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	<title>jens weinreich &#187; clemens prokop</title>
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	<description>don&#039;t mix politics with games</description>
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		<title>Leichtathletik-WM, Tag 7: &#8220;I am not a boy. Why did you bring me here?&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 09:25:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[11.16 Uhr: Moin, Freunde der Nacht. Ist ein bisschen spÃ¤ter geworden heute. Die Maschine muss erst auf Touren kommen. Was ich gestern wohl nur getwittert habe: Nach dem fÃ¼nften Fabelweltrekord des Witzbolts, den ich live im Stadion erleben durfte (3 x Peking, 2 x Berlin), bin ich ziemlich relaxt. Schlechtes Zeichen: Weder rÃ¼hrt es mich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>11.16 Uhr:</strong> Moin, Freunde der Nacht. Ist ein bisschen spÃ¤ter geworden heute. Die Maschine muss erst auf Touren kommen. Was ich <a title="Leichtathletik-WM, Tag 6" href="http://jensweinreich.de/?p=4879" target="_self">gestern</a> wohl nur <a title="twitter/jensweinreich" href="http://twitter.com/jensweinreich" target="_blank">getwittert</a> habe: Nach dem fÃ¼nften Fabelweltrekord des Witzbolts, den ich live im Stadion erleben durfte (3 x <a title="Usain Bolt oder: das Jogging-Gate" href="http://jensweinreich.de/?p=765" target="_self">Peking</a>, 2 x Berlin), bin ich ziemlich relaxt. Schlechtes Zeichen: Weder rÃ¼hrt es mich, noch regt es mich auf. Irgendwann, in naher Zukunft, wird er die Stadionrunde laufen. Und natÃ¼rlich den Weltrekord brechen, er wird eine 42er Zeit laufen, was derzeit kaum mal einer Frauen-Sprintstaffel gelingt, oder er wird sogar eine 41er Zeit markieren. Er ist halt ein Naturtalent.</p>
<p><strong>11.32 Uhr:</strong> Habe gerade im RBB-Inforadio ein <a title="Inforadio: Interview mit Clemens Prokop" href="http://inforadio.de/programm/schema/sendungen/interview/200908/129869.html" target="_self">Interview mit Clemens Prokop</a> gehÃ¶rt, der nicht gÃ¤nzlich Ã¼berraschend ein beschwingt zufriedenes Fazit der WM zieht. Was sollte er auch anderes sagen. SchlieÃŸlich ist Prokop in Personalunion:</p>
<ul>
<li>PrÃ¤sident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV)</li>
<li>als solcher Gesellschafter der WM-Organisation</li>
<li>PrÃ¤sident des WM-Organisationskomitees (LOC)</li>
<li>Vorsitzender des WM-Aufsichtsrats</li>
<li>gelegentlich Wahlmann der Partei seines Co-PrÃ¤sidenten Wowereit</li>
<li><em>(auf weitere Funktionen und Verbindungen verzichte ich, sonst sprengt die AufzÃ¤hlung noch das Seitenformat)</em></li>
</ul>
<p><em><img class="aligncenter size-full wp-image-4921" title="Chart WM-Organisation, Quelle: www.berlin2009.org" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/chart-wm2009.gif" alt="" width="500" height="508" /></em></p>
<p>Aber: Prokop ist auch Jurist. Er kann also etwaige Interessenskonflikte atomisieren, wie es in der Branche heiÃŸt.</p>
<p>Ein Kollege meint gerade, Prokop hÃ¤tte uns die WM auch als Erfolg verkauft, wenn am ersten Tag ein Erdbeben alles in Schutt und Asche gelegt hÃ¤tte. Mag sein, dass sich diese BemerkungÂ verbietet, ist vielleicht nur so ein dummer Spruch von Journalisten, die dem Zynismus ja nicht kollektiv abgeneigt sind. Ich gestehe allerdings, darÃ¼ber gelacht zu haben.</p>
<p><strong>12.41 Uhr:</strong> Der Fall <strong>Caster Semenya</strong>, der <a title="Leichtathletik-WM, Tag 6 ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4879" target="_self">hier diskutiert wurde</a>, erhÃ¤lt eine delikate Zuspitzung: GemÃ¤ÃŸ der <span style="color: #000000;">Schweizer Zeitung Blick</span> (&#8220;<a title="Blick vom 21. August 2009" href="http://www.blick.ch/sport/mehr/leichtathletik/caster-semenya-opfer-krimineller-funktionaere-126558" target="_blank">Opfer krimineller FunktionÃ¤re</a>&#8220;) sei ein ehemaliger Dopingtrainer aus der DDR, der in den vergangenen Jahrzehnten auch in anderen LÃ¤ndern fÃ¼r Negativschlagzeilen gesorgt hat, mit verantwortlich:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Caster Semenya werde von ihren eigenen Leuten also dazu missbraucht, ihnen Ruhm und Ehre zu verschaffen. Das Opfer sei die Athletin. Nicht nur die IAAF wurde Ã¼ber das Ergebnis der Geschlechts-AbÂ­klÃ¤rung nicht frÃ¼hzeitig informiert &#8211; selbst Caster Semenya und ihrer Familie hat man es wohl nicht mitgeteilt. Eine ungeheuerliche aber ziemlich wahrscheinliche Vermutung.</p>
<p>Eine Vermutung, die auch daher rÃ¼hrt, dass der sÃ¼dafrikanische Head Coach E.â€‰A.* heisst. Wie weit dieser bald 70-jÃ¤hrige Herr Doktor fÃ¼r sportlichen Erfolg geht, zeigte er zwischen 1982 und 1990 zuerst als Werfer-Trainer, dann als Chef-Trainer in der ehemaligen DDR. E.â€‰A. war dort nachgewiesenermassen einer der Ober-Doper. SpÃ¤ter war er in Australien tÃ¤tig, bis er wegen Doping-GerÃ¼chten vertrieben wurde. Dann bei den Griechen, deren Sprinter Kenteris und Thanou 2004 in Athen die Welt mit Doping schockten.</p>
<p>Jetzt wirkt E.â€‰A. in SÃ¼dafrika. Â«Er hat genau gewusst, was zu tun war, dass Semenya bei ihren bisÂ­herigen WettkÃ¤mpfen stets durchÂ­gekommen istÂ», sagt der eingangs Â­erwÃ¤hnte frÃ¼here SÃ¼dafrika-Â­Trainer. Ihr Testosteronspiegel werde mit Medikamenten so eingestellt, dass sie bei Doping-Kontrollen nicht auffalle. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Manch einer wird vielleicht glauben, Meldungen im Blick seien Ã¤hnlich ernst zu nehmen (also gar nicht) wie Geschichten der Bild-Zeitung. Meine Erfahrung ist eine andere. Ich habe selbst einige Male fÃ¼r den Blick geschrieben und <a title="Das perfekte Verbrechen" href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2008/04/isl-blick-31032008.pdf" target="_self">groÃŸflÃ¤chige Geschichten Ã¼ber die FIFA</a> verÃ¶ffentlicht, die nie in deutschen Boulevardzeitungen erschienen wÃ¤ren &#8211; ja nicht mal in manchen deutschen QualitÃ¤tszeitungen. <em>(Btw: Sepp Blatter war Ã¼berhaupt nicht erfreut, als er morgens meinen Namen in seinem Lieblingsblatt lesen musste.)</em> Der Autor der Blick-Story, Carl SchÃ¶nenberger, zÃ¤hlt zweifelsfrei zu den Leichtathletik-Journalisten mit der grÃ¶ÃŸten Erfahrung und Intimkenntnissen, bestens vernetzt seit er vor Jahrzehnten fÃ¼r den inzwischen eingestellten ZÃ¼rcher &#8220;Sport&#8221; gearbeitet hat.</p>
<p><span style="color: #000000;">Christian Klaue vom Spor</span>tinformationsdienst hatte E. A. (nach den alten Geschichten Ã¼ber E. A. einfach mal googeln) inzwischen am Telefon und schreibt:</p>
<blockquote><p>Ekkart Arbeit, vorletzter Chefcoach der DDR-Leichtathleten mit Wohnsitz in Berlin, bestritt die VorwÃ¼rfe: &#8220;Alles Quatsch. Das ist frech, wenn man nicht mal den Namen der imaginÃ¤ren Quelle nennt&#8221;, sagte er dem SID. Er werde sich hÃ¼ten, in irgendeiner Form Aussagen zu machen: &#8220;Ich weiÃŸ von nichts.&#8221;</p></blockquote>
<p><em><a title="Kommentar von Herbert zu: Leichtathletik-WM, Tag 6 ..." href="http://jensweinreich.de/?p=4879#comment-13281" target="_self">Herbert</a></em> hat in den Kommentaren einige Texte deutscher Zeitungen zu Semenya verlinkt. Bitte nachlesen. Was mich gerade schockiert, ist ein Zitat aus der sÃ¼dafrikanischen Times (&#8220;<a title="SA Times vom 21. August 2009" href="http://www.thetimes.co.za/News/Article.aspx?id=1053270" target="_blank">Caster stands tall</a>&#8220;). Demnach hat VerbandsprÃ¤sident Leonard Chuene, der gemÃ¤ÃŸ Blick Mitverantwortung trÃ¤gt, gesagt:</p>
<blockquote><p>â€œShe told me: â€˜No one ever said I was not a girl, but here [in Berlin] I am not [a girl]. I am not a boy. Why did you bring me here? You should have left me in my village at home [in Limpopo]â€™.â€?</p></blockquote>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4923" title="Screenshot SA Times" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/sa-times-screen.gif" alt="" width="405" height="300" /></p>
<p>dpa Ã¼bersetzt das so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie sagte mir: &#8216;Niemand hat mir je erklÃ¤rt, dass ich keine Frau sei.Â Ich bin kein Junge! Warum hat man mich hierher gebracht &#8211; man hÃ¤tte mich zu Hause in meinem Dorf lassen sollen&#8217;.&#8221;</p></blockquote>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/leichtathletik-wm-tag-7/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>14.03 Uhr:</strong> Ariane Friedrich hat <span style="text-decoration: line-through;">andere</span> keine Sorgen. Sie sagte heute auf der DLV-Pressekonferenz nach ihrem dritten Rang:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Da ist Ã¼berhaupt kein Wermut dabei.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p><strong>18.05 Uhr:</strong> Wenigstens auf dem Zielfoto des 50-km-Geherwettbewerbs halten JesÃºs Angel GarcÃ­a aus Spanien (Dritter) und der Norweger Trond Nymark (Zweiter) Kontakt zum rund drei Minuten enteilten russischen Weltmeister Sergej Kirdjapkin.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-4948" title="IAAF Zielfoto 50 km Gehen" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/m_50k_f_1-2.jpg" alt="" width="500" height="316" /></p>
<p><strong><span id="more-4917"></span>18.45 Uhr:</strong> Wolkenbruch auf dem Maifeld. Aber das Pressezelt hÃ¤lt (noch) dicht. Momentan macht es keinen Sinn, ins Stadion zu schwimmen. Vielleicht spÃ¤ter. WÃ¼rde bitte jemand ein Schlauchboot vorbei schicken?</p>
<p><strong>18.55 Uhr:</strong> Die zweite Gruppe in der Speerwurf-Qualifikation der MÃ¤nner ist natÃ¼rlich extrem benachteiligt. Das ist lebensgefÃ¤hrlich, was die Jungs da machen mÃ¼ssen.</p>
<p><strong>18.57 Uhr:</strong> Alles schon mal dagewesen. WolkenbrÃ¼che waren bei der WM 2005 in Helsinki Dauerzustand. Das wird zweifellos tolle Fotos geben, lÃ¤hmt aber die Stimmung als schmÃ¤lert die Chancengleichheit.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>21.15 Uhr:</strong></span> Habe es nach der Regenpause und einem Hot Dog (heute ohne JBK) doch noch auf den Presseplatz 76/1 geschafft. Ja, das war ein StÃ¤ndchen fÃ¼r den Witzbolt. Wer&#8217;s nachhÃ¶ren mag, auch diesen Service kann ich bieten, habe leider nur die ersten sieben Sekunden verpasst:</p>
<p><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/staendchen-fur-den-witzbolt.mp3" target="_self">:</a></p>
<p><strong>21.21 Uhr:</strong> Wie an jedem Abend, die Zuschauerzahlen des BOC. Heute ist das Stadion deutlich schlechter gefÃ¼llt als am Donnerstag.</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,</p>
<p>die offizielle Zuschauerzahl der 12. IAAF Leichtathletik WM <strong><em><span style="font-family: &quot;Verdana&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">berlin</span></em></strong><em><span style="font-family: &quot;Verdana&quot;,&quot;sans-serif&quot;;"> 2009</span></em>â„¢ fÃ¼r die Abendveranstaltung am Freitag, den 21. August 2009, im Olympiastadion Berlin lautet 42.378.</p>
<p>Den Wettbewerb im 50-km-Gehen der MÃ¤nner in der Berliner Innenstadt rund um das Brandenburger Tor erlebten rund 55.000 Zuschauer live an der Strecke.</p></blockquote>
<p><strong>21.38 Uhr:</strong> Hat es womÃ¶glich noch nie in einem groÃŸen Finale gegeben: 12 (zwÃ¶lf!) Hochspringer scheitern allesamt im ersten Versuch an 2,28 Metern. Drei, darunter auch Raul Spank, nun auch im zweiten. Bis jetzt liegen 7 (sieben!) Springer gemeinsam auf Rang eins.</p>
<p><strong><span style="color: #000000;">21.40 Uhr:</span></strong> Jetzt nicht mehr: Der Pole Sylwester Bednarek ist Erster. Sieben Mann haben derzeit Silbermedaillen.</p>
<p><strong>21.42 Uhr:</strong> Rybakow auch drÃ¼ber. Jetzt also eine Gold, eine Silber &#8211; und sechs Bronzemedaillen.</p>
<p>Ich empfehle schon mal das <a title="IAAF Berlin 2009 - Resultate" href="http://berlin.iaaf.org/results/racedate=08-21-2009/sex=M/discCode=HJ/combCode=hash/roundCode=f/startlist.html#detM_HJ_hash_f" target="_blank">Ergebnisprotokoll</a>. Zielfotos gibt es beim Hochsprung leider nicht.</p>
<p><strong>21.47 Uhr:</strong> Finale 200 Meter, Frauen. Oops, FrÃ¤ulein Chicken Legs.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.jensweinreich.de/2009/08/21/leichtathletik-wm-tag-7/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>21.50 Uhr: </strong>Spank drÃ¼ber. Damit jetzt saubere Einer-Medaillen-Vergabe &#8211; und fÃ¼nf vierte PlÃ¤tze.</p>
<p><strong>22.01 Uhr:</strong> LaShawn Merritt wieder vor Jeremy Wariner. Amerikanische Rundendominanz &#8211; wie Ã¼blich.</p>
<p><strong>22.04 Uhr:</strong> Rybakow Ã¼ber 2,32 m. Er sieht wie der Sieger aus.</p>
<p><strong>22.06 Uhr: </strong>Gerade sagt Martin Buss, der Champion von Edmonton 2001, es sei jetzt wahnsinnig schwierig. Schon ist Spank Ã¼ber 2,32! &#8220;Wieder leicht drÃ¼ber!&#8221; befiehlt sein Trainer.</p>
<p><strong>22.16 Uhr:</strong> Nach zweimal gerissenen 2,35, wobei der erste Versuch besser war, ruft Spanks Coach: &#8220;Leg Dich in die Kurve!&#8221;</p>
<p><strong>22.26 Uhr:</strong> Bronze fÃ¼r Raul Spank und Bednarek. Gold fÃ¼r Rybakow, Silber fÃ¼r Ioannou &#8211; vier fÃ¼nfte PlÃ¤tze. Sprank hat imho schon wegen der Anweisungen seines Trainers JÃ¶rg Elbe eine Medaille verdient.</p>
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		<title>ProblembÃ¤r fÃ¼r Angela Merkel</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/08/19/leichtathletik-wm-tag-5-angela-merkel/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 23:58:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[00.41 Uhr: Freunde der Nacht, nach vier WM-Tagen und einer Woche Vorberichterstattung ist endlich mal ein Highlight fÃ¤llig, nicht wahr? VoilÃ , es sprechen zu uns: Steffi Nerius, Weltmeisterin, und Angela Merkel, Bundeskanzlerin. : Ganz ehrlich, ich bin nicht so ein Party-LÃ¶we. Aber kaum schlage ich malÂ im deutschen WM-Club auf, schon erlebt der Club den HÃ¶hepunkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-4828" title="Angela Merkel, WM-Club des DLV, 18. August 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/angie-gross.jpg" alt="" width="500" height="349" /></strong></p>
<p><strong>00.41 Uhr:</strong> Freunde der Nacht, nach vier WM-Tagen und einer Woche Vorberichterstattung ist endlich mal ein Highlight fÃ¤llig, nicht wahr? VoilÃ , es sprechen zu uns: <a title="Leichtathletik-WM, Tag 4: Robert Harting, das Adrenalin und die Dopingopfer" href="http://jensweinreich.de/?p=4784" target="_self">Steffi Nerius</a>, Weltmeisterin, und <a title="Angela Merkel: DopingbekÃ¤mpfung als Kernelement der Sportpolitik" href="http://jensweinreich.de/?p=2933" target="_self">Angela Merkel</a>, Bundeskanzlerin.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/angie-dlv-18082009.mp3" target="_self">:</a></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-4829" title="ProblembÃ¤r (Berlino), Kanzlerin, WM-Medaillengewinner, 18. August 2009" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/angie-gruppe.jpg" alt="" width="499" height="388" /></p>
<p style="text-align: left;">Ganz ehrlich, ich bin nicht so ein Party-LÃ¶we. Aber kaum schlage ich malÂ im deutschen WM-Club auf, schon erlebt der Club den HÃ¶hepunkt der Woche. Kein schlechter Coup, die Kanzlerin einzufliegen. Merkel war am Sonnabend zur WM-ErÃ¶ffnung im Stadion, beim Sieg von Steffi Nerius aber saÃŸ sieÂ im Hubschrauber gen Tegel. Die Nachricht von der Goldmedaille erhielt sie, wie Ã¼blich, per SMS.Â Der Kontakt zu Sportskanonen scheint ihr zunehmend zu gefallen. WomÃ¶glich war Schweinsteiger Schuld, der bei derÂ EM 2008 in Wien munter mit ihr plauderte. Jedenfalls blieb Merkel lÃ¤nger im WM-Club in der HauptstadtreprÃ¤sentanz der Telekom in der FranzÃ¶sischen StraÃŸe, dort wo einst auf dem 1. Deutschen Olympischen Sport-Kongress Merkels CDU-Parteikollege Theo Zwanziger &#8230; ach, lassen wir das, das ist eine ganz andere Geschichte.</p>
<p style="text-align: left;">Merkel war durchausÂ aufgekratzt. Es wahlkÃ¤mpft sich offenbar komfortabel.Â Mein Highlight war ihre Frage an Ralf Bartels: &#8220;Na, und, wie gefÃ¤llt Ihnen das Maskottchen?&#8221; Bartels Antwort habe ich leider nicht mitbekommen, ich musste ein Foto schieÃŸen:</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-4831" src="http://jensweinreich.de/wp-content/uploads/2009/08/angie-mike-bartels.jpg" alt="" width="500" height="319" /></p>
<p style="text-align: left;">Nach dem Merkel-Besuch habe ich noch Fragen. Vor allem: Was ist mit DLV-PrÃ¤sident Clemens Prokop (Foto l.) und BOC-Co-PrÃ¤sident los? Warum schaut er so bedrÃ¶ppelt? LÃ¤uft doch alles prÃ¤chtig. Mit dem Wetter. Mit den Zuschauern. Mit den Medaillen. Und einen ProblembÃ¤r ist er auch losgeworden, an Merkel. Ob das allerings fÃ¼r den Sprung auf der Karriereleiter reicht &#8211; etwa vom Amtsgericht Kelheim ins Justizministerium? Ach, ich weiÃŸ nicht. Vielleicht hÃ¤tte er sich damals nicht von der SPD fÃ¼r die <a title="Mitglieder der 12. Bundesversammlung" href="http://www.wahlrecht.de/lexikon/bundesversammlung-2004.html" target="_blank">BundesprÃ¤sidentenwahl</a> nominieren lassen sollen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>02.07 Uhr:</strong> Auf Twitter bin ich Ã¼brigens ein IOC-Follower. Und siehe, gerade twittert das IOC den neuen Werbespot mit Usain Bolt &#8211; zum Olympischen Kongress in Kopenhagen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="545" height="360" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/s0m7kYQETuU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="545" height="360" src="http://www.youtube.com/v/s0m7kYQETuU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
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		</item>
		<item>
		<title>HansjÃ¶rg Kofink sagt &#8230;</title>
		<link>http://www.jensweinreich.de/2009/04/24/hansjorg-kofink-sagt/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 14:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; zur angeblichen, von dpa wieder einmalÂ zielgerichtetÂ gefÃ¶rdertenÂ &#8221;Initiative&#8221; des DLV-PrÃ¤sidenten Clemens Prokop: Diese Meldung macht mich fast genau so wÃ¼tend wie das verantwortungslose GeschwÃ¤tz des NOK-EhrenprÃ¤sidenten TrÃ¶ger. Wer hat den die &#8220;West-Trainer&#8221; eingestellt, wer war verantwortlich fÃ¼r ihre Arbeit? Ich war einer von Ihnen, und ich habe 1971/72 aus gegebenem Anlass mit PrÃ¤sidiumsmitgliedern des DLV die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; zur angeblichen, von dpa wieder einmalÂ zielgerichtetÂ gefÃ¶rdertenÂ &#8221;<a title="Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3542#comment-8776" target="_blank">Initiative</a>&#8221; des DLV-PrÃ¤sidenten Clemens Prokop:</p>
<blockquote><p>Diese Meldung macht mich fast genau so wÃ¼tend wie das verantwortungslose GeschwÃ¤tz des NOK-EhrenprÃ¤sidenten TrÃ¶ger. Wer hat den die &#8220;West-Trainer&#8221; eingestellt, wer war verantwortlich fÃ¼r ihre Arbeit?</p>
<p>Ich war einer von Ihnen, und ich habe 1971/72 aus gegebenem Anlass mit PrÃ¤sidiumsmitgliedern des DLV die Situation &#8220;Doping&#8221; mÃ¼ndlich und schriftlich diskutiert. Schriftlich gab es nie eine Antwort. Die damalige, heute noch lebende Frauenwartin, die mich &#8211; eigentlich mÃ¼sste ich sagen &#8211; gekeilt hat, wusste Ã¼ber die Situation genau Bescheid, vor allem Ã¼ber meinen Nachfolger, der mit der Antibaby-Pille arbeitete.</p>
<p>Es ist doch zutiefst heuchlerisch heute in der Ã–ffentlichkeit um &#8220;gestÃ¤ndige Westtrainer&#8221; zu betteln, wenn man handfeste Aussagen Ã¼ber die Medien schon seit Jahrzehnten kennt.</p>
<p>Hier eine fast zufÃ¤llige Auswahl von Fernsehmitschnitten von 1991 bis 2000, der die wirklich Verantwortlichen, die jeweiligen PrÃ¤sidien des DLV deutlich genug benennt. Vielleicht gibt es unter SportfunktionÃ¤ren auch eine Rechtsnachfolge &#8211; oder wenigstens ein Archiv mit Protokollen, um nicht weiterÂ nach West-Trainer-GestÃ¤ndnissen mit KrokodilstrÃ¤nen in den Augen gieren zu mÃ¼ssen. Meine Korrespondenz mit NOK und DLV 1972 liegt noch vor, von Seiten des DLV allerdings Fehlanzeige: Er hat nie geantwortet!Â </p>
<p>Mit besten GrÃ¼ÃŸen und immer noch mit der Hoffnung, dass sich die Verantwortlichen bekennen. Immerhin hat Manfred von Richthofen nach knapp 20 Jahren gesprochen (<a href="http://jensweinreich.de/?p=2952#comment-6468" target="_self">Daume</a>!).</p></blockquote>
<p>HansjÃ¶rg Kofink war einmal Bundestrainer KugelstoÃŸ/Frauen und ist Ehrenvorsitzender des <a title="Webseite des DSLV" href="http://www.dslv.de/index.php" target="_blank">Deutschen Sportlehrerverbandes</a>.Â Auch weil mich Gerhard Treutlein, der ja Prokop bereits einen <a title="Offener Brief von Gerhard Treutlein ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3509" target="_self">offenen Brief</a> geschrieben hat, darum bat, kopiere ich hier noch einmal einen <a title="Antje und Henner Misersky ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3468#comment-8553" target="_self">Text von HansjÃ¶rg Kofink</a> hinein, den manche als herausragenden Beitrag in der West-Doping-Debatte bezeichnen. <em>(Ich wurde in den vergangenen Tagen ohnehin mehrfach gebeten, manche wichtigen Kommentare, dieÂ vielen Lesern nicht auffallen,Â als Blogbeitrag nachzutragen, das finde ich okay.)</em></p>
<blockquote><p><strong>Im Westen &#8211; noch immer &#8211; nichts Neues<br />
</strong><em>oder frei nach Brecht<br />
</em><strong>Erst die Medaillen und dann &#8211; vielleicht &#8211; die Moral</strong></p>
<p>Walter TrÃ¶ger, der im Februar 80 wurde, verkÃ¶rpert wie kaum ein anderer den (west)deutschen SportfunktionÃ¤r der 2. HÃ¤lfte des 20. Jahrhunderts: seit 1961 GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer, dann GeneralsekretÃ¤r des NOK fÃ¼r Deutschland, 1972 BÃ¼rgermeister im Olympischen Dorf in MÃ¼nchen, ab 1976 achtmal Chef de Mission bei Olympischen Winterspielen, seit 1989 Mitglied des IOC, von 1992-2002 PrÃ¤sident des NOK, seit 2003 EhrenprÃ¤sident.</p>
<p>Der alte Mann des deutschen Sports sagt heute, Ã¼ber die DDR-Dopingvergangenheit von Trainern, die heute noch tÃ¤tig sind:</p>
<p><em>&#8220;Die ist irrelevant und die ist vergeben.&#8221;</em></p>
<p>Diese Aussage ist so ungeheuerlich, dass es des nachfolgenden geschmacklosen und falschen Vergleichs nicht mehr bedurft hÃ¤tte.</p>
<p>Mit dieser Aussage trifft TrÃ¶ger den gesamten Olympischen Sport der beiden deutschen Staaten, auch die sportlichen Leistungen dieser Epoche. Sie wirft auch ein Schlaglicht auf die ReprÃ¤sentanten des Sports und auf ihre Haltung zur Olympischen Idee, vor allem aber auf den Olympischen Sport in Deutschland.</p>
<p><span id="more-3611"></span>Die SpitzenfachverbÃ¤nde, der DSB und die Sportpolitik des BMI haben die ihnen zugefallene Vereinigung 1990/91 nach GutdÃ¼nken genutzt, benutzt und verwaltet; Medaillen haben interessiert, Menschen nicht.</p>
<p>Die Schande, dass man nach 20 Jahren TrainervertrÃ¤ge in Frage stellen muss, haben ausschlieÃŸlich die FÃ¼hrungsgremien der betroffenen VerbÃ¤nde seit den 90er Jahren zu verantworten.</p>
<p>Manfred von Richthofen, ein weiterer SpitzenfunktionÃ¤r, der sich derzeit fast tÃ¤glich zu Wort meldet &#8211; warum eigentlich erst jetzt? &#8211; berichtet von der UnfÃ¤higkeit, der Unwilligkeit der SpitzenfunktionÃ¤re jener Tage eigene sportliche Regeln zu befolgen</p>
<p>&#8220;Doping macht vergesslich&#8221;</p>
<p>Unter diesem Titel hat die ZEIT schon 1998 die gesamte Problematik in aller AusfÃ¼hrlichkeit behandelt; Dr. HÃ¶ppner (Sportmedizinischer Dienst der DDR) legte seine medizinischen BeweggrÃ¼nde offen und mit Klaus Huhn (<span style="text-decoration: line-through;">Chefredakteur</span> Ressortleiter Sport der SED-Zeitung â€žNeues Deutschland&#8221;): Jetzt rÃ¤chen West-Richter ihre schwachen Sportler kam auch die Gegenseite zu Wort.</p>
<p>Alles ist seit langem bekannt; doch die SpitzenfunktionÃ¤re des deutschen Sports waren unfÃ¤hig, ihre Vereinigung sportlich fair und unter Beachtung eigener Regeln so zu vollziehen, dass sie nicht vor jeder internationalen Sportveranstaltung ins Wanken geriet. Besonders beispielhaft dafÃ¼r ist die Galerie der DLV-PrÃ¤sidenten dieser Jahre.</p>
<p>Sportsystem und sportliche Regeln</p>
<p>â€žDer Sport ist gelebtes Bekenntnis zu Leistung und Eigenverantwortung. Der Spitzensport hat Vorbildwirkung hinsichtlich des Leistungsgedankens und vermittelt einen positiven Elitebegriff&#8221;</p>
<p>Diese Feststellung im Positionspapier des DOSB Staatsziel Sport hat wohl fundamentale Schwierigkeiten mit dem Verweis auf Befehlsnotstand, mit dem die fÃ¼nf DLV-Trainer ihren Dopingmitteleinsatz einrÃ¤umen.</p>
<p>Das durch Sport gelebte Bekenntnis zur Eigenverantwortung kollidiert mit der Pauschalentschuldigung:</p>
<p>Haben internationale Sporterfolge zum Ruhme eines Staatssystems das Recht, sportliche Regeln auÃŸer Kraft zu setzen? Gilt TrÃ¶gers â€šIrrelevant&#8217; auch fÃ¼r Medaillen, die unter solchen Bedingungen errungen wurden?</p>
<p>WÃ¤hrend der Sportminister â€ždas EingestÃ¤ndnis, die Reue und Entschuldi-gung der TÃ¤ter&#8221; einfordert, stellt IOC-Mitglied TrÃ¶ger knallhart fest: â€žDas Einbringen von Reue in diese Geschichte finde ich absurd. Wir sind keine Richter, ich fÃ¼hle mich Ã¼berhaupt nicht veranlasst, jemand zu fragen, ob er bereut, was er getan hat.&#8221;</p>
<p>Wie nun, wer hat recht? In der ehemaligen DDR wÃ¼sste man das genau.</p>
<p>Auch Dr. SchÃ¤uble hat in der DopingbewÃ¤ltigung schon eine 30jÃ¤hrige Geschichte. Man wird es ihm dieses Jahr noch danken. Seinem inzwischen legendÃ¤ren â€škleines bisschen Doping unter Ã¤rztlicher Verantwortung&#8217; (DB 1977, 101f.), das wohl ein Kompromiss zwischen erfolgsbesessenen SportfunktionÃ¤ren, Sportmedizinern und Sportpolitikern sein sollte, folgten die Querelen der Vereinigung 1990/91, die er als verantwortlicher Minister begleitete unter besonderer BerÃ¼cksichtigung der DopingbrutstÃ¤tten FKS und Kreischa im Einigungsvertrag. Damals, vor den OS in Barcelona, stand eine 10%ige MittelkÃ¼rzung fÃ¼r die SportverbÃ¤nde im Raum, weil nur drei (!) von 50 VerbÃ¤nden auf Anfragen der Reiter-Kommission zur Trainer-Situation geantwortet hatten. GekÃ¼rzt wurde nie, aber eingestellt!</p>
<p>Nach 18 Jahren noch immer Trainerprobleme!</p>
<p>Erfolgreicher war der Zahn der Zeit. In den 90er Jahren war eine Wiederverwendung von Trainern, FunktionÃ¤ren und Ã„rzten mit Dopinghinter-grund kategorisch ausgeschlossen. Heute feiern DOSB und DLV per Pressemitteilung das Bekennen von fÃ¼nf ehemaligen DDR-Trainern zu ihrer Dopingvergangenheit als einen Durchbruch, als â€žsportethischen Schritt&#8221; (Steiner-Kommission), der ihre WeiterbeschÃ¤ftigung beim DLV erlaubt.</p>
<p>Wem sind da die MaÃŸstÃ¤be verrutscht?</p>
<p>Wer trÃ¤gt Verantwortung im Sport?</p>
<p>Die Pressemitteilung des BMI â€žbegrÃ¼ÃŸt die GestÃ¤ndnisse&#8221;. Die WeiterbeschÃ¤ftigung sei eine Angelegenheit des Sportes selbst. Seine Bewertungen durch Steiner-Kommission, DOSB und DLV â€žkommen insbesondere auch wegen der langen TÃ¤tigkeit der Trainer nach der Wende mit ihrem Bekenntnis zur Anti-Doping Politik im deutschen Sport zu dem Ergebnis, die Trainer weiterzubeschÃ¤ftigen.</p>
<p>Dazu der Minister: â€žDies nehme ich zur Kenntnis und sehe keine Veranlassung zu einer anderen Entscheidung&#8221;.</p>
<p>Und wie kam es zu dieser â€žlangen TÃ¤tigkeit nach der Wende&#8221;?</p>
<p>Das darf man sich wohl genauso wie diesmal vorstellen. Anstelle der langen TÃ¤tigkeit gab es eine mÃ¼ndliche oder vielleicht sogar eine schriftliche Versicherung der Betroffenen gegenÃ¼ber dem interessierten Fachverband.</p>
<p>Nachzulesen ist das im Spiegel 8/1993, S. 194ff. unter dem Titel â€žSchlimme Finger&#8221;, der die Reformerin Heide Rosendahl schwer enttÃ¤uscht im â€šHaifischbecken DLV&#8217; sieht.</p>
<p>In der Bundesrepublik gibt es keine strenge Hierarchie des Sportsystems. Das BMI bezahlt, der DOSB gibt GrundsatzerklÃ¤rungen heraus und der Fachverband entscheidet. NatÃ¼rlich kann keiner Verantwortung Ã¼berneh-men, wenn irgendwann irgendwo irgendetwas herauskommt (â€žorganisierte Unverantwortlichkeit&#8221;, Singler/Treutlein).</p>
<p>Der Leiter der DLV-Trainerschule Dr. Killing hat in der Zeitschrift â€šLeichtathletik&#8217; Bedenkenswertes dazu in ErÃ¶rterung des Falles Goldmann zu Papier gebracht:</p>
<p>â€žDenn nicht Trainer haben Ã¼ber die VorwÃ¼rfe gegen ihn und Ã¼ber seinen Ausschluss befunden, sondern Juristen, Politiker, Verwaltungsfachleute &#8211; allesamt trainerische Laien. Dies wird wie selbstverstÃ¤ndlich hingenommen.&#8221;</p>
<p>Trainerprofis haben 2002 Thomas Springstein zum Trainer des Jahres im DLV gewÃ¤hlt!</p>
<p>Jetzt darf die Wissenschaft: Studie â€žDoping in Deutschland&#8221;</p>
<p>Zur Aufarbeitung der DopingfÃ¤lle in Ost und West soll eine Studie â€šDOPING IN DEUTSCHLAND&#8217; einen wichtigen Beitrag leisten. Der Innenminister hat damit das Bundesinstitut fÃ¼r Sportwissenschaft beauftragt. Dem oder den zukÃ¼nftigen Bearbeitern schlÃ¤gt riesiges Interesse entgegen. Welche Materialien stehen zur VerfÃ¼gung: DSB-Kommission 1977, Unterlagen des BISP seit 1972, Reiterkommission, Kommissionen der FachverbÃ¤nde, Dopingakten, Unterlagen der internationalen FachverbÃ¤nde, des IOC, Presse seit 1969 und ein gewaltiger Bestand an wissenschaftlicher und anderer Literatur.</p>
<p>Ein Halbjahrhundertwerk! Der Augiasstall wartet auf seinen Herkules! Erfolg eher unwahrscheinlich &#8211; warum sollen Personen, die seit Jahrzehnten schweigen, mitvertuschen und lÃ¼gen, jetzt plÃ¶tzlich auspacken? Wo bleiben die GestÃ¤ndniswilligen im Westen?</p>
<p>HansjÃ¶rg Kofink<br />
7. April 2009</p>
<p>p.s. Vor 40 Jahren hat Brigitte Berendonk die erste Athletensprecherin des DLV &#8211; eben gewÃ¤hlt nach der Katastrophe bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Athen &#8211; ihren Artikel â€žZÃ¼chten wir Monstren&#8221; in der â€šZEIT&#8217; verÃ¶ffentlicht. Das war die erste VerÃ¶ffentlichung Ã¼ber den Anabolikamissbrauch im Hochleistungssport. Berendonk nahm an den Olympischen Spielen in Mexiko und in MÃ¼nchen teil.</p></blockquote>
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		<title>Clemens Prokop antwortet Ute Krieger-Krause</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 15:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Antwort von DOSB-Chef Thomas Bach auf den offenen Brief von Ute Krieger-Krause kam per Email und ist schon verÃ¶ffentlicht. (Bach fÃ¼hrt neuerdings in Interviews an, er stehe mit Frau Krieger-Krause im Briefwechsel&#8221;.) Die Antwort von DLV-PrÃ¤sident Clemens Prokop kam per Post und wird hier nun verÃ¶ffentlicht. Steht noch aus: ein Schreiben von Wolfgang SchÃ¤uble. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="Thomas Bach antwortet Ute Krieger-Krause" href="http://jensweinreich.de/?p=3501" target="_self">Antwort</a> von DOSB-Chef Thomas Bach auf den <a title="Offener Brief von Ute Krieger-Krause ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3492" target="_self">offenen Brief von Ute Krieger-Krause</a> kam per Email und ist schon verÃ¶ffentlicht. (Bach fÃ¼hrt neuerdings <a title="DLF vom 9. April 2009: Interview mit Thomas Bach" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/947604/" target="_blank">in Interviews</a> an, er stehe mit Frau Krieger-Krause im Briefwechsel&#8221;.) Die Antwort von DLV-PrÃ¤sident Clemens Prokop kam per Post und wird hier nun verÃ¶ffentlicht. Steht noch aus: ein Schreiben von Wolfgang SchÃ¤uble.</p>
<p>Prokop schreibt am 8. April 2009:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau Krieger-Krause,</p>
<p>eigentlich antworte ich auf â€žoffene Briefe&#8221; nicht, da in der Regel Mit solchen Briefen nur Ã¶ffentliche Wirkungen, nicht aber ProblemlÃ¶sungen angestrebt werden. Bei Ihrem Brief mache ich eine Ausnahme. Allerdings antworte ich nur mit einem an Sie persÃ¶nlich adressierten Brief, weil ich mich um eine LÃ¶sung des Konfliktes bemÃ¼hen mÃ¶chte.</p>
<p>Ich kann Ihre persÃ¶nliche Betroffenheit, die aus jeder Zeile Ihres Briefes spricht, grundsÃ¤tzlich nachvollziehen. Allerdings muss ich den Passagen, die sich auf den DLV beziehen, doch wiedersprechen. So erscheint es mir unrichtig, dass Betroffene, die den DLV GesprÃ¤chsbedarf signalisiert hatten, vor verschlossenen TÃ¼ren gestanden wÃ¤ren. FÃ¼r mich selbst gilt, dass ich jedem Doping-Opfer, das um ein GesprÃ¤ch gebeten hat, persÃ¶nlich fÃ¼r ein solches zur VerfÃ¼gung gestanden habe. Unrichtig ist auch die Behauptung, der DLV wÃ¼rde sich weigern, das Problem der dopingverseuchten Rekorde ernsthaft zu behandeln.<span id="more-3542"></span></p>
<p>TatsÃ¤chlich haben wir auf nationaler und internationaler Ebene versucht, mit Wirkung ab 01.01.2000 neue Rekordlisten einzufÃ¼hren. Leider waren unsere BemÃ¼hungen erfolglos. Danach haben wir versucht, Rekorde, die auf Doping beruhen, als Einzelrekorde zu lÃ¶schen. Hierbei sind wir vor allem auf juristische Probleme gestoÃŸen. Rechtsexperten haben uns darauf hingewiesen, dass dieÂ  von Rekordhaltern gegen uns bereits angekÃ¼ndigten gerichtlichen Schritte mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein wÃ¼rden und wir mit erheblichen Schadensersatzforderungen zu rechnen hÃ¤tten.</p>
<p>Angesichts dessen hat der DLV beschlossen, vorlÃ¤ufig die Streichung der Rekorde nicht weiter zu verfolen und stattdessen alle verfÃ¼gbaren finanziellen Mittel in die aktuelle BekÃ¤mpfung des Dopings zu investieren. Den Rekordlisten wurde ein Hinweis vorangestellt, in dem auf die Dopingproblematik hingewiesen wurde.</p>
<p>Ich bedaure, dass Sie unser Angebot zur Kommunikation ablehnen. Ich mÃ¶chte aber betonen, dass ich unverÃ¤ndert und persÃ¶nlich zu GesprÃ¤chen bereit bin.Â </p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen</p>
<p>Dr. Clemens Prokop</p></blockquote>
<p>Nun gut, die Darstellung der Rekordfrage ist nicht unstrittig undf etwas einseitig verkÃ¼rzt,Â so wie es auch der Bundesinnenminister nicht korrekt darstellt, worauf ich bereits hingewiesen habe. Alle Gutachten zur Rekordfrage finden sich ebenfalls in diesem Beitrag verlinkt: <a title="Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit ..." href="http://jensweinreich.de/?p=3420" target="_self">&#8220;Wolfgang SchÃ¤uble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden&#8221;</a>.</p>
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		<title>Offener Brief von Gerhard Treutlein an Clemens Prokop</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 09:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Weinreich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist pervers: Der organisierte Sport war Ã¼ber 20 Jahre nicht an einer Aufarbeitung interessiert, schlimmer, er war mit Billigung oder sogar UnterstÃ¼tzung von BMI und BISp TÃ¤ter, z.B. bei der Anstellung belasteter Trainer &#8230; Professor Gerhard Treutlein, Leiter des Zentrums fÃ¼r DopingprÃ¤vention an der PH Heidelberg, der sich hier im Blog schon mit einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Es ist pervers: Der organisierte Sport war Ã¼ber 20 Jahre nicht an einer Aufarbeitung interessiert, schlimmer, er war mit Billigung oder sogar UnterstÃ¼tzung von BMI und BISp TÃ¤ter, z.B. bei der Anstellung belasteter Trainer &#8230;</strong></p></blockquote>
<p>Professor Gerhard Treutlein, Leiter des <a title="Zentrum fÃ¼r DopingprÃ¤vention" href="http://www.contradoping.de/j2/" target="_self">Zentrums fÃ¼r DopingprÃ¤vention</a> an der PH Heidelberg, der sich hier im Blog schon mit einem <a title="Gerhard Treutlein: &quot;Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt ...&quot;" href="http://jensweinreich.de/?p=2745" target="_self">Grundsatzbeitrag zur Vergangenheitsaufarbeitung</a> beteiligt hat und seitdem auch regelmÃ¤ÃŸig mitdiskutiert, schreibt heute einen Offenen Brief an Clemens Prokop, den PrÃ¤sidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV):</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Dr. Prokop,</p>
<p>am 18.3.2009 habe ich Ihnen geschrieben und Ihnen meine GesprÃ¤chsbereitschaft signalisiert. Da ich bis heute keine Antwort von Ihnen erhalten habe, gehe ich davon aus, dass ich fÃ¼r Sie einer Antwort nicht wÃ¼rdig bin. Weitere Schreiben an die Verantwortliche fÃ¼r die Dopingproblematik im DLV, RA Anne Jakob, im Jahr 2008 wurden ebenfalls nicht beantwortet, ebenso wenig die in den Schreiben gestellten Fragen. Die von Ihnen in anderer Richtung signalisierte GesprÃ¤chsbereitschaft scheint mir gegenÃ¼ber nicht zu bestehen, weshalb ich meine Schreiben an Journalisten weitergebe.</p>
<p>Sie haben der Presse gegenÃ¼ber begrÃ¼ÃŸt, dass sich fÃ¼nf Trainer erklÃ¤rt haben (ohne inhaltliche Konkretisierung). Meines Wissens waren Sie frÃ¼her aktiver Leichtathlet und sind seit 1993 Mitglied des PrÃ¤sidiums des DLV, bzw. seit 2001 PrÃ¤sident. Sie dÃ¼rften deshalb &#8211; Ã¼ber den Inhalt der BÃ¼cher von Singler und Treutlein hinaus &#8211; weit reichende Kenntnisse zur Leichtathletik, zur Dopingproblematik und zum westdeutschen Sport haben. Deshalb ist fÃ¼r mich verwunderlich, warum erst jetzt eine ErklÃ¤rung der fÃ¼nf Trainer erfolgt und warum nicht weit frÃ¼her Personen wie z.B. &#8211; in unsystematischer Reihenfolge &#8211; Blattgerste, Steinbach, Kern, Thiele, Schubert, Bechtold, Steinmetz, Spilker u.a.m. zu einer umfassenden Offenlegung der Vergangenheit gedrÃ¤ngt wurden. Erst dieÂ  Bereitschaft solcher Personen (ebenso in anderen VerbÃ¤nden), zur AufklÃ¤rung der Vergangenheit beizutragen, wÃ¼rde dem 500.000-Euro-Auftrag zur Dopingvergangenheit eine gewisse Berechtigung geben.</p>
<p>Welche konkreten Erwartungen hat der DLV an ein solches Dopinggeschichte-Projekt? Ist der DLV Ã¼berhaupt an einer Aufarbeitung der Dopingproblematik in seinen eigenen Reihen interessiert?</p>
<p><span id="more-3509"></span>Immerhin haben IAAF und DLV schon 1970 Anabolika in der Leichtathletik verboten, trotzdem wurde intensiv gedopt. Immerhin ist bereits 1972 ein Bundestrainer Ihres Verbandes (Kofink) zurÃ¼ckgetreten, weil er die Haltung des Verbandes in Sachen Anabolika nicht mittragen wollte. Warner wie Horst Klehr oder RÃ¼diger Nickel wurden ebenso wenig gehÃ¶rt wie die Aktivensprecherin Brigitte Berendonk oder der renommierte Krebsforscher Werner Franke. Zu welchen Konsequenzen ist der DLV heute bereit und warum wurden solche nicht schon in der Vergangenheit gezogen?</p>
<p>Der DLV steht wie die anderen SportverbÃ¤nde im Zwiespalt: Medaillen und EndkampfplÃ¤tze bringen hÃ¶here staatliche Alimentierung, die Absage an Doping wird mÃ¶glicherweise erwartet aber nicht finanziell honoriert. Nicht einmal 1972 in MÃ¼nchen hat sich der DLV dazu durchringen kÃ¶nnen, Dopingablehnende Athlet(inn)en ohne Endkampfchance aber mit Olympianorm zu Olympischen Spielen im eigenen Land zu nominieren. Nicht ohne Grund hat sich der Hochschulsportverband ADH, der fÃ¼r sich immer erhebliche ProgressivitÃ¤t in Anspruch nahm, meinem Antrag auf BemÃ¼hungen um die Abwahl des FISU- und IAAF-PrÃ¤sidenten Nebiolo verweigert. Nebiolo war mit einiger Wahrscheinlichkeit einer der grÃ¶ÃŸten BetrÃ¼ger im internationalen Sport; auch der DLV ist nie gegen ihn vorgegangen, obwohl Nebiolo wegen seiner BetrÃ¼gereien als PrÃ¤sident des italienischen Leichtathletikverbands zurÃ¼cktreten musste. Massives Eintreten im internationalen Sport fÃ¼r Sauberkeit gefÃ¤hrdet die Zuweisung von Meisterschaften ebenso wie den Zugang zu Posten. Aber um was soll es im Leistungssport der Zukunft gehen, primÃ¤r um Medaillen ohne RÃ¼cksicht auf die eingesetzten Mittel oder um die MÃ¶glichkeiten der PersÃ¶nlichkeitsentwicklung fÃ¼r junge Menschen? Und wenn der Schwerpunkt beim zweiten Punkt gesetzt werden sollte, wie schlÃ¤gt sich das in der Trainerausbildung und in der Postenvergabe aus?</p>
<p>Thomas Kistner (SÃ¼ddeutsche Zeitung) beklagte am 9.11.1993 UnfÃ¤higkeit beim DSB und Unwilligkeit beim NOK beim Aufarbeiten der Dopingproblematik; anstatt sich selbst zu bemÃ¼hen, wurde vom organisierten Sport beklagt, dass Journalisten leichter Zugang zu den Stasi-Akten fanden als die VerbÃ¤nde (SÃ¼ddeutsche Zeitung, 9.11.1993). Wenn entgegen dem Willen des untÃ¤tigen organisierten Sports dennoch Fakten an die Ã–ffentlichkeit kamen, richtete dieser Klagen gegen die Gauck-BehÃ¶rde, z.B. DSB-PrÃ¤sident Hansen am 15. Oktober 1993: â€žHansen beschwert sich bei der Gauck-BehÃ¶rde. â€žSportbund verÃ¤rgert Ã¼ber gezielten Umgang mit Stasi-Aufzeichnungen aus dem DDR-Sport&#8221; (SÃ¼ddeutsche Zeitung 15.10.1993). Der Wille zur Aufarbeitung war in der Vergangenheit kaum gegeben; &#8211; ich erinnere an die BemÃ¼hungen von Harald Schmid und Heide Rosendahl in den 90er Jahren und den RÃ¼cktritt von Theo Rous 1991- deshalb ist die jetzt entbrannte Schlussstrichdebatte verstÃ¤ndlich, denn sonst mÃ¼ssten ja die Ursachen fÃ¼r UntÃ¤tigkeit offen gelegt und Verantwortlichkeiten geklÃ¤rt werden. &#8211; Wer die Vergangenheit verdrÃ¤ngt, wird immer wieder von ihr eingeholt! Und er behindert die BemÃ¼hungen um eine bessere Zukunft!</p>
<p>Es ist pervers: Der organisierte Sport war Ã¼ber 20 Jahre nicht an einer Aufarbeitung interessiert, schlimmer, er war mit Billigung oder sogar UnterstÃ¼tzung von BMI und BISp TÃ¤ter, z.B. bei der Anstellung belasteter Trainer oder der Verleihung der EhrenprÃ¤sidentschaft an den frÃ¼heren DVfL-PrÃ¤sidenten Wieszisk. Immerhin hatte das PrÃ¤sidium Digel so viel SensibilitÃ¤t, Helmut Meyer nicht zum EhrenprÃ¤sidenten zu ernennen. Das gleiche PrÃ¤sidium hat aber auch nichts zur Ehrenrettung des PrÃ¤sidenten Munzert unternommen, der nach seiner eigenen Aussage von Leuten wie Spilker, Sturm u.a.m. aus dem Amt gemobbt wurde. Schon lÃ¤ngst mÃ¼sste ein Preis mit dem Namen Munzert verbunden werden, einem PrÃ¤sidenten, der wie kein anderer fÃ¼r Sauberkeit stand. Es muss PrÃ¤sidenten des DLV schmerzen, von bekannter Seite vorgeworfen zu bekommen, einen Fall Dressel hÃ¤tte es im DVfL nie gegeben.</p>
<p>Diejenigen, die fÃ¼r AufklÃ¤rung sorgten und sorgen, wurden ins Abseits gestellt. Deshalb steht das von DOSB, BMI, BISp) initiierte Forschungsprojekt unter hohem Erwartungsdruck und unter sehr kritischer Beobachtung. Wie benannte der damalige DLV-VizeprÃ¤sident (und heutige PrÃ¤sident des Deutschen Volleyballverbands) von Moltke bei einer Veranstaltung der ZehnkÃ¤mpfer in Bad Nauheim im Herbst 1991 das gerade erschienene und von mir dort verteilte Berendonkbuch? â€žPamphlet!&#8221; Oder wie Ã¤uÃŸerten sich ein ehemaliger FachverbandsprÃ¤sident und ein Abteilungsleiter bei einem Fest im Herbst 1991 zum Engagement von Brigitte Berendonk: â€žDer mÃ¼sste man aufs Maul hauen&#8221;. Wann wird der DLV Brigitte Berendonk, seine mutigste Athletin &#8211; das damalige PrÃ¤sidium lehnte es ab, sie und ihren Mann Werner Franke zum Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen -Â  die Anerkennung zukommen lassen, die ihr fÃ¼r ihre vorbildliche sportliche Haltung gebÃ¼hrt? Im Gegenteil, ich befÃ¼rchte, dass eine EinschÃ¤tzung wie die oben wiedergegebenen gegenÃ¼ber diesem und entsprechenden anderen BÃ¼chern (z.B. von Andreas Singler und mir) im DLV immer noch vorherrscht. Insofern mÃ¼sste PrÃ¤vention bei der Arbeit mit den PrÃ¤sidien der SportverbÃ¤nde ansetzen.</p>
<p>Entschuldigen Sie, Herr PrÃ¤sident, wenn ich Ihnen weder Ihre andernorts bekundete GesprÃ¤chsbereitschaft noch die Bereitschaft zu Konsequenzen gegenÃ¼ber Dopingvergangenheit des DLV abnehme.</p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen!</p>
<p>Prof. Dr. Gerhard Treutlein</p></blockquote>
<p>Am 18. MÃ¤rz 2009 hatte Treutlein an Prokop diesen Brief geschrieben:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000000;">Betr.: <a title="Goldmann &amp; Co. oder: der Gordische Knoten" href="http://jensweinreich.de/?p=3102" target="_self">Ihre Ã„uÃŸerungen bei der Hallen-DM in Leipzig zur Dopingforschung</a></span></p>
<p>Sehr geehrter Herr Prokop,</p>
<p>2005 habe ich Ihnen beim DLV-Sportfest in NÃ¼rnberg BÃ¼cher von Andreas Singler und mir zur Doping-Thematik Ã¼berreicht. Im ersten Band â€žDoping im Spitzensportâ€œ geht es vorwiegend um Doping in Westdeutschland, vor allem auch in der Leichtathletik. In diesem Buch sind viele Namen genannt (damit eine wesentliche ErgÃ¤nzung zum Buch von Brigitte Berendonk von 1991). Konsequenzen aus den genannten Fakten und Namen hat der DLV praktisch nie gezogen, auch nicht mit uns Kontakt aufgenommen (Ausnahme: regelmÃ¤ÃŸiger Kontakt mit Theo Rous).</p>
<p>Umso Ã¼berraschter war ich, als ich von Ihrer Ã„uÃŸerung in Leipzig hÃ¶rte, der DLV wÃ¼rde groÃŸe Hoffnungen auf das von DOSB und BMI geplante Forschungsprojekt zum Thema â€žDoping in Deutschlandâ€œ setzen. In meinem Brief vom 5.11.2008 an den Direktor des Bundesinstituts fÃ¼r Sportwissenschaft, Herrn JÃ¼rgen Fischer, habe ich erlÃ¤utert, warum ich mich nicht um das 500.000Euro-Projekt bewerbe; die Erfolgsaussichten eines solchen Projekts gehen gegen Null.</p>
<p>Zusammen mit Andreas Singler habe ich 1997 â€“ 1999 ohne FÃ¶rderung durch den organisierten Sport, das BISp oder das BMI 45 Zeitzeugeninterviews â€“ vorwiegend mit Leichtathleten â€“ durchgefÃ¼hrt; die Zeitzeugen haben uns zum groÃŸen Teil gekannt; wir haben ihnen eine eidesstattliche Versicherung mit der Garantie der Anonymisierung Ã¼berreicht. Die Zeitzeugen waren zum groÃŸen Teil sehr hochkarÃ¤tig. Nur â€“ wenn ich die Funktion nennen wÃ¼rde, wÃ¤ren sie leicht zu identifizieren. Aus den Zeitzeugenaussagen ebenso wie aus der Bearbeitung von 13.000 Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitten und anderen Materialien mehr ergibt sich der Gesamteindruck, dass der Wille zur grÃ¼ndlichen Bearbeitung des Dopingthemas im DLV gefehlt hat; Ã¼ber Jahrzehnte hinaus war Doping im DLV erwÃ¼nscht und regelrecht gefordert. Noch lebende Akteure jener Jahre werden bei der WM auf der EhrentribÃ¼ne sitzen (besonders putzig wÃ¤re natÃ¼rlich, wenn z.B. Ilse Bechtold eine Siegerehrung durchfÃ¼hren wÃ¼rde). Allerdings war der DLV mit dieser Haltung unter den FachverbÃ¤nden in keiner Weise allein.</p>
<p>In der Anlage schicke ich Ihnen mein Schreiben an Herrn Fischer (BISp). Aus unserer Ã¼ber vierjÃ¤hrigen Projektarbeit weiÃŸ ich, welche Schwierigkeiten das Bearbeiten dieses schwierigen Themas mit sich bringt. Von daher die Frage: In welchen Punkten erhoffen Sie sich weitergehende AufklÃ¤rung, zu welchen Konsequenzen ist der DLV bereit und warum haben die VerÃ¶ffentlichungen von Berendonk und Singler/Treutlein praktisch zu keinen Konsequenzen gefÃ¼hrt (auÃŸer der Streichung von der Ehrengastliste des DLV â€¦)? In einer weiteren Anlage habe ich einige wesentliche Stationen der Behandlung der Dopingproblematik im DLV aufgelistet.Â  Sie sehen dabei einige Namen, die auch heute noch eine Rolle in der Leichtathletik spielen. Mir ist nicht bekannt, dass auch nur ein Einziger im DLV Nachteile aus seiner dopingfreundlichen Haltung oder sein gerichtsfesten Benennung als Doper erfahren hat.</p>
<p>Idealtypisch fÃ¼r den Umgang des DLV mit der Dopingproblematik sind folgende VorfÃ¤lle:</p>
<ul>
<li>Mir waren 1991 vor dem Erscheinen des Berendonk-Buchs eine Reihe Dopingdokumente bekannt. Da ich die Leichtathletik vor Schaden schÃ¼tzen und dem DLV Zeit zur Vorbereitung auf das Berendonk-Buch geben wollte, habe ich zusammen mit einem Kollegen ca. 3 Wochen vor dem Erscheinen (13.9.1991) den DLV-PrÃ¤sidenten Helmut Meyer angeschrieben und ihn Ã¼ber das Erscheinen des Buchs wie auch Ã¼ber die Typen von Dokumenten, auf denen das Buch basiert, informiert. Die Reaktion von Meyer: Zusammen mit Jan Kern hat er versucht, mit einer PresseerklÃ¤rung das Buch vorab madig zu machen. Der ebenfalls informierte Theo Rous hat dagegen alle Anstrengungen unternommen, um fÃ¼r den DLV glaubwÃ¼rdig mit der drohenden Katastrophe umzugehen und den Verband vor Schaden zu bewahren. Da er allein gelassen wurde, trat er dann beim auÃŸerordentlichen Verbandstag 1991 zurÃ¼ck.</li>
<li>ImÂ  September 1991 wurde bei einer Sitzung des DLV die Einrichtung einer groÃŸen UntersuchungskommissionÂ  beschlossen; der Journalist Robert Hartmann hat mich als Mitglied vorgeschlagen. Bei einer vorbereitenden Sitzung im Oktober 1991 hat Helmut Meyer die Anwesenden damit Ã¼berrascht, dass erst eine Juristenkommission die Frage der WeiterbeschÃ¤ftigung der 32 DDR-Trainer bearbeiten mÃ¼sse. D.h. Leute wie ich wurden an der Nase herumgefÃ¼hrt. Der Aktivensprecher Schult faselte etwas davon, er habe noch nie etwas von Doping mitbekommen. Als ich ihm ein Dokument zeigte mit seinem Namen im Klartext (Kombination von Training mit Dopingmitteln), machte er sich eine Kopie davon, behauptet aber bis heute, er habe nie gedopt. Ich habe dann spÃ¤ter die Dokumente Theo Rous zukommen lassen. Die geplante Untersuchungskommission kam nie zustande; da ist es nicht verwunderlich, dass es beim BDR 2007 Ã¤hnlich lief.</li>
<li>Bei einer Veranstaltung habe ich die Vorsitzende des thÃ¼ringischen Leichtathletikverbands, Frau LÃ¶ffler, darauf angesprochen, dass der verurteilte Doper Spilker ausgerechnet Rechtswart (spÃ¤ter zusÃ¤tzlich VizeprÃ¤sident) im LSB ThÃ¼ringen sei. Sie sah darin kein Problem, denn er leiste sehr gute Arbeit. Spilker war als Ehrengast auf der EhrentribÃ¼ne bei der DM in Erfurt 2007. Der LSB ThÃ¼ringen wollte die PrÃ¤ventionsbroschÃ¼re â€žSport ohne Dopingâ€œ (dsj/Treutlein et al.) nicht einsetzen so lange ein Zitat von Spilker nicht beseitigt wÃ¼rde.</li>
<li>2002 wurde auf mein Betreiben hin der DLV Ã¼ber Dopingvertuschungspraktiken der ungarischen Werfer (Anus, Fazekas) informiert. Bei der EM 2002 in MÃ¼nchen soll es trotzdem keine Kontrolle im Diskuswerfen gegeben haben; Anus und Fazekas sind trotz dieser Information erst 2004 bei den Olympischen Spielen aufgeflogen.</li>
<li>Bei meinem letzten Aufenthalt in der DLV-GeschÃ¤ftsstelle 2007 kam mir auf der Treppe der ehemalige Bundestrainer Steinmetz entgegen, der nach dem Urteil des Landgerichts Heidelberg von 1991 als Doper bezeichnet werden darf. Steinmetz kennt mich nicht, hat noch nie mit mir ein Wort gewechselt. Trotzdem hat er mich einer ehemaligen Studentin von mir gegenÃ¼ber als â€žVerbrecherâ€œ bezeichnet. Leute wie Steinmetz sind beim DLV immer noch gerne gesehen, ich nicht. Das DLV-PrÃ¤sidium hat ja auch abgelehnt, Werner Franke und Brigitte Berendonk fÃ¼r das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen.</li>
</ul>
<p>Im letzten Jahr hat mich die RechtsanwÃ¤ltin des DLV, Anne Jakob, mit Terminsetzung (7.4.) angeschrieben und mich zur Stellungnahme zu einem Zitat in der FAZ aufgefordert. Ich habe geantwortet; in meinem Antwortschreiben habe ich dann meinerseits einige Fragen zum Umgang des DLV mit der Dopingproblematik gestellt â€“ eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten, ebenso auf nachfolgende Schreiben. Wenn schon der DLV sich weigert, auf Fragen Antworten zu geben, woher nehmen Sie dann die Hoffnung, dass bei einem 500.000Euro-Prokjekt offen und ehrlich geantwortet werden wird? Wird der DLV z.B. sein Archiv zugÃ¤nglich machen und seinen jetzigen und frÃ¼heren Angestellten z.B. Antwortgenehmigung erteilen?</p>
<p>Bei der AnhÃ¶rung des Bundestagsausschusses Sport zur FÃ¶rderung des BDR wurde ich ja von allen Seiten wegen meiner PrÃ¤ventionsaktivitÃ¤ten hoch gelobt (beim DLV gibt es anscheinend hierzu eine Kontaktsperre) und das DLV-PrÃ¤sidiumsmitglied Dagmar Freitag hat mich als â€žbekanntermaÃŸen sehr glaubwÃ¼rdigâ€œ bezeichnet. Eine Anfrage an Frau Freitag, warum ich dann von der Ehrengastliste des DLV gestrichen wurde, wurde nicht beantwortet.</p>
<p>Entgegen allen Ethik-Diskussionen konnten und kÃ¶nnen Athleten quasi mit abmontierten ethischen Bremsen ihre ethikfreie DopingmentalitÃ¤t entwickeln, idealtypisch dafÃ¼r die Aussage des Olympiasiegers im Diskuswerfen, Danneberg (1984): â€žKÃ¤se, was hat denn Ethik mit Profisport zu tun? Es geht um Leistung. Dieser viel strapazierte Begriff Ethik: Das ist doch ein fÃ¼rchterliches Gewabbel und Geschwabbelâ€œ (Sports 3, 1989, 124). Die Dannebergâ€™sche MentalitÃ¤t wirkt im Leistungssport bis in die Gegenwart weiter; sie schlÃ¤gt sich z.B. in dem offenen Brief von 20 Leichtathleten zugunsten der WeiterbeschÃ¤ftigung des ehemaligen DDR-Doping-Trainers Goldmann nieder. Solche Athleten scheinen sich berechtigt zu fÃ¼hlen, ein Bremsen ihres Leistungsstrebens durch Ethik und Moral abzulehnen â€“ wer hat sie erzogen/sozialisiert???. Allerdings: Die Vergangenheit von Herrn Goldmann war wohl schon 1991, spÃ¤testens aber mit der Verurteilung in den Berliner Prozessen 1999 bekannt. Folgen hatte dies im DLV nicht. Und Herr Goldmann wird in Anbetracht des jahrzehntelangen Umgangs mit seiner Vergangenheit jeden Arbeitsgerichtsprozess gewinnen.</p>
<p>In unseren Befragungen (Singler/Treutlein) hat sich herausgestellt, dass das Umfeld der Athleten fÃ¼r die Entwicklung einer DopingmentalitÃ¤t oder ihre Verhinderung enorm wichtig ist. Zu ihrer Verhinderung wurde und wird im DLV zu wenig getan; die Information der Athleten zu Dopingregeln und zum Ablauf von Dopingkontrollen ist hier eindeutig zu wenig. So kann ein VerantwortungsgefÃ¼hl der Athleten und ihres Umfelds fÃ¼r sich selbst, aber auch fÃ¼r das Schicksal des DLVÂ  und der IAAF kaum entwickelt werden. Im ADH habe ich im Rahmen meiner begrenzten MÃ¶glichkeiten versucht gegenzuhalten.</p>
<p>Zu einem GesprÃ¤ch bin ich jederzeit gerne bereit, auch zur UnterstÃ¼tzung des DLV bei der Bearbeitung seiner Vergangenheit und/oder bei der DurchfÃ¼hrung von DopingprÃ¤ventions-AktivitÃ¤ten.</p>
<p>Mit freundlichen GrÃ¼ÃŸen!</p>
<p>Prof. Dr. Gerhard Treutlein</p></blockquote>
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