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		<title>Die Autobahnen und Wunderpillen des DDR-Doping-FunktionÃ¤rs Thomas KÃ¶hler</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:48:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Soll Mann sich aufregen? Oder nicht besser noch BÃ¤rbel Bohley gedenken, die am Sonnabend gestorben ist? Ich habe geweint, als ich den Nachruf von Renate Oschlies in der Berliner Zeitung las: <a title="Berliner Zeitung vom 13. September 2010" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0913/seite3/0001/index.html" target="_blank">&#8220;Dem Herzen trauen&#8221;</a>.</p>
<p>Und nun das.</p>
<blockquote><p>(dpa-exklusiv &#8211; Zusammenfassung 1400)</p>
<p>Ex-FunktionÃ¤r gibt zu: Kinderdoping im DDR-Sport</p>
<p>Von Manfred Leopold und Frank Thomas, dpa</p></blockquote>
<p>Ich weiÃŸ nicht, was so exklusiv daran ist, wenn das Buch von KÃ¶hler am Donnerstag doch auf den Markt kommt. Ich wÃ¼rde eher mal vorschnell sagen: Es ist gute PR fÃ¼r ein Buch, das <a title="Verlag Das Neue Berlin" href="http://www.eulenspiegel-verlag.de/programm-1/titel/913-Zwei_Seiten_der_Medaille.html" target="_blank">&#8220;Zwei Seiten der Medaille heiÃŸt&#8221;</a>. Eine wichtige Passage aus dem Elaborat wird ja bereits heiÃŸ diskutiert:</p>
<blockquote><p>Doping sei nur &#8220;fÃ¼r ausgewÃ¤hlte Kadersportler vorgesehenÂ gewesen, die in der Regel erwachsen waren. Ausnahmen bestanden zumÂ Beispiel im Schwimmen, einer Sportart mit einem geringerenÂ HÃ¶chstleistungsalter, wobei nur Sportler einbezogen wurden, dieÂ nach einem mehrjÃ¤hrigen Trainingsprozess zur LeistungsspitzeÂ zÃ¤hlten.&#8221;</p>
<p>Den Sportlern unterstellt der ehemalige VizeprÃ¤sident desÂ Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) grundsÃ¤tzlich eineÂ Mitwisserschaft. &#8220;Alle Mittel wurden im Einvernehmen mit demÂ Sportler verabreicht. Mir ist aus meiner TÃ¤tigkeit imÂ Leistungssport nicht bekannt, dass ein Trainer oder ein SportlerÂ von oben angewiesen wurde, Dopingmittel zu verwenden&#8221; &#8230;</p>
<p><em>(Quelle: SID)</em></p></blockquote>
<p>Ich frage mich zunÃ¤chst natÃ¼rlich, warum dieser &#8220;Exklusiv&#8221;-Beitrag der Deutschen Presse-Agentur ausgerechnet von einem ehemaligen Stasi-IM mit verfasst wurde, der zwar Manfred heiÃŸt, aber eben nicht Leopold.</p>
<p>Wieder werden dieÂ <a title="tag: Dopingopfer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingopfer/" target="_self">Dopingopfer</a> <span style="text-decoration: line-through;">verhÃ¶nelt</span> verhÃ¶hnt.</p>
<p>HÃ¶flich formuliert: Das ist irgendwie unpassend.</p>
<p>Irgendwie passend ist allerdings die <a title="Eklat bei erster Lesung ..." href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1039519" target="_blank">Geschichte</a> von der ersten &#8220;Lesung&#8221; aus KÃ¶hlers Buch beim LÃ¼gen-Verein von Altkadern und Stasileuten, dem so genannten <a title="Sport und Gesellschaft" href="http://www.sport-gesellschaft.de/" target="_blank">Verein Sport und Gesellschaft e. V.</a>, wo sich Dopingopfer <a title="tag: Uwe TrÃ¶mer" href="http://www.jensweinreich.de/?s=uwe+tr%C3%B6mer" target="_self">Uwe TrÃ¶mer</a> <a title="FAZ: UnverschÃ¤mte LÃ¼ge" href="http://www.faz.net/s/Rub9CD731D06F17450CB39BE001000DD173/Doc~E858F84DD47B94696BCF82EA2E3D521AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">eingemischt hat</a>.</p>
<p>Es tut mir leid, ich weiÃŸ, neue Freunde mache ich mir auch mit diesen Bemerkungen nicht. Und alte Bekannte werden sich abwenden, sofern sie es nicht lÃ¤ngst getan haben. Aber es gibt Grenzen im Leben, und es gibt Grenzen im Journalismus. Das darf man auf einem privaten Blog sicher sagen, ohne sich zum journalistischen Chefethiker aufspielen zu wollen.</p>
<p>Ich traf Thomas KÃ¶hler im vergangenen Jahr zweimal: ZunÃ¤chst beim <a title="We are family ..." href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/10/we-are-family-der-kritische-schulterschluss-von-politik-sport-und-wissenschaft/" target="_self">Festakt zum 40. Jahrestag des Sportausschusses</a> des Deutschen Bundestages, als er sich angeregt mit DOSB-VizeprÃ¤sident Eberhard Gienger (CDU) unterhielt. Und spÃ¤ter bei der PressevorfÃ¼hrung des Filmes <a title="Tagesspiegel: Die Goldmacher" href="http://www.tagesspiegel.de/medien/medaillen-mit-kehrseite/1608396.html" target="_blank">&#8220;Die Goldmacher&#8221;</a> meines Freundes Albert Knechtel, als ich eine kurze GesprÃ¤chsrunde leitete und irgendwann Thomas KÃ¶hler, der im Publikum saÃŸ, fragte, ob er sich als Fachmann nicht an der Diskussion beteiligen wolle. Er mochte nicht. Ich weiÃŸ nicht mehr genau, ob er damals gesagt hat, er schreibe ein Buch und wolle sich lieber auf diese Art Ã¤uÃŸern.</p>
<p>Muss sich die Welt mit den ErgÃ¼ssen von Thomas KÃ¶hler befassen? KÃ¶hler, Olympiasieger im Rennrodeln und langjÃ¤hriger VizeprÃ¤sident Leistungssport des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR. Einer der Verantwortlichen fÃ¼r das staatlich sanktionierte Massendoping an Kindern und Jugendlichen. Einer, der immer noch LÃ¼gen verbreitet.Â Zu behaupten, die/alle gedopten Athleten hÃ¤tten gewusst (&#8220;alle Mittel wurden im Einvernehmen mit demÂ Sportler verabreicht&#8221;), was sie einnehmen bzw. was ihnen verabreicht wird, ist nicht nur eine LÃ¼ge, es ist die Negierung einer historischen Wahrheit.</p>
<p>Es ist, als ob KÃ¶hler argumentieren wÃ¼rde, Mensch, der Hitler war ja gar nicht so schlecht, schlieÃŸlich hat er Autobahnen gebaut &#8230;</p>
<p>Sorry, aber auf diesem Niveau agiert der DTSB-Vize, der so gern Nachfolger von Manfred Ewald geworden wÃ¤re.</p>
<p>Wie konnte ich nur so naiv sein, darauf zu hoffen, dass nach den unsÃ¤glichen Diskussionen um die <a title="tag: Dopingtrainer" href="http://www.jensweinreich.de/category/dopingtrainer/" target="_self">Dopingtrainer</a> im deutschen Sport im vergangenen Jahr endlich Ruhe einkehren wÃ¼rde. Dumm von mir. Foolish.</p>
<p>Ich war den ganzen Tag privat unterwegs und habe erst am Nachmittag durch Anrufe einiger Redaktionen von den Meldungen erfahren. Mag sein, dass ich jetzt etwas vorschnell reagiere, ohne das Buch gelesen zu haben (was ich natÃ¼rlich tun werde, ich lese sogar sÃ¤mtliche Elaborate des o. g. Vereins und anderer MissetÃ¤ter, sofern sie mir zugÃ¤nglich sind), ich glaube aber nicht. Ich wiederhole mich: Manches muss raus, das ist gut fÃ¼r den Magen.</p>
<p>Ich fÃ¼rchte, dass ich diesen Beitrag am Abend noch etwas verlÃ¤ngern und umschreiben werde. Vorerst aber nur eine meiner Lieblingspassagen (darf man das bei diesem Thema sagen?) aus Doping-Stasi-Akten, aufgeschrieben von einem der DDR-Chefdoper, von Manfred HÃ¶ppner, stellvertretender Leiter des Sportmedzinischen Dienstes der DDR, alias IMB Technik, Ende 1985:</p>
<blockquote><p>Am 28. November 1985 fand eine Beratung mit den beiden VizeprÃ¤sidenten, Genossen KÃ¶hler und RÃ¶der, Ã¼ber den weiteren perspektivischen Einsatz von uM statt. Grundlage fÃ¼r dieses GesprÃ¤ch war das bekannte interne Material, welches im Auftrag des Genossen Ewald durch den IMB und Prof. Lehnert erarbeitet wurde.</p>
<p>Beide Vertreter des DTSB brachten ihr UnverstÃ¤ndnis darÃ¼ber zum Ausdruck, dass bis 1988 angeblich nur vorrangig die bisher bekannten Pharmaka zur Anwendung kommen in differenzierter Form und umfassender Abstimmung mit dem Trainingsprozess.</p>
<p>Sie waren der Auffassung, dass es mÃ¶glich sein mÃ¼sste, noch bis zu den Olympischen Spielen 1988 eine sogenannte &#8220;Wunderpille&#8221; zu erforschen.</p>
<p><strong>Speziell Genosse KÃ¶hler stellte konkret die Forderung, ein solches PrÃ¤parat aus der Reihe der Psychopharmaka zu entwickeln, um bei den Sportlern zum Wettkampf eine gewisse AggressivitÃ¤t zu entwickeln und vorhandene Anzeichen von Angst und NervositÃ¤t auszuschalten &#8230;</strong></p>
<p>Im GesprÃ¤ch machte der IMB weiterhin darauf aufmerksam, dass bereits seit einigen Jahren durch ihn das PrÃ¤parat STS (Steroidsubstanz) an die Sportler verabreicht wird, ohne dass dieses jemals entsprechend dem Arzneimittelgesetz geprÃ¼ft wurde &#8230;</p></blockquote>
<p>Thomas KÃ¶hler wurde im Oktober 1999 wegen Beihilfe zur KÃ¶rperverletzung in 107 FÃ¤llen (zwischen 1977 und 1989) zu einer Geldstrafe in HÃ¶he von 26.400 Mark verurteilt.</p>
<p>tbc</p>
<ul>
<li>Ralf hat etliche Meldungen zum KÃ¶hler-Buch bereits in den Kommentaren zum Artikel <a title="Historische Hypotheken des deutschen Sports" href="http://www.jensweinreich.de/2009/06/29/historische-hypotheken-des-deutschen-sports" target="_self">&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</a> verlinkt</li>
<li>Bevor die Ratten wieder aus ihren LÃ¶chern kriechen und blÃ¶des Zeug behaupten: Ja, ich war die ersten zehn Monate meines &#8220;journalistischen&#8221; Lebens VolontÃ¤r der FDJ-Zeitung Junge Welt und habe die Dinge seinerzeit <a title="Der Appetit kam beim Essen" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">etwas naiver betrachtet</a></li>
</ul>
<p>Lesebefehl, Verzeihung (zumindest noch mal drin schmÃ¶kern, gerade heute), mein wichtigster Beitrag der vergangenen Jahre, die andere Seite der Medaille:</p>
<ul>
<li><a title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurÃ¼ck, seid stolz darauf!&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/johanna-sperling-bitte-weist-es-zuruck-seid-stolz-darauf/" target="_self">Johanna Sperling: &#8220;Bitte weist es zurÃ¼ck, seid stolz darauf!&#8221;</a></li>
</ul>
<p><a class="FlattrButton" style="display:none;" rev="flattr;button:compact;"<br />
href="http://www.jensweinreich.de/2010/09/14/die-autobahnen-und-wunderpillen-des-ddr-doping-funktionars-thomas-kohler/"></a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Du bist gegangen!&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2010/08/08/du-bist-gegangen/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 14:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Sie waren Helden, aber keine WiderstandkÃ¤mpfer. Sie haben GroÃŸes geleistet im Sport. Sie waren in der DDR Ã¤uÃŸerst erfolgreich. Sie waren privilegiert. Sie alle haben einst dennoch die DDR verlassen: JÃ¼rgen Sparwasser, Hans-Georg Aschenbach, Falko GÃ¶tz, JÃ¼rgen May, Claus Tuchscherer, Lutz Eigendorf, Wolfgang ThÃ¼ne, JÃ¶rg Berger und viele andere. Die Stasi nannte sie &#8220;SportverrÃ¤ter&#8221; und hat ihnen einen so genannten Zentralen Operativen Vorgang (ZOV) gewidmet.</p>
<p>Das &#8220;Zentrum Deutsche Sportgeschichte&#8221; um die Historiker Jutta Braun und Michael Barsuhn will ihre Geschichten aufarbeiten. Eine Diskussionsveranstaltung in der â€žBundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktaturâ€œ vergangenen Mittwoch in Berlin soll ein Anfang sein. Die Frage ist nur: Wer zahlt die Forschung? Seit 1994 die damalige Gauck-BehÃ¶rde eine bemerkenswerte Studie verÃ¶ffentlichte, gibt es zum ZOV â€žSportverrÃ¤terâ€œ eigentlich keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse. Mindestens 615 Leistungssportler, FunktionÃ¤re, Sportmediziner und Trainer haben die DDR verlassen. Zahlen sind das eine. Geschichten das andere. Jede Generation kennt ihre Fluchtgeschichten. Manche AbtrÃ¼nnige Karin Balzer, die HÃ¼rden-Olympiasiegerin von 1964, oder die Eishockeyspieler Guido Hiller und Stefan Steinbock, wurden von der Stasi zurÃ¼ckgeholt und durften als Sportler weitermachen. Andere, wie der FuÃŸballer Lutz Eigendorf, wurden wahrscheinlich von der Stasi im Westen ermordet.</p>
<p>Man kann sich durch Berge von Stasi-Akten wÃ¼hlen. Man kann, wie manche Forscher, akribisch die Zahl von inoffiziellen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Stasi zusammentragen, die auf Sportler angesetzt waren und etwa bei Olympischen Spielen im DDR-Team zugegen waren. Man kann Befehlsstrukturen beschreiben. Was aber mehr wirkt und was der Geschichte und den Geschichten die Tiefe gibt, sind SÃ¤tze wie diese, ausgesprochen von Hans-Georg Aschenbach, 22 Jahre nach seiner Flucht in den Westen:</p>
<blockquote><p>â€žDie einzige, die mich verstanden hat, war meine Mama.â€œ</p></blockquote>
<p>Aschenbach war 1974 Weltmeister und 1976 Olympiasieger im Skispringen. Er blieb 1988, da war er schon Verbandsarzt, bei einem Mattenspringen in Hinterzarten in der Bundesrepublik. Er holte ein knappes Jahr spÃ¤ter, in einer erstaunlichen Aktion unter Einschaltung der Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen und der Bundesregierung, noch vor dem Fall der Mauer seine Familie nach. Doch die Ehe zerbrach. Seine erste Frau und seine Kinder â€žkÃ¶nnen nicht vergessen und nicht verzeihen, was da passiert istâ€œ, sagt Aschenbach.</p>
<blockquote><p>â€žUnd mit meinem Vater kann ich heute noch nicht darÃ¼ber diskutieren, weil er es nicht versteht.â€œ</p></blockquote>
<p>Es ist diese menschliche Dimension, die nachwirkt und beeindruckt. Tragik und BrÃ¼che im engsten Familienkreis.</p>
<p>Der Turner Wolfgang ThÃ¼ne ist 1975 von der Europameisterschaft in Bern von seinem westdeutschen Kontrahenten Eberhard Gienger in dessen Opel Mantra Ã¼ber die Grenze gebracht worden. Gienger fuhr danach zurÃ¼ck, um am Abschlussbankett teilzunehmen, zu feiern und sich bei allen sehen zu lassen, damit niemand auf die Idee kÃ¤me, er habe mit ThÃ¼nes Flucht zu tun. 25 Jahre lang blieb diese Geschichte nur wenigen Eingeweihten bekannt. FÃ¼r Gienger, heute CDU-Bundestagsabgeordneter und VizeprÃ¤sident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), war es eine abenteuerliche Episode. FÃ¼r ThÃ¼ne war es der Schritt in ein neues Leben. Seine Tochter, geboren 1973, hat er erst 1989 nach dem Mauerfall wieder gesehen.</p>
<p>Hans-Georg Aschenbach sagt: â€žZu Hause ist der halbe Ort gegen mich.â€œ Er meint damit nicht seine zweite Heimat Freiburg. Er meint Brotterode in ThÃ¼ringen. â€žIch gehe trotzdem nach Hause und grÃ¼ÃŸe alle ganz arg freundlich!â€œ Vor allem im Sport, sagt er, wird nur Ã¼bereinander, aber kaum miteinander geredet.</p>
<blockquote><p>â€žEs ist immer noch ein System dazwischen. Geht aber niemand aufeinander zu, wird es nie bereinigt.â€œ</p></blockquote>
<p>Er hat versucht, mit Jens WeiÃŸflog zu reden. Aber ein wirkliches GesprÃ¤ch kam nicht zustande. WeiÃŸflog zÃ¤hlte neben Katarina Witt, Kristin Otto und Wolfgang Hoppe zu jenen Olympiasiegern, die im Sommer 1989 in DDR-Zeitungen Aschenbach verdammen mussten. â€žErst der Verrat, dann die LÃ¼geâ€œ, titelte damals die FDJ-Zeitung <a title="&quot;Der Appetit kam beim Essen&quot;" href="http://www.jensweinreich.de/2009/01/19/der-appetit-kam-beim-essen/" target="_self">Junge Welt</a>, nachdem Aschenbach in der Bild-Zeitung Ã¼ber das DDR-Dopingsystem berichtet hatte. 30.000 Westmark gab es dafÃ¼r, ein vergleichsweise bescheidener Lohn. â€žDamals ging es mir noch um die Wahrheit, weniger ums Geldâ€œ, sagt Aschenbach und grinst. Geld hat er im Umfeld der Freiburger DopingÃ¤rzte KlÃ¼mper und Keul spÃ¤ter genug verdient, das ist eine andere Wahrheit, Ã¼ber die er am Sonntag im â€žSportgesprÃ¤châ€œ des Deutschlandfunks berichtet.</p>
<p>Heute geht es Aschenbach um Rehabilitation. Diesen Begriff benutzt er oft. Dabei weiÃŸ er doch genau, dass es die Rehabilitation fÃ¼r einen wie ihn nicht gibt. Er ist eben der â€žSportverrÃ¤terâ€œ, der Armeearzt, der Oberstleutnant der Nationalen Volksarmee, der hochrangigste republikflÃ¼chtige Sportler, wenn man so will. Die einen sagen noch immer vorwurfsvoll: â€žDu bist gegangen!â€œ Die anderen sahen ihn kommen und hatten doch kaum Interesse an seiner Geschichte.</p>
<p>Dazwischen gibt es nicht viel.</p>
<p>â€žDas ist eine Frage der Generationen. Das sitzt in den KÃ¶pfenâ€œ, sagt Wolfgang ThÃ¼ne. Mit den jÃ¼ngeren, â€žden 30-jÃ¤hrigen, die nicht in dieser Zeit gelebt habenâ€œ, kÃ¶nne man reden. â€žDa geht es wieder.â€œ Doch mit den Ã¤lteren, seinen ehemaligen Sportkameraden in Potsdam? Kaum. Funkstille. KÃ¼rzlich war er bei einem Ehemaligentreffen. Da sitzt man dann eben an anderen Tischen. Mit einem der Stasi-IM, die ihn bespitzelt haben, teilte er einst die Zimmer im Internat und auf Reisen. Der Spitzel hat sich nie erklÃ¤rt.</p>
<p>ThÃ¼ne legt nun keinen Wert mehr darauf.</p>
<p><em>Ich wollte diesen Text &#8211; erschienen in der Berliner Zeitung und in der Stuttgarter Zeitung &#8211; eigentlich grÃ¼ndlich aufmÃ¶beln mit einigen Dokumenten, vielen Links und etlichen Buch-Empfehlungen. Doch dazu komme ich in diesen Tagen leider nicht. Das Thema ist mir allerdings sehr wichtig &#8211; steht deshalb ziemlich weit oben auf der to-do-Liste fÃ¼r das Blog.</em><br />
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		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (52): Gesine Tettenborn lÃ¤sst ihren Doping-Weltrekord streichen</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 12:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus dem aktuellen Spiegel: Gesine Tettenborn, geb. Walther, lieÃŸ ihren Namen aus der Rekordliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes streichen. Frau Tettenborn rannte gemeinsam mit Marita Koch, Sabine Busch und Dagmar RÃ¼bsam im Juni 1984 in Erfurt einen &#8220;Weltrekord&#8221; in der Rundenstaffel. Nachdem vor einigen Jahren bereits Ines Geipel ihren Namen aus der Rekordliste der Klub-Sprintstaffel tilgen [...]]]></description>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2010%252F01%252F24%252Fwas-vom-tage-ubrig-bleibt-52-gesine-tettenborn-lasst-ihren-doping-weltrekord-streichen%252F%22%2C%20%22shorturl%22%3A%20%22http%3A%2F%2Fbit.ly%2F7QwG31%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Was%20vom%20Tage%20%C3%BCbrig%20bleibt%20%2852%29%3A%20Gesine%20Tettenborn%20l%C3%A4sst%20ihren%20Doping-Weltrekord%20streichen%22%20%7D);"></div>
<p>Aus dem aktuellen <a title="Vorabmeldung zum Interview mit Gesine Tettenborn" href="http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673530,00.html" target="_blank">Spiegel</a>: <strong>Gesine Tettenborn</strong>, geb. Walther, lieÃŸ ihren Namen aus der <a title="DLV-Rekordliste" href="http://www.leichtathletik.de/image.php?AID=9312&amp;VID=0" target="_blank">Rekordliste</a> des Deutschen Leichtathletik-Verbandes streichen. Frau Tettenborn rannte gemeinsam mit Marita Koch, Sabine Busch und Dagmar RÃ¼bsam im Juni 1984 in Erfurt einen &#8220;Weltrekord&#8221; in der Rundenstaffel. Nachdem vor einigen Jahren bereits Ines Geipel ihren Namen aus der Rekordliste der Klub-Sprintstaffel tilgen lieÃŸ, stehen nun zwei Sternchen in den Annalen:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6258" title="Rekordliste des DLV, Januar 2010" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/4x400ddr.gif" alt="" width="500" height="117" /></p>
<p>Dazu zwei HÃ¶rbefehle, zwei Interviews von Astrid Rawohl gestern im Deutschlandfunk:</p>
<ul>
<li>Interview mit Spiegel-Autor <strong>Udo Ludwig</strong>:</li>
</ul>
<p><a title="DLF-Interview mit Udo Ludwig" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/01/23/dlf_20100123_1922_29647c4c.mp3">:</a></p>
<ul>
<li>Interview mit Gesine Tettenborn:</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/01/23/dlf_20100123_1925_19655c97.mp3">:</a></p>
<ul>
<li>Weitere Informationen/Links zum Thema &#8220;<a href="http://jensweinreich.de/?p=3420">Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden</a>&#8220;</li>
</ul>
<p>ErgÃ¤nzend eines meiner Lieblingsdokumente aus dem DDR-Dopingfundus, ein Treffbericht von Manfred HÃ¶ppner alias IM Technik. <span id="more-6257"></span>FÃ¼r die DDR-Meisterschaft in Erfurt war damals &#8220;grÃ¼nes Licht&#8221; erteilt, absolute Dopingfreigabe auch fÃ¼r die zweite und dritte Garde:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6264" title="Treffbericht IMB Technik" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/ewald1984technikerfurt.gif" alt="" width="500" height="311" /></p>
<p>In der <a title="Rekordliste der IAAF" href="http://www.iaaf.org/statistics/toplists/inout=o/age=n/season=0/sex=W/all=y/legal=A/disc=4X4/detail.html" target="_blank">Rekordliste</a> des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF steht die DDR-Staffel noch auf Rang drei. Was soll&#8217;s, die MÃ¤dels davor waren auch gedopt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6265" title="IAAF Rekordliste 4 x 400 Meter Frauen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2010/01/iaaf-liste-4400.gif" alt="" width="500" height="135" /></p>

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		</item>
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		<title>9. November</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/11/09/9-november/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 13:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war die wichtigste Seite der Tageszeitung &#8220;Deutsches Sportecho&#8221; vom 9. November 1989, den ich an meinem Roten Kloster in Leipzig verbracht habe. Der DTSB wollte das Ruder herumreiÃŸen, irgendwie. Das Sportecho war BÃ¼ckware in der DDR, es war &#8211; wenn ich mich recht erinnere &#8211; Organ des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) [...]]]></description>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2009%252F11%252F09%252F9-november%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%229.%20November%22%20%7D);"></div>
<p>Das war die wichtigste <a title="pdf: Deutsches Sportecho vom 9. November 1989" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/sportecho-09111989.pdf" target="_blank">Seite</a> der Tageszeitung &#8220;Deutsches Sportecho&#8221; vom 9. November 1989, den ich an meinem <a title="&quot;Der Appetit kam beim Essen&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2534" target="_self">Roten Kloster</a> in Leipzig verbracht habe. Der DTSB wollte das Ruder herumreiÃŸen, irgendwie. Das Sportecho war BÃ¼ckware in der DDR, es war &#8211; wenn ich mich recht erinnere &#8211; Organ des Bundesvorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der Deutschen Demokratischen Republik. Oder so.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5777" title="Deutsches Sportecho, 9. November 1989" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/se1-09111989.jpg" alt="" width="500" height="389" /><img class="aligncenter size-full wp-image-5778" title="Deutsches Sportecho, 9. November 1989" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/se2-09111989.jpg" alt="" width="500" height="377" /></p>
<p>Jedenfalls werde ich gerade sehr melancholisch. Habe am Schreibtisch nebenbei &#8220;Das Leben der Anderen&#8221; gucken wollen. So ganz nebenbei ist es dann doch nicht geworden. Mit einer Chronik des Sports wollte ich die Turbulenzen des Herbstes 89 und des Jahres 1990 eigentlich immer mal begleiten. Einige Notizen habe ich in den vergangenen Wochen fÃ¼r den Deutschlandfunk zusammengetragen. Es geht viel schÃ¶ner, professioneller, umfassender, korrekter &#8211; ich weiÃŸ. Es gÃ¤be viel mehr zu sagen. DarÃ¼ber sind ja schon BÃ¼cher geschrieben worden, wenngleich wenige richtig gute. Wohin mit all den Dokumenten, Akten und Erinnerungen? Das nÃ¤chste JubilÃ¤um kommt bestimmt, dann kann man/ich die Sache etwas grÃ¼ndlicher angehen. Vielleicht. Meine wichtigste Geschichte dieses Jahres hat auch mit dem DDR-Sport zu tun, es ist die Geschichte der <a title="Johanna Sperling: &quot;Bitte weist es zurÃ¼ck, seid stolz darauf!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4893" target="_self"><strong>Johanna Sperling</strong></a>.</p>
<p>Wer reinhÃ¶ren mag, hier einige Impressionen einer kleinen Sport-Wendechronik, die der Deutschlandfunk in den kommenden Wochen in unregelmÃ¤ÃŸigen AbstÃ¤nden hoffentlich fortsetzt. Es sind bisher 20 Minuten geworden &#8211; und das Thema ist nur ansatzweise ohne Anspruch auf VollstÃ¤ndigkeit behandelt.</p>
<p><a href="http://www.jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/11/Teile1-3.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Den erweiterten Text werde ich demnÃ¤chst online stellen, um gemeinsam daran zu arbeiten, jeder der Lust hat, ist herzlich eingeladen &#8211; bis zum 3. Oktober 2010 ist ja noch etwas Zeit. Suche gerade das passende Tool.</p>
<ul>
<li>Absolut zu empfehlen: Herbert Fischer-Solms im DLF-SportgesprÃ¤ch mit <strong>Roland Jahn</strong> und <span style="color: #000000;"><strong>Manfred Kruczek</strong></span>, vor denen ich grÃ¶ÃŸten Respekt habe, zur &#8220;Rolle des Sports bei der deutschen Vereinigung&#8221;.</li>
</ul>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/11/08/dlf_20091108_2330_854f4c51.mp3" target="_self">:</a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Vor 25 Jahren: Uwe Hohn &amp; Co. &amp; grÃ¼nes Licht fÃ¼r Dopingmittel</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/07/20/vor-25-jahren-uwe-hohn-co-grunes-licht-fur-dopingmittel/</link>
		<comments>http://www.jensweinreich.de/2009/07/20/vor-25-jahren-uwe-hohn-co-grunes-licht-fur-dopingmittel/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 13:51:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Oh ja, heute vor 25 Jahren warf der Potsdamer Uwe Hohn seinen Speer im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark beim Olympischen Tag sagenhafte 104,80 Meter weit. Wer den Wurf nochmal sehen mag, <a title="Youtube - Uwe Hohn 1984" href="http://www.youtube.com/watch?v=6YPjh_WwWas" target="_self">klicke bitte hier</a>, dieses Youtube-Video lÃ¤sst sich leider nicht einbetten.Â </p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/07/20/vor-25-jahren-uwe-hohn-co-grunes-licht-fur-dopingmittel/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Die Heldengeschichten kann man an etlichen Stellen nachlesen &#8211; etwa im <a title="ND vom 20. Juli 2009" href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/152472.eine-maechtige-entladung.html" target="_blank">Neuen Deutschland</a>, im <a title="Tagesspiegel vom 20. Juli 2009" href="http://www.tagesspiegel.de/sport/Speerwurf-Uwe-Hohn;art272,2851981" target="_blank">Tagesspiegel</a>, in der <a title="MÃ¤rkische Allgemeine vom 20. Juli 2009" href="http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11562261/62449/Der-Potsdamer-Uwe-Hohn-stellte-vor-Jahren-den.html" target="_blank">MÃ¤rkischen Allgemeinen</a>, auf <a title="sporthelden.de zu Uwe Hohn" href="http://www.sporthelden.de/helden.html?&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=85&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=26&amp;cHash=3f71721b8e" target="_blank">Sporthelden.de</a> oder auf <a title="ard.de zu Uwe Hohn" href="http://sport.ard.de/sp/leichtathletik/news200907/20/hohn_weltrekord_jubilaeum.jsp" target="_blank">ARD.de</a>.</p>
<p>Vielleicht habe ich nicht richtig hingesehen, aber das D-Wort fiel mir nur in <span style="text-decoration: line-through;">einem</span> zwei HalbsÃ¤tzen im Text von Erik Eggers im Tagesspiegel auf. <span style="text-decoration: line-through;">Ein</span> Zwei HalbsÃ¤tze sind ein bisschen wenig.</p>
<p>Ich finde, wenigstens die Anabolikagaben gehÃ¶ren erwÃ¤hnt in derlei Texten. FÃ¼r 1984 notierten die DopingÃ¤rzte und Wissenschaftler fÃ¼r Uwe Hohn den Konsum von 1135 mg Oral-Turinabol. Das war gemÃ¤ÃŸ dieser Angaben einiges weniger als bei den Kollegen Michel (1785), <a title="Wikipedia Detlef Gerstenberg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Detlef_Gerstenberg" target="_blank">Gerstenberg</a> (inzwischen verstorben/2720), Steuk (3890), Timmermann (SchÃ¼tzling von <a title="tag: Werner Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?cat=916" target="_self">Werner Goldmann</a>/3325) oder Beyer (3955).</p>
<p>Quellen:</p>
<ul>
<li>Geheime Forschungsarbeit im FKS Leipzig (heute mit Steuermitteln des Bundes gefÃ¶rdertes IAT) von Hinze/Kuppardt/Reumuth aus dem Jahr 1986: &#8220;Analyse der Wechselbeziehungen von Training, u.M. und Leistungsentwicklung in den leichtathletischen Wurf-/StoÃŸdisziplinen im Olympiazyklus 1980/84&#8243;, S. 1-64</li>
<li>Berendonk, Brigitte: &#8220;Doping Dokumente &#8211; von der Forschung zum Betrug&#8221;, 1991, Seite 128.</li>
</ul>
<p>Und hier noch eines meiner Lieblingsdokumente Ã¼berhaupt zum DDR-Doping und zum vom Olympiaboykott geprÃ¤gten Sommer 1984. Aus den Stasiakten des Chefdopers Dr. Manfred HÃ¶ppner alias IMB &#8220;Technik&#8221;, stellvertretender Leiter des sportmedizinischen Doping-Dienstes (SMD) der DDR, der am 15. Juni 1984 Ã¼ber die Anweisungen von DDR-Sportchef Manfred Ewald notierte:</p>
<blockquote><p>Genosse Ewald forderte die GeneralsekretÃ¤re der VerbÃ¤nde auf, alles zu unternehmen, damit Spitzenleistungen noch vor und unmittelbar nach den Spielen gebracht werden. In diesem Zusammenhang erklÃ¤rte Genosse Ewald, <strong>dass hinsichtlich der Anwendung unterstÃ¼tzender Mittel alles erlaubt sei, entscheidend ist die gebrachte Leistung</strong>.</p>
<p>Unter diesem Zeichen standen auch die DDR-Meisterschaften in Erfurt in der Leichtathletik. Das von Genosse Ewald gegebene so genannte &#8220;grÃ¼ne Licht&#8221; wurde auch bei Athleten der 2. und 3. Reihe angewandt.</p>
<p>Weiterhin wurde festgelegt, dass bei allen Ersatz-WettkÃ¤mpfen der sozialistischen LÃ¤nder, soweit diese nicht mit NSW-Beteiligung erfolgen, keine <a title="Vom Umgang mit Dopingproben" href="http://jensweinreich.de/?p=1313" target="_self">Dopingkontrollen</a> durchgefÃ¼hrt werden. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Der Olympische Tag in der Leichtathletik, heute vor 25 Jahren, bei dem Uwe Hohn seinen Weltrekord warf, galt fÃ¼r die DDR-Sportler Ã¼brigens als Olympia-Ã„quivalent. Das heiÃŸt, es gab PrÃ¤mien und Auszeichnungen, als hÃ¤tte es in Los Angeles einen Olympiasieg gegeben. So war es bereits im Mai mit Erich Honecker abgesprochen.</p>
<p><span id="more-4299"></span>Und so legte die Leistungssportkommission (LSK) am 17. August schlieÃŸlich die PrÃ¤mien und die Teinahme an der Schiffsreise nach Kuba fest. An der Sitzung der LSK nahm auch Thomas KÃ¶hler teil, der DTSB-VizeprÃ¤sident, der bei anderer Gelegenheit gern eine Wunderpille forderte, weil ihm die gÃ¤ngigen Dopingmittel irgendwie nicht wirkungsvoll genug waren. Jener Thomas KÃ¶hler, der <a title="Copy and paste im Bundestag ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4064" target="_self">kÃ¼rzlich</a> zur 40-Jahr-Feier des <a title="&quot;We are family&quot;: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Sportwissenschaft" href="http://jensweinreich.de/?p=4265" target="_self">Sportausschusses</a> in den Reichstag geladen war und sich dort mit dem DOSB-VizeprÃ¤sident Eberhard Gienger austauschte. Von VizeprÃ¤sident zu VizeprÃ¤sident, von Anabolika-Befehlsgeber zu Anabolika-Nutzer. Aber das ist mal eine andere Geschichte. Ich mÃ¶chte meine Leser auch nicht Ã¼berfordern, heute wird gefeiert: 1-0-4-8-0-!-W-A-H-N-S-I-N-N-!</p>

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		<item>
		<title>&#8220;Historische Hypotheken des deutschen Sports&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 10:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die aktuelle Pressemitteilung einiger DDR-Dopingopfer vor dem GesprÃ¤ch mit DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach am morgigen Dienstag in Berlin: DDR-Dopingopfer fordern: DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen und dabei zu verbindlichen Vereinbarungen kommen Eine Gruppe von anerkannten DDR-Dopingopfern (Andreas Krieger, Uwe TrÃ¶mer, Bernd Richter, Ines Geipel) wird am Dienstag, den 30. Juni 2009, [...]]]></description>
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<p>Die aktuelle Pressemitteilung einiger DDR-Dopingopfer vor dem GesprÃ¤ch mit DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach am morgigen Dienstag in Berlin:</p>
<blockquote><p><strong>DDR-Dopingopfer fordern: DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen und dabei zu verbindlichen Vereinbarungen kommen</strong></p>
<p>Eine Gruppe von anerkannten DDR-Dopingopfern (Andreas Krieger, Uwe TrÃ¶mer, Bernd Richter, Ines Geipel) wird am Dienstag, den 30. Juni 2009, in einem GesprÃ¤ch in Berlin mit dem PrÃ¤sidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Thomas Bach, die aus ihrer Sicht dringendsten Themen zum Umgang mit der Dopinghistorie des deutschen Spitzensports besprechen und dabei auf verbindliche LÃ¶sungen drÃ¤ngen.Â </p>
<p>Die Anfang April diesen Jahres erfolgten <a title="Die Propagandamaschine brummt" href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Pauschalentschuldungen</a> fÃ¼r fÃ¼nf dopingbelastete Bundestrainer des Deutschen Leichathletikverbandes (DLV) waren auf den <a title="DDR-Dopingopfer zur &quot;Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">massiven</a> <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral!&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">Protest</a> der <a title="ErklÃ¤rung von DDR-Dopingopfern: &quot;Kein fauler Frieden in der Doping-Aufarbeitung&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3152" target="_self">GeschÃ¤digten</a> getroffen. Ihre BegrÃ¼ndung lautet:</p>
<p>â€žDiese Art anonymisierter Aufarbeitung nivelliert nicht nur die historischen Tatsachen, sie wird auch dem erlittenen Unrecht im DDR-Sport in keiner Weise gerecht&#8221;.</p>
<p>Nach Auffassung der Doping-GeschÃ¤digten ist im Vorfeld der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin â€žeine politisch durchsichtige, aber umso <a title="Notizen vom Sportausschuss (11): &quot;eine besondere Art Mensch&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=4006" target="_self">aggressivere Diskreditierung der Opfer</a> von Seiten der <a title="Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden" href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">Politik</a> und des Sports im Gange.&#8221;</p>
<p><strong>Sie weisen diese Verleumdungen entschieden zurÃ¼ck und verlangen, dass der Regression in der Aufarbeitung deutlich Einhalt geboten wird.</strong></p>
<p><span id="more-4057"></span>In der Frage der dopingbelasteten Trainer halten die ehemaligen Athleten ihren Protest aufrecht und verweisen darauf, dass eine WeiterbeschÃ¤ftigung dieser Trainer nur in Betracht kommen kann, wenn sie ihren AufklÃ¤rungspflichten nachkommen und endlich konkrete Aussagen zum Tatgeschehen treffen, die der Ãœberwindung der vorsÃ¤tzlichen SchÃ¤digungen der Sportlerinnen und Sportler dienen.</p>
<p>Zugleich erinnern sie daran, dass die VerjÃ¤hrungsfrist bei zivilrechtlichen SchadensersatzansprÃ¼chen wegen KÃ¶rperverletzung nach Â§199 Abs. 2 BGB grundsÃ¤tzlich 30 Jahre dauert, gerechnet ab Begehung der Tat.Â </p>
<p>In das GesprÃ¤ch mit DOSB-PrÃ¤sident Bach gehen die frÃ¼heren Athleten mit der Forderung nach einem gemeinsamen Treffen mit Bundesinnenminister Wolfgang SchÃ¤uble, mit dem DLV-PrÃ¤sidenten Clemens Prokop sowie mit einem unabhÃ¤ngigen Juristen zur KlÃ¤rung rechtlicher Fragen sowie zur Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Arbeit der Steiner-Kommission des DOSB.</p>
<p>GesprÃ¤chsthema wird auÃŸerdem die <a title="Die Verbal-Salti des Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?p=4031" target="_self">rechtswidrige Mittelvergabe der SportfÃ¶rderpolitik des Bundes</a> sein, die im Juni des Jahres auch Gegenstand einer <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Petition des Dopingopferhilfevereins</a> (DOH) geworden ist. Hier ist zu klÃ¤ren, ob eine Strafverfolgung der dafÃ¼r Verantwortlichen wegen Untreue gemÃ¤ÃŸ Â§66 StGB in Betracht kommt. In jedem Fall sei es politisch angreifbar, dass BMI-StaatssekretÃ¤r Bergner erst kÃ¼rzlich widersprÃ¼chliche Ã„uÃŸerungen hinsichtlich der MittelrÃ¼ckgabepolitik gemacht hat.</p>
<p>Der DOSB hatte in seinem â€žZehn-Punkte-Aktionsplan gegen Doping&#8221; im Dezember 2006 angekÃ¼ndigt, DDR-Dopingopfer zu bitten, an der DopingprÃ¤vention mitzuwirken, denn niemand kÃ¶nne â€žglaubwÃ¼rdiger als sie Ã¼ber die schlimmen Folgen des Dopings berichten&#8221;. Da der DOSB das Angebot der Doping-GeschÃ¤digten bisher nicht angenommen hat, fordern sie nunmehr die aktive Einbeziehung bei Planung, DurchfÃ¼hrung und Evaluation von Anti-Doping-AktivitÃ¤ten des DOSB, etwa des seit einem Jahr angekÃ¼ndigten Forschungsprojektes zur Aufarbeitung der Dopinggeschichte Deutschlands. Des weiteren soll das GesprÃ¤ch ergeben, wie die MÃ¶glichkeit einer speziellen Dopingopferrente gemeinsam in Angriff zu nehmen ist und wie eine unabhÃ¤ngige Doping-PrÃ¤ventions- und Beratungsstelle in TrÃ¤gerschaft des DOH verwirklicht werden kann. Hier geht es darum, DOSB, SportverbÃ¤nde und Stiftungen zu finanzieller Beteiligung und zu mehr Kooperation zu bewegen, um das Schadensvolumen des deutschen Sports projektiv und nachhaltig aufzufangen.</p></blockquote>
<p>Nachtrag, 15.16 Uhr: Oh, der Herr <a title="www.michael-vesper.de" href="http://www.michael-vesper.de/" target="_blank">Vesper</a> (DOSB-Generaldirektor/BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen) ist verÃ¤rgert Ã¼ber die Pressemitteilung. Tja, er ist es gewÃ¶hnt, die Nachrichten zu bestimmen. Christian Klaue schreibt im <strong>Sportinformationsdienst</strong> u.a.:</p>
<blockquote><p>Berlin (SID) Mit der VerÃ¶ffentlichung eines Forderungskatalogs haben DDR-Dopingopfer vor einem GesprÃ¤ch mit DOSB-PrÃ¤sident Thomas Bach am Dienstag in Berlin (15 Uhr) den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verÃ¤rgert. In einer Pressemitteilung, verbreitet von der Autorin und Literatur-Professorin Ines Geipel, hatte es zuvor geheiÃŸen: &#8220;Der DOSB muss die historischen Hypotheken des deutschen Sports endlich annehmen. Wir werden auf verbindliche<br />
LÃ¶sungen drÃ¤ngen.&#8221;</p>
<p>Der DOSB zeigte sich befremdet, dass vor einem internen GesprÃ¤ch via Presse ein Forderungskatalog &#8220;auf den Tisch geknallt wird&#8221;, wie Generaldirektor Michael Vesper sagte: &#8220;Das ist kein Umgang miteinander. Es lÃ¤sst befÃ¼rchten, dass hier kein ernsthaftes GesprÃ¤ch gesucht wird, sondern eine Ã¶ffentliche Show inszeniert werden soll.&#8221; (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Ich betrachte Vespers Behauptung, es werde &#8220;kein ernsthaftes GesprÃ¤ch gesucht&#8221; nicht nur als Nonsens, sondern als perfide. Politische Propaganda halt.</p>

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		<title>Dichtung und Wahrheit und Ehrendoktor SchÃ¤uble</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 11:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Damit es nicht untergeht in den langen <a title="Kommentar von Andreas Krieger zu Werner Goldmann darf wieder ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3918#comment-9529" target="_self">Kommentarspalten</a>: <a title="Andreas Krieger zum Fall Goldmann" href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a> schrieb gerade:</p>
<blockquote><p>Wissen sie, was mich an der ganzen Geschichte stÃ¶rt? Solche Behauptungen wie von den Herren Schneider und Pottel wÃ¤ren vor zehn Jahren noch nicht gefallen.</p>
<p>Heute greift die VerjÃ¤hrung. Von dieser Seite aus kann ihnen nichts mehr passieren. Dazu bekommen sie durch ihre &#8220;Pauschalentschuldigung&#8221; auch noch RÃ¼ckendeckung von Seiten des Sports und dÃ¼rfen damit ihre Jobs behalten. &#8220;Wie feige!&#8221;</p>
<p>Ich habe mein EM-Gold nicht umsonst abgegeben. Denn ich wusste als Werfer (auch wenn Herr Schneider es anders behauptet) <strong>nicht</strong>, was mir dort verabreicht wurde. Ich habe es erst durch die Prozesse erfahren.</p>
<p>Was wirklich schlimm ist?</p>
<p>Ich komme mir vor wie ein Vergewaltigungsopfer, das vor Gericht zwar Recht bekommen hat, der TÃ¤ter wurde auch verurteilt, aber dennoch werde ich durch damalige MittÃ¤ter immer wieder als die eigentliche Hure hingestellt, die fÃ¼r ihr eigenes Schicksal selbst verantwortlich gemacht wird.</p>
<p>Das ist schlimm und das tut weh.</p></blockquote>
<p>Und das ist die menschliche Dimension dieser Diskussion. Die Opfer werden nicht gehÃ¶rt, daran Ã¤ndert auch ein Treffen nicht, dass es irgendwann vor der Leichtathletik-WM geben soll, das kommt zu spÃ¤t und wird letztlich nur die Propaganda stÃ¤rken.Â TÃ¤ter und deren GÃ¶nner setzen sich einmal mehr durch, in schamloser Weise. Und sie verstoÃŸen gegen zahlreiche Regeln, die in einer demokratischen Gesellschaft eingehalten werden sollten, und deren NichteinhaltungÂ zunÃ¤chst parlamentarische und mÃ¶glicher Weise juristische Konsequenzen haben sollten. Etwa die unsachgemÃ¤ÃŸe Verwendung von vielen Millionen aus Steuermitteln Ã¼ber einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten. Aber die &#8220;Volksvertreter&#8221; <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self">spielen ja mit in diesem unwÃ¼rdigen Spiel</a>, mit <a title="Reaktion im Sportausschuss ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3895" target="_self">einer Ausnahme</a>. Dies ist die, sagen wir, technokratische Dimension dieser Diskussion. Auch die kommt leider zu kurz, weil jene, die die <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Verwendung von Steuermitteln</a> zu verantworten haben, sich mit diesen &#8220;Pauschalentschuldigungen&#8221; selbst aus der Verantwortung stehlen wollen. Dazu zÃ¤hlen DOSB und VorgÃ¤ngerorganisationen, DLV und andere FachverbÃ¤nde, und das BMI &#8211; aber das habe ich oft genug gesagt und dokumentiert.</p>
<p>Passend zur Diskussion ist Ã¼brigens diese Pressemitteilung, die mich soeben aus TÃ¼bingen erreicht (mit falschem Datum, es geht um den 26. Juni 2009):</p>
<blockquote><p>EhrendoktorwÃ¼rde fÃ¼r den Bundesinnenminister Wolfgang SchÃ¤uble</p>
<p>An der Eberhard Karls UniversitÃ¤t TÃ¼bingen findet im Sommersemester 2009 eine auÂ­ÃŸergewÃ¶hnliche Feierstunde statt. Am Freitag, 26. Mai 2009 wird die FakultÃ¤t fÃ¼r Sozial- und Verhaltenswissenschaften dem Bundesminister des Innern,Â </p>
<p align="center"><strong>Herrn Dr. jur. <a title="tag: Wolfgang SchÃ¤uble" href="http://jensweinreich.de/?s=sch%C3%A4uble" target="_self">Wolfgang SchÃ¤uble</a>,</strong></p>
<p>die EhrendoktorwÃ¼rde verliehen. Die Promotionsfeier findet um 12.00 Uhr s.t. im HisÂ­torischen Lesesaal (Bonatzbau, WilhelmstraÃŸe 32) statt, bei der u.a. der MinisterÂ­prÃ¤sident des Landes Baden-WÃ¼rttemberg, Herr GÃ¼nther Oettinger, ein GruÃŸwort und Prof. Dr. Helmut Digel, Direktor des Instituts fÃ¼r Sportwissenschaft, die Laudatio spreÂ­chen werden. Hierzu sind Medienvertreter herzlich eingeladen.</p>
<p>Die FakultÃ¤t fÃ¼r Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Eberhard Karls UniversitÃ¤t TÃ¼bingen wÃ¼rdigt damit die Verdienste von Bundesinnenminister SchÃ¤uble um die Sportwissenschaft, die sich in einer Vielzahl von Reden und BeitrÃ¤gen zu Fragen der Sportpolitik, der SportwissenÂ­schaft und der Sportentwicklung in Deutschland dokuÂ­mentieren. Er hat sich dabei als scharfsinniger AnalytiÂ­ker der Sportentwicklung und als Initiator sportwissenschaftlicher Diskurse erwiesen. Mit der Konzipierung von Fachkonferenzen hat er in der Bundesrepublik Deutschland als ein anerkannter VorÂ­denker auf dem Gebiet der Sportentwicklung ein besonderes Profil gewonnen.</p></blockquote>
<p>Ach ja, Helmut Digel.</p>
<p>Was <a title="tag: HansjÃ¶rg Kofink" href="http://jensweinreich.de/?s=kofink" target="_self">HansjÃ¶rg Kofink</a> davon hÃ¤lt, kann man <a title="Offener Brief Kofink, Juni 2009" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/06/kofink-7609.pdf" target="_blank">hier als pdf-Datei nachlesen</a> (5 Seiten), ein weiterer Offener Brief von Kofink an die Ã¼blichen VerdÃ¤chtigen in BMI, DLV und DOSB etc. pp.</p>

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		</item>
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		<title>Reaktion im Sportausschuss: Dopingtrainer-Diskussion am 17. Juni</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 12:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Manchmal geschehen doch noch Wunder. Ich habe ja unlÃ¤ngst mal nachgefragt, warum sich der Sportausschuss des Bundestages in nun gut fÃ¼nf Monaten noch nicht mit dem dominierenden sportpolitischen Thema eben jener Monate befasst hat: der Frage von <a title="tag: VergangenheitsbewÃ¤ltigung" href="http://jensweinreich.de/?cat=921" target="_self">Persilscheinen fÃ¼r Dopingtrainer</a>. Das Protokoll dieser Anfrage, auf die nur vier von 16 Abgeordneten geantwortet haben, <a title="Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB's im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=3781" target="_self"><strong>ist hier nachzulesen</strong></a>.</p>
<p>Nun steht fest: <strong>Der Ausschuss wird das Thema in seiner Sitzung am 17. Juni behandeln</strong> &#8211; das perfekte Datum fÃ¼r diese Diskussion. Geladen wurde u. a. <a title="Petition des Dopingopferhilfevereins an den Bundestag" href="http://jensweinreich.de/?p=3635" target="_self">Klaus ZÃ¶llig</a>, der Vorsitzende des <a title="Der Dopingopferhilfeverein sagt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3504" target="_self">Dopingopferhilfevereins</a> (DOH).</p>

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		<title>Wolfgang SchÃ¤uble lÃ¤sst Ute Krieger-Krause antworten</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 10:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Einer fehlte noch: Nach DOSB-PrÃ¤sident <a title="Thomas Bach antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3501" target="_self">Thomas Bach</a> (UDIOCM) und DLV-PrÃ¤sident <a title="Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3542" target="_self">Clemens Prokop</a> hat BundesinnenministerÂ Wolfgang SchÃ¤uble nun seinen Parlamentarischen StaatssekretÃ¤r <a title="Tag Christoph Bergner" href="http://jensweinreich.de/?s=christoph+bergner" target="_self">Christoph Bergner</a> auf den <a title="Offener Brief von Ute Krieger-Krause ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3492" target="_self">offenen Brief</a> von Dopingopfer Ute Krieger-Krause antworten lassen.</p>
<p>Hier als jpg, ich hoffe, es lÃ¤sst sich lesen.</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/bergner1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3710" title="Brief Bergner/SchÃ¤uble an UKK, Seite 1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/bergner1.jpg" alt="" width="500" height="630" /></a></p>
<p><span id="more-3708"></span><img class="aligncenter size-full wp-image-3711" title="Brief Bergner/SchÃ¤uble an UKK - Seite 2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/bergner2.jpg" alt="" width="500" height="554" /></p>

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		<title>Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 15:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Antwort von DOSB-Chef Thomas Bach auf den offenen Brief von Ute Krieger-Krause kam per Email und ist schon verÃ¶ffentlicht. (Bach fÃ¼hrt neuerdings in Interviews an, er stehe mit Frau Krieger-Krause im Briefwechsel&#8221;.) Die Antwort von DLV-PrÃ¤sident Clemens Prokop kam per Post und wird hier nun verÃ¶ffentlicht. Steht noch aus: ein Schreiben von Wolfgang SchÃ¤uble. [...]]]></description>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2009%252F04%252F16%252Fclemens-prokop-antwortet-ute-krieger-krause%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Clemens%20Prokop%20antwortet%20Ute%20Krieger-Krause%22%20%7D);"></div>
<p>Die <a title="Thomas Bach antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3501" target="_self">Antwort</a> von DOSB-Chef Thomas Bach auf den <a title="Offener Brief von Ute Krieger-Krause ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3492" target="_self">offenen Brief von Ute Krieger-Krause</a> kam per Email und ist schon verÃ¶ffentlicht. (Bach fÃ¼hrt neuerdings <a title="DLF vom 9. April 2009: Interview mit Thomas Bach" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/947604/" target="_blank">in Interviews</a> an, er stehe mit Frau Krieger-Krause im Briefwechsel&#8221;.) Die Antwort von DLV-PrÃ¤sident Clemens Prokop kam per Post und wird hier nun verÃ¶ffentlicht. Steht noch aus: ein Schreiben von Wolfgang SchÃ¤uble.</p>
<p>Prokop schreibt am 8. April 2009:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau Krieger-Krause,</p>
<p>eigentlich antworte ich auf â€žoffene Briefe&#8221; nicht, da in der Regel Mit solchen Briefen nur Ã¶ffentliche Wirkungen, nicht aber ProblemlÃ¶sungen angestrebt werden. Bei Ihrem Brief mache ich eine Ausnahme. Allerdings antworte ich nur mit einem an Sie persÃ¶nlich adressierten Brief, weil ich mich um eine LÃ¶sung des Konfliktes bemÃ¼hen mÃ¶chte.</p>
<p>Ich kann Ihre persÃ¶nliche Betroffenheit, die aus jeder Zeile Ihres Briefes spricht, grundsÃ¤tzlich nachvollziehen. Allerdings muss ich den Passagen, die sich auf den DLV beziehen, doch wiedersprechen. So erscheint es mir unrichtig, dass Betroffene, die den DLV GesprÃ¤chsbedarf signalisiert hatten, vor verschlossenen TÃ¼ren gestanden wÃ¤ren. FÃ¼r mich selbst gilt, dass ich jedem Doping-Opfer, das um ein GesprÃ¤ch gebeten hat, persÃ¶nlich fÃ¼r ein solches zur VerfÃ¼gung gestanden habe. Unrichtig ist auch die Behauptung, der DLV wÃ¼rde sich weigern, das Problem der dopingverseuchten Rekorde ernsthaft zu behandeln.<span id="more-3542"></span></p>
<p>TatsÃ¤chlich haben wir auf nationaler und internationaler Ebene versucht, mit Wirkung ab 01.01.2000 neue Rekordlisten einzufÃ¼hren. Leider waren unsere BemÃ¼hungen erfolglos. Danach haben wir versucht, Rekorde, die auf Doping beruhen, als Einzelrekorde zu lÃ¶schen. Hierbei sind wir vor allem auf juristische Probleme gestoÃŸen. Rechtsexperten haben uns darauf hingewiesen, dass dieÂ  von Rekordhaltern gegen uns bereits angekÃ¼ndigten gerichtlichen Schritte mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein wÃ¼rden und wir mit erheblichen Schadensersatzforderungen zu rechnen hÃ¤tten.</p>
<p>Angesichts dessen hat der DLV beschlossen, vorlÃ¤ufig die Streichung der Rekorde nicht weiter zu verfolen und stattdessen alle verfÃ¼gbaren finanziellen Mittel in die aktuelle BekÃ¤mpfung des Dopings zu investieren. Den Rekordlisten wurde ein Hinweis vorangestellt, in dem auf die Dopingproblematik hingewiesen wurde.</p>
<p>Ich bedaure, dass Sie unser Angebot zur Kommunikation ablehnen. Ich mÃ¶chte aber betonen, dass ich unverÃ¤ndert und persÃ¶nlich zu GesprÃ¤chen bereit bin.Â </p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p>Dr. Clemens Prokop</p></blockquote>
<p>Nun gut, die Darstellung der Rekordfrage ist nicht unstrittig undf etwas einseitig verkÃ¼rzt,Â so wie es auch der Bundesinnenminister nicht korrekt darstellt, worauf ich bereits hingewiesen habe. Alle Gutachten zur Rekordfrage finden sich ebenfalls in diesem Beitrag verlinkt: <a title="Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">&#8220;Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden&#8221;</a>.</p>

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		<title>DOSB-General Michael Vesper schreibt &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 12:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<blockquote><p>Im Sport spielt die Glaub- und VertrauenswÃ¼rdigkeit seiner leitenden Mitarbeiter eine herausragende Rolle. Haupt- und ehrenamtliche FunktionÃ¤re im Sport sollten &#8211; orientiert an den in seinen Leitbildern formulierten GrundsÃ¤tzen &#8211; Vorbildwirkung entfalten. Bundestrainern/-innen und StÃ¼tzpunktleitern/-innen sind viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anvertraut, so dass es gerade bei ihnen in besonderem MaÃŸe auf VertrauenswÃ¼rdigkeit und Vorbildwirkung ankommt. Dies gilt auch im Hinblick auf breite Ã¶ffentliche Wirkung vieler Sportarten und die damit einhergehende PublizitÃ¤t jedes auftretenden Problemfalls.</p>
<p><em>Michael Vesper, DOSB-Generaldirektor</em></p></blockquote>
<p>Vorsorglich, falls die <a title="Die Propagandamaschine brummt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Propaganda</a> darauf hinaus laufen sollte, dass kÃ¼nftig auch die Stasi-Richtlinien und die entsprechenden ÃœberprÃ¼fungen gelockert oder ganz und gar aufgegeben werden sollten, stelle ich ein wichtiges Dokument zur Diskussion. Anbei also als <a title="Brief Michael Vesper zum StUG vom 23. Oktober 2006" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006.pdf" target="_blank">pdf-Datei</a> und nachfolgend komplett als jpg ein Brief aus dem Oktober 2006, in dem DOSB-General Michael Vesper (BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen) ausdrÃ¼cklich im Namen seines Vorgesetzten Thomas Bach (FDP) darum bittet, dem organisierten Sport im damals zu novellierenden Stasiunterlagengesetz weitere ÃœberprÃ¼fungsmÃ¶glichkeiten einzurÃ¤umen. Momentan aber hÃ¶rt man, es gebe Bestrebungen, ÃœberprÃ¼fungen fÃ¼r die kommenden Winterspiele in Vancouver nicht mehr durchzufÃ¼hren.</p>
<p>Vesper argumentierte im Oktober 2006 u. a.:</p>
<blockquote><p>Die finanzielle FÃ¶derung durch das Bundesministerium des Innern, dessen Zuwendungsrichtlinien und die damit verbundene Erwartungshaltung eines &#8220;sauberen Sports&#8221; spielen ebenfalls eine wichtige Rolle fÃ¼r die Beurteilung des Sachverhalts, In diesen Richtlinien werden die SpitzenverbÃ¤nde des Sports ausdrÃ¼cklich verpflichtet, keine Personen zu beschÃ¤ftigen, die frÃ¼her fÃ¼r die Stasi tÃ¤tig waren. Somit verlangt die Bundesregierung vom Sport explizit, FÃ¤lle von Stasi-Verwicklungen aufzudecken und die ggfs. notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Ohne fortgeltende ÃœberprÃ¼fungsmÃ¶glichkeiten kÃ¶nnte der Sport dieser Aufgabe in den Bewilligungsbescheiden nicht in dem zu Recht erwarteten Umfang entsprechen.</p>
<p>Wie den jÃ¤hrlichen Berichten der Bundesbeauftragten zu entnehmen ist, sind die dort liegenden Unterlagen bisher nur zu ca. 60 % erschlossen und ausgewertet. Es steht daher zu erwarten, dass in den kommenden Jahren noch viele Unterlagen gefunden werden, aus denen sich eine Verstrickung von Mitarbeitern/-innen des deutschen Sports in AktivitÃ¤ten der Stasi ergeben kÃ¶nnte. (&#8230;)</p>
<p>Es wÃ¤re den BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rgern nicht zu vermitteln, dass die Bespitzelung und Denunziation von Mannschaftsmitgliedern nunmehr plÃ¶tzlich keine Rolle mehr bei der Besetzung von FÃ¼hrungspositionen im Sport spielen soll.</p></blockquote>
<p>Hier das komplette Schreiben:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3527" title="dosb-stug-23102006_seite_1" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_1.jpg" alt="" width="500" height="718" /><br />
<span id="more-3524"></span><br />
<img class="aligncenter size-full wp-image-3528" title="dosb-stug-23102006_seite_2" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_2.jpg" alt="" width="500" height="593" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3529" title="dosb-stug-23102006_seite_3" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_3.jpg" alt="" width="500" height="594" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3530" title="dosb-stug-23102006_seite_4" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_4.jpg" alt="" width="500" height="599" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3531" title="dosb-stug-23102006_seite_5" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/dosb-stug-23102006_seite_5.jpg" alt="" width="500" height="417" /></p>

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		<title>Offener Brief von Gerhard Treutlein an Clemens Prokop</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 09:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist pervers: Der organisierte Sport war Ã¼ber 20 Jahre nicht an einer Aufarbeitung interessiert, schlimmer, er war mit Billigung oder sogar UnterstÃ¼tzung von BMI und BISp TÃ¤ter, z.B. bei der Anstellung belasteter Trainer &#8230; Professor Gerhard Treutlein, Leiter des Zentrums fÃ¼r DopingprÃ¤vention an der PH Heidelberg, der sich hier im Blog schon mit einem [...]]]></description>
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<blockquote><p><strong>Es ist pervers: Der organisierte Sport war Ã¼ber 20 Jahre nicht an einer Aufarbeitung interessiert, schlimmer, er war mit Billigung oder sogar UnterstÃ¼tzung von BMI und BISp TÃ¤ter, z.B. bei der Anstellung belasteter Trainer &#8230;</strong></p></blockquote>
<p>Professor Gerhard Treutlein, Leiter des <a title="Zentrum fÃ¼r DopingprÃ¤vention" href="http://www.contradoping.de/j2/" target="_self">Zentrums fÃ¼r DopingprÃ¤vention</a> an der PH Heidelberg, der sich hier im Blog schon mit einem <a title="Gerhard Treutlein: &quot;Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt ...&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2745" target="_self">Grundsatzbeitrag zur Vergangenheitsaufarbeitung</a> beteiligt hat und seitdem auch regelmÃ¤ÃŸig mitdiskutiert, schreibt heute einen Offenen Brief an Clemens Prokop, den PrÃ¤sidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV):</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Dr. Prokop,</p>
<p>am 18.3.2009 habe ich Ihnen geschrieben und Ihnen meine GesprÃ¤chsbereitschaft signalisiert. Da ich bis heute keine Antwort von Ihnen erhalten habe, gehe ich davon aus, dass ich fÃ¼r Sie einer Antwort nicht wÃ¼rdig bin. Weitere Schreiben an die Verantwortliche fÃ¼r die Dopingproblematik im DLV, RA Anne Jakob, im Jahr 2008 wurden ebenfalls nicht beantwortet, ebenso wenig die in den Schreiben gestellten Fragen. Die von Ihnen in anderer Richtung signalisierte GesprÃ¤chsbereitschaft scheint mir gegenÃ¼ber nicht zu bestehen, weshalb ich meine Schreiben an Journalisten weitergebe.</p>
<p>Sie haben der Presse gegenÃ¼ber begrÃ¼ÃŸt, dass sich fÃ¼nf Trainer erklÃ¤rt haben (ohne inhaltliche Konkretisierung). Meines Wissens waren Sie frÃ¼her aktiver Leichtathlet und sind seit 1993 Mitglied des PrÃ¤sidiums des DLV, bzw. seit 2001 PrÃ¤sident. Sie dÃ¼rften deshalb &#8211; Ã¼ber den Inhalt der BÃ¼cher von Singler und Treutlein hinaus &#8211; weit reichende Kenntnisse zur Leichtathletik, zur Dopingproblematik und zum westdeutschen Sport haben. Deshalb ist fÃ¼r mich verwunderlich, warum erst jetzt eine ErklÃ¤rung der fÃ¼nf Trainer erfolgt und warum nicht weit frÃ¼her Personen wie z.B. &#8211; in unsystematischer Reihenfolge &#8211; Blattgerste, Steinbach, Kern, Thiele, Schubert, Bechtold, Steinmetz, Spilker u.a.m. zu einer umfassenden Offenlegung der Vergangenheit gedrÃ¤ngt wurden. Erst dieÂ  Bereitschaft solcher Personen (ebenso in anderen VerbÃ¤nden), zur AufklÃ¤rung der Vergangenheit beizutragen, wÃ¼rde dem 500.000-Euro-Auftrag zur Dopingvergangenheit eine gewisse Berechtigung geben.</p>
<p>Welche konkreten Erwartungen hat der DLV an ein solches Dopinggeschichte-Projekt? Ist der DLV Ã¼berhaupt an einer Aufarbeitung der Dopingproblematik in seinen eigenen Reihen interessiert?</p>
<p><span id="more-3509"></span>Immerhin haben IAAF und DLV schon 1970 Anabolika in der Leichtathletik verboten, trotzdem wurde intensiv gedopt. Immerhin ist bereits 1972 ein Bundestrainer Ihres Verbandes (Kofink) zurÃ¼ckgetreten, weil er die Haltung des Verbandes in Sachen Anabolika nicht mittragen wollte. Warner wie Horst Klehr oder RÃ¼diger Nickel wurden ebenso wenig gehÃ¶rt wie die Aktivensprecherin Brigitte Berendonk oder der renommierte Krebsforscher Werner Franke. Zu welchen Konsequenzen ist der DLV heute bereit und warum wurden solche nicht schon in der Vergangenheit gezogen?</p>
<p>Der DLV steht wie die anderen SportverbÃ¤nde im Zwiespalt: Medaillen und EndkampfplÃ¤tze bringen hÃ¶here staatliche Alimentierung, die Absage an Doping wird mÃ¶glicherweise erwartet aber nicht finanziell honoriert. Nicht einmal 1972 in MÃ¼nchen hat sich der DLV dazu durchringen kÃ¶nnen, Dopingablehnende Athlet(inn)en ohne Endkampfchance aber mit Olympianorm zu Olympischen Spielen im eigenen Land zu nominieren. Nicht ohne Grund hat sich der Hochschulsportverband ADH, der fÃ¼r sich immer erhebliche ProgressivitÃ¤t in Anspruch nahm, meinem Antrag auf BemÃ¼hungen um die Abwahl des FISU- und IAAF-PrÃ¤sidenten Nebiolo verweigert. Nebiolo war mit einiger Wahrscheinlichkeit einer der grÃ¶ÃŸten BetrÃ¼ger im internationalen Sport; auch der DLV ist nie gegen ihn vorgegangen, obwohl Nebiolo wegen seiner BetrÃ¼gereien als PrÃ¤sident des italienischen Leichtathletikverbands zurÃ¼cktreten musste. Massives Eintreten im internationalen Sport fÃ¼r Sauberkeit gefÃ¤hrdet die Zuweisung von Meisterschaften ebenso wie den Zugang zu Posten. Aber um was soll es im Leistungssport der Zukunft gehen, primÃ¤r um Medaillen ohne RÃ¼cksicht auf die eingesetzten Mittel oder um die MÃ¶glichkeiten der PersÃ¶nlichkeitsentwicklung fÃ¼r junge Menschen? Und wenn der Schwerpunkt beim zweiten Punkt gesetzt werden sollte, wie schlÃ¤gt sich das in der Trainerausbildung und in der Postenvergabe aus?</p>
<p>Thomas Kistner (SÃ¼ddeutsche Zeitung) beklagte am 9.11.1993 UnfÃ¤higkeit beim DSB und Unwilligkeit beim NOK beim Aufarbeiten der Dopingproblematik; anstatt sich selbst zu bemÃ¼hen, wurde vom organisierten Sport beklagt, dass Journalisten leichter Zugang zu den Stasi-Akten fanden als die VerbÃ¤nde (SÃ¼ddeutsche Zeitung, 9.11.1993). Wenn entgegen dem Willen des untÃ¤tigen organisierten Sports dennoch Fakten an die Ã–ffentlichkeit kamen, richtete dieser Klagen gegen die Gauck-BehÃ¶rde, z.B. DSB-PrÃ¤sident Hansen am 15. Oktober 1993: â€žHansen beschwert sich bei der Gauck-BehÃ¶rde. â€žSportbund verÃ¤rgert Ã¼ber gezielten Umgang mit Stasi-Aufzeichnungen aus dem DDR-Sport&#8221; (SÃ¼ddeutsche Zeitung 15.10.1993). Der Wille zur Aufarbeitung war in der Vergangenheit kaum gegeben; &#8211; ich erinnere an die BemÃ¼hungen von Harald Schmid und Heide Rosendahl in den 90er Jahren und den RÃ¼cktritt von Theo Rous 1991- deshalb ist die jetzt entbrannte Schlussstrichdebatte verstÃ¤ndlich, denn sonst mÃ¼ssten ja die Ursachen fÃ¼r UntÃ¤tigkeit offen gelegt und Verantwortlichkeiten geklÃ¤rt werden. &#8211; Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt, wird immer wieder von ihr eingeholt! Und er behindert die BemÃ¼hungen um eine bessere Zukunft!</p>
<p>Es ist pervers: Der organisierte Sport war Ã¼ber 20 Jahre nicht an einer Aufarbeitung interessiert, schlimmer, er war mit Billigung oder sogar UnterstÃ¼tzung von BMI und BISp TÃ¤ter, z.B. bei der Anstellung belasteter Trainer oder der Verleihung der EhrenprÃ¤sidentschaft an den frÃ¼heren DVfL-PrÃ¤sidenten Wieszisk. Immerhin hatte das PrÃ¤sidium Digel so viel SensibilitÃ¤t, Helmut Meyer nicht zum EhrenprÃ¤sidenten zu ernennen. Das gleiche PrÃ¤sidium hat aber auch nichts zur Ehrenrettung des PrÃ¤sidenten Munzert unternommen, der nach seiner eigenen Aussage von Leuten wie Spilker, Sturm u.a.m. aus dem Amt gemobbt wurde. Schon lÃ¤ngst mÃ¼sste ein Preis mit dem Namen Munzert verbunden werden, einem PrÃ¤sidenten, der wie kein anderer fÃ¼r Sauberkeit stand. Es muss PrÃ¤sidenten des DLV schmerzen, von bekannter Seite vorgeworfen zu bekommen, einen Fall Dressel hÃ¤tte es im DVfL nie gegeben.</p>
<p>Diejenigen, die fÃ¼r AufklÃ¤rung sorgten und sorgen, wurden ins Abseits gestellt. Deshalb steht das von DOSB, BMI, BISp) initiierte Forschungsprojekt unter hohem Erwartungsdruck und unter sehr kritischer Beobachtung. Wie benannte der damalige DLV-VizeprÃ¤sident (und heutige PrÃ¤sident des Deutschen Volleyballverbands) von Moltke bei einer Veranstaltung der ZehnkÃ¤mpfer in Bad Nauheim im Herbst 1991 das gerade erschienene und von mir dort verteilte Berendonkbuch? â€žPamphlet!&#8221; Oder wie Ã¤uÃŸerten sich ein ehemaliger FachverbandsprÃ¤sident und ein Abteilungsleiter bei einem Fest im Herbst 1991 zum Engagement von Brigitte Berendonk: â€žDer mÃ¼sste man aufs Maul hauen&#8221;. Wann wird der DLV Brigitte Berendonk, seine mutigste Athletin &#8211; das damalige PrÃ¤sidium lehnte es ab, sie und ihren Mann Werner Franke zum Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen -Â  die Anerkennung zukommen lassen, die ihr fÃ¼r ihre vorbildliche sportliche Haltung gebÃ¼hrt? Im Gegenteil, ich befÃ¼rchte, dass eine EinschÃ¤tzung wie die oben wiedergegebenen gegenÃ¼ber diesem und entsprechenden anderen BÃ¼chern (z.B. von Andreas Singler und mir) im DLV immer noch vorherrscht. Insofern mÃ¼sste PrÃ¤vention bei der Arbeit mit den PrÃ¤sidien der SportverbÃ¤nde ansetzen.</p>
<p>Entschuldigen Sie, Herr PrÃ¤sident, wenn ich Ihnen weder Ihre andernorts bekundete GesprÃ¤chsbereitschaft noch die Bereitschaft zu Konsequenzen gegenÃ¼ber Dopingvergangenheit des DLV abnehme.</p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen!</p>
<p>Prof. Dr. Gerhard Treutlein</p></blockquote>
<p>Am 18. MÃ¤rz 2009 hatte Treutlein an Prokop diesen Brief geschrieben:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;">Betr.: <a title="Goldmann &amp; Co. oder: der Gordische Knoten" href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">Ihre Ã„uÃŸerungen bei der Hallen-DM in Leipzig zur Dopingforschung</a></span></p>
<p>Sehr geehrter Herr Prokop,</p>
<p>2005 habe ich Ihnen beim DLV-Sportfest in NÃ¼rnberg BÃ¼cher von Andreas Singler und mir zur Doping-Thematik Ã¼berreicht. Im ersten Band â€žDoping im Spitzensportâ€œ geht es vorwiegend um Doping in Westdeutschland, vor allem auch in der Leichtathletik. In diesem Buch sind viele Namen genannt (damit eine wesentliche ErgÃ¤nzung zum Buch von Brigitte Berendonk von 1991). Konsequenzen aus den genannten Fakten und Namen hat der DLV praktisch nie gezogen, auch nicht mit uns Kontakt aufgenommen (Ausnahme: regelmÃ¤ÃŸiger Kontakt mit Theo Rous).</p>
<p>Umso Ã¼berraschter war ich, als ich von Ihrer Ã„uÃŸerung in Leipzig hÃ¶rte, der DLV wÃ¼rde groÃŸe Hoffnungen auf das von DOSB und BMI geplante Forschungsprojekt zum Thema â€žDoping in Deutschlandâ€œ setzen. In meinem Brief vom 5.11.2008 an den Direktor des Bundesinstituts fÃ¼r Sportwissenschaft, Herrn JÃ¼rgen Fischer, habe ich erlÃ¤utert, warum ich mich nicht um das 500.000Euro-Projekt bewerbe; die Erfolgsaussichten eines solchen Projekts gehen gegen Null.</p>
<p>Zusammen mit Andreas Singler habe ich 1997 â€“ 1999 ohne FÃ¶rderung durch den organisierten Sport, das BISp oder das BMI 45 Zeitzeugeninterviews â€“ vorwiegend mit Leichtathleten â€“ durchgefÃ¼hrt; die Zeitzeugen haben uns zum groÃŸen Teil gekannt; wir haben ihnen eine eidesstattliche Versicherung mit der Garantie der Anonymisierung Ã¼berreicht. Die Zeitzeugen waren zum groÃŸen Teil sehr hochkarÃ¤tig. Nur â€“ wenn ich die Funktion nennen wÃ¼rde, wÃ¤ren sie leicht zu identifizieren. Aus den Zeitzeugenaussagen ebenso wie aus der Bearbeitung von 13.000 Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitten und anderen Materialien mehr ergibt sich der Gesamteindruck, dass der Wille zur grÃ¼ndlichen Bearbeitung des Dopingthemas im DLV gefehlt hat; Ã¼ber Jahrzehnte hinaus war Doping im DLV erwÃ¼nscht und regelrecht gefordert. Noch lebende Akteure jener Jahre werden bei der WM auf der EhrentribÃ¼ne sitzen (besonders putzig wÃ¤re natÃ¼rlich, wenn z.B. Ilse Bechtold eine Siegerehrung durchfÃ¼hren wÃ¼rde). Allerdings war der DLV mit dieser Haltung unter den FachverbÃ¤nden in keiner Weise allein.</p>
<p>In der Anlage schicke ich Ihnen mein Schreiben an Herrn Fischer (BISp). Aus unserer Ã¼ber vierjÃ¤hrigen Projektarbeit weiÃŸ ich, welche Schwierigkeiten das Bearbeiten dieses schwierigen Themas mit sich bringt. Von daher die Frage: In welchen Punkten erhoffen Sie sich weitergehende AufklÃ¤rung, zu welchen Konsequenzen ist der DLV bereit und warum haben die VerÃ¶ffentlichungen von Berendonk und Singler/Treutlein praktisch zu keinen Konsequenzen gefÃ¼hrt (auÃŸer der Streichung von der Ehrengastliste des DLV â€¦)? In einer weiteren Anlage habe ich einige wesentliche Stationen der Behandlung der Dopingproblematik im DLV aufgelistet.Â  Sie sehen dabei einige Namen, die auch heute noch eine Rolle in der Leichtathletik spielen. Mir ist nicht bekannt, dass auch nur ein Einziger im DLV Nachteile aus seiner dopingfreundlichen Haltung oder sein gerichtsfesten Benennung als Doper erfahren hat.</p>
<p>Idealtypisch fÃ¼r den Umgang des DLV mit der Dopingproblematik sind folgende VorfÃ¤lle:</p>
<ul>
<li>Mir waren 1991 vor dem Erscheinen des Berendonk-Buchs eine Reihe Dopingdokumente bekannt. Da ich die Leichtathletik vor Schaden schÃ¼tzen und dem DLV Zeit zur Vorbereitung auf das Berendonk-Buch geben wollte, habe ich zusammen mit einem Kollegen ca. 3 Wochen vor dem Erscheinen (13.9.1991) den DLV-PrÃ¤sidenten Helmut Meyer angeschrieben und ihn Ã¼ber das Erscheinen des Buchs wie auch Ã¼ber die Typen von Dokumenten, auf denen das Buch basiert, informiert. Die Reaktion von Meyer: Zusammen mit Jan Kern hat er versucht, mit einer PresseerklÃ¤rung das Buch vorab madig zu machen. Der ebenfalls informierte Theo Rous hat dagegen alle Anstrengungen unternommen, um fÃ¼r den DLV glaubwÃ¼rdig mit der drohenden Katastrophe umzugehen und den Verband vor Schaden zu bewahren. Da er allein gelassen wurde, trat er dann beim auÃŸerordentlichen Verbandstag 1991 zurÃ¼ck.</li>
<li>ImÂ  September 1991 wurde bei einer Sitzung des DLV die Einrichtung einer groÃŸen UntersuchungskommissionÂ  beschlossen; der Journalist Robert Hartmann hat mich als Mitglied vorgeschlagen. Bei einer vorbereitenden Sitzung im Oktober 1991 hat Helmut Meyer die Anwesenden damit Ã¼berrascht, dass erst eine Juristenkommission die Frage der WeiterbeschÃ¤ftigung der 32 DDR-Trainer bearbeiten mÃ¼sse. D.h. Leute wie ich wurden an der Nase herumgefÃ¼hrt. Der Aktivensprecher Schult faselte etwas davon, er habe noch nie etwas von Doping mitbekommen. Als ich ihm ein Dokument zeigte mit seinem Namen im Klartext (Kombination von Training mit Dopingmitteln), machte er sich eine Kopie davon, behauptet aber bis heute, er habe nie gedopt. Ich habe dann spÃ¤ter die Dokumente Theo Rous zukommen lassen. Die geplante Untersuchungskommission kam nie zustande; da ist es nicht verwunderlich, dass es beim BDR 2007 Ã¤hnlich lief.</li>
<li>Bei einer Veranstaltung habe ich die Vorsitzende des thÃ¼ringischen Leichtathletikverbands, Frau LÃ¶ffler, darauf angesprochen, dass der verurteilte Doper Spilker ausgerechnet Rechtswart (spÃ¤ter zusÃ¤tzlich VizeprÃ¤sident) im LSB ThÃ¼ringen sei. Sie sah darin kein Problem, denn er leiste sehr gute Arbeit. Spilker war als Ehrengast auf der EhrentribÃ¼ne bei der DM in Erfurt 2007. Der LSB ThÃ¼ringen wollte die PrÃ¤ventionsbroschÃ¼re â€žSport ohne Dopingâ€œ (dsj/Treutlein et al.) nicht einsetzen so lange ein Zitat von Spilker nicht beseitigt wÃ¼rde.</li>
<li>2002 wurde auf mein Betreiben hin der DLV Ã¼ber Dopingvertuschungspraktiken der ungarischen Werfer (Anus, Fazekas) informiert. Bei der EM 2002 in MÃ¼nchen soll es trotzdem keine Kontrolle im Diskuswerfen gegeben haben; Anus und Fazekas sind trotz dieser Information erst 2004 bei den Olympischen Spielen aufgeflogen.</li>
<li>Bei meinem letzten Aufenthalt in der DLV-GeschÃ¤ftsstelle 2007 kam mir auf der Treppe der ehemalige Bundestrainer Steinmetz entgegen, der nach dem Urteil des Landgerichts Heidelberg von 1991 als Doper bezeichnet werden darf. Steinmetz kennt mich nicht, hat noch nie mit mir ein Wort gewechselt. Trotzdem hat er mich einer ehemaligen Studentin von mir gegenÃ¼ber als â€žVerbrecherâ€œ bezeichnet. Leute wie Steinmetz sind beim DLV immer noch gerne gesehen, ich nicht. Das DLV-PrÃ¤sidium hat ja auch abgelehnt, Werner Franke und Brigitte Berendonk fÃ¼r das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen.</li>
</ul>
<p>Im letzten Jahr hat mich die RechtsanwÃ¤ltin des DLV, Anne Jakob, mit Terminsetzung (7.4.) angeschrieben und mich zur Stellungnahme zu einem Zitat in der FAZ aufgefordert. Ich habe geantwortet; in meinem Antwortschreiben habe ich dann meinerseits einige Fragen zum Umgang des DLV mit der Dopingproblematik gestellt â€“ eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten, ebenso auf nachfolgende Schreiben. Wenn schon der DLV sich weigert, auf Fragen Antworten zu geben, woher nehmen Sie dann die Hoffnung, dass bei einem 500.000Euro-Prokjekt offen und ehrlich geantwortet werden wird? Wird der DLV z.B. sein Archiv zugÃ¤nglich machen und seinen jetzigen und frÃ¼heren Angestellten z.B. Antwortgenehmigung erteilen?</p>
<p>Bei der AnhÃ¶rung des Bundestagsausschusses Sport zur FÃ¶rderung des BDR wurde ich ja von allen Seiten wegen meiner PrÃ¤ventionsaktivitÃ¤ten hoch gelobt (beim DLV gibt es anscheinend hierzu eine Kontaktsperre) und das DLV-PrÃ¤sidiumsmitglied Dagmar Freitag hat mich als â€žbekanntermaÃŸen sehr glaubwÃ¼rdigâ€œ bezeichnet. Eine Anfrage an Frau Freitag, warum ich dann von der Ehrengastliste des DLV gestrichen wurde, wurde nicht beantwortet.</p>
<p>Entgegen allen Ethik-Diskussionen konnten und kÃ¶nnen Athleten quasi mit abmontierten ethischen Bremsen ihre ethikfreie DopingmentalitÃ¤t entwickeln, idealtypisch dafÃ¼r die Aussage des Olympiasiegers im Diskuswerfen, Danneberg (1984): â€žKÃ¤se, was hat denn Ethik mit Profisport zu tun? Es geht um Leistung. Dieser viel strapazierte Begriff Ethik: Das ist doch ein fÃ¼rchterliches Gewabbel und Geschwabbelâ€œ (Sports 3, 1989, 124). Die Dannebergâ€™sche MentalitÃ¤t wirkt im Leistungssport bis in die Gegenwart weiter; sie schlÃ¤gt sich z.B. in dem offenen Brief von 20 Leichtathleten zugunsten der WeiterbeschÃ¤ftigung des ehemaligen DDR-Doping-Trainers Goldmann nieder. Solche Athleten scheinen sich berechtigt zu fÃ¼hlen, ein Bremsen ihres Leistungsstrebens durch Ethik und Moral abzulehnen â€“ wer hat sie erzogen/sozialisiert???. Allerdings: Die Vergangenheit von Herrn Goldmann war wohl schon 1991, spÃ¤testens aber mit der Verurteilung in den Berliner Prozessen 1999 bekannt. Folgen hatte dies im DLV nicht. Und Herr Goldmann wird in Anbetracht des jahrzehntelangen Umgangs mit seiner Vergangenheit jeden Arbeitsgerichtsprozess gewinnen.</p>
<p>In unseren Befragungen (Singler/Treutlein) hat sich herausgestellt, dass das Umfeld der Athleten fÃ¼r die Entwicklung einer DopingmentalitÃ¤t oder ihre Verhinderung enorm wichtig ist. Zu ihrer Verhinderung wurde und wird im DLV zu wenig getan; die Information der Athleten zu Dopingregeln und zum Ablauf von Dopingkontrollen ist hier eindeutig zu wenig. So kann ein VerantwortungsgefÃ¼hl der Athleten und ihres Umfelds fÃ¼r sich selbst, aber auch fÃ¼r das Schicksal des DLVÂ  und der IAAF kaum entwickelt werden. Im ADH habe ich im Rahmen meiner begrenzten MÃ¶glichkeiten versucht gegenzuhalten.</p>
<p>Zu einem GesprÃ¤ch bin ich jederzeit gerne bereit, auch zur UnterstÃ¼tzung des DLV bei der Bearbeitung seiner Vergangenheit und/oder bei der DurchfÃ¼hrung von DopingprÃ¤ventions-AktivitÃ¤ten.</p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen!</p>
<p>Prof. Dr. Gerhard Treutlein</p></blockquote>

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		<title>Der Dopingopferhilfeverein sagt &#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 08:17:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; auch dieÂ Mitteilung des verdienstvollen Dopingopferhilfevereins (DOH) gibt es hier: Zur Reinwaschung von Fachdopern Bundesministerium des Innern, Deutscher Olympischer Sportbund und Deutscher Leichtathletik-Verband glauben, im Jahr 20 nach dem Mauerfall sei die Zeit gekommen, durch Dopingmittelvergabe belasteten Trainern eine Generalamnestie zu erteilen. Entgegen dem Ã¶ffentlichen Widerspruch der GeschÃ¤digten des DDR-Staatsdopings glauben sie, ohne Einbeziehung der [...]]]></description>
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<p>&#8230; auch dieÂ Mitteilung des verdienstvollen Dopingopferhilfevereins (<a title="Webseite des DOH" href="http://www.dohev.de/main.php/rubrik/aktuelles" target="_blank">DOH</a>) gibt es hier:</p>
<blockquote><p><strong>Zur Reinwaschung von Fachdopern</strong></p>
<p>Bundesministerium des Innern, Deutscher Olympischer Sportbund und Deutscher Leichtathletik-Verband glauben, im Jahr 20 nach dem Mauerfall sei die Zeit gekommen, durch Dopingmittelvergabe belasteten Trainern eine Generalamnestie zu erteilen. Entgegen dem Ã¶ffentlichen Widerspruch der GeschÃ¤digten des DDR-Staatsdopings glauben sie, ohne Einbeziehung der Opfer und des DOH e.V. Ã¼ber den Wert einer pauschalen â€žEntschuldigung&#8221; dieser Trainer entscheiden zu kÃ¶nnen.</p>
<p>Ein solches Vorgehen fÃ¼hrt sich selbst ad absurdum. â€žGestÃ¤ndnisse&#8221;, die nach zwanzig Jahren nicht Ã¼ber lÃ¤ngst Bekanntes und Belegtes hinausgehen, die keinen Beitrag zur AufklÃ¤rung leisten, sind ein Versuch der Verschleierung der Vergangenheit, nicht Aufarbeitung. â€žEntschuldigungen&#8221;, die gegen den Willen der Opfer akzeptiert werden, sind ein Affront gegen die GeschÃ¤digten. In den genannten Institutionen scheint man der Auffassung zu sein, dass die finanzielle Abfindung der Opfer im Jahr 2006 den Dialog mit ihnen erÃ¼brigt hat.</p>
<p><strong>Der DOH e.V. protestiert gegen diese Politik des Freikaufs und der Augenwischerei.</strong></p>
<p><span id="more-3504"></span>Meinen diese Trainer wirklich VersÃ¶hnung mit den Opfern, wenn sie zugleich im Konjunktiv anmerken: â€žSollte es kÃ¶rperliche BeeintrÃ¤chtigungen gegeben haben, so tut uns dies leid&#8221;? Ob die ehemalige Leichtathletin Frau G., die durch Dopingmittel lebensbedrohlich erkrankt ist und heute um ihr Leben ringt, diese In-Frage-Stellung der inzwischen hundertfach belegten FolgeschÃ¤den der pharmazeutischen Manipulation versteht? Und mit ihr alle anderen GeschÃ¤digten? War die Beteiligung dieser seinerzeit fÃ¼r Athleten wichtigsten Vertrauenspersonen am Dopingsystem weniger verwerflich, wenn sie zu weniger schwerwiegenden gesundheitlichen BeeintrÃ¤chtigungen gefÃ¼hrt hat?</p>
<p>Der DOH e.V. warnt vor einem RÃ¼ckfall der VerbÃ¤nde in die Strategie vor 2006, als das Vorhandensein von Dopingopfern schlicht bestritten wurde.</p>
<p>FÃ¼r den DOH ist offensichtlich, dass BMI, DOSB und DLV mit dem Trainer-Persilschein die vor den Olympischen Spielen in Peking wahrheitswidrig unterzeichneten â€žEhrenerklÃ¤rungen&#8221; aus der Welt schaffen wollen, um WeiterbeschÃ¤ftigung zu ermÃ¶glichen. ÃœbertÃ¼ncht werden soll Ã¼berdies, dass die SportfachverbÃ¤nde mit der Anstellung belasteter Trainer gegen die Antidoping-Klauseln in den FÃ¶rdermittel-Zuwendungsbescheiden des BMI verstoÃŸen haben.</p>
<p>Herr Dr. Bach! Bitte Ã¶ffnen Sie diese TÃ¼r nicht weiter! Sorgen Sie fÃ¼r eine offene und transparente Aufarbeitung. Nur dann kann der von Ihnen behaupteten â€žEinzelfallprÃ¼fung&#8221; GlaubwÃ¼rdigkeit bescheinigt werden. Machen Sie sich nicht die vom DLV und anderen VerbÃ¤nden seit Jahren vertretene Meinung zu eigen, dass von Staatsanwaltschaften mit BuÃŸgeld belegte ehemalige Dopingtrainer das Recht auf AusÃ¼bung ihres Berufes â€žwie jeder unbescholtene BÃ¼rger&#8221; hÃ¤tten.</p>
<p>Geht eine Resozialisierung der Trainer um des Erfolgs Willen Ã¼ber die Schmerzen der Opfer? Nein!</p>
<p>Verzeihen und die zweite Chance gehÃ¶ren zu unserer Kultur. DafÃ¼r steht auch der DOH e.V. Aber dies mÃ¼ssen sich die TÃ¤ter verdienen. Deshalb fordert der DOH e.V. zuerst eine schonungslose Offenlegung der Beteiligung jedes einzelnen Trainers am Zwangsdopingsystem der DDR. Wir halten eine solche Mithilfe bei der Ursachenfindung von KÃ¶rperschÃ¤den fÃ¼r die selbstverstÃ¤ndliche Voraussetzung einer ernstzunehmenden Entschuldigung. DarÃ¼ber hinaus kÃ¶nnten die Trainer damit einen Beitrag zur historischen Aufarbeitung leisten.Â </p>
<p>Pauschale ErklÃ¤rungen zu akzeptieren und diese gegen den ausdrÃ¼cklichen Willen der GeschÃ¤digten als â€žEntschuldigungen&#8221; auszugeben, heiÃŸt nichts anderes, als die Opfer erneut zu missbrauchen.</p>
<p>Der DOH e.V. ist gern bereit, eine redliche Aufarbeitung durch Sportpolitik und SportverbÃ¤nde zu unterstÃ¼tzen. Gegen diese Form allerdings dÃ¼rfen sich die beteiligten Institutionen unseres Widerstandes sicher sein.Â </p>
<p>FÃ¼r den Doping-Opfer-Hilfe e.V.</p>
<p>Dr. Klaus ZÃ¶llig<br />
Dr. Michael Lehner</p></blockquote>

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		<title>Offener Brief von Ute Krieger-Krause an die Herren SchÃ¤uble, Bach und Prokop</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 21:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Thema Dichtung und Wahrheit. Ute Krieger-Krause, staatlich anerkanntes Dopingopfer aus Magdeburg, hat an diejenigen geschrieben, die die Propagandamaschine angeschmissen haben und prÃ¤chtig brummen lassen: An Herrn Bundesinnenminister Dr. Wolfgang SchÃ¤uble, Herrn DOSB-PrÃ¤sidenten Dr. Thomas Bach, Herrn DLV-PrÃ¤sidenten Dr. Clemens Prokop Sehr geehrte Herren, Sie befinden, dass es nach 20 Jahren [...]]]></description>
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<p>Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Thema Dichtung und Wahrheit. Ute Krieger-Krause, staatlich anerkanntes Dopingopfer aus Magdeburg, hat an diejenigen geschrieben, die die <a title="Die Propagandamaschine brummt ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3473" target="_self">Propagandamaschine</a> angeschmissen haben und prÃ¤chtig brummen lassen:</p>
<blockquote><p>An Herrn Bundesinnenminister Dr. Wolfgang SchÃ¤uble, Herrn DOSB-PrÃ¤sidenten Dr. Thomas Bach, Herrn DLV-PrÃ¤sidenten Dr. Clemens Prokop</p>
<p>Sehr geehrte Herren,</p>
<p>Sie befinden, dass es nach 20 Jahren Zeit werde fÃ¼r eine VersÃ¶hnung zwischen TÃ¤tern und Opfern des DDR-Doping-Systems und initiieren bzw. begrÃ¼ÃŸen die â€žGestÃ¤ndnisse&#8221; in Form einer vorformulierten ErklÃ¤rung von fÃ¼nf dopingbelasteten Leichtathletik-Bundestrainern.</p>
<p><strong>Dass mindestens doppelt so viele Opfer sich vehement gegen diese ausschlieÃŸlich dem Zweck der WeiterbeschÃ¤ftigung dienende , unglaubliche Vorgehensweise Ã¶ffentlich ausgesprochen haben, Ã¼bergehen Sie mit einer UnsensibilitÃ¤t und Ignoranz, dieÂ  mich zutiefst enttÃ¤uscht und brÃ¼skiert.</strong></p>
<p>Ohne Einbeziehung der GeschÃ¤digten wurde hier zugunsten der genannten Trainer eine â€žLÃ¶sung&#8221; konstruiert, die nicht dazu taugt, eine AnnÃ¤herung von TÃ¤tern und Opfern herbeizufÃ¼hren.</p>
<p><span id="more-3492"></span><strong>Die Ã¶ffentliche Darstellung, dass hier eine â€žGesprÃ¤chsinitiative&#8221;Â  vom DLV ausgehe, ist unzulÃ¤ssig, denn als seitens der Betroffenen GesprÃ¤chsbedarf signalisiert wurde, standen sie vor verschlossenen TÃ¼ren und bekamen es mit zugenagelten KÃ¶pfen zu tun. So oder Ã¤hnlich erging es auch GeschÃ¤digten, als sie sich an andere SportverbÃ¤nde wandten. In einigen FÃ¤llen kulminierte das an die SportverbÃ¤nde herangetragenen Ansinnen nach ernsthafter Kommunikation in persÃ¶nlicher Diskreditierung.</strong></p>
<p>Es blieb den Betroffenen nur die Erkenntnis, bei den SportverbÃ¤nden und deren PrÃ¤sidien unerwÃ¼nscht zu sein. GesprÃ¤chsbereitschaft war hingegen nicht feststellbar.</p>
<p>Nun nach langem Schweigen kommt der DLVÂ  plÃ¶tzlich zur Erkenntnis, dass man reden mÃ¼sse.</p>
<p>Hier also die Frage an Sie , Herr Dr. Prokop, wer soll nach dieser stringenten Ablehnung und Nichtachtung, die sich bis zuletzt in der Weigerung zeigte, das Problem der bekannt dopingverseuchten Rekorde Ihres Verbandes ernsthaft zu behandeln, noch Ihrer Einladung folgen wollen?</p>
<p>Herr Dr. Bach, in diesem Zusammenhang erinnere ich, dass Sie selbst anlÃ¤sslich der Verleihung der â€žHeidi-Krieger-Medaille&#8221; des DOH e.V. im September 2007 ein persÃ¶nliches GesprÃ¤ch mit anerkannten DDR-Doping-Opfern vorgeschlagen hatten.</p>
<p><strong> Dieses Versprechen blieb uneingelÃ¶st. UneingelÃ¶st auch der zweite Punkt des 10-Punkte-Planes des DOSB, nÃ¤mlich die Einbeziehung von GeschÃ¤digten in die Doping-PrÃ¤vention. Diese Unterlassungen sprechen fÃ¼r sich und tragen nicht dazu bei, die Ernsthaftigkeit Ihrer Absichten zu belegen.</strong></p>
<p>Herrn Dr. SchÃ¤uble weise ich gern darauf hin, dass sich seit wenigstens zwei Jahrzehnten anerkannte Wissenschaftler sowie seit Ã¼ber zehn Jahren DopinggeschÃ¤digte vehement fÃ¼r die Aufarbeitung der gesamtdeutschen Dopingvergangenheit, fÃ¼r die BekÃ¤mpfung des deutschen und internationalen Dopingalltages sowie fÃ¼r sinnvolle, vernetzte DopingprÃ¤vention einsetzen. Inzwischen dÃ¼rfte Ihnen auch aufgefallen sein, dass, anders als von Ihnen in der â€žFAZ&#8221; behauptet, kein einziger Dopingrekord gelÃ¶scht worden ist.</p>
<p>Sehr geehrte Herren!</p>
<p>Sie werden den vorangestellten Zeilen entnehmen, wofÃ¼r ich Ihre heutigen ErklÃ¤rungen halte:</p>
<p><strong> FÃ¼r einen durchsichtigen Versuch, Ihren Anteil an der nunmehr zwei Jahrzehnte wÃ¤hrenden Ignoranz gegenÃ¼ber den Opfern, an der Duldung eines ebenso lange wÃ¤hrenden Leugnens beteiligter Trainer, an mutmaÃŸlichen jahrelangen VerstÃ¶ÃŸen gegen die Antidopingklauseln in den Zuwendungsbescheiden des BMI an die Sportverbande, mithin an der missbrÃ¤uchlichen Verwendung von Steuergeldern, zu vertuschen.</strong></p>
<p>Ich bin allerdings der Ãœberzeugung, dass Sie nicht die Macht haben, eine notwendige Debatte auf diese Weise zu beenden.</p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p>Ute Krieger-Krause<br />
Magdeburg</p></blockquote>

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		<title>Die Propagandamaschine brummt &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 18:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<div class="topsy_widget_data topsy_theme_light-green" style="float:right; background: url(data:,%7B%20%22url%22%3A%20%22http%253A%252F%252Fwww.jensweinreich.de%252F2009%252F04%252F06%252Fdie-propagandamaschine-brummt%252F%22%2C%20%22style%22%3A%20%22small%22%2C%20%22title%22%3A%20%22Die%20Propagandamaschine%20brummt%20...%22%20%7D);"></div>
<p>Der Eintrag kommt etwas spÃ¤t, was der Zeitdifferenz geschuldet ist, denn ich bin noch in Chicago und beschÃ¤ftige mich mit der Olympiabewerbung 2016. Inzwischen lÃ¤uft <a title="Propaganda" href="http://jensweinreich.de/?p=127" target="_self">die</a> <a title="Die Propagandamaschine - Vortrag von Grit Hartmann" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/04/vortrag-grit-hartmann-dortmund-16022008.pdf" target="_blank">Propagandamaschine</a> von Sport und Politik und &#8220;Wissenschaft&#8221; &#8211; auch das, es wird Zeit, sich diesem Thema intensiver zu widmen &#8211; schon wieder auf Hochtouren und <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">wird hier diskutiert</a>. Das war schon die richtige Ãœberschrift fÃ¼r den Beitrag der Familie Misersky: <a title="Antje und Henner Misersky: &quot;Erst die Medaillen, dann die Moral&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3468" target="_self">&#8220;Erst die Medaillen, dann die Moral&#8221;</a>. Ist aber auch keine neue Erkenntnis, klar, zu Hause im BÃ¼cherregal steht sogar die dreibÃ¤ndige (wenn ich mich recht erinnere) Dokumentation einer gemeinsamen Veranstaltung von DSB und NOK zu diesem Thema &#8211; irgendwann Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre. Da haben viele derjenigen, die heute noch Verantwortung tragen, schon immer gern drÃ¼ber diskutiert. Allerdings entweder nur verlogen oder nur dumm und geschwÃ¤tzig &#8211; oder alles zusammen. HÃ¤tten diejenigen es wirklich angepackt, wÃ¼rden wir heute anders diskutieren kÃ¶nnen/dÃ¼rfen. Die Ãœberschrift <a title="DDR-DopinggeschÃ¤digte zur &quot;Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">&#8220;Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle&#8221;</a> trifft es Ã¼brigens auch.</p>
<p>Ich kann nicht einmal behaupten, dass mich dies nachfolgenden ErklÃ¤rungen von DOSB, Bach (FDP), Vesper (BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen) und DLV/Prokop, von <a title="Das Eigenleben der BMI-Sportabteilung" href="http://jensweinreich.de/?p=1627" target="_self">Bundesinnenministerium</a> resp. <a title="Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">MinÃ­ster SchÃ¤uble</a> (CDU) oder die Ã„uÃŸerungen des <a title="Die Umfaller im Sportausschuss" href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">chronischen Umfallers mit Ost-Wahlkreis Peter Danckert</a> (SPD), also all der Zyniker, die Macht fÃ¼r sich beanspruchen, fassungslos machen. In einem Land, in dem SportverbÃ¤nde mit <a title="Steuermittel fÃ¼r Sondermittel" href="http://jensweinreich.de/?p=1579" target="_self">Steuermitteln Potenzmittel</a> kaufen kÃ¶nnen, wundert mich nichts. Aber ich mÃ¶chte gern einmal sagen, dass ich eine gesunde Abscheu empfinde. &#8220;Gesund&#8221; sage ich deshalb, weil sich Abstand zu den Objekten der Berichterstattung ja durchaus empfiehlt fÃ¼r einen Journalisten.</p>
<p>Ein Freund mailt mir in diesem Moment:</p>
<blockquote><p>Eine Riesenschweinerei! <strong>Das Schlimmste ist diese verletzende Heuchelei. Die Erniedrigung wird innerhalb der sog. &#8220;Entschuldigung&#8221; nochmals implimentiert</strong>: &#8220;Soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche SchÃ¤den davongetragen haben sollten&#8230;&#8221; -nur fÃ¼r diesen EventualfallÂ  (den schon das NOK fÃ¼r DeutschlandÂ in Frage gestellt hatte) &#8220;&#8230; sind wir tief betroffen und bedauern dies sehr&#8221;.</p>
<p>Wer sind die furchtbaren Juristen, die diesen Fachdopern dies haben durchgehen lassen?</p></blockquote>
<p>Gute Frage.</p>
<p>Diese Personen und Institutionen sind so, wie sie sind. Und es ist Aufgabe von Journalisten &#8211; Verzeihung, wenn ich das hier erneut herausstelle, aber es ist nun mal so -, dies zu beschreiben, ihnen aber nicht stÃ¤ndig ein Forum zu geben und sie stÃ¤ndig zu Interviews zu bitten, in denen sie sich und ihr trauriges Wirken schÃ¶n reden kÃ¶nnen.</p>
<p>Man beschreibt ihr Wirken am besten, in dem man die Postulate der Propagandamaschine auf Fakten Ã¼berprÃ¼ft, an der Wirklichkeit misst und unter dem Transparenzgebot einer ja doch wohl demokratischen Gesellschaft betrachtet, deren AmtstrÃ¤ger (inklusive der AmtstrÃ¤ger des Sports) mit vielen Milliarden Steuermitteln hantieren (Ã¼ber olympische Zyklen gesehen). Ich weiÃŸ, dass manchen und manchem derlei SÃ¤tze nichts sagen und/oder gestelzt vorkommen; aber das ist mir natÃ¼rlich egal. Das muss mir egal sein.</p>
<p>Noch einmal: Es geht in der Diskussion Ã¼ber doping- und stasibelastete Trainer in Ost und West nicht um die Vergangenheit, es geht um die verlogene Gegenwart und um die verlogene Zukunft. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p>Bevor ich pflichtgemÃ¤ÃŸ einige der ErklÃ¤rungen von heute aufliste, erlaube ich mir, auf den ersten Eintrag in diesem Blog Ã¼berhaupt zu verlinken. Es ist ein Kommentar, den ich vor vor zwei Jahren zum Todestag von Birgit Dressel geschrieben habe. Dieser Kommentar ist mit <strong><a title="Im LÃ¼genland" href="http://jensweinreich.de/?p=55" target="_self">&#8220;Im LÃ¼genland&#8221;</a></strong> Ã¼berschrieben. Wer mag, kann die Begriffe &#8220;Ost&#8221; und &#8220;West&#8221; beliebig vertauschen, Namen durch andere Namen ersetzen &#8211; dann stimmt das schon ungefÃ¤hr. Birgit Dressels Todestag jÃ¤hrt sich am Freitag Ã¼brigens wieder &#8211; zum 22. Mal.</p>
<p>Genug der Vorrede. Hier also die ErklÃ¤rung von fÃ¼nf Leichtathletik-Trainern, an der <a title="Goldmann &amp; Co. oder: der Gordische Knoten" href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">knapp zwei Monate</a> gebastelt wurde und die auch von anderen Trainern unterschrieben werden soll:</p>
<blockquote><p><strong>ErklÃ¤rung</strong></p>
<p>Wir haben bis 1990 in der DDR als hauptamtliche Trainer im Spitzensport gearbeitet. Unsere Aufgabe war es, mit unseren Sportlern internationale Erfolge, insbesondere Siege und Medaillen zu erringen. Das Sportsystem der DDR war durch eine straffe Hierarchie gekennzeichnet, unser Arbeitsgebiet durch eindeutige Dienstanweisungen klar geregelt. Dies betraf die Ausgestaltung des Trainings, aber nicht die Randbedingungen einschlieÃŸlich der medizinischen Betreuung.</p>
<p>Wir waren im Einzelfall am Einsatz unterstÃ¼tzender pharmazeutischer Substanzen (Dopingmittel) beteiligt. Uns war bekannt, dass dies den Regeln des Sports widersprach, doch fÃ¼hlten wir uns durch die Vorgaben des Staates legitimiert. Bei einer Weigerung, diese Mittel weiterzugeben, hÃ¤tten uns der Ausschluss aus dem Leistungssport und damit erhebliche berufliche Nachteile gedroht.</p>
<p>Trotz des systembedingten Drucks betrachten wir den Einsatz von Dopingmitteln aus heutiger Sicht als Fehler. Soweit die Sportler durch den Einsatz von Dopingmitteln gesundheitliche SchÃ¤den davon getragen haben sollten, sind wir tief betroffen und bedauern dies sehr. Die daran beteiligten Trainer entschuldigen sich ausdrÃ¼cklich dafÃ¼r.</p>
<p>Seit 1991, also in mehr als achtzehn Jahren, haben wir durch unsere Arbeit bewiesen, dass wir uns zu dopingfreiem Hochleistungssport bekennen und dafÃ¼r einsetzen. Wir werden uns auch in der Zukunft fÃ¼r einen dopingfreien Sport kompromisslos engagieren.</p></blockquote>
<p>Was soll das? Kann mir mal jemand sagen, warum man fÃ¼r eine solche &#8220;ErklÃ¤rung&#8221; insgesamt zwei Jahrzehnte braucht? Und was daran bemerkenswert sein soll? Historische ErklÃ¤rung, wie ich in manchen Berichten und Kommentaren lese? Absolut lÃ¤cherlich.</p>
<p>Warum heiÃŸt es eigentlich &#8220;im Einzelfall&#8221;, wo das Dopingsystem doch flÃ¤chendeckend war?</p>
<p>Werden hier historische Wahrheiten negiert?</p>
<p>Warum wird quasi der verharmlosende Ost-Begriff UM (unterstÃ¼tzende Mittel) benutzt? Warum heiÃŸt es nicht: virilisierende, stark gesundheitsschÃ¤digende Drogen? Oder: statt an MÃ¤usen und Ratten an jungen Menschen zu testende Mittel? Ist ja alles <span style="text-decoration: line-through;">passiert</span> geplant durchgefÃ¼hrt worden in der DDR, wenngleich vielleicht nicht von den hier genannten Trainern, wer weiÃŸ.</p>
<p>Es bieten sich viele weitere Fragen an, auch zu diesen &#8220;ErklÃ¤rungen&#8221; von &#8230;</p>
<p><a title="ErklÃ¤rung des DOSB vom 6. April 2009" href="http://newsletter.dosb.de/newsletter/newsletter.php?id=1247&amp;html=1" target="_blank"><span id="more-3473"></span>DOSB</a> und <a title="ErklÃ¤rung des DLV vom 6. April 2009" href="http://leichtathletik.de/index.php?NavID=1&amp;SiteID=28&amp;NewsID=21800" target="_blank">DLV</a> &#8230;</p>
<blockquote><p>Um eine fundierte Aufarbeitung von Doping in Ost und West zu gewÃ¤hrleisten, hat der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) das Forschungsprojekt Doping in Deutschland initiiert, in dem Doping-Delikte in beiden gesellschaftlichen Systemen aufgearbeitet werden sollen. In diesem Zusammenhang habenÂ fÃ¼nf Trainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) &#8211; Klaus Baarck, Gerhard BÃ¶ttcher, Rainer Pottel, Maria Ritschel und Klaus Schneider &#8211; eine ErklÃ¤rung zu ihrer Doping-Vergangenheit in der ehemaligen DDR unterzeichnet.</p>
<p>Die ErklÃ¤rung ist aus dem Trainerkreis initiiert worden und wurde der UnabhÃ¤ngigen Kommission zur ÃœberprÃ¼fung von Trainern/innen und Offiziellen mit Dopingvergangenheit unter Vorsitz von Prof. Dr. Udo Steiner, Bundesverfassungsrichter a.D. (Steiner-Kommission), zur PrÃ¼fung vorgelegt. Die Kommission hat die ErklÃ¤rung als wichtigen und hilfreichen sportethischen Schritt begrÃ¼ÃŸt und erklÃ¤rt, dass ihrerseits keine Bedenken bestehen, dass diejenigen Trainer, die diese ErklÃ¤rung unterzeichnen, im Bereich des DLV als Trainer beschÃ¤ftigt oder weiterbeschÃ¤ftigt werden. Das PrÃ¤sidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) folgte der Empfehlung der Steiner-Kommission.</p>
<p>â€žDer DOSB hat die entscheidenden Bedingungen formuliert: Der Betreffende muss sich zu seinen Verstrickungen zum Thema Doping im DDR-Regime bekennen. Er muss sie aufrichtig bedauern vor allem im Hinblick darauf, dass er bei betroffenen Athleten teilweise schwere gesundheitliche SchÃ¤den mit herbeigefÃ¼hrt hat. Und er muss sich seit der Wiedervereinigung nichts mehr zuschulden kommen lassen und sich glaubhaft gegen Doping eingesetzt haben&#8221;, sagte <a title="Interview mit Thomas Bach" href="http://jensweinreich.de/?p=3458" target="_self">DOSB-PrÃ¤sident Dr. Thomas Bach</a>. Die vorgelegte ErklÃ¤rung genÃ¼ge diesen Bedingungen: â€žAuf dieser Basis kann den betreffenden Trainern eine neue Chance eingerÃ¤umt werden.&#8221;</p>
<p>â€žErstmals bekennen sichÂ fÃ¼nf deutsche Trainer im Hochleistungssport zu ihrer Doping-Vergangenheit und zeigen Einsicht und Reue verbunden mit einer Entschuldigung fÃ¼r die Opfer. Die nun unterzeichnete Trainer-ErklÃ¤rung ist kein Ersatz fÃ¼r die grundlegende Aufarbeitung von Doping in Ost und West vor 1990, die nach wie vor zwingend auch fÃ¼r den Westen notwendig ist, aber sie ist ein wichtiger und richtiger Schritt, um ein nicht aufgearbeitetes Kapitel der deutschen Sportgeschichte aufzubrechen&#8221;, sagte DLV-PrÃ¤sident Dr. Clemens Prokop. Er unterstrich, dass die Trainer seit 1991 &#8211; also seit 18 Jahren &#8211; erfolgreich fÃ¼r den Deutschen Leichtathletik-Verband arbeiten. â€žSie haben sich seit dieser Zeit fÃ¼r einen dopingfreien Sport engagiert und sich nichts zu Schulden kommen lassen&#8221;, sagte Prokop.</p>
<p>Neben den Opfern dÃ¼rfe man bei der Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit aber auch die Trainer nicht vergessen, die in der ehemaligen DDR nicht bereit waren, Dopingmittel zu verabreichen und deshalb auf ihre Karriere im Hochleistungssport verzichtet mussten und auch nach der Wiedervereinigung keine Chance mehr als Spitzentrainer bekommen haben.</p>
<p>Mit beiden Personengruppen will der DLV kÃ¼nftig einen intensiveren Dialog pflegen. Als ersten Schritt lÃ¤dt der DLV Trainer, die in der ehemaligen DDR auf eine Karriere im Hochleistungssport verzichten mussten und Dopingopfer, zum ErÃ¶ffnungstag der Leichtathletik-WM in Berlin (15.8.2009) ein. â€žDamit wollen wir ein Zeichen der SolidaritÃ¤t mit den genannten Personengruppen setzen und ein GesprÃ¤ch mit dem DLV-PrÃ¤sidium anbieten&#8221;, sagte Prokop.</p>
<p>â€žDer DOSB hat das Forschungsprojekt Doping in Deutschland initiiert, um eine fundierte Aufarbeitung im Westen wie im Osten Deutschlands zu ermÃ¶glichen, also von Verstrickungen und Doping in beiden gesellschaftlichen Systemen&#8221;, erlÃ¤utert DOSB-PrÃ¤sident Dr. Bach. Auf Wunsch und unter Mitwirkung des DLV wird darin auch die Situation in der Leichtathletik im frÃ¼heren West- und Ost-Deutschland besondere BerÃ¼cksichtigung finden.</p></blockquote>
<p>&#8230; und vom <a title="ErklÃ¤rung von W. SchÃ¤uble vom 6. April 2009" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2009/04/gestaendnisse.html" target="_blank">Bundesinnenminister</a> &#8230;</p>
<blockquote><p><strong>BMI Pressemitteilung: Bundesinnenminister Dr. Wolfgang SchÃ¤uble begrÃ¼ÃŸt GestÃ¤ndnisse von Trainern des Deutschen Leichtathletik Verbandes</strong></p>
<p>Bundesinnenminister Dr. Wolfgang SchÃ¤uble begrÃ¼ÃŸt die GestÃ¤ndnisse von fÃ¼nf Leichtathletik-Trainern Ã¼ber ihre Dopingtaten in der ehemaligen DDR als ein Signal fÃ¼r die Ãœbernahme von Mitverantwortung fÃ¼r das seinerzeitige systembedingte Doping und einen Beitrag zum Dialog mit den Opfern.</p>
<p>Nach zwanzig Jahren werde es Zeit fÃ¼r eine VersÃ¶hnung zwischen TÃ¤tern und Opfern, sagte der Bundesinnenminister in Berlin. Dazu gehÃ¶re zuvorderst das EingestÃ¤ndnis, die Reue und Entschuldigung der TÃ¤ter. Es gehÃ¶rt aber auch das GesprÃ¤ch mit den Opfern, den Trainern, die ihren Beruf aus GewissensgrÃ¼nden nicht mehr ausgeÃ¼bt haben, und den Sportlern und Sportlerinnen, die kÃ¶rperlich geschÃ¤digt wurden, dazu. &#8220;Ich begrÃ¼ÃŸe daher die hierzu vorgesehene GesprÃ¤chsinitiative des DLV&#8221;, sagte SchÃ¤uble weiter.</p>
<p>Doping habe es in beiden Teilen Deutschlands gegeben. &#8220;Wir sollten uns daher hÃ¼ten, mit dem Finger auf den jeweilig anderen Teil zu zeigen. Es ist vielmehr an der Zeit, dass Deutschland auch im Sport zusammenwÃ¤chst und deshalb die Fehlleistungen als eigene verstanden werden. Dazu gehÃ¶rt im Leistungssport auch die gemeinsame Aufarbeitung der DopingfÃ¤lle in Ost und West. Unterschiede darf es hier nicht geben&#8221;, fÃ¼hrte der Bundesinnenminister aus.</p>
<p>Einen wichtigen BeitragÂ  kann die wissenschaftliche Studie &#8220;Doping in Deutschland&#8221; leisten. Mit der DurchfÃ¼hrung hat der Bundesinnenminister das Bundesinstitut fÃ¼r Sportwissenschaft beauftragt.</p>
<p>Zu den arbeitsrechtlichen Fragen &#8211; ob eine WeiterbeschÃ¤ftigung der DLV-Trainer im Sport erfolgen soll &#8211; verwies Bundesminister SchÃ¤uble darauf, dass dies in erster Linie eine Angelegenheit des Sportes selbst sei. Die Bewertungen des Sportes, sowohl der Steiner-Kommission, als auch von DOSB und DLV, kommen insbesondere auch wegen der langen TÃ¤tigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Bekenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu den Ergebnis, die Trainer weiterzubeschÃ¤ftigen. &#8220;Dies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;, sagte SchÃ¤uble.</p></blockquote>
<p>Noch einige Fragen: Wer bitte hat &#8211; wer von den Betroffenen aber auch wer aus dem BMI/aus dem Sport &#8211; in diesen Wochen den Dialog mit den Opfern gesucht?</p>
<p>Haben die Opfer nicht gegen diese ErklÃ¤rungen protestiert?</p>
<p>Aber ja, ich verstehe: Die Opfer werden zum ErÃ¶ffnungstag der Leichtathletik-WM eingeladen, um den Witz-Bolt bestaunen zu dÃ¼rfen.</p>
<p>Und: Welche QualitÃ¤t soll die &#8220;wissenschaftliche Studie&#8221; an einem durchaus belasteten Institut haben, wenn doch die besten Fachleute (es gibt ohnehin nicht viele Experten in der so genannten Sportwissenschaft, denn die meisten stehen ja auf der anderen Seite und mÃ¼ssen Leistung produzieren) abwinken und sich gar nicht erst bewerben &#8211; und dann sogar darauf verzichten, als Gutachter tÃ¤tig zu werden?</p>
<p>Man beachte die einleitende Formulierung von DOSB/DLV: Demnach sind derlei nichtssagende ErklÃ¤rungen Bestandteil des <a title="Forschungsprojekt Doping" href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">&#8220;Forschungsprojekts&#8221;</a>. Ich sage dazu oder frage:</p>
<p><strong>LÃ¤sst sich hier &#8220;Wissenschaft&#8221; fÃ¼r Propagandazwecke missbrauchen?<br />
</strong></p>
<p>Hat jemand Lust auf weitere Fragen?</p>
<p><em>Nachtrag 1</em>, ich vergaÃŸ eine Bemerkung. Im Prinzip stellen sich BMI und SportverbÃ¤nde selbst einen Persilschein aus fÃ¼r all die Vergehen, aktiven Hilfestellungen und VersÃ¤umnisse der vergangenen Jahrzehnte &#8211; und die unsachgemÃ¤ÃŸe Verwendung von Steuermitteln.</p>
<p>Glaubt SchÃ¤uble eigentlich immer noch, in Deutschland wÃ¤ren <a title="Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">&#8220;ganze Rekordlisten&#8221;</a> und damit Dopingrekorde abgeschafft worden? Oder hat er seine (falsche) Behauptung inzwischen irgendwo korrigiert?</p>
<p><em>Nachtrag 2</em>, ich sehe den <a title="Kommentar von Uwe TrÃ¶mer zur ErklÃ¤rung der DDR-DopinggeschÃ¤digten" href="http://jensweinreich.de/?p=3454#comment-8350" target="_self">Kommentar</a> von Uwe TrÃ¶mer, der im Spam-Ordner gelandet war, leider jetzt erst. Uwe TrÃ¶mer schreibt:</p>
<blockquote><p>liebe dopingtrainer und dopingÃ¤rzte,</p>
<p>ich nehme die entschuldigung nicht an!</p>
<p>begrÃ¼ndung:</p>
<p>1. nach 20 jahren ist es zu spÃ¤t!</p>
<p>2. ihr wusstet genauÂ  was ihr uns verabreicht und habt bewusst mit unserem leben gespielt.</p>
<p>3. ihr wurdet/werdet auch- und wegen eurer dopingkenntnisse im ddr-sport prÃ¤miert und im gesamtdeutschen sport hofiert.</p>
<p>4. ihr konntet zu ddr-zeiten keinen aufrechten gang &#8230; und jetzt stellt ihr euch auch noch als opfer des systemzwangs dar &#8230; wie erbÃ¤rmlich!</p></blockquote>

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		<title>Antje und Henner Misersky: &#8220;Erst die Medaillen, dann die Moral!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 04:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<blockquote><p><strong><a title="Warten auf ein Wort der Entschuldigung - BLZ vom 9. November 1999" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/1109/none/0015/index.html" target="_blank">&#8220;Ich habe meinen Sport geliebt. Aber ich wollte nicht alles mitmachen, was man von mir verlangte.&#8221;</a></strong></p>
<p><em>Antje Harvey-Misersky, 1999<br />
</em></p></blockquote>
<p>Biathlon-Olympiasiegerin Antje Harvey-Misersky, ihre Schwester Heike sowie ihre Eltern Ilse und Henner Misersky schlieÃŸen sich dem <a title="&quot;Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3454" target="_self">Aufruf der Dopingopfer</a> vom 1. April an. Sie bitten mich, Ihre Stellungnahme zu verÃ¶ffentlichen. Sehr gern, denn ich schÃ¤tze die Familie Misersky auÃŸerordentlich.</p>
<blockquote><p><strong>Zur geplanten Erteilung einer â€žGeneralamnestie&#8221; fÃ¼r Doping &#8211; (und Stasi?)-TÃ¤ter</strong></p>
<p>Bereits 1991 haben wir in Briefen an den damaligen DSB-PrÃ¤sidenten von Richthofen, den Sportausschuss des Bundestages, den Deutschen Skiverband sowie die Landesregierung ThÃ¼ringen gegen die Ãœbernahme eindeutig doping- oder/und stasibelasteter Personen aus dem DDR-Leistungssportsystem warnendÂ  protestiert und eine umfassende ÃœberprÃ¼fung gefordert.</p>
<p>Reagiert hat lediglich Manfred von Richthofen. Dessen Empfehlungen wurden aber von den SportverbÃ¤nden nach unseren Erkenntnissen ignoriert. Von anderen Institutionen gab es keine Reaktionen. Auch aus diesem Grund haben wir im Fernsehen wÃ¤hrend der Olympischen Winterspiele in Albertville 1992 die einmalige Chance genutzt, angesichts des Olympiasiegs Ã¶ffentlichkeitswirksam vor einem Millionenpublikum auf die Notwendigkeit dieser VergangenheitsbewÃ¤ltigung aufmerksam zu machen. Diese ist bis heute nur bruchstÃ¼ckhaft erfolgt. Und auch deshalb wird der deutsche Sport immer wieder von dieser Vergangenheit eingeholt werden. In Anbetracht dessen erscheint uns die geplante â€žGeneralamnestie&#8221; vÃ¶llig abwegig, weil sie die ganz persÃ¶nliche Verantwortung des Einzelnen in einer Kollektivschuld verpackt.</p>
<p><span id="more-3468"></span>Auch wenn es problematisch war, dem Systemdruck in der DDR-Diktatur zu widerstehen, wird trotz einiger Randnotizen ( InterviewÂ  Ecker-Rosendahl, Mitglied der Steiner-Kommission, idealer wÃ¤re in dieser Position eine Brigitte Berendonk gewesen) ausgeklammert, dass es Trainer, Sportler und auch Sportmediziner gegeben hat, die dem Druck zu Doping und politischer Anpassung mit teilweiseÂ  leidvollen persÃ¶nlichen und beruflichen Konsequenzen widerstanden haben.</p>
<p>Kritik und Widerstand bedeuteten bedingungslos Degradierung oder Ausschluss aus diesem sensiblen und von hauptamtlichen KrÃ¤ften der Stasi und IMs Ã¼berwachten Sportsystem &#8211; Bedrohung, Postkontrolle, TelefonÃ¼berwachung inklusive. Es ist beschÃ¤mend und wohl auch so gewollt, dass weder frÃ¼her im NOK, im DOSB-PrÃ¤sidium, noch im Sportausschuss des Bundestages oder in der Steiner-Kommission Opfer, SystemgeschÃ¤digte oder Insider des ehemaligen DDR-Staatssports Sitz oder Stimme hatten/haben. Jegliche TransparenzÂ  wurde und wird durch das AusgrenzenÂ  dieser â€ž Querulanten, Nestbeschmutzer, StÃ¶rfaktoren&#8221; wirkungsvoll verhindert.</p>
<p>Alle MittÃ¤ter, die jetzt fÃ¼r die Perspektive einer lÃ¤cherlichen Autogrammabgabe einen â€žPersilschein&#8221; in Aussicht gestellt bekommen, hÃ¤tten nach dem Fall der Mauer durch ein offenes Bekenntnis zu ihrem schuldhaften Verhalten und durch Offenheit und Reue beweisen kÃ¶nnen, dass sie den Betrug, den â€žKlassenkampf&#8221;, die Indoktrination hinter sich gelassen haben und in der Demokratie endgÃ¼ltig angekommen sind.</p>
<p>Als sichtbares Zeichen sollten diejenigen, die nun aktiv geworden sind, um in den groÃŸzÃ¼gigen Vorteil einer Amnestie-EntschuldungÂ  zu gelangen, vor einem unabhÃ¤ngigen Gremium umfassend und transparent nun endlich nach so langer Zeit aussagen und vor allem sich vor den Dopingopfern in aller Ã–ffentlichkeit entschuldigen. Ein sichtbares Zeichen ihrer Reue kÃ¶nnte es sein, dem Fond des Dopingopfer-Hilfevereins regelmÃ¤ÃŸig einen angemessenen Beitrag ihres Einkommens zu Ã¼berweisen.</p>
<p>Es ist nicht hinnehmbar, wenn auch weiterhin vertuscht, gelogen und Zeitzeugen, die sich der Wahrheit verpflichtet fÃ¼hlen, mit juristischen Mitteln gedroht wird. Vielmehr ist es auch ein Schlag ins Gesicht der Dopingopfer, die, um bei BÃ¤rbel Bohley zu bleiben, â€žauf Gerechtigkeit gehofft, aber den Rechtsstaat bekommen&#8221; haben. In der bundesdeutschen Sportpolitik, einschlieÃŸlich dem dafÃ¼r zustÃ¤ndigen Innenministerium, scheint allerdings ( wie im untergegangenen DDR-System) ein Bert-Brecht-Zitat in abgewandelter Form GÃ¼ltigkeit zu haben : Erst kommen die Medaillen (-statistiken!) und dann kommt die Moral.</p>
<p>Hiermit schlieÃŸen wir uns dem Protest der anerkannten DDR &#8211; Dopingopfer gegen eine â€žEntschuldungspauschale&#8221; fÃ¼r belastete Trainer und FunktionÃ¤re an.</p>
<p>Henner und Ilse Misersky, Antje Harvey-Misersky (TrÃ¤gerin der <a title="BLZ vom 20. September 2007" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0920/sport/0014/index.html" target="_blank">Heidi-Krieger-Medaille</a> 2005)</p></blockquote>

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		<item>
		<title>DDR-DopinggeschÃ¤digte zur &#8220;Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 09:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich verÃ¶ffentliche eine weitere ErklÃ¤rung von DDR-Dopingopfern nach: &#8220;Kein fauler Frieden in der Dopingaufarbeitung&#8221;. ErklÃ¤rung von DDR-DopinggeschÃ¤digten zur anstehenden Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle Die Entschuldungspauschale von dopingbelasteten Trainern wird einer konsequenten DopingbekÃ¤mpfung in Deutschland, einer sachgerechten Aufarbeitung der Dopingvergangenheit in Ost und West sowie dem massiven Schadensvolumen der zahlreichen Dopingopfer nicht gerecht. Wir akzeptieren keine pauschalen [...]]]></description>
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<p>Ich verÃ¶ffentliche eine weitere ErklÃ¤rung von DDR-Dopingopfern nach: <a title="&quot;Kein fauler Frieden in der Dopingaufarbeitung&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=3152" target="_self">&#8220;Kein fauler Frieden in der Dopingaufarbeitung&#8221;</a>.</p>
<blockquote><p><strong>ErklÃ¤rung von DDR-DopinggeschÃ¤digten zur anstehenden Entschuldungspauschale fÃ¼r Sportkriminelle<br />
</strong></p>
<p>Die Entschuldungspauschale von dopingbelasteten Trainern wird einer konsequenten DopingbekÃ¤mpfung in Deutschland, einer sachgerechten Aufarbeitung der Dopingvergangenheit in Ost und West sowie dem massiven Schadensvolumen der zahlreichen Dopingopfer nicht gerecht. Wir akzeptieren keine pauschalen Entschuldungsschreiben von Trainern, die zwanzig Jahre lang ihre Geschichte weggelogen und sich damit EinstellungsverhÃ¤ltnisse erschlichen haben. Ein universaler Entschuldungstext meint niemanden und respektiert niemanden. Wir lehnen es ab, dass durch eine solche ErklÃ¤rung zahlreiche Verantwortliche einen rÃ¼ckwirkenden Freifahrschein fÃ¼r angetanes Unrecht, Zugriffe und Verfehlungen im Sport erhalten sollen. Das viel gebrauchte Argument, diese Trainer seien in den vergangenen zwanzig Jahren in Sachen Doping unauffÃ¤llig geblieben, ist gemessen am Zustand des deutschen Antidopingsystems nicht nur gezielt scheinheilig, sondern unstatthaft. Jeder, der in diesem Land dopen will, kann das unbehelligt tun.</p>
<p>Wir fordern das BMI auf, die jahrelangen VerstÃ¶ÃŸe gegen die Antidoping-Klauseln in den Zuwendungsbescheiden zu prÃ¼fen und entsprechende Fehlmittel zurÃ¼ckzufordern. Wie ist es mÃ¶glich, dass die Steiner-Kommission zu Empfehlungen kommt, ohne dass dabei GeschÃ¤digte des DDR-Dopingsystems in transparenter Weise einbezogen wurden? Warum gab es zu der anstehenden TrainererklÃ¤rung keine Ã¶ffentliche AnhÃ¶rung im Sportausschuss? BMI und DOSB fordern wir auf, ihre selbstgesetzten Dopingrichtlinien, VielfacherklÃ¤rungen und Statute einzuhalten und endlich auch umzusetzen. Somit liegt es in der Natur der Sache, dass wir es ablehnen, dass DOSB, DLV und BMI der anstehenden ErklÃ¤rung dopingbelasteter Trainer zustimmen.</p>
<p>Wenn Innenminister Wolfgang SchÃ¤uble meint: <a title="Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">â€žWir haben ganze Rekordlisten getilgt&#8221;</a>, wenn Peter Danckert als Sportausschussvorsitzender nicht klar kriegt, ob Opfer tatsÃ¤chlich Opfer sind, wenn DOSB-Chef Thomas Bach den Nivellierungscode schon abnickt, noch bevor die beschuldeten Trainer ihre Unterschrift Ã¼berhaupt gegeben haben, ist das nicht vereinter KlÃ¤rungswille, sondern Betrug am Sport und feiste Desinformationspolitik, mit der im Jahr 20 nach dem Mauerfall alles weggedrÃ¼ckt werden muss, was nach Missbrauch, Schuld, Schaden aussieht. War da was? Gibt`s da immer noch ein Aua, immer noch was zu klÃ¤ren? Haben Politiker und SportfunktionÃ¤re gar Anteil daran?</p>
<p><span id="more-3454"></span>Ja! Seitdem es DDR-DopinggeschÃ¤digte in der Ã–ffentlichkeit gibt, d. h. seit nunmehr zehn Jahren, besteht ihr klarer Einspruch gegen die Logik des Machbaren im Sport. Wozu braucht es jede Menge multipel Traumatisierte mit Krebs, schweren OrganschÃ¤den, HormonstoffwechselstÃ¶rungen, behinderten Kindern? Erteilt irgendwo jemand eine Unterschrift, mit der die Opfer des Dopingmissbrauchs ihre zerstÃ¶rten KÃ¶rper und Seelen gesund zurÃ¼ck erhalten?</p>
<p>Sind nicht mehr als tausend Tote pro Jahr im globalen Effizienzsport Zeichen genug? Spricht der Imageschaden, den der vergiftete Business-Sport in Deutschland mittlerweile zu verzeichnen hat, nicht mehr als eine deutliche Sprache? Ist die illustre Polittroika SchÃ¤uble/Bach/Danckert in Fragen Sportethik der gebÃ¼hrende Garant, wo doch der eine schon in den Siebzigerjahren Doping fÃ¼r die Bundesrepublik frei geben wollte, der andere sich als Anwalt von Schalck-Golodkowski auszeichnete und der dritte als Supernova des globalen Wirtschaftslobbyismus notorisch in die Schlagzeilen kommt? War es das, was man unter deutscher Einheit verstanden wissen wollte?</p>
<p>Es geht nicht darum, erlittene SportschÃ¤den kÃ¼nstlich in die Zukunft zu verlÃ¤ngern, sondern weiterhin um KlÃ¤rung, konkrete Beteiligungen und Verantwortung, also darum, die Zukunft des Sports zu sichern.</p></blockquote>
<p>Unterzeichnende:</p>
<ul>
<li> Ute Krieger-Krause</li>
<li>Andreas Krieger</li>
<li> Uwe TrÃ¶mer</li>
<li>Yvonne Gebhardt</li>
<li>Bernd Richter</li>
<li>Karen KÃ¶nig</li>
<li>Brigitte Michel</li>
<li>Bernd Michel</li>
<li>Dagmar Kersten</li>
<li>Marie-Katrin Kanitz</li>
<li>Ines Geipel</li>
</ul>
<p><em>Ansprechpartner: Andreas Krieger (Tel 0391.2525332) und Ines Geipel (Tel 030.21021639)</em></p>

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		<item>
		<title>Der Deutsche Sportbund sagt im Jahr 1991 &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/03/25/der-deutsche-sportbund-sagt-im-jahr-1991/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 11:41:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier ein Dokument, das in der heftig tobenden Biathlon-Debatte durchaus von Belang ist. (Hoffentlich ist es lesbar.) Mit mehr als diesem Brief aus real existierender deutscher Sportgeschichte kann und will ich mich derzeit aus der Ferne leider nicht an der Diskussion beteiligen. Wobei ich finde, dass wir in der Goldmann-Debatte schon ein bisschen weiter waren. [...]]]></description>
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<p>Hier ein Dokument, das in der <a title="Wiener Blut" href="http://jensweinreich.de/?p=97" target="_self">heftig tobenden Biathlon-Debatte</a> durchaus von Belang ist. (Hoffentlich ist es lesbar.) Mit mehr als diesem Brief aus real existierender deutscher Sportgeschichte kann und will ich mich derzeit aus der Ferne leider nicht an der Diskussion beteiligen. Wobei ich finde, dass wir in der <a title="Link zum Tag &quot;Goldmann&quot;" href="http://jensweinreich.de/?s=goldmann" target="_self">Goldmann-Debatte</a> schon ein bisschen weiter waren. Aber, nichts fÃ¼r ungut, man kann natÃ¼rlich gern weiter jeden Einzelfall aus dem Archiv kramen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3361" title="Brief des DSB vom 19. Juni 1991 an den Bundestags-Sportausschuss" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/03/dsb1991.jpg" alt="" width="500" height="661" /></p>

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		<title>ErklÃ¤rung von DDR-Dopingopfern: &#8220;Kein fauler Frieden in der Doping-Aufarbeitung&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 19:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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<p>Brandaktuell, ausgelÃ¶st <a href="http://jensweinreich.de/?p=2952" target="_self">durch</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=2745" target="_self">den</a> hier heiÃŸ diskutierten <a href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Fall</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=2508" target="_self">Werner</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Goldmann</a>, die Amnestie-Debatte und die Erarbeitung neuer <a href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">EhrenerklÃ¤rungen fÃ¼r DDR-Dopingtrainer</a> &#8211; eine Stellungnahme vonÂ Dopingopfern, die sich in Berlin getroffen haben:</p>
<blockquote><p><strong>DDR-DopinggeschÃ¤digte erheben Einspruch gegen den geplanten Persilschein fÃ¼r belastete DopingtÃ¤terÂ </strong></p>
<p>Seit Wochen lÃ¤uft, ausgelÃ¶st durch die Causa Goldmann, eine Debatte Ã¼ber den dopingbelasteten deutschen Sport in Ost und West. Im Vorfeld der Leichtathletikweltmeisterschaften im Sommer in Berlin und im 20. Jahr des Mauerfalls wird nun hitzig nach einer Zauberformel gesucht, die den Beweis erbringen soll, dass der Sport in Deutschland rein und endlich einig ist. In dieser magischen Zukunfts-Mixtur steckt jedoch nichts anderes als eine Schlussstrich-Rehabilitierung des amnestischen, schwer toxischen Systems und die Absicht, den lÃ¤ngst sichtbaren Schaden in einer durchsichtigen PR-Aktion zu neutralisieren. Mit einem faulen Frieden dieser Art lebt der Sport schon zu lange. Diese Strategie hat dem Sport nicht nur seinen aktuellen Imageschaden bereitet, sondern auch willentlich und wissentlich viele Opfer produziert. Wenn es jetzt um eine Zukunftsformel geht, dann doch nur durch einen konsequenten Bruch mit den ausgedienten Strategien im Sport und der akzeptierten, zynischen TÃ¤terpolitik.</p>
<ol>
<li>Trainer, Ã„rzte, FunktionÃ¤re und Betreuer, die es in den vergangenen 20 Jahren nicht geschafft haben, sich klar zu ihrer Dopingvergangenheit zu positionieren, haben im deutschen Sport und in der NÃ¤he von Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen. Ein generelles polizeiliches und sportliches FÃ¼hrungszeugnis ist im organisierten Sport lÃ¤ngst Ã¼berfÃ¤llig.</li>
<li>Die Situation der DDR-ZwangsdopinggeschÃ¤digten hat sich in den vergangenen zehn Jahren im Hinblick auf ihre Gesamtlebenssituation dramatisch verschlechtert. Eine Ã¶ffentlich finanzierte Beratungs- und Anlaufstelle fÃ¼r DopinggeschÃ¤digte haben die Betroffenen seit langem vergeblich gefordert und ist umso zwingender notwendig.</li>
<li>FÃ¼r die irreversiblen SchÃ¤digungen der DDR-ZwangsdopinggeschÃ¤digten gilt es, einen gesetzlich verankerten Rentenanspruch zu formulieren.<span id="more-3152"></span></li>
<li>Regionale Medien in den neuen BundeslÃ¤ndern haben die notwendige AufklÃ¤rung gegenÃ¼ber den Betroffenen im DDR-Sport grÃ¶ÃŸtenteils gezielt verweigert. Diese Informationsdefizite sind auszugleichen.</li>
<li>Informationsdefizite dieser Art beziehen sich ebenso auf Ã¶ffentliche Verwaltungen und Einrichtungen des Bundes und fÃ¼hren nicht selten zu Retraumatisierungen der Betroffenen. Diese LÃ¼cken sind auf institutioneller Ebene dringend zu beheben.</li>
<li>Medial wird nicht selten der Eindruck vermittelt, das DDR-Sportsystem sei umfÃ¤nglich aufgearbeitet. Wesentliche Aspekte, die insbesondere auf praktizierte Menschenversuche zielen, sind jedoch unbetrachtet geblieben. Fundierte Forschungen etwa zum illegalen Leipziger Dopinginstitut FKS fehlen genauso wie wissenschaftliche Arbeiten zur Verstrickung der Sportclubs und der Sportmedizin in das DDR-Dopingsystem.</li>
<li>Die vom Sport aktuell anberaumte Studie zur Dopingaufarbeitung in Ost und West muss insbesondere von nicht dopingsozialisierten Experten erstellt werden.</li>
<li>Zur Entwicklung wirksamer Therapien und sinnvoller PrÃ¤ventionsmaÃŸnahmen sind von DopinggeschÃ¤digten seit langem differenzierte Analysen von SportschÃ¤den bzw. eine Langzeitstudie zu KrankheitsverlÃ¤ufen gefordert worden. Hier besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf.Â </li>
</ol>
<p>Die zu erwartende Zukunftsformel in Sachen Doping fÃ¼r Gesellschaft und Sport lautet: Die Zahl seiner Opfer wird exponential steigen. Persilscheine fÃ¼r das DDR-Zwangssystem und den BRD-Systemzwang sind das stÃ¤rkste Indiz dafÃ¼r, dass Sport und Politik dem Zeitgeist hinterhinken. Ein sauberer Sport ist keine Hexerei. Er braucht keine Zauberformeln. Man muss sich fÃ¼r ihn entscheiden und ihn dann realisieren.</p></blockquote>
<p>Unterzeichnende: u. a. Ute Krieger-Krause, <a href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a>, Uwe TrÃ¶mer, Bernd Richter, Karen KÃ¶nig, <a href="http://jensweinreich.de/?p=2576" target="_self">Brigitte Michel</a>, Bernd Michel, Dagmar Kersten, Marie-Katrin Kanitz, Yvonne Gebhardt, Ines Geipel.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Goldmann &amp; Co oder: der Gordische Knoten</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/02/26/goldmann-co-oder-der-gordische-knoten/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 16:18:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Presse-Agentur meldet gerade: Der unabhÃ¤ngigen Kommission des ehemaligen Verfassungsrichters Udo Steiner liegt der ErklÃ¤rungsentwurf von Leichtathletik-Trainern zur BewÃ¤ltigung der DDR-Doping-Vergangenheit vor. (&#8230;) Diese Initiative kÃ¶nnte den Weg aus einem jahrelangen Dilemma weisen und den frÃ¼heren DDR-Trainern trotz eines nachtrÃ¤glichen Bekenntnisses zu Doping-Praktiken eine WeiterbeschÃ¤ftigung bei VerbÃ¤nden ermÃ¶glichen. (&#8230;) Der von den DLV-Trainern vorgelegte [...]]]></description>
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<p>Die Deutsche Presse-Agentur <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/489200" target="_blank">meldet</a> gerade:</p>
<blockquote><p>Der unabhÃ¤ngigen <a href="http://www.dosb.de/de/leistungssport/anti-doping/news/detail/news/konstituierende_sitzung_der_doping_kommission_des_dosb/9847/nb/2/cHash/bddef914bf/printer.html" target="_blank">Kommission</a> des ehemaligen Verfassungsrichters Udo Steiner liegt der ErklÃ¤rungsentwurf von Leichtathletik-Trainern zur BewÃ¤ltigung der DDR-Doping-Vergangenheit vor. (&#8230;) Diese Initiative kÃ¶nnte den Weg aus einem jahrelangen Dilemma weisen und den frÃ¼heren DDR-Trainern trotz eines nachtrÃ¤glichen Bekenntnisses zu Doping-Praktiken eine WeiterbeschÃ¤ftigung bei VerbÃ¤nden ermÃ¶glichen. (&#8230;)</p>
<p>Der von den DLV-Trainern vorgelegte ErklÃ¤rungsentwurf soll drei Eckpunkte haben:</p>
<ol>
<li>das Bekenntnis, an Doping-Praktiken der DDR beteiligt gewesen zu sein;</li>
<li>die Versicherung, seit der Wende Doping nicht unterstÃ¼tzt zu haben;</li>
<li>eine Entschuldigung bei den Opfern des Dopings.</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Ich kenne den Entwurf (noch) nicht. Ich weiÃŸ nicht, wie der Gordische Knoten zerschlagen werden kÃ¶nnte, um beispielsweise Werner Goldmann wieder anzustellen. Ich weiÃŸ nicht, ob das anstrebenswert ist. Und ich finde es zu billig, wie sich neuerdings <a href="http://jensweinreich.de/?p=1694" target="_self">Peter Danckert</a> (SPD), der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, gebÃ¤rdet, der seinen Wahlkreis im Osten hat, der sein Buch promotet und eine &#8220;Amnestie im untechnischen Sinne&#8221; fordert.</p>
<p>Der DLV-PrÃ¤sident und Amtsrichter Clemens Prokop behauptet, er sei gegen eine Generalamnestie, undÂ hat mir am Sonntag gesagt:</p>
<blockquote><p>Der Fall Goldmann ist insofern ein besonderer Fall, war ja hier ein Arbeitsrechtsprozess bereits lÃ¤uft. Und deshalb kann ich jetzt nicht im positiven Sinne sagen, bei den und den Kriterien wird eine FortbeschÃ¤ftigung mÃ¶glich sein. Aber ich kann negativ ausschlieÃŸen, dass eine FortbeschÃ¤ftigung jedenfalls so lange definitiv nicht mÃ¶glich ist, so lange der Fall Jacobs nicht wirklich aufgeklÃ¤rt ist.</p></blockquote>
<p>Der <a href="http://jensweinreich.de/?p=2508" target="_self">Fall Goldmann</a>, die Aufarbeitung der Dopingvergangenheit, wurde hier in den vergangenen Wochen ausgiebig diskutiert, auch Ã¼ber die BeitrÃ¤ge von <a href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Andreas Krieger</a>, <a href="http://jensweinreich.de/?p=2568" target="_self">Helmut Digel</a> und <a href="http://jensweinreich.de/?p=2745" target="_self">Gerhard Treutlein</a>.Â Der Olympiasieger und ehemalige Radprofi Jan Schur hat mit debattiert. Es darf weiter diskutiert werden.</p>
<p>Ich habe am Wochenende wÃ¤hrend der Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Leipzig an diesem Thema gearbeitet und mit etlichen Beteiligten gesprochen: Dem DLV-PrÃ¤sidenten Clemens Prokop, seinem VizeprÃ¤sidenten Eike Emrich, dem KugelstoÃŸ-Europameister Ralf Bartels, der zu jenen 20 Athleten zÃ¤hlt, die den <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Offenen Brief fÃ¼r Werner Goldmann</a> unterschrieben haben, den Chefbundestrainern RÃ¼diger Harksen und Herbert Czingon. Antworten zum Inhalt des nun vorformulierten Papiers (das wievielte eigentlich in den vergangenen zwanzig Jahren?) kann ich nicht geben, aber ich denke, die Aussagen sind es allemal wert, gehÃ¶rt zu werden. Wobei ich sagen muss, dass der Hauptbetroffene, also Werner Goldmann, weiterhin schweigt. Auf Anraten seines Anwalts, heiÃŸt es.</p>
<p>Hier die BeitrÃ¤ge im Deutschlandfunk, die fast nur aus O-TÃ¶nen bestehen und quasi als Prozessberichterstattung zu betrachten sind:</p>
<p>Sonnabend, 21. Februar:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/02/21/dlf_20090221_1935_f03733bc.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Sonntag, 22. Februar:</p>
<p><a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/02/22/dlf_20090222_1916_53716539.mp3" target="_self">:</a></p>
<p>Ich habe versucht, die Stimmung und gewissermaÃŸen die StrÃ¶mungen zu erfassen. Manch einem war das nicht hart genug. So wurde ich dafÃ¼r kritisiert, dass ich Goldmann zu gut wegkommen lasse (tatsÃ¤chlich?) und Ralf Bartels zu viel Platz einrÃ¤ume (ach ja?). Was letztlich nur zeigt: Bei diesem elektrisierenden Thema kann man es niemandem Recht machen. War allerdings auch nie meine Absicht.</p>
<p><span id="more-3102"></span>Ralf Bartels zum Beispiel fragte im Verlauf unseres GesprÃ¤chs, ob ich ihn anprangern wolle. Nein, wollte ich nicht. Ich (wir, zwei Kollegen groÃŸer Tageszeitungen waren dabei)Â habe/haben ihn zwischen Wettkampf und Siegerehrung, als er an seinem 31. Geburtstag ein Bier aus dem Plastikbecher trank, das ihm spÃ¤ter mÃ¶glicherweise die Abgabe der Dopingprobe erleichterte, nach seiner Meinung zum Fall Goldmann, zum Brief der Athleten, zur Stimmungslage und zu seinen Vorstellungen befragt, wie das Problem aufzuarbeiten sei.</p>
<p>Ich wollte Bartels nicht vorfÃ¼hren. Ich hÃ¤tte es tun kÃ¶nnen, aber ich finde, wenn ich jemanden in den Katakomben mit meinem Mikro Ã¼berfalle und zwischen TÃ¼r und Angel derartige Fragen stelle, habe ich eine gewisse journalistische Verantwortung. Ich suche mir nicht gerade O-TÃ¶ne heraus, die Bartels mÃ¶glicherweise bloÃŸstellen. Er ist kein TÃ¤ter. Er war ein Kind, als die Mauer fiel. Er wurde im Osten sozialisiert. Unter Sportlern. In Neubrandenburg. Er ist da nie weg gekommen. Er hat seine Meinung.</p>
<p>Dass er die BÃ¼cher von Berendonk und Treutlein nicht gelesen hat, mag Ã¤rgerlich sein; aber dieses Schicksal, nennen wir es einfach mal so, teilt er mit vielen,Â im Osten wie im Westen, die nicht die Kugel stoÃŸen mÃ¼ssen, sondern Verantwortung tragen. Das ist das Problem, und nicht der mÃ¼ndige, mitunter irrende Sportler.</p>
<p>Leseempfehlungen:</p>
<ul>
<li>Michael Reinsch in der <strong>FAZ</strong>: <a href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~EA1A5D84170CD4A3099579613549FE2D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed" target="_blank">Ausweg aus der Trainer-Falle?</a> &#8211; <a href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~EC3BB387786904CDCAF53D1E3ED2E4BBF~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed" target="_blank">Die Suche nach der Zauberformel</a></li>
<li>Joachim MÃ¶lter in der <strong>SÃ¼ddeutschen</strong>: <a href="http://www.sueddeutsche.de/555384/310/2772372/Bekenntnis-zu-den-Suenden.html" target="_blank">Bekenntnis zu den SÃ¼nden</a></li>
<li>Mein Beitrag in der <span style="color: #000000;"><strong>Frankfurter Rundschau</strong></span>: <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1679825_Hektische-Arbeiten-an-der-Argumentationsbruecke.html?sid=22f36ddf12fa69d4773ce220696b4a6c" target="_blank">Hektische Arbeiten an der ArgumentationsbrÃ¼cke</a></li>
<li>Frank Bachner in der Zeitung <strong>Der Tagesspiegel</strong>: <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/DDR-Doping;art272,2738185" target="_blank">Schlussstrich mit Reue?</a></li>
</ul>

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		</item>
		<item>
		<title>Hinweis zur Dopingdiskussion &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/02/17/hinweis-zur-dopingdiskussion/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 09:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[im]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf Nachfrage ein logistischer Einschub: FÃ¼r jene, die sich mit dem Ordnungsprinzip dieses Blogs nicht anfreunden kÃ¶nnen, ein mÃ¶glicherweise hilfreicher Hinweis. Die spannenden Diskussionen laufen derzeit &#8211; ich kann gar nichts dafÃ¼r, ehrlich! &#8211; zum Doping: Gerhard Treutlein: &#8220;Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt &#8230;&#8221; Gerhard Treutlein hat gerade kommentiert: Es gibt zwei Probleme: Das schnelle Vergessen [...]]]></description>
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<p>Auf Nachfrage ein logistischer Einschub: FÃ¼r jene, die sich mit dem Ordnungsprinzip dieses Blogs nicht anfreunden kÃ¶nnen, ein mÃ¶glicherweise hilfreicher Hinweis. Die spannenden Diskussionen laufen derzeit &#8211; ich kann gar nichts dafÃ¼r, ehrlich! &#8211; zum Doping:</p>
<ul>
<li><a href="http://jensweinreich.de/?p=2745" target="_blank"><strong>Gerhard Treutlein: &#8220;Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt &#8230;&#8221;</strong></a></li>
</ul>
<p>Gerhard Treutlein hat <a href="http://jensweinreich.de/?p=2745#comment-6226" target="_self">gerade kommentiert</a>:</p>
<blockquote><p>Es gibt zwei Probleme: Das schnelle Vergessen von Fakten und die fehlende Bereitschaft zur Konsequenz, deshalb haben wir heute diese unsÃ¤gliche aber notwendige Diskussion. Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt â€¦</p></blockquote>
<ul>
<li><a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_blank"><strong>Werner Goldmann oder: wenn &#8220;die StimmbÃ¤nder lÃ¤hmen&#8221;</strong></a></li>
</ul>
<p>Mein <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499#comment-6199" target="_self">letzter Kommentar</a> dazu:</p>
<blockquote><p>Ich finde es katastrophal und inakzeptabel, dass einige Journalisten (ZDF und anderswo) seit dem Sommer Ã¼ber Jacobsâ€™ IM-TÃ¤tigkeit Bescheid wussten. Doch erst Sport-Bild hat es publik gemacht, was ich grundsÃ¤tzlich in Ordnung finde. Wobei die Geschichte des Gerd Jacobs &#8211; IM und Dopingopfer, der vor der ZERV aber ausgesagt hat, er habe gewusst, was er bekomme &#8211; viel mehr her gibt als nur:</p>
<p>a) Die einen, die sonst gern jeden IM brandmarken, sagen nicht, dass er IM war, obwohl sie es wissen, und bringen ihn immer wieder als heldenhaften Zeugen.</p>
<p>b) Die anderen (Sport-Bild) reiten vielleicht ein bisschen zu brutal auf der IM-Nummer herum.</p>
<p>Um es klar zu sagen: a) finde ich deutlich unappetitlicher. Unfassbar. Ich habe erst aus der Hamburger Illustrierten von der IM-TÃ¤tigkeit erfahren &#8211; und war geschockt, nicht wegen Jacobs, sondern wegen der Journalisten, die das nie berichtet haben.</p></blockquote>
<p>Dazu u. a. auch: <a title="Was vom Tage Ã¼brig bleibt (16): â€œAuferstanden aus Ruinenâ€? (14. Januar 2009)" href="http://jensweinreich.de/?p=2508"><span style="color: #6b8e23;">Was vom Tage Ã¼brig bleibt (16): â€œAuferstanden aus Ruinenâ€?</span></a>, <a title="Andreas Krieger zum Fall Goldmann &amp; Co. (15. Januar 2009)" href="http://jensweinreich.de/?p=2531"><span style="color: #6b8e23;">Andreas Krieger zum Fall Goldmann &amp; Co.</span></a>, <a title="Helmut Digel: â€œDie Vergangenheit ist nicht abgeschlossenâ€? (20. Januar 2009)" href="http://jensweinreich.de/?p=2568"><span style="color: #6b8e23;">Helmut Digel: â€œDie Vergangenheit ist nicht abgeschlossenâ€?</span></a></p>
<p>Es geht wieder einmal um West und Ost und Verantwortung, die man annehmen oder negieren kann, als Journalist, als Wissenschaftler, als Doper, als Athlet, als Fan, alsÂ FunktionÃ¤r, als Sportpolitiker. Ich sage ja immer, und ich sage es nicht gern nach 20 Jahren, diese Diskussion bricht erst auf, sie wird uns in den kommenden zwei Jahren der runden JubilÃ¤en verschÃ¤rft begleiten.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Helmut Digel: &#8220;Die Vergangenheit ist nicht abgeschlossen&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/01/20/helmut-digel-die-vergangenheit-ist-nicht-abgeschlossen/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 21:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
				<category><![CDATA[ddr]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch das gibt&#8217;s, ich bin da ganz offen und Ã¼bernehme aus der aktuellen DOSB-Presse, dem Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes, gern einen Beitrag von Helmut Digel. Ich finde, das ist ein bemerkenswert sachlicherÂ Text zum Thema, das hier seit einigen Tagen besprochen wird &#8211; und das uns, wie ich glaube, in den nÃ¤chsten zwei [...]]]></description>
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<p>Auch das gibt&#8217;s, ich bin da ganz offen und Ã¼bernehme aus der aktuellen <a href="http://www.dosb.de" target="_blank">DOSB-Presse</a>, dem Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes, gern einen Beitrag von Helmut Digel. Ich finde, das ist ein bemerkenswert sachlicherÂ Text zum <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Thema</a>, das hier seit <a href="http://jensweinreich.de/?p=2508" target="_self">einigen</a> <a href="http://jensweinreich.de/?p=2531" target="_self">Tagen</a> besprochen wird &#8211; und das uns, wie ich glaube, in den nÃ¤chsten zwei Jahren stÃ¤ndig begleiten wird.</p>
<blockquote><p><strong>Die Vergangenheit ist nicht abgeschlossen </strong></p>
<p><em>Wie soll mit ehemals in das DDR-Doping verstrickten Trainern umgegangen werden? </em></p>
<p><span id="more-2568"></span>Von Prof. Dr. Helmut Digel (UniversitÃ¤t TÃ¼bingen)</p>
<p>FÃ¼r die BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland Ã¶ffnete sich mit dem Fall der Mauer der Vorhang zu einer Gesellschaft, in der nahezu vierzig Jahre eine TragÃ¶die stattgefunden hat. Es wurde der Blick auf eine Diktatur geÃ¶ffnet, die Ã¤uÃŸerst schillernde ZÃ¼ge aufwies. Vieles erschien dem BeÂ­trachter unverstÃ¤ndlich, ZusammenhÃ¤nge konnten nicht nach vollzogen werden, Verantwortlichkeiten waren in dieser Diktatur anders geregelt als in einer offenen Gesellschaft, und viele BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger der ehemaligen DDR hatten sich mit ihrem politischen System in einem Umfang arrangiert, wie es von BeobachÂ­tern von auÃŸen kaum nachvollziehbar ist.</p>
<p>Irritationen waren deshalb die Folge, und sie sind bis heute noch nicht Ã¼berwunden. Manches wurde zwiÂ­schenzeitlich offen gelegt, vieles ist auch nun fÃ¼r die BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger in den alten LÃ¤ndern verstÃ¤ndliÂ­cher und nachvollziehbarer geworden, manches kann auch gewÃ¼rdigt werden, anderes kann leichten Herzens entschuldigt sein. Harmlos war die DDR-Diktatur jedoch gewiss nicht. Tausende von politisch VerÂ­folgten halten ihr deshalb bis heute den Spiegel vor. Vorschnelle Urteile Ã¼ber Schuld und Unschuld, Ã¼ber Verantwortung und Verantwortungslosigkeit verbieten sich jedoch. Denn noch immer besteht die groÃŸe Gefahr, dass unwissend Urteile gefÃ¤llt werden und Vorurteile weiter getragen werden. Vorschnelle und dumme Ã„uÃŸerungen kÃ¶nnen Verletzungen, ja auch GrÃ¤ben hervorrufen, die leider auch nach wie vor beÂ­stehen. All dies gilt fÃ¼r unsere Gesellschaft in ihrer Gesamtheit, es gilt aber auch fÃ¼r den Bereich der KirÂ­chen, fÃ¼r die wirtschaftliche Zusammenarbeit, fÃ¼r die Wissenschaft, fÃ¼r die Gewerkschaften und aus naÂ­heliegenden GrÃ¼nden selbstverstÃ¤ndlich auch fÃ¼r den Sport.</p>
<p>Seit der Vereinigung sind mittlerweile zwanzig Jahre vergangen, und aus verstÃ¤ndlichen GrÃ¼nden ist die Diskussion Ã¼ber Schuld und Unschuld und eine sorgfÃ¤ltige Aufarbeitung der Vergangenheit nach wie vor eine Herausforderung fÃ¼r die deutsche Gesellschaft und fÃ¼r die Sportorganisationen gleichermaÃŸen. Im Sport wird diese Diskussion in regelmÃ¤ÃŸigen AbstÃ¤nden, meistens ausgelÃ¶st durch Pressepublikationen aus Anlass sportlicher GroÃŸereignisse, gefÃ¼hrt. Die Diskussionen zeichnen sich durch Redundanz aus. Doch das Wiederholen kann durchaus wÃ¼nschenswert sein, wenn zu viele bereit sind, das was bereits einmal Ã¶ffentÂ­lich war, zu schnell zu vergessen. FunktionÃ¤ren, Trainern, Betreuern und immer seltener den Athleten der ehemaligen DDR werden dabei VorwÃ¼rfe gemacht, die zum einen auf deren mÃ¶gliche Zusammenarbeit mit dem Ministerium fÃ¼r Staatssicherheit zielen, zum anderen geht es dabei um den systematischen Doping-Missbrauch in der ehemaligen DDR, in den die meisten heute noch aktiven Trainer, die ihre Ausbildung und ihren Beruf im System der DDR erlernt und ausgeÃ¼bt haben, in direkter oder indirekter Weise eingebunden gewesen sind. Neue Erkenntnisse sind durch die derzeit stattfindende Diskussion dabei kaum zu erwarten.</p>
<p>Dank der Verdienste von Prof. Franke und <a href="http://jensweinreich.de/?p=1302" target="_self">Frau Berendonk</a> und weiterer wissenschaftlicher Arbeiten wurde ein Einblick in das System des Dopings der ehemaligen DDR gewÃ¤hrleistet, das eine eigene Sprache spricht. FÃ¼r das menschenverachtende System der DDR waren nicht einmal Kinder schÃ¼tzenswert. Ohne Wissen der Kinder und ihrer Eltern wurden ihnen Medikamente zur Steigerung der sportlichen Leistung verabreicht. Hierbei wurden wissentlich KÃ¶rperverletzungen in Kauf genommen. Fast sÃ¤mtliche olympische Athleten wurden in ein System der systematischen Leistungsmanipulation eingebunden. Sportliche SpitzenÂ­leistung wurde auf der Grundlage eines sorgfÃ¤ltigen wissenschaftlichen KalkÃ¼ls erreicht. Die Parteispitzen, an der Spitze der StaatsprÃ¤sident der DDR und die Parteivorsitzenden, die PrÃ¤sidenten des Deutschen Turn-und Sportbundes, die PrÃ¤sidenten der olympischen FachverbÃ¤nde, deren PrÃ¤sidien, die Cheftrainer, Trainer, Sportdirektoren und allen voran Ã„rzte, Sportmediziner und Trainingswissenschaftler, nicht zuletzt aber auch die Athleten selbst haben dabei direkt oder indirekt Schuld auf sich geladen. Sie haben dabei sysÂ­tematisch das Prinzip des Fair Play verletzt, zu dem das Verbot des Dopingbetrugs und der LeistungsmaniÂ­pulation grundlegend gehÃ¶ren. <a href="http://jensweinreich.de/?p=1313" target="_self">Internationale WettkÃ¤mpfe wurden auf diese Weise zu einer Farce.</a> Zu RechtfÃ¼hlen sich alle Konkurrenten, die in sauberer Weise ihren Hochleistungssport betrieben haben, durch ihre ehemaligen Konkurrenten betrogen. Dabei ist es eher eine nachgeordnete Frage, ob die manipulierten Athleten der ehemaligen DDR wissend oder unwissend an diesem Betrug beteiligt waren.</p>
<p>All dies ist mittlerweile hinlÃ¤nglich bekannt. Bekannt ist auch, dass viele westliche FunktionÃ¤re und VerantÂ­wortliche im Sport diese Betrugssituation nur mit einem Augenzwinkern betrachtet haben. An einer wirkliÂ­chen Aufarbeitung des Betruges, der ja nicht nur in der DDR, sondern in vergleichbarer Weise in der alten Bundesrepublik angetroffen werden konnte, war kaum jemand wirklich interessiert. Versuche zur AufÂ­arbeitung hat es wohl mehrfach gegeben. Doch keiner dieser Versuche wurde konsequent zu Ende gefÃ¼hrt. Vor allem war keine dieser BemÃ¼hungen darauf angelegt, dass man dann, wenn man die entsprechende Aufarbeitung geleistet hat, eine Perspektive fÃ¼r einen Neuanfang gefunden worden wÃ¤re, an dem sich mÃ¶glichst alle beteiligen kÃ¶nnen. Nicht zuletzt wegen dieser VersÃ¤umnisse hat die Diskussion Ã¼ber den Dopingbetrug der ehemaligen DDR den Charakter einer &#8220;unendlichen Geschichte&#8221;. Dabei muss in Betracht gezogen werden, dass die Frage der BeschÃ¤ftigung von Personen, die mehr oder weniger in das DDR-System eingebunden waren, in den politischen Parteien, in den Medien, in der Verwaltung, in der Justiz und im Bildungssystem offensichtlich kein besonderes Thema mehr ist.</p>
<p>Angesichts der aktuellen Diskussion Ã¼ber DDR-Trainer, aber auch angesichts der Diskussionen, die in den vergangenen zwanzig Jahren in Bezug auf diese Thematik gefÃ¼hrt wurden, stellt sich nun die Frage, wie man diese &#8220;unendliche Geschichte&#8221; zu einem Ende bringen kann. Es stellt sich vor allem die Frage, wie von den Organisationen des Sports die Menschen, die in der ehemaligen DDR groÃŸ geworden sind, dabei Verantwortung im Sport Ã¼bernommen hatten und nunmehr im deutschen Sport gerne mitarbeiten mÃ¶chten, zu behandeln sind. Welche Bedingungen mÃ¼ssen erfÃ¼llt sein, dass eine DauerbeschÃ¤ftigung, um die es ja in der Regel geht, fÃ¼r Trainer und Experten der ehemaligen DDR mÃ¶glich ist?</p>
<p>Eine kleine Minderheit in unserer Gesellschaft vertritt die Auffassung, dass jemand, der schwere Schuld auf sich geladen hat, keinen Anspruch auf eine RÃ¼ckkehr in die Gesellschaft hat. Eine groÃŸe Mehrheit vertritt die Auffassung, dass nach einer angemessenen Strafe, einer entsprechenden Resozialisierung und bei einem EingestÃ¤ndnis der Schuld eine RÃ¼ckkehr in die Gesellschaft mÃ¶glich ist. Eine dritte Gruppe vertritt eine Ã¤hnliche Auffassung, glaubt jedoch, dass ein SchuldeingestÃ¤ndnis nicht notwendige Voraussetzung sein muss, um in die Gesellschaft nach entsprechender BewÃ¤hrung resozialisiert zu werden.</p>
<p>Die FÃ¤lle der ehemaligen DDR Trainer, die in diesen Tagen diskutiert werden, sind jedoch schwieriger. Sie haben in der Regel Schuld durch ihre TÃ¤tigkeit im Hochleistungssport der ehemaligen DDR auf sich geÂ­laden, und sie haben weitere Schuld auf sich geladen, weil sie unmittelbar nach der Wende bei den seiÂ­nerzeit durchgefÃ¼hrten Befragungen leugneten, in das Dopingsystem der ehemaligen DDR eingebunden geÂ­wesen zu sein. Den meisten fiel es offensichtlich schwer, ihre LÃ¼ge zu korrigieren. Bei allen spÃ¤teren Befragungen, das gilt auch fÃ¼r die von ihnen abverlangte EhrenerklÃ¤rung vor den Peking-Spielen, die vor dem Hintergrund der offen gelegten DDR Geschichte lediglich den Charakter eines Alibis fÃ¼r die verantwortliÂ­chen VerbÃ¤nde haben konnte, wurden diese Trainer immer wieder erneut von ihrer Schuld eingeholt. Eine Strafe fÃ¼r ihre Taten haben die Betroffenen bis heute jedoch noch nicht verbÃ¼ÃŸt, sie sind vielmehr ohne jede Unterbrechung vom alten System in das neue System Ã¼bergewechselt und haben somit meist gar keine oder nur geringe Nachteile durch ihre Taten aus der Vergangenheit in Kauf nehmen mÃ¼ssen. Wie man der Gerechtigkeit durch das Recht in dieser Situation zu ihrem Recht verhelfen kann, ist eine schwierige Frage. Weder eine Amnestie scheint dabei der angemessene Weg, noch wÃ¤re zu empfehlen, dass man ohne eine grundsÃ¤tzliche Entscheidung einfach so weiter macht wie bisher. Es stellt sich somit die Frage, unter welÂ­chen Bedingungen verzeihen mÃ¶glich sein kÃ¶nnte.</p>
<p>FÃ¼r mich ist es dabei wichtig, dass man zwei GÃ¼ter einer besonderen AbwÃ¤gung unterwirft. Wie wichtig ist das EingestÃ¤ndnis einer Schuld und wie wichtig ist eine Ã¼berprÃ¼fbare BewÃ¤hrungszeit, um zu der EntscheiÂ­dung zu gelangen, dass jemand auch zukÃ¼nftig zum hauptamtlichen Personal des deutschen Sports gehÃ¶ren darf.</p>
<p>Ich habe mich als verantwortlicher FunktionÃ¤r im deutschen Sport in der Zeit zwischen 1990 und 1994 mit dieser Frage zum ersten Mal auseinandersetzen mÃ¼ssen. Es ist mir dabei relativ leicht gefallen, jenen FunktionÃ¤ren, Trainern und Athleten der ehemaligen DDR zu verzeihen, die offen zu ihrer Vergangenheitsich geÃ¤uÃŸert haben, die sich zu ihrer Schuld bekannten, die in gewisser Weise indirekt um Verzeihung gebeten haben. Diese Trainer und Experten in dem Hoheitsbereich, fÃ¼r den ich verantwortlich war, weiter zu beschÃ¤ftigen, war fÃ¼r mich deshalb keine besondere Gefahr. Ich sah es als meine wichtigste Aufgabe, diesen MitbÃ¼rgerinnen und MitbÃ¼rgern eine neue Chance zu erÃ¶ffnen.</p>
<p>Ich konnte in diesen Jahren in gewissem Umfang auch Haltungen von FunktionÃ¤ren, Trainern und ehemaÂ­ligen Athleten nachvollziehen, die sich angesichts der Konfrontation der beiden Systeme in der Zeit des Kalten Krieges weiterhin zum System der DDR bekannten. Zu akzeptieren war auch die Haltung jener Trainer, die sich entschieden hatten im neuen gesellschaftlichen System der BRD nicht mitzuwirken, weil sie die Auffassung vertraten, dass ihr altes dem neuen System Ã¼berlegen sei. Einige von diesen sind ausgewandert und arbeiten in auslÃ¤ndischen Sportsystemen. Angesichts ihrer Vergangenheit stellen sich dabei manche neuen Fragen, die jedoch nur von deren Arbeitgebern zu beantworten sind. Eine BeschÃ¤ftigung in den neuen Sportorganisationen nach der Wende war fÃ¼r solche Menschen keine Frage, und fÃ¼r meinen VerÂ­band stellte sich diesbezÃ¼glich keine Frage der Verantwortung.</p>
<p>Sehr viel schwieriger war die Situation bei all jenen, die sich nicht zu ihrer Schuld bekennen wollten, die sich eher als MitlÃ¤ufer deklarierten. Bei vielen dieser Trainer stellte sich deshalb die Frage, unter welchen BeÂ­dingungen kÃ¶nnen Trainer, die sich bereits in einem ArbeitsverhÃ¤ltnis mit dem Verband befanden, aus diesem ArbeitsverhÃ¤ltnis entlassen werden, bzw. unter welchen Bedingungen sollten sie weiter beschÃ¤ftigt werden. Hier gab es aus meiner Sicht keine Alter-native, als der juristischen Expertise der so genannten ReiÂ­ter-Kommission des Deutschen Sportbundes, der Evers-Kommission des Deutschen Sportbundes und der eigenen Juristenkommission im Deutschen Leichtathletik-Verband zu folgen. Es waren daher vor allem auch arbeitsrechtliche ErwÃ¤gungen, die zu bedenken waren. Unter dem Aspekt der Gerechtigkeit, unter dem Aspekt von Schuld und Unschuld konnte man mit diesem Verfahren allerdings dem Problem nur bedingt geÂ­recht werden. Oft waren es wirtschaftliche ErwÃ¤gungen, die dazu gefÃ¼hrt haben, dass man einen Trainerweiter beschÃ¤ftigte oder sich der Verband mit einer Abfindung von ihm trennte, weil sich die VerantwortliÂ­chen in den jeweiligen PrÃ¤sidien der VerbÃ¤nde Haftungsproblemen gegenÃ¼ber sahen, fÃ¼r deren LÃ¶sung sie keine Wege kannten.</p>
<p>FÃ¼r mein PrÃ¤sidium war es dabei vor allem wichtig, dass sich alle jene, die weiter beschÃ¤ftigt wurden, auf einen gemeinsamen Anti-Dopingkampf verpflichten lieÃŸen und dass sie ihre Bereitschaft erklÃ¤rten, gemeinsam mit den Trainerinnen und Trainern des Westens und gemeinsam mit dem PrÃ¤sidium des DeutÂ­schen Leichtathletik-Verbandes sich engagiert im Anti-Dopingkampf zu beteiligen. Es lag nun an den TraineÂ­rinnen und Trainern, sich zu bewÃ¤hren, Gleiches galt fÃ¼r jene Verantwortlichen in den LandesverbÃ¤nden, und noch wichtiger war: Es galt auch fÃ¼r die Athleten.</p>
<p>Betrachten wir aus der Sicht von heute, nach einer Zeit von fÃ¼nfzehn Jahren leichtathletischer Entwicklung die Situation, so kann mit gutem Recht behauptet werden, dass die groÃŸe Mehrheit der ehemaligen DDR-Trainer diese BewÃ¤hrungsprobe bestanden hat. Fast alle Trainer der ehemaligen DDR haben sich durch eine fachkompetente Arbeit ausgewiesen und waren bereit, sich in den Anti-Dopingkampf des DLV einÂ­binden zu lassen. Es gab und es gibt keine Indizien, dass sie an dem weltweit stattfindenden systematischen Dopingbetrug weiterhin beteiligt sind.</p>
<p>Die DopingfÃ¤lle, die im Deutschen Leichtathletik-Verband in den vergangen zwanzig Jahren angetroffen wurden, sprechen allerdings auch eine andere Sprache. Zumindest eine kleine Minderheit der Athleten, Trainer und Experten hat offensichtlich die Lektion der Vergangenheit nicht gelernt, hat die BewÃ¤hrungsÂ­probe nicht bestanden, war und ist Teil des systematischen Dopingbetruges. Dies gilt allerdings gleiÂ­chermaÃŸen fÃ¼r Ost und West, fÃ¼r Nord und SÃ¼d. Der Fall Breuer/Springstein und viele weitere Ã¼berfÃ¼hrte FÃ¤lle sprechen dabei ihre eigene Sprache. Man muss auch heute noch davon ausgehen, dass es in DeutschÂ­land Athletinnen und Athleten gibt, die zum Dopingbetrug bereit sind. Vermutlich sind sie dabei in systemaÂ­tische Betrugsnetze, an denen Ã„rzte, Pharmazeuten, Manager, Trainer und FunktionÃ¤re beteiligt sind, eingeÂ­bunden und betrÃ¼gen auf diese Weise ihre Gegner systematisch. Die Minderheit ist deshalb ebenso zu beachten wie die groÃŸe Mehrheit, will man zu einer tragfÃ¤higen politischen Entscheidung in Bezug auf das hier diskutierte Doping-Problem zu kommen.</p>
<p>FÃ¼r mich haben meine eigenen Beobachtungen als FunktionÃ¤r im Deutschen Leichtathletik-Verband wÃ¤hÂ­rend der WettkÃ¤mpfe, bei Trainingslagern, meine GesprÃ¤che mit den verantwortlichen Trainern, meine aktive Beteiligung am System des Hochleistungssports zur Folge, dass ich einen Anstellungszeitraum von fÃ¼nfzehn Jahren, in dem sich diese Trainer nichts haben weiter zu Schulden kommen lassen, besonders gewichten mÃ¶chte. Zwar wÃ¤re gewiss ein SchuldeingestÃ¤ndnis der Betroffenen in diesen Tagen eine hilfÂ­reiche und wÃ¼nschenswerte BrÃ¼cke gewesen, um die notwendige politische Entscheidung herbeizufÃ¼hren. Aber es stellt sich auch die Frage, welche QualitÃ¤t ein derartiges SchuldgestÃ¤ndnis nach zwanzig Jahren Ã¼berhaupt noch haben kann.</p>
<p>Mit populistischen SolidaritÃ¤tsbekundungen zu Gunsten der ehemaligen DDR Trainer kommt man jedenfalls in dieser Sache nicht weiter. Wenig hilfreich und kaum durchdacht sind auch die Empfehlungen zur berufsÂ­stÃ¤ndischen Selbstregulation durch die Trainer, und geradezu zynisch und unverschÃ¤mt sind Beleidigungen der Opfer, die mit den FolgeschÃ¤den des Dopings ein Leben lang zu leben haben. Solche Ã„uÃŸerungen deuten eher darauf hin, dass es leider noch viel zu viele Athleten und Athletinnen und teilweise auch deren Trainer gibt, die die ethisch-moralischen Grundlagen des modernen Hochleistungsports nicht verstanden haben.</p>
<p>Dennoch muss die Frage gestellt werden, ob die Forderung nach einem SchuldeingestÃ¤ndnis realistisch ist? Was wÃ¤re geholfen, wenn deklarative SchuldgestÃ¤ndnisse erfolgen wÃ¼rden, deren GlaubwÃ¼rdigkeit jedoch unserem Belieben Ã¼berlassen wÃ¼rde. Ist die Forderung nach SchuldeingestÃ¤ndnissen nicht manchmal auch eine versteckte Form der Abrechnung? Es sollte doch mÃ¶glich sein, wenn man einen Trainer Ã¼ber fÃ¼nfzehn Jahre hat beobachten kÃ¶nnen, diesem zugestehen, dass er mit seiner Schuld lebt, ohne dass er sich Ã¶ffentÂ­lich immer wieder von neuem zu rechtfertigen hat. Dabei muss man leider akzeptieren, dass es FÃ¤lle gibt, wo die Betroffenen bis heute ihrer Schuld nicht bewusst sind oder sie verdrÃ¤ngen.</p>
<p>WÃ¤gt man die beiden GÃ¼ter gegeneinander ab, so kÃ¶nnte man zu einem Verzicht auf ein SchuldeingeÂ­stÃ¤ndnis dann bereit sein, wenn die Betroffenen den glaubwÃ¼rdigen Nachweis erbracht haben, in einem Sportsystem, das auf den Erhalt des Fair Play und der Unverletzlichkeit der MenschenwÃ¼rde ausgerichtet sein muss, engagiert und aktiv mitzuarbeiten. Deshalb sollte, um es am aktuellen Beispiel praktisch zu maÂ­chen, der betroffene Trainer weiter beschÃ¤ftigt werden kÃ¶nnen. Die Schuld, die er sich ohne Zweifel aufgeÂ­laden hat, muss er allerdings tragen. Was dies fÃ¼r ihn bedeutet, entzieht sich unserer Beurteilung. FÃ¼r die Verantwortlichen des deutschen Sports bedeutet dies, dass allerdings nur in der Frage der Anstellung und BeschÃ¤ftigung von Verantwortlichen des ehemaligen DDR-Systems im neu geschaffenen deutschen SportÂ­system eine Art Schlussstrich gezogen werden muss. Die Aufarbeitung der Vergangenheit kann und darf damit jedoch nicht beendet werden. Das von DOSB-PrÃ¤sident Dr. Bach vorgeschlagene <a href="http://jensweinreich.de/?p=1330" target="_self">ForschungsvorÂ­haben zur Aufarbeitung des Dopingbetrugs in der ehemaligen BRD</a> ist hierzu ein grundlegender Beitrag. In gewisser Weise kommt der Vorschlag, auf ein ausdrÃ¼ckliches SchuldeingestÃ¤ndnis zu verzichten, einer Teil-Amnestie gleich. Angesichts des langen Zeitraums von 15 Jahren, in denen sich die betroffenen Trainernichts zu Schulden haben kommen lassen, erscheint die Strafe hoch genug zu sein, wenn die Betroffenen mit ihrer Schuld zu leben haben, massiv gegen das Fair Play-Gebot und gegen die Unverletzlichkeit der MenschenwÃ¼rde verstoÃŸen haben. Dies kann ihnen niemand abnehmen.</p></blockquote>

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		<title>Andreas Krieger zum Fall Goldmann &amp; Co.</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 14:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein update zur Diskussion um die Entlassung des dopingbelasteten Trainers Werner Goldmann und den offenen Brief deutscher Leichtathleten. Andreas Krieger hat dazu einen Kommentar geschrieben. Ich hoffe, es nicht zu Ã¼bertreiben, wenn ich mir erlaube, diesen Kommentar hier hinein zu kopieren. Ich finde, die Meinung von Andreas Krieger ist zu wichtig, ich mÃ¶chte nicht, dass [...]]]></description>
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<p>Ein update zur <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_self">Diskussion</a> um die Entlassung des dopingbelasteten Trainers Werner Goldmann und den offenen Brief deutscher Leichtathleten. <strong>Andreas Krieger</strong> hat dazu einen <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499#comment-5304" target="_self">Kommentar</a> geschrieben. Ich hoffe, es nicht zu Ã¼bertreiben, wenn ich mir erlaube, diesen Kommentar hier hinein zu kopieren. Ich finde, die Meinung von Andreas Krieger ist zu wichtig, ich mÃ¶chte nicht, dass Leser seinen Standpunkt &#8211; in der Kommentarspalte geÃ¤uÃŸert &#8211; Ã¼bersehen.</p>
<blockquote><p>Als Dopingbetroffener kann ich hier nicht schweigen.</p>
<p>Der Verband hat endlich nach immer wieder erneuten Kritiken Ã¼ber dopingbelastete Trainer der ehemaligen DDR im Sport richtig und konsequent reagiert. Nicht nur die Presse kritisierte diesen Zustand immer wieder, seit viele, vielen Jahren, sondern auch Dopingopfer forderten eine konsequentere Haltung vom DOSB zu diesem Thema.</p>
<p>Zum Fall Goldmann kann ich nur sagen, dass die Entscheidung richtig ist. Sicherlich trifft es die heutigen aktiven Sportler hart, aber fÃ¼r diese Situation ist ganz allein Herr Goldmann selbst verantwortlich zu machen. Sein beharrliches Schweigen und die halbherzige Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit haben ihn jetzt eingeholt.</p>
<p>Er hatte die MÃ¶glichkeit damit aufzurÃ¤umen, doch das schien ihm wohl nicht so wichtig. Ihm war, so scheint mir, seine eigene Karriere wichtiger.</p>
<p>Das interessante an der ganzen Geschichte ist, es hÃ¤tte in manchen FÃ¤llen nur einer ehrlich gemeinten Entschuldigung bedurft, um Dopingopfern zu signalisieren, dass damals nicht nur auf staatlicher Ebene kriminell gehandelt wurde, sondern auch dass das persÃ¶nliche ethisch-moralische Versagen der involvierten Trainer dazu beitrug, das Dopingsystem der DDR zu stÃ¼tzen und zu tragen und damit Dinge passieren zu lassen, die nicht wieder gut zu machen sind.</p>
<p>Stattdessen hat er sich freigekauft. Durch die Zahlung einer nicht unerheblichen Geldsumme erwirkte Goldmann die Einstellung eines Gerichtsverfahren gegen ihn.</p>
<p>Wenn man sich nichts vorzuwerfen hat, warum dann freikaufen?<span id="more-2531"></span></p>
<p>Im Protestschreiben namenhafter Werfer gegen die Entlassung Goldmanns ist von einem Bauernopfer die Rede, welchem mit der Entlassung seine Passion und sein Leben zerstÃ¶rt werden.</p>
<p>Ich frage mal gerade heraus, wie sieht es den mit der LebensqualitÃ¤t der DopinggeschÃ¤digten aus. Sie haben mehr verloren, als nur ihren Job. Die SchÃ¤den, die durch den systematischen Dopingmissbrauch des DDR-Systems entstanden sind, verjÃ¤hren moralisch nicht, da nie ein TÃ¤ter- Opfer-Ausgleich stattgefunden hat. Nicht, weil die GeschÃ¤digten dieses nicht wollten, sondern weil die dopingbelasteten Trainer durch beharrliches Leugnen, bewusstes LÃ¼gen, taktisches Kleinreden ihrer Vergangenheit deutlich signalisierten, dass sie sich ihrer Verantwortung und ihrem Versagen nicht stellen wollen.</p>
<p>Ich kann hier also kein Bauernopfer erkennen. Beim Schachspiel wird der Bauer geopfert, um die Dame zu schÃ¼tzen. Wer sollte hier die Dame sein? Wissen da die aktiven Sportler mehr als die Ã–ffentlichkeit?</p>
<p>Dieser Mann hat nichts zur Aufarbeitung des DDR-Systems getan, weiter einen netten Job aus Steuergeldern finanziert bekommen und wundert sich warum er nicht weiter machen darf, wie zuvor.</p>
<p>Bei allem VerstÃ¤ndnis fÃ¼r die unterzeichnenden Sportler stellt sich mir hier auch die Frage, warum sie nur sich selbst und ihre eigenen Erfahrungen mit diesem Trainer zum MaÃŸ der Dinge machen. Warum sie mit Argumenten (â€žVerjÃ¤hrungsfristen&#8221; von Straftaten, Rehabilitierung, mangelnde Beweise, â€žKÃ¼ndigung&#8221; etc.) hantieren, welche nicht nur falsch benannt sind, sondern auch in Ã¼bersteigerter Weise die UneigennÃ¼tzigkeit, den Altruismus sowie die edle Gesinnung ihres ehemaligen Trainers darstellen sollen. Das finde ich verdammt seltsam.</p>
<p>Der Verdacht liegt nahe dass Goldmann jetzt, wo es um seine Existenz geht, sich vertrauensvoll an prominente Sportler wendet, um nicht nur UnterstÃ¼tzung zu erfahren, sondern auch â€žPersilscheine&#8221; sammeln will.</p>
<p>Er bietet seine UnterstÃ¼tzung und Hilfe ehrenamtlich an. Wo war er, als ehemalige dopinggeschÃ¤digte Sportler seine Hilfe brauchten? Als es um AufklÃ¤rung und BewÃ¤ltigung der Dopingpraxis in der DDR ging?</p>
<p>Herr Goldmann orientiert sich auch hier und heute noch an den Unversehrten, den Gewinnern des Hochleistungssports, um an etwas teilhaben zu kÃ¶nnen, was er sein Leben lang mit Besessenheit verfolgt hat: Ruhm, Macht und Erfolg &#8211; koste es was es wolle- und wenn es die eigenen Seele ist&#8230; oder auch nur das Leben der anderen.</p>
<p>Leidtragende in der ganzen Sache sind wieder die Sportler.</p>
<p>Andreas Krieger</p></blockquote>

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		<item>
		<title>Was vom Tage Ã¼brig bleibt (16): &#8220;Auferstanden aus Ruinen&#8221;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/01/14/was-vom-tage-ubrig-bleibt-16/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 10:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kleines Special zum Fall Werner Goldmann. Die aktuellen Reaktionen der Holzpresse: Kommentar von Reinhard Sogl in der Frankfurter Rundschau: &#8220;Bauernopfer&#8221;. Matti Lieske in der Berliner Zeitung: &#8220;Von FarbtÃ¶pfen und StimmbÃ¤ndern&#8221;. Dazu ein Kommentar von Boris Herrmann: &#8220;AlleÂ fÃ¼r Goldi&#8221;. Frank Bachner in der Zeitung Der Tagesspiegel: &#8220;Hilfe fÃ¼r einen TÃ¤ter&#8221;. Kommentar von Olaf Bachmann im KÃ¶lner [...]]]></description>
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<p>Kleines Special zum Fall <a href="http://jensweinreich.de/?p=2499" target="_blank">Werner Goldmann</a>. Die aktuellen Reaktionen der Holzpresse:</p>
<ul>
<li>Kommentar von Reinhard Sogl in der <strong>Frankfurter Rundschau</strong>: <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1659166_Bauernopfer.html" target="_blank">&#8220;Bauernopfer&#8221;</a>.</li>
<li>Matti Lieske in der <strong>Berliner Zeitung</strong>: <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0114/sport/0020/index.html" target="_blank">&#8220;Von FarbtÃ¶pfen und StimmbÃ¤ndern&#8221;</a>. Dazu ein Kommentar von Boris Herrmann: <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0114/sport/0045/index.html" target="_blank">&#8220;AlleÂ fÃ¼r Goldi&#8221;</a>.</li>
<li>Frank Bachner in der Zeitung <strong>Der Tagesspiegel</strong>: <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/;art272,2704958" target="_blank">&#8220;Hilfe fÃ¼r einen TÃ¤ter&#8221;</a>.</li>
<li>Kommentar von Olaf Bachmann im <strong>KÃ¶lner Stadt-Anzeiger:</strong> <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1231173654737.shtml" target="_blank">&#8220;Operation Goldi&#8221;</a>.</li>
<li>Kommentar von Thomas Kistner in der <strong>SÃ¼ddeutschen Zeitung</strong>: <a href="http://www.sueddeutsche.de/956385/413/2712323/Aufstand-im-Glashaus.html" target="_blank">&#8220;Aufstand im Glashaus&#8221;</a>.</li>
</ul>
<p>Gestern bereits verlinkt:</p>
<ul>
<li>Kommentar von JÃ¶rg Hahn in der <strong>FAZ</strong>: <a href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E586D7051A417491E895E22C8FE190D26~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">&#8220;Versagt&#8221;</a>. Ein Beitrag von Michael Reinsch: <a href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E6FE7725D77444500A32534C8F9438D53~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">&#8220;Leichtathleten protestieren gegen &#8216;Bauernopferjagd&#8217;&#8221;</a>.</li>
<li>Andreas RÃ¼ttenauer in der <strong>taz</strong>: <a href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/taeter-wird-opfer/" target="_blank">&#8220;TÃ¤ter wird Opfer&#8221;</a>.</li>
</ul>
<p>Ein Ã¤lterer Blogbeitrag:</p>
<ul>
<li>Josef Bordat auf <strong>Leichte Athletik</strong>: <a href="http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2009/01/08/die-langen-schatten-der-ddr-goldmann-verliert-trainerjob/" target="_blank">&#8220;Die langen Schatten der DDR. Goldmann verliert Trainerjob&#8221;</a>.</li>
</ul>
<p>Und einÂ Lesebefehl &#8211; die zwei Wochen alte zackige Analyse von JÃ¼rgen AhÃ¤user in der <strong>Frankfurter Rundschau</strong>, <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1652097_Auferstanden-aus-Ruinen.html?sid=9de6acf49c0837e201368066742140c0" target="_blank"><strong>&#8220;Auferstanden aus Ruinen&#8221;</strong></a>, komplett mit freundlicher Genehmigung der FR:</p>
<blockquote><p>Vor einer Woche hat der deutsche Sport mit groÃŸem Pomp seine grÃ¶ÃŸten Athleten gefeiert. In Baden-Baden standen die Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen und Goldmedaillengewinner Matthias Steiner strahlend im Mittelpunkt des Ã¶ffentlichen Interesses. Zum Ruhm, Sportler des Jahres zu sein, waren die Schwimmerin und der Gewichtheber vor allem durch die Arbeit ihrer Trainer Norbert Warnatzsch und Frank Mantek gekommen. Im Kurhauses badeten beide im Applaus.</p>
<p>Mitgefreut hat sich der PrÃ¤sident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach. Dabei hÃ¤tte Deutschlands oberster SportfunktionÃ¤r eigentlich verschnupft reagieren mÃ¼ssen. Denn wenn es nach der hohen Moral gegangen wÃ¤re, die der DOSB vor den Olympischen Spielen plÃ¶tzlich entdeckt hatte, dann hÃ¤tte Norbert Warnatzsch in Peking gar nicht dabei sein dÃ¼rfen &#8211; und die vor ihrem Doppel-Coup noch sehr zerbrechliche Steffen wÃ¤re im Wasser-WÃ¼rfel wohl kaum in der Lage gewesen, den Deutschen Schwimmverband vor dem Untergang zu retten.</p>
<p><span id="more-2508"></span>Die deutschen Leichtathleten waren in der chinesischen Hauptstadt so erfolglos, dass weder DLV-Sportler, noch der eine oder andere Trainer in den Genuss eines bigotten Ã¶ffentlichen Auftritts kamen. Dennoch ist Werner Goldmann nun der Erste, den die Moralkeule erwischte. Der Trainer von Robert Harting, dem WM-Zweiten im Diskuswurf, wird nach einer Empfehlung der DOSB-Doping-Komission nicht weiter beim DLV beschÃ¤ftigt.</p>
<p>Unmittelbar vor Peking hatte Goldmanns Ex-SchÃ¼tzling Gerd Jacobs den Coach beschuldigt, ihm Anfang der 80er- Jahre das in der DDR weit verbreitete Anabolikum Oral-Turinabol verabreicht zu haben. Jacobs ist anerkanntes Dopingopfer. Vor fÃ¼nf Jahren musste er sich einer Herztransplantation unterziehen. Am 21. November hat Jacobs beim DOSB die Anschuldigungen bekrÃ¤ftigt, die Goldmann nun den Job als Bundestrainer kosteten. Gegen die DLV-Trainer Klaus Schneider und Klaus Baarck wird, wie auch gegen Warnatzsch, weiter ermittelt. Am 19. Januar will das DOSB-PrÃ¤sidium sowohl Ã¼ber die Personalien als auch Ã¼ber die RÃ¼ckforderung von Reise- und Aufenthaltskosten fÃ¼r Peking beraten.</p>
<p>Auch das MÃ¤rchen vom trauernden Koloss Matthias Steiner hÃ¤tte wohl kaum ein Happyend in der RaumfahrtuniversitÃ¤t der Volksrepublik gefunden, falls Steiners Mentor Mantek in Leimen hÃ¤tte zuschauen mÃ¼ssen. Da aber hÃ¤tte der Cheftrainer und Sportdirektor des Deutschen Gewichtheberverbandes nach dem scharfrichterlichen DOSB-Beschluss hingehÃ¶rt. Alle Ã„rzte und Betreuer der Olympiamannschaft mussten vor der Abreise nach China die EhrenerklÃ¤rung unterschreiben, nie mit Doping zu tun gehabt zu haben. Gegen Warnatzsch und andere DDR-Schwimmtrainer war 1997 ein Dopingverfahren wegen geringer Schuld eingestellt worden.</p>
<p>Das ZDF hat kurz vor Ende der Spiele den neuen Vorwurf erhoben, der Berliner Trainer sei 1977 an einem Versuch beteiligt gewesen, bei dem auch minderjÃ¤hrigen Athleten verbotene Mittel verabreicht worden seien. Frank Mantek, Bronzemedaillengewinner von Moskau, wird in dem EnthÃ¼llungsbuch &#8220;Doping &#8211; Von der Forschung zum Betrug&#8221; von Brigitte Berendonk als Teil des DDR-Staatsplanthemas 14.25 (Einsatz unterstÃ¼tzender Mittel) genannt.</p>
<p>Auf die Frage der FR, ob es fast 20 Jahre nach dem Fall der Mauer nicht ein wenig zu spÃ¤t sei, um die ja eigentlich schon lange bekannte Dopingvergangenheit des gesamtdeutschen Sports aufzuarbeiten, reagierte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper gestern mit einer Gegenfrage: &#8220;Will man solche Leute denn bei Olympischen Spielen dabei haben?&#8221; Klaus Schneider hatte diese Frage zuvor schon beantwortet: &#8220;Ich war viermal bei Olympia, ohne dass sich jemand daran gestoÃŸen hat. Ich verstehe nicht, warum das jetzt wieder aufkommt.&#8221; Mehr wollte der KugelstoÃŸbundestrainer wegen der laufenden Ermittlungen nicht sagen.</p>
<p>Sinnigerweise soll der Magdeburger den in Ungnade gefallenen Goldmann kommissarisch vertreten. Nach Auskunft von DLV-Cheftrainer Herbert Czingon trifft Goldmann zwar der Bannstrahl des Verbands, seine Sportler kann er aber weiter betreuen: &#8220;Er hat ja kein Berufsverbot.&#8221; 2009, bei der WM in Berlin, will Goldmann Robert Harting wieder zu einer Medaille fÃ¼hren &#8211; wieder unter dem Beifall der DOSB-FÃ¼hrung? DLV-PrÃ¤sident Clemens Prokop sagte, der Verband habe keine Wahl gehabt und der DOSB-Empfehlung folgen mÃ¼ssen. Der Amtsrichter rÃ¤umte aber ein, dass &#8220;versÃ¤umt wurde, frÃ¼hzeitig Kriterien fÃ¼r den Umgang mit belasteten Trainern zu entwickeln&#8221;.</p>
<p>Sinnbild fÃ¼r die Doppelmoral und den verpassten Schnitt ist Schwimm-Ikone Franziska van Almsick. Die Ex-Weltrekordlern hat ihre gesamte Karriere unter Trainern bestritten, die mehr oder weniger tief in das DDR-Staatsdoping verstrickt waren (Dieter Lindemann, Gerd EÃŸer und Norbert Warnatzsch). Zuletzt stieg sie unter groÃŸem Ã¶ffentlichen Applaus zur stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Sporthilfe auf.</p></blockquote>

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		<item>
		<title>Werner Goldmann oder: wenn &#8220;die StimmbÃ¤nder lÃ¤hmen&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 19:49:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Dokument der Zeitgeschichte. Real existierende deutsche Topsportler im Jahr 2009. Einen &#8220;geschichtsklitternden Brief&#8221; nennt Andreas RÃ¼ttenauer in der taz diese Email, in der sich die Athleten fÃ¼r die WeiterbeschÃ¤ftigung des dopingbelasteten Leichtathletiktrainers Werner Goldmann einsetzen. FAZ-Sportchef JÃ¶rg Hahn findet die ErklÃ¤rung &#8220;phasenweise unverschÃ¤mt&#8221;.Â Voila:Â  Das Anschreiben Von: Peter Sack Gesendet: Montag, 12. Januar 2009 14:21 [...]]]></description>
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<p>Ein Dokument der Zeitgeschichte. Real existierende deutsche Topsportler im Jahr 2009. Einen <a href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/taeter-wird-opfer/" target="_blank">&#8220;geschichtsklitternden Brief&#8221;</a> nennt Andreas RÃ¼ttenauer in der taz diese Email, in der sich die Athleten fÃ¼r die WeiterbeschÃ¤ftigung des dopingbelasteten Leichtathletiktrainers Werner Goldmann einsetzen. FAZ-Sportchef JÃ¶rg Hahn findet die ErklÃ¤rung <a href="http://www.faz.net/s/RubCBF8402E577F4A618A28E1C67A632537/Doc~E586D7051A417491E895E22C8FE190D26~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">&#8220;phasenweise unverschÃ¤mt&#8221;</a>.Â Voila:Â </p>
<p>Das Anschreiben</p>
<blockquote><p><strong>Von:</strong> <a href="http://www.diesaecke.de/index.php?id=81" target="_blank">Peter Sack</a><br />
<strong>Gesendet:</strong> Montag, 12. Januar 2009 14:21<br />
<strong>An:</strong> office@dosb.de; DLV_GENERALSEKRETARIAT; poststelle@bmi.bund.de; presse@bmi.bund.de<br />
<strong>Betreff:</strong> Offener Brief zur KÃ¼ndigung Werner Goldmanns</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>im Zusammenhang mit der KÃ¼ndigung (keine VertragsverlÃ¤ngerung)Â des ehemaligen Bundestrainers KugelstoÃŸen MÃ¤nner, Werner Goldmann zum 31.12.2008 mÃ¶chten sich einige Athletinnen und Athleten zu Wort melden, um ihrenÂ Unmut Ã¼ber die Verfahrensweise und das WIE der Entlassung Publik zu machen.</p>
<p>Dieses Schreiben wird amÂ 12.01.2009 dem BMI, dem DOSB und dem DLV zur VerfÃ¼gung gestellt und am 13.01.2009 Ã¼ber die deutschen Presseagenturen verÃ¶ffentlicht. Es stellt die Meinung aller aktiven und ehemaligen Athleten im Absender einheitlich dar.</p>
<p>FÃ¼r RÃ¼ckfragen steht Ihnen jeder dieser Athleten zur VerfÃ¼gung.Â </p>
<p>Mit sportlichen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p>Die AbsenderÂ </p></blockquote>
<p>Der Brief<span id="more-2499"></span></p>
<blockquote><p>Absender (alph. Reihenfolge):Â </p>
<p align="left">Markus Bandekow, Ralf Bartels, Candy Bauer, Max Bedewitz, Oliver-Sven Buder, Franka Dietzsch, Andy Dittmar, Julia Fischer, Christoph Harting, Robert Harting, Sophie Kleeberg, Nadine Kleinert, Jessica Kolozei, Petra Lammert, Christina ObergfÃ¶ll, Gunnar Pfingsten, Marc Roos, Marco Schmidt, Peter Sack, David Storl</p>
<p align="left">an: BMI, DOSB, DLV, Sid,dpa, Leichtathletik</p>
<p align="left">cc: Werner Goldmann</p>
<p align="left">Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p align="left">kurz vor Weihnachten traf die Nachricht ein, dass Werner Goldmann keine VertragsverlÃ¤ngerung zum 01.01.2009 erhalten und demzufolge nicht mehr als Bundestrainer KugelstoÃŸen (MÃ¤nner) angestellt sein wird.</p>
<p align="left">Die GrÃ¼nde, VorwÃ¼rfe, UnrechtmÃ¤ÃŸigkeiten, Beschuldigungen, verjÃ¤hrten Anschuldigungen etc. &#8211; allen Adressaten dÃ¼rfte der Werdegang des â€žRausschmisses&#8221; bekannt oder leicht recherchierbar sein &#8211; sollen in den folgenden Zeilen nicht detailliert beleuchtet werden. Vielmehr werden Kommentare, Meinungen und Anmerkungen folgen, die hoffentlich zum Nachdenken anregen und dem Menschen Werner Goldmann vermitteln, dass da Sportler sind, die eine solche â€žBauernopferjagd&#8221; nachdenklich stimmt, stark betroffen macht und Ã„ngste schÃ¼rt.</p>
<p align="left">Wer aus der â€žalten Riege&#8221; wird der NÃ¤chste sein? Wird jedem ehemaligen Sportler ohne weiteres Glauben geschenkt, auch wenn es dafÃ¼r keine Beweise gibt?</p>
<p align="left">Sport ist Werner Goldmanns Leben &#8211; dafÃ¼r braucht es kein Studium seiner Biografie. Es handelte sicht hier nicht um ein einfaches AngestelltenverhÃ¤ltnis, wie dies formell sein (ehemaliger) Arbeitsvertrag mit dem DLV beschrieb. Es gab keine 40-Stunden-Woche, Gleitzeit, festen Arbeitsort, 8-Stunden-Tag und ein Telefon abschalten nach 16.30 Uhr. Trainer-Sein in seiner Position bedeutete: 24-Stunden-Tag, 7-Tage-Woche und dies Ã¼ber 40 Wochen im Jahr. DarÃ¼ber hinaus Ansprechpartner sein fÃ¼r Athleten, Heimtrainer, AngehÃ¶rige, Pressevertreter und auch seinen Arbeitgeber.</p>
<p align="left">Die KÃ¼ndigung des Jobs gleicht einer Amputation, einem Entzug von Lebenselixieren. Als wÃ¼rde man einem Musiker lebenslang â€žInstrumentenverbot&#8221; geben, einem KÃ¼nstler die FarbtÃ¶pfe versiegeln oder dem SÃ¤nger die StimmbÃ¤nder lÃ¤hmen.</p>
<p align="left">Hat im Rahmen dieses Verfahrens jemand einmal die Seite Mensch des Werner Goldmanns betrachtet? Ist die Stellung des DDR-Systems und die Rahmenbedingungen, die dieses System vorgab, beachtet worden? Hatten â€žDDR-Spitzentrainer&#8221;Â die Chance NEIN zu sagen? WÃ¤ren sie nicht ausgetauscht worden in dem Glauben eines unerschÃ¶pflichen Reservoirs an FachkrÃ¤ften, ausgebildet â€žMade in GDR&#8221;?</p>
<p align="left">Die GrÃ¼nde der Anschuldigungen sind 25 Jahre her. MÃ¶rder sind nach solchen Zeiten amnestiert, entlassen oder â€žrehabilitiert&#8221;, aber im Fall Goldmann gibt es keine Frist. Wie kann der DOSB einem sportverrÃ¼ckten Trainer eine EhrenerklÃ¤rung vorlegen, von der man weiÃŸ, dass Sie nicht erfÃ¼llt werden kann? Einem Trainer, der sogar auf eigene Kosten zum WettkampfhÃ¶hepunkt reist, um seinem SchÃ¼tzling beizustehen &#8211; wie zu den Weltmeisterschaften 2007 in Osaka, als er vom Verband nicht berÃ¼cksichtigt wurde.</p>
<p align="left">Es wurde keiner der Athleten befragt, die nach der Wende mit ihm zusammengearbeitet haben. Wir hatten die MÃ¶glichkeit uns ein umfassendes Bild von Goldi zu machen und kÃ¶nnen nur sagen, dass wir diese Entscheidung absolut nicht nachvollziehen kÃ¶nnen.</p>
<p align="left">Die Art und Weise der Entlassung lÃ¤sst auch nicht auf den nÃ¶tigen Respekt und Anerkennung der geleisteten Arbeit seit der Wende schlieÃŸen. Durch drei SÃ¤tze im KÃ¼ndigungsschreiben, in denen kein Wort des Dankes fÃ¤llt, kann man einen solchen Menschen und Trainer einfach nicht entlassen.</p>
<p align="left">Stellen Sie sich bitte folgende Fragen: Wie viele Trainer aus der ehemaligen DDR gibt es in Deutschland und an welchen Erfolgen waren Sie seit der Wende mit beteiligt? MÃ¼ssen diese Trainer jetzt jedes Jahr vor den JahreshÃ¶hepunkten fÃ¼rchten, wegen Ihrer Vergangenheit angegriffen und im schlimmsten Fall entlassen zu werden. Einer Vergangenheit, die bei den meisten Trainern aufgearbeitet und auch Ã¶ffentlich bekannt ist. Diese Trainer hatten ihre Verfahren, wurden verurteilt und sind rechtlich rehabilitiert.</p>
<p align="left">Man muss auch die Arbeitsweise der Presse in Frage stellen. PÃ¼nktlich vor jedem sportlichen HÃ¶hepunkt wird eine solche â€žNeuigkeit&#8221; aus dem Hut gezogen. Meist von denselben, die spÃ¤ter darÃ¼ber schreiben, wie schlecht Deutschland wieder abgeschnitten hat. Warum wird immer wieder Unruhe und Stress in die Vorbereitung der Sportler gebracht, die ohnehin schon unter einem hohen Druck stehen? Ist das nur die reine Sensationslust der Presse oder die Einfallslosigkeit der Journalisten, die sicher Ã¼ber weitaus bessere Themen und persÃ¶nliche Geschichten im Zusammenhang mit einem sportlichen HÃ¶hepunkt berichten kÃ¶nnen.</p>
<p align="left">Auch die AbhÃ¤ngigkeit des DOSB und des DLV gegenÃ¼ber der Presse ist kritisch zu betrachten. HÃ¤tte es die Entlassung auch gegeben, wenn die Presse Ã¼ber diese Sache nicht berichtet hÃ¤tte, oder war Goldi wirklich nur ein Bauernopfer?</p>
<p align="left">Wir bitten alle Adressaten noch einmal in ruhigen Minuten zu analysieren und zu Ã¼berdenken, was mit dem Menschen Werner Goldmann passiert. Man nimmt hier nicht nur einem sehr guten Trainer einen Job weg, sondern zerstÃ¶rt ein Leben, welches einer Passion gewidmet ist und erschwert einigen Athleten und Athletinnen den Weg zu ihrer Passion, indem der Trainer, Bundestrainer und WeggefÃ¤hrte genommen wird.Â </p>
<p align="left">Herr Goldmann rief viele der aktiven Kaderathleten an, um ihnen persÃ¶nlich mitzuteilen, dass er ab dem 01.01.2009 arbeitslos sein wir, er aber trotz allem, ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.</p>
<p><strong>Zusatz der Athleten:</strong></p>
<p>Wir mÃ¶chten darauf hinweisen, dass wir uns von jeglichen Dopingpraktiken distanzieren und sie auch verurteilen!</p></blockquote>
<p>Ich bin schockiert. Da melden sich Sportler schon mal zu Wort, was ich immer gefordert aber zu selten erlebt habe, dann kommt so etwas dabei heraus. Im Detail will ich das aber nicht kommentieren. Vielleicht spÃ¤ter mal, dann gern auch mit einigen <a href="http://jensweinreich.de/?p=1313" target="_self">weiteren Dokumenten</a>.</p>
<p>Nachtrag: Ich will auch deshalb ausnahmsweise nicht kommentieren, weil mir dann die Ã¼blichen VerdÃ¤chtigen doch wieder nur Einseitigkeit vorwerfen. Manchen gelte ich wegen solcher Texte in den FÃ¤llen <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0724/sport/0003/index.html" target="_blank">Henneberg</a>, <a href="http://jensweinreich.de/?p=742" target="_self">Warnatzsch</a>Â (ein bisschen scrollen), <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1997/0826/none/0001/index.html" target="_blank">Springstein</a> oder <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0517/none/0011/index.html" target="_blank">eben</a> <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0830/sport/0013/index.html" target="_blank">Werner</a>Â <a href="https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0820/peking2008/0026/index.html" target="_blank">Goldmann</a> als Geschichtsklitterer, nur weil ich nicht in jedem Beitrag immer wieder die Entlassung der ehemaligen Dopingtrainer fordere. Anderen, meist Ossis, gelte ich als VerrÃ¤ter. Deshalb halte ich einfach mal den Mund und stelle das Pamphlet nur zur Diskussion.</p>
<p>Nachtrag: Habe den Brief noch einmal neu eingestellt inklusive des Anschreibens an die EmpfÃ¤nger.</p>

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