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> <channel><title>jens weinreich &#187; denver</title> <atom:link href="http://www.jensweinreich.de/category/denver/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.jensweinreich.de</link> <description>don&#039;t mix politics with games</description> <lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 22:16:51 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/#comments</comments> <pubDate>Mon, 30 Mar 2009 05:54:52 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[dick ebersol]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[nbc]]></category> <category><![CDATA[olympisches marketing]]></category> <category><![CDATA[tv-rechte]]></category> <category><![CDATA[apolo ohno]]></category> <category><![CDATA[athen 2004]]></category> <category><![CDATA[atlanta 1996]]></category> <category><![CDATA[barcelona 1992]]></category> <category><![CDATA[fernsehrechte]]></category> <category><![CDATA[general electric]]></category> <category><![CDATA[jacques rogge]]></category> <category><![CDATA[lindsay vonn]]></category> <category><![CDATA[london 2012]]></category> <category><![CDATA[marketing]]></category> <category><![CDATA[michael phelps]]></category> <category><![CDATA[muhammad ali]]></category> <category><![CDATA[nbc universal]]></category> <category><![CDATA[peking 2008]]></category> <category><![CDATA[richard carrion]]></category> <category><![CDATA[salt lake city 2002]]></category> <category><![CDATA[sebastian coe]]></category> <category><![CDATA[seoul 1988]]></category> <category><![CDATA[shani davis]]></category> <category><![CDATA[shaun white]]></category> <category><![CDATA[sponsoren]]></category> <category><![CDATA[sportaccord]]></category> <category><![CDATA[sydney 2000]]></category> <category><![CDATA[timo lumme]]></category> <category><![CDATA[turin 2006]]></category> <category><![CDATA[vancouver 2010]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3411</guid> <description><![CDATA[Manche bezeichnen Dick Ebersol, Sportchef von NBC Universal, als den eigentlichen Boss im Geschäft mit den olympischen Ringen. Ebersol hat bislang diese olympischen TV-Rechte für die USA erworben und besorgte damit mehr als die Hälfte sämtlicher IOC-Einnahmen: 1988, Seoul: 300 Mio $ 1992, Barcelona: 401 Mio $ 1996, Atlanta: 456 Mio $ 2000, Sydney: 705 Mio $ [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
class="size-full wp-image-3412 alignleft" style="margin: 5px;" title="Dick Ebersol, screenshot NBC" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/ebersol.jpg" alt="" hspace="5" vspace="5" width="284" height="322" align="right" />Manche bezeichnen <a
title="Wikipedia, Dick Ebersol" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dick_Ebersol" target="_blank">Dick</a> <a
title="Biografie Dick Ebersol auf NBC Universal" href="http://www.nbcuni.com/About_NBC_Universal/Executive_Bios/ebersol_dick.shtml" target="_blank">Ebersol</a>, Sportchef von NBC Universal, als den eigentlichen Boss im Geschäft mit den olympischen Ringen. Ebersol hat bislang diese olympischen TV-Rechte für die USA erworben und besorgte damit mehr als die Hälfte sämtlicher IOC-Einnahmen:</p><ul><li>1988, Seoul: 300 Mio $</li><li>1992, Barcelona: 401 Mio $</li><li>1996, Atlanta: 456 Mio $</li><li>2000, Sydney: 705 Mio $</li><li>2002, Salt Lake City: 545 Mio $</li><li>2004, Athen: 793 Mio $</li><li>2006, Turin: 613 Mio $</li><li>2008, Peking: 894 Mio $</li><li>2010, Vancouver: 820 Mio $</li><li>2012, London: 1181 Mio $</li></ul><p>Wenn ich diesmal richtig addiert habe, sind das bislang 6,7 Milliarden Dollar gewesen, zuzüglich jener 160 Millionen (mindestens), die NBC für 2009-2012 zusätzlich als Partner des IOC-Sponsorenprogramms zahlt. <em>(Es lohnt sich immer wieder, den Taschenrechner zu bemühen, denn </em><a
title="Zeit online, 29. März 2009: Big Spender in Turnschuhen" href="http://www.zeit.de/online/2009/14/ioc-ebersol-rogge-london-chicago" target="_blank"><em>hier habe ich mich leider doch wieder verrechnet</em></a><em>, weil ich Seoul und Barcelona vergaß.)</em></p><p>Ich habe Ebersol vergangene Woche in Denver zugehört und beobachtet &#8211; und dies notiert:</p><p>Der Boss trägt Turnschuhe. Als Sebastian Coe den hoch aufgeschossenen Grauschopf im Foyer des Hyatt Regency Hotels erblickt, schnürt er umgehend in dessen Nähe. Der Boss tätschelte Coe, den er um Kopfeslänge überragt, wohlwollend die Schulter. Ein putziges Pärchen geben die beiden ab: Lord Coe, Olympiasieger und Cheforganisator der Sommerspiele 2012 in London (und <a
title="Ethik-Pause für Lord Coe" href="http://jensweinreich.de/?p=2990" target="_self">beurlaubter Chef</a> der <a
title="And the winner is: Andrew Jennings" href="http://jensweinreich.de/?p=3020" target="_self">Fifa-Ethikkommission</a>), und der Big Spender der olympischen Bewegung, der seit 1993 schon <span
style="text-decoration: line-through;">6,2</span> 6,7 Milliarden Dollar in den Zirkus gepumpt hat: Dick Ebersol, 61, Sportchef des TV-Giganten NBC Universal.</p><p>Tags darauf, als Ebersol auf der Messe Sportaccord ein Interview gibt, erinnert er an sein Treffen mit Lord Coe. Gönnerhaft merkt er an, niemand müsse fürchten, dass NBC in London den Zeitplan ändere, um nachts um eins die Puppen tanzen zu lassen, damit Olympiafinals zur Primetime an der amerikanischen Ostküste live übertragen werden können. Gespannte Stille im Saal. „Keine Sorge&#8221;, schiebt Ebersol nach, „wir werden das niemals tun.&#8221; Er lacht als einziger über diese Bemerkung.</p><p>Er versucht sich noch an anderen Witzchen. So sagt er, das Beste wäre, Olympia würde immer in Amerika ausgetragen. Dann stimme die Quote, NBC wäre glücklich, auch in Europa und Asien könne man sich damit arrangieren. Wieder lacht er. Und fügt an: „Bitte schreiben sie, dass ich es witzig gemeint habe. Das ist keiner dieser dubiosen Ebersol-Pläne.&#8221;</p><p>Wer zahlt, der bestimmt mit über die Regeln. Zumal wenn es sich um einen so unbescheidenen, genialen Vordenker wie Ebersol handelt. Als Rechercheur für den damaligen Olympiasender ABC hat er 1967 angefangen und schnell begriffen, was es für gelungene Olympiaübertragungen braucht. „Kuriositäten&#8221;, ruft er einem Verbandsvertreter zu, der ihn um Tipps für die TV-Darstellung bittet: „Kuriositäten müssen sie liefern. Einzigartige Geschichten!&#8221; Er nennt ein Beispiel: Die Michael-Phelps-Saga auf NBC wurde mit einer Homestory über „die Liebesaffäre mit seinem Hund&#8221; eingeleitet.</p><p><span
id="more-3411"></span>Ebersol erzählt, wie er IOC-Präsident Jacques Rogge schon im Sommer 2001, bei dessen Antrittsbesuch in den USA, erläutert habe, dass man über den Zeitplan der Sommerspiele in Peking nachdenken müsse. „Wir haben erst einige Jahre später wieder drüber geredet.&#8221; Sollte heißen: Rogge hatte begriffen. Die Finals im Schwimmen und Turnen fanden früh am Morgen statt &#8211; damit NBC in der Primetime übertragen konnte. Ebersol bedankt sich bei den Weltverbänden der Schwimmer und Turner „und bei Jacques&#8221; für deren „aufopfernde Initiative&#8221;. Er stellt er es so dar, als seien die morgendlichen Finals für die Rekordflut im Schwimmbecken verantwortlich gewesen. „Allein morgens fielen mehr Weltrekorde als bei den beiden vorangegangen Spielen zusammen!&#8221; Wie gut nur, dass der Zeitplan geändert wurde.</p><p>Amerikanische Stars, die bei den Winterspielen in Vancouver die Hauptrolle übernehmen könnten, die Phelps für NBC in Peking so prächtig spielte, hat Dick Ebersol längst ausgemacht: Skiläuferin Lindsay Vonn, Shorttrack-Star Apolo Ohno, Eisschnellläufer Shani Davis und Snowboarder Shaun White &#8211; dessen knallroter Schopf begeistert Ebersol besonders: „Das kommt wunderbar im High-Definition-Format!&#8221; Während der Spiele, so geht die Saga, lebt Ebersol siebzehn Tage ununterbrochen in seinem Büro im Fernsehzentrum, in Peking ausgestattet mit 30 Flachbildschirmen, einem Bett und „einem Bad von der Größe eines olympischen Aufwärmbeckens&#8221;. Wieder lacht Ebersol sehr auffällig.</p><p>Seit 1996 überträgt NBC die Sommerspiele. Dass der an Parkinson erkrankte Muhammad Ali damals in Atlanta das olympische Feuer entzündete, hat sich Ebersol ausgedacht. Sagt Ebersol. Winterspiele zeigt NBC seit 2002. Für Vancouver 2010 überweist man 820 Millionen Dollar, für London knapp 1,2 Milliarden. Der Mutterkonzern General Electric zahlt zusätzlich 160 Millionen als einer von neun IOC-Sponsoren. Die Liaison ist finanziell erfolgreich, bislang verkaufte NBC stets genügend Werbeplätze. Zudem, auch das ist ein Wert: Olympia lockt Frauen an die TV-Geräte. „Da gucken mehr Frauen als Männer.&#8221;</p><p>Ebersol, der 2004 einen Flugzeugabsturz überlebte, bei dem einer seiner Söhne starb, lässt keinen Zweifel daran, dass er auch ab 2014 Olympia übertragen will. Nur wolle man mit der Vertragsunterzeichnung nichts überstürzen. „Wait and see&#8221;, sagt er: „Es ist im Interesse des IOC, auch der Nationalen Olympischen Komitees und der Sportfachverbände, auf eine bessere wirtschaftliche Situation zu warten.&#8221; Das sagen auch Rogge und die IOC-Unterhändler, etwa Marketingchef Timo Lumme: „Wir können warten. Unser Job ist es, ein maximales Ergebnis zu erlösen.&#8221; Richard Carrion, Chef der IOC-Finanzkommission, formuliert es ähnlich: „Wir haben keine Eile.&#8221;</p><p>Ebersol erinnert daran, dass die TV-Verhandlungen Anfang der neunziger Jahre wegen der schlechten ökonomischen Lage schon einmal verschoben wurden: 1990 erhielt Atlanta die Sommerspiele 1996 &#8211; aber erst 1993 wurden die TV-Rechte für Atlanta vergeben. Und nun bewirbt sich Chicago um die Sommerspiele 2016. „Ich kann mir nicht vorstellen&#8221;, behauptet Ebersol, dass die Diskussion über die Fernsehrechte und über die Sonderrolle des amerikanischen NOK in der Olympiavermarktung „die Entscheidung über die Sommerspiele 2016 beeinflussen&#8221;. Was man so sagt als Big Spender.</p><p>Die meisten Zuhörer können sich auch etwas nicht vorstellen: Dass Dick Ebersol das ernst meint.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/dick-ebersol-olympias-milliardenmann/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>7</slash:comments> </item> <item><title>Was vom Tage übrig bleibt (28): Pharao auf Dienstreise</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-28-pharao-auf-dienstreise/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-28-pharao-auf-dienstreise/#comments</comments> <pubDate>Mon, 30 Mar 2009 00:08:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[hassan moustafa]]></category> <category><![CDATA[ihf]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[jacques rogge]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[asoif]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[chicago 2016]]></category> <category><![CDATA[handball]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[madrid 2016]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category> <category><![CDATA[rio de janeiro 2016]]></category> <category><![CDATA[sportaccord]]></category> <category><![CDATA[tokio 2016]]></category> <category><![CDATA[usoc]]></category> <category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3408</guid> <description><![CDATA[Wer Hassan Moustafa noch einmal lauschen möchte, bitteschön, eine Bilanz der Tage von Denver, produziert für den Deutschlandfunk: : In der Mile-High-City Denver tagten vergangene Woche das IOC-Exekutivkomitee und sämtliche Sport-Weltverbände. Es war ein Gipfeltreffen des Weltsports, das von Finanzthemen dominiert wurde. Zum Abschluss verkündete IOC-Präsident Jacques Rogge eine Einigung mit dem amerikanischen Olympiakomitee (USOC). Der Streit mit dem [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Wer Hassan Moustafa <a
title="Und es sprach Hassan Moustafa ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3340" target="_self">noch einmal</a> lauschen möchte, bitteschön, eine Bilanz der Tage von Denver, produziert für den Deutschlandfunk:</p><p><a
title="Bilanz Sportgipfel Denver 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/pharao-in-denver.mp3" target="_self">:</a></p><p>In der Mile-High-City Denver tagten vergangene Woche das IOC-Exekutivkomitee und sämtliche Sport-Weltverbände. Es war ein Gipfeltreffen des Weltsports, das von Finanzthemen dominiert wurde. Zum Abschluss verkündete IOC-Präsident Jacques Rogge eine Einigung mit dem amerikanischen Olympiakomitee (USOC). Der Streit mit dem USOC hat sich über viele Jahre hochgeschaukelt. Es geht darum, dass den Amerikanern aus alten Verträgen, die zuletzt 1996 verlängert wurden, knapp 13 Prozent der TV-Einnahmen des IOC und 20 Prozent der Sponsoreneinnahmen zustehen. Damals war der Anteil amerikanischer Firmen an den IOC-Marketingverträgen deutlich höher. Dieser Anteil aber sinkt kontinuierlich, Ende 2008 sind gerade drei US-Konzerne aus dem IOC-Sponsorenprogramm ausgestiegen.</p><p>Die Vereinigung aller olympischer Sommersportverbände (ASOIF) verlangte Anfang der Woche vom IOC, die Verträge aufzulösen und vom USOC, in den nächsten Jahren <a
title="Was vom Tage übrig bleibt (27)" href="http://jensweinreich.de/?p=3376" target="_self">insgesamt 152 Millionen Dollar abzugeben</a> &#8211; für die Kosten Olympischer Spiele, für die Weltverbände und für die Nationalen Olympiakomitees. </p><p>Doch das IOC-Exekutivkomitee entschied anders: Die Verträge bleiben bis 2020 so wie sie sind. Erst ab 2013 wird über die Neugestaltung der Verträge verhandelt. Und erst Ende dieses Jahres, nach der Entscheidung über den Austragungsort der Sommerspiele 2016, wird es Verhandlungen geben, in welcher Höhe sich das USOC künftig an Olympiakosten beteiligt.</p><p>IOC-Präsident Jacques Rogge bezeichnete das als einen Fortschritt. Die Olympiabewerbung von Chicago, das mit Tokio, Madrid und Rio de Janeiro um die Sommerspiele 2016 streitet, sei von der Auseinandersetzung mit dem USOC nie betroffen gewesen, behauptete Rogge. &#8220;The linkage has been created by yourself, by the media.&#8221; Diese Verbindung ist doch von ihnen selbst hergestellt worden, von den Medien &#8211; behauptete Rogge. IOC-Mitglieder könnten beide Sachverhalte auseinanderhalten.</p><p>Aus deutscher Sicht war es in Denver hochinteressant, den umstrittenen Handball-Präsidenten Hassan Moustafa zu beobachten. Moustafa sah den katastrophalen Entwicklungen im Handball bislang quasi tatenlos zu. Er hatte überraschend angekündigt, um den Vorsitz in der ASOIF kandidieren zu wollen. Ausgerechnet er forderte mehr Transparenz und ein besseres Image in der ASOIF. Am Wahltag aber zog Moustafa ebenso überraschend zurück. Er forderte Wahlkabinen für seine Weltverbandspräsidenten. Stattdessen wurden die Wahlzettel am Tisch ausgefüllt und <a
title="... wenn Stimmzettel in Einkaufstüten fliegen" href="http://jensweinreich.de/?p=3364" target="_self">in Einkaufstüten</a> von den Wahlmännern eingesammelt.</p><blockquote><p>Geheim wäre es meiner Meinung nach, wenn Delegation nach Delegation zu einer Wahlkabine gerufen wird und dort abstimmt. Das ist meine Meinung. Aber so geht es nicht.</p></blockquote><p>Moustafa stand allein mit seiner Meinung. Im Juni tagt der Kongress des Handballverbandes IHF in Kairo. Da kann er es besser machen und gewährleisten dass seine Herausforderer, der Luxemburger Jeannot Kaiser und der Isländer Gudmundur Ingvarsson, eine faire Chance haben. Moustafa sagt, er sehe der Wahl gelassen entgegen.</p><blockquote><p>Nach meiner Meinung sind wir eine Handball-Familie. Wenn jemand ein Problem oder Schwierigkeiten hat, müssen wir das in der Familie zusammen diskutieren. Es freut mich, wenn jemand kandidiert als Präsident. Demokratie ist, wenn jemand glaubt, eine Chance zu haben, und dann kandidiert, warum nicht. Und dann entscheidet der Kongress, wer der beste Präsident ist. Meiner Meinung nach ist meine Visitenkarte, was ich bisher für den Handball gemacht habe. Ich habe viel getan für den Handball!</p></blockquote><p><span
id="more-3408"></span>Gerd Butzeck, Chef der Vereinigung der wichtigsten europäischen Handballklubs, bezeichnete Moustafa kürzlich als Kern des Problems. „Mit so einem Menschen an der Spitze dürfen wir uns nicht wundern, wenn im Handball jetzt ständig die Rede von Korruption und Bestechung ist&#8221;, sagte Butzeck. Der Ägypter sieht sich nicht als Problemfall, sondern als Glücksfall für den Handball, als Innovator.</p><blockquote><p>Welche Probleme macht Hassan Moustafa? Hassan Moustafa hat für den Handball bis jetzt viel getan. Die allerneusten Ideen kommen von Hassan Moustafa. Weil ich viel Erfahrung habe.</p></blockquote><p>Auf die Frage, ob der Handball ein Korruptionsproblem hat, sagt Moustafa:</p><blockquote><p>Nein, ich glaube Nein.</p></blockquote><p>Noch einmal:</p><blockquote><p>Nein. Ich glaube Nein.</p></blockquote><p>Und auch für ihn selbst gelte: Alles top in Ordnung. Dass er seit Jahren <a
title="Korruption im Welthandball ... " href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_self">keine Abrechnungen für seine Reisekosten vorlegt</a>, weshalb in der IHF mehr als eine halbe Million Schweizer Franken unbelegt verbucht werden &#8211; kein Problem. Moustafa mag einfach keine Quittungen vorlegen.</p><blockquote><p>Ich schwöre. Manchmal bezahle ich mehr, als ich von der IHF bekomme. Ich kann nicht sagen, das ist mein Kopie von meinem Flieger oder so. Ich mache das nicht.</p></blockquote><p>Die Welt des Hassan Moustafa ist einfach gestrickt: Man kann ihm glauben &#8211; oder nicht. Wer ihm nicht glaubt, wie der Schweizer IHF-Generalsekretär Peter Mühlematter, wer auf unkorrekte Finanzabrechnungen hinweist, der muss gehen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/30/was-vom-tage-ubrig-bleibt-28-pharao-auf-dienstreise/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>2</slash:comments> <enclosure
url="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/pharao-in-denver.mp3" length="2291799" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Samaranch Junior</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/#comments</comments> <pubDate>Sun, 29 Mar 2009 03:02:25 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[juan antonio samaranch]]></category> <category><![CDATA[madrid 2016]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbung]]></category> <category><![CDATA[asoif]]></category> <category><![CDATA[carlos guzman]]></category> <category><![CDATA[chicago]]></category> <category><![CDATA[hockey]]></category> <category><![CDATA[jacques rogge]]></category> <category><![CDATA[josé perurena lopez]]></category> <category><![CDATA[juan antonio samaranch junior]]></category> <category><![CDATA[juan carlos]]></category> <category><![CDATA[kanu]]></category> <category><![CDATA[leandro negre]]></category> <category><![CDATA[marisol casado]]></category> <category><![CDATA[moderner fünfkampf]]></category> <category><![CDATA[olympiabewerbungen]]></category> <category><![CDATA[olympische spiele]]></category> <category><![CDATA[rio de janeiro]]></category> <category><![CDATA[sommerspiele]]></category> <category><![CDATA[sommerspiele 2016]]></category> <category><![CDATA[timo lumme]]></category> <category><![CDATA[tokio]]></category> <category><![CDATA[triathlon]]></category> <category><![CDATA[uipm]]></category> <category><![CDATA[usoc]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3394</guid> <description><![CDATA[Ein exklusiver Gruß aus dem Herzen der großen olympischen Familie: : Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen Hände manikürt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blüht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ein exklusiver Gruß aus dem Herzen der großen olympischen Familie:</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3395" title="Juan Antonio Samaranch Junior" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/samaranch-junior.jpg" alt="" width="500" height="344" /></p><p
style="text-align: center;" mce_style="text-align: center;"><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" mce_href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" target="_self">:</a></p><p>Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen Hände manikürt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blüht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind hat ihn der Vater eingeführt in diese Kreise, ihn und seine Schwester Maria Teresa. Juanito lacht. „Klar laufen die Geschäfte schlecht&#8221;, sagt er, während er an einem Stückchen Käse kaut. „Aber soll ich jetzt anfangen zu heulen? Das Leben geht weiter. Man muss sich jeden Tag zusammenreißen, heiß duschen &#8211; und arbeiten!&#8221;</p><p>Juanitos Vater leistete sich auch keine Schwächephasen. Wenn einmal etwas misslang, bügelte er diese Niederlage meist triumphal aus. Juan Antonio Samaranch, der 88 Jahre alte Senior, war von 1980 bis 2001 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und ist seit 2001 Ehrenpräsident. Juan Antonio Samaranch, der 49 Jahre alte Junior, in der Branche Juanito genannt, folgte seinem Vater 2001 ins IOC. Nun versucht er, wie einst der Papa, die Olympischen Sommerspiele nach Spanien zu holen. Der Senior ließ 1992 in Barcelona die Puppen tanzen. Dem Junior soll das 2016 in Madrid gelingen.</p><p>„Madrid ist der perfekte Ort für die Spiele&#8221;, sagt der Junior. „In diesen unsicheren, kalten Zeiten kann Madrid Sicherheiten bieten.&#8221; Angeblich braucht Madrid weniger als 300 Millionen Dollar für den Bau der Sportstätten. Das klingt wie märchenhaft, zumal angesichts der gigantischen Etatsteigerungen der Olympiastadt London. „Madrid hat doch fast alles&#8221;, sagt Juanito.</p><p>Madrid hat vor allem zwei Samaranchs. Das hat sonst keiner.</p><p>Die Spanier sind eine Macht in der Sportpolitik. Juanito ist Vizepräsident des Weltverbandes im Modernen Fünfkampf und lobbyiert neuerdings für die Aufnahme von Golf ins Olympische Programm. Im vergangenen Herbst haben binnen weniger Tage drei Spanier die Präsidentschaft in olympischen Föderationen übernommen: Marisol Casado (Triathlon), José Perurena Lopez (Kanu) und Leandro Negre (Hockey). Zwar stimmen sie nicht mit ab, wenn das IOC am 2. Oktober zwischen Madrid, Chicago, Tokio und Rio de Janeiro entscheidet, doch hat dieser Dreier-Coup die Konkurrenz verunsichert.<span
id="more-3394"></span></p><ul><li>Die <a
title="Bid Books der Olympiabewerber 2016" href="http://jensweinreich.de/?p=2915" mce_href="http://jensweinreich.de/?p=2915" target="_self">Bewerbungsbücher</a> von Madrid, Chicago, Rio und Tokio</li></ul><p>Die Spanier gelten als heimliche Favoriten, obgleich der Wettbewerb immer offener wird. „Der knappste, den ich je erlebte&#8221;, sagt Juanito. Geht es nach dem Beifall des Fußvolkes, das auf der Messe Sportaccord in Denver die Präsentationen der Bewerber verfolgte, so müssten die Spiele nach Rio gehen. Der Beifall war beträchtlich, die Präsentation hatte Witz, Charme und Wärme. IOC-Mitglied Carlos Guzman, daheim immer wieder in Skandale verwickelt, entwickelte Entertainer-Qualitäten.</p><p>Zwei Kernfragen bestimmen die Bewerbung. Die erste: Wird das IOC nach rein finanziellen Gesichtspunkten entscheiden, also darauf setzen, dass der Zuschlag für Chicago eine geschätzte halbe Milliarde mehr bei den amerikanischen TV-Rechten bringen könnte? NBC, das seit 1993 schon mehr als sechs Milliarden Dollar in Olympia investiert hat, bleibt sicher auch 2016/2018 IOC-Partner. Nur wird der Vertrag in diesem Jahr kaum noch unterschrieben. Beide Seiten lassen sich Zeit. „Wir müssen das Maximale herausholen, das ist unsere Aufgabe&#8221;, sagt IOC-Marketingdirektor Timo Lumme. „Wir können warten.&#8221; Ein Olympiasieg von Rio wäre NBC die zweitliebste Lösung, wegen der geringen Zeitdifferenz ließen sich die Übertragungen in der Primetime problemlos organisieren.</p><p>Die hitzige Diskussion um die olympischen Marketinganteile des US-Olympiakomitees (USOC), die in dieser Woche mit einer Resolution der Vereinigung aller Sommersportverbände (ASOIF) eskalierte, in der 152 Millionen Dollar vom USOC gefordert worden, scheint IOC-Präsident Jacques Rogge noch einmal beruhigen zu können. „Die Verhandlungen werden erst nach der Entscheidung über die Sommerspiele 2016 fortgesetzt&#8221;, sagt Samaranch Junior und nimmt vorweg, was Rogge erst am Schlusstag der Sitzungen in Denver verkünden wollte. „Das ist gut so. Damit nimmt man endlich den Konflikt aus dieser Bewerbung.&#8221;</p><p>Die zweite Kernfrage lautet: Wie stark ist die sportpolitische Armada der Spanier wirklich? Dass der alte Samaranch noch immer rund 30 Stimmen bündelt, darunter die alten Verbündeten aus Russland und Südkorea, darf als sicher gelten. Vor vier Jahren in Singapur, als London gewann, war Madrid auf den Olympiasieg programmiert. Der K.o. in der dritten Runde kam überraschend und soll nur deshalb passiert sein, weil ein IOC-Mitglied auf dem elektronischen Wahlgerät eine falsche Taste gedrückt hatte. Es heißt, unter Zeugen habe Samaranch Senior damals dem spanischen König Juan Carlos versprochen, die Spiele würden zu seinen Lebzeiten wieder in Spanien stattfinden.</p><p>„Das ist Unsinn&#8221;, sagt Juanito. „Mein Vater würde nie etwas versprechen, was er nicht halten kann. Es ist eher anders herum: Der König unterstützt uns in allem.&#8221; Der Senior übe nur eine beratende Funktion aus, erklärt der Junior. „Er muss keine Stimmen beschaffen.&#8221;</p><p>Stille. Ein tiefer Blick in die Augen. Der IOC-Ehrenpräsident beschafft also keine Stimmen, weiß womöglich nicht mal, wie so etwas geht? Das kann der Sohn doch nicht ernst meinen. Tatsächlich, Juanito muss grinsen.</p><p><em>(Den Beitrag wollte ich eigentlich am Freitag einigen Zeitungen anbieten. Doch ich habe vor lauter <a
title="Das Finale ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3381" mce_href="http://jensweinreich.de/?p=3381" target="_self">Ablenkung </a>in der kurzen Nacht glatt vergessen, die Email mit dem Text abzuschicken. Nun steht er halt hier, und da steht er auch gut.)</em></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/29/samaranch-junior/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>10</slash:comments> <enclosure
url="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/jas-junior-2016.mp3" length="553088" type="audio/mpeg" /> </item> <item><title>Was vom Tage übrig bleibt (27)</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-27/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-27/#comments</comments> <pubDate>Thu, 26 Mar 2009 09:23:40 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[asoif]]></category> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[olympisches marketing]]></category> <category><![CDATA[denis oswald]]></category> <category><![CDATA[denver 1976]]></category> <category><![CDATA[finanzierung von mega-events]]></category> <category><![CDATA[finanzkrise]]></category> <category><![CDATA[hassan moustafa]]></category> <category><![CDATA[marketingrechte]]></category> <category><![CDATA[münchen 2018]]></category> <category><![CDATA[olympische winterspiele]]></category> <category><![CDATA[steuermittel]]></category> <category><![CDATA[usoc]]></category> <category><![CDATA[was vom tage übrig bleibt]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3376</guid> <description><![CDATA[Tut mir leid, aber zu mehr als einer Zweitverwertung meiner Texte vom Gipfeltreffen der Sportfamilie aus Denver reicht es momentan nicht. Die vielen Ideen lassen sich aus zeitlichen Gründen gerade nicht umsetzen. Für Nachschub ist aber gesorgt, der Trip hierher hat sich in dieser Hinsicht zweifellos gelohnt. Beitrag vom 25. März DENVER. Hein Verbruggen war wütend. [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3378" title="Sportaccord 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/sportsmovementfamily.jpg" alt="" width="500" height="402" /></p><p>Tut mir leid, aber zu mehr als einer Zweitverwertung meiner Texte vom Gipfeltreffen der Sportfamilie aus Denver reicht es momentan nicht. Die vielen Ideen lassen sich aus zeitlichen Gründen gerade nicht umsetzen. Für Nachschub ist aber gesorgt, der Trip hierher hat sich in dieser Hinsicht zweifellos gelohnt.</p><p><em>Beitrag vom 25. März</em></p><p>DENVER. Hein Verbruggen war wütend. „Diese Arroganz&#8221;, schimpfte der langjährige Präsident des Radsport-Weltverbandes, „die wollen einfach nicht mit uns reden. Diese Arroganz, die ist total!&#8221; Nein, Verbruggen sprach nicht über einen gewissen Verbruggen, der über die Jahre alle Vorwürfe an seiner Amtsführung mit der ihm eigenen Impertinenz abprallen ließ, der Holländer tadelte den eigentlichen Gastgeber des Weltsportgipfels in Denver: das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC). Seit vier Jahren versuchen Verbruggen und sein Verbündeter Denis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes und Chef der Vereinigung der Olympischen Sommersportverbände (ASOIF), das USOC dazu zu bewegen, auf einen Teil seiner olympischen Marketingeinnahmen zu verzichten. Nun forderten die 26 Verbände das IOC geschlossen auf, die USOC-Verträge zu kündigen. </p><p>Gemäß Abmachungen aus den 1980er Jahren, die zuletzt 1996 verlängert wurden, erhält das USOC pauschal 12,75 Prozent der milliardenschweren amerikanischen TV-Rechte und 20 Prozent aus den Sponsorenverträgen des IOC. So kassiert das USOC im vierjährigen Olympiazyklus bis 2012 insgesamt 450 Millionen Dollar. „Etwa soviel wie alle olympischen Verbände und die anderen 204 NOK zusammen&#8221;, sagt Oswald, der sich schon mit dem Gedanken vertraut gemacht hat, gegen das USOC vor Gericht zu ziehen. Oswald trägt die Forderung der ASOIF am Donnerstag dem IOC-Exekutivkomitee vor. Die sieben Wintersportverbände werden die Resolution vorerst nicht unterstützen, sagt Ski-Weltpräsident Gian-Franco Kasper: „Die Sommerverbände haben uns nicht gefragt.&#8221;</p><p><span
id="more-3376"></span>Oswald verlangt vom IOC-Exekutivkomitee und vom Präsidenten Jacques Rogge, sich ultimativ zur USOC-Causa zu äußern, die längst die Olympiabewerbung von Chicago überschattet. Ohne ein finanzielles Zugeständnis der Amerikaner hat Chicago keine Chance auf die Sommerspiele 2016, die am 2. Oktober vom IOC vergeben werden. Den ehemaligen USOC-Präsidenten Peter Ueberroth verspottete Oswald: „Er hat auf unsere schriftlichen Vorschläge nicht einmal reagiert. Er denkt, er weiß alles. Und alles, was er sagt, ist richtig. Es fällt schwer, mit solchen Menschen zu verhandeln.&#8221; Auch der neue USOC-Boss Larry Probst, der Oswald und der eigens eingerichteten Verhandlungskommission (mit IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg und ANOC-Präsident Mario Vazquez Rana) ständig ausweicht, bekam sein Fett weg. Monatelang hat das USOC sich einem Treffen verweigert. „Gestern sollten wir uns nun plötzlich mit dem USOC in San Francisco treffen, oder in Los Angeles, ich weiß auch nicht. Dabei sind wir doch hier alle in Denver. Ich weiß nicht, was das soll!&#8221;</p><p>Die 26 Sommersportverbände fordern in ihrer Resolution vom USOC rückwirkend ab 2005 bis 2020 für jede Olympiade:</p><ul><li>14 Millionen Dollar Kostenbeteiligung an der Olympiaorganisation,</li><li>12 Millionen für die ASOIF und</li><li>12 Millionen für die ANOC.</li></ul><p>Insgesamt also 152 Millionen Dollar.</p><p>Die USOC-Verträge sollen beendet und neu verhandelt werden. Verbruggen hat dem Olympischen Kongress, der im Oktober tagt, einen Vorschlag über die Neuverteilung aller IOC-Einnahmen unterbreitet. Verbuggen kritisierte anschließend den mangelnden Rückhalt der ASOIF-Initiative im IOC und unter NOK-Präsidenten. „Mich ärgert besonders, wie sich Thomas Bach verhält&#8221;, sagte Verbruggen. „Er ist ja nicht nur IOC-Vize, sondern auch DOSB-Präsident. Da müsste ihn doch interessieren, dass sein NOK mehr bekommt und die Amerikaner nicht so unverschämt viel.&#8221;</p><p>Während die ASOIF also am Dienstag in Denver mit einer historischen Initiative aufwartete, die Amerika schwer unter Zugzwang bringt, verblüffte die Organisation wenige Stunden später, auf dem zweiten Teil ihrer Vollversammlung, mit einer unglaublichen Narretei: Der von Korruptionsvorwürfen belastete Handball-Präsident Hassan Moustafa (Ägypten) zog nach skurriler Diskussion überraschend seine Kandidatur für den ASOIF-Chefposten zurück, weil sein Antrag, eine geheime Abstimmung in Wahlkabinen durchzuführen, nicht genehmigt wurde. Stattdessen falteten die 26 Verbandschefs ihre Zettelchen und warfen sie in <a
title="Hassan Moustafa oder: wenn Stimmzettel in Einkaufstüten fliegen" href="http://jensweinreich.de/?p=3364" target="_self">Einkaufstüten</a>, die von zwei Helfern herumgereicht wurden. Ohne Gegenkandidaten wurde Oswald mit 19 von 26 Stimmen im Amt bestätigt.</p><p>Zuvor hatte man fast eine halbe Stunde lautstark in verschiedenen Sprachen aneinander vorbei debattiert und sich gegenseitig beleidigt. Ausgerechnet Moustafa warf Oswald und Verbruggen vor, sich nicht an demokratische Gepflogenheiten zu halten. Man darf gespannt darauf sein, wie er im Juni auf dem IHF-Kongress in Kairo die Wahlen organisiert, wenn der Luxemburger Jeannot Kaiser und der Isländer Gudmundur Ingvarsson gegen ihn antreten.</p><p>Der Tübinger Sportwissenschaftler Helmut Digel verfolgte das Tohuwabohu und sagte: „Wir sprechen so oft über Professionalität und die hohen Anforderungen an Sportfunktionäre. Für das hier aber gibt es nur ein Wort: Kindergarten.&#8221; Der Kindergarten von Denis Oswald hat sich ziemlich viel vorgenommen, will er die ungeheuer werthaltigen olympischen Marketingverträge der Amerikaner tatsächlich aufkündigen.</p><p><em>Beitrag vom 24. März</em></p><p>DENVER. Immer aufmerksam. Immer auf der Lauer. Die beiden Geschäftsführer der Münchner Olympiabewerbung streunen durch die Gänge des Hyatt Regency Hotels. Bernhard Schwank lässt sich von Sir Craig Reedie, IOC-Mitglied aus Großbritannien, zu seinem neuen Job gratulieren. Richard Adam ist mit dem Amerikaner George Hirthler unterwegs, der ihn einführt in diese fremde Welt. Hirthler unterhält eine Firma für olympische Strategieberatung und erstellt olympische Bewerbungsbücher. München hat den Kontakt zu Hirthler schon vor längerem aufgebaut. Vor Ort sind auch die Planer von Albert Speer &amp; Partner, wie in jedem Jahr, wenn sich beim Kongress Sportaccord die Branche trifft, begleitet von Sitzungen des IOC und sämtlicher Weltsportverbände.</p><p>Schwank und Adam können einiges lernen in Denver, Colorado. Die Bewerber aus München trommeln ja damit, die Winterspiele 2018 kostengünstig auszutragen, weil ein großer Teil der Sportstätten bereits vorhanden sei. Diese Idee ist nicht neu. Sie wurde schon einmal propagiert &#8211; und auf spektakuläre Weise verworfen.</p><p>Billige Spiele in der Großstadt versprachen im Frühjahr 1970 auch die Stadtväter von Denver dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Das hörte sich alles ganz prächtig an: 80 Prozent der Sportstätten seien vorhanden, hieß es. Nur 14 Millionen Dollar sollte das Abenteuer kosten. Im IOC, damals noch dem Amateurgedanken verfallen und chronisch klamm, war man hoch erfreut. Im Mai 1970 erhielt Denver auf der IOC-Session in Amsterdam den Zuschlag für die Winterspiele 1976. Mit 39:30 Stimmen gewannen die Amerikaner gegen Sion. Tampere und Vancouver wurden in den ersten Runden eliminiert.</p><p>Was für ein Märchen. Bereits ein Jahr später war der Zauber verflogen, der Etat hatte sich mehr als verdreifacht, die Idee von drei Clustern ward geboren. Drei Cluster &#8211; wie heuer in München und Partnergemeinden. Privat finanziert wurde damals in Denver allerdings nichts. Stattdessen zweigte man die Millionen aus Steuermitteln ab, wogegen sich rasanter Widerstand regte und in einer Initiative „Bürger für Colorados Zukunft&#8221; mündete. Es kam zu einem Referendum: Am 9. November 1972 stimmten mehr als 60 Prozent gegen weitere Finanzspritzen aus öffentlichen Kassen. Sechs Tage später gaben die Amerikaner die Spiele zurück. Das IOC war schockiert und fand in Innsbruck einen Ersatzausrichter.</p><p>Gewiss, die Episode ereignete sich in einer anderen Epoche. Erst ab 1981 wurden die Olympischen Spiele vermarktet. IOC-Mitglieder werden nicht müde, dies zu betonen. In Krisenzeiten wie diesen ist es dennoch hilfreich, an Erfahrungen aus Denver zu erinnern. Denn die kommenden Olympiastädte &#8211; Vancouver, London und Sotschi &#8211; ächzen alle unter der Last der Milliarden. Längst entlarvt sind die halsbrecherischen Versprechen und hanebüchenen Etat-Kalkulationen.</p><p>Nichts ist normal in Zeiten wie diesen, wo selbst die Rücklagen des IOC &#8211; rund 400 Millionen Dollar &#8211; minimal schmelzen, weil man sich auf dem Finanzmarkt verzockte, etwa beim Betrüger Bernard Madoff. Auch Fachverbände haben Millionen an Madoff und Lehman Brothers verloren. Gespannt werden in Denver die Auftritte von NBC-Sportchef Dick Ebersol und CNN-Gründer Ted Turner erwartet. Die Branche braucht positive Nachrichten. Das IOC wird, gut getimt, eine solche verkünden: Marketingchef Richard Carrion, als Banker daheim in Puerto Rico mächtig ins Schlingern geraten, wird einen TV-Vertrag in China präsentieren, der weit über jenem liegt, den das chinesische Staatsfernsehen für Peking 2008 unterzeichnete.</p><p>Die großen Fragen aber bleiben weiter offen: Ein neuer TV-Vertrag in den USA, gültig ab 2013, ist nicht in Sicht. Carrion und sein Gönner, IOC-Präsident Jacques Rogge, pokern und wollen die Entscheidung über die Sommerspiele 2016 abwarten. Wogegen andere Kräfte im IOC, zu denen der deutsche Vizepräsident Thomas Bach zählt, lieber heute als morgen abschließen würden. Chicago will die Spiele 2016, ebenso Rio de Janeiro, Madrid und Tokio. Nie zuvor wurde eine Bewerbung so laut und offen mit möglichen Milliardenverträgen kombiniert. Die Amerikaner versprechen höhere TV-Einnahmen und machen sich damit, so merkwürdig das klingt, nicht wirklich Freunde &#8211; denn das Versprechen ist eher eine Erpressung.</p><p>Gleichzeitig will das IOC, wollen auch die 33 olympischen Weltverbände und 204 Nationale Olympische Komitees das NOK der USA schröpfen: Denn das USOC erhält aus einer zwei Jahrzehnte alten Abmachung etwa soviel Geld aus dem IOC-Marketingverträgen (TV und Sponsoren), wie alle anderen zusammen. Allein zwischen 2009 und 2012 sind das 450 Millionen. Diskutiert wird darüber seit Jahren, ohne Ergebnis.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/26/was-vom-tage-ubrig-bleibt-27/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Hassan Moustafa oder: wenn Stimmzettel in Einkaufstüten fliegen</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/25/hassan-moustafa-oder-wenn-stimmzettel-in-einkaufstuten-fliegen/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/25/hassan-moustafa-oder-wenn-stimmzettel-in-einkaufstuten-fliegen/#comments</comments> <pubDate>Wed, 25 Mar 2009 12:06:15 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[asoif]]></category> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[hassan moustafa]]></category> <category><![CDATA[totaldemokraten]]></category> <category><![CDATA[aiba]]></category> <category><![CDATA[boxen]]></category> <category><![CDATA[ching-kuo wu]]></category> <category><![CDATA[denis oswald]]></category> <category><![CDATA[ihf]]></category> <category><![CDATA[ijf]]></category> <category><![CDATA[judo]]></category> <category><![CDATA[marius vizer]]></category> <category><![CDATA[spezialdemokratie]]></category> <category><![CDATA[wahlen]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3364</guid> <description><![CDATA[Aus Zeitmangel (will jetzt flink mal zwei Stunden 112 Minuten schlafen) muss ich es in der Berichterstattung über die famosen Präsidentenwahlen in der ASOIF bei einigen Fotos belassen. Vor einigen Stunden hat mir Hassan Moustafa an der Hotelbar noch erzählt, er habe eigentlich eine Mehrheit beisammen gehabt, um Präsident der Vereinigung aller olympischen Sommersportverbände (ASOIF) [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Aus Zeitmangel (will jetzt flink mal <span
style="text-decoration: line-through;">zwei Stunden</span> 112 Minuten schlafen) muss ich es in der Berichterstattung über die famosen <a
title="Und es sprach Hassan Moustafa (2) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3354" target="_self">Präsidentenwahlen in der ASOIF</a> bei einigen Fotos belassen. Vor einigen Stunden hat mir Hassan Moustafa an der Hotelbar noch erzählt, er habe eigentlich eine Mehrheit beisammen gehabt, um Präsident der Vereinigung aller olympischen Sommersportverbände (ASOIF) zu werden. Weitere einige Stunden zuvor aber schien er sich nicht so sicher gewesen sein, weshalb er auf der Wahlversammlung überraschend seine Kandidatur zurückzog, weil ihm die Kollegen zu undemokratisch waren.</p><p>Ich sach mal: Derartige &#8220;Wahlen&#8221; habe ich noch nicht erlebt. Obgleich ich doch schon einige &#8220;Wahlen&#8221; erlebt habe. Etwa die von Joseph Blatter 1998 in Paris. Doch zurück nach Denver: Komisch, dies alles. Moustafa wollten Wahlen in Wahlkabinen. Stattdessen wurden Einkaufstüten herumgereicht. Und bevor mich ein freundlicher ASOIF-Angestellter bat, in die hinteren Reihen zurückzukehren, habe ich schnell noch einige Fotos geschossen. Die Vertonung und Vertextung folgt später &#8211; versprochen :)</p><p>Das ist Ching-Kuo Wu aus Taiwan, IOC-Mitglied und Präsident des Box-Weltverbandes AIBA, der gerade Einkaufstüten sortiert. In den Tüten befinden sich Wahlzettel.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3367" title="C.K. Wu, ASOIF-Wahlen, Denver" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/wu.jpg" alt="" width="500" height="666" /></p><p><span
id="more-3364"></span>Und das ist Marius Vizer, in Österreich lebender Exil-Rumäne, Putin-Freund und Präsident des Judo-Weltverbandes IJF, bei der Abstimmung. <em>(Man sieht nur keinen Wahlzettel, sorry, habe ich wohl zu spät auf den Auslöser gedrückt.)</em></p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3369" title="Marius Vizer, Denver, ASOIF-Wahlen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/vizer.jpg" alt="" width="500" height="308" /></p><p>Hier sehen wir &#8211; aus der Ferne &#8211; allerdings einige Wahlzettel, die C. K. Wu einsammelt, womit dokumentiert werden kann, falls Hassan Moustafa nachfragen sollte, dass tatsächlich Wahlzettel in Umlauf waren.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3370" title="ASOIF-Wahl, C. K. Wu sammelt Stimmzettel ein" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/wahl2.jpg" alt="" width="500" height="305" /> </p><p>Unten schließlich ein Teil des ASOIF-Councils, als alles vorbei war. Präsident Denis Oswald schaut noch nicht wirklich entspannt, Hassan Moustafa (rechts) etwas bedröppelt. Und ein neuer Posten für Pat McQuaid (links), den Radsport-Präsidenten, hat sich in Denver auch gefunden &#8211; er ist neu im Council.</p><p><img
class="aligncenter size-full wp-image-3366" title="ASOIF-Council nach der Wahl in Denver" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/oswald.jpg" alt="" width="500" height="309" /></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/25/hassan-moustafa-oder-wenn-stimmzettel-in-einkaufstuten-fliegen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>Und es sprach Hassan Moustafa (2): „Wir sind ein sauberer Sport&#8221;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/24/und-es-sprach-hassan-moustafa-2-%e2%80%9ewir-sind-ein-sauberer-sport/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/24/und-es-sprach-hassan-moustafa-2-%e2%80%9ewir-sind-ein-sauberer-sport/#comments</comments> <pubDate>Tue, 24 Mar 2009 08:32:18 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[asoif]]></category> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[handball]]></category> <category><![CDATA[hassan moustafa]]></category> <category><![CDATA[ihf]]></category> <category><![CDATA[presseschau]]></category> <category><![CDATA[scheich al-sabah]]></category> <category><![CDATA[ägypten]]></category> <category><![CDATA[bestechung]]></category> <category><![CDATA[denis oswald]]></category> <category><![CDATA[denver hassan moustafa]]></category> <category><![CDATA[erik eggers]]></category> <category><![CDATA[evi simeoni]]></category> <category><![CDATA[faz.net]]></category> <category><![CDATA[frankfurter rundschau]]></category> <category><![CDATA[gerd butzeck]]></category> <category><![CDATA[gudmundur ingvarsson]]></category> <category><![CDATA[ioc]]></category> <category><![CDATA[island]]></category> <category><![CDATA[jean kaiser]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[luxemburg]]></category> <category><![CDATA[pharao]]></category> <category><![CDATA[schiedsrichter]]></category> <category><![CDATA[sportaccord]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3354</guid> <description><![CDATA[Die jüngste Wasserstandsmeldung aus dem Hyatt Regency Hotel Denver, wo der kleine olympische Kongress tanzt: So ganz chancenlos soll Hassan Moustafa gar nicht sein, wenn heute Nachmittag (ab 14 Uhr Ortszeit) in der Association of Summer Olympic International Federations (ASOIF) der Präsident gewählt wird. Amtsinhaber und Multifunktionär Denis Oswald (Schweiz) hat zumindest eine unruhige Nacht, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Die jüngste Wasserstandsmeldung aus dem Hyatt Regency Hotel Denver, wo der <a
title="Zeitplan Sportaccord 2009" href="http://sportaccord.com/vsite/vfile/page/fileurl/0,11040,5197-192220-209443-141635-0-file,00.pdf" target="_blank">kleine olympische Kongress</a> tanzt: So ganz chancenlos soll Hassan Moustafa gar nicht sein, wenn heute Nachmittag (ab 14 Uhr Ortszeit) in der Association of Summer Olympic International Federations (<a
title="ASOIF Webseite" href="http://www.asoif.com/" target="_blank">ASOIF</a>) der Präsident gewählt wird. Amtsinhaber und Multifunktionär <a
title="Oswald-Kommission zum Dopingsystem Freiburg/Telekom" href="http://jensweinreich.de/?p=3310" target="_self">Denis Oswald</a> (Schweiz) hat zumindest eine unruhige Nacht, weil im Hintergrund offenbar wieder Scheich <a
title="Korruption im Welt-Handball oder: der Pharao der IHF" href="http://jensweinreich.de/?p=1106" target="_self">Ahmed Al-Sabah</a> die Fäden zieht. <em>(Unter Vorbehalt: Ich habe nicht nachprüfen können, ob der Scheich tatsächlich in seiner Hotel-Suite sitzt und Delegierte empfängt, wie auf den Fluren geraunt wird.)</em> Wir werden sehen. Am Ende aber gilt ohnehin:</p><p><a
title="Und es sprach Hassan Moustafa (2) ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3340" target="_self">Es bleibt alles in der Familie</a>. Da, wo es hingehört.</p><ul><li>Evi Simeoni in der FAZ: <a
title="FAZ vom 24. März 2009" href="http://www.faz.net/s/Rub906784803A9943C4A3399622FC846D0D/Doc~EA8BF5F8F71214E6A9A822A9F8EF301C1~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_self">Korruption? &#8220;Ich glaube nicht&#8221;</a></li><li>Erik Eggers in der Frankfurter Rundschau: <a
title="FR vom 24. März 2009" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1697074_Handball-Schiedsrichter-hauen-Kollegen-an.html?sid=6cfd6f3c3e129dcf812119c2303f8a22" target="_blank">Schiedsrichter hauen Kollegen an</a></li><li>auch hübsch: offizielle Webseite des <a
title="IHF Congress 2009" href="http://www.ihfcongress2009.org/congress2009/index.htm" target="_self">IHF-Wahlkongresses</a> im Juni 2009</li></ul><p>Mein <a
title="Süddeutsche vom 24. März 2009: Pharao kandidiert" href="http://www.sueddeutsche.de/157386/450/2814372/Pharao-kandidiert.html" target="_blank">Zeitungsbeitrag</a> zur <a
title="FTD vom 24. März 2009: In seiner eigenen Welt" href="http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awert,ticker,bwert,,id,28270725,sektion,uebersicht.html" target="_blank">Wahl</a>, bearbeitet und verlinkt:</p><blockquote><p>Während im Handball eine Enthüllung die nächste jagt und sich ein Korruptionssumpf offenbart, arbeitet der Handball-Präsident an seiner Karriere. Der skandalfeste Ägypter Hassan Moustafa, Chef des Weltverbandes IHF, will am Dienstag in Denver/Colorado Präsident der ASOIF werden, der Vereinigung olympischer Sommersportverbände. Beim Weltsportgipfel in Denver tagen in dieser Woche sämtliche Welt-Sportverbände und das IOC-Exekutivkomitee. Sollte Moustafa gegen den Amtsinhaber Denis Oswald (Schweiz) obsiegen, wäre dies ein wichtiger Schritt ins Internationale Olympische Komitee (IOC). Moustafa behauptet allerdings, er strebe keine IOC-Mitgliedschaft an und habe im Gegensatz zu anderen Verbandspräsidenten noch nicht bei IOC-Chef Jacques Rogge vorgesprochen.</p><p>Unmittelbar nach seiner Ankunft in Denver erklärt Moustafa, der Handball habe kein Korruptionsproblem. „Nein. Ich glaube nein.&#8221; Handball hat auch kein Dopingproblem, sagt Moustafa.</p><p><strong>„Wir sind ein sauberer Sport.&#8221;</strong></p><p><span
id="more-3354"></span>Er kann die Aufregung um Schiedsrichterbestechungen, verschobene Spiele und das von der Weltantidopingagentur (Wada) als mangelhaft gerügte Dopingtestprogramm der IHF nicht verstehen.</p><p><strong>„Ich bin zufrieden damit, was ich für meinen Sport getan habe.&#8221;</strong></p><p>Zu seiner gewöhnungsbedürftigen Praxis, <a
title="Erik Eggers in der FTD vom 13. April 2008: Vielflieger aus Kairo" href="http://www.finanztreff.de/news_news,awert,ticker,dt,rdf,id,27790502,sektion,uebersicht.html" target="_self">sich Spesen ohne Vorlage von Belegen erstatten zu lassen</a>, sagt er: „Ich schwöre, manchmal bezahle ich mehr, als ich von der IHF bekomme.&#8221; So ist er, der Präsident, der in der Branche Pharao genannt wird: Verwirrend argumentierend, wendig und schwer zu fassen.</p><p>Am Wochenende hatte seine Ankündigung Schlagzeilen gemacht, die IHF werde eine Untersuchungskommission zu den Korruptionsvorwürfen einrichten. In Denver sagt Moustafa, da sei etwas missverstanden worden. Für Gerd Butzeck, den Chef der Vereinigung der wichtigsten europäischen Handballvereine, hat er nur Spott übrig. Butzeck hatte Moustafa in einem <a
title="Unser Präsident ist untragbar" href="http://www.stern.de/sport-motor/sportwelt/:Handball-Funktion%E4r-Butzeck-Unser-Pr%E4sident/658433.html" target="_blank">Interview auf stern.de</a> als „Kern des Problems&#8221; ausgemacht: „Mit so einem Menschen an der Spitze dürfen wir uns nicht wundern, wenn im Handball jetzt ständig die Rede von Korruption und Bestechung ist.&#8221;</p><p>Moustafa sagt, er habe mit Butzeck, der ihn ständig um Gespräche bitte, nichts zu bereden. „Welche Probleme macht Hassan Moustafa&#8221;, fragt er rhetorisch. Dann zählt er seine vermeintlichen Verdienste auf und erklärt herablassend, wenn Butzeck ein Problem habe, solle er sich zunächst an den deutschen <a
title="Erik Eggers in der FR: Handballer wählen Strombach erneut zum Chef" href="http://fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=1608381&amp;" target="_blank">Verbandspräsidenten Ulrich Strombach</a> wenden.</p><p>Der Ägypter vermittelt den Eindruck, nicht gestört werden zu wollen von all den hässlichen Meldungen. Seine Kandidatur für die ASOIF-Präsidentschaft machte er ausgerechnet an jenem Tag bekannt, als Jean Kaiser aus Luxemburg und der Isländer Gudmundur Ingvarsson erklärten, ihn auf dem IHF-Kongress im Juni in Kairo stürzen zu wollen. Die ASOIF habe ein Imageproblem, nicht der Handball, verkündet Moustafa.</p><p><strong>„Ich habe einen Plan! Ich habe ein Programm!&#8221;</strong></p><p>Die Kandidaturen von Kaiser und Ingvarsson bewiesen letztlich nur, „wie demokratisch&#8221; es in der IHF zugehe. Seine Gegner werden diese Bemerkung gewiss nicht witzig finden.</p><p>Der seit neun Jahren amtierende ASOIF-Präsident Denis Oswald ist ein Hochkaräter in der Branche. Er ist Präsident des Ruder-Weltverbandes, leitet die ASOIF seit neun Jahren und nimmt als ASOIF-Präsident auch einen Platz im IOC-Exekutivkomitee ein. Der ASOIF-Posten war schon für Oswalds Vorgänger Primo Nebiolo der Schlüssel ins IOC. Dauerthema der ASOIF sind die Anteile an den olympischen Fernsehverträgen des IOC. Moustafa verspricht, sich für höhere Tranchen kleinerer Verbände einzusetzen, was durchaus ankommt unter den Kollegen.</p><p>Die jüngste Abrechnung von 2005 bis zum 31. Dezember 2008 ist gerade erfolgt. Das IOC verteilt 290 Millionen Dollar an 28 Verbände (Softball und Baseball waren 2008 in Peking vorerst zum letzten Mal olympisch). Die Verbände werden in vier Zahlungsklassen unterteilt:</p><ul><li>In der <strong>Kategorie A</strong> sind allein die Leichtathleten und erhalten 28,5 Millionen.</li><li>Die Sportarten der <strong>Kategorie B</strong> (Basketball, Radsport, Fußball, Turnen, Schwimmen, Tennis, Volleyball) erhalten je 14 Millionen.</li><li>Zur <span
style="color: #000000;"><strong>Kategorie C</strong></span>, dotiert mit 9,4 Millionen, zählen Rudern, Reiten, Handball und Hockey.</li><li>Der Rest (<strong>Kategorie D</strong>) erhält je 7,9 Millionen Dollar.</li></ul><p>Manche Verbände finanzieren sich <a
title="Lust und Frust: olympische TV-Milliarden" href="http://jensweinreich.de/?p=2237" target="_self">zu 90 Prozent über diesen olympischen TV-Anteil</a> und könnten ohne diese Tantiemen nicht überleben. Viele sind unzufrieden und halten das vom IOC vorgegebene Ranking für intransparent. Moustafa argumentiert, Handball gehöre in die Kategorie B und müsse also 4,5 Millionen Dollar mehr erhalten. Der Deutsche Klaus Schormann, Präsident der Modernen Fünfkämpfer, sieht das genauso: „Handball gehört dahin.&#8221;</p><p>In Finanzfragen ist sich jeder selbst der Nächste. Etliche Präsidenten ärgert die hohe Einstufung des von Oswald geführten Ruderverbandes. „In der Kategorie C, zusammen mit Rudern, haben wir nichts zu suchen&#8221;, sagt er. „So attraktiv ist Rudern nun auch wieder nicht&#8221;, sagt Schormann. Moustafa kommt durchaus zugute, dass die Szene im Umbruch begriffen ist: Im November 2008 haben allein vier Föderationen neue Präsidenten bekommen. Wie die Neuen sich verhalten, ist offen. Moustafa braucht nur 14 Stimmen.</p><p>Oswald wollte sich am späten Sonntagabend (Ortszeit) bei seiner Ankunft im Hyatt Regency Hotel in Denver nicht äußern. Kürzlich hatte er Moustafas IHF kritisiert und selbstverständlich betont, der Handballverband müsse seine Dopingregularien den Wada-Regeln anpassen. Moustafa behauptet, er habe Oswalds Kritik gar nicht gelesen. „Vielleicht hat das mit der ASOIF-Wahl zu tun. Es ist doch alles ein Spiel.&#8221; Aber ein ernstes.</p></blockquote> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/24/und-es-sprach-hassan-moustafa-2-%e2%80%9ewir-sind-ein-sauberer-sport/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>13</slash:comments> </item> <item><title>Und es sprach Hassan Moustafa &#8230;</title><link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/23/und-es-sprach-hassan-moustafa/</link> <comments>http://www.jensweinreich.de/2009/03/23/und-es-sprach-hassan-moustafa/#comments</comments> <pubDate>Mon, 23 Mar 2009 06:55:43 +0000</pubDate> <dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator> <category><![CDATA[denver]]></category> <category><![CDATA[handball]]></category> <category><![CDATA[hassan moustafa]]></category> <category><![CDATA[asoif]]></category> <category><![CDATA[ihf]]></category> <category><![CDATA[joseph blatter]]></category> <category><![CDATA[korruption]]></category> <category><![CDATA[pharao]]></category> <category><![CDATA[sportaccord]]></category> <guid
isPermaLink="false">http://jensweinreich.de/?p=3340</guid> <description><![CDATA[In der beliebten Reihe über die Altruisten der Sportbranche folgt heute: Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes (IHF). Er wird nicht nur hier im Blog, sondern in vielen (anderen) Qualitätsmedien gern Pharao genannt. Ich habe in Denver gerade eine halbe Stunde mit Hassan Moustafa gesprochen. Der Handball hat eher kein Korruptionsproblem, sagt er. Der Handball hat auch [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>In der beliebten Reihe über die Altruisten der Sportbranche folgt heute: Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes (IHF). Er wird nicht nur hier im Blog, sondern in vielen (anderen) Qualitätsmedien gern Pharao genannt. Ich habe in Denver gerade eine halbe Stunde mit Hassan Moustafa gesprochen.</p><p>Der Handball hat eher kein Korruptionsproblem, sagt er. Der Handball hat auch kein Dopingproblem, sagt er. Ansonsten gilt, sagt er:</p><p><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3" target="_self">:</a></p><p>Ging zu schnell? War zu kurz? Noch einmal:</p><p><a
href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/hassansfamilie.mp3" target="_self">:</a></p><p>Wer hier nur selten vorbei schaut, wird vielleicht denken: Was soll denn das? Was will der Weinreich uns sagen? Ich will nur zeigen, wie es ist.</p><p>Es bleibt alles in der Familie. Es soll am besten alles in der Familie bleiben. Stammlesern wird auffallen: Hassan Moustafa sieht das <a
title="Der Fuchs im Hühnerstall ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3173" target="_self">ähnlich wie</a> <a
title="Und es sprach Sepp Blatter ..." href="http://jensweinreich.de/?p=1126" target="_self">Joseph Blatter</a>.</p><p>Mehr über die Sportfamilie(n) und natürlich über Hassan Moustafa und seinen Versuch, Präsident der Vereinigung aller olympischen Sommersportverbände (ASOIF) zu werden, gibt es später.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.jensweinreich.de/2009/03/23/und-es-sprach-hassan-moustafa/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>11</slash:comments> <enclosure
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