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> <channel><title>jens weinreich &#187; doh</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/doh/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Die Autobahnen und Wunderpillen des DDR-Doping-Funktionärs Thomas Köhler</title><link>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/#comments</comments> <pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:48:30 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[ddr]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[doh]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingopfer]]></category> <category><![CDATA[dpa]]></category> <category><![CDATA[dtsb]]></category> <category><![CDATA[journalismus]]></category> <category><![CDATA[propaganda]]></category> <category><![CDATA[thomas köhler]]></category> <category><![CDATA[verein sport und gesellschaft]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[dopingtrainer]]></category> <category><![CDATA[johanna sperling]]></category> <category><![CDATA[selbstreferenz]]></category> <category><![CDATA[stasi]]></category> <category><![CDATA[uwe trömer]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=9483</guid> <description><![CDATA[Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: &#8220;Dem Herzen trauen&#8221;. Und nun das. (dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400) Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa Ich [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch Bärbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: <a
title="Berliner Zeitung vom 13. September 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0913/seite3/0001/index.html" target="_blank">&#8220;Dem Herzen trauen&#8221;</a>.</p><p>Und nun das.</p><blockquote><p>(dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400)</p><p>Ex-Funktionär gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport</p><p>Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa</p></blockquote><p>Ich weiß nicht, was so exklusiv daran ist, wenn das Buch von Köhler am Donnerstag doch auf den Markt kommt. Ich würde eher mal vorschnell sagen: Es ist gute PR für ein Buch, das <a
title="Verlag Das Neue Berlin" href="http://www.eulenspiegel-verlag.de/programm-1/titel/913-Zwei_Seiten_der_Medaille.html" target="_blank">&#8220;Zwei Seiten der Medaille heißt&#8221;</a>. Eine wichtige Passage aus dem Elaborat wird ja bereits heiß diskutiert:</p><blockquote><p>Doping sei nur &#8220;für ausgewählte Kadersportler vorgesehen gewesen, die in der Regel erwachsen waren. Ausnahmen bestanden zum Beispiel im Schwimmen, einer Sportart mit einem geringeren Höchstleistungsalter, wobei nur Sportler einbezogen wurden, die nach einem mehrjährigen Trainingsprozess zur Leistungsspitze zählten.&#8221;</p><p>Den Sportlern unterstellt der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) grundsätzlich eine Mitwisserschaft. &#8220;Alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht. Mir ist aus meiner Tätigkeit im Leistungssport nicht bekannt, dass ein Trainer oder ein Sportler von oben angewiesen wurde, Dopingmittel zu verwenden&#8221; &#8230;</p><p><em>(Quelle: SID)</em></p></blockquote><p>Ich frage mich zunächst natürlich, warum dieser &#8220;Exklusiv&#8221;-Beitrag der Deutschen Presse-Agentur ausgerechnet von einem ehemaligen Stasi-IM mit verfasst wurde, der zwar Manfred heißt, aber eben nicht Leopold.</p><p>Wieder werden die <a
title="tag: Dopingopfer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingopfer/" target="_self">Dopingopfer</a> <span
style="text-decoration: line-through;">verhönelt</span> verhöhnt.</p><p>Höflich formuliert: Das ist irgendwie unpassend.</p><p>Irgendwie passend ist allerdings die <a
title="Eklat bei erster Lesung ..." href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1039519" target="_blank">Geschichte</a> von der ersten &#8220;Lesung&#8221; aus Köhlers Buch beim Lügen-Verein von Altkadern und Stasileuten, dem so genannten <a
title="Sport und Gesellschaft" href="http://www.sport-gesellschaft.de/" target="_blank">Verein Sport und Gesellschaft e. V.</a>, wo sich Dopingopfer <a
title="tag: Uwe Trömer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=uwe+tr%C3%B6mer" target="_self">Uwe Trömer</a> <a
title="FAZ: Unverschämte Lüge" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E858F84DD47B94696BCF82EA2E3D521AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">eingemischt hat</a>.</p><p>Es tut mir leid, ich weiß, neue Freunde mache ich mir auch mit diesen Bemerkungen nicht. Und alte Bekannte werden sich abwenden, sofern sie es nicht längst getan haben. Aber es gibt Grenzen im Leben, und es gibt Grenzen im Journalismus. Das darf man auf einem privaten Blog sicher sagen, ohne sich zum journalistischen Chefethiker aufspielen zu wollen.</p><p>Ich traf Thomas Köhler im vergangenen Jahr zweimal: Zunächst beim <a
title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Festakt zum 40. Jahrestag des Sportausschusses</a> des Deutschen Bundestages, als er sich angeregt mit DOSB-Vizepräsident Eberhard Gienger (CDU) unterhielt. Und später bei der Pressevorführung des Filmes <a
title="Tagesspiegel: Die Goldmacher" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/medaillen-mit-kehrseite/1608396.html" target="_blank">&#8220;Die Goldmacher&#8221;</a> meines Freundes Albert Knechtel, als ich eine kurze Gesprächsrunde leitete und irgendwann Thomas Köhler, der im Publikum saß, fragte, ob er sich als Fachmann nicht an der Diskussion beteiligen wolle. Er mochte nicht. Ich weiß nicht mehr genau, ob er damals gesagt hat, er schreibe ein Buch und wolle sich lieber auf diese Art äußern.</p><p>Muss sich die Welt mit den Ergüssen von Thomas Köhler befassen? Köhler, Olympiasieger im Rennrodeln und langjähriger Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR. Einer der Verantwortlichen für das staatlich sanktionierte Massendoping an Kindern und Jugendlichen. Einer, der immer noch Lügen verbreitet. Zu behaupten, die/alle gedopten Athleten hätten gewusst (&#8220;alle Mittel wurden im Einvernehmen mit dem Sportler verabreicht&#8221;), was sie einnehmen bzw. was ihnen verabreicht wird, ist nicht nur eine Lüge, es ist die Negierung einer historischen Wahrheit.</p><p>Es ist, als ob Köhler argumentieren würde, Mensch, der Hitler war ja gar nicht so schlecht, schließlich hat er Autobahnen gebaut &#8230;</p><p>Sorry, aber auf diesem Niveau agiert der DTSB-Vize, der so gern Nachfolger von Manfred Ewald geworden wäre.</p><p>Wie konnte ich nur so naiv sein, darauf zu hoffen, dass nach den unsäglichen Diskussionen um die <a
title="tag: Dopingtrainer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingtrainer/" target="_self">Dopingtrainer</a> im deutschen Sport im vergangenen Jahr endlich Ruhe einkehren würde. Dumm von mir. Foolish.</p><p>Ich war den ganzen Tag privat unterwegs und habe erst am Nachmittag durch Anrufe einiger Redaktionen von den Meldungen erfahren. Mag sein, dass ich jetzt etwas vorschnell reagiere, ohne das Buch gelesen zu haben (was ich natürlich tun werde, ich lese sogar sämtliche Elaborate des o. g. Vereins und anderer Missetäter, sofern sie mir zugänglich sind), ich glaube aber nicht. Ich wiederhole mich: Manches muss raus, das ist gut für den Magen.</p><p>Ich fürchte, dass ich diesen Beitrag am Abend noch etwas verlängern und umschreiben werde. Vorerst aber nur eine meiner Lieblingspassagen (darf man das bei diesem Thema sagen?) aus Doping-Stasi-Akten, aufgeschrieben von einem der DDR-Chefdoper, von Manfred Höppner, stellvertretender Leiter des Sportmedzinischen Dienstes der DDR, alias IMB Technik, Ende 1985:</p><blockquote><p>Am 28. November 1985 fand eine Beratung mit den beiden Vizepräsidenten, Genossen Köhler und Röder, über den weiteren perspektivischen Einsatz von uM statt. Grundlage für dieses Gespräch war das bekannte interne Material, welches im Auftrag des Genossen Ewald durch den IMB und Prof. Lehnert erarbeitet wurde.</p><p>Beide Vertreter des DTSB brachten ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass bis 1988 angeblich nur vorrangig die bisher bekannten Pharmaka zur Anwendung kommen in differenzierter Form und umfassender Abstimmung mit dem Trainingsprozess.</p><p>Sie waren der Auffassung, dass es möglich sein müsste, noch bis zu den Olympischen Spielen 1988 eine sogenannte &#8220;Wunderpille&#8221; zu erforschen.</p><p><strong>Speziell Genosse Köhler stellte konkret die Forderung, ein solches Präparat aus der Reihe der Psychopharmaka zu entwickeln, um bei den Sportlern zum Wettkampf eine gewisse Aggressivität zu entwickeln und vorhandene Anzeichen von Angst und Nervosität auszuschalten &#8230;</strong></p><p>Im Gespräch machte der IMB weiterhin darauf aufmerksam, dass bereits seit einigen Jahren durch ihn das Präparat STS (Steroidsubstanz) an die Sportler verabreicht wird, ohne dass dieses jemals entsprechend dem Arzneimittelgesetz geprüft wurde &#8230;</p></blockquote><p>Thomas Köhler wurde im Oktober 1999 wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 107 Fällen (zwischen 1977 und 1989) zu einer Geldstrafe in Höhe von 26.400 Mark verurteilt.</p><p>tbc</p><ul><li>Ralf hat etliche Meldungen zum Köhler-Buch bereits in den Kommentaren zum Artikel <a
title="Historische Hypotheken des deutschen Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports" target="_self">&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</a> verlinkt</li><li>Bevor die Ratten wieder aus ihren Löchern kriechen und blödes Zeug behaupten: Ja, ich war die ersten zehn Monate meines &#8220;journalistischen&#8221; Lebens Volontär der FDJ-Zeitung Junge Welt und habe die Dinge seinerzeit <a
title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">etwas naiver betrachtet</a></li></ul><p>Lesebefehl, Verzeihung (zumindest noch mal drin schmökern, gerade heute), mein wichtigster Beitrag der vergangenen Jahre, die andere Seite der Medaille:</p><ul><li><a
title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/" target="_self">Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</a></li></ul><p><a
class="FlattrButton" style="display:none;" rev="flattr;button:compact;"<br /> href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/"></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>74</slash:comments> </item> <item><title>Der Fuchs im Hühnerstall lehnt die Petition des Dopingopferhilfevereins ab</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/#comments</comments> <pubDate>Sun, 27 Sep 2009 22:50:08 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[bmi]]></category> <category><![CDATA[bundestag]]></category> <category><![CDATA[der fuchs im hühnerstall]]></category> <category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category> <category><![CDATA[doh]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingopfer]]></category> <category><![CDATA[dopingtrainer]]></category> <category><![CDATA[klaus zöllig]]></category> <category><![CDATA[petitionsausschuss]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[werner goldmann]]></category> <category><![CDATA[abteilung sp]]></category> <category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category> <category><![CDATA[ddr]]></category> <category><![CDATA[die linke]]></category> <category><![CDATA[dopingopferhilfeverein]]></category> <category><![CDATA[ehrenerklärung]]></category> <category><![CDATA[fördermittel]]></category> <category><![CDATA[fdp]]></category> <category><![CDATA[kersten naumann]]></category> <category><![CDATA[petition]]></category> <category><![CDATA[rüdiger kass]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <category><![CDATA[sportförderung]]></category> <category><![CDATA[steuermittel]]></category> <category><![CDATA[zuwendungsrecht]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5248</guid> <description><![CDATA[Gerade wurde hier die Frage diskutiert, was eigentlich aus der Petition des Dopingopferhilfevereins geworden ist. Nun, die Antwort lautet: Klaus Zöllig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH), hat Post bekommen. Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-Petitionsausschusses teilt zur Petition 1-16-06-228-053614 mit: Sehr geehrter Herr Dr. Zöllig, als Anlage übersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Gerade wurde <a
title="Kommentare zu Johann Sperling ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4893#comment-14364" target="_self">hier</a> die Frage diskutiert, was eigentlich aus der <a
title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Petition des Dopingopferhilfevereins</a> geworden ist. Nun, die Antwort lautet: Klaus Zöllig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH), hat Post bekommen. Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-Petitionsausschusses teilt zur Petition 1-16-06-228-053614 mit:</p><blockquote><p
align="left">Sehr geehrter Herr Dr. Zöllig,</p><p
align="left">als Anlage übersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte um Kenntnisnahme.</p><p
align="left">Darüber hinaus möchte ich Sie auf die Beschlussempfehlungen und Berichte des Sportausschusses &#8211; Bundestags-Drucksachen 16/13175, 16/13579, 16/5937, 16/5526, 16/4738, 16/4166 &#8211; sowie auf die Antwort der Bundesregierung &#8211; Bundestags-Drucksache 16/4264 &#8211; hinweisen. Diese können Sie im Internet unter www.bundestag.de. dort unter Dokumente/Datenbank Dokumente einsehen und ausdrucken.</p><p
align="left">Vor dem Hintergrund der Ausführungen des BMI und der angeführten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte für darüber hinausgehende parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses. Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet. Sollten aus Ihrer Sicht jedoch noch Einwände bestehen, bitte ich, diese möglichst konkret darzulegen.</p><p
align="left">Mit freundlichen Grüßen</p><p
align="left">Im Auftrag </p></blockquote><p
align="left">Ich habe mir die Mühe gemacht, sämtliche erwähnten Drucksachen zu verlinken. Allein diese Auflistung der Dame vom Bundestag ist schon eine Frechheit, weil sich darunter <a
title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">Anträge wie jener</a> der Grünen (16/13175) befinden, die ja nicht wirklich diskutiert, sondern nur kollektiv abgelehnt wurden. Demokratie nennt man so etwas.</p><ul><li><a
title="Drucksache 16/13175" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/131/1613175.pdf" target="_blank">Drucksache 16/13175</a>, Antrag der Grünen: Dopingvergangenheit umfassend aufarbeiten</li><li><a
title="Drucksache 16/13579" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/135/1613579.pdf" target="_blank">Drucksache 16/13579</a>, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag der Grünen</li><li><a
title="Drucksache 16/5937" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/059/1605937.pdf" target="_blank">Drucksache 16/5937</a>, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zu 16/5526, 16/4738, 16/4166</li><li><a
title="Drucksache 16/5526" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/055/1605526.pdf" target="_blank">Drucksache 16/5526</a>, Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport</li><li><a
title="Drucksache 16/4738" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/047/1604738.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4738</a>, Antrag der FDP: Bekämpfung des Dopings im Sport vorantreiben und Optimierungsmöglichkeiten ausschöpfen</li><li><a
title="Drucksache 16/4166" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/041/1604166.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4166</a>, Antrag der Grünen: Bekämpfung des Dopings im Sport</li><li><a
title="Drucksache 16/4264" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/042/1604264.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4264</a>, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP</li></ul><p>Volldemokratisch auch das Verfahren mit Zölligs Petition: Der sagen wir: Beschuldigte, also das BMI, wird um eine Stellungnahme gebeten. Der Sportabteilungschef des Bundes sagt, er könne <strong>&#8220;fehlerhaftes Verhalten des Bundes nicht erkennen&#8221;</strong>. Dann ist ja alles gut. Damit hat sich die Sache erledigt.</p><p>Tatsächlich?</p><p>Das erinnert mich an die Geschichte vom <a
title="tag: der Fuchs im Hühnerstall" href="http://jensweinreich.de/?s=%22fuchs+im+h%C3%BChnerstall%22" target="_self">Fuchs im Hühnerstall</a>, die hier am Beispiel einiger Korruptionsthemen immer mal wieder erwähnt wurde.</p><p
align="left">Eigentlich müsste ich sagen: Mir fehlen die Worte. Ich bin schockiert &#8211; und bestimmt auch reichlich dumm anzunehmen, so eine Petition könne ernsthaft behandelt werden. Doch nicht in dieser <a
title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportfamilie</a>. Doch <a
title="Bundesinnenministerium unterstützt den Bund Deutscher Radfahrer" href="http://jensweinreich.de/?p=1556" target="_self">nicht</a> <a
title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">in</a> <a
title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">dieser</a> <a
title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">Spezialdemokratie</a>.</p><ul><li>Hier ist das <a
title="Brief BMI an Petitionsausschuss" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/09/bmi-kass-an-petitionsausschuss-2009.pdf" target="_blank"><strong>Schreiben des BMI-Abteilungsleiters</strong></a> Rüdiger Kass an den Petitionsausschuss (pdf, 11 Seiten, 1 MB) </li></ul><p>Wie schrieb doch die Dame vom Amt?</p><blockquote><p><strong>Vor dem Hintergrund der Ausführungen des BMI und der angeführten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte für darüber hinausgehende parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses. Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet. </strong></p></blockquote><p><span
id="more-5248"></span>Ich habe dazu für den <a
title="DLF vom 26. September 2009: Beitrag zur Ablehnung der DOH-Petition" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1040832/" target="_blank">Deutschlandfunk gedichtet</a>. Und in Kurzfassung für einige Zeitungen geschrieben:</p><blockquote><p>Die Debatte über die Beschäftigung dopingbelasteter Trainer mit Steuermitteln im deutschen Spitzensport erhält eine weitere bizarre Zuspitzung. Der Petitionsausschuss des Bundestages hat die Eingabe des Dopingopferhilfevereins (DOH) wegen der unsachgemäßen Verwendung von Sportfördermitteln abgelehnt. Es gebe „keine Anhaltspunkte für parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses&#8221;, wird dem Petenten und DOH-Vorsitzenden Klaus-Dieter Zöllig mitgeteilt. „Ihre Eingabe wird als erledigt betrachtet.&#8221; </p><p>Die Debatte hatte sich im Frühjahr am Fall Werner Goldmann und anderen ehemaligen DDR-Dopingtrainern erhitzt, die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nach pauschalen Erklärungen weiter beschäftigt wurden. Die Petition, die der DOH-Vorsitzende Klaus Zöllig Ende April 2009 eingereicht hatte, richtete sich gegen das für die Spitzensportförderung zuständige Bundesinnenministerium (BMI). Minister Wolfgang Schäuble (CDU) habe „pauschal Verstöße von Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften&#8221; und damit auch „die rechtwidrige Verwendung von Steuermitteln&#8221; akzeptiert, argumentierte Zöllig. Er verlangte „die Einhaltung der entsprechenden Gesetze&#8221; und eine rückwirkende Überprüfung von Steuermitteln. Der von Kersten Naumann (Die Linke) geleitete Petitionsausschuss holte lediglich eine Stellungnahme des BMI ein, die im Kern sagt: „fehlerhaftes Verhalten des Bundes&#8221; sei „nicht zu erkennen&#8221;.</p><p>Rüdiger Kass, Leiter der Sportabteilung des BMI, behauptet in seinem elfseitigen Schreiben, in den aktuellen Antidoping-Klauseln des BMI mit den Sportverbänden sei „eine zurückliegende Dopingbelastung von Trainern der ehemaligen DDR nicht erfasst&#8221; und könne keiner „zuwendungsrechtlichen Überprüfung bzw. Sanktion unterliegen&#8221;. Zudem seien die von Zöllig „behaupteten Gerichtsentscheidungen über nachgewiesene Dopingtaten nicht bekannt&#8221;. </p><p>Tatsächlich verweisen die Antidoping-Klauseln auf Empfehlungen des Deutschen Sportbundes vom Dezember 1991. In den aktuellen Verträgen mit den Spitzenverbänden ist „Mittelwiderruf bei Zuwiderhandlung&#8221; ausdrücklich vorgesehen. Doch so genau wollte es der Petitionsausschuss nicht wissen. DOH-Chef Zöllig versteht die Welt nicht mehr. „Das ist empörend&#8221;, sagt er: „Der Kritisierte, das BMI, schreibt sich selbst eine Entschuldigung, die der Petitionsausschuss ohne Prüfung akzeptiert. Das wird einem Rechtsstaat nicht gerecht.&#8221;</p><p>BMI-Abteilungsleiter Kass stellt einige Behauptungen auf, die näherer Prüfung schwer standhalten. So sagt er, Staatsanwaltschaften hätten Dopingtaten „nicht nachweisen können&#8221;, die von Zöllig erwähnten Gerichtsentscheidungen seien dem BMI „nicht bekannt&#8221;. Zöllig hatte sich auch gegen die Beschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter ausgesprochen. Ministerialdirektor Kass teilt dazu mit, er könne „tragende Gründe der Beschwerde des DOH nicht erkennen&#8221;. </p><p>Die kritisierte Behörde entlastet sich selbst &#8211; dies ist für den Petitionsausschuss Grund genug, die Petition abzulehnen. Dabei widerspricht sich der BMI-Abteilungsleiter widerspricht sich, wenn er einerseits gerichtsfeste Belege in Abrede stellt, andererseits mit „belastbaren Fakten im Einzelfall&#8221; notiert. Da werden Taten negiert, gleichzeitig von „Tätern&#8221; gesprochen. Die Lügen der Trainer um Goldmann etwa bei der Abgabe von „Ehrenerklärungen&#8221; werden nicht erwähnt. Die maßgeblichen Zuwendungsbescheide werden genauso wenig veröffentlicht wie andere wichtige Dokumente. Manche Sachverhalte sind nicht zu überprüfen, weil Sport und Politik Exklusivzugang zu den Akten haben.</p><p>Klaus Zöllig wird die Darlegungen des BMI nun prüfen lassen &#8211; und danach entscheiden, ob er die Kraft aufbringt, juristische Maßnahmen einzuleiten.</p></blockquote><p>Klaus Zöllig wird Unterstützung und Kraft und Zeit und Geld brauchen, sollte er Rechtswege beschreiten. Es wäre sicher hilfreich, sich zunächst gründlich mit den Darlegungen des BMI zu beschäftigen und den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>28</slash:comments> </item> <item><title>Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/#comments</comments> <pubDate>Fri, 21 Aug 2009 15:46:58 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[andreas krieger]]></category> <category><![CDATA[berlin 2009]]></category> <category><![CDATA[berlin-tagebuch]]></category> <category><![CDATA[doh]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingopfer]]></category> <category><![CDATA[dopingtrainer]]></category> <category><![CDATA[hansjörg kofink]]></category> <category><![CDATA[henner misersky]]></category> <category><![CDATA[horst klehr]]></category> <category><![CDATA[johanna sperling]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[angela merkel]]></category> <category><![CDATA[anne-kathrin elbe]]></category> <category><![CDATA[antje misersky]]></category> <category><![CDATA[brigitte berendonk]]></category> <category><![CDATA[bundestag]]></category> <category><![CDATA[cdu]]></category> <category><![CDATA[christian strasburger]]></category> <category><![CDATA[claudio catuogno]]></category> <category><![CDATA[ddr]]></category> <category><![CDATA[der spiegel]]></category> <category><![CDATA[der tagesspiegel]]></category> <category><![CDATA[detlef parr]]></category> <category><![CDATA[faz]]></category> <category><![CDATA[fdp]]></category> <category><![CDATA[franz-josef jung]]></category> <category><![CDATA[giselher spitzer]]></category> <category><![CDATA[heidi krieger]]></category> <category><![CDATA[klaus zöllig]]></category> <category><![CDATA[maik großekathöfer]]></category> <category><![CDATA[manfred von richthofen]]></category> <category><![CDATA[michael horeni]]></category> <category><![CDATA[michael reinsch]]></category> <category><![CDATA[neues deutschland]]></category> <category><![CDATA[oliver händler]]></category> <category><![CDATA[peter danckert]]></category> <category><![CDATA[rudern]]></category> <category><![CDATA[süddeutsche zeitung]]></category> <category><![CDATA[spd]]></category> <category><![CDATA[spiegel online]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <category><![CDATA[tom mustroph]]></category> <category><![CDATA[werner franke]]></category> <category><![CDATA[werner goldmann]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=4893</guid> <description><![CDATA[Dies ist die (extrem verkürzte) Geschichte eines der bewegendsten Dokumente von Zivilcourage, das ich zum Themenkomplex Doping je gesehen habe. Dieser Brief stammt aus dem Jahr 1963. Johanna Sperling hat damals in ihre &#8220;Sperlinge&#8221;, wie sie die von ihr betreuten Rudererinnen nannte, ins Trainingslager der DDR-Nationalmannschaft für die EM in Moskau geschrieben. Es ist das [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist die (extrem verkürzte) Geschichte eines der bewegendsten Dokumente von Zivilcourage, das ich zum Themenkomplex Doping je gesehen habe. Dieser Brief stammt aus dem Jahr 1963. Johanna Sperling hat damals in ihre &#8220;Sperlinge&#8221;, wie sie die von ihr betreuten Rudererinnen nannte, ins Trainingslager der DDR-Nationalmannschaft für die EM in Moskau geschrieben. Es ist das &#8220;erste Dokument eines individuellen Widerstands&#8221;, sagt Werner Franke. Ich habe mit einigen Dopingaufklärern darüber gesprochen. Niemand kennt etwas Vergleichbares.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-4933" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/briefumschlag-sperling.gif" alt="" width="500" height="313" /></p><p>Was diesen Brief so besonders macht, ist diese Passage:</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-4932" title="Johanna Sperling, 1963" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/brief-sperling.gif" alt="" width="500" height="548" /></p><blockquote><p>&#8220;Noch eins: Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein, aber auch kein einziges Mittelchen zu schlucken, das Eure Leistung angeblich steigert, und wenn es als noch so harmlos, als vollkommen unschädlich oder wunderwirkend Euch gepriesen wird; auch wenn man Euch sagt, dass Ihr dann die einzigen seid, die nichts zu sich nehmen, bitte weist es zurück, seid stolz darauf und denkt an die kommenden Wettkampfjahre und denkt an Eure Gesundheit.</p><p>An der eigenen Willensstärke erleidet Ihr keinen Schaden, und davon habt Ihr genügend zur Verfügung. Ich kann Euch Beispiele nennen, welche Auswirkungen solche Mittel der Wettkampfvorbereitung hatten &#8211; jetzt würde das zu weit führen, glaubt mir nur soviel, dass es nie gut ist.</p><p>Und wenn es nur das Schamgefühl wäre, das sich Eurer nach einem erfolgreichen Rennen bemächtigen würde &#8211; Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen. Erspart es Euch und geht mit gutem Gewissen an den Start, die Nationalhymne klingt dann umso erhebender.&#8221;</p></blockquote><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-4934" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/portrat-sperling-alt.jpg" alt="" width="500" height="321" /></p><p>Ich kann diese Geschichte nicht wiedergeben, ohne nicht auch einige journalistische Aspekte anzureißen, die mich seit März stark beschäftigt haben. Ich habe mich im Frühjahr mehrfach mit Frau Sperling in Leipzig getroffen. Wir haben einige Male telefoniert und immer wieder die Frage diskutiert: Soll dieser Brief öffentlich werden? Ist Frau Sperling bereit, ihre Geschichte zu erzählen? Habe ich als Journalist das Recht, sie nach 46 Jahren an die Öffentlichkeit zu zerren? Wie weit kann ich gehen, welche Berichterstattung ist angemessen? Fragen über Fragen. Es gibt viele Antworten darauf. Viele unterschiedliche Antworten.</p><p>Die wichtigste Antwort aber konnte nur Frau Sperling geben. Sie war unsicher, sie wollte niemanden verletzen, weder ihre ehemaligen Kollegen, noch ehemalige Athleten. Gewiss hat auch eine Unsicherheit, vielleicht sogar Angst mitgespielt, wie man in Leipzig auf die Geschichte reagieren würde. Ich habe versucht, Frau Sperling nicht über die Maßen zu bedrängen. Stoff genug für ein Journalismus-Seminar. Frau Sperling hat es sich gewiss nicht leicht gemacht, war hin und her gerissen und hat sich erst sehr spät, Anfang August, dazu durchgerungen, sich vom <a
title="tag: Dopingopfer" href="http://jensweinreich.de/?s=dopingopfer" target="_self">Dopingopferhilfeverein</a> (<a
title="Dopingopferhilfeverein" href="http://www.dohev.de" target="_self">DOH</a>) nun doch für ihre couragierte Haltung im DDR-Sportsystem, in das sie tief involviert war, ehren zu lassen.</p><p>&#8220;Ich kann doch diese Persönlichkeiten, die sich so sehr im Kampf gegen Doping engagieren, nicht enttäuschen&#8221;, hat sie gesagt.</p><p>Ein Satz, der viel verrät über Frau Sperling.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-4935" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/portrat-sperling.jpg" alt="" width="500" height="353" /></p><p>Als Johanna Sperling <em>(Foto: Sven Sonntag/Picture Point)</em> sich entschieden hatte, zur Verleihung des Heidi-Krieger-Preises, zu dem ich <a
title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://jensweinreich.de/?p=2534" target="_self">eine besondere Beziehung</a> habe, nach Berlin zu kommen, habe ich für Spiegel-Online (&#8220;<a
title="SpOn vom 19. August 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643727,00.html" target="_blank">Ich bitte euch, kein Mittelchen zu schlucken</a>&#8220;) doch noch diese Kurzfassung einer großen Geschichte notiert:</p><blockquote><p>Eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit kann irritieren. Johanna Sperling, 77, ehemalige Rudertrainerin des SC DHfK Leipzig, sitzt in einem Café im Leipziger Hauptbahnhof. Sie blickt auf sieben eng beschriebene Seiten. Lehnt sich zurück im braunen Ledersessel und sagt: „Dieser Brief ist nicht von mir. Das muss eine Fälschung sein!&#8221;</p><p>Dann beginnt sie jenen Brief zu lesen, den eine „Johanna Sperling, Leipzig&#8221; 1963 ihren Sportlerinnen ins Trainingslager der Nationalmannschaft nach „Berlin-Grünau, Regattastraße 211&#8243; geschickt hat. Sie murmelt: „Das ist eine perfekte Fälschung.&#8221;</p><p>Es ist keine Fälschung.</p><p>Eine ihrer Ruderinnen hat die handgeschriebenen Zeilen aufbewahrt. Es ist ein sporthistorisches Dokument, weil es beweist, dass schon Anfang der sechziger Jahre, lange vor dem eigentlichen Doping-Staatsplan 14.25, gedopt wurde &#8211; und dass schon damals die gefährlichen Wirkungen der Dopingmittel bekannt waren.</p><p>Weil es beweist, dass sich DDR-Trainer dem Doping-Dogma verweigern konnten, zumindest noch in den 1960er Jahren.</p><p>Es ist ein Sensationsfund. Es gibt nichts Vergleichbares.</p><p>„Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein, aber auch kein einziges Mittelchen zu schlucken, das Eure Leistung angeblich steigert, und wenn es als noch so harmlos, als vollkommen unschädlich oder wunderwirkend Euch gepriesen wird&#8221;, steht in dem Brief, den Sperling vor einem halben Jahrhundert geschrieben hat und im Sommer 2009 wieder sieht. „Auch wenn man Euch sagt, dass Ihr dann die einzigen seid, die nichts zu sich nehmen, Bitte weißt es zurück, seid stolz darauf und denkt an die kommenden Wettkampfjahre und denkt an Eure Gesundheit. An der eigenen Willensstärke erleidet Ihr keinen Schaden, und davon habt Ihr genügend zur Verfügung. Ich kann Euch Beispiele nennen, welche Auswirkungen solche Mittel der Wettkampfvorbereitung hatten &#8211; jetzt würde das zu weit führen, glaubt mir nur soviel, dass es nie gut ist.&#8221;</p><p>Johanna Sperling hat Tränen in den Augen. Es dauert fast eine Viertelstunde, bis sie sagt: „Das dieser Brief noch existiert. Unglaublich.&#8221;</p><p>Sie hat ganz offen mit ihren „Sperlingen&#8221;, wie sie die Ruderinnen nannte, über die Gefahren des Dopings diskutiert. Zunächst ging es vor allem um Psychopharmaka. Später um das von der Firma Jenapharm produzierte anabole Steroid Oral-Turinabol (OT). Sperling hat sich von Ärzten über die Wirkungen von OT aufklären lassen und ihren Mädchen davon abgeraten.</p><p>Irgendwann wurde sie ausgebremst von anderen Trainern. Sie durfte nur noch Nachwuchssportler trainieren. Sie glaubte, sie sei nicht gut genug und hat darunter gelitten. Sie studierte nebenbei ein zweites Mal, Psychologie, weil sie sich selbst erklären wollte, was passiert war mit ihr und den „Sperlingen&#8221;, die unter anderen Trainern Medaillen gewannen. Trainern, von denen sie sagt, sie hätten sich mehr „bei der Pharmaindustrie aufgehalten, als beim Training&#8221;.</p><p>Der Sporthistoriker Giselher Spitzer hat so viele Akten zum DDR-Dopingsystem studiert, wie kaum ein Zweiter. Er hat zahlreiche Dopingopfer interviewt und mehrere Bücher zum Thema publiziert. Aber auch Spitzer kennt kaum Verweigerer. Er sagt: „Bislang konnte noch nicht quantifiziert werden, wie viele Frauen und Männer in Arzt- oder Trainerfunktion das Dopingsystem zu behindern suchten.&#8221; Unter aufgeklärten Ärzten sei die Ablehnungsrate weit größer gewesen als unter Trainern, besonders in den achtziger Jahren, kurz vor dem Zusammenbruch der DDR. Wohl hat er in Bergen von Stasi-Akten Hinweise zu Widerständlern gefunden, doch kein Dokument von der Qualität jenes Briefes, den Johanna Sperling einst an ihre Sportlerinnen schrieb.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-4962" title="Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sperling-boot-alt.jpg" alt="" width="436" height="277" /></p><p>Johanna Sperling will nicht anklagen. Sie will „den DDR-Sport nicht verdammen&#8221;. Sie war eine überzeugte Sozialistin. Sie hat in der DDR alle Chancen bekommen. Ist selbst gerudert, wurde <a
title="Statistik Ruder-Europameisterschaften" href="http://www.rrk-online.de/rudern/chronrudern/emwmolyrud/emrud.htm" target="_blank">1957 Dritte bei der Europameisterschaft</a> in Duisburg. Sie hat an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) studiert, war eine harte Trainerin, wie sie sagt. Sie hatte eine Vorstellung vom Sport, die allerdings immer weniger mit der Doktrin der Medaillenproduktion korrespondierte. Sie hat sich diese Vorstellung bis heute erhalten. „Wenn ich Medaillen nur mit Doping erreiche, muss etwas faul sein&#8221;, sagt sie. „Das galt für die DDR und das gilt heute. Das ist nicht mein Sport. Das interessiert mich nicht mehr.&#8221;</p><p>Johanna Sperling hat sich dem System im System widersetzt. Sie wurde in die zweite Reihe verbannt, wie man damals sagte. Sie arbeitete als Nachwuchstrainerin und im Studentensport. Am Donnerstag (20. August) wird sie vom Verein Dopingopferhilfe e. V. in Berlin mit der Heidi-Krieger-Medaille geehrt, gemeinsam mit drei anderen Aufrechten aus Ost und West, die sich dem Dopingsystem verweigerten: Henner Misersky aus Stützerbach in Thüringen, ehemals Skilanglauftrainer beim SC Motor Zella-Mehlis, Hansjörg Kofink (Rottenburg), ehemaliger Bundestrainer für Kugelstoßen, und Horst Klehr, Apotheker aus Mainz und Gründungsmitglied der ersten Dopingkommission des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.</p><p>Johanna Sperling hat lange überlegt, ob sie diese Auszeichnung annehmen soll. Sie weiß nicht, wie ihr Umfeld in Leipzig reagieren wird. Sie fürchtet die Schlagzeilen. Vor allem aber: Sie ist überzeugt davon, nichts Besonderes getan zu haben.</p><p>„An meiner Stelle hätten viele so gehandelt&#8221;, sagt sie. Außer ihr und Misersky ist aber kaum jemand bekannt.</p><p>„Es ist nie gut&#8221;, schrieb sie vor 46 Jahren. Es ist nie gut, zu dopen. Eine große Botschaft in einfachen Worten: „Und wenn es nur das Schamgefühl wäre, das sich Eurer nach einem erfolgreichen Rennen bemächtigen würde &#8211; Ihr könntet Euch nicht ehrlich Eures Sieges freuen. Erspart es Euch und geht mit gutem Gewissen an den Start, die Nationalhymne klingt dann umso erhebender.&#8221;</p></blockquote><p>Nun hat sie die Heidi-Krieger-Medaille. Und sagt:</p><p><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sperling-kl.mp3" target="_self">:</a></p><p>Wir haben uns gestern noch eine Stunde unterhalten und werden die Geschichte demnächst nachbereiten.</p><p>Mein Bericht von der Preisverleihung am Donnerstag im Virchow-Klinikum:</p><p>Im Umfeld der Leichtathletik-WM tummeln sich die Politiker, nicht nur Gastgeber Klaus Wowereit (SPD). Auch Bundeskanzlerin <a
title="Problembär für Angela Merkel" href="http://jensweinreich.de/?p=4824" target="_self">Angela Merkel</a> oder Verteidigungsminister <a
title="Leichtathletik-WM, Tag 6 ..." href="http://jensweinreich.de/?s=detlef+parr" target="_self">Franz-Josef Jung</a> (beide CDU), sonnen sich im Glanz der Weltmeister, wie jüngst im WM-Club des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in der Französischen Straße: Merkel, die in ihrer klaren Führungsposition ja nicht wirklich wahlkämpfen muss, scherzte entspannt mit Weltmeisterin Steffi Nerius, Ralf Bartels, Jennifer Oeser und Nadine Kleinert. Jung tätschelte tags darauf die Goldmedaille von Robert Harting und posierte mit dem Diskus-Problembär. Jung ist oberster Dienstherr Hartings, der noch einer Sportfördergruppe der Bundeswehr angehört. Meinen speziellen Freund <a
title="Detlef Parr (FDP) sagt zum Abschied leise Servus" href="http://jensweinreich.de/?p=4094" target="_self">Detlef</a> <a
title="Archiv: Detlef Parr" href="http://jensweinreich.de/?s=detlef+parr" target="_self">Parr</a> (FDP) sah ich dieser Tage im DLV-Club ebenfalls.</p><p><img
class="alignleft size-full wp-image-4950" title="Heidi-Krieger-Preis" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/heidi-krieger-preis.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="253" height="392" align="right" />Am Donnerstag aber fehlten Politiker, als der Verein Dopingopferhilfe den europaweit einzigen Antidopingpreis vergab: Die in einer Plastik-Pylone verpackte Goldmedaille, die Heidi Krieger vom SC Dynamo Berlin bei den Leichtathletik-EM 1986 im Kugelstoßen gewann. Aus Heidi Krieger ist inzwischen Andreas Krieger geworden, und seine Geschichte geht auch diesmal um die Welt. Vereinschef Klaus Zöllig hatte zwar alle 16 Mitglieder des Bundestags-Sportausschusses eingeladen, musste allerdings süffisant mitteilen: <a
title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">„Die Politiker mussten leider kollektiv absagen.&#8221;</a></p><p>Auch <a
title="tag: Peter Danckert" href="http://jensweinreich.de/?cat=338" target="_self">Peter Danckert</a> (Sportausschuss-Chef von der SPD) und <a
title="Archiv: Dagmar Freitag" href="http://jensweinreich.de/?s=dagmar+freitag" target="_self">Dagmar Freitag</a> (SPD-Sportsprecherin) fehlten. Beide verbreiten seit Wochen propagandistische Parolen, mit denen sie den Opferbegriff in Frage stellen, damit die Geschädigten beleidigen und historische Wahrheiten missachten. „Wer von so genannten Opfern spricht, hat keine Ahnung&#8221;, rügte der Heidelberger Dopingaufklärer Werner Franke  in seiner Laudatio. „Ich erkläre hiermit öffentlich: Diese Menschen verstehen vom Sujet nicht die Bohne in dieser Pisa-Nation!&#8221; DOV-Chef Klaus Zöllig fragte bissig: „Leiden denn alle Sportpolitiker in diesem Lande an retrograder Amnesie und epedemischen Gedächtnisverlust?&#8221;</p><p>Die Bundestagsabgeordnete Freitag, die zum so genannten Kompetenzteam des Kanzlerkandidaten gehört, ist in diesen Tagen und Nächten in Berlin als DLV-Vizepräsidenten unterwegs &#8211; in den Logen und Clubs der WM, aber nicht im Virchow-Klinikum, in das der DOH geladen hatte. Der DOH ehrt mit dem Heidi-Krieger-Preis „Personen einer ganz besonderen Kategorie&#8221;, sagte Laudator Franke.</p><p>Zweimal Ost, zweimal West:</p><ul><li><strong>Johanna Sperling</strong> aus Leipzig, eine ehemalige Rudertrainerin des SC DHfK, die ihren Schützlingen schon 1963 in einem bewegenden Brief von jeglichen Dopingmitteln abriet.</li><li><strong>Henner Misersky</strong> aus Stützerbach in Thüringen, ehemals Skilanglauftrainer beim SC Motor Zella-Mehlis, Vater der Biathlon-Olympiasiegerin Antje Misersky.</li></ul><div><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/misersky.mp3" target="_self">:</a></div><ul><li><strong>Hansjörg Kofink</strong> (Rottenburg), ehemaliger Bundestrainer für Kugelstoßen, der diese Position wegen der Dopingpraktiken des DLV vor den Olympischen Spielen 1972 aufgab und später noch lange Jahre Vorsitzender des Sportlehrerverbandes war.</li></ul><div><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/kofink-kl.mp3" target="_self">:</a></div><ul><li>Und <strong>Horst Klehr</strong>, Apotheker aus Mainz, Gründungsmitglied der ersten Anti-Dopingkommission des DLV, der in den siebziger Jahren bis zur Resignation einen einsamen verzweifelten Kampf kämpfte.</li></ul><div><p><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/klehr-kl.mp3" target="_self">:</a></div><p><span
id="more-4893"></span>Nur ein Promi des Sportbusiness machte den Preisträgern seine Aufwartung: Manfred von Richthofen, der langjährige DSB-Präsident. „Ich habe Hochachtung vor ihnen&#8221;, sagte er: „Es werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die Zivilcourage praktiziert haben. Vorbilder brauchen wir im Sport!&#8221; Allerdings verließ er die Veranstaltung vorzeitig noch während der überlangen Laudatio von Franke. Der Heidelberger Professor argumentierte gewohnt fulminant und pointiert. Es wäre allerdings galanter gewesen, Richthofen die Hand zu reichen.</p><blockquote><p><strong>Preisträger der Heidi-Krieger-Medaille</strong></p><p>2000: <strong>Christian Strasburger</strong> (Hormonforscher)<br
/> 2001: <strong>Brigitte Berendonk</strong> (Lehrerin, Autorin)<br
/> 2003: <strong>Giselher Spitzer</strong> (Sporthistoriker)<br
/> 2005: <strong>Antje Misersky</strong> (Olympiasiegerin im BIathlon, WM-Medaillengewinnerin im Skilanglauf)<br
/> 2007: <strong><span
style="color: #000000;">Anne-Kathrin Elbe</span></strong> (Hürdenläuferin)<br
/> 2009: Johanna Sperling, Henner Misersky, Hansjörg Kofink, Horst Klehr</p></blockquote><p>aktuelle <strong>Lesebefehle</strong>:</p><ul><li>Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung: &#8220;<a
title="SZ vom 19. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/355/484788/text/" target="_self">Sperlinge, weist es zurück!</a>&#8221; und &#8220;<a
title="SZ vom 21. August 2009" href="http://www.sueddeutsche.de/K5A38V/3014819/Trainer-mit-Gewissen.html" target="_blank">Trainer mit Gewissen</a>&#8220;</li><li>Michael Horeni in der FAZ: &#8220;<a
title="FAZ vom 21. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub446A669E5FA042659ADDB04EA66EFD48/Doc~E0F27A63ECA4E4B1BAE0B7E73CF427B5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Ich bitte Euch ganz ernsthaft, kein einziges Mittelchen zu schlucken</a>&#8220;</li><li>Maik Großekathöfer auf Spiegel-Online über Andreas Krieger: &#8220;<a
title="SpOn vom 18. August 2009" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,643223,00.html" target="_blank">Vom Staat missbraucht</a>&#8220;</li><li>Oliver Händler im Neuen Deutschland: &#8220;<a
title="ND vom 21. August 2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/154346.vier-mutige-menschen-im-abseits.html" target="_blank">Vier mutige Menschen im Abseits</a>&#8220;</li><li><div>Tom Mustroph im Tagesspiegel: &#8220;<a
title="Tagesspiegel vom 21. August 2009" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/doping/Werner-Franke;art2650,2878801" target="_blank">Die pinkeln rechtzeitig</a>&#8220;</div></li></ul><div>Diese Texte muss ich unbedingt nachtragen:</div><ul><li>Das Interview von Michael Reinsch in der FAZ mit Werner Goldmann: &#8220;<a
title="FAZ vom 21. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub42A42B1FCA924E1DAFA3266FE72A1937/Doc~EF5EF6E4F29A34BB4BD78068D7E8BB058~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Das härteste Jahr meines Lebens</a>&#8220;</li><li>Michael Horeni in der FAZ über Andreas Krieger: &#8220;<a
title="FAZ vom 24. August 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E96B830E64F0E425E9BD8427E7A4B9954~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Das verlorene Leben der Heidi K.</a>&#8220;</li></ul><p><em>Nachtrag, 25. August:</em> Auf besonderen Wunsch einige Schnappschüsse von der Preisverleihung.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5018" title="Werner Franke" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh1.jpg" alt="" width="500" height="321" /></p><p>Laudator Werner Franke</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5023" title="Urkunde für Johanna Sperlin, ganzb rechts oben: Andreas Krieger" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh2.gif" alt="" width="500" height="375" /></p><p>Urkunde für Johanna Sperling, rechts oben: Andreas Krieger</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5019" title="v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Klaus Zöllig, Horst Klehr" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh3.jpg" alt="" width="500" height="320" /></p><p>v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Klaus Zöllig, Horst Klehr</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5020" title="v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Horst Klehr, Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh4.jpg" alt="" width="500" height="276" /></p><p>v.l.: Hansjörg Kofink, Henner Misersky, Horst Klehr, Johanna Sperling</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5021" title="Interviews mit Johanna Sperling" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh5.jpg" alt="" width="500" height="596" /></p><p>Interviews mit Johanna Sperling (im Bild u.a. die Kollegen Seppelt, Horeni, Catuogno)</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-5022" title="Heidi-Krieger-Medaille" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/doh6.jpg" alt="" width="363" height="552" /></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>82</slash:comments> <enclosure
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title="DLF vom 30. Juni 2009 - Dopingopfer/DOSB" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/06/30/dlf_20090630_2257_7fc98652.mp3" target="_self">:</a></p><p>Die überarbeitete und verlinkte Variante des Beitrags folgt sofort. Zuvor aber noch einige Gedanken zur Frage: Was/wer ist eigentlich ein Dopingopfer? Die Frage ist ja seit einigen Tagen brennend aktuell, nicht nur deshalb, weil in SPD-Kreisen (Dagmar Freitag/DLV-Vizepräsidentin), Clemens Prokop (DLV-Präsident), Peter Danckert (Sportausschuss-Chef) ganz plötzlich Irritationen auftreten. Werden hier Opfer gezielt diskreditiert?</p><p>Es lohnt sich, derlei Fragen zu erörtern. Für Juristen und für solche, die es werden wollen, als Argumentationshilfe: Der Beschluss des Bundesgerichtshofes vom 9. Februar 2000 in der Strafsache gegen den Dopingarzt und Stasispitzel (IM <a
title="BLZ: Von &quot;Hirnhormonen&quot; und &quot;kriminellen Vergehen&quot;" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0416/sport/0020/index.html" target="_self">Jürgen Wendt</a>) Bernd Pansold, der bei Red Bull in Salzburg für Nachwuchssportler zuständig ist.</p><ul><li><a
title="BGH-Beschluss vom 9. Februar 2000" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/07/bgh-pansold-dopingopfer.pdf" target="_blank">BGH-Beschluss</a>, pdf (9 Seiten &#8211; 1,3 MB)</li></ul><p>Darin geht es vor allem um die Frage der Verjährung von Dopingtaten, auf Seite 7 wird eine Art Opfer-Definition getroffen, finde ich.</p><blockquote><p><strong>Die betroffenen minderjährigen Sportlerinnen wurden von Staats wegen unter Hintanstellung wesentlicher persönlicher Belange für staatliche Zwecke instrumentalisiert.</strong></p></blockquote><p>Weiter, und nachfolgende Passage gilt m. E. auch für erwachsene Sportler, die gedopt wurden:</p><blockquote><p><strong>Obgleich sie nicht als Systemgegner angesehen waren, vielmehr vom System als besonders förderungswürdig anerkannt waren, wurden auch sie zu Opfern des Systems, da ihnen ohne Rücksicht auf ihren Willen eine sogar ihrem Wissen vorenthaltene Aufopferung ihrer Gesundheit durch Hinnahme beträchtlicher gesundheitlicher Gefährdung abverlangt wurde.</strong></p></blockquote><p>Es ist traurig und beschämend, dass diese Frage im Jahr 20 nach der Wende noch diskutiert werden muss und neu aufgeworfen wird.</p><p>Hier nun meine Anmerkungen &#8211; sachlich, versteht sich &#8211; zum gestrigen Termin:</p><p>Die Eckdaten des Treffens am 30. Juni in der Berliner Dependance des Deutschen Olympischen Sportbundes: Das Gespräch dauerte zweieinhalb Stunden. Auf Seiten des DOSB diskutierten: Präsident Thomas Bach, Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper und Generaldirektor Michael Vesper. Für die Dopingopfer sprachen: Ines Geipel, <a
title="Andreas Krieger zum Fall Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a>, Uwe Trömer und Bernd Richter. Geipel, Trömer und Krieger sind seit langem Wortführer der Dopinggeschädigten. Bernd Richter, ehemals Hammerwerfer beim ASK Potsdam, wurde in der DDR auch politisch verfolgt und saß im Stasi-Gefängnis.</p><p>In Kernfragen der Auseinandersetzung über den Umgang mit Dopingtätern gab es keine Annäherung. Ines Geipel: „Klar ist, dass wir zu den belasteten Dopingtrainern unterschiedliche Positionen haben. Wir haben noch mal sehr klar gemacht, dass eine Entschuldungspauschale nicht reicht. Wir bleiben dabei, dass es konkreter zugehen muss im Zusammenhang mit den belasteten Trainern.&#8221;</p><p>Die Opfer werden weiter dagegen angehen und <a
title="&quot;Historische Hypotheken des deutschen Sports&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4057" target="_self">rechtliche Mittel gegen Trainer und die Vergabe von Sportfördergeldern</a> prüfen. Eine umfassende <a
title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Eingabe beim Petitionsausschuss</a> des Bundestages ist anhängig. Es bleibt auch bei den bereits angekündigten Protestaktionen im August rund um die Leichtathletik-WM in Berlin. „Es wird eine internationale Pressekonferenz geben. Es wird die Andreas-Krieger-Medaille vergeben werden&#8221;, sagt Ines Geipel. Damit werden wir ein deutliches Signal auch im Kontext dieser Trainerdebatte setzen. Also soviel Unabhängigkeit muss es von unserer Seite aus geben. Und das, dächten wir, erträgt der freie Sport in Deutschland auch.&#8221;</p><p><span
id="more-4081"></span>DOSB-Generaldirektor Vesper hatte sich am Montag vehement gegen eine Pressemitteilung der Dopingopfer verwahrt (<em><a
title="&quot;Historische Hypotheken des deutschen Sports&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4057" target="_self">hier wurde darüber diskutiert</a>, der DOSB-General fürchtete offenbar um seine Kommunikationsherrschaft</em>). Er machte nun im Gespräch erneut die Grundhaltung von Sport und Politik deutlich: „Unsere Position ist klar: <a
title="Die Propagandamaschine brummt" href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Wir stehen gegen eine Generalamnestie für Trainer</a>, die sich am Doping in der DDR, am Staatsdopingsystem beteiligt haben. Wir stehen aber auch gegen eine Generalverurteilung dieser Trainer für immer und ewig, sondern wir sagen: Wir möchten uns gerne mit den Einzelfällen beschäftigen und die Kommission, die wir eingesetzt haben unter Udo Steiner, sich damit befassen lassen.&#8221; (<em>Es wäre übrigens dringend geboten, würde die Steiner-Kommission endlich sämtliche zur Verfügung stehenden Dokumente, etwa Gerichtsbeschlüsse, wahrnehmen. Die Opfer wollen wohl einige pdf-Dateien und Originale zur Verfügung stellen.</em>)</p><p>Gleichzeitig sagt Vesper, er wende sich gegen jede <a
title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">Verunglimpfung von Dopingopfern</a>, wie sie in diesen Tagen vor allem aus dem Sportausschuss des Bundestages zu vernehmen waren. Dazu hat Andreas Krieger einen persönlichen Brief an Peter Danckert (SPD/Pferdesportverband Berlin-Brandenburg/Nada-Kuratorium) geschrieben. Danckert kämpft um seine Wiederwahl in einem Ost-Wahlkreis und würde nur zu gern eine Art Sportminister werden. Seine Haltung - geschichtsklitternd? ostalgisch? populistisch auf seinen Wahlkreis zugeschnitten? - illustriert vielleicht dieses <a
title="DLF-Interview mit Peter Danckert vom 28. Juni 2009" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/990503/" target="_blank">Interview</a> im Deutschlandfunk mit Herbert Fischer-Solms:</p><p><a
title="Interview Danckert, DLF, 28. Juni 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/06/28/dlf_20090628_1940_9880f141.mp3" target="_self">:</a></p><p>DOSB und Dopingopfer wollen künftig punktuell gemeinsam arbeiten. Die Opfer sollen in Präventionsmaßnahmen des Sports eingebunden werden (dieses Versprechen hatte es vor Jahren schon einmal gegeben), es soll einen Ansprechpartner beim DOSB geben, das wird wahrscheinlich der Justitiar Holger Niese sein, außerdem eine gemeinsame Beratungsstelle (mit dem DOH/auch dieses Projekt wurde vor Jahren schon einmal besprochen). In Berlin suchten beide Seiten den Dialog, ohne sich zu verleugnen. Die Opferrente ist dabei eine zentrale Forderungen der ehemaligen Athleten. Vesper sagt: „Wir haben verabredet, dass wir uns sehr bald nach der Bundestagswahl wieder zusammensetzen. Weil eine der Fragen, die wir heute diskutiert haben, die Frage der Rentenzahlungen für schwer geschädigte Dopingopfer, diese Frage ist nicht von uns zu lösen, die ist allein von der Politik zu lösen. Und da denken wir, dass wir Gespräche führen werden nach der Bundestagswahl, wenn die neue Regierung sich gebildet hat.&#8221;</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/07/01/der-sport-die-politik-die-dopingopfer-und-der-bundesgerichtshof/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> <enclosure
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isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=4057</guid> <description><![CDATA[Die aktuelle Pressemitteilung einiger DDR-Dopingopfer vor dem Gespräch mit DOSB-Präsident Thomas Bach am morgigen Dienstag in Berlin: DDR-Dopingopfer fordern: DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen und dabei zu verbindlichen Vereinbarungen kommen Eine Gruppe von anerkannten DDR-Dopingopfern (Andreas Krieger, Uwe Trömer, Bernd Richter, Ines Geipel) wird am Dienstag, den 30. Juni 2009, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Pressemitteilung einiger DDR-Dopingopfer vor dem Gespräch mit DOSB-Präsident Thomas Bach am morgigen Dienstag in Berlin:</p><blockquote><p><strong>DDR-Dopingopfer fordern: DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen und dabei zu verbindlichen Vereinbarungen kommen</strong></p><p>Eine Gruppe von anerkannten DDR-Dopingopfern (Andreas Krieger, Uwe Trömer, Bernd Richter, Ines Geipel) wird am Dienstag, den 30. Juni 2009, in einem Gespräch in Berlin mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach, die aus ihrer Sicht dringendsten Themen zum Umgang mit der Dopinghistorie des deutschen Spitzensports besprechen und dabei auf verbindliche Lösungen drängen. </p><p>Die Anfang April diesen Jahres erfolgten <a
title="Die Propagandamaschine brummt" href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Pauschalentschuldungen</a> für fünf dopingbelastete Bundestrainer des Deutschen Leichathletikverbandes (DLV) waren auf den <a
title="DDR-Dopingopfer zur &quot;Entschuldungspauschale für Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">massiven</a> <a
title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">Protest</a> der <a
title="Erklärung von DDR-Dopingopfern: &quot;Kein fauler Frieden in der Doping-Aufarbeitung&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3152" target="_self">Geschädigten</a> getroffen. Ihre Begründung lautet:</p><p>„Diese Art anonymisierter Aufarbeitung nivelliert nicht nur die historischen Tatsachen, sie wird auch dem erlittenen Unrecht im DDR-Sport in keiner Weise gerecht&#8221;.</p><p>Nach Auffassung der Doping-Geschädigten ist im Vorfeld der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin „eine politisch durchsichtige, aber umso <a
title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">aggressivere Diskreditierung der Opfer</a> von Seiten der <a
title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden" href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">Politik</a> und des Sports im Gange.&#8221;</p><p><strong>Sie weisen diese Verleumdungen entschieden zurück und verlangen, dass der Regression in der Aufarbeitung deutlich Einhalt geboten wird.</strong></p><p><span
id="more-4057"></span>In der Frage der dopingbelasteten Trainer halten die ehemaligen Athleten ihren Protest aufrecht und verweisen darauf, dass eine Weiterbeschäftigung dieser Trainer nur in Betracht kommen kann, wenn sie ihren Aufklärungspflichten nachkommen und endlich konkrete Aussagen zum Tatgeschehen treffen, die der Überwindung der vorsätzlichen Schädigungen der Sportlerinnen und Sportler dienen.</p><p>Zugleich erinnern sie daran, dass die Verjährungsfrist bei zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen wegen Körperverletzung nach §199 Abs. 2 BGB grundsätzlich 30 Jahre dauert, gerechnet ab Begehung der Tat. </p><p>In das Gespräch mit DOSB-Präsident Bach gehen die früheren Athleten mit der Forderung nach einem gemeinsamen Treffen mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, mit dem DLV-Präsidenten Clemens Prokop sowie mit einem unabhängigen Juristen zur Klärung rechtlicher Fragen sowie zur Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Arbeit der Steiner-Kommission des DOSB.</p><p>Gesprächsthema wird außerdem die <a
title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">rechtswidrige Mittelvergabe der Sportförderpolitik des Bundes</a> sein, die im Juni des Jahres auch Gegenstand einer <a
title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Petition des Dopingopferhilfevereins</a> (DOH) geworden ist. Hier ist zu klären, ob eine Strafverfolgung der dafür Verantwortlichen wegen Untreue gemäß §66 StGB in Betracht kommt. In jedem Fall sei es politisch angreifbar, dass BMI-Staatssekretär Bergner erst kürzlich widersprüchliche Äußerungen hinsichtlich der Mittelrückgabepolitik gemacht hat.</p><p>Der DOSB hatte in seinem „Zehn-Punkte-Aktionsplan gegen Doping&#8221; im Dezember 2006 angekündigt, DDR-Dopingopfer zu bitten, an der Dopingprävention mitzuwirken, denn niemand könne „glaubwürdiger als sie über die schlimmen Folgen des Dopings berichten&#8221;. Da der DOSB das Angebot der Doping-Geschädigten bisher nicht angenommen hat, fordern sie nunmehr die aktive Einbeziehung bei Planung, Durchführung und Evaluation von Anti-Doping-Aktivitäten des DOSB, etwa des seit einem Jahr angekündigten Forschungsprojektes zur Aufarbeitung der Dopinggeschichte Deutschlands. Des weiteren soll das Gespräch ergeben, wie die Möglichkeit einer speziellen Dopingopferrente gemeinsam in Angriff zu nehmen ist und wie eine unabhängige Doping-Präventions- und Beratungsstelle in Trägerschaft des DOH verwirklicht werden kann. Hier geht es darum, DOSB, Sportverbände und Stiftungen zu finanzieller Beteiligung und zu mehr Kooperation zu bewegen, um das Schadensvolumen des deutschen Sports projektiv und nachhaltig aufzufangen.</p></blockquote><p>Nachtrag, 15.16 Uhr: Oh, der Herr <a
title="www.michael-vesper.de" href="http://www.michael-vesper.de/" target="_blank">Vesper</a> (DOSB-Generaldirektor/Bündnis 90/Die Grünen) ist verärgert über die Pressemitteilung. Tja, er ist es gewöhnt, die Nachrichten zu bestimmen. Christian Klaue schreibt im <strong>Sportinformationsdienst</strong> u.a.:</p><blockquote><p>Berlin (SID) Mit der Veröffentlichung eines Forderungskatalogs haben DDR-Dopingopfer vor einem Gespräch mit DOSB-Präsident Thomas Bach am Dienstag in Berlin (15 Uhr) den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verärgert. In einer Pressemitteilung, verbreitet von der Autorin und Literatur-Professorin Ines Geipel, hatte es zuvor geheißen: &#8220;Der DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen. Wir werden auf verbindliche<br
/> Lösungen drängen.&#8221;</p><p>Der DOSB zeigte sich befremdet, dass vor einem internen Gespräch via Presse ein Forderungskatalog &#8220;auf den Tisch geknallt wird&#8221;, wie Generaldirektor Michael Vesper sagte: &#8220;Das ist kein Umgang miteinander. Es lässt befürchten, dass hier kein ernsthaftes Gespräch gesucht wird, sondern eine öffentliche Show inszeniert werden soll.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote><p>Ich betrachte Vespers Behauptung, es werde &#8220;kein ernsthaftes Gespräch gesucht&#8221; nicht nur als Nonsens, sondern als perfide. Politische Propaganda halt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>59</slash:comments> </item> <item><title>Reaktion im Sportausschuss: Dopingtrainer-Diskussion am 17. Juni</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/05/27/reaktionen-im-sportausschuss-dopingtrainer-diskussion-am-17-juni/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/05/27/reaktionen-im-sportausschuss-dopingtrainer-diskussion-am-17-juni/#comments</comments> <pubDate>Wed, 27 May 2009 12:04:23 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[bundestag]]></category> <category><![CDATA[ddr]]></category> <category><![CDATA[doh]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingopfer]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[dopingopferhilfeverein]]></category> <category><![CDATA[dopingtrainer]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3895</guid> <description><![CDATA[Manchmal geschehen doch noch Wunder. Ich habe ja unlängst mal nachgefragt, warum sich der Sportausschuss des Bundestages in nun gut fünf Monaten noch nicht mit dem dominierenden sportpolitischen Thema eben jener Monate befasst hat: der Frage von Persilscheinen für Dopingtrainer. Das Protokoll dieser Anfrage, auf die nur vier von 16 Abgeordneten geantwortet haben, ist hier [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal geschehen doch noch Wunder. Ich habe ja unlängst mal nachgefragt, warum sich der Sportausschuss des Bundestages in nun gut fünf Monaten noch nicht mit dem dominierenden sportpolitischen Thema eben jener Monate befasst hat: der Frage von <a
title="tag: Vergangenheitsbewältigung" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self">Persilscheinen für Dopingtrainer</a>. Das Protokoll dieser Anfrage, auf die nur vier von 16 Abgeordneten geantwortet haben, <a
title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self"><strong>ist hier nachzulesen</strong></a>.</p><p>Nun steht fest: <strong>Der Ausschuss wird das Thema in seiner Sitzung am 17. Juni behandeln</strong> &#8211; das perfekte Datum für diese Diskussion. Geladen wurde u. a. <a
title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Klaus Zöllig</a>, der Vorsitzende des <a
title="Der Dopingopferhilfeverein sagt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3504" target="_self">Dopingopferhilfevereins</a> (DOH).</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/05/27/reaktionen-im-sportausschuss-dopingtrainer-diskussion-am-17-juni/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> </item> <item><title>Petition des Dopingopferhilfe-Vereins an den Bundestag</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/27/petition-des-dopingopferhilfe-vereins-an-den-bundestag/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/04/27/petition-des-dopingopferhilfe-vereins-an-den-bundestag/#comments</comments> <pubDate>Mon, 27 Apr 2009 10:04:08 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[bmi]]></category> <category><![CDATA[bundestag]]></category> <category><![CDATA[doh]]></category> <category><![CDATA[dokumentation]]></category> <category><![CDATA[dopingopfer]]></category> <category><![CDATA[dosb]]></category> <category><![CDATA[dsb]]></category> <category><![CDATA[klaus zöllig]]></category> <category><![CDATA[nok]]></category> <category><![CDATA[petitionsausschuss]]></category> <category><![CDATA[vergangenheitsbewältigung]]></category> <category><![CDATA[andreas krieger]]></category> <category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category> <category><![CDATA[doping]]></category> <category><![CDATA[dopingopferhilfeverein]]></category> <category><![CDATA[dopingtrainer]]></category> <category><![CDATA[herbert fischer-solms]]></category> <category><![CDATA[ines geipel]]></category> <category><![CDATA[petition]]></category> <category><![CDATA[presseschau]]></category> <category><![CDATA[radio]]></category> <category><![CDATA[rainer pottel]]></category> <category><![CDATA[sebastian krause]]></category> <category><![CDATA[sportausschuss]]></category> <category><![CDATA[steuermittel]]></category> <category><![CDATA[ute krieger-krause]]></category> <category><![CDATA[uwe trömer]]></category> <category><![CDATA[zuwendungsrecht]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3635</guid> <description><![CDATA[Klaus Dieter Zöllig, Vorsitzender des Vereins Dopingopferhilfe (DOH), hat gestern Abend nachfolgende Einzelpetition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages übermittelt. Die Meldung darüber und über die angekündigten Protestaktionen der Dopingopfer im Umfeld der Leichtathletik-WM im August in Berlin gingen am Sonntag bereits durch die Medien. Für mich ist diese Petition zunächst wichtiger als andere Aktionen, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Klaus Dieter Zöllig, Vorsitzender des <a
title="Webseite des DOH" href="http://dohev.de/" target="_self">Vereins Dopingopferhilfe</a> (DOH), hat gestern Abend nachfolgende Einzelpetition an den <a
title="Petitionsausschuss im Internet" href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a02/index.html" target="_blank">Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages</a> übermittelt. Die Meldung darüber und über die angekündigten Protestaktionen der Dopingopfer im Umfeld der Leichtathletik-WM im August in Berlin gingen am Sonntag bereits durch die Medien.</p><p>Für mich ist diese Petition zunächst wichtiger als andere Aktionen, weil sie den Fokus endlich wieder auf die politisch Verantwortlichen der Anstellung von ehemaligen Dopern und dieser <a
title="DDR-Dopinggeschädigte zur &quot;Entschudlungspauschale für Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">Entschuldungspauschale für Dopingtrainer</a> (und Ärzte und Betreuer?) richtet: die Sportpolitiker im Bundesinnenministerium (BMI), im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und seinen Vorgängerorganisationen DSB und NOK sowie in den Fachverbänden. Auf jene also, die im fragwürdigen Zeitraum seit 1990 insgesamt Steuermittel in Höhe von mehreren Milliarden Euro in den Hochleistungssport gepumpt haben und damit auch zahlreiche dopingbelastete Trainer und Mediziner aus Ost und West (<a
title="Dopingsystem Freiburg ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3310" target="_self">Freiburg</a> u.a.) finanziert haben. Die Petition richtet sich explizit gegen das für Sport verantwortliche BMI. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat bereits erklärt, die umstrittenen Trainererklärungen <a
title="Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden" href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">akzeptieren zu wollen</a>. Der DOH drängt darauf, dass nicht im Stile eines Duodez-Fürstentums zuwendungsrechtliche Verfehlungen folgenlos bleiben, sondern verlangt, dass bestehende Gesetze, Bestimmungen und Verordnungen eingehalten werden. Laut DOH dienen die Trainererklärungen auch dazu, die Verantwortung von Sportfunktionären und Politikern zu vertuschen.</p><p>Vor der Petition zunächst einige Beiträge aus dem <strong>Deutschlandfunk</strong> vom gestrigen Sonntag zum Nachhören:</p><p>Mein Bericht über die Petition mit O-Tönen von Klaus Zöllig und Andreas Krieger:</p><p
style="text-align: center;"><a
title="DLF, Bericht vom 26. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/26/dlf_20090426_1944_3e072c42.mp3" target="_self">:</a></p><p>Sebastian Krause im Gespräch mit Zehnkampf-Bundestrainer Rainer Pottel über seine Dopingvergangenheit:</p><p
style="text-align: center;"><a
title="DLF, Beitrag vom 26. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/26/dlf_20090426_1938_2dc0cc26.mp3" target="_self">:</a></p><p>Sportgespräch von Herbert Fischer-Solms mit Ines Geipel, Ute Krieger-Krause, Andreas Krieger, Uwe Trömer und Klaus Zöllig:</p><p
style="text-align: center;"><a
title="Sportgespräch im DLF vom 26. April 2009" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/04/26/dlf_20090426_2330_8dd098f7.mp3" target="_self">:</a></p><p>Und hier die komplette Petition als Dokumentation:</p><blockquote><p><strong><span
style="color: #000000;">Über welche Entscheidung/welche Maßnahme/welchen Sachverhalt wollen Sie sich beschweren?</span></strong></p><p>Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), zwei aus Bundesmitteln geförderte Verbände, veröffentlichten am 6. April d. J. eine gemeinsame Pressemitteilung zu einer Erklärung von fünf aus dem DDR-Sportsystem übernommenen Bundestrainern zu ihrer Doping-Vergangenheit. Klaus Baarck, Gerhard Böttcher, Rainer Pottel, Maria Ritschel und Klaus Schneider bekennen darin pauschal ihre seit mehr als einem Jahrzehnt bekannte Beteiligung am kriminellen DDR-Staatsdoping. Der staatlich organisierte Doping-Missbrauch im DDR-Sport ist belegt durch vorliegende Akten über den DDR-Sport, zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten (darunter Promotionen und Dissertationen) sowie Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, durch Recherchen und Befragungen zweier von Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) Anfang der neunziger Jahre eingesetzter Kommissionen („Richthofen&#8221;- bzw. „Reiter&#8221;-Kommission), durch Ermittlungen der „Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs-und Vereinigungskriminalität der DDR&#8221; (ZERV), durch Medienrecherchen sowie durch mehrere Gerichtsentscheidungen.</p><p>Die am DDR-Dopingsystem beteiligten Trainer entschuldigen sich, ebenfalls pauschal, bei den Opfern, den ihnen einst anvertrauten Athleten und Athletinnen,  &#8211; „soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche Schäden davon getragen haben sollten&#8221;.</p><p>Der DOSB hat daraufhin erklärt, „dass diejenigen Trainer, die diese Erklärung unterzeichnen, im Bereich des DLV als Trainer beschäftigt oder weiterbeschäftigt werden&#8221;. Obendrein werde auf Rückforderung der aus Bundesmitteln finanzierten Entsendungskosten zu den Olympischen Spielen in Peking verzichtet, die sich einige dieser Trainer mit der Unterzeichnung wahrheitswidriger „Ehrenerklärungen&#8221; zu einer angeblich dopingfreien Vergangenheit erschlichen hatten. Nach diesem Muster sollen laut Mitteilung von DOSB und DLV weitere dopingverstrickte Trainer und sonstige Betreuer aus dem deutschen Spitzensport entlastet und zudem ihre berufliche Beschäftigung gesichert werden. </p><p>Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erklärte mit gleichem Datum 06. April 2009 in einer Pressemitteilung, „eine Weiterbeschäftigung der DLV-Trainer im Sport&#8221; sei „in erster Linie eine Angelegenheit des Sportes selbst&#8221;. Er nehme die Befürwortung einer Weiterbeschäftigung „zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;.</p><p>Sowohl DOSB und DLV als auch BMI haben die vorab in Erklärungen und Offenen Briefen vorgetragenen Einwände der vom Bundesverwaltungsamt gemäß Dopingopfer-Hilfegesetz (DOHG) anerkannten Doping-Geschädigten, Mitglieder des DOH e.V., ignoriert. Die Opfer haben sich gegen die seit Monaten geplante pauschale Entlastung von Dopingtätern gewandt und erklärt, dass sie „Geständnisse&#8221; oder „Entschuldigungen&#8221;, die keinen Beitrag zur konkreten Aufklärung begangenen Unrecht im Einzelfall leisten, nicht akzeptieren.</p><p><span
id="more-3635"></span>Der deutsche Sport, seine Landessportbünde, Fachverbände und Olympiastützpunkte beschäftigen diese und Dutzende weitere Bundes-, Landes- und Stützpunkttrainer seit z. T. fast zwei Jahrzehnten trotz deren bekannter und dokumentierter Vergangenheit als Dopingtäter und/oder Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS). Wissentlich wurde und wird damit gegen die verbindlichen Antidoping-Klauseln in den Fördermittel-Zuwendungsbescheiden des BMI an DOSB, Sportfachverbände und Olympiastützpunkte sowie in einigen Fällen gegen Auflagen des BMI entsprechend dem Gesetz über die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (Stasi-Unterlagen-Gesetz &#8211; StUG) verstoßen. </p><p>Auch die vom BMI eingesetzte „<a
title="zum Prüfbericht, im Beitrag: Antidopingberichte 2007 der Spitzenverbände" href="http://jensweinreich.de/?p=2342" target="_self">Projektgruppe Sonderprüfung Doping</a>&#8221; stellte in ihrem Bericht vom 31. Juli 2007 fest, dass „in Dopingpraktiken verwickelte&#8221; Trainer entgegen den zwischen BMI und Sport getroffenen Vereinbarungen „mittelbar von Bundeszuwendungen&#8221; profitieren. Dieser Bericht hält auch fest, dass das Bundesverwaltungsamt „im Rahmen der Überprüfung der ordnungsgemäßen Verwendung der Fördermittel in der Vergangenheit (seit 1982) nie untersucht [hat], ob die im Bewilligungsbescheid erhobenen Anforderungen der Anti-Doping-Klausel eingehalten wurden&#8221;.</p><p>Diese Verstöße gegen die Bewilligungsbescheide, d.i. missbräuchliche Verwendung von Steuergeldern, sollen nun mit dieser o.g. pauschalen Erklärung im Nachhinein als bereinigt gelten.</p><p><strong>Was möchten Sie mit Ihrer Bitte/Beschwerde erreichen?</strong></p><p>Der DOH e.V. verlangt: </p><ol><li>Rückwirkende Überprüfung von DOSB (sowie Vorgängerverbänden), Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten seit 1991 bezüglich der Einhaltung von zuwendungsrechtlichen Vorschriften, der Förderrichtlinien und sonstiger Bestimmungen;</li><li>Offenlegung der Ergebnisse der Untersuchungen von Verstößen im Hinblick auf die Beschäftigung Doping- und MfS-belasteter Trainer, Ärzte und Betreuer;</li><li>Befassung folgender Ausschüsse des Deutschen Bundestages mit den Überprüfungsergebnissen sowie Entscheidung über die Rückzahlung von Bundesmitteln nach den maßgeblichen Bestimmungen des Verwaltungsverfahrengesetzes: Sportausschuss, Haushaltsausschuss, Ausschuss für Gesundheit, Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe;</li><li>Suspendierung der „Trainererklärung&#8221; vom 6. April d. J. bzw. ein Moratorium bis zum Vorliegen der Überprüfungsergebnisse;</li><li>Hinwirken des Parlaments auf Einzelfallentscheidungen des deutschen Sports über die Weiterbeschäftigung belasteter Trainer, auf Begründung dieser Entscheidung für oder gegen Beschäftigung gegenüber dem Parlament und Einbeziehung der Doping-Geschädigten in die Bewertung der betreffenden Einzelfälle;</li><li>Erwägung eines vom Bundestag zu initiierenden Forschungsprojektes zu den gesundheitlichen Langzeitschäden von Doping als Beitrag zur historischen Aufarbeitung und als Teil der angesichts aktueller Dopingfälle im deutschen Spitzensport notwendigen Präventionsarbeit</li></ol><p><strong>Gegen wen, insbesondere welche Behörde/Institution richtet sich Ihre Beschwerde?</strong></p><p>Die Beschwerde richtet sich gegen das Bundesministerium des Innern. Mit der Pressemitteilung vom 6. April d. J. akzeptierte der Bundesinnenminister pauschal die genannten Verstöße von Sportfachverbänden und Olympiastützpunkten gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften, mithin die rechtswidrige Verwendung von Steuermitteln, ohne Offenlegung und ohne Einbeziehung des Parlaments. </p><p><strong>Muss nach Ihrer Vorstellung ein Gesetz/eine Vorschrift geändert/ergänzt werden? Wenn ja, welche(s)? </strong></p><p>Verlangt wird die Einhaltung der entsprechenden bestehenden Gesetze bzw. Bestimmungen und Verordnungen.</p><p><strong>Bitte geben Sie eine kurze Begründung für Ihre Bitte/Beschwerde:</strong></p><p>Wie oben bereits angeführt, verweisen wir auf mutmaßlichen Anstellungsbetrug der Doping- und MfS-belasteten Trainer, die über Jahre hinweg ihre Vergangenheit geleugnet haben. Außerdem verweisen wir auf den fortgesetzten Rechtsbruch durch DOSB, Sportfachverbände und Olympiastützpunkte, die wissentlich und willentlich gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften über die Gewährung und Verwendung von Bundesmitteln verstoßen haben.</p><p>Wir verweisen darüber hinaus auf das StUG, das auch nach Auslaufen der Regelüberprüfung mit der Siebten Novelle vom 21. Dezember 2006 nach § 21, Abs. 6 g) die „Überprüfung von Trainern und verantwortliche Betreuern von Mitgliedern der deutschen Nationalmannschaften&#8221; explizit ermöglicht. Diese Ausnahmeregelung wurde seinerzeit auf Betreiben des DOSB in das StUG aufgenommen, um, wie in einem Schreiben des DOSB an den federführenden Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vom 27.Oktober 2006 formuliert wurde, den Anforderungen an <a
title="DOSB-General Michael Vesper schreibt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3524" target="_self">„Glaub- und Vertrauenswürdigkeit&#8221; sowie die „Vorbildwirkung&#8221;</a> von leitenden Mitarbeitern des Sports sowie von Trainern und Betreuern von deutschen Nationalmannschaften gerecht werden zu können. Weiter heißt es in diesem Schreiben, nach den Zuwendungsrichtlinien des BMI „werden die Spitzenverbände des Sports ausdrücklich verpflichtet, keine Personen zu beschäftigen, die früher für die Stasi tätig waren&#8221;. Im März d.J. wurde der Fall des einstigen Biathlon-Cheftrainers der DDR, Wilfried Bock, öffentlich, der seit 2002 am Olympiastützpunkt Chemnitz/Dresden bzw. am Biathlon-Stützpunkt Altenberg/Sachsen trotz bekannter Verpflichtung als Führungs-IM (Inoffizieller Mitarbeiter zur Führung anderer IM) beschäftigt ist und u.a. aus Bundesmitteln finanziert wurde. Bock betreut Athleten der Nationalmannschaft. </p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/04/27/petition-des-dopingopferhilfe-vereins-an-den-bundestag/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> <enclosure
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isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3504</guid> <description><![CDATA[&#8230; auch die Mitteilung des verdienstvollen Dopingopferhilfevereins (DOH) gibt es hier: Zur Reinwaschung von Fachdopern Bundesministerium des Innern, Deutscher Olympischer Sportbund und Deutscher Leichtathletik-Verband glauben, im Jahr 20 nach dem Mauerfall sei die Zeit gekommen, durch Dopingmittelvergabe belasteten Trainern eine Generalamnestie zu erteilen. Entgegen dem öffentlichen Widerspruch der Geschädigten des DDR-Staatsdopings glauben sie, ohne Einbeziehung der [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; auch die Mitteilung des verdienstvollen Dopingopferhilfevereins (<a
title="Webseite des DOH" href="http://www.dohev.de/main.php/rubrik/aktuelles" target="_blank">DOH</a>) gibt es hier:</p><blockquote><p><strong>Zur Reinwaschung von Fachdopern</strong></p><p>Bundesministerium des Innern, Deutscher Olympischer Sportbund und Deutscher Leichtathletik-Verband glauben, im Jahr 20 nach dem Mauerfall sei die Zeit gekommen, durch Dopingmittelvergabe belasteten Trainern eine Generalamnestie zu erteilen. Entgegen dem öffentlichen Widerspruch der Geschädigten des DDR-Staatsdopings glauben sie, ohne Einbeziehung der Opfer und des DOH e.V. über den Wert einer pauschalen „Entschuldigung&#8221; dieser Trainer entscheiden zu können.</p><p>Ein solches Vorgehen führt sich selbst ad absurdum. „Geständnisse&#8221;, die nach zwanzig Jahren nicht über längst Bekanntes und Belegtes hinausgehen, die keinen Beitrag zur Aufklärung leisten, sind ein Versuch der Verschleierung der Vergangenheit, nicht Aufarbeitung. „Entschuldigungen&#8221;, die gegen den Willen der Opfer akzeptiert werden, sind ein Affront gegen die Geschädigten. In den genannten Institutionen scheint man der Auffassung zu sein, dass die finanzielle Abfindung der Opfer im Jahr 2006 den Dialog mit ihnen erübrigt hat.</p><p><strong>Der DOH e.V. protestiert gegen diese Politik des Freikaufs und der Augenwischerei.</strong></p><p><span
id="more-3504"></span>Meinen diese Trainer wirklich Versöhnung mit den Opfern, wenn sie zugleich im Konjunktiv anmerken: „Sollte es körperliche Beeinträchtigungen gegeben haben, so tut uns dies leid&#8221;? Ob die ehemalige Leichtathletin Frau G., die durch Dopingmittel lebensbedrohlich erkrankt ist und heute um ihr Leben ringt, diese In-Frage-Stellung der inzwischen hundertfach belegten Folgeschäden der pharmazeutischen Manipulation versteht? Und mit ihr alle anderen Geschädigten? War die Beteiligung dieser seinerzeit für Athleten wichtigsten Vertrauenspersonen am Dopingsystem weniger verwerflich, wenn sie zu weniger schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt hat?</p><p>Der DOH e.V. warnt vor einem Rückfall der Verbände in die Strategie vor 2006, als das Vorhandensein von Dopingopfern schlicht bestritten wurde.</p><p>Für den DOH ist offensichtlich, dass BMI, DOSB und DLV mit dem Trainer-Persilschein die vor den Olympischen Spielen in Peking wahrheitswidrig unterzeichneten „Ehrenerklärungen&#8221; aus der Welt schaffen wollen, um Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Übertüncht werden soll überdies, dass die Sportfachverbände mit der Anstellung belasteter Trainer gegen die Antidoping-Klauseln in den Fördermittel-Zuwendungsbescheiden des BMI verstoßen haben.</p><p>Herr Dr. Bach! Bitte öffnen Sie diese Tür nicht weiter! Sorgen Sie für eine offene und transparente Aufarbeitung. Nur dann kann der von Ihnen behaupteten „Einzelfallprüfung&#8221; Glaubwürdigkeit bescheinigt werden. Machen Sie sich nicht die vom DLV und anderen Verbänden seit Jahren vertretene Meinung zu eigen, dass von Staatsanwaltschaften mit Bußgeld belegte ehemalige Dopingtrainer das Recht auf Ausübung ihres Berufes „wie jeder unbescholtene Bürger&#8221; hätten.</p><p>Geht eine Resozialisierung der Trainer um des Erfolgs Willen über die Schmerzen der Opfer? Nein!</p><p>Verzeihen und die zweite Chance gehören zu unserer Kultur. Dafür steht auch der DOH e.V. Aber dies müssen sich die Täter verdienen. Deshalb fordert der DOH e.V. zuerst eine schonungslose Offenlegung der Beteiligung jedes einzelnen Trainers am Zwangsdopingsystem der DDR. Wir halten eine solche Mithilfe bei der Ursachenfindung von Körperschäden für die selbstverständliche Voraussetzung einer ernstzunehmenden Entschuldigung. Darüber hinaus könnten die Trainer damit einen Beitrag zur historischen Aufarbeitung leisten. </p><p>Pauschale Erklärungen zu akzeptieren und diese gegen den ausdrücklichen Willen der Geschädigten als „Entschuldigungen&#8221; auszugeben, heißt nichts anderes, als die Opfer erneut zu missbrauchen.</p><p>Der DOH e.V. ist gern bereit, eine redliche Aufarbeitung durch Sportpolitik und Sportverbände zu unterstützen. Gegen diese Form allerdings dürfen sich die beteiligten Institutionen unseres Widerstandes sicher sein. </p><p>Für den Doping-Opfer-Hilfe e.V.</p><p>Dr. Klaus Zöllig<br
/> Dr. Michael Lehner</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/04/08/der-dopingopferhilfeverein-sagt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> </channel> </rss>
