<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>jens weinreich &#187; der fuchs im hÃ¼hnerstall</title>
	<atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/der-fuchs-im-huhnerstall/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.jensweinreich.de</link>
	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>â€  Anwar Chowdhry</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 22:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[adidas]]></category>
		<category><![CDATA[aiba]]></category>
		<category><![CDATA[anwar chowdhry]]></category>
		<category><![CDATA[ching-kuo wu]]></category>
		<category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[ethik]]></category>
		<category><![CDATA[gafour rachimow]]></category>
		<category><![CDATA[horst dassler]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[boxen]]></category>
		<category><![CDATA[isl/ismm]]></category>
		<category><![CDATA[jean-marie weber]]></category>
		<category><![CDATA[john boulter]]></category>
		<category><![CDATA[thomas bach]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jensweinreich.de/?p=8542</guid>
		<description><![CDATA[Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, Jean-Marie Weber, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo Juan Antonio Samaranch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-8550 alignnone" style="margin: 5px;" title="Anwar Chowdhry" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Chowdhry.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="150" height="200" align="left" />Kleine NachtlektÃ¼re. Einer der korruptesten olympischen SportfunktionÃ¤re aller Zeiten, das will schon was heiÃŸen, ist verstorben. Anwar Chowdhry aus Pakistan, einst Mitglied der so genannten sportpolitischen Abteilung von Adidas (neben John Boulter, <a title="tag: Jean-Marie Weber" href="http://www.jensweinreich.de/category/jean-marie-weber/" target="_self">Jean-Marie Weber</a>, Thomas Bach und anderen), wurde 88 Jahre alt. Er war ein enger KampfgefÃ¤hrte des kÃ¼rzlich ebenfalls verblichenen IOC-Supremo <a title="â€  Juan Antonio Samaranch" href="http://www.jensweinreich.de/2010/04/21/%e2%80%a0-juan-antonio-samaranch/" target="_self">Juan Antonio Samaranch</a>, wurde 1986 von Adidas auf den AIBA-Thron gehievt, in einer sagenumwobenen Wahlschlacht in Bangkok, mit Sex und Huren und Geld und allem &#8211; blendend dokumentiert sind die VorgÃ¤nge Ã¼brigens in Stasi-Akten.</p>
<p>Ich habe in den vergangenen Jahren viel berichtet Ã¼ber Chowdhrys Machenschaften, u.a.Â <a title="Der olympische Sumpf" href="http://www.jensweinreich.de/referenzen/bucher/der-olympische-sumpf/" target="_self">in diesem Buch</a>. Eine Reportage von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney fasst seine Ã„ra ganz gut zusammen, glaube ich. Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten zu Anwar Chowdhry, der sich gern als <strong>&#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Weltâ€?</strong> bezeichnet hat. Ich finde es auÃŸerordentlich schade, dass ich damals noch nicht fotografiert habe. Dieses GesprÃ¤ch mit ihm in den Katakomben der olympischen Box-Arena hÃ¤tte ich auch ganz gern auf Video aufgenommen.</p>
<p>Ching-Kuo Wu, PrÃ¤sident des Amateur-Box-Weltverbandes AIBA und IOC-Exekutivmitglied aus Taiwan, schreibt zum Tode Chowdhrys:</p>
<div id="attachment_8544" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8544" title="Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhry's-Death---June-20" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/Condolence-Letter-to-all-NFs-on-Chowdhrys-Death-June-20.gif" alt="" width="530" height="750" /><p class="wp-caption-text">Condolence Letter to all NFs on Chowdhry&#39;s Death, June 20, 2010 (c) AIBA</p></div>
<p>SYDNEY, 19. September 2000. Wenn sich die Besten der Weltjugend prÃ¼geln im Convention Centre von Darling Harbour, sitzen die beiden Oberaufseher ganz nah am Ring. Anwar Chowdhry und Loring Baker, PrÃ¤sident und GeneralsekretÃ¤r des Box-Weltverbandes AIBA, verfolgen die KÃ¤mpfe an einem Tischchen, auf dem sich Computerbildschirme befinden, mit denen sie die Arbeit der Punktrichter Ã¼berwachen kÃ¶nnen. Die ergrauten Sportfreunde, die gemeinsam Ã¼ber 153 Jahre Lebenserfahrung verfÃ¼gen, sind derzeit hart gefordert. Gilt doch die AIBA als Synonym fÃ¼r Bestechung jeder Art. FÃ¼r Betrug am Sport und an den Athleten. So war es kein Zufall, dass zu jenen beiden des organisierten Verbrechens verdÃ¤chtigen SportfunktionÃ¤ren, denen vor knapp zwei Wochen die Einreise nach Australien verweigert wurde, der AIBA-FunktionÃ¤r <a title="tag: Gafour Rachimow" href="http://www.jensweinreich.de/?s=gafour+rachimow" target="_self">Gafour Rachimow</a> gehÃ¶rte.</p>
<p>Der Pakistani Chowdhry ist zwar dafÃ¼r bekannt, dass er gern laut und viel erzÃ¤hlt, am liebsten wÃ¤hrend ausschweifender nÃ¤chtlicher Saufgelage, doch Interviews liebt er eigentlich nicht. Um so Ã¼berraschender, dass sich Chowdhry diesmal auf ein GesprÃ¤ch einlÃ¤sst, ja sogar in sein BÃ¼ro einlÃ¤dt.</p>
<blockquote><p>â€žIch werde Ihnen mal die Wahrheit erzÃ¤hlen, junger Mannâ€œ, sagt er, â€ždenn in den Zeitungen steht ja nur ScheiÃŸe Ã¼ber mich.â€œ</p></blockquote>
<p>So ist Anwar Chowdhry, der in der AIBA nur â€žder Professorâ€œ genannt wird: auf seine Art sehr direkt.</p>
<p>Einer seiner Bodyguards fÃ¼hrt in prÃ¤sidiale Office, das schmucklos eingerichtet ist. Nur einer von vielen mit WÃ¤nden aus Hartpappe abgetrennten ArbeitsrÃ¤umen in den Katakomben des Convention Centre: Schreibtisch, zwei Sofas, ein Tischlein, wenige StÃ¼hle, in einer Ecke steht ein kleiner Tresor. Chowdhry lÃ¤sst sich tief in seinen Sessel plumpsen und referiert drauflos. Seine schlichten Thesen lassen sich leicht zusammenfassen:</p>
<blockquote><p>â€žIch bin kein Gauner. Ich bin kein Heuchler. Ich sage die Wahrheit. Ich bin ein groÃŸer und geachteter SportfunktionÃ¤r.â€œ</p></blockquote>
<p>Dies verkÃ¼ndet er wÃ¶rtlich und in vielerlei Variationen. In dieser Beziehung ist der Professor sehr erfindungsreich.</p>
<p>NatÃ¼rlich ist es mÃ¼ÃŸig, den Fuchs im HÃ¼hnerstall zu fragen, ob er gerade ein Huhn zu verspeisen beabsichtige oder wie viele er im Laufe seines Lebens bereits verschlungen hat. So wie der Fuchs diese Frage nicht wahrheitsgetreu beantworten wird, sieht auch Chowdhry keinen Grund, sich als derjenige zu enttarnen, als der er in weiten Kreisen des Weltsports verrufen ist: als Ganove.</p>
<p>Der Berliner Karl-Heinz Wehr, der Chowdhry als AIBA-GeneralsekretÃ¤r anderthalb Jahrzehnte die GeschÃ¤fte gefÃ¼hrt hat, beschrieb den Pakistani einmal so:</p>
<blockquote><p>â€žChowdhry ist charakterlich ein absolutes Schwein, unaufrichtig, hinterhÃ¤ltig und verschlagen. Chowdhry ist ein absoluter GeschÃ¤ftemacher und in jeder Beziehung korrupt.â€œ</p></blockquote>
<p>Zahlreiche VerÃ¶ffentlichungen aus Wehrs umfÃ¤nglichen Stasi-Akten haben Chowdhry in den neunziger Jahren Probleme bereitet. So musste auf Grundlage dieser Unterlagen eine der katastrophalsten Fehlentscheidungen der Sportgeschichte Ã¼berprÃ¼ft werden: Das Urteil im Finalkampf der Olympischen Spiele 1988 gegen den Amerikaner Roy Jones. Nach Monaten der Verschleppungstaktik und nicht gar so intensiver Recherche erklÃ¤rte das IOC jedoch, es hÃ¤tten sich keine Beweise fÃ¼r Bestechung am olympischen Boxring gegeben. Ein lÃ¤cherliches Urteil. Roy Jones, inzwischen zum Profi-Weltmeister aufgestiegen, nahm kurz darauf dennoch einen Olympischen Orden an.</p>
<p>Chowdhry hat sich spÃ¤testens 1998 mit Karl-Heinz Wehr entzweiht. Der Deutsche verbÃ¼ndete sich damals mit dem Taiwanesen Ching-Kuo Wu, einem IOC-Mitglied, und mit dem Amerikaner Paul Konnor. Das Trio wollte Chowdhry und seine â€žrussisch-balkanische Fraktionâ€œ (Wehr) stÃ¼rzen. Konnor, damals Chef der AIBA-Rechtskommission, beschwerte sich bei IOC-PrÃ¤sident Samaranch: Goldmedaillen seien kÃ¤uflich, schrieb Konnor, Chowdhry begehe â€žverachtenswerte Verbrechen&#8221; an Sportlern und habe sich mit 400.000 Dollar aus der Verbandskasse bedient. Samaranch hat nie reagiert.</p>
<blockquote><p>â€žKonnor ist ein Feiglingâ€œ, sagt Chowdhry, er hat mir immer gesagt, dass ich ein vorbildlicher PrÃ¤sident bin. Er hat nie den Mut gehabt, etwas Ã¶ffentlich gegen mich vorzubringen. Als er dann den Mund aufgemacht hat, wurde er aus der AIBA rausgeschmissen. Das ist unsere Demokratie. So einfach ist das.â€œ</p></blockquote>
<p>Wehr formulierte seinerzeit gemeinsam mit Wu ein Manifest fÃ¼r â€žEhrlichkeit und Fairplay im olympischen Boxen &#8211; gegen alle Formen der Manipulation, der Korruption, der Bestechung und des Dopingsâ€œ. Doch Samaranch unterstÃ¼tzte auch diese beiden Opponenten nicht. So wurden Wehr, Wu und Konnor auf dem AIBA-Kongress im November 1998 im tÃ¼rkischen Antalya vorgefÃ¼hrt. Sie verloren alle Posten, auch ihre Sitze im Exekutivkomitee.</p>
<p>â€žIch habe Karl-Heinz Wehr immer wie einen Bruder behandeltâ€œ, sÃ¤uselt Chowdhry, â€žich weiÃŸ nicht, was plÃ¶tzlich in ihn gefahren war, dass er gegen mich arbeitet und auch noch glaubt, er hÃ¤tte damit Erfolg.â€œ Es habe vor Antalya sogar Morddrohungen gegen ihn gegeben, berichtete Wehr. Dies und die Anschuldigung, dass die â€žWahlenâ€œ von Chowdhrys Gefolgsleuten gekauft worden seien, bestreitet der AIBA-PrÃ¤sident. SelbstverstÃ¤ndlich. Im Reiche Chowdhry funktioniert das ganz anders, viel einfacher, nÃ¤mlich so:</p>
<blockquote><p>â€žIch bin auf der ganzen Welt fÃ¼r meine Rechtschaffenheit bekannt. Die Leute lieben mich. Kann etwa jemand immer wieder einstimmig gewÃ¤hlt werden, der ein Schweinehund ist? Wir haben 190 MitgliedsverbÃ¤nde in der AIBA. Glauben sie, das diese 190 WahlmÃ¤nner alle Trottel sind?â€œ</p></blockquote>
<p>Im Arbeitsraum haben sich inzwischen einige KampfgefÃ¤hrten versammelt. Auch der TÃ¼rke Caner Doganeli, VizeprÃ¤sident der AIBA und angeblich Favorit auf die Nachfolge Chowdhrys. Die Claqueure begleiten jeden Satz ihres Meisters mit Beifall.</p>
<blockquote><p>â€žDer Professorâ€œ, sagt Doganeli, â€žhat unendlich viel fÃ¼r den Boxsport getan. Es ist ein Skandal, dass er sich stÃ¤ndig mit solchen bÃ¶sen Unterstellungen herumÃ¤rgern muss.â€œ</p></blockquote>
<p>Zu dumm aber auch, dass Chowdhry &amp; Co. inzwischen in aller Welt als Gangsterbande bezeichnet werden. Angeblich hat die Mafia, ob nun russische, mittelasiatische oder tÃ¼rkische Gruppierungen, lÃ¤ngst das Kommando in der AIBA Ã¼bernommen. â€žDie VorgÃ¤nge sind eine Schandeâ€œ, hat das norwegische IOC-Mitglied Gerhard Heiberg Ã¶ffentlich gesagt, eine ÃœberprÃ¼fung gefordert und den Ausschluss aus dem olympischen Programm angedroht.</p>
<blockquote><p>â€žNichts wissen Leute wie Heibergâ€œ, entgegnet Chowdhry, â€žmit mir hat er kein Wort gesprochen. Und was da in den Zeitungen geschrieben steht, ist shit, shit, shit. Bloody shit.â€œ</p></blockquote>
<p>GroÃŸvater Chowdhry redet sich schnell in Rage. Er brÃ¼llt oft und im Verlauf des einstÃ¼ndigen GesprÃ¤chs knallt er dutzende Male die FÃ¤uste auf den Tisch. Der kleine Recorder, der das Interview mitschneidet, hÃ¼pft jedesmal zehn Zentimeter in die HÃ¶he. Die Tischplatte biegt sich gefÃ¤hrlich tief. Doch dann hat sich der Choleriker auch schon wieder beruhigt.</p>
<p>Am meisten hat Chowdhry verletzt, dass sein â€žFreund Gafourâ€œ Rachimow aus Usbekistan nicht nach Australien einreisen durfte. Chowdhry sagt, er sei wie IOC-PrÃ¤sident Samaranch bereits Ende August vom SOCOG-Sicherheitschef Sandy Hollway informiert worden, dass es Schwierigkeiten geben wÃ¼rde mit Rchimow, dem mutmaÃŸlichen Mafiapaten und Chef der AIBA-Businesskommission. Er hat daraufhin die Usbeken informiert, die beschwerten sich bei der australischen Botschaft in Moskau â€“ aber die Olympiagastgeber blieben hart.</p>
<div id="attachment_8548" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-8548" title="SMH" src="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/06/SMH.gif" alt="" width="530" height="485" /><p class="wp-caption-text">Titelseite Sydney Morning Herald, September 2000</p></div>
<p>Das IOC, das laut Chowdhry doch lÃ¤ngst Bescheid wusste, tat dann so, als sei die Einreiseverweigerung Ã¼berraschend gekommen. FÃ¼r Chowdhry ist Rachimow selbstverstÃ¤ndlich ein Ehrenmann.</p>
<blockquote><p>â€žEr hatte bereits eine VIP-Akkreditierung, so wie auch Nelson Mandela. Ich begreife nicht, warum man ihm die wieder wegnehmen kann.â€œ</p></blockquote>
<p>Chowdhry redet noch eine Weile Ã¼ber seinen aufopferungsvollen Kampf gegen korrupte Kampfrichter, lobt sich als Erfinder des Punktcomputers (was er in Wirklichkeit nicht ist) und beschlieÃŸt dann die Audienz mit einer milden Gabe zu beenden. Ein Lakai trÃ¤gt eine schwarze UmhÃ¤ngetasche fÃ¼r den Gast herbei.</p>
<blockquote><p>â€žNehmen Sie ruhig, das ist keine Bestechung, das fÃ¤llt noch unter die IOC-Geschenkregel von 200 Dollarâ€œ, witzelt der AIBA-PrÃ¤sident.</p></blockquote>
<p>200 Dollar ist die Grenze, die das IOC 1999 auf seiner Krisensession nach dem <a title="Ten years after: Marc Hodler" href="http://www.jensweinreich.de/2008/12/11/ten-years-after-marc-hodler/" target="_self">Bestechungsskandal von Salt Lake City</a> festgelegt hat. Ein Blick zu seinen mÃ¼rrisch dreinschauenden Gorilla lÃ¤sst den Gedanken aufkommen, es sei vielleicht besser, das PrÃ¤sent nicht abzulehnen. Also trollt man sich mit dem TÃ¤schen, neugierig darauf, was der Professor da so alles verschenkt.</p>
<p>Eine Mappe mit all seinen Verdiensten und Ehrentiteln findet sich darin, eine Krawatte, eine Uhr â€“ alles ist in irgendeiner Form mit Chowdhrys Namen geschmÃ¼ckt. SchlieÃŸlich noch eine GeldbÃ¶rse. Wie beziehungsreich. Jedoch finden sich keine Dollarscheine.</p>
<p><em>(Ich habe die Uhr Ã¼brigens noch irgendwo liegen.)</em></p>
<p>Okay, die Nacht ist lang, und da ich stets zu Ãœbertreibungen neige, flink noch die wichtigsten Geschichten nach dieser, meiner Lieblingsgeschichte Ã¼ber die Ã„ra Chowdhry. Aus den Jahren zuvor, wer das leider vergriffene Buch &#8220;Der olympische Sumpf&#8221; nicht lesen kann, wÃ¤re noch diese Seite-3-Geschichte aus der Berliner Zeitung vom September 1996 interessant, als Ãœbersichtstext:</p>
<ul>
<li><a title="BLZ, September 1996" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0918/reporter/0003/index.html" target="_blank">Ein paar Millionen sollen die IOC-Direktorin kalt gestellt haben</a></li>
</ul>
<p>Samaranch, <a title="KGB Gate" href="http://www.jensweinreich.de/2009/11/06/kgb-gate-samaranch-more-russian-olympic-secret-agents-ioc-fifa-and-the-opus-dei/" target="_self">der mutmaÃŸliche KGB-Spion</a>, hat nach dieser Geschichte in Spanien auf einer Pressekonferenz Ã¼brigens gesagt, wenn alle Informationen der Stasi (ich habe lang aus Akten zitiert) so unzutreffend wÃ¤ren, wie diese, kÃ¶nne er nur lachen.</p>
<p>Die weiteren Geschichten zur unendlichen AIBA-Story:</p>
<p><em>30. Oktober 2002</em></p>
<blockquote><p><strong>Sein Wille geschehe</strong></p>
<p>Die olympische Bewegung erlebt in dieser Woche ein weiteres Beispiel gelebter Demokratie: den &#8220;Wahl&#8221;-Kongress im Weltverband der Amateurboxer (AIBA) im ziemlich teuren Hotel Meridien in Kairo. Obwohl die BoxfunktionÃ¤re erst von Donnerstag bis Sonnabend in der Ã¤gyptischen Metropole tagen und tafeln, stehen die wichtigsten Ergebnisse dieses sehr speziellen Konvents bereits fest. Anwar Chowdhry, dieser routiniert jung gebliebene Ehrenmann aus Pakistan, bleibt auch die nÃ¤chsten vier Jahre PrÃ¤sident.</p>
<p>Als &#8220;epochales Ereignis&#8221; wurde in der AIBA bereits Chowdhrys Benennung von 97 der 190 MitgliedsverbÃ¤nde gefeiert. Einen Gegenkandidaten gibt es selbstverstÃ¤ndlich nicht (das wÃ¤re ja auch einmal etwas Neues), nachdem die zeitweise interessierten Robert Voy (USA) und Ching-Kuo Wu (IOC-Mitglied aus Taiwan) unter Druck rechtzeitig ihren Verzicht erklÃ¤rten. So wird also Anwar Chowdhry, der am 26. Oktober bereits sein 79. Lebensjahr vollendete und der sich gern als &#8220;hÃ¶chstdekorierten SportfÃ¼hrer der Welt&#8221; bezeichnet, in Kairo per Akklamation im Amt bestÃ¤tigt werden, das er bereits seit 1986 einnimmt.</p>
<p>Die Mitglieder des AIBA-Exekutivkomitees wurden ausnahmslos von Chowdhry selbst auserwÃ¤hlt. Sekundiert wird Chowdhry auch weiterhin von seinen wichtigsten langjÃ¤hrigen Getreuen: Caner Doganeli (TÃ¼rkei), dem neuen AIBA-GeneralsekretÃ¤r, und Gafour Rachimow (Usbekistan), dem VizeprÃ¤sidenten und Chef der so genannten AIBA-Business-Kommission.</p>
<p>Nur zur Erinnerung: Rachimow ist jener Ehrenamtler aus dem total-demokratischen Sportwunderland Usbekistan, der zu den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney keine Einreise erhalten hatte, weil ihn die BehÃ¶rden des Gastgeberlandes als &#8220;Gefahr fÃ¼r die Sicherheit des australischen Volkes&#8221; geortet hatten. Rachimow soll einer der KÃ¶pfe des Drogenhandels in Mittelasien sein. Rachimow zÃ¤hlt zu den GeschÃ¤ftspartnern und Freunden des derzeit in Italien inhaftierten mutmaÃŸlichen Mafioso Alimsan Tochtachunow, der vom FBI unter anderem verdÃ¤chtigt wird, Kampfrichter-Entscheidungen bei den Eiskunstlaufwettbewerben (Paarlauf, Eistanz) bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City manipuliert zu haben. So viel zum ruhmreichen Einfluss usbekischer Granden im olympischen Sport.</p>
<p><span id="more-8542"></span>ZurÃ¼ck zur AIBA. Zwar steht das Amateurboxen nicht auf jener umfassenden Streichliste, Ã¼ber die Ende November auf der IOC-Vollversammlung in Mexiko-Stadt entschieden wird, doch ist der Verbleib im olympischen Programm keinesfalls hundertprozentig gesichert. Denn die von der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees im August abgesegneten Reform-VorschlÃ¤ge sagen relativ klar aus, dass Amateurboxen, ein Hort der Korruption, stÃ¤ndig auf dem PrÃ¼fstand steht. Sollten weitere negative Schlagzeilen folgen, soll das IOC-Exekutivkomitee MaÃŸnahmen ergreifen. Nimmt man nun jene BeschlÃ¼sse zum MaÃŸstab, die nach Chowdhrys heiligem Willen in Kairo gefasst werden sollen, dann dÃ¼rfte die IOC-FÃ¼hrung gefordert sein.</p>
<p>Beispiele gefÃ¤llig? Der Berliner Karl-Heinz Wehr, von Chowdhry abservierter langjÃ¤hriger AIBA-GeneralsekretÃ¤r, hat die AntrÃ¤ge und BeschlussentwÃ¼rfe des AIBA-Kongresses in Kairo analysiert. Er kommt zu einem vernichtenden Urteil: &#8220;Normalerweise hatte man erwartet, dass die AIBA aus den Diskussionen um den Verbleib im olympischen Programm einige positive VorschlÃ¤ge umsetzt. Leider ist dies nicht der Fall. Die Leute um Chowdhry sind Ã¼berhaupt nicht an VerÃ¤nderungen interessiert. Das olympische Boxen wurde in eine Katastrophe gefÃ¼hrt.&#8221;</p>
<p>Es wird im Amateurboxen auch kÃ¼nftig keine offene Wertung geben. Die ebenfalls vom IOC geforderte RÃ¼ckkehr zur Kampfzeit von 3 x 3 Minuten (derzeit 4 x 2) wurde verworfen. Bei der Benennung der Ring- und Punktrichter (traditionell durch Chowdhry &amp; Co.) bleibt alles beim Alten. Zudem werden die weiÃŸen TrefferflÃ¤chen an den Boxhandschuhen abgeschafft, was fÃ¼r noch mehr Verwirrung in der Wertungsfrage sorgen wird. SchlieÃŸlich will man die Grenzen zwischen Amateur- und Profiboxer weiter verwischen. Das Exekutivkomitee der AIBA wird ermÃ¤chtigt, KÃ¤mpfen zwischen Amateuren und Profis zuzustimmen, zudem sollen Profis kÃ¼nftig an nationalen, kontinentalen und Weltmeisterschaften teilnehmen kÃ¶nnen. Das AIBA-Exekutivkomitee werde &#8220;den Profis schon den Weg ins olympische Boxturnier ebnen&#8221;, hatte Chowdhry schon im MÃ¤rz dieses Jahres getÃ¶nt.</p>
<p>Es hat vor dem Kongress durchaus vernÃ¼nftige VorschlÃ¤ge gegeben &#8211; Chowdhry hat sie abgelehnt. So wurden von 40 VorschlÃ¤gen, die europÃ¤ische VerbÃ¤nde eingereicht haben, lediglich vier akzeptiert. Dem gegenÃ¼ber stehen 85 teilweise recht unsinnige Ideen, die sich Chowdhry und seine Vasallen in Kairo absegnen lassen. Dazu gehÃ¶rt nicht zuletzt der Plan, Weltmeisterschaften kÃ¼nftig jÃ¤hrlich auszutragen.</p>
<p>Ein nicht ganz unwichtiger Tagesordnungspunkt sei nicht verschwiegen. Der Verband wird umbenannt: Statt Amateur International Boxing Association soll er kÃ¼nftig Olympic International Boxing Association (OIBA) heiÃŸen. Irgendwie legt man auf das Wort &#8220;olympic&#8221; doch groÃŸen Wert. SchlieÃŸlich lebt die AIBA/OIBA vor allem von jenen vier Millionen Dollar, die das IOC als Anteil an den olympischen Fernsehrechten Ã¼berweist. Dummerweise weiÃŸ niemand genau, was mit dem Geld geschieht.</p></blockquote>
<p><em>6. November 2006</em></p>
<blockquote><p><strong>Letzter Gang fÃ¼r den Box-Paten</strong></p>
<p><em>Der Weltverband wÃ¤hlt den PrÃ¤sidenten Chowdhry ab</em></p>
<p>Das ist doch mal eine gute Nachricht fÃ¼r den Sport: Anwar Chowdhry (83) ist gestÃ¼rzt. Der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) hat einen neuen PrÃ¤sidenten. 20 Jahre lang hat der Pakistani Chowdhry die AIBA mit vorsintflutlichen Methoden gefÃ¼hrt, auf dem Kongress in Santo Domingo verlor er die Abstimmung gegen den 60 Jahre alten Taiwanesen Ching-Kuo Wu mit 79:83 Stimmen bei einer Enthaltung. Eine so knappe Entscheidung hat es in der olympischen Welt bisher kaum gegeben.</p>
<p>FÃ¼r das Amateurboxen ging es um Leben oder Tod. Zwar hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC), zu dessen Mitgliedern Ching-Kuo Wu seit 1988 zÃ¤hlt, auf seiner Session im Juli 2005 in Singapur dem Sport noch einmal bis 2012 den Olympiastatus verpasst, eine Zahlung aus den Fernsehgeldern in HÃ¶he von 9,15 Millionen US-Dollar war jedoch eingefroren worden. Das Problem der AIBA heiÃŸt seit zwei Jahrzehnten Anwar Chowdhry. Es ist selten nachvollziehbar, auf welchen Konten in diesem Verband Geld verschwindet. Von der Opposition war moniert worden, dass Ã¼ber Ausgaben von 670 000 Dollar keine Belege existieren. Verantwortlich dafÃ¼r: Chowdhry und sein GeneralsekretÃ¤r Caner Doganelli (TÃ¼rkei).</p>
<p>Chowdhry hatte noch in Santo Domingo getÃ¶nt, nur er allein kÃ¶nne die AIBA fÃ¼hren. &#8220;Wu hat keine Ahnung, der weiÃŸ nichts Ã¼ber Boxen&#8221;, sagte er. Nun wurde Chowdhry davon gejagt. Doganelli allerdings, der ebenfalls einen katastrophalen Ruf genieÃŸt und dem NÃ¤he zur organisierten KriminalitÃ¤t nachgesagt wird, darf bleiben. Wegen des Umsturzes nun aber von einer Revolution zu sprechen, wÃ¤re verfrÃ¼ht. Sicher, Sportkamerad Wu hat einen guten Leumund; allerdings darf man nicht vergessen, dass sein Weg ins PrÃ¤sidentenamt vor allem durch die zurÃ¼ckgezogene Kandidatur eines mutmaÃŸlichen Drogendealers namens Gafour Rachimow mÃ¶glich wurde. Der Usbeke, der im Visier von Europol, FBI und anderen GanovenjÃ¤gern steht, hatte selbst PrÃ¤sident werden wollen. Zuletzt empfahl er dem AIBA-VÃ¶lkchen &#8211; und hier besonders den afrikanischen Delegierten -, Ching-Kuo Wu zu wÃ¤hlen. Er dÃ¼rfte seine freundliche Empfehlung unterlegt haben mit diversen Gaben, anders lÃ¤uft es in diesem Verband kaum.</p>
<p>Das Problem der AIBA ist also noch lange nicht gelÃ¶st. Korruption, ob nun in Form von Unterschlagung, Kampfrichterbetrug oder Erpressung, dominiert nach wie vor den klinisch toten Verband. Herr Dr. Wu, ein ehemaliger Basketballer und Architekt, steht eine titanische Aufgabe bevor. Es wird interessant sein, welche Skandale er ans Tageslicht befÃ¶rdert und wie er sich zu Doganelli und Rachimow verhÃ¤lt.</p>
<p>Die NÃ¤he zum IOC ist schon mal gegeben. Durch Ching-Kuo Wu persÃ¶nlich und durch den Umstand, dass die AIBA in der Schweiz ihre GeschÃ¤ftsstelle hat. Eines hat sogar Rachimow begriffen, wie er den nationalen BoxverbÃ¤nden kÃ¼rzlich schriftlich mitteilte: &#8220;Eine der perspektivischen Aufgaben der AIBA besteht meiner Ansicht nach darin, in einen konstruktiven Dialog mit dem IOC zu treten und bedingungslos alle Empfehlungen des IOC zu akzeptieren.&#8221; Nun dann.</p></blockquote>
<p><em>20. Februar 2007</em></p>
<blockquote><p><strong>Thriller von Taipeh</strong></p>
<h4><span style="font-weight: normal;"><em>Der Amateurbox-Weltverband AIBA suspendiert seinen dubiosen GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli</em></span></h4>
<p>Im Weltverband der Amateurboxer geht es weiter herzhaft zur Sache. Wie AIBA-Sprecher Richard Baker dieser Zeitung bestÃ¤tigte, wurde in der vergangenen Woche in aller Stille der AIBA-GeneralsekretÃ¤r Caner Doganeli (TÃ¼rkei) suspendiert. Ihm wird Misswirtschaft und Veruntreuung vorgeworfen. Es geht, vorerst, um mehr als eine halbe Million US-Dollar. Die Sache wurde der Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Ã¼bergeben.</p>
<p>Der Fall Doganeli beweist, dass nach einer 20 Jahre wÃ¤hrenden Diktatur der Korruption durch den PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry (Pakistan) die AufrÃ¤umarbeiten begonnen haben. Auf dem AIBA-Kongress in Santo Domingo im November 2006 war ja nicht nur unter mysteriÃ¶sen UmstÃ¤nden ein Delegierter aus Mali, Pierre Diakite, ums Leben gekommen (er hatte sich gegen Chowdhry ausgesprochen und wurde spÃ¤ter tot im Fahrstuhlschacht seines Hotels gefunden), der Kongress hatte auch einen neuen PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt: Ching-Kuo Wu aus Taiwan gewann mit 83:79 Stimmen gegen Chowdhry. Wu setzte allerdings zunÃ¤chst weiter auf GeneralsekretÃ¤r Doganeli und hatte sich auch mit dem Usbeken Gafur Rachimow verbÃ¼ndet. Rachimow, der in Dokumenten von polizeilichen ErmittlungsbehÃ¶rden mit der organisierten KriminalitÃ¤t und Drogenhandel in Verbindung gebracht wird, ist AIBA-VizeprÃ¤sident. Den Wahlkampf des Dr. Wu hatte mit Ho Kim (SÃ¼dkorea) ein weiterer FunktionÃ¤r zweifelhaften Rufes gemanagt. Kim wurde dafÃ¼r zum Exekutivdirektor der AIBA berufen.</p>
<p>Drei Monate spÃ¤ter trennt sich Wu von Doganeli. Schweizer RechnungsprÃ¼fer, die AIBA-Zentrale sitzt in Lausanne, haben ihren Bericht in Taipeh dem neuen AIBA-Exekutivkomitee vorgetragen. Das Exko leitete den Fall an seine Reformkommission weiter, die vom Norweger Gerhard Heiberg geleitet wird, dem Chef der IOC-Marketingkommission. Heiberg hatte schon im Herbst 2000 in dieser Zeitung Reformen in der AIBA angemahnt: &#8220;Wenn Boxen olympisch bleiben soll, muss sich schleunigst etwas Ã¤ndern.&#8221; Nun soll er im Auftrag von IOC-Chef Jacques Rogge handeln.</p>
<p>Das IOC hat inzwischen 300 000 Dollar, einen Teil der eingefrorenen olympischen Fernsehgelder, an die AIBA Ã¼berwiesen. Die Lage ist vertrackt, denn Wu, selbst IOC-Mitglied, hat sich mit Personen verbÃ¼ndet, die Dreck am Stecken haben. Zudem werden Wu von einigen VerbÃ¤nden SatzungsverstÃ¶ÃŸe vorgeworfen. MerkwÃ¼rdig erscheinen auch die UmstÃ¤nde der Ausbootung seines grÃ¶ÃŸten Kritikers, des russischen Verbandschefs und AIBA-VizeprÃ¤sidenten Eduard Kusainow. Dieser hatte Wu am 18. Januar in einem Brief vorgeworfen, er habe die eine Diktatur durch eine andere abgelÃ¶st, setze auf den &#8220;absolut identischen Clan&#8221; von Chowdhry und verletze die Regeln auf &#8220;kriminelle&#8221; Weise. Kurz darauf wurde Kusainow von der AIBA-FÃ¼hrung suspendiert. Es wurde behauptet, er gehÃ¶re einer islamischen Terrorgruppe an. Kusainow durfte deshalb nicht an der AIBA-Exekutivsitzung teilnehmen, er musste sich stattdessen einem VerhÃ¶r durch die Kollegen stellen.</p>
<p>Der russische NOK-PrÃ¤sident Leonid Tjagatschow erklÃ¤rte umgehend schriftlich, Kusainow sei mit einem bereits verurteilten Terroristen verwechselt worden. Daraufhin wurden die Russen mit der Austragung der Box-WM im September 2007 besÃ¤nftigt. Aber auch das war kurios: Denn eigentlich wurde die WM schon vor einiger Zeit vergeben. Weil nun aber Sportkamerad Ho Kim, der neue AIBA-Exekutivdirektor, die WM gern in SÃ¼dkorea gesehen hÃ¤tte, wurde vergangene Woche in Taipeh ein zweites Mal abgestimmt. 22:9 fÃ¼r Moskau.</p>
<p>Kompliziert ist die Welt des Amateurboxens. Wer lÃ¼gt oder wer vielleicht sogar die Wahrheit sagt, ist schwer auszumachen. Zu den vielen MerkwÃ¼rdigkeiten zÃ¤hlt auch, dass die Suspendierung des GeneralsekretÃ¤rs Doganeli nicht Ã¶ffentlich publik gemacht wurde. PrÃ¤sident Wu hat lediglich E-Mails an seine Exekutive geschrieben. AIBA-Sprecher Richard Baker, frisch im Amt, hat Schwierigkeiten, die AblÃ¤ufe darzulegen. BlÃ¶de Lage fÃ¼r ihn, den Neuling. &#8220;Geben Sie uns beziehungsweise der IOC-Ethikkommission einige Wochen Zeit&#8221;, sagt Baker. Es wird weiter nach belastendem Material gefahndet. Und sicher wird sich Caner Doganeli, kein Kind von Traurigkeit, der gern Mal mit teuren Klagen droht, demnÃ¤chst lautstark verteidigen.</p></blockquote>
<p><em>21. Februar 2007.</em> Nach diesem Interview mit Ching-Kuo Wu, das ins Englische Ã¼bersetzt und verbreitet wurde, habe ich mal Post von Gafour Rachimows Anwalt bekommen. Es ging glimpflich aus.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten&#8221;</strong></p>
<p><em>Weltbox-PrÃ¤sident Ching-Kuo Wu Ã¼ber KorruptionsfÃ¤lle und die Zukunft des olympischen Boxen</em></p>
<p>Etwas hat sich schon geÃ¤ndert im Amateurbox-Weltverband AIBA. Wer je versuchte, den langjÃ¤hrigen PrÃ¤sidenten Anwar Chowdhry zu kontaktieren, konnte verzweifeln. Bei Chowdhrys Nachfolger Ching-Kuo Wu, einem Architekten aus Taiwan, lÃ¤uft das so: Man schickt ihm eine Email, die er prompt beantwortet; und kaum ist man am nÃ¤chsten Morgen im BÃ¼ro eingetroffen, ruft das IOC-Mitglied bereits an. Dr. Wu meldet sich aus Los Angeles. Seine Botschaft: &#8220;Die Leute sollen nicht lÃ¤nger glauben, die AIBA sei ein korrupter Verein.&#8221;</p>
<p><em>Herr Wu, warum wurde GeneralsekretÃ¤r Doganeli suspendiert?</em></p>
<p>Ich wurde im November 2006 zum PrÃ¤sidenten gewÃ¤hlt. Auf diesem Kongress in Santo Domingo wurde ja kein Finanzbericht vorgelegt. Also war es meine erste Aufgaben, unabhÃ¤ngige RechnungsprÃ¼fer anzufordern. Wir haben die Akten im AIBA-Hauptquartier von PriceWaterhouseCoopers prÃ¼fen lassen. Das hat sehr viele Fragen aufgeworfen. Der Umgang mit den Finanzen der AIBA zeichnet meiner Meinung nach ein klares Bild.</p>
<p><em>Werden die Unterlagen der gesamte Chowdhry-Ã„ra geprÃ¼ft?</em></p>
<p>Nur die letzten vier Jahre.</p>
<p><em>Aus AIBA-Quellen heiÃŸt es, bei Doganeli gehe es um mehr als eine halbe Million Dollar, bei Chowdhry wahrscheinlich um mehrere Millionen.</em></p>
<p>Ich spreche nicht Ã¼ber Zahlen, ich kenne sie gar nicht. Ich habe, wie alle Kollegen im Exekutivkomitee, ja nur einen Kurzbericht der PrÃ¼fer gehÃ¶rt. Es geht um viele UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten und wohl auch um Unterschlagung. Es sind ernste VorwÃ¼rfe, sehr gut dokumentiert. Die BuchprÃ¼fer haben viele Personen interviewt, auch die Herren Chowdhry und Doganeli. Aber die AuskÃ¼nfte waren offenbar nicht Ã¼berzeugend. Der gesamte Bericht, ein sehr dicker Ã¼brigens, wurde unserer Ethikkommission Ã¼bergeben, die eine vorlÃ¤ufige Empfehlung ausgesprochen hat. Deshalb wurde Herr Doganeli suspendiert. Er kann sich nun verteidigen und alle VorwÃ¼rfe aufklÃ¤ren.</p>
<p><em>Es ist nicht etwa die IOC-Ethikkommission damit befasst?</em></p>
<p>Nein, das ist ein MissverstÃ¤ndnis. Der Fall liegt in den HÃ¤nden der AIBA-Ethikkommission. Die wird vom langjÃ¤hrigen IOC-Generaldirektor FranÃ§ois Carrard geleitet. Wir warten nun auf die abschlieÃŸenden Empfehlungen. Ich denke, im Mai oder Juni werden wir auf einer auÃŸerordentlichen Sitzung des Exekutivkomitees entscheiden mÃ¼ssen.</p>
<p><em>Also noch vor der IOC-Vollversammlung in Guatemala, auf der Sie Anfang Juli gern eine erneuerte AIBA prÃ¤sentieren wÃ¼rden.</em></p>
<p>Wir haben in der Tat schon viel erreicht fÃ¼r unseren Sport. Jedem unserer 197 NationalverbÃ¤nde kÃ¶nnen wir AusrÃ¼stung im Wert von 5 000 Dollar schicken. Wir haben unsere Regeln transparenter gemacht. Bei der Frauen-WM in Indien und den Asienspielen in Katar wurde ganz offen gewertet: Jeder Aktive, jeder Zuschauer, jeder Offizielle war jederzeit Ã¼ber die ZwischenstÃ¤nde informiert. Es gab keine Beschwerden. Das wird nie wieder anders sein. IOC-PrÃ¤sident Jacques Rogge hat anderthalb Stunden zugesehen. Er war sehr beeindruckt. Wir erleben ein anderes Boxen. Die Zeit der Mauscheleien von Kampfrichtern und FunktionÃ¤ren ist vorbei. Dieses Versprechen habe ich gemacht, ich werde es halten.</p>
<p><em>Haben Sie Kontakt zu Chowdhry?</em></p>
<p>Er ist ein alter und kranker Mann. Er hat mir eine Email geschickt und seine UnterstÃ¼tzung versprochen. Er hat auch einige Briefe geschrieben, in denen er auf die UnterschlagungsvorwÃ¼rfe eingegangen ist. Ich habe diese Post an die BuchprÃ¼fer weiter gereicht.</p>
<p><em>War es wirklich nÃ¶tig, sich mit Doganeli zu verbÃ¼nden, um die Macht Ã¼bernehmen zu kÃ¶nnen?</em></p>
<p>Ich arbeite mit allen Menschen zusammen, die ein ehrliches Interesse am Boxsport haben. Aber sie mÃ¼ssen sauber und transparent agieren. Herr Doganeli wurde bisher von keinem Gericht verurteilt.</p>
<p><em>Warum haben Sie sich noch nicht vom AIBA-VizeprÃ¤sidenten Gafur Rachimow getrennt, der als &#8220;Pate von Taschkent&#8221; bezeichnet wird, der laut Polizeiberichten angeblich im mittelasiatischen Drogenhandel eine groÃŸe Nummer sein soll.</em></p>
<p>Ich kenne diese VorwÃ¼rfe, und ich bin vorsichtig. Ich will die AIBA sÃ¤ubern. Aber ich brauche bessere Beweise. Auch Gafur Rachimow wurde bisher nie verurteilt.</p>
<p><em>Den russischen VerbandsprÃ¤sidenten Eduard Kusainow haben Sie allerdings aufgrund von Zeitungsberichten suspendiert. Hat das damit zu tun, dass Kusainow Sie scharf kritisierte, Rachimow aber mit Ihnen zusammenarbeitet?</em></p>
<p>Es gab in der Tat die Ã¶ffentliche Information, wonach Kusainow in terroristische AktivitÃ¤ten verwickelt sein soll und deshalb zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Wir haben ihn um eine ErklÃ¤rung gebeten. Er hat nichts Substanzielles gesagt. Wir haben eine halbe Stunde lang gefragt. Er hat nicht geantwortet. So haben wir einstimmig entschieden. Auch dieser Fall liegt bei der Ethikkommission. Das hat Ã¼berhaupt nichts mit seiner Kritik an meiner Arbeit zu tun. Mir wird ja auch vorgeworfen, dass ich Ho Kim (umstrittener Wahlkampfmanager von Ching-Kuo Wu/d. R.) zum GeschÃ¤ftsfÃ¼hrenden Direktor der AIBA gemacht habe. Das ist ebenfalls Unsinn. Denn diese Personalie wurde auf einer Exekutivsitzung von Leuten bestÃ¤tigt, die mir nun deshalb VorwÃ¼rfe machen.</p>
<p><em>Sportpolitik ist kompliziert.</em></p>
<p>Ich weiÃŸ, dass die AIBA gerade in Deutschland sehr kritisch gesehen wird. Fragen Sie doch Gerhard Heiberg aus Norwegen, der unsere Reformkommission leitet. Sie wissen, dass er zu den angesehensten IOC-Mitgliedern gehÃ¶rt. Er hat sich immer fÃ¼r Transparenz im Boxen eingesetzt. Er weiÃŸ, dass es mir nur um die Zukunft des olympischen Boxens geht. Ich habe keine finanziellen Interessen an diesem Amt. Gerhard Heiberg traut mir, jeder kann mir trauen.</p>
<p><em>Sie sind zumindest das einzige IOC-Mitglied, das all seine Telefonnummern und Email-Adressen auf seiner eigenen Webseite bereitstellt.</em></p>
<p>Ich bin total transparent und offen. Mit mir kann man jederzeit reden. Die Zeiten, als in der AIBA nur eine Stimme gehÃ¶rt wurde, sind ein fÃ¼r alle Mal vorbei. Ich hasse Leute, die stÃ¤ndig LÃ¼gen verbreiten.</p></blockquote>
<p>Ich finde ja Sportpolitik noch immer faszinierend.<br />
<script type="text/javascript">// < ![CDATA[
	var flattr_url = 'http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%E2%80%A0-anwar-chowdhry/';
	var flattr_btn='compact';
// ]]&gt;</script><br />
<script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"></script></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2010/06/22/%e2%80%a0-anwar-chowdhry/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Fuchs im HÃ¼hnerstall lehnt die Petition des Dopingopferhilfevereins ab</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 22:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[bmi]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[dichtung und wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[doh]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[doping]]></category>
		<category><![CDATA[dopingopfer]]></category>
		<category><![CDATA[dopingtrainer]]></category>
		<category><![CDATA[klaus zÃ¶llig]]></category>
		<category><![CDATA[petitionsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[vergangenheitsbewÃ¤ltigung]]></category>
		<category><![CDATA[werner goldmann]]></category>
		<category><![CDATA[abteilung sp]]></category>
		<category><![CDATA[bÃ¼ndnis 90/die grÃ¼nen]]></category>
		<category><![CDATA[ddr]]></category>
		<category><![CDATA[die linke]]></category>
		<category><![CDATA[dopingopferhilfeverein]]></category>
		<category><![CDATA[ehrenerklÃ¤rung]]></category>
		<category><![CDATA[fÃ¶rdermittel]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[kersten naumann]]></category>
		<category><![CDATA[petition]]></category>
		<category><![CDATA[rÃ¼diger kass]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[sportausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[sportfÃ¶rderung]]></category>
		<category><![CDATA[steuermittel]]></category>
		<category><![CDATA[zuwendungsrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=5248</guid>
		<description><![CDATA[Gerade wurde hier die Frage diskutiert, was eigentlich aus der Petition des DopingopferhilfevereinsÂ geworden ist. Nun,Â die Antwort lautet: Klaus ZÃ¶llig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH),Â hat Post bekommen.Â Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-PetitionsausschussesÂ teilt zur PetitionÂ 1-16-06-228-053614 mit: Sehr geehrter Herr Dr. ZÃ¶llig, als Anlage Ã¼bersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade wurde <a title="Kommentare zu Johann Sperling ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4893#comment-14364" target="_self">hier</a> die Frage diskutiert, was eigentlich aus der <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Petition des Dopingopferhilfevereins</a>Â geworden ist. Nun,Â die Antwort lautet: Klaus ZÃ¶llig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH),Â hat Post bekommen.Â Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-PetitionsausschussesÂ teilt zur PetitionÂ 1-16-06-228-053614 mit:</p>
<blockquote>
<p align="left">Sehr geehrter Herr Dr. ZÃ¶llig,</p>
<p align="left">als Anlage Ã¼bersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte um Kenntnisnahme.</p>
<p align="left">DarÃ¼ber hinaus mÃ¶chte ich Sie auf die Beschlussempfehlungen und Berichte des Sportausschusses &#8211; Bundestags-Drucksachen 16/13175, 16/13579, 16/5937, 16/5526, 16/4738, 16/4166 &#8211; sowie auf die Antwort der Bundesregierung &#8211; Bundestags-Drucksache 16/4264 &#8211; hinweisen. Diese kÃ¶nnen Sie im Internet unter www.bundestag.de. dort unter Dokumente/DatenbankÂ Dokumente einsehen und ausdrucken.</p>
<p align="left">Vor dem Hintergrund der AusfÃ¼hrungen des BMI und der angefÃ¼hrten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte fÃ¼r darÃ¼ber hinausgehende parlamentarische AktivitÃ¤ten des Petitionsausschusses.Â Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet. Sollten aus Ihrer Sicht jedoch noch EinwÃ¤nde bestehen, bitte ich, diese mÃ¶glichst konkret darzulegen.</p>
<p align="left">Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p align="left">Im AuftragÂ </p>
</blockquote>
<p align="left">Ich habe mir die MÃ¼he gemacht, sÃ¤mtliche erwÃ¤hnten Drucksachen zu verlinken. Allein diese Auflistung der Dame vom Bundestag ist schon eine Frechheit, weil sich darunter <a title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">AntrÃ¤ge wie jener</a> der GrÃ¼nen (16/13175) befinden, die ja nicht wirklich diskutiert, sondern nur kollektiv abgelehnt wurden. Demokratie nennt man so etwas.</p>
<ul>
<li><a title="Drucksache 16/13175" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/131/1613175.pdf" target="_blank">Drucksache 16/13175</a>, Antrag der GrÃ¼nen: Dopingvergangenheit umfassend aufarbeiten</li>
<li><a title="Drucksache 16/13579" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/135/1613579.pdf" target="_blank">Drucksache 16/13579</a>, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag der GrÃ¼nen</li>
<li><a title="Drucksache 16/5937" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/059/1605937.pdf" target="_blank">Drucksache 16/5937</a>, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zu 16/5526, 16/4738, 16/4166</li>
<li><a title="Drucksache 16/5526" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/055/1605526.pdf" target="_blank">Drucksache 16/5526</a>, Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der BekÃ¤mpfung des Dopings im Sport</li>
<li><a title="Drucksache 16/4738" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/047/1604738.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4738</a>, Antrag der FDP: BekÃ¤mpfung des Dopings im Sport vorantreiben und OptimierungsmÃ¶glichkeiten ausschÃ¶pfen</li>
<li><a title="Drucksache 16/4166" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/041/1604166.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4166</a>, Antrag der GrÃ¼nen: BekÃ¤mpfung des Dopings im Sport</li>
<li><a title="Drucksache 16/4264" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/042/1604264.pdf" target="_blank">Drucksache 16/4264</a>, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP</li>
</ul>
<p>Volldemokratisch auch das Verfahren mit ZÃ¶lligs Petition: Der sagen wir: Beschuldigte, also das BMI, wird um eine Stellungnahme gebeten. Der Sportabteilungschef des Bundes sagt, er kÃ¶nne <strong>&#8220;fehlerhaftes Verhalten des Bundes nicht erkennen&#8221;</strong>. Dann ist ja alles gut.Â Damit hat sich die Sache erledigt.</p>
<p>TatsÃ¤chlich?</p>
<p>Das erinnert mich an dieÂ Geschichte vom <a title="tag: der Fuchs im HÃ¼hnerstall" href="http://jensweinreich.de/?s=%22fuchs+im+h%C3%BChnerstall%22" target="_self">Fuchs im HÃ¼hnerstall</a>, die hier am Beispiel einiger Korruptionsthemen immer mal wieder erwÃ¤hnt wurde.</p>
<p align="left">Eigentlich mÃ¼sste ich sagen: Mir fehlen die Worte. Ich bin schockiert &#8211; und bestimmt auch reichlich dumm anzunehmen, so eine Petition kÃ¶nne ernsthaft behandelt werden. Doch nicht in dieser <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportfamilie</a>. Doch <a title="Bundesinnenministerium unterstÃ¼tzt den Bund Deutscher Radfahrer" href="http://jensweinreich.de/?p=1556" target="_self">nicht</a> <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdBs im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">in</a> <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">dieser</a> <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">Spezialdemokratie</a>.</p>
<ul>
<li>Hier ist das <a title="Brief BMI an Petitionsausschuss" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/09/bmi-kass-an-petitionsausschuss-2009.pdf" target="_blank"><strong>Schreiben des BMI-Abteilungsleiters</strong></a> RÃ¼diger Kass an den Petitionsausschuss (pdf, 11 Seiten, 1 MB)Â </li>
</ul>
<p>Wie schrieb doch die Dame vom Amt?</p>
<blockquote><p><strong>Vor dem Hintergrund der AusfÃ¼hrungen des BMI und der angefÃ¼hrten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte fÃ¼r darÃ¼ber hinausgehende parlamentarische AktivitÃ¤ten des Petitionsausschusses.Â Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet.Â </strong></p></blockquote>
<p><span id="more-5248"></span>Ich habe dazu fÃ¼r den <a title="DLF vom 26. September 2009: Beitrag zur Ablehnung der DOH-Petition" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1040832/" target="_blank">Deutschlandfunk gedichtet</a>. Und in Kurzfassung fÃ¼r einige Zeitungen geschrieben:</p>
<blockquote><p>Die Debatte Ã¼ber die BeschÃ¤ftigung dopingbelasteter Trainer mit Steuermitteln im deutschen Spitzensport erhÃ¤lt eine weitere bizarre Zuspitzung. Der Petitionsausschuss des Bundestages hat die Eingabe des Dopingopferhilfevereins (DOH) wegen der unsachgemÃ¤ÃŸen Verwendung von SportfÃ¶rdermitteln abgelehnt. Es gebe â€žkeine Anhaltspunkte fÃ¼r parlamentarische AktivitÃ¤ten des Petitionsausschusses&#8221;, wird dem Petenten und DOH-Vorsitzenden Klaus-Dieter ZÃ¶llig mitgeteilt. â€žIhre Eingabe wird als erledigt betrachtet.&#8221;Â </p>
<p>Die Debatte hatte sich im FrÃ¼hjahr am Fall Werner Goldmann und anderen ehemaligen DDR-Dopingtrainern erhitzt, die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nach pauschalen ErklÃ¤rungen weiter beschÃ¤ftigt wurden. Die Petition, die der DOH-Vorsitzende Klaus ZÃ¶llig Ende April 2009 eingereicht hatte, richtete sich gegen das fÃ¼r die SpitzensportfÃ¶rderung zustÃ¤ndige Bundesinnenministerium (BMI). Minister Wolfgang SchÃ¤uble (CDU) habe â€žpauschal VerstÃ¶ÃŸe von SportfachverbÃ¤nden und OlympiastÃ¼tzpunkten gegen zuwendungsrechtliche Vorschriften&#8221; und damit auch â€ždie rechtwidrige Verwendung von Steuermitteln&#8221; akzeptiert, argumentierte ZÃ¶llig. Er verlangte â€ždie Einhaltung der entsprechenden Gesetze&#8221; und eine rÃ¼ckwirkende ÃœberprÃ¼fung von Steuermitteln. Der von Kersten Naumann (Die Linke) geleitete Petitionsausschuss holte lediglich eine Stellungnahme des BMI ein, die im Kern sagt: â€žfehlerhaftes Verhalten des Bundes&#8221; sei â€žnicht zu erkennen&#8221;.</p>
<p>RÃ¼diger Kass, Leiter der Sportabteilung des BMI, behauptet in seinem elfseitigen Schreiben, in den aktuellen Antidoping-Klauseln des BMI mit den SportverbÃ¤nden sei â€žeine zurÃ¼ckliegende Dopingbelastung von Trainern der ehemaligen DDR nicht erfasst&#8221; und kÃ¶nne keiner â€žzuwendungsrechtlichen ÃœberprÃ¼fung bzw. Sanktion unterliegen&#8221;. Zudem seien die von ZÃ¶llig â€žbehaupteten Gerichtsentscheidungen Ã¼ber nachgewiesene Dopingtaten nicht bekannt&#8221;.Â </p>
<p>TatsÃ¤chlich verweisen die Antidoping-Klauseln auf Empfehlungen des Deutschen Sportbundes vom Dezember 1991. In den aktuellen VertrÃ¤gen mit den SpitzenverbÃ¤nden ist â€žMittelwiderruf bei Zuwiderhandlung&#8221; ausdrÃ¼cklich vorgesehen. Doch so genau wollte es der Petitionsausschuss nicht wissen. DOH-Chef ZÃ¶llig versteht die Welt nicht mehr. â€žDas ist empÃ¶rend&#8221;, sagt er: â€žDer Kritisierte, das BMI, schreibt sich selbst eine Entschuldigung, die der Petitionsausschuss ohne PrÃ¼fung akzeptiert. Das wird einem Rechtsstaat nicht gerecht.&#8221;</p>
<p>BMI-Abteilungsleiter Kass stellt einige Behauptungen auf, die nÃ¤herer PrÃ¼fung schwer standhalten. So sagt er, Staatsanwaltschaften hÃ¤tten Dopingtaten â€žnicht nachweisen kÃ¶nnen&#8221;, die von ZÃ¶llig erwÃ¤hnten Gerichtsentscheidungen seien dem BMI â€žnicht bekannt&#8221;. ZÃ¶llig hatte sich auch gegen die BeschÃ¤ftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter ausgesprochen. Ministerialdirektor Kass teilt dazu mit, er kÃ¶nne â€žtragende GrÃ¼nde der Beschwerde des DOH nicht erkennen&#8221;.Â </p>
<p>Die kritisierte BehÃ¶rde entlastet sich selbst &#8211; dies ist fÃ¼r den Petitionsausschuss Grund genug, die Petition abzulehnen. Dabei widerspricht sich der BMI-Abteilungsleiter widerspricht sich, wenn er einerseits gerichtsfeste Belege in Abrede stellt, andererseits mit â€žbelastbaren Fakten im Einzelfall&#8221; notiert. Da werden Taten negiert, gleichzeitig von â€žTÃ¤tern&#8221; gesprochen. Die LÃ¼gen der Trainer um Goldmann etwa bei der Abgabe von â€žEhrenerklÃ¤rungen&#8221; werden nicht erwÃ¤hnt. Die maÃŸgeblichen Zuwendungsbescheide werden genauso wenig verÃ¶ffentlicht wie andere wichtige Dokumente. Manche Sachverhalte sind nicht zu Ã¼berprÃ¼fen, weil Sport und Politik Exklusivzugang zu den Akten haben.</p>
<p>Klaus ZÃ¶llig wird die Darlegungen des BMI nun prÃ¼fen lassen &#8211; und danach entscheiden, ob er die Kraft aufbringt, juristische MaÃŸnahmen einzuleiten.</p></blockquote>
<p>Klaus ZÃ¶llig wird UnterstÃ¼tzung und Kraft und Zeit und Geld brauchen, sollte er Rechtswege beschreiten. Es wÃ¤re sicher hilfreich, sich zunÃ¤chst grÃ¼ndlich mit den Darlegungen des BMI zu beschÃ¤ftigen und den Wahrheitsgehalt zu Ã¼berprÃ¼fen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/09/28/der-fuchs-im-huhnerstall-lehnt-die-petition-des-dopingopferhilfevereins-ab/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>28</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (24): &#8220;Die KÃ¶nige von Kiel&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/07/was-vom-tage-ubrig-bleibt-24-die-konige-von-kiel/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/07/was-vom-tage-ubrig-bleibt-24-die-konige-von-kiel/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 16:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[handball]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[thw kiel]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[blogschau]]></category>
		<category><![CDATA[champions league]]></category>
		<category><![CDATA[dhb]]></category>
		<category><![CDATA[dieter matheis]]></category>
		<category><![CDATA[faz.net]]></category>
		<category><![CDATA[hamburger abendblatt]]></category>
		<category><![CDATA[handball-bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[hbl]]></category>
		<category><![CDATA[jens bierschwale]]></category>
		<category><![CDATA[noka serdarusic]]></category>
		<category><![CDATA[rainer seele]]></category>
		<category><![CDATA[rhein-neckar lÃ¶wen]]></category>
		<category><![CDATA[sportinformationsdienst]]></category>
		<category><![CDATA[thw kiel forum]]></category>
		<category><![CDATA[uwe schwenker]]></category>
		<category><![CDATA[was vom tage Ã¼brig bleibt]]></category>
		<category><![CDATA[welt-online]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3239</guid>
		<description><![CDATA[Ins THW Kiel Forum hat jemand die komplette Geschichte aus dem Spiegel vom kommenden Montag kopiert. &#8220;Die KÃ¶nige von Kiel&#8221; heiÃŸt das StÃ¼ck, dessen Verdienst vor allem darin besteht, eine sehr logisch und nachvollziehbare klingende Timeline der Geschichte zu erstellen. Zahlen gibt es auch (96.000 Euro fÃ¼r den Sieg im Champions League Finale 2007), zudemÂ eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ins <a href="http://forum.thw-provinzial.de/showthread.php?t=5720&amp;page=159" target="_blank">THW Kiel Forum</a> hat jemand die komplette Geschichte aus dem <strong>Spiegel</strong> vom kommenden Montag kopiert. <strong>&#8220;Die KÃ¶nige von Kiel&#8221;</strong> heiÃŸt das StÃ¼ck, dessen Verdienst vor allem darin besteht, eine sehr logisch und nachvollziehbare klingende Timeline der Geschichte zu erstellen. Zahlen gibt es auch (96.000 Euro fÃ¼r den Sieg im Champions League Finale 2007), zudemÂ eine schriftliche Stellungnahme von Dieter Matheis von den Rhein-Neckar-LÃ¶wen.Â Vorab war bereits <a href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,611876,00.html" target="_blank">dies vermeldet worden</a>.</p>
<p>Was nun wohl die Kameraden der Handball-Bundesliga sagen, die doch den Fuchs im HÃ¼hnerstall bereits befragt hatten?</p>
<p>Der THW Kiel <a href="http://www.thw-provinzial.de/thw/thw.htm" target="_blank">teilt dazu heute auch etwas mit</a>, wer weiÃŸ, vielleicht ist das eine der letzten Pressemitteilungen von Uwe Schwenker, sozusagen ein historisches Dokument:</p>
<blockquote><p>Die VerÃ¶ffentlichungen auf der Internet-Seite &#8220;Spiegel-Online&#8221; vom heutigen Tage enthalten erneut bÃ¶sartige GerÃ¼chte Ã¼ber den THW Kiel, ohne dass hierfÃ¼r eine tatsÃ¤chliche Basis vorhanden wÃ¤re.</p>
<p>Richtig ist, dass weder Uwe Schwenker noch der THW Kiel jemals Schiedsrichter bestochen haben oder an Schiedsrichterbestechungen beteiligt waren.</p>
<p>DemgegenÃ¼ber ist es falsch und frei erfunden, dass Uwe Schwenker gegenÃ¼ber einem Gesellschafter der Rhein-Neckar LÃ¶wen Bestechungen bestÃ¤tigt haben soll. Er hat lediglich in einem GesprÃ¤ch mit Jesper Nielsen, an dem auch der THW-Gesellschafter Dr. Hubertus Grote teilgenommen hat, bestÃ¤tigt, von den GerÃ¼chten gehÃ¶rt zu haben und diese in gleichem Zusammenhang zurÃ¼ckgewiesen.</p>
<p>Unrichtig ist nach Kenntnis des THW Kiel auch die Behauptung, dass Noka Serdarusic an Bestechungen mitbeteiligt gewesen sein soll. Noka Serdarusic hat dem THW auf Befragen ausdrÃ¼cklich bestÃ¤tigt, dass er weder Bestechungen vorgenommen hat noch daran beteiligt war. Nach Kenntnis des THW Kiel hat Noka Serdarusic dies auch dem &#8220;Spiegel&#8221; mitgeteilt.</p>
<p>Die verÃ¶ffentlichten GerÃ¼chte waren bereits Gegenstand der ErÃ¶rterung der HBL am vergangenen Montag mit Herrn Matheis, der nach der ErÃ¶rterung erklÃ¤rt hat, dass fÃ¼r ihn alle VorwÃ¼rfe ausgerÃ¤umt sind.</p>
<p>Diese stÃ¤ndigen Wiederholungen unbelegter GerÃ¼chte haben zu einem erheblichen Imageschaden fÃ¼r den THW Kiel und den gesamten deutschen Handball gefÃ¼hrt.</p>
<p>Der THW Kiel ist nicht lÃ¤nger gewillt, dieses hinzunehmen und wird Anfang nÃ¤chster Woche die notwendigen rechtlichen Schritte gegen Personen, die solche verleumderischen GerÃ¼chte erfinden oder verbreiten, ergreifen.</p>
<p>THW KIEL Handball-Bundesliga GmbH &amp; Co. KG<br />
gez. Uwe Schwenker<br />
- GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer -</p></blockquote>
<p>Eine kleine Ãœbersicht, zunÃ¤chst die Texte hier im Blog mit zahlreichen Links und Kommentaren:Â </p>
<ul>
<li><a title="update: Der Fuchs im HÃ¼hnerstall der Handball-Bundesliga" href="http://jensweinreich.de/?p=3201">update: Der Fuchs im HÃ¼hnerstall der Handball-Bundesliga</a></li>
<li><a title="Der Fuchs im HÃ¼hnerstall oder: EhrenmÃ¤nner, Ehrenworte, Ehrensachen" href="http://jensweinreich.de/?p=3173">Der Fuchs im HÃ¼hnerstall oder: EhrenmÃ¤nner, Ehrenworte, Ehrensachen</a></li>
<li><a title="Was vom Tage Ã¼brig bleibt (23): Bestechung im Handball? Ach Quatsch!" href="http://jensweinreich.de/?p=3163">Was vom Tage Ã¼brig bleibt (23): Bestechung im Handball? Ach Quatsch!</a></li>
<li><a title="Bestechung im Handball? Rosenkrieg beim THW Kiel" href="http://jensweinreich.de/?p=3139">Bestechung im Handball? Rosenkrieg beim THW Kiel</a></li>
</ul>
<p>Aktuelle BeitrÃ¤ge, weitestgehend auf der oben verlinkten Spiegel-Geschichte beruhend:</p>
<ul>
<li>Jens Bierschwale auf <strong>Welt-online</strong>: <a href="http://www.welt.de/sport/article3335916/Der-THW-Kiel-soll-systematisch-betrogen-haben.html" target="_blank">Der THW Kiel soll systematisch betrogen haben</a></li>
<li>Zusammenfassung des <strong>Sportinformationsdienstes</strong> im Hamburger Abendblatt: <a href="http://www.abendblatt.de/daten/2009/03/07/1076688.html" target="_blank">Neue ManipulationsvorwÃ¼rfe gegen den THW Kiel</a></li>
<li>Rainer Seele auf <strong>FAZ.net</strong>: <a href="http://www.faz.net/s/Rub906784803A9943C4A3399622FC846D0D/Doc~ED39A4156338D439CBBD06B38188448B9~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed" target="_blank">Angeblich UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten bei zehn Spielen</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/07/was-vom-tage-ubrig-bleibt-24-die-konige-von-kiel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>57</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>update: Der Fuchs im HÃ¼hnerstall der Handball-Bundesliga</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/update-der-fuchs-im-huhnerstall-der-handball-bundesliga/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/update-der-fuchs-im-huhnerstall-der-handball-bundesliga/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 19:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[handball]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[thw kiel]]></category>
		<category><![CDATA[transparenzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[champions league]]></category>
		<category><![CDATA[dhb]]></category>
		<category><![CDATA[handball-bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[noka serdarusic]]></category>
		<category><![CDATA[schiedsrichter]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[uwe schwenker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3201</guid>
		<description><![CDATA[Weil es so schÃ¶n eindeutig ist. Ganz klar. UnmissverstÃ¤ndlich. Und weil das hier ein wenig diskutiert wurde. Kaum sind drei Tage vergangen, schon ist sie da,Â die Pressemitteilung des PrÃ¤sidiums der Handball-Bundesliga. Im Original, ohne jegliche redaktionelle Ã„nderung von mir. Ein Dokument aus dem real existierenden, hochprofessionellenÂ SportgeschÃ¤ft. PresseerklÃ¤rung des PrÃ¤sidiums der Handball-Bundesliga e. V. 1). Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3202" title="pm-hb-04032009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/pm-hb-04032009.jpg" alt="" width="491" height="168" /></p>
<p>Weil es so schÃ¶n eindeutig ist. Ganz klar. UnmissverstÃ¤ndlich. Und weil das hier <a href="http://jensweinreich.de/?p=3173" target="_self">ein wenig</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=3163" target="_self">diskutiert</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=3139" target="_self">wurde</a>. Kaum sind drei Tage vergangen, schon ist sie da,Â die <a href="http://www.toyota-handball-bundesliga.de/magazin/artikel.php?artikel=8416&amp;type=2&amp;menuid=42&amp;topmenu=227" target="_blank">Pressemitteilung</a> des PrÃ¤sidiums der Handball-Bundesliga. Im Original, ohne jegliche redaktionelle Ã„nderung von mir. Ein Dokument aus dem real existierenden, hochprofessionellenÂ SportgeschÃ¤ft.</p>
<blockquote><p><strong>PresseerklÃ¤rung des PrÃ¤sidiums der Handball-Bundesliga e. V.</strong></p>
<p>1). Die ErklÃ¤rung von Uwe Schwenker, Manager des THW Kiel, liegt bereits vor.</p>
<p>2). Ebenso die ErklÃ¤rung der Gesellschafter des THW Kiel, die sich mit der ErklÃ¤rung von Uwe Schwenker deckt.</p>
<p>3). ErklÃ¤rung Zvonimir (Noka) Serdarusic: Wortlaut Herr Serdarusic: Ich habe weder selbst an einer Spielmanipulation teilgenommen &#8230;Â noch beschuldige ich irgendjemanden vom THW Kiel, so etwas getan zu haben. Ich habe auch keine Selbstanzeige gemacht.</p>
<p>4). Es gibt keine Selbstanzeige oder Anzeige. Weder bei der Staatsanwaltschaft Berlin noch bei der Staatsanwaltschaft Kiel. Es liegt auch sonst keine Selbstanzeige oder Anzeige diesbezÃ¼glich vor.</p>
<p>5). Die EHF hat keine Besonderheiten, bzw. UnregelmÃ¤ÃŸigkeiten bei der betreffenden Begegnung festgestellt. Befragt wurden in diesem Zusammenhang die Spielbeobachter und die Delegierten: Es ist kein manipulierter Spielverlauf festgestellt worden.</p>
<p>6). ErklÃ¤rung der Schiedsrichter Miroslaw Baum und Marek Goralczyk: Die Schiedsrichter haben erklÃ¤rt, dass sie zu keiner Zeit ein Spiel manipuliert haben und auch niemand einen Versuch unternommen hat, sie zu manipulieren.</p>
<p>Das PrÃ¤sidium der Handball-Bundesliga e. V. hat alle MÃ¶glichkeiten der Befragung ausgeschÃ¶pft, die zur SachverhaltsaufklÃ¤rung beitragen kÃ¶nnen. Alle Befragten konnten keine tragfÃ¤higen Angaben machen oder Beweise vorlegen. Alle Informationen wurden geprÃ¼ft. Weitere Informationen liegen nicht vor.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/update-der-fuchs-im-huhnerstall-der-handball-bundesliga/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>18</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Fuchs im HÃ¼hnerstall oder: EhrenmÃ¤nner, Ehrenworte, Ehrensachen</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/der-fuchs-im-huhnerstall-oder-ehrenmanner-ehrenworte-ehrensachen/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/der-fuchs-im-huhnerstall-oder-ehrenmanner-ehrenworte-ehrensachen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2009 01:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[der fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[handball]]></category>
		<category><![CDATA[korruption]]></category>
		<category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[thw kiel]]></category>
		<category><![CDATA[aufklÃ¤rungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[david d'alessandro]]></category>
		<category><![CDATA[dieter matheis]]></category>
		<category><![CDATA[ehrenmÃ¤nner]]></category>
		<category><![CDATA[fuchs im hÃ¼hnerstall]]></category>
		<category><![CDATA[handball-bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[ioc]]></category>
		<category><![CDATA[john hancock]]></category>
		<category><![CDATA[joseph blatter]]></category>
		<category><![CDATA[manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[rhein-neckar lÃ¶wen]]></category>
		<category><![CDATA[totaldemokraten]]></category>
		<category><![CDATA[transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[uwe schwenker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3173</guid>
		<description><![CDATA[Knallharte und totaltransparente Aufarbeitung sieht im Sport eigentlich immerÂ so aus, wie es der HandballfunktionÃ¤r Dieter Matheis praktiziert. Matheis, ehemals Finanzvorstand von SAP (Hopp, Hoffenheim),Â ist in Personalunion Aufsichtsratsmitglied der Handball-Bundesliga und Beiratsvorsitzender des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar-LÃ¶wen. Er schrieb vergangene Woche jenen Brief, in dem Ã¼ber Bestechungspraktiken des THW Kiel orakelt wurde und der angeblich so begann: &#8220;Lieber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Knallharte und <a href="http://jensweinreich.de/?p=3163" target="_self">totaltransparente Aufarbeitung</a> sieht im Sport <span style="text-decoration: line-through;">eigentlich immer</span>Â so aus, wie es der HandballfunktionÃ¤r Dieter Matheis praktiziert. Matheis, ehemals Finanzvorstand von SAP (Hopp, <a href="http://jensweinreich.de/?p=3069" target="_self">Hoffenheim</a>),Â ist in Personalunion Aufsichtsratsmitglied der Handball-Bundesliga und Beiratsvorsitzender des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar-LÃ¶wen. Er schrieb vergangene Woche jenen Brief, in dem Ã¼ber <a href="http://jensweinreich.de/?p=3139" target="_self">Bestechungspraktiken des THW Kiel</a> orakelt wurde und der <a href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E4749494E98CA459DB1E77C04639E15AC~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">angeblich</a> so begann: <em>&#8220;Lieber Uwe, ich bitte um AufklÃ¤rung &#8230;&#8221;</em></p>
<p>Einige Schlagzeilen spÃ¤ter und nach AufklÃ¤rung durch den &#8211; darf man eigentlichÂ sagen: Beschuldigten/VerdÃ¤chtigten? &#8211; liebenÂ Uwe (Schwenker), den Manager des THW Kiel,Â sagt der Herr Matheis:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Das war eine Sache unter EhrenmÃ¤nnern, die nun geklÃ¤rt ist.&#8221;</strong></p>
<p><small>via <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1684623_THW-Kiel-Eine-Sache-unter-Ehrenmaennern.html" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a></small></p></blockquote>
<p>Was? Welche Sache? Welche EhrenmÃ¤nner? Was ist geklÃ¤rt? Die EhrenmÃ¤nner? Die Sache? Die VorwÃ¼rfe? Die GerÃ¼chte? Wer kann beweisen, dass etwas geklÃ¤rt wurde?Â Auf welcher Grundlage wurde unter EhrenmÃ¤nnern etwas geklÃ¤rt? Warum wurde Ã¼berhaupt etwas unter EhrenmÃ¤nnern geklÃ¤rt?Â Gibt es im Handballbusiness eigentlich <a href="http://jensweinreich.de/?s=moustafa" target="_self">nur</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=88" target="_self">EhrenmÃ¤nner</a>?</p>
<p>Klar, ich hÃ¤tte es gern etwas Ã¼berzeugender, nachprÃ¼fbarer, transparenter. Und schon nerve ich wiederÂ mit einem meiner Lieblingszitate: Was soll&#8217;s, das Leben &#8211; auch das von EhrenmÃ¤nnern &#8211; besteht aus Wiederholungen. Und so lÃ¤sst sich die kategorische Aussage desÂ wunderbaren <a href="http://jensweinreich.de/?p=1126" target="_self">Joseph Blatter</a> zweifellos auch auf den ehrenwerten Handballsport und seineÂ <span style="text-decoration: line-through;">FunktionÃ¤re</span> EhrenÃ¤mtler anwenden:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Wenn wir Probleme haben in der Familie, dann lÃ¶sen wir die Probleme in der Familie und gehen nicht zu einer fremden Familie. Alles, was im <span style="text-decoration: line-through;">FuÃŸball</span> Handball passiert, und alle Schwierigkeiten, die im <span style="text-decoration: line-through;">FuÃŸball</span> Handball sind, sollen innerhalb der <span style="text-decoration: line-through;">fuÃŸballerischen</span> handballerischen Gerichtsbarkeit oder Rechtsprechung gelÃ¶st werden und nicht vor ordentliche Gerichte gebracht werden. Das ist nicht mehr unsere Familie.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Unter den Top-Ten meiner diesbezÃ¼glichen Zitateliste findet sich Ã¼brigens auch eine Formulierung von DavidÂ D&#8217;Alessandro, Chef des VerÂ­sicherungskonzerns John Hancock, der vor ziemlich genau zehn Jahren auf dem HÃ¶hepunkt des <a href="http://jensweinreich.de/?p=2276" target="_self">IOC-Bestechungsskandals</a>, die, nun ja, AufklÃ¤rungsarbeit des IOC gerÃ¼gt hatte. Das IOC hatte seinerzeit Briefe an die Olympiabewerber von 1996 bis 2006 versandt und hÃ¶flich nachgefragt, ob es irgendwelche Erkenntnisse in Sachen Korruption gebe. D&#8217;Alessandro, damals Sprecher der IOC-Sponsoren, spottete in der New York Times:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Genauso gut kÃ¶nnte man dem sprichwÃ¶rtlichen Fuchs im HÃ¼hnerstall einen Brief schicken und ihn fragen, wie viele HÃ¼hner er verspeist hat. Wenn der Fuchs einen netten Brief zurÃ¼ckschickt mit der Antwort: Keines, danke schÃ¶n, verÃ¶ffentlicht man eine Stellungnahme, in der der Fuchs entlastet wird. Unglaublich.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Mit dem Hinweis, dass die Dinge &#8211; auch die Zitate &#8211; nichts miteinander zu tun haben, beerdige ich das Thema vorerst. Wo nichts ist, war auch nichts, und wo nichts sein wird, kann auch nie etwas gewesen sein, wo nicht ermittelt wird, weil nichts gewesen ist/sein kann/nie sein wird, ist unweigerlich alles geklÃ¤rt.</p>
<p>LektÃ¼re:</p>
<ul>
<li>Jens Bierschwale auf Welt-online: <a href="http://www.welt.de/sport/article3311187/Neue-Bestechungsvorwuerfe-gegen-den-THW-Kiel.html" target="_blank">Neue BestechungsvorwÃ¼rfe gegen den THW Kiel</a></li>
<li>Christian Zaschke auf sueddeutsche.de: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/729/460363/text/" target="_blank">Ein Ehrenwort aus Kiel</a></li>
<li>Erik Eggers (u. a.) in der Frankfurter Rundschau: <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1684623_THW-Kiel-Eine-Sache-unter-Ehrenmaennern.html" target="_blank">&#8220;Eine Sache unter EhrenmÃ¤nnern&#8221;</a></li>
<li>Rainer Seele auf faz.net: <a href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E4749494E98CA459DB1E77C04639E15AC~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Ehrenworte im Sumpf</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/04/der-fuchs-im-huhnerstall-oder-ehrenmanner-ehrenworte-ehrensachen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

