<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>jens weinreich &#187; doha 2016</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/doha-2016/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/12/02/katar-und-die-wm-2022-fusball-im-kuhlschrank/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/12/02/katar-und-die-wm-2022-fusball-im-kuhlschrank/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 10:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andreas abold]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[doha 2016]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[leipzig 2012]]></category>
		<category><![CDATA[ronald de boer]]></category>
		<category><![CDATA[südafrika 2010]]></category>
		<category><![CDATA[scheich mohammed al-thani]]></category>
		<category><![CDATA[vero communications]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2010]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[charles sale]]></category>
		<category><![CDATA[daily mail]]></category>
		<category><![CDATA[fedor radmann]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[fußball-wm]]></category>
		<category><![CDATA[mega-events]]></category>
		<category><![CDATA[mike lee]]></category>
		<category><![CDATA[mohamed bin hammam]]></category>
		<category><![CDATA[sami al-jaber]]></category>
		<category><![CDATA[soccerex]]></category>
		<category><![CDATA[wm-bewerbung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5979</guid>
		<description><![CDATA[JOHANNESBURG. Gruppenbild mit Junior-Emir: Katars WM-Botschafter Gabriel Batistuta (l.), Ronald de Boer (r.), Sami Al-Jaber (2. v.r.) und Katars Bewerberchef (Mitte), Sohn des Emirs &#8211; His Excellency Sheikh Mohammed bin Hamad bin Khalifa Al-Thani. Einer der Al-Thani Sippe. Ein anderer Sohn des Emirs ist IOC-Mitglied, das nur am Rande. Mein alter Freund Mohamed Bin Hammam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>JOHANNESBURG. Gruppenbild mit Junior-Emir: Katars WM-Botschafter Gabriel Batistuta (l.), Ronald de Boer (r.), Sami Al-Jaber (2. v.r.) und Katars Bewerberchef (Mitte), Sohn des Emirs &#8211; His Excellency Sheikh Mohammed bin Hamad bin Khalifa Al-Thani. Einer der Al-Thani Sippe. Ein anderer Sohn des Emirs ist IOC-Mitglied, das nur am Rande. Mein alter Freund <a title="Beiträge zu Mohamed Bin Hammam" href="http://jensweinreich.de/?cat=42" target="_self">Mohamed Bin Hammam</a> tritt dagegen derzeit kaum in Erscheinung.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5982" title="Go, Qatar, go! Jannesburg, 1. Dezember 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/12/gabriel-deboer-scheich.jpg" alt="" width="500" height="302" /></p>
<p>Es wird noch viel zu reden sein über eine weitere abstruse Idee des Joseph Blatter: zwei Fußball-Weltmeisterschaften gleichzeitig zu vergeben. In genau einem Jahr ist es so weit: Die Ehrenmänner des FIFA-Exekutivkomitees werden auf einer Sitzung über die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 entscheiden. Warum ein Mega-Event zwölf Jahre vorher vergeben wird: Es gibt keine vernünftigen Gründe dafür. Was Blatter anführt, man habe damit bessere Vermarktungsmöglichkeiten, ist großer Unsinn. Ein Hirngespinst. Ich werde später sicher mal eine Liste der Fragen und negativen Seiten zusammenstellen, d<script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/nextgen-gallery/tinymce3/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/cforms/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/skype-online-status/js/langs/de.js?ver=311"></script><script type="text/javascript" src="http://jensweinreich.de/wp-content/plugins/wp-polls/tinymce/plugins/polls/langs/de.js?ver=311"></script>ie damit verbunden sind.</p>
<p>Wichtig scheint mir, <a title="&quot;Ungefähr zwölf Stadien&quot;: Bewerbung um die Fußball-WM 2018/2022" href="http://jensweinreich.de/?p=2651" target="_self">noch einmal daran zu erinnern</a>, dass diese doppelte WM-Vergabe wieder so ein blattersches Hirngespinst war/ist. Denn auf dem FIFA-Kongress 2008 in Sydney war das nicht wirklich ein Thema. Blatter hat es danach auf der Pressekonferenz erzählt und fast alle Anwesenden überrascht. Der FIFA war das in der Erklärung zum Kongress nicht eine Zeile wert &#8211; kein Wunder, denn die <a title="FIFA-PM vom 30. Mai 2008" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=783716.html#ja+zielen+ratifizierung+wada+kodex" target="_blank">Pressemitteilung</a>, die das Kongressgeschehen zusammenfasste, wurde geschrieben, bevor der Große Vorsitzende den Einfall der Welt zu verkünden geruhte.</p>
<p>In einer zweiten <a title="FIFA-PM vom 30. Mai 2008" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/news/newsid=783630.html" target="_blank">FIFA-Pressemitteilung</a> hieß es nach der PK Blatters:</p>
<blockquote><p>&#8220;A new method of awarding the 2018 and 2022 FIFA World Cups was announced.&#8221;</p></blockquote>
<p>So stellte sich der Große Vorsitzende das vor:</p>
<blockquote><p>&#8220;The Executive Committee of FIFA will decide the host countries for the 2018 and 2022 World Cups at the same time, and this will be before June 2011. Currently interested are Mexico, United States, England, Spain, Netherlands-Belgium, Russia, Qatar, China, Japan and Australia. If we can offer two competitions for eight years to our partners and broadcasters and give extra time for planning, the economic result for FIFA will be better. The existing rule that a continent cannot host the FIFA World Cup twice in a row will not be changed. This was to make sure that it would go to Africa otherwise it never would have. As the next two World Cups will be in the southern hemisphere, it is perhaps logical that Australia concentrates on the 2022 tournament. The two tournaments will be held in different continents.&#8221;</p></blockquote>
<p>Halten wir im Dezember 2009 fest: Mehr ist der Welt nicht bekannt. Wie genau das FIFA-Exko entscheiden will? Derlei Fragen stellen sich die WM-Bewerber auch. Sie nehmen es, wie es kommt &#8211; denn eins ist doch klar: Im Zweifel gilt der Willen des Präsidenten. Den muss man erahnen. Was braucht es gedruckte Regeln? Dieses <a title="Zirkularschreiben der FIFA zur WM 2018/2022" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/01/20182022invitationtobidcircularda.pdf" target="_self">Zirkularschreiben</a> muss reichen &#8211; es ist das einzige öffentliche Dokument zu dieser Bewerbung. Und wenn es nicht reicht, dann gilt automatisch Regel Nummer eins in Sepps Reich: Was er sagt, ist Gesetz.</p>
<p>Die lange Vorrede musste sein.</p>
<p>Einen <a title="Wikipedia zu 2018/2022 World Cup" href="http://en.wikipedia.org/wiki/2018_and_2022_FIFA_World_Cup_bids" target="_blank">wunderbaren Überblick</a> der WM-Bewerbungen gibt übrigens Wikipedia, ich sollte gar nicht erst versuchen, das zu toppen, ich kann nur versuchen, kleine Geschichten zusammenzutragen und zu erzählen.</p>
<p>Am Freitag organisiert die FIFA für internationale Medienvertreter in Kapstadt einen Workshop mit den WM-Bewerbern. Mit etlichen habe ich bereits in Johannesburg gesprochen und mir mein Bild gemacht. Auch deshalb bin ich hier. Viele Geschichten sind darüber noch zu schreiben. Einen ersten Eindruck habe ich gestern notiert:</p>
<p>JOHANNESBURG. Ronald de Boer gerät ins Schwärmen, als er die Vorzüge seiner Heimat aufzählt. „Eine fantastische Infrastruktur&#8221;, „gastfreundliche, weltoffene Menschen&#8221;, „wunderbare Schulen&#8221; und vieles andere mehr. Dann sagt der 67-malige holländische Fußballnationalspieler: „Ich kann mir keinen besseren Gastgeber einer Fußball-WM vorstellen als Katar.&#8221;</p>
<p>Jawohl, Katar.</p>
<p>Nicht etwa Holland, das sich gemeinsam mit Belgien um die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 bewirbt.</p>
<p><span id="more-5979"></span>Es ist der größte WM-Wettbewerb aller Zeiten. Zwar weiß noch immer niemand, warum die FIFA in einem Jahr gleich zwei Weltmeisterschaften gemeinsam vergibt. Unklar bleibt das Procedere der Wahl durch das Exekutivkomitee. Inzwischen hat Mexiko zurückgezogen, von Indonesien und seinem wegen Korruption verurteilten Fußballchef Nurdin Halid wird der Rückzug in Kürze erwartet &#8211; es bleiben immer noch die Offerten von England, Russland, Spanien/Portugal, Holland/Belgien, USA, Katar, Japan, Südkorea und Australien. Katar und Südekorea bewerben sich nur für 2022. Alle anderen Nationen gehen zwei Mal ins Rennen: für 2018 und 2022.</p>
<p>Für alle ist diese Tagungswoche in Südafrika der erste ganz große Auftritt. „Es geht um 24 Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees&#8221;, sagt Andy Anson, Geschäftsführer der englischen Bewerbung: „Es geht allein darum, mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und vertrauliche Gespräche zu führen.&#8221; So wie vergangene Woche beim Commonwealth-Gipfel in Port of Spain (Trinidad und Tobago), als nicht nur Englands Premier Gordon Brown, sondern auch Australiens Premier Kevin Rudd der FIFA-Skandalnudel Jack Warner ihre Aufwartung machten. Vizepräsident Warner liefert sich seit Monaten eine Privatfehde mit den Engländern. Nun erklärte er, England sei 2018 dran und habe die beste Infrastruktur überhaupt. Kurz zuvor hatte er gesagt, Australien habe eine exzellente Chance.</p>
<p>Am Dienstag stellten die Kataris Ronald de Boer als WM-Botschafter vor, den Argentinier Gabriel Batustata gleich mit, der einst für sechs Millionen Dollar jährlich in der Operettenliga am Golf spazieren ging. „Ich bin Kosmopolit. Ich lebe hier seit sechs Jahren. Meine drei Töchter wachsen in Doha auf. Ich liebe Katar&#8221;, erklärt de Boer. Über Geld sagt er nichts. Holländische Journalisten sagen, er habe schon Anfang der neunziger Jahre, als er noch für Ajax Amsterdam spielte, nur zwei Interessen gehabt: Geld und Aktien. Präzise betrachtet ist das natürlich eine Interessenslage, es ist ja auch kein Verbrechen, in Doha märchenhafte Reichtümer anzuhäufen.</p>
<p>In Johannesburg beköstigen Katars Bewerber täglich die Tausendschaft an Delegierten der Messe Soccerexpo. Scheich Mohammed, Sohn des Emirs, wird vor der Weiterreise nach Kapstadt seine Kreditkarte zücken. Katar investiert geschätzte 60 Millionen Dollar (oops: <a title="Daily Mail, Charles Sales Kolumne" href="http://www.dailymail.co.uk/sport/article-1232462/Charles-Sale-Chelsea-owner-Roman-Abramovich-bankrolls-Russias-2018-World-Cup-bid.html" target="_blank">Charlie Sale</a> spricht gar von mehr als 100 Millionen Pfund, da müssen wir wohl noch etwas justieren an den Zahlen). Die russische Bewerbung soll 40 Millionen kosten, die Hälfte garantiert der Staat, 20 Millionen sollen von Oligarchen wie Roman Abramowitsch kommen. Australien mit seinem Milliardär Frank Lowy gibt offiziell 45 Millionen aus und sicherte sich gerade die Dienste von Andreas Abold. Der Münchner war mit seiner <a title="Abold.de" href="http://www.abold.de" target="_blank">Agentur</a> zuletzt zweimal WM-Gewinner: er betreute die Offerten von Deutschland (2006) und Südafrika (2010). Erfolgreich war er auch im nationalen Olympiawettbewerb mit <a title="Beiträge zu Leipzig 2012" href="http://jensweinreich.de/?cat=50" target="_self">Leipzig 2012</a>.</p>
<p><em>(Private Botschaft an Herrn Abold: Sie werden doch nicht etwa Fedor Radmann reaktivieren?)</em></p>
<p>Der WM-Zirkus ernährt andere alte Bekannte ebenfalls fürstlich: Als Spin-Doktor für Katar agiert der Engländer Mike Lee (<a title="Vero Communications" href="http://www.verocom.co.uk/" target="_blank">Vero Communications</a>), einstiger UEFA-Kommunikationsdirektor, der zuletzt die siegreichen Olympiabewerbungen von London (2012) und <a title="Rio 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1083" target="_self">Rio de Janeiro</a> (2016) bearbeitete, mit Salzburg 2014 weniger erfolgreich war, dennoch 4.000 Euro Tagessatz kassierte. „Katar hat das Geld&#8221;, prahlt Lee. So viel Geld, dass 2022 alle WM-Spiele im arabischen Hochsommer in riesigen Hallen bestens klimatisiert stattfinden sollen. Für das IOC waren die Bedingungen am Golf vor anderthalb Jahren noch Ausschlusskriterium der <a title="Doha 2016" href="http://jensweinreich.de/?cat=1983" target="_self">Olympiabewerbung Dohas</a>. Nun eine WM im Kühlschrank? „Kein Problem&#8221;, sagt Ronald de Boer, „und kein Vergleich mit den USA 1994, als ich mit Holland in Orlando gegen Brasilien in der Mittagshitze bei 40 Grad spielen musste.&#8221;</p>
<p>Die Fußball-WM in der Luxusenklave Katar werde ein großer Spaß, verspricht de Boer. „Nach dem Spiel sind sie in maximal dreißig Minuten in den besten Hotels, die man sich vorstellen kann. Perfekt.&#8221; Er sieht die zweifelnden Blicke und schiebt nach:</p>
<p>„Glauben Sie mir, ich erzähle nicht eine einzige Lüge!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/12/02/katar-und-die-wm-2022-fusball-im-kuhlschrank/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>IOC-Absurditätenkabinett</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 17:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[baku 2016]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[doha 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[prag 2016]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<category><![CDATA[2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=235</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Final result&#8221; steht über dem Chart aus dem Bericht der IOC-Evaluierungskommission zu den Bewerbern für die Sommerspiele 2016, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde. Demnach liegt Doha, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, Austragungsort der Asienspiele 2006, einer mit den Olympischen Spielen problemlos vergleichbaren Veranstaltung, fast gleichauf mit dem vermeintlichen Olympiafavoriten Chicago. Vorn liegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/ioc-2016-final.JPG" alt="ioc-2016-final.JPG" /></p>
<p>&#8220;Final result&#8221; steht über dem Chart aus dem <a target="_blank" href="http://multimedia.olympic.org/pdf/en_report_1317.pdf">Bericht der IOC-Evaluierungskommission</a> zu den Bewerbern für die <a target="_blank" href="http://jensweinreich.de/?p=224">Sommerspiele 2016</a>, der vor wenigen Minuten veröffentlicht wurde. Demnach liegt <strong>Doha</strong>, Hauptstadt des winzigen aber steinreichen Emirats Katar, Austragungsort der Asienspiele 2006, einer mit den Olympischen Spielen problemlos vergleichbaren Veranstaltung, fast gleichauf mit dem vermeintlichen Olympiafavoriten <strong>Chicago</strong>. Vorn liegen <strong>Tokio</strong> und <strong>Madrid</strong>, gerade noch im grünen Bereich ist <strong>Rio de Janeiro</strong>. Der Bericht schreibt den Kataris sogar die Fähigkeit zu, Olympische Spiele auszurichten. Dennoch wurde Doha vom IOC-Exekutivkomitee in Athen heute Nachmittag aussortiert &#8211; wie Baku und Prag.</p>
<p>Die Finalisten bereiten sich nun auf die Entscheidung am 2. Oktober 2009 vor. Und das IOC, das nach wie vor über keine transparenten und klar nachvollziehbaren Regeln bei Olympiabewerbungen (und der Bewertung dieser Offerten) verfügt, hat ein weiteres absurdes Kapitel seiner wenig ruhmreichen Geschichte geschrieben: Doha, so suggeriert es der Bericht auf Seite 94, wurde aussortiert, weil das von den Kataris vorgeschlagene Datum (14. Oktober bis 30. Oktober 2016) außerhalb der vom IOC präferierten Zeitmarke liegt (15. Juli bis 31. August).</p>
<p>Natürlich gibt es andere Gründe für den Rausschmiss der arabischen Sportfürsten. Darüber wird noch ausführlich zu reden sein. Vorerst nur ein paar Daten, die die Lächerlichkeit der Entscheidung unterstreichen. Ein Blick in die olympische Geschichte. Sommerspiele, obgleich noch nie in der Wüste, wurden zum Beispiel zu folgenden Terminen ausgetragen:</p>
<ul>
<li>22. November bis 8. Dezember 1956: Melbourne</li>
<li>25. August bis 11. September 1960: Rom</li>
<li>10. Oktober bis 24. Oktober 1964: Tokio</li>
<li>12. Oktober bis 27. Oktober 1968: Mexico City</li>
<li>26. August bis 11. September 1972: München</li>
<li>17. September bis 2. Oktober 1988: Seoul</li>
<li>15. September bis 1. Oktober 2000: Sydney </li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/ioc-absurditatenkabinett/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Monopoly 2016</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/monopoly-2016/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/monopoly-2016/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 12:04:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[baku 2016]]></category>
		<category><![CDATA[bid books]]></category>
		<category><![CDATA[chicago 2016]]></category>
		<category><![CDATA[doha 2016]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[madrid 2016]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[prag 2016]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category>
		<category><![CDATA[tokio 2016]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=224</guid>
		<description><![CDATA[In ein paar Stunden wählt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fällt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen. Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren Leipzig in der ersten Runde): Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In ein paar Stunden wählt das IOC-Exekutivkomitee im Athener Hilton Hotel die Finalisten im Wettbewerb um die Olympischen Sommerspiele 2016 aus. Die Entscheidung fällt dann auf der 121. IOC-Session am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.2016baku.org/"><img vspace="5" align="left" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/baku-2016-logo.thumbnail.png" hspace="5" alt="baku-2016-logo.png" /></a><a target="_blank" href="http://www.praha2016.org/olymp/jnp/en/home/index.html"><img vspace="5" align="right" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/prag-2016-logo1.thumbnail.JPG" hspace="5" alt="prag-2016-logo1.JPG" /></a>Es treten an und verabschieden sich heute auch gleich wieder (wie vor vier Jahren <a href="http://jensweinreich.de/?p=192">Leipzig</a> in der ersten Runde): Die tapferen Sportkameraden aus Aserbaidshan mit ihrer Hauptstadt Baku und die Hobbybewerber aus Prag. Baku und Prag sind nicht ernst zu nehmen. Beide betrachten ihre &#8220;Bewerbung&#8221; vor allem als touristische Promotion. Mitunter dienen Bewerbungen, gerade die aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, aber auch als veritables Mittel  der Geldwäsche. Anzeichen dafür gibt es viele. Vor einigen Jahren hat dies ein schwedischer Staatsanwalt, der sich mit Olympiabwerbungen beschäftigte, sogar mal laut ausgesprochen: &#8220;Geld rein, Geld raus, und alles unter dem Deckmäntelchen Olympischer Spiele.&#8221;</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.doha2016.org/en/index"><img vspace="5" align="left" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/doha-2016-logo.thumbnail.jpg" hspace="5" alt="doha-2016-logo.jpg" /></a>Nun zu den ernsthaften Kandidaten, die möglicherweise allesamt in die Finalrunde kommen. Vielleicht aber sortiert das IOC von diesem Quintett noch ein oder zwei Anwärter aus. Man weiß es nicht genau. Die Regularien sind auch unter Jacques Rogge alles andere als transparent. Nachdem vor einem Jahr in Guatemala die Öl-Oligarchen aus <a href="http://jensweinreich.de/?p=72">Putins</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=69">Reich</a> die <a href="http://jensweinreich.de/?p=67">Winterspiele</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=66">2014</a> gekauft haben, sind erstmals Ölscheichs vom Persischen Golf am Start. Olympiabewerbungen waren schon immer ein Milliarden-Monopoly. Mit den Kataris wird es nun besonders lustig. Geld spielt dort keine Rolle. Man hat es &#8211; und man weiß es auszugeben. Dabei kann man &#8211; um die Themen Geld und Moral mal außer Acht zu lassen &#8211; trefflich darüber streiten, ob es vielleicht doch Gegenden auf diesem Planeten gibt, in denen keine Spiele ausgetragen werden sollten: Die Antarktis und die Steinwüste von Katar wären da sicher erste Kandidaten.</p>
<p><a target="_blank" href="http://www.rio2016.org.br/en/"><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/rio-2016-logo.thumbnail.JPG" alt="rio-2016-logo.JPG" /></a><a target="_blank" href="http://www.madrid2016.es/en/paginas/home.aspx"><img vspace="5" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/madrid-2016-logo.thumbnail.gif" hspace="5" alt="madrid-2016-logo.gif" /></a><a target="_blank" href="http://www.tokyo2016.or.jp/en/"><img src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/tokio-2016-logo1.thumbnail.JPG" alt="tokio-2016-logo1.JPG" /></a></p>
<p>Mit den Bewerbern aus Madrid und Tokio werde ich mich später mal befassen. Zunächst zu Chicago, dem Favoriten der <a target="_blank" href="http://www.gamesbids.com/english/index.shtml">Insider</a>-<a target="_blank" href="http://aroundtherings.com/">Dienste</a>. Die olympischen Fachverbände und die Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC) setzen die Amerikaner gehörig unter Druck. Es geht ums Geld, was sonst. Ich habe gestern morgen im Hotel Divani Caravel mit Chicagos Bewerberchef Patrick Ryan gesprochen und folgende (für diesen Blog natürlich überarbeitete) Geschichte für einige Zeitungen geschrieben:<span id="more-224"></span></p>
<blockquote><p><a target="_blank" href="http://www.chicago2016.org/News/Pages/home.aspx"><img vspace="5" align="right" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/06/chicago-2016-logo.thumbnail.jpg" hspace="5" alt="chicago-2016-logo.jpg" /></a></p>
<p>ATHEN. Wenn es darum geht, die Vorzüge seiner Stadt zu loben, ist <a target="_blank" href="http://www.chicago2016.org/bid-information/Pages/PatRyanBio.aspx">Patrick Ryan</a> um keinen Superlativ verlegen. Seine Botschaft ist ambitioniert und schlicht zugleich. Denn sie lässt sich in einem Wort zusammenfassen: „Weltklasse“. Darunter macht es Ryan kaum. „Weltklasse“ sei in Chicago so ziemlich alles, sagt Ryan, Chef des olympischen Bewerbungskomitees: Architektur, Kultur, Natur und Sport. Glaubt man Ryan, dem Gründer und CEO des Versicherungskonzerns <a target="_blank" href="http://www.aon.com/default.jsp">Aon</a>, dann kann es im Jahr 2016 nur einen Ausrichter der Sommerspiele geben: Chicago.</p>
<p>Dumm nur, dass sich noch sechs andere Städte für Olympia interessieren. Tokio, Rio de Janeiro, Doha (Katar), Baku (Aserbaidhan), Madrid und Prag sind Chicagos Konkurrenten. Am Mittwoch trifft das IOC-Exekutivkomitee in Athen eine Vorauswahl der Finalisten. Prag und Baku werden aussortiert, vielleicht sogar eine weitere Stadt. Chicago aber, das ist klar, wird dabei bleiben bis das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Oktober 2009 in Kopenhagen abstimmt. „Chicago“, sagt Ryan, „ist der ideale Marktplatz für die olympische Bewegung.“</p>
<p>Marktplatz ist ein gutes Stichwort. Denn rund um Chicagos Offerte wird gefeilscht wie auf einem orientalischen Basar. Die Bewerbung ist von der Diskussion um die olympischen Marketingeinnahmen überschattet. Die 35 olympischen Weltverbände und die Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) wollen die Amerikaner schröpfen.</p>
<p>Anfang der achtziger Jahre, als das IOC mit der Kommerzialisierung der Olympischen Spiele begann, wurden mit dem amerikanischen NOK (<a target="_blank" href="http://www.aon.com/default.jsp">USOC</a>) Sonderkonditionen ausgehandelt. Der Vertrag wurde zuletzt 1996 angepasst und galt lange als Geheimsache: Das USOC erhält 12,75 Prozent der amerikanischen TV-Erlöse und 20 Prozent aus dem IOC-Sponsorenprogramm TOP. Im Olympiazyklus 2005-2008 werden rund 364 Millionen Dollar an das USOC überwiesen – mehr als an alle anderen NOK’s zusammen. Von 2009 bis 2012 darf das USOC sogar 450 Millionen erwarten.</p>
<p>„Das ist nicht fair“, sagt der Schweizer Denis Oswald, Chef der Vereinigung der 28 Sommersportverbände (ASOIF) und IOC-Exekutivmitglied. „In den achtziger Jahren kamen fast alle TOP-Sponsoren aus den USA, jetzt sind es gerade noch zwei oder drei.“ Präzise betrachtet sind es sechs von zwölf <a target="_blank" href="http://www.olympic.org/uk/organisation/facts/programme/sponsors_uk.asp">IOC-Sponsoren</a>: Coca-Cola, Kodak, Johnson &amp; Johnson, Gneral Electric, McDonald&#8217;s, Visa. Doch wenn es ums Geld geht, argumentiert selbst ein Jurist wie Oswald nicht immer faktenorientiert. Ob zwei, drei, sechs oder sieben ist letztlich egal: Die Amerikaner haben die gesamte Sportwelt gegen sich.</p>
<p>Manch Funktionär, etwa das dänische IOC-Mitglied Kai Holm, sagt laut, was alle denken: Wenn das USOC nicht auf einen Teil seiner Einnahmen verzichtet, hat Chicago keine Chance. Spricht man Pat Ryan darauf an, wird er leise und einsilbig. „Das hat mit der Bewerbung nichts zu tun“, sagt er. Was natürlich nicht stimmt. Denn die Bewerbung ist das perfekte Druckmittel für alle, die sich größere Stücke vom olympischen Kuchen erhoffen.</p>
<p>Oswald führt die Rebellion an, er ist auch Chef des Ruder-Weltverbandes. Anfang März hatte er einen Brandbrief an seine Kollegen verschickt. Die USOC-Überweisungen seien „moralisch nicht länger zu akzeptieren“, schrieb Oswald. „Wir brauchen eine faire Lösung. Und zwar bald“, sagt er in Athen. Er gehört gemeinsam mit dem Mexikaner Mario Vázqez Rana, Chef der Vereinigung der 205 NOK, und IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg zur kleinen Arbeitsgruppe, die sich mit dem USOC einigen soll. Warum aber sollte das USOC freiwillig Geld abgeben, wenn doch ein Kontrakt existiert? „Die Amerikaner behaupten, der Vertrag sei unbefristet“, sagt Oswald. „Aber Europa kennt man so etwas nicht. Wir müssen da eine friedliche Lösung finden.“</p>
<p>Chicagos Bewerberchef Ryan verweist auf die Verantwortlichkeit des USOC. „USOC-Präsident <a target="_blank" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Ueberroth">Peter Ueberroth</a> hat klar gemacht, dass das Problem recht bald gelöst wird“, sagt er. Wann genau? „Sehr bald.“</p>
<p>Ueberroth aber, der sich olympisch unsterblich gemacht hat, weil er mit den Sommerspielen 1984 in Los Angeles Profit machte, kann nicht zaubern. Sein USOC, geplagt von Jahrzehnten der Misswirtschaft, braucht jeden Dollar. „Wenn wir jetzt anfangen zu feilschen und hier und da ein paar Prozente verschieben, ist niemandem geholfen“, sagt er. „Wir können aber den Kuchen verdoppeln. Dann haben alle mehr davon.“</p>
<p>Wie das gehen soll? Erstmals seit Jahrzehnten wird um Sommerspiele gebuhlt, ohne dass die amerikanischen Fernsehrechte schon vergeben wären. Der Olympiasender NBC zahlt für 2010 (Winterspiele in Vancouver) und 2012 (Sommerspiele in London) rund 2,2 Milliarden Dollar. NBC wünscht sich nach den Quoten-Desastern von Athen (2004) und Turin (2006) endlich wieder Spiele in der eigenen Hemisphäre: mit Live-Übertragungen zur Primetime – und nicht mit zeitversetzten Konserven.</p>
<p>Ueberroth dreht den Spieß also um: Das IOC und die Sportverbände könnten die Rechnung an den amerikanischen Konsumenten weiterreichen. Man müsste nur NBC bedienen und Chicago zur Olympiastadt machen. Doch ob das dem Rest der Welt gefällt?</p></blockquote>
<p>Gestern Abend hat sich die Diskussion etwas zugespitzt, wie Phil Hersh in der <em>Chicago Tribune</em> berichtet: <a target="_blank" href="http://www.chicagotribune.com/news/chi-us-olympic-revenue-share-jun05,0,3063304.story">&#8220;IOC official says &#8216;sign of goodwill&#8217; could help Chicago&#8217;s Olympic bid&#8221;</a>. Ich kann nicht recht verstehen, wie der IOC-Präsident eine solche Aussage treffen kann: &#8220;A clear indication the USOC is willing to find a solution and not refusing a solution could be very good for Chicago. It would not have a negative impact [if there were no such sign], but this sign could have a positive impact.&#8221;</p>
<p>Normalerweise müsste man sagen: Das ist Erpressung &#8211; und somit ein Fall für die IOC-Ethikkommission.</p>
<p>Wie auch immer, Denis Oswald spricht von einer kurzfristigen Lösung und einer langfristigen. Inzwischen hat mir ein anderer Präsident eines Weltverbandes Zahlen genannt: 30 Millionen Dollar mehr für die Sportverbände. Das ist eine schöne runde Summe, die Sinn macht: Denn im Programm der Sommerspiele sind derzeit 28 Sportarten &#8211; zwei weitere hätte man gern dabei (auch wenn das IOC 2007 in Guatemala gerade beschlossen hat, es solle bei 28 Sportarten bleiben). Bliebe also eine schöne Million für jeden. Andererseits: Was sind schon 30 Millionen für das USOC? Sollte man deshalb die Bewerbung Chicagos opfern?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2008/06/04/monopoly-2016/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

