<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>jens weinreich &#187; dichtung und wahrheit</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/dichtung-und-wahrheit/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Grit Hartmann: Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[claudia pechstein]]></category>
		<category><![CDATA[dgho]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[dopingärzte]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[uv-doping]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[blutbestrahlung]]></category>
		<category><![CDATA[blutdoping]]></category>
		<category><![CDATA[cas]]></category>
		<category><![CDATA[desg]]></category>
		<category><![CDATA[erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[fritz sörgel]]></category>
		<category><![CDATA[winfried gassmann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11632</guid>
		<description><![CDATA[Eine Hommage an Grit Hartmann: Ihre hartnäckigen Recherchen und Texte haben die Diskussion über den Fall Pechstein und die Unkultur im deutschen Sport (am Beispiel Thüringen) neu befruchtet. Sie hat sich auch in beeindruckender Weise gegen die die juristischen Attacken der Olympiasiegerin gewehrt. In der Hektik dieser Tage geht nun leider etwas unter, wer der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Hommage an <strong>Grit Hartmann</strong>:</p>
<p>Ihre hartnäckigen Recherchen und Texte haben die Diskussion über den Fall Pechstein und die Unkultur im deutschen Sport (am Beispiel Thüringen) neu befruchtet. Sie hat sich auch in beeindruckender Weise gegen die die juristischen Attacken der Olympiasiegerin gewehrt.</p>
<p>In der Hektik dieser Tage geht nun leider etwas unter, wer der Urheber dieser neuen Entwicklungen war. Manches, was derzeit von aufgeregten Reportern als exklusiv verkündet wird, hat sie längst schon ruhig und bestimmt vermeldet. Man muss nur lesen wollen. (Andere Journalisten zitieren seit Wochen aus ihren Beiträgen, ohne Quellen zu nennen. Manche tun beides. Aber so ist das Geschäft.)</p>
<p>Ich weiß, dass noch einiges kommen wird. Und ich freue mich drauf.</p>
<p>Zunächst ihre jüngste Recherche, dann die älteren Texte ab April vergangenen Jahres:</p>
<blockquote><p><strong>Neue Fragen zum &#8220;Morbus Pechstein&#8221;</strong></p>
<p>Als Claudia Pechstein nach ihrer Dopingsperre aufs Eis zurückkehrte, rechnete einer ihrer eifrigsten Fürsprecher noch einmal ab mit den „Antidoping-Jägern“. Der Siegener Krankenhausarzt Winfried Gassmann schimpfte über die „Ungerechtigkeit“, die Pechstein durch den Weltsportgerichtshof CAS und ihre Kritiker widerfahren sei. „Ich bin froh, wenn ich mit dieser Szene nichts mehr zu tun habe.“</p>
<p>Das war vor einem Jahr. Längst hat es sich Gassmann, der wie andere Experten aus der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) beim Schweizer Bundesgericht ein Gutachten für Pechstein vorlegte, anders überlegt. Vor kurzem flatterte dem Bundestags-Sportausschuss wieder mal ein Brief von ihm auf den Tisch. Die aktuellen, nach wie vor schwankenden Blutwerte bei Pechstein, belehrte Gassmann die Abgeordneten, hätten „bewiesen, dass die zentrale Aussage des Richterspruchs biologisch falsch ist“. Der CAS erklärte bekanntlich die Ausschläge bei den jungen roten Blutkörperchen, den Retikulozyten, mit Doping – die Hämatologen mit einer vererbten Anomalie.</p>
<p>Spannend dürfte nun werden, was die professoralen Parteigänger der Kufenläuferin zu Erfurt vortragen, zu Pechsteins Blutbestrahlung mit ultraviolettem Licht. „Für die Wissenschaft waren die Hämatologen-Auftritte blamabel“, sagt schon jetzt der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel, einer der Wenigen, der an der Anomalie-These zweifelte. Die DGHO sei wohl „der Prominenz Pechsteins und ihrem PR-Tross“ erlegen – statt „objektiv zu arbeiten und intensiv zu recherchieren“.</p>
<p>Sörgel wagt sich nicht nur eingedenk der Hinterlassenschaft der DDR-Doktoren so weit vor: Schon die setzten die Blutpraxis in mehrwöchigen Kuren zu Dopingzwecken ein. Österreichs Skandaltrainer Walter Mayer schätzte sie ebenfalls – 2002 in Salt Lake City flogen seine Athleten damit auf. Bei den Winterspielen in Turin stießen Carabinieri im Teamquartier dann auch auf UV-Lampen.</p>
<p>Zum Mysterium der UV-Lampen hat Sörgel einige der raren Arbeiten ausgegraben.</p>
<ul>
<li><strong>1964 etwa legte ein Ärzteteam der Universität Göttingen Patienten mit diversen Hautkrankheiten unters UV-Licht. Resultat: Die Retikulozyten-Zahl fällt erst, zwischen dem 13. und 15. Tag aber kommt es zur „überschießenden Regeneration“, zu einem Plus von 36 Prozent. Hämatokrit und Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff und wichtigste Sauerstofftransporter, bleiben unverändert.</strong></li>
<li><strong>1976 experimentierten polnische Forscher an Ratten und Hasen. Die UV-Bestrahlung „steigerte die Blutbildung im Knochenmark“. Weil eine stärkere Dosis abgefeuert wurde, stiegen die Reti-Werte um mehr als 200 Prozent, aber auch der Hämatokrit.</strong></li>
<li><strong>Die dritte Arbeit schließlich, publiziert 1986 von der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, hält ebenfalls Interessantes fest: UV-Licht schädigt die Membranen der roten Blutkörperchen.</strong></li>
</ul>
<p>Anomalie der Membranen, verrückt spielende Retis – auf den ersten Blick verblüffende Parallelen zu Pechsteins Blutbild.</p>
<p>Allerdings: UV-Lampen wirken anders als Eigenblutmanipulation, wie der Arzt und Epo-Forscher Stefan Franz ergänzt: „Bei UV-Bestrahlung des Körpers kommt es durch eine Aktivierung verschiedener Mechanismen offensichtlich zur Freisetzung von Hormonen. Die wiederum aktivieren das Knochenmark.“</p>
<p>Bei der in Erfurt angewandten Prozedur hält Franz dies – auch er ein profunder Kritiker der DGHO-Gutachter – für unwahrscheinlich: „Obwohl Ausschließen in der Wissenschaft immer schwierig ist.“ Die Veränderung der Membranen sei „im Kontext jedoch ein interessanter Aspekt“.</p>
<p>Und wie wirkt direkte Blutbestrahlung?</p>
<p>Dazu kursieren viele von der Schulmedizin skeptisch beäugte Thesen. Einer ihrer bekannteren Vertreter ist Gerhard Frick. Er führt eine Naturheilkunde-Praxis und sitzt im Vorstand einer „Internationalen Ärztlichen Arbeitsgemeinschaft“, die der UV-Blutmethode Wunder zuschreibt. Heilkräfte soll sie bei Magen-Darm-Leiden, bei Lungen-, Nieren- und Herzkrankheiten entfalten sowie generell bei Altersbeschwerden. Zu DDR-Zeiten war Frick, damals Leiter der Transfusionsmedizin an der Universität Greifswald, noch bescheidener. In einem Artikel für die „Zeitschrift für Ärztliche Fortbildung“ sah er 1986 vor allem eine medizinische Indikation, nämlich das Kurieren arterieller Verschlusserkrankungen.</p>
<p>Das wichtigste Plus der UV-Strahlen: „Steigerung der Fließbarkeit und somit erhöhte Mikrozirkulation des Blutes“. Sogar der Physiker Manfred von Ardenne, einer der Entwickler von Stalins Atombombe und in der DDR hoch geehrter Erfinder, interessierte sich dafür. Ardenne fand angeblich „verbesserte Sauerstoffausnutzung im Gewebe“. Davon würden auch Athleten profitieren. DDR-Kliniken zögerten jedoch mit Einführung der UVB. Frick: „Weil die Wirkungen molekularbiologisch noch nicht ganz aufgeklärt sind.“</p>
<p>Kann die UV-Blutpraxis eine Erklärung für Werte wie die von Claudia Pechstein liefern? Das ist nun eine von vielen Fragen. Zumal:</p>
<p><strong>Die DGHO-Gemeinde um Gassmann lavierte in der Causa schon hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit.</strong></p>
<p>Anfang 2010 attestierte sie zunächst eine Kugelzellanomalie, eine Sphärozytose. Die „neue Methode“, mit der diese angeblich sicher detektiert war, erwies sich indes als ungeeignet für Pechsteins Werte – das stellte sich Ende 2010 heraus, als sie publiziert wurde. Der Münchner Professor Stefan Eber entdeckte dann eine andere Anomalie, eine Xerozytose.</p>
<p>Schließlich einigte man sich auf eine Art Morbus Pechstein, eine „bisher unbekannte Mischform“ beider Zytosen.</p>
<p><strong>Nach dem Gen, auf dem beide gemeinsam lokalisiert sein sollen, wird noch gefahndet.</strong></p>
<p><em>(Erstveröffentlichung 1m 1. Februar 2012 in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau)</em></p></blockquote>
<p>Die Vorgeschichte:</p>
<p><span id="more-11632"></span>16. April 2011:</p>
<blockquote><p><strong>Dopingermittlungen gegen Erfurter Mediziner</strong></p>
<p>In Thüringen geht die Staatsanwaltschaft einem Dopingverdacht nach. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen einen Mediziner, der dem Olympiastützpunkt eng verbunden ist und auch Eisschnellläufer betreut.</p>
<p>Es war ein durchaus auffälliger Vorgang, der sich letzen Montag in Erfurt ereignete: Im Olympiastützpunkt am Steigerwald, nur wenige Gehminuten vom Thüringer Landtag entfernt, marschierte ein halbes Dutzend Herren ein. Beobachtern der Szenerie entging nicht, dass es sich um eine Ermittlertruppe der Staatsanwaltschaft handelte. Durchsucht wurde ebenfalls, und auch das sprach sich schnell herum, eine Arztpraxis. Ihr Inhaber gilt im Erfurter Spitzensport als Koryphäe. Der Mediziner ist dem Olympiastützpunkt vertraglich verbunden; er betreut Kaderathleten aus Radsport, Leichtathletik und Eisschnelllauf.</p>
<p>Die Aktion warf eine spannende Frage auf: Geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass in Erfurt Spitzensportler gedopt wurden? Auf Deutschlandfunk-Anfrage bestätigt OSP-Leiter Bernd Neudert &#8220;Durchsuchungen in einem Teil der Räume&#8221;. Auch habe sich der anwesende Staatsanwalt für &#8220;kooperative Zusammenarbeit und Unterstützung&#8221; bedankt. Mehr will Neudert vorerst nicht sagen; fügt aber hinzu, er werde gern Auskunft geben, &#8220;sobald das Verfahren einer rechtsstaatlichen Klärung zugeführt&#8221; sei.</p>
<p>Weniger zurückhaltend ist die Staatsanwaltschaft. Sprecher Hannes Grünseisen teilt mit, ermittelt werde gegen &#8220;einen Mediziner aus Erfurt&#8221;, und zwar wegen &#8220;unerlaubter Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken bei Anderen&#8221;. Er bestätigt auch eine Durchsuchungsaktion, nennt aber nicht die Objekte. Die Staatsanwaltschaft habe Beweismittel sichergestellt.</p>
<p>Der nach Deutschlandfunk-Informationen betroffene Mediziner, Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin, ließ eine detaillierte Anfrage unbeantwortet. Für ihn gilt, selbstverständlich, die Unschuldsvermutung. Im Angebotskatalog seiner Praxis findet sich das Übliche für Spitzensportler: Laktatmessungen oder Leistungsdiagnostik. In einer Rubrik namens &#8220;individuelle Gesundheitsleistungen&#8221; gibt es indes eine Offerte, deren Anwendung jedenfalls bei Athleten verboten wäre, nämlich: &#8220;UV-Bestrahlungen des Blutes&#8221;.</p>
<p>Dafür wird Patienten Blut entnommen, in der Regel eine kleine Menge, mit ultraviolettem Licht bestrahlt und dann zurück injiziert. Die Eigenblut-Therapie muss mehrfach wiederholt werden, soll sie eine Wirkung haben. Ob sie überhaupt eine hat, ist wissenschaftlich so umstritten, dass Kritiker von Scharlatanerie sprechen. Angeblich soll UV-Bestrahlung des Blutes aber gegen allerlei Beschwerden helfen: Infektionen, Stoffwechselstörungen, gegen das Altern und sogar gegen Krebs. Und sie soll &#8211; das macht die vermeintliche Wundermethode für Spitzensportler interessant &#8211; die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Gewebes erhöhen. Nachgewiesen ist indes auch das nicht. Berthold Mertes, Sprecher der Nationalen Antidoping-Agentur Nada, sagt dennoch:</p>
<p>&#8220;Die Nada und genauso die Antidopinglabore und die AG der Nada haben die intravenöse Rückfuhr von Eigenblut stets unter die verbotene Methode &#8216;Erhöhung des Sauerstofftransfers&#8217; gefasst, und insofern würde es sich um einen Verstoß gegen die Antidoping-Bestimmungen gehandelt haben.&#8221;</p>
<p>Allerdings: Der Wada-Code ließ lange einen interpretationsfähigen Spielraum. Ärzte konnten Athletenblut reinfundieren, allerdings nicht mehr als 50 Milliliter und nur bei klarer medizinischer Indikation. Erst seit Anfang des Jahres sind jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Vollblut explizit untersagt. Sollten sich also Athleten in Erfurt einer solchen Behandlung unterzogen haben, und auch die Frage danach ließ der Mediziner unbeantwortet, wäre das ein sportrechtlich komplizierter Fall.</p>
<p>Die Erfurter Staatsanwaltschaft gibt noch eine interessante Information preis: Das Ermittlungsverfahren gegen den Sportarzt habe eine andere Staatsanwaltschaft von Amts wegen eingeleitet und Ende 2010 nach Thüringen abgegeben. Die deutschlandweit laufenden Verfahren zu Doping im Spitzensport sind überschaubar, auch in den Sportarten, die dieser Mediziner betreut. Im Radsport sind einige abgeschlossen, in der Leichtathletik ist keins bekannt. Geht es also um Eisschnelllauf? Die Erfurter Ermittler geben keine Auskunft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München sagt immerhin so viel: Ja, man habe &#8220;ein Verfahren nach Erfurt&#8221; abgegeben. Eines aus den Ermittlungen gegen Unbekannt &#8220;im Fall Claudia Pechstein&#8221;.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>11. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Neuer Blutdoping-Verdacht im deutschen Eisschnelllauf</strong></p>
<p>Der Deutschlandfunk hatte im April letzten Jahres exklusiv berichtet: In Erfurt durchsuchte die Staatsanwaltschaft den Olympiastützpunkt und die Praxis eines Mediziners. Sie ging und geht der Frage nach, ob der Arzt Spitzenathleten unter anderem im Eisschnelllauf gedopt hat. Nun weitet sich die Affäre aus.</p>
<p>Noch versucht der Sport, die mutmaßliche Blutdoping-Causa in Erfurt klein zu halten, denn die könnte sich zu einer Lawine entwickeln. Den ersten Stein haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen langjährigen Vertragsarzt des Olympiastützpunktes schon ins Rollen gebracht: Nach Deutschlandfunk-Informationen wurde ein Disziplinarverfahren gegen eine Eisschnellläuferin eingeleitet, die ihr Blut bei dem Mediziner behandeln ließ. Die Nationale Antidoping-Agentur bestätigt das: Es handele sich um ein laufendes Verfahren, so die knappe Antwort.</p>
<p>Gegen den Arzt ermitteln die Thüringer Staatsanwälte seit Monaten. Er steht im Verdacht, Spitzensportler gedopt zu haben, und zwar nicht nur aus Erfurt. Im Frühjahr beschlagnahmten die Fahnder Unterlagen in seiner Praxis und im Olympiastützpunkt, für den der Arzt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Behördensprecher Hannes Grünseisen sagte dem Deutschlandfunk, die Ermittlungen dauerten an. Wie lange noch, sei offen.</p>
<p>Das deutet auf einen komplexen Fall. Der Arzt soll eine fragwürdige Dienstleistung an Athleten praktiziert haben: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und an den Sportler zurückgeführt. Angeblich verbessert das den Sauerstofftransport im Gewebe. Erst seit Anfang 2011 untersagt der Welt-Anti-Doping-Code explizit jegliche Entnahme, Manipulation und Reinfusion von Sportlerblut. Vorher war das in kleinen Mengen erlaubt, aber nur bei klarer medizinischer Indikation. Die dürfte kaum vorliegen bei einer Methode, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.</p>
<p>Dem Dopingverfahren gegen die Eisschnellläuferin könnten weitere folgen. Denn der Mediziner hat wohl nicht nur ihr Blut bestrahlt. Für den Bund Deutscher Radfahrer sagt Generalsekretär Martin Wolf, die NADA prüfe bereits, ob es bei Radsportlern Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen gab. Auch das Bundesinnenministerium bestätigt den Verdacht auf &#8211; Zitat &#8211; &#8220;rechtswidrige Behandlung&#8221; von Athleten &#8220;aus nicht nur einer Sportart&#8221;. Der Olympiastützpunkt habe den Mediziner suspendiert. Die Causa wirft viele unangenehme Fragen für den Spitzensport auf, auch diese: Wer wusste von den Behandlungen &#8211; Trainer, Funktionäre? Dem Deutschlandfunk liegen Hinweise vor, dass sie schon vor den Winterspielen 2006 in Turin praktiziert wurden.</p>
<p>Brisant ist ein weiterer Umstand:</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft München stieß bei ihren Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf den Mediziner aus Erfurt. Kurz bevor sie ihre Bemühungen einstellte, gab sie das Verfahren gegen den Arzt nach Thüringen ab.</p>
<p>Im April, als der Deutschlandfunk erstmals über Erfurt berichtete und nachfragte, wollte Pechstein nicht sagen, ob sie bei diesem Arzt war. Sie habe niemals gedopt oder &#8220;zu unerlaubten Methoden gegriffen&#8221;. Bei der Eisschnellläuferin, gegen die nun ein Dopingverfahren läuft, handelt es sich nicht um Pechstein.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>15. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Brisante Akten in Erfurt</strong></p>
<p><em>Blutdoping-Fall bringt Nationale Antidoping-Agentur in Bedrängnis</em></p>
<p>Im deutschen Sport entfaltet sich ein neuer Dopingskandal &#8211; die Dimensionen sind bisher nur im Ansatz zu erahnen. Auslöser ist ein laufendes Ermittlungsverfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen einen Mediziner. Der Doktor war Vertragsarzt am Olympiastützpunkt Thüringen und soll Blutdoping bei Topathleten praktiziert haben.</p>
<p>Die Nationale Antidoping-Agentur NADA hält sich erkennbar bedeckt. Nur wenig gibt sie preis zur Frage, wie sie sportrechtlich umgeht mit der Strafsache gegen den langjährigen Arzt am Olympiastützpunkt Erfurt. Der erste Satz: Die NADA sei &#8220;frühzeitig über das grundsätzliche Vorgehen der Staatsanwaltschaft informiert&#8221; gewesen und habe zudem &#8220;eigene Ermittlungen angestellt&#8221;. Der zweite: Ein Disziplinar-, sprich: Dopingverfahren laufe bereits. Dritter und letzter Satz: &#8220;In anderen Fällen prüfen wir dies.&#8221;</p>
<p>Dass die NADA sonderlich energisch prüft, darf bezweifelt werden. Denn die Agentur ist nicht bloß &#8220;über das grundsätzliche Vorgehen&#8221; der Thüringer Ermittler informiert. Hannes Grünseisen, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, sagt, sie habe sogar &#8220;vollumfänglich Akteneinsicht&#8221; in das Verfahren gegen den Mediziner. Und was in den Akten steckt, das ist nach Deutschlandfunk-Informationen mindestens in einem zweiten Fall ein glasklarer Dopingverstoß. Er ist so unmissverständlich, dass sich die Frage aufdrängt: Was genau prüft die NADA eigentlich? Doch der Reihe nach:</p>
<p>Das Verfahren gegen den Arzt wurde von der Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I eingeleitet und Ende 2010 nach Erfurt abgegeben. Sie stieß bei den Ermittlungen gegen Unbekannt im Fall Claudia Pechstein auf die Umtriebe des Mediziners.</p>
<p>Die Münchner stellten ihr Verfahren im letzten Sommer ein. Da ermittelten die Erfurter Kollegen längst mit Hochdruck gegen den Arzt, der für den Olympiastützpunkt Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute. Öffentlich wurde das, als die Fahnder im April 2011 mit einem Durchsuchungsbefehl in der Praxis des Arztes und im Olympiastützpunkt am Steigerwald einmarschierten. Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, lautet der Vorwurf. Der Doktor soll an Topathleten eine Methode praktiziert haben, die nach dem Kodex der Welt-Antidoping-Agentur als Doping gilt: UV-Bestrahlung des Blutes. Dafür wird Blut entnommen, bestrahlt und wieder injiziert. Angeblich verbessert dies den Sauerstofftransport.</p>
<p>Nach Deutschlandfunk-Informationen wurden in der Arztpraxis verräterische Computerdateien beschlagnahmt. Sie dokumentieren zum Beispiel, dass ein Topathlet schon im Jahr 2005 den Blut-Service in Anspruch nahm.</p>
<p><strong>Auch ein aufgezeichnetes Telefonat, noch von den Münchnern zu den Akten gegeben, entlarvt angeblich diesen Sportler: In dem empfiehlt er die Spezialität des Erfurter Doktors einem anderen Athleten. Der äußert Bedenken, fragt, ob das nicht Doping sei. Antwort des Tippgebers: UV-Bestrahlung sei doch nicht nachweisbar. Eindeutiger kann ein Höchstleister kaum formulieren, dass er dopt und sich dessen bewusst ist.</strong></p>
<p>Staatsanwalt Grünseisen, nach diesen Akteninhalten befragt, sagt nur, das könne seine Behörde &#8220;nicht kommentieren&#8221;. Zugleich weist er darauf hin, dass Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz nach fünf Jahren verjähren. Das heißt: Ein solcher Fall wäre für die Ermittlungen gegen den Arzt uninteressant. Der Athlet würde auch nicht als Zeuge befragt &#8211; im Gegensatz zu anderen, die ab 2006 Kunden des Mediziners waren. Grünseisen sagt, bisher seien zehn Sportler gehört worden: Eisschnellläufer, Radsportler, Leichtathleten.</p>
<p>Die NADA müsste sich für all das brennend interessieren: Sie hat von den drei betroffenen Spitzenverbänden das so genannte Ergebnismanagement übernommen, entscheidet also allein über Doping-Sanktionen. Auch der handfeste Altfall aus 2005 ist sportrechtlich nicht verjährt &#8211; Dopingverstöße sind acht Jahre lang zu ahnden. Fragen zu diesem Fall konnte die NADA bisher nicht beantworten. Ihr Sprecher Berthold Mertes sicherte zu, es werde geprüft, ob Auskunft möglich sei.</p>
<p>Dem ersten Verfahren gegen eine Eisschnellläuferin vom ESC Erfurt müssten also weitere folgen. Noch ist offen, bei wie vielen Athleten und seit wann der Mediziner die Eigenblut-Behandlung praktiziert hat. Im Herbst 2001 zum Beispiel begleitete der Arzt die Eisschnellläufer in ein Höhentrainingslager zur Vorbereitung auf die Winterspiele in Salt Lake City. Auch damals bot seine Praxis schon Blutbestrahlung an. Noch bekannter als dieser Doktor, zu dem Athleten nicht nur aus Erfurt pilgerten, ist übrigens sein einstiger Praxispartner. Bei dem handelt es sich um einen Kollegen mit ausgewiesener Doping-Expertise, um Horst Tausch. Der Medizinalrat war bis 1989 Verbandsarzt der DDR-Schwimmerinnen. Als ihr Doper bekam er 1999 zehn Monate Bewährungsstrafe.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung im Deutschlandfunk)</em></p></blockquote>
<p>21. Januar 2012:</p>
<blockquote><p><strong>Erfurter Dummenfang</strong></p>
<p><em>UV-Bestrahlung des Blutes wird seit langem als Dopingmethode eingesetzt</em></p>
<p>Was der Erfurter Sportmediziner Andreas Franke in dieser Woche zu den strafrechtlichen Doping-Ermittlungen gegen ihn zu sagen hatte, klang launig: Er sei „nicht darauf gekommen“, dass die UV-Bestrahlung des Blutes bei Athleten „irgendwann einmal als dopingrelevant eingestuft werden könnte“. So therapiere er Infekte, seit 20 Jahren. Der Nürnberger Pharmakologe und Dopingkenner Fritz Sörgel lacht darüber: „Das wäre Quacksalberei“, sagt der Professor über die Methode, für die keine Krankenkasse zahlt. „Wenn der Arzt tatsächlich die Kleinstmenge von 50 Milliliter Blut nimmt und angibt, das wirke bei Infekten, ist das Dummenfang.“</p>
<p>Bernd Neudert, der Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen, für den Franke jahrelang Eisschnellläufer, Radsportler und Leichtathleten betreute, sprang dem Doktor trotzdem bei: „Ich glaube, dass er nichts wissentlich falsch gemacht hat.“ Und die Nationale Antidoping Agentur untersucht erst noch, ob Sportler, die ihr Blut manipulieren ließen, „mit Vorsatz“ handelten. Sie leitete bisher nur ein Verfahren ein – nachdem eine Erfurter Eisschnellläuferin sich selbst angezeigt hatte.</p>
<p>Warum der Sport ein vitales Interesse daran hat, die Affäre klein zu halten, liegt auf der Hand: Schon DDR-Sportmediziner praktizierten die UV-Methode systematisch und zu Dopingzwecken. Im März 1983 etwa berichtete Manfred Höppner, der Drahtzieher des ostdeutschen Staatsdopings, in Schwerin, Kreischa und bei der Sportvereinigung Dynamo „wurden in den vergangenen zwei Jahren Untersuchungen zur Ultraviolett-Bestrahlung des Blutes durchgeführt und teilweise an Aktiven erprobt“. Die Experimente mündeten in die Anordnung, „die Untersuchungen nunmehr offiziell fortzusetzen“. Höppner alias IM „Technik“ informierte die Staatssicherheit auch über den Beifall der Genossen Funktionäre: Ihnen gelte die Blutpraxis als „Wunderwaffe für die Spiele“ in Sarajevo 1984. Höppner hielt das für voreilig, merkte aber an, „in der Humanmedizin“ diene sie „zur prophylaktischen Behandlung von Infekten“ und „zur Sauerstoffanreicherung“.</p>
<p>Wunderwaffe oder nicht – die DDR, die ihre Medaillenjagd in jenen Jahren durch verfeinerte Anabolika-Nachweise bedroht sah, setzte sie ein. So zitiert der Thüringer Wintersport-Kenner Thomas Purschke in seinem Buch „Staatsplan Sieg“ (2004) die Information eines Suhler MfS-Offiziers an die Berliner Zentrale: Nach „Instruktion“ von Sportärzten seien ab 1. Mai 1983 an „ausgewählten Olympiakandidaten Eigenblut-Transfusionen in folgendem Rhythmus vorgenommen &#8230;“ worden. Langläufern und Biathleten zapfte man in Kuren bis zu einem halben Liter Blut ab und führte es nach UV-Bestrahlung zurück. Athleten bestätigten, dass sie der „Therapie“ bis zum Ende der DDR ausgesetzt waren.</p>
<p>Die Methode überlebte die DDR. Auch Walter Mayer, Skandalnudel des österreichischen Skiverbandes (ÖSV), fiel damit auf. Als nach den Spielen in Salt Lake City 2002 eine Putzfrau im Teamquartier blutverschmierte Utensilien fand, argumentierte er so bizarr wie nun der Erfurter Franke: UV-Bestrahlung sei „kein Blutdoping“, sondern Infekt-Vorsorge. Was freilich die nach den Antidoping-Regeln nötige medizinische Indikation für Blutbehandlungen verfehlte. „Verblödung in Frankensteins Küche“, spottete Österreichs Presse. Das Internationale Olympische Komitee sperrte Mayer nach diesem Geständnis und disqualifizierte zwei Langläufer nachträglich.</p>
<p>Die Frage, ob sich die Österreicher eines Exportschlagers aus der DDR bedienten, ist erlaubt. Im ÖSV heuerten viele ostdeutsche Experten an, auch zwei aus Thüringen: der dopingbelastete Biathlon-Cheftrainer Kurt Hinze und sein Oberhofer Kollege Klaus Siebert, inzwischen Trainer in Weißrussland.</p>
<p>Die Tradition also passt wenig zu den aktuellen Unschuldsbeteuerungen in der Causa Erfurt. Eher zeigt sich darin jene reflexhafte Abwehr des Systems, die noch jeden größeren Dopingskandal begleitet hat. Zumal: Franke teilte seine Praxis mit einem DDR-Fachdoper, der 1999 einen Strafbefehl bekam – mit Schwimm-Verbandsarzt Horst Tausch.</p>
<p><em>(Erstveröffentlichung in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung)</em></p></blockquote>
<p>Aus Zeitgründen kann ich nicht verlinken &#8211; hier unten folgen aber die automatischen Links zu etlichen Beiträgen in der Causa.</p>
<p>Die letzten Entwicklungen wurden in diesem Blogbeitrag diskutiert (und dort finden sich natürlich etliche Links, gesetzt und gesammelt von Ralf, zu anderen journalistischen Beiträgen):</p>
<ul>
<li><a title="Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/fall-pechstein-urteil-des-bundesgerichts-zum-revisionsantrag-im-wortlaut">Fall Pechstein: Urteil des Bundesgerichts zum Revisionsantrag im Wortlaut</a></li>
</ul>
<p>Frau Merk hatte es <a title="Das Original: “Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/#comment-34107">zumindest mal versucht</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport" href="http://www.justiz.bayern.de/ministerium/presse/archiv/2012/detail/20.php">Fälle von Eigenblutdoping/Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert klare Regeln für fairen Sport</a></li>
</ul>
<p>Für Freunde des schrägen Geschmacks:</p>
<ul>
<li>Claudia Pechstein: <a title="www.claudiapechstein.de" href="http://claudiapechstein.de/News/news.php?news_ID=45">&#8220;Werde auf die neuerliche Schlammschlacht mit einer Strafanzeige reagieren&#8221;</a></li>
</ul>
<p><strong>Und noch der Hinweis: Ich werde die Kommentare strikt moderieren und lasse mich auf wenig Diskussionen darüber ein, wie ich moderiere und ggf. lösche. Die Gründe sind tausendmal beschrieben.</strong></p>
<p>Nachtrag zu Kommentar #6 von <em>denkbär</em>:</p>
<ul>
<li>Übersicht zu den <a title="via cycling4fans.de" href="http://www.cycling4fans.de/fileadmin/user_upload/vermischtes/doping/2012/M1-M2-Vgl-2004-2012_verbotene_Methoden.pdf" target="_blank">Veränderungen im WADA-Code von 2004 bis 2012</a> (pdf/via cycling4fans.de)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/02/01/grit-hartmann-fragen-zum-morbus-pechstein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>272</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>cheat of the day (I): &#8220;We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 12:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[cheat of the day]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[yang ho cho]]></category>
		<category><![CDATA[cho yang ho]]></category>
		<category><![CDATA[poll]]></category>
		<category><![CDATA[sohn chang hwan]]></category>
		<category><![CDATA[umfrage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11485</guid>
		<description><![CDATA[Neues Jahr, neue Rubrik. &#8220;Cheat of the day&#8221;, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten. Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus Pyeongchang. Der gewesene Bewerbungschef Cho Yang Ho, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11492" title="68minutes" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2012/01/68minutes.jpg" alt="" width="530" height="289" /><p class="wp-caption-text">Screenshot aus einem offiziellen Bewerber-Video</p></div>
<p>Neues Jahr, neue Rubrik. <strong>&#8220;Cheat of the day&#8221;</strong>, Betrug des Tages, Schwindel des Tages. Ich bin sicher, die olympische Welt wird uns weiter einiges Unverfrorenes bieten.</p>
<p>Beginnen wir also mit den Olympia-Gastgebern aus <a title="alle Beiträge zu Pyeongchang 2018" href="http://www.jensweinreich.de/category/pyeongchang-2018/">Pyeongchang</a>.</p>
<p>Der gewesene Bewerbungschef <strong><a title="Beiträge von und mit Cho Yang Ho" href="http://www.jensweinreich.de/?s=cho+yang+ho">Cho Yang Ho</a></strong>, Boss von Korean Air, sagte (nicht nur) im Juli, <a title="reuters.com: Q&amp;A with Pyeongchang 2018 Games bid chief Cho Yang-ho" href="http://uk.reuters.com/article/2011/07/04/uk-olympics-2018-pyeongchang-qa-idUKTRE7632MD20110704" target="_blank">unmittelbar vor der Entscheidung über die Winterspiele 2018</a>, in Durban:</p>
<blockquote><p>The investment programme for the Winter Games infrastructure is already underway with projects such as the double-track express railroad which will connect Seoul&#8217;s Incheon Airport directly to Pyeongchang in 68 minutes.&#8221;</p></blockquote>
<p>Inzwischen haben es sich die Koreaner anders überlegt.<br />
<span id="more-11485"></span><br />
<strong>Sohn Chang Hwan</strong>, ein Direktor des Organisationskomitees <a title="PyeongChang 2018" href="http://pyeongchang2018.org/language/eng/index.asp?hb_Manager_PK=VDENAA01&amp;s=" target="_blank">Pyeongchang 2018</a>, erklärt <a title="WSJ Asia" href="http://blogs.wsj.com/korearealtime/2012/01/04/68-minutes-to-pyeongchang-about-that/" target="_blank">nunmehr</a> <a title="Korean Herald" href="http://www.koreaherald.com/national/Detail.jsp?newsMLId=20120104000714" target="_blank">feierlich</a>:</p>
<blockquote><p>The claim is falsely reported. We never said we would build a bullet-train track from Incheon to PyeongChang, but the media did. The only proposed plan is connecting Wonju and Gangneung with a new express railroad”</p></blockquote>
<p>Die Medien sind an allem schuld.</p>
<p>Was sagt man dazu?</p>
Note: There is a poll embedded within this post, please visit the site to participate in this post's poll.
<p>Im Youtube-Kanal der Organisatoren kann man die 68-Minuten-Lüge auch noch finden, und nicht nur dort.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2012/01/04/cheat-of-the-day-i/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>FIFA, IOC, Katar 2022: Recherche vs Propaganda</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[daily telegraph]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fbi]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lamine diack]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[claire newell]]></category>
		<category><![CDATA[frank lowy]]></category>
		<category><![CDATA[handelszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[james dorsey]]></category>
		<category><![CDATA[jean francois tanda]]></category>
		<category><![CDATA[jesse fink]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[nzz. joseph blatter aloys hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[paul kelso]]></category>
		<category><![CDATA[the zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11379</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH/LAUSANNE. Da können die Herrschaften in der FIFA-Zentrale und im IOC-Hauptquartier unternehmen, was sie wollen. Sie haben die Lage einfach nicht mehr im Griff und werden von der Vergangenheit eingeholt, von den Ereignissen überrollt. Sie können nur notdürftig ausputzen, sie setzen auf viele dumme, willfährige Journalisten und korrupte Medien, die ihren Job nicht verstehen und dem Berufsstand des Journalismus Schande bereiten &#8211; und die dann eben inbrünstig und kolossal ahnungslos, oft auch ganz bewusst, die Propaganda der Sportkonzerne verbreiten. Ein Skandal im Skandal.</p>
<p>Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel diese jüngsten:</p>
<ul>
<li><strong>Jean François Tanda</strong>, Handelszeitung: <a title="Fifa: 120'000 Franken für Korruptionsgutachten" href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/fifa-120000-franken-fuer-korruptionsgutachten" target="_blank">Fifa: 120&#8217;000 Franken für Korruptionsgutachten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der renommierte Korruptionsbekämpfer Mark Pieth soll Führung und Transparenz der Fifa verbessern. Laut Recherchen der «Handelszeitung» bezahlt sie dafür ein Taggeld von 5000 Franken &#8211; und überwies zusätzliches Geld für ein Gutachten.</p></blockquote>
<p>Auf diesen Beitrag hat Mark Pieth bereits vorab reagiert und gestern Einladungen an einige Journalisten verschickt, die er im Januar gern interviewen würde. Er selbst will ja nicht retrospektiv tätig werden und ermitteln &#8211; das überlässt er anderen. In der Presseerklärung, die gestern ebenfalls verschickt wurde, heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Frequent Questions on the Independent Governance Committee on FIFA</strong></p>
<p>Over the last few days several questions relating to the governance reform process of FIFA have been raised. The following text should address the most pressing issues:</p>
<p><strong>Are the Committee Members independent?</strong><span id="more-11379"></span></p>
<p>First, it needs to be pointed out that governance reform and monitoring is serious professional work (comparable to that of auditors) that should not be left to amateurs and that salaries of professionals need to be paid.</p>
<p>Second, as Chairman I personally do not profit at all from this mandate, as the funds generated go either to the Basel Institute on Governance or into a University fund for research at my Chair (employment of research assistants for 2012).</p>
<p><strong>Should one investigate the past before making recommendations on the future?</strong></p>
<p>The Independent Governance Committee is focussing its efforts on bringing about a rapid and effective change of FIFA’s governance structures (some far reaching ideas have been thrown out in our report published last week).</p>
<p>As part of the governance reform process a look back into the past is necessary, as the risk scenarios need to be realistic. Therefore, the Independent Governance Committee will reach out to investigative journalists and host a hearing for experts on FIFA’s past in January 2012.</p>
<p>There is, from the perspective of the Independent Governance Committee, absolutely no objection to an investigation. Several investigations are under way. The Independent Governance Committee will consider making a recommendation how the past could be best addressed and its membership will be composed in a way suited to assess this issue.</p>
<p>Mark Pieth</p></blockquote>
<p>Weitere Lesebefehle:</p>
<ul>
<li><strong>Jesse Fink</strong> auf ESPN Star.com: <a title="Makudi files must be released" href="http://www.espnstar.com/editorial/news/detail/item719186/Fink:-Makudi-files-must-be-released/" target="_blank">Makudi files must be released</a></li>
</ul>
<p>Das sehe ich natürlich auch so. Ich habe der FIFA dazu vor zwei Wochen einen Fragenkatalog geschickt &#8211; auf die Antworten warte ich noch. Weitere Dokumente zu Makudi sind in der Pipeline.</p>
<ul>
<li><strong>James Dorsey</strong>, The Turbulent World of Mideast Soccer: <a title="Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny" href="http://mideastsoccer.blogspot.com/2011/12/qatars-2022-world-cup-bid-comes-under.html" target="_blank">Qatar’s 2022 World Cup bid comes under renewed scrutiny</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Newly appointed FIFA executive committee member and German soccer federation president Theo Zwanziger this week denounced the awarding to Qatar in an interview with Agence France Presse. &#8220;The basic requirements for a host country have been perverted. I have never understood how such a small country can be awarded one of the most important sports events in the world, especially as Qatar were in last place on the grid before the decision was made,” Mr. Zwanziger said.</p>
<p>Australian soccer federation president Frank Lowy, speaking last week days after Mr. Blatter opened the door to an investigation of Qatar’s bid, said he believed that the Gulf state could be deprived of the right to host the tournament. The &#8220;last word hasn&#8217;t been heard yet,&#8221; Mr. Lowy said.</p>
<p>The soccer officials’ statements gained currency this week when the head of FIFA’s newly created Independent Governance Committee, Mark Pieth, told Associated Press that he will focus on FIFA;s past as well as its future. Mr. Pieth said he has “absolutely no objection to an investigation” and would soon interview investigative journalists who are “experts on FIFA’s past.”</p></blockquote>
<p>Und schließlich der Bericht des Daily Telegraph, in der die von den <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/">Enthüllungen Andrew Jennings&#8217; im Sommer</a> ausgelösten FBI-Ermittlungen konkretisiert werden. Nur nebenbei: Dass FIFA-Exekutivmitglied Chuck Blazer zehn Millionen Dollar (die tatsächliche Summe ist viel höher, das hat er in kleinem Kreise bereits eingeräumt) kassiert, ist für die FIFA kein Grund, einzuschreiten!</p>
<ul>
<li><strong>Claire Newell und Paul Kelso</strong> im Daily Telegraph: <a title="FBI launches investigation into World Cup 'dirty tricks’ campaign " href="http://www.telegraph.co.uk/sport/football/teams/england/8939343/FBI-launches-investigation-into-World-Cup-dirty-tricks-campaign.html" target="_blank">FBI launches investigation into World Cup &#8216;dirty tricks’ campaign</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Investigators claim to have “really great intelligence” of malpractice and came to London last month to interview people present in Zurich at the time of the World Cup vote.</p>
<p>It is understood that the FBI has “substantial evidence” of outside organisations attempting to hack the email accounts of the United States bid for the 2022 tournament, and believe the English bid may have also been affected.</p>
<p>The FBI is understood to have asked England 2018 officials, who are not under suspicion, if they were aware of dirty tricks or corruption in the World Cup bidding campaign.</p>
<p>The FBI is also understood to have asked questions relating to potential offences arising from the alleged bribery of Caribbean football officials by Mohammed Bin Hammam, who stood against Sepp Blatter for the Fifa presidency.</p></blockquote>
<p>Liebe Freunde, es gibt bald viel mehr darüber zu berichten, keine Sorge. Was fehlt, sind allein gerichtsfeste Beweise für die Korruption von Russland 2018 und Katar 2022. Kommt Zeit, kommt Rat.</p>
<p>Was IOC-Präsident Jacques Rogge heute Abend in Lausanne zu den ISL-Korruptionsfällen Diack, Hayatou und Havelange verkünden wird, dürfte eher traurig sein. Denn Rogge wird die Ermittlungsergebnisse der IOC-Ethikkommission nicht veröffentlichen. Aber auch mit dieser Blockadehaltung ist die Wahrheit nicht aufzuhalten.</p>
<p>[<em>Wie <a title="Sportpolitik - FIFA: IOC-Kreise: Keine Ermittlungen gegen Blatter" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">vollkommen ahnungslos, recherchefrei und allein auf Zurufe von ausgewählten IOC-Mitgliedern basierend</a>, einige IOC-Dauerberichterstatter noch immer berichten, ist unfassbar peinlich. Dumm nur, dass diese Leute damit auch eine gewisse Öffentlichkeit prägen - mit Propaganda-Botschaften von FIFA und IOC.</em>]</p>
<p>Ich habe gestern in Zürich und Lausanne eine Kleinigkeit für die NZZ gedichtet: <a title="NZZ: Blatter weibelt in Bundesbern" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/blatter_weibelt_in_bundesbern_1.13557267.html" target="_blank">Blatter weibelt in Bundesbern</a>. Die Kollegen haben sehr gut redigiert und den Text richtig umgestellt. Hier das etwas längere Original, das ich eigentlich für das Blog ausbauen und verlinken wollte, doch dafür fehlt mir momentan die Zeit. Heute Nachmittag geht es weiter in diesem Theater.</p>
<blockquote><p>„Team Spirit“ heißt das Event, das in parlamentarischen Kreisen alljährlich großen Zuspruch genießt. Wenn die Sport-Lotto-Gesellschaft und die Parlamentarische Grupp Sport unter dem Patronat des Sportministers Ueli Maurer (SVP) einladen zu Speis und Trank, garniert mit kleinen Geschenken, ist der Aufmarsch groß. 70 bis 80 Abgeordnete versammelten sich auch am Dienstagabend im Hotel Bellevue Palace zu Bern. Allesamt „Keyplayer“, wie es hieß. Einer jener Keyplayer wirkt gern im Hintergrund: Es ist Aloys Hirzel, PR-Guru der Schweiz, der derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus geht. Denn Hirzel (Agentur „Konsulenten“) ist wie einige andere PR-Leute und Lobbyisten damit beschäftigt, das schwer angeschlagene Image des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter aufzufrischen. Ob er vom Fußball-Weltverband unter Vertrag genommen wurde, mag Hirzel zwar nicht sagen. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, teilt er nur mit. Doch ranghohe FIFA-Mitarbeiter erklären, Hirzel sei auf politischem Parkett tätig und habe zum Beispiel den Lobby-Termin Blatters am Dienstag in Bern mit vorbereitet.</p>
<p>Am Abend, als Blatter sein Versprechen gebrochen hatte und mitteilen musste, dass die so genannte Einstellungsverfügung aus dem ISL-Korruptionsprozess nun doch nicht im Dezember veröffentlicht wird, wurden Blatter in parlamentarischen Kreisen keine kritischen Fragen gestellt. Einige der Anwesenden hatten kürzlich erfolgreich daran mitgewirkt, dass der Bericht des Bundesamtes für Sport zu Korruption und Schattenwirtschaft in Sportkonzernen wie IOK und FIFA, der Ende 2011 vorliegen sollte, um ein Jahr verschoben wurde. Und die Organisatoren von „Team Spirit“ präsentierten Blatter im knapp 45-minütigen Kaminfeuer-Gespräch mit SF-Moderatorion Steffi Buchli, die es vermied, Fragen von Belang zu formulieren.</p>
<p>So durfte Blatter ungestört darüber fabulieren, dass die „Leichtigkeit des Seins“ derzeit nicht gegeben sei, nicht in der FIFA und nicht im WM-Gastgeberland Brasilien, wo sich Staatspräsidentin Dilma Rousseff als energische Korruptionsbekämpferin profiliert. Er, Blatter, werde es allen zeigen und seine Reformen durchsetzen, flötete der 75-jährige aufgekratzt. Das hätten nur einige bösartige Journalisten in England und Deutschland noch nicht begriffen.</p>
<p>Nach dem Stelldichein mit SF-Frau Buchli nahm sich Blatter viel Zeit, um unter den Parlamentariern, unter National- und Bundesräten zu antichambrieren. Es wurde viel gelacht, Freundschaftsfotos geknipst, und Blatter soll sogar mit Nationalrat Roland Büchel (SVP) gesprochen haben, der vor einem Jahr eine Motion eingereicht und die Überprüfung der Korruption in den Sportverbänden gefordert hatte.</p>
<p>Mit derlei Maßnahmen und vielen harmlosen, bestellten Interviews, in denen dann über Probleme schwadroniert wird, die Blatter längst hätte lösen können (Torkameras, Frauen im FIFA-Exko etc), versuchen seine PR-Leute ihn neu zu positionieren. Zur Crew gehören neben Hirzel der neue FIFA-Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio, einst Schweizer Journalist des Jahres, und der Österreicher Bernd Fisa, der ehemals bei Ferrari mit Michael Schumacher gearbeitet hat. Auch Blatters ehemaliger Berater Peter Hargitay soll wieder an Bord sein. [<em>Er bestreitet, einen Vertrag zu haben. Das habe ich a) auch nicht behauptet und b) in vorherigen Beiträgen erwähnt.</em>] Sie verrichten Schwerstarbeit, sie betreiben Propaganda – doch sie können die Entwicklungen nicht beherrschen.</p>
<p>Aktuelle Beispiele gefällig? Der Londoner „Daily Telegraph“ berichtet gerade über das Interesse der amerikanischen Bundespolizei FBI an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Ermittelt wird nicht nur in den USA, auch in anderen Ländern – und von anderen Institutionen. Die FIFA aber verweigert sich konsequent Untersuchungskommissionen zur skandalbehafteten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar. Sie arbeitet nicht einmal das ISL-Bestechungssystem auf. Korrupte Funktionäre, die nachweislich ISL-Gelder erhalten haben, müssen nichts befürchten. Und einer dieser Spitzbuben, Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira, WM-Organisationschef 2014, behauptete am Mittwoch in Brasilien gegenüber Journalisten, er sei es nicht gewesen, der die Veröffentlichung der ISL-Einstellungsverfügung mit juristischen Hebeln verhindert habe.</p>
<p>Wer war es dann? FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange, der ebenfalls ISL-Millionen kassierte und nun unter Druck aus dem IOK demissionierte? Oder hat Blatter am Dienstag nicht die Wahrheit gesagt und es gibt gar keine Hindernisse?</p>
<p>In Lausanne, wo derzeit das IOK-Exekutivkomitee tagt, hielt man sich am Mittwoch bedeckt zum Korruptionsfall ISL und der Verstrickung der IOK-Mitglieder Havelange (Brasilien), Issa Hayatou (Kamerun) und Lamine Diack (Senegal). IOK-Sprecher Mark Adams verwies auf die Pressekonferenz des Präsidenten Jacques Rogge am Donnerstag. Rogge könnte Aufklärung schaffen, wenn er die Ermittlungsergebnisse der IOK-Ethikkommission gegen Havelange veröffentlichen würde. Danach sieht es aber nicht aus. Rogge scheint mit Havelanges Rücktritt zufrieden.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/08/fifa-ioc-katar-2022-recherche-vs-propaganda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie Jacques Rogge (IOC) und Joseph Blatter (IOC, FIFA) die Öffentlichkeit verarschen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 15:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jacques rogge]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11367</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen Lügen Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports. Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar: Die ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Bleiben wir sachlich. Sezieren wir die auf vielen <del>Lügen</del> Wahrheitsbeugungen basierenden Argumentationskonstrukte der beiden mächtigsten Männer des Weltsports.</p>
<p>Die Sachlage in der Causa ISL ist sehr klar:</p>
<ul>
<li>Die <a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/">ISL makelte einst milliardenschwere TV- und Marketingverträge</a> von IOC (Olympische Spiele), FIFA (Fußball-WM), UEFA (Fußball-EM), IAAF (Leichtathletik-WM), CAF (Afrika-Fußball), FIBA (Basketball), OCA (Asian Games), FINA (Schwimm-WM), Cart (Motorsport), ATP (Tennis), ITF (Tennis) und vielen mehr.</li>
<li>Die ISL-Gruppe ist an diese Verträge nur deshalb gekommen, weil sie über Jahrzehnte die Top-Funktionäre in den Exekutivkomitees mit exorbitanten Summen geschmiert hat, gekauft und bestochen.</li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">Mehr als 140 Millionen Schweizer Franken Schmiergeld</a> sind gerichtsfest dokumentiert.</li>
</ul>
<div><img class="size-full wp-image-9842  aligncenter" title="ISL Schmiergeldbilanz" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/11/islneu-e1291042109675.gif" alt="ISL Schmiergeldbilanz" width="371" height="336" /></div>
<ul>
<li>Die Dunkelziffer liegt ungleich höher, setzt man diesen Maßstab an, den die Kriminalwissenschaft belegen kann: nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle werden entdeckt, mehr als 95 Prozent werden nie öffentlich.</li>
<li>Das vom ISL-Gründer und damaligen Adidas-Chef Horst Dassler installierte weltweite Korruptionssystem dominierte den gesamten olympischen Sport. Etliche der Begünstigten sind noch in Amt und Würden. Viele sind noch in Amt und Würden, deren Namen nicht auf den bisher ermittelten Listen stehen. <del>Viele</del> Einige der einstigen Mitarbeiter Dasslers (ob nun im ISL-Konglomerat oder bei Adidas) sind noch in Amt und Würden &#8211; manch einer strebt sogar allerhöchste olympische Weihen an.</li>
<li>Die Causa ISL hat also den Sport über Jahrzehnte geprägt, zehn Jahre nach dem ISL-Konkurs ist das Thema weiter brandaktuell &#8211; und das Thema wird es auch noch einige Jahre bleiben.</li>
</ul>
<div>Wer behauptet, das ISL-Korruptionssystem sei ein Thema für den History Channel, der lügt oder hat keine Ahnung &#8211; beide Optionen sind auch möglich.</div>
<p>Als Basisinformation soll das ausreichen, wer die Geschichten hier und anderswo auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, dass zu jenem einzelnen Punkt Ausführungen in Romanlänge geschrieben werden könnten.</p>
<p>Nun die Frage:</p>
<ul>
<li><strong>Was unternimmt der olympische Sport?</strong></li>
</ul>
<p>Bisher so gut wie nichts.</p>
<p>Ach doch, sorry.<span id="more-11367"></span></p>
<ul>
<li>Korrupte FIFA-Funktionäre, der ISL-Schmiergeldbote Jean-Marie Weber und die FIFA haben &#8211; insgesamt &#8211; 8 Millionen Franken (einmal 2,5 Mio, einmal 5,5 Mio) gezahlt, um in <a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen frei kaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/">Korruptionsverdunklungsverträgen</a> die Namen der Schmiergeldempfänger geheim zu halten.</li>
<li>Zuvor hatte die FIFA in aller Stille ihr Desinteresse an einer Strafermittlung erklärt &#8211; der Untersuchungsrichter setzte seine Arbeit dennoch fort.</li>
<li>Das IOC hat seine Ethikkommission &#8220;ermitteln&#8221; lassen, nachdem Andrew Jennings Ende vergangenen Jahres in der BBC weitere Beweise vorlegen konnte.</li>
<li>Nun werden, vielleicht, zwei IOC-Ganoven verwarnt (Diack und Hayatou). Doch einer der größten Sportbetrüger aller Zeiten, Joao Havelange, kommt ungeschoren davon.</li>
</ul>
<p>Viel mehr an Aktionen seitens des organisierten Sports ist bislang nicht bekannt. Oder kann mir jemand helfen und mein Erinnerungsvermögen auffrischen?</p>
<p>Die <a title="JW auf SpOn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,801905,00.html" target="_blank">Kernfragen</a> in der ISL-Causa lautete nach den jüngsten Entwicklungen (<a title="IOC-Doyen und FIFA-Patron João Havelange tritt zurück, weil er nicht rausgeschmissen werden will" href="http://www.jensweinreich.de/2011/12/04/ioc-doyen-und-fifa-patron-joao-havelange-tritt-zuruck-weil-er-nicht-rausgeschmissen-werden-will/">Rücktritt Havelanges</a> + <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Blatters Versprechen, die ISL-Einstellungsverfügung offenzulegen</a>):</p>
<ul>
<li>Was hat die IOC-Ethikkommission &#8220;ermittelt&#8221;? Vielleicht gar neue Sachverhalte?</li>
<li>Wie hat die IOC-Ethikkommission die Ausschluss-Empfehlung gegen Havelange begründet?</li>
<li>Hat tatsächlich der damalige FIFA-Generalsekretär Blatter angeordnet, jene 1,5 Mio CHF Bestechungsgeld, die von der ISL irrtümlich auf ein FIFA-Konto überwiesen wurden, unverzüglich auf Havelanges Privatkonto weiterzuleiten?</li>
<li>Wenn das so gewesen wäre: Wird die IOC-Ethikkommission unverzüglich gegen Blatter &#8220;ermitteln&#8221;, was angesichts der im Raum stehenden Summe (der heutige FIFA-Präsident bestreitet derartiges Handeln, andere erinnern sich anders) u. U. auch zum IOC-Rausschmiss führen müsste?</li>
<li>Wird der Vorgang in der Einstellungsverfügung dokumentiert? (Eine meiner Quellen behauptet das. Ich weiß es allerdings nicht.)</li>
</ul>
<p>Wie sieht es also aus?</p>
<p>Zunächst einmal nimmt die FIFA <a title="live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: “Crisis? What is a crisis?”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/">eine junge, unlängst von mir weltweit exklusiv begründete Tradition</a> auf und veröffentlicht ebenfalls die <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/bodies/01/55/27/66/0100_001.pdf" target="_blank">Tagesordnung</a> der Sitzung des Exekutivkomitees (kommende Woche in Tokio).</p>
<p>Zugleich aber <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/news/newsid=1552775/index.html" target="_blank">teilt die FIFA mit</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Joseph S. Blatter confirms ISL file will be published despite objection of involved party</strong></p>
<p>On 21 October 2011, FIFA President Joseph S. Blatter announced his commitment to publish the ISL-ISMM file after receiving the full backing to do so from the members of the FIFA Executive Committee. Today, the FIFA President confirms his determination to publish the file on the ISL-ISMM case despite the fact that legal measures have been taken by one of the parties involved.</p>
<p>These measures request another thorough legal analysis which<strong> will postpone the envisaged publication of the ISL file.</strong></p>
<p>Joseph S. Blatter stated today: “FIFA has been working intensively over the past few weeks with its lawyers and legal team to be able to publish the ISL file at the next meeting of the FIFA Executive Committee in Japan on 17 December 2011. It was my strong will to make the ISL file fully transparent at this meeting. I have now been advised that as a result of the objection of a third party to such transparency it will take more time to overcome the respective legal hurdles. This does not change my stance at all. I remain fully committed to publishing the files as soon as possible as an important part of my many reform plans for FIFA, which include handling the past as well as preparing the future structure of the organisation.”</p>
<p>The reform process has in any case already started and will continue with a view to presenting concrete measures at the 2012 FIFA Congress.</p></blockquote>
<p>Die Veröffentlichung, ein Kernthema der angeblichen Reformen, wird verschoben.</p>
<p>Noch Fragen?</p>
<p>Wer Fragen haben sollte, wende sich bitte an jene Anwaltkanzleien, die in den schmutzigen Deal mit der Zuger Staatsanwaltschaft beteiligt waren (und bis heute sind), <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">als da wären</a>:</p>
<ul>
<li><a title="Nobel &amp; Hug" href="http://www.nobel-hug.ch/" target="_blank">Nobel &amp; Hug, Rechtsanwälte</a></li>
<li><a title="Schweiger" href="http://www.schweigerlaw.ch/index3.asp" target="_blank">Schweiger, Advokatur Notariat</a></li>
<li><a title="Niedermann" href="http://www.niedermann.com/en/profile/" target="_blank">Niedermann, Rechtsanwälte</a></li>
</ul>
<p>Und nun zum IOC-Präsidenten Jacques Rogge [<em>in den ich vor vielen Jahren mal große Hoffnungen gesetzt hatte, die fast alle enttäuscht worden sind, aber das ist mein Problem</em>].</p>
<p>Rogge wird in der Korruptionscausa ISL-Havelange-FIFA von Nachrichtenagenturen (die das Thema lange Jahre sträflich vernachlässigten und sich an der Aufklärung eigentlich kaum oder gar nicht beteiligt haben) so zitiert:</p>
<p>dpa:</p>
<blockquote><p>Der 95-Jährige sei jetzt «ein privater Bürger», erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge. Die IOC-Ethikkommission hatte wegen Korruptionsvorwürfen gegen Havelange ermittelt. Medienberichte, nach denen der ehemalige Präsident des Fußball-Weltverbandes durch seinen Rückzug einem wahrscheinlichen IOC-Ausschluss zuvorkam, wies Rogge als «pure Spekulation» zurück. «Für mich hat sein Rücktritt mit seiner Gesundheit und seinem Alter zu tun», meinte der Belgier.</p>
<p>Havelange soll in den Bestechungsskandal um die ehemalige Sportvermarktungsfirma ISL verwickelt gewesen sein, hat diese Vorwürfe aber stets bestritten. «Da Herr Havelange kein IOC-Mitglied mehr ist, wird es keine Ermittlungen mehr gegen ihn geben, denn er ist ein privater Bürger», sagte Rogge in einem Reuters-Interview und betonte, der Doyen des IOC habe aus gesundheitlichen Gründen die Ringe-Organisation verlassen. Havelange war seit 1963 im IOC und der letzte Funktionär mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.</p>
<p>«Havelange hat mir in einem Brief von Gesundheitsproblemen geschrieben, die ihn von Reisen abhalten», erklärte Rogge. Havelange drohte eine Suspendierung durch die IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag in Lausanne: «Pure Spekulationen kommentiere ich nicht», so Rogge, «Joao Havelange hatte schon einige Termine verpasst. Bei der IOC-Session in Durban fehlte er auch.»</p>
<p><em>Quelle: dpa via <a title="sueddeutsche.de" href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1245747" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em></p></blockquote>
<p>Reuters:</p>
<blockquote><p>&#8220;Havelange sent me a letter saying that he had lately had health issues and that stopped him from travelling and he considered that due to his age and health it stopped him from travelling regularly,&#8221; Rogge told Reuters in an exclusive interview.</p>
<p>Asked whether his resignation two days before the IOC discussed the ethics commission report was an indirect admission of guilt by Havelange, Rogge said that was just speculation.</p>
<p>&#8220;I am not going to comment on what is purely speculation. Joao Havelange already had missed other meetings, in the (IOC) session (in July) he was not there either, he missed major meetings of FIFA.</p>
<p><em>Quelle: Reuters via <a title="Eurosport" href="http://asia.eurosport.com/olympicgames/london-2012/2012/ioc-cancel-probe_sto3054908/story.shtml" target="_blank">Eurosport</a></em></p></blockquote>
<p>Weitere Zitate spare ich mir. Vom he-said-she-said-&#8221;Journalismus&#8221; halte ich nichts.</p>
<p>Es ist einfach eklig. Es ist grauenvoll.</p>
<p>Oops. Da ist mir nun doch ein abwertender Begriff über die Tastatur gekommen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/06/wie-jacques-rogge-ioc-und-joseph-blatter-ioc-fifa-die-offentlichkeit-verarschen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>One year after: wer überprüft die WM-Vergaben an Russland und Katar?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 11:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[katar 2022]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[mark pieth]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[russland 2018]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2018]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2022]]></category>
		<category><![CDATA[alyos hirzel]]></category>
		<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[peter hargitay]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11313</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Heute jährt sich zum ersten Mal die bizarre Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an zwei neureiche Powerholder des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, so ging das damals aus: 2018 FIFA World Cup™ Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes (as no [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Heute jährt sich zum <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ersten</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Dienstag: FIFA-Korruption, WM-Vergabe" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/30/fifa-korruption-wm-vergabe-zurich-am-dienstag/">Mal</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Mittwoch: FIFA-Korruption, WM-Vergabe, Präsentation 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/01/live-blog-aus-zurich-mittwoch-fifa-korruption-wm-vergabe-prasentation-2022/">die</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Donnerstag: die WM-Entscheidungen 2018/2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/live-blog-aus-zurich-donnerstag-die-wm-entscheidungen-20182022/">bizarre Vergabe</a> der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an <a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/">zwei neureiche Powerholder</a> des olympischen Sports: die Totaldemokratien aus Russland und Katar. Schon vergessen, <a title="Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/die-fifa-sagt-russland-2018-katar-2022/">so ging das damals aus:</a></p>
<blockquote><p><strong>2018 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1:</strong> England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes</p>
<p>(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)</p>
<p><strong>Round 2:</strong> Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)</p>
<p><img title="WM 2018" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2018.gif" alt="" width="425" height="194" /></p>
<p><strong>2022 FIFA World Cup™</strong></p>
<p><strong>Round 1: </strong>Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)</p>
<p><strong>Round 2: </strong>Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)</p>
<p><strong>Round 3: </strong>Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)</p>
<p><strong>Round 4: </strong>Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)</p>
<p><img title="WM 2022" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/12/2022.gif" alt="" width="425" height="260" /></p></blockquote>
<p>Der Status Quo ist 365 Tage später unverändert: Russland richtet die WM 2018 aus, Katar die WM 2022 &#8230;</p>
<p>&#8230; wenn nicht doch etwas dazwischen kommt.</p>
<p>Wenn nicht Korruption in großem Stil bewiesen werden kann &#8211; bisher ist das noch nicht der Fall.</p>
<p><strong>Diesen bitteren ersten Jahrestag nutze ich für eine kleine Analyse und als Auftakt zu einer Reihe von Hintergrundtexten und Kurzporträts zu den Personen und Geschäften des FIFA-Exekutivkomitees.</strong><span id="more-11313"></span></p>
<p>In den nächsten zwei Wochen wird viel passieren. In einer Woche beispielsweise wird sich das IOC endlich zur <a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/">ISL-Bestechung</a> erklären (jedenfalls zu einigen Personen, die IOC-Mitglieder sind und kassiert haben, wie Havelange/FIFA und Hayatou/FIFA und auch Lamine Diack/IAAF). Eine Woche darauf trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Tokio, wo dann Blatter die ISL-Einstellungsverfügung veröffentlichen will. Dies sind die wichtigsten Termine, es gibt weitere hochinteressante, und es laufen Recherchen. Eins kann Mann schon mal sagen: <a title="&quot;&quot;The truth about FIFA corruption and Ricardo Teixeira&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Ricardo Teixeira</a>, der gerade als WM-Organisationschef 2014 die <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=ronaldo+teixeira&amp;source=newssearch&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.sueddeutsche.de%2Fsport%2Fronaldo-wird-chef-der-wm-brasiliens-beckenbauer-steigt-gross-ein-1.1223375&amp;ei=NKjYTrmXG8bN4QT-xeGODg&amp;usg=AFQjCNFYqLPRa_f2-qbR8km6Ad4X7AzPTw&amp;sig2=6Fdwo8ZCAjLxFBQfXGA54A" target="_blank">Marionette Ronaldo</a> vorgeführt hat, klammert sich weiter an seine Posten als CBF-Präsident und FIFA-Exekutivmitglied, was nicht erfolgreich sein wird &#8211; seine Reise nach Tokio hat er, Stand heute, vorsorglich abgesagt.</p>
<p>Selten wurden die neuen Machtverhältnisse im Weltsport so manifestiert wie am Abend des 2. Dezember 2010. In der Züricher Messe griffen Russlands Präsident Wladimir Putin und Emir Hamad Al Thani von Katar nach dem faszinierendsten Goldpokal des Planeten. Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA sprach unter dubiosen Umständen Russland die Weltmeisterschaft 2018 und Katar die WM 2022 zu. Begleitet war diese irreguläre WM-Vergabe von zahlreichen Korruptionsaffären in der FIFA. Darüber, mit wie vielen Millionen Euro die Öl- und Gasmilliardäre aus Russland und Katar die Stimmen der Exekutivmitglieder gekauft haben könnten, ranken sich seither die wildesten Gerüchte.</p>
<p>Es ist von mehreren Dutzend Millionen die Rede, die auf verschlungenen, professionellen Wegen quer über den Globus transferiert worden sein sollen.</p>
<p>Dutzende Millionen – pro Stimme.</p>
<p>Es war ein Abend, an dem sich den letzten Gutgläubigen die Verkommenheit dieses Gewerbes erschloss. Ein Jahr nach diesem Ereignis muss man allerdings sagen, dass außer zahlreichen Indizien keine gerichtsfesten Beweise vorliegen. Und es gibt in dieser Parallelgesellschaft keine Instanz, keine Kriminalbehörde, die ermitteln würde. Dafür fehlt es teilweise am rechtlichen Rahmen, den unzureichenden Antikorruptionsgesetzen, die einen Weltkonzern wie die FIFA kaum erfassen. Und es fehlt am politischen Willen etwa in jenen neun Nationen, die Russland und Katar unterlagen. Auf der anderen Seite weiß man seit langem, dass Russland und Katar Geheimdienstler und die teuersten Detekteien der Welt damit beauftragt haben, die Lage zu klären und gegebenenfalls Spuren zu verwischen.</p>
<p>Schon damals, am 2.Dezember 2010, galt das von Präsident Joseph Blatter geführte FIFA-Exekutivkomitee weltweit als Synonym für Korruption, als Musterbeispiel einer mafiosen Familie. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass mit dem Schweizer Korruptionsaufklärer Mark Pieth (Universität Basel) ein Experte für die Organisierte Kriminalität den Vorsitz im neuen Governance-Komitee der FIFAübernahm. Doch auch Pieth wird nicht aktiv ermitteln und kriminelle Umtriebe aufklären, wie er am Mittwoch in Zürich erklärte. „Die forensische Arbeit überlasse ich anderen“, sagte Pieth, er habe sich dafür entschieden, nach vorne zu blicken und die FIFA bei der Umstrukturierung in Compliance- und Transparenzfragen zu beraten.</p>
<p>Wer aber klärt dann Korruptionsvorgänge auf? Wer bringt Licht in das Dunkel der WM-Vergaben 2018 und 2022? Darauf wusste Pieth keine Antwort.</p>
<p>[<em>Ich habe vergangenen Mittwoch in Zürich noch ein kurzes Interview mit Mark Pieth geführt. Das reiche ich nach - wie auch eine erste Bewertung seines Papiers. Eine ziemlich gute Fernanalyse dazu habe ich in der taz von <strong>Markus Völker</strong> gelesen: <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/Good-Governance-bei-der-Fifa/!82837/" target="_blank">Ein Wächter für Sepp Blatter</a></em>]</p>
<ul>
<li>Das Pieth-Gutachten vom September: <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/mm/document/affederation/footballgovernance/01/54/99/69/fifagutachten-en.pdf" target="_blank">Governing FIFA &#8211; Concept Paper and Report</a></li>
</ul>
<p>So kommt es dieser Tage zu merkwürdigen Vorgängen. Da ermuntern ranghohe FIFA-Mitarbeiter Journalisten sogar, den Machenschaften der Ganoven im Exekutivkomitee nachzugehen: Den Geschäften des argentinischen Vizepräsidenten <a title="Die märchenhaften Reichtümer des FIFA-Finanzchefs Don Julio Grondona" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/15/die-marchenhaften-reichtumer-des-fifa-finanzchefs-don-julio-grondona-woher-kommen-mehr-als-100-millionen-dollar-auf-seinen-auslandskonten/">Julio Grondona</a> etwa, der offenbar märchenhaft gefüllte Auslandskonten unterhält. Oder den Umtrieben des Brasilianers Ricardo Teixeira.</p>
<p>Joseph Blatter, gegen den durchaus Indizien vorliegen, kann und will nichts gegen Russland und Katar unternehmen. Es sind nur einzelne Stimmen, die eine WM-Überprüfung fordern. Zuletzt haben sich Australiens Verbandschef Frank Lowy und der englische Politiker Damian Collins geäußert. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Neuling im Exekutivkomitee, wurde mehrfach so zitiert, als wollte er die Katar-Frage aufklären. Es heißt, er werkle mächtig hinter den Kulissen. Doch unternimmt Zwanziger öffentlich brisante, einschneidende Vorstöße und drängt etwa entschieden auf eine Untersuchungskommission zu den WM-Vergaben?</p>
<p>Als Chef der Statutenkommission hat er Blatter kürzlich in Zürich ein Papier vorgestellt, in der unter anderem vorgesehen ist, die Stimmverhältnisse auf dem FIFA-Kongress den Mitgliedszahlen und Erfolgsstatistiken der 208 FIFA-Nationen anzupassen. Winzige Eilande wie Anguilla oder Neukaledonien sollen also künftig nicht mehr eine Stimme wie Deutschland oder Brasilien haben. Nur: Um dies durchzusetzen, bedarf es auf einem Kongress der Voten derjenigen, die sich damit selbst beschneiden müssten. Undenkbar, derzeit.</p>
<p>Im vergangenen Jahr hat sich das FIFA-Exekutivkomitee durchaus verändert &#8211; notgedrungen. Drei Mitglieder wurden wegen Korruption ausgeschlossen, Adamu (Nigeria), Temarii (Tahiti) und der Katari Mohamed Bin Hammam, der Einspruch erhebt vor dem Welt-Sportgerichtshof (CAS). Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad, ein notorischer Absahner, kam seinem Ausschluss durch einen Rücktritt zuvor. Sechs neue Mitglieder wurden in ihren Kontinentalverbänden gewählt. Ein Platz, der von Warner, muss noch neu besetzt werden.</p>
<p>Und der personelle Umbruch hat gerade erst begonnen. Die Abschiede von Grondona und Teixeira, Worawi Makudi (Thailand), Nicolas Leoz (Paraguay), Chuck Blazer (USA) und Issa Hayatou (Kamerun) stehen bevor. Teixeira, Leoz und Hayatou stehen auch im Fokus des ISL-Korruptionsskandals. Die FIFA hat hier zur nächsten Sitzung in zwei Wochen in Tokio die Veröffentlichung eines Dokumentes versprochen, in dem neben Teixeira auch dessen ehemaliger Schwiegervater Joao Havelange, der FIFA-Ehrenpräsident, als Schmiergeldempfänger genannt wird – was Journalisten bereits recherchiert hatten.</p>
<p>FIFA-Ehrenpräsident Havelange ist zugleich dienstältestes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Nun mehren sich die Informationen aus eigentlich zuverlässigen Quellen, dass das IOC-Exekutivkomitee in einer Woche in Lausanne der Empfehlung seiner Ethikkommission folgen und Havelange ausschließen könnte.</p>
<p>[<em>Havelange-Rausschmiss aus dem IOC? Ich kann es immer noch nicht glauben. Doch die Leute, die mir das erzählen, sind nicht blöd und sehr nah dran.</em>]</p>
<p>Mal davon abgesehen, dass die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro zum hundertsten Geburtstag Havelanges im Joao-Havelange-Stadion ausgetragen werden sollen – diese rigorose Bestrafung könnte ein Erdbeben in der Szene auslösen. Es heißt, die Fraktion um Havelange, Warner, Bin Hammam, Grondona und andere plane einen Vergeltungsschlag gegen Blatter.</p>
<p>Der Plot hat das Zeug zu einem Thriller, einem Bestseller: Hier Blatter, einer der Architekten des Korruptionssystems, der plötzlich den Aufklärer gibt und allen Ernstes als Reformpräsident in die Geschichte eingehen will – dort eine Bande verantwortungsloser Ganoven. In dieser Konstellation liegt auch ein Schlüssel dafür, endlich die WM-Vergaben an Russland und Katar aufzuklären.</p>
<p>Insider meinen, in den PR-Aktionen der FIFA auch die Handschrift von Peter Hargitay zu erkennen, der lange Jahre Blatters persönlicher Berater war, der bis vor einem Jahr für die australische WM-Bewerbung werkelte. Hargitay zählt zu den wenigen in der Szene, die direkten Zugang zu Blatter haben, was vielen in der FIFA-Administration nicht gefällt. Hargitay taucht auf FIFA-Pressekonferenzen auf und versucht, Journalisten zu instruieren. Auf Anfrage behauptet er allerdings, nicht vertraglich gebunden zu sein.</p>
<p>Auf einem etwas anderen Niveau ist der Schweizer Aloys Hirzel tätig. Hirzel, PR-Guru seines Landes, geht derzeit in der FIFA-Zentrale ein und aus. Kundenbeziehungen publiziere er nicht, sagt er. In der FIFA erfährt man, dass Hirzel auf politischem Parkett tätig sei und etwa das Lobbytreffen des FIFA-Präsidenten kommende Woche in Bern mit den Abgeordneten des Nationalrats maßgeblich vorbereite. Auch dort will Blatter sich als Reformer verkaufen. Eine Studie des Schweizer Sportministeriums zu Korruption in der FIFA und möglichen Gesetzesänderungen wurde bereits erfolgreich verzögert. Statt Ende 2011 soll das Papier nun erst Ende 2012 vorgelegt werden. Zum zweiten Jahrestag der WM-Vergabe.</p>
<p>Hirzel übrigens, das mag unerheblich sein (oder auch nicht, weil es die Branche gut beschreibt), war mit seinen Dienstleistungen ebenfalls in den Bewerbungsfeldzug der Kataris für die WM 2022 eingebunden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/12/02/one-year-after-wer-uberpruft-die-wm-vergaben-an-russland-und-katar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>10</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (65): BT-Grüßausschuss, PR-Ergüsse von Sepp Hosni Ben Ali Blatter</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 10:04:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fas]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[novospo]]></category>
		<category><![CDATA[pr-gewäsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[faz]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[michael reinsch]]></category>
		<category><![CDATA[robert kempe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11248</guid>
		<description><![CDATA[Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der Sportausschuss des Bundestages noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor? Sportgespräch des Deutschlandfunks, von Grit Hartmann und Robert Kempe. : Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Grüßausschuss: Welche Funktionen hat der <a title="alle Beiträge zum BT-Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Sportausschuss des Bundestages</a> noch und was haben die Abgeordneten vor &#8211; bzw haben sie noch was vor?</p>
<p>Sportgespräch des <strong>Deutschlandfunks</strong>, von Grit Hartmann und Robert Kempe.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" target="_self">:</a></p>
<blockquote><p>Viele Abgeordnete, man muss es fairerweise sagen: nicht nur aus den Reihen der Union und der FDP, fielen durch körperliche und geistige Abwesenheit auf, und auch die, die da waren, waren nicht immer auf Ballhöhe, was sich dann an Fragen von großer Ahnungslosigkeit offenbarte. Insofern war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie mit dieser Selbstentblößung Schluss machen wollten, die Mitglieder des Ausschusses.</p>
<p><em>Michael Reinsch, FAZ</em></p></blockquote>
<p><strong>Nachtrag, 12.52 Uhr:</strong> Jetzt auch <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1608872/" target="_blank">als Text online</a>.</p>
<p>Einige Zitate. Zunächst erneut Michael Reinsch, weil er mich mit seinen Beispielen an einige Sitzungen erinnert, die ich auch erlebt und protokolliert habe:</p>
<blockquote><p>Ich werde nie vergessen &#8211; in öffentlicher Sitzung &#8211; den Auftritt des Generaldirektors Michael Vesper, der, von den Abgeordneten gebeten, die Zielvereinbarungen, die der DOSB mit seinen Fachverbänden abschließt, offen zu legen, sich geweigert hat. Und tatsächlich verlangte, dass diese Vereinbarungen, in denen also abgemacht wird, was so ein Verband sich vornimmt für die nächsten Olympischen Spiele und was er dafür für Unterstützung erhält, dass so etwas die Sportorganisationen wie ein Staatsgeheimnis behandelt wissen wollen. Und die Abgeordneten haben das so hingenommen. Der Sportausschuss hätte da natürlich eine Kraftprobe daraus machen können. Aber wenn man keine Kraft hat, lässt man es auch auf eine Probe nicht ankommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich denke mal, Michael Reinsch hat diese Sitzung gemeint:</p>
<ul>
<li><a title="Notizen vom Sportausschuss (5) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln</a></li>
</ul>
<p>Ich empfehle wirklich, diese zweidreiviertel Jahre alten Notizen zu überfliegen, sich aber die Aussagen (soweit sie in verständlichem Deutsch formuliert wurden) von Klaus Riegert (CDU) etwas gründlicher anzusehen. Da wird dann schon eine große Leere deutlich. Kein Wunder, dass dieser Mann die Öffentlichkeit ausgeschlossen hat &#8211; und im Deutschlandfunk <span style="text-decoration: line-through;">nun tönt</span> irrlichtert:<span id="more-11248"></span></p>
<blockquote><p>Ich hab darauf hingewiesen, dass es bestimmte Veröffentlichungen gibt &#8211; nicht die Öffentlichkeit im Sportausschuss, sondern bestimmte Veröffentlichungen -, die man mal in der Sprache und im Inhalt nachlesen muss und in den Bewertungen.</p>
<p>Das können Sie sich selber &#8211; Sie werden ja eh das dann wieder kommentieren und hin und her auslegen, wie Sie wollen. Ich bleibe dabei, es gibt öffentliche Szenarien, die man einfach mal in der Sprache, darauf habe ich hingewiesen, von der Sprache her nachprüfen muss. Und da bin ich ganz deutlich der Meinung, die zielen nicht darauf hin, Parlamentarismus zu stärken, sondern ihn zu untergraben. Da können Sie in bestimmten Foren einmal selber nachlesen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man muss das wirklich endlich mal von der Sprache her nachprüfen, ob so ein Blog, äh, bestimmte Foren, den Parlamentarismus untergraben will oder öffentliche Szenarien, äh, wollen und überhaupt.</p>
<p>Das können sie <a title="Beiträge zum Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">selber nachlesen</a>, empfiehlt der Herr Abgeordnete Riegert.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Um Sprache geht es auch beim zweiten Thema meiner kleinen Medienauslese:</p>
<p>Die PR-Kampagne des FIFA-Präsidenten Sepp Hosni Ben Ali Blatter ist ja nun ziemlich verreckt, wie man vergangene Woche unschwer an <a title="google search: Blatter, racism" href="http://news.google.de/news/more?hl=en&amp;gl=de&amp;q=blatter+racism&amp;gs_upl=1835118l1838380l0l1838938l14l14l0l9l9l0l142l322l3.1l4l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=dc_QChNQSBFmhOMewQebfOHdMjiJM&amp;ei=xhrKTra1AY6WOoufrcQP&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=2&amp;ved=0CDYQqgIwAQ" target="_blank">Schlagzeilen in aller Welt</a> nachlesen konnte. Sepp kämpft also <a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544102/index.html" target="_blank">&#8220;aktiv gegen Rassismus&#8221;</a>.</p>
<ul>
<li><a title="Sepp Blatter with black people" href="http://seppblatterwithblackpeople.wordpress.com/" target="_blank">Seppblatterwithblackpeople.wordpress.com</a> (<em>via Indirekter Freistoß</em>)</li>
</ul>
<p>Ein weiterer Round Table mit ausgewählten Journalisten, der für vergangenen Freitag angesetzt war, wurde deshalb kurzfristig abgesagt. Sepp gibt aber weiter Interviews, in denen er ungehindert die Wahrheit beugen, seine Welt schönen kann und/oder seine Dialoge mit Gott wiedergeben kann, wie etwa in der <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544902/index.html?cid=twitter_president" target="_blank">Aargauer Zeitung</a>, in der BBC, gestern in der <strong>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</strong> &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/joseph-blatter-im-gespraech-ich-werde-mich-selbst-durchleuchten-lassen-11534877.html  " target="_blank"><strong>&#8220;Ich werde mich selbst durchleuchten lassen&#8221;</strong></a></li>
</ul>
<p>&#8230; und morgen gewiss anderswo.</p>
<p>Womit will Blatter sich eigentlich durchleuchten lassen?</p>
<p>Mit einem Nacktscanner?</p>
<p>[<em>Hinweis an Sepp: Zu viele Röntgenstrahlen sind der Gesundheit abträglich.</em>]</p>
<p>Es handelt sich bei derlei Veröffentlichungen meist um weitgehend keimfreie FIFA-PR: <em>&#8220;Ich, Sepp, räume jetzt aber auf! Ich hätte schon viel früher aufgeräumt, aber ich muss leider, leider, leider mit denen arbeiten, die mir im demokratischen FIFA-Gebilde an die Seite gestellt werden :(&#8220;</em></p>
<p>Die FIFA-Propagandisten verkaufen das FAS-Gespräch sogar auf der eigenen Webseite:</p>
<ul>
<li><a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1545309/index.html" target="_blank">Blatter: Football has a very positive image</a></li>
<li><a title="fifa.com" href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544942/index.html" target="_self">Blatter: Der Fußball hat ein sehr positives Image</a></li>
</ul>
<p>Blatter wolle sich ethisch durchleuchten lassen, behauptet also die FAS.</p>
<p>So ein Unsinn.</p>
<p>Blatter ist längst durchleuchtet worden. Und sollte auch weiter durchleuchtet werden. Nein, eher nicht von <a title="Korruptionsskandal in Wahlkampfzeiten" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1458829/" target="_self">Interpol</a>, <span style="text-decoration: line-through;">die hat er ja gerade mit 20 Millionen bestochen</span> denen hat er ja gerade 20 Millionen &#8220;gespendet&#8221;.</p>
<p>Sepp Blatter ist das Oberhaupt einer mafios strukturierten Familie.</p>
<p>Blatter zu durchleuchten, das war und ist und wird bleiben: die Aufgabe von Journalisten.</p>
<p>[<em>Wogegen eine Darstellerin von Transparency International, einst eine angesehene NGO, deren Mitglied ich immer noch bin, nicht als Aufklärerin, sondern - gemäß Blatter - als Beraterin des FIFA-Präsidenten agiert. Oh Gott, wie schlimm ist es bestellt.</em>]</p>
<p>Richtig ärgerlich wird es, wenn man sich anschaut, wie die FAS dieses PR-Stück verkauft, was Nachrichtenagenturen daraus machen und wie das dann im medialen Kreislauf verwertet wird <a title="google news" href="http://news.google.de/news/more?hl=de&amp;gl=de&amp;q=blatter+fifa&amp;gs_upl=2231l3900l0l4019l12l10l0l7l7l0l124l291l2.1l3l0&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=d2nl3U1z-tN9FCMPUo616aFQUXgXM&amp;ei=ihPKTpL-OYXc8gP-z4RZ&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=1&amp;ved=0CDEQqgIwAA" target="_blank">(simple Google-News-Suche)</a>.</p>
<p>Da heißt es dann eben:</p>
<ul>
<li>&#8230; Blatter wolle sich selbst ethisch durchleuchten lassen &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter gebe persönliche Fehler zu &#8230;</li>
<li>&#8230; Blatter will Exekutive entmachten &#8230;</li>
</ul>
<p>oder:</p>
<ul>
<li>&#8220;Blatters Dilemma: Zwischen FIFA-Reform und Skepsis&#8221;</li>
</ul>
<p>So ein Nonsens. Mediales Versagen.</p>
<p>Blatter gibt Fehler zu?</p>
<p>Lächerlich.</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p><strong>In einer Kolumne im Internet haben Sie aber schon geschrieben: Es sind schreckliche Fehler gemacht worden. Von Ihnen?</strong></p>
<p>Es ist so: Wer viel arbeitet, macht ab und zu Fehler. Eines aber würde ich nie mehr machen: dass die Exekutive zwei Weltmeisterschaften gleichzeitig vergibt. Da muss es ja zu Interessenskonflikten kommen, denn es konnte jeder mitstimmen, auch wenn sein eigenes Land Kandidat war. Das war ein Fehler.</p>
<p><strong>Ein persönlicher Fehler?</strong></p>
<p>Ja, auch.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Auch!</p>
<p>Blatter will sich &#8220;durchleuchten&#8221; lassen?</p>
<p>Im Original liest sich das so:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Unter anderem werden diese Leute die neuen Exekutivmitglieder ethisch und moralisch durchleuchten. Die Fifa wird ein Leumundszeugnis verlangen.</p>
<p><strong>Und die alten Mitglieder?</strong></p>
<p>Das ist eine juristische Frage. Aber ich bin überzeugt, dass sich alle Mitglieder einer solchen Überprüfung stellen werden.</p>
<p><strong>Und Sie selbst?</strong></p>
<p>Ja sicher.</p>
<p><strong>Wann?</strong></p>
<p>Im ersten Quartal des nächsten Jahres.</p></blockquote>
<p>Wow! Ja! Sicher! Im ersten Quartal des nächsten Jahres!</p>
<p>Noch einmal: Journalisten sind dazu da, Blatter und seine Kumpane zu durchleuchten, aber es gehört nicht zur Aufgabe von Journalisten, seine Wahrheitsbeugungen und die Ergüsse seiner Spin Doktoren nahezu ungebrochen zu verbreiten.</p>
<p>Btw, ich weiß, dass Blatters neue Berater (die fürstlich entlohnten Herren de Gregorio, Fisa, Alexander) noch nicht ganz auf der Höhe des Geschehens sind, dazu fehlen ihnen einfach zu viele Hintergründe. Aber vielleicht könnten sie Ihrem Chef &#8211; ich habe das gelegentlich schon von deren Vorgängern erbeten &#8211; mal sagen, dass er weniger Unsinn erzählen soll.</p>
<p>Zum Beispiel erklärt er:</p>
<blockquote><p>Diejenigen, die mich jagen und sagen, Sepp Blatter steht auf der [<em>ISL-</em>]Liste, irren sich.</p></blockquote>
<p>Sepp, mein Freund, das hat doch gar niemand behauptet. Es geht aber, zum Beispiel, darum, ob der einstige FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter jene 1,5 Millionen, die für den damaligen Präsidenten Havelange bestimmt waren, aber versehentlich auf einem FIFA-Konto ankamen, auf Havelanges Konto transferiert hat.</p>
<p>Ganz davon abgesehen, dass Sepp Blatter stets eine zentrale Rolle im von seinem alten Kumpel Horst Dassler, der ihn auch in der FIFA installierte, begründeten ISL-Korruptionssystem gespielt hat. Ganz davon abgesehen, dass Sepp sich vom Emir von Katar und von Mohamed Bin Hammam 1998 und 2002 inthronisieren ließ. Ganz davon abgesehen &#8230;</p>
<p>&#8230; aber ich will nicht die gesamte Korruptionsgeschichte der FIFA ausbreiten.</p>
<p>Übrigens: <a title="transparencyinsport.org" href="http://www.transparencyinsport.org/Secret_KPMG_letters_reveal_FIFA_rackets/secret_kpmg_letters_reveal_fifa_rackets.html" target="_blank">Andrew Jennings hat wieder publiziert</a>, basierend auf langjähriger, hartnäckiger Recherche und auf Dokumenten.</p>
<p>Ganz ohne Körperscanner.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/21/was-vom-tage-ubrig-bleibt-65-bt-grusausschuss-pr-ergusse-von-sepp-hosni-ben-ali-blatter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/20/dlf_20111120_2330_d9a5f624.mp3" length="12753408" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Transparenz vs Polit-Propaganda</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/transparenz-vs-polit-propaganda/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/transparenz-vs-polit-propaganda/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 09:35:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[csu]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11180</guid>
		<description><![CDATA[Passt eigentlich zur Rubrik &#8220;Was vom Tage übrig blieb&#8221;: Ich habe im Deutschlandfunk noch einmal in gebotener verbaler Zurückhaltung das Vorgehen so genannter Volksvertreter im Bundestag kommentiert, von denen einige gerade in Chile und Brasilien herumdilettieren. : [Verlinkt wird später, vielleicht, ich habe jetzt keine Zeit dafür.] Wer die Berichterstattung über die erste nunmehr wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Passt eigentlich zur Rubrik &#8220;Was vom Tage übrig blieb&#8221;: Ich habe im Deutschlandfunk noch einmal in gebotener verbaler Zurückhaltung <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: MdB wollen sich nicht beim iPad-spielen beobachten lassen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">das Vorgehen</a> <a title="Crowdsourcing: wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen in Ruhe schlafen und am iPad Karten spielen wollen" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/" target="_self">so genannter</a> <a title="Was vom Tage übrig bleibt (64): “Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten …”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/" target="_self">Volksvertreter</a> im Bundestag kommentiert, von denen einige gerade <a title="Bundestags-Sportausschuss flüchtet vor der Öffentlichkeit: Business Class nach Brasilien" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/" target="_self">in Chile und Brasilien herumdilettieren</a>.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/13/dlf_20111113_1928_e2a00fa6.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>[<em>Verlinkt wird später, vielleicht, ich habe jetzt keine Zeit dafür.</em>]</p>
<p>Wer die Berichterstattung über die erste nunmehr wieder nichtöffentliche Sitzung des Bundestags-Sportausschusses analysiert, bewegt sich im Reich des Absurden. Abgeordnete, die lange Jahre keinen substanziellen Beitrag zur deutschen Sportpolitik geleistet haben, außer dem, die Öffentlichkeit auszusperren, erlangen zunehmend die Deutungshoheit über ihre Inkompetenz. Sie dürfen intransparente Vorgänge im Ausschuss kommentieren, werden plötzlich wieder gefragt und mit Floskeln zitiert, beugen die Wahrheit ungeniert – und können ihren Fraktionschefs am Ende sogar hübsche Medienwerte vorgaukeln.</p>
<p>Sicher, kaum ein Bericht – ob nun in Blogs oder herkömmlichen Medien – sparte diesmal den Fakt aus, dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen blieb. Bei den nächsten Sitzungen aber, wenn das Unerhörte zur Normalität geworden ist, wird das gewiss anders aussehen, besonders in den Texten der so genannten Nachrichtenagenturen, für die meist nur eine Nachricht ist, was von offiziellen Stellen verkündet wurde.</p>
<p>Die Kernfrage lautet deshalb:</p>
<p>Muss Journalismus im dritten Jahrtausend noch so funktionieren? Gibt es eine Pflicht zur Termin-Berichterstattung über einen Ausschuss, der sich mehrheitlich der Öffentlichkeit verweigert?</p>
<p>Eine Antwort darauf lautet: Es gibt diese Pflicht nicht. Es gibt sie überhaupt nicht – mehr.</p>
<p>Eine zweite Antwort lautet: Dagegen hilft nur Recherche, und zwar losgelöst von Sitzungsterminen.</p>
<p>Es sind die Abgeordneten, die mit Ihrer Haltung eine wahrhaftige Berichterstattung verhindern. Und es spielt auch keine Rolle, ob fast alle Ausschüsse des Bundestages ebenfalls nichtöffentlich tagen. Derlei Verhaltensmuster sind inakzeptabel – sie passen nicht in diese Zeit. Denn die Gesellschaft braucht Transparenz wie die Luft zum Atmen. Der Bürger darf Transparenz erwarten und verlangen. Journalisten sollten es auch.<span id="more-11180"></span></p>
<p>Journalisten sind nicht dafür da, den Zeitvertreib von Untätigen und Inkompetenten zu protokollieren. Abgeordnete, von denen man weiß, dass sie in vielen Jahren der öffentlichen Sitzungen kaum einmal fundierte Vorträge vorbrachten und ihre Kontrollpflichten sträflich vernachlässigten, nun danach zu befragen, wie heldenhaft sie gerade hinter verschlossenen Türen die Demokratie verteidigt haben, nein, das ist nicht Aufgabe von Journalismus.</p>
<p>Mag sein, dass das einmal anders gewesen ist, mag sein, dass manche Redaktionen ihren Job noch immer so verstehen. Doch im Jahr 2011 nach Christi Geburt sollte man mit derlei Vorstellungen getrost brechen. Denn auch dadurch macht sich Journalismus, ohnehin oft als aussterbendes Gewerbe bezeichnet, tatsächlich überflüssig.</p>
<p>PR und Propaganda können die Hundertschaften von Spin Doktoren und anderer professioneller Wahrheitsbeuger im Umfeld des Bundestages viel besser erledigen. Dafür werden sie bezahlt.</p>
<p>Dank fantastischer technischer Möglichkeiten wird nicht nur die professionelle Kommunikationsbranche revolutioniert, auch das gesamte Kommunikationsverhalten der Menschen. Es kann darauf, und auf das Vorgehen des Sportausschusses, nicht Antworten aus dem vergangenen Jahrhundert geben, aus einer geradezu vorsintflutlichen Zeit, als es weder Handys noch Internet gab, als Berichte an der Schreibmaschine oder handschriftlich verfasst wurden, als man Fernschreiber benutzte und seine Tonbänder noch ins Studio trug.</p>
<p>Transparenz – das ist eine der großen Klammern dieser Zeit. Doch Deutschland bewegt sich, was die Qualität und Wirksamkeit etwa von Informationsfreiheitsgesetzen angeht, noch auf der Stufe eines Entwicklungslandes.</p>
<p>Transparenz sollte kein Schlagwort sein, sondern ein politisches Konzept. Dazu gehört eben auch der freie Zugang zu den entscheidungsrelevanten Informationen von Amtsträgern, für alle: für Bürger und Journalisten. Journalisten haben zudem die Aufgabe, Transparenz herzustellen, wenn andere sie verweigern. Die Bürger haben das Recht, jene abzustrafen, die Transparenz verhindern, etwa bei Wahlen.</p>
<p>Bereits Mitte 2010 ergab eine Forsa-Studie im Auftrag der Firma SAS, dass 88 Prozent der Deutschen die Veröffentlichung nicht-personenbezogener Daten durch die Bundesbehörden wünschen, dass 81 Prozent der Bürger glauben, eine derartige tatsächliche Informationsfreiheit gewährleiste wirkliche Teilhabe am politischen Geschehen. [<em>Manchmal zitiere sogar ich aus "Studien". Wenn es passt :)</em>]</p>
<p>Das war vor anderthalb Jahren – seither dürften sich die Verhältnisse weiter rasant verändert haben, ablesbar etwa an Stuttgart 21, am Erfolg der Occupy-Bewegung oder der Piratenpartei.</p>
<p>Doch im deutschen Sport und in der Sportpolitik, in Ländern, Bund und – leider zu oft vernachlässigt – besonders in der Sportabteilung des BMI, dominiert die Intransparenz, dominieren Geheimniskrämerei, Ämterverquickung, Postengeschacher und über Jahrzehnte gewachsene Netzwerke.</p>
<p>Die Kaste der Sportpolitiker erhält Funktion und Bedeutung fast allein dadurch, dass sie sich Informationsfreiheit verweigert, Restriktionen walten lässt und Öffentlichkeit aussperrt.</p>
<p>Ein zu großer Respekt vor dem Amt verbietet sich. Denn es ist nicht Aufgabe von Journalisten, Abgeordnete zu bewundern und ihnen automatisch Kompetenz zuzuschreiben. Es ist vielmehr so: Abgeordnete haben dem Bürger und damit der Öffentlichkeit zu dienen. Sie haben ihre Kompetenz, wenn schon nicht täglich, dann doch alle paar Wochen in derlei Ausschusssitzungen zu beweisen.</p>
<p>Wenn sie das mehrheitlich nicht tun – und das darf als inhaltliches Fazit der Berichterstattung über den Sportausschuss gezogen werden -, wenn sie noch dazu bei existenziellen Themen am iPad daddeln und Nickerchen halten, wenn billige Parteipolitik wichtiger ist als fachliches Engagement, wenn Fraktionszwang die Auseinandersetzung dominiert, dann muss das so beschrieben werden. Und es wurde von manchen so beschrieben, überaus korrekt.</p>
<p>Aufgabe von Journalismus ist nicht, die Hausaufgaben zu erledigen, die Sportpolitiker wiederholt versäumen; Aufgabe von Journalismus ist nicht, Politikern als Interview getarnte PR-Zeit einzuräumen; Aufgabe von Journalismus ist vielmehr, Hintergründe aufzudecken, Vorgänge zu enthüllen, die die Herrschenden lieber nicht öffentlich gemacht haben wollen, und – schlicht und ergreifend, frei nach Rudolf Augstein:</p>
<p>&#8220;Sagen, was ist.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/14/transparenz-vs-polit-propaganda/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/13/dlf_20111113_1928_e2a00fa6.mp3" length="2736128" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Und es sprach @SeppBlatter: &#8220;we are working for the youth of the world, we are not working for us&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/07/und-es-sprach-seppblatter-we-are-working-for-the-youth-of-the-world-we-are-not-working-for-us/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/07/und-es-sprach-seppblatter-we-are-working-for-the-youth-of-the-world-we-are-not-working-for-us/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 14:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[andreas herren]]></category>
		<category><![CDATA[bernd fisa]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[ifa]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11152</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Schräge Geschichte, heute hier im Grand Hotel Dolder in der International Football Arena.  Eigentlich war FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke als Gastredner avisiert gewesen, doch der ist nach Brasilien unterwegs, um die Wogen zu glätten. Während sein Boss Sepp die IFA dann doch nutzen wollte, um Neuigkeiten in der &#8220;Korruptionsbekämpfung&#8221; und Neues zu den FIFA-&#8221;Reformen&#8221; zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Schräge Geschichte, heute hier im Grand Hotel Dolder in der <a title="IFA" href="http://internationalfootball.com/" target="_blank">International Football Arena</a>.  Eigentlich war FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke als Gastredner avisiert gewesen, doch der ist <a title="Keir Radnedge" href="http://keirradnedge.com/2011/11/07/valcke-message-for-brazil-is-that-2014-is-for-the-world-not-just-for-you/" target="_blank">nach Brasilien unterwegs</a>, um die Wogen zu glätten. Während sein Boss Sepp die IFA dann doch nutzen wollte, um Neuigkeiten in der &#8220;Korruptionsbekämpfung&#8221; und <a title="Sepp Blatter Kolumne auf insidewordfootball.biz" href="http://www.insideworldfootball.biz/sepp-blatter-column/9868-sepp-blatter-mistakes-were-made-some-of-them-horrific-but-we-are-determined-to-remedy-the-ills-of-the-past" target="_blank">Neues</a> zu den FIFA-&#8221;Reformen&#8221; zu verkünden. Ich habe gerade aufmerksam zugehört, ein bisschen darüber <a title="JW on twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_self">getwittert</a>, aber nichts dergleichen vernommen.</p>
<p>Nun redet Barca-Präsident Sandro Rosell, dicker Kumpel vom <a title="“How to make the whole f***-up look better for FIFA”?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/" target="_self">Serienlügner</a> Valcke und vom <a title="AJs presentation at the Senat Committe in Brasilia ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/" target="_self">Großgauner Ricky Teixeira</a>, darüber, dass er die Primera Division unbedingt auf 18 und dann 16 Vereine einstampfen will.</p>
<p>Das wird gewiss Schlagzeilen geben, interessiert mich aber gerade nicht so sehr.</p>
<p>Was hat Sepp einem exklusiven Kreis aus der Fußballbranche erzählt?</p>
<p>Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>&#8230; we can not change the world, that is not possible, but we can prepare a better future</p></blockquote>
<blockquote><p>all devils of our society are in this game: violence, cheating, corruption, racism, doping, match-fixing, illegal betting, all this is in our game because it is in our society</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; we are going to change a little bit, or a lot, and to make a kind of reform</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; it is not easy. but we have taken the task</p></blockquote>
<blockquote><p>I have taken the task</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; <a title="Sepp Blatter greint: &quot;Die Institution FIFA ist nicht korrupt&quot;&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">we have an agenda, we have a road map</a>. we want to be transparent</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; I need the support of the whole community and also of the family members</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8230; because we are working for the youth of the world, we are not working for us</p></blockquote>
<blockquote><p>support me!</p></blockquote>
<p>Wie gesagt, viel mehr habe ich nicht gehört.</p>
<p>Vielleicht noch dies, es ist Sepp wichtig, dass das berichtet wird.</p>
<p>Angeblich unterscheidet er seit kurzem zwischen &#8220;FIFA family&#8221; und &#8220;FIFA community&#8221;. Das lässt Raum für Interpretationen.</p>
<p>Ich aber sage: Egal ob family oder community &#8211; schmeißt die Betrüger raus. Öffne die Konten und Archive, Sepp.<span id="more-11152"></span></p>
<p>Putzig waren mal wieder die Umstände, unter denen ich hier versuche, meine Arbeit zu machen.</p>
<p>Will es kurz machen: Ich hatte eine Akkreditierung für die IFA beantragt. Die wurde mir u.a. mit der Begründung verwehrt, es handele sich hier um eine Veranstaltung, deren Besuch allein mit Einladungen möglich ist. Nun, auf der IFA-Webseite steht das bis heute anders. Ich habe mich auch nicht groß dran gestört und bin trotzdem nach Zürich geflogen. Hatte gehofft, reinzukommen, um wenigstens Sepp Blatters Auftritt zu verfolgen. Doch Andreas Herren &#8211; ehemals FIFA-Mediendirektor, nun u.a. für Russland 2018, Match und die IFA tätig &#8211; erklärte mir, dass auch das nicht möglich sei.</p>
<p>Ich sagte ihm wahrheitsgemäß, dass ich ein bisschen Lärm machen würde, auf Twitter und überhaupt. Er meinte, ich solle das ruhig tun, skandalisieren.</p>
<p>Ich bin dann ins Dolder einen Kaffee trinken und twittern gegangen, und siehe: wer flog kurz darauf ein mit seiner Entourage?</p>
<p>Sepp.</p>
<p>Ein paar Minuten später, nach einem Gespräch mit Sepps neuem Medienmann Bernd Fisa (ehemals Michael Schumacher, Ferrari u.a.) kam Andreas Herren wieder. Und ich bekam eine Akkreditierung nachgereicht.</p>
<p>Er sagte, er hätte sich für mich eingesetzt. Ich denke mal, es war eine Kombination aus allem. Die Tweets gehörten gewiss auch dazu.</p>
<p>Dass drinnen ziemlich viele Journalisten saßen, darunter einige der üblichen Verdächtigen, war natürlich klar. Aber auch der famose Jean François Tanda von der Handelszeitung, der schon viele sehr gute FIFA/ISL-Geschichten recherchiert hat, hatte eine Akkreditierung bekommen. Darauf hatte mich Andreas Herren bereits Ende vergangener Woche hingewiesen, verbunden mit dem Argument, dass es nicht darum gehe, kritische Journalisten auszuschließen &#8211; <a title="JFTanda on Twitter" href="http://twitter.com/#!/JFTanda" target="_self">JFTanda </a>sei schließlich auch dabei.</p>
<p>Ich will es für heute mal dabei belassen.</p>
<p>(Schauen wir mal, was welche Medien nun aus Sepps doch enttäuschendem Auftritt machen.)</p>
<p>Aber die Frage, wie in der FIFA-Fußball-Familie mit Journalisten verfahren wird, wie so genannte Journalisten und Medien in den Propaganda-Feldzug eingebunden werden (siehe die Blatter-Kolumne auf insideworldfootball.biz), dieser Frage muss Mann sich nun unbedingt mal gründlicher widmen. Ich werde das tun.  Wird mal wieder Zeit.  Auch das gehört zur, nun ja, Transparenz, die die FIFA weiter verwehrt.</p>
<p>Es geht mir überhaupt nicht darum, Personen vorzuführen. Im Vergleich zu anderen Medienleuten, die für die FIFA gearbeitet haben und/oder noch immer tätig sind, habe ich meist gute Erfahrungen mit Herren gemacht &#8211; soweit man das sagen darf, ohne naiv zu sein, denn natürlich stehen wir auf verschiedenen Seiten, das sollte immer klar sein.</p>
<p>P. S.: Sehr schräg und einmal mehr peinlich für Transparency International, wie der Sepp die Einbindung von TI als Argument für die Ernsthaftigkeit seiner &#8220;Reformen&#8221; verwob.</p>
<p><strong>20.58 Uhr:</strong> Die FIFA-Propagandaabteilung hat heute auch wieder etwas zu vermelden. Wie absurd:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1539215/"><img class="aligncenter size-full wp-image-11164" title="Screenshot FIFA.com" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/blatter-forbes-screen.jpg" alt="" width="532" height="370" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Das erinnert mich doch glatt an eine Forderung, die ich mal wieder los werden muss: Personenkult gehört auch abgeschafft in Sepps Reich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/07/und-es-sprach-seppblatter-we-are-working-for-the-youth-of-the-world-we-are-not-working-for-us/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;How to make the whole f***-up look better for FIFA&#8221;?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 10:04:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[jerome valcke]]></category>
		<category><![CDATA[juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[lügenbarone]]></category>
		<category><![CDATA[mastercard]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spezialethiker]]></category>
		<category><![CDATA[visa]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[dstrict court]]></category>
		<category><![CDATA[geschäftsethik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11107</guid>
		<description><![CDATA[In einem Anfall von Wahnsinn habe ich gerade einige Zitate aus den Unterlagen des US District Courts &#8211; Case 06 Civ. 3036 (LAP) &#8211; zur Visa-Mastercard-Sache getwittert. Im Grunde geht es um die Frage, ob man dem amtierenden FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke, Buddy von Tricky Ricky Teixeira (und einst als Director of FIFA Marketing &#38; TV verantwortlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/btwitterscreen.png"><img class="size-large wp-image-11109 aligncenter" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 5px;" title="Twitter @jensweinreich" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/btwitterscreen-358x1024.png" alt="" width="358" height="1024" hspace="5" vspace="5" /></a></p>
<p>In einem Anfall von Wahnsinn habe ich gerade einige Zitate aus den Unterlagen des <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">US District Courts &#8211; Case 06 Civ. 3036 (LAP) &#8211; zur Visa-Mastercard-Sache</a> getwittert.</p>
<p>Im Grunde geht es um die Frage, ob man dem amtierenden FIFA-Generalsekretär <strong>Jérôme Valcke</strong>, Buddy von <a title="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/" target="_self">Tricky Ricky Teixeira</a> (und einst als Director of FIFA Marketing &amp; TV verantwortlich für das Kreditkarten-Desaster), glauben darf.</p>
<p>Ich sage: Nein.</p>
<p><strong>Niemand sollte Valcke auch nur ein Wort glauben.</strong></p>
<p>Wer wird schon einem Wahrheitsallergiker glauben?</p>
<p>Ob er nun Emails schreibt und darin <a title="live-Blog aus Zürich: “We are not in a crisis!”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/" target="_self">Katar unterstellt, die WM 2022 gekauft zu haben</a>, oder ob er andere Geschäfte betreibt. Valcke ist, liest man die Unterlagen zum Case 06 Civ. 3036 (LAP) aufmerksam, eine Art Serial Liar.</p>
<p>Ich verstehe nicht, wie Journalisten einen unseriösen Typen wie Valcke ernst nehmen und ständig zitieren können.<span id="more-11107"></span></p>
<p>Der FIFA-General Valcke ist <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">die Verkörperung der &#8220;Reformen&#8221; und der neuen &#8220;Transparenz&#8221; in der FIFA</a>. Er ist derjenige, der &#8211; beispielsweise &#8211; die so genannte Ethik-Kommission anweist, so genannte Verfahren zu eröffnen.</p>
<p>Und hier sind die Quotes aus den Prozessakten noch einmal im Text-Format. Wie gesagt, es gibt mehr, dies nur ein best of:</p>
<ul>
<li>FIFA’s negotiators <strong><em>lied repeatedly</em></strong> to MasterCard, including when they assured MasterCard that, consistently with MasterCard’s first right to acquire, FIFA would not sign a deal for the post-2006 sponsorship rights with anyone else unless it could not reach agreement with MasterCard.</li>
<li>FIFA’s negotiators <em><strong>lied</strong></em> to VISA when they <strong><em>repeatedly</em></strong> responded to the direct question of whether MasterCard had any incumbency rights by assuring VISA that MasterCard did not.</li>
<li>FIFA’s negotiators provided VISA with blow-by-blow descriptions of the status of the FIFA-MasterCard negotiations while <em><strong>concealing</strong></em> from its long-time partner MasterCard both the fact of the FIFA-VISA negotiations as well as the status of those negotiations – an action FIFA’s president admitted would not be “fair play&#8221;</li>
<li>FIFA’s marketing director <em><strong>lied to both</strong></em> MasterCard, FIFA’s long-time partner, and to VISA, its negotiating counterparty, to both of which FIFA, under Swiss law, owed a duty of good faith. When, pursuant to his engineering, VISA raised its bid to the same level as MasterCard’s, he <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ suggestion to give MasterCard the opportunity to submit a higher bid based on his concern for his own reputation with the FIFA Board. He also <em><strong>declined</strong></em> his subordinates’ recommendation that he recommend to the FIFA Board that it continue with its prior approval of MasterCard as the post-2006 sponsor. Instead, he told the board it was difficult for him to make a recommendation and <em><strong>never mentioned</strong></em> MasterCard’s first right to acquire the post-2006 sponsorship.</li>
<li>On the morning of the first of March 2006 FIFA board meetings and after all three FIFA boards had previously approved MasterCard as the post-2006 sponsor, FIFA’s marketing director called VISA to say that if VISA increased its cash bid by $30 million to the level of MasterCard’s bid, VISA “would be the partner&#8221;.</li>
<li>Even after MasterCard had signed the “FINAL version&#8221; of the post-2006 sponsorship agreement and returned it to FIFA, FIFA’s negotiators <em><strong>delayed telling</strong></em> MasterCard that the FIFA Board had chosen VISA; instead they waited for the VISA board to ratify the VISA agreement.</li>
<li>After the FIFA boards had approved MasterCard as post-2006 sponsor and after MasterCard had agreed to FIFA’s asking price and agreement had been reached on all other terms and after FIFA’s in-house counsel had solicited FIFA members for items that might be used to claim that MasterCard breached the Agreement, FIFA pointed to a trademark issue that had been present since 2000 or 2001 to justify granting the post-2006 sponsorship to VISA and sent a letter to MasterCard — after the commencement of this lawsuit — purporting to terminate the Agreement and thus MasterCard’s first right to acquire.</li>
</ul>
<div id="attachment_11119" class="wp-caption aligncenter" style="width: 505px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/fifaquote2.png"><img class="size-full wp-image-11119  " title="US District Court – Case 06 Civ. 3036 (LAP)" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/fifaquote2.png" alt="" width="495" height="54" /></a><p class="wp-caption-text">US District Court – Case 06 Civ. 3036 (LAP)</p></div>
<ul>
<li>After MasterCard and FIFA waived, under Swiss law, both the 90-day time periods set out in section 9.2 by their “conclusive conduct,&#8221; FIFA now seeks <em><strong>retroactively to revive</strong></em> one of the 90-day periods, but not the other, to justify its choice of VISA for the post-2006 sponsorship.</li>
<li>While the FIFA witnesses at trial boldly characterized their breaches as “<em><strong>white lies</strong></em>&#8220;, “<strong><em>commercial lies</em></strong>&#8220;, “<em><strong>bluffs</strong></em>&#8220;, and, ironically, “<strong><em>the game</em></strong>&#8220;, their internal emails discuss the “<em><strong>different excuses</strong></em> to give to MasterCard as to why the deal wasn’t done with them“, &#8220;<em><strong>h</strong></em><em><strong>ow we (as FIFA) can still be seen as having at least some business ethics&#8221;</strong></em> and how to “<em><strong>make the whole f***-up look better for FIFA</strong></em>.&#8221; They ultimately confessed, however, that “[I]t’s clear somebody has it in for MC.&#8221;</li>
</ul>
<div id="attachment_11120" class="wp-caption aligncenter" style="width: 514px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/fifaquote1.png"><img class="size-full wp-image-11120 " title="US District Court – Case 06 Civ. 3036 (LAP)" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/fifaquote1.png" alt="" width="504" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">US District Court – Case 06 Civ. 3036 (LAP)</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/04/how-to-make-the-whole-f-up-look-better-for-fifa/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bundestags-Sportausschuss flüchtet vor der Öffentlichkeit: Business Class nach Brasilien</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 11:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[joachim günther]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11086</guid>
		<description><![CDATA[Halten wir noch einmal fest, was zuletzt geschah: Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: MdB wollen sich nicht beim iPad-spielen beobachten lassen Crowdsourcing: wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen in Ruhe schlafen und am iPad Karten spielen wollen Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Halten wir noch einmal fest, was zuletzt geschah:</p>
<ul>
<li><a title="BT-Sportausschuss schließt Medien aus ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/  " target="_self">Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: MdB wollen sich nicht beim iPad-spielen beobachten lassen</a></li>
<li><a title="Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/  " target="_self">Crowdsourcing: wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag <span style="text-decoration: line-through;">unter sich bleiben wollen</span> in Ruhe schlafen und am iPad Karten spielen wollen</a></li>
<li><a title="Was vom Tage übrig bleibt (64) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/  " target="_self">Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten &#8230;&#8221;</a></li>
</ul>
<p>Der Sport-Lobbyist im Bundestag Klaus Riegert (CDU/<span style="text-decoration: line-through;">Schwäbischer Turnerbund</span>) hat erfolgreich durchgepeitscht, dass Journalisten und interessierte Bürger ab sofort von den Sitzungen des Bundestags-Sportausschusses ausgeschlossen sind.</p>
<p><strong>Journalisten hätten ihr &#8220;Privileg&#8221;, dabei sein zu dürfen, schamlos &#8220;missbraucht&#8221;, behauptet Riegert, sportpolitischer Sprecher und Obmann der CDU. </strong></p>
<p>Natürlich kann er dafür keinerlei Beweise vorlegen, aber darauf kommt es bei dieser bizarr-frechdummen Wahrheitsbeugung ja auch nicht an. Wichtig ist, dass jetzt &#8220;fachlich&#8221; gearbeitet werden kann, wie Riegert und FDP-Sportsprecher Joachim Günther behaupten.</p>
<p><strong>Deshalb fliegt eine Delegation des Ausschusses, geleitet von Günther, demnächst Business Class nach Chile und Brasilien.</strong></p>
<div id="attachment_11094" class="wp-caption aligncenter" style="width: 517px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa-programm.png"><img class="size-large wp-image-11094 " title="Programmentwurf Reise des BT-Sportausschusses nach Chile und Brasilien" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa-programm-724x1024.png" alt="" width="507" height="717" /></a><p class="wp-caption-text">Programmentwurf Reise des BT-Sportausschusses nach Chile und Brasilien</p></div>
<p>Der Brasilien-Trip wurde <span style="text-decoration: line-through;">im</span> clever vorbereitet: Da Reisen nur unternommen werden können, wenn die Themen zuvor im Ausschuss behandelt wurden, hatte man flink zum 19. Oktober einen TOP &#8220;Stand der Vorbereitungen zur Fußball WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien&#8221; eingefügt und ein Papierchen der brasilianischen Botschaft erbeten.</p>
<p>Dieses Papier ist belanglos genug, um von Fachleuten wie Riegert und Günther, die es ja nicht wirklich wissen wollen, wie vieles andere künftig der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Wer wirklich etwas wissen will, der muss dann schon <span style="text-decoration: line-through;">dieses Blog und</span> Andrew Jennings lesen oder in Brasilia Ausschuss-Sitzungen besuchen &#8211; da geht es anders zur Sache, nicht wie im Bundestag, sondern: öffentlich, fachlich, kritisch, hart.</p>
<ul>
<li><a title="Andrew Jennings: presentation to Senate Committee in Brasilia ..." href="Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”" target="_self">Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</a></li>
</ul>
<p><span id="more-11086"></span><br />
Der Jennings-Vortrag wurde übrigens auch vom Team der Präsidentin Dilma Rousseff mit Spannung verfolgt. Die Papiere wurden übersetzt und liegen im Präsidialbüro vor.</p>
<p>Im BT-Sportausschuss aber zirkulierte im Oktober nur dies, da ist die Welt voll in Ordnung, und von der flächendeckenden Korruption und Ricky Teixeira und dem gerade wegen Korruption zurückgetretenen Sportminister Orlando Silva und anderen drängenden Fragen &#8230;</p>
<p>&#8230; wurde natürlich nichts erwähnt:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa1.png"><img class="size-thumbnail wp-image-11089 alignnone" title="Brasilien, Oktober, 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa1-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa2.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11090" title="Brasilien, Oktober, 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa2-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa3.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-11091" title="Brasilien, Oktober, 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/11/brasil-sa3-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Probleme in Brasilien?</p>
<p>I wo.</p>
<p>Korruption?</p>
<p>Nicht ein Wort wird darüber verloren. (Wie sagte doch der Fußballfan Klaus Riegert, Kapitän des FC Bundestag? Die Kritik an der FIFA sei mächtig übertrieben.)</p>
<p>Seit 19. Oktober also wissen es die deutschen Abgeordneten genau &#8211; und in einigen Tagen werden sie es in Brasilien noch genauer wissen. Joachim Günther kann schon mal seine Pressemitteilung von Anfang des Jahres umschreiben lassen. Müssen eigentlich nur Jahreszahlen und Orte ausgetauscht werden:</p>
<blockquote><p><a title="PM Joachim Günther" href="http://www.joachimguenther.de/Keine-Bedenken-bezueglich-Fussball-WM-in-Katar/38832c1i1p2410/index.html" target="_blank">Keine Bedenken bezüglich Fußball-WM in Katar</a></p>
<p>Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages beendet heute seinen mehrtägigen Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. &#8220;Ich bin sicher, dass Katar ein hervorragender Gastgeber für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 sein wird&#8221;, so Joachim Günthers Fazit. Bedenken, dass wegen der Hitze, die dort im Sommer herrscht, nicht ordentlich Fußball gespielt werden könne, hat Joachim Günther nach vielen Gesprächen vor Ort nicht mehr. &#8220;Selbst Uli Stielicke, der jetzt in Katar als Trainer arbeitet, hat uns bestätigt, dass die Klimaanlagen in den Stadien ganz hervorragend funktionieren.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p><a title="Uli Stielike" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uli_Stielike" target="_self">Uli Stielike</a> wird natürlich anders geschrieben, aber was weiß ein Fachmann wie Günther schon.</p>
<p><strong>Grit Hartmann</strong> hat die Geschichte gestern Abend im <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1594001/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> so beschrieben:</p>
<blockquote><p><strong>Korruptionsinfos aus erster Hand?</strong></p>
<p><em>Sportausschuss reist nach Südamerika</em></p>
<p><em><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/01/dlf_20111101_2255_bc655be1.mp3" target="_self">:</a></em></p>
<p>Der Sportausschuss des Bundestages, jenes Gremium also, dessen Sitzungen Union und FDP von der Öffentlichkeit abgeschottet haben, will demnächst nach Aussage der Koalitionäre &#8220;effizienter&#8221; arbeiten. Den Anfang macht dabei eine Exkursion nach Brasilien und Chile.</p>
<p>Ungewöhnlich, aber wahr: Der Sportausschuss begibt sich in diesem Jahr schon auf seine zweite sogenannte Delegationsreise. Nach dem Januar-Besuch in Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten steht nun eine einwöchige Exkursion nach Chile und Brasilien an. Wie der Deutschlandfunk erfuhr, starten die Abgeordneten am 12. November von Frankfurt/Main nach Sao Paulo, von dort geht&#8217;s nach Santiago de Chile,  zurück nach Sao Paulo, dann nach Rio und am 18. November spätabends wieder in die Heimat. Der Flugplan ist klar &#8211; das Anliegen des Südamerika-Trips ist es weniger. Das Programm sei noch Änderungen unterworfen, heißt es, Anfang kommender Woche wisse man Genaues.</p>
<p>Dem Deutschlandfunk liegt ein älterer Entwurf des Reiseplans vor: Demnach gönnen sich die Politiker beispielsweise in der chilenischen Hauptstadt erst mal eine Stadtführung. Geplant ist sodann ein Gespräch im Sportministerium, und zwar zu einem Programm namens &#8220;Wähle einen gesunden Lebensstil&#8221;. Für derlei ist der Sportausschuss zwar in Berlin  nicht zuständig, aber womöglich ist das einfach Kontrast zu einem anderen Termin &#8211; zum Besuch im Anti-Doping-Labor.</p>
<p>Brasilien verspricht mehr Spannung. Zwar liegen die Großevents &#8211; Fußball-WM 2014 und Sommerspiele 2016 &#8211; klar außerhalb dieser Legislaturperiode. Aber besonders in Sao Paulo könnte es für Abgeordnete, die unlängst Sachverständige zum Thema Korruption luden und bei deren Vorträgen auf dem iPad Karten spielten, endlich lebensecht zugehen. Sao Paulo ist Bühne für das WM-Eröffnungsspiel; die FIFA vergab es unter dubiosen Umständen an ein noch zu erbauendes Stadion des Erstliga-Clubs Corinthians.</p>
<p>Dessen Präsident gilt als Verbündeter von Verbandschef und FIFA-Vorständler Ricardo Teixeira. Teixeiras illegale Geschäfte werden gerade untersucht, vom Generalstaatsanwalt und vom Senat. Gespräche mit Parlaments-Kollegen beinhaltet die Agenda der Reisegesellschaft nach dem vorliegenden Plan trotzdem nicht &#8211; dafür aber welche in der Stadtverwaltung und, tatsächlich, &#8220;mit Vertretern des brasilianischen Fußballverbandes&#8221;. Es geht also wohl um Korruptionsinfos aus erster Hand.</p>
<p>In Rio wollen die Abgeordneten sich beim Olympia-Org-Komitee informieren und das Maracana-Stadion besuchen. Das ist 2014 Ort des WM-Finales, aber derzeit nicht vorhanden. Das alte wurde abgerissen, das neue ist noch Baugrube.</p>
<p>Und wer nimmt nun die anstrengende Rundreise auf sich? Das steht noch nicht ganz fest. Ein paar Abgeordnete, heißt es, hätten abgesagt. Die Delegationsleitung übernimmt, so viel ist sicher, der Liberale Joachim Günther, der Sportausschuss-Vize.</p>
<p><strong>Ihn kann man nicht befragen, denn Günther tourt gerade mit einer Bundestagsdelegation in Rumänien. Also dort, wo eine Firma, an der er beteiligt ist, Geschäfte macht mit der als Diplomfabrik verrufenen Spiru-Haret-Universität. </strong>Vom Sportausschuss-Trip nach Katar brachte Günther schon interessante Gewissheiten mit: &#8220;Nach vielen Gesprächen vor Ort&#8221;, so ließ er wissen, habe er keine Bedenken, dass in der Hitze dort nicht ordentlich Fußball gespielt werden könne.</p>
<p>Da darf man gespannt sein auf die Frohbotschaften aus Brasilien. Sofern diese mit der Öffentlichkeit geteilt werden.</p></blockquote>
<p><em>Nachtrag, 4. November, 11.23 Uhr:</em> Ich wurde soeben von einem schwäbischen Leser darauf hingewiesen, dass Klaus Riegert nicht mehr Vizepräsident des <a title="Präsidium des Schwäbischen Turnerbundes" href="http://www.stb.de/stb/organisation/praesidium.html" target="_blank">Schwäbischen Turnerbundes</a> ist. Er war es lange Jahre, und auf der <a title="BT Klaus Riegert" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/R/riegert_klaus.html" target="_blank">Bundestags-Webseite</a> allerdings steht das bis zu diesem Moment auch noch so.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/11/02/bundestags-sportausschuss-fluchtet-vor-der-offentlichkeit-business-class-nach-brasilien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>33</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/01/dlf_20111101_2255_bc655be1.mp3" length="1823232" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Andrew Jennings’ presentation to Senate Committee in Brasilia: “The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira”</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 13:48:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrew Jennings</dc:creator>
				<category><![CDATA[andrew jennings]]></category>
		<category><![CDATA[brasilien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[english text]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joao havelange]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[korruptionsverdunklungsvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11041</guid>
		<description><![CDATA[by Andrew Jennings, Transparency in Sport presentation to Senate Education, Culture and Sports Committee in Brasilia, Wednesday October 26, 2011. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Irish Times: Jennings urges Brazil to freeze out corrupt officials BBC: Investigative journalist Andrew Jennings tells Brazil that Fifa &#8220;stinks&#8221; Reuters: Call to bar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>by Andrew Jennings</strong><strong>, <a title="Transparency in Sport" href="http://www.transparencyinsport.org" target="_blank">Transparency in Sport</a></strong></p>
<p><em>presentation to Senate Education, Culture and Sports Committee in Brasilia, Wednesday October 26, 2011.</em></p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<ul>
<li>Irish Times: <a title="Irish Times" href="http://www.irishtimes.com/newspaper/sport/2011/1028/1224306622867.html" target="_blank">Jennings urges Brazil to freeze out corrupt officials</a></li>
<li>BBC: <a title="BBC" href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/football/15480890.stm" target="_blank">Investigative journalist Andrew Jennings tells Brazil that Fifa &#8220;stinks&#8221;</a></li>
<li>Reuters: <a title="Reuters" href="http://uk.reuters.com/article/2011/10/27/uk-soccer-brazil-fifa-idUKTRE79Q3YX20111027" target="_blank">Call to bar any corrupt officials from World Cup preparations</a></li>
</ul>
<p><strong>The Truth about FIFA Corruption &amp; Ricardo Teixeira - A verdade sobre FIFA Corrupção &amp; Teixeira Ricardo</strong></p>
<p>Good morning. Thank you for your invitation.</p>
<p>I have been an investigative reporter for 45 years. I research and acquire confidential documents.</p>
<p>Then I write books and articles and make investigation films for the BBC.</p>
<p>I have been investigating FIFA for 10 years.</p>
<p>I have considerable experience in investigating organised crime and I can assure you that FIFA ticks all the boxes in the academic definition of an Organised Crime Family.</p>
<p>Today I want to tell you about the latest corruption crisis at FIFA and how it will impact on the 2014 World Cup.</p>
<p>But first – Meet some of the members of FIFA’s 23-man Executive Committee.<span id="more-11041"></span></p>
<p>[<em>JW says: I do not publish all pictures and videos from AJs presentation, and this can be a little bit confusing for my readers, I am sorry.</em>]</p>
<p># Jim Boyce is Britain’s vice-president. He is silent about corruption. He can expect to pocket around US$1 million in FIFA payments in the next 4 years.</p>
<p># <a title="Schwere Niederlage für Hyundai-Chung: Prinz Ali wird FIFA-Vize" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/06/afc-wahlschlacht-in-doha-oder-the-future-is-asia/" target="_self">Prince Ali</a> from Jordan. A lightweight. Put in place by Blatter to get rid of one of his critics.</p>
<p># Julio Grondona from Argentina, chairman of FIFA’s Finance Committee, currently under investigation for black money accounts in Switzerland. In June 2003 he said on TV, ‘I don’t believe a Jew can ever be a referee at our senior level because it’s hard work and, you know, Jews don’t like hard work.’</p>
<p># <a title="Die FIFA und die Medien: Gruß aus Nordkorea (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/" target="_self">Worawi</a> <a title="live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: “Die Institution FIFA ist nicht korrupt”" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/" target="_self">Makudi</a> from Thailand has been named in several FIFA scandals and is currently under investigation for misuse of FIFA development money.</p>
<p># Manilal Fernando from Sri Lanka is under investigation for his possible involvement in the notorious US$1 million vote-buying scandal set up Qatar’s Mohamed Bin Hammam in Trinidad in May.</p>
<p># Nicolas Leoz from Paraguay, at left, president of Conmebol. Swiss court documents reveal he took US$ 730,000 in bribes from the former FIFA marketing company, ISL. Blatter refuses to investigate.</p>
<blockquote><p>read more:</p>
<ul>
<li><a title="The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/16/the-isl-bribery-system-138-million-chf-for-senior-officials-in-the-olympic-world/" target="_self">The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world</a></li>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens. " href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.</a></li>
<li><a title="Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee" href="http://www.jensweinreich.de/2010/10/25/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee/" target="_self">Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p># Issa Hayatou is president of African football and being investigated by the International Olympic Committee for taking a bribe from the ISL company. It was paid to him by the man he’s talking to here. [<em><a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/?s=jean-marie+weber" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, ISL-bagman</em>]</p>
<p>Currently Ricardo Teixeira is Blatter’s choice to succeed him as FIFA President:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11060" title="Sepp, Tricky Ricky" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/c904149e.m.jpg" alt="" width="500" height="457" /></p>
<p>I will have more to say about Mr Teixeira later.</p>
<p># Chuck Blazer from New York. For the last 21 years Blazer and Jack Warner looted the Confederation of Central, North American and Caribbean countries. <a title="FIFA-Whistleblower Chuck Blazer kassiert 9,6 Millionen Dollar (und mehr)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/17/fifa-saubermann-chuck-blazer-kassiert-96-millionen-dollar-und-mehr/" target="_self">Chuck Blazer’s Caribbean bank accounts are now being examined by the FBI.</a></p>
<p>In December 2006 – at the conclusion of a law suit in New York bought by <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">MasterCard against FIFA</a> &#8211; Judge Loretta Preska stated:</p>
<blockquote><p>Mr Blazer’s testimony was generally without credibility, based on his attitude and evasive answers on cross examination &#8230;</p></blockquote>
<p>She added:</p>
<blockquote><p>Mr Blazer’s testimony is rejected as fabricated.</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11061" title="Court file" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/22648d4b.m.jpg" alt="" width="500" height="228" /></p>
<p><strong>FIFA paid MasterCard US$90 million to settle the case.</strong></p>
<p># Rafael Salguero from Guatemala was nominated by the now discredited Jack Warner. I won’t repeat the allegations about Mr Salguero!</p>
<p>This is the biggest scandal ever at FIFA. It’s the payment of bribes to FIFA officials by the ISL sports marketing company in return for World Cup contracts. It is currently making news in Brazil – and globally.</p>
<p>Let’s introduce this saga through some of the activities of FIFA General Secretary Jerome Valcke.</p>
<p>Here he is with a friend.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11062" title="Valcke kisses Tricky Ricky" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/b19ee9ce.m.jpg" alt="" width="332" height="500" /></p>
<p>In early 2001 Valcke worked for a French company hoping to buy the assets of the bankrupt ISL company. His team examined the ISL books. He discovered the massive, secret kickbacks to FIFA officials.</p>
<p>He tried to use this information to re-negotiate contracts with FIFA. On April 30 2001, Mr Valcke received this astonishing letter from Blatter:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11064" title="Blatter letter to Valcke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/39fd05c1.m.jpg" alt="" width="338" height="500" /></p>
<p>The highlites are:</p>
<blockquote><p><strong>Threats were specifically directed against both FIFA and “certain gentlemen of FIFA.”</strong></p></blockquote>
<p>And &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>The position of FIFA in no way will ever be altered by any threats or attempts of blackmailing.”</strong></p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11065" title="Blatter letter to Valcke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/1ffc8911.m.jpg" alt="" width="500" height="118" /></p>
<p>Two years later Blatter hired this ‘blackmailer’ to be his new head of marketing! You might wonder, why?</p>
<p>Like Chuck Blazer, Mr Valcke also gave evidence in the MasterCard case. Their lawyer Mr Martin Hyman <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">accused Mr Valcke of lying</a>.</p>
<blockquote><p>Disraeli once said there were three kinds of &#8220;lies, darned lies and statistics. &#8221; We have learned from the FIFA Marketing Group that there are more. We have learned about the six degrees of prevarication, white lies, commercial lies, bluffs, pure lies, straight untruths and perjury.</p></blockquote>
<p>And:</p>
<blockquote><p><strong>Mr Valcke even lied when testifying about his lies. But in FIFA&#8217;s world, that&#8217;s perfectly okay.</strong></p></blockquote>
<p>That was in December 2006. It was an international scandal.</p>
<p>Sepp Blatter announced that Jerome Valcke was fired!</p>
<p>Six months later Blatter brought him back &#8230; promoted to be FIFA General Secretary! Again – what hold does the blackmailing Valcke have over Blatter?</p>
<p>[<em>JW says: <a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Read more about 2006/2007 FIFA-lies</a>, included links.</em>]</p>
<p>The ISL contracts-kickbacks story began in 1974 when German businessman Horst Dassler paid bribes to get Joao Havelange elected president of FIFA.</p>
<p>Mr Dassler, from the family who owned Adidas, created the ISL company and wanted FIFA’s lucrative World Cup contracts. Did Havelange put his hand out for money? Or did Dassler offer the bribes? Who made the first move? Mr Havelange could tell us.</p>
<p>Horst Dassler died in 1987. Havelange remained FIFA president, Sepp Blatter was his General Secretary. In between them, here, is Jean-Marie Weber, formerly Dassler’s assistant, who became notorious as the ‘Bagman’ who delivered the ISL bribes. He admitted this in court in 2008.</p>
<p>A key player in the conspiracy to privatise the people’s sport was IOC president Juan Antonio Samaranch. One of the IOC’s dirty secrets is the 37-year fascist history of Samaranch, former sports minister for Franco. There he is with his arm up, fourth from right. Samaranch and Dassler worked together to deliver sport to the sponsors.</p>
<p>In 1996 the American IMG company tried to break ISL’s monopoly on FIFA contracts. IMG offered US$1 billion for the rights to the 2002 World Cup.</p>
<p>They soon discovered FIFA General Secretary Blatter and President Havelange were lying to them.</p>
<p>This is IMG executive Eric Drossart. He wrote to Blatter:</p>
<blockquote><p>Sepp, it is very difficult to conclude anything other than there being two sets of rules in operation here, one for ISL and one for the rest &#8230; your responses to our efforts are merely a cosmetic exercise designed to protect FIFA from future accusations of unfair and improper competitive conduct.”</p></blockquote>
<p>[<em>JW says: Read more about the 1995/96 TV-corruption - <a title="JW Play the Game 2000" href="http://www.playthegame.org/knowledge-bank/articles/politics-and-corruption-in-fifa-1002.html" target="_blank">Play the Game</a> and in <a title="Das Milliardenspiel" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/milliardenspiel/" target="_self">my book</a> <a title="Revolution am Hofe Havelange" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7851547.html" target="_blank">Das Milliardenspiel.</a></em>]</p>
<p>FIFA double-crossed IMG, ISL got the business and Blatter and Weber got closer.</p>
<p>Here’s Sepp Blatter in 2004 with “The Bagman” &#8211; Jean Marie Weber.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11067" title="The Bagman and his best friend" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/jmw-sepp.jpg" alt="" width="484" height="340" /></p>
<p>From 2001 ISL, Weber, Blatter and the bribe-takers were investigated by this man – Investigating Magistrate Thomas Hildbrand. FIFA and Blatter did all they could to obstruct him.</p>
<p>In 2006 the BBC were investigating the ISL bribery scandal.</p>
<p>We sent emails to Blatter requesting an interview.</p>
<p>He ignored our emails.</p>
<p>So we went to see him.</p>
<p>We caught up with him on a public footpath near the old FIFA House on the day of a FIFA press conference.</p>
<p>I have been banned from FIFA since 2003 when I published a documented story revealing that Blatter pays himself a huge, secret, annual bonus.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>JENNINGS: Please can I come into your press conference?</p>
<p>I said please may I come into your press conference?</p>
<p>BLATTER: When, now?</p>
<p>AJ: Yeah now.</p>
<p>BLATTER: Ok.</p>
<p>AJ: May I come in?</p>
<p>BLATTER: Yes ok.</p>
<p>AJ: But some of your press people won’t always let me in.</p>
<p>BLATTER: I will take care of it. Okay?</p>
<p>AJ: I just want to put a question to you now because some of your press people don’t let me get in, they bar me.</p>
<p>BLATTER: You come with me.</p>
<p>AJ: Let me just ask you this, do you know which football officials took bribes from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: Sorry, I don’t speak about that.</p>
<p>AJ: Do you know which football officials took payments from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: I don’t answer these questions. (&#8230;)</p>
<p>AJ: Have you tried to find out who took these payments from the ISL Marketing Company?</p>
<p>BLATTER: You know better than I know, you know better than I know.</p>
<p>AJ: You’re the president of world football, I’m only a reporter.</p>
<p>BLATTER: No, listen, listen, you know better than I know. This is a file which is in the hands of the justice and the courts and it shall be there until …</p>
<p>AJ: Will you tell me who took the 1 million franc bribe? … I’m told you ordered this bribe should be moved to the man who’s name is on the payment, can you tell me who it went to, was it President Havelange?</p></blockquote>
<p>As soon as we stopped filming he refused me entry to his press conference.</p>
<p>Two years later I was at the courthouse in Zug. Six ISL executives were accused of trading while insolvent. The judge confronted Jean-Marie Weber: Did ISL pay around US$100 million in bribes to sports officials?</p>
<p>Yes, said Mr Weber.</p>
<p>For years I’ve been gathering evidence about corruption at the highest levels within FIFA. But there was one crucial document I couldn’t get hold of. Then just over a month ago a trusted source delivered the goods.</p>
<p>It’s a secret document, which some people at FIFA hoped could be kept buried forever.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11068" title="ISL doc 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/8afe60a6.m.jpg" alt="" width="500" height="339" /></p>
<p>Line by line it details 175 secret payments, totalling tens of millions of dollars.</p>
<p>I know from well placed sources that the payments were bribes.</p>
<p>Among the list of names. Some senior FIFA officials.</p>
<p>This is real money, massive kickbacks on World Cup contracts.</p>
<p>Havelange owes a lot to Blatter. On March 3 1997 ISL made a terrible mistake. They sent a bribe for 1.5 million Swiss francs – around US$1 million – intended for President Havelange &#8211; direct to FIFA’s bank account!</p>
<p>I tell this story in the first chapter of my book and in BBC films. Here’s the evidence, from ISL files:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11069" title="ISL doc 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/59ace76f.m.jpg" alt="" width="500" height="52" /></p>
<p>FIFA general secretary Sepp Blatter ordered the money transferred quickly to a Havelange private account. He denies it ever happened.</p>
<p>How much did FIFA president Joao Havelange take in bribes?</p>
<p>My guess is in excess of US$50 million. Did he pay tax in Brazil on this money?</p>
<p>I will now move on to 3 other cases of bribes paid to FIFA officials. The BBC sent each man at least 2 emails inviting them to grant interviews. They did not respond.</p>
<p>One of them is Issa Hayatou – well known to “The Bagman” Jean-Marie Weber. This is from my film of November 29 last year.</p>
<p>Mr Hayatou is a FIFA Vice President representing fifty-three African countries.</p>
<p>The list shows ISL paying him 100,000 French Francs.</p>
<p>Next to his name it says “barzahlung”. German for cash payment</p>
<p><!--more-->He didn’t answer our letter either. This time I got a bit closer.</p>
<blockquote><p>Mr Hayatou. Andrew Jennings we’ve met before. Could you spare me a moment?</p>
<p>I’d like to ask you about monies.</p>
<p>Please, please, please.</p></blockquote>
<p>We’ve looked. The ISL books show that you received money from the ISL books.</p>
<p>That’s what the lists say. They say you received money, Issa.</p>
<blockquote><p>Your name is in the books from ISL. Your name is in the books for getting money that is why I am asking you.</p>
<p>Arrete please, out.</p>
<p>OK, yeah.</p></blockquote>
<p>Then there’s Nicolas Leoz from Paraguay. In court in Zug in 2008 we were told that he had received US$130,000 from ISL in the year 2000.</p>
<p>Then I obtained the complete list – and discovered that Mr Leoz had pocketed a lot more</p>
<p>Thanks to this secret list of payments we’ve obtained, never revealed in open court, we can see that Mr Leoz got a great deal more.</p>
<p>The ISL list shows he received three further payments.</p>
<p>One of two hundred thousand dollars.</p>
<p>Another one of two hundred thousand.</p>
<p>And yet another one.</p>
<p>That’s a further 600,000 dollars worth of bribes for Mr Leoz</p>
<p>We wrote asking him to explain the payments. He didn’t respond so I tried to catch up with him at a luxury hotel in Zurich.</p>
<blockquote><p>Senor Leoz, senor Leoz. Did you take bribes from the ISL company?</p>
<p>Senor Leoz, (Spanish translation of above)</p>
<p>Si or Non?</p></blockquote>
<p>Senators – you will remember that in 2001 you published your report of an investigation into Ricardo Teixeira and the CBF.</p>
<p>You discovered that Teixeira and his company were receiving money from a company in Liechtenstein named Sanud.</p>
<p>Here’s a random page from that report.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11071" title="Brazil Sanud 2001" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/544b5ac7.m.jpg" alt="" width="422" height="500" /></p>
<p>I understand that your investigation could not find out where Sanud got its money from.</p>
<p>I discovered that Sanud’s money came from the ISL company.</p>
<p>Here’s a few extracts from the company bribe list</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11070" title="ISL doc, Sanud" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/e1860036.m.jpg" alt="" width="500" height="276" /></p>
<p>In November last year I caught up with him. This is what the world has watched.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<blockquote><p>JENNINGS: Here’s another Liechtenstein company, named Sanud.</p>
<p>It got 21 payments totalling 9.5 million dollars.</p>
<p>This time there are some clues about who got the money.</p>
<p>They point to the most significant person linked to our secret document. He’s another member of FIFA’s executive committee.</p>
<p>And the man in charge of the next World Cup, in Brazil in 2014.</p>
<p>Panorama has met him before</p>
<p>In 1998 we tried to ask him about his role in sponsorship deals for Brazil’s national team.</p>
<p>You don’t want to talk about football.</p>
<p>I would like to talk about football.</p>
<p>No more answers. No more questions. Bye, bye.</p>
<p>But we’ve got new questions, because that Liechtenstein company, Sanud, has been closely linked to him in the past.</p>
<p>An inquiry by the Brazilian senate in 2001 found that funds from Sanud had been secretly channeled to Mr Teixeira.</p>
<p>So did the 9.5 million dollars on our list end up in his pocket as well?</p>
<p>We wrote to Mr Teixeira and asked. He didn’t reply either.</p>
<p>Hello Mr Teixeira. Could we talk to you please?</p>
<p>So I went back to FIFA’s hotel in Zurich to ask him.</p>
<p>Did you take your bribes through the Sanud company?</p>
<p>What were those payments from the ISL company for?</p>
<p>Mr Teixeria.</p>
<p>Oh dear.</p></blockquote>
<p>Swiss Magistrate Thomas Hildbrand discovered enough evidence to prove that 2 FIFA officials took ISL bribes – and that Blatter had covered it up. In May 2010 he announced that the case had been settled. Here’s his public statement:</p>
<blockquote><p>Investigating Magistrate Thomas Hildbrand in August 2008 began an investigation into allegations that certain members of FIFA’s Executive Committee received kickbacks on marketing contracts. After five years of inquiries the accused agreed to repay 5.5million Francs and the case was closed.”</p></blockquote>
<p>Who were the accused? They are Blatter, Teixeira and Havelange. They have paid a small fortune to have their names kept secret.</p>
<p>But they cannot. The BBC and several Swiss newspapers are fighting a legal battle to have Hildbrand’s report published.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11073" title="ISL doc Zug 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/f7f27554.m.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Blatter, Havelange and Teixeira are resisting – and here are the Swiss lawyers for clients B1, B2 and B3.</p>
<p>I know this because the BBC receives copies of all correspondence.</p>
<ul>
<li>B1 is Blatter and Fifa, represented by lawyers Nobel &amp; Hug</li>
<li>B2 is Ricardo Teixeira, represented by law firm Schweiger</li>
<li>B3 is Joao Havelange, represented by law firm Niedermann.</li>
</ul>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11074" title="ISL doc Zug 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/5c5920a9.m.jpg" alt="" width="500" height="415" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11075" title="ISL doc Zug 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/cef3ddd4.m.jpg" alt="" width="500" height="417" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11076" title="ISL doc Zug 4" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/1fccd1e5.m.jpg" alt="" width="500" height="379" /></p>
<p>Last week the Public Prosecutor in Zug rejected the arguments of Blatter, Teixeira and Havelange.</p>
<p>The big question now is: Will Blatter, Teixeira and Havelange continue to fight for suppression?</p>
<p>Our lawyers say it is inevitable that the Swiss Supreme court will order disclosure in the public interest – although it may take another 12 months.</p>
<p>Then you will have a massive international scandal hanging over your world Cup. Two Brazilians and President Blatter.</p>
<p>Thank you.</p>
<p>[<em>JW says: As far as I heard the long Q &amp; A session with Senators and AJ in Brasilia has produced much more details - and fun.</em>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/31/andrew-jennings-presentation-to-senate-committee-in-brasilia-the-truth-about-fifa-corruption-ricardo-teixeira/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage übrig bleibt (64): &#8220;Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten &#8230;&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 19:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[csu]]></category>
		<category><![CDATA[dagmar freitag]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[hall of shame]]></category>
		<category><![CDATA[herbert fischer-solms]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikationsherrscher]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[novosp]]></category>
		<category><![CDATA[oliver fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11045</guid>
		<description><![CDATA[Herbert Fischer-Solms hat gerade im Deutschlandfunk einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur bisherigen Berichterstattung über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an: Was bisher geschah &#8211; meine Zusammenfassung: : Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) hat &#8220;an der Qualität einige Dinge&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herbert Fischer-Solms</strong> hat gerade im <strong>Deutschlandfunk</strong> einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">bisherigen</a> <a title="Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/" target="_self">Berichterstattung</a> </strong>über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an:</p>
<p>Was bisher geschah &#8211; meine Zusammenfassung:</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1910_05b7472f.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>Klaus Riegert (CDU/<span style="text-decoration: line-through;">Schwäbischer Turnerbund</span>) </strong>hat &#8220;an der Qualität einige Dinge&#8221; in meinem &#8220;Statement&#8221;, &#8220;die man auch anders würdigen kann&#8221;, wenn ich ihn recht verstanden habe, was echt schwerfällt. Egal, hier auch das Interview mit demjenigen, der Öffentlichkeit und Transparenz scheut wie der Teufel das Weihwasser: Klaus Riegert, sportpolitischer Sprecher der Union.</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1938_358bfe99.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ich denke, dies und Riegerts erschreckend hilflos-ahnungslose Satzfetzen im <a title="zeit-online: Interview mit Klaus Riegert (CDU)" href="http://www.zeit.de/sport/2011-10/sportpolitik-riegert-presse-2/komplettansicht" target="_blank">Zeit-online-Interview</a> mit Oliver Fritsch erklären einiges.</p>
<p>Zum Abschluss schließlich das Interview von Herbert Fischer-Solms mit der Sportausschusschefin <strong>Dagmar Freitag (SPD/Deutscher Leichtathletik-Verband)</strong>, der die Entwicklung hörbar peinlich ist:</p>
<p><a title="dradio.de" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1944_c5857dc5.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><em>Nachtrag, 4. November, 11.21 Uhr:</em> Ich wurde soeben von einem schwäbischen Leser darauf hingewiesen, dass Klaus Riegert nicht mehr Vizepräsident des <a title="Präsidium des Schwäbischen Turnerbundes" href="http://www.stb.de/stb/organisation/praesidium.html" target="_blank">Schwäbischen Turnerbundes</a> ist. Er war es lange Jahre, und auf der <a title="BT Klaus Riegert" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/R/riegert_klaus.html" target="_blank">Bundestags-Webseite</a> allerdings steht das bis zu diesem Moment auch noch so.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-64-da-ist-uberhaupt-nichts-dran-falsch-etwas-zu-berichten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1910_05b7472f.mp3" length="2040320" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1938_358bfe99.mp3" length="2779648" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/30/dlf_20111030_1944_c5857dc5.mp3" length="4152320" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 12:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[daniel drepper]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[joachim günther]]></category>
		<category><![CDATA[jonathan sachse]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[novosp]]></category>
		<category><![CDATA[pavel mayer]]></category>
		<category><![CDATA[perikles simon]]></category>
		<category><![CDATA[pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=11010</guid>
		<description><![CDATA[Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen: Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen:</p>
<blockquote><p>Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst vor Veränderung haben. Sie glauben, dass ihre bisherigen wirtschaftlichen und politischen Erfolge sie moralisch dazu berechtigen, die Regeln der neuen Welt bestimmen zu können. Sie wollen weiter erfolgreich und mächtig sein, ohne sich so radikal ändern zu müssen, wie es die neuen Umstände der digitalen Welt erfordern. (&#8230;)</p>
<p>Viele „Kartelle der Angst“ werden zwar nach und nach von den Realitäten überholt und politisch und wirtschaftlich marginalisiert. Doch wenn sie im Untergang ihre alte Macht rücksichtslos nutzen, können sie nicht nur vorübergehenden gesellschaftlichen Schaden verursachen.</p>
<p><em><strong>Pavel Mayer</strong>, MdL Berlin, Die Piratenpartei, in der <a title="FAZ.net: Die Antwort der Piraten" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/netzfreiheit-die-antwort-der-piraten-11495541.html" target="_blank">FAZ vom 16. Oktober 2011</a></em></p></blockquote>
<p>Schaun mer also mal, was die MdB im Sportausschuss, Lobbyisten und Wahrheitsbeuger wie Joachim Günther (FDP) und Klaus Riegert (CDU), mittelfristig <strong><a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen …" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">unter Ausschluss der Öffentlichkeit</a></strong> geplant haben.</p>
<p>Denn dieses <strong>Kartell der Angst</strong> will ja, so die Propaganda, nunmehr fachlich Höchstleistungen vollbringen und all das bieten, wozu es bisher unter den Augen von Journalisten und anderen interessierten Bürgern leider nicht in der Lage war:</p>
<ul>
<li>der Kontrollpflicht von BMI und Sportverbänden nachkommen,</li>
<li>sich professionell vorbereiten und fachlich kompetent sein &#8230;</li>
<li>&#8230; und etliches mehr. (Wer sich darüber ein Bild machen möchte, dem seien erneut meine <a title="tag Notizen vom Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/novosp/" target="_self">Notizen vom Sportausschuss und viele andere Beiträge empfohlen</a>.)</li>
</ul>
<p>Jetzt aber wird alles anders.</p>
<p><a title="abgeordnetenwatch.de" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37894--f315487.html#q315487" target="_blank">Klaus Riegert</a> <a title="klaus-riegert.de - Erklärung seines Mitarbeiters Thomas Dorenburg" href="http://klaus-riegert.de/gaestebuch.php?SESSION_ID=d33da3c7d36e383449569076c0caf2d3" target="_blank">dumpft:</a></p>
<blockquote><p>In Blick auf ein effektives und fachpolitisches Arbeiten ist man daher zur ursprünglichen Form entsprechend der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages zurückgekehrt. Diesen Wechsel als einen „Skandal“ zu bezeichnen oder diesen in Verbindung mit „autoritären Systemen“ zu stellen, spricht für sich selbst.</p></blockquote>
<p>Joachim Günther <a title="joachimguenther.de" href="http://www.joachimguenther.de/" target="_blank">irrlichtert:</a></p>
<blockquote><p>Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll eine effizientere Arbeit ermöglicht werden. <strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong> Joachim Günther: &#8220;Auch ich stehe selbstverständlich für Themenanfragen zur Verfügung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da stimmt natürlich kaum etwas an diesen großen und kleinen Wahrheitsbeugungen. Oder soll ich etwa sagen: Lügen?</p>
<p>Zwei Beispiele nur, die belegen, dass der Steinzeit-Kommunikator Günther, der so gewiss auch in Nordkorea Karriere gemacht hätte, mitnichten stets zur Verfügung steht:</p>
<ul>
<li><a title="Ein Arbeitsprotokoll ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/ein-protokoll-20-fragen-an-die-mdbs-im-sportausschuss/" target="_self">Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB’s im Sportausschuss</a></li>
<li>Grit Hartmann: <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)</a> &#8211; sie schreibt &#8230;</li>
</ul>
<blockquote><p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht.</p></blockquote>
<p>So ist das mit der Wahrheit.</p>
<p>Noch einmal MdB Günther:</p>
<blockquote><p><strong>Die Presse wird im Anschluss an die Sitzungen informiert.</strong></p></blockquote>
<p>Und nun weiter mit den Fakten. Zurück zur Eingangsfrage:</p>
<p><strong>Was planen sie also in der nächsten Zeit, die Sportpolitiker des Bundes?</strong></p>
<p>Hier der Stand der Ermittlungen, aus dem Bundestag, die Themenliste <span style="text-decoration: line-through;">der kommenden Sitzungen</span> nichtöffentlichen Sitzungen des kommenden Jahres:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11014" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt1neu.png" alt="" width="498" height="769" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-11015" title="BT Sportausschuss, Planung 2012" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/bt2neu.jpg" alt="" width="499" height="338" /></p>
<p>Das ist, nun ja, nicht sehr viel.</p>
<p>Ist ja auch nichts los im Sportbusiness. Nichts, was aufzuarbeiten und zu diskutieren wäre. Nichts Dringendes, nichts Drängendes. Nichts, was die Öffentlichkeit interessieren könnte. (Es gibt keinen Formel-1-Bayern-LB-Bestechungsprozess, keine flächendeckende Korruption bei der FIFA und in vielen anderen Weltverbänden, keine Misswirtschaft in deutschen Sportorganisationen, keine Verstöße gegen Dopingregeln, keinen Handball-Prozess in Kiel &#8230; die Liste, was es alles nicht gibt, ließe sich ins Unendliche verlängern, denn die Welt ist in Ordnung.)</p>
<p><strong>Was also tun?</strong></p>
<ul>
<li><strong>1)</strong> Ich finde, weder Medien noch die sonstige Öffentlichkeit sollten das den CDU-CSU-FDP-Kameraden durchgehen lassen.</li>
<li><strong>2)</strong> Mit Glossen, die gestern und heute in einigen Zeitungen zu lesen waren, ist es allein nicht getan. Es bedarf klarerer Worte und Aktionen. Denn diese Steinzeit-Handlungen höhlen die Demokratie weiter aus.</li>
</ul>
<p>Und diejenigen aus der Opposition, die nun mit <a title="Grüne-PM" href="http://violavoncramon.de/aktuelles/aktuelles-news-single/article/angst_vor_der_oeffentlichkeit/" target="_blank">einiger</a> <a title="Linke-PM" href="http://www.linksfraktion.de/nachrichten/schwarz-gelbe-rolle-rueckwaerts/" target="_blank">Verspätung</a> das Vorgehen der Koalition <a title="SPD-PM" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58749,00.html" target="_blank">kritisieren</a>, gehen ja auch selten mit gutem Beispiel voran &#8211; überzeugende Sachpolitik im Sportausschuss jedenfalls stelle nicht nur ich mir anders vor. Jedenfalls nicht so, wie ich es seit einem Jahrzehnt im Sportausschuss erlebt habe. (Aber ich bin eben ein Träumer.)</p>
<p><strong>Michael Reinsch</strong> <a title="faz.net: Spiel mit verdeckten Karten" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/sportausschuss-spiel-mit-verdeckten-karten-11506055.html" target="_blank">sieht es ähnlich</a>, und er darf gewissermaßen als Doyen der Ausschuss-Berichterstatter gelten:</p>
<blockquote><p>Dass die Sportpolitiker von Union und Freien Demokraten der Öffentlichkeit die Tür ins Gesicht schlagen, ist nur deshalb kein Skandal, weil sie die Bedeutung des Ausschusses (&#8230;) ohnehin längst unterminiert haben.</p></blockquote>
<p>Nochmal: <strong>Was also tun?</strong></p>
<p>Einiges ist in den <a title="Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/" target="_self">Kommentaren</a> schon andiskutiert worden.</p>
<p>Es gibt viele Möglichkeiten.</p>
<ul>
<li><strong>3)</strong> Ich finde, ein <strong>partieller Medienboykott</strong> ist angebracht. Weder Blogger noch Journalisten sollten von den künftigen Ausschusssitzungen berichten. Das gilt auch für Nachrichtenagenturen.</li>
<li><strong>4)</strong> Wohl aber sollten diese Medienmenschen ihre frei werdende Zeit sinnvoll nutzen und geschlossen wichtige Hintergründe, Skandälchen und Skandale der real existierenden deutschen Sportpolitik <strong>recherchieren</strong>.</li>
</ul>
<p>Themen gibt es en masse.</p>
<p>Solche Skandale wie die <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">Bremserrolle der Deutschen im internationalen Antidopingkampf</a>, wie gerade wieder von Grit Hartmann akribisch seziert, verdienen mehr Aufmerksamkeit. Weil derlei Recherchen ein Lügengebilde entlarven.</p>
<p><strong>Und das übrigens ist die wichtigste Aufgabe von Journalismus. </strong></p>
<p>Es zählt aber nicht zu Aufgaben von Journalisten, Informationsblockern und Wahrheitsallergikern wie Riegert, dem Teppichhändler (CDU) und/oder Günther (FDP) hinterherzulaufen und sich von ihnen erzählen zu lassen, <span style="text-decoration: line-through;">welche Spiele am iPad gespielt wurden</span> wie heldenhaft sie gerade unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Sportausschuss Demokratie gespielt haben, und derlei Propaganda dann ungeprüft und ungestraft unters Volk zu bringen.</p>
<p>No way.</p>
<p>Stattdessen sollten Journalisten und Blogger und interessierte Bürger vielmehr, zum Beispiel &#8230;</p>
<ul>
<li><strong>5)</strong> &#8230; die <a title="google search" href="http://www.google.de/search?num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;q=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;oq=%22joachim+g%C3%BCnther%22+isp+stasi&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=1&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=17347l20672l0l21032l2l2l0l0l0l0l134l134l0.1l1l0" target="_blank">Geschäfte des Joachim Günther (FDP)</a> durchleuchten,</li>
<li><strong>6)</strong> &#8230; das <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Eigenleben der in Bonn residierenden BMI-Sportabteilung</a> unter Gerhard Böhm beschreiben,</li>
<li><strong>7) </strong>&#8230; den Öffentlichkeitsblockern im Ausschuss Demokratie beibringen, nicht erst bei den nächsten Wahlen, wenn die Kreuze für die Piratenpartei gemacht werden.</li>
</ul>
<p>Es wäre viel mehr zu sagen, und es ist auch schon sehr viel gesagt worden, zur <strong><a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_self">Propagandamaschine</a></strong> (Lesebefehl, Namen und Zahlen beliebig austauschbar) und zum <a title="We are family: der kritische Schulterschluss von Sport, Politik und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Schulterschluss von Sport und Politik</a> &#8211; hier und anderswo.</p>
<p>Was man &#8211; Bürger, Journalisten, Blogger &#8211; also tun könnte, das würde ich gern etwas ausführlicher besprechen.</p>
<p>Für mich ist dieser Vorgang ein Grund mehr, endlich meinen lang gehegten Plan umzusetzen, und unter dem Label &#8220;Sport and Politics&#8221; eine sportpolitische Berichterstattung anzubieten, die weit über das hier im Blog angebotene hinausgeht und national wie international eine Marktlücke füllt.</p>
<p><strong>Any thoughts? Vorschläge? Lasst uns sammeln und diskutieren &#8211; Sofortmaßnahmen, Recherchethemen. Alles.</strong></p>
<p><strong>Nachtrag, </strong><strong></strong><strong>20.58 Uhr: </strong></p>
<ul>
<li><a title="JonathanSachse.de" href="http://jonathansachse.de/?p=1198" target="_blank">Jonathan Sachse reagiert auf seinem Blog:</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Vor drei Jahren habe ich meine Studium-Abschlussarbeit über “Crowdsourcing in Sportvereinen” geschrieben. Von dem Modell der “Weisen Masse” bin ich überzeugt. Man muss die Möglichkeiten der modernen online Datenbank nur sinnvoll einsetzen. Nach der passenden Mechanik muss sicherlich noch gesucht werden.</p></blockquote>
<p><strong>21.21 Uhr:</strong></p>
<p>Daniel Drepper schreibt in seinem Blog:</p>
<blockquote><p>Wofür braucht es noch einen Sportausschuss, wenn er weder entscheiden kann, noch öffentliche Diskussionen bietet?</p></blockquote>
<p>&#8230; und wenn er seiner Kontrollfunktion nicht nachkommt?</p>
<p><strong>Es braucht ihn gar nicht (mehr).</strong></p>
<p>Das sieht Perikles Simon offenbar auch so:</p>
<blockquote><p><strong><a title="n-tv.de" href="http://www.n-tv.de/sport/Doping-Jaeger-plagen-Zweifel-article4316346.html" target="_blank">Ausgelacht von Sportpolitikern</a></strong></p>
<p>In Freiburg tauchten Feinde des Anti-Doping-Kampfes aus den verschiedensten Ecken auf. Perikles Simon, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der Uni Mainz und einer der Hoffnungsträger der Branche, berichtete in einer Diskussion eher beiläufig, dass er von einer Gruppe deutscher Sportpolitiker eingeladen und um Rat gefragt worden war. Er sei ausgelacht worden, als er die Notwendigkeiten für einen effektiven Anti-Doping-Kampf erläuterte. Simon: <strong>&#8220;Glauben Sie, da gehe ich noch einmal hin?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Was der Sportinformationsdienst in dieser Meldung flapsig als &#8220;Gruppe deutscher Sportpolitiker&#8221; bezeichnet, war: der Sportausschuss.</p>
<p>Ich meine, es handelte sich um <a title="Die miserable Erfolgsquote der Dopinganalytik – und die Erfolgsmeldung von BMI, NADA und BVA" href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/10/die-miserable-erfolgsquote-der-dopinganalytik-und-die-erfolgsmeldung-von-bmi-nada-und-bva/" target="_self">diese Sitzung vor einem Jahr (hier findet sich auch der Vortrag von Simon)</a>, bei der sich der nun wirklich verdienstvolle Wissenschaftler heftiger Angriffe erwehren musste.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/28/crowdsourcing-wie-erzieht-man-polit-hampel-und-wahrheitsallergiker-die-im-bundestag-unter-sich-bleiben-wollen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>31</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bundestags-Sportausschuss schließt Medien aus: Mdb wollen sich nicht beim iPad-Spielen beobachten lassen &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 13:52:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[dagmar freitag]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[martin gerster]]></category>
		<category><![CDATA[novosp]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[daniel drepper]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[novospo]]></category>
		<category><![CDATA[oliver fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[robert kepme]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10985</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; und einige von ihnen wollen auch nicht länger beschrieben lesen, wie faul und dumm und verantwortungslos sie eigentlich agieren, diese &#8220;Volksvertreter&#8221;. Jonathan Sachse beschreibt auf seinem Blog gerade, was seit gestern in der Szene kursierte und uns bereits alarmierte: CDU-Sportlobbyist Klaus Riegert hat zu Beginn der heutigen Sitzung (von Grit Hartmann professionell medial vorbereitet) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und einige von ihnen wollen auch nicht länger beschrieben lesen, wie faul und dumm und verantwortungslos sie eigentlich agieren, diese &#8220;Volksvertreter&#8221;.</p>
<p><a title="Jonathan Sachse" href="http://jonathansachse.de/?p=1144#more-1144" target="_blank">Jonathan Sachse</a> beschreibt auf seinem Blog gerade, was seit gestern in der Szene kursierte und uns bereits alarmierte: CDU-Sportlobbyist Klaus Riegert hat zu Beginn der heutigen Sitzung <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">(von Grit Hartmann professionell medial vorbereitet)</a> eine Abstimmung beantragt, die Öffentlichkeit auszuschließen. Dauerhaft nunmehr.</p>
<div id="attachment_11002" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-11002  " title="Screenshot www.jonathansachse.de" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/josa-screen.jpg" alt="" width="492" height="277" /><p class="wp-caption-text">Screenshot www.jonathansachse.de</p></div>
<p>Ein Skandal mehr.</p>
<p>Eine Spezialdemokratie.</p>
<p>Versagen von Politik.</p>
<p>Demonstration von Macht, Dummheit und Arroganz.</p>
<p>Unterirdisch<em> (ja, ich benutze das Wort noch einmal, für die nächste Obleute-Sitzung)</em>.</p>
<p>Unfassbar.</p>
<p>Und doch wiederum logisch.</p>
<p>Es ist halt schwierig, Lobbyisten und Steinzeitmenschen, die ein fürstliches Abgeordnetensalär beziehen, demokratische Gepflogenheiten beizubringen. Kommunizieren ist nicht Jedermanns Sache.</p>
<p>Die Vorgeschichte für diese Entscheidung ist in diesem Blog zu finden. In der Bundestags-Saison 2008/2009 habe ich mit den &#8220;Notizen vom Sportausschuss&#8221; eine neue Form der sportpolitischen Berichterstattung begonnen &#8211; Live-Berichterstattung, die zum <a title="GOA 2009" href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=950" target="_blank">Grimme-Online-Award</a> beitrug und von der Jury ausdrücklich erwähnt wurde.</p>
<ul>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/15/notizen-vom-sportausschuss-des-bundestages/">Notizen vom Sportausschuss (1): WM 2010 in Südafrika</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2008/10/17/notizen-vom-bundestags-sportausschuss-2-bdr-fordermittel/">Notizen vom Sportausschuss (2): Steuermittel für den BDR?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/19/notizen-vom-sportausschuss-klamauk-oder-i-want-to-break-free/">Notizen vom Sportausschuss (3): “I want to break free”</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/22/notizen-vom-sportausschuss-%e2%80%9eden-mangel-kann-man-nicht-durch-mangel-beseitigen/">Notizen vom Sportausschuss (4): „Mangel kann man nicht durch Mangel beseitigen.”</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/02/11/notizen-vom-sportausschuss-5-zielvereinbarungen-transparenz-und-die-kontrolle-von-steuermitteln/">Notizen vom Sportausschuss (5): Zielvereinbarungen, Transparenz und die Kontrolle von Steuermitteln</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/notizen-vom-sportausschuss-6-profifusball-vs-amateurfusball/">Notizen vom Sportausschuss (6): Profifußball vs Amateurfußball</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/update-sportausschuss-6-totengraber-des-amateurfusballs/">update Sportausschuss (6): Totengräber des Amateurfußballs</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/04/22/notizen-vom-sportausschuss-7-dopingkontrollen-und-datenschutz/">Notizen vom Sportausschuss (7): Dopingkontrollen und Datenschutz</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/06/notizen-vom-sportausschuss-8-das-machen-wir-schriftlich/">Notizen vom Sportausschuss (8): “Das machen wir schriftlich!”</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/13/notizen-vom-sportausschuss-9-oder-berlino-ist-ein-klasse-sympathietrager/">Notizen vom Sportausschuss (9) oder: “Berlino ist ein Klasse-Sympathieträger&#8221;?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/05/27/notizen-vom-sportausschuss-10-doping-im-freizeit-und-breitensport/">Notizen vom Sportausschuss (10): Doping im Freizeit- und Breitensport</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/17/notizen-vom-sportausschuss-11/">Notizen vom Sportausschuss (11): “eine besondere Art Mensch”</a></li>
<li><a title="Die Qual der Wahl oder die Einheitsfraktion des Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/09/27/die-qual-der-wahl-oder-die-einheitsfraktion-des-sports/" target="_self">Die Qual der Wahl oder: die Einheitsfraktion des Sports</a></li>
<li><a title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">“We are family”: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft</a></li>
</ul>
<p>u.v.a.m.</p>
<p>Das kam nicht gut an bei vielen Abgeordneten.</p>
<p>Zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung zählte, dass ich die Sportlobbyisten stets als das beschrieb, was sie sind: <a title="Die Umfaller: Sportlobbyisten im Bundestag" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/14/die-umfaller-sportlobbyisten-im-bundestag/" target="_self">Sportlobbyisten</a>. Und dass diese Beschreibung von Kollegen aufgenommen wurde.</p>
<p>Sie haben oft darüber beraten und wollten sich beschweren bei Chefredaktionen und Intendanten.</p>
<p>Zu Beginn der Legislaturperiode hat CDU-Riegert schon einmal den Vorstoß unternommen, die Sitzungen wieder dauerhaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten. <a title="Dagmar Freitag sagt: “Sportausschuss soll weiter öffentlich tagen”" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/05/dagmar-freitag-sagt-sportausschuss-soll-weiter-offentlich-tagen/" target="_self">Soweit ist es damals nicht gekommen.</a> Die Sportausschuss-Chefin Dagmar Freitag (SPD) erklärte:</p>
<blockquote><p><strong>Sportausschusssitzungen müssen öffentlich bleiben</strong></p>
<p>Zur für den 25. November 2009 geplanten Konstituierung der Ausschüsse des Deutschen Bundestages erklärt die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Dagmar Freitag:</p>
<p>Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages hat in der abgelaufenen Legislaturperiode grundsätzlich öffentlich getagt und Sportpolitik transparent gemacht. Sportinteressierte konnten die Standpunkte der Fraktionen live verfolgen, Journalisten konnten auf ungefilterte Originalstatements zurückgreifen. Die Arbeit des Sportausschusses und damit auch die Bedeutung der Sportpolitik wurden dank überregionaler Berichterstattung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (…)</p></blockquote>
<p>Das Vorhaben der CDU/FDP hatte ich damals mit Anfragen an die Abgeordneten und diesem Beitrag hier ein wenig torpediert:</p>
<ul>
<li><a title="Der neue Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/16/der-neue-sportausschuss/" target="_self">Der neue Sportausschuss</a></li>
</ul>
<p>Aber jetzt ist es passiert.</p>
<p>Nachdem bei der letzten Sitzung <a title="Daniel Drepper" href="http://www.danieldrepper.de/liveblog-aus-dem-sportausschuss-sport-und-korruption/" target="_blank"><strong>Daniel Drepper</strong></a> die feine Tradition des BT-live-bloggings wieder belebt hatte und auch <strong>Robert Kempe</strong> im Deutschlandfunk <a title="dradio.de" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1583416/" target="_blank">(Disziplinlosigkeiten im Sportausschuss)</a> und <strong>Oliver Fritsch</strong> auf Zeit-online <a title="Nickerchen im Sportausschuss" href="http://www.zeit.de/sport/2011-09/korruption-andersen-sportausschuss-bundestag/komplettansicht" target="_blank">(Nickerchen im Sportausschuss)</a>wahrheitsgemäß beschrieben haben, was die Abgeordneten so treiben. Zum Beispiel Karten spielen auf dem iPad:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Welch geringe Bedeutung dem Thema Korruption seitens deutscher Politiker beigemessen wird, war offensichtlich. Vor allem die Mitglieder der Regierungsfraktionen wirkten desinteressiert bis undiszipliniert. Nicht alle konnten während der dreistündigen Sitzung die Augen offenhalten, manche spielten mit ihrem iPad. Die Volksvertreter hinterließen einen uninformierten Eindruck. Als der längst bekannte Fakt zur Sprache kam, dass der Fifa-Präsident Blatter im Frühjahr aus undurchsichtigen Gründen zwanzig Millionen Euro an Interpol gespendet hatte, ging ein Raunen durch den Saal.</p>
<p>Die Gleichgültigkeit lässt sich erklären. Mit dem Sport verscherzt es sich der Politiker nicht gerne: &#8220;Wo der Sport ist, sind die Kameras.&#8221; (Andersen) Im Sportausschuss sitzen zudem einige Mitglieder, die gleichzeitig Sportämter innehaben. Die Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) ist Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletikverbands. Frank Steffel (CDU) ist Präsident des Berliner Handballvereins Füchse. Interessenskonflikte, die sich am besten an Reinhard Grindel (CDU) ablesen lassen. Er ist Abgeordneter des Bundestags, kandidiert als Vizepräsident für den Niedersächsischen Fußballverband, leitet die neue Antikorruptionskommission des DFB – und saß als externer Sachverständiger am Tisch. Entsprechend verharmlosend waren seine Einwürfe über Theo Zwanziger. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Dies sei, so faselte Riegert wohl gerade im Ausschuss, die Spitze des Eisbergs gewesen.</p>
<p>Dies war nichts anderes als verantwortungsvoller Journalismus. (In den Nachrichtenagenturen, die von dieser Sitzung berichteten, war davon natürlich nichts zu lesen.)</p>
<p>Und dann kamen auch noch so großartige, aufdeckende Artikel wie <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/" target="_self">dieser hier</a> von Grit Hartmann hinzu.</p>
<p>Das verträgt er nicht, der Herr Abgeordnete.</p>
<p><strong>17.41 Uhr:</strong> Ich habe kein Problem damit, diese <a title="spd.de" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58749,00.html" target="_blank">SPD-Pressemitteilung</a> komplett zu veröffentlichen.</p>
<blockquote><p><strong>Sportausschuss braucht Öffentlichkeit</strong></p>
<p>Zur heute in nichtöffentlicher Sitzung gefallenen Entscheidung, den Sportausschuss des Deutschen Bundestags fortan ohne Beteiligung der Öffentlichkeit tagen zu lassen, erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Martin Gerster:</p>
<p>Lebendige Demokratie braucht die öffentliche Debatte. Das gilt insbesondere beim Thema Sport, der in vielerlei Hinsicht von öffentlicher Begeisterung und transparenten, kontrollierbaren Regeln lebt. Heute haben CDU/CSU und FDP im Sportausschuss des Deutschen Bundestages hinter verschlossenen Türen entschieden, die Debatten im Sportausschuss nicht mehr der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein verheerendes Signal in einer Zeit, in der demokratische Politik immer stärker um das Vertrauen der Bevölkerung kämpfen muss und immer weniger Menschen bereit sind, sich in Parteien und Vereinen zu engagieren. Die Motive, die der schwarz-gelben Rückkehr zur Hinterzimmerpolitik zugrunde liegen, sind ebenso einfach wie blamabel: Die Regierungskoalition hat Angst vor schlechter Presse.</p>
<p>Aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion ist das auf keinen Fall hinnehmbar. Auch im Feld der Sportpolitik muss Politik öffentlichen Gegenwind aushalten. Es ist schlicht unglaubwürdig, im Bereich der Dopingbekämpfung und des Sportbetrugs maximale Transparenz schaffen zu wollen und sich gleichzeitig der öffentlichen Berichterstattung über die eigene politische Arbeit zu entziehen. Leider wurde die Entscheidung mit Regierungsmehrheit durchgedrückt. Ein mehr als unsportliches Manöver und ein grobes Foul gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.</p></blockquote>
<p>Im Prinzip kann ich das unterschreiben. Allerdings muss ich hinzufügen: Auch SPD-Sportsprecher Martin Gerster und Ausschuss-Chefin Dagmar Freitag haben Anteil daran, dass der Sportausschuss in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Auch wenn sie heute anders als die Regierungsfraktion gestimmt haben sollten.</p>
<p><strong>18.21 Uhr:</strong></p>
<ul>
<li>Christoph Wolf auf n-tv.de: <a title="n-tv.de" href="http://www.n-tv.de/sport/Sportausschuss-schliesst-Buerger-aus-article4623266.html" target="_blank">Keine Transparenz, keine Kritikfähigkeit &#8211; Sportausschuss schließt Bürger aus</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der Sportausschuss des Bundestages tagt künftig wieder hinter verschlossenen Türen. Aus Verärgerung über kritische Medienberichte, die von schlafenden, uninformierten oder auf iPads spielenden Teilnehmern berichten, beantragt CDU-Mann Klaus Riegert das Ende der Transparenz &#8211; und hat damit Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>18.28 Uhr:</strong> Wie hat <strong>Riegert</strong> seinen Antrag begründet?</p>
<p>Gemäß Ohrenzeugen u.a. damit, dass es für die Öffentlichkeit ein <strong>&#8220;Privileg&#8221;</strong> sei, <strong>&#8220;dabei sein zu dürfen&#8221;</strong>.</p>
<p>Wenn sich die Privilegierten nicht benehmen, also korrekt berichten, entzieht man ihnen kurzerhand die Privilegien. Die Berichterstattung kürzlich über die iPad-Spiele und die Nickerchen sei nur &#8220;die Spitze des Eisbergs&#8221; gewesen. In gewissen <a title="www.jensweinreich.de" href="http://www.jensweinreich.de" target="_self">Blogs</a> gebe es <strong>&#8220;krassere Beispiele&#8221;</strong>.</p>
<p><strong>27. Oktober, 13.14 Uhr:</strong> Der Kommentar von <strong>Michael Reinsch</strong> in der FAZ steht jetzt online. Gut:</p>
<ul>
<li><a title="faz.net" href="http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/sportausschuss-spiel-mit-verdeckten-karten-11506055.html" target="_blank">Spiel mit verdeckten Karten</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Der Sportausschuss des Bundestags hat seine Türen wieder geschlossen. Er geht damit den Weg zurück in den Dunstkreis, in dem Funktionäre und Politiker in Hinterzimmern mauscheln. (&#8230;)</p>
<p>Dass die Sportpolitiker von Union und Freien Demokraten der Öffentlichkeit die Tür ins Gesicht schlagen, ist nur deshalb kein Skandal, weil sie die Bedeutung des Ausschusses, der vor zehn Jahren noch die Entschädigung für Opfer des Dopings in der DDR initiierte, ohnehin längst unterminiert haben. (&#8230;)</p>
<p>Das Unterhaltungsprogramm auf Phones und Pads, dem sich mancher der Abgeordneten während der Ausschusssitzungen wohl auch weiterhin hingeben wird, war nicht nur Gastrednern unangenehm aufgefallen, die feststellen mussten, dass sie ins Leere sprachen. Es sprang auch Besuchern ins Auge, die auf der Galerie über den Parlamentariern saßen &#8211; und nicht selten sehr erstaunt waren von den Gegenständen parlamentarischer Konzentration. Nun standen die Abgeordneten vor der Frage, ob sie verbieten wollten, dass ihnen Gäste weiter über die Schulter auf die Patiencen gucken oder ob sie sich so gut vorbereiten und konzentrieren wollen, dass sie eine sportpolitische Debatte mit offenen Karten bestehen können. Ihre Antwort sagt alles.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/26/bundestags-sportausschuss-schliest-medien-aus-mdb-wollen-sich-nicht-beim-ipad-spielen-beobachten-lassen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>53</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (III): die Finanzierung der WADA</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 16:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bündnis 90/die grünen]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[cdu]]></category>
		<category><![CDATA[david howman]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[die linke]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[gerhard böhm]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[hans-peter friedrich]]></category>
		<category><![CDATA[joachim günther]]></category>
		<category><![CDATA[katrin kunert]]></category>
		<category><![CDATA[klaus riegert]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[martin gerster]]></category>
		<category><![CDATA[nada]]></category>
		<category><![CDATA[robert kempe]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[sportförderung]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wada]]></category>
		<category><![CDATA[cdo]]></category>
		<category><![CDATA[klaus reigert]]></category>
		<category><![CDATA[viola von cramon]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10927</guid>
		<description><![CDATA[von Grit Hartmann Zur Einstimmung ein Filmchen. Alleindarsteller: Sportminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Ein Ausschnitt aus der jüngsten Folge der beliebten Reihe „Sie fragen – der Minister antwortet“. Diesmal salbungsvolle Worte zum Fairplay im Sport. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Diese Aussagen noch einmal zum Nachlesen: Als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p>
<p>Zur Einstimmung ein Filmchen. Alleindarsteller: Sportminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Ein Ausschnitt aus der <a title="BMI" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Videos/DE/Podcast/Fairplay/fairplay_podcast.html" target="_blank">jüngsten Folge</a> der beliebten Reihe <em>„Sie fragen – der Minister antwortet“</em>. Diesmal salbungsvolle Worte zum Fairplay im Sport.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Diese Aussagen noch einmal zum Nachlesen:</p>
<blockquote><p>Als Sportminister ist es für mich natürlich wichtig, Chancengleichheit im Sport auch zu erzeugen. Und das wichtigste Thema in dem Zusammenhang ist die Bekämpfung von Doping. Doping bedeutet, dass die Chancen nicht gleich sind, sondern dass unfair gearbeitet wird, und deswegen ist für mich die Bekämpfung von Doping ein wichtiger Punkt, national wie international. Und das ist meine Aufgabe als Sportminister, die ich insbesondere unter diesem Aspekt – Chancengleichheit – sehe.</p></blockquote>
<p>Dass Friedrich sogar den Kopf bei Ersterwähnung des D-Worts schüttelt, lässt das darstellerische Talent des Ministers ahnen. Denn die politische Realität kann er nicht meinen. Der Mann, der bisher eher durch Neigung zu den populären Seiten der Leibesübungen auffiel, auf der Tribüne, wenn deutsche Kicker antraten, oder als Redner bei Verbandsjubiläen. Morgen (Mittwoch, 26. Oktober) soll bekanntlich der Sportausschuss dem Begehr seines Hauses zustimmen, die Beiträge für die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf derzeitigem Niveau einzufrieren. Diese Unternehmung, inzwischen eine europäische, startete im Juni 2010 Gerhard Böhm, Chef der Sportabteilung im BMI. Seine Begründung:</p>
<p><strong>Eingedenk der globalen Finanzkrise sei es „schwierig, ein kontinuierlich steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln“.</strong></p>
<p>Deutschland spart damit phänomenale 10.000 Euro.</p>
<p>Der WADA aber, die u.a. für die laut Friedrich so wichtige Chancengleichheit zu sorgen hat (Ein anderes Thema: Sie erledigt das ungenügend, allerdings auch, weil sie mit 27 Millionen Dollar im Jahr unterfinanziert ist.), geht viel mehr verloren, denn alle ihre Finanziers aus Politik und Sport müssten mitziehen. Auch der deutschen NADA streicht Minister Friedrich die jährliche Million fürs Stiftungskapital, die Zahlung war von Beginn an befristet. Aber immerhin: Die Million vom Bund fürs Dopingkontrollsystem soll, anders als geplant, auch in 2012 noch fließen.</p>
<p>Die famose Initiative des BMI, der WADA zwei Prozent Plus und damit einen Inflationsausgleich nicht zu genehmigen, wäre vermutlich niemals öffentlich geworden, hätte nicht die grüne Abgeordnete Viola von Cramon die letzten Weihnachtsferien in Montreal verbracht und dort auch die WADA-Zentrale besucht. WADA-Generaldirektor David Howman hatte dann, <a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">im Januar, kein Problem, sein Unverständnis öffentlich zu artikulieren</a>.</p>
<p>Im Juni setzte der Sportausschuss die WADA-Frage auf die Tagesordnung <strong>einer erstaunlicher Weise nicht-öffentlichen Sitzung</strong>.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34-SpA-Protokoll.pdf"><img class="size-large wp-image-10956 aligncenter" title="Protokoll 34. Sitzung des Sportausschusses im BT" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34sitzung-sa-1024x616.jpg" alt="" width="491" height="296" /></a></p>
<p>Hier das 51 Seiten starke Wortprotokoll dieser 34. Sitzung. Viel Stoff, der erstens die Frage aufwirft, was denn da der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt werden sollte. Aus heutiger Sicht ist, zweitens, recht spannend, was die Volksvertreter der Union und der FDP den WADA-Justiziar Olivier Niggli alles NICHT gefragt haben.</p>
<ul>
<li><a title="Protokoll 34. Sitzung BT Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/34-SpA-Protokoll.pdf" target="_blank">Protokoll 34. Sitzung des Sportausschusses</a> (pdf, 51 Seiten, 538 kb)</li>
</ul>
<p><a title="Deutschland, Bremser im internationalen Antidopingkampf (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/" target="_self"><strong>Vor vier Wochen</strong></a> lieferte Howman dann eine bemerkenswerte Zahl: Die deutschen Beiträge für die WADA sind 2011 sogar niedriger als im ersten Zahljahr 2002, was am starken Euro (im Vergleich zum Dollar) liegt. Der WADA-Beamte fand dann zu ungewöhnlicher Deutlichkeit gegenüber Berlin, er sprach von „Feindseligkeit“ und „Politikergeschwafel“.</p>
<p><a title="DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1580740/" target="_blank"><strong>Vor zwei Wochen</strong></a> haben Abgeordnete des Sportausschusses (nicht die der Koalition, bis auf eine Ausnahme) für den DLF Fragen dazu beantwortet.</p>
<p>Vor einer Woche wurde, unter mäßigem Interesse, anberaten. Nachzulesen ist diese Entwicklung hier, in Beiträgen auch von Robert Kempe:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1376181/">DLF, 29.1.2011: Bremser im internationalen Antidopingkampf</a></li>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1478087/ ">DLF, 8.6.2011, Robert Kempe: 9000 Euro</a></li>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1568914/">DLF, 2.10.2011: Feindseliges gobbledygook</a></li>
<li><a title="DLF" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1580740/" target="_blank">DLF, 16.10.2011: Ausflüchte und Ablehnung</a></li>
<li><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1583416/">DLF, 19.10.2011, Robert Kempe: Disziplinlosigkeit im Sportausschuss</a></li>
</ul>
<p>Morgen wird abgestimmt. Von SPD und Grünen liegen zwei Änderungsanträge zum BMI-Haushaltstitel 68614, Zuschuss an die Welt-Anti-Doping Agentur WADA, vor. Für die Linke schreibt deren sportpolitische Sprecherin Katrin Kunert, ihre Partei schließe sich diesen Anträgen an:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Brief-Linke.pdf"><img class="size-large wp-image-10965 aligncenter" title="Brief Linke" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Brief-Linke-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p>Der Antrag der Grünen:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-Grüne.pdf  "><img class="size-large wp-image-10968 aligncenter" title="Antrag Grüne" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-Grüne-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p>Der Antrag der SPD: <span id="more-10927"></span><br />
<!--more--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD.pdf  "><img class="size-large wp-image-10969 aligncenter" title="Antrag SPD" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD.pdf  "><img class="size-large wp-image-10970 aligncenter" title="Antrag SPD" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/Antrag-SPD2-723x1024.jpg" alt="" width="506" height="717" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Die Begründungen sagen: Die Opposition hat hier ihren Job gemacht, sie führt vor, dass die BMI-Sparidee zum Fairplay-Filmchen von Minister Friedrich und sonstigen Fensterreden aus dem Land der selbsternannten Antidoping-Weltmeister recht wenig passt. Die Frage ist nun: Warum folgen dem die Regierungsfraktionen im Sportausschuss vermutlich trotzdem? Gibt es schlüssige Argumente, die nur noch nicht zu hören waren? Ein Antwortversuch im Ausschlussverfahren:</p>
<p>Zunächst darf BMI-Abteilungsleiter Böhm als widerlegt gelten. Es ist keineswegs schwierig, ein moderat steigendes WADA-Budget in Deutschland zu vermitteln – als schwierig erweist es sich vielmehr, das Gegenteil, das Einfrieren, zu vermitteln. Das gelingt auch in dieser <a title="CDU/CSU" href=" http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_automatische_steigerungen_der_beitraege_zur_welt_anti_doping_agentur_nicht_gerechtf/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__19954/Inhalte.aspx" target="_blank">Pressemitteilung</a> der Union nicht. Sportsprecher Klaus Riegert behauptet zwar eine</p>
<blockquote><p>gut begründete, gesamteuropäische Linie gegen die automatische Steigerung der WADA-Beiträge“</p></blockquote>
<p>Die Begründung ist dann aber ein sportpolitisches Armutszeugnis par excellence: ein Mix aus Unkenntnis oder Täuschung und – nach Angaben der Beteiligten – falschen bzw. unwahren Angaben. Riegert sagt, es müsse kritisiert werden &#8230;</p>
<blockquote><p>dass die WADA der Aufforderung nach einem transparenten Finanz- und zukunftsorientierten Businessplan nicht nachkam.</p>
<p>Auch wurden Vorschläge der NADA zur Verbesserung des Datenschutzes und zur Änderung der Ein-Stunden-Regelung im Meldesystem für Top-Athleten in der Vergangenheit nicht berücksichtigt.</p>
<p>Nach dem WADA-Code müssen Top-Athleten täglich eine Stunde festlegen, in der sie von den Doping-Kontrolleuren an einem bestimmten Ort garantiert angetroffen werden können.</p></blockquote>
<p>Riegert weiß selbstverständlich (Oder weiß er das tatsächlich nicht?), dass der WADA-Code nicht ad hoc auf deutschen Wunsch hin geändert werden kann. Die Ein-Stunden-Regelung wurde im Rahmen der letzten Revision des Codes, gültig seit 2009, aufgenommen. Deutschland war dagegen, konnte sich aber gegen die Mehrheit der Stakeholder nicht durchsetzen.</p>
<p>Ich habe David Howman die Vorwürfe der Union, die wohl auf der Welle der Datenschützer-Kritik am Meldesystem mitreiten wollte, dennoch vorgetragen, obgleich mir das ein wenig peinlich war, und um Kommentar gebeten. Hier ist er:</p>
<blockquote><p>Please also note that the World Anti-Doping Code is not a document that WADA produces in isolation; rather, it is a document that is produced following detailed consultation and approval from all WADA stakeholders, including governments, sport, and Anti-Doping Organizations. The German Government has every opportunity to suggest changes to the Code during the Code Review Process, but those changes are not approved by WADA but by all its stakeholders.</p></blockquote>
<p>Ebenso entlarvend für BMI/Union/Riegert ist die Auskunft zum angeblich fehlenden „transparenten Finanz- und zukunftsorientierten Businessplan“. Es gibt einen, sogar zweimal im Jahr:</p>
<blockquote><p>Please be advised that WADA presents a detailed budget and business plan to its Foundation Board twice a year, and recently was praised for the meticulous management of its financial affairs. The Foundation Board comprises members from governments and sport across the world, and while there exists differing opinions on the overall budget for WADA, there is general agreement that WADA is totally transparent and efficient with the presentation of its finances.</p></blockquote>
<p>Details zur WADA-Finanzierung kann man <a title="WADA Finanzen" href="http://wada-ama.org/en/About-WADA/Funding/" target="_blank">unschwer auf deren Webseite nachlesen</a>, wenn man will:</p>
<ul>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_Contributions_2011_update_EN.pdf" target="_blank">2011 Contributions</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_Regional_Split_EN.pdf" target="_blank">Current Status of Contributions per Region</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/Financial_Statements/WADA_Financial_statements_2010_EN.pdf" target="_blank">2010 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2009_EN.pdf" target="_blank">2009 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2008_EN.pdf" target="_blank">2008 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2007_EN.pdf" target="_blank">2007 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2006_EN.pdf" target="_blank">2006 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2005_EN.pdf" target="_blank">2005 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2004_EN.pdf" target="_blank">2004 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2003_EN.pdf" target="_blank">2003 Financial Statements</a></li>
<li><a href="http://wada-ama.org/Documents/About_WADA/Funding/WADA_FinancialStatements_2002_EN.pdf" target="_blank">2002 Financial Statements</a></li>
</ul>
<p>Vielleicht ist, was die WADA vorlegt, Berlin auch bloß nicht „zukunftsorientiert“ genug. Allerdings spricht eine dritte Behauptung Riegerts eher dafür, dass hier der parlamentarische Erfüllungsgehilfe des BMI die Öffentlichkeit umfassend narren möchte: Vorschläge der NADA würden nicht berücksichtigt.</p>
<p>Auch dies ist, wie sich herausstellt, vorgeschoben.</p>
<p>Berthold Mertes, NADA-Sprecher, hat am Telefon zunächst – wie Howman &#8211; das Prozedere der Revision des Codes erörtert, der neue soll bis 2013 stehen. Am Ende hat er zusammengefasst:</p>
<blockquote><p>Also, auf Widerstände bei der WADA sind wir da nicht gestoßen.</p></blockquote>
<p>Die Frage, was man in Bonn von der Sparidee hält, beantwortet Mertes diplomatisch, aber klar:</p>
<blockquote><p>Dafür gibt es von uns offiziell nur einen Satz: Wir wünschen uns eine starke WADA und eine starke NADA.</p></blockquote>
<p>Seriöse Befassung mit dem Thema ist der Union also kaum zu bescheinigen. Keine völlige Überraschung – zuletzt haben etwa <a title="zeit-online" href=" http://www.zeit.de/sport/2011-09/korruption-andersen-sportausschuss-bundestag " target="_blank">Oliver Fritsch auf Zeit online </a> oder <a title="DanielDrepper.de" href=" http://www.danieldrepper.de/liveblog-aus-dem-sportausschuss-sport-und-korruption/ " target="_blank">Daniel Drepper in seinem Blog</a> über ausdauerndes Kartenspielen auf iPads oder laute Unterhaltungen auf den Sesseln der Fraktion berichtet. Wenn die nicht leer waren. Was man Riegert &amp; Co. allerdings nicht absprechen kann, ist eine gewisse Kreativität im Erfinden von Scheinargumenten.</p>
<p>[<em>Jens Weinreich sagt: <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self"><strong>Tag "Sportausschuss" hier im Blog mit (fast) vollständigen Notizen der Sitzungen in der Saison 2008/2009</strong></a>. Mit Dokumentationen zur Sportfamilie, zum Lobbyismus im Ausschuss und dem Versagen von Kontrollmechanismen/Demokratie</em>]</p>
<p>Haben die FDP-Sportexperten bessere? Am Sonnabend gab der sportpolitische Sprecher der Partei, Joachim Günther, dem Deutschlandfunk ziemlich verwirrende Auskünfte:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/22/dlf_20111022_1947_eb76c27d.mp3" target="_self"> :</a></p>
<p>Einerseits will sich Günther wegen vermeintlicher 10.000 Euro „nicht streiten“. Andererseits erwartet der Liberale „ein Gespräch“, er erwartet, dass „effektive Mittel eingesetzt werden“, er erwartet Signale von der WADA „für eine Zusammenarbeit in dieser Richtung“. Dann ließe er, der Sportausschuss-Vize, mit sich reden.</p>
<p>Günther plustert gern: Eigentlich ist er ja Staatswissenschaftler mit Fernstudien-Diplom von der (DDR-Funktionärs-) Akademie für Staat und Recht (Potsdam), laut seiner <a title="BT Joachim Günther" href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/G/guenther_joachim.html " target="_blank">Bundestagsbiografie</a> hat er aber ein „Fernstudium Wirtschaftsrecht“ absolviert. Das Auf-den-Putz-Hauen kann man putzig finden, so 20 Jahre nach dem verdienten Exitus der DDR.</p>
<p>Lustig ist es auch bei der WADA nicht. Im Juni, in der 34. Sitzung, hatte Günther keine einzige Frage an den WADA-Vertreter. Von permanenten Konsultationen in Einrichtungen wie dem Foundation Board oder dem Executive Board scheint der Mann aus Plauen auch noch nie gehört zu haben.</p>
<p>Ich wollte von Günther Genaueres erfahren; am Donnerstag – da fühlte der Abgeordnete sich für substanzielle Antworten noch nicht gerüstet – war ein Gesprächstermin für Montag vereinbart worden. Den ließ er trotz Nachfrage in seinem Büro platzen, beantwortete auch ihm schriftlich übermittelte Fragen nicht. Für den Fall, dass er zu Sachfragen &#8211; konkrete liberale Kritikpunkte an der WADA-Arbeit, präzise Vorschläge für mehr Effektivität oder dazu, wie weniger Geld diese befördern könnte – nicht so viel zu sagen hätte, gab es eine letzte Frage:</p>
<blockquote><p>Warum liegt es offensichtlich in deutschem Interesse (oder auch nur dem der BMI-Bürokratie), die WADA kleinzuhalten?</p></blockquote>
<p>Für Spekulationen über die tatsächlichen Motive bleibt viel Raum &#8211; wie immer, wenn politisch derart getäuscht und getrickst wird. Man kann beispielsweise den Umstand heranziehen, dass deutsche Stars bisher nur bei internationalen Kontrollen (oder Ermittlungen) als Betrüger auffällig geworden sind. Vielleicht verhält es sich aber viel simpler, so, wie es ein Gerücht besagt. Man müsste das nicht zitieren, wenn denn ein einziger nachvollziehbarer Grund für das Einfrieren der WADA-Zuschüsse vorgetragen worden wäre. Man hört dieses Gerücht aus dem BMI und auf den Fluren des Bundestages:</p>
<p><strong>Einer aus der BMI-Bürokratie, heißt es dort, könne mit einem aus der WADA-Spitze nicht. Deshalb lasse Deutschland, einer der großen Beitragszahler in Europa, jetzt die Muskeln spielen. Der deutsche Einfluss sei groß genug, eine solche Maßnahme durchzudrücken.</strong></p>
<p>Nicht ausgeschlossen, dass aus Animositäten entsteht, was sich dann als Politik verkleiden möchte. Nur: Überzeugungskraft kann einem solchen Vorgang dann nicht einmal das Darstellertalent eines Ministers verleihen.</p>
<p><em>Und wem die bisherigen Links nicht reichen sollten, JW empfiehlt auch:</em></p>
<ul>
<li><a title="Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (I)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (I)</a></li>
<li><a title="Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (II)" href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/" target="_self">Deutschland, Bremser im Antidopingkampf (II)</a></li>
<li><a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://www.jensweinreich.de/2008/11/10/das-eigenleben-der-bmi-sportabteilung/" target="_self">Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/25/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-iii-die-finanzierung-der-wada/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/22/dlf_20111022_1947_eb76c27d.mp3" length="2597888" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>live-Blog aus Zürich, Joseph Blatter greint: &#8220;Die Institution FIFA ist nicht korrupt&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 11:17:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10903</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Auf geht&#8217;s. Und nicht vergessen, was Sepp mir schon vor zwei Jahren sagte, für englischsprachige Leser: The world of sport does not need an Anti-Corruption-Agency! [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] Weil es so schön war, hier nochmal meine damalige Umfrage unter Top-Funktionären, ob der Sport [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Auf geht&#8217;s. Und nicht vergessen, was Sepp mir schon vor zwei Jahren sagte, für englischsprachige Leser:</p>
<blockquote><p>The world of sport does not need an Anti-Corruption-Agency!</p></blockquote>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Weil es so schön war, hier nochmal meine damalige Umfrage unter Top-Funktionären, ob der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur braucht. Starring: Fürst Albert, Dick Pound, Joseph Blatter, Prinz Willem von Oranjen, Thomas Bach, Hassan Mustafa und viele andere mehr &#8230;</p>
<ul>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/05/umfrage-unter-top-funktionaren-1-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (1): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-2-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (2): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/06/umfrage-unter-top-funktionaren-3-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (3): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-4-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (4): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-5-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (5): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
<li><a title="Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?" href="http://www.jensweinreich.de/2009/10/08/umfrage-unter-top-funktionaren-6-braucht-der-sport-eine-welt-anti-korruptions-agentur/">Umfrage unter Top-Funktionären (6): Braucht der Sport eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur?</a></li>
</ul>
<p><strong>13.26 Uhr: </strong>Um 15 Uhr wird Joseph Hosni Ben Ali Blatter die große Lösung verkünden, die &#8220;Lösungskommission&#8221;, wie er sie auf dem FIFA-Kongress im Juni genannt hat. Und Theo Zwanziger sitzt am Schalthebel &#8211; äh, schräges Bild. Egal.</p>
<p><strong>13.40 Uhr:</strong> Oh, Neuigkeiten vom Großganoven und FIFA-Exekutivmitglied Worawi Makudi.  Richard Conway schreibt auf der BBC-Webseite:</p>
<ul>
<li><a title="Fifa probes Thai FA president land deal" href="http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/football/15400710.stm" target="_blank">Fifa probes Thai FA president land deal</a></li>
</ul>
<p>Okay, und hier ist schon mal ein bisher weltweit unveröffentlichtes Dokument dazu &#8211; Makudi hat der FIFA im Jahr 2003, damals war er noch Generalsekretär, versprochen, ein Grundstück dem thailändischen Verband zu übertragen, damit darauf mit Mitteln aus dem GOAL-Projekt der FIFA ein technisches Zentrum errichtet werden kann. Doch Makudi hat dieses Versprechen nicht eingelöst, weshalb bisher schon 860.000 Dollar aus zwei GOAL-Projekten dazu gedient haben, den Wert seiner Ländereien in Nong Jok, seiner Heimat, zu steigern. Weiteres Geld zahlt die thailändische Regierung unter anderem für Infrastrukturmaßnahmen (42 Millionen Dollar) für die Hallen-WM 2012, die auch Nong Jok und seinen Ländereien zugute kommen.</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-10911" title="Makudi Land Promises 2003" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/makudi-2003.c16.png" alt="" width="409" height="591" /></a></p>
<p>Gleich mehr zu Makudi. Schon mal so viel: Die 860.000 US-Dollar für die beiden GOAL-Projekte entsprechen ziemlich genau jener Summe (543.000 Pfund) , die im September 2011 auf den Accounts der <strong>Makudi Investment Limited</strong> (Manchester) verzeichnet ist.</p>
<p>(Ich war mehrfach in Thailand auf Recherche und habe mit Leuten gesprochen, die Todesangst haben, wenn sie über Makudis Geschäfte auspacken. Dazu irgendwann mal mehr. Zunächst nur: Natürlich wird das mit GOAL-Mitteln errichtete FA-Gebäude in Nong Jok nicht genutzt. Es steht leer. Stattdessen sitzt die FA noch immer im alten Nationalstadion in maroden Räumen.)</p>
<p>Nur zur Erinnerung: Ich habe Makudi im Juni in Berlin nach Korruption fragen wollen &#8211; noch während ich eine lange bzw mehrere Fragen formulierte, wurde die <a title="Die FIFA und die Medien: Gruß aus Nordkorea" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/" target="_self">Eröffnungspressekonferenz der Frauen-WM 2011 abgebrochen</a>. Blatter und Makudi verließen fluchtartig das Podium.</p>
<p><strong>14.54 Uhr: </strong>Immerhin, Sepps Kumpel Walter Gagg begrüßt mich noch herzlich. Unverwüstlich.</p>
<p><strong>14.55 Uhr: </strong>Das Auditorium füllt sich. Alles wartet auf Hosni Blatter.</p>
<p><strong>15.19 Uhr:</strong> Ein Witz. Nichts Konkretes. Nur 4 (!!!) Kommissionen, die alle zum Good Governance Komitee gehören.</p>
<ol>
<li>Task Force Revision of Statutes (Zwanziger)</li>
<li>Task Force FIFA Ethics Committee</li>
<li>Task Force Transparency &amp; Compliance</li>
<li>Task Force Football 2014 (Beckenbauer)</li>
</ol>
<div id="attachment_10924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1.png"><img class="size-medium wp-image-10924" title="Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa1-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Das Wirrwarr der neuen Kommissionen - das Exko hat das letzte Wort</p></div>
<p>Zeitplan, natürlich bis zum <span style="text-decoration: line-through;">Kongress 2012 in Budapest</span>. Nein, sogar bis 2013 auf Mauritius. Road map:</p>
<div id="attachment_10925" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa2.png"><img class="size-medium wp-image-10925" title="FIFA's roadmap to &quot;reforms&quot;" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/fifa2-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">FIFA&#39;s roadmap to &quot;reforms&quot;</p></div>
<p><strong>15.25 Uhr:</strong> Das Exko mit allen Ganoven bleibt Herr des Verfahrens. Natürlich. Unglaublich. Wer das Reform nennt, ist ein Idiot. Und ein Propagandist der FIFA.</p>
<p><strong>15.35 Uhr:</strong> Fragen zur ISL-Akte sind nicht erlaubt. Erst im Dezember. Doch die erste Frage kommt natürlich.</p>
<p><strong>17.02 Uhr:</strong> Ich ergänze später. Muss jetzt einen Zeitungstext schreiben.</p>
<p><strong>20.39 Uhr:</strong> Transparency International twittert &#8230;</p>
<p><a href="http://twitter.com/#!/anticorruption"><img class="aligncenter size-full wp-image-10921" title="tweet @anticorruption" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/ti1.png" alt="" width="358" height="112" /></a></p>
<p>&#8230; und ich antworte &#8230;</p>
<p><a href="http://twitter.com/#!/jensweinreich"><img class="aligncenter size-full wp-image-10922" title="tweet @jensweinreich" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/ti2.png" alt="" width="346" height="192" /></a></p>
<p><strong>20.41 Uhr: </strong>Mein Zeitungs-Schnellschuss in voller, unredigierter Länge:</p>
<blockquote><p>ZÜRICH. Die Führung des korruptionsverseuchten Fußball-Weltverbandes FIFA spielt auf Zeit. Es werden keinerlei Maßnahmen wegen der zahlreichen aktuellen Korruptionsfälle im Exekutivkomitee ergriffen. Die FIFA-Regierung, durchsetzt mit unglaubwürdigen Personen, hat am Freitag unter großen öffentlichen Druck nur einige neue <a title="FIFA.com" href="http://www.fifa.com/mm/document/affederation/committees/01/53/05/80/proposal_pdt_21102011.pdf" target="_blank">Kommissionen</a> gegründet. Mit einer schwer zu durchschaubaren Struktur soll der FIFA Transparenz und Glaubwürdigkeit verordnet werden. Ein „Good Governance“ Komitee sammelt künftig die Vorschläge von vier weiteren Kommissionen: von einer Task Force, die sich mit der Revision der FIFA-Statuten beschäftigt (geleitet von DFB-Präsident Theo Zwanziger, dem neuen Exekutivmitglied); einer Task Force „FIFA-Ethikkomitee“; einer Task Force „Transparency &amp; Compliance“ und der schon bestehenden Task Force „Fußball 2014“, geleitet vom ehemaligen Exekutivmitglied Franz Beckenbauer. Schwer zu durchschauen, das Konstrukt – und alles andere als transparent.</p>
<p>Die personellen Besetzungen der Komitees sollen auf der nächsten Exekutivsitzung im Dezember in Tokio beschlossen werden. Ab Januar 2012 werde gearbeitet, behauptete Präsident Joseph Blatter in Zürich. Einen Rücktritt schließt Blatter, der seit 30 Jahren die Verantwortung für das FIFA-System trägt, weiterhin aus. Im Gegenteil: Er inszenierte sich als Retter. „Ich habe mich an die Arbeit gemacht, um den Beschlüssen des FIFA-Kongresses vom Juni Leben einzuhauchen“, dichtete er.</p>
<p>Im März würden die Kommissionen erste Berichte vorlegen. Im Frühsommer 2012 werde der FIFA-Kongress in Budapest die Statutenänderungen absegnen. Das letzte Wort habe dann der Kongress 2013 in der Urlaubsdestination Mauritius. Diesen Zeitplan bezeichnete Blatter als „ambitioniert“ und zügig. Beinahe Formel-1-Geschwindigkeit, sagte er. „Spätestens 2013, hoffe ich zumindest, werden wir den guten Ruf der FIFA wieder hergestellt haben.“</p>
<p>Verantwortlich für die Wiederherstellung des „guten Rufes“ sind nun die Mitglieder desExekutivkomitees, Blatters Tafelrunde. Denn die vielen neuen Kommissionen haben dem Exekutivkomitee Bericht zu erstatten, das dann Vorschläge für die FIFA-Kongresse unterbreiten soll. Absurder geht es nicht. Und eine Organisation wie Transparency International, die von Blatter verbal in den Beraterstatuserhoben wurde, wirkt an dieser FIFA-Propaganda aktiv mit und ist dabei, ihre Reputation zu verspielen.</p>
<p>Bei der einfachen Frage, warum die Welt einem Exekutivkomitee glauben solle, in dem rund die Hälfte der Mitglieder sich gegen diverse Korruptionsvorwürfe (vieles gut dokumentiert) erwehren müssen, geriet der FIFA-Präsident etwas außer Fassung. „Ich bin nicht einverstanden mit ihrer Statistik, das ist definitiv nicht richtig“, behauptete er. „Ich akzeptiere nicht, wenn sie behaupten, dass die Hälfte der Mitglieder nicht mehr im Amt sein sollte.“</p>
<p>Dem Mann kann geholfen werden. Eine unvollständige Liste jener Exekutivler, die sich mindestens im moralischen Sinne als korrupt erwiesen haben und gegen die teilweise Dokumente vorliegen: Ricardo Teixeira (Brasilien), Julio Grondona (Argentinien), Nicolas Leoz (Paraguay), Issa Hayatou (Kamerun), Chuck Blazer (USA), Worawi Makudi (Thailand), Jacques Anouma (Elfenbeinküste), Hany Abo Rida (Ägypten), Mohamed Raouraoua (Algerien), Vernon Manilal Fernando (Sri Lanka). Joseph Blatter, den die korrupten ehemaligen Top-Funktionäre Jack Warner und Mohamed Bin Hammam beschuldigen, muss natürlich auch dazu gezählt werden – so wie FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange. Oder Senes Erzik (Türkei), Ehrenpräsident von Fenerbahce Istanbul, jenem Verein, der wegen vielfältiger Manipulationen gerade von der Champions League ausgeschlossen wurde.</p>
<p>„Die Institution FIFA ist nicht korrupt“, erklärte Blatter weinerlich. „Ich muss die FIFA verteidigen, und ich muss auch mich selbst verteidigen.“ Er sucht weiter nach prominenten Namen für seine Kommissionen, unter anderem will er einen hochrangigen, aktuellen Politiker dafür gewinnen. Blatter borgt sich Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Zur Vorwärtsverteidigung zählt neuerdings auch das Versprechen, die so genannte Einstellungsverfügung aus dem ISL-Bestechungsskandal herauszurücken. Die ISL-Gruppe hatte einst mit mindestens 141 Millionen Schweizer Franken hochrangige Funktionäre aus vielen Weltverbänden geschmiert, vor allem aber Fußball-Offizielle. Vor einem Jahr noch haben die FIFA und zwei Funktionäre 5,5 Millionen an die Justizkasse gezahlt, um die Namen und das Dokument geheim zu halten. Gegen die juristischen Versuche etlicher Medien, an die Einstellungsverfügung zu kommen, wehrt sich die FIFA bislang vehement. Nun verspricht Blatter, auf der Exko-Sitzung im Dezember werde „die Akte geöffnet“. Dabei muss die FIFA die Unterlagen doch nur online stellen. Stattdessen aber soll die Akte dann „einer unabhängigen externen Organisation“ übergeben werden. Angeblich sei das juristisch alles sehr kompliziert.</p>
<p>Nonsens, auch diese Behauptung des FIFA-Präsidenten, die Teil einer gerissenen Propaganda ist. Es ist viel einfacher: Die FIFA kann die Unterlagen, die vor allem Teixeira und Havelange belasten, jederzeit online stellen. Niemand hindert sie daran.</p></blockquote>
<p><strong>20.50 Uhr: </strong>Die FIFA <a title="FIFA.com" href="http://www.fifa.com/aboutfifa/organisation/bodies/news/newsid=1530616/index.html" target="_blank">verkündet</a>:</p>
<blockquote><p><strong>FIFA confirms its strong commitment to reforms by adopting governance structures and road map</strong></p>
<p>Following the proposals made by the FIFA President, Joseph S. Blatter, at the last FIFA Congress on June 1 in terms of good governance, transparency and zero tolerance towards wrongdoing on and also off the pitch – proposals which were overwhelmingly approved by the Congress – the FIFA Executive Committee, meeting yesterday and today at the Home of FIFA in Zurich, agreed on a series of major measures:</p>
<p>- the creation of four task forces, mandated to propose reforms:</p>
<p>• “Task Force Revision of Statutes”, chaired by Dr Theo Zwanziger (Germany)</p>
<p>• “Task Force FIFA Ethics Committee”, chaired by the Chairman of the Ethics Committee, Claudio Sulser (Switzerland)</p>
<p>• “Task Force Transparency and Compliance”, chaired by Juan Ángel Napout (President of the Paraguayan FA) and Frank Van Hattum (President of the New Zealand FA)</p>
<p>• “Task Force Football 2014” (operating since May 2011), chaired by Franz Beckenbauer (Germany)</p>
<p>- the creation of a “Committee Good Governance” (to be established at the next meeting of the FIFA Executive Committee in December 2011) which, among other tasks, will oversee reforms undertaken by FIFA. It will comprise of representatives not only from the international football family but also from other spheres</p>
<p>- establishment of a “FIFA Good Governance” road map (between today and the 2013 FIFA Congress) according to which the first reform proposals will be submitted by the four Task Forces to the Executive Committee in December 2011</p>
<p>It should be noted that since the last FIFA Congress, FIFA has taken the step of consulting external bodies and experts such as Transparency International and Prof. Mark Pieth on governance matters.</p>
<p>More detailed information on the measures taken today is <a title="FIFA road map ..." href="http://www.fifa.com/mm/document/affederation/committees/01/53/05/80/proposal_pdt_21102011.pdf" target="_blank">provided in the document linked on the right</a>.</p>
<p>Furthermore, following a proposal from the FIFA President, the Executive Committee stated its full support for the release of the dossier on the ISL-ISMM case. However, this can only be done after a thorough legal analysis because of the complexity of the matter. The case will be opened at the next meeting of the Executive Committee in December 2011. It will then be given to an independent body for further examination.</p></blockquote>
<p>tbc</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/21/live-blog-aus-zurich-sepp-mutiert-zum-korruptionsbekampfer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>42</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>live aus Zürich, Sepp Blatters Tafelrunde: &#8220;Crisis? What is a crisis?&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 11:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[chuck blazer]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[issa hayatou]]></category>
		<category><![CDATA[jack austin warner]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[julio humberto grondona]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[ricardo teixeira]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[worawi makudi]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[julio grondona]]></category>
		<category><![CDATA[walter de gregorio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10873</guid>
		<description><![CDATA[ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen. Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ZÜRICH. Oh je. Jetzt werden gewiss wieder die Angestellten in der FIFA-Zentrale traktiert und gefilzt. Wie zum Teufel kommt die Traktandendenliste der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in dieses Blog? Nun, was ich schon immer sage: Es gibt auch in Zürich in der FIFA noch halbwegs aufrechte Personen.</p>
<p>Ich werde ab jetzt ein wenig rund um die durchaus mit Spannung erwartete Exekutivsitzung bloggen und schicke die Agenda mal als ersten Anreißer voraus. Da fällt mir doch <a title="live-Blog aus Zürich: &quot;We are not in a crisis!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/" target="_self">ein Zitat</a> des Großen Vorsitzenden Joseph Hosni Ben Ali Blatter ein:</p>
<blockquote><p><strong>Crisis? What is a crisis? We are not in a crisis! We are only in some difficulties. And the difficulties will be solved, will be solved inside our family.</strong></p></blockquote>
<p>Und für die Problemlösung ist, wenn ich richtig lese, genau einer von 21 Tagesordnungspunkten vorgesehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10876" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 1" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda1.jpg" alt="" width="524" height="466" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10877" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 2" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda2.jpg" alt="" width="521" height="668" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-10878" title="Agenda FIFA Exko Oktober 2011 - 3" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/10/exkoagenda3.jpg" alt="" width="533" height="678" /></p>
<p>Für Journalisten: Sollten Sie aus dieser Traktandenliste zitieren, geben Sie doch bitte sauber die Quelle an: <a title="www.jensweinreich.de" href="http://www.jensweinreich.de" target="_self">www.jensweinreich.de</a>.</p>
<p>Danke.</p>
<p>Bloggern muss ich das ja nicht sagen.</p>
<p><strong>18.45 Uhr:</strong> Habe auf <a title="jw on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank">Twitter</a> gerade mal in die Runde gefragt, ob</p>
<ul>
<li>&#8230; eigentlich irgendein Journalist schon eine Einladung zur FIFA-Pressekonferenz nach der Exko-Sitzung am Freitag erhalten hat (ich jedenfalls nicht) &#8230;</li>
<li>&#8230; und ob es stimmt, dass die FIFA-Propagandaabteilung auch hier in Zürich handverlesene Journalisten zu einem round table geladen hat, um gute Stimmung zu organisieren.</li>
</ul>
<p><strong>22.44 Uhr:</strong> Die exklusive Runde, in der Journalisten wohl auf FIFA-Linie gebracht werden sollen, findet am Donnerstagmorgen im FIFA-House statt. Habe mich jetzt per Email wenigstens für die PK angemeldet. Eine Info dazu gibt es weiterhin nicht.</p>
<p>Flink noch ein langer Roh-Text (nur ansatzweise redigiert und unverlinkt), den ich heute verschiedenen Zeitungen angeboten habe:</p>
<blockquote><p>ZÜRICH. Jahrelang haben sich nur wenige Medien mit der flächendeckenden Korruption im Fußball-Weltverband FIFA befasst. Doch seit einem Jahr ist das Thema en vogue, kein Tag vergeht ohne neue Meldungen über millionenschwere Schmiergelder, Machtmissbrauch, Schwarzkonten, in dunklen Kanälen verschollene Fördermittel – Korruption auf allen Ebenen der FIFA-Pyramide und auf allen Kontinenten. Gerade hat der wegen Korruption zurückgetretene langjährige FIFA-Präsident Jack Warner (Trinidad) erneut einen Tsunami an Enthüllungen versprochen. Gerade wurden in Argentinien weitere Details über die Geschäfte des FIFA-Vizepräsidenten Don Julio Grondona bekannt, es geht unter anderem um Schmiergelder in Höhe von 30 Millionen Dollar auf Schweizer Bankkonten. Doch ab Donnerstag soll auf der zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees aufgeräumt werden: „Warten Sie den 21. Oktober ab! Dann wird Präsident Blatter sein Reformpaket vorstellen.“ So trommeln die PR-Herolde des Fußball-Weltverbandes FIFA seit Wochen.</p>
<p>Was ist davon zu halten, wenn ausgerechnet Joseph Blatter, von 1981 bis 1998 Generalsekretär, seither FIFA-Präsident, Aufklärung, Transparenz, Demokratie und Korruptionsbekämpfung verspricht?</p>
<p>Fakt ist zunächst: Blatter hatte 30 Jahre Zeit, sich darum zu kümmern. Stattdessen hat er das System des Gebens und Nehmens in herausragenden Positionen geprägt. Noch zwei Tage vor seiner absurden Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten (bis 2015) hat er Ende Mai auf einer absurd-turbulenten und abgebrochenen Pressekonferenz erklärt: „Krise? Wir haben keine Krise, nur einige Schwierigkeiten. Und die lösen wir in der Familie!“</p>
<p>Tatsächlich ist nicht einmal die Tagesordnung der Sitzung des Exekutivkomitees öffentlich, die dieser Zeitung allerdings vorliegt. 21 Punkte stehen auf der dreiseitigen Traktandenliste. Thema Korruption? Fehlanzeige. Unter Punkt 18 heißt es lediglich: „Ethikkommission“. Das soll wohl Blatters großer Auftritt werden.</p>
<p>Doch zuvor erstatten Bericht: die Großganoven Ricardo Teixeira (als Organisationschef der WM 2014), Grondona (als Chef der FIFA-Finanzkommission) und der US-Amerikaner Chuck Blazer, der als Generalsekretär der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF nachweislich mindestens zehn Millionen Dollar Kommissionen kassiert hat. Die FIFA unternimmt nichts gegen Blazers Millionendeals, weil der schwergewichtige Absahner Ende des Jahres die CONCACAF verlassen will, sind alle zufrieden.</p>
<p>Außerdem zählt Afrikas Fußballchef Issa Hayatou (Kamerun) zu den Berichterstattern. Gegen Hayatou ermittelt die IOC-Ethikkommission wegen Bestechung, Blatter hat ihn dennochgerade zum Chef der GOAL-Kommission ernannt, die hunderte Millionen an Entwicklungshilfegeldern verteilt. Viele Millionen dieser GOAL-Projekte sind jedoch verschollen, unter anderem in Thailand, wo der FIFA-Exekutivler Worawi Makudi sein Unwesen und mit FIFA-Investitionen den Wert seiner privaten Grundstücke in die Höhe treibt. Makudi wird in Zürich zur Frauen-WM 2011 reden und gewiss einige Worte zum Tagesordnungspunkt 11 sagen, zur Vorbereitung auf die Hallenfußball-WM 2012 in Thailand. Auch hier werden Mittel dazu abgezweigt, seinen Reichtum zu mehren.</p>
<p>Es ließen sich andere brandaktuelle Beispiel von Privatgeschäften der FIFA-Vorständler nennen. Wird einer der Neuen im Gremium, DFB-Präsident Theo Zwanziger, wohl den Mut haben, diese Skandale anzusprechen und unverzüglich Aufklärung zu fordern?</p>
<p>Zwanziger hat sich dafür entschieden, vor dieser Sitzung keine Interviews zu geben. Aus seinem Umfeld verlautet, er sei gut vorbereitet und aufmunitioniert, auch habe er sich mit dem Ligaverband und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge abgesprochen, der auch als Präsident der europäischen Klubvereinigung ECA agiert. Rummenigge hatte Blatter vor einigen Wochen noch mit dem gestürzten ägyptischen Diktator Hosni Mubarak verglichen und war zuletzt etwas leiser geworden.</p>
<p>Zwanziger kann sich offenbar eine herausragende Rolle in einer neu geschaffenen Kommission vorstellen, ob die nun Ethikkommission oder „Lösungskommission“ heißt, wie von Blatter auf dem FIFA-Kongress vor drei Monaten absurder Weise vorgeschlagen. Eine der Kernfragen lautet aber: Warum sollte Blatter ausgerechnet Zwanziger, einen Neuling in der FIFA, der nicht in den alten Seilschaften hängt, damit beauftragen, Lösungen herbeizuführen? Und welche Kompetenzen würden einem solchen Lösungsbeauftragten zugesprochen? Ermittlungskompetenzen unter Einbeziehung von Staatsanwaltschaften, FBI, Interpol und anderen Experten für organisierte Kriminalität etwa?</p>
<p>Derlei Freiräume wird es gewiss nicht geben. Denn dann müssten, zum Beispiel, die Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar unabhängig untersucht werden. Die Hälfte der 24 FIFA-Vorständler liefe Gefahr, als Betrüger aufzufliegen. FIFA-Neuling Zwanziger wird am Donnerstagmorgen, noch vor der Exekutivsitzung, schnell merken, welcher Wind weht. Dann nämlich empfängt UEFA-Präsident Michel Platini, Blatters sportpolitischer Ziehsohn, die europäischen Exekutivmitglieder, um diese wie üblich auf seine Linie einzuschwören.</p>
<p>Inzwischen läuft die FIFA-Propaganda auf Hochtouren. Erst kürzlich wurden mit dem Schweizer Walter de Gregorio, dem Österreicher Bernd Fisa und dem Briten Brian Alexander drei hochbezahlte Leute für die Kommunikationsabteilung verpflichtet, die den Auftrag haben, die Wahrheit zu beugen und Blatter als Reformer zu verkaufen.</p>
<p>Einer der ersten Jobs der FIFA-Direktors de Gregorio war ein so genannter Runder Tisch mit handverlesenen englischen Journalisten in London, um die britische Presse zu befrieden. Wort- und faktengewaltige Recherche-Journalisten wie Andrew Jennings waren nicht geladen, das hat System, stattdessen wurde schlecht über jenen Mann geredet, der die meisten FIFA-Skandale aufgedeckt hat – und den die FIFA auf die schwarze Liste gesetzt hat; seit beinahe einem Jahrzehnt darf Jennings nicht mehr von offiziellen FIFA-Terminen berichten.</p>
<p>Es ist gewiss kein Zufall, dass nun in zwei englischen Medien zwei schlagzeilenträchtige Geschichten verbreitet wurden, das riecht nach gezielten Durchstechereien aus der FIFA-Kommunikationsabteilung. Vergangene Woche wurde vom Telegraph jenes Video des Korruptionstreffens der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF veröffentlicht, auf dem der damalige FIFA-Vizepräsident Jack unverfroren die Umstände der 40.000-Dollar-Gaben seines Kollegen Mohamed Bin Hammam (Katar) erläutert.</p>
<p>In dieser Woche  berichtete die BBC über einen angeblichen Plan von Blatter, ein Korruptions-Dokument der Schweizer Justiz zu veröffentlichen, dessen Herausgabe die FIFA seit langem mit viel Geld und allen juristischenFinessen verhindert. Der Weltverband hat 2010 sogar 5,5 Millionen Franken Schweigegeld an die Justizkasse gezahlt, damit die Einstellungsverfügung zum ISL-Prozess nicht bekannt wird, in der hohe FIFA-Funktionäre wie der Organisationschef der WM 2014, Brasiliens Verbandspräsident Ricardo Teixeira, und der langjährige FIFA-Präsident Joao Havelange als Empfänger von Bestechungsgeldern genannt werden.</p>
<p>Der ISL-Konzern hatte die olympische Sportwelt, auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), vorallem aber die FIFA, einst mit einem umfassenden Schmiergeldsystem überzogen. Angeblich will Blatter, der seine Anwälte losschickte, um die Vorgänge geheim zu halten, nun das Exekutivkomitee befragen, ob man vor Gericht nicht beantragen solle, die Einstellungsverfügung zu veröffentlichen.</p>
<p>Wie absurd! Und zwar aus mehreren Gründen: Zunächst wird Teixeira, der viele Millionen von der ISL kassierte und gegen den in Brasilien nun ein Ermittlungsverfahren eröffnetwurde, kaum dafür stimmen. Zudem stellt sich die Frage, ob Blatter in der Vergangenheit das Exekutivkomitee befragt hat, wenn es galt, ISL-Ermittlungen zu behindern oder zu vertuschen. Offiziell hatte die FIFA sogar ihr Desinteresse an einer weiteren Verfolgung des Bestechungsskandals bekundet. Als das nichts half und im ISL-Prozess gerichtsfest dokumentiert wurde, dass 141 Millionen Franken an Sportfunktionäre flossen, zahlte die FIFA 5,5 Millionen Schweigegeld. Hat Blatter sich diese Millionen vom Exekutivkomitee absegnen lassen?</p>
<p>Blatter, so das Kalkül seiner Berater, wird fein raus sein, sollte das Exekutivkomitee seiner Bitte nicht nachkommen. Dann wird er, der an der Vertuschung mitgewirkt hat, frech behaupten: Ich wollte das Dokument ja veröffentlichen lassen, aber das Exekutivkomitee hat dagegen gestimmt und mir sind deshalb die Hände gebunden.</p>
<p>Es ist viel einfacher: Die FIFA könnte die Einstellungsverfügung, die sie ja besitzt, einfach online stellen. Und schon kann sich die Welt ein Bild davon machen. Doch momentan reicht es nicht einmal zu dieser Geste, die das morsche Gebäude weiter insWanken bringen könnte.</p></blockquote>
<p>Morgen mehr dazu. Systematischer. Besser. Mit Links, wie es sich gehört.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/19/live-aus-zurich-sepp-blatters-tafelrunde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>22</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Deutschland: Bremser im internationalen Antidopingkampf (II)</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 10:05:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[david howman]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[grit hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[wada]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10859</guid>
		<description><![CDATA[Unterbrechen wir das Programm von Play the Game für einen Moment und widmen uns einem aktuellen deutschen Thema, das Grit Hartmann exklusiv recherchiert und im Deutschlandfunk berichtet hat. Einmal mehr kristallisiert sich heraus, dass Deutschland, Brutstätte des organisierten Dopings (in Ost und West), betätigt sich im internationalen Antidopingkampf als Bremser. Lesen Sie dazu gern noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unterbrechen wir das Programm von Play the Game für einen Moment und widmen uns einem aktuellen deutschen Thema, das Grit Hartmann exklusiv recherchiert und im <a title="Feindseliges „gobbledygook“" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1568914/" target="_blank">Deutschlandfunk</a> berichtet hat. Einmal mehr kristallisiert sich heraus, dass Deutschland, Brutstätte des organisierten Dopings (in Ost und West), betätigt sich im internationalen Antidopingkampf als Bremser.</p>
<p>Lesen Sie dazu gern noch einmal Grit Hartmanns <a title="Deutschland: Bremser im internationalen Antidopingkampf" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/" target="_self">Beitrag vom Januar</a> nach, dann diesen hier. Sie können, sehr bequem, auch hören:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/02/dlf_20111002_1939_3b20e7ce.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>von Grit Hartmann</strong></p>
<p>Feindseliges „gobbledygook“</p>
<p>Kontroverse um die WADA-Finanzierung eskaliert</p>
<p><em>Die Europäer wollen, angeführt von der Bundesregierung, ab 2012 ihre Beiträge für die Welt-Antidopingagentur WADA einfrieren. Für den internationalen Antidopingkampf würde Berlin damit ein fatales Zeichen setzen. Der Sportausschuss soll in der nächsten Sitzung zustimmen. WADA-Generaldirektor David Howman spricht von einem absurden Vorgang, und die Zahlen geben ihm Recht.</em></p>
<p><em></em>Der <a title="bundestag.de" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706600.pdf" target="_blank">Sporthaushalt des Bundes</a> (<a title="Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2012 ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/09/12/sportforderung-des-bundes-im-olympiajahr-2012-und-die-demokratie-profis-im-bundestags-sportausschuss/" target="_self">Beitrag hier im Blog</a>), der derzeit dem Parlament zur Beratung vorliegt, enthält scheinbar eine durchaus positive Überraschung: Formal hat das Bundesministerium des Innern den Zuschuss für die Welt-Antidopingagentur WADA nämlich deutlich erhöht: Mit 586.000 Euro soll die Speerspitze der Betrugsbekämpfung 2012 vom deutschen Steuerzahler alimentiert werden &#8211; 42.000 Euro mehr, als dieses Jahr im Haushalt eingestellt sind.</p>
<p>Dabei hatte die Bundesregierung noch Ende Juni, in ihrer <a title="bundestag.de" href=" http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706672.pdf" target="_blank">Antwort auf eine Kleine SPD-Anfrage zur Sportpolitik</a>, allerlei Gründe dafür vorgetragen, warum der deutsche Beitrag und mit ihm der aller Europäer an die WADA eingefroren werden sollte, statt wie bisher um moderate zwei Prozent pro Jahr zu steigen: Wirtschaftskrise, fehlende Auskünfte von der WADA, ihre angebliche Intransparenz.</p>
<p>Der Deutschlandfunk hatte die Kontroverse schon im Januar <a title="dradio.de" href=" http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1376181/ " target="_blank">öffentlich gemacht</a>. Ein <a title="Deutschland: Bremser im Antidopingkampf" href="http://www.jensweinreich.de/2011/01/31/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf/ " target="_blank">Brief des BMI</a> an den Europarat, seinerzeit im Original auf diesem Blog, entlarvte die Deutschen als Initiator der Sparmaßnahme. Die brächte Berlin zwar nur ein vierstelliges Sümmchen &#8211; der ohnehin nicht üppig ausgestatteten WADA aber würden ein paar hunderttausend Dollar fehlen. Denn ihre <a title="wada-ama.org" href=" http://www.wada-ama.org/en/About-WADA/Funding/" target="_blank">Statuten</a> sehen vor, dass dann alle Finanziers, Regierungen wie IOC, mitziehen müssten.</p>
<p>Nun also die Kehrtwende? Statt Kürzung ein Aufschlag? Zur taufrischen Imagebroschüre aus dem BMI namens <a title="bmi.de" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2010/sportflyer.html" target="_blank">&#8220;Partner des Spitzensports&#8221;</a> würde das passen. Da lobt sich die Koalition für &#8220;konsequente Dopingbekämpfung&#8221;, ganz im Dienst von &#8211; Zitat &#8211; &#8220;Glaubwürdigkeit, Faszination und Vorbildfunktion&#8221; des Sports. WADA-Generaldirektor David Howman:</p>
<blockquote><p>Im Moment ist das Signal aus Europa, dass sie überhaupt keine Erhöhung unseres Etats wünschen.</p></blockquote>
<p>Der Haushaltsplan mit dem imposanten Plus für die WADA vermittelt also ein Trugbild. Die Erklärung dafür ist simpel: Die WADA-Abgabe bemisst sich in US-Dollar, deshalb basiert der Euro-Betrag im Haushalt auf einem geschätzten künftigen Wechselkurs. In den vergangenen Jahren lag diese Schätzung fast immer höher als die Summe, die später tatsächlich an die Wada floss, manchmal um 100.000 Euro darüber.</p>
<p>[<em>Hier wird noch eine Tabelle nachgetragen, kann auf die Schnelle jemand bei der Erstellung helfen, die Daten haben wir da.</em>]</p>
<p>Man weiß also nicht, ob 2012 wirklich 586.000 Euro anfallen. Klar ist nur, was der Haushaltsposten verbirgt: das Einfrieren der WADA-Beiträge.</p>
<p>Wie unangebracht Vertrauen auf Berliner Imagebroschüren wäre, illustriert dabei vor allem dieser Fakt: Deutschland steuert im laufenden Jahr weniger bei als 2002, im ersten Zahljahr. Damals waren es 536.000 Euro. 2011, die Wada hat gerade ihre Rechnung gestellt, sind es rund 2000 Euro weniger. Howman verlangt deshalb eine an der Realität orientierte Debatte:</p>
<blockquote><p>Ich finde es unglaublich, dass wir über Erhöhungen reden, ohne über reale Geldbeträge zu sprechen. Ich halte das nur für absurd. Wir müssen in die Realität zurück, zur Frage: Wie viel zahlen die Europäer in ihrer Währung, in Euro? Und wenn man sieht, sie zahlen dasselbe oder sogar weniger als 2002, dann fragt man sich doch, ob wir noch in denselben Begriffen sprechen oder ob es sich um gobbledygook, um Politikergeschwafel, handelt. &#8211; Wir sollten weg vom gobbledygook und die Realität verhandeln. Und wenn man in der ankommt, dann heißt das: Deutschland bezahlt im Moment keinen Cent mehr als 2002. Das ist keine Erhöhung!</p></blockquote>
<p>Was sagt es, dass die Bundesregierung diesen Fakt verschweigt? Wie wäre es zu erklären, dass Berlin die WADA-Arbeit torpediert? Wohl eher nicht mit deren Mängeln. Der WADA fehlt es an Durchsetzungskraft gegenüber Weltsportverbänden, die Doping tolerieren. Ihre Testpraxis gilt als unzulänglich. Doch sorgt sie für Druck auf Betrüger; in Dritte-Welt-Ländern ermöglicht sie überhaupt erst Kontrollen. Howman meint, ganz offensichtlich sei der Stellenwert des Antidopingkampfes gesunken:</p>
<blockquote><p>Die europäischen Regierungen sagen der WADA: Wir wollen nicht mehr dasselbe zahlen wie 2002. Und das zeigt klar an, dass es nicht mehr dasselbe Bekenntnis dazu gibt.</p></blockquote>
<p>Vorwürfen der Bundesregierung, die Wada habe nicht begründet, wofür sie mehr Geld brauche, sie sei nicht transparent, widerspricht Howman scharf. Zwei Prozent Plus würden lediglich die Inflation abfangen. Außerdem:</p>
<blockquote><p>Es gibt nichts, das wir den Regierungen oder der Öffentlichkeit vorenthalten. Wir führen unsere Konten aktuell, wir legen sie gegenüber den Regierungen offen, wir teilen ihnen jeden Aspekt unserer Ausgaben und Einnahmen mit. In meinem ganzen Leben als Generaldirektor bin ich nie damit konfrontiert worden, dass wir nicht transparent seien. Ich finde das ein bisschen &#8230; vermutlich feindselig. &#8211; Was wir erwarten, ist, dass uns jemand sagt: Nun, wir sehen das anders. Ihr solltet weniger Geld für Forschung ausgeben, ihr solltet weniger Geld für einige andere Projekte ausgeben. Aber wir bekommen keine solche Ansprache. Wir hören nur: Ihr könnt euer Budget nicht um zwei Prozent erhöhen!</p></blockquote>
<p>Richtig ist, dass die Wada die erste Organisation des Weltsports war, die Haushalt und <a title="wada-ama.org" href="http://www.wada-ama.org/en/About-WADA/Funding/" target="_blank">Financial Statements</a> online publiziert hat, im Rahmen ihrer <a title="wada-ama.org" href="http://www.wada-ama.org/en/Resources/Publications/Annual-Report/" target="_blank">Jahresberichte</a>.</p>
<p>Der Sportausschuss debattiert den BMI-Haushalt in zwei Wochen. Die Grünen wollen die Kürzung nicht mittragen, sagt Viola von Cramon, die sportpolitische Sprecherin der Partei. Sie nennt ein Beispiel, das illustriert, wie willkürlich die Bundesregierung Transparenz misst: das Bundesinstitut für Sportwissenschaften &#8211; gerade von Historikern als einstiger Koordinator dubioser Dopingforschungen benannt und in jüngster Vergangenheit häufig für undurchsichtige Auftragsvergaben gerügt:</p>
<blockquote><p>Also, wenn man sich den Einzelplan 6 des BMI, des Bundesinnenministeriums, anschaut, dann sieht man ja, dass da ein gewisses Missverhältnis auftaucht. Da gibt es den Posten des Bundesinstituts für Sportwissenschaften. Dieser wird erhöht, und zwar um 500.000. Das heißt: Da ist Spielraum nach oben. Und warum jetzt gerade der Posten für die internationale Dopingbekämpfung eingefroren werden soll oder tatsächlich sogar zurückgefahren werden soll, das ist für uns nicht nachvollziehbar.</p></blockquote>
<p>Bislang sei das nicht überzeugend erklärt.</p>
<blockquote><p>Und solange das nicht passiert, werden wir natürlich dafür werben und werden wir natürlich einen Antrag stellen, dass wir die ganz normale zweiprozentige Erhöhung einstellen.</p></blockquote>
<p>Auf Deutschlandfunk-Anfrage übermittelt auch IOC-Vize Thomas Bach, sonst nicht für dergleichen bekannt, Kritik an der Bundesregierung. Er hoffe, &#8220;dass es nicht zum Einfrieren der Zahlungen an die Wada kommt&#8221;. Begründung: Der Wada müssten auch weiter &#8220;beste Bedingungen für den Kampf gegen Doping ermöglicht werden&#8221;.</p>
<p>David Howman formuliert es umgekehrt. Die Wada stecke rund 30 Prozent ihres Etats in die Verfeinerung der Analysemethoden; würde sie beschnitten, würden den gewieften Betrügern beste Bedingungen ermöglicht:</p>
<blockquote><p>Wenn wir diese Hochniveau-Doper erwischen wollen, müssen wir dafür Geld ausgeben. Wenn wir darauf nicht vorbereitet sind &#8211; warum geben wir dann all das Geld aus, um die dummen Doper zu erwischen? Wir überführen die Dummen und sind glücklich, dass die Cleveren davonkommen.</p></blockquote>
<p>Dass dies zuerst an die Adresse der Bundesregierung geht, offenbart den Kern der deutschen Antidoping-Politik: Mehr als ein Feigenblatt ist hierzulande nicht gewollt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/10/04/deutschland-bremser-im-internationalen-antidopingkampf-ii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/02/dlf_20111002_1939_3b20e7ce.mp3" length="3747840" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Sportförderung des Bundes im Olympiajahr 2012 und die Demokratie-Profis im Bundestags-Sportausschuss</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/09/12/sportforderung-des-bundes-im-olympiajahr-2012-und-die-demokratie-profis-im-bundestags-sportausschuss/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/09/12/sportforderung-des-bundes-im-olympiajahr-2012-und-die-demokratie-profis-im-bundestags-sportausschuss/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 12:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[london 2012]]></category>
		<category><![CDATA[novosp]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfamilie]]></category>
		<category><![CDATA[sportförderung]]></category>
		<category><![CDATA[staatssport]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[zielvereinbarungen]]></category>
		<category><![CDATA[audio]]></category>
		<category><![CDATA[berliner zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[dagmar freitag]]></category>
		<category><![CDATA[daniel drepper]]></category>
		<category><![CDATA[dlv]]></category>
		<category><![CDATA[doping-jahresbericht]]></category>
		<category><![CDATA[dosb]]></category>
		<category><![CDATA[jörg winterfeldt]]></category>
		<category><![CDATA[martin gerster]]></category>
		<category><![CDATA[nada]]></category>
		<category><![CDATA[peking 2008]]></category>
		<category><![CDATA[robert kempe]]></category>
		<category><![CDATA[schein-demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[vancouver 2010]]></category>
		<category><![CDATA[wada]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10753</guid>
		<description><![CDATA[Einige Anmerkungen und Dokumente zur insgesamt unterirdischen Arbeit des Bundestags-Sportausschusses am Beispiel der aktuellen Haushaltszahlen zur Sportförderung 2012 durch den Bund. Zunächst die Fakten: Im Etatansatz für 2012 finanzieren 9 Bundesressorts mit 239,4 Millionen Euro Maßnahmen auf dem Gebiet des Sports. Das sind knapp 2 Millionen weniger als im laufenden Jahr, aber 3,5 Millionen mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Anmerkungen und Dokumente zur insgesamt unterirdischen Arbeit des Bundestags-Sportausschusses am Beispiel der aktuellen Haushaltszahlen zur Sportförderung 2012 durch den Bund.</p>
<p><object id="doc_64380" style="outline: none;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="600" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="doc_64380" /><param name="data" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="FlashVars" value="document_id=64666378&amp;access_key=key-15xp6kroa7v5tklq852w&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><param name="src" value="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="document_id=64666378&amp;access_key=key-15xp6kroa7v5tklq852w&amp;page=1&amp;viewMode=list" /><embed id="doc_64380" style="outline: none;" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="600" src="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" flashvars="document_id=64666378&amp;access_key=key-15xp6kroa7v5tklq852w&amp;page=1&amp;viewMode=list" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff" wmode="opaque" data="http://d1.scribdassets.com/ScribdViewer.swf" name="doc_64380"></embed></object></p>
<p>Zunächst die Fakten: Im Etatansatz für 2012 finanzieren 9 Bundesressorts mit 239,4 Millionen Euro Maßnahmen auf dem Gebiet des Sports. Das sind knapp 2 Millionen weniger als im laufenden Jahr, aber 3,5 Millionen mehr als im Winter-Olympiajahr 2010. Als <a title="Die Zahlen für 2008 und 2010" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/27/sportforderung-des-bundes-im-jahr-2010/" target="_self">bessere Vergleichsgröße</a> mag das Jahr 2008 herhalten, das Jahr der Sommerspiele in Peking: Demnach stellt der Bund im Olympiajahr 2012 mit den Sommerspielen in London 26 Millionen Euro mehr zur Verfügung als 2008.</p>
<p>Der größte Anteil entfällt wie immer auf die eigentliche olympische Spitzensportförderung durch das Bundesinnenministerium, mit dem Topf der so genannten Zentralen Maßnahmen, der über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) quasi wie durch eine untergeordnete Bundesbehörde verteilt wird. Hier stehen knapp 132 Millionen zur Verfügung, 1 Million weniger als 2011, aber über 4 Millionen mehr als 2008. Und im zweitgrößten Sportetat, dem des Verteidigungsministeriums, dass die Hundertschaften von Sportsoldaten alimentiert, werden im Londoner Olympiajahr 63 Millionen verteilt, 9 Millionen mehr als 2008. Für die Olympiavorbereitung stehen 6,2 Millionen im Einzelplan des BMI.</p>
<ul>
<li>Für Feinschmecker: Der Haushaltsentwurf zum Einzelplan 06 des BMI versteckt sich in den 2670 Seiten des <a title="Haushaltsgesetz Entwurf 2012" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706600.pdf" target="_blank">Gesetzentwurfs der Bundesregierung über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2012</a></li>
</ul>
<p>Gespart wird, beispielsweise, bei den Zuschüssen zur Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA und damit bei der Dopingbekämpfung. Ein Umstand, der etwa im Deutschlandfunk mehrfach thematisiert wurde &#8211; etwa von Robert Kempe: <a title="DLF: Wie viel ist Deutschland der Kampf gegen Doping wert?" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1480017/" target="_blank">Wie viel ist Deutschland der Kampf gegen Doping wert?</a> Ob jene 20 Prozent, die dem NADA-Etat künftig fehlen sollen, aber so ein Skandal sind wie von Teilen der Opposition behauptet, sei dahingestellt. Längst weiß jeder, dass es nicht um Masse, sondern um Klasse in der Dopingfahndung geht. Und da hat die NADA, die zu sehr am <a title="Grit Hartmann: Die NADA: Ping-Pong-Diplomatie unter Sportsfreunden?" href="http://www.jensweinreich.de/2010/01/08/die-nada-ping-pong-diplomatie-unter-sportsfreunden/" target="_self">Tropf des Bundes</a> hängt und von DOSB-Granden und Bundessportpolitikern dominiert wird, gehörigen Nachholebedarf. Von dem haben allerdings hausgemachte Skandale und peinliche Personalquerelen bisher abgelenkt.</p>
<p>Der Hochleistungssport-Sektor, der nach wie vor seine <a title="tag Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a> im Sportausschuss des Bundestages <a title="Der neue Sportausschuss ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/16/der-neue-sportausschuss/" target="_self">(diese Zusammenstellung müsste mal wieder aktualisiert werden)</a> sitzen hat, kann sich also nicht beklagen. In dermaßen unsicheren Zeiten bleibt der Etat, den der DOSB intransparent an seine Verbände verteilen darf, quasi unangetastet.</p>
<p>Ein Verbandspräsident, der namentlich nicht genannt werden will, hat es <a title="Was vom Tage übrig bleibt: Bundes-Spitzensportförderung 2011 ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/15/was-vom-tage-ubrig-bleibt-60-bundes-spitzensportforderung-sportsoldaten-staatssport-dopingbremerbdr/" target="_self">einmal</a> so formuliert:</p>
<blockquote><p>Wir haben in Deutschland ein System des Staatssports, in dem eine Ministerialbürokratie willkürlich über Sportförderung und Steuermittel entscheidet. Wer in diesem Kartell nicht drinsteckt, hat Pech gehabt.</p></blockquote>
<p>Alle Zahlen zur Spitzensportförderung werden nach wie vor nicht bekanntgegeben. Details kommen eher zufällig ans Tageslicht. Veröffentlichung ist nicht obligatorisch, wie bei den so genannten Zielvereinbarungen, die DOSB und BMI mit den Verbänden schließen. Das hat System. Kein Verband soll so genau wissen, was der andere bekommt, die Öffentlichkeit schon gar nicht. Obwohl es doch um Steuermittel geht.</p>
<p>In nicht-öffentlichen Sitzungen behandelt der Sportausschuss neuerdings wichtige Themen wie Probleme bei der NADA, Zuschüsse für die Welt-Agentur WADA und umstrittene Personalien. Verschwiegenheit und diskrete Deals unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes – da wo Öffentlichkeit geboten wäre. Ohne Öffentlichkeit und journalistische Berichterstattung hätte es in den vergangenen Jahren nie eine vergleichsweise energische Debatte über Doping-Jahresberichte, Versäumnisse der Verbände, Schwächen der NADA und Komplizenschaft von BMI und DOSB gegeben.</p>
<p>Auch das hat System unter der amtierenden Chefin des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), die zugleich Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und Kuratoriumsmitglied der NADA ist – und in dieser Ämterverquickung traditionell keinen Interessenkonflikt sieht. Die Berliner Zeitung <a title="BLZ" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0609/sport/0078/index.html" target="_blank">(&#8220;Wählerinteresse verletzt&#8221;)</a> hat kürzlich die Frage gestellt, ob Freitag als Sportausschuss-Chefin &#8220;noch die Richtige ist, ob sie als echte Volksvertreterin oder eher von Privatinteressen geleitet&#8221; operiere. &#8220;Ihre Furcht vor öffentlichen Ausschusssitzungen verletzt die Interessen ihrer Wähler&#8221;, kommentierte Jörg Winterfeldt.</p>
<p>Als echtes Kontrollorgan von Bundessportgremien und DOSB fungiert der Sportausschuss ohnehin nicht, vielleicht hat er das im bundesdeutschen Staatssportsystem auch nie getan.</p>
<p><strong>Wann hat es die letzte bahnbrechende Initiative dieses Ausschusses oder einer der Fraktionen gegeben? </strong></p>
<p>Das ist gefühlte Jahrhunderte her.</p>
<p><a title="Die Einheitsfraktion des Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/09/27/die-qual-der-wahl-oder-die-einheitsfraktion-des-sports/" target="_self">Nahezu alle</a> Sportausschussmitglieder verstehen sich als <a title="“We are family”: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Freund, Förderer und Partner des Sports</a> – was dem parlamentarischen Auftrag entgegen steht. Der gesamte Sportausschuss ist Teil des sportpolitischen Komplexes, und insofern ist die gespielte Auseinandersetzung um den Sportetat 2012, wie etwa der <a title="www.spd.de" href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,58035,00.html" target="_blank">substanzlose Aufschrei</a> des ehemaligen freien Journalisten, Präsidenten des Deutschen Sportakrobatikbundes und SPD-Sportsprecher <a title="www.martin-gerster.de" href="http://www.martin-gerster.de/person/index.htm" target="_blank">Martin Gerster</a> nicht wirklich ernstzunehmen. Er sprach von einer Stagnation der Sportförderung unter der CDU.</p>
<p>Alle Jahre wieder. Und ewig grüßt das Murmeltier.</p>
<p><em>(überarbeiteter Beitrag meiner Anmerkungen im Deutschlandfunk)</em></p>
<p><a title="DLF" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/09/10/dlf_20110910_1910_c40db19c.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Okay, den Anfall von Recherchewut kurz vor der Sommerpause, an dem die SPD offenbar laborierte, will ich nicht verschweigen. <a title="DLF: Sportförderung ohne Transparenz" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1540859/" target="_blank">Daniel Drepper</a> hat auch schon darauf hingewiesen. Auf die irrlichternden, Kontrollinteresse vortäuschenden <a title="Kleine Anfrage der SPD vom Juli 2011" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/065/1706530.pdf" target="_blank">41 Fragen</a> einer Kleinen Anfrage vom Juli 2011 gab die Bundesregierung <a title="Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der SPD" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/066/1706672.pdf" target="_blank">eine Antwort</a>, die durchaus eine Lektüre wert ist, insbesondere die letzten Seiten mit Zahlen zur Verbandsförderung.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/09/12/sportforderung-des-bundes-im-olympiajahr-2012-und-die-demokratie-profis-im-bundestags-sportausschuss/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>18</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/09/10/dlf_20110910_1910_c40db19c.mp3" length="2255360" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Olympic bidding race 2018: die letzten Stunden</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/olympic-bidding-race-2018-die-letzten-stunden/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/olympic-bidding-race-2018-die-letzten-stunden/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 15:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jon tibbs]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[dichtugn und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[jta]]></category>
		<category><![CDATA[momentum]]></category>
		<category><![CDATA[olympiapoker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10617</guid>
		<description><![CDATA[DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen. Im Grunde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen.</p>
<p>Im Grunde halte ich es eher mit Gian-Franco Kasper, IOC-Mitglied und Ski-Weltverbandspräsident aus der Schweiz, der mir vorhin gesagt hat, das Desinteresse im IOC an den Winterspielen 2018, die am Mittwoch vergeben werden, sei geradezu beängstigend.</p>
<p>Aber das nur am Rande.</p>
<p>Denn: It&#8217;s showtime, folks!</p>
<p>Oder, um mit <a title="JTA" href="http://www.jtassocs.com/" target="_blank"><strong>Jon Tibbs</strong></a> zu sprechen, zu dessen Kernaufgaben es zählt, für München 2018 ein Momentum zu kreieren:</p>
<blockquote><p><strong>Ein Momentum ist für mich, wenn die Medien nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die positiven Aspekte.</strong></p>
<p><strong> </strong>Die Leute sprechen dann nur noch über Positives und ignorieren die Schwächen.</p></blockquote>
<p>Ich brauche jetzt mal eine Pause, bevor es in die nächste Schicht geht, zur Eröffnung der IOC-Session, und hier ein weiteres Textlein erscheint.</p>
<ul>
<li>Hören Sie doch gern noch mal rein, das war eine Heidenarbeit, diese 27 Minuten über olympische Spindoktoren zu produzieren:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li>Oder lesen Sie <a title="Im Tiefflug" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/im-tiefflug/" target="_self">diese Geschichte</a>.</li>
<li>Oder schauen Sie gar <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">auf</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Youtube</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">vorbei</a>, zum <a title="Programmhinweis (XI): &quot;Olympiapoker&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/29/programmhinweis-xi-olympiapoker/" target="_self">Olympiapoker</a>.</li>
</ul>
<p>Für morgen, Mittwoch, kündige ich schon mal einen echten <strong>Live-Blog von der Entscheidung an</strong>.</p>
<p>Bis gleich.</p>
<p><strong>21.22 Uhr:</strong> Treffe gerade Sepp Blatters beiden Reisebegleiter im wegen der IOC-Sessionseröffnung verwaisten Hilton Hotel. Blatter war mit den beiden gestern bei Robert Mugabe in Harare.</p>
<p>Ich: Habt ihr denn kein Gewissen? Schämt ihr euch nicht?</p>
<p>Walter Gagg, Sepps Freund und FIFA-Direktor:</p>
<blockquote><p>Wieso? Ich war doch auch schon bei Videla und bei Pinochet.</p></blockquote>
<p><strong>21.25 Uhr:</strong> Momentaufnahmen von heute Nachmittag im Hilton, verfasst für einige Zeitungen:</p>
<p>Gesund leben nicht alle im hektischen olympischen Zirkel. Gian-Franco Kasper schon gar nicht. Wer Kasper sucht, muss nur vor die Tür gehen, dort wo die Raucher stehen. Im Hilton Hotel zu Durban ist das nicht anders als kürzlich in Lausanne oder in London. Kasper braucht seine Dosis Nikotin, anders kann man es nicht sagen. Er hat schon viele Bewerbungen verfolgt, ob nun als IOC-Mitglied oder im Ski-Weltverband FIS, wo er Jahrzehnte Generalsekretär war und seit einer weiteren Ewigkeit als Präsident amtiert. Vor einigen Wochen hat er Olympiabewerber als „paranoid“ bezeichnet und kürzlich die im Umkreis des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) herum wuselnden Lobbyisten als „Schmarotzer“. So kennt und schätzt man Kasper. Er liebt klare Worte so sehr wie seine Zigaretten.</p>
<p>Das IOC-Hotel in Durban, fünfzig Meter neben dem Internationalen Kongresszentrum gelegen, in dem amMittwoch auf der 123. IOC-Session die Winterspiele 2018 vergeben werden, ist eigentlich für derlei Anlässe nicht geeignet. Denn es bietet nur eine winzige Lobby, da bleibt kaum Platz für Lobbyisten, die ihre Zielpersonen anvisieren können. Die Olympiabewerber aus Pyeongchang, München und Annecy stört das ein bisschen, Kasper aber ist zufrieden. „Da lassen sie mich in Ruhe.&#8221;</p>
<p>Als Wintersport-Präsident muss man ihm ohnehin nichts mehr erzählen. Andererseits aber wundert sich Kasper, wie wenig Interesse seine IOC-Kollegen an dieser Bewerbung haben. Viele trafen erst am Dienstag in Durban ein, etwa Schwimm-Weltpräsident Julio Maglione aus Uruguay, der beim Check-In sofort vom Münchner Lobbyisten Carlos Garcia belagert wurde, der ebenfalls aus Uruguay stammt; oder der Franzose Guy Drut, der einmal mehr bewies, wie egal ihm die Offerte aus Annecy ist.</p>
<blockquote><p>Das Desinteresse ist fast schon beschämend und beängstigend &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; sagt Gian-Franco Kasper. „Da sollte man besser eine Briefwahl machen als so eine Show.“ Olympische Winterspiele sind schon deshalb ein Minderheitenprogramm, weil die meisten der 110 IOC-Mitglieder aus Ländern kommen, die keine große Wintersporttradition haben oder aus geografischen Gründen ohnehin nie für Winterspiele infrage kommen. Manche Mitglieder lesen den Prüfbericht nicht, das ist bekannt, darauf haben kritische Zeitgenossen wie Kasper oder der Kanadier Richard Pound immer wieder hingewiesen. Für 2018 bewerben sich nur drei Städte, Annecy nicht einmal richtig – es ist das kleinste Feld seit drei Jahrzehnten. Die Absagen für Durban häufen sich. Da die Mitglieder aus den Bewerbernationen nicht votieren dürfen, so lange ihre Städte dabei sind, könnten am Mittwoch im ersten Wahlgang schon 49 Stimmen für die absolute Mehrheit reichen.</p>
<p>Katarina Witt hat am Montag in Durban das letzte Häkchen machen können, denn es gab bis dahin noch ein IOC-Mitglied, das sie nicht gesprochen hatte: Den Finnen Saku Koivu, der für die Anaheim Ducks in der NHL Eishockey spielt. Als NHL-Profi ist man gut beschäftigt. „Ein Treffen hat sich einfach nie ergeben“, sagt Witt. Das ist nun auch erledigt.</p>
<p>Eine Momentaufnahme, 20 Stunden vor der Wahl: Am Dienstagnachmittag, als Guy Drut gerade eincheckte, sitzt die Witt mit dem Ukrainer Sergej Bubka im Cafe. Zwei Tische weiter bearbeitet Pyeongchangs Bewerbungschef Yang Ho Cho den Präsidenten des Amateurbox-Weltverbandes, Ching-Kuo Wu aus Taiwan. John Furlang, Organisationschef der Winterspiele 2010 in Vancouver ist ebenfalls gerade angekommen, Carlos Nuzman, IOC-Mitglied und Organisationschef der Sommerspiele 2016 in Rio, eilt zum Aufzug. Der Russe Schamil Tarpischtschew, der als Sportminister einst Milliarden veruntreut hat, schlurft gemeinsam mit Shagdarjav Magvan aus der Mongolei durch die Lobby. Magvan ist aber uninteressant für die Bewerber, denn als IOC-Ehrenmitglied hat er keine Stimme.</p>
<p>Für München ist wieder die Frauen-Combo am Start: Katarina Witt und Claudia Bokel, als Athletensprecherin selbst IOC-Mitglied, assistiert von Severine Hubert aus dem Team des Spindoktors Jon Tibbs und von Katrin Merkel, die beim DOSB und in der Olympia GmbH als Direktorin für Internationales agiert. Außerdem stets in der Nähe sind Judith Bongard und Angela Grammatikos aus der Bewerbergesellschaft. Dieses kleine Team hat in den vergangenen zwei Jahren gewiss mehr als 1.000 Gespräche angebahnt und tat das noch bis weit in die Nacht. Nebenan im Pressezentrum hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gerade TV-Interviews gegeben, stürzte in eine BMW-Limousine und zum nächsten Medientermin mit Münchens Sportbotschaftern. Hektische Betriebsamkeit auf allen Ebenen, ein reichlich absurdes Theater, wobei die interessantesten Termine ja hinter geschlossen Türen ablaufen, auf anderen Etagen des Hilton und in weiteren Etablissements.</p>
<p>Was bespricht etwa Bundespräsident Christian Wulff mit IOC-Mitgliedern. Was versprechen die Abgesandten von BMW? Was machen die Geldverteiler von Samsung, dem IOC-Sponsor, der vom hochkorrupten IOC-Mitglied Kun Hee Lee geführt wird? Das sind entscheidende Fragen, auf die es keine verlässlichen Antworten gibt. Wie immer im Olympiapoker.</p>
<p>Charles Beigbeder, der erst seit einem halben Jahr die Geschäfte des Kandidaten Annecy führt und stets für naiv-spitze Kommentare gut ist, hat auch diesmal Schlagzeilen gemacht. Eine französische Nachrichtenagentur zitierte ihn mit den Worten, die Olympischen Winterspiele sollten keine Trophäe für einen Konzern sein. Natürlich wurde dies als Attacke auf die Bemühungen von Samsung, Korean Air und BMW verstanden. Am Dienstag erklärte der arg in Bedrängnis geratene Beigbeder, wenig überraschend, er sei missverstanden worden und habe das alles nicht so gemeint.</p>
<p>Schon klar.</p>
<p>Der Irrsinn geht weiter. Die Lobbyisten lauern. IOC-Mitglieder schlendern mit Schals in den südafrikanischen Nationalfarben vorbei, offenbar gab es irgendwo eine Einkleidung. In Kürze wird im Durban Play House die IOC-Session eröffnet. Vorher aber gibt auch FranzBeckenbauer noch eine Pressekonferenz für München. Während ein Reporter aus Holland gerade belustigt von einem Eislauftermin mit Pyeongchangs SuperstarYuna Kim berichtet. Es war ein Fiasko: Denn Fräulein Kim hatte leider nicht die richtigen Schlittschuhe parat, das Eis war ihr zu weich – und überhaupt. Man kann nicht alles haben.</p>
<p>Am Mittwoch aber wollen sie alles. München und Pyeongchang. Es gibt nur eine Goldmedaille, kein Silber.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/07/05/olympic-bidding-race-2018-die-letzten-stunden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" length="12826624" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Olympic bidding race 2018: noch zwei Tage</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/07/04/olympic-bidding-race-2018-noch-zwei-tage/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/07/04/olympic-bidding-race-2018-noch-zwei-tage/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 07:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[charm lee]]></category>
		<category><![CDATA[deutschlandfunk]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[durban 2011]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[jon tibbs]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[münchen 2018]]></category>
		<category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[pyeongchang 2018]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spin-doktoren]]></category>
		<category><![CDATA[winterspiele 2018]]></category>
		<category><![CDATA[bernhard schwank]]></category>
		<category><![CDATA[christian ude]]></category>
		<category><![CDATA[dennis oswald]]></category>
		<category><![CDATA[gian-franco kasper]]></category>
		<category><![CDATA[michael vesper]]></category>
		<category><![CDATA[mike lee]]></category>
		<category><![CDATA[momentum]]></category>
		<category><![CDATA[samsung]]></category>
		<category><![CDATA[yong sung park]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10601</guid>
		<description><![CDATA[[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/04/olympic-bidding-race-2018-noch-zwei-tage/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>DURBAN. Wer wissen will, was ein MOMENTUM ist, warum dieses gefühlte Momentum für München spricht, Pyeongchang aber weiter vorn liegt, wie man ein Momentum pflegen und beeinflussen kann durch Spin und warum sich die Südkoreaner so ruhig verhalten, der kann jetzt auf knapp 27 Minuten ganz bequem nachhören, was einige der Olympia-Protagonisten mir erzählt haben:</p>
<p>Ein Bericht zur Lage, den ich gestern Nachmittag für den Deutschlandfunk produziert habe, mit O-Tönen von Münchens Spindoktor Jon Tibbs, Charm Lee ehemals Bernhard Quandt, Chef der südkoreanischen Tourismusbehörde, Koreas NOK-Präsident Yong Sung Park, Münchens OB Christian Ude, Bewerbungs-CEO Bernhard Schwank, DOSB-General Michael Vesper, Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes und IOC-Mitglied, Dennis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes und IOC-Mitglied, sowie Pyeongchangs Spindoktor Mike Lee. Jemanden vergessen?</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Und weiter mit der Selbstreferenz, irgendwie muss ich das Blog ja füllen, DLF-Gespräch mit Philipp May:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1945_62f21931.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Hier kann man <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/6Od-jNaHvF4" target="_blank">ein</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/E5o7E1mHTy4" target="_blank">Filmchen</a> <a rel="nofollow" href="http://youtu.be/31-d2tmXdsU" target="_blank">betrachten</a>.</p>
<p><strong>9.01 Uhr:</strong> So, und dann vertraue ich mal wieder der Crowd: Bitte her mit den Links zu den <em>besten</em> Geschichten rund um diese Olympiabewerbung!</p>
<p>Hier ist schon mal einer, Annecys Newcomer Charles Beigbeder ist immer für Sprüche gut:</p>
<ul>
<li><a title="AFP" href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jB0lCc7g9G31PcTtLcUwI_c3tMSA?docId=CNG.20b633520b3633169526e8afcac80e43.711  " target="_blank">Annecy bid chief launches veiled attack on rivals</a> schreibt AFP</li>
</ul>
<p>Aus dieser Geschichte destillieren Branchendienste diese Headline:</p>
<blockquote><p>The Olympics is not a trophy for a company!</p></blockquote>
<p>Was nun, <a title="tag Samsung im Blog" href="http://www.jensweinreich.de/?s=samsung" target="_self">Samsung</a>? Was nun, Korean Air? Was nun, BMW?</p>
<p>Einfach weitermachen.</p>
<p><strong>9.33 Uhr:</strong> Zum Ablauf bis Mittwoch habe ich schon <a title="The bidding race 2018: noch 3 Tage" href="http://www.jensweinreich.de/2011/07/03/olympic-bidding-race-2018-noch-3-tage/" target="_self">gestern</a> kurz notiert, was ich, da nun eine neue Bürowoche beginnt, flink wiederhole:</p>
<p>Bis zur IOC-Entscheidung am Mittwoch werden oft nur Notizen und Links erscheinen. Wenn es ernst wird, werde ich mich auch über Twitter und Facebook melden, technisch sollte das okay sein hier, das Netz ist stabiler als bei der WM 2010. Wer also auf dem Laufenden bleiben möchte:</p>
<ul>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Facebook" href="http://www.facebook.com/jens.weinreich" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a></li>
<li>Weinreich auf <a title="JW on Twitter" href="http://twitter.com/#!/jensweinreich" target="_blank"><strong>Twitter</strong></a></li>
<li>Für die Zeit in Durban steht unter den Beiträgen auch wieder eine zusätzliche Facebook-Button-Zeile, um die Vernetzung zu erleichtern.</li>
</ul>
<p><strong>12.54 Uhr:</strong> An <em>sternburg</em> et al, die weiter unten kommentieren, flink mein Kommentar #11 reinkopiert: Jungs, bevor Ihr Euch weiter über das Gesichtsbuch/Facebook aufregt, lasst Euch (einmal mehr) gesagt sein: Ich mache das nur deshalb, bzw warne nur vor, weil ich in der Hektik, besonders am Mittwoch, kaum längere Blogbeiträge/Einträge fabrizieren kann. Außerdem bricht in derlei Situationen meist das überlastete Internet in den Pressezentren zusammen bzw wäre es schneller, die Bytes zu Fuß nach Deutschland zu tragen. So wie kürzlich beim <a title="Live-Blog aus Zürich ..." href="live-Blog aus Zürich: Krönungsmesse für den FIFA-Paten im Ozean der Solidarität" target="_self">FIFA-Kongress in Zürich</a> geschehen. That&#8217;s it. Nur deshalb. Bleibt dann oft nur diese Möglichkeit, mit der Welt zu kommunizieren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/07/04/olympic-bidding-race-2018-noch-zwei-tage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/03/dlf_20110703_2330_d7274add.mp3" length="12826624" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/02/dlf_20110702_1945_62f21931.mp3" length="4787712" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Die FIFA und die Medien: Gruß aus Nordkorea (II)</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 12:36:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[selbstreferenz]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2011]]></category>
		<category><![CDATA[frauen-wm]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10532</guid>
		<description><![CDATA[Den vielen abstrusen so genannten Pressekonferenzen hat die FIFA am Sonnabend in Berlin eine weitere hinzugefügt. In etlichen Berichten sind die Kollegen darauf eingegangen. Stimmt schon, im Prinzip wurde dieser Medientermin abgebrochen. Was ich mir nun auch mal wünsche, man wird ja mal laut träumen dürfen: dass die Journalisten geschlossen protestieren, den Saal verlassen oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den vielen abstrusen so genannten Pressekonferenzen hat die FIFA am <a title="Change FIFA!" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/25/change-fifa/" target="_self">Sonnabend</a> in Berlin eine weitere hinzugefügt. In <a title="google news fifa + pressekonferenz" href="http://www.google.de/search?source=ig&amp;hl=de&amp;rlz=&amp;q=taxi+wandlitz&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=#q=fifa+pressekonferenz&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;prmd=ivnsu&amp;source=lnms&amp;tbm=nws&amp;ei=v2sITtPUAY6d-wa6nNSzDQ&amp;sa=X&amp;oi=mode_link&amp;ct=mode&amp;cd=4&amp;ved=0CBcQ_AUoAw&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&amp;fp=deedf748a04d3d62&amp;biw=1358&amp;bih=670" target="_blank">etlichen Berichten</a> sind die Kollegen darauf eingegangen. Stimmt schon, im Prinzip wurde dieser Medientermin abgebrochen. Was ich mir nun auch mal wünsche, man wird ja mal laut träumen dürfen: dass die Journalisten geschlossen protestieren, den Saal verlassen oder was auch immer. Es wäre an der Zeit.</p>
<p>Mein Beitrag über Worawi Makudi, den Chef der FIFA Frauen-WM, und den Versuch, Fragen an Makudi zu richten, lief gestern Abend im Deutschlandfunk. Wer mag, kann die letzten Sekunden der &#8220;Pressekonferenz&#8221; nachhören.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/26/dlf_20110626_1919_cfbdf5aa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Der Text dazu, aus Zeitnot ohne Links und Videos:</p>
<p>Zu den Vorständlern des Weltfußballverbandes, die von sehr konkreten Korruptionsverdacht umgeben sind, gehört auch der Thai Worawi Makudi. Er fungiert für die FIFA als Präsident des Organisationskomitees dieser Weltmeistschaft in Deutschland. Doch im Umgang mit Medien und Kritikern pflegt der Spitzenfunktionär einen speziellen Stil.</p>
<p>Der 59-jährige Worawi Makudi gehört seit vierzehn Jahren der FIFA-Regierung an, dem Exekutivkomitee. Er leitet die Frauen-Kommission der FIFA und zählt, selbst Moslem, der in Kuwait studiert hat, zu den engsten Vertrauten des korrupten gewesenen Präsidentschaftskandidaten Mohamed Bin Hammam. An jenem Treffen im Mai auf Trinidad, als Bin Hammam zwei Dutzend karibische Verbandsvertreter mit Millionensummen schmierte, war auch Makudi beteiligt. Gegen ihn wird allerdings nicht ermittelt. Ganz im Gegenteil, FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke, dem ein US-Gericht einst einen starken Hang zum Lügen bescheinigte, erklärte Ende Mai in Zürich, Makudi sei &#8220;absolut sauber&#8221;. Das habe auch der Bericht des englischen Verbandes bewiesen, der den Behauptungen des ehemaligen englischen Verbandschefs Lord Triesman nachging. Triesman hatte unter anderem gesagt, Makudi habe die TV-Rechte für ein Freundschaftsspiel Thailands gegen England verlangt.</p>
<p>Nun: Im Bericht steht genau das. Üblicherweise räumen die Engländer ihren Sparringspartnern nur die nationalen Rechte ein und vermarkten alles andere selbst. Makudi aber wollte die weltweiten Rechte &#8211; entlastet also ist er keinesfalls.</p>
<p>An TV-Rechten hat er einst auch während der deutschen Bewerbung für die WM 2006 verdient und wurde von der Firma CWL aus dem damaligen Reich des Leo Kirch bedient. Mit beteiligt am bestens dokumentierten Deal: CWL-Manager Günter Netzer.</p>
<blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen &#8230;</p></blockquote>
<p>&#8230; diese Definition trifft auf den Multimillionär Makudi und dessen Familie wunderbar zu. Denn auch seine Frau und seine beiden Söhne sind in seinem Firmenkonglomerat verwoben. Seit der deutschen WM-Bewerbung betätigt sich seine Gattin Sumitra beispielsweise als Mercedes-Händlerin. So ein Zufall. Makudi dealt, ähnlich wie der gerade als FIFA-Vize zurückgetretene Jack Warner, mit allem rund um Fußball.</p>
<p>Makudi genoss jahrelang Narrenfreiheit unter dem korrupten Premier Thaksin, in dessen Partei er eine Führungsposition bekleidet. Sollte Thaksins Schwester Yingluck bei den Wahlen am kommenden Wochenende erfolgreich sein, wird auch Makudis Position wieder gestärkt. Denn im Mai war er kurzzeitig, nachdem er die Wahlen im Verband unrechtmäßig verschoben hatte, vom Sportministerium als Präsident des Fußballverbandes abgesetzt worden. Vor wenigen Tagen hat er sich dann doch wieder als Verbandspräsident behauptet. Dabei soll viel Geld geflossen sein.</p>
<p>In Thailand, im Reich des Worawi Makudi, läuft das so: Wenn der FIFA-Fürst öffentlich in Bedrängnis gerät, dann heuert er Jubelperser und Schlägertrupps an. Kürzlich, nachdem Lord Triesman über Makudis Machenschaften vor einer Parlamentskommission berichtet hatte, gab Makudi in Bangkok eine Pressekonferenz, wies natürlich alle Anschuldigungen zurück, versprach gegen Triesman juristisch vorzugehen &#8211; und hatte vor dem Nationalstadion eine Hundertschaft postiert: Die bezahlten Demonstranten riefen seinen Namen, sangen, reckten Schilder in die Kameras und stellten ihn als Helden dar.</p>
<p>Dagegen berichten thailändische Fußballfans, die gegen Makudi protestieren, wie Schlägertrupps auf den Rängen mobil machen, brutal die Plakate entwenden, Menschen verprügeln und &#8211; auch das soll es gegeben haben &#8211; sogar mit dem Tode bedrohen. Diese Hooligans werden der Makudi-Szene zugerechnet.</p>
<p>Befragen kann man Worawi Makudi, das ehrenwerte Mitglied der ehrenwerten FIFA-Familie, dazu natürlich nicht. Denn die offiziellen FIFA-Pressekonferenzen geraten immer mehr zu Propagandaveranstaltungen. Am Samstag etwa, als Makudi neben FIFA-Präsident Joseph Blatter und Organisationschefin Steffi Jones in den Katakomben des Berliner Olympiastadions die so genannte Auftakt-Pressekonferenz gab, wurden allein Fragen zur Frauen-WM zugelassen. Bei allen anderen Themen wehrte Pressechefin Ségolène Valentin ab &#8211; in ständiger Abstimmung mit dem FIFA-Kommunikationsdirektor Nicolas Maingot in der ersten Reihe,der schon bei anderen Terminen bestimmten Journalisten Fragen verweigerte.</p>
<p>Valentin aber machte dann einen Fehler, sagte, sie würde noch eine Frage zulassen, da sich aber nur eine Person meldete, kam der Deutschlandfunk doch noch zu Wort <em>(disclosure: ich habe gefragt)</em>. Allerdings störte sie schon in der Einleitung der Frage an Makudi, die sich mit den Korruptionsgeschichten um ihn beschäftigen sollte, und brach die Pressekonferenz ab.</p>
<blockquote><p>Ich habe eine Frage in direkter Verbindung zur Frauen-WM, denn schließlich ist Herr Makudi ja Chef der WM-Kommission: Haben Sie jemals WM-Bewerber direkt und indirekt um Korruptionszahlungen gebeten &#8230;</p></blockquote>
<p>Die Frage soll noch erläutert und präzisiert werden, doch die FIFA-Presseverantwortliche Valentin geht dazwischen. Das habe nichts mit Frauenfußball zu tun.</p>
<p>Die Pressekonferenz wurde beendet.</p>
<p>In der kurzzeitigen Hektik und im Gedränge vor dem Ausgang erwies Präsident Blatter den Journalisten noch die Ehre, auf eine zuvor gestellte Frage einzugehen, ob er Pfiffe im Olympiastadion befürchte. Seine Antwort war einmal mehr Zeugnis seiner Hybris.</p>
<blockquote><p>Ich bin ja vieles gewohnt, aber ich meine, das wäre doch ein Affront gegenüber dem Staats- oder dem Bundespräsidenten, mehr als gegen eine Person. Aber gut, das ist das Leben.</p></blockquote>
<p>Blatter sieht sich stets auf Augenhöhe mit Präsidenten &#8211; und er verlangt auch staatsmännische Ehren.</p>
<p>Am engen Ausgang gab es doch noch Gelegenheit, Worawi Makudi zumindest hinterher zueilen und ihm mit dem Mikrofon zu bedrängen, nicht anders kann man es formulieren:</p>
<p>Herr Makudi, ich hatte Ihnen eine Frage gestellt. Warum haben Sie die nicht beantwortet?</p>
<p>Makudi:</p>
<blockquote><p>Wir sind sehr stolz auf die Frauen-WM hier in Deutschland. Ich kann mit ihnen nicht über andere Themen reden.</p></blockquote>
<p>Dann verschwand er zügig. Der Fragesteller wird von einem Bodyguard abgedrängt. Eine weitere FIFA-Bedienstete hilft dem Funktionär und weigert sich, wie üblich, auf die Frage zu antworten &#8230;</p>
<blockquote><p>Warum verhindern Sie Journalismus?</p></blockquote>
<p>Das ist die ungeschönte Wirklichkeit im Reich des Joseph Blatter. So läuft das jedes Mal ab, zuletzt auch in Zürich auf dem als &#8220;Wahl&#8221; bezeichneten Krönungskongress. Die Stimmung ist angespannt. Entspannung ist keinesfalls in Sicht. Denn es sind ja Figuren vom Schlage Makudis, die seit Jahrzehnten die FIFA beherrschen, märchenhafte Reichtümer angehäuft haben, in zahlreiche Korruptionsskandale verstrickt sind &#8211; und sich jeder Kontrolle entziehen.</p>
<p>Zwei Anmerkungen noch:</p>
<p>Eine persönliche, nur falls Blatters <a title="persoenlich.com" href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=95715" target="_blank">charakterlose Kettenhunde wieder Unsinn und Lügen erzählen:</a> Bei den vergangenen Pressekonferenzen im FIFA-Reich habe ich immer etwas gefragt. In Miami beim CONCACAF-Kongress, beim absurden Propaganda-Termin mit Interpol &#8230; zum Beispiel &#8230; einige Male aber, zum Beispiel beim Termin kürzlich in Zürich, als Blatter <a title="live-Blog aus Zürich: &quot;We are not in a crisis!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/31/live-blog-aus-zurich-we-are-not-in-a-crisis/" target="_self">das Wort Krise fehlinterpretierte</a>, hat mich Maingot einfach nicht fragen lassen. That&#8217;s it. Die Fragen kann Mann sich im Übrigen sparen. Andererseits: Die nordkoreanischen FIFA-Despoten reagieren doch immer wieder ziemlich gereizt.</p>
<p>Und, letzte Anmerkung: War das nicht peinlich gestern bei der Eröffnung der <span style="text-decoration: line-through;">Frauen-WM</span> FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™, als einer der einflussreichsten Sportfunktionäre der Welt nicht erwähnt wurde und anders als sonst (etwa 2006 mit Horst Köhler oder 2010 mit Jacob Zuma) den gastgebenden Staats- bzw Bundespräsidenten nicht auf den Rasen zur Eröffnungsansprache begleitete?</p>
<p>Ein Protokollverstoß, für den ich momentan keinen Vergleich finde, und ich habe schon viele Eröffnungsfeiern bei Olympia, Fußball- und anderen Weltmeisterschaften live im Stadion erlebt. Das war geradezu historisch, aber andererseits ja nicht die schlechteste Idee, das Oberhaupt einer nach mafiösen Strukturen operierenden Familie so zu brüskieren.</p>
<p>Blatter durfte zwar auf der Tribüne sitzen, neben Merkel. Doch es war den Deutschen offenbar peinlich, diesen Mann der Öffentlichkeit wirklich zu präsentieren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/27/die-fifa-und-die-medien-grus-aus-nordkorea-ii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/26/dlf_20110626_1919_cfbdf5aa.mp3" length="3110400" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Was sind das denn für Mädchen?&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/24/was-sind-das-denn-fur-madchen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/24/was-sind-das-denn-fur-madchen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 10:38:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bernd schröder]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fatmire bajramaj]]></category>
		<category><![CDATA[fußball-wm]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[wm 2011]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[frauen-wm]]></category>
		<category><![CDATA[frauenfußball]]></category>
		<category><![CDATA[turbine potsdam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10500</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; fragte Wim Thoelke einst im Aktuellen Sportstudio. Ganz unaktuell ist diese Frage nicht. [Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.] (via Ronnie Grob, Bildblog) So sieht das heute aus, etwa in der gerade eben von der FIFA vorgestellten Marketing-Offensive: Live your goals # disclosure 1: Ich schaue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; fragte Wim Thoelke einst im Aktuellen Sportstudio. Ganz unaktuell ist diese Frage nicht.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/24/was-sind-das-denn-fur-madchen/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><small><em>(via Ronnie Grob, <a title="bildblog.de" href="http://www.bildblog.de/31379/papier-wwf-frauenfussball/" target="_blank">Bildblog</a>)</em></small></p>
<p>So sieht das heute aus, etwa in der gerade eben von der FIFA vorgestellten Marketing-Offensive: <a title="fifa.com" href="http://www.fifa.com/womensworldcup/liveyourgoals/" target="_blank">Live your goals</a></p>
<p># disclosure 1: Ich schaue mir dieses Talkshow-Gewäsch zur Fußball-WM der Frauen (gern auch <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/frauen-wm-einnahmen-spielerinnen-warten-auf-gehaltserhoehungen-1.1110225-2" target="_blank">Damen-WM</a> genannt) gar nicht erst an. Einfach nur ärgerlich, nicht nur das als Politikerin getarnte DFB-FIFA-Maskottchen Claudia Roth.</p>
<p>In den Print- und Online-Medien findet sich aber doch manches, was <strong>Lesebefehle</strong> rechtfertigt. Zum Beispiel:</p>
<ul>
<li><strong>Heike Faller</strong> im Zeit-Magazin: <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/2011/25/Frauenfussball/komplettansicht  " target="_blank">Elf Frauen sollt ihr sein</a> - Kann es sein, dass das neue Image vom Frauenfußball als Girlie-Sport nur ein Sommermärchen ist?</li>
</ul>
<blockquote><p>Ich habe in meinem Leben mit vielen Mädchen Fußball gespielt, aber eine Tussi war nie dabei. Nicht auf den Wiesen meiner Kindheit, in den siebziger Jahren, oder später, nach dem Handballtraining, zu dem wir eigentlich nur gingen, weil in der letzten halben Stunde Fußball gespielt wurde. Und schon gar nicht 1999, als ich in einer lesbisch-feministischen Mannschaft in Berlin anfing, wo ich mich nach vier Jahren als hetero outete. Frauen, die sich schminkten, machten Geräteturnen und Jazztanz. Wenn gebolzt wurde, flohen sie an den Spielfeldrand und beschränkten sich darauf, den Ball unbeholfen mit der Fußspitze zurückzukicken. Während ich nicht anders konnte, als jeden Volleyball, Handball, Tennisball mit dem Innenrist meines linken Fußes in imaginäre Torwinkel zu lenken. Und es war nicht nur das Spiel, das ich liebte. Es war auch seine Männlichkeit, die Art zu gehen oder auf den Boden zu spucken oder sich die Hosenbändel über die Shorts hängen zu lassen. Ich sah das auch bei allen anderen, mit denen ich spielte: Wir waren Jungsmädchen, Vatertöchter, Mädchen, die sich in Röcken verkleidet vorkamen. Und nicht wenige von uns wurden später offenbar lesbisch. Und jetzt sollen wir plötzlich feminin sein (ein Wort, dass ich erstmals mit elf hörte, mit langem ee, als man mir Ohrringe verpasste)?</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>Eva Berendsen</strong> in der FAZ: <a title="faz.net" href="http://www.faz.net/artikel/C32278/frauenfussball-shoppen-mit-tante-kaethe-30444179.html  " target="_blank">Shoppen mit Tante Käthe</a> - <span>Eine Wunschvorstellung, die die Spielerinnen in ein Korsett zwängt: Der DFB inszeniert die Frauenfußball-WM als Familienereignis. Anstatt sportliche Leistungen zu betonen, flüchtet man sich in alte Vorstellungen von Weiblichkeit.</span></li>
</ul>
<blockquote><p>Das Bild, das Funktionäre, Sponsoren und Medien vom Frauenfußball entwerfen, ist eine Wunschvorstellung, die die Spielerinnen in ein Korsett zwängt, dem sie auf Dauer nicht entsprechen können. Wünschen wir ihnen, dass sie sich zumindest auf dem Feld von diesen Ansprüchen freispielen können.</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>Tanja Rest</strong> in der Süddeutschen Zeitung: <a title="sueddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/sport/frauen-wm-die-girlies-der-nation-1.1111543  " target="_blank">Die Girlies der Nation</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Von der Bundeskanzlerin bis zum Erzbischof von Hamburg: Wer sich über die Frauenfußball-WM in Deutschland öffentlich äußert, sagt nur Freundliches. Der Rest hält die Klappe. Wo sind nur die Spielverderber? Die kollektive Verkrampfung zeigt sich darin, wie die deutsche Elf vermarktet wird.</p></blockquote>
<ul>
<li>Jörg Winterfeldt in der Berliner Zeitung: <a title="berliner-zeitung.de" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0621/sport/0012/index.html  " target="_blank">Trainer entführt</a> - <span>Die professionellen Ansprüche der WM überraschen den Frauen-Fußball</span></li>
<li>&#8220;Achim Achilles&#8221; alias Hajo Schumacher auf SpOn: <a title="spiegel.de" href="http://www.spiegel.de/sport/0,1518,769963,00.html  " target="_blank">Die fangen ja gerade erst richtig an</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Und das strengste Verbot lautet derzeit: Bloß nichts Böses über Frauenfußball sagen, weil: ist ja WM. Und unsere Mädels sollen auch ein Sommermärchen kriegen wegen der Gleichberechtigung. Wenn nicht mindestens eine halbe Million Vollhonks auf der Fanmeile rumröhren, dann zieht Alice Schwarzer bestimmt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und klagt Jubelzwang ein.</p></blockquote>
<ul>
<li><strong>Peter Flore</strong> auf 11freundinnen.de über einen grauenvollen Fernsehabend: <a title="11freundinnen.de" href="http://11freundinnen.de/hintergruende/140383/So_war_der_Frauenfuball-Tatort-Theo_wir_fahren_nach_Eppheim" target="_blank">Theo, wir fahren nach Eppheim</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Glückwunsch auch für all die unterschwelligen Sexismen, die man eben nur scheinbar aufdeckt, in dem man sie so wunderbar offen und ehrlich thematisiert: Im Frauenfußball, so lehrt uns die junge Deutsch-Türkin Fadime, ist es eben doch der heimliche Wunsch jeder Spielerin, die Karriereleiter zumindest so heraufzuklettern, dass man ihr von unten unter den Rock gucken kann. Aber damit wird Olli Bierhoff leben können, immerhin ging es nicht gegen seine Jungs.</p></blockquote>
<ul>
<li>Christian Buß auf SpOn: <a title="spiegel.de" href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,768568,00.html  " target="_blank">Frauenfußball im Tatort</a> - Die Rundungen müssen ins Eckige</li>
</ul>
<p>Interviews mit Bernd Schröder dürfen natürlich nicht fehlen. Es gab viele davon in den vergangenen Monaten &#8211; zurecht. Auch wenn sich einiges wiederholt, kaum jemand spricht besser &#8211; und kritischer &#8211; über Frauenfußball und konterkariert damit das dümmlich-hölzern-verlogene Bemühen von Gutmenschen und PR-Strategen.</p>
<p>Anna Gauto und Christian Spiller von zeit-online warnt Schröder in typischer Art:</p>
<blockquote><p>Ich habe nur Angst, dass sich die Stimmung umdrehen könnte. Ich sage Ihnen: Wenn ich Sie erwische, wie Sie sich nach einer vielleicht enttäuschenden WM über den Frauenfußball lustig machen, dann sind Sie für mich gestorben. Auch wenn Sie das vielleicht nicht interessiert.</p></blockquote>
<p>Das komplette Interview: <a title="zeitonline.de" href="http://www.zeit.de/sport/2011-06/interview-schroeder-turbine-frauenwm/komplettansicht  " target="_blank">&#8220;Wir brauchen Persönlichkeiten, keine Barbie-Puppen&#8221;</a></p>
<blockquote><p>Sie müssen doch realistisch sein. Wir haben ein festes Publikum. Vom Männerfußball kommt niemand zu uns, warum sollte er auch? Ich würde natürlich auch gerne sehen, dass wir groß rauskommen. Aber ich bin auch da, wenn es schlecht läuft.</p>
<p>Ich kenne meine Spielerinnen, die Familien, die sozialen Strukturen, wie sie ticken. Man muss auch wissen, wann jemand reinpasst und wann nicht. Lira Bajramaj hat bei uns anderthalb Jahre glänzend reingepasst. Sie hätte sich woanders nie so entwickelt. Bei uns wurde sie zum Gesicht des deutschen Frauenfußballs. Aber wenn sie bei uns geblieben wäre, hätte sie sich nicht weiterentwickelt. Sie ist ein liebes, nettes Mädchen, die auch in dieses Barbie-Ding reinpasst. Dass sie alles nutzt, um groß rauszukommen, ist mir völlig klar.</p>
<p><em>Was würden Sie ihr mit auf den Weg geben?</em></p>
<p>Ich habe ihr gesagt: Mädel, ich wünsche Dir alles Gute, aber sei ehrlich zu Dir selbst. Bei bestimmten Entscheidungen ist Lira leider ein bisschen fremdgesteuert. Was ja nicht negativ sein muss.</p>
<p><em>Sie hat vor Kurzem eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie sagt, dass sie nicht fremdbestimmt ist.</em></p>
<p>Alleine so etwas rauszugeben, ist für mich schon ein Zeichen. Ich bin ein Christ: Dieser Berater ist ein Pharisäer. Das Schlimme ist ja, dass sich diese Leute die &#8220;schwachen Frauen&#8221; suchen, die sich schnell führen lassen.</p></blockquote>
<p>In der Berliner Zeitung äußert sich Schröder gerade im Interview (<a title="berliner-zeitung.de" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0624/sport/0019/index.html" target="_self">&#8220;Ahnung wie ein Eunuch von Liebe&#8221;</a>) mit Jürgen Ahäuser erneut und macht mit Kritik an seinen Lieblingsfeinden Silvia Neid und Siegfried Dietrich einmal mehr Schlagzeilen.</p>
<blockquote><p>Ich habe auch nie gesagt, dass sie keine Ahnung vom Fußball hätte. Mich stört, dass sie uns gegenüber den Respekt vermissen lässt Ich hätte schon erwartet, dass sie sich beim Champions-League-Finale in London den deutschen Meister angeschaut hätte.</p>
<p><em>Sie haben ihr in dem Zusammenhang vorgeworfen, sie denke wohl, die Mauer stünde noch.</em></p>
<p>Es gehört sich, mal in der Bundesligasaison zu einem Verein zu kommen, der nicht gerade der letzte in Deutschland ist. Das wäre eine Referenz an das Team gewesen.</p></blockquote>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Aber da geht es dann schon wieder um Kleinigkeiten, wer wann zu wem kommt, ist eigentlich uninteressant.</span></p>
<p># disclosure 2: Mir gefällt Bajramaj als Fußballerin. Und ich beobachte seit vielen Jahren fasziniert, was Bernd Schröder da mit Turbine Potsdam treibt.</p>
<p># disclosure 3: Ich habe eine Akkreditierung für die WM. Und ich habe sogar drei Karten für das Eröffnungsspiel am Sonntag gegen Kanada gekauft und setze mich mit kleinen Jungs auf die Tribüne.</p>
<p>Nachtrag 1, Dank an <em>Dirk, Kommentar #2</em>:</p>
<ul>
<li><strong>Anna Kemper</strong> in der Zeit: <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/2011/26/01-Fussball-Frauen-WM/komplettansicht  " target="_blank">Ball spielende &#8230; Wollmilchsau</a> &#8211; Von den deutschen Fußballspielerinnen verlangt man bei der Weltmeisterschaft das Unmögliche</li>
</ul>
<blockquote><p>Die Erwartungen an die Spielerinnen sind in den vergangenen Wochen immer höher geworden: Sie sollen alle Spiele gewinnen, aber ihre Siege dürfen nicht zu hoch ausfallen, denn das würde bedeuten, dass die Gegner zu schwach sind und das Niveau des Frauenfußballs zu niedrig. Weltmeister müssen sie natürlich trotzdem werden, aber nicht nur aus sportlichen Gründen, sondern zu höheren Zwecken: als Vorbilder für Mädchen, die Fußball spielen wollen, obwohl ihre Freundinnen lieber zum Ballett gehen. Sie sollen außerdem gewinnen, damit der Migrantenanteil in den Vereinen steigt. Sie müssen erfolgreich sein, weil sich sonst die Medien, die sich weit aus dem Fenster gelehnt haben mit umfassender Berichterstattung und der Übertragung aller WM-Spiele, der Lächerlichkeit preisgeben.</p>
<p>Das Spiel der Fußballerinnen muss bei alledem selbstverständlich attraktiv sein sowie körperbetont und kraftvoll, und <a href="http://www.zeit.de/sport/2011-06/interview-schroeder-turbine-frauenwm">abseits des Platzes sollen auch sie selbst attraktiv sein</a>, dabei jedoch bloß nicht kraftvoll aussehen. Sie dürfen sich aber nicht zu weiblich und zu sexy präsentieren, denn wer sich im Playboy auszieht, der macht sich zum Sexobjekt. Lesbisch aussehen sollten sie auf gar keinen Fall, höchstens, wenn sie lesbisch sind, dann müssen sie aber auf jeden Fall dazu stehen, weil es wichtig ist, zu zeigen, dass der Frauenfußball viel toleranter ist als der Männerfußball.</p></blockquote>
<p>Nachtrag 2, Mensch, habe ich doch einen der interessantesten Beiträge verschlampt, den ich seit Monaten schon empfehlen wollte:</p>
<p>Die taz hat einst im Hausblog ihre Erfahrungen beim Interview (bzw der unsäglichen Praxis der Autorisierung) mit Fatmire Bajramaj und deren Management notiert.</p>
<ul>
<li>Das Interview vom 26. März wird taz-online so angekündigt: <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/schwule-werden-diskriminiert/" target="_blank">&#8220;Schwule werden diskriminiert&#8221;</a> <em style="text-decoration: line-through;">(Kann mir mal bitte jemand helfen, ich finde nur noch diesen Teaser zum Interview, aber nicht mehr das komplette Interview online.) </em> &#8230;</li>
<li>&#8230; heißt dann aber: <a title="taz.de" href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=hi&amp;dig=2011%2F03%2F26%2Fa0025&amp;cHash=9ca151a514" target="_blank">&#8220;Man muss mich nur spielen lassen&#8221;</a></li>
<li><strong>Maria Rossbauer</strong> im taz-Blog über <a title="tazblog" href="http://blogs.taz.de/hausblog/2011/03/26/die-veraenderten-interview-zitate/" target="_blank">&#8220;Die veränderten Interview-Zitate&#8221;</a></li>
</ul>
<blockquote><p>Zwei Tage später kam die E-Mail von Bajramajs Management. Sie seien mit dem Inhalt des Interviews überhaupt nicht zufrieden. Sie hätten es neu geschrieben.</p>
<p>Aha. Neu geschrieben. Interessant.</p>
<p>Gut die Hälfte des Gespräches hatten Bajramajs Manager gestrichen. Laut dem Interview, das wir zurückbekamen, soll Bajramaj mehrmals gesagt haben, wie wichtig es ihr ist, mit „attraktivem Fußball“ zu begeistern. Sie soll gesagt haben, dass Fußball doch „ein Spiel mit Emotionen“ sei und wie dankbar sie ist für ihre Bundeswehrförderung. Bajramaj spricht, geht es nach ihren Managern, sogar in Smileys.</p>
<p>Tatsächlich erzählte Bajramaj während des Gesprächs viel über ihr großes Vorbild Zinedine Zidane, darüber, wie sie oft seine Tricks kopierte, wie sie sein Durchhaltevermögen bewundert. Auf die Frage nach Zidanes Ausraster beim WM-Finale erzählte Bajramaj sichtlich erregt, dass sie seine Aufregung durchaus nachvollziehen kann, Matarazzi hätte ihn sicher schwer beleidigt. Und überhaupt würde sie wahrscheinlich in so einer Situation ganz anders ausrasten. Nach dem Prüfen der Manager stand als ihre Antwort auf die Frage aber nur noch: „Niemand ist ohne Fehler.“ (&#8230;)</p>
<p>Auch dass Bajramaj gerne mal ein Glas Sekt trinkt, dass ihr wichtig ist, auch auf dem Platz gut auszusehen, wollten die Manager ursprünglich streichen. Und kein Wort sollte in dem Interview darüber stehen, dass es im Frauenfußball Lesben gibt.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/24/was-sind-das-denn-fur-madchen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>18</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die beschämende Wahrheit (II): Theo Zwanziger, der DFB und die FIFA</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/17/die-beschamende-wahrheit-ii-theo-zwanziger-der-dfb-und-die-fifa/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/17/die-beschamende-wahrheit-ii-theo-zwanziger-der-dfb-und-die-fifa/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 13:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[sid]]></category>
		<category><![CDATA[sportinformationsdienst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10478</guid>
		<description><![CDATA[Ooops, es wird doch nichts mehr mit einem Runden Tisch zur FIFA-Korruption, den der DFB-Präsident kürzlich &#8211; nach dem FIFA-Kongress &#8211; in einem Blatt verkündet hatte, dem er sehr gern und auch sehr gern exklusiv Interviewfetzen gibt. Vor der Frauen-WM soll es nun keinen Runden Tisch geben. Terminprobleme von Rummenigge und Beckenbauer werden genannt, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ooops, es wird doch nichts mehr mit einem Runden Tisch zur FIFA-Korruption, den der DFB-Präsident kürzlich &#8211; nach dem FIFA-Kongress &#8211; in einem Blatt verkündet hatte, dem er sehr gern und auch sehr gern exklusiv Interviewfetzen gibt. Vor der Frauen-WM soll es nun keinen Runden Tisch geben. <a title="focus.de" href="http://www.focus.de/sport/fussball/dfb-runder-tisch-auf-unbestimmte-zeit-verschoben_aid_637573.html" target="_blank">Terminprobleme</a> von Rummenigge und Beckenbauer werden genannt, was auch immer.</p>
<p>Wer glaubt&#8217;s?</p>
<p>Es sollte mal jemand überprüfen, ob das stimmt, das mit den Terminproblemen.</p>
<p>Jedenfalls, so kann weiter die Mär gestrickt werden: Frauenfußball super, Frauen-WM sowieso, FIFA vielleicht ein bisschen böse, aber eigentlich doch gigantisch gut.</p>
<p>Und so verärgern Wahrheitsallergiker ihren Chef nicht weiter, den Heiligen Sepp.</p>
<p>Oder, um <a title="welt.de" href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_sport/article13434343/Umbau-weil-Blatter-einen-Sitz-auf-Hoehe-der-Mittellinie-will.html" target="_blank">mit dem Theo zu sprechen</a>, der wohl schon ahnt, dass der Onkel Sepp zum Eröffnungsspiel der Frauen-WM in Berlin ausgepfiffen wird:</p>
<blockquote><p>Dass Blatter in Deutschland nicht mit offenen Armen empfangen wird, das ist klar. Das weiß Joseph Blatter auch selbst. Ich finde das sehr unfair. Denn er hat auch für den deutschen Fußball unheimlich viel getan.</p></blockquote>
<p>Oh. Ja.</p>
<p>Was nochmal hat der Sepp für den Fußball in Deutschland unheimlich Gutes getan? (Ja, ruhig mal die <a title="&quot;In Deutschland bekannt und beliebt: FIFA-Präsident Joseph Blatter&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/04/in-deutschland-bekannt-und-beliebt-fifa-prasident-blatter/" target="_self">DFB-Eloge auf Sepp nachlesen!</a>)</p>
<p><a title="Hoeneß greift Zwanziger an ..." href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1164721" target="_blank">Uli Hoeneß</a>, fällt Ihnen dazu etwas ein?</p>
<p>Was mich, von den abstrusen sportpolitischen Kapriolen ganz abgesehen, an den Meldungen besonders wundert, ist dieses Zitat aus einem Bericht des Sportinformationsdienstes, der die Nachricht von der Verschiebung des Runden Tisches offenbar als erster hatte:</p>
<blockquote><p>Zwanziger, der als Nachfolger Beckenbauers seit drei Wochen im skandalumwitterten FIFA-Exekutivkomitee sitzt, will trotz der Verlegung mit Nachdruck und konzeptionellen Grundlagen gegen die Korruption im Weltverband vorgehen. <strong>Auch eine Untersuchung der umstrittenen Vergabe der WM 2022 an Katar hatte Zwanziger beim FIFA-Kongress in Zürich gefordert.</strong></p></blockquote>
<p>Hallo? War ich im falschen Film? Liebe Kollegen, bitte keinen falschen Eindruck erwecken!</p>
<p>Für die Akten, <strong><a title="Die beschämende Wahrheit (I) ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">noch einmal</a></strong>, was Zwanziger AUF dem FIFA-Kongress sagte, nachdem Blatter ihn offiziell zum Exekutivmitglied der FIFA ernannt hatte:</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/zwanziger-kongress.mp3">:</a></p>
<p>Das war seine einzige Wortmeldung, die gewiss ins Protokoll des Kongresses eingeht. Zwanziger hat RUND UM den Kongress wohl einige Interviews gegeben und sich dabei auf entsprechende Fragen auch zu Katar geäußert, das kann schon sein. So wie er kurz darauf seiner offensichtlichen Lieblingszeitung ja auch erzählt hat, er würde <a title="bild.de" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">noch vor der Frauen-WM einen Runden Tisch einberufen</a>, auf dem man über die Lage an der Korruptionsfront sprechen wolle. Oder so.</p>
<p>Unappetitlich, das.</p>
<p><a title="Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande" href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/" target="_self">Aber das habe ich ja kürzlich schon einmal gesagt.</a></p>
<p><em><strong>Nachtrag, 18. Juni, 11.23 Uhr:</strong></em> Im <a title="FR-Interview mit Theo Zwanziger" href="http://www.fr-online.de/sport/-hoeness-hat-verantwortung--abgelehnt-/-/1472784/8569550/-/view/asFirstTeaser/-/index.html" target="_blank">Interview mit der Frankfurter Rundschau</a> (FR) erklärt Zwanziger (TZ) unter anderem &#8230;</p>
<blockquote><p><em>FR: &#8230;beim Fifa-Kongress haben Sie aber keine Einwände gehabt, im Gegensatz zum englischen Vertreter. ..</em></p>
<p>TZ: &#8230;und der dänische Präsident! Was er gesagt hat, war auch mit mir abgesprochen. Herr Hansen, mit dem ich im Uefa-Exekutivkomitee eng zusammenarbeite, hat mit seinen deutlichen Worten eine Position bezogen, die auch der DFB vertritt. Es kann nicht sein, dass die Vergabe der Weltmeisterschaft unter dem Verdacht der Korruption steht. Ich verwende das Wort, auch wenn es nicht ganz richtig ist. Spätestens nachdem der Fifa-Generalsekretär in einer Mail diesen Verdacht äußerte, müssen wir das sehr ernst nehmen. Das muss geklärt werden.</p>
<p><em>FR: Wenn sich der Verdacht beweisen lässt, dann sind Sie also dafür, die Vergabe der WM nach Katar neu zu machen?</em></p>
<p>TZ: Absolut. Die Abstimmung zu Gunsten von Katar war 14:8. Wenn nur drei Stimmen nicht nach den eigenen ethischen Vorgaben der Fifa abgegeben wurden, dann ist die Abstimmung nicht zu halten. (&#8230;)</p>
<p><em>FR: Der englische Verband fordert demokratische Strukturen bei der Fifa.</em></p>
<p>TZ: Das unterstütze ich. Dieses Thema betreffend könnten sich die Medien aber auch mal mit den gelobten Engländern auseinandersetzen. Die waren in der Vergangenheit nicht immer Gentlemen-like und aufgrund der Statuten aus der Kaiserzeit dominieren die britischen Verbände noch heute den International Board, der für die Fußballregeln auf der ganzen Welt verantwortlich ist. Ist das etwa moderne Demokratie im 21. Jahrhundert? Ich glaube nicht, denn die aktuelle Zusammensetzung ist nach meiner Meinung unter demokratischen Gesichtspunkten kaum haltbar. (&#8230;)</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/17/die-beschamende-wahrheit-ii-theo-zwanziger-der-dfb-und-die-fifa/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>26</slash:comments>
<enclosure url="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2011/06/zwanziger-kongress.mp3" length="1063616" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Deutschland und die Korruption: Kartell der Schande</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 18:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[christian humborg]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[fifa]]></category>
		<category><![CDATA[finanzierung von journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[kriminalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[theo zwanziger]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparency international]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheitsallergiker]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[dfb]]></category>
		<category><![CDATA[propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=10433</guid>
		<description><![CDATA[Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA, die Deutschen und die vielfältigen Lebenssachverhalte, die Deutschen und der sportpolitische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen und die Korruption, die Deutschen und die Korruptionsbekämpfung, die Deutschen und die Transparenz, die Deutschen und die demokratische Kultur im Sportbusiness, die Deutschen und ihr feiges Schweigen, die Deutschen und ihre diskreten Deals, die deutschen Funktionäre und ihre <a title="Die beschämende Wahrheit: was die DFB-Vertreter Zwanziger und Beckenbauer auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">unterwürfige, charakterlose Haltung zur FIFA</a>, die Deutschen und die <a title="Vielfältige Lebenssachverhalte ..." href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/20/vielfaltige-lebenssachverhalte-iii/" target="_self">vielfältigen Lebenssachverhalte</a>, die Deutschen und der <a title="Der sportpolitische Komplex ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/03/03/der-sportpolitische-komplex-oder-dopingverstose-der-goldverbande-bsd-und-desg/" target="_self">sportpolitische Komplex</a>, die Deutschen und der peinliche <a title="tag: Sportausschuss" href="http://www.jensweinreich.de/category/sportausschuss/" target="_self">Bundestags-Sportausschuss</a>, durchsetzt von Wichtigtuern, Duckmäusern und <a title="tag: Lobbyismus" href="http://www.jensweinreich.de/category/lobbyismus/" target="_self">Lobbyisten</a>, die ahnungslosen, bornierten so genannten Sportpolitiker &#8230;</p>
<p>&#8230; ach, das sind Skandale für sich. Ein Jammer. Tausendmal beschrieben und belegt, hier und anderswo.</p>
<p>Es muss dennoch immer wieder neu erzählt und kommentiert werden.</p>
<p>Ich hatte gelegentlich und vielleicht zu oft in den vergangenen Tagen auch in etlichen Interviews gesagt:</p>
<blockquote><p><strong>Wer schweigt, macht sich mitschuldig.</strong></p></blockquote>
<p>Und ob.</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Zu den Enttäuschungen der vergangenen Woche zählte natürlich DFB-Präsident Theo Zwanziger. Auf dem von skandalösen Vorfällen umtosten FIFA-Kongress in Zürich unterstützte er den Versuch des englischen Verbandes, die so genannte Wahl zu verschieben, nicht oder vielleicht nur nicht hörbar, who knows &#8211; hörbar gab er während des Kongresses allerdings <a title="Die beschämende Wahrheit: was DFB-Vertreter auf dem FIFA-Kongress sagen ..." href="http://www.jensweinreich.de/2011/06/01/nichts-als-die-wahrheit-was-dfb-vertreter-auf-dem-fifa-kongress-sagen/" target="_self">Lobpreisungen für die FIFA</a> zu Protokoll. In Deutschland durchaus kritisiert, teilte Zwanziger nun über seine Leib- und Magen-Blätter <a title="Bild.de: Zwanziger beruft Blatter-Gipfel ein" href="http://www.bild.de/sport/fussball/theo-zwanziger/dfb-boss-zwanziger-ruft-blatter-gipfel-ein-18213954.bild.html" target="_blank">aus dem Hause Springer</a> mit, er wolle noch vor der Fußball-WM der Frauen einen Runden Tisch einberufen.</p>
<p>Wow.</p>
<p>Wenn man nicht weiter weiß oder Engagement vortäuschen will, gründet man eine Kommission – oder lädt an einen so genannten Runden Tisch.</p>
<p>Gemäß Springer-Medien will DFB-Boss Zwanziger also am 21. Juni, fünf Tage vor Eröffnung der Frauen-WM, in Frankfurt  a. M. über das Korruptionsthema diskutieren. Wobei: Von Korruption redet der DFB-Präsident ja nicht so gern. Personen wie er haben Probleme mit der Begriffsbestimmung, behaupten gern, es lägen keine Beweise vor, verstecken sich, wenn es darauf ankommt, wie auf dem FIFA-Kongress, und laden dann die üblichen Verdächtigen – die längst hätten klar Stellung beziehen können. Es aber nicht taten.</p>
<p>Es gibt verschiedene Definitionen von Korruption. Für Zwanziger und Co noch einmal die allumfassende, für den Sportbetrieb absolut ausreichende, formuliert von Transparency International:</p>
<blockquote><p>Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zu privatem Nutzen oder Vorteil.</p></blockquote>
<p>Das passt. Da erübrigt sich jede Diskussion.</p>
<p>Da muss man gar nicht staatstragend tun wie Zwanziger, der nun anmaßend formuliert, man wolle <em>&#8220;konzeptionelle Grundlagen für eine deutsche Position entwickeln, die anschließend mit UEFA und FIFA&#8221;</em> besprochen werde.</p>
<p><strong>Deutsche Position? Hier kann es nur eine Position geben: Für oder gegen Korruption.</strong></p>
<p>Es ist viel einfacher: Deutsche Sportfunktionäre und Sportpolitiker müssen handeln, sollten sie dazu willens, ehrlich genug und intellektuell fähig sein.</p>
<p>Sie hätten schon längst handeln können. Aber sie tun (fast) nichts.</p>
<p>Deutschland zählt in der internationalen Korruptionsbekämpfung zu den Schlusslichtern. Das Nichtstun hat System in Deutschland.</p>
<p>Beweise und Nachhilfeunterricht gefällig?</p>
<ul>
<li><a title="Hörprobe: Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/02/horprobe-korruption-im-sport/" target="_self">Hörprobe: Korruption im Sport</a></li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" target="_self">:</a></p>
<ul>
<li><a title="Korruptionsbilanz in FIFA und IOC ..." href="http://www.jensweinreich.de/2010/11/29/korruptionsbilanz-in-fifa-und-ioc-140-785-61893-chf-mindestens/" target="_self">Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens</a></li>
<li><a title="Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter" href="http://www.jensweinreich.de/2010/12/09/akute-wahrheits-allergie-im-fifa-reich-des-joseph-blatter/" target="_self">Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter</a></li>
<li><a title="The new power holders in world sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/05/05/the-new-power-holders-in-world-sport/" target="_self">The new power holders in world sport</a></li>
<li><a title="Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/03/08/korruption-als-strukturproblem-der-spezialdemokratie-sport/" target="_self">Korruption als Strukturproblem der Spezialdemokratie Sport</a></li>
<li><a title="Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen" href="http://www.jensweinreich.de/2010/06/25/wie-sich-korrupte-funktionare-im-fifa-reich-des-joseph-blatter-mit-millionen-frei-kaufen/" target="_self">Wie sich korrupte Funktionäre im FIFA-Reich des Joseph Blatter mit Millionen freikaufen</a></li>
</ul>
<p>Eine Initiative der bayerischen Justizministerin Beate Merk für ein <a title="Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/26/das-original-gesetz-zur-bekampfung-des-dopings-und-der-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Gesetz zur Bekämpfung des Dopings und der Korruption im Sport&#8221; </a> ist 2009 grandios gescheitert – vor allem am Widerstand der Sportverbände und ihrer Lobbyisten, die beispielsweise im Sportausschuss des Bundestages sitzen.</p>
<p>Vertreter des für Sport zuständigen Bundesinnenministeriums spielen auf Arbeitsebene der Sportminister im Europarat und der Europäischen Union ebenfalls eine durchaus schändliche Rolle. Den BMI-Staatssekretär Christoph Bergner interessiert das Thema nicht die Bohne.</p>
<p>Die Bundesrepublik zählt zu einer alarmierenden Minderheit von Staaten, die die Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC) nicht ratifiziert haben. Deutschland spielt in einer Liga mit Totaldemokratien wie Nordkorea, Somalia, Tschad, Oman, Saudi-Arabien, Myanmar – bis hin zu Kiribati und Tuvalu. Nur drei G-20-Staaten haben die UN Konvention nicht ratifiziert, nur drei EU-Staaten nicht – und nur vier OECD-Nationen. Deutschland ist Schlusslicht. Der Gipfel der Peinlichkeit.</p>
<ul>
<li>Lesebefehl! <strong>Christian Humborg</strong>: <a title="Space for Transparency" href="http://blog.transparency.org/2011/05/16/in-the-fight-against-corruption-germany-falls-behind/" target="_blank">In the fight against corruption, Germany falls behind </a></li>
</ul>
<p>Christian Humborg, Geschäftsführer der deutschen Sektion von Transparency International, schrieb kürzlich: Deutschland verlangt von anderen Ländern wie etwa Afghanistan, gegen Korruption zu kämpfen, keht aber den Dreck vor der eigenen Tür nicht. Gänzlich bizarr wird es, wenn der deutsche Steuerzahler Projekte des UNCAC finanziert, die über die GTZ in Ländern wie Kolumbien, Indonesien oder Sierra Leone abgewickelt werden – Deutschland selbst aber UNCAC nicht vollends unterstützt.</p>
<p>Der Wahnsinn hat Methode. Ob bei Themen wie Abgeordneten-Bestechung – oder eben bei Korruption im Sport.</p>
<p>Die moderne Sportkorruption, man muss es immer wieder sagen, denn es ist die historische Wahrheit, wurde in Deutschland von einem Deutschen erfunden. Das System, dass der einstige Adidas-Chef Horst Dassler in den frühen siebziger Jahren geprägt und mit seiner ISL-Firmengruppe in den Achtzigern zur Blüte gebracht hat, wirkt bis heute nach. Etliche der engsten Dassler-Mitarbeiter sind noch immer in Amt und Würden. Allen voran Joseph Blatter, der FIFA-Pate.</p>
<p>Auch Jean-Marie Weber, der mehr als 141 Millionen Franken Schmiergeld an höchste Sportfunktionäre aus FIFA, IOC und anderen olympischen Weltverbänden verteilt hat, mischt noch munter mit. Er berät die IOC-Mitglieder Issa Hayatou (Kamerun), Scheich Al-Sabah (Kuwait) und Lamine Diack (Senegal). Er zählte am Mittwoch als Ehrengast des FIFA-Kongresses in Zürich zu den ersten Gratulanten Blatters. Er nahm kürzlich in Lausanne an einem Journalisten-Empfang der Münchner Olympiabewerber GmbH teil.</p>
<p>Übrigens zählte auch DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach einst zu Dasslers Vertrauten, er war zeitweise sein Adlatus, will aber nie etwas von unsauberen Machenschaften erfahren haben.</p>
<p>Und selbst die deutsche Sektion von Transparency International hinkt anderen Sektionen, etwa der in der Schweiz, meilenweit hinterher. Während TI-Sportsprecherin Sylvia Schenk inhaltlich selten auf der Höhe ist, hat die Schweizer Sektion gemeinsam mit der olympischen Dachorganisation Swiss Olympic schon vor einem Jahr einen <a title="Checkliste Korruption im Sport" href="http://www.jensweinreich.de/2011/02/07/checkliste-korruption-im-sport/" target="_self">&#8220;Ratgeber für Verbände&#8221;</a> erarbeitet. Gewiss kein bahnbrechendes Dokument, als Mix aus rechtlichen Tipps, einer Korruptions-Checkliste und Fallbeispielen jedoch ein bemerkenswertes Heftchen, dass es in Deutschland nicht gibt.</p>
<p><em>(Nachtrag, 7. Juni, 14.21 Uhr: TI Schweiz macht mich per Email darauf aufmerksam, dass Frau Schenk &#8220;bei der Erstellung dieses Ratgebers massgeblich beteiligt war. Ihre Hinweise und Anmerkungen waren für den Inhalt des Ratgebers für Sportverbände mitentscheidend&#8221;. Das ist dann mal eine Überraschung.)</em></p>
<p>In Deutschland wird zudem, erst jüngst wieder in Stellungnahmen des DOSB-Präsidenten nachzulesen, das Thema &#8220;Korruption im Sport&#8221; argumentativ gern mit dem Bereich Wettbetrug gleichgesetzt. Das entspricht der politischen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Präsident Jacques Rogge kürzlich in Lausanne einen Wettgipfel abgehalten hat, bei dem es den anwesenden Politikern quasi verboten wurde, über andere Themen zu reden.</p>
<p>Die Propaganda von Sportkonzernen wie dem IOC zielt darauf ab, das Thema Korruption unter Funktionären mit all seinen Implikationen aus dem öffentlichen Blickfeld zu nehmen. Stattdessen wird die Wettmafia seit einiger Zeit als größte Geißel des Sports gebrandmarkt.</p>
<p>Ich nenne das: Irreführung mit System.</p>
<p><em><strong>Und falls die Sportkameraden von Siemens, Adidas, Telekom, Daimler, Bayer, BMW, Volkswagen, Allianz vorbei schauen sollten: Sie können etwas gegen Korruption tun. Das geht ganz einfach: Sponsern Sie diesen Blog oder investieren Sie in andere journalistische Arbeit, wir können gern über Rechercheprojekte reden. </strong></em></p>
<p><em><strong>Eine schöne Enthüllung ist gar nicht so teuer &#8211; man muss es nur wollen.</strong></em><br />
<a href="http://flattr.com/thing/301511/Deutschland-und-die-Korruption-Kartell-der-Schande" target="_blank"><br />
<img title="Flattr this" src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" border="0" alt="Flattr this" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2011/06/06/deutschland-und-die-korruption-kartell-der-schande/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>26</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/06/05/dlf_20110605_1924_dc732dfa.mp3" length="2410496" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/02/dlf_20101202_1840_2907998e.mp3" length="8658432" type="audio/mpeg" />
		</item>
	</channel>
</rss>

