sinnvoll ist, so wie gegenwärtig weniger als 2% der im Dopingkampf eingesetzten Gelder für die Weiterentwicklung der Analytik auszugeben. Reines Steroiddoping, welches wir sehr gut nachweisen können, gab es vor 30-40 Jahren. Molekulares Doping und Doping mit Peptidhormonen ist heutzutage relevant. Hierfür haben wir noch keine suffizienten Nachweise. <strong>Die Anti-Dopinglaboratorien, die es weltweit gibt, alleine mit der Entwicklung der ganzen neuen, dringend notwendigen Nachweisverfahren zu beauftragen oder diese Entwicklung implizit „für umsonst“ zu erwarten, ist gescheitert. E</strong>s sind dringend in Zukunft Synergie Effekte mit der modernen Pharmakologischen, Molekularbiologischen und Genetischen Forschung und der entsprechenden Molekularen Diagnostik zu suchen, die an den Universitäten und in der Industrie hervorragend infrastrukturell in Deutschland entwickelt und ausgebaut sind. Oftmals ist Forschern gar nicht klar, dass man das, an was sie arbeiten, auch im Anti-Dopingkampf nutzen könnte.</li><li>&#8230; wird Forschungsgeld für die Entwicklung der Analytik geeignet &#8211; also z.B. durch eine korrekte Begutachtung über die DFG, oder international renommierte Gutachter, wie bei der WADA- bereitgestellt, dann kann man auch hoffen, dass neue, effektivere Verfahren entwickelt werden.</li><li>&#8230; im Hinblick auf die momentan <strong>miserable Erfolgsquote der Analytik</strong> wäre es sehr sinnvoll zu sehen, wie man die Ausgaben im Bereich der konventionellen Analytik deutlich senkt (30-40%), um die frei werdenden Mittel u.a. verstärkt für die Entwicklung einer deutlich suffizienteren Analytik sowie für andere Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu verwenden. Alleine wenn man die Punkte (&#8230;) effektiv angeht, <strong>dürften diese 30- 40% auch in Deutschland eingespart werden können, ohne dass ein deutscher Athlet sich hierdurch &#8220;schlechter kontrolliert&#8221; fühlt</strong>.</li><li>&#8230; Die großen Sportverbände tragen die „ finanzielle Hauptlast“ für die momentanen Kosten im Anti-Doping Kampf. Es müssten Strategien und Konzepte entwickelt werden, die großen Verbände zu motivieren bei den Punkten (&#8230;) mitzuarbeiten. Hierfür wäre es m.E. notwendig wissenschaftlich zu belegen, dass ein auf Dauer nicht effektiv genug geführter, oder eben auch ein unglaubwürdiger und schlecht konzipierter Anti-Dopingkampf zu finanziellen Schäden für die Verbände führt. Sollte dies nicht belegbar sein, oder auch gar nicht den Tatsachen entsprechen, so halte ich persönlich einen befriedigenden Anti-Dopingkampf im Spitzensport anhand von Dopinganalytik, leider auf dem derzeitigen Wissensstand nicht in absehbarer Zeit für realisierbar. Wir müssten hierfür noch mindestens 10 bis 50-mal effektiver werden, ohne Innovationen entwickeln zu können. Das ist nicht realistisch. <strong>Ich würde dann empfehlen verwendete Steuergelder im Anti-Dopingkampf auf die Dopingprävention, den Anti-Dopingkampf im Nachwuchsbereich und im Breitensport zu fokussieren und Doping im Spitzensport im wesentlichen über entsprechende Anti-Dopinggesetzgebung und scharfe Verfolgung mittels Durchsuchungen im Allgemeinen (emails, Häuser, Überwachung und Kontrolle von Finanztransaktionen) zu begegnen.</strong></li><li>&#8230; ein auf nicht-analytischem Weg überführter Doper kostet zur Zeit nach nicht offiziellen Schätzungen nur etwa 30-50 Tausend US$. <strong>Diese Gelder sind somit im Moment schon 10mal effektiver eingesetzt, als Gelder für die Dopinganalytik. </strong>Sollten deutsche Juristen bezüglich dieser Vorgehensweisen Probleme sehen, so ist dies m.E. nicht praxisrelevant, da es im globalisierten Spitzensport reichen dürfte, wenn in ein paar Schlüsselländern diesbezüglich Umsetzungen erfolgen.</li></ul></blockquote><p>Die Unterschiede in den Notizen der drei Experten sind teilweise gravierend.</p><p><span
id="more-9746"></span>Die Ausschuss-Vorlage von Perikles Simon:</p><p><object
id="doc_338991103355211" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
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id="doc_782816803567338" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param
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title="Beitrag DLF vom 7. November 2010" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/11/07/dlf_20101107_1925_a88d2c22.mp3" target="_self">:</a></p><p>&#8230; und auf diese überarbeitete Variante <a
title="BLZ vom 10. November 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1110/sport/0046/index.html" target="_blank">&#8220;Nur ein schwarzes Schäfchen&#8221;</a>:</p><blockquote><p>Über die so genannten Antidopingberichte der deutschen Spitzensportverbände gab es in den vergangenen Jahren scharfe Debatten. Für 2009 stellt die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) den Verbänden nun ein geradezu zauberhaftes Zeugnis aus. Daraufhin wird der Bund, der den Spitzensport mit insgesamt rund einer Viertelmilliarde Euro alimentiert, nur von einem Verband Fördermittel zurückfordern: vom nichtolympischen American Football Verband Deutschland (AFVD). Der Verband hatte seine aktuelle Antidopingordnung erst am 31. Oktober 2009 rückwirkend zum 1. Januar 2009 beschlossen. „Das wird als unzulässig angesehen&#8221;, heißt es in einem Schreiben des Bundesverwaltungsamtes (BVA), das die Rechtmäßigkeit der Bundesförderung überprüft hat. Deshalb soll der AFVD 700 Euro zahlen. In Auswertung der Antidopingberichte 2008 hatte der Bund im Frühjahr von 19 Verbänden rund 230.000 Euro Rückzahlungen verlangt.</p><p>Zur Genese dieser Dopingberichte: Bis 2007 hatte der Bund nie untersucht, ob die in den Bewilligungsbescheiden für Steuermittel erhobenen Forderungen in der Dopingbekämpfung umgesetzt wurden. Seit 2008 müssen die Spitzenverbände jeweils bis 31. März Selbstauskünfte zum abgelaufenen Jahr einreichen. Die NADA fasst die behaupteten Angaben zusammen, vergleicht ansatzweise mit ihren Unterlagen und gibt Empfehlungen an den Zuwendungsgeber Bundesinnenministerium (BMI). Das BMI lässt die Sachverhalte vom BVA prüfen. Eine Tiefenprüfung aller Verbände gab es nie – es finden nur stichprobenartige Checks statt.</p><p>Im <a
title="Antidopingberichte 2007 der deutschen Sportfachverbände" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/18/exklusiv-antidopingberichte-2007-der-sportfachverbande/" target="_self">Antidopingbericht 2007</a> ging es auch um Versäumnisse des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Am Ende wurde der BDR sogar von der NADA gedeckt, und im Sportausschuss des Bundestages stimmten außer den Bündnisgrünen <a
title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/14/die-umfaller-sportlobbyisten-im-bundestag/" target="_self">alle Fraktionen gegen einen Strafzoll und einen Fördermittelstopp</a>. Derlei Maßnahmen gab es seinerzeit gegen den Deutschen Eishockey-Bund.</p><p>Unter dem neuen Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ging der Bund nach den <a
title="Antidopingberichte 2008 der deutschen Sportfachverbände" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/antidopingberichte-2007-der-deutschen-sportfachverbande/" target="_self">Antidopingberichten 2008</a> etwas energischer zur Sache: <a
title="Dopingberichte 2008: die 19 säumigen Verbände" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/04/dopingbericht-2008-die-19-saumigen-verbande/" target="_self">19 von 60 Spitzenverbänden wurden Verstöße unterstellt</a> und Rückforderungen zwischen ein und sechzehn Prozent der Fördermittel erhoben. Die Berichte sind allerdings nicht öffentlich. Wie etwaige Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ausgegangen sind, bleibt unklar. Das BMI hatte das Thema <a
title="Wie DOSB und BMI den Bundestags-Sportausschuss narren" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/06/wie-dosb-und-bmi-den-bundestags-sportausschuss-verarschen/" target="_self">Anfang 2010 verschleppt</a>, um während der Olympischen Winterspiele in Vancouver keinen Schatten auf die Medaillen der <a
title="Der sportpolitische Komplex oder: Dopingmängel bei den Goldverbänden ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">Rodler, Bobfahrer und Eisschnellläufer</a> fallen zu lassen – all diese Verbände wurden belangt.</p><p>Aktuell werden die Antidopingberichte 2009 verhandelt. Gemäß Bericht des BVA, haben sich nur sechs Verbände einer „vertieften Prüfung&#8221; unterziehen müssen: Turnen, Volleyball, Schwimmen, Triathlon, Gewichtheben und Karate; aber nicht die Skandalnudeln Radsport, Eisschnelllaufen oder Reiten. Das BVA entlastet elf Verbände, davon sechs olympische, ohne Beanstandungen – etwa Kanu, Handball sowie den Bob- und Schlittensportverband. 37 Verbände, davon 19 olympische, wurden „mit Hinweisen“ entlastet, wie es heißt: Dabei ging es um die Implementierung des NADA-Codes ins Verbandsregelwerk und um die Frage von Schiedsgerichten. Zu diesen Verbänden zählen Eishockey und Eisschnelllaufen.</p><p>Neun weitere Fachverbände, darunter fünf olympische, gingen in ein Anhörungsverfahren – auch Boxer, Eiskunstläufer, Gewichtheber, Judoka und der Skandalverband BDR, dessen belasteter Sportdirektor Burckhard Bremer am Mittwoch Thema im Bundestags-Sportausschuss ist. Im Amtsdeutsch heißt der Tagesordnungspunkt: „Sachstandsbericht zur zuwendungsrechtlichen Prüfung des BDR durch das BMI&#8221;. Es geht auch um rund 800.000 Euro Bundesmittel, mit denen Bremers Gehalt in den vergangenen Jahren gezahlt worden ist.</p><p>Von diesen neun Verbänden werden nur die American Footballer belangt, mit 700 Euro. 700 Euro von 229 Millionen Euro Gesamt-Bundesförderung im Jahr 2009. Leisten deutsche Verbände also Vorbildliches an der Doping-Front? Eine solche Interpretation wäre kühn und deckt sich nicht mit den Erfahrungen von Dopingaufklärern. Nachprüfbar sind die Vorgänge ohnehin nicht, denn die Unterlagen werden der Öffentlichkeit vorenthalten.</p></blockquote><p>Zu TOP 6 (BDR, <a
title="Beiträge zum BDR-Sportdirektor ..." href="http://www.jensweinreich.de/?s=burckhard+bremer" target="_self">Burckhard Bremer</a>) vielleicht später mehr.</p><p>Ich denke, zunächst sollte die Aufmerksamkeit Perikles Simon gehören. Siehe auch:</p><ul><li>Michael Reinsch in der FAZ: <a
title="FAZ vom 10. November 2010" href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E6BB5CE23C42C4E5CAA0BEA2AF5236B53~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Forscher wirft NADA &#8220;miserable Erfolgsquote&#8221; vor</a></li></ul><p><a
href="http://flattr.com/thing/82481/Die-miserable-Erfolgsquote-der-Dopinganalytik-und-die-Erfolgsmeldung-von-BMI-NADA-und-BVA" target="_blank"><br
/> <img
title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>45</slash:comments> <enclosure
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isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9739</guid> <description><![CDATA[Der Vollständigkeit halber: Ein weiteres Dokument im Fall Pechstein. Das Schweizer Bundesgericht hat zum Urteil vom 28. September 2010 nun den Wortlaut veröffentlicht und soeben zugestellt. Ich denke, inhaltlich passt das ganz gut zum PR-Gedöns um ein Buch. Ich darf um eine maßvolle Diskussion bitten, wie fast immer bisher. Kann sein, dass ich ohne weitere [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Vollständigkeit halber: Ein weiteres Dokument im <a
title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">Fall Pechstein</a>. Das Schweizer Bundesgericht hat zum <a
title="Das Schweizer Bundesgericht weist Pechsteins Revisionsgesuch ab" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/01/bundesgericht-weist-pechsteins-revisionsgesuch-ab/" target="_self">Urteil vom 28. September 2010</a> nun den Wortlaut veröffentlicht und soeben zugestellt. Ich denke, inhaltlich passt das ganz gut zum PR-Gedöns um ein Buch.</p><p>Ich darf um eine maßvolle Diskussion bitten, wie fast immer bisher. Kann sein, dass ich ohne weitere Vorwarnung diesen oder jenen Kommentar lösche. Wer sich, beispielsweise, über Journalisten beschweren will, die nicht den Namen des Bloginhabers tragen, soll das woanders tun. Pechsteins Anwälte (oder ist es nur einer?) lesen mit und basteln mitunter aus den Diskussionssträngen des Blogs Argumentationen vor Gericht.</p><p>Zwei weitere Bemerkungen kann ich mir nicht verkneifen:</p><ul><li>Sämtliche Dokumente zum Fall gibt es nur hier, in keinem anderen Qualitätsmedium ;)</li><li>Ich bin gespannt, ob sich eine deutsche Nachrichtenagentur erdreistet/bemüßigt fühlt, ausnahmsweise aus dem Urteil zu zitieren bzw. überhaupt zu vermelden.</li></ul><p><strong>Nachtrag, 23.58 Uhr:</strong> Kann sein, dass ich etwas übersehen habe. Aber ich habe wie erwartet KEINE Meldung einer deutschen Nachrichtenagentur gefunden, die sich mit dem Wortlaut-Urteil auseinandergesetzt hätte. Es wird einfach nicht vermeldet. Scheint mir doch sehr typisch für die gesamte Pechstein-Berichterstattung zu sein, mehr noch für dpa als für den Sportinformationsdienst: Aus Dokumenten, aus Originalen, aus Gerichtsbeschlüssen etc. wird fast gar nicht zitiert. Man nimmt das kaum zur Kenntnis. Ich finde das: merkwürdig, höflich formuliert.</p><blockquote><p><strong>Urteil vom 28. September 2010 I. zivilrechtliche Abteilung</strong></p><p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin, Bundesrichter Corboz, Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch, Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss, Gerichtsschreiber Leemann.</p><p><strong>Claudia</strong> <strong>Pechstein</strong>, vertreten durch Advokaten Dr. Philippe Nordmann und Eva Senn, Gesuchstellerin,</p><p>gegen</p><p><strong>International Skating Union (ISU)</strong>, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, Gesuchsgegnerin.</p><p>Internationales Schiedsgericht; Revision,</p><p>Revision des Schiedsentscheids des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 25. November 2009.</p><p><strong>Sachverhalt:</strong></p><p><strong>A. A.a </strong>Claudia Pechstein, Diensdorf/Deutschland, (Gesuchstellerin) ist eine deutsche Eisschnellläuferin.</p><p>Die International Skating Union (Gesuchsgegnerin) ist ein Verein schweizerischen Rechts mit Sitz in Lausanne. Sie ist als Weltverband für die Sportarten Eiskunstlauf und Eisschnelllauf anerkannt.</p><p><strong>A.b </strong>Die Gesuchstellerin unterzog sich zwischen dem 4. Februar 2000 und dem 30. April 2009 zahlreichen Dopingkontrollen, die keine Hinweise auf verbotene Substanzen ergaben. Im gleichen Zeitraum erhob die Gesuchsgegnerin im Rahmen ihres Blutprofilprogramms mehr als neunzig Blutproben der Gesuchstellerin. Insbesondere wurden zwischen dem 20. Oktober 2007 und dem 30. April 2009 siebenundzwanzig Blutproben der Athletin entnommen, die letzten zwölf zwischen Januar und April 2009.</p><p>Die im Rahmen des Blutprofilprogramms der Gesuchsgegnerin erhobenen und aufgezeichneten Blutparameter beinhalten unter anderem Hämoglobin, Hämatokrit und den prozentualen Anteil unreifer roter Blutzellen (Retikulozyten). Der Retikulozytenwert ermöglicht als Blutparameter eine aktuelle Beurteilung der Bildung roter Blutkörperchen im menschlichen Organismus.</p><p>Während die Gesuchsgegnerin einen Retikulozytenwert zwischen 0.4 % und 2.4 % für normal erachtet, ergaben die Resultate der Blutuntersuchungen bei der Gesuchstellerin Retikulozytenwerte, die weit über 2.4 % lagen und danach jeweils stark abfielen.</p><p>Am 7./8. Februar 2009 fand die von der Gesuchsgegnerin organisierte Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft in Hamar (Norwegen) statt. Am Morgen vor Wettkampfbeginn, also am 6. Februar 2009, wurden von sämt- lichen Athleten Blutproben entnommen. Der Retikulozytenwert der Gesuchstellerin wurde auf 3.49 % gemessen.</p><p>Als Folge dieses Resultats erhob die Gesuchsgegnerin am Morgen bzw. am Nachmittag des 7. Februar 2009 zwei weitere Blutproben bei der Gesuchstellerin. Die gemessenen Retikulozytenwerte betrugen 3.54 % bzw. 3.38 %. An den Rennen des nächsten Tages nahm die Gesuchstellerin nicht mehr teil.</p><p>Am 18. Februar 2009 wurde bei der Athletin ausserhalb des Wettkampfs eine weitere Blutprobe entnommen. Diese zeigte einen Retikulozytenwert von 1.37 % an.</p><p><strong>B. B.a </strong>Nach Überprüfung des Blutprofils leitete die Gesuchsgegnerin bei ihrer Disziplinarkommission ein Verfahren gegen die Gesuchstellerin ein. Nach einem in Bern abgehaltenen Hearing vom 29./30. Juni 2009 stellte die Disziplinarkommission der Gesuchsgegnerin mit Entscheid vom 1. Juli 2009 ein Dopingvergehen in Form von Blutdoping fest, aberkannte die anlässlich der Weltmeisterschaft vom 7. Februar 2009 erzielten Resultate und sprach eine zweijährige Sperre ab 9. Februar 2009 gegen die Gesuchstellerin aus.</p><p><strong>B.b </strong>Am 21. Juli 2009 erklärte die Gesuchstellerin beim Tribunal Arbitral du Sport (TAS) Berufung gegen den Entscheid der Disziplinarkommission vom 1. Juli 2009.</p><p>Mit Eingabe vom 3. August 2009 reichte die Gesuchstellerin dem TAS ihre Berufungsbegründung ein.</p><p>Am 16. September 2009 beantragte die Gesuchstellerin, es sei ihr zu gestatten, schriftlich zur Berufungsantwort der Gesuchsgegnerin Stellung zu nehmen. Diese sprach sich gegen einen weiteren Schriftenwechsel aus. Mit Schreiben vom 23. September 2009 teilte das TAS den Parteien mit, dass es in Anwendung von Artikel R56 des TAS- Code einen weiteren Schriftenwechsel nicht zulasse. Es gewährte der Athletin jedoch ausnahmsweise die Möglichkeit, bis spätestens acht Tage vor dem auf den 22./23. Oktober 2009 angesetzten Hearing unter anderem neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person sowie entsprechende Bemerkungen dazu einzureichen (&#8220;to present any new evidence deriving from medical investigations performed on her, with comments thereto&#8221;).</p><p>Am Hearing, das am 22. und 23. Oktober 2009 in Lausanne stattfand, wurden insgesamt zwölf von den Parteien bezeichnete Sachverständige angehört. Die Parteien hatten jeweils die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu richten.</p><p>Nach den letzten Parteivorträgen und der Schlusserklärung der Gesuchstellerin schloss das Schiedsgericht das Hearing.</p><p>Mit Faxschreiben vom 23. und 24. November 2009 reichte die Gesuchstellerin dem Schiedsgericht einen dringlichen Antrag für die Wiedereröffnung des Verfahrens ein, um im Rahmen eines Kreuzverhörs Fragen an Prof. Sottas zu stellen, der am Hearing vom 22./23. Oktober 2009 nicht teilgenommen hatte. Der Antrag wurde damit begründet, dass einer der Rechtsvertreter der Gesuchstellerin vernommen habe, dass Prof. Sottas seine ursprüngliche Meinung aufgrund der von ihr am 14. Oktober 2009 vorgelegten Beweise offenbar geändert habe, und dass er von der Gesuchsgegnerin aus diesem Grund nicht für das Hearing aufgeboten worden sei.</p><p>Das TAS wies den Antrag um Wiedereröffnung des Verfahrens und die Berufungen der Gesuchstellerin mit Schiedsentscheid vom 25. November 2009 ab und bestätigte die zweijährige Sperre der Athletin, mit der geringfügigen Änderung, dass die Sperre bereits ab dem 8. Februar 2009 gelte.</p><p><strong>B.c </strong>Eine von der Gesuchstellerin gegen den Schiedsspruch des TAS vom 25. November 2009 eingereichte Beschwerde in Zivilsachen wies das Bundesgericht mit Urteil vom 10. Februar 2010 ab, soweit es darauf eintrat.</p><p><strong>C.</strong></p><p>Mit Revisionsgesuch vom 4. März 2010 beantragt die Gesuchstellerin dem Bundesgericht, es sei der Entscheid des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das TAS zurückzuweisen.</p><p>Die Gesuchsgegnerin beantragt die Abweisung des Revisionsgesuchs. Das TAS hat auf eine Stellungnahme verzichtet.</p><p><span
id="more-9739"></span>Am 6. Juli 2010 reichte die Gesuchstellerin dem Bundesgericht eine Replik ein. Dazu nahm die Gesuchsgegnerin mit Duplik vom 3. September 2010 Stellung.</p><p><strong>D.</strong></p><p>Mit Verfügung vom 23. April 2010 wies das Bundesgericht den Antrag der Gesuchstellerin um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme ab.</p><p>Mit Verfügung vom 28. Juli 2010 wies das Bundesgericht das Wiedererwägungsgesuch vom 22. Juli 2010, mit dem die Gesuchstellerin wiederum die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme verlangte, ab.</p><p><strong>Erwägungen:</strong></p><p><strong>1.</strong></p><p>Die Gesuchstellerin macht geltend, nach dem Urteil des TAS vom 25. November 2009 habe Dr. Lutz, der Arzt des deutschen National- verbands, am 27. November 2009 &#8220;von Kollegen den Hinweis erhalten, dass es gegebenenfalls neue, bislang unbekannte Möglichkeiten der Spezialdiagnostik gebe, mit denen das Blutbild der Gesuchstellerin untersucht werden könnte&#8221;. Dr. Lutz habe unverzüglich mit Dr. Andreas Weimann vom CharitéCentrum für diagnostische und präventive Labormedizin Kontakt aufgenommen, der dies habe bestätigen können. Es handle sich genau genommen um erst im Jahre 2009 von einem belgischen Doktoranden entwickelte und bislang zum Teil noch nicht publizierte Auswertungs-Algorithmen zur Erfassung abortiv-milder bis schwerer Formen von Kugelzellen-Anämie. Dr. Weimann sei auf den Sphärozytose- Quotienten erstmals auf einem Fachkongress in Istanbul im Mai 2009 aufmerksam geworden. Er sei an dieser bislang nur mündlich in Fachkreisen publizierten Methodik hoch interessiert gewesen und habe ab November 2009 über die Verfasser der dann eingereichten (aber noch nicht publizierten) Studie die Möglichkeit erhalten, den Quotienten für eigene Forschungszwecke zu erproben.</p><p>Dr. Weimann habe Anfang Dezember 2009 mittels der neuen Methodik an fünf Tagen sechs Blutproben der Gesuchstellerin analysiert. Zusätzlich sei die Familie der Gesuchstellerin mit der neuen Mess- methode untersucht worden. Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen seien der Gesuchstellerin zum ersten Mal am 7. Dezember 2009 übermittelt worden. Dr. Weimann halte zusammenfassend fest, dass sich die &#8220;Diagnose einer hereditären Membranopathie in Form einer abortiv-milden Form von hereditärer Sphärozytose&#8221; ergebe. Diese Konstellation könne &#8220;dauerhaft oder intermittierend – also bisweilen auftretend – mit auch deutlich erhöhten Retikulozyten-Werten einhergehen, was durch die erhöhten MCHC-Werte bestätigt&#8221; werde.</p><p>Nach Erhalt der Diagnose habe sich die Gesuchstellerin am 15. Dezember 2009 entschlossen, die in Hamar gemessenen Blutwerte auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen. Hierauf hätten sich zahlreiche Gutachter bei ihr gemeldet, so unter anderem Prof. Winfried Gassmann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und internistische Onkolo- gie am St. Marienkrankenhaus, Siegen, und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Labor in der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.</p><p>Basierend auf den Untersuchungen von Dr. Weimann hätten sich weitere renommierte Experten gutachterlich zu den angeblich neuen Erkenntnissen geäussert und die Diagnose bestätigt.</p><p><strong>2.</strong></p><p>Das Bundesgesetz über das internationale Privatrecht vom 18. Dezember 1987 (IPRG; SR 291) enthält keine Bestimmungen betreffend die Revision von Schiedsentscheiden im Sinne von Art. 176 ff. IPRG. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, das diese Gesetzeslücke gefüllt hat, steht den Parteien eines internationalen Schiedsverfahrens das ausserordentliche Rechtsmittel der Revision zur Verfügung, für das die Zuständigkeit des Bundesgerichts gegeben ist. Heisst das Bundesgericht ein Revisionsgesuch gut, entscheidet es nicht selbst in der Sache, sondern weist diese an das Schiedsgericht, das entschieden hat, oder an ein neu zu bildendes Schiedsgericht zurück (BGE 134 III 286 E. 2 S. 286 f. mit Hinweisen).</p><p><strong>2.1 2.1.1 </strong>Unter der Verfahrensordnung des OG konnten sich die Parteien auf die in Art. 137 OG vorgesehenen Revisionsgründe berufen, und auf das Verfahren fanden die Art. 140 &#8211; 143 OG sinngemäss Anwendung (BGE 118 II 199 E. 4 S. 204; Urteil 4P.120/2002 vom 3. September 2002 E. 1.1, publ. in Pra 2002 Nr. 199 S. 1041 ff.). Dies gilt grund- sätzlich weiterhin für die geltende Regelung des BGG, namentlich für den Revisionsgrund gemäss Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG, der demjenigen von Art. 137 lit. b OG entspricht (BGE 134 III 45 E. 2.1 S. 47, 286 E. 2.1 S. 287).</p><p><strong>2.1.2 </strong>Nach Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG kann die Revision verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss von Tatsachen und Beweismitteln, die erst nach dem Entscheid entstanden sind.</p><p>Die neuen Tatsachen müssen erheblich sein, das heisst sie müssen geeignet sein, die tatsächliche Grundlage des angefochtenen Urteils zu verändern, so dass sie bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung führen können. Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt waren, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit den neuen Mitteln bewiesen werden, so hat der Gesuchsteller darzutun, dass er die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Erheblich ist ein Beweismittel, wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren davon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsermittlung dient. Ein Revisionsgrund ist nicht schon dann gegeben, wenn das Gericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen unbewiesen geblieben sind (BGE 127 V 353 E. 5b S. 358 mit Hinweisen; 110 V 138 E. 2 S. 141; vgl. auch BGE 121 IV 317 E. 2 S. 322; 118 II 199 E. 5 S. 205).</p><p>Wird die Revision eines internationalen Schiedsgerichtsurteils beantragt, hat das Bundesgericht gestützt auf die in diesem Urteil aufgeführten Entscheidgründe zu beurteilen, ob die Tatsache erheblich ist und – wäre sie bewiesen worden – wahrscheinlich zu einem anderen Entscheid geführt hätte (Urteile 4A_42/2008 vom 14. März 2008 E. 4.1, nicht publ. in BGE 134 III 286 ff.; 4P.102/2006 vom 29. August 2006 E. 2.1).</p><p><strong>2.2 </strong>Die Gesuchstellerin reicht dem Bundesgericht zur Begründung ihres Revisionsgesuchs verschiedene neue Gutachten ein, so unter anderem von Dr. Weimann, Prof. Dr. Heimpel, Prof. Dr. Schrezenmeier, Prof. Dr. Winfried Gassmann, Prof. Dr. Anjo Veerman sowie Prof. Dr. André Tichelli, die zwischen Februar und März 2010 erstellt wurden. Ob die nunmehr vorliegenden, allesamt erst nach dem Schiedsspruch des TAS vom 25. November 2009 ausgefertigten medizinischen Gutachten als nachträglich aufgefundene Beweismittel im Sinne von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG zu betrachten sind, erscheint im Hinblick auf den klaren Gesetzeswortlaut (vgl. letzter Teilsatz) als fraglich (vgl. ELISABETH ESCHER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 6 f. zu Art. 123 BGG; YVES DONZALLAZ, Loi sur le Tribunal fédéral, 2008, Rz. 4710; PIERRE FERRARI, in: Bernard Corboz et al. [Hrsg.], Com- mentaire de la LTF, 2009, N. 22 zu Art. 123 BGG). Dies gilt auch, wenn davon ausgegangen wird, wie dies die Gesuchstellerin vorbringt, dass der nunmehr ins Feld geführte Algorithmus grundsätzlich bereits seit Mai 2009 zur Verfügung gestanden habe, zumal der Algorithmus für sich allein kaum als Beweismittel geeignet wäre, sondern nach Darstellung der Gesuchstellerin auch Dr. Weimann erst &#8220;ab November 2009&#8243; die Möglichkeit erhalten habe, &#8220;den Quotienten für eigene Forschungszwecke zu erproben&#8221; und eine angebliche Diagnose erst Anfang Dezember 2009 mit Hilfe zahlreicher erneut entnommener Blutproben gestellt werden konnte. Die Frage braucht jedoch nicht abschliessend geprüft zu werden, da das Revisionsgesuch aus anderen Gründen abzuweisen ist.</p><p><strong>2.3 </strong>Die Gesuchstellerin bringt in ihrem Revisionsgesuch keine neu entdeckten Tatsachen vor, sondern beruft sich vielmehr auf angeblich neu entdeckte Beweismittel zum Beleg ihres bereits im Schiedsverfahren vorgebrachten Einwands, sie leide unter einer Blutanomalie. Wie die Gesuchstellerin selber vorbringt, versuchte sie sowohl vor der Disziplinarkommission als auch vor dem angerufenen Schiedsgericht vergeblich, ihre Behauptung, die erhöhten Retikulozytenwerte seien auf eine Blutabnormalität zurückzuführen, durch medizinische Gutachten zu erhärten. Der Gesuchstellerin wurde im Schiedsverfahren die Möglichkeit eingeräumt, bis acht Tage vor dem am 22./23. Oktober 2009 stattfindenden Hearing neue medizinische Erkenntnisse vorzulegen. Die Frage, ob bei der Gesuchstellerin eine hereditäre Sphärozytose vorliege, die allenfalls die in Hamar festgestellten abnormalen Blutwerte erklären könnte, wurde anlässlich des Verhandlungstermins auch nach der Darstellung im Revisionsgesuch intensiv diskutiert, und sie wurde vom TAS auf Grundlage der verschiedenen von den Parteien eingereichten Gutachten sowie der Anhörung zahlreicher Experten anlässlich des Hearings vom 22./23. Oktober 2009 eingehend geprüft. Das Schiedsgericht hat den Einwand der Gesuchstellerin verworfen und hat es aufgrund des durchgeführten Beweisverfahrens für erwiesen erachtet, dass die abnormalen Blutwerte der Gesuchstellerin vom 6. und 7. Februar 2009 sowie der am 18. Februar 2009 festgestellte starke Rückgang des Retikulozytenwerts nicht durch eine angeborene oder erworbene Anomalie erklärt werden könnten, sondern auf eine Blutmanipulation zurückzuführen seien.</p><p>Die Revision ist ein ausserordentliches Rechtsmittel und dient nicht einfach der Weiterführung des Verfahrens. Es obliegt den Prozessparteien, rechtzeitig und prozesskonform zur Klärung des Sachverhalts entsprechend ihrer Beweispflicht beizutragen. Dass es ihnen unmöglich war, Tatsachen und Beweismittel bereits im früheren Verfahren beizubringen, ist nur mit Zurückhaltung anzunehmen (ESCHER, a.a.O., N. 8 zu Art. 123 BGG). Dies gilt ganz besonders, wenn im Revisionsverfahren mit angeblich neu entdeckten Beweismitteln bereits im Schiedsverfahren aufgestellte Behauptungen belegt werden sollen, die vom Schiedsgericht aufgrund eines aufwändigen Beweisverfahrens mit zahlreichen Gutachtern als unzutreffend erachtet wurden. Entsprechend hat der Gesuchsteller im Revisionsgesuch darzutun, dass er die Beweismittel im früheren Verfahren trotz hinreichender Sorgfalt nicht beibringen konnte (BGE 127 V 353 E. 5b S. 358 mit Hinweisen; Urteile 4A_42/2008 vom 14. März 2008 E. 4.1, nicht publ. in BGE 134 III 286 ff.; 4P.102/2006 vom 29. August 2006 E. 2.1).</p><p>Die Gesuchstellerin bringt lediglich vor, sie habe erst am 27. November 2009 – mithin zwei Tage nach dem Urteil des Schiedsgerichts – Kenntnis davon erhalten, dass seit Mai 2009 ein neuer Algorithmus zur Verfügung stehe, der &#8220;eine genauere Diagnose als bisher ermöglichen könnte&#8221;. Darauf will sie von Dr. Lutz, dem Arzt des Nationalverbands, aufmerksam gemacht worden sein, der seinerseits &#8220;von Kollegen&#8221; einen entsprechenden Hinweis erhalten haben soll. Mit diesen vagen Behauptungen legt die Gesuchstellerin nicht hinreichend dar, weshalb es ihr nicht bereits während des Schiedsverfahrens möglich gewesen wäre, sich auf die angeblich neu entdeckte Diagnosemöglichkeit zu berufen, genauer bis Mitte Oktober 2009, als die Gesuchstellerin dem Schiedsgericht noch neue medizinische Erkenntnisse hätte vorlegen können. Die Erklärung der Gesuchstellerin dafür, dass sie zwei Tage nach Abweisung ihrer Berufung durch das TAS durch blossen Hinweis des Verbandsarztes eine bisher unbekannte Methode entdeckt haben will, auf die sie sich nur wenige Wochen früher vor dem TAS bei sorgfältiger Beweisführung unmöglich hätte berufen können, erscheint nicht plausibel.</p><p>Es kann nicht angehen, sich in einem Schiedsverfahren zunächst auf wissenschaftlich anerkannte Methoden zu verlassen und entsprechende medizinische Gutachten und Experten zum Beweis anzubieten, um sich nach einem negativ ausgefallenen Schiedsurteil im Rahmen des Revisionsverfahrens nunmehr auf unpublizierte und wissenschaftlich noch wenig erhärtete Methoden zu berufen. Hätte sich die Gesuchstellerin zur Untermauerung ihres Prozessstandpunkts auf weitere denkbare Diagnosemöglichkeiten stützen wollen, wären ihr entsprechende Bemühungen zur Beibringung solcher Beweismittel zumutbar gewesen. Sie zeigt in ihrem Revisionsgesuch jedoch nicht auf, welche konkreten Schritte sie in diese Richtung unternommen hätte (vgl. Urteil 4P.213/1998 vom 11. Mai 1999 E. 3b/aa; JEAN-FRANÇOIS POUDRET, Commentaire de la loi fédérale d&#8217;organisation judiciaire, Bd. V, 1992, N. 2.2.5 zu Art. 137 OG, S. 30; ANTONIO RIGOZZI/MICHAEL SCHÖLL, Die Revision von Schiedssprüchen nach dem 12. Kapitel des IPRG, 2002, S. 44 und 46). Auch wäre es der Gesuchstellerin unbenommen gewesen, ihre in Hamar gemessenen Blutwerte bereits während des Schiedsverfahrens weiteren Sachverständigen zugänglich zu machen oder etwa auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen, wie sie dies nach eigenen Angaben nach erfolgtem Schiedsentscheid tat, worauf sich zahlreiche Gutachter bei ihr gemeldet hätten. Es wäre ihr während des Schiedsverfahrens sodann freigestanden, Blutanalysen bei Familienmitgliedern zu veranlassen, wie sie dies nur wenige Tage nach dem Schiedsspruch des TAS getan hat.</p><p><strong>2.4 </strong>Schliesslich erscheint auch fraglich, ob die nunmehr im Revisionsverfahren vorgebrachten Beweismittel angesichts der im Schiedsspruch des TAS vom 25. November 2009 aufgeführten Entscheidgründe als erheblich zu erachten wären. Das TAS hat gestützt auf die Aussage von Prof. d&#8217;Onofrio nämlich erwogen, dass selbst die (unwahrscheinliche) Diagnose einer hereditären Sphärozytose die bei der Gesuchstellerin festgestellten Schwankungen in Form von abnormal hohen Werten während der Weltmeisterschaft vom 6./7. Februar 2009 sowie dem anschliessend starken Abfall nicht erklären könnten. Die von der Gesuchstellerin im Rahmen des Revisionsverfahrens angeblich auf einen neu entdeckten Algorithmus gestützte Diagnose einer hereditären Sphärozytose könnte daher lediglich die schiedsgerichtliche Feststellung in Frage stellen, wonach eine solche vererbte Blutanomalie bei der Gesuchstellerin nicht habe nachgewiesen werden können. Vom angeblich neuen Beweismittel unberührt bliebe jedoch die für den Entscheid wesentliche Erwägung des TAS, selbst eine solche Diagnose vermöge die konkreten Schwankungen der Blutwerte nicht zu erklären.</p><p>Die Gesuchstellerin behauptet nun zwar, auch dieser Einwand des TAS sei durch die Gutachten von Dr. Weimann, Prof. Gassmann und Prof. Schrezenmeier aus dem Weg geräumt. Die von ihr angeführten Experten bestätigen auch, dass die nunmehr angeblich erfolgte Diagnose mit erhöhten Retikulozytenwerten einhergehen könne. Dass die festgestellten Schwankungen der Blutwerte durch eine Sphärozytose erklärbar seien, wurde allerdings von den von der Gesuchstellerin bezeichneten Gutachtern bereits im Schiedsverfahren vertreten, vom TAS jedoch aufgrund seiner Beweiswürdigung abweichend beurteilt. Die Gesuchstellerin zeigt in ihrem Revisionsgesuch nicht auf, inwiefern die angeblich neu entdeckte Methode über die Diagnose einer Blutanomalie hinaus auch – bisher unbekannte – Rückschlüsse hinsichtlich der festgestellten Schwankungen zulassen soll. Wenn die angeführten Gutachter erklärten, die anhand neuer Blutproben angeblich diagnostizierte Sphärozytose könne zu erhöhten Retikulozytenwerten führen, so ist damit noch keineswegs dargelegt, welche neuen Schlüsse die angeblich neue Methode hinsichtlich der konkret festgestellten Schwankungen im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft in Hamar zulassen soll. In dieser Hinsicht zielen die Vorbringen der Gesuchstellerin bloss auf eine erneute Sachverhaltswürdigung ab. Ein Revisionsgrund ist jedoch nicht schon dann gegeben, wenn das Schiedsgericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen unrichtig gewürdigt haben sollte. Ob die Erwägung des Schiedsgerichts, selbst eine hereditäre Sphärozytose könne die konkreten Schwankungen der Blutwerte nicht erklären, zutrifft oder nicht, kann das Bundesgericht auf Grundlage der Vorbringen der Gesuchstellerin von vornherein nicht überprüfen. Damit erscheinen die nunmehr vorgebrachten Beweismittel unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten als nicht erheblich.</p><p><strong>3.</strong></p><p>Das Revisionsgesuch ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Gesuchstellerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).</p><p><strong>Demnach erkennt das Bundesgericht:</strong></p><ol><li>Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</li><li>Die Gerichtskosten von Fr. 5&#8217;000.&#8211; werden der Gesuchstellerin auferlegt.</li><li>Die Gesuchstellerin hat die Gesuchsgegnerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 6&#8217;000.&#8211; zu entschädigen.</li><li>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li></ol><p>Lausanne, 28. September 2010</p><p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p><p>Die Präsidentin: Klett</p><p>Der Gerichtsschreiber: Leemann</p></blockquote><p><a
href="http://flattr.com/thing/82399/Fall-Pechstein-Urteil-des-Bundesgerichts-zum-Revisionsantrag-im-Wortlaut" target="_blank"><br
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isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9563</guid> <description><![CDATA[Ganz frisch, erst einige Sekunden alt, die Mitteilung des Schweizer Bundesgerichts, wohl die letzte aus diesem Haus zum Fall Pechstein (hier geht&#8217;s zur Übersicht aller Beiträge): Urteil vom 28. September 2010 (4A_144/2010) Bundesgericht weist Revisionsgesuch der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ab Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 28. September 2010 das Revisionsgesuch der deutschen Eisschnellläuferin Claudia [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ganz frisch, erst einige Sekunden alt, die Mitteilung des Schweizer Bundesgerichts, wohl die letzte aus diesem Haus zum Fall Pechstein (<a
title="alle Beiträge und Dokumente zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">hier geht&#8217;s zur Übersicht aller Beiträge</a>):</p><blockquote><p><em>Urteil vom 28. September 2010 (4A_144/2010)</em></p><p><strong>Bundesgericht weist Revisionsgesuch der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ab</strong></p><p>Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 28. September 2010 das Revisionsgesuch der deutschen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gegen einen Entscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) abgewiesen. Mit ihrem Revisionsgesuch machte Claudia Pechstein geltend, aufgrund einer neu entdeckten Diagnosemethode lasse sich nachweisen, dass sie an einer Blutanomalie leide.</p><p>Das TAS hatte mit Schiedsurteil vom <a
title="CAS-Urteil 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">25. November 2009</a> eine gegen Claudia Pechstein <a
title="ISU-Beschluss vom Juli 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">verhängte zweijährige Dopingsperre</a> bestätigt. Eine gegen diesen Schiedsentscheid erhobene Beschwerde der Athletin wies das Bundesgericht mit <a
title="Urteil des Bundesgerichts vom Februar 2010" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/" target="_self">Urteil vom 10. Februar 2010</a> ab, soweit es darauf eintrat. Mit ihrem Revisionsgesuch vom 4. März 2010 machte Claudia Pechstein geltend, aufgrund einer neu entdeckten Diagnosemethode habe sich inzwischen nachweisen lassen, dass sie an einer <a
title="Materialien und Diskussion zur Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">vererbten Blutanomalie</a> leide. Entsprechend sei das Schiedsurteil des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das TAS zurückzuweisen.</p><p>Die Revision eines internationalen Schiedsentscheids kann unter anderem verlangt werden, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte; ausgeschlossen sind Tatsachen und Beweismitteln, die erst nach dem Entscheid entstanden sind (Art. 123 Abs. 2 lit. a Bundesgerichtsgesetz [BGG]). Claudia Pechstein hat dem Bundesgericht zur Begründung ihres Revisionsgesuchs verschiedene neue medizinische Gutachten eingereicht. Diese wurden allesamt erst nach dem Schiedsspruch des TAS erstellt, weshalb nach Ansicht des Bundesgerichts zweifelhaft ist, ob diese überhaupt als nachträglich entdeckte Beweismittel im Sinne von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG in Frage kommen.</p><p>Die Erklärungen der Gesuchstellerin dafür, dass sie nur gerade zwei Tage nach dem Schiedsurteil des TAS Kenntnis von der angeblich neuen Diagnosemöglichkeit erhalten habe, es ihr während des Schiedsverfahrens jedoch unmöglich gewesen sein soll, sich darauf zu berufen, hat das Bundesgericht unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten für nicht hinreichend erachtet. Es hat zudem berücksichtigt, dass Claudia Pechstein bereits im Rahmen des Schiedsverfahrens vorgebracht hatte, sie leide an einer vererbten Blutanomalie, wobei der Schiedsentscheid dazu festhielt, selbst eine solche Diagnose vermöge die festgestellten Schwankungen der Blutwerte nicht zu erklären. Das Bundesgericht befand daher, dass die Vorbringen der Gesuchstellerin keine Revision rechtfertigten, sondern auf eine unzulässige erneute Sachverhaltswürdigung abzielten.</p><p>Das Bundesgericht hat aus diesen Gründen das Revisionsgesuch von Claudia Pechstein mit Urteil vom 28. September 2010 abgewiesen, soweit es darauf eintreten konnte.</p></blockquote><p><em>Nachtrag, 9.48 Uhr: </em>Gerade kommt auch noch das so genannte Dispositiv, das gestern an alle Parteien verschickt wurde:</p><blockquote><p><strong>Urteil vom 28. September 2010, I. zivilrechtliche Abteilung</strong></p><p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin, Bundesrichter Corboz, Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch, Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss, Gerichtsschreiber Leemann.</p><p><strong>Claudia Pechstein</strong>, <em>(Adresse gelöscht/JW)</em> vertreten durch Advokaten Dr. Philippe Nordmann und Frau Eva Senn, Aeschenvorstadt 55, Postfach 659, 4010 Basel,</p><p>Gesuchstellerin,</p><p>gegen</p><p><strong>International Skating Union</strong> (ISU), chemin de Primerose 2, 1007 Lausanne, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, rue Bellot 6, 1206 Genf, Gesuchsgegnerin.</p><p>Internationales Schiedsgericht; Revision,</p><p>Revision des Schiedsentscheids des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 25. November 2009.</p><p>Das Bundesgericht erkennt:</p><ol><li>Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</li><li>Die Gerichtskosten von Fr. 5&#8217;000.&#8211; werden der Gesuchstellerin auferlegt.</li><li>Die Gesuchstellerin hat die Gesuchsgegnerin für das bundesge- richtliche Verfahren mit Fr. 6&#8217;000.&#8211; zu entschädigen.</li><li>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li></ol><p>Lausanne, 30. September 2010</p><p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p><p>Der Gerichtsschreiber</p><p>Leemann</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/10/01/bundesgericht-weist-pechsteins-revisionsgesuch-ab/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>91</slash:comments> </item> <item><title>Pierre-Edouard Sottas sagt &#8230;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/29/pierre-edouard-sottas-sagt/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/09/29/pierre-edouard-sottas-sagt/#comments</comments> <pubDate>Wed, 29 Sep 2010 17:45:19 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[claudia pechstein]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[pierre-edouard sottas]]></category> <category><![CDATA[isu]]></category> <category><![CDATA[kugelzell-anomalie]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9558</guid> <description><![CDATA[Nur damit es nicht untergeht. Der Schweizer Blutdoping-Experte Pierre-Edouard Sottas, der auch hier im Blog oft erwähnt wird, hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Er kommentiert im Beitrag &#8220;Das Bundesgericht sagt im Fall Pechstein &#8230;&#8221;, wo alle Basis-Dokumente und zuletzt auch die Beiträge von Grit Hartmann zum Abschied von der Kugelzell-Anomalie verlinkt sind: Dear All, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Nur damit es nicht untergeht. Der Schweizer Blutdoping-Experte Pierre-Edouard Sottas, der <a
title="google site search Pierre-Edouard Sottas" href="http://www.google.de/search?source=ig&amp;hl=de&amp;rlz=&amp;q=site:jensweinreich.de+sottas&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=#q=site:jensweinreich.de+sottas&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;prmd=iv&amp;ei=9HSjTLe5E8uKswaPtoyKBQ&amp;start=10&amp;sa=N&amp;fp=e354989c05068b39" target="_self">auch hier im Blog oft erwähnt wird</a>, hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Er kommentiert im Beitrag <a
title="Das Bundesgericht sagt im Fall Pechstein ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/02/das-bundesgericht-sagt-im-fall-pechstein" target="_self">&#8220;Das Bundesgericht sagt im Fall Pechstein &#8230;&#8221;</a>, wo alle Basis-Dokumente und zuletzt auch die Beiträge von Grit Hartmann zum Abschied von der <a
title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Kugelzell-Anomalie</a> verlinkt sind:</p><blockquote><p>Dear All,</p><p>I have seen that I have been cited multiple times in this interesting thread (29 times actually). I would like to clarify several points:</p><ul><li>it is not possible to analyse the blood data of Mrs Pechstein with the model I developed, simply because the collection, transport and analysis of the blood samples did not follow the corresponding WADA protocols.</li><li>Mr Faber was wrong on many points on how we use biomarkers of doping today. However he is right on a crucial issue: on the logic that must be used to evaluate the evidence provided by biomarkers of doping. Today it is unfortunate that many lawyers do not know that logical rules must be followed in the evaluation of forensic evidence. This issue is not peculiar to anti-doping but to all forensic sciences in general. The most common fallacies are the so-called “fallacy of the transposed conditional? in case of multiple hypotheses (eg medical condition vs doping) and the “false positive fallacy? that may result from multiple testing in anti-doping for example.</li><li>the science at the roots of the biological passport is solid. By definition, a biomarker of doping provides evidence of doping. How strong is the evidence is a case by case scenario. In that respect, biomarkers of doping are not different to any other sources of evidence: the same is true with DNA evidence, fingerprints, fibres, glass fragments, etc…</li><li>in contrary to what is often suggested and reported again in this thread, Ms Pechstein was not the first athlete convicted solely on the basis of biomarkers of doping. The use of biomarkers of doping has a long history in sports.</li></ul><p>Sincerely,</p><p>Pierre-Edouard Sottas</p></blockquote><p>Es tauchte ja dutzende Male die Frage auf, was Sottas von diesem und jenem halte und gesagt habe &#8230; Fragt ihn doch selbst. Ich schlage vor, hier in diesem Thread sollte weiter diskutiert werden.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/09/29/pierre-edouard-sottas-sagt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>25</slash:comments> </item> <item><title>† Terry Newton</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/27/%e2%80%a0-terry-newton/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/09/27/%e2%80%a0-terry-newton/#comments</comments> <pubDate>Mon, 27 Sep 2010 10:50:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[rugby]]></category> <category><![CDATA[terry newton]]></category> <category><![CDATA[wachstumshormon]]></category> <category><![CDATA[hgh]]></category> <category><![CDATA[nachruf]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9533</guid> <description><![CDATA[Dem Rugbyprofi Terry Newton ist Anfang des Jahres als erstem Sportler der Gebrauch des Wachstumshormons HGH nachgewiesen worden. Newton hat sich am Wochenende das Leben genommen. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] BBC: Tributes paid to former GB star Terry Newton Rugby Football League: We must learn from Newton [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Dem Rugbyprofi <a
title="Wikipedia" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Terry_Newton" target="_blank">Terry Newton</a> ist <a
title="Vancouver, Tage 11/12: Human Growth Hormon" href="http://www.jensweinreich.de/2010/02/24/vancouver-tage-1112/" target="_self">Anfang des Jahres</a> als erstem Sportler der Gebrauch des Wachstumshormons HGH nachgewiesen worden. Newton hat sich am Wochenende das Leben genommen.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/27/%e2%80%a0-terry-newton/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><ul><li>BBC: <a
title="BBC" href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/rugby_league/9034753.stm" target="_blank">Tributes paid to former GB star Terry Newton</a></li><li>Rugby Football League: <a
title="RFL" href="http://www.therfl.co.uk/~therflc/superleague/news_item.php?id=19149" target="_blank">We must learn from Newton tragedy</a></li></ul><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/27/%e2%80%a0-terry-newton/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/09/27/%e2%80%a0-terry-newton/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> </item> <item><title>Die Autobahnen und Wunderpillen des DDR-Doping-Funktionärs Thomas Köhler</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/#comments</comments> <pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:48:30 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[ddr]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[doh]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingopfer]]></category> <category><![CDATA[dpa]]></category> <category><![CDATA[dtsb]]></category> <category><![CDATA[journalismus]]></category> <category><![CDATA[propaganda]]></category> <category><![CDATA[thomas köhler]]></category> <category><![CDATA[verein sport und gesellschaft]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[dopingtrainer]]></category> <category><![CDATA[johanna sperling]]></category> <category><![CDATA[selbstreferenz]]></category> <category><![CDATA[stasi]]></category> <category><![CDATA[uwe trömer]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9483</guid> <description><![CDATA[Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: &#8220;Dem Herzen trauen&#8221;. Und nun das. (dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400) Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa Ich [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: <a
title="Berliner Zeitung vom 13. September 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0913/seite3/0001/index.html" target="_blank">&#8220;Dem Herzen trauen&#8221;</a>.</p><p>Und nun das.</p><blockquote><p>(dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400)</p><p>Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport</p><p>Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa</p></blockquote><p>Ich weiß nicht, was so exklusiv daran ist, wenn das Buch von Köhler am Donnerstag doch auf den Markt kommt. Ich würde eher mal vorschnell sagen: Es ist gute PR für ein Buch, das <a
title="Verlag Das Neue Berlin" href="http://www.eulenspiegel-verlag.de/programm-1/titel/913-Zwei_Seiten_der_Medaille.html" target="_blank">&#8220;Zwei Seiten der Medaille heißt&#8221;</a>. Eine wichtige Passage aus dem Elaborat wird ja bereits heiß diskutiert:</p><blockquote><p>Doping sei nur &#8220;für ausgewählte Kadersportler vorgesehen gewesen, die in der Regel erwachsen waren. Ausnahmen bestanden zum Beispiel im Schwimmen, einer Sportart mit einem geringeren Höchstleistungsalter, wobei nur Sportler einbezogen wurden, die nach einem mehrjährigen Trainingsprozess zur Leistungsspitze zählten.&#8221;</p><p>Den Sportlern unterstellt der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) grundsätzlich eine Mitwisserschaft. &#8220;Alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht. Mir ist aus meiner Tätigkeit im Leistungssport nicht bekannt, dass ein Trainer oder ein Sportler von oben angewiesen wurde, Dopingmittel zu verwenden&#8221; &#8230;</p><p><em>(Quelle: SID)</em></p></blockquote><p>Ich frage mich zunächst natürlich, warum dieser &#8220;Exklusiv&#8221;-Beitrag der Deutschen Presse-Agentur ausgerechnet von einem ehemaligen Stasi-IM mit verfasst wurde, der zwar Manfred heißt, aber eben nicht Leopold.</p><p>Wieder werden die <a
title="tag: Dopingopfer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingopfer/" target="_self">Dopingopfer</a> <span
style="text-decoration: line-through;">verhönelt</span> verhöhnt.</p><p>Höflich formuliert: Das ist irgendwie unpassend.</p><p>Irgendwie passend ist allerdings die <a
title="Eklat bei erster Lesung ..." href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1039519" target="_blank">Geschichte</a> von der ersten &#8220;Lesung&#8221; aus Köhlers Buch beim Lügen-Verein von Altkadern und Stasileuten, dem so genannten <a
title="Sport und Gesellschaft" href="http://www.sport-gesellschaft.de/" target="_blank">Verein Sport und Gesellschaft e. V.</a>, wo sich Dopingopfer <a
title="tag: Uwe Trömer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=uwe+tr%C3%B6mer" target="_self">Uwe Trömer</a> <a
title="FAZ: Unverschämte Lüge" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E858F84DD47B94696BCF82EA2E3D521AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">eingemischt hat</a>.</p><p>Es tut mir leid, ich weiß, neue Freunde mache ich mir auch mit diesen Bemerkungen nicht. Und alte Bekannte werden sich abwenden, sofern sie es nicht längst getan haben. Aber es gibt Grenzen im Leben, und es gibt Grenzen im Journalismus. Das darf man auf einem privaten Blog sicher sagen, ohne sich zum journalistischen Chefethiker aufspielen zu wollen.</p><p>Ich traf Thomas Köhler im vergangenen Jahr zweimal: Zunächst beim <a
title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Festakt zum 40. Jahrestag des Sportausschusses</a> des Deutschen Bundestages, als er sich angeregt mit DOSB-Vizepräsident Eberhard Gienger (CDU) unterhielt. Und später bei der Pressevorführung des Filmes <a
title="Tagesspiegel: Die Goldmacher" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/medaillen-mit-kehrseite/1608396.html" target="_blank">&#8220;Die Goldmacher&#8221;</a> meines Freundes Albert Knechtel, als ich eine kurze Gesprächsrunde leitete und irgendwann Thomas Köhler, der im Publikum saß, fragte, ob er sich als Fachmann nicht an der Diskussion beteiligen wolle. Er mochte nicht. Ich weiß nicht mehr genau, ob er damals gesagt hat, er schreibe ein Buch und wolle sich lieber auf diese Art äußern.</p><p>Muss sich die Welt mit den Ergüssen von Thomas Köhler befassen? Köhler, Olympiasieger im Rennrodeln und langjähriger Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR. Einer der Verantwortlichen für das staatlich sanktionierte Massendoping an Kindern und Jugendlichen. Einer, der immer noch Lügen verbreitet. Zu behaupten, die/alle gedopten Athleten hätten gewusst (&#8220;alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht&#8221;), was sie einnehmen bzw. was ihnen verabreicht wird, ist nicht nur eine Lüge, es ist die Negierung einer historischen Wahrheit.</p><p>Es ist, als ob Köhler argumentieren würde, Mensch, der Hitler war ja gar nicht so schlecht, schließlich hat er Autobahnen gebaut &#8230;</p><p>Sorry, aber auf diesem Niveau agiert der DTSB-Vize, der so gern Nachfolger von Manfred Ewald geworden wäre.</p><p>Wie konnte ich nur so naiv sein, darauf zu hoffen, dass nach den unsäglichen Diskussionen um die <a
title="tag: Dopingtrainer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingtrainer/" target="_self">Dopingtrainer</a> im deutschen Sport im vergangenen Jahr endlich Ruhe einkehren würde. Dumm von mir. Foolish.</p><p>Ich war den ganzen Tag privat unterwegs und habe erst am Nachmittag durch Anrufe einiger Redaktionen von den Meldungen erfahren. Mag sein, dass ich jetzt etwas vorschnell reagiere, ohne das Buch gelesen zu haben (was ich natürlich tun werde, ich lese sogar sämtliche Elaborate des o. g. Vereins und anderer Missetäter, sofern sie mir zugänglich sind), ich glaube aber nicht. Ich wiederhole mich: Manches muss raus, das ist gut für den Magen.</p><p>Ich fürchte, dass ich diesen Beitrag am Abend noch etwas verlängern und umschreiben werde. Vorerst aber nur eine meiner Lieblingspassagen (darf man das bei diesem Thema sagen?) aus Doping-Stasi-Akten, aufgeschrieben von einem der DDR-Chefdoper, von Manfred Höppner, stellvertretender Leiter des Sportmedzinischen Dienstes der DDR, alias IMB Technik, Ende 1985:</p><blockquote><p>Am 28. November 1985 fand eine Beratung mit den beiden Vizepräsidenten, Genossen Köhler und Röder, über den weiteren perspektivischen Einsatz von uM statt. Grundlage für dieses Gespräch war das bekannte interne Material, welches im Auftrag des Genossen Ewald durch den IMB und Prof. Lehnert erarbeitet wurde.</p><p>Beide Vertreter des DTSB brachten ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass bis 1988 angeblich nur vorrangig die bisher bekannten Pharmaka zur Anwendung kommen in differenzierter Form und umfassender Abstimmung mit dem Trainingsprozess.</p><p>Sie waren der Auffassung, dass es möglich sein müsste, noch bis zu den Olympischen Spielen 1988 eine sogenannte &#8220;Wunderpille&#8221; zu erforschen.</p><p><strong>Speziell Genosse Köhler stellte konkret die Forderung, ein solches Präparat aus der Reihe der Psychopharmaka zu entwickeln, um bei den Sportlern zum Wettkampf eine gewisse Aggressivität zu entwickeln und vorhandene Anzeichen von Angst und Nervosität auszuschalten &#8230;</strong></p><p>Im Gespräch machte der IMB weiterhin darauf aufmerksam, dass bereits seit einigen Jahren durch ihn das Präparat STS (Steroidsubstanz) an die Sportler verabreicht wird, ohne dass dieses jemals entsprechend dem Arzneimittelgesetz geprüft wurde &#8230;</p></blockquote><p>Thomas Köhler wurde im Oktober 1999 wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 107 Fällen (zwischen 1977 und 1989) zu einer Geldstrafe in Höhe von 26.400 Mark verurteilt.</p><p>tbc</p><ul><li>Ralf hat etliche Meldungen zum Köhler-Buch bereits in den Kommentaren zum Artikel <a
title="Historische Hypotheken des deutschen Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports" target="_self">&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</a> verlinkt</li><li>Bevor die Ratten wieder aus ihren Löchern kriechen und blödes Zeug behaupten: Ja, ich war die ersten zehn Monate meines &#8220;journalistischen&#8221; Lebens Volontär der FDJ-Zeitung Junge Welt und habe die Dinge seinerzeit <a
title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">etwas naiver betrachtet</a></li></ul><p>Lesebefehl, Verzeihung (zumindest noch mal drin schmökern, gerade heute), mein wichtigster Beitrag der vergangenen Jahre, die andere Seite der Medaille:</p><ul><li><a
title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/" target="_self">Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</a></li></ul><p><a
class="FlattrButton" style="display:none;" rev="flattr;button:compact;"<br /> href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/"></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>74</slash:comments> </item> <item><title>Was vom Tage übrig bleibt (59): Nachweisverfahren für Gendoping</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/02/was-vom-tage-ubrig-bleibt-59-nachweisverfahren-fur-gendopings/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/09/02/was-vom-tage-ubrig-bleibt-59-nachweisverfahren-fur-gendopings/#comments</comments> <pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:46:59 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[blogschau]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[perikles simon]]></category> <category><![CDATA[presseschau]]></category> <category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category> <category><![CDATA[wissenschaft]]></category> <category><![CDATA[cycling4fans]]></category> <category><![CDATA[dshs köln]]></category> <category><![CDATA[faz]]></category> <category><![CDATA[gendoping]]></category> <category><![CDATA[michael reinsch]]></category> <category><![CDATA[nature]]></category> <category><![CDATA[uni mainz]]></category> <category><![CDATA[uni tübingen]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9433</guid> <description><![CDATA[Ralf hat hier (Gendoping &#8211; die Mutanten greifen an) bereits einige Links notiert. Die Universitäten Tübingen und Mainz teilen heute mit: Gendoping mit einfachem Bluttest nachweisbar Wissenschaftler aus Tübingen und Mainz haben einen Bluttest entwickelt, der Gendoping zuverlässig auch nach längerer Zeit nachweisen kann. Wissenschaftler der Universitäten in Tübingen und Mainz haben einen Test entwickelt, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Ralf</em> hat hier (<a
title="Gendoping - die Mutanten greifen an" href="http://www.jensweinreich.de/2010/08/05/gendoping-die-mutanten-greifen-an" target="_self">Gendoping &#8211; die Mutanten greifen an</a>) bereits einige Links notiert. Die Universitäten Tübingen und Mainz <a
title="PM Uni Tübingen" href="http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Presse_Aktuell/Pressemeldungen/2010_09_02-p-28284.html" target="_blank">teilen heute mit</a>:</p><blockquote><p><strong>Gendoping mit einfachem Bluttest nachweisbar</strong></p><p><em>Wissenschaftler aus Tübingen und Mainz haben einen Bluttest entwickelt, der Gendoping zuverlässig auch nach längerer Zeit nachweisen kann.</em></p><p>Wissenschaftler der Universitäten in Tübingen und Mainz haben einen Test entwickelt, mit dem sich Gendoping zweifelsfrei nachweisen lässt. &#8220;Damit steht uns erstmals ein Direktnachweisverfahren zur Verfügung, um Doping durch Gentransfer in normalen Blutproben noch lange nach dem eigentlichen Dopingvorgang festzustellen&#8221;, teilte Prof. Dr. Dr. <a
title="Sportmed Mainz" href="http://www.spomed.sport.uni-mainz.de/77.php" target="_blank">Perikles</a> <a
title="Perikles Simon" href="http://www.psimon.net/" target="_blank">Simon</a> von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Donnerstag mit. &#8220;Damit lässt sich nicht nur Gendoping mit EPO, sondern auch Doping mit den wichtigsten anderen Genen relativ kostengünstig nachweisen&#8221;, sagte Simon bei der Vorstellung des Verfahrens. Sportler, die Gendoping anwenden, konnten bislang nicht ermittelt werden. &#8220;Das Verfahren, einzelne Gene in bestimmte Körperzellen einzubringen, kommt von der Idee, schwerwiegende Krankheiten durch diese neue Technologie zu heilen. Man ging bislang davon aus, dass sich Gendoping mittels Gentransfer in erster Linie wohl nur mit sehr aufwendigen indirekten Testverfahren aus der Molekularen Medizin eines Tages nachweisen lassen würde&#8221;, erklärte der Gentherapeut Prof. Dr. Michael Bitzer vom Universitätsklinikum Tübingen.</p><p>Das international renommierte Wissenschaftsjournal &#8220;Gene Therapy&#8221; hat die Gendoping-Studie der Tübinger und Mainzer Wissenschaftler am Donnerstag online publiziert. Wie es darin heißt, liefert der Test eindeutige &#8220;Ja-oder-Nein-Antworten&#8221;, je nachdem ob sogenannte transgene DNA in Blutproben vorhanden ist oder nicht. Transgene DNA oder tDNA stammt nicht von dem Untersuchten selbst, sondern wurde &#8211; häufig über Viren &#8211; in dessen Körper eingeschleust, um an Ort und Stelle die leistungssteigernden Stoffe wie beispielsweise Erythropoetin (EPO) zur Bildung von roten Blutkörperchen herzustellen. &#8220;Vom Körper eines gengedopten Menschen selber werden dann die leistungssteigernden Hormone hergestellt, ohne dass irgendwelche Fremdsubstanzen dem Körper zugeführt werden müssten. Der Körper wird auf Dauer zu seinem eigenen Dopinglieferanten&#8221;, erklärt Simon. Er hatte 2006 als damaliger Mitarbeiter der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich geringste Spuren transgener DNA im Blut nachweisen lassen. Die Effektivität dieses Verfahrens konnte jetzt erstmals, zunächst im Mausmodell, belegt werden. Zur Anwendung kam insbesondere ein ausgeklügeltes Verfahren, das in der Lage ist, die von außen eingebrachte Erbsubstanz sehr spezifisch und um eine kleine Einstichstelle herum an die Muskulatur zu vermitteln. Dort wurde dann im Überschuss ein Hormon produziert, das die Blutgefäßneubildung anregt. Sogar noch 2 Monate nach der Genspritze in die Muskulatur konnten die Forscher anhand von sehr kleinen Blutproben sicher unterscheiden, bei welchen Tieren Gendoping stattgefunden hat und bei welchen nicht. &#8220;Durch die Entwicklung eines zuverlässigen Nachweisverfahrens für den Missbrauch von Gentransfer soll gewährleistet werden, dass diese neue Technologie mit bisher nur zum Teil bekannten Nebenwirkungen nur bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt wird&#8221;, betont Bitzer. Das Universitätsklinikum Tübingen plant in den nächsten Monaten z. B. eine entsprechende Therapiestudie bei fortgeschrittenen Tumorpatienten.</p><p>Die sichere und fehlerfreie Anwendung des Nachweisverfahrens der Mainzer und Tübinger Wissenschaftler wurde dann noch im Rahmen einer sogenannten Spezifitätsprüfung an 327 Blutproben von Leistungs- und Freizeitsportlern nachgewiesen. Die Forscher gehen jetzt davon aus, dass sich für Athleten der Missbrauch der Gentherapie zu Dopingzwecken nicht mehr lohnt. &#8220;Spätestens das Wissen um das Risiko, auch Monate nach einem durchgeführten Gentransfer bei einer Wettkampfkontrolle entdeckt zu werden, dürfte auch die waghalsigsten Doper abschrecken&#8221;, glaubt Simon. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat die Arbeiten an dem Gendoping-Test während der letzten 4 Jahre mit 980.000 US-Dollar gefördert.</p></blockquote><p>Interview mit Perikles Simon auf DRadio Wissen vom 2. September 2010:<br
/> <a
href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/09/02/drw_201009021402_gen-doping_-_gespraech_mit_perikl_b386c101.mp3" target="_self"> :</a></p><p>Meine kleine Linksammlung zum Thema des Tages, Pflichtlektüre:</p><ul><li>Gene Therapy, 2. September 2010, Beiter et al.: <a
title="Nature" rel="nofollow" href="http://dx.doi.org/10.1038/gt.2010.122" target="_blank">Direct and long-term detection of gene doping in conventional blood samples</a></li><li>Informationen zum <a
title="Uni Tübingen" href="http://www.medizin.uni-tuebingen.de/sportmedizin/forschung/p_gendoping.htm" target="_blank">Forschungsprojekt Direktnachweis für Gendoping</a> (deutsch)</li><li>Projektbeschreibung bei der <a
title="Projektbeschreibung, WADA" href="http://www.wada-ama.org/rtecontent/document/Simon_2006_2.pdf" target="_blank">WADA</a> (englisch)</li><li>WIPO: <a
title="WIPO" href="http://www.wipo.int/pctdb/en/wo.jsp?WO=2007124861&amp;IA=EP2007003385&amp;DISPLAY=DESC  " target="_blank">Detection of Transgenic DNA (TDNA)</a>, Simon 2007</li><li>Interview mit Perikles Simon (geführt von Monika Mischke) und Gendoping-Schwerpunkt mit etlichen weiterführenden Links auf <a
title="Cycling4fans.de" href="http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4808" target="_blank">Cycling4fans.de</a></li><li>Gene Therapy, 13. Mai 2010, Baoutina et al.: <a
title="Nature" href="http://www.nature.com/gt/journal/v17/n8/full/gt201049a.html" target="_blank">Gene doping detection: evaluation of approach for direct detection of gene transfer using erythropoietin as a model system</a></li><li>Michael Reinsch in der FAZ: <a
title="FAZ" href="http://bit.ly/c389ru" target="_blank">Gendoping &#8211; das Unnachweisbare nachweisen</a></li><li><a
title="DSHS, Institut für Biochemie" href="http://www.dshs-koeln.de/biochemie/rubriken/00_home/00_gen.html" target="_blank">Übersicht</a> zum <a
title="DSHS" href="http://www.dshs-koeln.de/biochemie/rubriken/00_home/gendoping.pdf" target="_blank">Gendoping</a>, DSHS, Institut für Biochemie</li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/09/02/was-vom-tage-ubrig-bleibt-59-nachweisverfahren-fur-gendopings/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>20</slash:comments> <enclosure
url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/09/02/drw_201009021402_gen-doping_-_gespraech_mit_perikl_b386c101.mp3" length="5238784" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>&#8220;Gendoping &#8211; Die Mutanten greifen an&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/08/05/gendoping-die-mutanten-greifen-an/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/08/05/gendoping-die-mutanten-greifen-an/#comments</comments> <pubDate>Wed, 04 Aug 2010 22:02:27 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[arte]]></category> <category><![CDATA[beat glogger]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[gendoping]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9263</guid> <description><![CDATA[Internet-TV ist wirklich kundenfreundlich. Mein Seh-Befehl für heute, so lange noch online verfügbar: Die Gendoping-Dokumentation von Beat Glogger vom vergangenen Freitag auf Arte. Ich guck jetzt mal, mein nächtliches Bildungsprogramm: Gemäß Arte wird die Wissenschafts-Doku in den nächsten Tagen auch im ZDF gezeigt. Im Fernsehen.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Internet-TV ist wirklich kundenfreundlich. Mein Seh-Befehl für heute, so lange noch online verfügbar: Die Gendoping-Dokumentation von <a
title="Arte" href="http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Gendoping---Die-Mutanten-greifen-an/3343656,CmC=3345918.html" target="_blank">Beat Glogger</a> vom vergangenen Freitag auf Arte. Ich guck jetzt mal, mein nächtliches Bildungsprogramm:</p><p><object
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title="Arte" href="http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Gendoping---Die-Mutanten-greifen-an/3343656,CmC=3343970.html" target="_blank">Arte</a> wird die Wissenschafts-Doku in den nächsten Tagen auch im ZDF gezeigt. Im Fernsehen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/08/05/gendoping-die-mutanten-greifen-an/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> </item> <item><title>Das Bundesgericht sagt im Fall Pechstein &#8230;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/08/02/das-bundesgericht-sagt-im-fall-pechstein/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/08/02/das-bundesgericht-sagt-im-fall-pechstein/#comments</comments> <pubDate>Mon, 02 Aug 2010 10:00:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[cas]]></category> <category><![CDATA[claudia pechstein]]></category> <category><![CDATA[desg]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[eisschnelllauf]]></category> <category><![CDATA[isu]]></category> <category><![CDATA[schweizer bundesgericht]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9213</guid> <description><![CDATA[Claudia Pechstein verkauft Currywürste, derweil hat sich das Schweizer Bundesgericht wieder einmal zu ihrem Fall geäußert. Die Lage bleibt aussichtslos für die wegen Dopings gesperrte Olympiasiegerin, wenn ich das richtig lesen, wird der Revisionsantrag erfolglos bleiben. Aber ich kann es niemandem abnehmen, sich durch den Text der &#8220;Zwischenverfügung&#8221; zu kämpfen. Zuvor noch die obligatorische Übersicht [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Claudia Pechstein <a
title="Was vom Tage übrig bleibt (58) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-58-currywurst-pechstein-munchen-2018-zwanziger/" target="_self">verkauft Currywürste</a>, derweil hat sich das Schweizer Bundesgericht wieder einmal zu ihrem Fall geäußert. Die Lage bleibt aussichtslos für die wegen Dopings gesperrte Olympiasiegerin, wenn ich das richtig lesen, wird der Revisionsantrag erfolglos bleiben. Aber ich kann es niemandem abnehmen, sich durch den Text der &#8220;Zwischenverfügung&#8221; zu kämpfen. Zuvor noch die obligatorische Übersicht zum Fall:</p><ul><li><a
title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/category/claudia-pechstein/" target="_self">alle Beiträge hier im Blog</a> mit einigen tausend Kommentaren</li><li><a
title="Claudia Pechstein von der ISU wegen Blutdopings gesperrt" href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">ISU-Beschluss vom Juli 2009</a></li><li><a
title="CAS-Urteil: Claudia Pechstein bleibt gesperrt und zieht vor das Bundesgericht" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">CAS-Urteil vom Herbst 2009</a></li><li><a
title="1. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6074" target="_self">1. Verfügung des Schweizer Bundesgerichts</a></li><li><a
title="2. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6118" target="_self">2. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="3. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6133" target="_self">3. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="4. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6169" target="_self">4. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="... Pechstein nicht in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/2010/01/26/bundesgericht-lehnt-antrag-ab-pechstein-nicht-in-vancouver/" target="_self">5. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self">6. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self"></a><a
title="Im Wortlaut: das Urteil des Bundesgerichts im Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/" target="_self">7. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="Im Wortlaut: das Urteil des Bundesgerichts im Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/" target="_self"></a><a
title="Im Wortlaut: das Urteil des Bundesgerichts im Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/" target="_self">Wortlaut des Urteil des Bundesgerichts vom Februar 2010</a></li><li><a
title="Im Wortlaut: das Urteil des Bundesgerichts im Fall Pechstein" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/" target="_self"></a><a
title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Materialien und Diskussion zur Kugelzell-Anomalie</a></li></ul><p>Das frische Dokument, gerade verschickt:</p><blockquote><p>Bundesgericht Tribunal fédéral Tribunale federale Tribunal federal, 4A_144/2010</p><p>Verfügung vom 28. Juli 2010 I. zivilrechtliche Abteilung</p><p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin.</p><p><strong>Claudia Pechstein</strong>, vertreten durch Advokaten Dr. Philippe Nordmann und Eva Senn, Gesuchstellerin,</p><p>gegen</p><p><strong>International Skating Union (ISU)</strong>, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, Gesuchsgegnerin.</p><p>Internationales Schiedsgericht; Revision, Revision gegen den Entscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 25. November 2009.</p><p>In Erwägung,</p><ul><li>dass das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) mit Entscheid vom 25. November 2009 die Gesuchstellerin während zwei Jahren, beginnend ab 8. Februar 2009, für gesperrt erklärte und ihr die Resultate aberkannte, die sie am 7. Februar 2009 an der von der International Skating Union	(Gesuchsgegnerin)	organisierten	Weltmeisterschaft	im	Eisschnelllauf erzielt hatte;</li><li>dass das Bundesgericht die von der Gesuchstellerin gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde in Zivilsachen mit Urteil vom 10. Februar 2010 abwies, soweit es darauf eintrat;</li><li>dass die Gesuchstellerin dem Bundesgericht am 4. März 2010 ein Revisionsgesuch einreichte mit dem Antrag, es sei der Entscheid des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das TAS zurückzuweisen;</li><li>dass die Gesuchstellerin zudem den prozessualen Antrag stellte, dass sie superprovisorisch und unverzüglich, eventualiter provisorisch, per sofort zu sämtlichen Trainingsveranstaltungen, inkl. Trainingsrennen, die von der DESG (Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V) und deren Vereinen organisiert werden, zuzulassen sei;</li><li>dass das Bundesgericht dieses Gesuch mit Verfügung vom 23. April 2010 abwies;</li><li>dass die Gesuchstellerin dem Bundesgericht mit Eingabe vom 22. Juli 2010 ein Gesuch um Wiedererwägung einreichte mit dem unveränderten Antrag auf superprovisorische, eventualiter provisorische Anordnung ihrer sofortigen Zulassung zu sämtlichen Trainingsveranstaltungen;</li><li>dass die Gesuchstellerin ihre Eingabe damit begründet, dass einerseits ein Entscheid in der Sache vermutlich erst im Spätherbst 2010 ergehen könne, was bei ihr noch schwerere nicht wieder gutzumachende Nachteile hervorrufe als ein Trainingsverzicht bis im Juli 2010 und andererseits noch offensichtlicher geworden sei, dass es sich keinesfalls um ein aussichtsloses Revisionsgesuch handle;</li><li>dass die Gesuchstellerin dem Bundesgericht mit ihrem Wiedererwägungsgesuch ein Schreiben des DESG vom 20. Juli 2010 zu den geplanten Trainingsmassnahmen der deutschen Nationalmannschaft sowie einen Ermittlungsbericht der Bundespolizeiakademie vom 7. Juli 2010 einreichte;</li><li>dass das Bundesgericht in seiner Verfügung vom 23. April 2010 unter anderem berücksichtigte, dass bei normalem Verlauf des Revisionsverfahrens mit einem Entscheid über das Revisionsgesuch bis spätestens Ende Juli 2010 zu rechnen sei und der Ausschluss der Gesuchstellerin von den erwähnten Trainingsveranstaltungen bis zu diesem Zeitpunkt zumutbar erscheine;</li><li>dass sich das Verfahren aufgrund des von der Gesuchstellerin beantragten zweiten Schriftenwechsels verzögert hat, weshalb ein Entscheid bis Ende Juli 2010, der einen normalen Verfahrensverlauf vorausgesetzt hätte, nicht ergehen kann;</li><li>dass der Gesuchsgegnerin eine Frist bis 16. August 2010 zur Einreichung ihrer Duplik angesetzt wurde, wobei im Fall eines entsprechenden Gesuchs voraussichtlich nur eine kurze Fristerstreckung gewährt werden wird;</li><li>dass die Sache spruchreif ist, sobald die Gesuchsgegnerin dem Bundesgericht ihre Duplik eingereicht hat, sofern sich die Parteien nicht nochmals vernehmen lassen;</li><li>dass bei der Abwägung der sich gegenüber stehenden Interessen nebst den Schwierigkeiten der Gesuchstellerin hinsichtlich der Vorbereitung auf zukünftige Wettkämpfe auch das öffentliche Interesse am Kampf gegen Doping zu berücksichtigen ist sowie das Interesse der anderen professionellen Eisschnellläuferinnen, die zusammen mit der Gesuchstellerin am Training teilnehmen würden;</li><li>dass weder der Verweis der Gesuchstellerin auf die verschiedenen mit der Replik eingereichten Gutachten noch der mit dem Wiedererwägungsgesuch eingereichte Ermittlungsbericht der Bundespolizeiakademie einen unmittelbaren Rückschluss auf die Erfolgsaussichten des Revisionsgesuchs zulassen, weshalb an den Ausführungen der Verfügung vom 23. April 2010 hinsichtlich der Erfolgschancen eines auf Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG gestützten Revisionsgesuchs festzuhalten ist;</li><li>dass aus diesen Gründen das Wiedererwägungsgesuch der Gesuchstellerin vom 22. Juli 2010 abzuweisen ist;</li></ul><p>verfügt die Präsidentin:</p><ol><li>Das Wiedererwägungsgesuch vom 22. Juli 2010 wird abgewiesen.</li><li>Diese Verfügung wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li></ol><p>Lausanne, 28. Juli 2010</p><p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p><p>Die Präsidentin: Klett</p></blockquote><p>Sicher habe ich wieder etwas verpasst, kann mir deshalb bitte jemand erklären, worum es sich beim &#8220;Ermittlungsbericht der Bundespolizeiakademie&#8221; handelt?</p><p>Danke.<br
/> <script type="text/javascript">var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/08/02/das-bundesgericht-sagt-im-fall-pechstein';
	var flattr_btn='compact';</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/08/02/das-bundesgericht-sagt-im-fall-pechstein/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>183</slash:comments> </item> <item><title>Greg LeMond sagt und sagt und sagt &#8230;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/19/greg-lemond-sagt-und-sagt-und-sagt/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/19/greg-lemond-sagt-und-sagt-und-sagt/#comments</comments> <pubDate>Mon, 19 Jul 2010 16:15:14 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[greg lemond]]></category> <category><![CDATA[journalismus]]></category> <category><![CDATA[kriminalistisches]]></category> <category><![CDATA[play the game]]></category> <category><![CDATA[radsport]]></category> <category><![CDATA[tour de france]]></category> <category><![CDATA[wada]]></category> <category><![CDATA[wissenschaft]]></category> <category><![CDATA[angelika mikus]]></category> <category><![CDATA[floyd landis]]></category> <category><![CDATA[lance armstrong]]></category> <category><![CDATA[lukas eberle]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9177</guid> <description><![CDATA[Ich weiß jetzt nicht, was alles neu ist an und in den vielen Interviews, die Greg LeMond derzeit gibt &#8211; und die von Ralf u.a. hier im Beitrag &#8220;Floyd Landis packt aus&#8221; verlinkt worden sind. Von diesem kriminellen Rad-Milieu habe ich mich vor Jahren entfernt, in dem ich beispielsweise die Tour-de-France-Berichterstattung der Berliner Zeitung etwas [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß jetzt nicht, was alles neu ist an und in den vielen Interviews, die Greg LeMond derzeit gibt &#8211; und die von <em>Ralf</em> u.a. hier im Beitrag <a
title="Floyd Landis packt aus" href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/20/floyd-landis-packt-aus/" target="_self">&#8220;Floyd Landis packt aus&#8221;</a> verlinkt worden sind. Von diesem kriminellen Rad-Milieu habe ich mich <a
title="Eine Frage des Prinzips" href="http://www.jensweinreich.de/2007/07/07/eine-frage-des-prinzips/" target="_self">vor Jahren entfernt</a>, in dem ich beispielsweise die <a
title="tag: Tour de France" href="http://www.jensweinreich.de/category/tour-de-france/" target="_self">Tour-de-France</a>-Berichterstattung der Berliner Zeitung etwas anders gestaltete als sonst üblich, und kümmere mich lieber um andere Milieus, wo noch Hoffnung besteht. Vielleicht mag ja jemand den Vortrag von LeMond nachhören, den er im vergangenen Jahr auf der Konferenz <a
title="Play the Game" href="http://www.playthegame.org" target="_blank">Play the Game</a> in Coventry gehalten hat. Just in case &#8230;</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/07/19/greg-lemond-sagt-und-sagt-und-sagt/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Und gern auch <a
title="Doping und die Medien" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/doping-und-die-medien/" target="_self">nochmal diese Links</a>:</p><ul><li>Angelika Mikus: <a
title="Diplomarbeit Angelika Mikus, TU Dortmund, 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/diplomarbeit-angelika-mikus-2009.pdf" target="_blank">“Chancen, Schergen, Scharlatane – Der Sportjournalismus und die Tour de France?</a>. Diplomarbeit, vorgelegt im Januar 2009, Institut für Journalistik, TU Dortmund</li><li>Lukas Eberle: <a
title="Bachelorarbeit Lukas Eberle, Uni Tübingen, 2008" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/lukas-eberle-bachelorarbeit-2008.pdf" target="_blank">„Die Tour de France 2007 – Doping und der differente Umgang damit in den Tageszeitungen“</a>. Abschlussarbeit im Bachelor-Studiengang „Sportpublizistik“, Universität Tübingen, Januar 2008</li></ul><p>Mensch, Kinder, die Jahre gehen ins Land. Und es ändert sich nichts. Wenn nicht ständig diese Dopingmeldungen kämen, wüsste ich gar nicht, dass Tour de France ist. Ich schaue und lese nichts.</p><p><em>Nachtrag</em>, kam soeben rein:</p><ul><li>Der aktuelle <a
title="WADA annual report" href="http://annualreport.wada-ama.org/" target="_blank">Jahresbericht der World-Anti-Doping-Agency</a> (WADA)</li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/19/greg-lemond-sagt-und-sagt-und-sagt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>57</slash:comments> </item> <item><title>Südafrika, Tag 35: Wasserstandsmeldung, Olympia 2020, Abstimmung beste WM-Spieler</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/07/09/sudafrika-tag-35-wasserstandsmeldung-olympia-2020/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/07/09/sudafrika-tag-35-wasserstandsmeldung-olympia-2020/#comments</comments> <pubDate>Fri, 09 Jul 2010 08:11:59 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[südafrika 2010]]></category> <category><![CDATA[selbstreferenz]]></category> <category><![CDATA[shelly-ann fraser]]></category> <category><![CDATA[sommerspiele 2020]]></category> <category><![CDATA[sommerspiele 2024]]></category> <category><![CDATA[umfrage]]></category> <category><![CDATA[wm 2010]]></category> <category><![CDATA[abstimmung]]></category> <category><![CDATA[durban]]></category> <category><![CDATA[goldener ball]]></category> <category><![CDATA[poll]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9115</guid> <description><![CDATA[JOHANNESBURG. Fünf Wochen sind genug. Abflug O.R. Tambo 20.40 Uhr. Dass es in den vergangenen Tagen etwas ruhiger zuging, mag auch an den Pillen liegen, die ich in mich reinstopfen musste. Ein kleines Fazit wollte ich schon noch schreiben und auch eine kleine wissenschaftliche Abhandlung zur FIFA in Afrika, die ich mir seit fünf Wochen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>JOHANNESBURG. Fünf Wochen sind genug. Abflug O.R. Tambo 20.40 Uhr. Dass es in den vergangenen Tagen etwas ruhiger zuging, mag auch an den Pillen liegen, die ich in mich reinstopfen musste. Ein kleines Fazit wollte ich schon noch schreiben und auch eine kleine wissenschaftliche Abhandlung zur FIFA in Afrika, die ich mir seit fünf Wochen vornehme und die vielleicht die Liste der tausend unerledigten Themen und Vorhaben verlängern wird. Aber ich verspreche lieber nicht zu viel. Kann sein, dass ich am Wochenende daheim erst mal Fußball spiele und mich in die Hängematte lege. Und dann natürlich das Endspiel gucke.</p><p>Sepp Blatter hat gestern im Sandton Convention Centre gemeinsam mit den beiden WM-OKs (dem der FIFA und dem der Südafrikaner) noch eine Pressekonferenz gegeben, die ich leider verpasste, weil es in der Holzklasse mit Kulula natürlich etwas länger dauert als mit &#8220;FIFA one&#8221; und anderen Privatjets und mein treuer Taxifahrer Wilson auch kein Blaulicht hatte. Jedenfalls, Sepp hat wieder viel Unsinn erzählt. Zum Beispiel sagte er:</p><blockquote><p>&#8220;Wir sollten nicht mehr über Doping im Fußball sprechen.&#8221;</p></blockquote><p>Denn es hat, welche Überraschung, keine positiven Dopingtests gegeben (anders als in der Leichtathletik, wo gerade <a
title="Peking, Tag 21" href="http://www.jensweinreich.de/2008/08/21/peking-tag-21/" target="_self">Zahnspangen-Lady</a> <a
title="Leichtathletik-WM, Tag 3: Usain Bolt, Jogging-Gate (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/17/usain-bolt-jogging-gate-ii/" target="_self">Shelly-Ann Fraser</a> <a
title="google news" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;tbs=nws:1,sbd:1&amp;q=doping+fraser&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">ein Problem bekommt</a>).</p><p>Er sagte auch:</p><blockquote><p>&#8220;Die Stadien in Südafrika sind Juwelen. Kein einziges Land in Europa verfügt über solch gute Arenen wie Südafrika, kein einziges.&#8221;</p></blockquote><p>Das gilt vielleicht für Polen und die Ukraine, Gastgeber der Euro 2012, ist ansonsten aber Nonsens. Über die Nachnutzung der überdimensionierten WM-Arenen ist schon viel geschrieben worden. Das interessiert die FIFA aber nicht. Sie hat die Pflichtenhefte verfasst, Auflagen und Preise hochgetrieben und verdrückt sich nun aus dem Land. Die meisten Stadien werden Invest-Ruinen.</p><p>In Durban droht Ähnliches, wenngleich die Moses-Mabhida-Arena vielleicht doch bald Schlagzeilen machen wird. Es ist das einzige Stadion von olympischen Ausmaßen, nicht nur, weil es Platz für eine Leichtathletik-Anlage bietet, auch die Katakomben und das Drumherum sind, man könnte sagen: olympisch geplant.</p><p>Blatters Aussagen zu den Olympia-Ambitionen Südafrikas (bisher hat es eine Bewerbung von Kapstadt für die Sommerspiele 2004 gegeben) werden von der südafrikanischen Regierung <a
title="buanews-online" href="http://www.buanews.gov.za/news/10/10070908551001" target="_blank">natürlich dokumentiert:</a></p><blockquote><p>&#8220;If there is any country in Africa that can host the Olympics it is South Africa &#8230; I can tell you now if a country can host a FIFA World Cup successfully, that country can definitely organise the Olympics&#8221;, Blatter said.</p><p>The International Olympic Committee awarded the 2016 Games to Brazil, making it the first time a South American country will host the games. This will leave Africa as the only continent yet to stage the Olympics.</p><p>Blatter noted that unlike the World Cup, which requires the cooperation of many cities, organising the Olympics needed only one city. Both Durban and Cape Town have indicated their willingness to host the event should South Africa decide to launch its bid.</p><p>Since the dawn of democracy in1994, South Africa has hosted several major international events, including the Rugby World Cup in 1995, African Cup of Nations in 1996 and the Cricket World Cup in 2003. Next year the country is scheduled to host COP 17, the largest gathering of world leaders and civil organisations to discuss climate change.</p><p>&#8220;South Africa has shown what it can do. I know we are still going to match 63 and 64 but we are satisfied and if South Africa wants to host the Olympics I would fully support such a candidature.&#8221;</p></blockquote><p>Es gibt viele Gründe für Durban. Eine Standortbestimmung, mehr nicht, hatte ich in Kürze am Dienstag für den DLF gedichtet:</p><blockquote><p>Durban macht kein Geheimnis daraus, erste afrikanische Olympiastadt werden zu wollen. Die Bewerbungen für 2020 und 2024 sind fest avisiert. Clever hat man sich zunächst darauf konzentriert, sportpolitische Highlights an den Indischen Ozean zu holen. Das ist immer ein guter Start. Im Dezember findet das vom IOC organisierte Weltforum für Sport, Bildung und Kultur in Durban statt – im Juli kommenden Jahres dann die 123. IOC-Vollversammlung. Es ist die erste IOC-Session überhaupt in Afrika, am 6. Juli 2011 werden in Durban die Olympischen Winterspiele 2018 vergeben &#8211; an Pyeongchang oder München.</p><p>Durban ist vor zwei Jahren in Peking vom IOC ausgewählt worden, und schon damals haben die Olympia-Ambitionen der größten afrikanischen Hafenstadt eine Rolle gespielt.</p><p>Seit Mai hat Durban einen neuen Flughafen. Das Moses Mabhida-WM-Stadion, neues Wahrzeichen der Stadt, soll für Olympische Spiele und/oder die Commonwealth Games auf 85.000 Zuschauer ausgebaut und mit einer Leichtathletik-Bahn versehen werden. Es ist die einzige Arena auf dem Kontinent, in der eine Leichtathletik-WM austragen werden könnte. Durban hat auch das einzige olympische Schwimmstadion in Afrika. Vom WM-Stadion kann zu Fuß an den Strand, die meisten Hotels sind in der Nähe – ideale Bedingungen für ein Olympisches Dorf.</p><p>Und schließlich: Sam Ramsamy, Südafrikas IOC-Mitglied, stammt aus Durban. Ein kleines, aber feines Detail.</p><p>Colleen Dardagan ist sportpolitische Korrespondentin der größten Zeitungsgruppe der Region. Sie sagt, auch das Wetter spreche für Durban – ein gewichtiges Argument in Afrika. Durban will die Spiele und hat Platz für das Olympische Dorf. Durban hat die Vision und Vorteile gegenüber Kapstadt und Johannesburg.</p><p>Keine andere WM-Stadt hat sich dermaßen clever und nachhaltig aufgestellt. Es wird eine politische Entscheidung. Durban ist bereit, aber Südafrikas Präsident hat das letzte Wort. Jakob Zuma hat sich mehrfach für eine Bewerbung ausgesprochen und wird das Thema mit IOC-Präsident Jacques Rogge debattieren, der zum WM-Finale nach Südafrika kommt.</p></blockquote><p><strong>Nachtrag, 13.51 Uhr:</strong> So, und jetzt habe ich mal noch meine 2 cents bzw. meine Stimme bei der Wahl zum besten WM-Spieler abgegeben. Kurioserweise wird über diesen &#8220;Goldenen Ball&#8221; von Adidas (natürlich) ja immer schon vor dem Finale entschieden. Weshalb etwa 2002 Kahn und nicht Ronaldo und 1998 Ronaldo und nicht Zidane den &#8220;Goldenen Ball&#8221; erhielten.</p><p>Ich hätte nicht gedacht, dass mir das mal passiert, aber ich habe für Schweinsteiger gestimmt und schäme mich auch nicht dafür. Seine Entwicklung (ich fand ihn bei der WM noch besser als in der Champions League) hat mich schwer beeindruckt. Meine Nummer zwei: Sneijder. Dann Forlán.</p><p>Die FIFA hat diese Shortlist aufgestellt, in alphabetischer Reihenfolge, und darüber könnten wir hier ebenfalls abstimmen, eine Spielerei, mehr nicht:</p> Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.<p>Als beste junge Spieler der WM stehen auf der Shortlist diese drei Herren, und ich denke, angesichts der durchschlagenden Bilanz Müllers (vier Tore, drei Assists bislang) ist die Sache sonnenklar:</p> Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/07/09/sudafrika-tag-35-wasserstandsmeldung-olympia-2020/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>52</slash:comments> </item> <item><title>Südafrika, Tag 8: Frühstück mit Joe Biden</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/#comments</comments> <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 09:58:36 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[fifa]]></category> <category><![CDATA[franz beckenbauer]]></category> <category><![CDATA[joe biden]]></category> <category><![CDATA[südafrika 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2010]]></category> <category><![CDATA[wm 2018]]></category> <category><![CDATA[wm 2022]]></category> <category><![CDATA[wm-bewerbung]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=8186</guid> <description><![CDATA[SANDTON. Nicht mal in Ruhe frühstücken kann man während so einer WM. Dennoch finde ich es erstaunlich, dass ich überhaupt in mein Büro in der unteren Bar des Michelangelo Hotels gelassen wurde heute morgen. Draußen schwante mir nichts Gutes, als ich die schweren Autos und die vielen kernigen Jungs mit Knöpfen im Ohr sah. Doch [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>SANDTON. Nicht mal in Ruhe frühstücken kann man während so einer WM. Dennoch finde ich es erstaunlich, dass ich überhaupt in mein Büro in der unteren Bar des Michelangelo Hotels gelassen wurde heute morgen. Draußen schwante mir nichts Gutes, als ich die schweren Autos und die vielen kernigen Jungs mit Knöpfen im Ohr sah. Doch ich durfte passieren, eine derartige Lässigkeit in der Nähe von Joe Biden, US-Vizepräsident, ist erstaunlich. Biden macht sich bald auf den Weg nach Rustenberg zum Spiel USA vs England heute Abend. Vorher wird noch <a
title="Go USA BId" href="http://www.gousabid.com/" target="_blank">WM-Lobbyarbeit</a> betrieben.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-8187" title="Joe Biden, Franz Beckenbauer, Sandton, 12. Juni 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/joe-biden.gif" alt="" width="530" height="298" /></p><p>Ehrlich gesagt, der Franz ist nicht zu beneiden. Ich höre aus guter Quelle, ihm gingen diese Termine schon ziemlich auf die Nerven. Aber: Er hat es sich ausgesucht, er wollte ins FIFA-Exekutivkomitee. Soll er sich also nicht beklagen, auf dem Weg zum Frühstücksbuffet vom US Vice President aufgehalten zu werden. &#8220;Wir haben über die alten Zeiten gesprochen&#8221;, sagt der Franz. Über Cosmos und seine Jahre in New York City.</p><p>Es heißt, die Amis werden in Kürze ihre Bewerbung auf 2022 konzentrieren und die Offerte für 2018 offiziell zurückziehen, so wie das am Donnerstag schon die Australier gemacht haben. Das passt. Denn 2018 bleiben dann Engländer und die favorisierten Russen, wobei ich jetzt auch einiges über die Spanier höre. Und für 2022 heißt es dann Australien, Katar oder USA &#8211; vergessen wir Koreaner und Japaner.</p><p><strong>11.59 Uhr:</strong> Auf gehts. Ich versuche mal mein Glück, in den Ellis Park zu kommen. Messi schauen. Argentina vs Nigeria.</p><p><strong>14.37 Uhr:</strong> Habe übrigens noch immer keinen Zakumi gesehen &#8211; habe ich das Vieh jetzt endlich richtig geschrieben?</p><p>Und noch ein Satz zu Joe Biden. Bei ihm muss ich immer an den so genannten Biden-Report über das US-Doping aus dem Jahr 1989 denken, den er nach etlichen Anhörungen damals als Justizsenator fabrizierte. Spektakuläre Sache. Habe den Bericht auf die Schnelle nicht im Internetz gefunden. Über die Jahre gab es allerdings etliche Berichte dazu. Selbst habe ich das mehrfach erwähnt, in Büchern und Artikeln. Vergangenes Jahr zum 25-jährigen Jubiläum der LA-Spiele wurde das in etlichen Medien erneut erzählt. Wen es interessiert, einfach googlen, etwa nach: <a
title="Google Suche" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=senator+biden+doping+ashford+pdf&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">senator biden doping ashford pdf</a>.<br
/> <script type="text/javascript">var flattr_url = 'http://jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/';
	var flattr_btn='compact';</script><br
/> <script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/12/sudafrika-tag-8-fruhstuck-mit-joe-biden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>6</slash:comments> </item> <item><title>Floyd Landis packt aus</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/20/floyd-landis-packt-aus/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/20/floyd-landis-packt-aus/#comments</comments> <pubDate>Thu, 20 May 2010 08:24:10 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[cas]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[floyd landis]]></category> <category><![CDATA[radsport]]></category> <category><![CDATA[tour de france]]></category> <category><![CDATA[aaa]]></category> <category><![CDATA[blutdoping]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[epo]]></category> <category><![CDATA[espn.com]]></category> <category><![CDATA[lance armstrong]]></category> <category><![CDATA[wada]]></category> <category><![CDATA[wall street journal]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7943</guid> <description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Da offenbar Gesprächsbedarf besteht, mache ich einen Beitrag zum Thema Floyd Landis auf. Denn zu Wenlock und Mandeville passen die Beiträge über das Doping-Geständnis des langjährigen Armstrong-Gehilfen und gewesenen Tour-de-France-Siegers doch nicht. Die Geschichte im Wall Street Journal ist durchaus spektakulär. [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/05/20/floyd-landis-packt-aus/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p><p>Da offenbar Gesprächsbedarf besteht, mache ich einen Beitrag zum Thema Floyd Landis auf. Denn zu <a
title="Wenlock und Mandeville" href="http://jensweinreich.de/2010/05/19/wenlock-und-mandeville/" target="_self">Wenlock und Mandeville</a> passen die Beiträge über das Doping-Geständnis des langjährigen Armstrong-Gehilfen und gewesenen Tour-de-France-Siegers doch nicht. Die Geschichte im Wall Street Journal ist durchaus spektakulär. <a
title="www.floydlandis.com" href="http://ouchmedicalcenter.com/floyd" target="_blank">Floyd Landis</a> packt also in etlichen Emails an Offizielle und Sponsoren partiell aus &#8211; nach Ablauf seiner zweijährigen Sperre. Und er zieht andere Profis mit rein. Im WSJ fand ich diesen Kommentar dazu:</p><blockquote><p><strong>What&#8217;s worse, doping, lying, or becoming a rat after you can lie no further?</strong></p></blockquote><p>Gute Frage.</p><p>Die aktuelle Pflichtlektüre zum Fall:</p><ul><li>Exklusiv-Geschichte des <strong>Wall Street Journal</strong>: <a
title="WSJ zu Landis" href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703691804575255410855321120.html?mod=WSJ_hps_LEFTTopStories" target="_blank">Cyclist Floyd Landis Admits Doping, Alleges Use by Armstrong and Others</a></li><li><strong>ESPN.com</strong> hat dazu mit Landis gesprochen: <a
title="ESPN.com" href="http://sports.espn.go.com/oly/cycling/news/story?id=5203604" target="_blank">Landis comes clean on PED use</a></li></ul><p>Erweiterte Lektüre:</p><ul><li>Das <a
title="AAA-Urteil zu Landis" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/05/Landis-Final-20-09-07-3.pdf" target="_blank"><strong>Urteil der AAA</strong></a> (American Arbitration Association) im Fall Landis vom 20. September 2007 (pdf, 1,2 MB, 84 Seiten)</li><li>Den CAS-Spruch finde ich derzeit nicht, wird nachgetragen, scheint, als ob in Lausanne der Server zusammengebrochen ist.</li><li>Zahlreiche Hintergründe und Links finden sich natürlich auf <strong>Cycling4Fans</strong>, u.a. mit <a
title="Cycling4Fans" href="http://www.cycling4fans.de/index.php?id=4081" target="_blank">dieser Übersicht</a></li><li><a
title="Cyclingnews zu Landis" href="http://www.cyclingnews.com/news/landis-confesses-to-doping-implicates-armstrong-and-bruyneel" target="_blank">Cyclingnews</a> sollte man dieser Tage ebenfalls beachten</li></ul> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/20/floyd-landis-packt-aus/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>210</slash:comments> </item> <item><title>ISU-Erklärung zum Fall Pechstein</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/18/isu-erklarung-zum-fall-pechstein/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/18/isu-erklarung-zum-fall-pechstein/#comments</comments> <pubDate>Tue, 18 May 2010 20:10:08 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[cas]]></category> <category><![CDATA[claudia pechstein]]></category> <category><![CDATA[dgho]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[eisschnelllauf]]></category> <category><![CDATA[isu]]></category> <category><![CDATA[blutdoping]]></category> <category><![CDATA[desg]]></category> <category><![CDATA[eisschnelllaufen]]></category> <category><![CDATA[werner franke]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7919</guid> <description><![CDATA[Ich bin etwas spät, war eine Weile nicht online. Der Eislauf-Weltverband ISU (International Skating Union) hat heute Nachmittag eine Erklärung zum Fall Pechstein veröffentlicht. Das Original auf der ISU-Webseite, hier als pdf (3 Seiten) und hier zum Studieren und Diskutieren. Was mir beim ersten Überfliegen auffällt: Die ISU zweifelt die Kugelzell-Anämie-Diagnose an: All experts addressed [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin etwas spät, war eine Weile nicht online. Der Eislauf-Weltverband ISU (International Skating Union) hat heute Nachmittag eine Erklärung zum Fall Pechstein veröffentlicht. Das Original auf der <a
title="ISU" href="http://www.isu.org/vsite/vnavsite/page/directory/0,10853,4844-137020-154236-nav-list,00.html" target="_blank">ISU-Webseite</a>, <a
title="ISU Erklärung zu Pechstein, 18. Mai 2010" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/05/ISU-Erklärung-zu-Pechstein-18052010.pdf" target="_blank">hier als pdf</a> (3 Seiten) und hier zum Studieren und Diskutieren.</p><p>Was mir beim ersten Überfliegen auffällt: Die ISU zweifelt die Kugelzell-Anämie-Diagnose an:</p><blockquote><p>All experts addressed by the ISU have independently of each other confirmed that no new scientific method for diagnosis of HS exists and that the method alleged by the German experts to be a diagnostic method has never been validated, even as a screening procedure, in any recognized scientific medical journal, subjected to “peer review&#8221; by medical experts in the same medical field, and, in the opinion of the experts consulted, has never been applied before, even as a screening tool, in actual medical practice. In addition, all these experts have also expressed the opinion that regardless of the non &#8211; existence of any new scientific method, the new tests did not bring evidence that C. Pechstein suffered HS.</p></blockquote><p>Was mir negativ auffällt: Was hat so ein Franke-Zitat in einer offiziellen Stellungnahme zu suchen?</p><blockquote><p>Dr. Franke is reported to have also stated: “How should the bone marrow know when she (Pechstein) has big competitions?&#8221;</p></blockquote><p>In Deutschland hieß das vor etlichen Wochen: Wie soll ihr Knochenmark wissen, wann wichtige Wettkämpfe sind?</p><p>Die Erklärung im Wortlaut:</p><blockquote><p>INTERNATIONAL SKATING UNION</p><p><strong>ISU Position in the Pechstein Case</strong></p><p>The International Skating Union (ISU) filed on Monday with the Swiss Federal Tribunal in Lausanne (the Swiss Supreme Court), its Reply to the Request of Claudia Pechstein for “Revisionsverfahren&#8221; (a Swiss law term for a “Revision Procedure&#8221;).</p><p>Ms Pechstein’s Request seeks:</p><ol><li>cancellation of the CAS Final Arbitration Award of November 25, 2009 and,</li><li>return of the case to the CAS for retrial.</li></ol><p>On February 10, 2010, a first judgment of the Swiss Federal Tribunal denied Ms. Pechstein’s Appeal against the CAS Final Arbitration Award of November 25, 2009. The CAS Award upheld a Decision of the ISU Disciplinary Commission (DC) of July 1, 2009, finding C. Pechstein to have committed an ISU Anti-doping rule violation and imposing the mandatory 2 year suspension.</p><p>Since the publication of the DC decision in July 2009, the ISU has not publicly reacted to the numerous media campaigns against the ISU which have been organized by C. Pechstein, her lawyer Dr. S. Bergmann and her management team. These campaigns consisted of TV talk shows, press conferences, interviews and commentary on C. Pechstein&#8217;s website, and often were the source of unjustified and sometimes incredible accusations against the ISU.</p><p>The above campaigns included allegations that the ISU data base of blood tests results was not reliable; that the anonymity bar-codes on blood samples were wrong; that wrong blood samples were used; that the dates of certain tests were wrong; and expanded into accusations that the ISU had suppressed evidence allegedly favorable of C. Pechstein; and that the panel of CAS arbitrators had been composed in violation of the applicable rules. Incredible accusations of improper interfering were made against the Secretary General of the CAS and even against the International Olympic Committee (IOC).</p><p>Up until today, the ISU has respected the principle that no public-relations-type Press Releases or comments should be made while a case is pending in the CAS and in the Swiss court.</p><p>The ISU has fought, with patience, within the Swiss legal system, against all accusations made by C. Pechstein in the arbitration and court proceedings. None of the allegations were proven to be justified and all have been disposed of by the CAS decision and also by the Decision of the Swiss Tribunal Federal dated February 10, 2010 dismissing the Appeal of C. Pechstein against the CAS award. The Court has also dismissed accusations that the CAS proceeding and decision violated Swiss law (Swiss public order) and that the rights of Ms. Pechstein to a fair trial and equal treatment have not been respected.</p><p>Ms. Pechstein filed the Request for “Revisionsverfahren&#8221; mentioned above on March 4, 2010 based on the Swiss law rules allowing such filing on the basis of an allegation that new evidence has been found that was not available during the CAS proceedings. The substance of her new claim is that a new scientific method to diagnose a blood disease called hereditary spherocytosis (HS) has been developed in 2009 but was not known and available to C. Pechstein, and that new tests using the new method conducted by German experts in hematology after the date of the CAS decision have revealed the presence of the above disease in her body.</p><p>When preparing a reply to the new Request, the ISU had to use a number of experts to review the opinions of the German experts and the test results obtained by them. Among these experts was also Prof. Alberto Zanella who is a well-known expert in blood disorders and the former Director of a Hematological Unit in the Milan University Hospital.</p><p><strong>All experts addressed by the ISU have independently of each other confirmed that no new scientific method for diagnosis of HS exists and that the method alleged by the German experts to be a diagnostic method has never been validated, even as a screening procedure, in any recognized scientific medical journal, subjected to “peer review&#8221; by medical experts in the same medical field, and, in the opinion of the experts consulted, has never been applied before, even as a screening tool, in actual medical practice.</strong></p><p><span
id="more-7919"></span>In addition, all these experts have also expressed the opinion that regardless of the non &#8211; existence of any new scientific method, the new tests did not bring evidence that C. Pechstein suffered HS. Nevertheless, Prof. Alberto Zanella, has expressed the opinion that C. Pechstein “was likely to carry hereditary red cell membrane defect of the stomatocytic type (xerocytosis?)&#8221; (HSt). However, Prof. Zanella had not the possibility to examine Ms. Pechstein and to perform his own testing of her blood samples. He was dependent on the tests results presented by Ms. Pechstein in her new Request.</p><p>The ISU, for proper legal order and transparency, included the opinion of Prof. Zanella with its filing with the court, but based on opinions of other experts who have specialized experience in the detection of athletic doping, the ISU remains convinced that not even the HSt can explain all the abnormal values in Ms. Pechstein&#8217;s blood profile and their variability. The ISU Reply attaches the expert opinions and carefully explains this aspect of the case.</p><p>These opinions explicitly exclude the possibility that her abnormal blood profile can be explained by HSt. Several renowned and reputed German doping experts, such as Dr. F.Sörgel, Dr. W. Franke and Dr.A. Ganser (the former President of the German Hematological Society), have publicly expressed similar opinions after it had been announced that Ms. Pechstein was suffering HS.</p><p>Dr. Franke is reported to have also stated: “How should the bone marrow know when she (Pechstein) has big competitions?&#8221; The coincidence of occurrence of high reticulocytes values and unexpected outstanding performances in competitions by C. Pechstein is indeed more than striking. For example:</p><p>In Calgary in November 2007 at the age of 36, C. Pechstein with % reticulocytes value of 3.75 made her best time ever in the 1500 m race – beating her previous time reached many years ago when she was much younger. In Moscow in October 2008 at the age of almost 37 she reached the second best time ever in the 5000 m race, a time very close to her personal record recorded in Salt Lake City 6 years earlier when she was 31. In addition, the Moscow rink is known to have “very slow ice&#8221; while in Salt Lake City where the altitude is about 1300m, the ice is the fastest among all the rinks.</p><p>In Erfurt in January 2009 C. Pechstein surprisingly won the European Championships after having lost that title in the previous years (5th in 2007 and 4th in 2008).</p><p>Her improved performances in the years 2007-09, after 20 year long sport career, are in sharp contrast with the natural physiological consequences of aging.</p><p>A comment made publicly by a member of the Norwegian training group with which C. Pechstein was training, is also of interest. H. Bokko said that the members of the group were surprised when C. Pechstein, after doing often poorly in the training, suddenly reached an excellent time in some competitions.</p><p>In addition, Ms. Pechstein had an unusual number of last minute changes in her whereabouts information. Whereabouts information, provided under WADA Rules by the Skater, is used to quickly locate a Skater so that short-notice anti-doping urine tests may be performed by a WADA certified agency. Ms Pechstein’s changed locations number was the highest among all speed skaters and just during the month before the tests in Hamar on February 6 and 7, 2009 she had announced 12 whereabouts changes. Such changes severely impede or destroy the possibility of correct timing of out-of-competition tests and of finding EPO in the urine since it disappears from the urine quite fast and cannot be detected anymore after several days.</p><p>The ISU has right from the beginning openly stated that there were two possible explanations for the abnormal blood profile – either doping or blood disease. The ISU, however, could not conduct any special tests of C. Pechstein without her consent and cooperation. C. Pechstein has been offered to undergo special tests already during the proceedings before the DC and the DC explicitly warned Ms. Pechstein that in case of refusal to undergo such tests she would have to bear any possible negative consequences. In spite of that, Ms. Pechtein declined that offer. As early as during the DC proceeding Prof. D&#8217;Onofrio mentioned the specialized laboratory in Milano of Prof. Zanella. In the appellate proceedings before CAS, the ISU made the offer again and in its Answer filed on September 1, 2009 to the Appeal of Ms. Pechstein proposed that Prof. Zanella be appointed as expert and C. Pechstein be ordered to undergo tests in his laboratory. However, without the consent Ms. Pechstein, such order could not work.</p><p>All the above facts and arguments represent the reasons why the ISU does not believe that the new blood anomaly, diagnosed as “likely&#8221; possibility, is the exclusive cause of C. Pechstein&#8217;s abnormal blood profile and high values of reticulocytes at the time of some competitions. The opinion that a possible blood disorder does not exclude doping, has been expressed by experts since the beginning of the case.</p><p>The ISU remains convinced that the Decision of the CAS Panel in this case is correct. No grounds have been demonstrated by the Request of the Skater or the medical evaluations and analyses to justify any reconsideration of that CAS Decision. The ISU is bound by and has to comply with the ISU Anti-doping Rules based on the WADA Code and fully respects final CAS decisions in doping matters.</p><p>The Swiss Federal Tribunal has stated that the decision in this case would be announced in July 2010. Until the decision is received the ISU will not make any further comments.</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/18/isu-erklarung-zum-fall-pechstein/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>224</slash:comments> </item> <item><title>Im Wortlaut: das Urteil des Bundesgerichts im Fall Pechstein</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/#comments</comments> <pubDate>Tue, 11 May 2010 15:47:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[claudia pechstein]]></category> <category><![CDATA[desg]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[eisschnelllauf]]></category> <category><![CDATA[isu]]></category> <category><![CDATA[schweizer bundesgericht]]></category> <category><![CDATA[vancouver 2010]]></category> <category><![CDATA[blutdoping]]></category> <category><![CDATA[bundesgericht]]></category> <category><![CDATA[dgho]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[juristisches]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7870</guid> <description><![CDATA[Es wird jetzt etwas umfangreicher. Insgesamt knapp 30 Seiten Juristendeutsch müssen sein, denn das Urteil des Schweizer Bundesgerichts im Fall Pechstein vom 10. Februar 2010 liegt nun schriftlich vor. Inzwischen ist zwar einiges passiert &#8211; die Olympia-Kammer des CAS fühlte sich nicht zuständig, Hämatologen bescheinigen der Eisschnellläuferin eine Kugelzell-Anomalie &#8211; und wir sind tausend Kommentare [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Es wird jetzt etwas umfangreicher. Insgesamt knapp 30 Seiten Juristendeutsch müssen sein, denn das Urteil des Schweizer Bundesgerichts im Fall Pechstein <a
title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self">vom 10. Februar 2010</a> liegt nun schriftlich vor. Inzwischen ist zwar einiges passiert &#8211; die Olympia-Kammer des CAS fühlte sich <a
title="CAS-Kammer fühlt sich nicht zuständig: Pechstein-Antrag abgelehnt" href="http://jensweinreich.de/2010/02/19/cas-kammer-fuhlt-sich-nicht-zustandig-pechsteins-antrag-abgelehnt/" target="_self">nicht zuständig</a>, Hämatologen bescheinigen der Eisschnellläuferin eine <a
title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Kugelzell-Anomalie</a> &#8211; und wir sind tausend Kommentare weiter, doch die Dokumentation des Falls möchte ich gern komplettieren.</p><p>Einige Anmerkungen:</p><ul><li>Ob das Bundesgerichts-Urteil Neues bringt, weiß ich nicht, ich habe mich bei der Bearbeitung, die einige Zeit gedauert hat, vor allem auf die grafische Aufbereitung und damit Lesbarkeit konzentriert, weniger auf den Inhalt.</li><li>Das Argument der Kugelzell-Anomalie hat das Bundesgericht schon behandelt, lässt es allerdings unbeachtet (D 2.4.2). Ich überlege noch, was ich davon halten soll, dass auf dem PR-Termin der DGHO meiner Erinnerung nach (das lässt sich anhand des Audio-Mitschnittes leicht überprüfen und ggf. korrigieren) nicht einmal erwähnt wurde, dass dem Bundesgericht dies bereits vorgetragen worden war.</li><li>Erstaunlich finde ich nach erster Durchsicht allemal, dass das Bundesgericht (dem man schwerlich Parteilichkeit vorwerfen kann), die meisten &#8220;Argumente&#8221; ins Leere laufen lässt.</li><li>Ich habe den Eindruck, dass das Bundesgericht für mit PR-Gedöns vorgebrachte &#8220;Argumente&#8221; und sportpolitische Quacksalbereien nicht sehr empfänglich ist. Bei der ersten Durchsicht empfinde ich durchaus nicht als skandalös. Ganz im Gegenteil.</li></ul><p>Ich hoffe, nichts vergessen zu haben:</p><ul><li><a
title="Claudia Pechstein von der ISU wegen Blutdopings gesperrt" href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">ISU-Beschluss</a></li><li><a
title="CAS-Urteil: Claudia Pechstein bleibt gesperrt und zieht vor das Bundesgericht" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">CAS-Urteil</a></li><li><a
title="1. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6074" target="_self">1. Verfügung des Schweizer Bundesgerichts</a></li><li><a
title="2. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6118" target="_self">2. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="3. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6133" target="_self">3. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="4. Verfügung" href="http://jensweinreich.de/?p=6169" target="_self">4. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="... Pechstein nicht in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/2010/01/26/bundesgericht-lehnt-antrag-ab-pechstein-nicht-in-vancouver/" target="_self">5. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self">6. Verfügung des Bundesgerichts</a></li><li><a
title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Materialien und Diskussion zur Kugelzell-Anomalie</a></li></ul><p>Es hat dann, wenn ich mich nicht verzählt habe, vor einigen Tagen noch eine</p><ul><li>7. Verfügung des Bundesgerichts</li></ul><p>gegeben, nachdem Claudia Pechstein erneut ihre sofortige Trainingsberechtigung erwirken wollte. Die Verfügung (mit einem weltrekordverdächtig langen Satz) besagt:</p><blockquote><p>Bundesgericht/Tribunal fédéral</p><p>4A_144/2010</p><p>Cause célèbre</p><p>Verfügung vom 23. April 2010, I. zivilrechtliche Abteilung</p><p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin.</p><p><strong>Claudia Pechstein</strong>, (&#8230;) Deutschland, vertreten durch Advokaten Dr. Philippe Nordmann und Eva Senn, Aeschenvorstadt 55, Postfach 659, 4010 Basel, Gesuchstellerin,</p><p>gegen</p><p><strong>International Skating Union</strong>, chemin de Primrose 2, 1007 Lausanne, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, rue François-Bellot 6, 1206 Genf, Gesuchsgegnerin.</p><p>Revision gegen den Entscheid des <strong>Tribunal</strong><strong> Arbitral du Sport</strong> (TAS) vom 25. November 2009</p><p>In Erwägung,</p><ul><li>dass das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) mit Entscheid vom 25. November 2009 die Gesuchstellerin während zwei Jahren, beginnend ab 8. Februar 2009, für gesperrt erklärte und ihr die Resultate aberkannte, die sie am 7. Februar 2009 an der von der International Skating Union (Gesuchsgegnerin) organisierten Weltmeisterschaft im Eisschnelllauf erzielt hatte;</li><li>dass die von der Gesuchstellerin am 7. Dezember 2009 gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde in Zivilsachen am 10. Februar 2010 vom Bundesgericht abgewiesen wurde, soweit es darauf eintrat;</li><li>dass die Gesuchstellerin mit Rechtsschrift vom 4. März 2010 ein Revisionsgesuch einreichte mit dem Antrag, es sei der Entscheid des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das TAS zurückzuweisen;</li><li>dass die Gesuchstellerin zudem den prozessualen Antrag stellte, dass sie superprovisorisch und unverzüglich, eventualiter provisorisch, per sofort zu sämtlichen Trainingsveranstaltungen, inkl. Trainingsrennen, die von der DESG (Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V) und deren Vereinen organisiert werden, zuzulassen sei;</li><li>dass dazu festzuhalten ist, dass keine superprovisorische Anordnung durch das Bundesgericht erfolgte, weil die dafür notwendigen Voraussetzungen – namentlich die zeitliche Dringlichkeit – fehlten, wie sich im Folgenden zeigen wird;</li><li>dass das TAS und die Gesuchsgegnerin mit Verfügungen vom 10. März 2010 aufgefordert wurden, bis zum 25. März 2010 zum prozessualen Antrag der Gesuchstellerin Stellung zu nehmen;</li><li>dass sich das TAS innerhalb der angesetzten Frist nicht vernehmen liess;</li><li>dass die Gesuchsgegnerin mit Stellungnahme vom 25. März 2010 beantragte, die prozessualen Begehren der Gesuchstellerin abzuweisen;</li><li>dass sich die Gesuchstellerin mit Rechtsschrift vom 29. März 2010 unaufgefordert zur Stellungnahme der Gesuchsgegnerin vom 25. März 2010 äusserte;</li><li>dass sich die Gesuchsgegnerin ihrerseits mit Rechtsschrift vom 1. April 2010 unaufgefordert zur Rechtsschrift der Gesuchstellerin vom 29. März 2010 äusserte;</li><li>dass die Instruktionsrichterin oder der Instruktionsrichter nach den Re- geln des bundesgerichtlichen Revisionsverfahrens, die hier analog gelten (vgl. BGE 134 III 286 E. 2.1), von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei den Vollzug des angefochtenen Entscheids aufschieben oder andere vorsorgliche Massnahmen treffen kann (Art. 126 BGG);</li><li>dass die Gesuchstellerin zur Begründung des Gesuchs um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme in der Rechtsschrift vom 4. März 2010 vorbrachte, sie sei als Spitzensportlerin auf professionelle Trainingsmöglichkeiten angewiesen und ohne solche Möglichkeiten würde sie in ein Formtief geraten, das ein Comeback auf Spitzenniveau zunehmend illusorisch machen würde;</li><li>dass die Gesuchstellerin in ihrer Rechtsschrift vom 29. März 2010, mit der sie auf die Stellungnahme der Gesuchsgegnerin vom 25. März 2010 antwortete, im Wesentlichen die erwähnten Behauptungen wiederholte und zudem vorbrachte, es bestehe nach den gegenwärtig gegebenen Umständen die Gefahr, dass sie ihre Profikarriere beenden müsse, wenn sie nicht zu den Trainingsveranstaltungen zugelassen werde;</li><li>dass die Gesuchsgegnerin demgegenüber in der Rechtsschrift vom 1. April 2010 – wie bereits in jener vom 25. März 2010 – darauf hinwies, dass nicht nur die Interessen der Gesuchstellerin, sondern auch öffentliche Interessen (Kampf gegen Doping) und die Interessen der anderen Athleten auf dem Spiel stünden, und ihre Auffassung wiederholte, dass kein Revisionsgrund gegeben sei;</li><li>dass beim Entscheid über die Anordnung der von der Gesuchstellerin beantragten vorsorglichen Massnahme die sich gegenüber stehenden Interessen abzuwägen sind, wobei auch die voraussichtlichen Erfolgschancen des Revisionsgesuchs berücksichtigt werden können;</li><li>dass bei der Interessenabwägung von Bedeutung ist, dass nach den Angaben der Gesuchsgegnerin die Wettkampf-Saison für Eisschnellläuferinnen seit Ende März beendet ist;</li><li>dass allerdings der Gesuchstellerin zuzugestehen ist, dass ihr aufgrund der gegenwärtig gegebenen Umstände die Vorbereitung auf zukünftige Wettkämpfe wesentlich erschwert wird, weil sie nicht am Training mit anderen professionellen Eisschnellläuferinnen teilnehmen kann und das private Training, soweit es noch möglich ist, keine gleichwertige Alternative bildet;</li><li>dass andererseits die Gesuchsgegnerin zutreffend darauf hinweist, dass auch das öffentliche Interesse am Kampf gegen Doping berücksichtigt werden muss ebenso wie das Interesse der anderen professionellen Eisschnellläuferinnen, die zusammen mit der Gesuchstellerin am Training teilnehmen würden;</li><li>dass sodann von Bedeutung ist, dass der von der Gesuchstellerin angerufene Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG an strikte Voraussetzungen gebunden ist, die relativ selten gegeben sind, weshalb die Erfolgschancen eines entsprechenden Revisionsgesuchs generell als unsicher einzustufen sind;</li><li>dass schliesslich zu berücksichtigen ist, dass bei normalem Verlauf des Revisionsverfahrens mit einem Entscheid des Bundesgericht bis spätestens Ende Juli 2010 zu rechnen ist und der Ausschluss der Gesuchstellerin von den erwähnten Trainingsveranstaltungen bis zu diesem Zeitpunkt zumutbar erscheint;</li><li>dass aus diesen Gründen des Gesuch um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme abzuweisen ist;</li></ul><p>verfügt die Präsidentin:</p><ol><li>Das Gesuch um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme wird abgewiesen.</li><li>Diese Verfügung wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li></ol><p>Lausanne, 23. April 2010</p><p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p><p>Die Präsidentin:</p><p>Klett</p></blockquote><p>Und hier nun das <strong>eigentliche </strong><a
title="Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab" href="http://jensweinreich.de/2010/02/10/bundesgericht-lehnt-pechstein-beschwerde-ab/" target="_self"><strong>Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2010</strong></a>, das für alle, die sich nicht durch die ersten Entscheidungen kämpfen wollen/können, wenigstens einen passablen Überblick gibt. Der Court of Arbitration for Sport (CAS) wird hier &#8211; diese Abteilung des Bundesgerichts sitzt in Lausanne &#8211; stets in der französischen Schreibweise als TAS (Tribunal Arbitral du Sport) bezeichnet. <span
id="more-7870"></span></p><blockquote><p>Bundesgericht/Tribunal fédéral</p><p>4A_612/2009</p><p>CAUSE CELEBRE</p><p>Urteil vom 10. Februar 2010, I. zivilrechtliche Abteilung</p><p>Bundesrichterin Klett, Präsidentin,<br
/> Bundesrichter Corboz,<br
/> Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,<br
/> Bundesrichter Kolly,<br
/> Bundesrichterin Kiss,<br
/> Gerichtsschreiber Leemann.</p><p><strong>Claudia Pechstein</strong>, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Lucien W. Valloni und Dr. Thilo Pachmann, Beschwerdeführerin,</p><p>gegen</p><p><strong>International Skating Union</strong>, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, Beschwerdegegnerin,</p><p><strong>Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V</strong>., vertreten durch Rechtsanwalt Marius Breucker, Verfahrensbeteiligte.</p><p>Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des <strong>Tribunal Arbitral du Sport</strong> (TAS) vom 25. November 2009.</p><p><strong>Sachverhalt:</strong></p><p><strong>A. A.a</strong> Claudia Pechstein, Diensdorf/Deutschland, (Beschwerdeführerin) ist eine 37-jährige deutsche Eisschnellläuferin. Ihre Hauptdisziplinen sind 3&#8217;000 Meter und 5&#8217;000 Meter. Die Beschwerdeführerin gehört seit 1988 zur Eisschnelllauf-Weltelite, als sie die DDR an den Junioren-Weltmeisterschaften vertrat. In ihrer langen Karriere hat sie an fünf Olympischen Spielen (von 1992 bis 2006) teilgenommen. Neben zahlreichen Olympiamedaillen hat sie verschiedene Welt- und Europameisterschaften sowie nationale Wettkämpfe gewonnen. Sie ist daher eine der erfolgreichsten Wintersportlerinnen aller Zeiten.</p><p>Die International Skating Union (Beschwerdegegnerin) ist ein Verein schweizerischen Rechts mit Sitz in Lausanne. Sie ist als Weltverband für die Sportarten Eiskunstlauf und Eisschnelllauf anerkannt.</p><p>Die Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V. (nachfolgend DESG), München/Deutschland, der die Beschwerdeführerin angehört, ist Mitglied der Beschwerdegegnerin.</p><p><strong>A.b</strong> Die Beschwerdeführerin unterzog sich zwischen dem 4. Februar 2000 und dem 30. April 2009 zahlreichen Dopingkontrollen, die keine Hinweise auf verbotene Substanzen ergaben. Im gleichen Zeitraum erhob die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihres Blutprofilprogramms mehr als neunzig Blutproben der Beschwerdeführerin. Insbesondere wurden zwischen dem 20. Oktober 2007 und dem 30. April 2009 siebenundzwanzig Blutproben der Athletin entnommen, die letzten zwölf zwischen Januar und April 2009.</p><p>Die im Rahmen des Blutprofilprogramms der Beschwerdegegnerin erhobenen und aufgezeichneten Blutparameter beinhalten unter anderem Hämoglobin, Hämatokrit und den prozentualen Anteil unreifer roter Blutzellen (Retikulozyten). Der Retikulozytenwert ermöglicht als Blutparameter eine aktuelle Beurteilung der Bildung roter Blutkörperchen im menschlichen Organismus.</p><p>Während die Beschwerdegegnerin einen Retikulozytenwert zwischen 0.4 % und 2.4 % für normal erachtet, ergaben die Resultate der Blutuntersuchungen bei der Beschwerdeführerin Retikulozytenwerte, die weit über 2.4 % lagen und danach jeweils stark abfielen.</p><p>Am 7./8. Februar 2009 fand die von der Beschwerdegegnerin organisierte Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft in Hamar (Norwegen) statt. Am Morgen vor Wettkampfbeginn, also am 6. Februar 2009, wurden von sämtlichen Athleten Blutproben entnommen. Der Retikulozytenwert der Beschwerdeführerin wurde auf 3.49 % gemessen.</p><p>Als Folge dieses Resultats erhob die Beschwerdegegnerin am Morgen bzw. am Nachmittag des 7. Februar 2009 zwei weitere Blutproben bei der Beschwerdeführerin. Die gemessenen Retikulozytenwerte betrugen 3.54 % bzw. 3.38 %. Die Beschwerdeführerin und die DESG wurden vom medizinischen Berater der Beschwerdegegnerin, Prof. Harm Kuipers, darüber informiert, dass die Retikulozytenwerte &#8220;abnormal&#8221; seien. Obwohl die Hämoglobin- und Hämatokritwerte dies nicht geboten, teilte die DESG in der Folge mit, dass die Beschwerdeführerin an den Rennen des nächsten Tages nicht teilnehmen werde.</p><p>Am 18. Februar 2009 wurde bei der Athletin ausserhalb des Wettkampfs eine weitere Blutprobe entnommen. Diese zeigte einen Retikulozytenwert von 1.37 % an.</p><p><strong>B. B.a</strong> Nach Überprüfung des Blutprofils leitete die Beschwerdegegnerin bei ihrer Disziplinarkommission ein Verfahren gegen die Beschwerdeführerin ein. Sie warf der Beschwerdeführerin vor, eine verbotene Substanz bzw. eine unzulässige Methode (d.h. eine Art von Blutdoping) verwendet zu haben, was ein Dopingvergehen gemäss Artikel 2.2 ihrer Anti-Doping Regeln (ADR) darstelle, die am 1. Januar 2009 in Übereinstimmung mit der neuen Version des World Anti-Doping Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Kraft getreten sei.</p><p>Nach einem in Bern abgehaltenen Hearing vom 29./30. Juni 2009 stellte die Disziplinarkommission der Beschwerdegegnerin mit <a
title="ISU-Beschluss ..." href="http://jensweinreich.de/2009/07/03/claudia-pechstein-des-blutdopings-uberfuhrt/" target="_self">Entscheid vom 1. Juli 2009</a> ein Dopingvergehen nach Artikel 2.2 ADR in Form von Blutdoping fest, aberkannte die anlässlich der Weltmeisterschaft vom 7. Februar 2009 erzielten Resultate und sprach eine zweijährige Sperre ab 9. Februar 2009 gegen die Beschwerdeführerin aus.</p><p><strong>B.b</strong> Am 21. Juli 2009 erklärten die Beschwerdeführerin sowie die DESG beim Tribunal Arbitral du Sport (TAS) Berufung gegen den Entscheid der Disziplinarkommission vom 1. Juli 2009.</p><p>Am 17. August 2009 gab das TAS die Zusammensetzung des Schiedsgerichts für den vorliegenden Rechtsstreit bekannt. Keine Partei erhob zu jenem Zeitpunkt oder im weiteren Verlauf des Verfahrens Einwände dagegen.</p><p>Mit Eingabe vom 3. August 2009 reichte die Beschwerdeführerin dem TAS ihre Berufungsbegründung ein.</p><p>Am 16. September 2009 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr zu gestatten, schriftlich zur Berufungsantwort der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen. Diese sprach sich gegen einen weiteren Schriftenwechsel aus. Mit Schreiben vom 23. September 2009 teilte das TAS den Parteien mit, dass es in Anwendung von Artikel R56 des TAS-Code einen weiteren Schriftenwechsel nicht zulasse. Es gewährte der Athletin jedoch ausnahmsweise die Möglichkeit, bis spätestens acht Tage vor dem Hearing neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person sowie entsprechende Bemerkungen dazu einzureichen (&#8220;to present any new evidence deriving from medical investigations performed on her, with comments thereto&#8221;) sowie für das Hearing einen Experten zur Funktion des Messgeräts Advia 120 zu benennen.</p><p>Am 29. September 2009 erliess das TAS eine Anordnung über den weiteren Ablauf des Verfahrens (&#8220;Order of Procedure&#8221;). Diese wurde von allen Parteien vor dem Hearing unterzeichnet. Das Hearing wurde auf den 22./23. Oktober 2009 angesetzt.</p><p>Am 14. Oktober 2009 reichte die Beschwerdeführerin dem TAS eine Eingabe mit verschiedenen Beilagen ein. Am 17. Oktober 2009 wen- dete die Beschwerdegegnerin dagegen ein, die Eingabe betreffe zu einem grossen Teil nicht neue medizinische Untersuchungen, wie gemäss schiedsgerichtlicher Anordnung vom 23. September 2009 vorgesehen; angesichts des Umfangs neuer Dokumente sei es ihr zudem unmöglich, sich vor dem Hearing mit ihren Sachverständigen zu bera- ten und dazu schriftlich Stellung zu nehmen.</p><p>Mit Schreiben vom 19. Oktober 2009 hielt das TAS fest, dass zahlreiche Teile der Eingabe der Beschwerdeführerin den schiedsgerichtlichen Vorgaben vom 23. September 2009 sowie Artikel R56 des TAS- Code nicht entsprächen. Insbesondere seien die meisten der eingereichten Dokumente nicht neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an der Person der Beschwerdeführerin und ihre Eingabe beschränke sich nicht auf Bemerkungen zu diesen medizinischen Untersuchungen, sondern stelle vielmehr eine Replik dar. Entsprechend ordnete das Schiedsgericht unter anderem an, die Eingabe der Athletin vom 14. Oktober 2009 nicht zu den Akten zu nehmen, mit Ausnahme der Beilagen 37, 38, 39, 42, 44 und 53. Im Weiteren liess das Schiedsgericht sämtliche von der Beschwerdeführerin genannten Experten zum Hearing zu, mit Ausnahme von Dr. Damsgaard, der in ihrer Berufungsschrift nicht aufgeführt worden war.</p><p>Am 21. Oktober 2009 reichte die DESG dem Schiedsgericht einen weiteren Schriftsatz sowie ein neues Gutachten ein. Mit Verfügung vom gleichen Tag bestätigte das TAS seinen Entscheid, die schriftliche und mündliche Expertenmeinung von Dr. Damsgaard nicht zuzulassen, da sich diese nicht auf neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an der Person der Beschwerdeführerin bezog und die Athletin vor Ablauf der Frist zur Begründung der Berufung am 3. August 2009 auch nicht um eine Fristerstreckung im Hinblick auf die Beibringung der Expertenmeinung von Dr. Damsgaard ersucht hätte. In Anwendung von Artikel R57 des TAS-Code wies es zudem den Antrag der Beschwerdeführerin ab, weiteren interessierten Personen eine Teilnahme am Hearing zu gestatten. Die Eingabe der DESG vom 21. Oktober 2009 nahm es schliesslich nicht zu den Akten, da sie in Missachtung der Verfügung des Schiedsgerichts vom 19. Oktober 2009 erfolgte.</p><p>Am Hearing, das am 22. und 23. Oktober 2009 in Lausanne stattfand, wurden insgesamt zwölf von den Parteien bezeichnete Sachverständige angehört. Alle Parteien hatten jeweils die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu richten. Sie hatten daraufhin die Gelegenheit, ihren Fall zu präsentieren, ihre Argumente dazulegen und die Fragen des Schiedsgerichts zu beantworten.</p><p>Das Schiedsgericht nahm anlässlich des Hearings den Entwurf der &#8220;Athlete Biological Passport Operating Guidelines&#8221; der WADA vom Oktober 2009 von sich aus zu den Akten und gewährte den Parteien eine kurze Frist zur schriftlichen Stellungnahme.</p><p>Nach den letzten Parteivorträgen und der Schlusserklärung der Beschwerdeführerin schloss das Schiedsgericht das Hearing.</p><p>Am 27. Oktober 2009 reichten die Parteien ihre Stellungnahmen zum Entwurf der erwähnten Richtlinien der WADA ein.</p><p>Mit Faxschreiben vom 23. und 24. November 2009 reichte die Beschwerdeführerin dem Schiedsgericht einen dringlichen Antrag für die Wiedereröffnung des Verfahrens ein, um im Rahmen eines Kreuzverhörs Fragen an Prof. Sottas zu stellen, der am Hearing vom 22./23. Oktober 2009 nicht teilgenommen hatte. Der Antrag wurde damit begründet, dass einer der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vernommen habe, dass Prof. Sottas seine ursprüngliche Meinung aufgrund der von ihr am 14. Oktober 2009 vorgelegten Beweise offenbar geändert habe, und dass er von der Beschwerdegegnerin aus diesem Grund nicht für das Hearing aufgeboten worden sei.</p><p>Das TAS wies den Antrag um Wiedereröffnung des Verfahrens und die Berufungen der Beschwerdeführerin sowie der DESG mit <a
title="CAS-Urteil im Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/2009/11/25/cas-urteil-im-fall-pechstein/" target="_self">Schiedsentscheid vom 25. November 2009</a> ab und bestätigte die zweijährige Sperre der Athletin, mit der geringfügigen Änderung, dass die Sperre bereits ab dem 8. Februar 2009 gelte.</p><p><strong>C.</strong></p><p>Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 7. Dezember 2009, die mit Eingabe vom 11. Januar 2010 innert Frist ergänzt wurde, beantragt die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht, es sei der Schiedsspruch des TAS vom 25. November 2009 aufzuheben und die Sache sei zu neuer Beurteilung an das Schiedsgericht zurückzuweisen.</p><p>Sie stellt zudem die folgenden verfahrensleitenden Anträge:</p><ul><li><strong>A.</strong> Es sei die Vorinstanz zu verpflichten offenzulegen, inwiefern ihr Generalsekretär oder Dritte auf das Zustandekommen des angefochtenen Urteils eingewirkt haben. Insbesondere sei offenzulegen, wie das angefochtene Urteil nach dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Wiedereröffnung des Verfahrens verändert wurde und wie diese Änderungen zustande gekommen sind.</li><li><strong>B. </strong>Es sei der Beschwerdeführerin die Gelegenheit einzuräumen, zu allfälligen Eingaben und Beschwerdeantworten der Beschwerdegegnerinnen sowie zu einer allfälligen Vernehmlassung des Schiedsgerichts Stellung nehmen zu können. Sollte das Bundesgericht der Beschwerdeführerin von sich aus durch Fristansetzung kein Recht zur Stellungnahme einräumen, behält die Beschwerdeführerin sich vor, zu jeweiligen Eingaben der Beschwerdegegner jeweils innert 15 Tagen Stellung zu nehmen.</li><li><strong>C. </strong>Es seien die vollständigen Akten des Schiedsgerichts beizuziehen.</li><li><strong>D. </strong>Es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.</li><li><strong>E.</strong> Die Beschwerdegegnerin 1 sei zu verpflichten, die vollständigen Resultate der am 10.-12. Dezember 2009 anlässlich der Weltcuprennen in Salt Lake City vorgenommenen Dopingtests sowie die Protokolle der verwendeten Messmaschinen herauszugeben.</li></ul><p>Im Weiteren beantragt sie die Gewährung der aufschiebenden Wir- kung sowie die Anordnung verschiedener superprovisorischer bzw. provisorischer Massnahmen.</p><p>Die Akten des Schiedsverfahrens wurden beigezogen. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Dringlichkeit im Hinblick auf die Olympischen Spiele wurden zur Beschwerdebegründung keine Vernehmlassungen eingeholt. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2009 nahm das Bundesgericht vom Verzicht der DESG Vermerk, sich aktiv am Verfahren zu beteiligen.</p><p><strong>D.</strong></p><p>Mit <a
title="Verfügung vom 7. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/08/pechstein-lauft-wieder-in-salt-lake-city/" target="_self">Verfügung vom 7. Dezember 2009</a> ordnete das Bundesgericht an, dass die Beschwerdeführerin am 11.-13. Dezember 2009 an den in Salt Lake City stattfindenden 3&#8217;000 Meter Eisschnelllauf-Weltcuprennen teilnehmen dürfe. Mit <a
title="Verfügung vom 10. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/10/fall-pechstein-und-noch-eine-eilverfugung-des-bundesgerichts/" target="_self">Verfügung vom 10. Dezember 2009</a> ergänzte es diese Anordnung dahingehend, dass die Beschwerdeführerin auch am Training teilnehmen dürfe, soweit dieses als Vorbereitung auf das 3&#8217;000 Meter Weltcuprennen diene.</p><p>Mit <a
title="Verfügung vom 11. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/11/fall-pechstein-die-dritte-eilverfugung-des-bundesgerichts/" target="_self">Verfügung vom 11. Dezember 2009</a> wies das Bundesgericht das Gesuch der Beschwerdeführerin ab, es sei superprovisorisch anzuordnen, dass sie in Salt Lake City auch für das Training und den Wettkampf in der Disziplin 1&#8217;500 Meter zuzulassen sei, sofern sie sich über 3&#8217;000 Meter nicht unter die ersten acht Läuferinnen klassiere.</p><p>Am 22. Dezember 2009 wies das Bundesgericht das Gesuch um Erlass weiterer superprovisorischer Massnahmen ab. Ein weiterer verfahrensleitender Antrag bezüglich der beantragten vorsorglichen Massnahmen der Beschwerdeführerin wurde mit <a
title="Verfügung vom 30. Dezember 2009" href="http://jensweinreich.de/2009/12/30/bundesgericht-lehnt-vierten-pechstein-antrag-ab/" target="_self">Verfügung vom 30. Dezember 2009</a> abgewiesen.</p><p>Mit <a
title="Verfügung vom 26. Januar 2010" href="http://jensweinreich.de/2010/01/26/bundesgericht-lehnt-antrag-ab-pechstein-nicht-in-vancouver/" target="_self">Verfügung vom 26. Januar 2010</a> wies das Bundesgericht das Gesuch um aufschiebende Wirkung und die Gesuche vom 17. Dezember 2009 und 11. Januar 2010 um superprovisorische Anordnung vorsorglicher Massnahmen ab.</p><p>Erwägungen:</p><p><strong>1. </strong></p><p>Nach Art. 54 Abs. 1 BGG ergeht der Entscheid des Bundesgerichts in einer Amtssprache, in der Regel derjenigen des angefochtenen Entscheids. Wurde dieser Entscheid in einer anderen Sprache abgefasst, bedient sich das Bundesgericht der von den Parteien verwendeten Amtssprache. Der angefochtene Entscheid ist in englischer Sprache abgefasst. Da es sich dabei nicht um eine Amtssprache handelt und sich die Parteien vor Bundesgericht verschiedener Sprachen bedienen, ergeht der Entscheid des Bundesgerichts praxisgemäss in der Sprache der Beschwerde.</p><p><strong>2.</strong></p><p>Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG zulässig (Art. 77 Abs. 1 BGG).</p><p>2.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Die Beschwerdeführerin hatte im relevanten Zeitpunkt weder ihren Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz. Da die Parteien die Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben, gelangen diese zur Anwendung (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).</p><p>2.2 Zulässig sind allein die Rügen, die in Art. 190 Abs. 2 IPRG ab- schliessend aufgezählt sind (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187; 128 III 50 E. 1a S. 53; 127 III 279 E. 1a S. 282). Nach Art. 77 Abs. 3 BGG prüft das Bundesgericht nur die Rügen, die in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden sind; dies entspricht der in Art. 106 Abs. 2 BGG für die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht vorgesehenen Rügepflicht (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187 mit Hinweis). Bei Rügen nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG ist die Unvereinbarkeit des angefochtenen Schiedsentscheids mit dem Ordre public im Einzelnen aufzuzeigen (BGE 117 II 604 E. 3 S. 606). Appellatorische Kritik ist unzulässig (BGE 119 II 380 E. 3b S. 382).</p><p>2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den das Schiedsgericht festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung des Schiedsgerichts weder berichtigen noch ergänzen, selbst wenn diese offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit von Art. 105 Abs. 2 sowie Art. 97 BGG ausschliesst). Allerdings kann das Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen Schiedsentscheids überprüfen, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 133 III 139 E. S. 141; 129 III 727 E. 5.2.2 S. 733; je mit Hinweisen). Wer sich auf eine Ausnahme von der Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz beruft und den Sachverhalt gestützt darauf berichtigt oder ergänzt wissen will, hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass entsprechende Sachbehauptungen bereits im vorinstanzlichen Verfahren prozesskonform aufgestellt worden sind (vgl. BGE 115 II 484 E. 2a S. 486; 111 II 471 E. 1c S. 473; je mit Hinweisen).</p><p>2.4 Die Beschwerde verkennt diese Grundsätze streckenweise.</p><p>2.4.1 So verlangt sie eine Erweiterung der Kognition des Bundesgerichts und übersieht dabei, dass die eingeschränkte Prüfungsbefugnis nach Art. 77 Abs. 1 BGG in Verbindung mit Art. 190 Abs. 2 IPRG für sämtliche Verfahren der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit gilt, so auch im Bereich des Sports. Eine Ausweitung der Prüfungsbefugnis des Bundesgerichts, wie sie die Beschwerdeführerin unter Berufung auf die Rechtsweggarantie verlangt, ist nicht zu rechtfertigen.</p><p>Da mit einer Beschwerde gegen einen internationalen Schiedsentscheid nach Art. 190 Abs. 2 IPRG ausschliesslich die in dieser Bestimmung abschliessend aufgezählten Beschwerdegründe angerufen werden können, nicht jedoch direkt eine Verletzung der Bundesverfassung, der EMRK oder weiterer Staatsverträge (vgl. Urteile 4P.105/2006 vom 4. August 2006 E. 7.3; 4P.64/2001 vom 11. Juni 2001 E. 2d/aa, nicht publ. in BGE 127 III 429 ff.), ist auf die verschiedentlich gerügte Verletzung entsprechender Bestimmungen grundsätzlich nicht einzutreten. Zwar können die aus der BV bzw. der EMRK fliessenden Grundsätze gegebenenfalls bei der Konkretisierung der nach Art. 190 Abs. 2 IPRG anrufbaren Garantien herangezogen werden; angesichts der strengen Begründungsanforderungen (Art. 77 Abs. 3 BGG) ist jedoch in der Beschwerde eigens aufzuzeigen, inwiefern ein in der genannten Bestimmung vorgesehener Beschwerdegrund gegeben sein soll.</p><p>2.4.2 Die Beschwerdeführerin stellt ihren rechtlichen Vorbringen eine ausführliche eigene Sachverhaltsdarstellung voran, in der sie den Ablauf der Ereignisse sowie des Verfahrens aus ihrer Sicht darlegt. Sie weicht darin, wie auch in ihrer weiteren Beschwerdebegründung, in verschiedenen Punkten von den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ab oder erweitert diese, ohne substantiiert Ausnahmen von der Sachverhaltsbindung geltend zu machen. Ihre Vorbringen haben insoweit unbeachtet zu bleiben.</p><p>Unbeachtlich sind auch die verschiedenen neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel (Art. 99 Abs. 1 BGG). So trägt die Beschwerdeführerin etwa unter Beilage neuer Parteigutachten vor, es habe sich mittlerweile herausgestellt, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich unter einer <a
title="Claudia Pechstein und die Kugelzell-Anomalie" href="http://jensweinreich.de/2010/03/15/claudia-pechstein-und-die-kugelzell-anomalie/" target="_self">Blutanomalie im Sinne einer Sphärozytose</a> leide. Zudem behauptet sie unter Hinweis auf zahlreiche nach Ergehen des angefochtenen Entscheids verfasste Dokumente, die Anti-Dopingexperten seien sich weltweit einig, dass sich die Blutwerte der Beschwerdeführerin durch keine bekannte Dopingmethode erklären liessen. Ausserdem reicht sie dem Bundesgericht diverse Unterlagen ein, die auf den angefochtenen Entscheid Bezug nehmen und die Schlüsse des Schiedsgerichts in verschiedener Hinsicht in Frage stellen, so unter anderem je ein Schreiben von Prof. Schrezenmeier vom 6. Dezember 2009 und Prof. Dr. Christoph Dame vom 7. Januar 2010 sowie zwei E- Mails vom Dr. Sottas vom 6. sowie 7. Januar 2010.</p><p>2.4.3 Bei den von der Beschwerdeführerin erwähnten Resultaten der vom 10.-12. Dezember 2009 anlässlich der Weltcuprennen in Salt Lake City vorgenommenen Dopingtests sowie den Protokollen der dabei verwendeten Messmaschinen handelt es sich um Noven, die im vorliegenden Beschwerdeverfahren unbeachtlich sind (Art. 99 Abs. 1 BGG). Der entsprechende verfahrensleitende Antrag auf Herausgabe dieser Dokumente ist bereits aus diesem Grund abzuweisen.</p><p><strong>3.</strong></p><p>Die Beschwerdeführerin macht unter Berufung auf Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG eine fehlende Unabhängigkeit und Unbefangenheit des Schiedsgerichts geltend.</p><p>3.1 Die Beschwerdeführerin stellt zunächst die Unabhängigkeit des TAS als solches in Frage.</p><p>3.1.1 Sie begründet dies damit, dass es im vorliegenden Fall nur in zweiter Linie um das Interesse der Beschwerdegegnerin gehe, sondern primär um das Interesse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sowie der internationalen Sportverbände im Allgemeinen, die durch die Dopingproblematik den ökonomischen Wert der Olympischen Spiele und ihrer Sportanlässe gefährdet sähen. Die Sponsoren und die Öffentlichkeit im Allgemeinen seien an fairen sportlichen Wettkämpfen interessiert, weshalb dieses Image um jeden Preis bewahrt werden müsse. Das IOC und die internationalen Sportverbände hätten zu beweisen, dass sie sich ohne Einschränkung voll und ganz dem Kampf gegen Doping verschrieben und sich für einen gesunden Sport einsetzten.</p><p>Aus diesem Grund sei es zu Prozessbeginn für das IOC und die internationalen Sportverbände von äusserst grosser Bedeutung gewesen, dass der indirekte Beweis funktioniere, der durch den WADA-Blutpass eingeführt werden sollte und sich zu diesem Zeitpunkt gerade in der Endphase seiner Entwicklung befunden habe, zumal dieses Nachweisverfahren bedeutend billiger sei als die Urintests, die den Gebrauch unerlaubter Substanzen direkt bewiesen. Es habe daher, so die Beschwerdeführerin weiter, zu einer Verurteilung kommen müssen, koste es was es wolle; nichts sei besser gewesen, als ein Exempel an einer möglichst bekannten Sportlerin zu statuieren. So habe Jacques Rogge, der IOC-Präsident, vor dem Prozess erklärt, es handle sich beim Fall Pechstein um einen &#8220;Lackmus-Test, ob das Langzeit-Profil von der internationalen wissenschaftlichen Gemeinde bestätigt wird&#8221;. Nach dem Urteil habe sich der Vizepräsident des IOC geradezu euphorisch über das angefochtene Schiedsgerichtsurteil geäussert und erklärt, &#8220;[d]er Entscheid des TAS zeigt, dass das Sportrecht mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Doping bei Athleten eröffnet, als es staatliches Recht jemals könnte&#8221;.</p><p>3.1.2 Liegen bei einem Schiedsgericht Mängel in Bezug auf die Unabhängigkeit oder Unparteilichkeit vor, handelt es sich um einen Fall vorschriftswidriger Zusammensetzung im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben ist ein solcher Einwand im Schiedsverfahren sofort geltend zu machen, ansonsten der Anspruch auf Anrufung des Beschwerdegrunds verwirkt (BGE 129 III 445 E. 3.1 S. 449 mit Hinweisen).</p><p>Die Beschwerdeführerin hat das TAS selbst angerufen und die &#8220;Order of Procedure&#8221; vom 29. September 2009 unterzeichnet, ohne Einwände hinsichtlich der Unabhängigkeit bzw. Unparteilichkeit vorzubringen. Unter diesen Umständen ist es mit dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht zu vereinbaren, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor Bundesgericht erstmals die Frage der Unabhängigkeit des angerufenen Schiedsgerichts aufzuwerfen. Auf die von der Beschwerdeführerin erhobene Rüge der fehlenden Unabhängigkeit des Schiedsgerichts ist daher nicht einzutreten.</p><p>3.1.3 Im Übrigen ist das TAS entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin als echtes Schiedsgericht anzusehen. Nach der Rechtspre- chung des Bundesgerichts ist das TAS zudem vom IOC genügend unabhängig, weshalb seine Entscheide auch in Angelegenheiten, welche die Interessen des IOC berühren, als Urteile betrachtet werden können, die mit solchen eines staatlichen Gerichts vergleichbar sind (BGE 129 III 445 E. 3 S. 448 ff. mit Hinweisen).</p><p>Abgesehen davon, dass sich die Behauptungen der Beschwerdeführerin in tatsächlicher Hinsicht nicht auf die Sachverhaltsfeststellungen des angefochtenen Entscheids stützten lassen (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG), wären ihre allgemein gehaltenen Ausführungen nicht geeignet, berechtigte Zweifel an der Unabhängigkeit des TAS zu begründen. Die Rüge der fehlenden Unabhängigkeit des TAS wäre daher ohnehin unbegründet.</p><p>3.2 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, der Präsident des Schiedsgerichts, Massimo Coccia, sei befangen gewesen. Er habe einem ihrer heutigen Rechtsvertreter gegenüber im Oktober 2007 erklärt, dass er eine &#8220;harte Linie in Dopingfragen&#8221; habe, als dieser ihn in einem anderen Verfahren als Schiedsrichter für einen von ihm vertretenen Sportler habe gewinnen wollen. Mit der Ernennung Coccias durch Gunnar Werner, einem ehemaligen Mitglied eines Nationalen Olympischen Komitees und Präsidenten eines internationalen Sportverbands sowie Mitglied der IOC-Kommission für Sport und Recht, sei das Urteil damit faktisch gesprochen worden.</p><p>Die Rüge geht fehl. Der Vorwurf an den Präsidenten des Schiedsgerichts, er habe in anderem Zusammenhang erklärt, in Dopingfragen eine &#8220;harte Linie&#8221; zu vertreten, ist zu vage und allgemein, um berechtigte Zweifel an der Unabhängigkeit von Massimo Coccia zu erwecken, zumal kein unmittelbarer Bezug zum vorliegenden Verfahren erkennbar ist (vgl. BGE 133 I 89 E. 33 S. 92; 105 Ia 157 E. 6a S. 163).</p><p>Die Rüge der Beschwerdeführerin, der Präsident des Schiedsgerichts sei befangen gewesen bzw. das IOC habe in unzulässiger Weise auf die Zusammensetzung Einfluss genommen, stossen ins Leere.</p><p>3.3 Der weiter erhobene Vorwurf der Beschwerdeführerin, das IOC und die internationalen Sportverbände hätten durch den Generalsekretär des TAS die Entscheidfindung beeinflussen können, indem dieser den angefochtenen Schiedsentscheid möglicherweise nachträglich &#8220;korrigiert&#8221; habe, ist spekulativ und lässt sich nicht auf konkrete Tatsachen stützen. So führt die Beschwerdeführerin selbst aus, sie wisse nicht, ob der Generalsekretär von der Möglichkeit einer &#8220;Korrektur&#8221; des Schiedsspruchs Gebrauch gemacht habe. Sie zeigt zudem keinen Rügegrund nach Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG auf, wenn sie vorträgt, Artikel R59 des TAS-Code sehe vor, dass der Schiedsspruch vor der Unterzeichnung dem Generalsekretär des TAS zu übermitteln sei, und dieser &#8220;Korrekturen der blossen Form&#8221; anbringen und &#8220;ebenso die Aufmerksamkeit des Schiedsgerichts auf grundlegenden Punkte lenken&#8221; dürfe. Entgegen der in der Beschwerde geäusserten Ansicht wird mit diesem Vorgehen nicht in Frage gestellt, dass die Entscheidung allein beim Schiedsgericht liegt. Eine unzulässige Einflussnahme auf das Schiedsgericht, die dessen Unabhängigkeit in Frage stellen würde, ergibt sich daraus nicht.</p><p>Der Vorwurf der fehlenden Unabhängigkeit bzw. der vorschriftswidrigen Zusammensetzung des Schiedsgerichts (Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG) ist unbegründet und die in diesem Zusammenhang gestellten verfahrensleitenden Anträge sind abzuweisen.</p><p><strong>4.</strong></p><p>Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine Verletzung des Anspruchs auf ein öffentliches Verfahren.</p><p>4.1 Sie beruft sich dabei zu Unrecht auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 30 Abs. 3 BV sowie Art. 14 Ziff. 1 UNO Pakt II, da diese nach zutreffendem Verständnis der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auf Verfahren der freiwilligen Schiedsgerichtsbarkeit nicht anwendbar sind (vgl. Urteile 4P.105/2006 vom 4. August 2006 E. 7.3; 4P.64/2001 vom 11. Juni 2001 E. 2d/aa, nicht publ. in BGE 127 III 429 ff.). Aus den genannten Bestimmungen lässt sich demnach kein Anspruch auf eine öffentliche Parteiverhandlung im Rahmen des Schiedsverfahrens ableiten.</p><p>Indem die Vorinstanz in Anwendung von Artikel R57 TAS-Code, der eine öffentliche Verhandlung nur bei Zustimmung der Parteien vorsieht, den Antrag der Beschwerdeführerin auf Zulassung ihres Managers Ralf Grengel zum Hearing abwies, missachtete sie keinen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung. Inwiefern der ebenfalls ins Feld geführte Gehörsanspruch (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) sowie der Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG) eine öffentliche Verhandlung in internationalen Schiedsverfahren gebieten soll, die regelmässig nichtöffentlich sind, legt die Beschwerdeführerin nicht dar.</p><p>Unabhängig von der Frage eines entsprechenden Rechtsanspruchs wäre es angesichts der überragenden Bedeutung des TAS im Bereich des Sports im Hinblick auf das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Fairness der Entscheidfindung immerhin wünschenswert, wenn auf Antrag des betroffenen Sportlers eine öffentliche Verhandlung durchgeführt würde.</p><p>4.2 Im Gegensatz zum Verfahren vor dem TAS, das eine freie Prüfung von Tat- und Rechtsfragen vornimmt, ist die Prüfungsbefugnis im Rahmen der Schiedsbeschwerde vor Bundesgericht erheblich eingeschränkt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Entscheid aufgrund der Akten spruchreif; die Anordnung einer öffentlichen mündlichen Parteiverhandlung (Art. 57 BGG), wie von der Beschwerdeführerin beantragt, ist nicht angezeigt.</p><p>Eine zwingende öffentliche Parteiverhandlung vor Bundesgericht, wie sie – bei Klagen gemäss Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG oder wenn das Bundesgericht gestützt auf selbst erhobene Sachverhaltsfeststellungen (Art. 55 BGG) einen reformatorischen Entscheid fällen will (vgl. Art. 107 Abs. 2 BGG) – ausnahmsweise durch übergeordnetes Recht geboten sein kann (vgl. HEIMGARTNER/WIPRÄCHTIGER, in: Basler Kommen- tar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 9 ff. zu Art. 57 BGG; JEAN-MAURICE FRÉSARD, in: Commentaire de la LTF, 2009, N. 8 f. zu Art. 57 BGG), fällt im Rahmen des Schiedsbeschwerdeverfahrens nach Art. 77 BGG ausser Betracht.</p><p>Der Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung vor Bundesgericht ist abzuweisen.</p><p><strong>5.</strong></p><p>Die Beschwerdeführerin wirft dem TAS in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) vor.</p><p>5.1</p><p>5.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe ihr erst am 28. Juli 2009 – nach dem Urteil der Disziplinarkammer und kurz vor Ablauf der am 3. August 2009 endenden Frist zur Begründung der Berufung an das TAS – die vollständigen Resultate der Bluttests vom 6. und 7. Februar 2009 offengelegt. Diese Offenlegung sei notwendig geworden, weil aufgrund der Aussagen der Sachverständigen deutlich geworden sei, dass sich die Retikulozyten als einzelner Wert zum Nachweis von Blutdoping nicht eigneten. Der Beschwerdeführerin sei daher empfohlen worden, möglichst viele zusätzliche Blutwerte zu ermitteln, um eine verlässliche wissenschaftliche Aussage machen zu können.</p><p>5.1.2 Die erwähnten Vorbringen lassen keine hinreichende Gehörsrüge erkennen. Die Beschwerdeführerin zeigt weder mit Aktenhinweisen auf, dass sie die späte Offenlegung im Schiedsverfahren gerügt hätte noch wird aus ihren Vorbringen klar, was sie der Vorinstanz in verfahrensrechtlicher Hinsicht vorwirft.</p><p>Soweit sie sich in der weiteren Beschwerdebegründung darauf beruft, es sei ihr nicht ausreichend Zeit zur Vorbereitung gegeben worden, so stösst die Gehörsrüge jedenfalls ins Leere. Wie die Vorinstanz in ihrer verfahrensrechtlichen Anordnung vom 21. Oktober 2009 festhält, hat die Beschwerdeführerin, nachdem sie am 21. Juli 2009 die Berufung erklärt hatte, nicht um eine Verlängerung der Frist zur Begründung der Berufung ersucht, wie dies nach Artikel R32 TAS-Code möglich gewesen wäre. Von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) kann schon aus diesem Grund keine Rede sein.</p><p>5.2 Aus dem gleichen Grund stösst auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin ins Leere, wegen der Ferienzeit hätten die Analysen der vollständigen Bluttests, die von Experten hätten vorgenommen werden müssen, erst nach Ablauf der Berufungsbegründungsfrist an das TAS (3. August 2009) erbracht werden können.</p><p>Zudem können die Parteien im Schiedsverfahren, wie auch im Zivilprozess, nicht jederzeit und unbeschränkt neue Behauptungen und Beweismittel vorbringen. Dies stellt keine Gehörsverletzung dar, sondern entspricht allgemein anerkannten verfahrensrechtlichen Grundsätzen. Entsprechend hat das Schiedsgericht mit Schreiben vom 23. September 2009 festgehalten, dass es in Anwendung von Artikel R56 TAS- Code keinen weiteren Schriftenwechsel zulasse. Es hat der Beschwerdeführerin jedoch ausnahmsweise die Möglichkeit eingeräumt, bis spätestens acht Tage vor dem Hearing neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person sowie entsprechende Bemerkungen dazu einzureichen. Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 14. Oktober 2009, der unter anderem verschiedene neue Gutachten beigefügt waren, wies das Schiedsgericht mit Schreiben vom 19. Oktober 2009 grösstenteils aus dem Recht, da es sich bei der Mehrheit der eingereichten Dokumente nicht um neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an der Person der Beschwerdeführerin handelte und diese daher der schiedsgerichtlichen Anordnung vom 23. September 2009 widersprachen.</p><p>Die Beschwerdeführerin zeigt vor diesem Hintergrund keine Gehörsverletzung auf, wenn sie lediglich vorbringt, aus den eingereichten Sachverständigenmeinungen von Prof. Damsgaard sowie Dr. Faber gehe klar hervor, dass sie sehr wahrscheinlich nicht zu unerlaubten Mitteln gegriffen habe und ihre Blutwerte durch eine Blutanomalie zu erklären seien, und sie gestützt darauf ohne weitere Begründung behauptet, die Gutachten seien vom Schiedsgericht zu Unrecht zurückgewiesen worden. Mit der Behauptung, die eingereichten Gutachten beruhten auf neuen Fakten, die ihr vorher nicht bekannt gewesen seien, legt sie nicht dar, inwiefern sie die erwähnten Gutachten prozesskonform vorgebracht hätte. Insbesondere zeigt sie nicht mit Aktenhinweisen auf, inwiefern es sich bei den zurückgewiesenen Gutachten um neue Beweise aus medizinischen Untersuchungen an ihrer Person (&#8220;new evidence deriving from medical investigations performed on her&#8221;) gehandelt hätte. Damit verfehlt sie die Begründungsanforderungen an eine hinreichende Gehörsrüge.</p><p>Entsprechendes gilt für die Rüge, die Vorinstanz habe das von der DESG eingereichte Gutachten von Prof. Schmidt zu Unrecht unberücksichtigt gelassen. Im Übrigen stösst sie damit ohnehin ins Leere, zumal sie mit diesen Vorbringen keine Verletzung ihres eigenen Gehörsanspruchs geltend macht, sondern eine Missachtung der Verfahrensrechte der DESG rügt, die gegen den Schiedsentscheid keine Beschwerde erhoben hat.</p><p>5.3 Nicht weiter begründet wird das Vorbringen der Beschwerdeführerin, durch die Verfügung des TAS vom 19. Oktober 2009 sei ihr die Möglichkeit genommen worden, auf den neuen Sachvortrag der Beschwerdegegnerin zu erwidern. Ebenso wenig zeigt die Beschwerdeführerin konkret auf, welche ihrer Kommentierungen vom Schiedsgericht missachtet worden wären, was es ihm verunmöglicht habe, die Tragweite der zugelassenen Gutachten zu erkennen.</p><p>Im Übrigen fand am 22./23. Oktober 2009 in Lausanne ein Hearing statt, an dem sich die Beschwerdeführerin ausführlich äussern konnte. In der schiedsgerichtlichen Verfügung vom 19. Oktober 2009 war die Beschwerdeführerin zudem eigens darauf hingewiesen worden, dass sie sich anlässlich des Hearings eingehend werde zur Frage der medizinischen Beweise äussern können.</p><p>Der in der Beschwerdeschrift erhobene Vorwurf, es sei ihr nicht ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung gegeben worden, ist auch unter diesem Gesichtspunkt ungerechtfertigt. Zudem stellt der Umstand, dass nach Artikel R56 des TAS-Code grundsätzlich nur ein einfacher Schriftenwechsel durchgeführt wird, bevor nach Artikel R57 das Hearing stattfindet, anlässlich dessen sich die Parteien mündlich äussern können, entgegen der in der Beschwerde geäusserten Ansicht keine Gehörsverletzung dar. Die Beschwerdeführerin zeigt nicht mit Aktenhinweisen auf, inwiefern ihr das Schiedsgericht anlässlich des Hearings verwehrt hätte, sich in bestimmter Hinsicht zu äussern bzw. zu den Vorbringen der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen. Stattdessen bringt sie lediglich vor, es sei ihr die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme genommen worden. Eine Missachtung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Parteien oder des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) ist damit ebenso wenig dargetan wie mit der Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe die Details zu den Blutproben und zur Kalibrierung der Analysegeräte erst vor dem TAS vorgetragen. Auch lässt sich eine Verletzung des Gehörsanspruchs nicht damit begründen, dass eine von der Gegenseite angebotene Zeugin nicht vor Gericht erschienen sei.</p><p>Schliesslich legt die Beschwerdeführerin nicht hinreichend dar, inwiefern sich aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs ein Anspruch ergeben soll, nach den letzten Parteivorträgen und der Schlusserklärung der Beschwerdeführerin, mithin einen Monat nach Beendigung der Hauptverhandlung, aufgrund eines angeblichen Meinungsumschwungs eines Sachverständigen, diesen im Rahmen eines Kreuzverhörs zu befragen. Im Übrigen hatte sich im Schiedsverfahren nicht die Beschwerdeführerin, sondern die Beschwerdegegnerin auf Dr. Sottas berufen. Der Umstand, dass Dr. Sottas von der Beschwerdegegnerin nicht für das Hearing aufgeboten wurde, verletzt entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ihren Gehörsanspruch nicht. Stellte das Schiedsgericht unter diesen Umständen nicht auf die schriftliche Stellungnahme von Dr. Sottas ab, leuchtet nicht ein, inwiefern die Ablehnung des Antrags auf Wiedereröffnung des Verfahrens, die mit einem Meinungsumschwung von Dr. Sottas gegenüber seiner schriftlichen Aussage begründet wurde, eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung im Sinne einer Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des verfahrensrechtlichen Ordre public darstellen soll.</p><p><strong>6.</strong></p><p>Die Beschwerdeführerin rügt verschiedentlich eine Verletzung des Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG).</p><p>6.1 Die materiellrechtliche Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids durch das Bundesgericht ist auf die Frage beschränkt, ob der Schiedsspruch mit dem Ordre public vereinbar ist (BGE 121 III 331 E. 3a S. 333). Gegen den Ordre public verstösst die materielle Beurteilung eines streitigen Anspruchs nur, wenn sie fundamentale Rechtsgrundsätze verkennt und daher mit der wesentlichen, weitgehend anerkannten Wertordnung schlechthin unvereinbar ist, die nach in der Schweiz herrschender Auffassung Grundlage jeder Rechtsordnung bilden sollte. Zu diesen Prinzipien gehören die Vertragstreue (pacta sunt servanda), das Rechtsmissbrauchsverbot, der Grundsatz von Treu und Glauben, das Verbot der entschädigungslosen Enteignung, das Diskriminierungsverbot und der Schutz von Handlungsunfähigen. Zur Aufhebung des angefochtenen Schiedsentscheids kommt es nur, wenn dieser nicht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis dem Ordre public widerspricht (BGE 132 III 389 E. 2.2 S. 392 ff.; 128 III 191 E. 6b S. 198; 120 II 155 E. 6a S. 166 f.).</p><p>6.2 Die Beschwerdeführerin verkennt bei einer Grosszahl ihrer Vorbringen sowohl den Begriff des Ordre public als auch die für entsprechende Rügen geltenden strengen Begründungsanforderungen (vgl. BGE 117 II 604 E. 3 S. 606). Über weite Strecken erschöpfen sich ihre Ausführungen in appellatorischer Kritik, was im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht zulässig ist (BGE 119 II 380 E. 3b S. 382).</p><p>6.2.1 So behauptet sie zunächst unter Hinweis auf zwei Gutachten von Dr. Sottas vom 19. Mai 2009 und 28. August 2009 sowie den Entscheid der Disziplinarkommission der Beschwerdegegnerin vom 1. Juli 2009, das Schiedsgericht habe den Einfluss der Expertenmeinung von Dr. Sottas &#8220;aktenwidrig verschleiert&#8221;, indem es &#8220;in letzter Minute aufgrund der Meinungsänderung von Dr. Sottas einfach dessen Namen aus dem Urteil gelöscht&#8221; habe. Abgesehen davon, dass diese Vorbringen spekulativ sind und durch die angeführten Beilagen nicht belegt werden, wirft die Beschwerdeführerin der Vorinstanz eine Missachtung der Begrün- dungspflicht sowie Aktenwidrigkeit vor, womit sie weder eine Ordre public-Widrigkeit noch einen anderen in Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Beschwerdegrund aufzeigt (vgl. BGE 134 III 186 E. 6.1 S. 187; 127 III 576 E. 2b S. 577 f.; je mit Hinweisen).</p><p>6.2.2 Entsprechendes gilt für das Vorbringen, es liege ein &#8220;unauflöslicher innerer Widerspruch in der Begründung&#8221; vor. Zwar hatte das Bundesgericht in einzelnen älteren Entscheiden ein Urteil, das unter einem inneren Widerspruch leidet, als Ordre public-widrig erachtet und dies damit begründet, dass Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG auch bezwecke, eine gewisse Mindestqualität der schweizerischen internationalen Schiedsentscheide zu gewährleisten (Urteile 4P.198/1998 vom 17. Februar 1999 E. 4a; 4P.99/2000 vom 10. November 2000 E. 3b/aa; vgl. auch Urteil 4P.115/1994 vom 30. Dezember 1994 E. 2b). In der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, so insbesondere im letzten Grundsatzentscheid zum Begriff des Ordre public (BGE 132 III 389 E. 2.2.1 S. 392), wird der innere Widerspruch eines Schiedsspruchs im Zusammenhang mit der Auslegung des Begriffs des Ordre public hingegen nicht mehr erwähnt. In einem weiteren in der Amtlichen Sammlung veröffentlichten Entscheid erwog das Bundesgericht zudem, dass ein innerer Widerspruch im Dispositiv des Schiedsspruchs nicht als Verletzung des materiellen Ordre public gerügt werden könne (BGE 128 III 191 E. 6b S. 198), was sich mit den erwähnten unveröffentlichten Entscheiden kaum vereinbaren lässt (in diese Richtung auch BERNARD DUTOIT, Droit international privé suisse, Commentaire de la loi fédérale du 18 décembre 1987, 4. Aufl. 2005, N. 8 zu Art. 190 IPRG S. 678). Es erscheint auch unter dem Gesichtspunkt der Qualität internationaler Schiedsurteile nicht gerechtfertigt, einen an einem inneren Widerspruch leidenden Entscheid anders zu behandeln als solche, die auf unhaltbaren Sachverhaltsfeststellungen oder einer willkürlichen Rechtsanwendung beruhen, die ebenfalls nicht unter Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG fallen. Ein innerer Widerspruch in der Begründung eines Entscheids stellt demnach keine Verletzung des Ordre public dar (Urteil 4A_464/2009 vom 15. Februar 2010 E. 5.1).</p><p>6.2.3 Auch mit dem Vorwurf an die Beschwerdegegnerin, sie habe im Wissen darum, dass Dr. Sottas seine persönliche Meinung geändert habe, ihn wider Erwarten nicht an das Hearing vor dem TAS aufgeboten, zeigt die Beschwerdeführerin keine Ordre public-Widrigkeit auf. Abgesehen davon, dass sich ihre Vorbringen nicht auf die tatsächlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid (Art. 105 Abs. 1 BGG) stützen lassen, ist es nicht am Bundesgericht, den an die Gegenseite gerichteten Vorwurf der arglistigen Vermögensschädigung im Sinne von Art. 151 StGB im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu prüfen.</p><p>6.3 6.3.1 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts reicht eine offensichtlich falsche oder aktenwidrige Feststellung für sich allein nicht aus, um einen internationalen Schiedsentscheid aufzuheben. Der Anspruch auf rechtliches Gehör enthält keinen Anspruch auf einen materiell richtigen Entscheid (BGE 127 III 576 E. 2b S. 577 f.). Zudem vermag die Verletzung von durch die Parteien formulierten Verfahrensregeln oder einer schiedsgerichtlichen Verfahrensordnung keinen Verstoss gegen den verfahrensrechtlichen Ordre public zu begründen (BGE 117 II 346 E. 1a S. 347). Der Begriff des Ordre public nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG stimmt nicht mit demjenigen der Willkür überein, sondern ist enger als dieser (BGE 132 III 389 E. 2.2.2 S. 393 mit Hinweisen). Der Vorwurf an das Schiedsgericht, der angefochtene Entscheid beruhe auf einer willkürlichen Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung reicht zur Begründung eine Rüge nach Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG daher nicht aus (BGE 117 II 604 E. 3 S. 606).</p><p>6.3.2 Unter diesen Voraussetzungen versucht die Beschwerdeführerin vergeblich, unter Bezugnahme auf den WADA-Code, die Anti-Doping Regeln der Beschwerdegegnerin sowie zivilprozessuale und medizinische Argumente, den Ausgang des Beweisverfahrens in Frage zu stellen. Die Ansicht des Schiedsgerichts, dass die Beschwerdegegnerin einen Dopingverstoss &#8220;to the comfortable satisfaction of the hearing panel&#8221; nachzuweisen habe, verstösst nicht gegen den Ordre public, sondern bezieht sich auf die Beweislastverteilung sowie das Beweismass, die sich im Anwendungsbereich des Privatrechts – auch wenn Disziplinarmassnahmen privater Sportorganisationen zu beurteilen sind – nicht unter dem Blickwinkel strafrechtlicher Begriffe wie der Unschuldsvermutung bzw. des Grundsatzes &#8220;in dubio pro reo&#8221; und nach den aus der EMRK fliessenden Garantien bestimmen lassen. Auch mit dem Einwand, das dem Schiedsentscheid zugrunde gelegte Beweismass führe im Rahmen der indirekten Beweisführung zu einer Missachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips, zeigt die Beschwerdeführerin keine Ordre public-Widrigkeit auf. Sie übt mit ihren Vorbringen zum Beweismass und zur angeblichen Umkehr der Beweislast vielmehr appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid, was im Beschwerdeverfahren nicht zulässig ist.</p><p>6.3.3 Das Schiedsgericht hat es aufgrund des durchgeführten Beweisverfahrens und nach Anhörung zahlreicher Experten für erwiesen erachtet, dass die abnormalen Blutwerte der Beschwerdeführerin vom 6. und 7. Februar 2009 sowie der am 18. Februar 2009 festgestellte starke Rückgang des Retikulozytenwerts nicht durch eine angeborene oder erworbene Anomalie erklärt werden können, sondern auf eine Blutmanipulation zurückzuführen sei.</p><p>In ihrer weiteren Beschwerdebegründung wirft die Beschwerdeführerin dem Schiedsgericht in weitschweifigen Ausführungen vor, es habe seinen Entscheid entgegen der einhelligen Meinung der Experten gefällt und die Blutwerte könnten weder durch die vom TAS herangezogene noch eine andere bekannte Dopingmethode erklärt werden. Soweit die Vorbringen angesichts der zahlreichen neu eingereichten Beweismittel überhaupt zu beachten sind (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG), stellen sie lediglich das schiedsgerichtliche Beweisergebnis in Frage und erschöp- fen sich in appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid. Darauf ist nicht einzutreten.</p><p>Entsprechendes gilt für die Ausführungen, wonach die verwendeten Testverfahren wissenschaftlich ungenügend gewesen seien, soweit damit nicht verschiedene Rügen wiederholt werden, die sich bereits als unbegründet erwiesen haben. Die Beschwerdeführerin führt zudem unter anderem in pauschaler Weise die Wirtschaftsfreiheit nach Art. 94 BV, das Recht auf Arbeit nach Art. 6 f. UNO Pakt I, ihre Persönlichkeitsrechte, den Anspruch auf ein faires Verfahren sowie die WADA &#8220;Athlete Biological Passport Operating Guidelines&#8221; ins Feld, die auch nach ihrer Darstellung erst am 1. Dezember 2009 in Kraft traten. Damit zeigt sie keinen in Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgesehenen Rügegrund auf, sondern kritisiert wiederum in unzulässiger Weise das Beweisergebnis der Vorinstanz. Es verstösst entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch weder gegen den Ordre public noch den Gleichbehandlungsgrundsatz, wenn ihre Testresultate nach den im damaligen Zeitpunkt geltenden Richtlinien erhoben wurden, und nicht in Anwendung solcher, die erst nach dem Schiedsurteil – wenn auch nur kurz danach – in Kraft gesetzt wurden. Im Übrigen kann von einer Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG) keine Rede sein, wenn das Schiedsgericht die erwähnten WADA-Richtlinien vor Inkraftsetzung derselben für nicht anwendbar erachtete, sie jedoch an zwei Stellen dennoch erwähnte, sei es zu Vergleichszwecken oder um auf ein entsprechendes Argument der Beschwerdeführerin einzugehen.</p><p>Ihre Ausführungen unter den Titeln &#8220;Ordre public Verletzung durch Miss- achtung der Sicherheitsmechanismen bei indirekter Beweisführung&#8221; sowie &#8220;Das Verfahren der Beschwerdegegnerin 1 zur Erstellung des biologischen Blutpasses verstösst gegen das Legalitäts- und Verhältnismässigkeitsprinzip&#8221; lassen keine Auseinandersetzung mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids, geschweige denn eine hinreichend begründete Rüge nach Art. 190 Abs. 2 IPRG erkennen. Sie haben daher unbeachtet zu bleiben.</p><p>Die Beschwerdeführerin macht sodann keine Ordre public-Widrigkeit geltend, wenn sie das Datenmanagement der Beschwerdegegnerin sowie die Testresultate als fehlerhaft bezeichnet, die Verlässlichkeit der Datenbank anzweifelt oder eine Missachtung der Richtlinien der Beschwerdegegnerin hinsichtlich Bluttests behauptet. Die übrigen Rügen werden, soweit sie sich nicht ohnehin bereits als unbegründet erwiesen haben, lediglich pauschal erhoben, und verfehlen die gesetzlichen Begründungsanforderungen (vgl. Art. 77 Abs. 3 BGG). Fehl gehen im Weiteren die Rügen, das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie die &#8220;lex mitior&#8221;-Regel seien verletzt worden. Damit lässt sich keine Ordre public-Widrigkeit begründen.</p><p>6.4 Die Beschwerdeführerin rügt im Zusammenhang mit dem Gutachten von Prof. Schrezenmeier zu Unrecht eine Verletzung des Ordre public sowie des rechtlichen Gehörs.</p><p>Sie bringt zur Begründung ihrer Rüge zunächst vor, dass die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz, wonach Prof. Schrezenmeier zum definitiven Schluss gekommen sei, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familienmitglieder nicht an hereditärer Sphärozytose litten, falsch und aktenwidrig sei. Sie legt sodann dar, dass das Schiedsgericht den medizinischen Bericht aktenwidrig als &#8220;final report&#8221; bezeichnet habe, wohingegen im Bericht auf Seite 3 von einer &#8220;vorläufigen Beurteilung&#8221; die Rede sei. Der medizinische Bericht werde zudem in verschiedener Hinsicht unzutreffend wiedergegeben und es würden falsche Schlussfolgerungen daraus gezogen.</p><p>Mit diesen Vorbringen zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern ihr das behauptete richterliche Versehen verunmöglichte, ihren Standpunkt in Bezug auf ein prozessrelevantes Thema in den Prozess einzubringen und zu beweisen (BGE 133 III 235 E. 5.2 S. 248 f.; 127 III 576 E. 2b-f S. 577 ff.). Sie behauptet zwar, das Schiedsgericht habe die weiterführenden Gutachten Heimpel und Röcker nicht gewürdigt, legt jedoch nicht dar, inwiefern dies durch das angebliche Versehen bedingt sein soll. Sie beruft sich in anderem Zusammenhang vielmehr darauf, das Schiedsgericht habe ihre Eingabe vom 14. Oktober 2009, der die erwähnten Gutachten beigelegt waren, zu Unrecht aus prozessualen Gründen zurückgewiesen und damit ihre Bemerkungen übergangen. Die in der Beschwerde erwähnten Gutachten mit den Folgeuntersuchungen von Prof. Röcker vom 10. Oktober 2009 sowie von Prof. Heimpel vom 7. Oktober 2009 wurden vom Schiedsgericht als Exhibit 37 und 39 zu den Akten genommen; auf Antrag der Beschwerdeführerin nahm Prof. Röcker zudem am Hearing teil.</p><p>Eine Gehörsverletzung infolge der angeblichen Aktenwidrigkeiten ist nicht dargetan. Die Beschwerdeführerin beschränkt sich vielmehr darauf, auszuführen, inwiefern das behauptete Versehen zu einer fehlerhaften Beweiswürdigung führte. Darin liegt jedoch, wie auch in einer willkürlichen Beweiswürdigung, keine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs (BGE 127 III 576 E. 2f S. 580; vgl. auch Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit von Art. 105 Abs. 2 sowie Art. 97 BGG aus- schliesst).</p><p>Der weiter erhobene Vorwurf, das Schiedsgericht habe seine Begründungspflicht verletzt, stösst ins Leere, zumal sich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus Art. 190 Abs. 2 lit. d IPRG kein Anspruch auf Begründung ableiten lässt (BGE 128 III 234 E. 4b S. 343; 116 II 373 E. 7b S. 374 f.).</p><p>6.5 Letzteres gilt auch für die entsprechende Rüge unter dem Titel &#8220;Ordre public Verletzung durch entscheidrelevantes Abstellen auf die Meinung eines Tierarztes in einer humanmedizinischen Frage&#8221;. Die Beschwerdeführerin kritisiert darin, ausgehend vom Umstand, dass der am Hearing teilnehmende Prof. Gassmann nur über eine Ausbildung als Tierarzt verfüge, die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz und legt ihre eigene Sicht der Dinge dar. Abgesehen davon, dass sie nicht aufzeigt, entsprechende Einwände bereits im vorinstanzlichen Verfahren erhoben zu haben, sind ihre Vorbringen appellatorisch und vermögen weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch des formellen Ordre public aufzuzeigen.</p><p>Der Vorwurf, es werde durch den Umstand, dass ihre Blutwerte einem Tierarzt zur Prüfung unterbreitet worden seien, der Grundsatz der Menschenwürde gemäss Art. 7 BV verletzt, geht im Übrigen fehl. Von einer medizinischen Behandlung kann entgegen dem, was die Beschwerdeführerin geltend zu machen scheint, keine Rede sein. Dass der Grundsatz der Menschenwürde es einem an der Universität tätigen Wissenschaftler, der unter anderem über eine tierärztliche Ausbildung verfügt, verbieten soll, als Experte im Rahmen eines Dopingverfahrens teilzunehmen, ist nicht dargetan.</p><p>6.6 Der weiteren Beschwerdebegründung unter den Titeln &#8220;Ordre public widrige Erstellung des persönlichen Blutprofils der Beschwerdeführerin durch das TAS&#8221;, &#8220;Ordre public widrige Verwendung erwiesenermassen falscher Messungen&#8221; sowie &#8220;Verletzung des Ordre public durch fehlerhafte bestimmte Grenzwerte&#8221; lassen sich keine rechtsgenügend begründeten Rügen nach Art. 190 Abs. 2 IPRG entnehmen. Soweit die Beschwerdeführerin überhaupt auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids eingeht und nicht Vorbringen wiederholt, die sich bereits als haltlos erwiesen haben, kritisiert sie in appellatorischer Weise den angefochtenen Entscheid und legt ihre eigene Sicht der Dinge, insbesondere hinsichtlich der massgeblichen Messmethoden sowie der Beurteilung der Blutwerte, dar. Dabei bezeichnet sie zahlreiche Feststellungen des Schiedsgerichts als willkürlich, widersprüchlich, falsch oder aktenwidrig, zeigt jedoch nicht auf, inwiefern ihr dadurch verunmöglicht worden wäre, ihren Standpunkt in den Prozess einzubringen und zu beweisen (vgl. BGE 133 III 235 E. 5.2 S. 248 f.; 127 III 576 E. 2b-f S. 577 ff.). Sie behauptet lediglich an verschiedenen Stellen in pauschaler Weise einen Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs oder des Ordre public, ohne die gesetzlichen Begründungsanforderungen (vgl. Art. 77 Abs. 3 BGG) zu erfüllen.</p><p><strong>7.</strong></p><p>Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).</p><p>Demnach erkennt das Bundesgericht:</p><ol><li>Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.</li><li>Die Gerichtskosten von Fr. 5&#8217;000.&#8211; werden der Beschwerdeführerin auferlegt.</li><li>Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das bundes- gerichtliche Verfahren mit Fr. 3&#8217;000.&#8211; zu entschädigen.</li><li>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS) schriftlich mitgeteilt.</li></ol><p>Lausanne, 10. Februar 2010</p><p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts</p><p>Die Präsidentin:	Der Gerichtsschreiber:</p><p>Klett	Leemann</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/05/11/im-wortlaut-das-urteil-des-bundesgerichts-im-fall-pechstein/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>55</slash:comments> </item> <item><title>Und es sprach der Ruler of Dubai: &#8220;This is your chance! I have my people here. What can I do for you?&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/#comments</comments> <pubDate>Wed, 28 Apr 2010 10:41:53 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[eyjafjallajökull]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[jean-marie weber]]></category> <category><![CDATA[klaus schormann]]></category> <category><![CDATA[münchen 2018]]></category> <category><![CDATA[princess haya]]></category> <category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category> <category><![CDATA[scheich mohammed]]></category> <category><![CDATA[sportaccord]]></category> <category><![CDATA[atlantis]]></category> <category><![CDATA[bernhard schwank]]></category> <category><![CDATA[caf]]></category> <category><![CDATA[dubai]]></category> <category><![CDATA[haya]]></category> <category><![CDATA[iaaf]]></category> <category><![CDATA[isl/ismm]]></category> <category><![CDATA[issa hayatou]]></category> <category><![CDATA[kerzner group]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[pierre weiss]]></category> <category><![CDATA[prinzessin haya]]></category> <category><![CDATA[reiten]]></category> <category><![CDATA[scheich ahmed]]></category> <category><![CDATA[scheich mohammed al makthoum]]></category> <category><![CDATA[sotschi 2014]]></category> <category><![CDATA[vancouver 2010]]></category> <category><![CDATA[willy bogner]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7824</guid> <description><![CDATA[DUBAI. Ich bin ein Idiot. Habe gerade die Chance meines Lebens verpasst. War heute morgen von Scheich Mohammed, dem Ruler of Dubai, zum Stehfrühstück geladen. Angemessen lässig plauderten der Scheich und seine Junior-Gattin Haya, iOC-Mitglied und Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, über die olympische Welt, Dubais Olympia-Ambitionen, den Reitsport und die Messe Sportaccord, dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>DUBAI. Ich bin ein Idiot. Habe gerade die Chance meines Lebens verpasst. War heute morgen von <a
title="The Ruler of Dubai" href="www.sheikhmohammed.ae" target="_blank">Scheich Mohammed</a>, dem Ruler of Dubai, zum Stehfrühstück geladen. Angemessen lässig plauderten der Scheich und seine Junior-Gattin Haya, iOC-Mitglied und Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, über die olympische Welt, Dubais Olympia-Ambitionen, den Reitsport und die Messe <a
title="Sportaccord 2010" href="http://www.sportaccordconvention.com" target="_blank">Sportaccord</a>, dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und Sportpolitik, das dieser Tage im Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel stattfindet. Über die <a
title="Steroid Nation" href="http://grg51.typepad.com/steroid_nation/2009/08/dubai-shiekh-mohammed-bin-rashid-almaktoum-du-winny-horse-doper.html" target="_blank">Dopingsperre</a>, die Mohammed gerade hinter sich hat, wurde nicht geredet. Nach einer Weile geruhte der Ruler of Dubai, den Haya stets mit His Highness ansprach, recht eindringlich und äußerst nett zu fragen, ob er etwas für mich tun könne. Ob ich Wünsche hätte. Ich solle es nur sagen, frei heraus.</p><blockquote><p><strong>&#8220;This is your chance! I have my people here. What can I do for you?&#8221;</strong></p></blockquote><p>Ja, ich hatte Wünsche. Jede Menge. Aber ich war zu feige, die auszusprechen. Schätze mal, es ging dem Dutzend Kollegen, die Mohammed lauschen durften, ähnlich. Im Einzelgespräch mit dem Scheich wäre uns der eine oder der andere Wunsch gewiss über die Lippen gekommen.</p><p>Ein paar Minuten später gab es eine zweite Chance, als der Scheich und Ruler seinem Bruder Scheich Ahmed das Wort erteilte. Der jüngere Scheich ist u.a. Boss der <a
title="Scheich Ahmed, Emirates Airline" href="http://www.theemiratesgroup.com/english/our-company/leadership/leadership.aspx" target="_blank">Emirates Airline</a> und zählt als solcher zu den größten Sport (vor allem Fußball) Sponsoren des Planeten. Auch diese Chance ließ ich ungenutzt verstreichen.</p><p>Von dieser Unfähigkeit muss ich mich erstmal erholen und meinem Tagesgeschäft nachgehen, das heute darin besteht, eine kleine Geschichte über <a
title="alle Beiträge zu Pyeongchang 2018" href="http://jensweinreich.de/category/pyeongchang-2018/" target="_self">Pyeongchang</a> und die Olympiabewerbung 2018 zu basteln. Vor dem Frühstück beim Scheich Mohammed war ich zum Frühstück bei Governor Kim aus Pyeongchang, bei NOK-Präsident Park und Yang Ho Cho, dem Chairman of Korean Air. Auf dem Rückweg vom Sofitel ins Atlantis plauderte ich von Freelancer zu Freelancer mit meinem alten Freund Jean-Marie. Ich erwähne das nur deshalb, weil <a
title="alle Beiträge mit Erwähnung von Jean-Marie Weber" href="http://jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie</a> ja Stammgast ist hier im Blog und zuletzt während der Olympischen Winterspiele in <a
title="alle Beiträge zu den Winterspielen in Vancouver" href="http://jensweinreich.de/category/vancouver-2010/" target="_self">Vancouver</a> die Frage aufgeworfen wurde, ob er in Kanada weilte oder nicht. Er war nicht dort. Hatte viel zu tun in Angola beim Africa Cup of Nations im Auftrag von CAF-Präsident und IOC-Mitglied Issa Hayatou und war dann froh, wieder nach Hause zu kommen.</p><p>Das ist übrigens das Hotel <a
title="Atlantis the Palm" href="http://www.atlantis-the-palm.dubai.de/2-Fakten.html" target="_blank">Atlantis the Palm</a> der <a
title="Kerzner Group" href="http://www.kerzner.com/kerzner.html" target="_blank">Kerzner Group</a>, ich fand immer, so ein Sportkongresss müsste mal hier ausgetragen werden, seit ich vor Jahren mal das Atlantis auf den Bahamas gesehen hatte (wo inzwischen die FIFA tatsächlich einen Kongress tanzen ließ).</p><p><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/atlantis.gif"><img
class="aligncenter size-full wp-image-7829" title="Atlantis the Palm Dubai" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/atlantis.gif" alt="" width="530" height="298" /></a></p><p>Und das ist, nur zur Dokumentation, so viel Öffentlichkeit muss sein in diesem Blog, Jean-Marie im Gespräch mit IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss &#8211; von Elsässer zu Elsässer.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-7830" title="JMW, Dubai" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/jmw.gif" alt="" width="530" height="298" /></p><p>Die beiden verbliebenen Geschäftsführer der Münchner Olympiabewerbung, <a
title="Willy Bogners Probleme mit der Wahrheit" href="http://jensweinreich.de/2010/03/19/munchen-2018-und-die-olympiafinanzierung-willy-bogners-probleme-mit-der-wahrheit/" target="_self">Willy Bogner</a> und Bernhard Schwank sind natürlich auch da, nach dem Abschied von <a
title="München 2018: Abschied von Richard Adam" href="http://jensweinreich.de/2010/03/22/munchen-2018-trennt-sich-von-geschaftsfuhrer-adam/" target="_self">Richard Adam</a> haben sie gut Lachen:</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-7831" title="Willy Bogner, Bernhard Schwank" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/04/bognerschwank.gif" alt="" width="530" height="298" /></p><p>Neulich in <a
title="alle Beiträge zu Sotschi" href="http://jensweinreich.de/category/sotschi-2014/" target="_self">Sotschi</a> und Krasnaja Poljana habe ich übrigens jede Menge Bogner-Läden in Bestpositionen gesehen. Dazu, wie zu vielem anderen, später mehr. Ich muss mal wieder vertrösten, bin noch den Reisebericht von Moskau nach Berlin schuldig und vieles andere mehr. Als Beweis meines guten Willens liefere ich zunächst den Reisebericht meines <a
title="Berlin - Moskau. Mit dem Bus." href="http://jensweinreich.de/2010/04/18/moskau-berlin-mit-dem-bus/" target="_self">Leidensgefährten</a> <a
title="alle Beiträge zu Klaus Schormann" href="http://jensweinreich.de/?s=schormann" target="_self">Klaus Schormann</a>, Präsident des Weltverbandes der Modernen Fünfkämpfer.</p><p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a
href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/04/28/und-es-sprach-der-ruler-of-dubai-this-is-your-chance-i-have-my-people-here-what-can-i-do-for-you/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>14</slash:comments> </item> <item><title>Wenn das Hirn in der Hose sitzt: die schönsten Doping-Ausreden</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/04/23/wenn-das-hirn-in-der-hose-sitzt-oder-die-schonsten-doping-ausreden/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/04/23/wenn-das-hirn-in-der-hose-sitzt-oder-die-schonsten-doping-ausreden/#comments</comments> <pubDate>Fri, 23 Apr 2010 10:23:46 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[berlin 2009]]></category> <category><![CDATA[dhea]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[lashawn merritt]]></category> <category><![CDATA[leichtathletik]]></category> <category><![CDATA[peking 2008]]></category> <category><![CDATA[eugene]]></category> <category><![CDATA[penis]]></category> <category><![CDATA[usa]]></category> <category><![CDATA[usada]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=7780</guid> <description><![CDATA[Nun also LaShawn Merritt. Bester Rundenläufer der vergangenen Jahre, Bezwinger des unbezwingbaren Jeremy Wariner, Olympiasieger 2008, Weltmeister 2009, Dopingsperre 2010. Drei Mal wurde Merritt positiv auf das Prohormon DHEA getestet. Er hat die Verwendung zugegeben und seine vorläufige Suspendierung akzeptiert, was sehr ungewöhnlich für amerikanische Dopingfälle ist und zwei Fragen aufwirft: Merritt ist eigentlich eine [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Nun also <a
title="LaShawn Merritt" href="http://www.lashawnmerrittusa.com/" target="_blank">LaShawn Merritt</a>. Bester Rundenläufer der vergangenen Jahre, Bezwinger des unbezwingbaren Jeremy Wariner, Olympiasieger 2008, Weltmeister 2009, Dopingsperre 2010. Drei Mal wurde Merritt positiv auf das Prohormon DHEA getestet. Er hat die Verwendung zugegeben und seine vorläufige Suspendierung akzeptiert, was sehr ungewöhnlich für amerikanische Dopingfälle ist und zwei Fragen aufwirft:</p><ol><li>Merritt ist eigentlich eine ehrliche Haut und wollte nur ein bisschen angeben, weshalb er DHEA genommen hat, um seinen Schwanz zu vergrößern, wie er selber sagt.</li><li>Merritt hat anderes zu verbergen, DHEA ist nur  eine von vielen Drogen, die er nimmt.</li></ol><p>Für die erste These spricht u.a., dass sich Merritt als dämlich und unreif bezeichnet.</p><p>Für die zweite These spricht u.a., dass DHEA ein ziemliches Modemittel ist und von etlichen Fachdopern benutzt wurde, die in größere Doping-Netzwerke eingebunden waren &#8211; etwa die Olympiasieger <a
title="Wikipedia Gatlin" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Justin_Gatlin" target="_blank">Justin Gatlin</a> und <a
title="Wikipedia Tyler Hamilton" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tyler_Hamilton" target="_blank">Tyler Hamilton</a>. Hamilton erklärte seinerzeit, er habe DHEA gegen Depressionen genommen. Ich will mich nicht über Gatlins Probleme lustig machen, sage nur, dass ich nicht weiß, ob Gatlin jemals angegeben hat, DHEA gegen sein ADHS-Problem eingesetzt zu haben (mit dieser Begründung konnte er 2001 seine erste Dopingsperre verkürzen).</p><p>Basis-Infos über Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Doping kann jeder <a
title="Google-Suche: Merritt + DHEA" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=%22lashawn%20merritt%22%20dhea&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;tbo=u&amp;tbs=nws:1&amp;sa=N&amp;tab=wn" target="_blank">leicht</a> <a
title="Google-Suche: Doping + DHEA" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=dhea+doping&amp;meta=&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">googeln</a>. Nur die <a
title="DSHS Köln" href="http://www.dshs-koeln.de/biochemie/rubriken/00_home/00_pro.html" target="_blank">wichtigsten</a> <a
title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/DHEA" target="_blank">Infos</a> <a
title="sportmedininfo.de" href="http://www.sportmedinfo.de/Dhea-Substitution.html" target="_blank">für</a> Laien wie mich: DHEA ist ein Prohormon, eine Zwischenstufe des Testosteron; es gilt als Hormon der Jugend, wird als Anti-Aging-Mittel eingesetzt; Vertrieb in Deutschland ist verboten; in den USA sind Mittel (etwa Nahrungsergänzungsmittel) erlaubt, aber auch nicht in allen Bundesstaaten; die Wirkung ist umstritten, manche sprechen von Quacksalberei, andere wollen Wirkungen nachgewiesen haben.</p><p>Das soll mal reichen, anders als im <a
title="alle Beiträge zum Fall Pechstein" href="http://jensweinreich.de/?cat=1590" target="_self">Fall Pechstein</a> liegen die Dinge hier etwas klarer. Deshalb, glaube ich, ist es angemessen, jener Spur nachzugehen, die LaShawn Merritt gewiesen hat: Der Penis-Vergrößerung. Nein, diese Spur führt nicht zu Kai Diekmann, sondern zur Frage:</p><blockquote><p><strong>Wie lauten die absurdesten/dämlichsten/frechsten/skurrilsten Doping-Ausreden aller Zeiten?</strong></p></blockquote><p>Ich erinnere mich an von der Ex gebackene Doping-Pirogen, verseuchte Hühnchenschenkel / Hackfleisch / Avocado / Bonbons / Kräutertee, zuviel Sex, Mischwesen, böse Tanten und Schwiegermütter, asthmakranke Hunde und etliches mehr. (<span
style="text-decoration: line-through;">Die Zahnpasta erwähne ich jetzt nicht, um keine erbitterte Ost-West-Diskussion aufflammen zu lassen.</span>)</p><p>Vielleicht können wir gemeinsam einiges zusammentragen. Ich werde mich anschließend um eine dem Internetz angemessene Aufbereitung bemühen. (Vielleicht können die Kollegen von <a
title="sportticker.net" href="http://www.sportticker.net/" target="_self">sportticker.net</a> helfen, die haben oft gute Ideen.)</p><p>Um Empörungs-Kommentaren vorzubauen, etwa von meinen Freunden <em>Walter</em> und <em>Herbert</em>, es geht mir nachrangig darum, mich zu amüsieren. Listen mit angeblich dummen Ausreden kann man leicht ergooglen, jedoch traue ich derlei Zusammenstellungen nicht. Was mich hier interessiert: Finden wir gemeinsam Originale, Protokolle, CAS-Urteile etc., in denen die Ausreden auftauchen und möglicherweise sogar belegt werden? Deshalb muss meine Fragestellung ergänzt werden:</p><blockquote><p><strong>Welche skurrilen Umstände für positive Dopingproben wurden erfolgreich geltend gemacht?</strong></p></blockquote><p>Mich interessieren nicht x-beliebige Links, sondern die Originale, so weit verfügbar. Also jetzt bitte nicht hundertmal RP-online und die anderen üblichen Verdächtigen verlinken.</p><p>Wenn sich am Ende doch nachweisen lässt, dass etwa asthmakranke Hunde eine Doping-Gefahr für leistungssporttreibende Hundebesitzer darstellen, geht das auch in Ordnung.</p><p><em>Nachtrag, 15.22 Uhr:</em> Die <a
title="Kommentar von Ralf" href="http://jensweinreich.de/2010/04/23/wenn-das-hirn-in-der-hose-sitzt-oder-die-schonsten-doping-ausreden/#comment-23130" target="_self">Kokain-Küsse</a> von Richard Gasquet und Pamela, die zu einer positiven Dopingprobe geführt haben sollen, sind natürlich sensationell!</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/04/23/wenn-das-hirn-in-der-hose-sitzt-oder-die-schonsten-doping-ausreden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>37</slash:comments> </item> </channel> </rss>
